Angewendet bei: Lymphom
Art der Anwendung: Infusion
Substanz: mosunetuzumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L01FX25 (Antineoplastische und Immunmodulierende Mittel | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate)
Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Mosunetuzumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung bestimmter Arten von Non-Hodgkin-Lymphomen, einschließlich rezidivierender oder refraktärer follikulärer Lymphome, eingesetzt wird. Es wirkt, indem es T-Zellen des Immunsystems aktiviert, um Krebszellen anzugreifen.
Das Medikament wird über eine intravenöse Infusion verabreicht und wird in Fällen eingesetzt, in denen andere Behandlungen versagt haben. Es ist wirksam bei der Reduzierung der Tumorgröße und der Verlängerung des Überlebens der Patienten.
Nebenwirkungen können ein Zytokinfreisetzungssyndrom, Fieber, Müdigkeit, Übelkeit und Infektionen umfassen. Eine enge Überwachung ist entscheidend, um mögliche Komplikationen zu bewältigen.
Konsultieren Sie Ihren Arzt, um die Vorteile und Risiken der Behandlung mit Mosunetuzumab zu besprechen. Dieses Medikament muss unter der Aufsicht eines Onkologie-Spezialisten verabreicht werden.
Jede Durchstechflasche enthält 1 mg Mosunetuzumab in 1 ml, in einer Konzentration von 1 mg/ml.
Lunsumio 30 mg Konzentrat zur Herstellung einer InfusionslösungJede Durchstechflasche enthält 30 mg Mosunetuzumab in 30 ml, in einer Konzentration von 1 mg/ml.
Mosunetuzumab ist ein volllängen humanisierter Anti-CD20/CD3-Immunglobulin(Ig)G1-Isotyp, derin Ovarialzellen des chinesischen Hamsters mittels rekombinanter
Desoxyribonukleinsäure(DNA)-Technologie hergestellt wird.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Durchstechflasche zu 1 mg enthält 0,6 mg Polysorbat 20.
Jede Durchstechflasche zu 30 mg enthält 18 mg Polysorbat 20.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Klare, farblose Flüssigkeit mit einem pH-Wert von 5,8 und einer Osmolalität von 240 - 356 mosm/kg.
Lunsumio als Monotherapie ist angezeigt für die Behandlung von erwachsenen Patienten mitrezidivierendem oder refraktärem follikulärem Lymphom (FL), die bereits mindestens zwei vorherigesystemische Behandlungen erhalten haben.
Lunsumio darf nur unter Überwachung von in der Anwendung von onkologischen Therapienqualifiziertem medizinischem Fachpersonal in einem Umfeld verabreicht werden, das medizinischausreichend ausgerüstet ist, um schwere Reaktionen wie das Zytokin-Freisetzungssyndrom (cytokinerelease syndrome - CRS) und das Immuneffektorzellen-assoziierte Neurotoxizitätssyndrom (immuneeffector cell-associated neurotoxicity syndrome - ICANS) (siehe nachstehend und Abschnitt 4.4) zubehandeln.
Es ist wichtig, die Etiketten des Produktes zu überprüfen, um sicherzustellen, dass dem Patienten dierichtige, ihm verschriebene Darreichungsform (intravenös oder subkutan als Fixdosis) verabreichtwird. Die intravenöse Darreichungsform von Lunsumio ist nicht zur subkutanen Verabreichungvorgesehen und darf nur als intravenöse Infusion angewendet werden.
DosierungLunsumio ist gut hydrierten Patienten zu verabreichen.
Tabelle 1 gibt einen Überblick über die empfohlene Prämedikation bei CRS und Reaktionen im
Zusammenhang mit einer Infusion (infusion related reactions - IRRs).
Tabelle 1: Prämedikation, die Patienten vor einer Infusion von Lunsumio zu verabreichen ist
Patienten, die eine Prämedikation Verabreichung
Prämedikation benötigen
Intravenöse Corticosteroide: Verabreichung mindestens
Dexamethason 20 mg 1 Stunde vor der Infusion
Zyklen 1 und 2: alle Patienten (bevorzugt) oder von Lunsumio abschließen
Methylprednisolon 80 mg
Zyklus 3 und weitere Zyklen: Antihistaminikum: 50 - 100 mg Mindestens 30 Minuten vor
Patienten, bei denen unter der Diphenhydraminhydrochlorid der Infusion von Lunsumiovorherigen Dosis ein CRS oder entsprechendes orales oderjeglichen Grades aufgetreten ist intravenöses Antihistaminikum
Antipyretikum: 500 - 1 000 mg
Paracetamol
Die empfohlene Dosis von Lunsumio für jeden 21-Tage-Zyklus ist in Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2: Dosis von Lunsumio für Patienten mit rezidivierendem oder refraktäremfollikulärem Lymphom
Tag der Behandlung Dosis von Lunsumio Infusionsgeschwindigkeit
Zyklus 1 Tag 1 1 mg Infusionen von Lunsumio in Zyklus 1 sind
Tag 8 2 mg über einen Zeitraum von mindestens
Tag 15 60 mg 4 Stunden zu verabreichen.
Zyklus 2 Tag 1 60 mg Wenn die Infusionen in Zyklus 1 gut
Zyklus 3 und Tag 1 30 mg vertragen wurden, können nachfolgendeweitere Infusionen von Lunsumio über einen
Zyklen Zeitraum von 2 Stunden verabreicht werden.
Dauer der BehandlungLunsumio soll über 8 Zyklen verabreicht werden, es sei denn, bei einem Patienten kommt es zuinakzeptabler Toxizität oder Krankheitsprogression.
Bei Patienten, die ein vollständiges Ansprechen (complete response - CR) erreichen, ist keine weitere
Behandlung über 8 Zyklen hinaus erforderlich. Patienten, die nach der Behandlung mit 8 Zyklen von
Lunsumio ein partielles Ansprechen (partial response - PR) oder eine stabile Erkrankung erreichen,sollen 9 weitere Behandlungszyklen (insgesamt 17 Zyklen) verabreicht werden, es sei denn, es kommtzu inakzeptabler Toxizität oder Krankheitsprogression.
Verspätete oder versäumte Anwendung
Tabelle 3: Empfehlungen für die Wiederaufnahme der Therapie mit der intravenösen Infusionvon Lunsumio nach Verzögerung bei der Anwendung
Letzte Zeit seit der letzten Maßnahmen für die nächste(n) Dosis/Dosenverabreichte verabreichten Dosis
Dosis2 mg verabreichen (Zyklus 1 Tag 8), dann den1 mg 1 bis 2 Wochen geplanten Behandlungsplan fortsetzen.
Zyklus 1 1 mg (Zyklus 1 Tag 1) wiederholen, dann 2 mg
Tag 1 > 2 Wochen (Zyklus 1 Tag 8) verabreichen und das geplante
Behandlungsschema wieder aufnehmen.
1 bis 2 Wochen 60 mg (Zyklus 1 Tag 15) verabreichen, dann dengeplanten Behandlungsplan wieder aufnehmen.
2 mg Mehr als 2 Wochen 2 mg (Zyklus 1 Tag 8) wiederholen, dann 60 mg
Zyklus 1 bis weniger als 6 Wochen (Zyklus 1 Tag 15) verabreichen und das geplante
Behandlungsschema wieder aufnehmen.
Tag 8 1 mg (Zyklus 1 Tag 1) und 2 mg (Zyklus 1 Tag 8)≥ 6 Wochen wiederholen, dann 60 mg (Zyklus 1 Tag 15)verabreichen und das geplante Behandlungsschemawieder aufnehmen.
1 Woche bis weniger als 60 mg verabreichen (Zyklus 2 Tag 1), dann den60 mg 6 Wochen geplanten Behandlungsplan fortsetzen.
Zyklus 1 1 mg (Zyklus 2 Tag 1) und 2 mg (Zyklus 2 Tag 8)
Tag 15 ≥ 6 Wochen wiederholen, dann 60 mg (Zyklus 2 Tag 15) gefolgtvon 30 mg (Zyklus 3 Tag 1) verabreichen und dasgeplante Behandlungsschema wieder aufnehmen.
3 Wochen bis weniger als 30 mg verabreichen (Zyklus 3 Tag 1), dann den60 mg 6 Wochen geplanten Behandlungsplan fortsetzen.
Zyklus 2 1 mg (Zyklus 3 Tag 1) und 2 mg (Zyklus 3 Tag 8)
Tag 1 ≥ 6 Wochen wiederholen, dann 30 mg (Zyklus 3 Tag 15)* und30 mg (Zyklus 4 Tag 1) verabreichen und dasgeplante Behandlungsschema wieder aufnehmen.
3 Wochen bis weniger als 30 mg verabreichen, dann den geplanten6 Wochen Behandlungsplan fortsetzen.
30 mg 1 mg an Tag 1 und 2 mg an Tag 8 im nächsten
Ab Zyklus 3 ≥ 6 Wochen Zyklus wiederholen, dann 30 mg an Tag 15*,gefolgt von 30 mg an Tag 1 der darauffolgenden
Zyklen.
* Für die Dosen an Tag 1, Tag 8 und Tag 15 im nächsten Zyklus bei allen Patienten Prämedikation gemäß
Tabelle 1 verabreichen.
