Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels LAMIVUDINE TEVA 100mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Lamivudin Teva 100 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 100 mg Lamivudin.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
Orange, kapselförmige, bikonvexe Filmtablette - mit einseitiger Prägung 'L 100“ und glatter anderer
Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Lamivudin Teva wird angewendet zur Behandlung der chronischen Hepatitis B bei Erwachsenen mit:
* kompensierter Lebererkrankung mit Nachweis aktiver Virusreplikation, persistierender
Erhöhung der Serum-Alanin-Aminotransferase (ALT)-Werte und histologischem Nachweisaktiver Leberentzündung und/oder Fibrose. Eine Einleitung der Lamivudin-Behandlung solltenur dann in Betracht gezogen werden, wenn ein alternatives antivirales Arzneimittel mit einerhöheren genetischen Barriere gegenüber Resistenzen nicht verfügbar oder dessen Anwendungnicht angemessen ist (siehe Abschnitt 5.1).
* dekompensierter Lebererkrankung in Kombination mit einem zweiten Arzneimittel, das keine
Kreuzresistenz gegenüber Lamivudin aufweist (siehe Abschnitt 4.2).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie mit Lamivudin Teva sollte von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung derchronischen Hepatitis B begonnen werden.
DosierungErwachseneDie empfohlene Dosis für Lamivudin Teva beträgt 100 mg einmal täglich.
Bei Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung sollte Lamivudin immer in Kombination miteinem zweiten Arzneimittel, das keine Kreuzresistenz gegenüber Lamivudin aufweist, angewendetwerden, um das Resistenzrisiko zu verringern und eine schnelle virale Suppression zu erzielen.
BehandlungsdauerDie optimale Behandlungsdauer ist nicht bekannt.
* Bei Patienten mit HBeAg-positiver chronischer Hepatitis B (CHB) ohne Zirrhose sollte die
Behandlung mindestens 6 bis 12 Monate über den Nachweis der HBeAg-Serokonversion(Verlust von HBeAg und HBV-DNA mit Nachweis von HBeAg-Antikörpern) hinausfortgeführt werden, um das Risiko eines virologischen Rezidivs zu begrenzen, oder die
Behandlung sollte bis zur HBsAg-Serokonversion oder bis zum Wirkungsverlust (siehe
Abschnitt 4.4) fortgesetzt werden. Nach Absetzen der Behandlung sollten die ALT- und HBV-
DNA-Serumwerte regelmäßig bestimmt werden, um einen späten virologischen Rückfallerkennen zu können.
* Bei Patienten mit HBeAg-negativer CHB (Prä-Core-Stopcodon-Mutante) ohne Zirrhose solltedie Behandlung zumindest bis zur HBs-Serokonversion oder bis zum Nachweis eines
Wirkungsverlusts fortgeführt werden. Bei verlängerter Behandlungsdauer wird eineregelmäßige Neubewertung der Therapie empfohlen, um sicherzustellen, dass die Fortführungder gewählten Behandlung für den Patienten weiterhin angemessen ist.
* Bei Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung oder Zirrhose und Empfängern von
Lebertransplantaten wird ein Absetzen der Behandlung nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.1).
Wenn Lamivudin abgesetzt wird, sollten die Patienten regelmäßig auf eine wieder auftretende
Hepatitis überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).
Klinische Resistenz
Bei Patienten mit entweder HBeAg-positiver oder HBeAg-negativer CHB kann die Entwicklung der
YMDD (Tyrosin-Methionin-Aspartat-Aspartat)-Mutante des HBV zu einem verminderten Ansprechenauf Lamivudin führen, was anhand des Anstiegs der HBV-DNA- und der ALT (GPT)-Spiegel über diebisherigen Werte unter der Behandlung erkennbar ist. Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei
Patienten unter einer Lamivudin-Monotherapie zu verringern, sollte basierend auf den
Therapierichtlinien die Umstellung auf ein alternatives Arzneimittel, das keine Kreuzresistenz zu
Lamivudin zeigt, oder dessen zusätzliche Gabe in Betracht gezogen werden, wenn die Serum-HBV-
DNA in Woche 24 der Behandlung oder danach noch detektierbar bleibt (siehe Abschnitt 5.1).
Besondere PatientengruppenDosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
Die Lamivudin-Serumkonzentrationen (AUC) sind bei Patienten mit mäßiger bis schwerer
Niereninsuffizienz aufgrund der verringerten renalen Ausscheidung erhöht. Die Dosierung sollte daherbei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min reduziert werden. Lamivudin Teva ist für
Patienten, die Dosen unter 100 mg benötigen, nicht geeignet.
Die Datenlage bei Patienten mit intermittierender Hämodialyse (Dialysedauer von nicht mehr als4 Stunden 2- bis 3-mal wöchentlich) zeigt, dass nach der ersten Reduzierung der Dosierung von
Lamivudin zur Anpassung an die Kreatinin-Clearance des Patienten keine weiteren Anpassungen der
Dosierung während der Dialyse notwendig sind.
Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
Die Daten von Patienten mit Leberfunktionsstörung, einschließlich solcher im Endstadium einer
Lebererkrankung, die auf eine Transplantation warten, zeigen, dass die Pharmakokinetik von
Lamivudin durch eine Leberfunktionsstörung nicht signifikant verändert wird. Aufgrund dieser Datenist eine Dosisanpassung bei Patienten mit Leberfunktionsstörung nicht notwendig, außer beigleichzeitiger Nierenfunktionsstörung.
Koinfektion mit HIV
Für die Behandlung von mit HIV koinfizierten Patienten, die bereits eine antiretrovirale
Kombinationstherapie, einschließlich Lamivudin, erhalten oder für die eine solche Behandlunggeplant ist, sollte die verschriebene Lamivudin-Dosis zur Behandlung der HIV-Infektion(üblicherweise 150 mg zweimal täglich in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln)eingesetzt werden.
Ältere PatientenBei älteren Patienten hat das mit steigendem Alter einhergehende Abnehmen der Nierenfunktion keineklinisch signifikante Auswirkung auf die Lamivudin-Exposition, außer bei Patienten mit einer
Kreatinin-Clearance von unter 50 ml/min.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Lamivudin Teva bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichenunter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.4 und 5.1beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Lamivudin Teva kann sowohl mit als auch unabhängig von Mahlzeiten eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Exazerbation der HepatitisExazerbationen unter der Behandlung
Spontane Exazerbationen der chronischen Hepatitis B sind relativ häufig und durch vorübergehende
Serum-ALT (GPT)-Anstiege gekennzeichnet. Nach Beginn der antiviralen Therapie kann ALT (GPT)bei einigen Patienten ansteigen, während die Serum-HBV-DNA-Spiegel abnehmen. Bei Patienten mitkompensierter Lebererkrankung wurden diese Serum-ALT (GPT)-Anstiege im Allgemeinen nicht voneinem Anstieg der Serum-Bilirubin-Konzentrationen oder Anzeichen einer hepatischen
Dekompensation begleitet.
