Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels LUMIGAN 0.1mg / ml augentropfenlösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
LUMIGAN 0,1 mg/ml Augentropfen, Lösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein ml Lösung enthält 0,1 mg Bimatoprost.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungEin ml Lösung enthält 0,2 mg Benzalkoniumchlorid.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Augentropfen, Lösung.
Farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei chronischem Offenwinkelglaukom und okulärer
Hypertension bei Erwachsenen (als Monotherapie oder als Zusatzmedikation zu einem Beta-
Rezeptorenblocker).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungEs wird empfohlen, einmal täglich abends einen Tropfen in das/die betroffene(n) Auge(n)einzutropfen. Die Anwendung sollte nicht häufiger als einmal täglich erfolgen, weil eine häufigere
Verabreichung die augeninnendrucksenkende Wirkung vermindern kann.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von LUMIGAN bei Kindern im Alter von 0 bis 18 Jahren ist bishernoch nicht erwiesen.
Eingeschränkte Nieren- und LeberfunktionLUMIGAN wurde bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder mäßig bis schwer eingeschränkter
Leberfunktion nicht untersucht und sollte daher bei diesen Patienten nur mit Vorsicht eingesetztwerden. Bei Patienten mit anamnestisch bekannter leichter Lebererkrankung oder anormalen
Alaninaminotransferase (ALT)-, Aspartataminotransferase (AST)- und/oder Bilirubin-
Ausgangswerten hatte Bimatoprost 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung über 24 Monate keineunerwünschten Wirkungen auf die Leberfunktion.
Art der AnwendungWird mehr als ein topisches Augenarzneimittel verabreicht, müssen die einzelnen Anwendungenmindestens 5 Minuten auseinander liegen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
LUMIGAN 0,1 mg/ml ist kontraindiziert bei Patienten, bei denen zuvor eine Nebenwirkung von
Benzalkoniumchlorid vermutet wurde, die zu einem Behandlungsabbruch geführt hat.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
AugenPatienten sollten vor Behandlungsbeginn über die Möglichkeit einer Prostaglandinanaloga-assoziierten Periorbitopathie (PAP) und einer verstärkten Irispigmentierung informiert werden, dadiese Veränderungen während der Behandlung mit LUMIGAN beobachtet wurden. Einige dieser
Veränderungen können bleibend sein und ein eingeschränktes Blickfeld sowie - wenn nur ein Augebehandelt wird - ein unterschiedliches Aussehen der Augen zur Folge haben (siehe Abschnitt 4.8).
Nach Behandlung mit Bimatoprost 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung wurde gelegentlich (≥1/1 000bis <1/100) über ein zystisches Makulaödem berichtet. LUMIGAN sollte daher nur mit Vorsicht bei
Patienten mit bekannten Risikofaktoren für Makulaödem (z. B. aphake Patienten, pseudophake
Patienten mit Ruptur des hinteren Kapselsacks) angewendet werden.
Bei Anwendung von Bimatoprost 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung gab es seltene Spontanberichteüber eine Reaktivierung früher vorhandener Hornhautinfiltrate oder Augeninfektionen. LUMIGANsollte bei Patienten mit einer Vorgeschichte erheblicher Virusinfektionen des Auges (z. B. Herpexsimplex) oder Uveitis/Iritis mit Vorsicht angewendet werden.
LUMIGAN wurde bei Patienten mit entzündlichen Augenerkrankungen, mit neovaskulärem und mitentzündlich bedingtem Glaukom, mit Winkelblockglaukom, mit kongenitalem Glaukom sowie mit
Engwinkelglaukom nicht untersucht.
HautIn Bereichen, in denen LUMIGAN-Lösung wiederholt mit der Hautoberfläche in Kontakt kommt,besteht die Möglichkeit von Haarwachstum. Daher ist es wichtig, LUMIGAN nur anweisungsgemäßanzuwenden und zu vermeiden, dass Flüssigkeit über die Wange oder andere Hautbereiche läuft.