Bitte beachten, dass sich alle Verweise auf Zyklus und Tag auf den nominalen Zyklus und Tag beziehen.
DosisanpassungBei Patienten, bei denen Reaktionen von Grad 3 oder 4 (z. B. schwerwiegende Infektion, Tumor
Flares [Aufflackern der Tumorerkrankung], Tumorlysesyndrom) auftreten, ist die Behandlungvorübergehend auszusetzen, bis die Symptome abgeklungen sind (siehe Abschnitt 4.4).
Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS)Ein CRS ist auf Basis des klinischen Bildes zu identifizieren (siehe Abschnitt 4.4). Die Patienten sindauf andere Ursachen für Fieber, Hypoxie und Hypotonie, wie z. B. Infektionen/Sepsis, zu untersuchenund zu behandeln. Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (infusion related reactions -
IRRs) sind möglicherweise klinisch nicht von Manifestationen eines CRS zu unterscheiden. Bestehtder Verdacht auf ein CRS oder eine IRR, sind die Patienten gemäß den Empfehlungen in Tabelle 4 zubehandeln.
Tabelle 4: Klassifizierung1 und Behandlung eines CRS
CRS-Grad CRS-Behandlung2 Nächste geplante Infusionvon Lunsumio
Grad 1 Wenn ein CRS während der Infusion auftritt: Sicherstellen, dass die
* Die Infusion aussetzen und Symptome Symptome mindestens
Fieber ≥ 38 ºC behandeln 72 Stunden vor der nächsten
* Die Infusion ist nach Abklingen der Infusion abgeklungen sind
Symptome mit der gleichen
Geschwindigkeit wieder aufzunehmen Der Patient ist engmaschiger
* Wenn die Symptome bei erneuter zu überwachen
Verabreichung wieder auftreten, dielaufende Infusion abbrechen
Wenn ein CRS nach der Infusion auftritt:
* Die Symptome behandeln
Wenn das CRS nach symptomatischer
Behandlung länger als 48 Stunden anhält:
* Dexamethason3 und/oder Tocilizumab4, 5in Erwägung ziehen
Grad 2 Wenn ein CRS während der Infusion auftritt: Sicherstellen, dass die
* Die Infusion aussetzen und Symptome Symptome mindestens
Fieber ≥ 38 ºC behandeln 72 Stunden vor der nächstenund/oder Hypotonie, * Die Infusion ist nach Abklingen der Infusion abgeklungen sinddie keine Behandlung Symptome mit 50 % dermit Vasopressoren Geschwindigkeit wieder aufzunehmen Die Prämedikation isterfordert, * Wenn die Symptome bei erneuter gegebenenfalls zuund/oder Hypoxie, die Verabreichung wieder auftreten, ist die maximieren7eine Behandlung mit laufende Infusion abzubrechen
Low-Flow-Sauerstoff6 Es ist zu erwägen, die nächsteüber eine Nasenkanüle Wenn ein CRS nach der Infusion auftritt: Infusion mit 50 % deroder mit 'Blow-by“- * Die Symptome sind zu behandeln Geschwindigkeit zu
Technik erfordert verabreichen, wobei der
Wenn nach Behandlung der Symptome keine Patient engmaschiger zu
Besserung eintritt: überwachen ist
* Dexamethason3 und/oder Tocilizumab4, 5in Erwägung ziehen
CRS-Grad CRS-Behandlung2 Nächste geplante Infusionvon Lunsumio
Grad 3 Wenn ein CRS während der Infusion auftritt: Sicherstellen, dass die
* Die laufende Infusion ist abzubrechen Symptome mindestens
Fieber ≥ 38 ºC * Die Symptome sind zu behandeln 72 Stunden vor der nächstenund/oder Hypotonie, * Dexamethason3 und Tocilizumab4, 5 sind Infusion abgeklungen sinddie eine Behandlung zu verabreichenmit einem Die Patienten sind für die
Vasopressoren (mit Wenn ein CRS nach der Infusion auftritt: nächste Infusion insoder ohne * Die Symptome sind zu behandeln Krankenhaus einzuweisen
Vasopressin) erfordert, * Dexamethason3 und Tocilizumab4, 5 sindund/oder Hypoxie, die zu verabreichen Die Prämedikation ist, wieeine Behandlung mit angemessen, zu maximieren7
High-Flow-Sauerstoff8 Wenn sich das CRS gegenüber Dexamethasonüber eine und Tocilizumab als refraktär erweist: Die nächste Infusion ist mit
Nasenkanüle, * Bis zur klinischen Besserung sind 50 % der Geschwindigkeit zu
Gesichtsmaske, Maske alternative Immunsuppressiva9 und verabreichen.ohne Rückatmung Methylprednisolon 1 000 mg/Tagoder Venturi-Maske intravenös zu verabreichenerfordert
Grad 4 Wenn das CRS während oder nach der Infusion auftritt:
* Die Behandlung mit Lunsumio ist dauerhaft zu beenden
Fieber ≥ 38 ºC * Die Symptome sind zu behandelnund/oder Hypotonie, * Dexamethason3 und Tocilizumab4, 5 sind zu verabreichendie eine Behandlungmit mehreren Wenn sich das CRS gegenüber Dexamethason und Tocilizumab als refraktär
Vasopressoren erweist:(ausgenommen * Bis zur klinischen Besserung sind alternative Immunsuppressiva9 und
Vasopressin) erfordert, Methylprednisolon 1 000 mg/Tag intravenös zu verabreichenund/oder Hypoxie, dieeine Behandlung mit
Sauerstoff durchpositiven Druck (z. B.
CPAP, BiPAP,
Intubation undmechanische
Beatmung) erfordert1 ASTCT = American Society for Transplantation and Cellular Therapy. Die Prämedikation kann Fiebermaskieren. Daher befolgen Sie bitte diese Behandlungsrichtlinien, wenn das klinische Bild mit einem CRSübereinstimmt2 Bei therapierefraktärem CRS sind andere Ursachen in Betracht zu ziehen, einschließlich hämophagozytischer
Lymphohistiozytose3 Dexamethason ist intravenös in einer Dosierung von 10 mg alle 6 Stunden (oder Äquivalent) bis zurklinischen Besserung zu verabreichen4 In der Studie GO29781 wurde Tocilizumab intravenös in einer Dosierung von 8 mg/kg verabreicht (nichtmehr als 800 mg pro Infusion), wie zur Behandlung des CRS erforderlich5 Wenn nach der ersten Dosis keine klinische Besserung der Anzeichen und Symptome des CRS eintritt, kannim Abstand von mindestens 8 Stunden eine zweite Dosis von intravenösem Tocilizumab 8 mg/kg verabreichtwerden (maximal 2 Dosen pro CRS-Ereignis). Innerhalb des jeweiligen Zeitraums von 6 Wochen der
Behandlung mit Lunsumio, darf die Gesamtzahl der Tocilizumab-Dosen 3 Dosen nicht überschreiten6 Low-Flow-Sauerstoff ist definiert als Sauerstoffzufuhr von < 6 l/Minute7 Siehe Tabelle 1 für zusätzliche Informationen8 High-Flow-Sauerstoff ist definiert als Sauerstoffzufuhr von ≥ 6 l/Minute9 Riegler L et al. (2019)
Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS), Klassifizierung und Behandlung
Ein ICANS sollte anhand des klinischen Bildes identifiziert werden (siehe Abschnitt 4.4). Schließen
Sie andere Ursachen für neurologische Symptome aus. Besteht der Verdacht auf ein ICANS, ist die
Behandlung gemäß den Empfehlungen in Tabelle 5 durchzuführen.
Tabelle 5: Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)
Grada Maßnahmen
Grad 1 Behandlung mit Lunsumio aussetzen und dieneurologischen Toxizitätssymptome überwachen, bis das
ICEb 7 - 9 oder getrübter ICANS abklingt.c,d
Bewusstseinszustand, wacht aberspontan auf Eine unterstützende Therapie durchführen und eineneurologische Beratung und Beurteilung in Erwägungziehen.
Eine Einzeldosis Dexamethason 10 mg in Erwägungziehen, wenn keine anderen Corticosteroideeingenommen werden.
Nicht-sedierende, krampflösende Arzneimittel (z. B.
Levetiracetam) zur Prophylaxe von Anfällen erwägen.
Grad 2 Behandlung mit Lunsumio aussetzen und dieneurologischen Toxizitätssymptome überwachen, bis das
ICEb 3 - 6 oder getrübter ICANS abklingt.c,d
Bewusstseinszustand, wacht aber bei
Ansprache auf Eine unterstützende Therapie durchführen und eineneurologische Beratung und Beurteilung in Erwägungziehen.
Behandlung mit Dexamethason 10 mg intravenös alle6 Stunden, wenn keine anderen Corticosteroideeingenommen werden, bis zur Besserung auf Grad 1,dann ausschleichen.
Nicht-sedierende, krampflösende Arzneimittel (z. B.
Levetiracetam) zur Prophylaxe von Anfällen erwägen.
