Angewendet bei: Krebs
Substanz: Olaparib (PARP-Hemmer)
ATC: L01XX46 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | ANDERE ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | Andere antineoplastische Mittel)
Olaparib ist ein Medikament, das zur Behandlung bestimmter Krebsarten wie Eierstock-, Brust- oder Prostatakrebs eingesetzt wird, die mit BRCA-Genmutationen assoziiert sind. Es ist ein Poly(ADP-Ribose)-Polymerase (PARP)-Inhibitor, der die DNA-Reparatur in Krebszellen stört und zu deren Absterben führt.
Das Medikament wird oral, meist zweimal täglich, gemäß den Anweisungen Ihres Arztes eingenommen. Es ist wichtig, das Behandlungsschema einzuhalten und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen, um die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen zu überwachen.
Nebenwirkungen können Übelkeit, Müdigkeit, Anämie, Durchfall oder in seltenen Fällen ein myelodysplastisches Syndrom umfassen.
Patienten sollten ihren Arzt über alle anderen verwendeten Medikamente oder bestehende Erkrankungen informieren, um die sichere Anwendung von Olaparib zu gewährleisten.
Lynparza 100 mg Filmtabletten
Lynparza 150 mg Filmtabletten
Lynparza 100 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 100 mg Olaparib.
Lynparza 150 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 150 mg Olaparib.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Dieses Arzneimittel enthält 0,24 mg Natrium pro 100-mg-Tablette und 0,35 mg Natrium pro 150-mg-
Tablette.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette).
Lynparza 100 mg Filmtabletten
Gelbe bis dunkelgelbe, ovale, bikonvexe Tablette, auf der einen Seite mit der Prägung 'OP100“versehen und auf der anderen Seite glatt.
Lynparza 150 mg Filmtabletten
Grüne bis grüngraue, ovale, bikonvexe Tablette, auf der einen Seite mit der Prägung 'OP150“versehen und auf der anderen Seite glatt.
Ovarialkarzinom
Lynparza wird angewendet als Monotherapie für die:
* Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO-Stadien
III und IV) BRCA1/2-mutierten (in der Keimbahn und/oder somatisch), high-gradeepithelialen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primären Peritonealkarzinom, die nacheiner abgeschlossenen Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie ein Ansprechen (vollständigoder partiell) haben.
* Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit einem Platin-sensitiven Rezidiv eineshigh-grade epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären
Peritonealkarzinoms, die auf eine Platin-basierte Chemotherapie ansprechen (vollständig oderpartiell).
Lynparza in Kombination mit Bevacizumab wird angewendet für die:
* Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientinnen mit einem fortgeschrittenen (FIGO-Stadien
III und IV) high-grade epithelialen Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primären
Peritonealkarzinom, die nach einer abgeschlossenen Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapiein Kombination mit Bevacizumab ein Ansprechen (vollständig oder partiell) haben und deren
Tumor mit einem positiven Status der homologen Rekombinations-Defizienz (HRD)assoziiert ist. Der Status HRD-positiv ist definiert entweder durch eine BRCA1/2-Mutationund/oder genomische Instabilität (siehe Abschnitt 5.1).
Mammakarzinom
Lynparza wird angewendet als:
* Monotherapie oder in Kombination mit einer endokrinen Therapie für die adjuvante
Behandlung von erwachsenen Patienten mit Keimbahn-BRCA1/2-Mutationen, die ein HER2-negatives Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko haben und zuvor mitneoadjuvanter oder adjuvanter Chemotherapie behandelt wurden (siehe Abschnitte 4.2 und5.1).
* Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit BRCA1/2-Mutationen in der
Keimbahn, die ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes
Mammakarzinom haben. Die Patienten sollten zuvor mit einem Anthrazyklin und einem
Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting behandelt worden sein, es sei denn, die
Patienten waren für diese Behandlungen nicht geeignet (siehe Abschnitt 5.1). Patienten mit
Hormonrezeptor (HR)-positivem Mammakarzinom sollten außerdem eine
Krankheitsprogression während oder nach einer vorherigen endokrinen Therapie aufweisenoder für eine endokrine Therapie nicht geeignet sein.
Adenokarzinom des Pankreas
Lynparza wird angewendet als Monotherapie für die Erhaltungstherapie von erwachsenen Patientenmit Keimbahn-BRCA1/2-Mutationen, die ein metastasiertes Adenokarzinom des Pankreas haben undderen Erkrankung nach einer mindestens 16-wöchigen Platin-haltigen Behandlung im Rahmen einer
Erstlinien-Chemotherapie nicht progredient war.
ProstatakarzinomLynparza wird angewendet:
* als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertemkastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und BRCA1/2-Mutationen (in der
Keimbahn und/oder somatisch), deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neuehormonelle Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist.
* in Kombination mit Abirateron und Prednison oder Prednisolon für die Behandlung vonerwachsenen Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie nicht klinisch indiziert ist(siehe Abschnitt 5.1).
EndometriumkarzinomLynparza in Kombination mit Durvalumab wird angewendet für die Erhaltungstherapie vonerwachsenen Patientinnen mit primär fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinommit Mismatch-Reparatur-Profizienz (pMMR), deren Erkrankung während der Erstlinienbehandlungmit Durvalumab in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel nicht progredient war.
Die Behandlung mit Lynparza sollte von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der mit der
Anwendung von onkologischen Arzneimitteln vertraut ist.
Auswahl der Patienten
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei BRCA-mutiertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom:
Bevor eine Behandlung mit Lynparza zur Erstlinien-Erhaltungstherapie des high-grade epithelialen
Ovarialkarzinoms (epithelial ovarian cancer, EOC), Eileiterkarzinoms (fallopian tube cancer, FTC)oder primären Peritonealkarzinoms (primary peritoneal cancer, PPC) begonnen wird, müssen für die
Patientinnen pathogene oder vermutlich pathogene Mutationen der Brustkrebs-Suszeptibilitäts-Gene(BRCA) 1 oder 2 in Keimbahn und/oder Tumor mittels einer validierten Testmethode bestätigt wordensein.
Erhaltungstherapie bei Platin-sensitivem rezidiviertem Ovarialkarzinom:
Es besteht keine Notwendigkeit für eine BRCA1/2-Testung vor der Anwendung von Lynparza als
Monotherapie zur Erhaltungstherapie von Patientinnen mit Rezidiven eines EOC, FTC oder PPC, dievollständig oder partiell auf eine Platin-basierte Chemotherapie ansprechen.
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei HRD-positivem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom in Kombinationmit Bevacizumab:
Bevor eine Behandlung mit Lynparza und Bevacizumab zur Erstlinien-Erhaltungstherapie des EOC,
FTC oder PPC begonnen wird, muss eine pathogene oder vermutlich pathogene BRCA1/2-Mutationund/oder genomische Instabilität bei den Patientinnen bestätigt sein, bestimmt mittels einer validierten
Testmethode (siehe Abschnitt 5.1).
Adjuvante Behandlung von Keimbahn-BRCA-mutiertem Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem
Rezidivrisiko:
Bevor eine Therapie mit Lynparza zur adjuvanten Behandlung von HER2-negativem
Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko begonnen wird, muss bei den Patienteneine pathogene oder vermutlich pathogene gBRCA1/2-Mutation bestätigt sein, bestimmt mittels einervalidierten Testmethode (siehe Abschnitt 5.1).
Monotherapie bei gBRCA1/2-mutiertem HER2-negativem metastasiertem Mammakarzinom:
Vor Einleitung der Lynparza-Therapie bei Patienten mit Brustkrebs-Suszeptibilitäts-Gen (gBRCA1/2)-mutiertem, humanem-epidermalem-Wachstumsfaktor-Rezeptor-2 (HER2)-negativem, lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom muss eine pathogene oder vermutlichpathogene gBRCA1/2-Mutation in der Keimbahn bestätigt werden. Der gBRCA1/2-Mutationsstatussollte von einem erfahrenen Labor mittels einer validierten Testmethode nachgewiesen werden. Datenzur klinischen Validierung eines BRCA1/2-Tests im Tumorgewebe sind für Brustkrebs derzeit nichtverfügbar.
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei gBRCA-mutiertem metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas:
Vor Einleitung der Erstlinien-Erhaltungstherapie bei Patienten mit Keimbahn-BRCA1/2-mutiertemmetastasiertem Adenokarzinom des Pankreas muss eine pathogene oder vermutlich pathogenegBRCA1/2-Mutation bestätigt werden. Der gBRCA1/2-Mutationsstatus sollte von einem erfahrenen
Labor mittels einer validierten Testmethode nachgewiesen werden. Daten, die eine klinische
Validierung für Tumor-BRCA1/2-Testungen bei Adenokarzinomen des Pankreas zeigen, sind derzeitnicht verfügbar.
Monotherapie bei BRCA1/2-mutiertem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom:
Vor Einleitung der Therapie mit Lynparza muss bei Patienten mit BRCA1/2-mutiertem metastasiertemkastrationsresistentem Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC)eine pathogene oder vermutlich pathogene BRCA1/2-Mutation nachgewiesen werden (entweder auseiner Tumor- oder aus einer Blutprobe, siehe Abschnitt 5.1). Der BRCA1/2-Mutationsstatus sollte voneinem erfahrenen Labor mittels einer validierten Testmethode nachgewiesen werden.
Therapie bei mCRPC in Kombination mit Abirateron und Prednison oder Prednisolon:
Vor der Anwendung von Lynparza in Kombination mit Abirateron und Prednison oder Prednisolonbei Patienten mit mCRPC ist keine genomische Testung erforderlich.
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit
MMR-Profizienz (pMMR) in Kombination mit Durvalumab:
Bevor eine Behandlung begonnen wird, muss bei den Patientinnen ein profizienter Mismatch-
Reparatur(pMMR)-Tumorstatus mittels einer validierten Testmethode bestätigt worden sein (siehe
Abschnitt 5.1).
Patienten, die positiv auf Mutationen der BRCA1/2-Gene getestet werden, sollte eine genetische
Beratung gemäß den nationalen Vorschriften angeboten werden.
DosierungLynparza ist als 100-mg- und 150-mg-Tablette erhältlich.
Die empfohlene Lynparza-Dosis für die Monotherapie oder für die Kombination mit anderen
Arzneimitteln beträgt 300 mg (zwei 150-mg-Tabletten) zweimal täglich, entsprechend einer
Tagesgesamtdosis von 600 mg. Die 100-mg-Tablette steht für Dosisreduktionen zur Verfügung.
Lynparza-Monotherapie
Patientinnen mit einem Platin-sensitiven Rezidiv (PSR) eines high-grade epithelialen
Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms, die auf eine Platin-basierte
Chemotherapie ansprechen (vollständig oder partiell), sollten die Behandlung mit Lynparza spätestens8 Wochen nach Abschluss ihrer letzten Platin-basierten Therapie beginnen.
Lynparza in Kombination mit Bevacizumab
Wenn Lynparza in Kombination mit Bevacizumab als Erstlinien-Erhaltungstherapie bei high-gradeepithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom nach einerabgeschlossenen Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie mit Bevacizumab angewendet wird,beträgt die Dosis von Bevacizumab 15 mg/kg alle 3 Wochen. Es wird auf die vollständige
Fachinformation für Bevacizumab verwiesen (siehe Abschnitt 5.1).
Lynparza in Kombination mit endokriner Therapie
Für die empfohlene Dosierung des/der endokrinen Kombinationspartner/s (Aromatase-
Inhibitor/Antiöstrogen und/oder LHRH) wird auf die vollständige Fachinformation des/der endokrinen
Kombinationspartner/s verwiesen.
Lynparza in Kombination mit Abirateron und Prednison oder Prednisolon
Wenn Lynparza in Kombination mit Abirateron zur Behandlung von Patienten mit mCRPCangewendet wird, beträgt die Dosis von Abirateron 1000 mg oral einmal täglich (siehe Abschnitt 5.1).
Abirateron sollte zusammen mit zweimal täglich 5 mg Prednison oder Prednisolon oral gegebenwerden. Es wird auf die vollständige Fachinformation für Abirateron verwiesen.
Lynparza in Kombination mit Durvalumab
Wenn Lynparza in Kombination mit Durvalumab für die Erhaltungstherapie von Patientinnen mitprimär fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit MMR-Profizienz (pMMR)angewendet wird, deren Erkrankung während der Erstlinienbehandlung mit Durvalumab in
Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel nicht progredient war, beträgt die Dosis von Durvalumab1500 mg alle 4 Wochen (siehe Abschnitt 5.1). Es wird auf die vollständige Fachinformation für
Durvalumab verwiesen.
Dauer der BehandlungErstlinien-Erhaltungstherapie bei BRCA-mutiertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom:
Patientinnen können die Behandlung fortführen bis zur radiologischen Krankheitsprogression, bis zum
Auftreten einer inakzeptablen Toxizität oder für bis zu 2 Jahre, wenn nach 2-jähriger Behandlung die
Erkrankung radiologisch nicht nachweisbar ist. Patientinnen mit Erkrankungsanzeichen nach 2 Jahren,die nach Ansicht des Arztes weiterhin von einer fortdauernden Behandlung profitieren können,können länger als 2 Jahre behandelt werden.
Erhaltungstherapie bei Platin-sensitivem rezidiviertem Ovarialkarzinom:
Patientinnen mit einem Platin-sensitiven rezidivierten high-grade epithelialen Ovarialkarzinom,
Eileiterkarzinom oder primären Peritonealkarzinom wird empfohlen, die Behandlung bis zur
Progression der Grunderkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität fortzuführen.
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei HRD-positivem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom in Kombinationmit Bevacizumab:
Patientinnen können die Behandlung mit Lynparza fortführen bis zur radiologischen
Krankheitsprogression, bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität oder für bis zu 2 Jahre, wennnach 2-jähriger Behandlung die Erkrankung radiologisch nicht nachweisbar ist. Patientinnen mit
Erkrankungsanzeichen nach 2 Jahren, die nach Ansicht des Arztes weiterhin von einer fortdauernden
Behandlung mit Lynparza profitieren können, können länger als 2 Jahre behandelt werden. Für dieempfohlene Gesamtdauer der Behandlung mit Bevacizumab wird auf die Fachinformation für
Bevacizumab verwiesen. Die Gesamtdauer der Behandlung mit Bevacizumab, die sowohl den
Zeitraum in Kombination mit Chemotherapie als auch den Zeitraum der Erhaltungstherapie umfasst,beträgt maximal 15 Monate (siehe Abschnitt 5.1).
Adjuvante Behandlung von Keimbahn-BRCA-mutiertem Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem
Rezidivrisiko:
Es wird empfohlen, dass die Patienten bis zu einem Jahr lang behandelt werden oder bis zum
Nachweis eines Rezidivs oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität, je nachdem, was zuersteintritt.
Monotherapie bei gBRCA1/2-mutiertem, HER2-negativem, metastasiertem Mammakarzinom:
Es wird empfohlen, die Behandlung bis zur Progression der Grunderkrankung oder bis zum Auftreteneiner inakzeptablen Toxizität fortzuführen.
Die Wirksamkeit und Sicherheit für eine erneute Erhaltungstherapie mit Lynparza nach dem erstenoder einem später aufgetretenen Rezidiv bei Ovarialkarzinom-Patientinnen sind nicht erwiesen. Esliegen keine Wirksamkeits- oder Sicherheitsdaten für eine erneute Behandlung von Mammakarzinom-
Patienten vor (siehe Abschnitt 5.1).
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei gBRCA-mutiertem metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas:
Es wird empfohlen, die Behandlung bis zur Progression der Grunderkrankung oder bis zum Auftreteneiner inakzeptablen Toxizität fortzuführen.
Monotherapie bei BRCA1/2-mutiertem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom:
Es wird empfohlen, die Therapie bis zur Progression der Grunderkrankung oder bis zum Auftreteneiner inakzeptablen Toxizität fortzuführen. Eine medizinische Kastration mit einem luteinisierenden
Hormon-Releasing-Hormon(LHRH)-Analogon sollte während der Behandlung von nicht chirurgischkastrierten Patienten fortgeführt werden.
Therapie bei mCRPC in Kombination mit Abirateron und Prednison oder Prednisolon:
Es wird empfohlen, die Therapie bis zur Progression der Grunderkrankung oder bis zum Auftreteneiner inakzeptablen Toxizität fortzuführen, wenn Lynparza in Kombination mit Abirateron und
Prednison oder Prednisolon angewendet wird. Eine Therapie mit einem Gonadotropin-Releasing-
Hormon(GnRH)-Analogon sollte während der Behandlung bei allen Patienten fortgeführt werden,oder die Patienten sollten sich vorher einer bilateralen Orchiektomie unterzogen haben.
Es wird auf die Fachinformation für Abirateron verwiesen.
Es liegen keine Wirksamkeits- oder Sicherheitsdaten für eine erneute Behandlung mit Lynparza bei
Prostatakarzinom-Patienten vor (siehe Abschnitt 5.1).
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit
MMR-Profizienz (pMMR) in Kombination mit Durvalumab:
Es wird empfohlen, die Therapie bis zur Progression der Grunderkrankung oder bis zum Auftreteneiner inakzeptablen Toxizität fortzuführen. Es wird auf die Fachinformation für Durvalumabverwiesen.
Vergessene DosisWenn ein Patient die Einnahme einer Lynparza-Dosis vergessen hat, sollte die nächste normale Dosiszur geplanten Zeit eingenommen werden.
Dosisanpassungen aufgrund von Nebenwirkungen
Die Therapie kann unterbrochen werden, um Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und
Anämie zu behandeln, und es kann eine Dosisreduktion in Betracht gezogen werden (siehe
Abschnitt 4.8).
Es wird empfohlen, die Dosis auf 250 mg (eine 150-mg-Tablette und eine 100-mg-Tablette) zweimaltäglich (entsprechend einer Tagesgesamtdosis von 500 mg) zu reduzieren.
Wenn eine weitere Dosisreduktion erforderlich ist, wird eine Reduktion auf 200 mg (zwei 100-mg-
Tabletten) zweimal täglich (entsprechend einer Tagesgesamtdosis von 400 mg) empfohlen.
Dosisanpassungen bei Anwendung zusammen mit CYP3A-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren wird nicht empfohlen.
Alternative Substanzen sollten in Betracht gezogen werden. Wenn ein starker CYP3A-Inhibitorgleichzeitig angewendet werden muss, beträgt die empfohlene reduzierte Lynparza-Dosis 100 mg(eine 100-mg-Tablette) zweimal täglich eingenommen (entsprechend einer Tagesgesamtdosis von200 mg). Wenn ein moderater CYP3A-Inhibitor gleichzeitig angewendet werden muss, beträgt dieempfohlene reduzierte Lynparza-Dosis 150 mg (eine 150-mg-Tablette) zweimal täglich eingenommen(entsprechend einer Tagesgesamtdosis von 300 mg) (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Besondere PatientengruppenBei älteren Patienten ist keine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich.
Beeinträchtigung der NierenfunktionBei Patienten mit mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 31 bis 50 ml/min)beträgt die empfohlene Lynparza-Dosis 200 mg (zwei 100-mg-Tabletten) zweimal täglich(entsprechend einer Tagesgesamtdosis von 400 mg) (siehe Abschnitt 5.2).
Lynparza kann Patienten mit leicht eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 51 bis80 ml/min) ohne Anpassung der Dosierung gegeben werden.
Lynparza wird für die Anwendung bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion oderterminaler Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance ≤ 30 ml/min) nicht empfohlen, da die Sicherheitund Pharmakokinetik bei diesen Patienten nicht untersucht wurden. Lynparza darf bei Patienten mitstark eingeschränkter Nierenfunktion nur angewendet werden, wenn der Nutzen das potenzielle Risikoüberwiegt. Der Patient sollte hinsichtlich Nierenfunktion und Nebenwirkungen sorgfältig überwachtwerden.
Beeinträchtigung der LeberfunktionBei Patienten mit leichter oder mäßiger Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klassifikation
A oder B) kann Lynparza ohne Dosisanpassung angewendet werden (siehe Abschnitt 5.2). Für die
Anwendung bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klassifikation
C) wird Lynparza nicht empfohlen, da Sicherheit und Pharmakokinetik bei diesen Patienten nichtuntersucht wurden.
Patienten nicht kaukasischer Abstammung
Für Patienten nicht kaukasischer Abstammung liegen begrenzte klinische Daten vor. Allerdings istkeine Dosisanpassung aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Lynparza bei Kindern und Jugendlichen (< 18 Jahren) ist nichterwiesen. Die derzeit verfügbaren Daten sind in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben, eine
Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungLynparza ist zum Einnehmen.
Lynparza-Tabletten sollten im Ganzen geschluckt und somit weder gekaut, zerbrochen, aufgelöst oderzerteilt werden. Lynparza-Tabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Stillen während der Behandlung und 1 Monat nach Einnahme der letzten Dosis (siehe Abschnitt 4.6).
Hämatologische Toxizität
Bei Patienten, die mit Lynparza behandelt wurden, wurde über hämatologische Toxizität berichtet,darunter klinische Diagnosen und/oder Laborbefunde von im Allgemeinen leichter oder mäßiger
Anämie (CTCAE-Grad 1 oder 2), Neutropenie, Thrombozytopenie und Lymphopenie. Bei
Anwendung von Lynparza in Kombination mit Durvalumab wurde über eine Aplasie der roten
Zelllinie (pure red cell aplasia, PRCA) (siehe Abschnitt 4.8) und/oder autoimmunhämolytische
Anämie (AIHA) berichtet.
Patienten sollten die Behandlung mit Lynparza erst beginnen, wenn sie sich von der hämatologischen
Toxizität aufgrund einer vorangegangenen Krebstherapie erholt haben (die Spiegel von Hämoglobin,
Thrombozyten und der Neutrophilen sollten ≤ CTCAE-Grad 1 sein). Eine Untersuchung des großen
Blutbilds bei Behandlungsbeginn und nachfolgende monatliche Kontrollen werden für die ersten12 Behandlungsmonate sowie danach in periodischen Abständen empfohlen, um klinisch signifikante
Veränderungen dieser Parameter während der Behandlung beobachten zu können (siehe
Abschnitt 4.8).
Sollte ein Patient eine schwerwiegende hämatologische Toxizität entwickeln oder eine Bluttransfusionbenötigen, sollte die Behandlung mit Lynparza unterbrochen und eine entsprechende hämatologische
Untersuchung veranlasst werden. Wenn die Blutparameter auch nach einer 4-wöchigen Unterbrechungder Behandlung mit Lynparza klinisch abnormal bleiben, werden eine Analyse des Knochenmarksund/oder eine zytogenetische Blutanalyse empfohlen. Wenn PRCA oder AIHA bestätigt werden, solltedie Behandlung mit Lynparza und Durvalumab abgesetzt werden.
Myelodysplastisches Syndrom/Akute myeloische Leukämie
Myelodysplastisches Syndrom (MDS)/akute myeloische Leukämie (AML) ist bei mit Lynparzabehandelten Patienten aufgetreten (siehe Abschnitt 4.8). Die Mehrheit der Ereignisse verlief tödlich.
Patientinnen mit BRCAm Platin-sensitivem rezidiviertem Ovarialkarzinom, die mindestens zweivorangegangene Linien einer Platin-haltigen Chemotherapie erhalten hatten, waren einem höheren
Risiko ausgesetzt, MDS/AML zu entwickeln. Bei den Patienten, die MDS/AML entwickelten, betrugdie Therapiedauer mit Olaparib zwischen < 6 Monaten und > 4 Jahren.
Bei Verdacht auf MDS/AML, sollte der Patient zu weiteren Untersuchungen, einschließlich
Knochenmarksanalyse und Blutentnahme für die Zytogenetik, an einen Hämatologen überwiesenwerden. Wenn nach den Untersuchungen aufgrund der länger anhaltenden hämatologischen Toxizität
MDS/AML bestätigt wird, sollte Lynparza abgesetzt und der Patient entsprechend behandelt werden.
Venöse thromboembolische EreignisseBei mit Lynparza behandelten Patienten sind venöse thromboembolische Ereignisse, vorwiegend Fällevon Lungenembolie, ohne konsistentes klinisches Muster aufgetreten. Bei Patienten mitmetastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die ebenfalls eine Androgenentzugstherapieerhielten, wurde eine höhere Inzidenz im Vergleich zu den anderen zugelassenen Indikationenbeobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten müssen auf klinische Anzeichen und Symptome einer
Venenthrombose und einer Lungenembolie überwacht und entsprechend medizinisch behandeltwerden. Patienten mit einem venösen thromboembolischen Ereignis (VTE) in der Vorgeschichtekönnen ein höheres Risiko für ein erneutes Auftreten haben und sollten entsprechend überwachtwerden.
