Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels LUMINITY 150mcl / ml lösung zur herstellung einer injektions-/infusionsdispersion
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Luminity 150 Mikroliter/ml Gas und Lösungsmittel zur Herstellung einer
Injektions-/Infusionsdispersion
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jeder ml enthält höchstens 6,4 x 109 Perflutren-enthaltende Lipid-Mikrosphären mit einemdurchschnittlichen Durchmesser von 1,1-2,5 Mikrometer (µm). Der ungefähre Gehalt an Perflutrengaspro ml beträgt 150 Mikroliter (µl).
Sonstige(r) Bestandteil(e) mitbekannter Wirkung
Jeder ml enthält 2,679 mg Natrium
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Gas und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektions/Infusionsdispersion
Farblose, gleichmäßig klare bis durchscheinende Flüssigkeit.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Dieses Arzneimittel ist ein Diagnostikum.
Luminity ist ein Ultraschallkontrastmittel zur Opakifikation der Herzkammern und Verbesserung derlinks-ventrikulären Endokardabgrenzung sowohl in Ruhe als auch unter Belastung. Es wird angewandtbei erwachsenen Patienten mit Verdacht auf oder mit gesicherter Diagnose einer koronaren
Herzkrankheit, bei denen eine Echokardiographie ohne Kontrastmittel suboptimal war (die
Bildgebung wird als 'suboptimal' angesehen, wenn im 4- oder 2-Kammerblick bei zwei oder mehr dersechs Segmente das Endokard nicht beurteilt werden konnte).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Luminity darf nur von geschulten Ärzten mit dem technischen Wissen, Kontrastechokardiographiendurchzuführen und auszuwerten, angewandt werden. Entsprechende Geräte zur Reanimation solltenim Falle von kardiopulmonalen Reaktionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen zur Verfügungstehen (siehe Abschnitt 4.4).
DosierungIntravenöse Bolusinjektion bei Gebrauch einer nichtlinearen Kontrastmittel-Bildgebung in Ruhe undunter Belastung:
Die empfohlene Dosis besteht aus mehreren Injektionen von 0,1 bis 0,4 ml Dispersion gefolgt voneinem 3- bis 5-ml-Bolus isotonischen Natriumchloridlösung zur Injektion oder 5%iger Glucose-
Injektionslösung (50 mg/ml) um eine optimale Kontrastverstärkung zu erhalten. Die Gesamtdosis von
Perflutren sollte 1,6 ml nicht überschreiten.
Intravenöse Bolusinjektion bei Gebrauch einer fundamentalen Bildgebung:
Die empfohlene Dosis beträgt 10 Mikroliter Dispersion/kg als langsame intravenöse Bolusinjektiongefolgt von einem 10-ml-Bolus 0,9%iger Natriumchlorid-Injektionslösung (9 mg/ml) oder 5%iger
Glucose-Injektionslösung (50 mg/ml). Sofern erforderlich kann, um die Kontrastgebung zuverlängern, 5 Minuten nach der ersten Injektion eine zweite Dosis von 10 Mikroliter Dispersion/kggefolgt von einem zweiten 10-ml-Bolus 0,9%iger Natriumchlorid-Injektionslösung (9 mg/ml) oder5%iger Glucose-Injektionslösung (50 mg/ml) appliziert werden.
Intravenöse Infusion bei Gebrauch einer nichtlinearen Kontrastmittel-Bildgebung (Ruhe und
Belastung) oder einer fundamentalen Bildgebung in Ruhe:
Die empfohlene Dosis beträgt bei intravenöser Infusion 1,3 ml der Dispersion in 50 ml 0,9%iger
Natriumchlorid-Injektionslösung (9 mg/ml) oder 5%iger Glucose-Injektionslösung (50 mg/ml). Die
Infusionsrate sollte zunächst 4 ml/Minute betragen, sollte aber bei Bedarf titriert werden, um eineoptimale Bildverstärkung zu erlangen ohne jedoch 10 ml/Minute zu überschreiten.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamheit von Luminity bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahrensindnicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionLuminity wurde nicht speziell bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion untersucht. Die
Anwendung für diese Patientengruppe darf nur auf der Grundlage einer Nutzen-Risiko-Bewertungdurch den Arzt erfolgen.