Grad 3 Behandlung mit Lunsumio aussetzen und dieneurologischen Toxizitätssymptome überwachen, bis das
ICEb 0 - 2 oder getrübter ICANS abklingt.d,e
Bewusstseinszustand, wacht aber beitaktiler Reizung auf oder jeglicher Eine unterstützende Therapie durchführen, die auchklinischer Krampfanfall, der rasch Intensivpflege umfassen kann, und eine neurologischeabklingt oder ein fokales/lokalisiertes Beratung und Beurteilung in Erwägung ziehen.
Ödem in der Neurobildgebung
Behandlung mit Dexamethason 10 mg intravenös alle6 Stunden, falls keine anderen Corticosteroideeingenommen werden, bis zur Besserung auf Grad 1,dann ausschleichen.
Nicht-sedierende, krampflösende Arzneimittel zur
Prophylaxe von Anfällen bis zum Abklingen des ICANSerwägen. Krampflösende Arzneimittel zur Behandlungvon Krampfanfällen nach Bedarf verwenden.
Grada Maßnahmen
Bei wiederholtem Auftreten eines ICANS von Grad 3dauerhaftes Absetzen von Lunsumio erwägen.
Grad 4 Behandlung mit Lunsumio dauerhaft absetzen.
ICEb ist 0 oder der Patient ist nicht Unterstützende Therapie durchführen, die auchaufzuwecken oder benötigt starke oder Intensivpflege umfassen kann, und eine neurologischewiederholte taktile Reize oder Beratung und Beurteilung in Erwägung ziehen.lebensbedrohlich länger anhaltender
Krampfanfall (> 5 min) oder repetitive Behandlung mit Dexamethason 10 mg intravenös alle
Krampfanfälle ohne Rückkehr zum 6 Stunden, wenn keine anderen Corticosteroide
Ausgangszustand oder eine tiefe fokale eingenommen werden, bis zur Besserung auf Grad 1,motorische Schwäche oder ein diffuses dann ausschleichen.
Zerebralödem in der Neurobildgebung
Alternativ kann die Verabreichung von
Methylprednisolon 1 000 mg pro Tag intravenös für3 Tage in Erwägung gezogen werden; wenn sich die
Symptome bessern, die Behandlung wie oben beschriebenfortführen.
Nicht-sedierende, krampflösende Arzneimittel zur
Anfallsprophylaxe bis zum Abklingen des ICANSerwägen. Nach Bedarf krampflösende Arzneimittel zur
Behandlung von Krampfanfällen verwenden.
a American Society for Transplantation and Cellular Therapy(ASTCT)-Konsenskriterien für die
Klassifizierung.
b Wenn der Patient aufzuwecken und fähig ist, eine Bewertung zur Immuneffektorzellen-assoziierten
Enzephalopathie (immune effector cell-associated encephalopathy - ICE) durchzuführen: Orientierung(Orientierung bezogen auf Jahr, Monat, Stadt, Krankenhaus = 4 Punkte); Benennung (3 Objekte benennen,z. B. auf Uhr, Stift, Knopf zeigen = 3 Punkte); Befolgen von Befehlen (z. B. 'Zeigen Sie mir 2 Finger“ oder'Schließen Sie die Augen und strecken Sie die Zunge heraus“ = 1 Punkt); Schreiben (Fähigkeit, einen
Standardsatz zu schreiben = 1 Punkt); und Aufmerksamkeit (von 100 in Zehnerschritten rückwärtszählen = 1 Punkt). Wenn der Patient nicht aufzuwecken und nicht fähig ist, die ICE-Bewertungdurchzuführen (Grad 4 ICANS) = 0 Punkte.
c Berücksichtigen Sie die Art der neurologischen Toxizität, bevor Sie sich entscheiden, Lunsumio abzusetzen.d Siehe Verspätete oder versäumte Anwendung für Hinweise zur Wiederaufnahme von Lunsumio nach einerverspäteten Anwendung.e Evaluieren Sie Nutzen und Risiko, vor der Wiederaufnahme von Lunsumio.
Besondere PatientengruppenBei Patienten ≥ 65 Jahre ist keine Dosisanpassung von Lunsumio erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungLunsumio wurde bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung nicht untersucht.
Dosisanpassungen werden bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung aufgrund der
Pharmakokinetik (siehe Abschnitt 5.2) nicht für erforderlich gehalten.
LeberfunktionsstörungLunsumio wurde bei Patienten mit Leberfunktionsstörung nicht untersucht. Dosisanpassungen werdenaufgrund der Pharmakokinetik (siehe Abschnitt 5.2) nicht für erforderlich gehalten.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Lunsumio bei Kindern unter 18 Jahren wurde noch nichtermittelt.
Art der AnwendungLunsumio ist nur zur intravenösen Anwendung bestimmt.
Lunsumio muss unter aseptischen Bedingungen und unter Aufsicht einer medizinischen Fachkraftverdünnt werden. Es ist als intravenöse Infusion über eine separate Infusionsleitung zu verabreichen.
Verwenden Sie für die Verabreichung von Lunsumio keinen Inline-Filter. Tropfkammerfilter könnenfür die Verabreichung von Lunsumio verwendet werden.
Die intravenösen Infusionen des ersten Zyklus von Lunsumio sind über einen Zeitraum vonmindestens 4 Stunden zu verabreichen. Wenn die Infusionen in Zyklus 1 gut vertragen werden,können die Infusionen der nachfolgenden Zyklen über einen Zeitraum von 2 Stunden verabreichtwerden.
Lunsumio darf nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion verabreicht werden.
Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Zytokin-Freisetzungssyndrom (CRS)CRS, einschließlich lebensbedrohlicher Reaktionen, sind bei Patienten aufgetreten, die Lunsumioerhielten (siehe Abschnitt 4.8). Anzeichen und Symptome umfassten Fieber, Schüttelfrost, Hypotonie,
Tachykardie, Hypoxie und Kopfschmerzen. Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion sindklinisch möglicherweise nicht von Manifestationen eines CRS zu unterscheiden. CRS-Ereignissetraten überwiegend in Zyklus 1 auf und standen hauptsächlich mit der Verabreichung der Dosis an
Tag 1 und Tag 15 in Zusammenhang.
Die Patienten sind mindestens bis zum Ende des 2. Zyklus mit Corticosteroiden, Antipyretika und
Antihistaminika vorzubehandeln. Vor der Verabreichung von Lunsumio müssen die Patientenausreichend hydriert werden. Die Patienten sind auf Anzeichen oder Symptome eines CRS zuüberwachen. Die Patienten sind anzuweisen, sofort einen Arzt aufzusuchen, falls zu irgendeinem
Zeitpunkt Anzeichen oder Symptome von CRS auftreten. Ärzte müssen je nach Bedarf eine
Behandlung mit unterstützenden Maßnahmen, Tocilizumab und/oder Corticosteroiden, einleiten (siehe
Abschnitt 4.2).
Schwerwiegende InfektionenBei Patienten, die Lunsumio erhielten, sind schwerwiegende Infektionen wie Pneumonie, Bakteriämie,
Sepsis oder septischer Schock aufgetreten, von denen einige lebensbedrohlich waren oder tödlichverliefen (siehe Abschnitt 4.8). Nach Erhalt einer Infusion von Lunsumio wurde bei Patienten einefebrile Neutropenie beobachtet.
Lunsumio darf während aktiver Infektionen nicht verabreicht werden. Vorsicht ist geboten, wenn die
Anwendung von Lunsumio bei Patienten mit rezidivierenden oder chronischen Infektionen in der
Anamnese (z. B. chronische, aktive Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus), mit Grunderkrankungen,die für Infektionen prädisponieren können, oder bei Patienten, die zuvor eine intensiveimmunsuppressive Behandlung erhalten haben, erwogen wird. Bei Bedarf sind dem Patientenprophylaktische antibakterielle, antivirale und/oder antimykotische Arzneimittel zu verabreichen. Die
Patienten sind vor und nach der Verabreichung von Lunsumio auf Anzeichen und Symptome einer
Infektion zu überwachen und entsprechend zu behandeln. Im Falle einer febrilen Neutropenie sind die
Patienten auf eine Infektion zu untersuchen und gemäß den lokalen Richtlinien mit Antibiotika,
Flüssigkeit und anderen unterstützenden Maßnahmen zu behandeln.
Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS)
Bei Patienten, die Lunsumio erhalten, sind ICANS aufgetreten, darunter auch schwerwiegende undlebensbedrohliche Reaktionen. Das Auftreten eines ICANS kann gleichzeitig mit einem CRS, nach
Abklingen eines CRS oder unabhängig von einem CRS erfolgen. Zu den in klinischen Studienberichteten Anzeichen von ICANS gehörten Verwirrtheitszustand, Lethargie, Enzephalopathie,getrübter Bewusstseinszustand und eingeschränktes Erinnerungsvermögen. Die Mehrzahl der Fälle tratin Zyklus 1 auf.
Die Patienten sind nach der Verabreichung von Lunsumio auf Anzeichen und Symptome eines ICANSzu überwachen. Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, bei Anzeichen oder Symptomensofort einen Arzt aufzusuchen (siehe Patientenpass unten).
Die Patienten sind darauf hinzuweisen, beim Autofahren, Fahrradfahren oder bei der Bedienungschwerer oder potenziell gefährlicher Maschinen Vorsicht walten zu lassen (oder dies zu vermeiden,falls Symptome auftreten) (siehe Abschnitt 4.7).