Bei längerer Therapiedauer sind HBV-Subpopulationen mit einer reduzierten Empfindlichkeit auf
Lamivudin (YMDD-Mutante des HBV) identifiziert worden. Bei manchen Patienten kann die
Entwicklung der YMDD-Mutante des HBV zu einer Verschlechterung der Hepatitis führen, die vorallem durch Erhöhung der Serum-ALT (GPT) und das Wiederauftreten der HBV-DNA nachgewiesenwerden kann (siehe Abschnitt 4.2). Bei Patienten mit der YMDD-Mutante des HBV sollte basierendauf den Therapierichtlinien die Umstellung auf ein alternatives Arzneimittel, das keine Kreuzresistenzzu Lamivudin zeigt, oder dessen zusätzliche Gabe in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 5.1).
Exazerbationen nach Absetzen der Behandlung
Nach Absetzen der Hepatitis B-Behandlung wurden bei Patienten akute Exazerbationen der Hepatitisbeobachtet, die üblicherweise anhand von Serum-ALT (GPT)-Anstiegen und Wiederauftreten von
HBV-DNA nachgewiesen werden. In kontrollierten Phase-III-Studien mit behandlungsfreier
Nachbeobachtung war nach Absetzen der Behandlung das Auftreten von ALT (GPT)-Erhöhungen(über mehr als das 3-Fache des Ausgangswerts) bei mit Lamivudin behandelten Patienten häufiger(21 %) als bei Patienten, die Placebo erhielten (8 %). Jedoch war der Anteil der Patienten, bei denennach Behandlungsende Erhöhungen in Verbindung mit Bilirubin-Erhöhungen auftraten, gering und inbeiden Behandlungsarmen ähnlich (siehe Tabelle 3 im Abschnitt 5.1). Bei den mit Lamivudinbehandelten Patienten trat nach Ende der Behandlung die Mehrzahl der ALT (GPT)-Erhöhungenzwischen 8 und 12 Wochen nach Behandlungsende auf. Die meisten Ereignisse waren selbst-limitierend, jedoch wurden auch tödliche Verläufe bei einer kleinen Anzahl von Fällen beobachtet.
Falls Lamivudin Teva abgesetzt wird, sollen die Patienten sowohl klinisch überwacht werden als auchdurch regelmäßige Bestimmung der Leberfunktionstests (ALT [GPT]- und Bilirubinspiegel) fürmindestens 4 Monate und gegebenenfalls darüber hinaus, je nach klinischer Indikation.
Exazerbationen bei Patienten mit dekompensierter Zirrhose
Für Transplantatempfänger und Patienten mit dekompensierter Zirrhose besteht ein größeres Risikoeiner aktiven Virusreplikation. Aufgrund der eingeschränkten Leberfunktion bei diesen Patienten kanndie Reaktivierung der Hepatitis bei Absetzen von Lamivudin oder ein Verlust der Wirksamkeitwährend der Behandlung möglicherweise eine schwere und sogar lebensbedrohliche Dekompensationhervorrufen. Diese Patienten sollen auf klinische, virologische und serologische Parameter, die miteiner Hepatitis B verbunden sind, auf Leber- und Nierenfunktion und auf das antivirale Ansprechenwährend der Behandlung (mindestens einmal im Monat), und für mindestens weitere 6 Monate nach
Behandlung, falls die Behandlung aus irgendeinem Grund abgebrochen wird, überwacht werden. Diezu kontrollierenden Laborparameter sollen (mindestens) Serum-ALT (GPT), Bilirubin, Albumin,
Blutharnstoff, Kreatinin und die virologischen Parameter (HBV-Antigen/Antikörper, und, wennmöglich, Serum-HBV-DNA-Konzentration) einschließen. Patienten, die Anzeichen einer
Leberinsuffizienz während oder nach der Behandlung zeigen, sind entsprechend häufiger zuüberwachen.
Für Patienten, die nach Absetzen der Behandlung einen Hepatitis-Rückfall erleiden, liegen nurunzureichende Daten über den Nutzen einer Wiederaufnahme der Lamivudin-Behandlung vor.
Mitochondriale Funktionsstörung
Für Nukleosid- und Nukleotidanaloga wurde in vitro und in vivo nachgewiesen, dass siemitochondriale Schädigungen unterschiedlichen Ausmaßes verursachen. Es liegen Berichte übermitochondriale Funktionsstörungen bei Kleinkindern vor, die in utero und/oder postnatal gegenüber
Nukleosidanaloga exponiert waren. Die hauptsächlich berichteten unerwünschten Ereignisse warenhämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (erhöhte Serum-Lipase-
Werte). Über einige spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus, Konvulsionen,
Verhaltensänderungen) wurde berichtet. Diese neurologischen Störungen können vorübergehend oderbleibend sein. Jedes Kind, das in utero gegenüber Nukleosid- bzw. Nukleotidanaloga exponiert war,soll klinisch und anhand von Laborparametern nachuntersucht werden und soll im Falle vonrelevanten Anzeichen oder Symptomen vollständig auf mögliche mitochondriale Funktionsstörungenhin untersucht werden.
Kinder und JugendlicheLamivudin wurde Kindern (ab 2 Jahren) und Jugendlichen mit kompensierter chronischer Hepatitis Bverabreicht. Wegen der begrenzten Aussagekraft der Daten kann eine Behandlung dieser
Patientengruppe augenblicklich nicht empfohlen werden (siehe Abschnitt 5.1).
Hepatitis D oder Hepatitis C
Die Wirksamkeit von Lamivudin bei Patienten mit gleichzeitiger Hepatitis-D- oder
Hepatitis-C-Infektion ist nicht erwiesen, daher ist Vorsicht geboten.
Immunsuppressive Behandlung
Über die Anwendung von Lamivudin bei HBeAg-negativen Patienten (Prä-Core-Stopcodon-Mutante)und bei Patienten unter immunsuppressiver Medikation einschließlich Krebschemotherapie liegen nurbegrenzte Daten vor. Lamivudin sollte bei diesen Patienten nur mit Vorsicht angewendet werden.
ÜberwachungDie Patienten sollten während der Behandlung regelmäßig überwacht werden. Die Serum-ALT-Werteund HBV-DNA-Werte sollten in 3-monatlichen Abständen und HBeAg bei HBeAg-positiven
Patienten alle 6 Monate überprüft werden.
Koinfektion mit HIV
Für die Behandlung von mit HIV koinfizierten Patienten, die bereits eine antiretrovirale
Kombinationstherapie, einschließlich Lamivudin, erhalten oder für die eine solche Behandlunggeplant ist, sollte die verschriebene Lamivudin-Dosis zur Behandlung der HIV-Infektion(üblicherweise 150 mg zweimal täglich in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln)angewendet werden.