Pneumonitis
Pneumonitis, darunter Ereignisse mit tödlichem Ausgang, wurde bei Patienten berichtet, die Lynparzain klinischen Studien erhielten (siehe Abschnitt 4.8). Wenn Patienten neue oder sich verschlechternde
Atemwegssymptome wie Dyspnoe, Husten und Fieber entwickeln oder wenn ein abnormer Befundbeim Thorax-Röntgen festgestellt wird, sollte die Behandlung mit Lynparza unterbrochen und eineunverzügliche Untersuchung eingeleitet werden. Bei einer bestätigten Pneumonitis sollte Lynparzaabgesetzt und der Patient entsprechend behandelt werden.
LebertoxizitätBei mit Olaparib behandelten Patienten wurden Fälle von Lebertoxizität berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Bei Auftreten klinischer Symptome oder Anzeichen, die auf Lebertoxizität hindeuten,sind eine umgehende klinische Beurteilung des Patienten sowie eine Messung der Leberwertedurchzuführen. Bei Verdacht auf einen arzneimittelbedingten Leberschaden (drug-induced liverinjury, DILI) sollte die Behandlung unterbrochen werden. Im Falle eines schwerenarzneimittelbedingten Leberschadens sollte ein Behandlungsabbruch in Betracht gezogen werden,wenn dies klinisch vertretbar ist.
Embryo-fetale Toxizität
Aufgrund seines Wirkmechanismus (PARP-Inhibition) kann Lynparza den Fetus schädigen, wenn esbei einer schwangeren Frau angewendet wird. Präklinische Studien an Ratten haben gezeigt, dass
Olaparib bei Expositionen, die unterhalb derer lagen, die beim Menschen nach der empfohlenen
Dosierung von zweimal täglich 300 mg erwartet werden, negative Auswirkungen auf dasembryo-fetale Überleben hat und schwere Missbildungen beim Fetus verursacht.
Schwangerschaft/Empfängnisverhütung
Lynparza sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Frauen im gebärfähigen
Alter müssen vor Beginn der Therapie mit Lynparza, während der Therapie und noch 6 Monate nach
Einnahme der letzten Dosis von Lynparza zwei zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden. Eswerden zwei hocheffektive und einander ergänzende Verhütungsmethoden empfohlen. Männliche
Patienten und ihre weiblichen Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie undnoch 3 Monate nach der Einnahme der letzten Dosis von Lynparza ein zuverlässiges Verhütungsmittelanwenden (siehe Abschnitt 4.6).
WechselwirkungenDie gleichzeitige Anwendung von Lynparza und starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren wirdnicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5). Wenn ein starker oder moderater CYP3A-Inhibitor gleichzeitigangewendet werden muss, sollte die Dosis von Lynparza reduziert werden (siehe Abschnitte 4.2 und4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von Lynparza und starken oder moderaten CYP3A-Induktoren wirdnicht empfohlen. Falls ein Patient, der bereits Lynparza erhält, eine Behandlung mit einem starkenoder moderaten CYP3A-Induktor benötigt, sollte sich der verschreibende Arzt darüber bewusst sein,dass die Wirksamkeit von Lynparza erheblich reduziert sein kann (siehe Abschnitt 4.5).
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 100-mg- bzw. 150-mg-Tablette,
d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.
Klinische Studien von Olaparib in Kombination mit anderen onkologischen Arzneimitteln,einschließlich DNA-schädigender Wirkstoffe, zeigen eine Potenzierung und Verlängerung dermyelosuppressiven Toxizität. Die als Monotherapie empfohlene Lynparza-Dosis ist nicht für eine
Kombinationstherapie mit myelosuppressiven onkologischen Arzneimitteln geeignet.
Die Kombination von Olaparib mit Impfstoffen oder Immunsuppressiva wurde nicht untersucht. Daherist Vorsicht geboten, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig mit Lynparza angewendet werden, und die
Patienten sollten engmaschig überwacht werden.
Pharmakokinetische WechselwirkungenAuswirkungen anderer Arzneimittel auf Olaparib
CYP3A4/5 sind die Isoenzyme, die hauptsächlich für die metabolische Clearance von Olaparibverantwortlich sind.
Eine klinische Studie zur Evaluation der Auswirkung von Itraconazol, einem bekannten CYP3A-
Inhibitor, hat gezeigt, dass die Anwendung zusammen mit Olaparib die durchschnittliche Cmax von
Olaparib um 42 % (90%-KI: 33-52 %) und die durchschnittliche AUC um 170 % (90%-KI: 144-197 %) erhöhte. Daher wird die Anwendung bekannter starker Inhibitoren (z. B. Itraconazol,
Telithromycin, Clarithromycin, Proteaseinhibitoren verstärkt mit Ritonavir oder Cobicistat,
Boceprevir, Telaprevir) oder moderater Inhibitoren (z. B. Erythromycin, Diltiazem, Fluconazol,
Verapamil) dieses Isoenzyms zusammen mit Lynparza nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4). Wennstarke oder moderate CYP3A-Inhibitoren gleichzeitig angewendet werden müssen, sollte die Dosisvon Lynparza reduziert werden. Die empfohlene reduzierte Lynparza-Dosis bei einem starken
CYP3A-Inhibitor beträgt 100 mg zweimal täglich eingenommen (entsprechend einer
Tagesgesamtdosis von 200 mg) oder bei einem moderaten CYP3A-Inhibitor 150 mg zweimal täglicheingenommen (entsprechend einer Tagesgesamtdosis von 300 mg) (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). Eswird ebenfalls nicht empfohlen, während der Lynparza-Therapie Grapefruitsaft zu konsumieren, weiles sich dabei um einen CYP3A-Inhibitor handelt.
Eine klinische Studie zur Evaluation der Auswirkung von Rifampicin, einem bekannten CYP3A-
Induktor, hat gezeigt, dass die Anwendung zusammen mit Olaparib die durchschnittliche Cmax von
Olaparib um 71 % (90%-KI: 76-67 %) und die durchschnittliche AUC um 87 % (90%-KI: 89-84 %)reduzierte. Daher wird die Anwendung bekannter starker Induktoren dieses Isoenzyms (z. B.
Phenytoin, Rifampicin, Rifapentin, Carbamazepin, Nevirapin, Phenobarbital und Johanniskraut)zusammen mit Lynparza nicht empfohlen, da die Wirksamkeit von Lynparza erheblich reduziert seinkann. Das Ausmaß der Wirkung von moderaten bis starken Induktoren (z. B. Efavirenz, Rifabutin) aufdie Olaparib-Exposition ist nicht nachgewiesen, daher wird die Anwendung von Lynparza zusammenmit diesen Arzneimitteln ebenfalls nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Auswirkung von Olaparib auf andere Arzneimittel
Olaparib inhibiert CYP3A4 in vitro und es wird angenommen, dass Olaparib in vivo ein schwacher
CYP3A-Inhibitor ist. Daher ist Vorsicht geboten, wenn sensitive CYP3A-Substrate oder Substrate mitgeringer therapeutischer Breite (z. B. Simvastatin, Cisaprid, Ciclosporin, Mutterkornalkaloide,
Fentanyl, Pimozid, Sirolimus, Tacrolimus und Quetiapin) mit Olaparib kombiniert werden. Bei
Patienten, die CYP3A-Substrate mit einer geringen therapeutischen Breite zusammen mit Olapariberhalten, wird eine entsprechende klinische Überwachung empfohlen.
In vitro ist eine Induktion von CYP1A2, 2B6 und 3A4 gezeigt worden, wobei die Induktion von
CYP2B6 höchstwahrscheinlich von klinisch relevantem Ausmaß ist. Das Potenzial von Olaparib zur
Induktion von CYP2C9, CYP2C19 und P-gp kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Daher kanndie gleichzeitige Anwendung von Olaparib die Exposition von Substraten dieser Stoffwechselenzymeund Transportproteine reduzieren. Die Wirksamkeit einiger hormoneller Kontrazeptiva kann beigleichzeitiger Anwendung mit Olaparib verringert sein (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).
In vitro inhibiert Olaparib den Efflux-Transporter P-gp (IC50=76 µM). Daher kann nichtausgeschlossen werden, dass Olaparib klinisch relevante Wechselwirkungen mit P-gp-Substraten(z. B. Simvastatin, Pravastatin, Dabigatran, Digoxin und Colchicin) hervorrufen kann. Bei Patienten,die diese Arzneimittel zusammen mit Olaparib erhalten, wird eine entsprechende klinische
Überwachung empfohlen.
In vitro wurde gezeigt, dass Olaparib ein Inhibitor von BCRP, OATP1B1, OCT1, OCT2, OAT3,
MATE1 und MATE2K ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Olaparib die Exposition von
Substraten des BCRP (z. B. Methotrexat, Rosuvastatin), der OATP1B1 (z. B. Bosentan, Glibenclamid,
Repaglinid, Statine und Valsartan), OCT1 (z. B. Metformin), OCT2 (z. B. Serumkreatinin), OAT3(z. B. Furosemid und Methotrexat), MATE1 (z. B. Metformin) und MATE2K (z. B. Metformin)erhöhen kann. Olaparib sollte insbesondere in Kombination mit Statinen mit Vorsicht angewendetwerden.
Kombination mit Anastrozol, Letrozol und Tamoxifen
Zur Bewertung der Kombination von Olaparib mit Anastrozol, Letrozol oder Tamoxifen wurde eineklinische Studie durchgeführt. Es wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen beobachtet.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung mit Lynparza nicht schwanger werdenund bei Behandlungsbeginn nicht schwanger sein. Ein Schwangerschaftstest sollte bei allen
Patientinnen im gebärfähigen Alter vor Behandlungsbeginn durchgeführt werden und regelmäßigwährend der Behandlung in Betracht gezogen werden.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor Beginn der Therapie mit Lynparza, während der Therapieund noch 6 Monate nach der letzten Einnahme von Lynparza zwei zuverlässige Verhütungsmethodenanwenden, es sei denn, Enthaltsamkeit ist die gewählte Verhütungsmethode (siehe Abschnitt 4.4). Eswerden zwei hocheffektive und einander ergänzende Verhütungsmethoden empfohlen.
Da es nicht ausgeschlossen werden kann, dass Olaparib durch eine Enzym-Induktion die Expositionvon CYP2C9-Substraten verringern könnte, kann die Wirksamkeit einiger hormoneller Kontrazeptivabei gleichzeitiger Gabe von Olaparib reduziert sein. Daher sollte eine zusätzliche nicht hormonelle
Kontrazeptionsmethode während der Behandlung in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 4.5).
Für Frauen mit hormonabhängigem Krebs sollten zwei nicht hormonelle Verhütungsmethoden in
Betracht gezogen werden.
Empfängnisverhütung bei Männern
Es ist nicht bekannt, ob Olaparib oder seine Metaboliten in die Samenflüssigkeit übergehen.
Männliche Patienten müssen während und noch 3 Monate nach der letzten Einnahme von Lynparzabeim Geschlechtsverkehr mit schwangeren Frauen oder Frauen im gebärfähigen Alter ein Kondomverwenden. Partnerinnen männlicher Patienten müssen außerdem eine hocheffektive
Verhütungsmethode anwenden, wenn sie im gebärfähigen Alter sind (siehe Abschnitt 4.4). Währendund noch 3 Monate nach der letzten Einnahme von Lynparza sollten männliche Patienten kein Spermaspenden.
SchwangerschaftTierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt, einschließlichschwerwiegender teratogener Effekte und Auswirkungen auf das embryo-fetale Überleben bei der
Ratte bei systemischen Expositionen des Muttertiers, die unterhalb der humantherapeutischen Dosislagen (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine Daten zur Anwendung von Olaparib bei Schwangeren vor.
Aufgrund des Wirkmechanismus von Olaparib sollte Lynparza jedoch während einer Schwangerschaftund bei Frauen im gebärfähigen Alter, die während der Therapie und noch 6 Monate nach der letzten
Einnahme von Lynparza kein zuverlässiges Verhütungsmittel verwenden, nicht angewendet werden.
(Siehe vorherigen Abschnitt 'Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung“ für weitere
Informationen über Empfängnisverhütung und Schwangerschaftstests.)
StillzeitTierstudien zur Exkretion von Olaparib in die Muttermilch liegen nicht vor. Es ist nicht bekannt, ob
Olaparib oder seine Metaboliten beim Menschen in die Muttermilch übergehen. In Anbetracht derpharmakologischen Eigenschaften des Produktes darf während der Lynparza-Therapie und noch1 Monat nach Einnahme der letzten Dosis nicht gestillt werden (siehe Abschnitt 4.3).
FertilitätEs liegen keine klinischen Daten zur Fertilität vor. In Tierstudien wurde kein Effekt auf die
Empfängnis beobachtet, aber es zeigten sich negative Auswirkungen auf das embryo-fetale Überleben(siehe Abschnitt 5.3).
Lynparza hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Bei Patienten, die Lynparza einnehmen, können Fatigue, Asthenie oder Schwindelauftreten. Patienten, bei denen diese Symptome auftreten, sollten beim Führen von Fahrzeugen oderbeim Bedienen von Maschinen vorsichtig sein.
Unter Lynparza kam es zu Nebenwirkungen von meist leichtem bis mittelschwerem Schweregrad(CTCAE-Grad 1 oder 2), die im Allgemeinen keinen Therapieabbruch notwendig machten. Bei
Patienten, die Lynparza als Monotherapie erhielten, waren die am häufigsten beobachteten
Nebenwirkungen (≥ 10 %) über alle klinischen Studien hinweg Übelkeit, Fatigue/Asthenie, Anämie,
Erbrechen, Diarrhö, verminderter Appetit, Kopfschmerzen, Neutropenie, Dysgeusie, Husten,
Leukopenie, Schwindel, Dyspnoe und Dyspepsie.
Nebenwirkungen des Grades ≥ 3, die bei > 2 % der Patienten auftraten, waren Anämie (14 %),
Neutropenie (5 %), Fatigue/Asthenie (4 %), Leukopenie (2 %) und Thrombozytopenie (2 %).
Nebenwirkungen, die bei der Monotherapie am häufigsten zu Dosisunterbrechungenund/oder -reduktionen führten, waren Anämie (16 %), Übelkeit (7 %), Fatigue/Asthenie (6 %),
Neutropenie (6 %) und Erbrechen (6 %). Nebenwirkungen, die am häufigsten zu einem dauerhaften
Absetzen der Therapie führten, waren Anämie (1,7 %), Übelkeit (0,9 %), Fatigue/Asthenie (0,8 %),
Thrombozytopenie (0,7 %), Neutropenie (0,6 %) und Erbrechen (0,5 %).
Wenn Lynparza in Kombination mit Bevacizumab beim Ovarialkarzinom, in Kombination mit
Abirateron und Prednison oder Prednisolon beim Prostatakarzinom oder in Kombination mit
Durvalumab nach der Behandlung mit Durvalumab in Kombination mit Platin-basierter
Chemotherapie beim Endometriumkarzinom angewendet wird, entspricht das Sicherheitsprofil im
Allgemeinen dem der Einzelsubstanzen.
Bei Anwendung in Kombination mit Bevacizumab führten unerwünschte Ereignisse bei 57 % der
Patientinnen zur Dosisunterbrechung und/oder -reduktion von Olaparib und bei 21 % bzw. 6 % der
Patientinnen zu einem dauerhaften Absetzen der Therapie mit Olaparib bzw. Placebo. Die
Nebenwirkungen, die am häufigsten zur Dosisunterbrechung und/oder -reduktion von Olaparibführten, waren Anämie (21,7 %), Übelkeit (9,5 %), Fatigue/Asthenie (5,4 %), Erbrechen (3,7 %),
Neutropenie (3,6 %), Thrombozytopenie (3,0 %) und Diarrhö (2,6 %). Die Nebenwirkungen, die amhäufigsten zu einem dauerhaften Absetzen der Therapie führten, waren Anämie (3,7 %), Übelkeit(3,6 %) und Fatigue/Asthenie (1,5 %).
Bei Anwendung in Kombination mit Abirateron führten unerwünschte Ereignisse bei 50,7 % der
Patienten zur Dosisunterbrechung und/oder -reduktion von Olaparib. Bei 19,0 % bzw. 8,8 % der
Patienten führten sie zu einem dauerhaften Absetzen der Therapie mit Olaparib bzw. Placebo. Die
Nebenwirkungen, die am häufigsten zur Dosisunterbrechung und/oder -reduktion von Olaparibführten, waren Anämie (17,1 %), Fatigue/Asthenie (5,5 %), Übelkeit (4,1 %), Neutropenie (3,4 %),
Erbrechen (2,3 %), Diarrhö (2,1 %) und venöse thrombotische Ereignisse (2,1 %). Die
Nebenwirkungen, die am häufigsten zu einem dauerhaften Absetzen der Therapie führten, waren
Anämie (4,5 %) und Fatigue/Asthenie (1,3 %).
Bei Anwendung in Kombination mit Durvalumab nach der Behandlung mit Durvalumab in
Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie führten unerwünschte Ereignisse bei 59,9 % der
Patientinnen zur Dosisunterbrechung und/oder -reduktion von Olaparib. Bei 10,9 % der Patientinnenführten sie zu einem dauerhaften Absetzen der Therapie mit Olaparib. Die Nebenwirkungen, die amhäufigsten zur Dosisunterbrechung und/oder -reduktion von Olaparib führten, waren Anämie (20,8 %),
Übelkeit (8,3 %), Neutropenie (7,3 %), Fatigue/Asthenie (5,7 %), Thrombozytopenie (4,2 %),
Erbrechen (4,2 %), erhöhter Kreatininwert im Blut (3,1 %), Leukopenie (3,1 %), verminderter Appetit(2,6 %) und Diarrhö (2,1 %). Die Nebenwirkungen, die am häufigsten zu einem dauerhaften Absetzenvon Olaparib führten, waren Anämie (3,6 %) und Neutropenie (1 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDas Sicherheitsprofil basiert auf gepoolten Daten von 4499 Patienten mit soliden Tumoren, die
Lynparza als Monotherapie im Rahmen klinischer Studien in der empfohlenen Dosierung erhielten.
Die folgenden Nebenwirkungen wurden im Rahmen von klinischen Studien bei Patienten ermittelt, dieeine Lynparza-Monotherapie mit bekannter Patientenexposition erhielten. Nebenwirkungen sindgemäß MedDRA-Systemorganklasse (System Organ Class, SOC) und den MedDRA-bevorzugten
Begriffen in Tabelle 1 aufgelistet. Innerhalb jeder SOC werden die bevorzugten Begriffe in der
Reihenfolge abnehmender Häufigkeit und dann nach abnehmendem Schweregrad geordnet. Die
Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig( 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten(< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1 Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen
Nebenwirkungen
MedDRA Häufigkeit aller CTCAE-Grade Häufigkeit des CTCAE-
Systemorgan- Grades 3 und darüberklasse
Gutartige, Gelegentlich Gelegentlichbösartige und Myelodysplastisches Syndrom/Akute Myelodysplastisches Syndrom /unspezifische myeloische Leukämiea Akute myeloische Leukämie
Neubildungen(einschl. Zystenund Polypen)
Erkrankungen Sehr häufig Sehr häufigdes Blutes und Anämiea, Neutropeniea, Leukopeniea Anämieades Häufig Häufig
Lymphsystemsb
Lymphopeniea, Thrombozytopeniea Neutropeniea,
Thrombozytopeniea,
Leukopeniea, Lymphopeniea
Nebenwirkungen
MedDRA Häufigkeit aller CTCAE-Grade Häufigkeit des CTCAE-
Systemorgan- Grades 3 und darüberklasse
Erkrankungen Gelegentlich Seltendes Überempfindlichkeita Überempfindlichkeita
Immunsystems Selten
Angioödem*
Leber- und Häufig
Gallen- Transaminasen erhöhtaerkrankungen Nicht bekannt
Arzneimittelbedingter Leberschaden*
Stoffwechsel- Sehr häufig Gelegentlichund Ernährungs- Verminderter Appetit Verminderter Appetitstörungen
Erkrankungen Sehr häufig Gelegentlichdes Schwindel, Kopfschmerzen, Dysgeusiea Schwindel, Kopfschmerzen
Nervensystems
Erkrankungen Sehr häufig Häufigder Atemwege, Hustena, Dyspnoea Dyspnoeades Brustraums Gelegentlich Gelegentlichund Pneumonitisa Hustena, Pneumonitisa
Mediastinums
Erkrankungen Sehr häufig Häufigdes Erbrechen, Diarrhö, Übelkeit, Dyspepsie Erbrechen, Übelkeit
Gastrointestinal- Häufig Gelegentlichtraktes Stomatitisa, Schmerzen im Oberbauch Stomatitisa, Diarrhö
Selten
Dyspepsie, Schmerzen im
Oberbauch
Erkankungen der Häufig Gelegentlich
Haut und des Hautausschlaga Hautausschlaga
Unterhaut- Gelegentlich Seltengewebes Dermatitisa Dermatitisa
Selten
Erythema nodosum
Allgemeine Sehr häufig Häufig
Erkrankungen Fatigue (einschließlich Asthenie) Fatigue (einschließlichund Asthenie)
Beschwerden am
Verabreichungs-ort
Untersuchungenb Häufig Selten
Erhöhter Kreatininwert im Blut Erhöhter Kreatininwert im Blut
Gelegentlich
Erhöhtes mittleres Zellvolumen
Gefäßerkrankun- Häufig Häufiggen Venöse Thromboemboliea Venöse Thromboembolieaa MDS/AML schließt die bevorzugten Begriffe (preferred terms, PTs) akute myeloische Leukämie,myelodysplastisches Syndrom und myeloische Leukämie ein.
Anämie schließt die PTs Anämie, makrozytäre Anämie, Erythropenie, Abnahme des Hämatokritwertes,
Abnahme des Hämoglobinwertes, normozytäre Anämie und Abnahme der Anzahl roter Blutzellen ein.
Neutropenie schließt die PTs febrile Neutropenie, Neutropenie, neutropenische Infektion, neutropenische
Sepsis und Abnahme der Neutrophilenanzahl ein.
Thrombozytopenie schließt die PTs Abnahme der Thrombozytenanzahl und Thrombozytopenie ein.
Leukopenie schließt die PTs Leukopenie und Abnahme der weißen Blutzellen ein.
Lymphopenie schließt die PTs Abnahme der Lymphozytenanzahl und Lymphopenie ein.
Überempfindlichkeit schließt die PTs Überempfindlichkeit gegenüber einem Arzneimittel und
Überempfindlichkeit ein.
Transaminasen erhöht schließt die PTs Alaninaminotransferase erhöht, Aspartataminotransferase erhöht,
Leberenzym erhöht und Hypertransaminasämie ein.
Dysgeusie schließt die PTs Dysgeusie und Geschmacksstörung ein.
Husten schließt die PTs Husten und produktiver Husten ein.
Dyspnoe schließt die PTs Dyspnoe und Dyspnoe bei Belastung ein.
Pneumonitis schließt die PTs Pneumonitis, interstitielle Lungenerkrankung, akute interstitielle
Pneumonitis, eosinophile Pneumonie, eosinophile Pneumonie akut und exogen-allergische Pneumonitisein.
Stomatitis schließt die PTs aphthöse Ulzeration, Ulzeration im Mund und Stomatitis ein.
Ausschlag schließt die PTs Erythem, exfoliativer Hautausschlag, Ausschlag, erythematöser Ausschlag,makulärer Ausschlag, makulopapulärer Ausschlag, papulärer Ausschlag und pruritischer Ausschlag ein.
Dermatitis schließt die PTs Dermatitis und allergische Dermatitis ein.
Venöse Thromboembolie schließt die PTs Embolie, Lungenembolie, Thrombose, tiefe Venenthrombose,
Thrombose der Vena Cava und Venenthrombose ein.b Erfasste Laborergebnisse sind unten dargestellt in den Abschnitten Hämatologische Toxizität und
Sonstige Laborergebnisse.
* Beobachtet nach der Markteinführung.