Bei den ersten Anzeichen oder Symptomen eines ICANS ist die Behandlung gemäß den in Tabelle 5aufgeführten ICANS-Empfehlungen durchzuführen. Die Behandlung mit Lunsumio ist, wieempfohlen, auszusetzen oder dauerhaft abzusetzen.
Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH)
Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH), einschließlich tödlicher Fälle, wurde bei Patientenberichtet, die Lunsumio erhielten. HLH ist ein lebensbedrohliches Syndrom, das durch Fieber,
Hepatomegalie und Zytopenien gekennzeichnet ist. HLH sollte in Betracht gezogen werden, wenn das
Auftreten eines CRS atypisch oder verlängert ist. Die Patienten sind auf klinische Anzeichen und
Symptome einer HLH zu überwachen (siehe Abschnitt 4.2). Bei Verdacht auf HLH muss Lunsumiounterbrochen und eine HLH-Behandlung eingeleitet werden.
Tumor Flares (Aufflackern der Tumorerkrankung)
Bei Patienten, die mit Lunsumio behandelt wurden, wurde über Tumor Flares berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Zu den Manifestationen gehörten neue oder sich verschlechternde Pleuraergüsse,lokalisierte Schmerzen und Schwellungen an den Stellen der Lymphomläsionen und
Tumorentzündung. Entsprechend dem Wirkmechanismus von Lunsumio sind Tumor Flares nach der
Verabreichung von Lunsumio wahrscheinlich auf den Zustrom von T-Zellen in die Tumorherdezurückzuführen.
Es wurden keine spezifischen Risikofaktoren für Tumor Flares identifiziert. Bei Patienten mit großen
Tumoren, die sich in unmittelbarer Nähe der Atemwege und/oder eines lebenswichtigen Organsbefinden, besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für Beeinträchtigungen und Morbidität aufgrund des
Masseeffekts infolge der Tumor Flares. Patienten, die mit Lunsumio behandelt werden, sind auf
Tumor Flares an kritischen anatomischen Lokalisationen zu überwachen und zu untersuchen.
Tumorlysesyndrom (tumor lysis syndrome - TLS)Bei Patienten, die Lunsumio erhielten, wurde über TLS berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Vor der
Verabreichung von Lunsumio müssen die Patienten ausreichend hydriert sein. Bei Bedarf ist den
Patienten eine prophylaktische urikostatische Therapie (z. B. Allopurinol, Rasburicase) zuverabreichen. Die Patienten sind auf Anzeichen oder Symptome eines TLS zu überwachen,insbesondere Patienten mit hoher Tumorlast oder schnell proliferierenden Tumoren sowie Patientenmit eingeschränkter Nierenfunktion. Die klinische Chemie der Patienten ist zu überwachen undauffällige Laborwerte sind umgehend zu behandeln.
ImmunisierungLebendimpfstoffe und/oder attenuierte Lebendimpfstoffe dürfen nicht gleichzeitig mit Lunsumioverabreicht werden. Es wurden keine Studien mit Patienten durchgeführt, die kurz vorher
Lebendimpfstoffe erhalten haben.
PatientenpassDer verschreibende Arzt muss mit dem Patienten die Risiken der Therapie mit Lunsumio besprechen.
Dem Patienten ist ein Patientenpass auszuhändigen und er ist anzuweisen, diesen stets bei sich zutragen. Der Patientenpass beschreibt die üblichen Anzeichen und Symptome eines CRS und eines
ICANS und enthält Anweisungen, wann ein Patient ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muss.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält Polysorbat 20. Jede Durchstechflasche Lunsumio 1 mg Konzentrat zur
Herstellung einer Infusionslösung enthält 0,6 mg Polysorbat 20 und jede Durchstechflasche Lunsumio30 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 18 mg Polysorbat 20, entsprechend0,6 mg/ml. Polysorbate können allergische Reaktionen hervorrufen.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Eine vorübergehende klinisch relevante Wirkung auf CYP450-Substrate mit engem therapeutischem
Index (z. B. Warfarin, Voriconazol, Ciclosporin, etc.), kann nicht ausgeschlossen werden, da die
Einleitung einer Behandlung mit Lunsumio einen vorübergehenden Anstieg der Zytokinspiegelverursacht, der eine Hemmung von CYP450-Enzymen bewirken kann. Bei Einleitung einer Therapiemit Lunsumio bei Patienten, die mit CYP450-Substraten mit engem therapeutischem Index behandeltwerden, ist eine therapeutische Überwachung zu erwägen. Die Dosis des Begleitmedikaments ist bei
Bedarf anzupassen.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Lunsumio und für mindestens3 Monate nach der letzten Infusion von Lunsumio eine effiziente Kontrazeption anwenden.
SchwangerschaftEs liegen keine Daten über die Anwendung von Lunsumio bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle
Studien sind hinsichtlich der Reproduktionstoxizität unzureichend (siehe Abschnitt 5.3). Lunsumiowird während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Kontrazeptionanwenden, nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Mosunetuzumab/-Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für
Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen ist während der Behandlungmit Lunsumio zu unterbrechen.
FertilitätEs liegen keine Daten zur Fertilität beim Menschen vor. In den 26-wöchigen Toxizitätsstudien mit
Cynomolgus-Affen wurden bei Expositionen (AUC), die mit der Exposition (AUC) bei Patienten, diedie empfohlene Dosis erhielten, vergleichbar waren, keine Beeinträchtigungen der männlichen oderweiblichen Reproduktionsorgane beobachtet.
Lunsumio hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Aufgrund der Möglichkeit des Auftretens eines ICANS besteht bei Patienten, die
Lunsumio erhalten, das Risiko eines getrübten Bewusstseinszustands (siehe Abschnitt 4.4). Aufgrundder Möglichkeit des Auftretens eines ICANS sind die Patienten darauf hinzuweisen, beim Autofahren,
Fahrradfahren oder beim Bedienen schwerer oder potenziell gefährlicher Maschinen Vorsicht waltenzu lassen (oder dies zu vermeiden, falls Symptome auftreten).
Die in diesem Abschnitt beschriebenen Nebenwirkungen wurden in der zulassungsrelevantenklinischen Prüfung GO29781 bei Patienten identifiziert, die mit der empfohlenen intravenösen Dosis(n = 218) bzw. der empfohlenen subkutanen Dosis (n = 139) behandelt wurden. Die Patienten hattenein follikuläres Lymphom (51,8 %), ein diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (26,9 %), eintransformiertes follikuläres Lymphom (9,8 %), ein Mantelzell-Lymphom (7,3 %), eine Richter-
Transformation (3,9 %) und andere Histologien (0,3 %). Die mediane Anzahl der intravenösverabreichten Zyklen von Lunsumio betrug 8 (Bereich: 1-17), 37 % der Patienten erhielten 8 Zyklenund 15 % erhielten mehr als 8 Zyklen bis zu 17 Zyklen.
Patienten, die die empfohlene intravenöse Dosis (n = 218) und die empfohlene subkutane Dosis(n = 139) erhielten, wurden für diese Sicherheitspopulation zusammengeführt (n = 357). In dieserzusammengeführten Sicherheitspopulation waren die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen(≥ 20 %) Zytokin-Freisetzungssyndrom, Neutropenie, Ausschlag und Infektion der oberen Atemwege.