Die zur Therapie der HBV-Infektion eingesetzte übliche 100 mg Lamivudin-Dosis ist keine geeignete
Behandlung für Patienten, die sich mit HIV infizieren oder bereits mit HBV und HIV koinfiziert sind.
Wenn einem Patienten mit einer unerkannten oder unbehandelten HIV-Infektion die zur Behandlungder HBV-Infektion empfohlene Dosis Lamivudin verschrieben wird, wird dies wahrscheinlich zu einerraschen HIV-Resistenzentwicklung und zu eingeschränkten Behandlungsoptionen führen, da die Dosissubtherapeutisch und eine Monotherapie ungeeignet für eine HIV-Behandlung ist. Allen Patientensollten vor Beginn der HBV-Behandlung mit Lamivudin und in regelmäßigen Abständen während der
Behandlung eine HIV-Beratung und HIV-Tests angeboten werden.
Übertragung von Hepatitis B
Informationen zur materno-fetalen Transmission des Hepatitis-B-Virus bei Schwangeren, die mit
Lamivudin behandelt werden, liegen nicht vor. Die empfohlenen Standardtherapien zur
Hepatitis-B-Virus-Immunisierung bei Kleinkindern sollten angewandt werden.
Die Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass es nicht erwiesen ist, dass eine Behandlung mit
Lamivudin das Risiko der Übertragung des Hepatitis-B-Virus auf andere herabsetzt, und dass daherweiterhin angemessene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten.
Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnLamivudin Teva soll nicht mit irgendeinem anderen Lamivudin oder Emtricitabin enthaltenden
Arzneimittel eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.5).
Die Kombination von Lamivudin mit Cladribin wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Sonstiger BestandteilNatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Die Wahrscheinlichkeit metabolischer Wechselwirkungen ist aufgrund der begrenzten
Metabolisierung und Plasmaproteinbindung und der fast vollständigen renalen Ausscheidung desunveränderten Arzneistoffs gering.
Lamivudin wird hauptsächlich durch aktive Sekretion über das Transportsystem für Kationen in der
Niere ausgeschieden. Die Möglichkeit von Wechselwirkungen mit anderen gleichzeitig verabreichten
Arzneimitteln sollte in Betracht gezogen werden, vor allem, wenn diese Arzneimittel hauptsächlichdurch aktive Sekretion speziell über das Transportsystem für Kationen ausgeschieden werden, wiez. B. Trimethoprim. Andere Arzneimittel (z. B. Ranitidin, Cimetidin) werden nur teilweise über diesen
Mechanismus ausgeschieden und zeigten keine Wechselwirkungen mit Lamivudin.
Bei Substanzen, die hauptsächlich durch aktiven Anionentransport oder durch glomeruläre Filtrationausgeschieden werden, sind klinisch signifikante Wechselwirkungen mit Lamivudinunwahrscheinlich.
Die Verabreichung von Trimethoprim/Sulfamethoxazol 160 mg/800 mg erhöhte die
Lamivudin-Exposition um ca. 40 %. Lamivudin hatte keine Wirkung auf die Pharmakokinetik von
Trimethoprim oder Sulfamethoxazol. Solange jedoch keine Niereninsuffizienz vorliegt, ist eine
Anpassung der Dosierung von Lamivudin nicht notwendig.
Es wurde ein mäßiger Anstieg (28 %) der maximalen Serumkonzentration (Cmax) von Zidovudinbeobachtet, wenn Zidovudin zusammen mit Lamivudin verabreicht wurde. Insgesamt wurde der
AUC-Wert jedoch nicht signifikant verändert. Zidovudin hat keine Auswirkungen auf die
Pharmakokinetik von Lamivudin (siehe Abschnitt 5.2).
Lamivudin hat keine pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit α-Interferon, wenn beide
Arzneimittel gemeinsam verabreicht werden. Es wurden keine Hinweise für klinisch signifikante
Wechselwirkungen bei Patienten beobachtet, die Lamivudin zusammen mit gängigenimmunsupprimierenden Arzneimitteln eingenommen haben (z. B. Cyclosporin A). Klinische Studienzu Wechselwirkungen wurden jedoch nicht durchgeführt.
Emtricitabin
Aufgrund der Ähnlichkeiten soll Lamivudin Teva nicht zusammen mit anderen Cytidin-Analoga, wiez. B. Emtricitabin, verabreicht werden. Außerdem soll Lamivudin Teva nicht zusammen mit anderen
Lamivudin-haltigen Arzneimitteln eingenommen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Cladribin
In vitro hemmt Lamivudin die intrazelluläre Phosphorylierung von Cladribin. Im Falle einer
Kombination in der klinischen Anwendung führt dies zu einem möglichen Risiko eines
Wirksamkeitsverlustes von Cladribin. Einige klinische Befunde stützen ebenfalls eine mögliche
Wechselwirkung zwischen Lamivudin und Cladribin. Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung von
Lamivudin mit Cladribin nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Sorbitol
Die gleichzeitige Anwendung von Sorbitol-Lösung (3,2 g, 10,2 g, 13,4 g) und einer Einmaldosis von300 mg (HIV-Tagesdosis für Erwachsene) Lamivudin Lösung zum Einnehmen führte bei
Erwachsenen zu einer dosisabhängigen Verringerung der Lamivudin-Exposition (AUC∞) um 14 %,32 % bzw. 36 % und zu einer dosisabhängigen Verringerung der Cmax von Lamivudin um 28 %, 52 %bzw. 55 %. Eine dauerhafte Anwendung von Lamivudin Teva zusammen mit Arzneimitteln, die
Sorbitol oder andere osmotisch wirkende Polyalkohole oder Monosaccharidalkohole (z. B. Xylitol,
Mannitol, Lactitol, Maltitol) enthalten, sollte möglichst vermieden werden. Wenn die dauerhaftegleichzeitige Einnahme nicht vermieden werden kann, soll eine häufigere Überwachung der HIV-1-
Viruslast in Betracht gezogen werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftTierexperimentelle Studien mit Lamivudin zeigten einen Anstieg der frühen Embryoletalität bei
Kaninchen, jedoch nicht bei Ratten (siehe Abschnitt 5.3). Es wurde gezeigt, dass Lamivudin beim
Menschen plazentagängig ist.