Bei Patientinnen, die Lynparza in Kombination mit Durvalumab nach der Behandlung mit
Durvalumab in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie erhielten, traten die meisten
Nebenwirkungen mit der gleichen oder einer geringeren Häufigkeit auf (unerwünschte Ereignisse aller
Grade und des CTCAE-Grades > 3) als in der oben aufgeführten tabellarischen Auflistung der
Nebenwirkungen für die Lynparza-Monotherapie. Nebenwirkungen, die bei Patientinnen, die
Lynparza in Kombination mit Durvalumab erhielten, häufiger berichtet wurden, waren
Thrombozytopenie und Hautausschlag (Sehr häufig) sowie Überempfindlichkeit (Häufig). Diefolgende zusätzliche Nebenwirkung wurde ebenfalls festgestellt:
Tabelle 2 Zusätzliche Nebenwirkung berichtet in einer klinischen Studie mit Lynparza in
Kombination mit Durvalumab
MedDRA-SOC MedDRA-Begriff CIOMS-Deskriptor/ Häufigkeit des CTCAE-
Gesamthäufigkeit Grades 3 und darüber(Alle CTCAE-Grade)
Erkrankungen des Aplasie der roten Häufig Häufig
Blutes und des Zelllinie
Lymphsystems
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenHämatologische Toxizität
Anämie und andere hämatologische Toxizitäten waren in der Regel von geringem Schweregrad(CTCAE-Grad 1 oder 2), allerdings gab es Berichte über derartige Ereignisse mit CTCAE-Grad 3 undhöher. Anämie war die häufigste Nebenwirkung des CTCAE-Grades ≥ 3, die in klinischen Studienberichtet wurde. Die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten der Anämie betrug ungefähr 4 Wochen(ungefähr 7 Wochen für Ereignisse des CTCAE-Grades ≥ 3). Anämie wurde mit
Therapieunterbrechungen und Dosisreduktionen (siehe Abschnitt 4.2) und gegebenenfalls mit
Bluttransfusionen behandelt. In klinischen Studien mit der Tabletten-Darreichungsform betrug die
Inzidenz von Anämie 35,2 % (14,8 % mit CTCAE-Grad ≥ 3) und die Inzidenzen von
Therapieunterbrechungen und Dosisreduktionen sowie Therapieabbrüchen aufgrund von Anämiebetrugen 16,4 %, 11,1 % bzw. 2,1 %. 15,6 % der mit Olaparib behandelten Patienten benötigten eineoder mehrere Bluttransfusionen. Eine Expositions-Wirkungs-Beziehung zwischen Olaparib und
Abnahmen des Hämoglobins wurde gezeigt. In klinischen Studien mit Lynparza betrug die Inzidenzvon Verschiebungen (Abnahmen) des CTCAE-Grades ≥ 2 gegenüber dem Ausgangswert bei
Hämoglobin 21 %, bei der absoluten Anzahl von Neutrophilen 17 %, Thrombozyten 5 %,
Lymphozyten 26 % und Leukozyten 19 % (alle % sind als ungefähre Angaben zu verstehen).
Die Inzidenz von Erhöhungen des mittleren korpuskulären Volumens von niedrigen oder normalen
Baseline-Werten bis über das ULN hinaus betrug ca. 51 %. Die Spiegel schienen sich nach einem
Behandlungsabbruch wieder zu normalisieren und keine klinischen Konsequenzen zu haben.
Es wird empfohlen, zu Beginn der Behandlung, im Verlauf der ersten 12 Behandlungsmonatemonatlich und danach in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle des gesamten Blutbildsdurchzuführen, um während der Behandlung klinisch signifikante Veränderungen aller Parameter zuüberwachen, die gegebenenfalls eine Unterbrechung oder Dosisreduktion und/oder eine zusätzliche
Therapie erforderlich machen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Myelodysplastisches Syndrom/Akute myeloische Leukämie
MDS/AML sind schwerwiegende Nebenwirkungen, die über alle Indikationen in klinischen
Monotherapie-Studien mit der therapeutischen Dosierung gelegentlich auftraten (0,9 %). Die Inzidenzbetrug 0,5 % einschließlich der während des Langzeitsicherheits-Follow-up berichteten Ereignisse (die
Rate wurde basierend auf der gesamten Sicherheitspopulation von 18 576 Patienten berechnet, diemindestens eine orale Dosis von Olaparib im Rahmen von klinischen Studien erhalten hatten). Beiallen Patienten lagen Faktoren vor, die potenziell zur Entwicklung von MDS/AML beigetragen haben,da alle Patienten zuvor Platin-basierte Chemotherapien erhalten hatten. Viele hatten auch andere
DNA-schädigende Wirkstoffe und Strahlentherapie erhalten. Die Mehrzahl der Berichte betraf Trägereiner Keimbahn-Mutation des Brustkrebs-Suszeptibilitäts-Gens 1 oder 2 (gBRCA1/2). Die Inzidenzder MDS/AML-Fälle war bei Patienten mit gBRCA1m und gBRCA2m ähnlich (1,6 % bzw. 1,2 %).
Einige der Patienten hatten eine Krebserkrankung oder eine Knochenmarksdysplasie in der
Vorgeschichte.
Bei Patientinnen mit BRCAm Platin-sensitivem rezidiviertem Ovarialkarzinom, die mindestens zweivorangegangene Linien einer Platin-haltigen Chemotherapie erhalten hatten und im Rahmen der
Studie bis zur Krankheitsprogression behandelt wurden (SOLO2-Studie, Olaparib-Behandlung> 2 Jahre bei 45 % der Patientinnen), betrug die Inzidenz für MDS/AML nach einer
Nachbeobachtungszeit von 5 Jahren 8 % bei Patientinnen, die Olaparib erhalten hatten und 4 % bei
Patientinnen, die Placebo erhalten hatten. Im Olaparib-Arm traten 9 der 16 Fälle mit MDS/AML nachdem Absetzen von Olaparib während des Follow-up zum Überleben auf. Die Inzidenz von MDS/AMLwurde im Kontext des verlängerten Gesamtüberlebens im Olaparib-Arm und eines späten Auftretensder MDS/AML beobachtet. Im Erstlinien-Setting, wenn eine Olaparib-Erhaltungstherapie nach einer
Linie einer Platin-haltigen Chemotherapie für eine Dauer von 2 Jahren angewendet wird, bleibt das
Risiko für MDS/AML gering, 1,5 % in der SOLO1-Studie bei einer Nachbeobachtungszeit von7 Jahren und 1,1 % in der PAOLA-1-Studie bei einer Nachbeobachtungszeit von 5 Jahren. Zu
Risikominimierung und -management siehe Abschnitt 4.4.
Aplasie der roten Zelllinie
Bei Anwendung von Lynparza in Kombination mit Durvalumab wurde über eine Aplasie der roten
Zelllinie (PRCA) berichtet. In einer klinischen Studie bei Patientinnen mit Endometriumkarzinom, diemit Lynparza in Kombination mit Durvalumab behandelt wurden, betrug die Inzidenz für PRCA1,6 %. Alle Ereignisse waren vom CTCAE-Grad 3 oder 4. Nach Absetzen von Lynparza und
Durvalumab waren die Ereignisse kontrollierbar. Die Behandlung mit Bluttransfusionen und
Immunsuppression wurde bei der Mehrheit der Ereignisse durchgeführt und führte zur Genesung; esgab keine tödlichen Ereignisse. Zu Risikominimierung und -management siehe Abschnitt 4.4.
Venöse thromboembolische EreignisseBei Männern mit mCRPC, die Olaparib plus Abirateron als Erstlinientherapie erhielten (PROpel-
Studie), betrug die Inzidenz für venöse thromboembolische Ereignisse 8 % im Olaparib-plus-
Abirateron-Arm und 3,3 % im Placebo-plus-Abirateron-Arm. In dieser Studie betrug die mediane Zeitbis zum Auftreten 170 Tage (Bereich: 12 bis 906 Tage). Die Mehrheit der Patienten erholte sich vondem Ereignis und konnte die Olaparib-Behandlung mit medizinischer Standardtherapie fortführen.
Patienten mit signifikanter kardiovaskulärer Erkrankung waren ausgeschlossen. Für kardiovaskuläre
Ausschlusskriterien wird auf die Fachinformation für Abirateron (Abschnitt 4.4) verwiesen.
Sonstige Laborergebnisse
In klinischen Studien mit Lynparza betrug die Inzidenz von Verschiebungen (Erhöhungen) des
CTCAE-Grades ≥ 2 gegenüber dem Ausgangswert beim Blutkreatinin-Spiegel ca. 11 %. Daten auseiner doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie zeigten eine mittlere Erhöhung bis zu 23 %gegenüber Baseline, die im Zeitverlauf konsistent blieb und nach dem Behandlungsabbruch zur
Baseline zurückkehrte, ohne offensichtliche klinische Folgen. 90 % der Patienten hatten Baseline-
Kreatininwerte von CTCAE-Grad 0 und 10 % von CTCAE-Grad 1.
Gastrointestinale Toxizität
Übelkeit wurde im Allgemeinen sehr früh berichtet, das erste Auftreten erfolgte bei der Mehrzahl der
Patienten innerhalb des ersten Monats der Behandlung mit Lynparza. Erbrechen wurde in frühen
Phasen der Behandlung mit Lynparza berichtet mit erstem Auftreten bei der Mehrzahl der Patienteninnerhalb der ersten zwei Monate. Sowohl Übelkeit als auch Erbrechen traten bei der Mehrzahl der
Patienten intermittierend auf und können durch Therapiepausen, Dosisreduktionen und/oderantiemetische Therapie behandelt werden. Eine antiemetische Prophylaxe ist nicht erforderlich.
Bei der Erstlinien-Erhaltungstherapie des Ovarialkarzinoms trat bei den Patientinnen Übelkeit (77 %unter Olaparib, 38 % unter Placebo), Erbrechen (40 % unter Olaparib, 15 % unter Placebo), Diarrhö(34 % unter Olaparib, 25 % unter Placebo) und Dyspepsie (17 % unter Olaparib, 12 % unter Placebo)auf. Übelkeit führte bei 2,3 % der mit Olaparib behandelten Patientinnen zum Absetzen der Therapie(CTCAE-Grad 2) und bei 0,8 % der mit Placebo behandelten Patientinnen (CTCAE-Grad 1); 0,8 %bzw. 0,4 % der mit Olaparib behandelten Patientinnen brachen die Therapie ab aufgrund von
Erbrechen bzw. Dyspepsie von geringem Schweregrad (CTCAE-Grad 2). Keine der mit Olaparib odermit Placebo behandelten Patientinnen brach die Therapie aufgrund von Diarrhö ab. Keine der mit
Placebo behandelten Patientinnen brach die Therapie aufgrund von Erbrechen oder Dyspepsie ab.
Übelkeit führte zu Therapieunterbrechungen bzw. Dosisreduktionen bei 14 % bzw. 4 % der mit
Olaparib behandelten Patientinnen. Erbrechen führte zu Unterbrechungen bei 10 % der mit Olaparibbehandelten Patientinnen; keine der mit Olaparib behandelten Patientinnen reduzierte die Dosierungaufgrund von Erbrechen.
Kinder und JugendlicheBasierend auf der begrenzten Anzahl an pädiatrischen Patienten, die in der Studie D0816C00025 mit
Olaparib behandelt wurden, wurden in der Studienpopulation keine neuen Sicherheitssignale im
Vergleich zum bekannten Sicherheitsprofil von Lynparza bei Erwachsenen beobachtet (siehe
Abschnitt 5.1).
Weitere besondere PatientengruppenFür Patienten nicht kaukasischer Abstammung sind begrenzte Daten zur Sicherheit verfügbar.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es liegen begrenzte Erfahrungen zu Überdosierung mit Olaparib vor. Bei einer kleinen Anzahl von
Patienten, die über zwei Tage eine Tagesdosis von bis zu 900 mg der Olaparib-Tabletteneingenommen hatten, wurden keine unerwarteten Nebenwirkungen berichtet. Symptome einer
Überdosierung wurden nicht ermittelt und es gibt keine spezifische Behandlung im Falle einer
Überdosierung von Lynparza. Im Falle einer Überdosierung sollte der behandelnde Arzt allgemeinunterstützende Maßnahmen einleiten und den Patienten symptomatisch behandeln.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere antineoplastische Mittel, ATC-Code: L01XK01
Wirkmechanismus und pharmakodynamische WirkungenOlaparib ist ein potenter Inhibitor der humanen Poly(ADP-ribose)-Polymerase-Enzyme (PARP-1,
PARP-2 und PARP-3), von dem gezeigt wurde, dass er als alleinige Therapie oder in Kombination mitetablierten Chemotherapien oder neuen hormonellen Substanzen (new hormonal agents - NHA) invitro das Wachstum selektierter Tumorzelllinien und in vivo das Tumorwachstum hemmt.
PARP-Enzyme werden zur effizienten Reparatur von DNA-Einzelstrangbrüchen benötigt. Einwichtiger Aspekt der PARP-induzierten Reparatur erfordert, dass sich PARP nach der Chromatin-
Modifikation automodifiziert und von der DNA dissoziiert, um den Zugang für die
Basenexzisionsreparatur(BER)-Enzyme zu erleichtern. Wenn Olaparib an das aktive Zentrum der
DNA-assoziierten PARP bindet, verhindert es die Dissoziation von PARP und hält dies so an der
DNA fest, wodurch die Reparatur blockiert wird. Bei replizierenden Zellen führt dies zu DNA-
Doppelstrangbrüchen (double-strand breaks, DSBs), wenn die Replikationsgabeln auf das
PARP-DNA-Addukt treffen. In normalen Zellen werden diese DNA-DSBs durch homologe
Rekombinationsreparatur (HRR) repariert. Bei Krebszellen, denen kritische funktionelle
Komponenten für eine effiziente HRR fehlen, z. B. BRCA1- oder 2, können DNA-DSBs nicht exaktoder wirksam repariert werden, was zu einer substanziellen homologen Rekombinations-Defizienz(HRD) führt. Stattdessen werden alternative, fehleranfällige Wege aktiviert, wie der klassische non-homologous end joining (NHEJ) pathway, was zu einem hohen Grad an genomischer Instabilität führt.
Nach mehreren Replikationsrunden kann die genomische Instabilität so groß werden, dass die
Krebszelle abstirbt, da Krebszellen im Verhältnis zu normalen Zellen eine hohe Last an DNA-Schädenaufweisen. Der HRR-Weg kann durch andere Mechanismen beeinträchtigt werden, die kausative
Anomalie und Penetranz sind jedoch nicht vollständig geklärt. Das Fehlen eines vollständigfunktionellen HRR-Wegs ist eines der Schlüsselmerkmale einer Platinsensitivität beim
Ovarialkarzinom und möglicherweise anderen Krebsarten.
Im Rahmen von BRCA1/2-defizienten in-vivo-Modellen führte die Gabe von Olaparib nach einer
Platin-Behandlung, verglichen mit einer Platin-Behandlung allein, zu einer Verzögerung der
Tumorprogression und einer Verlängerung des Gesamtüberlebens, die mit der Phase der Olaparib-
Erhaltungstherapie korrelierte.
Kombinierter Antitumoreffekt mit NHAs
In präklinischen Studien mit Prostatakarzinom-Modellen wurde über einen kombinierten
Antitumoreffekt bei der Gabe von PARP-Inhibitoren zusammen mit hormonellen Substanzen dernächsten Generation berichtet. PARP ist an der positiven Co-Regulation der Androgenrezeptor(AR)-
Signalgebung beteiligt, was zu einer verstärkten AR-Zielgen-Unterdrückung führt, wenn die
PARP/AR-Signalgebung co-inhibiert ist. Andere präklinische Studien berichteten, dass die Therapiemit NHAs die Transkription einiger HRR-Gene inhibiert und somit eine HRR-Defizienz sowie eineerhöhte Empfindlichkeit gegenüber PARP-Inhibitoren über nichtgenetische Mechanismen induziertwird.
Nachweis der BRCA1/2-Mutationen
Die genetische Testung sollte von einem erfahrenen Labor mittels eines validierten Tests durchgeführtwerden. In den verschiedenen Studien erfolgte der Nachweis von Keimbahn- und/oder somatischen
BRCA1/2-Mutationen anhand von Blut- oder Tumorproben mittels lokaler oder zentraler Testung. Inden meisten Studien wurde DNA getestet, die aus einer Gewebe- oder Blutprobe gewonnen wurde, mitder Testung von ctDNA zu explorativen Zwecken. Abhängig von der Testmethode und deminternationalen Klassifizierungs-Konsens wurden die BRCA1/2-Mutationen als schädigend/vermutetschädigend oder pathogen/wahrscheinlich pathogen eingestuft. Der positive Status der homologen
Rekombinations-Defizienz (HRD) kann definiert werden durch den Nachweis einer BRCA1/2-
Mutation, die als schädigend/vermutet schädigend oder pathogen/wahrscheinlich pathogen klassifiziertwird. Der Nachweis dieser Mutationen kann mit einem positiven HRD-Score (unten) verbunden sein,um den Status als HRD-positiv festzustellen.
Nachweis der genomischen Instabilität
Mit HR-Defizienz assoziierte genomische Veränderungen, die in der Studie PAOLA-1 untersuchtwurden, schließen den Genom-weiten Verlust der Heterozygotie, allelische Imbalancen in den
Regionen um die Telomere und langstreckige DNA-Brüche ein, die stetige Messwerte nachprädefinierten Kriterien und Wertung darstellen. Der zusammengesetzte Score für genomische
Instabilität (genomic instability score, GIS, auch HRD-Score genannt), wird bei der Anwendungkombinierter Messwerte und zugehöriger Wertungen auf die Bestimmung des Ausmaßes spezieller, in
Tumorzellen angehäufter, genomischer Veränderungen ermittelt. Niedrigere Scores definieren einegeringere Wahrscheinlichkeit für eine HR-Defizienz der Tumorzellen und höhere Scores bestimmeneine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine HR-Defizienz der Tumorzellen zum Zeitpunkt der
Probenname relativ zur Exposition gegenüber DNA-schädigenden Substanzen. Um einen positiven
GIS-Status festzulegen, sollten validierte Schwellenwerte genutzt werden.
Der Status HRD-positiv kann durch einen zusammengesetzten GIS-Score für HR-Defizienz-assoziierte genomische Alterationen definiert werden, durchgeführt von einem erfahrenen Labormittels eines validierten Tests.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitErstlinien-Erhaltungstherapie bei BRCA-mutiertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom
SOLO1-Studie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Olaparib als Erhaltungstherapie wurde an Patientinnen mit neudiagnostiziertem fortgeschrittenem (FIGO-Stadien III-IV) high-grade serösem oder endometrioidem
BRCA1/2-mutiertem (BRCA1/2m) Ovarialkarzinom nach Abschluss einer Platin-basierten Erstlinien-
Chemotherapie in einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten, multizentrischen
Phase-III-Studie untersucht. In dieser Studie wurden 391 Patientinnen 2:1 randomisiert und erhieltenentweder Lynparza (300 mg [2 x 150-mg-Tabletten] zweimal täglich) oder Placebo. Die Patientinnenwurden entsprechend dem Ansprechen auf eine Platin-haltige Erstlinien-Chemotherapie stratifiziert;vollständiges Ansprechen (complete response, CR) oder partielles Ansprechen (partial response, PR).
Die Behandlung wurde bis zur radiologischen Progression der Grunderkrankung, bis zum Auftreteneiner inakzeptablen Toxizität oder für bis zu 2 Jahre fortgeführt. Bei Patientinnen mit anhaltendemvollständigem Ansprechen (d. h. Erkrankung radiologisch nicht nachweisbar), betrug die maximale
Behandlungsdauer 2 Jahre. Patientinnen mit Evidenz für eine bestehende stabile Erkrankung (d. h.
ohne Nachweis einer Krankheitsprogression) konnten Lynparza jedoch über die 2 Jahre hinauserhalten.
Patientinnen mit Keimbahn- oder somatischen BRCA1/2-Mutationen wurden prospektiv entwedermittels einer Keimbahn-Blutuntersuchung im Rahmen einer lokalen (n=208) oder zentralen Testung(n=181) identifiziert oder mittels Untersuchung einer Tumorprobe unter Verwendung eines lokalen
Tests (n=2). In der zentral durchgeführten Keimbahn-Testung wurden pathogene oder vermutlichpathogene Mutationen bei 95,3 % (365/383) bzw. 4,7 % (18/383) der Patientinnen identifiziert. Large
Rearrangements in den BRCA1/2-Genen wurden bei 5,5 % (21/383) der randomisierten Patientinnennachgewiesen. Der gBRCAm-Status von Patientinnen, die aufgrund eines lokalen Tests eingeschlossenwurden, wurde retrospektiv durch zentrale Testung überprüft. Die retrospektive Testung von
Patientinnen mit verfügbaren Tumorproben wurde mittels zentraler Testung durchgeführt undgenerierte erfolgreich Ergebnisse für 341 Patientinnen, von denen 95 % eine geeignete Mutationaufwiesen (bekannt [n=47] oder wahrscheinlich pathogen [n=277]). Für 2 gBRCAwt-Patientinnenwurde bestätigt, dass diese nur eine sBRCAm aufwiesen. In der Studie SOLO1 wiesen389 Patientinnen eine BRCA1/2m in der Keimbahn und 2 Patientinnen eine somatische BRCA1/2mauf.
Demografische und Baseline-Charakteristika waren zwischen dem Olaparib- und dem Placebo-Arminsgesamt gut ausgewogen. Das mittlere Alter betrug in beiden Armen 53 Jahre. Bei 85 % der
Patientinnen war das Ovarialkarzinom der primäre Tumor. Eine seröse Histologie trat am häufigstenauf (96 %), eine endometrioide Histologie wurde bei 2 % der Patientinnen berichtet. Die meisten
Patientinnen hatten den ECOG-Performance-Status 0 (78 %), für Patientinnen mit Performance-
Status 2 bis 4 liegen keine Daten vor. Dreiundsechzig (63 %) der Patientinnen erhielten eine primäre
Debulking-Operation und von diesen war die Mehrheit (75 %) makroskopisch tumorfrei. Eine
Intervall-Operation zur Reduktion der Tumormasse (interval debulking surgery) wurde bei 35 % der
Patientinnen durchgeführt und von diesen hatten 82 % keinen makroskopischen Tumorrest. Sieben
Patientinnen, alle im Stadium IV, erhielten keine zytoreduktive Operation. Alle Patientinnen habeneine Platin-basierte Erstlinientherapie erhalten. No evidence of disease (keine nachweisbare
Erkrankung) zu Studienbeginn (CR), bewertet durch den Prüfarzt als radiologisch nicht nachweisbare
Erkrankung und Krebs-Antigen 125 (CA-125) im Normalbereich, wiesen 73 % bzw. 77 % der
Patientinnen im Olaparib- bzw. im Placebo-Arm auf. PR, definiert als Vorliegen von messbaren odernichtmessbaren Läsionen zu Studienbeginn oder erhöhte CA-125-Spiegel, wurde bei 27 % bzw. 23 %der Patientinnen im Olaparib- bzw. im Placebo-Arm berichtet. Dreiundneunzig Prozent (93 %) der
Patientinnen wurden innerhalb von 8 Wochen nach ihrer letzten Dosis der Platin-haltigen
Chemotherapie randomisiert. Mit Bevacizumab behandelte Patientinnen waren von der Studieausgeschlossen, daher liegen keine Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten für Olaparib-Patientinnen, diezuvor Bevacizumab erhalten hatten, vor. Für Patientinnen mit somatischen BRCA-Mutationen liegensehr begrenzte Daten vor.
Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (progression-free survival, PFS), definiertals Zeit von der Randomisierung bis zur Progression, basierend auf der Bewertung durch den Prüfarztunter Verwendung der modifizierten Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST) 1.1,oder bis zum Tod. Die sekundären Wirksamkeitsendpunkte umfassten die Zeit von der
Randomisierung bis zur zweiten Progression oder Tod (PFS2), Gesamtüberleben (OS), Zeit von der
Randomisierung bis zum Behandlungsabbruch oder Tod (TDT), Zeit von der Randomisierung bis zum
Beginn der ersten nachfolgenden Antikrebstherapie oder Tod (TFST) und gesundheitsbezogene
Lebensqualität (health-related quality of life, HRQoL). Die Beurteilung des Tumorstatus erfolgte zu
Studienbeginn und danach alle 12 Wochen über einen Zeitraum von 3 Jahren, danach alle 24 Wochenbezogen auf den Randomisierungszeitpunkt bis zur objektiven radiologischen Krankheitsprogression.
Die Studie zeigte eine klinisch relevante und statistisch signifikante Verbesserung des durch den
Prüfarzt beurteilten PFS für Olaparib im Vergleich zu Placebo. Die Beurteilung des PFS durch den
Prüfarzt stimmte mit einer verblindeten, unabhängigen, zentralen, radiologischen (BICR)-Kontrolledes PFS überein. Eine deskriptive Analyse, die sieben Jahre nach der Randomisierung der letzten
Patientin durchgeführt wurde, zeigte einen klinisch bedeutsamen Vorteil im OS, der den Olaparib-Armnumerisch begünstigte. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 3 und den Abbildungen 1 und 2dargestellt.