Atemwege
LUMIGAN wurde nicht bei Patienten mit eingeschränkter Atemfunktion untersucht. Während die
Informationen zu Patienten mit anamnestisch bekanntem Asthma oder COPD begrenzt sind, gab esnach der Markteinführung Berichte über eine Verschlechterung von Asthma, Dyspnoe oder COPDsowie Berichte über Asthma. Die Häufigkeit dieser Symptome ist nicht bekannt. Patienten mit COPD,
Asthma oder einer durch andere Ursachen eingeschränkten Atemfunktion sollten mit Vorsichtbehandelt werden.
Kardiovaskuläres System
LUMIGAN wurde bei Patienten mit AV-Block 2. und 3. Grades oder bei unkontrollierter kongestiver
Herzinsuffizienz nicht untersucht. Es gab eine begrenzte Zahl an Spontanberichten über Bradykardieoder Hypotonie nach Anwendung von Bimatoprost 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung. LUMIGANsollte bei Patienten mit Prädisposition für niedrige Herzfrequenz oder niedrigen Blutdruck mit
Vorsicht angewendet werden.
Weitere Informationen
Studien zu Bimatoprost 0,3 mg/ml bei Patienten mit Glaukom oder okulärer Hypertension habengezeigt, dass die häufigere Exposition des Auges gegenüber mehr als einer Bimatoprost-Dosis täglichdie IOD-senkende Wirkung vermindern kann (siehe Abschnitt 4.5). Patienten, die LUMIGAN in
Kombination mit anderen Prostaglandinanaloga verwenden, müssen auf Änderungen des
Augeninnendrucks hin überwacht werden.
LUMIGAN 0,1 mg/ml enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid (200 ppm), das vonweichen Kontaktlinsen absorbiert werden kann. Durch das Vorhandensein von Benzalkoniumchloridkann es auch zu Augenreizungen und Verfärbung weicher Kontaktlinsen kommen. Kontaktlinsensollten vor dem Eintropfen herausgenommen und können 15 Minuten nach der Anwendung wiedereingesetzt werden.
Es ist bekannt, dass Benzalkoniumchlorid, welches häufig als Konservierungsmittel in Ophthalmikaeingesetzt wird, Keratitis punctata und/oder toxische ulzerierende Keratitis auslösen kann. Da
LUMIGAN 0,1 mg/ml 200 ppm Benzalkoniumchlorid enthält (4-fach höhere Menge als in
Bimatoprost 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung), ist bei Patienten mit Sicca-Syndrom, bei Patientenmit vorgeschädigter Hornhaut und bei Patienten, die mehrere BAK-haltige Augentropfen anwenden,
Vorsicht angezeigt. Solche Patienten müssen darüber hinaus bei längerer Anwendung überwachtwerden.
Es gab Berichte von bakterieller Keratitis bei Verwendung von Mehrdosenbehältnissen mit topischen
Ophthalmika. Diese Behältnisse waren von Patienten, die in den meisten Fällen an einer gleichzeitigvorliegenden Augenerkrankung litten, versehentlich kontaminiert worden. Bei Patienten mit Riss des
Epithels der Augenoberfläche besteht ein höheres Risiko für die Entstehung einer bakteriellen
Keratitis.Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass die Tropferspitze des Behältnisses nicht mit dem
Auge oder dessen Umgebung in Berührung kommt, um eine Verletzung des Auges und eine
Kontamination der Lösung zu vermeiden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Wechselwirkungen sind beim Menschen nicht zu erwarten, da die systemischen Konzentrationen von
Bimatoprost nach der Anwendung von Bimatoprost 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung, am Augeextrem niedrig sind (< 0,2 ng/ml). Bimatoprost wird durch mehrere Enzyme und Stoffwechselwegemetabolisiert, und in präklinischen Studien wurden keine Wirkungen auf diearzneistoffmetabolisierenden Enzyme in der Leber beobachtet.