Die verfügbaren Humandaten des antiretroviralen Schwangerschaftsregisters, die von über1.000 Schwangerschaftsausgängen nach Exposition im 1. Trimester und über1.000 Schwangerschaftsausgängen nach Exposition im 2. und 3. Trimester berichten, deuten nicht aufein Fehlbildungsrisiko und fetale/neonatale Effekte hin. Weniger als 1 % dieser Frauen wurdenaufgrund von HBV behandelt. Die Mehrheit wurde aufgrund von HIV mit höheren Dosen und anderen
Begleitmedikationen behandelt. Lamivudin Teva kann während der Schwangerschaft angewendetwerden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist.
Bei Patientinnen, die unter der Behandlung mit Lamivudin schwanger werden, sollte die Möglichkeiteines Hepatitis-Rückfalls nach Absetzen von Lamivudin in Betracht gezogen werden.
StillzeitAuf der Basis von mehr als 200 auf eine HIV-Infektion hin behandelten Mutter/Kind-Paaren sind die
Serumkonzentrationen von Lamivudin bei gestillten Kindern von gegen HIV behandelten Mütternsehr niedrig (weniger als 4 % der mütterlichen Serumkonzentrationen) und fallen schrittweise bisunter die Nachweisgrenze ab, wenn gestillte Kinder ein Alter von 24 Wochen erreichen. Die
Gesamtmenge an Lamivudin, die ein gestilltes Kind zu sich nehmen kann, ist sehr niedrig und führtdaher zu einer Exposition, bei der wahrscheinlich nur eine suboptimale Wirkung zu erwarten ist.
Wenn entsprechende Maßnahmen zur Hepatitis-B-Prävention bei der Geburt durchgeführt wurden,stellt eine mütterliche Hepatitis B keine Kontraindikation für das Stillen dar; auch gibt es keinen
Hinweis, dass die niedrigen Lamivudin-Konzentrationen in der Muttermilch zu unerwünschten
Wirkungen bei gestillten Kindern führen können. Daher kann das Stillen bei stillenden Müttern untereiner Hepatitis-B-Behandlung mit Lamivudin angesichts des Nutzens des Stillens für das Kind und des
Nutzens der Behandlung der Mutter in Betracht gezogen werden. Bei einer maternalen HBV-
Transmission trotz ausreichender Prophylaxe sollte eine Unterbrechung des Stillens in Betrachtgezogen werden, um das Risiko eines Auftretens von Lamivudin-resistenten Mutanten beim Kind zuverringern.
FertilitätReproduktionsstudien an Tieren zeigten keine Auswirkung auf die männliche oder weibliche Fertilität(siehe Abschnitt 5.3).
Mitochondriale Funktionsstörung:
Für Nukleosid- und Nukleotidanaloga wurde in vitro und in vivo nachgewiesen, dass siemitochondriale Schädigungen unterschiedlichen Ausmaßes verursachen. Es liegen Berichte übermitochondriale Funktionsstörungen bei Kleinkindern vor, die in utero und/oder postnatal gegenüber
Nukleosidanaloga exponiert waren (siehe Abschnitt 4.4).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDie Patienten sollten darüber informiert werden, dass im Zusammenhang mit der Anwendung von
Lamivudin über Unwohlsein und Abgeschlagenheit berichtet wurde. Der klinische Zustand des
Patienten und das Nebenwirkungsprofil von Lamivudin sind bei der Beurteilung der Fähigkeit des
Patienten, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, in Betracht zu ziehen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Häufigkeit von Nebenwirkungen und Laborwertveränderungen (mit Ausnahme der Erhöhungender ALT- und CPK-Werte, wie weiter unten beschrieben) waren zwischen den mit Placebo und denmit Lamivudin behandelten Gruppen vergleichbar. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungenwaren allgemeines Krankheitsgefühl und Müdigkeit, Infektionen der Atemwege, Rachen- und
Tonsillen-Beschwerden, Kopfschmerzen, Unwohlsein und Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Erbrechenund Diarrhoe.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenNebenwirkungen sind weiter unten nach Organsystemklassen und Häufigkeit aufgelistet.
Häufigkeitseingruppierungen erfolgten nur bei den Nebenwirkungen, die zumindest alsmöglicherweise ursächlich im Zusammenhang mit Lamivudin stehend eingestuft wurden. Die
Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Die den Nebenwirkungen zugeordneten Häufigkeitskategorien beruhen hauptsächlich auf Erfahrungenaus klinischen Studien, in denen insgesamt 1.171 Patienten mit chronischer Hepatitis B Lamivudin100 mg erhielten.
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsNicht bekannt Thrombozytopenie
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr selten Laktatazidose
Erkrankungen des ImmunsystemsSelten Angioödem
Leber- und GallenerkrankungenSehr häufig erhöhte ALT-Werte (siehe Abschnitt 4.4)
Über Exazerbationen einer Hepatitis, die primär anhand von Erhöhungen der Serum-ALT-Werteerkannt worden waren, wurde unter der Behandlung und nach Absetzen von Lamivudinberichtet. Die meisten Nebenwirkungen waren selbstlimitierend, jedoch wurden sehr selten auchfatale Ausgänge beobachtet (siehe Abschnitt 4.4).
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesHäufig Hautausschlag, Juckreiz
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenHäufig erhöhte CPK-Werte
Häufig Muskelerkrankungen einschließlich Myalgie und Krämpfe*
Nicht bekannt Rhabdomyolyse
* In Phase III-Studien war die in der Lamivudin-Behandlungsgruppe beobachtete Häufigkeit nichtgrößer als die in der Placebo-Gruppe beobachtete Häufigkeit.
Kinder und JugendlicheBasierend auf den begrenzten Daten bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis 17 Jahrenwurden im Vergleich zu Erwachsenen keine neuen Sicherheitsbedenken identifiziert.
Andere besondere PatientengruppenBei HIV-infizierten Patienten wurden Fälle von Pankreatitis und peripherer Neuropathie (oder
Parästhesie) berichtet. Bei Patienten mit chronischer Hepatitis B wurde kein Unterschied in der
Häufigkeit dieser Ereignisse zwischen den mit Placebo und den mit Lamivudin behandelten Patientenbeobachtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Nach einer akuten Überdosierung mit Lamivudin wurden keine anderen spezifischen Anzeichen oder
Symptome außer denen festgestellt, die im Abschnitt Nebenwirkungen beschrieben wurden.
Im Falle einer Überdosierung ist der Patient auf Anzeichen einer Intoxikation zu beobachten und,wenn erforderlich, die notwendige unterstützende Therapie einzuleiten. Da Lamivudin dialysierbar ist,kann eine Hämodialyse bei der Behandlung der Überdosierung durchgeführt werden, obgleich diesesnicht gezielt untersucht wurde.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, nukleosidale undnukleotidale Inhibitoren der reversen Transkriptase, ATC-Code: J05AF05.
WirkmechanismusLamivudin ist ein antiviraler Wirkstoff, der eine hohe Aktivität gegenüber dem Hepatitis B-Virus inallen getesteten Zelllinien sowie bei experimentell infizierten Tieren aufweist.
