Angewendet bei: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom
Art der Anwendung: oral
Substanz: Lazertinib (Antineoplastikum)
ATC: L01EB09 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Proteinkinasehemmer | Epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) Tyrosinkinasehemmer)
Lazertinib ist ein Krebsmedikament bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit bestimmten EGFR-Mutationen, zum Beispiel Exon-19-Deletion oder L858R-Mutation in Exon 21. Es wird häufig zusammen mit Amivantamab als zielgerichtete Therapie eingesetzt.
Das Arzneimittel hemmt EGFR und blockiert Signale, die Tumorzellen zum Wachstum nutzen. Für Patientinnen und Patienten ist eine genetische Untersuchung des Tumors vor Therapiebeginn entscheidend. Die Auswahl der Behandlung hängt auch vom Allgemeinzustand, früheren Therapien und Nebenwirkungsrisiken ab.
Lazertinib wird einmal täglich als Tablette genau nach Verordnung eingenommen. In Kombination mit Amivantamab kann das Risiko für Blutgerinnsel steigen; daher kann der Arzt Vorbeugung und engmaschige Kontrollen empfehlen. Neue Arzneimittel oder Nahrungsergänzungen sollten vorher besprochen werden.
Nebenwirkungen können Hautausschlag, Juckreiz, trockene Haut, Nagelprobleme, Durchfall, Entzündungen im Mund, Müdigkeit, Schwellungen, Muskelschmerzen und veränderte Leberwerte sein. Suchen Sie sofort Hilfe bei Brustschmerz, Atemnot, neuem Husten, Schwellung eines Beins oder plötzlich auftretenden neurologischen Beschwerden.
Lazcluze 80 mg Filmtabletten
Lazcluze 240 mg Filmtabletten
Lazcluze 80 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 80 mg Lazertinib (als Mesilat-Monohydrat).
Lazcluze 240 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 240 mg Lazertinib (als Mesilat-Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette.
Lazcluze 80 mg Filmtabletten
Gelbe, 14 mm lange, ovale Tablette mit der Prägung 'LZ“ auf der einen und '80“ auf der anderen
Seite.
Lazcluze 240 mg Filmtabletten
Rötlich bis lilafarbene, 20 mm lange, ovale Tablette mit der Prägung 'LZ“ auf der einen und '240“auf der anderen Seite.
Lazcluze ist indiziert in Kombination mit Amivantamab zur Erstlinienbehandlung erwachsener
Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (non-small cell lung cancer,
NSCLC) mit EGFR Exon-19-Deletionen oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationen.
Die Behandlung mit Lazcluze soll von einem Arzt mit Erfahrung in der Anwendung vonantineoplastischen Arzneimitteln eingeleitet und überwacht werden.
Vor Beginn einer Therapie mit Lazcluze muss der positive EGFR-Mutationsstatus in Tumorgewebe-oder Plasmaproben mit einer validierten Testmethode nachgewiesen werden. Wird in einer
Plasmaprobe keine Mutation nachgewiesen, soll Tumorgewebe getestet werden, sofern es inausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht, da ein Plasmatest möglicherweise falschnegative Ergebnisse liefert.
DosierungDie empfohlene Dosis von Lazcluze beträgt 240 mg einmal täglich in Kombination mit Amivantamab.
Es wird empfohlen, Lazcluze zu einem beliebigen Zeitpunkt vor Anwendung von Amivantamabeinzunehmen, wenn es am selben Tag gegeben wird. Informationen zur empfohlenen Dosierung von
Amivantamab sind Abschnitt 4.2 der Amivantamab Fachinformation zu entnehmen.
Venöse thromboembolische (VTE) Ereignisse bei gleichzeitiger Anwendung mit Amivantamab
Bei Patienten, die Lazcluze in Kombination mit Amivantamab erhalten, sollte zum Zeitpunkt der
Therapieinitiierung zur Vermeidung von VTE-Ereignissen eine prophylaktische Antikoagulationeingeleitet werden. Entsprechend der klinischen Leitlinien sollten Patienten prophylaktisch entwederein direktes orales Antikoagulans (DOAK) oder ein niedermolekulares Heparin (low-molecular weightheparin, LMWH) erhalten. Die Anwendung von Vitamin K-Antagonisten wird nicht empfohlen.
Haut- und NagelreaktionenUm das Risiko und den Schweregrad von Haut- und Nagelreaktionen bei Patienten, die Lazcluze in
Kombination mit Amivantamab erhalten, zu verringern, wird eine prophylaktische Therapie mit oralenund topischen Antibiotika empfohlen. Zudem wird die Anwendung einer nicht-komedogenen
Feuchtigkeitspflege für die Haut (auf Ceramidbasis oder andere Formulierungen, die einelanganhaltende Feuchtigkeitsversorgung der Haut bewirken und keine austrocknenden Bestandteileenthalten) im Gesicht und am ganzen Körper (außer der Kopfhaut) und die Anwendung einer
Chlorhexidin-Lösung zum Waschen der Hände und Füße empfohlen. Die Patienten sollen angewiesenwerden, sich während und für 2 Monate nach der Kombinationstherapie mit Lazcluze nureingeschränkt der Sonne auszusetzen. Für weitere Informationen zur Prophylaxe von Haut- und
Nagelreaktionen siehe Abschnitt 4.4.
Dauer der BehandlungDie Behandlung sollte bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu inakzeptabler Toxizitätfortgesetzt werden.
Versäumte DosisWenn eine geplante Dosis Lazcluze versäumt wurde, kann diese innerhalb von 12 Stunden nachgeholtwerden. Wenn seit der geplanten Einnahme der Dosis mehr als 12 Stunden vergangen sind, sollte dieversäumte Dosis nicht nachgeholt und die nächste Dosis gemäß dem gewohnten Dosierungsschemaeingenommen werden.
Änderungen der Dosis
Die empfohlenen Dosisreduktionen bei Nebenwirkungen sind in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1: Empfohlene Reduktionen der Lazcluze-Dosis bei Nebenwirkungen
Dosisreduktion Empfohlene Dosis
Anfangsdosis 240 mg einmal täglich1. Dosisreduktion 160 mg einmal täglich2. Dosisreduktion 80 mg einmal täglich3. Dosisreduktion Lazcluze absetzen
Dosisänderungen bei spezifischen Nebenwirkungen sind in Tabelle 2 dargestellt.
Informationen zu Änderungen der Amivantamab-Dosis sind Abschnitt 4.2 der Amivantamab
Fachinformation zu entnehmen.
Tabelle 2: Empfohlene Änderungen der Lazcluze- und Amivantamab-Dosis bei
Nebenwirkungen*
Nebenwirkung Schweregrad Dosisänderung
Interstitielle Jeder Grad - Bei Verdacht auf eine ILD/Pneumonitis
Lungenerkrankung die Behandlung mit Lazcluze und(Interstitial lung Amivantamab unterbrechen.disease, - Bei bestätigter ILD/Pneumonitis Lazcluze
ILD)/Pneumonitis und Amivantamab dauerhaft absetzen.