In klinischen Studien fanden sich bei gleichzeitiger Verabreichung von Bimatoprost 0,3 mg/ml
Augentropfen, Lösung mit verschiedenen ophthalmologischen Beta-Rezeptorenblockern keine
Anzeichen von Wechselwirkungen.
Der gleichzeitige Gebrauch von LUMIGAN und anderen Glaukom-Therapeutika, die keine topischen
Beta-Rezeptorenblocker sind, wurde während der Behandlung eines Glaukoms mit LUMIGAN als
Zusatzmedikation nicht untersucht.
Bei Patienten mit Glaukom oder okulärer Hypertension besteht die Gefahr, dass die IOD-senkende
Wirkung von Prostaglandinanaloga (z. B. LUMIGAN) vermindert wird, wenn sie in Kombination mitanderen Prostaglandinanaloga verwendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Bimatoprost bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben bei hohen maternal-toxischen Dosen eine Reproduktionstoxizitätgezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
LUMIGAN sollte in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Bimatoprost beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Tierexperimentelle
Studien haben gezeigt, dass Bimatoprost in die Muttermilch übergeht. Es muss eine Entscheidungdarüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob die Behandlung mit LUMIGANzu unterbrechen ist. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der
Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
FertilitätÜber die Auswirkungen von Bimatoprost auf die menschliche Fertilität liegen keine Daten vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenLUMIGAN hat einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen. Falls es nach dem Eintropfen zu vorübergehend verschwommenem
Sehen kommt, sollte wie auch bei anderen Augenarzneimitteln der Patient warten, bis er wieder klarsieht, bevor er am Straßenverkehr teilnimmt oder Maschinen bedient.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn einer 12-monatigen klinischen Phase-III-Studie traten bei etwa 38 % der mit LUMIGAN 0,1 mg/ml
Augentropfen, Lösung, behandelten Patienten Nebenwirkungen auf. Die am häufigsten berichtete
Nebenwirkung war Bindehauthyperämie (meistens geringgradig bis leicht und von nicht-entzündlicher Natur) bei 29 % der Patienten. Etwa 4 % der Patienten in der 12-monatigen Studiebrachen die Behandlung wegen eines unerwünschten Ereignisses ab.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenAus klinischen Studien mit LUMIGAN 0,1 mg/ml Augentropfen, Lösung oder nach Markteinführungwurden folgende Nebenwirkungen berichtet. Diese betrafen meistens das Auge, waren leichtausgeprägt und in keinem Fall schwerwiegend:
In Tabelle 1 sind sehr häufige (≥1/10), häufige (≥1/100, <1/10), gelegentliche (≥1/1 000, <1/100);seltene (≥1/10 000 bis <1/1 000), sehr seltene (<1/10 000) und nicht bekannte (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) Nebenwirkungen nach Systemorganklasseaufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Tabelle 1. Liste aller Nebenwirkungen mit LUMIGAN-Formulierungen (Multidosis und
Einzeldosis)
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Erkrankungen des Gelegentlich Kopfschmerzen
Nervensystems Nicht bekannt Schwindelgefühl
Augenerkrankungen Sehr häufig Bindehauthyperämie,
Prostaglandinanaloga-assoziierte Periorbitopathie
Häufig Keratitis punctata,
Augenreizung, Augenjucken,
Wimpernwachstum,
Augenschmerzen, Erythem des
Augenlids, Augenlidpruritus
Gelegentlich Asthenopie, verschwommenes
Sehen, Erkrankung der
Bindehaut, Bindehautödem,
Hyperpigmentation der Iris,