Lamivudin wird sowohl von infizierten als auch von nicht infizierten Zellen zum Triphosphat (TP)metabolisiert, welches die aktive Form der Substanz darstellt. Die intrazelluläre Halbwertzeit des
Triphosphats in Hepatozyten beträgt 17 bis 19 Stunden in vitro. Lamivudin-TP wirkt als Substrat fürdie virale Polymerase des HBV.
Die Bildung weiterer viraler DNA wird durch den Einbau von Lamivudin-TP in die DNA-Kette undmit daraus folgendem Abbruch der Kette blockiert.
Lamivudin-TP greift nicht in den normalen zellulären Desoxynukleotidmetabolismus ein. Es ist auchnur ein schwacher Inhibitor der α- und β-DNA-Polymerasen in Säugern. Weiterhin hat Lamivudin-TPnur eine geringe Wirkung auf den DNA-Gehalt von Säugetierzellen.
In Studien zu möglichen Arzneistoffwirkungen auf die Mitochondrienstruktur, den DNA-Gehalt unddie DNA-Funktion zeigte Lamivudin keine nennenswerten toxischen Effekte. Es hat ein sehr geringes
Potential, den DNA-Gehalt der Mitochondrien zu erniedrigen und wird nicht dauerhaft in diemitochondriale DNA eingebaut. Es wirkt nicht als ein Inhibitor der mitochondrialen DNA-Polymerasegamma.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitErfahrungen bei Patienten mit HBeAg-positiver CHB sowie kompensierter Lebererkrankung
In kontrollierten Studien wurde durch eine einjährige Behandlung mit Lamivudin die
HBV-DNA-Replikation signifikant unterdrückt [bei 34 bis 57 % der Patienten auf Werte unterhalb der
Nachweisgrenze (Hybridisierungstest in Lösung von Abbott Genostics, untere Nachweisgrenze< 1,6 pg/ml)], die ALT-Werte normalisiert (bei 40 bis 72 % der Patienten), eine
HBeAg-Serokonversion induziert (Verlust von HBeAg und Nachweis von HBeAg-Antikörpern mit
HBVDNA-Verlust [mittels konventionellem Test] bei 16 bis 18 % der Patienten), die Histologieverbessert (38 bis 52 % der Patienten zeigten eine Verringerung des histologischen Aktivitätsindexnach Knodell [HAI]) um ≥ 2 Punkte) und das Fortschreiten der Fibrose (bei 3 bis 17 % der Patienten)sowie das Fortschreiten zur Zirrhose verzögert.
Die Fortsetzung der Lamivudin-Behandlung über weitere 2 Jahre führte bei Patienten, bei denen inden anfänglich kontrollierten Studien nach einem Jahr keine HBeAg-Serokonversion erzielt werdenkonnte, zu einer weiteren Verbesserung des Fibrosegrades. 41 von 82 (50 %) Patienten mit der
YMDD-Mutante des HBV und 40 von 56 (71 %) ohne YMDD-Mutante des HBV zeigten eine
Verbesserung der Leberentzündung. Eine Verbesserung des Fibrosegrades trat bei 19 von 30 (63 %)
Patienten ohne YMDD-Mutante und bei 22 von 44 (50 %) Patienten mit der YMDD-Mutante auf. Im
Vergleich zu den Werten vor der Behandlung zeigten fünf Prozent (3/56) der Patienten ohne
YMDD-Mutante und 13 % (11/82) der Patienten mit der YMDD-Mutante eine Verschlechterung der
Leberentzündung.
Eine Progression bis zur Zirrhose trat bei 4 von 68 (6 %) der Patienten mit der YMDD-Mutante auf,während kein Patient ohne YMDD-Mutante eine Zirrhose entwickelte.
In einer Studie bei asiatischen Patienten über einen verlängerten Behandlungszeitraum (NUCB3018)betrugen die HBeAg-Serokonversionsraten und die ALT-Normalisierungsraten am Ende der5-jährigen Behandlungsdauer 48 % (28/58) bzw. 47 % (15/32). Die HBeAg-Serokonversion war bei
Patienten mit erhöhten ALT-Spiegeln angestiegen; bei 77 % (20/26) der Patienten mit einer Ausgangs-
ALT > 2x ULN trat Serokonversion ein. Nach 5 Jahren zeigten alle Patienten DNA-Werte, dieentweder nicht nachweisbar oder niedriger als die Ausgangswerte lagen.
Weitere Ergebnisse aus der Studie, geordnet nach dem Auftreten von YMDD-HBV-Mutanten, sind in
Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1: Ergebnisse zur Wirksamkeit nach 5 Jahren nach YMDD-Status (asiatische Studie) -
NUCB3018
Patienten (%)
YMDD-HBV-Mutanten-Status YMDD1 Nicht-
YMDD1
HBeAg-Serokonversion
- Alle Patienten 38 (15/40) 72 (13/18)
- ALT-Ausgangswert ≤ 1 x ULN2 9 (1/11) 33 (2/6)
- ALT-Ausgangswert > 2 x ULN 60 (9/15) 100 (11/11)
HBV-DNA nicht nachweisbar
- Ausgangswert3 5 (2/40) 6 (1/18)
- Woche 2604
Negativ 8 (2/25) 0
Positiv < Ausgangswert 92 (23/25) 100 (4/4)
Positiv > Ausgangswert 0 0
ALT-Normalisierung
- Ausgangswert
Normal 28 (11/40) 33 (6/18)
Über Normalwert 73 (29/40) 67 (12/18)
- Woche 260
Normal 46 (13/28) 50 (2/4)
Über Normalwert < Ausgangswert 21 (6/28) 0
Über Normalwert > Ausgangswert 32 (9/28) 50 (2/4)1 Die Patienten, die als YMDD-HBV-Mutanten kategorisiert wurden, waren solche mit mindestens 5 % YMDD-HBV-Mutanten zuirgendeinem Zeitpunkt während der 5-jährigen Studiendauer. Patienten, die als nicht-YMDD-HBV-Mutanten kategorisiert wurden, warensolche mit über 95 % Wild-Typ HBV zu allen jährlichen Zeitpunkten während der 5-jährigen Studiendauer.2 Obergrenze des Normalbereichs3 Genostics Solution Hybridisierungstest von Abbott (untere Nachweisgrenze < 1,6 pg/ml)4 Quantiplex-Test von Chiron (untere Nachweisgrenze 0.7 Meq/ml)
Ebenso liegen Vergleichsdaten in Abhängigkeit vom YMDD-Status zur histologischen Bewertungvor, jedoch nur über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. 18 von 39 (46 %) der Patienten mit der
YMDD-Mutante der HBV zeigten eine Verbesserung in der nekrotischen Entzündungsaktivität, 9 von39 (23 %) eine Verschlechterung. 20 von 27 (74 %) der Patienten ohne die Mutante zeigten eine
Verbesserung in der nekrotischen Entzündungsaktivität, 2 von 27 (7 %) eine Verschlechterung.