Tabelle 3 Wirksamkeitsergebnisse für Patientinnen mit neu diagnostiziertem BRCA1/2mfortgeschrittenem Ovarialkarzinom der SOLO1-Studie
Olaparib 300 mg bd Placeboc
PFS (51 % Datenreife)a
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patientinnen (%) 102:260 (39) 96:131 (73)
Mediane Zeit (Monate) NE 13,8
HR (95%-KI)b0,30 (0,23-0,41)p-Wert (zweiseitig) p<0,0001
PFS2 (31 % Datenreife)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patientinnen (%) 69:260 (27) 52:131 (40)
Mediane Zeit (Monate) NE 41,9
HR (95%-KI)c 0,50 (0,35-0,72)p-Wert (zweiseitig) p=0,0002
OS (38 % Datenreife)d
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patientinnen (%) 84:260 (32) 65:131 (50)
Mediane Zeit (Monate) NE 75,2
HR (95%-KI)b 0,55 (0,40-0,76)
TFST (60 % Datenreife)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patientinnen (%) 135:260 (52) 98:131 (75)
Mediane Zeit (Monate) 64,0 15,1
HR (95%-KI)c 0,37 (0,28-0,48)a Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen betrug der Anteil an Patientinnen, die nach 24 bzw. 36 Monatenprogressionsfrei waren, 74 % bzw. 60 % für Olaparib versus 35 % bzw. 27 % für Placebo; die mediane Follow-up-Zeitbetrug sowohl für den Olaparib- als auch für den Placebo-Arm 41 Monate.b Ein Wert < 1 bevorzugt Olaparib. Die Analyse wurde durchgeführt unter Verwendung des Cox-Regressions-Modells,das das Ansprechen auf vorangegangene Platin-basierte Chemotherapie (CR oder PR) als Kovariate beinhaltete.c Von den 97 Patientinnen im Placebo-Arm, die eine nachfolgende Therapie erhielten, erhielten 58 (60 %) einen PARP-
Inhibitor.d Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen betrug der Anteil an Patientinnen, die nach 84 Monaten noch lebten, 67 %für Olaparib versus 47 % für Placebo.
bd zweimal täglich; NE: nicht erreicht; KI: Konfidenzintervall; PFS: Progression-free survival (Progressionsfreies
Überleben); PFS2: Time to second progression or death (Zeit bis zur zweiten Progression oder Tod); OS: Overallsurvival (Gesamtüberleben); TFST: Time from randomisation to first subsequent anti-cancer therapy or death (Zeitvon der Randomisierung bis zur ersten nachfolgenden Antikrebstherapie oder Tod).
Abbildung 1 SOLO1: Kaplan-Meier-Plot des PFS bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem
BRCA1/2m fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (51 % Datenreife - Beurteilungdurch den Prüfarzt)
Abbildung 2 SOLO1: Kaplan-Meier-Plot für OS bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem
BRCA1/2m fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (38 % Datenreife)
Olaparib-Tabl. 300 mg 2-mal tägl.
Placebo-Tabl. 2-mal tägl.
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl der Patientinnen unter Risiko:
Olaparib-Tablette 300 mg zweimal täglich
Placebo-Tablette zweimal täglich
In Patienten-Subgruppen nach Krankheitsevidenz zu Studienbeginn wurden konsistente Ergebnissebeobachtet. Patientinnen mit durch den Prüfarzt beurteilter CR zeigten eine HR von 0,34 (95%-KI
Anteil an Patientinnen ohne Ereignis0,24-0,47); PFS-Median unter Olaparib nicht erreicht vs. 15,3 Monate unter Placebo. Nach 24 bzw.
36 Monaten blieben 68 % bzw. 45 % der Patientinnen im Olaparib-Arm in CR und 34 % bzw. 22 %der Patientinnen im Placebo-Arm. Patientinnen mit PR zu Studienbeginn zeigten eine HR für PFS von0,31 (95%-KI 0,18; 0,52; PFS-Median unter Olaparib 30,9 Monate vs. 8,4 Monate unter Placebo).
Patientinnen mit PR zu Studienbeginn erreichten entweder CR (15 % im Olaparib-Arm und 4 % im
Placebo-Arm zum Zeitpunkt 24 Monate, blieben im CR zum Zeitpunkt 36 Monate) oder zeigtenweiterhin PR/eine stabile Erkrankung (43 % im Olaparib-Arm und 15 % im Placebo-Arm zum
Zeitpunkt 24 Monate; 17 % im Olaparib-Arm und 15 % im Placebo-Arm zum Zeitpunkt 36 Monate).
Der Anteil der Patientinnen, die innerhalb von 6 Monaten nach Erhalt der letzten Dosis der Platin-haltigen Chemotherapie progredient waren, betrug 3,5 % für Olaparib und 8,4 % für Placebo).
Erhaltungstherapie bei Platin-sensitivem rezidiviertem (PSR)-Ovarialkarzinom
SOLO2-Studie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Olaparib als Erhaltungstherapie wurde in einer randomisierten,doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie bei Patientinnen mit Keimbahn-BRCA1/2-mutiertem PSR-Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom untersucht. Die
Studie verglich die Wirksamkeit einer Lynparza-Erhaltungstherapie (300 mg [2 x 150-mg-Tabletten]zweimal täglich), eingenommen bis zur Progression, mit einer Behandlung mit Placebo bei295 Patientinnen mit high-grade serösem oder endometrioidem PSR-Ovarialkarzinom (2:1
Randomisierung: 196 Olaparib und 99 Placebo), die nach Abschluss einer Platin-haltigen
Chemotherapie immer noch auf die Behandlung ansprachen (CR oder PR).
In die Studie wurden Patientinnen eingeschlossen, die zwei oder mehr Platin-basierte Behandlungenerhalten hatten und deren Krankheit > 6 Monate nach Abschluss der vorletzten Platin-basierten
Chemotherapie erneut aufgetreten war. Die Patientinnen durften keine vorherige Behandlung mit
Olaparib oder einem anderen PARP-Inhibitor erhalten haben. Die Patientinnen durften zuvor mit
Bevacizumab behandelt worden sein, außer im Behandlungsregime unmittelbar vor der
Randomisierung.
Bei allen Patientinnen lag bei Baseline der Nachweis einer gBRCA1/2m vor. Patientinnen mit
BRCA1/2-Mutationen konnten entweder mittels eines Keimbahn-Tests im Blut über einen lokalen Testoder über eine zentrale Testung durch Myriad oder mittels einer Untersuchung einer Tumorprobeunter Verwendung eines lokalen Tests identifiziert werden. Large Rearrangements in den BRCA1/2-
Genen wurden bei 4,7 % (14/295) der randomisierten Patientinnen nachgewiesen.
Demografie- und Baseline-Charakteristika waren zwischen den Olaparib- und Placebo-Armeninsgesamt ausgewogen. Das mediane Alter in beiden Armen betrug 56 Jahre. Bei > 80 % der
Patientinnen war das Ovarialkarzinom der primäre Tumor. Seröse Histologie trat am häufigsten auf(> 90 %), eine endometrioide Histologie wurde bei 6 % der Patientinnen berichtet. Im Olaparib-Armhatten 55 % der Patientinnen nur 2 vorangegangene Therapielinien, während 45 % der Patientinnen 3oder mehr vorangegangene Therapielinien erhalten hatten. Im Placebo-Arm hatten 61 % der
Patientinnen nur 2 vorangegangene Therapielinien, während 39 % der Patientinnen 3 oder mehrvorangegangene Therapielinien erhalten hatten. Die meisten Patientinnen hatten den ECOG-
Performance-Status 0 (81 %), für Patientinnen mit Performance-Status 2 bis 4 liegen keine Daten vor.
Bei 60 % der Patientinnen betrug das Platin-freie Intervall > 12 Monate und bei 40 % der Patientinnen> 6-12 Monate. 47 % der Patientinnen hatten vollständig und 53 % partiell auf die vorangegangene
Platin-basierte Chemotherapie angesprochen. Im Olaparib- bzw. Placebo-Arm hatten 17 % bzw. 20 %der Patientinnen zuvor Bevacizumab erhalten.
Der primäre Endpunkt war PFS, basierend auf der Beurteilung durch den Prüfarzt unter Verwendungvon RECIST 1.1. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte beinhalteten PFS2, OS, TDT, TFST, TSST und
HRQoL.
Die Studie erreichte ihr primäres Ziel, indem sie eine statistisch signifikante Verbesserung des durchden Prüfarzt festgestellten PFS für Olaparib im Vergleich zu Placebo zeigte mit einer HR von 0,30(95%-KI 0,22-0,41; p<0,0001; Median 19,1 Monate Olaparib versus 5,5 Monate Placebo). Die
Beurteilung des PFS durch den Prüfarzt stimmte mit einer verblindeten, unabhängigen, zentralen,radiologischen Kontrolle des PFS überein (HR 0,25; 95%-KI 0,18-0,35; p<0,0001; Median30,2 Monate Olaparib und 5,5 Monate Placebo). Zum Zeitpunkt 2 Jahre waren 43 % der mit Olaparibbehandelten Patientinnen progressionsfrei im Vergleich zu nur 15 % der mit Placebo behandelten
Patientinnen.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse für den primären Endpunkt bei Patientinnen mit gBRCA1/2m
PSR-Ovarialkarzinom der SOLO2-Studie ist in Tabelle 4 und Abbildung 3 aufgeführt.
Tabelle 4 Zusammenfassung der Ergebnisse für den primären Endpunkt bei Patientinnen mitgBRCA1/2m PSR-Ovarialkarzinom der SOLO2-Studie
Olaparib 300 mg Tablette bd Placebo
PFS (63 % Datenreife)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl 107:196 (55) 80:99 (81)
Patientinnen (%)
Mediane Zeit (Monate) (95%-KI) 19,1 (16,3-25,7) 5,5 (5,2-5,8)
HR (95%-KI)a 0,30 (0,22-0,41)p-Wert (zweiseitig) p<0,0001a HR= Hazard Ratio. Ein Wert < 1 bevorzugt Olaparib. Die Analyse wurde durchgeführt unter Verwendung eines Cox-
Regressions-Modells einschließlich des Ansprechens auf vorhergehende Platin-haltige Chemotherapie (CR oder PR)und Zeit bis zur Krankheitsprogression (>6-12 Monate und >12 Monate) nach der vorletzten Platin-basierten
Chemotherapie als Kovariaten.
bd: Zweimal täglich; PFS: Progression-free survival (progressionsfreies Überleben); KI: Konfidenzintervall
Abbildung 3 SOLO2: Kaplan-Meier-Plot für PFS bei Patientinnen mit gBRCA1/2m PSR-
Ovarialkarzinom (63 % Datenreife - Beurteilung durch den Prüfarzt)
Zeit ab Randomisierung (Monate)
- - - - - - - - - Placebo bd --------------Olaparib 300 mg bd
Anzahl der Patientinnen unter Risiko:
196 182 156 134 118 104 89 82 32 29 3 2 0 Olaparib 300 mg bd99 70 37 22 18 17 14 12 7 6 0 0 0 Placebo bdbd zweimal täglich; PFS: Progressionsfreies Überleben
Zum Zeitpunkt der finalen Analyse des OS (61 % Datenreife) betrug die HR 0,74 (95%-KI 0,54-1,00;p=0,0537; Median 51,7 Monate für Olaparib vs. 38,8 Monate für Placebo) und erreichte keinestatistische Signifikanz. Die sekundären Endpunkte TFST und PFS2 zeigten eine anhaltende undstatistisch signifikante Verbesserung unter Olaparib im Vergleich zu Placebo. Die Ergebnisse für OS,
TFST und PFS2 sind in Tabelle 5 und Abbildung 4 dargestellt.
Anteil an Patientinnen ohne Ereignis
Tabelle 5 Zusammenfassung von Ergebnissen wichtiger sekundärer Endpunkte bei
Patientinnen mit gBRCA1/2m-PSR-Ovarialkarzinom der SOLO2-Studie
Olaparib 300 mg Tablette bd Placebo
OS (61 % Datenreife)
Anzahl Ereignisse: 116:196 (59) 65:99 (66)
Gesamtanzahl Patientinnen (%)
Mediane Zeit (95%-KI), Monate 51,7 (41,5; 59,1) 38,8 (31,4; 48,6)
HR (95%-KI)a 0,74 (0,54-1,00)p-Wert (zweiseitig) p=0,0537
TFST (71 % Datenreife)
Anzahl Ereignisse: 139:196 (71) 86:99 (87)
Gesamtanzahl Patientinnen (%)
Mediane Zeit (Monate) (95%- 27,4 (22,6-NE) 7,2 (6,3-8,3)
KI)
HR (95%-KI)a 0,37 (0,28-0,48)p-Wert* (zweiseitig) p<0,0001
PFS2 (40 % Datenreife)
Anzahl Ereignisse: 70:196 (36) 49:99 (50)
Gesamtanzahl Patientinnen (%)
Mediane Zeit (Monate) (95%- NE (24,1-NE) 18,4 (15,4-22,8)
KI)
HR (95%-KI)a 0,50 (0,34-0,72)p-Wert (zweiseitig) p=0,0002
* Nicht kontrolliert für Multiplizität.a HR= Hazard Ratio. Ein Wert < 1 bevorzugt Olaparib. Die Analyse wurde durchgeführt unter Verwendung eines Cox-
Regressions-Modells einschließlich des Ansprechens auf die vorhergehende Platin-haltige Chemotherapie (CR oder
PR) und die Zeit bis zur Krankheitsprogression (>6-12 Monate und >12 Monate) nach der vorletzten Platin-basierten
Chemotherapie als Kovariaten.
bd Zweimal täglich; NE: nicht erreicht; KI: Konfidenzintervall; PFS2: time from randomisation to second progression ordeath (Zeit von der Randomisierung bis zur zweiten Progression oder Tod); TFST: Time from randomisation to start offirst subsequent therapy or death (Zeit von der Randomisierung bis zum Beginn der ersten Folgetherapie oder Tod).
Abbildung 4 SOLO2: Kaplan-Meier-Plot für OS bei Patientinnen mit gBRCA1/2m PSR-
Ovarialkarzinom (61 % Datenreife)
Olaparib 300 mg 2-mal tägl.
Placebo-Tabl. 2-mal tägl.
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl der Patientinnen unter Risiko:
Olaparib-Tablette 300 mg zweimal täglich
Placebo-Tablette zweimal täglich
Bei Patientinnen mit messbarer Erkrankung bei Studieneinschluss (Zielläsionen bei
Behandlungsbeginn) wurde eine objektive Ansprechrate von 41 % im Lynparza-Behandlungsarmversus 17 % unter Placebo erreicht. Von den mit Lynparza behandelten Patientinnen mit einernachweisbaren Erkrankung bei Studienbeginn (Ziel- oder Nicht-Zielläsionen bei Behandlungsbeginn)zeigten 15,0 % ein vollständiges Ansprechen im Vergleich zu 9,1 % der Patientinnen unter Placebo.
Zum Zeitpunkt der PFS-Analyse betrug die mediane Behandlungsdauer mit Olaparib 19,4 Monate und5,6 Monate unter Placebo. Die Mehrzahl der Patientinnen behielt die Anfangsdosierung von Olaparibvon 300 mg zweimal täglich bei. Die Inzidenz von Unterbrechungen, Reduktionen oder Beendigungender Dosierung aufgrund eines unerwünschten Ereignisses betrug 45,1 %, 25,1 % bzw. 10,8 %.
Dosisunterbrechungen traten am häufigsten in den ersten 3 Monaten der Therapie auf und
Dosisreduktionen in den ersten 3-6 Monaten der Therapie. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zu
Therapieunterbrechung oder Dosisreduzierung führten, waren Anämie, Übelkeit und Erbrechen.
Patienten-berichtete Ergebnisse (patient-reported outcome, PRO) zeigten keinen Unterschied für mit
Olaparib behandelte Patientinnen verglichen mit Placebo, festgestellt anhand der Veränderunggegenüber dem Ausgangswert im TOI des FACT-O.
Studie 19 (D0810C00019)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Olaparib als Erhaltungstherapie zur Behandlung des PSR-
Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms nach einer Behandlung mitzwei oder mehr Platin-haltigen Therapien wurden in einer großen randomisierten, doppelblinden,
Placebo-kontrollierten Phase-II-Studie (Studie 19) untersucht. Die Studie verglich die Wirksamkeiteiner Erhaltungstherapie mit Lynparza, eingenommen bis zur Progression, mit einer Behandlung mit
Placebo bei 265 Patientinnen (136 Olaparib und 129 Placebo) mit PSR high-grade serösem
Ovarialkarzinom, die nach Abschluss einer Platin-haltigen Chemotherapie noch auf die Behandlung
Anzahl an Patientinnen ohne Ereignisansprachen (CR oder PR). Der primäre Endpunkt war PFS, basierend auf der Beurteilung durch den
Prüfarzt unter Verwendung von RECIST 1.0. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte beinhalteten OS,
Krankheitskontrollrate (disease control rate, DCR), definiert als bestätigte CR/PR + SD (stabile
Erkrankung), HRQoL und krankheitsbezogene Symptome. Exploratorische Analysen von TFST und
TSST wurden ebenfalls durchgeführt.
In die Studie wurden Patientinnen aufgenommen, deren Krankheit > 6 Monate nach Abschluss dervorletzten Platin-basierten Chemotherapie erneut aufgetreten war. Für den Einschluss in die Studiewar der Nachweis einer BRCA1/2-Mutation nicht erforderlich (der BRCA-Mutationsstatus wurde beieinigen Patientinnen retrospektiv bestimmt). Die Patientinnen durften keine vorherige Behandlung mit
Olaparib oder einem anderen PARP-Inhibitor erhalten haben. Die Patientinnen durften zuvor mit
Bevacizumab behandelt worden sein, außer im Behandlungsregime unmittelbar vor der
Randomisierung. Nach einer Progression während der Behandlung mit Olaparib war eine erneute
Behandlung mit Olaparib nicht erlaubt.
Patientinnen mit BRCA1/2-Mutationen wurden entweder mittels eines Keimbahn-Tests im Blut übereinen lokalen Test oder über eine zentrale Testung durch Myriad oder mittels einer Untersuchungeiner Tumorprobe unter Verwendung eines von Foundation Medicine durchgeführten Testsidentifiziert. Large Rearrangements in den BRCA1/2-Genen wurden bei 7,4 % (10/136) derrandomisierten Patientinnen nachgewiesen.
Demografie- und Baseline-Charakteristika zwischen den Olaparib- und Placebo-Armen wareninsgesamt ausgewogen. Das mediane Alter in beiden Armen betrug 59 Jahre. Bei > 86 % der
Patientinnen war das Ovarialkarzinom der primäre Tumor. Im Olaparib-Arm hatten 44 % der
Patientinnen nur 2 vorangegangene Therapielinien, während 56 % der Patientinnen 3 oder mehrvorangegangene Therapielinien erhalten hatten. Im Placebo-Arm hatten 49 % der Patientinnen nur2 vorangegangene Therapielinien, während 51 % der Patientinnen 3 oder mehr vorangegangene
Therapielinien erhalten hatten. Die meisten Patientinnen hatten den ECOG-Performance-Status 0(77 %), für Patientinnen mit Performance-Status 2 bis 4 liegen keine Daten vor. Bei 60 % der
Patientinnen betrug das Platin-freie Intervall > 12 Monate und bei 40 % der Patientinnen > 6-12 Monate. 45 % der Patientinnen hatten vollständig und 55 % partiell auf die vorangegangene Platin-basierte Chemotherapie angesprochen. Im Olaparib- bzw. Placebo-Arm hatten 6 % bzw. 5 % der
Patientinnen zuvor Bevacizumab erhalten.
Die Studie erreichte ihr Primärziel, indem sie in der Gesamtpopulation eine statistisch signifikante
Verbesserung des PFS unter Olaparib im Vergleich zu Placebo zeigte mit einer HR von 0,35 (95%-KI0,25-0,49; p<0,00001; Median 8,4 Monate Olaparib versus 4,8 Monate Placebo). Bei der finalen
OS-Analyse (Datenschnitt [Data cut off, DCO] 9. Mai 2016) bei 79 % Datenreife betrug die Hazard
Ratio für den Vergleich von Olaparib mit Placebo 0,73 (95%-KI 0,55-0,95; p= 0,02138 [erreichtenicht das präspezifizierte Signifikanzniveau von < 0,0095]; Median 29,8 Monate Olaparib versus27,8 Monate Placebo). In der mit Olaparib behandelten Gruppe setzten 23,5 % (n=32/136) der
Patientinnen die Therapie über ≥ 2 Jahre fort, verglichen mit 3,9 % (n=5/128) der Patientinnen in der
Placebogruppe. Wenngleich die Patientenzahlen begrenzt waren, setzten 13,2 % (n=18/136) der
Patientinnen in der mit Olaparib behandelten Gruppe die Therapie über ≥ 5 Jahre fort, verglichen mit0,8 % (n=1/128) in der Placebogruppe.
Eine vorab geplante Subgruppenanalyse identifizierte Patientinnen mit BRCA1/2-mutiertem
Ovarialkarzinom (n=136, 51,3 %; einschließlich 20 Patientinnen, bei denen eine somatische Tumor-
BRCA1/2-Mutation identifiziert wurde) als die Subgruppe, die den größten klinischen Nutzen aus der
Erhaltungstherapie mit Olaparib als Monotherapie zog. Ein Nutzen wurde auch bei Patientinnen mit
BRCA1/2-Wildtyp/Varianten mit unklarer Signifikanz (BRCA1/2 wt/VUS) beobachtet, wenn auch ingeringerem Ausmaß. Es gab keine Strategie für multiples Testen für die Subgruppenanalysen.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse für den primären Endpunkt bei Patientinnen mit BRCA1/2-mutiertem und BRCA1/2 wt/VUS-PSR-Ovarialkarzinom in Studie 19 ist in Tabelle 6 aufgeführt undfür alle Patientinnen der Studie 19 in Tabelle 6 und Abbildung 5.
Tabelle 6 Zusammenfassung der Ergebnisse für den primären Endpunkt bei allen
Patientinnen und bei Patientinnen mit BRCA1/2-mutiertem und BRCA1/2 wt/VUS-
PSR-Ovarialkarzinom der Studie 19
Alle Patientinnena BRCA1/2-mutiert BRCA1/2 wt/VUS
Olaparib Placebo Olaparib Placebo Olaparib Placebo
PFS - DCO 30. Juni 2010
Anzahl 60:136 (44) 94:129 (73) 26:74 (35) 46:62 (74) 32:57 (56) 44:61 (72)
Ereignisse:
Gesamtanzahl
Patientinnen(%)
Mediane Zeit 8,4 4,8 11,2 4,3 7,4 5,5(Monate) (7,4-11,5) (4,0-5,5) (8,3-NE) (3,0-5,4) (5,5-10,3) (3,7-5,6)(95%-KI)
HR (95%-KI)b 0,35 (0,25-0,49) 0,18 (0,10-0,31) 0,54 (0,34-0,85)p-Wert p<0,00001 p<0,00001 p=0,00745(zweiseitig)a Alle Patientinnen umfasst die folgenden Subgruppen: BRCA1/2-mutiert, BRCA1/2 wt/VUS und BRCA1/2-Statusunbekannt (11 Patientinnen mit unbekanntem Status, nicht als separate Subgruppe dargestellt in der Tabelle)b HR= Hazard Ratio. Ein Wert < 1 favorisiert Olaparib. Die Analyse wurde durchgeführt unter Verwendung eines Cox-
Regressions-Modells mit Faktoren für die Behandlung, ethnische Herkunft, Sensitivität gegenüber Platin und
Ansprechen auf die letzte Platintherapie.
PFS: Progression-free survival (Progressionsfreies Überleben); DCO: Data cut off (Datenschnitt); KI: Konfidenzintervall;
NE: nicht erreicht.
Abbildung 5 Studie 19: Kaplan-Meier-Plot für PFS im FAS (58 % Datenreife - Beurteilungdurch den Prüfarzt) DCO 30. Juni 2010
Zeit ab Randomisierung (Monate)
- -------------Placebo - - - - - - - - - Olaparib
Anzahl Patientinnen unter Risiko:136 106 53 24 7 0 Olaparib129 72 24 7 1 0 Placebo
DCO: Data cut off (Datenschnitt); FAS: Full analysis set (Komplettes Auswertungskollektiv) PFS: Progression-free survival(Progressionsfreies Überleben)
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wichtiger sekundärer Endpunkte für Patientinnen mit
BRCA1/2-mutiertem und BRCA1/2 wt/VUS PSR-Ovarialkarzinom der Studie 19 ist in Tabelle 7 undfür alle Patientinnen der Studie 19 in Tabelle 7 und Abbildung 6 dargestellt.