Die am häufigsten beobachteten schwerwiegenden Nebenwirkungen (≥ 2 %) waren Zytokin-
Freisetzungssyndrom (CRS) (17 % gemäß ASTCT-Klassifizierungs-System), Fieber (3 %), Sepsis(3 %), Infektion der oberen Atemwege (3 %) und Pneumonie (5 %). Bei 5,8 % (21/357) der Patientenwurde Lunsumio aufgrund einer Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt. Bei Patienten, welche dieempfohlene intravenöse Dosis erhielten (n = 218), war CRS die einzige Nebenwirkung, die bei mehrals einem Patienten (2 Patienten [0,9 %]) zum Behandlungsabbruch führte.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind nachstehend nach MedDRA-Systemorganklasse und Häufigkeitskategorienaufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 6: Nebenwirkungen, die bei mit Lunsumio behandelten Patienten auftraten
Systemorganklasse/bevorzugter Begriff Alle Grade19 Grad 3 - 4oder Nebenwirkung
Infektionen und parasitäre ErkrankungenInfektion der oberen Atemwege1 Sehr häufig Häufig
Harnwegsinfektion2 Häufig Häufig
Pneumonie3 Häufig Häufig
Infektion der unteren Atemwege4 Häufig Gelegentlich
Sepsis5 Häufig Häufig
Gutartige, bösartige und nicht spezifizierte Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)
Tumor Flare6 (Aufflackern der Häufig Gelegentlich
Tumorerkrankung)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsNeutropenie7 Sehr häufig Sehr häufig
Anämie Sehr häufig Häufig
Thrombozytopenie8 Sehr häufig Häufig
Febrile Neutropenie Häufig Häufig
Erkrankungen des ImmunsystemsZytokin-Freisetzungssyndrom10 Sehr häufig Häufig
Hämophagozytische Lymphohistiozytose9,17 Gelegentlich Gelegentlich
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHypophosphatämie11 Sehr häufig Sehr häufig
Hypokaliämie12 Sehr häufig Häufig
Hypomagnesiämie13 Häufig Sehr selten
Tumorlysesyndrom Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen14 Sehr häufig Gelegentlich
Schwindelgefühl15 Häufig Gelegentlich
Immuneffektorzellen-assoziiertes Häufig Sehr selten
Neurotoxizitätssyndrom16,17
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsDiarrhö Sehr häufig Gelegentlich
Übelkeit Sehr häufig Gelegentlich
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAusschlag18 Sehr häufig Häufig
Pruritus Sehr häufig Sehr selten
Trockene Haut Sehr häufig Sehr selten
Exfoliation der Haut Häufig Sehr selten
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortFieber Sehr häufig Häufig
Schüttelfrost Sehr häufig Gelegentlich
Untersuchungen
Erhöhte Alanin-Aminotransferase Häufig Häufig
Erhöhte Aspartat-Aminotransferase Häufig Häufig1 Infektion der oberen Atemwege beinhaltet Infektion der oberen Atemwege, virale Infektion der oberen
Atemwege, Nasopharyngitis, Sinusitis, Rhinovirusinfektion, bakterielle Sinusitis, virale Sinusitis, Infektionder Atemwege, COVID-19 und virale Infektion der Atemwege2 Harnwegsinfektion umfasst Harnwegsinfektion, Escherichia Harnwegsinfektion, akute Pyelonephritis3 Pneumonie umfasst Pneumonie und COVID-19-Pneumonie4 Infektionen der unteren Atemwege umfassen Infektionen der unteren Atemwege und Bronchitis5 Sepsis beinhaltet Sepsis, septischen Schock, Bakteriämie, Candida-Sepsis6 Tumor Flare umfasst Aufflackern der Tumorerkrankung, Pleuraerguss, Tumorentzündung und
Flankenschmerz7 Neutropenie umfasst Neutropenie und verminderte Neutrophilenzahl8 Thrombozytopenie umfasst Thrombozytopenie und verminderte Thrombozytenzahl9 Hämophagozytische Lymphohistozytose (HLH) umfasst HLH10 Von der American Society for Transplantation and Cellular Therapy11 Hypophosphatämie beinhaltet Hypophosphatämie und erniedrigten Phosphor im Blut12 Hypokaliämie beinhaltet Hypokaliämie und erniedrigtes Kalium im Blut13 Hypomagnesiämie beinhaltet Hypomagnesiämie und Abnahme von Magnesium im Blut14 Kopfschmerzen beinhalten Kopfschmerzen, Migräne und Beschwerden im Kopfbereich15 Schwindel beinhaltet Schwindel und Vertigo16 In Übereinstimmung mit dem medizinischen Konzept der ICANS gemäß der American Society for
Transplantation and Cellular Therapy und umfasst Verwirrtheitszustand, ICANS, Lethargie,
Enzephalopathie, Bewusstseinsstörung und Gedächtnisstörungen17 Die Berechnung der Häufigkeit basiert auf zusätzlichen klinischen Studien18 Ausschlag beinhaltet Ausschlag, erythematösen Ausschlag, exfoliativen Ausschlag, makulösen Ausschlag,makulo-papulösen Ausschlag, juckenden Ausschlag, pustulösen Ausschlag, Erythem, palmares Erythem,
Dermatitis, akneiforme Dermatitis, Kontaktdermatitis, palmar-plantare Erythrodysästhesie undmorbiliformen Ausschlag19 Unerwünschte Ereignisse von Grad 5 traten nur bei den Arzneimittel Nebenwirkungen (ADR) mit den
Begriffen HLH, Pneumonie, Sepsis und URTI (d. h. COVID-19) bei der subkutanen Injektion von
Mosunetuzumab (jeweils 1) und bei den ADR-Begriffen Pneumonie und Sepsis bei der intravenösen Infusionvon Mosunetuzumab (jeweils 1) auf.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenEin CRS (ASTCT-Klassifizierungs-System) jeglichen Grades trat bei 39 % (86/218) der Patienten auf,die mittels intravenöser Infusion mit Lunsumio behandelt wurden, wobei Grad 2 bei 14 %, Grad 3 bei2,3 % und Grad 4 bei 0,5 % der mit Lunsumio behandelten Patienten auftrat. Bei dem einen Patientenmit dem Ereignis von Grad 4 handelte es sich um einen Patienten mit FL in der leukämischen Phase,bei dem gleichzeitig auch ein TLS auftrat.
Ein CRS jeglichen Grades trat bei 15 % der Patienten nach der Tag-1-Dosis von Zyklus 1 auf, bei 5 %nach der Tag-8-Dosis von Zyklus 1, bei 33 % nach der Tag-15-Dosis von Zyklus 1, bei 5 % der
Patienten trat es nach Zyklus 2 und bei 1 % in Zyklus 3 und weiteren Zyklen auf. Die mediane Zeit biszum Auftreten des CRS ab Beginn der Verabreichung betrug an Tag 1 von Zyklus 1 5 Stunden(Bereich: 1 - 73 Stunden), an Tag 8 von Zyklus 1 28 Stunden (Bereich: 5 - 81 Stunden), an Tag 15von Zyklus 1 25 Stunden (Bereich: 0,1 - 391 Stunden) und an Tag 1 von Zyklus 2 46 Stunden(Bereich: 12 - 82 Stunden). Das CRS klang bei allen Patienten ab und die mediane Dauer der
CRS-Ereignisse betrug 3 Tage (Bereich: 1 - 29 Tage).
Bei den 86 Patienten, bei denen es zu einem CRS kam, waren die häufigsten Anzeichen und
Symptome des CRS Fieber (98 %), Schüttelfrost (36 %), Hypotonie (35 %), Tachykardie (24 %),
Hypoxie (22 %) und Kopfschmerzen (16 %).
Zur Behandlung eines CRS-Ereignisses wurden bei 16 % der Patienten Tocilizumab und/oder
Corticosteroide eingesetzt: 6 % erhielten Tocilizumab allein, 6 % erhielten Corticosteroide allein und4 % erhielten sowohl Tocilizumab als auch Corticosteroide. Von den 10 % der Patienten, die mit
Tocilizumab (mit oder ohne Corticosteroid) behandelt wurden, erhielten 86 % nur eine Dosis
Tocilizumab mit nicht mehr als zwei Dosen Tocilizumab, die zur Behandlung eines einzelnen CRS-
Ereignisses verabreicht wurden. Von den Patienten mit CRS von Grad 2 wurden 48 % symptomatischohne Corticosteroide oder Tocilizumab behandelt, 18 % erhielten Tocilizumab allein, 21 % erhielten
Corticosteroide allein und 12 % erhielten sowohl Corticosteroide als auch Tocilizumab. Patienten mit
CRS von Grad 3 oder Grad 4 erhielten Tocilizumab, Corticosteroide, Vasopressoren und/oder
Sauerstoffzufuhr. Bei drei Prozent der Patienten trat nach der Verabreichung von Lunsumio eine
Hypotonie und/oder Hypoxie ohne Fieber auf; 2 % der Patienten erhielten Tocilizumab und/oder
Corticosteroide, ohne Fieber zu haben.
Zu Krankenhausaufenthalten aufgrund eines CRS kam es bei 21 % der Patienten und die mediane
Dauer des Krankenhausaufenthalts betrug 5 Tage (Bereich: 0 - 30 Tage).
NeutropenieEine Neutropenie jeglichen Grades trat bei 26,1 % (93/357) der Patienten auf, die mittels intravenöser
Infusion oder subkutaner Injektion mit Lunsumio behandelt wurden, von denen 22,7 % Ereignisse von
Grad 3 - 4 hatten. Die mediane Zeit bis zum Auftreten der ersten Neutropenie/erniedrigten
Neutrophilenzahl betrug 50 Tage (Bereich: 1 − 280 Tage) mit einer medianen Dauer von 8 Tagen(Bereich: 1 - 487 Tage). Von den 93 Patienten, bei denen es zu einer Neutropenie/erniedrigten
Neutrophilenzahl kam, erhielten 68 % (63/93) zur Behandlung der Ereignisse Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktor (granulocyte colony stimulating factor - G-CSF).
Schwerwiegende InfektionenSchwerwiegende Infektionen jeglichen Grades traten bei 17 % (60/357) der Patienten auf, die mittelsintravenöser Infusion oder subkutaner Injektion mit Lunsumio behandelt wurden. Bei fünf (1,4 %) der
Patienten traten gleichzeitig mit einer Neutropenie von Grad 3 -- 4 schwerwiegende Infektionen auf.
Die mediane Zeit bis zum Auftreten der ersten schwerwiegenden Infektion betrug 92 Tage (Bereich:1 - 408 Tage) mit einer medianen Dauer von 15,5 Tagen (Bereich: 2 - 174 Tage). Ereignisse von
Grad 5 traten bei 2,5 % (9/357) der Patienten auf, darunter COVID-19-Pneumonie, COVID-19,
Pneumonie, septischer Schock und Sepsis.