Nach HBeAg-Serokonversion blieben serologisches Ansprechen und klinische Remission nach
Absetzen von Lamivudin im Allgemeinen erhalten. Jedoch können auch nach erfolgter
Serokonversion Rückfälle auftreten. In einer Langzeit-Nachbeobachtungsstudie an Patienten mitvorhergehender Serokonversion, die Lamivudin abgesetzt hatten, traten späte virologische Rezidivebei 39 % der Patienten auf. Deshalb sollten Patienten nach erfolgter HBeAg-Serokonversion zur
Bestimmung der Dauerhaftigkeit des serologischen und klinischen Ansprechens periodisch überwachtwerden. Bei Patienten, bei denen das serologische Ansprechen nicht von Dauer ist, sollte eine
Wiederaufnahme der Behandlung entweder mit Lamivudin oder einem alternativen antiviralen
Arzneimittel zur Wiederherstellung der klinischen Kontrolle der HBV in Betracht gezogen werden.
In der Nachbeobachtung über bis zu 16 Wochen nach Absetzen einer einjährigen Behandlung wurden
ALT-Erhöhungen häufiger bei den mit Lamivudin behandelten Patienten als bei denjenigen, die
Placebo erhalten hatten, beobachtet. Ein Vergleich der ALT-Erhöhungen nach Abschluss der
Behandlung zwischen der 52. und 68. Woche bei Patienten, die Lamivudin in Woche 52 abgesetzthatten, gegenüber denjenigen, die in den gleichen Studien Placebo während der gesamten
Behandlungsdauer erhalten hatten, ist in Tabelle 2 aufgezeigt. Der Anteil der Patienten mit
ALT-Erhöhungen nach Abschluss der Behandlung in Verbindung mit einem Ansteigen der
Bilirubinspiegel war gering und hinsichtlich der Patientengruppen, die entweder Lamivudin oder
Placebo erhalten hatten, vergleichbar.
Tabelle 2: ALT-Erhöhungen bei Erwachsenen aus 2 Placebo-kontrollierten Studien
Patienten mit ALT-Erhöhungen/
Patienten mit Beobachtungen*
Von der Norm abweichende Werte Lamivudin Placebo
ALT ≥ 2facher Ausgangswert 37/137 (27 %) 22/116 (19 %)
ALT ≥ 3facher Ausgangswert† 29/137 (21 %) 9/116 (8 %)
ALT ≥ 2facher Ausgangswert und absoluter
ALTWert > 500 IE/l 21/137 (15 %) 8/116 (7 %)
ALT ≥2facher Ausgangswert,
Bilirubin-Wert > 2facher oberer Normalwert und≥ 2facher Ausgangswert 1/137 (0,7 %) 1/116 (0,9 %)
*Jeder Patient kann in einer oder mehreren Kategorien aufgeführt sein.†Vergleichbar einer Grad-3-Toxizität entsprechend den modifizierten WHO-Kriterien.
ULN = Obergrenze des Normalbereichs
Erfahrungen bei Patienten mit HBeAg-negativer CHB:
Erste Daten zeigen, dass die Wirksamkeit von Lamivudin bei Patienten mit HBeAg-negativer CHBund HBeAg-positiver CHB vergleichbar ist, wobei nach einjähriger Behandlungsdauer 71 % der
Patienten eine HBV-DNA-Suppression unterhalb der Nachweisgrenze des Tests, 67 % eine
ALT-Normalisierung und 38 % eine Verbesserung des HAI zeigten. Nach Absetzen von Lamivudinkam es bei der Mehrzahl der Patienten (70 %) erneut zur Virusreplikation. Es liegen Daten aus einer
Studie über einen verlängerten Behandlungszeitraum bei mit Lamivudin behandelten
HBeAg-negativen Patienten (NUCAB3017) vor. Nach zweijähriger Behandlung waren eine
ALT-Normalisierung und HBV-DNA-Konzentrationen unterhalb der Nachweisgrenze bei 30/69(43 %) bzw. 32/68 (47 %) der Patienten sowie eine Verbesserung des Grads der nekrotischen
Entzündung bei 18/49 (37 %) der Patienten zu beobachten. Im Vergleich zum Beginn der Behandlungzeigten 14 von 22 (64 %) der Patienten ohne die YMDD-Mutante der HBV eine Verbesserung in dernekrotischen Entzündungsaktivität, 1 von 22 (5 %) eine Verschlechterung. Im Vergleich zum Beginnder Behandlung zeigten 4 von 26 (15 %) der Patienten mit der YMDD-Mutante der HBV eine
Verbesserung des Grads der nekrotischen Entzündungsaktivität, 8 von 26 (31 %) eine
Verschlechterung. Bei keinem der Patienten in beiden Gruppen kam es zu einer Progression bis hinzur Zirrhose.
Häufigkeit des Auftretens der YMDD-Mutante des HBV und Einfluss auf das Ansprechen auf die
Behandlung:Die Monotherapie mit Lamivudin führt zu einer Selektion von YMDD-HBV-Mutanten bei ungefähr24 % der Patienten nach einjähriger Behandlung, die Rate kann auf 69 % nach 5-jähriger Behandlungansteigen. Die Entwicklung von YMDD-HBV-Mutanten ist bei einigen Patienten mit einemverminderten Ansprechen auf die Behandlung verbunden, wie anhand erhöhter HBV-DNA Werte und
ALT-Erhöhungen über die bisherigen Werte unter der Behandlung, Progression von Symptomen der
Lebererkrankung und/oder einer Verschlechterung nekrotisierender Entzündungsbefunde gezeigtwerden konnte. Angesichts des Risikos der YMDD-Mutante des HBV ist die Weiterführung der
Lamivudin-Monotherapie bei Patienten, bei denen die Serum-HBV-DNA in Woche 24 der
Behandlung oder danach noch nachweisbar ist, nicht angebracht (siehe Abschnitt 4.4).
In einer doppelblinden Studie bei CHB-Patienten mit der YMDD-Mutante des HBV undkompensierter Lebererkrankung (NUC20904) sowie einem verringerten virologischen undbiochemischen Ansprechen auf Lamivudin (n = 95) führte die zusätzliche Gabe von 10 mg
Adefovirdipivoxil einmal täglich bei fortlaufender Gabe von 100 mg Lamivudin über 52 Wochen zueinem medianen Abfall der HBV-DNA um 4,6 log10 Kopien/ml im Vergleich zu einem medianen
Anstieg von 0,3 log10 Kopien/ml bei den Patienten, die Lamivudin als Monotherapie erhielten. Eine
Normalisierung der ALT (GPT)-Spiegel trat bei 31 % (14/45) der Patienten, die die
Kombinationstherapie erhielten, im Vergleich zu 6 % (3/47), die Lamivudin allein erhielten, auf. Dievirale Suppression (Nachbeobachtungsstudie NUC20917) konnte unter der Kombinationstherapiewährend des zweiten Behandlungsjahres bis zur Woche 104 aufrechterhalten werden, wobei die
Patienten eine kontinuierliche Verbesserung im virologischen und biochemischen Ansprechen zeigten.