Anteil an Patientinnen ohne Ereignis
Tabelle 7 Zusammenfassung der Ergebnisse wichtiger sekundärer Endpunkte bei allen
Patientinnen und bei Patientinnen mit BRCA1/2-mutiertem und BRCA1/2 wt/VUS-
PSR-Ovarialkarzinom der Studie 19
Alle Patientinnena BRCA1/2-mutiert BRCA1/2 wt/VUS
Olaparib Placebo Olaparib Placebo Olaparib Placebo
OS - DCO 09. Mai 2016
Anzahl 98:136 (72) 112:129 (87) 49:74 (66) 50:62 (81)c 45:57 (79) 57:61 (93)
Ereignisse:
Gesamtanzahl
Patientinnen(%)
Mediane Zeit 29,8 27,8 34,9 30,2 24,5 26,6(Monate) (26,9-35,7) (24,9-33,7) (29,2-54,6) (23,1-40,7) (19,8-35,0) (23,1-32,5)(95%-KI)
HR (95%-KI)b 0,73 (0,55-0,95) 0,62 (0,42-0,93) 0,84 (0,57-1,25)p-Wert* p=0,02138 p=0,02140 p=0,39749(zweiseitig)
TFST - DCO 09. Mai 2016
Anzahl 106:136 (78) 124:128 (97) 55:74 (74) 59:62 (95) 47:57 (83) 60:61 (98)
Ereignisse:
Gesamtanzahl
Patientinnen(%)
Mediane Zeit 13,3 6,7 15,6 6,2 12,9 6,9(Monate) (11,3-15,7) (5,7-8,2) (11,9-28,2) (5,3-9,2) (7,8-15,3) (5,7-9,3)(95%-KI)
HR (95%-KI)b 0,39 (0,30-0,52) 0,33 (0,22-0,49) 0,45 (0,30-0,66)p-Wert* p<0,00001 p<0,00001 p=0,00006(zweiseitig)
* Es gab keine Strategie für multiples Testen für die Subgruppenanalysen oder für TFST aller Patientinnen.
a Alle Patientinnen umfasst die folgenden Subgruppen: BRCA1/2-mutiert, BRCA1/2 wt/VUS und BRCA1/2-Statusunbekannt (11 Patientinnen mit unbekanntem Status, nicht als separate Subgruppe dargestellt in der Tabelle).b HR= Hazard Ratio. Ein Wert < 1 favorisiert Olaparib. Die Analyse wurde durchgeführt unter Verwendung eines Cox-
Regressions-Modells mit Faktoren für die Behandlung, ethnische Herkunft, Sensitivität gegenüber Platin und
Ansprechen auf die letzte Platintherapie.c Ungefähr ein Viertel der mit Placebo behandelten Patientinnen in der Subgruppe mit BRCA-Mutation (14/62; 22,6 %)erhielt einen PARP-Inhibitor als Folgetherapie.
OS: Overall survival (Gesamtüberleben); DCO: Data cut off (Datenschnitt); KI: Konfidenzintervall; TFST: Time fromrandomisation to start of first subsequent therapy or death (Zeit von der Randomisierung bis zum Beginn der ersten
Folgetherapie oder Tod).
Abbildung 6 Studie 19: Kaplan-Meier-Plot für OS im FAS (79 % Datenreife) DCO 9. Mai
Zeit ab Randomisierung (Monate)
- -------------Placebo - - - - - - - - - Olaparib
Anzahl Patientinnen unter Risiko:
Olaparib
Placebo
DCO Data cut off (Datenschnitt); FAS Full analysis set (Komplettes Auswertungskollektiv); OS: Overall survival(Gesamtüberleben)
Zum Zeitpunkt der PFS-Analyse betrug die mediane Behandlungsdauer mit Olaparib 8 Monate und4 Monate mit Placebo. Die Mehrzahl der Patientinnen behielt die Anfangsdosierung von Olaparib bei.
Die Inzidenz von Unterbrechungen, Reduktionen und Beendigungen der Dosierung aufgrund einesunerwünschten Ereignisses betrug 34,6 %, 25,7 % bzw. 5,9 %. Dosisunterbrechungen und
Reduktionen traten am häufigsten in den ersten 3 Monaten der Therapie auf. Die häufigsten
Nebenwirkungen, die zu Therapieunterbrechung oder Dosisreduzierung führten, waren Übelkeit,
Anämie, Erbrechen, Neutropenie und Fatigue. Die Inzidenz der Nebenwirkung Anämie betrug 22,8 %(7,4 % mit CTCAE-Grad ≥ 3).
Patienten-berichtete Ergebnisse (patient-reported outcome, PRO) zeigten keinen Unterschied für mit
Olaparib behandelte Patientinnen verglichen mit Placebo, gemessen anhand der Verbesserungs- bzw.
Verschlechterungsraten beim TOI und des FACT-O total.
OPINION-Studie
Die OPINION-Studie, eine einarmige, multizentrische Phase-IIIb-Studie, untersuchte Olaparib als
Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit PSR-Ovarial-, Eileiter- oder primärem Peritonealkarzinomnach 2 oder mehr Linien einer Platin-haltigen Chemotherapie, die keine bekannte pathogene odervermutlich pathogene gBRCA-Mutation aufwiesen. Es wurden Patientinnen eingeschlossen, deren
Erkrankung nach Abschluss einer Platin-haltigen Chemotherapie ansprach (CR oder PR). Insgesamtwurden 279 Patientinnen eingeschlossen und erhielten im Rahmen dieser Studie eine Behandlung mit
Olaparib bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität.
Basierend auf einer zentralen Testung wurde für 90,7 % der Patientinnen der non-gBRCAm-Statusbestätigt, darüber hinaus wurden 9,7 % als sBRCAm identifiziert.
Der primäre Endpunkt war durch den Prüfarzt beurteiltes PFS gemäß der modifizierten RECIST-
Kriterien v1.1. Die sekundären Endpunkte schlossen OS ein.
Anteil an lebenden Patientinnen
Olaparib, angewendet als Erhaltungstherapie, zeigte klinische Aktivität bei Patientinnen mit PSR-
Ovarialkarzinom ohne gBRCAm. Zum Zeitpunkt der finalen Analyse des Gesamtüberlebens (DCO17. September 2021) hatten die OS-Daten eine Datenreife von 52,3 %.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse für den primären Endpunkt PFS und den sekundären Endpunkt
OS bei Patientinnen mit PSR-Ovarialkarzinom ohne gBRCAm ist in Tabelle 8 dargestellt.
Tabelle 8 Zusammenfassung der Ergebnisse der wichtigsten Endpunkte für Patientinnen mit
PSR-Ovarialkarzinom ohne gBRCAm in der OPINION-Studie
Olaparib-Tabletten 300 mg bd
PFS (75 % Datenreife) (DCO 2. Oktober 2020)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patientinnen (%) 210: 279 (75,3)
PFS-Median (95%-KI), Monatea 9,2 (7,6; 10,9)
OS (52,3 % Datenreife) (DCO 17. September 2021)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patientinnen (%) 146: 279 (52,3)
OS-Median (95%-KI), Monatea 32,7 (29,5; 35,3)a Berechnet mittels der Kaplan-Meier-Methode.
Die Konfidenzintervalle für das mediane PFS und OS wurden abgeleitet basierend auf der Brookmeyer-
Crowley-Methode.
bd Zweimal täglich; PFS Progressionsfreies Überleben; OS Gesamtüberleben; DCO Data cut off (Datenschnitt);
KI Konfidenzintervall.
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei HRD-positivem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom
PAOLA-1-Studie
PAOLA-1 war eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, multizentrische Phase-III-
Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit von Lynparza (300 mg [2 x 150-mg-Tabletten] zweimaltäglich) in Kombination mit Bevacizumab (15 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen als intravenöse
Infusion gegeben) im Anschluss an die Platin-basierte Erstlinien-Chemotherapie und Bevacizumabversus Placebo plus Bevacizumab als Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem (FIGO-Stadien III-IV)high-grade epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinomverglichen wurde. Die Therapie mit Bevacizumab wurde insgesamt über bis zu 15 Monate/22 Zyklendurchgeführt, einschließlich des Zeitraums in Kombination mit der Chemotherapie sowie der Zeit der
Erhaltungstherapie.In dieser Studie wurden 806 Patientinnen randomisiert (2:1 Randomisierung: 537 erhielten
Olaparib/Bevacizumab und 269 erhielten Placebo/Bevacizumab), die aufgrund einer operativvollständigen Resektion keine nachweisbare Erkrankung mehr hatten (no evidence of disease, NED)oder ein vollständiges Ansprechen (CR) oder partielles Ansprechen (PR) nach Abschluss einer Platin-haltigen Erstlinien-Chemotherapie in Kombination mit Bevacizumab hatten. Die Patientinnenerhielten mindestens 4 und maximal 9 Zyklen der Platin-basierten Taxan-haltigen
Erstlinienchemotherapie, wobei die Mehrheit (63 %) 6 Zyklen erhielten, einschließlich mindestens2 Zyklen Bevacizumab in Kombination mit den 3 letzten Zyklen der Chemotherapie. Die mediane
Anzahl an Bevacizumab-Zyklen vor Randomisierung war 5.
Die Patientinnen wurden entsprechend dem Ergebnis der Erstlinientherapie (Zeitpunkt und Ergebniseiner zytoreduktiven Operation und Ansprechen auf eine Platin-basierte Chemotherapie) sowie nachdem tBRCAm-Status, der mittels einer prospektiven lokalen Testung bestimmt wurde, stratifiziert. Die
Patientinnen führten Bevacizumab als Erhaltungstherapie fort und die Therapie mit Lynparza wurdenach frühestens 3 Wochen und bis spätestens 9 Wochen nach Abschluss ihrer letzten Chemotherapie-
Gabe begonnen. Die Behandlung mit Lynparza wurde bis zur Progression der Grunderkrankung, dem
Auftreten einer inakzeptablen Toxizität oder für bis zu 2 Jahre fortgeführt. Patientinnen, die nach
Ansicht des behandelnden Arztes weiterhin von einer fortdauernden Behandlung mit Lynparzaprofitieren könnten, durften länger als 2 Jahre behandelt werden.
Demografische und Baseline-Charakteristika waren in der Intent-to treat(ITT)-Population und in den
Biomarker-definierten Subgruppen nach tBRCAm (prospektiv und retrospektiv definiert), GIS und
HRD-Status (in dieser Studie definiert als eine Kombination beider Biomarker) zwischen beiden
Armen ausgewogen. Das mediane Alter der Patientinnen betrug in beiden Armen 61 Jahre. Diemeisten Patientinnen in beiden Armen hatten den ECOG-Performance-Status 0 (70 %). Bei 86 % der
Patientinnen war das Ovarialkarzinom der primäre Tumor. Eine seröse Histologie trat am häufigstenauf (96 %) und eine endometrioide Histologie wurde bei 2 % der Patientinnen berichtet. Die meisten
Patientinnen wurden mit FIGO-Stadium IIIC (63 %) diagnostiziert. Alle Patientinnen erhielten eine
Platin-basierte Erstlinientherapie und Bevacizumab. Es gab keine Einschränkungen im Hinblick aufden Ausgang der Operation, 63 % der Patientinnen hatten eine vollständige cytoreduktive
Tumorentfernung im Rahmen einer primären oder einer interval debulking surgery und 37 % hatteneinen makroskopischen Tumorrest. Dreißig Prozent (30 %) der Patientinnen in beiden Armen warenbeim Screening tBRCAm. Demografische und Baseline-Charakteristika in den Biomarker-Subgruppenwaren konsistent mit denen der ITT-Population. In der HRD-positiven Subgruppe hatten 65 % der
Patientinnen eine vollständige cytoreduktive Tumorentfernung und 35 % hatten einenmakroskopischen Tumorrest. In der gesamten eingeschlossenen Patientenpopulation waren 30 % der
Patientinnen in beiden Armen zum Zeitpunkt des Screenings tBRCAm (schädigende/pathogene
Mutation), bestimmt durch lokale Testung, und für 4 % der Patientinnen war der BRCAm-Statusunbekannt. Eine retrospektive Analyse von verfügbaren klinischen Proben wurde bei 97 % der
Patientinnen durchgeführt, um den tBRCAm-Status zu bestätigen und um den Score für genomische
Instabilität wie oben beschrieben zu bestimmen. Unter den nicht-tBRCAm-Patientinnen hatten 29 %(19 % der Gesamtpopulation) einen positiven GIS, prädefiniert in dieser Studie als zusammengesetzter
Score ≥ 42. Wenn der tBRCAm-Status und ein positiver GIS kombiniert wurden, betrug der Anteil an
Patientinnen mit HRD-positivem, HRD-negativem und unbekanntem HRD-Status in ihren Tumoren48 %, 34 % bzw. 18 % der gesamten Patientenpopulation.
Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), definiert als Zeit von der
Randomisierung bis zur Progression, basierend auf der Bewertung durch den Prüfarzt unter
Verwendung der modifizierten Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST) 1.1, oder biszum Tod. Die sekundären Wirksamkeitsendpunkte umfassten die Zeit von der Randomisierung bis zurzweiten Progression oder Tod (PFS2), Gesamtüberleben (OS), Zeit von der Randomisierung bis zum
Beginn der ersten nachfolgenden Krebstherapie oder Tod (TFST) und gesundheitsbezogene
Lebensqualität (HRQoL). Die Beurteilung des Tumorstatus entsprechend RECIST 1.1 erfolgte zu
Studienbeginn und danach alle 24 Wochen (CT/MRT in Woche 12 bei klinischer oder CA-125-
Progression) über einen Zeitraum von bis zu 42 Monaten oder bis zur objektiven radiologischen
Krankheitsprogression.
Die Studie erreichte in der ITT-Population den primären Endpunkt, indem eine statistisch signifikante
Verbesserung des durch den Prüfarzt beurteilten PFS für Olaparib/Bevacizumab im Vergleich zu
Placebo/Bevacizumab gezeigt wurde (HR 0,59; 95%-KI 0,49-0,72, p<0,0001 mit einem Median von22,1 Monaten für Olaparib/Bevacizumab gegenüber 16,6 Monaten für Placebo/Bevacizumab). Dieswar konsistent mit einer BICR-Analyse des PFS. Dennoch erzielten die als Biomarker-positivdefinierten Patientinnen (tBRCAm, GIS, HRD-Status positiv definiert als tBRCAm und/oder GIS-positiv) den größten Nutzen.
Die finale Analyse des PFS2 (DCO 22. März 2020, 53 % Datenreife) in der Gesamtpopulation warstatistisch signifikant (HR 0,78; 95%-KI 0,64-0,95; p=0,0125 mit einem Median von 36,5 Monatenfür Olaparib/Bevacizumab vs. 32,6 Monate für Placebo/Bevacizumab).
Zum Zeitpunkt der finalen Analyse des OS (DCO 22. März 2022) gab es bei Patientinnen mitpositivem HRD-Status (tBRCAm und/oder GIS) eine numerische Verbesserung des OS im
Olaparib/Bevacizumab-Arm gegenüber dem Placebo/Bevacizumab-Arm (siehe Tabelle 9).
In der randomisierten tBRCAm-Subgruppe (241/806 Patientinnen) betrug das mediane PFS für den
Olaparib/Bevacizumab-Arm 37,2 Monate vs. 22,0 Monate für den Placebo/Bevacizumab-Arm (HR=0,34, 95%-KI 0,23; 0,51). Zum Zeitpunkt der finalen Analyse des Gesamtüberlebens (DCO 22. März2022) zeigt die randomisierte tBRCAm-Subgruppe eine numerische Reduktion des Sterberisikos für
Olaparib/Bevacizumab, verglichen mit Placebo/Bevacizumab (HR 0,63; 95%-KI 0,41; 0,97).
Wirksamkeitsergebnisse der anderen Biomarker-Subgruppen-Analysen basierend auf retrospektivgetesteten Tumorproben sind in Tabelle 9 dargestellt.
Tabelle 9 Zusammenfassung der wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse für Patientinnenmit positivem Status der homologen Rekombinations-Defizienz (HRD)entweder definiert durch tBRCAm und/oder GIS bei fortgeschrittenen
Ovarialkarzinom-Patientinnen in PAOLA-1tBRCAm*, c GIS-positiv (HRD-positiv HRD-positiv*ausgenommen tBRCAm)*, d(n=235) (n=387)(n=152)
Olaparib/ Placebo/ Olaparib/ Placebo/ Olaparib/ Placebo/
Bevacizumab Bevacizumab Bevacizumab
Bevacizumab Bevacizumab Bevacizumab
PFS, Beurteilung durch den Prüfarzt (46 % Datenreife) DCO 22. März 2019a
Anzahl
Ereignisse:
Gesamtanzahl 44:158 (28) 52:77 (68) 43:97 (44) 40:55 (73) 87:255 (34) 92:132 (70)
Patientinnen(%)
Mediane Zeit37,2 18,8 28,1 16,6 37,2 17,7(Monate)
HR (95%-KI)b 0,28 (0,19; 0,42) 0,43 (0,28; 0,66) 0,33 (0,25; 0,45)
PFS2, Beurteilung durch den Prüfarzt (40 % Datenreife) DCO 22. März 2020
Anzahl
Ereignisse:
Gesamtanzahl 44:158 (28) 37:77 (48) 41:97 (42) 33:55 (60) 85:255 (33) 70:132 (53)
Patientinnen(%)
Mediane Zeit NE 42,2 50,3 30,1 50,3 35,4(Monate)
HR (95%-KI)b 0,53 (0,34; 0,82) 0,60 (0,38; 0,96) 0,56 (0,41; 0,77)
Finales OS (42 % Datenreife) DCO 22. März 2022
Anzahl
Ereignisse:49:158 93:255 69:132
Gesamtanzahl 37:77 (48,1) 44:97 (45,4) 32:55 (58,2)(31,0) (36,5) (52,3)
Patientinnen(%)
Mediane Zeit75,2 66,9 NE 52,0 75,2 57,3(Monate)
HR (95%-KI)b 0,57 (0,37; 0,88) 0,71 (0,45; 1,13) 0,62 (0,45; 0,85)
* Vorab geplante Subgruppea Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen betrug der Anteil an Patientinnen, die nach 12 bzw. 24 Monatenprogressionsfrei waren, 89 % bzw. 66 % für Olaparib/Bevacizumab versus 71 % bzw. 29 % für
Placebo/Bevacizumab.b Ein Wert < 1 bevorzugt Olaparib. Die Analyse wurde durchgeführt unter Verwendung des Cox-Regressions-
Modells, stratifiziert nach dem Ergebnis der Erstlinientherapie beim Screening und dem tBRCA-Status beim
Screening.c tBRCAm-Status nach Myriadd HRD-positiv ausgenommen tBRCAm war definiert als Genomic instability score (GIS) nach Myriad > 42(präspezifizierter cut-off)
KI Konfidenzintervall; HR Hazard Ratio; NE nicht erreicht
Abbildung 7 PAOLA-1: Kaplan-Meier-Plot des PFS bei Patientinnen mit fortgeschrittenem
Ovarialkarzinom definiert als HRD-positiv in PAOLA-1 (46 % Datenreife -
Beurteilung durch den Prüfarzt)
Olaparib + Bevacizumab
Placebo + Bevacizumab
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl der Patientinnen unter Risiko:
Olaparib + Bevacizumab
Placebo + Bevacizumab
Anteil an Patientinnen ohne Ereignis
Abbildung 8 PAOLA-1: Kaplan-Meier-Plot, finales Gesamtüberleben nach positivem HRD-
Status (einschließlich tBRCAm) (DCO 22. März 2022)
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Olaparib + Bevacizumab Placebo + Bevacizumab
Anzahl der Patientinnen unter Risiko:
Olaparib + Bevacizumab
Placebo + Bevacizumab
Adjuvante Behandlung von Keimbahn-BRCA-mutiertem Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem
Rezidivrisiko
OlympiA
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Olaparib als adjuvante Behandlung bei Patienten mit BRCA1/2-
Mutationen in der Keimbahn und HER2-negativem Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem
Rezidivrisiko, die eine definitive lokale Behandlung und eine neoadjuvante oder adjuvante
Chemotherapie abgeschlossen hatten, wurde in einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten, multizentrischen Phase-III-Studie mit parallelen Gruppen untersucht (OlympiA). Die
Patienten mussten mindestens 6 Zyklen einer neoadjuvanten oder adjuvanten Chemotherapie, die
Anthracycline, Taxane oder beides enthielt, abgeschlossen haben. Eine vorhergehende Platintherapiegegen ein früheres Karzinom (z. B. Ovarialkarzinom) oder als adjuvante oder neoadjuvante Therapiebeim Mammakarzinom war erlaubt. Patienten mit Mammakarzinom im Frühstadium und hohem
Rezidivrisiko waren wie folgt definiert:
* Patienten, die zuvor eine neoadjuvante Chemotherapie erhalten hatten: Patienten mitentweder triple-negativem Mammakarzinom (triple negative breast cancer, TNBC) oder
Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom mussten zum Zeitpunkt der Operation eininvasives Residualkarzinom in der Brust und/oder in den resektierten Lymphknoten haben(non-pathologic complete response). Darüber hinaus mussten Hormonrezeptor-positive
Patienten einen CPS&EG-Score ≥ 3 aufweisen basierend auf dem klinischen Stadium vor der
Behandlung und dem pathologischen Stadium nach der Behandlung (clinical and pathologicstage, CPS), dem Östrogenrezeptor(ER)-Status und dem histologischen Grad, siehe
Tabelle 10.
Anteil an Patientinnen ohne Ereignis
Tabelle 10 Stadium des frühen Mammakarzinoms, Rezeptor-Status und Einstufung des
Grades als Anforderungen zum Einschluss in die Studie*
Stadium/Merkmal Punkte
Klinisches Stadium I/IIA 0(vor der Behandlung) IIB/IIIA 1
IIIB/IIIC 2
Pathologisches 0/I 0
Stadium (nach der IIA/IIB/IIIA/IIIB 1
Behandlung) IIIC 2
Rezeptor-Status ER-positiv 0
ER-negativ 1
Nuklearer Grad Nuklearer Grad 1-2 0
Nuklearer Grad 3 1
* Ein Gesamtscore von > 3 ist erforderlich für Patienten mit Hormonrezeptor-positivem
Mammakarzinom.
* Patienten, die zuvor eine adjuvante Chemotherapie erhalten hatten: Patienten mit triple-negativem Mammakarzinom (TNBC) mussten eine nodal-positive Erkrankung oder einenodal-negative Erkrankung mit einem Primärtumor ≥ 2 cm gehabt haben; HR-positive,
HER2-negative Patienten mussten zuvor ≥ 4 pathologisch bestätigte positive Lymphknotenhaben.
Die Patienten wurden 1:1 randomisiert und erhielten entweder Olaparib 300 mg (2 x 150-mg-
Tabletten) zweimal täglich (n=921) oder Placebo (n=915). Die Patienten wurden nach
Hormonrezeptor-Status (HR-positiv/HER2-negativ versus TNBC), nach vorhergehenderneoadjuvanter versus adjuvanter Chemotherapie und nach vorhergehender Platin-haltigen Therapiegegen das vorliegende Mammakarzinom stratifiziert (ja versus nein). Die Behandlung wurde bis zu ein
Jahr lang oder bis zum Wiederauftreten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen
Toxizität fortgeführt. Patienten mit HR-positiven Tumoren erhielten zudem eine endokrine Therapie.
Der primäre Endpunkt war das invasiv-krankheitsfreie Überleben (invasive disease free survival,
IDFS), definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zum Zeitpunkt des ersten Rezidivs, wobei
Rezidiv definiert ist als invasives lokoregionäres Rezidiv, Fernrezidiv, kontralaterales invasives
Mammakarzinom, neues Karzinom oder Tod aufgrund jedweder Ursache. Sekundäre
Wirksamkeitsendpunkte waren OS, Fernrezidiv-freies Überleben (distant disease free survival, DDFS,definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zum Nachweis des ersten Fernrezidivs beim
Mammakarzinom), die Inzidenz neuer primärer kontralateraler Mammakarzinome (invasiv und nicht-invasiv), neues primäres Ovarialkarzinom, neues primäres Eileiterkarzinom und neues primäres
Peritonealkarzinom sowie Patienten-berichtete Ergebnisse (patient-reported outcomes, PRO) anhanddes FACIT-Fatigue- und des EORTC-QLQ-C30-Fragebogens.