Immuneffektorzellen-assoziiertes Neurotoxizitätssyndrom
Über eine breitere Population klinischer Studien hinweg trat ein Immuneffektorzellen-assoziiertes
Neurotoxizitätssyndrom (immune effector cell-associated neurotoxicity syndrome - ICANS) bei 2,1 %(20/949) der Patienten auf, 19 Patienten hatten Ereignisse von Grad 1 - 2 und 1 Patient hatte ein
Ereignis von Grad 3. Die Mehrzahl der Ereignisse trat während des ersten Behandlungszyklus auf. Diemeisten Fälle klangen ab. Die mediane Zeit bis zum Auftreten des Ereignisses ab der ersten Dosisbetrug 17 Tage (Bereich: 1 - 48 Tage). Die mediane Dauer betrug 3 Tage (Bereich: 1 - 20 Tage). Eine
Bewertung der Immuneffektorzellen-assoziierten Enzephalopathie (immune effector cell-associatedencephalopathy [ICE]) wurde bei der referenzierten Studienpopulation nicht systematischdurchgeführt.
Tumor Flares
Zu Tumor Flares (einschließlich Pleuraerguss und Tumorentzündung) kam es bei 3,1 % (11/357) der
Patienten, die mittels intravenöser Infusion oder subkutaner Injektion mit Lunsumio behandeltwurden. Davon hatten 1,4 % Ereignisse von Grad 2 und 1,4 % von Grad 3. Die mediane Zeit bis zum
Auftreten betrug 13 Tage (Bereich: 2 - 84 Tage) und die mediane Dauer 36 Tage (Bereich:15 - 105 Tage).
Tumorlysesyndrom (TLS)Ein TLS trat bei 0,6 % (2/357) der Patienten, die mittels intravenöser Infusion oder subkutaner
Injektion mit Lunsumio behandelt wurden, gleichzeitig mit einem CRS auf. Ein Patient mitfollikulärem Lymphom befand sich in der leukämischen Phase und erlitt ein TLS von Grad 4. Das
TLS trat an den Tagen 2 und 24 auf und klang innerhalb von 3 bzw. 6 Tagen ab.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Im Falle einer Überdosierung müssen die Patienten engmaschig auf Anzeichen oder Symptome von
Nebenwirkungen überwacht werden und es muss eine angemessene symptomatische Behandlungeingeleitet werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Substanzen, andere monoklonale Antikörper und
Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FX25
WirkmechanismusMosunetuzumab ist ein bispezifischer Anti-CD20/CD3-Antikörper, der T-Zellen veranlasst, sichgegen CD20-exprimierende B-Zellen zu richten. Er ist ein abhängiger Agonist; die gezielte Abtötungvon B-Zellen wird nur bei gleichzeitiger Bindung an CD20 auf B-Zellen und CD3 auf T-Zellenbeobachtet. Das Zusammenwirken beider Arme von Mosunetuzumab führt zur Bildung einerimmunologischen Synapse zwischen einer Ziel-B-Zelle und einer zytotoxischen T-Zelle und damit zur
T‑Zell-Aktivierung. Die anschließende gezielte Freisetzung von Perforin und Granzymen aufgrund der
T‑Zell-Aktivierung durch die immunologische Synapse führt zur Lyse der B-Zellen und damit zum
Zelltod.
Lunsumio verursachte sowohl durch intravenöse als auch durch subkutane Anwendung bei der
Mehrzahl der Patienten (95,2 % bzw. 94,1 %) nach dem ersten Anwendungszyklus (bis Zyklus 2,
Tag 1) eine B-Zell-Depletion (definiert als eine CD19-B-Zellzahl < 5 Zellen/µl), die während dergesamten Behandlungsdauer erhalten blieb.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitEs wurde eine unverblindete, multizentrische Multikohortenstudie (GO29781) durchgeführt, um
Lunsumio bei Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom (-
NHL), für die keine Behandlung zur Verfügung stand, bei der eine Verbesserung des Überlebens zuerwarten war, zu untersuchen. In der Kohorte mit follikulärem Lymphom (FL) (n = 90) mussten die
Patienten mit rezidivierendem oder refraktärem FL (Grad 1-3A) mindestens zwei vorherigesystemische Therapien erhalten haben, einschließlich eines monoklonalen Anti-CD20-Antikörpers undeines Alkylans. Patienten mit FL von Grad 3B und Patienten mit transformiertem FL bei
Studienbeginn waren ausgeschlossen; Patienten mit einem transformierten FL in der Anamnese, abermit einem FL von Grad 1 - 3A bei Studienbeginn wurden in die FL-Kohorte eingeschlossen.
Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit einem Eastern Cooperative Oncology Group(ECOG)-Performance-Status ≥ 2, signifikanter kardiovaskulärer Erkrankung (z. B. Herzinsuffizienz
Klasse III oder IV der New York Heart Association, Myokardinfarkt innerhalb der letzten 6 Monate,instabile Arrhythmien oder instabile Angina pectoris), signifikanter aktiver Lungenerkrankung,eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance [CrCl] < 60 ml/min mit erhöhtem
Serumkreatininspiegel), aktiver Autoimmunerkrankung, die eine immunsuppressive Therapieerfordert, aktiven Infektionen (d. h. chronisch aktive Epstein-Barr-Virus(EBV)-Infektion, akute oderchronische Hepatitis C, Hepatitis B, humanes Immundefizienz-Virus (HIV), progressiver multifokaler
Leukoenzephalopathie, aktuellem oder früherem Zentralnervensystem(ZNS)-Lymphom oder einer
ZNS-Erkrankung, Makrophagenaktivierungssyndrom/hämophagozytischer Lymphohistiozytose in der
Anamnese, früherer allogener Stammzelltransplantation oder früherer Organtransplantation.
Die Patienten erhielten Lunsumio intravenös in einem 21-tägigen Zyklus wie folgt:
* Zyklus 1, Tag 1: 1 mg
* Zyklus 1, Tag 8: 2 mg
* Zyklus 1, Tag 15: 60 mg
* Zyklus 2, Tag 1: 60 mg
* Zyklus 3 und weitere Zyklen, Tag 1: 30 mg
Die mediane Anzahl der erhaltenen Zyklen betrug 8 Zyklen. 59 % der Patienten erhielten 8 Zyklenund 18 % erhielten mehr als 8 Zyklen bis hin zu 17 Zyklen.
Das mediane Alter lag bei 60 Jahren (Bereich: 29 bis 90 Jahre), wobei 31 % der Patienten > 65 Jahrealt und 7,8 % ≥ 75 Jahre alt waren. 61 % waren männlich, 82 % waren weiß, 9 % asiatisch, 4 %schwarz, 100 % hatten einen Eastern Cooperative Oncology Group(ECOG)-Performance-Status von 0oder 1 und 34 % der Patienten hatten eine 'Bulky Disease“ (große Tumormasse, mindestens eine
Läsion > 6 cm). Die mediane Anzahl vorangegangener Therapien betrug 3 (Bereich: 2 - 10), wobei38 % 2 vorangegangene Therapien, 31 % 3 vorangegangene Therapien und 31 % mehr als3 vorangegangene Therapien erhalten hatten.
Alle Patienten hatten zuvor Anti-CD20- und Alkylanzien-Therapien erhalten, 21 % eine autologe
Stammzelltransplantation, 19 % PI3K-Inhibitoren, 9 % eine vorherige Therapie mit Rituximab plus
Lenalidomid und 3 % CAR-T-Zelltherapien. 79 % der Patienten waren refraktär gegenüber einervorherigen Therapie mit einem monoklonalen Anti-CD20-Antikörper und 53 % waren refraktärgegenüber einer Therapie mit einem monoklonalen Anti-CD20-Antikörper und einem Alkylans. 69 %der Patienten erwiesen sich als refraktär gegenüber der letzten vorangegangenen Therapie und bei52 % kam es innerhalb von 24 Monaten nach der ersten systemischen Therapie zur
Krankheitsprogression.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war vollständiges Ansprechen (complete response - CR), das voneinem unabhängigen Prüfungsgremium (independent review facility - IRF) gemäß den
Standardkriterien für NHL (Cheson 2007) bewertet wurde. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in
Tabelle 7 zusammengefasst.
Tabelle 7: Zusammenfassung der Wirksamkeit bei Patienten mit rezidivierendem/refraktärem
FL
Wirksamkeitsparameter Lunsumion = 90
Mediane Beobachtungszeit 18,3 Monate (Bereich 2 - 27 Monate)
Vollständiges Ansprechen (CR), n (%), 54 (60,0)(95-%-KI) (49,1; 70,2)
Objektive Ansprechrate (objective responserate - ORR), n (%) 72 (80,0)(95-%-KI) (70,3; 87,7)
Partielles Ansprechen (partial response - PR) n (%) 18 (20,0)(95-%-KI) (12,3; 29,8)
Dauer des Ansprechens (duration ofresponse - DOR)1
Patienten mit Ereignis, n (%) 29 (40,3)
Median, Monate (95-%-KI) 22,8 (9,7; NE)
K-M-ereignisfreier Anteil12 Monate 61,8(95-%-KI) (50,0; 73,7)18 Monate 56,9(95-%-KI) (44,1; 69,6)
Dauer des vollständigen Ansprechens (duration ofcomplete response - DOCR)2
Patienten mit Ereignis, n (%) 16 (29,6)
Median, Monate (95-%-KI) NE (14,6; NE)
K-M-ereignisfreier Anteil12 Monate 71,4(95-%-KI) (57,9; 84,9)18 Monate 63,7(95-%-KI) (48,0; 79,4)
KI = Konfidenzintervall; K-M = Kaplan-Meier; NE = nicht erreicht
Klinischer Datenstichtag: 27. August 2021
Für den primären Endpunkt der vom IRF bewerteten CR-Rate wurde ein Hypothesentest durchgeführt.1 DOR ist definiert als die Zeit vom ersten Auftreten eines dokumentierten PR oder CR bis zum Eintreten eines
Ereignisses (dokumentierte Krankheitsprogression oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuersteintritt).