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionLuminity wurde nicht speziell bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion untersucht. Die
Anwendung für diese Patientengruppe darf nur auf der Grundlage einer Nutzen-Risiko-Bewertungdurch den Arzt erfolgen.
Ältere PatientenLuminity wurde nicht speziell bei älteren Patienten untersucht. Die Anwendung für diese
Patientengruppe darf nur auf der Grundlage einer Nutzen-Risiko-Bewertung durch den Arzt erfolgen.
Art der AnwendungIntravenöse Anwendung.
Vor der Verabreichung von Luminity muss das Arzneimittel mittels einer mechanischen
Schüttelvorrichtung, dem Vialmix (siehe Abschnitt 6.6) aktiviert werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Dieses Produkt darf nur intravenös verabreicht werden.
Luminity sollte nicht zur Belastungsechokardiographie mit fundamentaler Bildgebung verwendetwerden, da keine Untersuchungen zu Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen.
Patienten mit unstabilem kardiopulmonalen Status
Während oder innerhalb von 30 Minuten nach der Verabreichung von Luminity zur
Kontrastmittelverstärkten Echokardiographie sind ernsthafte kardiopulmonale Reaktionen, darunter
Todesfälle, bei Patienten mit teilweise schweren Herz- und Lungenerkrankungen aufgetreten (siehe
Abschnitt 4.8). Äußerste Vorsicht ist daher geboten, wenn Luminity bei Patienten mit instabilemkardiopulmonalem Zustand, z.B.: instabile Angina, akuter Myokardinfarkt, schwere ventrikuläre
Arrhythmien, schwere Herzinsuffizienz (NYHA IV) oder Ateminsuffizienz, verwendet werden soll.
Luminity sollte solchen Patienten nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung verabreicht werden.
Eine Kontrastmittel-verstärkte Echokardiographie sollte bei solchen Patienten nur dann eingesetztwerden, wenn die Untersuchungsergebnisse eine Änderung in der Behandlung des Patienten zur Folgehaben können.
Patienten mit instabilem kardiopulmonalem Zustand sollten während und über mindestens 30 Minutennach der Verabreichung von Luminity überwacht werden. Für diese Patienten sollte die Überwachungdie Messung der Vitalfunktionen, EKG und, wenn klinisch angemessen, kutane Sauerstoffsättigungbeinhalten. Eine Reanimations-Ausrüstung sowie in deren Gebrauch geschultes Personal müssenjederzeit zur Verfügung stehen.
Patienten mit Adult respiratory distress syndrome, Endokarditis, künstlichen Herzklappen,systemischer Entzündung, Sepsis, hyperaktiver Koagulation und/oder rezidiver Thromboembolie.
Bei Patienten mit adult respiratory distress syndrome (ARDS, akutes Lungenversagen), Endokarditis,künstlichen Herzklappen, akuter systemischer Entzündung oder Sepsis, bekannter hyperaktiver
Koagulation und/oder einer rezidivierenden Thromboembolie sollte Luminity ebenfalls nur nachsorgfältiger Abwägung angewendet werden und die Anwendung während der Verabreichungsorgfältig überwacht werden.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenSchwere Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (z.B. Anaphylaxie, anaphylaktischer Schockund anaphylaktoide Reaktionen, Hypotonie und Angioödem) wurden nach Anwendung von Luminityberichtet, unter anderem bei Patienten mit vorausgegangenen allergischen Reaktionen auf
Polyethylenglykol (siehe Abschnitt 6.1). Die Patienten sollten engmaschig überwacht werden und die
Anwendung sollte unter Anleitung eines Arztes erfolgen, der im Umgang mit
Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich schweren allergischen Reaktionen, die
Reanimationsmaßnahmen erfordern können, erfahren ist. Eine Notfallausrüstung und in deren
Gebrauch geschultes Personal müssen jederzeit zur Verfügung stehen.
Lungenerkrankung
Vorsicht ist geboten bei Patienten mit klinisch signifikanter Lungenerkrankung, einschließlich diffuserinterstitieller pulmonaler Fibrose, und schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, da mitdiesen Patienten keine Studien durchgeführt wurden.