Venöse Ereignisse mit klinischer - Die Behandlung mit Lazcluze undthromboembolische Instabilität (z. B. Amivantamab unterbrechen, bis der(VTE) Ereignisse respiratorische Insuffizienz Patient klinisch stabil ist. Danach können(siehe Abschnitt 4.4) oder kardiale Dysfunktion) beide Arzneimittel mit der gleichen Dosiswieder gestartet werden.
Rezidivierendes VTE- - Amivantamab dauerhaft absetzen. Die
Ereignis trotz Behandlung mit Lazcluze kann mit der
Antikoagulation in gleichen Dosis fortgesetzt werden.therapeutischer Dosierung
Haut- und Grad 1 - Unterstützende Maßnahmen, wie klinisch
Nagelreaktionen angezeigt, einleiten.(siehe Abschnitt 4.4) - Erneute Beurteilung nach 2 Wochen.
Grad 2 - Unterstützende Maßnahmen, wie klinischangezeigt, einleiten.
- Falls nach 2 Wochen keine Besserungeintritt, die Amivantamab-Dosisreduzieren und die Behandlung mit
Lazcluze fortsetzen.
- Erneute Beurteilung alle 2 Wochen; fallskeine Besserung eintritt, die Lazcluze-
Dosis bis zum Abklingen der
Nebenwirkung auf ≤ Grad 1 reduzieren(Tabelle 1).
Grad 3 - Unterstützende Maßnahmen, wie klinischangezeigt, einleiten.
- Die Behandlung mit Lazcluze und
Amivantamab unterbrechen.
- Nach Abklingen der Nebenwirkung auf≤ Grad 2 beide Arzneimittel mit dergleichen Dosis wieder starten oder
Dosisreduktion in Betracht ziehen;vorzugsweise zunächst Reduktion der
Amivantamab-Dosis.
- Falls innerhalb von 2 Wochen keine
Besserung eintritt, sowohl Lazcluze alsauch Amivantamab dauerhaft absetzen.
Grad 4 (einschließlich - Amivantamab dauerhaft absetzen und dieschwerer bullöser, Behandlung mit Lazcluze unterbrechen.blasenbildender oder - Die Behandlung mit Lazcluze bis zumschuppender Hautzustände, Abklingen der Nebenwirkung aufz. B. toxische epidermale ≤ Grad 2 oder Ausgangszustand
Nekrolyse) unterbrechen.
- Nach Abklingen der Nebenwirkung auf≤ Grad 2, Lazcluze mit der gleichen Dosiswieder starten.
Tabelle 2: Empfohlene Änderungen der Lazcluze- und Amivantamab-Dosis bei
Nebenwirkungen*
Nebenwirkung Schweregrad Dosisänderung
Hepatotoxizität Grad 3-4 - Die Behandlung mit Lazcluze und
Amivantamab unterbrechen.
- Nach Abklingen der Nebenwirkung auf≤ Grad 1 beide Arzneimittel mit dergleichen Dosis wieder starten oder eine
Dosisreduktion in Betracht ziehen;vorzugsweise zunächst Reduktion der
Amivantamab-Dosis.
Parästhesie Grad 3-4 - Unterstützende Maßnahmen einleiten.
- Die Behandlung mit Lazcluze bis zum
Abklingen der Nebenwirkung auf≤ Grad 1 oder Ausgangszustandunterbrechen. Lazcluze in der gleichen
Dosis wieder starten oder Dosisreduktionin Betracht ziehen.
- Falls innerhalb von 4 Wochen keine
Besserung eintritt, dauerhaftes Absetzenvon Lazcluze in Betracht ziehen.
Diarrhö Grad 3 - Unterstützende Maßnahmen einleiten.
- Die Behandlung mit Lazcluze und
Amivantamab unterbrechen.
- Nach Abklingen der Nebenwirkung auf≤ Grad 1 beide Arzneimittel mit dergleichen Dosis wieder starten oder
Dosisreduktion in Betracht ziehen;vorzugsweise zunächst Reduktion der
Amivantamab-Dosis.
Grad 4 - Unterstützende Maßnahmen einleiten.
- Die Behandlung mit Lazcluze und
Amivantamab unterbrechen.
- Nach Abklingen der Nebenwirkung auf≤ Grad 1 die Dosis reduzieren;vorzugsweise zunächst Reduktion der
Amivantamab-Dosis.
Stomatitis Grad 3-4 - Die Behandlung mit Lazcluze und
Amivantamab unterbrechen.
- Nach Abklingen der Nebenwirkung auf≤ Grad 2 beide Arzneimittel mit dergleichen Dosis wieder starten oder
Dosisreduktion in Betracht ziehen;vorzugsweise zunächst Reduktion der
Amivantamab-Dosis.
Tabelle 2: Empfohlene Änderungen der Lazcluze- und Amivantamab-Dosis bei
Nebenwirkungen*
Nebenwirkung Schweregrad Dosisänderung
Weitere Grad 3-4 - Die Behandlung mit Lazcluze und
Nebenwirkungen Amivantamab unterbrechen, bis sich die
Nebenwirkung auf ≤ Grad 1 oder den
Ausgangszustand zurückgebildet hat.
- Ein oder beide Arzneimittel wiederstarten; vorzugsweise zuerst Lazcluze mitreduzierter Dosis, es sei denn, es bestehtdringender Verdacht, dass die
Nebenwirkung mit Lazcluze in
Zusammenhang steht.
- Falls innerhalb von 4 Wochen keine
Besserung eintritt, dauerhaftes Absetzensowohl von Lazcluze als auch von
Amivantamab in Betracht ziehen.
* Informationen zur empfohlenen Dosierung von Amivantamab sind Abschnitt 4.2 der Amivantamab Fachinformationzu entnehmen.
Besondere PatientengruppenEs ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 4.8, 5.1 und 5.2).
NierenfunktionsbeeinträchtigungBasierend auf Analysen der Populationspharmakokinetik ist bei Patienten mit leichter, moderater oderschwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung keine Dosisanpassung erforderlich. Die Daten zu Patientenmit schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung sind begrenzt. Die Pharmakokinetik (PK) von
Lazertinib bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz ist nicht bekannt. Bei Patienten mitterminaler Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 5.2).
Beeinträchtigung der Leber
Bei Patienten mit leichter oder moderater Beeinträchtigung der Leber ist keine Dosisanpassungerforderlich. Die PK von Lazertinib bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leber ist nichtbekannt. Bei Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leber ist Vorsicht geboten (siehe
Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheEs gibt im Anwendungsgebiet des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms keinen relevanten Nutzen von
Lazertinib bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungLazcluze ist zum Einnehmen bestimmt. Die Tabletten sollten im Ganzen mit oder ohne eine Mahlzeiteingenommen werden. Die Tabletten sollten nicht zerdrückt, geteilt oder gekaut werden.
Wenn nach der Einnahme von Lazcluze zu irgendeinem Zeitpunkt Erbrechen auftritt, sollte dienächste Dosis am nächsten Tag eingenommen werden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Interstitielle Lungenerkrankung (interstitial lung disease, ILD) oder ILD-ähnliche Nebenwirkungen(z. B. Pneumonitis), darunter Ereignisse mit tödlichem Ausgang, wurden bei Patienten, die mit
Lazertinib und Amivantamab behandelt wurden, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mitanamnestisch bekannter ILD, arzneistoffinduzierter ILD, Strahlenpneumonitis, die eine
Steroidbehandlung erforderte, oder mit Anzeichen für eine klinisch aktive ILD wurden von derzulassungsrelevanten klinischen Studie ausgeschlossen.