Zum Nachweis der Eignung für die Studie wurde zentrale Testung durch Myriad oder, falls verfügbar,lokale gBRCA-Testung durchgeführt. Patienten, die auf Grundlage eines lokalen gBRCA-
Testergebnisses in die Studie aufgenommen wurden, stellten eine Gewebeprobe zur retrospektivenkonfirmatorischen Testung zur Verfügung. Von den 1836 in OlympiA aufgenommenen Patientenwurde bei 1623 der gBRCAm-Status durch zentrale Testung entweder prospektiv oder retrospektivbestätigt.
Demografische und Baseline-Charakteristika waren zwischen den beiden Behandlungsarmen gutausgewogen. Das mediane Alter betrug 42 Jahre. 67 % der Patienten waren Weiße, 29 % Asiaten und2,6 % Schwarze. Zwei Patienten (0,2 %) im Olaparib-Arm und vier Patienten (0,4 %) im Placebo-Armwaren männlich. 61 % der Patientinnen waren prämenopausal. 89 % der Patienten hatten einen
ECOG-Performance-Status von 0 und 11 % hatten einen ECOG PS von 1. 82 % der Patienten hatten
TNBC und 18 % hatten eine HR-positive Erkrankung. 50 % der Patienten hatten zuvor eineneoadjuvante und 50 % hatten zuvor eine adjuvante Chemotherapie erhalten. 94 % der Patientenerhielten Anthracyclin und Taxan. Insgesamt 26 % der Patienten hatten zuvor eine Platin-haltige
Therapie gegen das Mammakarzinom erhalten. In den Olaparib- bzw. Placebo-Armen erhielten 87 %bzw. 92 % der Patienten mit HR-positiver Erkrankung gleichzeitig eine endokrine Therapie. Insgesamterhielten 89,5 % der Patienten mit HR-positiver Erkrankung eine endokrine Therapie, diese umfasste
Letrozol (23,7 %), Tamoxifen (40,9 %), Anastrozol (17,2 %) oder Exemestan (14,8 %).
Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt, indem sie eine statistisch signifikante Verbesserung des
IDFS im Olaparib-Arm im Vergleich zum Placebo-Arm zeigte. 284 Patienten hatten IDFS-Ereignisse,das entsprach 12 % der Patienten im Olaparib-Arm (Fernrezidiv 8 %, lokal/regional 1,4 %,kontralaterales invasives Mammakarzinom 0,9 %, primäre maligne Zweittumoren außerhalb der Brust1,2 %, Tod 0,2 %) und 20 % der Patienten im Placebo-Arm (Fernrezidiv 13 %, lokal/regional 2,7 %,kontralaterales invasives Mammakarzinom 1,3 %, primäre maligne Zweittumoren außerhalb der Brust2,3 %, Tod 0 %). Es wurde ebenfalls eine statistisch signifikante Verbesserung des DDFS im
Olaparib-Arm im Vergleich zum Placebo-Arm beobachtet. Bei der primären OS-Analyse (10 %
Datenreife, DCO 12. Juli 2021) wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des OS im Olaparib-
Arm im Vergleich zum Placebo-Arm beobachtet (HR=0,68 [98,5%-KI 0,47; 0,97], p-Wert=0,0091). Ineiner präspezifizierten Analyse, die ungefähr fünf Jahre nach Randomisierung des letzten Patientendurchgeführt wurde, zeigte Olaparib bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 6,2 Jahren im
Olaparib-Arm und 6,1 Jahren im Placebo-Arm weiterhin ein verbessertes OS im Vergleich zu Placebo.
Die Wirksamkeitsergebnisse im FAS sind in Tabelle 11 und in den Abbildungen 9 und 10 dargestellt.
Tabelle 11 Wirksamkeitsergebnisse für die adjuvante Behandlung von Patienten mit
Keimbahn-BRCA-mutiertem Mammakarzinom im Frühstadium in der
OlympiA-Studie
Olaparib 300 mg bd Placebo(N=921) (N=915)
IDFS (15 % Datenreife) - DCO 27. März 2020
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 106:921 (12) 178:915 (20)
HR (99,5%-KI)a, 0,58 (0,41; 0,82)p-Wert (zweiseitig)b 0,0000073
Prozentualer Anteil (95%-KI) der Patienten mitinvasiv-krankheitsfreiem Überleben nach 86 (83, 88) 77 (74, 80)3 Jahrenc
DDFS (13 % Datenreife) - DCO 27. März 2020
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 89:921 (10) 152:915 (17)
HR (99,5% KI)a 0,57 (0,39; 0,83)p-Wert (zweiseitig)b 0,0000257
Prozentualer Anteil (95%-KI) der Patienten mit88 (85, 90) 80 (77, 83)
Fernrezidiv-freiem Überleben nach 3 Jahrenc
OS (14 % Datenreife) - DCO 05. Juni 2024 [5-Jahres-Follow-up-Analyse]
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 107:921 (12) 143:915 (16)
HR (95%-KI)a 0,72 (0,56; 0,93)
Prozentualer Anteil (95%-KI) der nach 3 Jahrenc 93 (91, 94) 89 (87, 91)noch lebenden Patienten
Prozentualer Anteil (95%-KI) der nach 4 Jahrenc 90 (88, 92) 87 (85, 89)noch lebenden Patienten
Prozentualer Anteil (95%-KI) der nach 5 Jahren89 (87, 91) 86 (83, 88)noch lebenden Patientenc
Prozentualer Anteil (95%-KI) der nach 6 Jahren88 (85, 90) 83 (80, 86)noch lebenden Patientenca Basierend auf einem stratifizierten Cox-Regressions-Modell bedeutet ein Wert < 1 ein geringeres Risiko unter Olaparibim Vergleich zum Placebo-Arm.b p-Wert aus einem stratifizierten Log-Rank-Test.c Die prozentualen Anteile werden anhand von KM-Schätzern berechnet.
bd = zweimal täglich; KI = Konfidenzintervall; DCO = Data cut off (Datenschnitt); DDFS = Fernrezidiv-freies Überleben(distant disease free survival); HR = Hazard Ratio; IDFS = invasiv-krankheitsfreies Überleben (invasive disease freesurvival); KM = Kaplan-Meier; OS = Gesamtüberleben.
Abbildung 9 Kaplan-Meier-Plot für das IDFS bei adjuvanter Behandlung von Patienten mit
Keimbahn-BRCA-mutiertem Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem
Rezidivrisiko in der OlympiA-Studie (DCO 27. März 2020)
Olaparib
Placebo
Monate seit Randomisierung
Anzahl Patienten unter Risiko:
randomisation (months)
Olaparib 300 mg bd
Placebo
Abbildung 10 Kaplan-Meier-Plot für OS bei adjuvanter Behandlung von Patienten mit
Keimbahn-BRCA-mutiertem Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem
Rezidivrisiko in der OlympiA-Studie (DCO 05. Juni 2024)
Olaparib
Placebo
Monate seit Randomisierung
Anzahl Patienten unter Risiko:
Olaparib 300 mg bd
Placebo
Prozentualer Anteil der lebenden Patienten Prozentualer Anteil der lebenden und invasiv-krankheitsfreien PatientengBRCA1/2-mutiertes, HER2-negatives, metastasiertes Mammakarzinom
Studie OlympiAD (D0819C00003)
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Olaparib bei Patienten mit gBRCA1/2-Mutationen und einem
HER2-negativen, metastasierten Mammakarzinom wurden in einer randomisierten, offenen,kontrollierten Phase-III-Studie (OlympiAD) untersucht. In dieser Studie wurden 302 Patienten miteiner dokumentierten pathogenen oder vermutlich pathogenen gBRCA-Mutation im Verhältnis 2:1randomisiert und erhielten entweder Lynparza (300 mg [zwei 150-mg-Tabletten] zweimal täglich)oder eine Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes (Capecitabin 42 %, Eribulin 35 % oder Vinorelbin17 %) bis zur Progression oder einer inakzeptablen Toxizität. Patienten mit BRCA1/2-Mutationenwurden entweder mittels eines Keimbahn-Tests im Blut über einen lokalen Test oder über einezentrale Testung durch Myriad identifiziert. Eine Stratifizierung der Patienten erfolgte auf Basis derfolgenden Merkmale: vorherige Chemotherapieregime bei metastasiertem Mammakarzinom (ja/nein),
Hormonrezeptor(HR)-positiv versus triple-negativ (TNBC), vorherige Platintherapie bei
Mammakarzinom (ja/nein). Primärer Endpunkt war das PFS, beurteilt durch eine verblindete,unabhängige, zentrale Auswertung (blinded independent central review, BICR) unter Verwendung von
RECIST 1.1. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte schlossen PFS2, OS, objektive Ansprechrate(objective response rate, ORR) und HRQoL ein.
Die Patienten mussten eine Behandlung mit einem Anthrazyklin (außer kontraindiziert) und einem
Taxan entweder im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting erhalten haben. Patienten mit HR+(ER- und/oder PgR-positiven) Tumoren mussten mindestens eine endokrine Therapie (adjuvant oderbei Metastasen) erhalten haben und unter dieser Therapie eine Krankheitsprogression erfahren haben,oder eine Erkrankung aufweisen, die nach Einschätzung des behandelnden Arztes nicht für eineendokrine Therapie infrage kam. Eine vorherige Platintherapie bei metastasiertem Mammakarzinomwar erlaubt, sofern es während der Therapie zu keiner Krankheitsprogression gekommen war und im(neo)adjuvanten Setting, sofern die letzte Dosis mindestens 12 Monate vor der Randomisierunggegeben wurde. Eine vorhergehende Behandlung mit einem PARP-Inhibitor, einschließlich Olaparib,war nicht erlaubt.
Demografie- und Baseline-Charakteristika waren im Allgemeinen ausgewogen zwischen dem
Olaparib-Arm und dem Vergleichsarm (siehe Tabelle 12).
Tabelle 12 Demografie- und Baseline-Charakteristika von Patienten der OlympiAD-Studie
Olaparib 300 mg bd Chemotherapien=205 n=97
Alter - Jahre (Median) 44 45
Geschlecht (%)
Frauen 200 (98) 95 (98)
Männer 5 (2) 2 (2)
Ethnische Herkunft (%)
Kaukasier 134 (65) 63 (65)
Asiaten 66 (32) 28 (29)
Andere 5 (2) 6 (6)
ECOG-Performance-Status (%)0 148 (72) 62 (64)1 57 (28) 35 (36)
Allgemeine Klassifizierung der Erkrankung
Metastasiert 205 (100) 97 (100)
Lokal fortgeschritten 0 0
Neu diagnostiziertes metastasiertes 26 (13) 12 (12)
Mammakarzinom (%)
Hormonrezeptor-Status (%)
HR+ 103 (50) 49 (51)
TNBC 102 (50) 48 (49)gBRCA-Mutations-Typ (%)gBRCA1 117 (57) 51 (53)gBRCA2 84 (41) 46 (47)gBRCA1 und gBRCA2 4 (2) 0≥2 Metastasenlokalisationen (%) 159 (78) 72 (74)
Metastasenlokalisationen (%)
Ausschließlich Knochen 16 (8) 6 (6)
Andere 189 (92) 91 (94)
Messbare Erkrankung, beurteilt 167 (81) 66 (68)durch BICR (%)
Progrediente Erkrankung zum 159 (78) 73 (75)
Zeitpunkt der Randomisierung (%)
Tumor-Grad bei Diagnose
Gut differenziert (G1) 5 (2) 2 (2)
Mäßig differenziert (G2) 52 (25) 23 (24)
Schlecht differenziert (G3) 108 (53) 55 (57)
Undifferenziert (G4) 4 (2) 0
Nicht beurteilbar (GX) 27 (13) 15 (16)
Fehlend 9 (4) 2 (2)
Anzahl vorherige Chemotherapie-Linien für metastasiertes Mammakarzinom (%)0 68 (33) 31 (32)1 80 (39) 42 (43)2 57 (28) 24 (25)
Vorherige Platin-haltige Therapie 55 (27) 21 (22)(%)nur im (neo)adjuvanten Setting 12 (6) 6 (6)nur metastasiertes Setting 40 (20) 14 (14)im (neo)adjuvanten und metastasierten 3 (1) 1 (1)
Setting
Vorherige Anthrazyklin-Behandlungim (neo)adjuvanten Setting 169 (82) 76 (78)metastasiertes Setting 41 (20) 16 (17)
Vorherige Taxan-Behandlungim (neo)adjuvanten Setting 146 (71) 66 (68)metastasiertes Setting 107 (52) 41 (42)
Vorherige Anthrazyklin- und Taxan- 204 (99,5) 96 (99)
BehandlungAls nachfolgende Therapie erhielten 0,5 % bzw. 8 % der Patienten im Olaparib-Arm bzw. im
Vergleichsarm einen PARP-Inhibitor; 29 % bzw. 42 % der Patienten erhielten nachfolgend eine
Platintherapie.
Für mit Olaparib-behandelte Patienten wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS, demprimären Wirksamkeitsendpunkt, verglichen mit den Patienten des Vergleichsarms gezeigt (siehe
Tabelle 13 und Abbildung 11).
Tabelle 13 Zusammenfassung der Hauptergebnisse für die Wirksamkeit bei Patienten mitgBRCA1/2-mutiertem, HER2-negativem, metastasiertem Mammakarzinom in der
OlympiAD-Studie
Olaparib 300 mg bd Chemotherapie
PFS (77 % Datenreife) - DCO 09. Dezember 2016
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl 163:205 (80) 71:97 (73)
Patienten (%)
Mediane Zeit (Monate) (95%-KI) 7,0 (5,7-8,3) 4,2 (2,8-4,3)
HR (95%-KI) 0,58 (0,43-0,80)p-Wert (2-seitig)a p=0,0009
PFS2 (65 % Datenreife) - DCO 25. September 2017b
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl 130:205 (63) 65:97 (67)
Patienten (%)
Mediane Zeit (Monate) (95%-KI) 12,8 (10,9-14,3) 9,4 (7,4-10,3)
HR (95%-KI) 0,55 (0,39-0,77)p-Wert (2-seitig)a p=0,0005
OS (64 % Datenreife) - DCO 25. September 2017
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl 130:205 (63) 62:97 (64)
Patienten (%)
Mediane Zeit (Monate) (95%-KI) 19,3 (17,2-21,6)c 17,1 (13,9-21,9)
HR (95%-KI) 0,90 (0,66-1,23)p-Wert (2-seitig)a p=0,5131
Bestätigte ORR - DCO 09. Dezember 2016
Anzahl Patienten mit objektivem 87:167 (52)d 15:66 (23)
Ansprechen: Gesamtanzahl Patientenmit messbarer Erkrankung (%)95%-KI 44,2-59,9 13,3-35,7
DOR - DCO 09. Dezember 2016
Median, Monate (95%-KI) 6,9 (4,2; 10,2) 7,9 (4,5; 12,2)a Basierend auf einem stratifizierten Log-Rank-Test.b Post-hoc-Analyse.c Die mediane Nachbeobachtungszeit der zensierten Patienten betrug 25,3 Monate für Olaparib versus 26,3 Monate fürden Vergleichsarm.d Bestätigtes Ansprechen (durch BICR) war definiert als dokumentiertes Ansprechen (CR/PR), bestätigt durchwiederholte Bildgebung mindestens 4 Wochen nach dem Besuch, an dem das Ansprechen erstmals festgestellt wurde.
Im Olaparib-Arm sprachen 8 % der Patienten mit messbarer Erkrankung vollständig an versus 1,5 % der Patienten des
Vergleichsarms; 74/167 (44 %) der Patienten im Olaparib-Arm sprachen partiell an versus 14/66 (21 %) Patienten des
Chemotherapie-Arms. In der TNBC-Patienten-Subgruppe betrug die bestätigte ORR 48 % (41/86) im Olaparib-Armund 12 % (4/33) im Vergleichsarm. In der HR+-Patienten-Subgruppe betrug die bestätigte ORR 57 % (46/81) im
Olaparib-Arm und 33 % (11/33) im Vergleichsarm.
bd Zweimal täglich; KI: Konfidenzintervall; DOR: Duration of Response (Dauer des Ansprechens); DCO: Data cut off(Datenschnitt); HR: Hazard-Ratio; HR+: Hormonrezeptor positiv; ORR: Objective response rate (objektive
Ansprechrate); OS: Overall survival (Gesamtüberleben); PFS: Progression-free survival (progressionsfreies
Überleben); PFS2: Time to second progression or death (Zeit bis zur zweiten Progression oder Tod); TNBC: triple-negativer Brustkrebs.
Abbildung 11 OlympiAD: Kaplan-Meier-Plot für PFS gemäß BICR bei Patienten mitgBRCA1/2-mutiertem, HER2-negativem, metastasiertem Mammakarzinom(77 % Datenreife) DCO 9. Dezember 2016
Chemotherapie (N = 97)
Olaparib 300 mg zweimal täglich (N = 205)
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Olaparib-Tablette 300 mg zweimal täglich
Chemotherapie
In allen präspezifizierten Patienten-Subgruppen wurden konsistente Ergebnisse verzeichnet (siehe
Abbildung 12). Die Subgruppen-Analysen zeigten einen PFS-Vorteil für Olaparib im Vergleich zum
Vergleichsarm sowohl für die TNBC-Patienten-Subgruppe (HR 0,43; 95%-KI: 0,29-0,63, n=152) alsauch für die HR+-Patienten-Subgruppe (HR 0,82; 95%-KI: 0,55-1,26, n=150).
Wahrscheinlichkeit des progressionsfreien Überlebens
Abbildung 12 PFS (BICR), Forest-Plot mit präspezifizierten Subgruppen
In einer post-hoc-Analyse der Subgruppe von Patienten, die während der Chemotherapie (keine
Platintherapie) nicht progredient waren, betrug das mediane PFS im Olaparib-Arm (n=22) 8,3 Monate(95%-KI 3,1-16,7) und 2,8 Monate (95%-KI 1,4-4,2) im Chemotherapie-Arm (n=16) mit einer HRvon 0,54 (95%-KI 0,24-1,23). Die Patientenzahl ist jedoch zu gering, um aussagekräftige
Schlussfolgerungen in Bezug auf die Wirksamkeit für diese Subgruppe zu ziehen.
Sieben männliche Patienten wurden randomisiert (5 im Olaparib-Arm und 2 im Vergleichsarm). Zum
Zeitpunkt der PFS-Analyse hatte ein Patient im Olaparib-Arm ein bestätigtes partielles Ansprechenmit einer Dauer des Ansprechens von 9,7 Monaten. Im Vergleichsarm gab es kein bestätigtes
Ansprechen.
Abbildung 13 OlympiAD: Kaplan-Meier-Plot für OS von Patienten mit gBRCA1/2-mutiertem
HER2-negativem metastasiertem Mammakarzinom (64 % Datenreife)
DCO 25. September 2017
Die OS-Analyse von Patienten ohne vorherige Chemotherapie gegen das metastasierte
Mammakarzinom zeigte mit einer HR von 0,45 (95%-KI 0,27-0,77) einen Vorteil für diese
Subgruppe, während für die Subgruppe mit weiteren Therapielinien die HR die 1 schnitt.
Erhaltungstherapie nach Erstlinienbehandlung bei Keimbahn-BRCA-mutiertem metastasiertem
Adenokarzinom des Pankreas:
POLO-Studie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Olaparib als Erhaltungstherapie wurden in einer randomisierten(3:2), doppelblinden, Placebo-kontrollierten, multizentrischen Studie an 154 Patienten mit Keimbahn-
BRCA1/2-Mutationen, die ein metastasiertes Adenokarzinom des Pankreas hatten, untersucht. Die
Patienten erhielten entweder Lynparza 300 mg (2 x 150-mg-Tabletten) zweimal täglich (n=92) oder
Placebo (n=62) bis zur radiologisch nachgewiesenen Progression der Grunderkrankung oder bis zum
Auftreten einer inakzeptablen Toxizität. Die Erkrankung durfte während einer Platin-basierten
Erstlinien-Chemotherapie nicht progredient sein; die Patienten mussten mindestens 16 Wochen langeine kontinuierliche Platin-haltige Behandlung erhalten haben. Die Platintherapie konnte danachjederzeit aufgrund inakzeptabler Toxizität abgesetzt und die Behandlung mit den übrigen
Arzneimitteln gemäß dem geplanten Regime bzw. bis zur inakzeptablen Toxizität infolge der anderen
Komponente(n) fortgeführt werden. Patienten, die das vollständige Platin-haltige Chemotherapie-
Regime bis zur Progression vertrugen, blieben in dieser Studie unberücksichtigt. Die
Erhaltungstherapie wurde im Zeitraum von 4 bis 8 Wochen nach der letzten Dosis der Komponente(n)der Erstlinien-Chemotherapie begonnen, sofern kein Nachweis einer Progression vorlag und
Toxizitäten aufgrund vorheriger Antikrebstherapien auf CTCAE-Grad 1 zurückgegangen waren, mit
Ausnahme von Alopezie, peripherer Neuropathie des Grades 3 und einem Hb-Wert ≥ 9 g/dl.
Einunddreißig Prozent (31 %) der Patienten mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn wurden durchvorangegangene lokale Testergebnisse und 69 % der Patienten mittels zentraler Testung identifiziert.
Im Olaparib-Arm wiesen 32 % der Patienten eine BRCA1-Mutation in der Keimbahn, 64 % eine
BRCA2-Mutation in der Keimbahn und 1 % sowohl BRCA1- als auch BRCA2-Mutationen in der
Keimbahn auf. Im Placebo-Arm wiesen 26 % der Patienten eine BRCA1-Mutation in der Keimbahn,73 % eine BRCA2-Mutation in der Keimbahn und kein Patient sowohl BRCA1- als auch BRCA2-
Mutationen in der Keimbahn auf. Der BRCAm-Status aller Patienten, die unter Verwendungvorangegangener lokaler Testergebnisse identifiziert worden waren, wurde durch zentrale Testungbestätigt, sofern dort Proben zur Verfügung standen. Achtundneunzig Prozent (98 %) der Patientenwiesen eine pathogene Mutation und 2 % eine vermutlich pathogene Mutation auf. Large
Rearrangements in den BRCA1/2-Genen wurden bei 5,2 % (8/154) der randomisierten Patientennachgewiesen.
Demografie- und Baseline-Charakteristika waren im Allgemeinen ausgewogen zwischen dem
Olaparib-Arm und dem Placebo-Arm. Das mediane Alter betrug in beiden Armen 57 Jahre; 30 % der
Patienten im Olaparib-Arm waren ≥ 65 Jahre verglichen mit 20 % im Placebo-Arm. Achtundfünfzig
Prozent (58 %) der Patienten im Olaparib-Arm und 50 % der Patienten im Placebo-Arm warenmännlich. Im Olaparib-Arm waren 89 % der Patienten Weiße und 11 % waren Nichtweiße; im
Placebo-Arm waren 95 % der Patienten Weiße und 5 % waren Nichtweiße. Die meisten Patientenhatten einen ECOG-Performance-Status von 0 (71 % im Olaparib-Arm und 61 % im Placebo-Arm).
Insgesamt wiesen 72 % der Patienten vor Beginn der Chemotherapie Metastasen in der Leber, 10 %
Metastasen in der Lunge und 50 % Metastasen an anderen Stellen auf. Die mediane Zeit von
Erstdiagnose bis zu Randomisierung betrug in beiden Armen 6,9 Monate (Bereich 3,6 bis38,4 Monate).
Insgesamt erhielten 75 % der Patienten FOLFIRINOX mit einer medianen Anzahl von 9 Zyklen(Bereich 4-61); 8 % erhielten FOLFOX oder XELOX, 4 % erhielten GEMOX und 3 % erhielten
Gemcitabin plus Cisplatin; die verbleibenden 10 % der Patienten erhielten andere Chemotherapie-
Regime. Die Dauer der Erstlinien-Chemotherapie zur Behandlung der metastasierten Erkrankungbetrug 4 bis 6 Monate, > 6 bis < 12 Monate bzw. ≥ 12 Monate bei 77 %, 19 % bzw. 4 % der Patientenim Olaparib-Arm und bei 80 %, 17 % bzw. 3 % der Patienten im Placebo-Arm, wobei die Zeit von derletzten Dosis der Komponente(n) der Erstlinien-Chemotherapie bis zum Beginn der
Studienbehandlung in beiden Armen ungefähr 1 Monat betrug. Als bestes Ansprechen auf die
Erstlinien-Chemotherapie zeigten 7 % der Olaparib-Patienten und 5 % der Placebo-Patienten einvollständiges Ansprechen, 44 % der Olaparib-Patienten und 44 % der Placebo-Patienten sprachenpartiell an und 49 % der Olaparib-Patienten und 50 % der Placebo-Patienten zeigten eine stabile
Erkrankung. Zum Zeitpunkt der Randomisierung wurde eine messbare Erkrankung bei 85 % bzw.