In einer retrospektiven Studie zur Bestimmung der mit einem HBV-DNA-Durchbruch verbundenden
Faktoren wurden 159 HBeAg-positive Patienten asiatischer Abstammung mit Lamivudin behandeltund über eine mediane Zeitdauer von fast 30 Monaten nachbeobachtet. Bei Patienten mit HBV-DNA-
Werten über 200 Kopien/ml nach 6 Monaten (24 Wochen) Lamivudin-Therapie betrug die
Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer YMDD-Mutante 60 % im Vergleich zu 8 % bei denjenigen,deren HBV-DNA-Werte nach 24-wöchiger Lamivudin-Therapie weniger als 200 Kopien/ml betrugen.
Das Risiko der Entwicklung einer YMDD-Mutante betrug 63 % im Vergleich zu 13 % bei einem
Grenzwert von 1000 Kopien/ml (NUCB3009 und NUCB3018).
Erfahrung bei Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung:
Placebo-kontrollierte Studien wurden für Patienten mit einer dekompensierten Lebererkrankung alsungeeignet angesehen und daher nicht durchgeführt. In den nicht kontrollierten Studien, in denen
Lamivudin vor und während einer Transplantation verabreicht wurde, wurden eine effektive
Suppression der HBV-DNA und eine Normalisierung der ALT belegt. Wenn die Behandlung mit
Lamivudin nach der Transplantation fortgesetzt wurde, war das Risiko einer Reinfektion des
Transplantats durch HBV reduziert, der Verlust an HBsAg erhöht und die 1-Jahres-Überlebensrate auf76 % bis 100 % gestiegen.
Wie erwartet, war bei Patienten nach Lebertransplantation aufgrund der immunsuppressiven
Begleitbehandlung die Inzidenz von YMDD-HBV- Mutanten (36 % bis 64 %) nach 52 Wochen
Behandlung im Vergleich zu immunkompetenten Patienten mit CHB (14 % bis 32 %) erhöht.
Vierzig Patienten (HBeAg-negativ oder HBeAg-positiv) mit entweder dekompensierter
Lebererkrankung oder rezidivierender HBV nach Lebertransplantation und YMDD-Mutante wurdenin den offenen Teil der Studie NUC20904 eingeschlossen. Die zusätzliche Gabe von 10 mg
Adefovirdipivoxil einmal täglich zu einer fortlaufenden Gabe von 100 mg Lamivudin führte zu einemmedianen Abfall der HBV-DNA um 4,6 log10 Kopien/ml. Nach einem Jahr Behandlung wurdeebenfalls eine Verbesserung der Leberfunktion beobachtet. Dieses Ausmaß an viraler Suppressionkonnte unter der Kombinationstherapie (Nachbeobachtungsstudie NUC20917) während des zweiten
Behandlungsjahres bis zur Woche 104 aufrechterhalten werden, wobei die meisten Patienten eine
Verbesserung in den Leberfunktionsparametern und kontinuierlich einen klinischen Nutzen zeigten.
Erfahrungen bei CHB-Patienten mit fortgeschrittener Fibrose oder Zirrhose:
In einer Placebokontrollierten Studie an 651 Patienten mit klinisch kompensierter chronischer
Hepatitis B und histologisch bestätigter Fibrose oder Zirrhose verringerte die Behandlung mit
Lamivudin (mediane Dauer 32 Monate) signifikant den Grad der Gesamtprogression der Erkrankung(34/436, 7,8 % unter Lamivudin versus 38/215, 17,7 % unter Placebo, p=0,001), wie anhand einersignifikanten Reduktion des Anteils von Patienten, die einen erhöhten Child-Plugh-Grad (15/436,3,4 % versus 19/215, 8,8 %, p=0,023) hatten oder ein hepatozelluläres Karzinom (17/436, 3,9 %versus 16/215, 7,4 %, p=0,047) entwickelten, gezeigt werden konnte. Das Ausmaß der
Gesamtprogression der Erkrankung in der Lamivudin-Gruppe war bei Patienten mit nachweisbarer
HBV-DNA der YMDD-Mutante (23/209, 11 %) höher im Vergleich zu denen ohne nachweisbare
YMDD-Mutante des HBV (11/221, 5 %). Jedoch war das Fortschreiten der Erkrankung bei den
Patienten mit der YMDD-Mutante in der Lamivudin-Gruppe geringer als in der Placebo-Gruppe(23/209, 11 % versus 38/214, 18 %). Eine gesicherte HBeAg-Serokonversion trat bei 47 % (118/252)der mit Lamivudin behandelten Patienten auf, 93 % (320/345) der Patienten, die Lamivudin erhielten,wurden im Verlauf der Studie HBV-DNA-negativ (VERSANT [Version 1]-bDNA-Test, untere
Nachweisgrenze < 0,7 MEq/ml).
Erfahrungen bei Kindern und Jugendlichen:
In einer Placebo-kontrollierten Studie wurde Lamivudin 286 Patienten mit kompensierter CHB im
Alter von 2 bis 17 Jahren verabreicht. Diese Gruppe bestand in erster Linie aus Kindern mitgeringgradiger Hepatitis B. Kindern im Alter von 2 bis 11 Jahren wurde eine Dosis von 3 mg/kgeinmal täglich (bis zu einem Maximum von 100 mg täglich) gegeben, Jugendliche ab 12 Jahrenerhielten 100 mg einmal täglich. Es sind weitere Daten zur Bestätigung dieser Dosierung erforderlich.
Der Unterschied in den HBeAg-Serokonversionsraten (Verlust von HBeAg und HBV-DNA bei
Nachweis von HBe-Antikörpern) zwischen Placebo und Lamivudin war in dieser Behandlungsgruppenicht statistisch signifikant (die Serokonversionsraten nach einem Jahr betrugen 13 % [12/95] unter
Placebo versus 22 % [42/191] unter Lamivudin; p=0,057). Die Häufigkeit der YMDD-Mutante des
HBV war der bei Erwachsenen beobachteten vergleichbar und reichte von 19 % nach der 52. Wochebis zu 45 % der kontinuierlich über 24 Monate behandelten Patienten.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionLamivudin wird gut aus dem Magen-Darm-Trakt resorbiert. Die orale Bioverfügbarkeit liegt beim
Erwachsenen normalerweise zwischen 80 und 85 %. Nach oraler Gabe beträgt die mittlere Zeit (Tmax)bis zur maximalen Serumkonzentration (Cmax) ca. 1 Stunde. Bei therapeutischer Dosierung, d. h.100 mg täglich, liegt Cmax in der Größenordnung von 1,1 bis 1,5 μg/ml und die Werte vor erneuter
Gabe zwischen 0,015 bis 0,020 μg/ml.