Die Patienten sollen auf Symptome, die auf eine ILD/Pneumonitis hinweisen (z. B. Dyspnoe, Husten,
Fieber), überwacht werden. Wenn Symptome auftreten, soll die Behandlung mit Lazcluzeunterbrochen werden, bis diese Symptome untersucht worden sind. Bei Verdacht auf ILD oder
ILD-ähnliche Nebenwirkungen soll eine Beurteilung durchgeführt und gegebenenfalls eine geeignete
Behandlung eingeleitet werden. Lazcluze soll bei Patienten mit bestätigter ILD oder ILD-ähnlichen
Nebenwirkungen dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Venöse thromboembolische (VTE) Ereignisse
Bei Patienten, die Lazcluze in Kombination mit Amivantamab erhielten, wurden venösethromboembolische (VTE) Ereignisse, einschließlich tiefer Venenthrombose (TVT) und
Lungenembolie (LE), darunter Ereignisse mit tödlichem Ausgang, berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Entsprechend der klinischen Leitlinien sollten Patienten prophylaktisch entweder ein direktes orales
Antikoagulans (DOAK) oder ein niedermolekulares Heparin (LMWH) erhalten. Die Anwendung von
Vitamin K-Antagonisten wird nicht empfohlen.
Anzeichen und Symptome von VTE-Ereignissen sollten überwacht werden. Patienten mit VTE-
Ereignissen sollten , wie klinisch angezeigt, mittels Antikoagulation behandelt werden. Bei VTE-
Ereignissen im Zusammenhang mit klinischer Instabilität sollte die Behandlung unterbrochen werden,bis der Patient klinisch stabil ist. Danach können beide Arzneimittel mit der gleichen Dosis wiedergestartet werden.
Bei Wiederauftreten trotz angemessener Antikoagulation sollte Amivantamab abgesetzt werden. Die
Behandlung mit Lazcluze kann mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).
Haut- und NagelreaktionenAusschlag (einschließlich Dermatitis akneiform), Juckreiz und trockene Haut traten bei Patienten auf,die mit Lazertinib in Kombination mit Amivantamab behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8). Die
Patienten sollen angewiesen werden, sich während und für 2 Monate nach der Kombinationstherapiemit Lazcluze nur eingeschränkt der Sonne auszusetzen. Schutzkleidung und die Verwendung von
UVA/UVB-Breitband-Sonnenschutzmitteln sind empfehlenswert. Ein prophylaktischer Ansatz zur
Prävention von Ausschlag wird empfohlen. Dies beinhaltet eine prophylaktische Therapie zu
Behandlungsbeginn mit einem oralen Antibiotikum (z. B. 100 mg Doxycyclin oder Minocyclin,zweimal täglich) ab Tag 1 für die ersten 12 Wochen der Behandlung und nach Abschluss der oralen
Antibiotikatherapie eine topische antibiotische Lotion (z. B. Clindamycin 1 %) auf der Kopfhaut fürdie darauffolgenden 9 Monate der Behandlung. Zudem wird die Anwendung einer nicht-komedogenen
Feuchtigkeitspflege für die Haut (auf Ceramidbasis oder andere Formulierungen, die einelanganhaltende Feuchtigkeitsversorgung der Haut bewirken und keine austrocknenden Bestandteileenthalten) im Gesicht und am ganzen Körper (außer der Kopfhaut) und die Anwendung einer
Chlorhexidin-Lösung zum Waschen der Hände und Füße ab Tag 1 für die gesamte Behandlungsdauerempfohlen.
Es wird empfohlen, zum Zeitpunkt der ersten Dosis Rezepte für zusätzliche topische und/oder orale
Antibiotika und topische Corticosteroide bereit zu halten, um Verzögerungen bei der reaktiven
Behandlung zu minimieren, falls trotz prophylaktischer Behandlung Ausschlag auftritt. Wenn Haut-oder Nagelreaktionen auftreten, sollen unterstützende Maßnahmen, topische Corticosteroide undtopische und/oder orale Antibiotika angewendet werden. Bei Nebenwirkungen Grad 3 oder Grad 2, dieschlecht toleriert werden, sollen auch systemische Antibiotika und orale Steroide angewendet und einedermatologische Konsultation in Betracht gezogen werden. Je nach Schweregrad sollte Lazcluze inder Dosis reduziert, unterbrochen oder dauerhaft abgesetzt werden. (siehe Abschnitt 4.2).
AugenerkrankungenAugenerkrankungen, einschließlich Keratitis, traten bei Patienten, die mit Lazertinib in Kombinationmit Amivantamab behandelt wurden, auf (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit sich verschlechternder
Augensymptomatik sollen umgehend an einen Ophthalmologen überwiesen werden und keine
Kontaktlinsen tragen, bis die Symptome beurteilt wurden.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Starke CYP3A4-Induktoren können die Lazertinib-Plasmakonzentration senken. Lazertinib kann die
Plasmakonzentration von CYP3A4- und BCRP-Substraten erhöhen.
Wirkstoffe, die die Plasmakonzentration von Lazertinib verändern können
CYP3A4-InduktorenDie gleichzeitige Anwendung mehrerer Dosen Rifampicin (starker CYP3A4-Induktor) verringerte beigesunden Probanden die Cmax von Lazertinib um 72 % und die AUC um 83 %. Die gleichzeitige
Anwendung von Lazcluze mit starken CYP3A4-Induktoren (z. B. Carbamazepin, Phenytoin,
Rifampicin, Johanniskraut) sollte vermieden werden. Die gleichzeitige Anwendung von Lazcluze mitmoderaten CYP3A4-Induktoren kann ebenfalls zu einer Senkung der Lazertinib-Plasmakonzentrationführen, daher sollten moderate CYP3A4-Induktoren (z. B. Bosentan, Efavirenz, Modafinil) mit
Vorsicht angewendet werden.
CYP3A4-InhibitorenDie gleichzeitige Anwendung mehrerer Dosen Itraconazol (starker CYP3A4-Inhibitor) erhöhte beigesunden Probanden die Cmax von Lazertinib um das 1,19-Fache und die AUC um das 1,46-Fache. Beigleichzeitiger Anwendung von Lazcluze und CYP3A4-Inhibitoren ist keine initiale Dosisanpassungerforderlich.
Magensäurereduzierende Wirkstoffe
Es wurden keine klinisch relevanten Unterschiede in der Pharmakokinetik von Lazertinib beigleichzeitiger Anwendung mit magensäurereduzierenden Wirkstoffen (Protonenpumpenhemmern und
H2-Rezeptor-Antagonisten) beobachtet. Bei gleichzeitiger Anwendung von Lazcluze mitmagensäurereduzierenden Wirkstoffen sind keine Dosisanpassungen erforderlich.