Sichelzellkrankheit
Nach der Markteinführung berichteten Patienten mit Sichelzellkrankheit über Episoden mit schwerenakuten Schmerzen (vasookklusive Krisen) kurz nach der Verabreichung von Perflutren-enthaltenden
Mikrosphären. Luminity sollte bei Patienten mit Sichelzellkrankheit nur nach sorgfältiger Nutzen-
Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden.
Patienten mit kardialen Shunts
Untersuchungen zur Sicherheit von Luminity bei Patienten mit Rechts-Links-, bi-direktionalem odervorübergehendem kardialen Rechts-Links-Shunt liegen nicht vor. Bei diesen Patienten können diephospholipid-umhüllten Mikrosphären die Lunge umgehen und direkt in den arteriellen Blutflussgelangen. Die Anwendung von Luminity bei diesen Patienten darf nur nach sorgfältiger Nutzen-
Risiko-Abwägung erfolgen.
Patienten, die künstlich beatmet werden
Untersuchungen zur Sicherheit von Mikrosphären bei Patienten, die künstlich beatmet werden, liegennicht vor. Die Anwendung von Luminity bei diesen Patienten darf nur nach sorgfältiger Nutzen-
Risiko-Abwägung erfolgen.
Verabreichung und mechanisches Aktivierungsverfahren
Luminity sollte nicht durch andere als in Abschnitt 4.2 beschriebene Anwendungsarten (z. B.intraarterielle Injektion) angewendet werden.
Wird Luminity dem Patienten direkt verabreicht ohne zuvor im Vialmix mechanisch aktiviert wordenzu sein (siehe Abschnitt 6.6), erfüllt das Arzneimittel nicht seinen beabsichtigten Effekt.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei'.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt und keine sonstigen Wechselwirkungenfestgestellt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftFür Perflutren liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. Tierexperimentelle
Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft,embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen (siehe Abschnitt 5.3).
Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Luminity mit der Muttermilch ausgeschieden wird. Deshalb sollte Luminitynur mit Vorsicht bei stillenden Frauen angewandt werden.
FertilitätBei Tierversuchen wurden keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen auf die
Fruchtbarkeit festgestellt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDa Luminity keinen pharmakologischen Effekt hat und aufgrund seines pharmakokinetischen undpharmakodynamischen Profils, wird bei der Anwendung dieses Arzneimittels kein oder ein zuvernachlässigender Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen erwartet.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie nach Gebrauch von Luminity in klinischen Studien (insgesamt 2.526 Patienten) berichteten
Nebenwirkungen treten im Allgemeinen innerhalb von Minuten nach der Anwendung auf undverschwinden meistens ohne therapeutische Maßnahmen innerhalb von 15 Minuten. Die amhäufigsten berichteten Nebenwirkungen waren: Kopfschmerzen (2,0 %), Flush (1,0%) und
Rückenschmerzen (0,9 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen wurden mit den folgenden Häufigkeiten berichtet. (Sehr häufig ≥ 1/10; häufig≥ 1/100 bis < 1/10; gelegentlich ≥ 1/1.000 bis < 1/100; selten ≥ 1/10.000 bis <1/1.000; sehr selten< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Erkrankungen des Bluts und Nicht bekannt: Sichelzellkrisen (vasookklusive Krisen)des Lymphsystems
Erkrankungen des Nicht bekannt: allergische Reaktionen, Anaphylaxie,
Immunsystems anaphylaktischer Schock und anaphylaktoide Reaktionen,
Hypotonie, Angioödem, Lippenschwellungen,
Bronchospasmus, Rhinitis, Zuschwellen der oberen Atemwege,
Engegefühl im Rachen, Gesichtsschwellungen,
Augenschwellungen
Erkrankungen des Häufig: Kopfschmerz
Nervensystems Gelegentlich: Schwindel, Dysgeusie
Selten: Parästhesie