2 DOCR ist definiert als die Zeit vom ersten Auftreten eines dokumentierten CR bis zum Eintreten eines
Ereignisses (dokumentierte Krankheitsprogression oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, was zuersteintritt).
Die mediane Nachbeobachtungszeit für DOR betrug 14,9 Monate. Zu den zusätzlichen explorativen
Wirksamkeitsergebnissen gehörten die mediane Zeit bis zum ersten Ansprechen (1,4 Monate, Bereich:1,1-- 8,9) und die mediane Zeit bis zum ersten vollständigen Ansprechen (3,0 Monate, Bereich:1,1 - 18,9).
ImmunogenitätDie Immunogenität von Mosunetuzumab wurde mit einem Enzymimmunoassay (enzyme-linkedimmunosorbent assay - ELISA) untersucht. Keiner der 418 für Anti-Wirkstoff-Antikörper (anti-drugantibodies - ADA) auswertbaren Patienten, die in der Studie GO27981 eine intravenöse Behandlungmit Lunsumio als Monotherapie erhielten, wurde positiv auf Anti-Mosunetuzumab-Antikörpergetestet. Auf Basis der verfügbaren Daten konnte die klinische Relevanz von Anti-Mosunetuzumab-
Antikörpern nicht beurteilt werden.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Lunsumio eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei reifen
B-Zell-Neoplasien gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bezüglich Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
Zulassung unter besonderen BedingungenDieses Arzneimittel wurde unter 'Besonderen Bedingungen“ zugelassen. Das bedeutet, dass weitere
Nachweise für den Nutzen des Arzneimittels erwartet werden. Die Europäische Arzneimittel-Agenturwird neue Informationen zu diesem Arzneimittel mindestens jährlich bewerten und, falls erforderlich,wird die Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels aktualisiert werden.
Die pharmakokinetische (PK) Exposition von Mosunetuzumab nahm über den untersuchten
Dosisbereich von 0,05 bis 60 mg in etwa dosisproportional zu. Die Populationspharmakokinetik nachintravenöser Verabreichung von Lunsumio wurde durch ein 2-Kompartiment-PK-Modell mitzeitabhängiger Clearance beschrieben, die als Abnahme auf ein Steady-State-Plateau (Clss) von einem
Ausgangswert (Clbase) zu Beginn der Behandlung entsprechend einer Übergangshalbwertszeit von16,3 Tagen parametrisiert wurde. Bei Mosunetuzumab wurde eine mäßige bis hohepharmakokinetische Variabilität beobachtet. Diese war durch eine interindividuelle Variabilität (IIV)gekennzeichnet, die sich in einem von 18 % bis 86 % reichenden Variationskoeffizienten (coefficientof variation - CV) für die pharmakokinetischen Parameter von Mosunetuzumab widerspiegelte: Die
IIV wurde für Clbase (63 % CV), zentrales Verteilungsvolumen (31 % CV), peripheres
Verteilungsvolumen (25 % CV), Clss (18 % CV) und Übergangshalbwertszeit (86 % CV) geschätzt.
Nach den ersten zwei Zyklen (d. h. nach 42 Tagen) der Verabreichung von Lunsumio erreicht die
Serumkonzentration am Ende der Tag-1-Dosis der intravenösen Infusion von Lunsumio von Zyklus 2die Cmax mit einer durchschnittlichen Maximalkonzentration von 17,9 µg/ml und einem %CV von49,6 %. Die durchschnittliche Mosunetuzumab-Gesamtexposition (AUC) über zwei Zyklen (42 Tage)betrug 126 Tage*mg/ml mit einem %CV von 44,4 %.
ResorptionLunsumio wird intravenös verabreicht.
VerteilungDer Populationsschätzer des zentralen Verteilungsvolumens von Mosunetuzumab betrug 5,49 l beiintravenöser Infusion von Lunsumio. Da Mosunetuzumab ein Antikörper ist, wurden keine
Proteinbindungsstudien durchgeführt.
BiotransformationDer Stoffwechselweg von Mosunetuzumab wurde nicht direkt untersucht. Es ist zu erwarten, dass
Mosunetuzumab wie andere Proteintherapeutika über katabolische Wege zu kleinen Peptiden und
Aminosäuren abgebaut wird.
EliminationAuf Basis einer populationspharmakokinetischen Analyse wurden die mittlere Clss und die Ausgangs-
Clearance (Clbase) auf 1,08 l/Tag bzw. 0,584 l/Tag geschätzt. Auf Grundlage von
Populationspharmakokinetik-Modellschätzungen wurde die terminale Halbwertszeit im Steady Stateauf 16,1 Tage geschätzt. Die Ergebnisse der Studie GO29781 deuten darauf hin, dass die
Serumkonzentration von Mosunetuzumab am Ende der intravenösen Infusion den Cmax erreicht und bi-exponentiell abfällt.
Besondere PatientengruppenBasierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse mit Patienten im Alter von19 - 96 Jahren (n = 439) hat das Alter keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab.
Es wurde kein klinisch bedeutsamer Unterschied in der Pharmakokinetik von Mosunetuzumab bei
Patienten in dieser Altersgruppe beobachtet.
KörpergewichtWie bei anderen therapeutischen Proteinen bestand ein positiver Zusammenhang zwischen dem
Körpergewicht und der geschätzten Clearance und dem Verteilungsvolumen von Mosunetuzumab.
Auf Grundlage einer Expositions-Wirkungs-Analyse und der klinischen Expositionsgrenzbereiche,unter Berücksichtigung der Exposition bei Patienten mit 'niedrigem“ (< 50 kg) oder'hohem“ (≥ 112 kg) Körpergewicht, ist jedoch keine Dosisanpassung aufgrund des Körpergewichtsder Patienten erforderlich.
GeschlechtBasierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse ist die Steady-State-Clearance von
Mosunetuzumab bei Frauen geringfügig niedriger (~ 13 %) als bei Männern. Auf Grundlage einer
Expositions-Wirkungs-Analyse ist keine Dosisanpassung aufgrund des Geschlechts erforderlich.
Ethnische ZugehörigkeitDie ethnische Zugehörigkeit (asiatisch vs. nicht-asiatisch) wurde nicht als eine Kovariate identifiziert,die die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab beeinflusst.
NierenfunktionsstörungEs wurden keine speziellen Studien durchgeführt, um die Auswirkung einer Nierenfunktionsstörungauf die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab zu ermitteln. Es ist zu erwarten, dass die renale
Elimination von intaktem Mosunetuzumab, einem monoklonalen IgG-Antikörper, gering und vonuntergeordneter Bedeutung ist.
Die pharmakokinetische Populationsanalyse von Mosunetuzumab ergab, dass die Kreatinin-Clearance(CrCl) die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab nicht beeinflusst. Die Pharmakokinetik von
Mosunetuzumab bei Patienten mit leichter (CrCl 60 bis 89 ml/min, n = 178) oder mäßiger (CrCl 30 bis59 ml/min, n = 53) Nierenfunktionsstörung war ähnlich wie bei Patienten mit normaler Nierenfunktion(CrCl ≥ 90 ml/min, n = 200). Zu Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (CrCl 15 bis29 ml/min) liegen nur begrenzte pharmakokinetische Daten vor (n = 1). Daher können keine
Dosisempfehlungen gegeben werden. Lunsumio wurde nicht bei Patienten mit terminaler
Niereninsuffizienz und/oder Dialysepatienten untersucht.
Patienten mit LeberfunktionsstörungEs wurden keine speziellen Studien durchgeführt, um die Auswirkung einer Leberfunktionsstörung aufdie Pharmakokinetik von Mosunetuzumab zu ermitteln. IgG wird hauptsächlich über denintrazellulären Katabolismus eliminiert und es ist nicht zu erwarten, dass Leberfunktionsstörungen die
Clearance von Mosunetuzumab beeinflussen.
Die pharmakokinetische Populationsanalyse von Mosunetuzumab ergab, dass eine
Leberfunktionsstörung die Pharmakokinetik von Mosunetuzumab nicht beeinflusst. Die
Pharmakokinetik von Mosunetuzumab bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung(Gesamtbilirubin > ULN bis 1,5 x ULN oder AST > ULN, n = 53) war ähnlich wie bei Patienten mitnormaler Leberfunktion (n = 384). Die Anzahl der Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung(Gesamtbilirubin > 1,5 - 3 x ULN, jegliche AST, n = 2) ist begrenzt und es wurden keine Patienten mitschwerer Leberfunktionsstörung untersucht.
Kinder und JugendlicheEs wurden keine Studien zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Mosunetuzumab bei Kindernund Jugendlichen (< 18 Jahre) durchgeführt.