Wirkstoffe, deren Plasmakonzentration durch Lazcluze verändert werden kann
CYP3A4-SubstrateDie gleichzeitige Anwendung mehrerer Dosen Lazcluze 160 mg einmal täglich erhöhte die Cmax von
Midazolam (CYP3A4-Substrat) um das 1,39-Fache und die AUC um das 1,47-Fache. Arzneimittel mitenger therapeutischer Breite, die CYP3A4-Substrate sind (z. B. Ciclosporin, Everolimus, Pimozid,
Chinidin, Sirolimus, Tacrolimus), sollten mit Vorsicht angewendet werden, da Lazertinib die
Plasmakonzentration dieser Arzneimittel erhöhen kann.
BCRP-SubstrateDie gleichzeitige Anwendung mehrerer Dosen Lazcluze 160 mg einmal täglich erhöhte die Cmax von
Rosuvastatin (BCRP-Substrat) um das 2,24-Fache und die AUC um das 2,02-Fache. Arzneimittel mitenger therapeutischer Breite, die BCRP-Substrate sind (z. B. Sunitinib), sollten mit Vorsichtangewendet werden, da Lazertinib die Plasmakonzentration dieser Arzneimittel erhöhen kann.
CYP1A2-Substrate
Eine Induktion von CYP1A2 kann nicht ausgeschlossen werden. Daher ist bei gleichzeitiger
Anwendung von CYP1A2-Substraten (z.B. Tizanidin) Vorsicht geboten.
Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für bis zu 3 Wochen nach der
Behandlung eine zuverlässige Empfängnisverhütungsmethode anwenden.
Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sind darauf hinzuweisen, dass siewährend der Behandlung und für 3 Wochen nach der letzten Dosis Lazertinib eine zuverlässige
Empfängnisverhütungsmethode (z. B. Kondom) anwenden müssen und kein Sperma spenden oderkonservieren dürfen.
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Lazertinib bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (verringertes embryofetales
Überleben und fetales Körpergewicht) (siehe Abschnitt 5.3). Aufgrund seines Wirkmechanismus undder Daten aus tierexperimentellen Studien könnte Lazertinib zu einer Schädigung des Fetus führen,wenn es bei Schwangeren angewendet wird. Lazertinib darf während der Schwangerschaft nichtangewendet werden, es sei denn, dass der Nutzen der Behandlung für die Frau die möglichen Risikenfür den Fetus überwiegt. Wenn die Patientin während der Anwendung dieses Arzneimittels schwangerwird, muss sie über das mögliche Risiko für den Fetus aufgeklärt werden.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Lazertinib oder seine Metabolite in die Muttermilch übergehen oder die
Bildung der Muttermilch beeinträchtigen. Da ein Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossenwerden kann, sollten Patientinnen angewiesen werden, während der Behandlung und für 3 Wochennach der letzten Dosis Lazertinib nicht zu stillen.
FertilitätBisher liegen keine Erfahrungen zur Wirkung von Lazcluze auf die Fertilität beim Menschen vor.
Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Lazertinib Auswirkungen auf die
Fortpflanzungsorgane bei weiblichen Tieren (verringerte Anzahl von Östruszyklen und Gelbkörpern)und männlichen Tieren (degenerative Veränderungen der Hoden) hat und die weibliche und männliche
Fertilität beeinträchtigen kann (siehe Abschnitt 5.3).
Lazcluze hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Wenn bei Patienten behandlungsbedingte Symptome (beispielsweise Ermüdung)auftreten, die ihre Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, wird von Fahren und
Bedienen von Maschinen bis zum Abklingen der Nebenwirkung abgeraten.
Die häufigsten Nebenwirkungen aller Schweregrade waren Ausschlag (89 %), Nageltoxizität (71 %),
Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion (Amivantamab) (63 %), Hypoalbuminämie(Amivantamab) (48 %), Hepatotoxizität (47 %), Ödem (Amivantamab) (47 %), Stomatitis (43 %),venöse Thromboembolie (37 %), Parästhesie (34 %), Ermüdung/Fatigue (32 %), Obstipation (29 %),
Diarrhö (29 %), trockene Haut (26 %), verminderter Appetit (24 %), Pruritus (24 %), Hypokalzämie(21 %), sonstige Augenerkrankungen (21 %) und Übelkeit (21 %).
Zu den häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen gehörten venöse Thromboembolie (11 %),
Pneumonie (4,0 %), Ausschlag (3,1 %), interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis (2,9 %),
COVID-19 (2,4 %), Hepatotoxizität (2,4 %), Pleuraerguss (2,1 %), Reaktion im Zusammenhang miteiner Infusion (Amivantamab) (2,1 %), respiratorische Insuffizienz (1,4 %), Ermüdung/Fatigue(1,2 %), Ödem (Amivantamab) (1,2 %), Hypoalbuminämie (Amivantamab) (1,2 %) und
Hyponatriämie (1,2 %).
Die häufigsten Nebenwirkungen, die zu einem Behandlungsabbruch bei Patienten führten, die
Lazcluze in Kombination mit Amivantamab erhielten, waren Ausschlag (6 %), Reaktion im
Zusammenhang mit einer Infusion (Amivantamab) (4,5 %), Nageltoxizität (3,6 %), interstitielle
Lungenerkrankung/Pneumonitis (2,9 %), venöse Thromboembolie (2,9 %), Pneumonie (1,9 %) und
Ödem (Amivantamab) (1,7 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 3 sind die Nebenwirkungen zusammengefasst, die bei Patienten auftraten, die Lazertinib in
Kombination mit Amivantamab erhielten.
Die Daten spiegeln die Exposition gegenüber Lazertinib bei 421 Patienten wider, die im Rahmen der
MARIPOSA-Studie Lazertinib in Kombination mit Amivantamab erhielten. Die mediane Expositiongegenüber Lazertinib betrug 18,5 Monate (Spanne: 0,2 bis 31,4 Monate).
Nebenwirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurden, sind nach Häufigkeitskategorieaufgeführt (siehe unten). Häufigkeitskategorien sind folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten(< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb der einzelnen Häufigkeitskategorien sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 3: Nebenwirkungen bei Patienten, die Lazertinib in Kombination mit Amivantamaberhielten
Systemorganklasse Häufigkeit Alle Grade Grad 3-4
Nebenwirkung (%) (%)
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHypoalbuminämiea, b Sehr häufig 48 5
Appetit vermindert 24 1,0
Hypokalzämie 21 2,1
Hypokaliämie 14 3,1
Hypomagnesiämie Häufig 5 0
Erkrankungen des NervensystemsParästhesiea Sehr häufig 34 1,7
Schwindelgefühla 13 0
AugenerkrankungenSonstige Augenerkrankungena Sehr häufig 21 0,5
Sehverschlechterunga Häufig 4,5 0
Keratitis 2,6 0,5
Wimpernwachstuma 1,9 0
GefäßerkrankungenVenöse Thromboemboliea Sehr häufig 37 11
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsInterstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitisa Häufig 3,1 1,2
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsStomatitisa Sehr häufig 43 2,4
Diarrhö 29 2,1
Obstipation 29 0
Übelkeit 21 1,2
Erbrechen 12 0,5
Abdominalschmerza 11 0
Hämorrhoiden Häufig 10 0,2
Leber- und GallenerkrankungenHepatotoxizitäta Sehr häufig 47 9
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAusschlaga Sehr häufig 89 27
Nageltoxizitäta 71 11
Trockene Hauta 26 1,0
Pruritus 24 0,5
Palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom Häufig 6 0,2
Urtikaria 1,2 0
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenMuskelspasmen Sehr häufig 17 0,5
Myalgie 13 0,7
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortÖdema, b Sehr häufig 47 2,9
Ermüdung/Fatiguea 32 3,8
Fieber 12 0
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Reaktion im Zusammenhang mit einer Sehr häufig 63 6
Infusionba gruppierte Begriffeb gilt nur für Amivantamab.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenBei 37 % der Patienten, die Lazertinib in Kombination mit Amivantamab erhielten, wurden venösethromboembolische (VTE) Ereignisse, einschließlich tiefer Venenthrombose (TVT) (14,5 %) und
Lungenembolie (LE) (17,3 %), berichtet. Die meisten Ereignisse waren Grad 1 oder 2, wobei
Ereignisse Grad 3-4 bei 11 % und Ereignisse mit tödlichem Ausgang bei 0,5 % der Patientenauftraten, die Lazertinib in Kombination mit Amivantamab erhielten. Informationen zurprophylaktischen Antikoagulation und der Behandlung von VTE-Ereignissen sind den Abschnitten 4.2und 4.4 zu entnehmen.