Nicht bekannt: Krampfanfälle, Gesichtshypästhesie,
Bewusstseinsverlust
Augenerkrankung Nicht bekannt: Sehstörung
Herzerkrankungen Selten: Bradykardie, Tachykardie, Palpitationen
Nicht bekannt: Bei Herzstillstand, Kounis-Syndrom,ventrikuläre Arrhythmien (Kammerflimmern, ventrikuläre
Tachykardie, vorzeitige Herzkammerkontraktionen), Asystolie,
Vorhofflimmern, Herzischämie, supraventrikuläre Tachykardie,supraventrikuläre Arrhythmie
Gefäßerkrankungen Häufig: Flush
Gelegentlich: Hypotonie
Selten: Synkope, Hypertonie, Kältegefühl in den Extremitäten
Erkrankungen der Atemwege, Gelegentlich: Dyspnoe, Irritation des Rachenraumsdes Brustraums und Selten: Atembeschwerden, Husten, Trockenheitsgefühl im
Mediastinums Rachenraum
Nicht bekannt: Atemstillstand, verminderte Sauerstoffsättigung,
Hypoxie
Erkrankungen des Gelegentlich: Bauchschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen
Gastrointestinaltrakts Selten: Dyspepsie
Nicht bekannt: Erkrankungen der Zunge
Erkrankungen der Haut und Gelegentlich: Juckreiz, vermehrtes Schwitzendes Unterhautzellgewebes Selten: Hautausschlag, Urtikaria, Erythem, erythematöser
HautausschlagSkelettmuskulatur-, Gelegentlich: Rückenschmerzen
Bindegewebs- und Selten: Gelenkschmerzen, Seitenstechen, Nackenschmerzen,
Knochenerkrankungen Muskelkrämpfe
Nicht bekannt: Muskelspasmen, muskuloskeletale schmerzen,muskuloskeletale Beschwerden, Myalgie, Hypertonie
Allgemeine Erkrankungen und Gelegentlich: Brustschmerzen, Müdigkeit, Hitzewellen,
Beschwerden am Schmerz an der Injektionsstelle
Verabreichungsort Selten: Fieber, Rigor
Untersuchungen Selten: Veränderungen im Elektrokardiogramm
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die klinischen Folgen einer Überdosierung mit Luminity sind nicht bekannt. Einzelgaben von bis zu100 Mikroliter Dispersion/kg und Mehrfachgaben bis zu 150 MikroliterDispersion/kg wurden inklinischen Studien der Phase I gut vertragen. Die Behandlung einer Überdosierung sollte auf den
Erhalt aller lebenswichtigen Funktionen und die unverzügliche Einleitung einer symptomatischen
Therapie gerichtet sein.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ultraschall-Kontrastmittel, Phospholipid-Mikrosphären, ATC-Code:
V08D A04
Das Arzneimittel besteht aus lipidumhüllten Perflutren-Mikrosphären. Mikrosphären mit einem
Durchmesser von 1 bis < 10 µm tragen zum Kontrasteffekt bei, indem sie deutlich verstärkte Echoserzeugen.
Die Ultraschallechos von Blut und biologischen Weichteilgeweben wie Fett und Muskeln werden an
Plasmagrenzflächen durch kleine Unterschiede in den Ultraschalleigenschaften der Gewebe erzeugt.
Die Ultraschalleigenschaften des Arzneimittels sind von denen des Weichteilgewebes sehrverschieden und erzeugen starke Echos.
Da Luminity aus Mikrosphären besteht, die stabil und klein genug zur transpulmonalen Passage sind,werden verstärkte Echosignale aus linkem Herz und großem Kreislauf erhalten.
Eine enge Dosis-Wirkungs-Beziehung konnte nicht nachgewiesen werden, obwohl gezeigt wurde,dass höhere Dosen eine länger andauernde Kontrastwirkung besitzen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Luminity wurden an gesunden Probanden und an
Probanden mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) nach intravenöser Gabe von 50µl/kg des Arzneimittels untersucht.
Der Perflutren Bestandteil von Luminity wurde durch die Lungen schnell aus dem systemischen
Kreislauf eliminiert. Der Prozentsatz der Perflutrendosis, der mit der Atemluft ausgeschieden wurde,lag bei ungefähr 50 % der applizierten Dosis, da kleine Mengen Perflutren verabreicht wurden und esunmöglich ist, geringe Mengen an Perflutren durch Gaschromatographie zu quantifizieren. Bei denmeisten Personen war Perflutren nach 4-5 Minuten in Blut und Atem nicht nachweisbar.