84 % der Patienten im Olaparib- bzw. Placebo-Arm berichtet. Die mediane Zeit vom Beginn der
Platin-haltigen Erstlinien-Chemotherapie bis zur Randomisierung betrug 5,7 Monate (Bereich 3,4 bis33,4 Monate).
Zum Zeitpunkt der PFS-Analyse erhielten 33 % der Patienten im Olaparib-Arm und 13 % im Placebo-
Arm weiterhin Studienmedikation. Neunundvierzig Prozent (49 %) der Patienten im Olaparib-Armund 74 % im Placebo-Arm erhielten eine Folgetherapie. Zweiundvierzig Prozent (42 %) der Patientenim Olaparib-Arm und 55 % im Placebo-Arm erhielten eine Platin-haltige Folgetherapie. Ein Prozent(1 %) der Patienten im Olaparib-Arm und 15 % im Placebo-Arm erhielten einen PARP-Inhibitor als
Folgetherapie. Von den 33 (36 %) bzw. 28 (45 %) der Patienten, die eine erste Platin-haltige
Folgetherapie erhielten, wurde im Olaparib- bzw. im Placebo-Arm bei 8 vs. 6 Patienten eine stabile
Erkrankung berichtet, während 1 vs. 2 Patienten ein Ansprechen zeigten.
Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), definiert als Zeit von der
Randomisierung bis zur Progression, beurteilt durch ein BICR unter Verwendung der Response
Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST) 1.1, die zur Beurteilung von Patienten ohne Nachweiseiner Erkrankung modifiziert wurden, oder bis zum Tod. Die sekundären Wirksamkeitsendpunktebeinhalteten das Gesamtüberleben (OS), die Zeit von der Randomisierung bis zur zweiten Progressionoder Tod (PFS2), die Zeit von der Randomisierung bis zum Beginn der ersten nachfolgenden
Antikrebstherapie oder Tod (TFST), objektive Ansprechrate (ORR), Dauer des Ansprechens (DoR),
Ansprechrate, Zeit bis zum Ansprechen und gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL).
Die Studie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS für Olaparib im Vergleich zu
Placebo (Tabelle 14). Die BICR-Beurteilung des PFS war mit der Beurteilung durch den Prüfarztkonsistent.
Zum Zeitpunkt der finalen Analyse für das OS betrug der Prozentsatz an Patienten, die noch lebtenund nachbeobachtet wurden, 28 % im Olaparib-Arm und 18 % im Placebo-Arm.
Tabelle 14 Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit gBRCAm metastasiertem
Adenokarzinom des Pankreas in der POLO-Studie
Olaparib 300 mg bd Placebo
PFS (68 % Datenreife)a, b (BICR, DCO 15. Januar 2019)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 60:92 (65) 44:62 (71)
Mediane Zeit, Monate (95%-KI) 7,4 (4,14-11,01) 3,8 (3,52-4,86)
HR (95%-KI)c, d 0,53 (0,35-0,82)p-Wert (2-seitig) p=0,0038
OS (70 % Datenreife)e (DCO 21. Juli 2020)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 61:92 (66) 47:62 (76)
Mediane Zeit (Monate) (95%-KI) 19,0 (15,28-26,32) 19,2 (14,32-26,12)
HR (95%-KI)d 0,83 (0,56-1,22)p-Wert (2-seitig) p=0,3487a Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen betrug der Anteil an Patienten, die nach 12 bzw. 24 Monaten lebten undprogressionsfrei waren, 34 % bzw. 22 % für Olaparib vs. 15 % bzw. 10 % für Placebo.b Für PFS betrug die mediane Nachbeobachtungszeit für zensierte Patienten 9,1 Monate im Olaparib-Arm und3,8 Monate im Placebo-Arm.c Ein Wert < 1 bevorzugt Olaparib.d Die Analyse wurde mittels Log-Rank-Test durchgeführt.e Für OS betrug die mediane Nachbeobachtungszeit für zensierte Patienten 31,3 Monate im Olaparib-Arm und23,9 Monate im Placebo-Arm.
bd zweimal täglich; KI: Konfidenzintervall; HR: Hazard Ratio; OS: Overall survival (Gesamtüberleben); PFS:
Progression-free survival (Progressionsfreies Überleben).
Abbildung 14 POLO: Kaplan-Meier-Plot für PFS von Patienten mit gBRCAm metastasiertem
Adenokarzinom des Pankreas (68 % Datenreife - BICR, DCO 15. Januar 2019)___ Olaparib-Tablette 300 mg zweimal täglich
- --- Placebo-Tablette zweimal täglich
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko:
Olaparib-Tablette 300 mg zweimal täglich
Placebo-Tablette zweimal täglich
Wahrscheinlichkeit des progressionsfreien Überlebens
Abbildung 15 POLO: Kaplan-Meier-Plot für OS von Patienten mit gBRCAm metastasiertem
Adenokarzinom des Pankreas (70 % Datenreife, DCO 21. Juli 2020)
Olaparib 300 mg 2-mal tägl. (N=92)
Placebo 2-mal tägl. (N=62)
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko
Olaparib 300 mg zweimal täglich
Placebo zweimal täglich
BRCA1/2-mutiertes metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom:
PROfound-Studie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Olaparib wurde bei Männern mit metastasiertemkastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) in einer randomisierten, offenen, multizentrischen
Phase-III-Studie untersucht. Die Studie beurteilte die Wirksamkeit von Lynparza im Vergleich zueiner neuen hormonellen Substanz (new hormonal agent, NHA), wahlweise Enzalutamid oder
Abirateronacetat, welche vom Prüfarzt bestimmt wurde.
Bei den Patienten musste es nach vorangegangener NHA-Therapie zur Behandlung des metastasierten
Prostatakarzinoms und/oder CRPC zur Krankheitsprogression gekommen sein. Für den Einschluss in
Kohorte A mussten die Patienten pathogene oder vermutlich pathogene Mutationen entweder in
BRCA1- oder BRCA2-Genen aufweisen. Patienten mit ATM-Mutationen wurden ebenfalls in
Kohorte A randomisiert, aber ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis konnte für diese Subpopulationder Patienten nicht gezeigt werden. Patienten mit Mutationen in anderen Genen wurden in Kohorte Brandomisiert.
In dieser Studie wurden 387 Patienten im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten entweder Olaparib(300 mg [2 x 150-mg-Tablette] zweimal täglich) oder das Vergleichspräparat. In Kohorte A waren245 Patienten (162 Olaparib und 83 Vergleichspräparat) und in Kohorte B waren 142 Patienten(94 Olaparib und 48 Vergleichspräparat). Die Patienten wurden stratifiziert nach vorangegangener
Anwendung von Taxanen und nach Vorliegen einer messbaren Erkrankung. Die Therapie wurde biszur Krankheitsprogression fortgeführt. Patienten, die für das Vergleichspräparat randomisiert wurden,erhielten die Möglichkeit, nach bestätigter radiologischer BICR-Progression auf Olaparib zu wechseln.
Patienten, in deren Tumoren BRCA1m- oder BRCA2m-Mutationen festgestellt wurden, wurdenbasierend auf prospektiver zentraler Testung eingeschlossen, mit Ausnahme von 3 Patienten die
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebensbasierend auf einem lokalen Testergebnis eingeschlossen wurden. Von den 160 Patienten in der
PROfound-Studie mit einer BRCA1- oder BRCA2-Mutation wurden 114 Patienten retrospektivgetestet, um zu bestimmen, ob die identifizierte BRCA1/2-Mutation ihren Ursprung in der Keimbahnhatte oder somatischen Ursprungs war. Innerhalb dieser Patientengruppe wurden 63 BRCA1/2-
Mutationen in der Keimbahn-Blutprobe identifiziert, wodurch ermittelt wurde, dass der Ursprung inder Keimbahn war. Die verbliebenen 51 Patienten hatten eine im Tumor nachgewiesene BRCA1/2-
Mutation, die in der Keimbahn-Blutprobe nicht nachgewiesen wurde, womit die BRCA1/2-Mutationsomatischen Ursprungs war. Für die verbliebenen 46 Patienten ist unbekannt, ob der Ursprungsomatisch oder in der Keimbahn war.
Demografie- und Baseline-Charakteristika waren für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen zwischen
Olaparib- und Vergleichsarm insgesamt gut ausgewogen. Das mediane Alter betrug 68 Jahre bzw.
67 Jahre im Olaparib- bzw. im Vergleichsarm. Die vorangegangene Therapie im Olaparib-Arm war71 % Taxane, 41 % Enzalutamid, 37 % Abirateronacetat und 20 % sowohl Enzalutamid als auch
Abirateronacetat. Die vorangegangene Therapie im Vergleichsarm war 60 % Taxane, 50 %
Enzalutamid, 36 % Abirateronacetat und 14 % sowohl Enzalutamid als auch Abirateronacetat.
Achtundfünfzig Prozent (58 %) der Patienten im Olaparib-Arm und 55 % im Vergleichsarm hatten bei
Eintritt in die Studie eine messbare Erkrankung. Der Anteil der Patienten mit Metastasen in den
Knochen, in Lymphknoten, in den Atemwegen und in der Leber betrug im Olaparib-Arm jeweils89 %, 62 %, 23 % bzw. 12 % und im Vergleichsarm jeweils 86 %, 71 %, 16 % bzw. 17 %. Diemeisten Patienten hatten in beiden Behandlungsarmen den ECOG-Performance-Status 0 oder 1(93 %). Die Schmerzscores bei Baseline (BPI-SF stärkste Schmerzen) betrugen 0-<2 (52 %), 2-3(10 %) oder > 3 (34 %) im Olaparib-Arm und 0-<2 (45 %), 2-3 (7 %) oder > 3 (45 %) im
Vergleichsarm. Der mediane PSA-Wert bei Baseline betrug 57,48 µg/l im Olaparib-Arm und103,95 µg/l im Vergleichsarm.
Der primäre Endpunkt der Studie war das radiologisch progressionsfreie Überleben (radiologicalprogression free survival, rPFS) in Kohorte A, beurteilt durch BICR unter Verwendung von
RECIST 1.1 (Weichteilgewebe) sowie durch die Prostate Cancer Working Group (PCWG3)(Knochen). Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren die objektive Ansprechrate (ORR), bestätigtdurch BICR, rPFS durch BICR, die Zeit bis zur Schmerzprogression (time to pain progression, TTPP)und das Gesamtüberleben (OS).
Die Studie zeigte in Kohorte A eine statistisch signifikante Verbesserung beim durch BICR beurteiltenrPFS und in der finalen OS-Analyse für Olaparib gegenüber dem Vergleichsarm.
Die Ergebnisse für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen sind in Tabelle 15 dargestellt. Für BRCA1/2m-
Patienten gab es eine statistisch signifikante Verbesserung beim durch BICR beurteilten rPFS für den
Olaparib-Arm vs. den Arm mit NHA nach Wahl des Prüfarztes. Die finale OS-Analyse zeigte für
BRCA1/2-Patienten eine nominal statistisch signifikante Verbesserung des OS für Patientenrandomisiert auf Lynparza vs. den Vergleichsarm.
Tabelle 15 Zusammenfassung der wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse für Patienten mit
BRCA1/2-mutiertem mCRPC in der PROfound-Studie
Olaparib 300 mg bd NHA nach Wahl des(N=102) Prüfarztes(N=58)rPFS durch BICRa,b,c DCO 4. Juni 2019
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 62:102 (61)c 51:58 (88) c
Medianes rPFS (95%-KI) [Monate] 9,8 (7,6; 11,3) 3,0 (1,8; 3,6)
HR (95%-KI)d 0,22 (0,15; 0,32)
Bestätigte ORR durch BICR
Anzahl Patienten mit objektivem Ansprechen: Gesamtanzahl25:57 (44) 0:33 (0)
Patienten mit messbarer Erkrankung bei Baseline (%)
Odds Ratio (95%-KI) NB (NB; NB)
OS DCO 20. März 2020
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 53:102 (52) 41:58 (71)
Median OS (95%-KI) [Monate] 20,1 (17,4; 26,8) 14,4 (10,7; 18,9)
HR (95%-KI) 0,63 (0,42; 0,95)a Nicht kontrolliert auf Multiplizität.
b rPFS 71 % Datenreifec Das HR mit dem 95%-KI wurde mittels einer Cox-Regression berechnet unter Adjustierung für die Variablen Behandlung,weiteren Faktoren und der Interaktion zwischen Behandlung und weiteren Faktoren.
bd zweimal täglich; BICR verblindete, unabhängige, zentrale Auswertung; KI Konfidenzintervall; HR Hazard Ratio; NBnicht berechenbar; NHA new hormonal agent; ORR objektive Ansprechrate; OS Gesamtüberleben; rPFS radiologischprogressionsfreies Überleben
Abbildung 16 BRCA1/2m-Patienten: Kaplan-Meier-Plot für rPFS (nach BICR)
Olaparib 300 mg zweimal täglich
NHA nach Wahl des Prüfarztes
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko:
Olaparib 300 mg zweimal täglich
NHA nach Wahl des Prüfarztes
Wahrscheinlichkeit des radiologischen progressionsfreien Überlebens
Abbildung 17 BRCA1/2m-Patienten: Kaplan-Meier-Plot für OS
Olaparib 300 mg zweimal täglich
NHA nach Wahl des Prüfarztes
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl Patienten unter Risiko:
Olaparib 300 mg zweimal täglich
NHA nach Wahl des Prüfarztes
Therapie von Patienten im mCRPC-Erstlinien-Setting
PROpel
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Olaparib wurden bei Männern mit metastasiertemkastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) in einer randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten, multizentrischen Phase-III-Studie untersucht, in der die Wirksamkeit von Lynparza(300 mg [2 x 150-mg-Tabletten] zweimal täglich) in Kombination mit Abirateron (1000 mg [2 x 500-mg-Tabletten] einmal täglich) gegenüber einem Vergleichsarm mit Placebo plus Abirateron bewertetwurde. In beiden Armen erhielten die Patienten zusätzlich Prednison oder Prednisolon 5 mg zweimaltäglich.
In die Studie wurden 796 Patienten randomisiert (1:1-Randomisierung; 399 erhielten
Olaparib/Abirateron und 397 erhielten Placebo/Abirateron), bei denen ein histologisch bestätigtes
Adenokarzinom der Prostata sowie eine Metastasierung nachgewiesen worden waren, und die immCRPC-Setting therapienaiv bezüglich einer vorherigen Chemotherapie oder eines NHA waren.
Metastasierung war definiert als mindestens eine dokumentierte metastasierte Läsion entweder ineinem Knochen- oder in einem CT/MRT-Scan. Eine Behandlung mit NHAs (mit Ausnahme von
Abirateron) vor dem mCRPC-Stadium war erlaubt, sofern es während der Therapie nicht zu einer
PSA-Progression (klinisch oder radiologisch) gekommen war und die Therapie mindestens 12 Monatevor der Randomisierung beendet wurde. Eine Therapie mit Antiandrogenen der ersten Generation(z. B. Bicalutamid, Nilutamid, Flutamid) war ebenfalls erlaubt, sofern eine Auswaschzeit von4 Wochen eingehalten wurde. Eine Behandlung mit Docetaxel war im Rahmen einerneoadjuvanten/adjuvanten Therapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom sowie im Stadium desmetastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms (mHSPC) erlaubt, solange während oderunmittelbar nach einer solchen Therapie keine Anzeichen für eine Krankheitsprogression auftraten.
Alle Patienten erhielten ein GnRH-Analogon oder hatten sich einer bilateralen Orchiektomieunterzogen. Die Patienten wurden stratifiziert nach Metastasen (nur Knochen, viszeral oder andere)und Docetaxel-Therapie im mHSPC-Stadium (ja oder nein). Die Therapie wurde bis zur
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebensradiologischen Progression der Grunderkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizitätfortgeführt.
Demografische und Baseline-Charakteristika waren zwischen den beiden Behandlungsarmenausgewogen. Das mediane Alter der Patienten betrug 69 Jahre und die Mehrheit (71 %) der Patientenwaren in der Altersgruppe ≥ 65 Jahre. Einhundertneunundachtzig Patienten (24 %) hatten im mHSPC-
Stadium eine vorherige Therapie mit Docetaxel erhalten. Insgesamt hatten 434 (55 %) der Patienten
Knochenmetastasen (Metastasen im Knochen und keine anderen Fernmetastasen), 105 (13 %)
Patienten hatten viszerale Metastasen (Fernmetastasen im Weichgewebe in einem Organ, z. B. Leber,
Lunge) und 257 (32 %) Patienten hatten andere Metastasen (dies konnte beispielsweise Patientenumfassen mit Metastasen in Knochen und fernen Lymphknoten oder Patienten, bei denen nur ferne
Lymphknoten betroffen waren). In beiden Armen hatten die meisten Patienten (70 %) den ECOG-
Performance-Status 0. In der Olaparib-Gruppe waren 103 (25,8 %) Patienten und in der Placebo-
Gruppe 80 (20,2 %) Patienten symptomatisch. Symptomatische Patienten waren charakterisiert durcheinen Score von ≥ 4 beim Item #3 des Brief Pain Inventory-Short Form (BPI-SF) und/oder Opiat-
Gebrauch bei Baseline.
Der Einschluss der Patienten basierte nicht auf dem Biomarker-Status. Der HRR-Gen-Mutationsstatuswurde retrospektiv durch ctDNA- und Tumorgewebe-Tests beurteilt, um die Kontinuität des
Behandlungseffekts der FAS-Population zu bewerten. Von den getesteten Patienten wurden 198 bzw.
118 mittels ctDNA bzw. Tumorgewebe als HRRm bewertet. Die Verteilung der HRRm-Patienten warzwischen den beiden Armen gut ausgewogen.
Der primäre Endpunkt war das rPFS, definiert als die Zeit von der Randomisierung bis zurradiologischen Progression basierend auf der Beurteilung durch den Prüfarzt unter Verwendung der
RECIST 1.1 und der PCWG-3-Kriterien (Knochen). Der wichtigste sekundäre Wirksamkeitsendpunktwar das Gesamtüberleben (OS). Weitere sekundäre Endpunkte umfassten PFS2, TFST und HRQoL.
Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt, indem sie eine statistisch signifikante Verbesserung des
Risikos für eine radiologische Krankheitsprogression oder Tod für Olaparib/Abirateron im Vergleichzu Placebo/Abirateron basierend auf der Beurteilung durch den Prüfarzt nachwies, mit HR 0,66; 95%-
KI 0,54; 0,81; p<0,0001; medianes rPFS 24,8 Monate im Olaparib/Abirateron-Arm vs. 16,6 Monateim Placebo/Abirateron-Arm. Die Beurteilung des rPFS durch den Prüfarzt wurde durch eineverblindete, unabhängige, zentrale, radiologische (BICR-)Kontrolle unterstützt. Die
Sensitivitätsanalyse des rPFS durch BICR stimmte mit der Prüfarzt-basierten Analyse überein: HR0,61; 95%-KI 0,49; 0,74; p<0,0001; medianes rPFS 27,6 Monate im Olaparib/Abirateron-Arm vs.
16,4 Monate im Placebo/Abirateron-Arm.
Die Ergebnisse der Subgruppen waren konsistent mit den Gesamtergebnissen für Olaparib/Abirateronim Vergleich zu Placebo/Abirateron in allen vordefinierten Subgruppen, einschließlich der Patientenmit oder ohne Taxan-Vorbehandlung im mHSPC-Stadium, Patienten mit unterschiedlichermetastasierter Erkrankung bei Studienbeginn (nur Knochen vs. viszeral vs. andere) und Patienten mitoder ohne HRRm (Abbildung 20).
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 16, Tabelle 17, Abbildung 18 und Abbildung 19zusammengestellt.
Tabelle 16 Zusammenfassung der wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse für die Behandlungvon Patienten mit mCRPC in der PROpel-Studie
Olaparib/Abirateron Placebo/Abirateron
N = 399 N = 397rPFS (Beurteilung durch den Prüfarzt) (50 % Datenreife) (DCO 30. Juli 2021)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 168:399 (42,1) 226:397 (56,9)
Mediane Zeit (95%-KI) (Monate) 24,8 (20,5; 27,6) 16,6 (13,9; 19,2)
Olaparib/Abirateron Placebo/Abirateron
N = 399 N = 397
HR (95%-KI)a 0,66 (0,54; 0,81)p-Wertb <0,0001
Finales OS (48 % Datenreife) (DCO 12. Oktober 2022)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 176:399 (44,1) 205:397 (51,6)
Mediane Zeit (95%-KI) (Monate) 42,1 (38,4; NB) 34,7 (31,0; 39,3)
HR (95%-KI)a 0,81 (0,67; 1,00)p-Wertb p=0,0544% lebende Patienten nach 36 Monaten (95%-KI)c 56,9 (51,7; 61,7) 49,5 (44,3; 54,5)a HR und KI wurden unter Verwendung eines Cox-Regressions-Modells berechnet, adjustiert für die in der primären Pooling-
Strategie gewählten Variablen: Metastasen, Docetaxel-Therapie im mHSPC-Stadium. Bindungen wurden mittels Efron-
Methode gehandhabt. Ein HR-Wert < 1 bevorzugt Olaparib 300 mg bd + Abirateron 1000 mg qd.b Der zweiseitige p-Wert wurde anhand eines Log-Rank-Tests berechnet, der nach den gleichen in der primären Pooling-
Strategie ausgewählten Variablen stratifiziert wurde.c Berechnet mittels Kaplan-Meier-Methode.
Tabelle 17 rPFS-Subgruppen-Analyse gemäß Beurteilung durch den Prüfarzt in der
PROpel-Studie (DCO 30. Juli 2021)
Olaparib/Abirateron Placebo/Abirateron
Radiologisches progressionsfreies Überleben (rPFS) gemäß Beurteilung durch den Prüfarzt
Aggregierte HRRm-Subgruppen-Analysen a
HRRm N=111 N=115
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 43:111 (38,7) 73:115 (63,5)
Median (Monate) NB 13,86
Hazard Ratio (95%-KI) b 0,50 (0,34; 0,73)
Non-HRRm N=279 N=273
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 119:279 (42,7) 149:273 (54,6)
Median (Monate) 24,11 18,96
Hazard ratio (95%-KI) b 0,76 (0,60; 0,97)
Aggregierte BRCAm-Subgruppen-Analysen a
BRCAm N=47 N=38
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 14:47 (29,8) 28:38 (73,7)
Median (Monate) NB 8,38
Hazard Ratio (95%-KI) b 0,23 (0,12; 0,43)
Non-BRCAm N=343 N=350
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patienten (%) 148:343 (43,1) 194:350 (55,4)
Median (Monate) 24,11 18,96
Hazard Ratio (95%-KI) b 0,76 (0,61; 0,94)a Aggregierte Subgruppen wurden von ctDNA- und gewebebasierten Gruppierungen abgeleitet.b Die Analyse wurde unter Verwendung eines Cox-Regressions-Modells mit Termen für die Behandlungsgruppe, den
Subgruppenfaktor sowie die Interaktion von Behandlung und Subgruppe durchgeführt. Das Konfidenzintervall wurdemittels Profile-Likelihood-Methode berechnet. Eine HR < 1 bevorzugt Olaparib 300 mg zweimal täglich.