Bei Patienten, die Lazertinib in Kombination mit Amivantamab erhielten, betrug die mediane Zeit biszum ersten Auftreten eines VTE-Ereignisses 84 Tage. VTE-Ereignisse führten bei 2,9 % der Patientenzum Absetzen der Kombinationsbehandlung.
Interstitielle Lungenerkrankung (ILD)/PneumonitisBei der Anwendung von Lazertinib in Kombination mit Amivantamab sowie anderer EGFR-
Inhibitoren wurden interstitielle Lungenerkrankung oder ILD-ähnliche Nebenwirkungen (z. B.
Pneumonitis) berichtet. ILD oder Pneumonitis wurden bei 3,1 % der Patienten berichtet, die mit
Lazertinib in Kombination mit Amivantamab behandelt wurden, darunter 0,2 % mit tödlichem
Ausgang. Patienten mit anamnestisch bekannter ILD, arzneistoffinduzierter ILD, Strahlenpneumonitis,die eine Steroidbehandlung erforderte, oder mit Anzeichen einer klinisch aktiven ILD, wurden von derklinischen Studie ausgeschlossen (siehe Abschnitt 4.4).
Haut- und NagelreaktionenEs kam zu Ausschlag (einschließlich Dermatitis akneiform), Pruritus und trockener Haut. Bei 89 %der Patienten, die mit Lazertinib in Kombination mit Amivantamab behandelt wurden, trat Ausschlagauf. In den meisten Fällen handelte es sich um Ausschlag Grad 1 oder 2, wobei bei 27 % der Patienten
Ausschlag Grad 3 auftrat. Ausschlag, der zum Absetzen der Kombinationsbehandlung führte, trat bei6 % der Patienten auf. Der Ausschlag trat in der Regel innerhalb der ersten 4 Wochen der Therapieauf, wobei die mediane Zeit bis zum Auftreten 14 Tage betrug. Bei Patienten, die mit Lazertinib in
Kombination mit Amivantamab behandelt wurden, trat Nageltoxizität auf. In den meisten Fällenhandelte es sich um Ereignisse Grad 1 oder 2, wohingegen bei 11 % der Patienten Nageltoxizität
Grad 3 auftrat (siehe Abschnitt 4.4).
In einer Phase-II-Studie bei Patienten, die mit Lazcluze in Kombination mit Amivantamab behandeltwurden, wurde die Anwendung einer prophylaktischen Therapie mit einem oralen Antibiotikum,einem topischen Antibiotikum auf der Kopfhaut, einer Feuchtigkeitspflege für das Gesicht und denganzen Körper (außer der Kopfhaut) sowie einem Antiseptikum für Hände und Füße untersucht (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.4). Die Studie zeigte eine Reduktion der Häufigkeit dermatologischer
Nebenwirkungen ≥ Grad 2 während der ersten 12 Behandlungswochen im Vergleich zu der in derklinischen Praxis üblichen dermatologischen Standardbehandlung (38,6 % gegenüber 76,5 %;p < 0,0001). Darüber hinaus gab es eine Reduktion der Nebenwirkungen ≥ Grad 2 auf der Kopfhaut inden ersten 12 Behandlungswochen (8,6 % gegenüber 29,4 %) sowie eine geringere Häufigkeit von
Dosisreduktionen (7,1 % gegenüber 19,1 %), Behandlungsunterbrechungen (15,7 % gegenüber33,8 %) und Behandlungsabbrüchen (1,4 % gegenüber 4,4 %) aufgrund dermatologischer
Nebenwirkungen.
AugenerkrankungenAugenerkrankungen, einschließlich Keratitis (2,6 %) traten bei Patienten auf, die mit Lazertinib in
Kombination mit Amivantamab behandelt wurden. Zu den weiteren gemeldeten Nebenwirkungengehörten Wimpernwachstum, Sehverschlechterung und sonstige Augenerkrankungen. Die meisten
Ereignisse waren Grad 1-2 (siehe Abschnitt 4.4).
HepatotoxizitätHepatotoxische Reaktionen traten bei 47 % der mit Lazertinib in Kombination mit Amivantamabbehandelten Patienten auf. Die meisten Ereignisse waren Grad 1-2, wobei bei 9 % der Patienten eine
Hepatotoxizität Grad 3-4 auftrat. Die meisten Ereignisse standen in Zusammenhang mit einem
Anstieg der Transaminasen im Serum (36 % Alanin-Aminotransferase erhöht und 29 % Aspartat-
Aminotransferase erhöht). Die meisten Patienten mit erhöhten Transaminasen konnten die
Studienbehandlung ohne Änderung fortsetzen, wohingegen bei einer kleinen Anzahl eine
Unterbrechung oder Reduktion der Dosis erforderlich war. In den klinischen Studien mit Lazertinib in
Kombination mit Amivantamab traten keine Fälle von Leberversagen oder tödlicher Hepatotoxizitätauf.
In der Lazertinib-Monotherapie wurde in Einzelfällen über erhöhte Spiegel der alkalischen
Phosphatase und anhaltend erhöhte Bilirubinspiegel berichtet.
Parästhesie
Bei 34 % der mit Lazertinib in Kombination mit Amivantamab behandelten Patienten trat eine
Parästhesie auf. Die meisten Ereignisse waren Grad 1-2, wobei eine Parästhesie Grad 3 bei 1,7 % der
Patienten auftrat. Bei den meisten Patienten mit einer Parästhesie bildeten sich die Symptome nacheiner Unterbrechung oder Reduktion der Dosis zurück.
Stomatitis
Bei 43 % der mit Lazertinib in Kombination mit Amivantamab behandelten Patienten trat eine
Stomatitis auf. Die meisten Ereignisse waren Grad 1-2, wobei bei 2,4 % der Patienten eine Stomatitis
Grad 3 auftrat.
DiarrhöBei 29 % der mit Lazertinib in Kombination mit Amivantamab behandelten Patienten trat Diarrhö auf.
Die meisten Ereignisse waren Grad 1-2, wobei bei 2,1 % der Patienten Diarrhö Grad 3 auftrat.