Perflutrenblutspiegel sanken mono-exponentiell mit einer mittleren Halbwertzeit von 1,3 Minuten beigesunden Probanden und 1,9 Minuten bei COPD-Patienten. Die systemische Perflutren-Clearance warähnlich bei gesunden und COPD-Patienten. Die totale Perflutren-Lungenclearance (CLlung) gesunder
Patienten unterschied sich nicht von der der COPD-Patienten. CLlung war bei Frauen signifikant kleiner(51 %) verglichen mit Männern (alle Probanden). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass diesystemische Gesamt-Perflutren-Ausscheidung rasch verläuft und bei COPD-Patienten nicht signifikantkleiner ist als bei gesunden Patienten. Doppler-Ultraschalluntersuchungen mit Luminity wurden im
Zusammenhang mit der pharmakokinetischen Analyse von Perflutren vorgenommen. Die Intensitätdes Dopplersignals entsprach deutlich den gemessenen und extrapolierten Perflutrenblutspiegeln. Die
Zeit bis zum Erreichen der maximalen Dopplersignalintensität tmax war ähnlich der Perflutren-Blut-tmax(1,13 versus 1,77 Minuten). Der zu beobachtende 99%ige Abfall der Dopplersignalintensität innerhalbvon 10 Minuten (t1/2 zirka 2 Minuten) entsprach dem Abfall der messbaren Perflutrenblutspiegel.
In klinischen Studien mit Luminity wurde fundamentale und nichtlineare Bildgebung (secondharmonic, multipulse phase und/oder Amplitudenmodulation) sowohl bei kontinuierlicher als auchgetriggerter Erfassung genutzt.
Die natürlicherweise in Luminity vorkommenden Phospholipide (siehe Abschnitt 6.1) verteilen sichim endogenen Fett-pool des Körpers (z. B. Leber), während die synthetische Komponente(MPEG5000) in präklinischen Studien mit dem Urin ausgeschieden wurde. Alle Lipide werden zufreien Fettsäuren metabolisiert. Zu Pharmakokinetik und Metabolismus von MPEG5000 DPPE im
Menschen liegen keine Studien vor.
Pharmakokinetik bei speziellen Personengruppen
Ältere MenschenEs wurden keine speziellen pharmakokinetischen Untersuchungen bei älteren Menschen durchgeführt.
NiereninsuffizienzEs wurden keine speziellen pharmakokinetischen Untersuchungen bei nierenkranken Patientendurchgeführt.
LeberfunktionsstörungEs wurden keine speziellen pharmakokinetischen Untersuchungen bei leberkranken Patientendurchgeführt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Genotoxizität, Fertilität, Embryo-/Fetusentwicklung,
Geburt oder postnataler Entwicklung, und lokalen Verträglichkeit lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Anomale Atmung, veränderte Herzschlagfrequenz und verminderte Aktivität wurden in Studien zur
Toxizität an Ratten und Affen nach einfacher und wiederholter Gabe kurz nach intravenöser Injektionvon Luminitydosen ≥ 0,3 ml/kg beobachtet. Höhere Dosen des Arzneimittels, in der Regel ≥ 1 ml/kg,hatten schwerere Symptome einschließlich Ohnmacht und gelegentlich Tod zur Folge. Diese Dosenlagen deutlich über der empfohlenen klinischen Maximaldosis. Ratten, die Luminity einen Monat langerhielten, zeigten dosisabhängige, reversible perivaskuläre und peribronchiale eosinophile
Infiltrationen, Anreicherungen von Alveolarmakrophagen sowie in der Lunge einen Anstieg in
Gobletzellgröße und -zahl. Dieser Effekt wurde nach Dosisgaben beobachtet, die die maximale Dosisfür einen Menschen überschreiten, was auf eine geringe Relevanz für den klinischen Gebrauchhinweist.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-phosphatidylcholin (DPPC)1,2-Dipalmitoyl-sn-glycero-3-phosphatidsäure, Mononatriumsalz (DPPA)
N-(methoxypolyethylen glycol 5000 carbamoyl)-1,2-dipalmitoyl-sn-glycero-3-phosphatidylethanolamin -Natriumsalz (MPEG5000 DPPE)
Natriumdihydrogenphosphat 1 H2O
Dinatriumhydrogenphosphat 7 H2O
Natriumchlorid
PropylenglycolGlycerol
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre
Das Arzneimittel sollte innerhalb von 12 Stunden nach der Aktivierung verwendet werden. Das
Arzneimittel kann bis zu 48 Stunden nach erster Aktivierung erneut aktiviert werden und innerhalbvon 12 Stunden nach zweiter Aktivierung verwendet werden.