Madarosis, Augenlidödem
Nicht bekannt Pigmentierung der Augenlider,
Makulaödem, trockenes Auge,
Augenfluss, Augenödem,
Fremdkörpergefühl im Auge,
Tränensekretion verstärkt,
Augenbeschwerden,
Photophobie
Erkrankungen der Atemwege, Nicht bekannt Asthma, Asthma-des Brustraums und Verschlechterung, COPD-
Mediastinums Exazerbation und Dyspnoe
Erkrankungen des Gelegentlich Übelkeit
Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen der Haut und Häufig Hauthyperpigmentierung,des Unterhautgewebes Hypertrichose
Gelegentlich Trockene Haut,
Augenlidrandverkrustung,
PruritusNicht bekannt Hautverfärbung (periokulär)
Allgemeine Erkrankungen und Häufig Irritation an der
Beschwerden am Instillationsstelle
Verabreichungsort
Erkrankungen des Nicht bekannt Überempfindlichkeitsreaktion
Immunsystems einschließlich Anzeichen und
Symptome von Augenallergieund allergischer Dermatitis
Gefäßerkrankungen Nicht bekannt Hypertension
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenProstaglandinanaloga-assoziierte Periorbitopathie (PAP)
Prostaglandinanaloga einschließlich LUMIGAN können periorbitale Lipodystrophien verursachen,die zu einer Vertiefung der Augenlidfurche, Ptose, Enophthalmus, Augenlidretraktion, Rückbildungvon Dermatochalasis und Sichtbarkeit der Sklera oberhalb des Unterlids führen können. Die
Veränderungen sind in der Regel leicht, können bereits einen Monat nach Beginn der Behandlung mit
LUMIGAN auftreten und können möglicherweise das Blickfeld einschränken, selbst wenn der Patientselbst dies nicht bemerkt. PAP wird auch mit periokulärer Hauthyperpigmentierung oder -verfärbungund Hypertrichose in Zusammenhang gebracht. Alle Veränderungen wurden als teilweise odervollständig reversibel berichtet, sobald die Behandlung abgesetzt oder auf eine andere Behandlungumgestellt wurde.
Hyperpigmentation der Iris
Eine verstärkte Irispigmentierung ist wahrscheinlich bleibend. Die veränderte Pigmentierung wirddurch einen erhöhten Melaningehalt in den Melanozyten und nicht durch eine Erhöhung der
Melanozytenzahl verursacht. Die Langzeitwirkungen einer verstärkten Irispigmentierung sind nichtbekannt. Veränderungen der Irisfarbe aufgrund einer ophthalmischen Anwendung von Bimatoprostsind möglicherweise erst nach mehreren Monaten oder Jahren wahrnehmbar. Typischerweise erstrecktsich die braune Pigmentierung im Pupillenbereich konzentrisch in Richtung des Irisrandes und diegesamte Iris oder Teile davon werden bräunlicher. Weder Nävi noch Flecken der Iris scheinen von der
Behandlung beeinflusst zu werden. Nach 12 Monaten betrug die Häufigkeit einer Hyperpigmentationder Iris nach Anwendung von Bimatoprost 0,1 mg/ml Augentropfen, Lösung, 0,5 %. Nach12 Monaten betrug die Häufigkeit mit Bimatoprost 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung, 1,5 % (siehe
Abschnitt 4.8, Tabelle 2) und erhöhte sich nach 3-jähriger Behandlung nicht.
In klinischen Studien wurden mehr als 1 800 Patienten mit LUMIGAN 0,3 mg/ml behandelt. Die inden zusammengefassten Daten aus der Anwendung von LUMIGAN 0,3 mg/ml in Phase III als
Monotherapeutikum und als Zusatzmedikation am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren:
* Wachstum der Augenwimpern bei bis zu 45 % im ersten Jahr, mit abnehmender Inzidenz neuer
Berichte auf 7 % im 2. Jahr und 2 % im 3. Jahr
* Bindehauthyperämie (meistens geringgradig bis leicht und vermutlich von nicht-entzündlicher
Natur) bei bis zu 44 % im ersten Jahr, mit abnehmender Inzidenz neuer Berichte auf 13 % im 2.