Besondere PatientengruppenEs liegen begrenzte klinische Daten zu Lazertinib bei Patienten ab einem Alter von 75 Jahren vor(siehe Abschnitt 5.1). Ältere Patienten (≥ 65 Jahre) berichteten häufiger über unerwünschte Ereignisse
Grad 3 oder höher als Patienten < 65 Jahre (81 % versus 70 %). Während die Häufigkeiten von
Unterbrechungen und Dosisreduktionen ähnlich waren, war die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse,die zu einem Abbruch der Behandlung führten, bei Patienten ≥ 65 Jahre höher als bei Patienten< 65 Jahre (47 % versus 25 %).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es ist kein spezifisches Gegenmittel für eine Lazcluze-Überdosierung bekannt. Im Falle einer
Überdosierung ist Lazcluze abzusetzen und es sind allgemeine unterstützende Maßnahmen zuergreifen. Die Patienten sind engmaschig auf Anzeichen oder Symptome von Nebenwirkungen zuüberwachen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Proteinkinase-Inhibitoren, ATC-Code:
L01EB09.
WirkmechanismusLazertinib ist ein irreversibler EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI). Es hemmt selektiv sowohlprimäre aktivierende EGFR-Mutationen (Exon-19-Deletionen und Exon-21-L858R-
Substitutionsmutationen) als auch die EGFR-T790M-Resistenzmutation, während es weniger Aktivitätgegen Wildtyp-EGFR hat.
Pharmakodynamische WirkungenAusgehend von den Expositions-Response-Analysen zur Sicherheit schienen Parästhesien und
Stomatitis mit zunehmender Lazertinib-Exposition tendenziell häufiger aufzutreten.
Elektrophysiologie des HerzensDas Potenzial von Lazertinib, das QTc-Intervall zu verlängern, wurde durch eine Expositions-
Response-Analyse (E-R-Analyse) bewertet, die mit klinischen Daten von 243 NSCLC-Patientendurchgeführt wurde, die in einer Phase-I/II-Studie einmal täglich 20, 40, 80, 120, 160, 240 oder320 mg Lazertinib erhielten. Die E-R-Analyse ergab keinen klinisch relevanten Zusammenhangzwischen der Lazertinib-Plasmakonzentration und der Veränderung des QTc-Intervalls.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitMARIPOSA ist eine randomisierte, offene, aktiv kontrollierte, multizentrische Phase-III-Studie zur
Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Lazcluze in Kombination mit Amivantamab im
Vergleich zur Osimertinib-Monotherapie bei der Erstlinienbehandlung von Patienten mit EGFR-mutiertem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC, die nicht für eine kurative Therapiegeeignet sind. Die Patientenproben mussten eine der beiden common EGFR-Mutationen aufweisen(Exon-19-Deletion oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutation), die durch lokale Tests festgestelltwurden. Die Tumorgewebeproben (94 %) und/oder Plasmaproben (6 %) aller Patienten wurden lokalgetestet, um den EGFR-Exon-19-Deletions- und/oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutationsstatus zubestimmen; dabei kam bei 65 % der Patienten eine Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chainreaction, PCR) und bei 35 % ein Next Generation Sequencing (NGS) zum Einsatz.
Insgesamt wurden 1 074 Patienten zu der Behandlung mit Lazcluze in Kombination mit
Amivantamab, der Osimertinib-Monotherapie oder der Lazcluze-Monotherapie, jeweils bis zur
Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität, randomisiert (2:2:1). Lazcluze wurde in der
Dosierung 240 mg oral einmal täglich eingenommen. Amivantamab wurde intravenös in der
Dosierung 1 050 mg (bei Patienten < 80 kg) oder 1 400 mg (bei Patienten ≥ 80 kg) einmalwöchentlich, jeweils über 4 Wochen und danach ab Woche 5 alle 2 Wochen, angewendet. Osimertinibwurde in der Dosierung 80 mg oral einmal täglich angewendet. Die Randomisierung wurde nach
EGFR-Mutationstyp (Exon-19-Deletion oder Exon-21-L858R-Substitutionsmutation), ethnischer
Abstammung (asiatisch oder nicht asiatisch) und Hirnmetastasen in der Anamnese (ja oder nein)stratifiziert.
Die demografischen Kennzahlen und die krankheitsbezogenen Parameter waren bei Baseline in allen
Behandlungsarmen ausgewogen. Das mediane Alter betrug 63 (Spanne: 25-88) Jahre, wobei 45 % der
Patienten ≥ 65 Jahre und 11 % ≥ 75 Jahre alt waren; 62 % waren weiblich, 59 % asiatischer
Abstammung und 38 % weißer Hautfarbe. Der Leistungsstatus der Eastern Cooperative Oncology
Group (ECOG) bei Baseline betrug 0 (34 %) oder 1 (66 %); 69 % hatten nie geraucht, 41 % hattenfrühere Hirnmetastasen und 90 % hatten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose Krebs im Stadium IV. Im
Hinblick auf den EGFR-Mutationsstatus lagen bei 60 % Exon-19-Deletionen und bei 40 % Exon-21-
L858R-Substitutionsmutationen vor.
Lazcluze in Kombination mit Amivantamab zeigte in der BICR-Beurteilung (blinded independentcentral review) eine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens(progression-free survival, PFS).
Die finale Analyse des Gesamtüberlebens (overall survival, OS) zeigte eine statistisch signifikante
Verbesserung des OS für Lazcluze in Kombination mit Amivantamab im Vergleich zu Osimertinib(siehe Tabelle 4 und Abbildung 2).
In Tabelle 4, Abbildung 1 und Abbildung 2 sind die Ergebnisse zur Wirksamkeit von Lazcluze in
Kombination mit Amivantamab zusammengefasst.
Tabelle 4: Ergebnisse zur Wirksamkeit in der MARIPOSA-Studie
Lazcluze + Amivantamab Osimertinib(N = 429) (N = 429)
Progressionsfreies Überleben (PFS)a
Anzahl der Ereignisse 192 (45 %) 252 (59 %)
Median, Monate (95 % KI) 23,7 (19,1; 27,7) 16,6 (14,8; 18,5)
HR (95 % KI); p-Wert 0,70 (0,58; 0,85); p = 0,0002
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl der Ereignisse 173 (40 %) 217 (51 %)
Median, Monate (95 % KI) NA (42,9; NA) 36,7 (33,4; 41,0)
HR (95 % KI); p-Wert 0,75 (0,61; 0,92); p = 0,0048
Objektive Ansprechrate (ORR)a, b
ORR, % (95 % KI) 80 % (76 %; 84 %) 77 % (72 %; 81 %)
Dauer des Ansprechens (DOR)a, b
Median, Monate (95 % KI) 25,8 (20,3; 33,9) 18,1 (14,8; 20,1)
BICR = verblindete unabhängige zentrale Überprüfung; KI = Konfidenzintervall; NA = nicht abschätzbar.