Zu den wichtigsten präklinischen Befunden, die in Studien mit Mosunetuzumab zur Toxizität beieinmaliger und wiederholter Verabreichung über einen Zeitraum von bis zu 26 Wochen festgestelltwurden, gehörten ein vorübergehendes CRS nach der Verabreichung, das hauptsächlich nach derersten Dosis auftrat, vaskuläre/perivaskuläre entzündliche Zellinfiltrate, die vorwiegend im ZNS undseltener in anderen Organen auftraten und wahrscheinlich auf die Freisetzung von Zytokinen und die
Aktivierung von Immunzellen zurückzuführen waren, sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionennach chronischer Verabreichung aufgrund einer anhaltenden B-Zell-Depletion.
Alle Befunde galten als pharmakologisch vermittelte Wirkungen und waren reversibel. In den Studientrat ein einziger Krampfanfall auf, und zwar bei einem Tier mit Cmax-Werten bzw. AUC-Expositionen(zeitlich gemittelt über 7 Tage), die 3,3- bzw. 1,8-mal höher waren als bei Patienten, die in der Studie
GO29781 mit der empfohlenen Dosis und dem empfohlenen Dosierungsschema von Lunsumiobehandelt wurden.
Beeinträchtigung der FertilitätIn eine 26-wöchige Studie zur chronischen Toxizität an geschlechtsreifen Cynomolgus-Affen nachintravenöser Infusion wurde eine Untersuchung der männlichen und weiblichen Reproduktionsorganeaufgenommen. Mosunetuzumab hatte bei Expositionen (Fläche unter der Plasma-
Konzentrationszeitkurve, area under the curve - AUC), die mit der Exposition (AUC) bei Patienten,die die empfohlene Dosis erhielten, vergleichbar waren, keine Auswirkungen auf die männlichen oderweiblichen Reproduktionsorgane.
ReproduktionstoxizitätMit Mosunetuzumab wurden keine tierexperimentellen Studien zur Entwicklungstoxizitätdurchgeführt. Aufgrund der geringen plazentaren Übertragung von Antikörpern während des ersten
Trimesters, des Wirkmechanismus und der verfügbaren Daten zu Mosunetuzumab sowie der Datenzur Klasse der Anti-CD20-Antikörper ist das Risiko einer Teratogenität gering. Studien mit
Mosunetuzumab an nicht trächtigen Tieren haben gezeigt, dass eine anhaltende B-Zell-Depletion zueinem erhöhten Risiko für opportunistische Infektionen führen kann, die zu einem Verlust des Fetusführen können. Ein vorübergehendes CRS in Zusammenhang mit der Verabreichung von Lunsumiokann der Schwangerschaft ebenfalls schaden.
Histidin
Methionin
Essigsäure (zur pH-Anpassung)
SaccharosePolysorbat 20 (E 432)
Wasser für Injektionszwecke
* Lunsumio nicht mit anderen Arzneimitteln mischen oder über dieselbe Infusionsleitungverabreichen.
* Zur Verdünnung von Lunsumio keine anderen Lösungsmittel als 9-mg/ml-Natriumchlorid-
Injektionslösung (0,9 %) oder als 4,5-mg/ml-Natriumchlorid-Injektionslösung (0,45 %)verwenden, da deren Verwendung nicht geprüft wurde.
* Es wurden keine Inkompatibilitäten zwischen Lunsumio und intravenösen Infusionsbeuteln mitproduktberührenden Materialien aus Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyolefinen (PO) wie
Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) beobachtet. Darüber hinaus wurden keine
Inkompatibilitäten mit Infusionssets oder Infusionshilfen mit produktberührenden Materialienaus PVC, PE, Polyurethan (PUR), Polybutadien (PBD), Silikon, Acrylnitril-Butadien-Styrol(ABS), Polycarbonat (PC), Polyetherurethan (PEU), fluoriertem Ethylen-Propylen (FEP) oder
Polytetrafluorethylen (PTFE) oder mit Tropfkammerfiltermembranen aus Polyamid (PA)beobachtet.
* Keinen Inline-Filter verwenden.
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre
Verdünnte LösungDie chemische und physikalische Anbruchstabilität wurde für 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C und für24 Stunden bei 9 °C - 30 °C nachgewiesen.
Aus mikrobiologischer Sicht soll die zubereitete Infusionslösung sofort verwendet werden. Wenn sienicht sofort verwendet wird, liegt die Verantwortung für die Lagerungszeiten und -bedingungen beim
Anwender und diese sollten normalerweise 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten, es seidenn, die Verdünnung wurde unter kontrollierten und validierten, aseptischen Bedingungenvorgenommen.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit einem Fluorharz-laminierten Gummistopfen und einem
Aluminiumsiegel mit dunkelgrauer Flip-Off-Kappe aus Kunststoff, die 1 mg Konzentrat zur
Herstellung einer Infusionslösung enthält.
Packung mit einer Durchstechflasche.
30 mg Konzentrat zur Herstellung einer InfusionslösungDurchstechflasche aus Typ-I-Glas mit einem Fluorharz-laminierten Gummistopfen und einem
Aluminiumsiegel mit hellblauer Flip-Off-Kappe aus Kunststoff, die 30 mg Konzentrat zur Herstellungeiner Infusionslösung enthält.
Packung mit einer Durchstechflasche.
Um Medikationsfehler zu vermeiden, überprüfen Sie die Etiketten der Durchstechflaschen und stellen
Sie sicher, dass es sich bei dem Medikament, das zubereitet und verabreicht werden soll, um
Lunsumio zur intravenösen Infusion und nicht um Lunsumio zur subkutanen Injektion handelt.
Lunsumio enthält keine Konservierungsmittel und ist nur zur einmaligen Entnahme bestimmt. Bei der
Handhabung dieses Arzneimittels ist eine sachgemäße aseptische Technik anzuwenden. Nichtschütteln.
Hinweise zur VerdünnungLunsumio muss vor der Verabreichung von medizinischem Fachpersonal unter aseptischen
Bedingungen in einem Infusionsbeutel aus PVC oder Polyolefin (PO) wie Polyethylen (PE) und
Polypropylen, der 9-mg/ml-Natriumchlorid-Injektionslösung (0,9 %) oder 4,5-mg/ml-Natriumchlorid-
Injektionslösung (0,45 %) enthält, verdünnt werden.
Für die Zubereitung von Lunsumio sind eine sterile Nadel und Spritze zu verwenden. Nichtverwendete Mengen sind zu verwerfen.
Für die intravenöse Verabreichung ist eine separate Infusionsleitung zu verwenden.
Verwenden Sie für die Verabreichung von Lunsumio keinen Inline-Filter.
Tropfkammerfilter können für die Verabreichung von Lunsumio verwendet werden.
Vorbereitung für die Infusion1. Aus dem Infusionsbeutel ein Volumen von 9-mg/ml-Natriumchlorid-Injektionslösung (0,9 %)oder 4,5-mg/ml-Natriumchlorid-Injektionslösung (0,45 %) entnehmen, das gemäßnachstehender Tabelle 8 dem Volumen von Lunsumio entspricht, welches für die Dosis des
Patienten benötigt wird und verwerfen.
2. Die benötigte Menge von Lunsumio mit einer sterilen Spritze aus der Durchstechflascheentnehmen und durch Gabe in den Infusionsbeutel verdünnen. Die nicht verwendete, in der
Durchstechflasche verbliebene Menge verwerfen.
Tabelle 8: Verdünnung von Lunsumio
Volumen von Lunsumioin 9-mg/ml (0,9 %) oder4,5-mg/ml (0,45 %) -
Dosis von Natriumchlorid- Größe des
Tag der Behandlung Lunsumio Injektionslösung Infusionsbeutels
Zyklus 1 Tag 1 1 mg 1 ml 50 ml oder 100 ml
Tag 8 2 mg 2 ml 50 ml oder 100 ml
Tag 15 60 mg 60 ml 100 ml oder 250 ml
Zyklus 2 Tag 1 60 mg 60 ml 100 ml oder 250 ml
Zyklus 3 Tag 1 30 mg 30 ml 100 ml oder 250 mlund weitere
Zyklen3. Die Infusionslösung durch langsames Umdrehen des Infusionsbeutels vorsichtig mischen. Nichtschütteln.4. Den Infusionsbeutel auf Partikel prüfen und falls vorhanden entsorgen.5. Das Abziehetikett aus der Gebrauchsinformation auf den Infusionsbeutel kleben.
Zu den Aufbewahrungsbedingungen der Infusionsbeutel siehe Abschnitt 6.3.
BeseitigungDie Freisetzung von Pharmazeutika in die Umwelt ist zu minimieren. Arzneimittel sollten nicht überdas Abwasser entsorgt werden und die Beseitigung über den Hausmüll ist zu vermeiden.
Die folgenden Punkte sind bei der Verwendung und Beseitigung von Spritzen und anderen scharfenmedizinischen Gegenständen unbedingt zu beachten:
* Nadeln und Spritzen dürfen niemals wiederverwendet werden.
* Alle gebrauchten Nadeln und Spritzen müssen in einen Behälter für scharfe und spitze
Gegenstände (durchstichsicheren Einwegbehälter) gegeben werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.