Jahr und 12 % im 3. Jahr
* Augenjucken bei bis zu 14 % der Patienten im ersten Jahr, mit abnehmender Inzidenz neuer
Berichte auf 3 % im 2. Jahr und 0 % im 3. Jahr. Weniger als 9 % der Patienten brachen die
Behandlung im ersten Jahr wegen eines unerwünschten Ereignisses ab und die Inzidenzzusätzlicher Studienabbrüche durch Patienten lag im 2. und 3. Jahr bei 3 %.
In Tabelle 2 sind weitere Nebenwirkungen aufgeführt, die mit LUMIGAN 0,3 mg/ml berichtetwurden. Die Tabelle enthält auch Nebenwirkungen, die bei beiden Formulierungen, aber mitunterschiedlicher Häufigkeit, aufgetreten sind. Diese betrafen meistens das Auge, waren leicht bismittelstark ausgeprägt und in keinem Fall schwerwiegend: Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werdendie Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 2. Liste weiterer Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Erkrankungen des Häufig Kopfschmerzen
Nervensystems Gelegentlich Schwindelgefühl
Augenerkrankungen Sehr häufig Augenjucken, Wimpernwachstum
Häufig Hornhauterosion, Brennen der
Augen, allergische Konjunktivitis,
Blepharitis, Verschlechterung der
Sehschärfe, Asthenopie,
Bindehautödem,
Fremdkörpergefühl, Trockenheitder Augen, Augenschmerzen,
Photophobie, Tränen der Augen,
Augenfluss,
Sehstörung/verschwommenes
Sehen, verstärkte
Irispigmentierung,
Dunkelverfärbung der Wimpern
Gelegentlich Netzhautblutung, Uveitis,zystisches Makulaödem, Iritis,
Blepharospasmus,
Augenlidretraktion, periorbitales
Erythem
Gefäßerkrankungen Häufig Hypertension
Erkrankungen der Haut und Gelegentlich Hirsutismusdes Unterhautgewebes
Allgemeine Erkrankungen und Gelegentlich Asthenie
Beschwerden am
Verabreichungsort
Untersuchungen Häufig Leberfunktionstest anomal
Berichtete Nebenwirkungen bei phosphathaltigen Augentropfen
Sehr selten wurden Fälle von Hornhautkalzifizierung unter der Therapie mit phosphathaltigen
Augentropfen bei einigen Patienten mit ausgeprägten Hornhautdefekten berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet, was bei Anwendung am Auge auch nicht zuerwarten ist.
Im Fall einer Überdosierung sollte symptomatisch und durch unterstützende Maßnahmen behandeltwerden. Falls LUMIGAN versehentlich oral eingenommen wurde, könnte die folgende Informationhilfreich sein: In Studien hatten, bei zweiwöchiger oraler Verabreichung an Ratten und Mäusen,
Dosen von bis zu 100 mg/kg/Tag keinerlei toxische Wirkungen. Diese Dosis, ausgedrückt in mg/m2,ist um das mindestens 210-Fache höher als die Dosis, die bei versehentlicher Anwendung des Inhaltseiner Flasche LUMIGAN 0,1 mg/ml Augentropfen, Lösung durch ein Kind mit 10 kg Körpergewichterreicht wird.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmika - Antiglaukompräparate und Miotika - Prostaglandin-
Analoga - Bimatoprost - ATC-Code: S01EE03
WirkmechanismusDer Mechanismus, über den Bimatoprost beim Menschen eine Senkung des Augeninnendrucksbewirkt, ist eine Verstärkung des Kammerwasserabflusses über das Trabekelwerk sowie eine
Erhöhung des uveo-skleralen Abflusses. Die Senkung des Augeninnendrucks beginnt ungefähr vier
Stunden nach der ersten Anwendung und erreicht nach ungefähr 8 - 12 Stunden eine maximale
Wirkung. Die Wirkung hält mindestens über 24 Stunden an.