Die PFS-Ergebnisse stammen aus dem Daten-Cut-off 11. August 2023, mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von22,0 Monaten. Die Ergebnisse für ORR (Objective Response Rate, Objektive Ansprechrate) und DOR (Duration of
Response, Dauer des Ansprechens) stammen aus dem Daten-Cut-off 13. Mai 2024, mit einer medianen
Nachbeobachtungszeit von 31,3 Monaten. Die Ergebnisse für OS stammen aus dem Daten-Cut-off 04. Dezember 2024,mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 37,8 Monaten.a BICR nach RECIST v1.1.b Basierend auf bestätigten Respondern.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des PFS bei zuvor unbehandelten NSCLC-Patienten nach
BICR-Beurteilung
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des OS bei zuvor unbehandelten NSCLC-Patienten
Die intrakranielle ORR und DOR mittels BICR waren vorab festgelegte Endpunkte in MARIPOSA. Inder Subgruppe von Patienten mit intrakraniellen Läsionen bei Baseline wurde für die Kombinationvon Lazcluze und Amivantamab eine vergleichbare intrakranielle ORR wie die der Kontrollgruppegezeigt. Von allen Patienten in der MARIPOSA-Studie lagen serielle Gehirn-MRT gemäß Prüfplanvor, um das intrakranielle Ansprechen und die Dauer des Ansprechens zu beurteilen. Die Ergebnissesind in Tabelle 5 zusammengefasst.
Tabelle 5: Intrakranielle ORR und DOR nach BICR-Beurteilung bei Patienten mitintrakraniellen Läsionen bei Baseline
Lazcluze + Amivantamab Osimertinib(N = 180) (N = 186)
Beurteilung des Ansprechens intrakranieller Tumoren
Intrakranielle ORR (CR + PR), 78 % 77 %% (95 % KI) (71 %; 84 %) (71 %; 83 %)
Komplette Remission 64 % 59 %
Intrakranielle DOR
Median, Monate (95 % KI) 35,0 (20,4; NA) 25,1 (22,1; 31,2)
KI = Konfidenzintervall; NA = nicht abschätzbar
Die Ergebnisse für die intrakranielle ORR und DOR stammen aus dem Daten-Cut-off 04. Dezember 2024, mit einermedianen Nachbeobachtungszeit von 37,8 Monaten.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Lazcluze eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei nicht-kleinzelligem
Lungenkarzinom gewährt.
Nach einmaliger und mehrmaliger einmal täglicher oraler Anwendung erhöhten sich die maximale
Plasmakonzentration von Lazertinib (Cmax) und die Fläche unter der Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve(AUC) ungefähr dosisproportional über die Dosisspanne von 20 bis 320 mg.
Die Steady-State-Plasmaexposition wurde bei einmal täglicher Anwendung an Tag 15 erreicht, und eswurde eine etwa 2-fache Akkumulation im Steady-State bei einmal täglicher Anwendung von 240 mgbeobachtet.
Die Lazertinib-Plasmaexposition war vergleichbar, wenn Lazertinib entweder in Kombination mit
Amivantamab oder als Monotherapie angewendet wurde.
ResorptionDie mediane Zeit bis zum Erreichen der Cmax nach einer Einzeldosis und im Steady-State warvergleichbar und betrug 2 bis 4 Stunden.
Nach Anwendung von 240 mg Lazertinib zusammen mit einer fettreichen Mahlzeit (800~1 000 kcal,
Fettgehalt etwa 50 %) waren die Cmax und AUC von Lazertinib mit denen unter Nüchternbedingungenvergleichbar; dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass Lazertinib mit oder ohne eine Mahlzeiteingenommen werden kann.
VerteilungLazertinib verteilte sich großflächig, wobei das mittlere (CV %) apparente Verteilungsvolumen beieiner Dosis von 240 mg 4 264 l (43,2 %) betrug. Die mittlere (CV %) Plasmaproteinbindung von
Lazertinib betrug beim Menschen etwa 99,2 % (0,13 %). Lazertinib zeigte nach oraler Anwendungund bei in vitro Inkubationen eine kovalente Bindung an menschliche Blut- und Plasmaproteine.
Metabolisierung
Lazertinib wird primär durch Glutathion-Konjugation metabolisiert, entweder enzymatisch über
Glutathion-S-Transferase (GST) oder nicht-enzymatisch sowie durch CYP3A4. Die am häufigstenvorkommenden Metabolite sind Glutathion-Katabolite, die als klinisch inaktiv gelten. Die
Plasmaexposition von Lazertinib wurde durch den GSTM1-vermittelten Metabolismus beeinflusst,was zu einer geringeren Exposition (weniger als 2-fache Differenz) bei Patienten ohne GSTM1-nullführt. Je nach GSTM1-Status ist keine Dosisanpassung erforderlich.
EliminationDie mittlere (CV %) apparente Clearance und die terminale Halbwertszeit von Lazertinib betrugen beieiner Dosis von 240 mg 44,5 l/Std. (29,5 %) bzw. 64,7 Stunden (32,8 %).
Exkretion
Nach einer einmaligen oralen Dosis von radioaktiv markiertem Lazertinib wurden etwa 86 % der
Dosis in den Fäzes (< 5 % unverändert) und 4 % im Urin (< 0,5 % unverändert) wiedergefunden.
Gleichzeitige Anwendung mit den Substraten OCT1 und UGT1A1
Die gleichzeitige Anwendung mehrerer Dosen Lazcluze führte nicht zu einer Erhöhung der Cmax und
AUC von Metformin (OCT1-Substrat). Lazcluze inhibiert OCT1 nicht.
Basierend auf in-vitro-Studien könnte Lazcluze UGT1A1 inhibieren. Aufgrund der fehlenden
Wirkung auf den indirekten Bilirubinspiegel in klinischen Studien wird jedoch keine klinisch relevante
Wechselwirkung mit UGT1A1-Substraten erwartet.
Besondere PatientengruppenBasierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse wurden keine klinisch relevantenaltersbedingten Unterschiede in der Pharmakokinetik von Lazertinib beobachtet.
NierenfunktionsbeeinträchtigungBasierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse ist bei Patienten mit leichter, moderateroder schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate(estimated glomerular filtration rate, eGFR) von 15 bis 89 ml/min. keine Dosisanpassung erforderlich.
Die Daten zu Patienten mit schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung (eGFR von 15 bis 29 ml/min.)sind begrenzt (n = 3); es gibt jedoch keinen Hinweis dafür, dass eine Dosisanpassung bei diesen
Patienten erforderlich ist. Zu Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (eGFR < 15 ml/min.) liegenkeine Daten vor.
Beeinträchtigung der Leber
Basierend auf den Ergebnissen einer klinischen Pharmakologiestudie hatte eine moderate
Beeinträchtigung der Leber (Child-Pugh-Klasse B) keine klinisch relevante Wirkung auf die PK von
Lazertinib bei Anwendung als Einzeldosis. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen
Analyse ist keine Dosisanpassung bei Patienten mit leichter Beeinträchtigung der Leber(Gesamtbilirubin ≤ ULN und AST > ULN oder ULN < Gesamtbilirubin ≤ 1,5 × ULN und beliebige
AST) oder moderater Beeinträchtigung der Leber (1,5 × ULN < Gesamtbilirubin ≤ 3 × ULN undbeliebige AST) erforderlich. Es liegen keine Daten zu Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der
Leber vor (Gesamtbilirubin > 3 × ULN und beliebige AST).
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Lazertinib wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.