Nach Aktivierung: Nicht über 30 °C lagern.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C)
Aufbewahrungsbedingungen nach Aktivierung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Klare Borosilikat-Durchstechflasche (Typ-I Glas), mit einem Chlorobutyl-Elastomer-Stopfenverschlossen und versiegelt mit einer Aluminiumbördelkappe mit abtrennbarem Plastiksiegel, die 1,5ml Flüssigkeit enthält.
Packungsgrößen: 1 oder 4 Durchstechflaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungEs ist unbedingt notwendig, den Gebrauchs- und Handhabungshinweisen zu folgen und während der
Zubereitung strikt aseptische Methoden einzuhalten. Wie bei allen parenteralen Arzneimitteln müssendie Durchstechflaschen visuell auf Verunreinigungen und Unversehrtheit kontrolliert werden. Vor
Anwendung muss das Arzneimittel mit Hilfe des Vialmix, einer mechanischen Schüttlervorrichtung,aktiviert werden. Der Vialmix ist nicht in der Luminity-Packung enthalten, wird aber medizinischem
Fachpersonal mit der Bestellung der Packung zur Verfügung gestellt.
Luminity wird durch den Gebrauch des Vialmix mit einer programmierten Schüttelzeit von 45
Sekunden aktiviert. Der Vialmix zeigt dem Benutzer an, falls die Schüttelfrequenz um mehr als 5 %unter der angestrebten Frequenz liegt. Außerdem ist das Gerät programmiert abzuschalten undoptische und akustische Warnsignale abzugeben, sobald die Schüttelfrequenz die Zielfrequenz um 5 %übersteigt oder um mehr als 10 % unter die Zielfrequenz fällt.
Aktivierung und Anwendung
- Die Durchstechflasche muss mittels des Vialmix aktiviert werden. Sofort nach Aktivierung erscheint
Luminity als milchig-weiße Dispersion.
Anmerkung: Falls das Arzneimittel nach der Aktivierung länger als 5 Minuten steht, sollte es durch
Schütteln in der Hand für 10 Sekunden resuspendiert werden, bevor es mit einer Spritze aus der
Durchstechflasche entnommen wird. Luminity sollte innerhalb von 12 Stunden nach Aktivierungverwendet werden. Das Arzneimittel kann bis zu 48 Stunden nach der ersten Aktivierung reaktiviertwerden und innerhalb von 12 Stunden nach der zweiten Aktivierung verwendet werden und im
Kühlschrank oder bei Raumtemperatur gelagert werden. Nach der Aktivierung darf die
Durchstechflasche nicht über 30 °C gelagert werden.
- Die Durchstechflasche sollte mit einer sterilen Injektionsnadel oder einem sterilen silikonfreien
Minispike belüftet werden, bevor die Dispersion entnommen wird.
- Die Dispersion sollte mit einer 18 bis 20 Gauge sterilen Injektionsnadel oder mit Hilfe eines sterilensilikonfreien Minispike aus der Durchstechflasche entnommen werden. Bei Verwendung einer Nadelsollte diese so positioniert werden, dass das Material mittig aus der Flüssigkeit der umgekehrten
Durchstechflasche entnommen wird. Es sollte keine Luft in die Durchstechflasche injiziert werden.
Das Arzneimittel muss sofort nach der Entnahme aus der Durchstechflasche verwendet werden.
- Luminity kann mit 0,9%iger Natriumchlorid-Injektionslösung (9 mg/ml) oder 5%iger Glucose-
Injektionslösung (50 mg/ml) verdünnt werden.
Der Inhalt einer Durchstechflasche ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Lantheus EU Limited
Rocktwist House,
Block 1,Western Business Park
Shannon, Co. Clare V14 FW97
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 20. September 2006
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. July 2016
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.