Bimatoprost ist eine Substanz mit potenter augeninnendrucksenkender Wirkung. Es ist einsynthetisches Prostamid, das zwar eine strukturelle Ähnlichkeit zu Prostaglandin F2(PGF2) aufweist,jedoch nicht über die bekannten Prostaglandinrezeptoren wirkt. Bimatoprost ahmt selektiv die
Wirkungen von vor kurzem entdeckten körpereigenen Substanzen, sogenannten Prostamiden, nach
Die Struktur des Prostamidrezeptors wurde jedoch noch nicht identifiziert.
Klinische WirksamkeitWährend einer 12-monatigen Pivot-Studie bei Erwachsenen mit LUMIGAN 0,1 mg/ml Augentropfen,
Lösung unterschieden sich die mittleren Tages-IOD-Werte, die bei jedem Besuch während des 12-monatigen Studienzeitraums gemessen wurden, im Tagesverlauf um nicht mehr als 1,1 mmHg undlagen nie über 17,7 mmHg.
LUMIGAN 0,1 mg/ml Augentropfen, Lösung enthält BAK in einer Konzentration von 200 ppm.
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von LUMIGAN bei Patienten mit
Offenwinkelglaukom mit Pseudoexfoliations- und Pigmentglaukom sowie mit chronischem
Winkelblockglaukom mit Patent-Iridotomie vor.
Klinisch relevante Wirkungen auf die Herzfrequenz und den Blutdruck wurden in den klinischen
Studien nicht festgestellt.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von LUMIGAN bei Kindern im Alter von 0 bis unter 18 Jahren istnicht erwiesen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionBimatoprost penetriert in vitro gut durch die menschliche Cornea und Sklera. Bei der Anwendung am
Auge bei Erwachsenen ist die systemische Exposition gegenüber Bimatoprost sehr gering, wobei eine
Akkumulation ausbleibt. Nach einmal täglicher Gabe von je einem Tropfen 0,3 mg/ml Bimatoprost inbeide Augen über einen Zeitraum von zwei Wochen wurden innerhalb von 10 Minuten nach der
Verabreichung die Plasmaspitzenspiegel erreicht, innerhalb von 1,5 Stunden nach der Anwendungsank die Konzentration im Blut unter die Nachweisgrenze (0,025 ng/ml). Die Durchschnittswerte von
Cmax und AUC0-24 h waren an Tag 7 und Tag 14 ähnlich (0,08 ng/ml bzw. 0,09 ng*h/ml). Dies lässtdarauf schließen, dass sich in der ersten Woche der Anwendung am Auge ein Fließgleichgewicht der
Bimatoprost-Konzentration eingestellt hatte.
VerteilungDie Verteilung von Bimatoprost ins Körpergewebe ist mäßig, das systemische Verteilungsvolumenbeim Menschen beträgt im Fließgleichgewicht 0,67 l/kg. Im menschlichen Blut wird Bimatoprost vorallem im Plasma gefunden. Die Plasmaproteinbindung von Bimatoprost liegt bei ca. 88%.
BiotransformationNach der Anwendung am Auge wird im zirkulierenden Blut vor allem unverändertes Bimatoprostgefunden. Die Metabolisierung von Bimatoprost erfolgt danach durch Oxidation, N-Deethylierungund Gucuronidierung zu einer Vielzahl unterschiedlicher Metaboliten.
EliminationBimatoprost wird vorwiegend renal ausgeschieden. Bei gesunden erwachsenen Probanden wurden biszu 67 % einer intravenös verabreichten Dosis über den Urin und 25 % der Dosis über die Fäcesausgeschieden. Die nach intravenöser Gabe bestimmte Eliminationshalbwertszeit betrug ca.