Sonstige Patientengruppen
Es wurden keine klinisch relevanten Unterschiede bei der Lazertinib-PK auf der Grundlage von
Geschlecht, Körpergewicht, ethnischer Abstammung oder Herkunft, Laboruntersuchungen bei
Baseline (Kreatinin-Clearance, Albumin, Alanin-Aminotransferase, alkalische Phosphatase, Aspartat-
Aminotransferase), ECOG-Leistungsstatus, EGFR-Mutationsstatus, Krebsstadium zum Zeitpunkt der
Erstdiagnose, vorherigen Therapien, Hirnmetastasen und Raucheranamnese beobachtet.
Die wichtigsten Ergebnisse, die in Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe von Lazertinib bei
Ratten und Hunden beobachtet wurden, umfassten leichte epitheliale Atrophie bis degenerative
Erosionen, Entzündung und Nekrose des Auges (Hornhautatrophie), der Haut (dünnes und raues Fell,
Haarfollikeldegeneration, Alopezie, Geschwür), der Leber (erhöhte Leberenzyme, Kupffer-
Zellhypertrophie und hepatozelluläre Nekrose), der Lunge (alveoläres Makrophagen-Infiltrat,
Lungenentzündung und Hyperplasie alveolarer Typ-II-Zellen), der Nieren (tubuläre Dilatation,
Papillennekrose, erhöhter Harnstoff-Stickstoff, Kreatinin (nur bei weiblichen Tieren), anorganisches
Phosphor und Kalium), des Gastrointestinaltrakts (Ösophagusepithelatrophie, Zottenabstumpfung/-fusion im Zwölffingerdarm und Jejunum, flüssiger Kot), des Fortpflanzungssystems(Tubulusdegeneration der Hoden, Hypospermie, verminderte Östruszyklen und Gelbkörper, Atrophiedes Uterus und der Vagina). Diese Ergebnisse wurden bei Tieren in Expositionsbereichen vom 0,9- bis3,4-Fachen der geschätzten Exposition bei Patienten beobachtet, die mit der empfohlenen Dosis(240 mg) behandelt wurden, und bildeten sich während der Erholungsphase vollständig oder teilweisezurück. Das Herz wird nur bei Hunden als Zielorgan angenommen, dies war bei Expositionswerten der
Fall, die das 7-Fache der Expositionswerte betrugen, die bei der für Menschen empfohlenen Dosis zuerwarten sind.
Kanzerogenität und MutagenitätBei den Tests zur bakteriellen Mutagenität in vitro, zur chromosomalen Aberration in vitro und beim
Mikronukleus-Test in vivo bei Ratten wurde keine Hinweise auf eine Genotoxizität von Lazertinibbeobachtet. Es wurden keine tierexperimentellen Langzeitstudien durchgeführt, um das kanzerogene
Potential von Lazertinib zu untersuchen.
ReproduktionstoxizitätBasierend auf tierexperimentellen Studien kann die männliche und weibliche Fertilität durch die
Behandlung mit Lazertinib beeinträchtigt werden. Es zeigten sich degenerative Veränderungen in den
Hoden von Ratten und Hunden, was zu einer Verringerung der luminalen Spermienzahl bei Hundennach einer 1-monatigen Exposition gegenüber Lazertinib bei klinisch relevanten Expositionswertenführte. In den Eierstöcken von Ratten, die über einen Zeitraum von ≥ 1 Monat Lazertinib bei klinischrelevanten Expositionswerten ausgesetzt waren, wurde eine verringerte Anzahl von Gelbkörpernfestgestellt. In einer Studie zur Fertilität und frühen embryonalen Entwicklung bei männlichen undweiblichen Ratten induzierte Lazertinib eine Verringerung der Anzahl der Östruszyklen, einen Anstiegder Abgänge nach der Implantation und eine Verringerung der Größe der lebenden Jungtiere bei oderunterhalb der Dosisstufe, die der klinischen Exposition beim Menschen bei der empfohlenen Dosisvon 240 mg nahekam.
In Studien zur embryofetalen Entwicklung bei Ratten und Kaninchen wurde eine
Entwicklungstoxizität beobachtet. Bei Ratten wurde eine Verringerung des fetalen Körpergewichts in
Verbindung mit maternaler Toxizität bei einer maternalen Exposition beobachtet, die etwa 4-malhöher war als die klinische Exposition beim Menschen bei 240 mg. Bei Kaninchen wurde beimaternalen Expositionen weit unterhalb der klinischen Exposition beim Menschen von 240 mg eineerhöhte Inzidenz an fetaler Schädelknochenfusion (zygomatischer Bogen fusioniert mit
Oberkiefergelenkfortsatz) beobachtet.
Hydrophobes kolloidales Siliciumdioxid
Croscarmellose-Natrium (E468)
Mikrokristalline Cellulose (E460 (i))
Mannitol (Ph.Eur.) (E421)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E572)
FilmüberzugLazcluze 80 mg Filmtabletten
Macrogol-Poly(vinylalkohol)-Pfropfcopolymer (E1209)
Poly(vinylalkohol) (E1203)
Glycerolmonocaprylocaprat (Ph.Eur.) (Typ I) (E471)
Titandioxid (E171)
Talkum (E553b)
Eisen(Ⅲ)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Lazcluze 240 mg Filmtabletten
Macrogol-Poly(vinylalkohol)-Pfropfcopolymer (E1209)
Polyvinylalkohol (E1203)
Glycerinmonocaprylocaprat Typ I (E471)
Titandioxid (E171)
Talkum (E553b)
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(Ⅱ,Ⅲ)-oxid (E172)
Nicht zutreffend.
2 Jahre
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Lazcluze 80 mg Filmtabletten
BlisterpackungFolienstreifen aus Polyvinylchlorid-Polychlortrifluorethylen (PVC-PCTFE) und Durchdrückfolie aus
Aluminium.
- Eine Faltschachtel enthält 56 Filmtabletten (2 Walletpackungen mit je 28 Tabletten).
Flasche
Weiße, undurchsichtige Flasche aus Polyethylen (high-density polyethylene, HDPE) mitkindersicherem Polypropylen-Verschluss, die entweder 60 oder 90 Tabletten enthält. Jede
Faltschachtel enthält eine Flasche.
Lazcluze 240 mg Filmtabletten
BlisterpackungFolienstreifen aus Polyvinylchlorid-Polychlortrifluorethylen (PVC-PCTFE) und Durchdrückfolie aus
Aluminium.
- Eine Faltschachtel enthält 14 Filmtabletten (1 Walletpackung mit 14 Tabletten).
- Eine Faltschachtel enthält 28 Filmtabletten (2 Walletpackungen mit je 14 Tabletten).
Flasche
Weiße, undurchsichtige Flasche aus Polyethylen (HDPE) mit kindersicherem Polypropylen-
Verschluss, die 30 Filmtabletten enthält. Jede Faltschachtel enthält eine Flasche.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Janssen-Cilag International NV
Turnhoutseweg 30
B-2340 Beerse
Belgien
EU/1/24/1886/001
EU/1/24/1886/002
EU/1/24/1886/003
EU/1/24/1886/004
EU/1/24/1886/005
EU/1/24/1886/006
ZULASSUNG
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.