Die Gabe von Lamivudin zusammen mit den Mahlzeiten führt zu einer Verzögerung von Tmax undeiner Verringerung von Cmax (um bis zu 47 %). Trotzdem wird die Menge des resorbierten Lamivudins(basierend auf der AUC) nicht beeinflusst und Lamivudin kann daher mit oder ohne eine Mahlzeiteingenommen werden.
VerteilungAus Studien, in denen Lamivudin intravenös verabreicht wurde, wurde ein mittleres
Verteilungsvolumen von 1,3 l/kg errechnet. Lamivudin besitzt ein lineares pharmakokinetisches
Verhalten über die therapeutische Dosierungsbreite und eine geringe Plasmaproteinbindung an
Albumin.Eine begrenzte Anzahl von Daten zeigt, dass Lamivudin in das zentrale Nervensystem übertritt und inder Cerebrospinalflüssigkeit (CSF) nachweisbar ist. Das durchschnittliche Verhältnis der
Lamivudin-Konzentration in der Cerebrospinalflüssigkeit zu der im Serum 2-4 Stunden nach oraler
Gabe betrug ca. 0,12.
BiotransformationLamivudin wird vor allem renal in unveränderter Form ausgeschieden. Die Wahrscheinlichkeit vonmetabolischen Arzneimittelwechselwirkungen mit Lamivudin ist aufgrund der wenig ausgeprägtenhepatischen Metabolisierung (5 bis 10 %) und niedriger Plasmaproteinbindung gering.
EliminationDie mittlere systemische Clearance von Lamivudin beträgt ca. 0,3 l/h/kg. Die beobachtete
Eliminationshalbwertszeit beträgt 18 bis 19 Stunden. Lamivudin wird zum größten Teil unverändertdurch glomeruläre Filtration und aktive Sekretion (Transportsystem für organische Kationen) in den
Urin ausgeschieden. Die renale Clearance beträgt ca. 70 % der Gesamtausscheidung von Lamivudin.
Spezielle PatientengruppenStudien an Patienten mit Nierenfunktionsstörung zeigen, dass die Ausscheidung von Lamivudin durchdie Nierenfunktionsstörung beeinträchtigt wird. Eine Reduzierung der Dosis bei Patienten mit einer
Kreatinin-Clearance von unter 50 ml/min ist notwendig (siehe Abschnitt 4.2).
Die Pharmakokinetik von Lamivudin bleibt durch eine Leberfunktionsstörung unbeeinflusst.
Begrenzte Daten bei Patienten, die sich einer Lebertransplantation unterzogen, zeigen, dass die
Leberfunktionsstörung keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Lamivudin hat, essei denn, sie wird von einer Nierenfunktionsstörung begleitet.
Bei älteren Patienten lässt das pharmakokinetische Profil von Lamivudin darauf schließen, dass dernormale Alterungsprozess, verbunden mit einer Verminderung der renalen Aktivität, keine klinischsignifikante Wirkung auf den Lamivudinspiegel zeigt, außer bei Patienten mit einer
Kreatinin-Clearance von unter 50 ml/min (siehe Abschnitt 4.2).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Die Verabreichung von Lamivudin in hoher Dosierung ging in Tierstudien zur Toxizität nicht miteiner schwerwiegenden Organtoxizität einher. In den höchsten Dosierungsstufen zeigten sich geringe
Einflüsse auf die Leber- und Nierenwerte. Diese gingen einher mit einer gelegentlichen Reduktion des
Lebergewichts. Eine Reduzierung der Erythrozyten- und Neutrophilenzahl waren die Effekte, die amehesten klinische Relevanz haben könnten. Diese Ereignisse wurden in klinischen Studien seltenbeobachtet.
Lamivudin wirkte in Bakterientests nicht mutagen, zeigte aber, wie viele andere Nukleosidanaloga,eine Aktivität im Zelltransformationstest in vitro und im Genmutationstest an Mauszellen(Maus-Lymphom-Test). Lamivudin war in vivo in Dosierungen, bei denen Plasmakonzentrationenerreicht wurden, die um den Faktor 60 bis 70 höher lagen als die üblichen klinischen
Plasmakonzentrationen, nicht genotoxisch. Da die in vitro gezeigte mutagene Aktivität von Lamivudinin In-vivo-Tests nicht bestätigt werden konnte, kann geschlossen werden, dass Lamivudinwahrscheinlich keine genotoxische Gefahr für Patienten darstellt.
Reproduktionsstudien an Tieren ergaben keinen Hinweis auf Teratogenität oder Auswirkungen auf diemännliche oder weibliche Fertilität. Lamivudin induziert frühe Embryoletalität in Dosierungen, diedenen beim Menschen vergleichbar sind, bei trächtigen Kaninchen, jedoch nicht bei Ratten, auch nichtnach sehr hoher systemischer Exposition.
In Langzeitstudien zur Karzinogenität an Ratten und Mäusen zeigte Lamivudin kein für den Menschenrelevantes karzinogenes Potenzial.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernMikrokristalline Cellulose
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
FilmüberzugHypromellose 3cP
Hypromellose 6cP
Titandioxid
Macrogol 400
Polysorbat 80
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O
Eisen(III)-oxid
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackungen:
Weiße opaque PVC/PVdC - Aluminiumblisterpackungen
Packungsgrößen mit 28, 30, 84 oder 100 Filmtabletten
Behältnisse:
Weiße opaque HDPE Tablettenbehältnisse mit weiß-opaquem kindergesichertem Polyethylen-
Schraubdeckel mit Induktionssiegel.
Packungsgröße mit 60 Filmtabletten
Weiße opaque HDPE Tablettenbehältnisse mit weiß-opaquem kindergesichertem,manipulationssicherem Polypropylen--Schraubdeckel mit Induktionssiegel.
Packungsgröße mit 60 Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Teva B.V.
Swensweg 5, 2031GA Haarlem
Niederlande
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/09/566/001 - 28 Tabletten
EU/1/09/566/002 - 30 Tabletten
EU/1/09/566/003 - 84 Tabletten
EU/1/09/566/004 - 100 Tabletten
EU/1/09/566/005 - 60 Tabletten (Flasche)
EU/1/09/566/006 - 60 Tabletten (Flasche mit manipulationssicherem Deckel)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 23. Oktober 2009
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 9. September 2014
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.