45 Minuten; die Gesamt-Clearance aus dem Blut 1,5 l/h/kg.
Charakteristika bei älteren PatientenNach zweimal täglicher Applikation von Bimatoprost 0,3 mg/ml Augentropfen, Lösung lag diemittlere AUC0-24 h bei älteren Patienten (65 Jahre) mit 0,0634 ng*h/ml signifikant höher als beijungen gesunden Erwachsenen (0,0218 ng*h/ml). Diese Beobachtung ist jedoch klinisch nichtrelevant, weil bei Älteren ebenso wie bei Jüngeren die systemische Exposition nach Anwendung am
Auge sehr gering war. Es fanden sich keine Anzeichen einer Akkumulation von Bimatoprost im Blut,und das Sicherheitsprofil war bei älteren und jüngeren Patienten gleich.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In präklinischen Studien wurden Effekte nur nach Expositionen beobachtet, die als ausreichend überder maximalen humantherapeutischen Exposition angesehen wurden. Die Relevanz für den Menschenwird als gering bewertet.
Bei Affen wurden nach täglicher, okulärer Anwendung von Bimatoprostkonzentrationen 0,3 mg/mlüber ein Jahr eine Zunahme der Irispigmentierung, sowie durch einen prominenten Sulcus obenund/oder unten und einen erweiterten Lidspalt des behandelten Auges gekennzeichnete, reversible,dosisabhängige periokuläre Effekte beobachtet. Es scheint, dass die verstärkte Irispigmentierungdurch eine erhöhte Stimulation der Melaninproduktion in den Melanozyten, und nicht durch eine
Erhöhung der Melanozytenzahl verursacht wurde. Es wurden keine Funktions- oder mikroskopischen
Veränderungen im Zusammenhang mit den periokulären Effekten beobachtet, und der denperiokulären Veränderungen zugrunde liegende Wirkmechanismus ist nicht bekannt.
Bimatoprost erwies sich in einer Reihe von Untersuchungen in vitro und in vivo als weder mutagennoch kanzerogen.
Bei Ratten, die bis zu 0,6 mg/kg/Tag Bimatoprost (mindestens das 103-Fache der zu erwartenden
Exposition beim Menschen) erhielten, fanden sich keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der
Fertilität. In Studien zur Embryonal- und Fetalentwicklung bei Mäusen und Ratten wurden unter
Dosierungen, die mindestens das 860-Fache bzw. das 1700-Fache der humantherapeutischen Dosisbetrugen, zwar Aborte, aber keine Entwicklungsstörungen, beobachtet. Diese Dosierungen führten zusystemischen Expositionen, die mindestens um das 33-Fache bzw. 97-Fache höher lagen, als die
Exposition bei beabsichtigter humantherapeutischer Anwendung. In Peri-/Postnatal-Studien bei
Ratten führten bei 0,3 mg/kg/Tag (mindestens das 41-Fache einer Exposition bei beabsichtigterhumantherapeutischer Anwendung) toxische Wirkungen bei den weiblichen Tieren zu verkürzter
Gestationszeit, Fetustod, und vermindertem Körpergewicht der Jungtiere. Neurologisch bedingte
Verhaltensänderungen wurden bei den Jungtieren nicht beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Benzalkoniumchlorid
Natriumchlorid
Dinatriumhydrogenphosphat 7 H2O
Citronensäure-Monohydrat
Salzsäure oder Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung)
Gereinigtes Wasser
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre.
Nach dem ersten Öffnen: 4 Wochen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Flaschen aus weißem, lichtundurchlässigem LDPE, mit Polystyrol-Schraubdeckel. 3 ml Füllvolumenpro Flasche.
Die folgenden Packungsgrößen sind erhältlich: Faltschachtel mit 1 oder 3 Flaschen mit 3 ml Lösung.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
Knollstraße67061 Ludwigshafen
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/02/205/003
EU/1/02/205/004
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der ersten Zulassung: 07. Januar 2010
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.