Abbildung 18 PROpel: Kaplan-Meier-Plot für rPFS (Beurteilung durch den Prüfarzt) (50 %
Datenreife) DCO 30. Juli 2021
Olaparib 300 mg bd + Abirateron 1000 mg qd (N=399)
Placebo bd + Abirateron 1000 mg qd (N=397)
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl der Patienten unter Risiko:
Olaparib 300 mg bd (zweimal täglich) + Abirateron 1000 mg qd (einmal täglich)
Placebo bd + Abirateron 1000 mg qd
Abbildung 19 PROpel: Kaplan-Meier-Plot für OS (48 % Datenreife) DCO 12. Oktober 2022
Olaparib 300 mg bd + Abirateron 1000 mg qd (N=399)
Placebo bd + Abirateron 1000 mg qd (N=397)
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl der Patienten unter Risiko:
Olaparib 300 mg bd (zweimal täglich) + Abirateron 1000 mg qd (einmal täglich)
Placebo bd + Abirateron 1000 mg qd
Wahrscheinlichkeit des radiologischen progressionsfreien Überlebens
Wahrscheinlichkeit des Gesamtüberlebens
Abbildung 20 PROpel: Forest-Plot der Subgruppenanalyse für rPFS (Beurteilung durch den
Prüfarzt) (50 % Datenreife) DCO 30. Juli 2021
Hazard Ratio für Abirateron Abirateron
Progression oder Tod + Olaparib + Placebo(95%-KI) Anzahl Ereignisse/Anzahl Patienten (%)
Alle Patienten
Alter bei Randomisierung: < 65 Jahre
Alter bei Randomisierung: ≥ 65 Jahre
ECOG-Performance-Status bei Baseline = 0*
ECOG-Performance-Status bei Baseline = 1*
Metastasen: Ausschließlich Knochen
Metastasen: Viszeral
Metastasen: Andere
Docetaxel-Therapie im mHSPC-Stadium
Keine Docetaxel-Therapie im mHSPC-Stadium
Baseline PSA: Unter dem medianen
Baseline PSA*
Baseline PSA: Über oder gleich dem medianen
Baseline PSA*
HRRm-Status (aggregiert): HRRm
HRRm-Status (aggregiert): non-HRRm
Region Asien
Region Europa
Region Nord- und Südamerika
Weiße
Schwarze/Afro-Amerikaner
Asiaten
Andere ethnische Herkunft
Abirateron + Olaparib profitieren Abirateron + Placebo profitieren
Jede Subgruppenanalyse wurde unter Verwendung eines Cox-Regressions-Modells mit Termen für die Behandlungsgruppe,den Faktor sowie die Interaktion von Behandlung und Faktor durchgeführt. Eine Hazard Ratio < 1 impliziert ein geringeres
Progressionsrisiko unter Olaparib. Die Größe eines Kreises ist proportional zu der Anzahl der Ereignisse. Alle Subgruppen indieser Abbildung basieren auf Daten des eCRF.
*Patienten ohne Baseline-Beurteilung sind ausgeschlossen. KI: Konfidenzintervall, ECOG: Eastern Cooperative Oncology
Group; HRRm: homologe Rekombinationsreparatur-Genmutation; mHSPC: metastasiertes hormonsensitives
Prostatakarzinom; NB: nicht berechenbar; PSA: Prostata-spezifisches Antigen.
Erstlinien-Erhaltungstherapie bei Mismatch-Reparatur profizientem (pMMR) fortgeschrittenem oderrezidivierendem Endometriumkarzinom
DUO-E-Studie
DUO-E war eine randomisierte, multizentrische, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studiezur Platin-basierten Erstlinien-Chemotherapie in Kombination mit Durvalumab, gefolgt von
Durvalumab mit oder ohne Olaparib als Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit fortgeschrittenemoder rezidivierendem Endometriumkarzinom. Die Patientinnen mussten ein Endometriumkarzinomeiner der folgenden Kategorien haben: neu diagnostizierte Erkrankung im Stadium III (messbare
Erkrankung gemäß RECIST 1.1 nach Operation oder diagnostischer Biopsie), neu diagnostizierte
Erkrankung im Stadium IV (mit oder ohne Erkrankung nach Operation oder diagnostischer Biopsie)oder Rezidiv der Erkrankung (messbare oder nicht messbare Erkrankung gemäß RECIST 1.1), bei derdie Heilungschancen durch eine Operation allein oder in Kombination gering sind. Bei Patientinnenmit rezidivierender Erkrankung war eine vorherige Chemotherapie nur zulässig, wenn diese imadjuvanten Setting angewendet wurde und wenn zwischen der letzten Chemotherapie-Gabe und dem
Auftreten des nachfolgenden Rezidivs mindestens 12 Monate lagen. Die Studie umfasste Patientinnenmit epithelialen Endometriumkarzinomen aller histologischen Subtypen, einschließlich
Karzinosarkomen. Patientinnen mit Endometriumsarkomen waren ausgeschlossen.
Die Randomisierung wurde stratifiziert nach dem Mismatch-Reparatur(MMR)-Status im
Tumorgewebe (profizient versus defizient), Krankheitsstatus (rezidivierend versus neu diagnostiziert)und geografischer Region (Asien versus die übrigen Regionen der Welt). Die Patientinnen wurden im
Verhältnis 1:1:1 auf einen der folgenden Behandlungsarme randomisiert:
* Platin-basierte Chemotherapie: Platin-basierte Chemotherapie (Paclitaxel und Carboplatin)alle 3 Wochen für maximal 6 Zyklen mit Durvalumab-Placebo alle 3 Wochen. Nach
Abschluss der Chemotherapie erhielten Patientinnen ohne objektive Krankheitsprogressionalle 4 Wochen Durvalumab-Placebo und zweimal täglich Olaparib-Placebo-Tabletten als
Erhaltungstherapie bis zur Krankheitsprogression.
* Platin-basierte Chemotherapie + Durvalumab: Platin-basierte Chemotherapie (Paclitaxel und
Carboplatin) alle 3 Wochen für maximal 6 Zyklen mit 1120 mg Durvalumab alle 3 Wochen.
Nach Abschluss der Chemotherapie erhielten Patientinnen ohne objektive
Krankheitsprogression alle 4 Wochen 1500 mg Durvalumab und zweimal täglich Olaparib-
Placebo-Tabletten als Erhaltungstherapie bis zur Krankheitsprogression.
* Platin-basierte Chemotherapie + Durvalumab + Olaparib: Platin-basierte Chemotherapie(Paclitaxel und Carboplatin) alle 3 Wochen für maximal 6 Zyklen mit 1120 mg Durvalumaballe 3 Wochen. Nach Abschluss der Chemotherapie erhielten Patientinnen ohne objektive
Krankheitsprogression alle 4 Wochen 1500 mg Durvalumab und zweimal täglich 300 mg
Olaparib-Tabletten als Erhaltungstherapie bis zur Krankheitsprogression.
Patientinnen, die eines der Prüfpräparate (Olaparib/Placebo oder Durvalumab/Placebo) aus anderen
Gründen als einer Krankheitsprogression absetzten, konnten die Behandlung mit dem anderen
Prüfpräparat fortsetzen, falls dies aufgrund von Toxizitätsabwägungen und nach Ermessen des
Prüfarztes angebracht war.
Die Behandlung wurde bis zur RECIST-v1.1-definierten Krankheitsprogression oder inakzeptablen
Toxizität fortgesetzt. Die Beurteilung des Tumorstatus erfolgte alle 9 Wochen in den ersten18 Wochen bezogen auf den Randomisierungszeitpunkt und danach alle 12 Wochen.
Der primäre Endpunkt war PFS, definiert als Zeit von der Randomisierung bis zur Progression,basierend auf der Beurteilung durch den Prüfarzt unter Verwendung von RECIST 1.1, oder bis zum
Tod. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte beinhalteten OS, ORR und DoR.
Die Studie zeigte in der ITT-Population eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS bei
Patientinnen, die mit Platin-basierter Chemotherapie + Durvalumab + Olaparib behandelt wurden, im
Vergleich zu Platin-basierter Chemotherapie allein (HR 0,55; 95%-KI: 0,43; 0,69). Zum Zeitpunkt der
PFS-Analyse hatten die vorläufigen OS-Daten eine Datenreife von 28 % mit Ereignissen bei 199 von718 Patientinnen.
Der Mismatch-Reparatur(MMR)-Status wurde zentral mittels eines immunhistochemischen MMR-
Panel-Assays bestimmt. Von den insgesamt 718 randomisierten Patientinnen der Studie wiesen575 (80 %) der Patientinnen einen profizienten MMR(pMMR)-Tumorstatus und 143 (20 %) der
Patientinnen einen defizienten MMR(dMMR)-Tumorstatus auf.
Bei Patientinnen mit pMMR-Tumorstatus waren Demografie- und Baseline-Charakteristika zwischenden Behandlungsarmen insgesamt gut ausgewogen. Die demografischen Eigenschaften über alle drei
Arme waren zur Baseline wie folgt: medianes Alter von 64 Jahren (Bereich: 22 bis 86 Jahre); 48 %waren 65 Jahre oder älter; 8 % waren 75 Jahre oder älter; 56 % Weiße, 30 % Asiatinnen und 6 %
Schwarze oder Afro-Amerikanerinnen. Die Krankheitscharakteristika waren wie folgt: ECOG PS von0 (69 %) oder 1 (31 %); 47 % neu diagnostizierte Erkrankung und 53 % rezidivierende Erkrankung.
Die histologischen Subtypen waren endometrioides Karzinom (54 %), seröses Karzinom (26 %),
Karzinosarkom (8 %), gemischtes epitheliales Karzinom (4 %), klarzelliges Karzinom (3 %),undifferenziertes Karzinom (2 %), muzinöses Karzinom (< 1 %) und andere Karzinome (3 %).
Die Ergebnisse bei Patientinnen mit pMMR-Tumorstatus sind in Tabelle 18 und in Abbildung 21zusammengefasst. Die mediane Nachbeobachtungszeit der zensierten Patientinnen mit pMMR-
Tumorstatus betrug 15,2 Monate im Arm mit Platin-basierter Chemotherapie + Durvalumab +
Olaparib und 12,8 Monate im Arm mit Platin-basierter Chemotherapie. Zum Zeitpunkt der PFS-
Analyse hatten die vorläufigen OS-Daten eine Datenreife von 29 % mit Ereignissen bei 110 von383 Patientinnen.
Tabelle 18 Zusammenfassung der Wirksamkeitsergebnisse bei Patientinnen mitfortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom in der DUO-E-
Studie (Patientinnen mit pMMR-Tumorstatus)
Platin-basierte Platin-basierte
Chemotherapie + Chemotherapie
Durvalumab +
Olaparib
N = 191 N = 192
PFS (Beurteilung durch den Prüfarzt) (DCO 12. April 2023)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patientinnen (%) 108:191 (56,5) 148:192 (77,1)
Mediana (95%-KI), Monate 15,0 (12,4; 18,0) 9,7 (9,2; 10,1)
HR (95%-KI) 0,57 (0,44; 0,73)
OSb (DCO 12. April 2023)
Anzahl Ereignisse: Gesamtanzahl Patientinnen (%) 46:191 (24,1) 64:192 (33,3)
Mediana (95%-KI), Monate NE (NE, NE) 25,9 (25,1; NE)
HR (95%-KI) 0,69 (0,47; 1,00)
Objektive Ansprechratec (DCO 12. April 2023)
Anzahl Patientinnen mit objektivem Ansprechen:
Gesamtanzahl Patientinnen mit messbarer 90:147 (61,2) 92:156 (59,0)
Erkrankung bei Baseline (%)
Dauer des Ansprechens (DCO 12. April 2023)
Mediana (95%-KI), Monate 18,7 (10,5; NE) 7,6 (7,1; 10,2)a Berechnet mittels Kaplan-Meier-Methode.b Basierend auf der ersten Interimsanalyse.c Ansprechen: Bestes objektives Ansprechen als bestätigtes vollständiges Ansprechen oder partielles
Ansprechen.
KI: Konfidenzintervall; DCO: Data cut off (Datenschnitt); HR: Hazard Ratio; NE: nicht erreicht; OS: Overallsurvival (Gesamtüberleben); PFS: Progression-free survival (progressionsfreies Überleben).
Abbildung 21 DUO-E: Kaplan-Meier-Plot des PFS (Patientinnen mit pMMR-Tumorstatus)
Platin-basierte Chemotherapie + Durvalumab + Olaparib
Platin-basierte Chemotherapie
Zeit ab Randomisierung (Monate)
Anzahl der Patientinnen unter Risiko:
Platin-basierte Chemotherapie + Durvalumab + Olaparib
Platin-basierte Chemotherapie
* Platinum-based chemotherapy
Bei den Patientinnen mit pMMR-Tumorstatus betrugen für den Arm mit Platin-basierter
Chemotherapie + Durvalumab + Olaparib vs. Arm mit Platin-basierter Chemotherapie die PFS-HRs0,44 (95%-KI: 0,31; 0,61) bei Patientinnen mit positivem PD-L1-Expressionsstatus (236/383; 62 %)bzw. 0,87 (95%-KI: 0,59; 1,28) bei Patientinnen mit negativem PD-L1-Expressionsstatus (140/383;37 %). Ein positiver PD-L1-Expressionsstatus wurde als positiver TAP-Score (tumor area positive,
TAP) > 1 % definiert.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Lynparza bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nichterwiesen. Bei der Studie D0816C00025 handelte es sich um eine offene, multizentrische Phase-1-
Studie zur Untersuchung der Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik, Pharmakodynamik undvorläufigen Wirksamkeit einer Lynparza-Monotherapie bei pädiatrischen Patienten im Alter von≥ 6 Monaten bis < 18 Jahren mit rezidivierten oder refraktären soliden oder primären Tumoren deszentralen Nervensystems (ZNS) (ausgenommen lymphoide Malignome), für die es keine Optionen füreine Standardbehandlung gab. In die Studie wurden 16 Patienten im Alter von ≥ 6 Jahren bis< 18 Jahren eingeschlossen, die eine Defizienz der homologen Rekombinationsreparatur (HRR) odereine HRR-Genmutation, bestimmt mittels eines lokalen Tests, oder die eine gBRCA-Mutation,bestimmt mittels eines zentralen Tests, aufwiesen. Lynparza wurde an Tag 1 als Einzeldosis gegeben,gefolgt von zweimal täglicher Gabe nach einem kontinuierlichen Schema. Von den16 eingeschlossenen Patienten erhielten 13 Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren bis < 18 Jahren 300 mg
Olaparib-Tabletten zweimal täglich und 3 Patienten im Alter von ≥ 6 Jahren bis < 12 Jahren erhielten200 mg Olaparib-Tabletten zweimal täglich bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreteneiner inakzeptablen Toxizität. Bei den 12 eingeschlossenen Teilnehmern mit messbarer Erkrankung zu
Studienbeginn wurde kein objektives Ansprechen beobachtet. Die Ergebnisse der Studie ließen nichtdie Schlussfolgerung zu, dass der Nutzen einer solchen Anwendung die Risiken überwiegt. Siehe
Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen.
Anteil der Patientinnen ohne Ereignis
Die Pharmakokinetik von Olaparib bei der 300-mg-Dosierung in Tablettenform wird durch eineapparente Plasma-Clearance von ~7 l/h charakterisiert, ein apparentes Verteilungsvolumen von ~158 lund eine terminale Halbwertszeit von 15 Stunden. Bei Mehrfachdosierung wurde eine AUC-
Anreicherung von 1,8 beobachtet und die PK schien in einem geringen Ausmaß zeitabhängig zu sein.
ResorptionNach einer oralen Anwendung von Olaparib in Tablettenform (2 x 150 mg) vollzieht sich die
Resorption rasch mit mittleren Spitzenplasmakonzentrationen, die typischerweise 1,5 Stunden nachder Einnahme erreicht werden.
Gleichzeitige Nahrungsaufnahme verlangsamte die Rate (tmax verzögert um 2,5 Stunden und Cmaxreduziert um ca. 21 %), beeinträchtigte das Ausmaß der Resorption von Olaparib jedoch nichtsignifikant (AUC erhöhte sich um 8 %). Demzufolge kann Lynparza unabhängig von den Mahlzeiteneingenommen werden (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungDie in vitro-Plasmaproteinbindung beträgt ungefähr 82 % bei 10 µg/ml, was ungefähr Cmax entspricht.
In vitro war die humane Plasmaproteinbindung von Olaparib dosisabhängig; die gebundene Fraktionbetrug ungefähr 91 % bei 1 µg/ml und reduzierte sich auf 82 % bei 10 µg/ml und auf 70 % bei40 µg/ml. In Lösungen von gereinigtem Eiweiß betrug die an Albumin gebundene Olaparib-Fraktionunabhängig von den Olaparib-Konzentrationen ca. 56 %. Bei Verwendung des gleichen Assays betrugdie an saures Alpha-1-Glykoprotein gebundene Fraktion 29 % bei 10 µg/ml mit der Tendenz einerabnehmenden Bindung bei höheren Konzentrationen.
BiotransformationIn vitro waren CYP3A4/5 nachweislich die Enzyme, die hauptsächlich für den Metabolismus von
Olaparib verantwortlich sind (siehe Abschnitt 4.5).
Nach oraler Gabe von 14C-Olaparib an Patientinnen machte unverändertes Olaparib den Hauptanteilder im Plasma zirkulierenden Radioaktivität aus (70 %). Dies war auch die Hauptkomponente, diesowohl im Urin als auch in den Fäzes gefunden wurde (15 % bzw. 6 % der Dosis). Olaparib wirdextensiv verstoffwechselt. Die Verstoffwechselung war hauptsächlich auf Oxidationsreaktionenzurückzuführen, wobei eine Anzahl der entstandenen Komponenten danach einer Glukuronid- bzw.
Sulfatkonjugation ausgesetzt waren. Im Plasma, im Urin und in den Fäzes wurden jeweils bis zu 20,37 und 20 Metaboliten nachgewiesen, wobei deren Hauptanteil < 1 % der dosierten Substanzrepräsentierte. Ein Piperazin-3-ol-Anteil mit geöffnetem Ring und zwei monooxygenierte Metaboliten(jeder ~10 %) waren die beiden hauptsächlich zirkulierenden Komponenten, wobei einer dermonooxygenierten Metaboliten auch der Hauptmetabolit in den Exkrementen war (6 % bzw. 5 % der
Radioaktivität im Urin und in den Fäzes).
In vitro führte Olaparib zu einer geringen/keiner Hemmung von UGT1A4, UGT1A9, UGT2B7 oderder CYP-Enzyme 1A2, 2A6, 2B6, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6 oder 2E1. Es ist nicht davon auszugehen,dass es ein klinisch signifikanter zeitabhängiger Inhibitor eines dieser CYP-Enzyme ist. Olaparibinhibierte UGT1A1 in vitro, PBPK-Simulationen lassen jedoch darauf schließen, dass dies keineklinische Bedeutung hat. In vitro ist Olaparib ein Substrat für den Effluxtransporter P-gp, es ist jedochunwahrscheinlich, dass dies eine klinische Bedeutung hat (siehe Abschnitt 4.5).
In vitro-Daten zeigen außerdem, dass Olaparib kein Substrat für OATP1B1, OATP1B3, OCT1, BCRPoder MRP2 ist, und dass es kein Inhibitor von OATP1B3, OAT1 oder MRP2 ist.
EliminationNach einer Einmalgabe von 14C-Olaparib wurden ~ 86 % der dosierten Radioaktivität innerhalb einer7-tägigen Sammelperiode zurückgewonnen, davon ~ 44 % im Urin und ~ 42 % in den Fäzes. Der
Hauptanteil des Materials wurde als Metaboliten ausgeschieden.
Besondere PatientengruppenIn populationsbasierten PK-Analysen waren Patientenalter, Geschlecht, Körpergewicht,
Tumorlokalisation oder ethnische Herkunft (einschließlich weißer und japanischer Patienten) keinesignifikanten Kovariaten.
Beeinträchtigung der NierenfunktionBei Patienten mit leicht eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 51 bis 80 ml/min) war,verglichen mit Patienten mit normaler Nierenfunktion, die AUC um 24 % und die Cmax um 15 %erhöht. Bei Patienten mit leichter Beeinträchtigung der Nierenfunktion ist keine Dosis-Anpassung von
Lynparza erforderlich.
Bei Patienten mit mäßiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 31 bis50 ml/min) war, verglichen mit Patienten mit normaler Nierenfunktion, die AUC um 44 % und die
Cmax um 26 % erhöht. Für Patienten mit mäßiger Beeinträchtigung der Nierenfunktion wird eine
Anpassung der Lynparza-Dosierung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
Für die Anwendung bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion oder terminaler
Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) liegen keine Daten vor.
Beeinträchtigung der LeberfunktionVerglichen mit Patienten mit normaler Leberfunktion ist bei Patienten mit leichter Einschränkung der
Leberfunktion (Child-Pugh-Klassifikation A) die AUC um 15 % und Cmax um 13 % erhöht und bei
Patienten mit mäßiger Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klassifikation B) ist die AUCum 8 % erhöht und Cmax um 13 % verringert. Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Einschränkungder Leberfunktion ist keine Anpassung der Lynparza-Dosis erforderlich (siehe Abschnitt 4.2). Für
Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klassifikation C) liegen keine
Daten vor.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Olaparib wurde in der Studie D0816C00025 bei 14 Kindern und
Jugendlichen im Alter von ≥ 6 Jahren bis < 18 Jahren untersucht, die entweder zweimal täglich300 mg (8 Patienten, 12 bis < 18 Jahre) oder zweimal täglich 200 mg (3 Patienten, 6 bis 11 Jahre)erhielten; 3 weitere Patienten wurden während der Phase der Signalidentifikation behandelt underhielten 300 mg Lynparza-Tabletten zweimal täglich (12 bis < 18 Jahre) bis zur
Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität. Die Plasmakonzentrationin beiden Gruppen zeigte eine ähnliche Exposition wie bei Erwachsenen bei einer 300-mg-Dosis.
Mehrfachdosen-Toxizität
Im Rahmen von Mehrfachdosen-Toxizitätsstudien mit Ratten und Hunden von bis zu 6 Monaten
Dauer wurden tägliche orale Olaparib-Dosen gut vertragen. Das hauptsächliche Zielorgan in Bezugauf Toxizität war bei beiden Spezies das Knochenmark mit damit verbundenen Veränderungen derperipheren hämatologischen Parameter. Diese Veränderungen waren innerhalb von 4 Wochen nach
Beendigung der Behandlung reversibel. Bei Ratten wurden auch minimale degenerative Effekte aufden Gastrointestinaltrakt beobachtet. Diese Befunde traten unterhalb der humantherapeutischen
Exposition auf. Studien mit humanen Knochenmarkszellen zeigten in ex-vivo-Assays ebenfalls, dassdie direkte Exposition gegenüber Olaparib zur Toxizität in Knochenmarkszellen führen kann.
GenotoxizitätOlaparib zeigte kein mutagenes Potenzial, war aber in vitro in Säugetierzellen klastogen. Bei oraler
Gabe an Ratten induzierte Olaparib Mikronuclei im Knochenmark. Diese Klastogenität ist konsistentmit der bekannten Pharmakologie von Olaparib und weist auf eine potenzielle Genotoxizität beim
Menschen hin.
KarzinogenitätKarzinogenitätsstudien wurden mit Olaparib nicht durchgeführt.
ReproduktionstoxizitätIm Rahmen einer Fertilitätsstudie mit weiblichen Ratten, bei der Ratten den Wirkstoff bis zur
Implantation erhielten, wurde zwar bei einigen Tieren ein verlängerter Sexualzyklus beobachtet, das
Paarungsverhalten und die Trächtigkeitsrate waren aber nicht beeinträchtigt. Es zeigte sich jedoch eineleichte Reduktion des embryo-fetalen Überlebens.
Im Rahmen von Studien zur embryo-fetalen Entwicklung bei Ratten und in Dosen, die keinesignifikante Toxizität beim Muttertier induzierten, führte Olaparib zu einem reduziertenembryo-fetalen Überleben, zu einem reduzierten fetalen Gewicht und zu fetalen
Entwicklungsanomalien, einschließlich schwerer Fehlbildungen der Augen (z. B. Anophthalmus,
Mikrophthalmus), Fehlbildungen der Wirbelsäule/Rippen sowie viszeraler und skelettaler Anomalien.
Copovidon
Hochdisperses Siliciumdioxid
Mannitol (Ph.Eur.)
Natriumstearylfumarat (Ph.Eur.)
FilmüberzugHypromellose
Macrogol (400)
Titandioxid (E171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Eisen(II,III)-oxid (E172) (nur 150-mg-Tabletten)
Nicht zutreffend.
4 Jahre.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.
Alu/Alu unperforierte Blisterpackung mit 8 Filmtabletten.
Packungsgrößen:56 Filmtabletten (7 Blisterpackungen).
Bündelpackung, die 112 (2 Packungen mit 56) Filmtabletten enthält.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
AstraZeneca AB
SE-151 85 Södertälje
Schweden
EU/1/14/959/002 56 Filmtabletten (100 mg)
EU/1/14/959/003 112 Filmtabletten (2 Packungen mit 56) (100 mg)
EU/1/14/959/004 56 Filmtabletten (150 mg)
EU/1/14/959/005 112 Filmtabletten (2 Packungen mit 56) (150 mg)
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 16. Dezember 2014
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 1. Oktober 2019
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.