Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels KENGREXAL 50mg konzentrat pulver zur herstellung einer injektions-/infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Kengrexal 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung.
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Durchstechflasche enthält Cangrelor-Tetranatrium entsprechend 50 mg Cangrelor. Nach
Rekonstitution enthält 1 ml Konzentrat 10 mg Cangrelor. Nach Verdünnung enthält 1 ml Lösung200 Mikrogramm Cangrelor.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Durchstechflasche enthält 52,2 mg Sorbitol.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- bzw. Infusionslösung.
Weißes bis weißliches lyophilisiertes Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Kengrexal, in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) verabreicht, ist indiziert für die Senkung vonthrombotischen kardiovaskulären Ereignissen bei erwachsenen Patienten mit koronarer Herzkrankheit,die sich einer perkutanen Koronarintervention (PCI) unterziehen und vor Einleitung der PCI keineoralen P2Y12-Hemmer erhielten und bei denen eine orale Therapie mit P2Y12-Hemmern nichtmöglich oder wünschenswert ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Kengrexal ist von einem Arzt mit Erfahrung im Bereich der akuten Koronarbehandlung oder der
Koronarinterventionen zu verabreichen. Es ist für den Spezialeinsatz in der Akuttherapie und im
Krankenhausbereich bestimmt.
DosierungDie empfohlene Dosis Kengrexal bei Patienten, die sich einer PCI unterziehen, beträgt30 Mikrogramm/kg in Form einer intravenösen Bolusinjektion, unmittelbar gefolgt von einerintravenösen Infusion von 4 Mikrogramm/kg/Min. Die Bolusinjektion sowie die Infusion sind vor der
Intervention einzuleiten und mindestens zwei Stunden oder für die Zeitdauer der Interventionfortzusetzen, je nachdem, welcher Zeitraum länger ist. Die Infusion kann nach Ermessen des Arztesfür eine Zeitdauer von insgesamt vier Stunden fortgesetzt werden, siehe Abschnitt 5.1.
Die Patienten sollten auf eine orale Therapie mit P2Y12 als Dauertherapie umgestellt werden. Zur
Einstellung sollte eine Anfangsdosis (Loading dose) einer oralen Therapie mit P2Y12 (Clopidogrel,
Ticagrelor oder Prasugrel) unmittelbar nach Absetzen der Cangrelor-Infusion verabreicht werden.
Alternativ dazu kann eine Anfangsdosis von Ticagrelor oder Prasugrel, jedoch nicht von Clopidogrel,30 Minuten vor Ende der Infusion verabreicht werden, siehe Abschnitt 4.5.
Anwendung mit anderen Antikoagulantien
Bei Patienten, die sich einer PCI unterziehen, sollte eine verfahrensübliche zusätzliche
Standardtherapie durchgeführt werden (siehe Abschnitt 5.1).
Ältere PatientenBei älteren (≥75 Jahre) Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionBei Patienten mit leicht, mittelgradig oder schwergradig eingeschränkter Nierenfunktion ist keine
Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionEine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Cangrelor bei Kindern im Alter von unter 18 Jahren ist bishernoch nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 und 5.2 beschrieben; eine
Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungKengrexal ist erst nach Rekonstitution und Verdünnung für die intravenöse Anwendung bestimmt.
Kengrexal ist über einen intravenösen Zugang zu verabreichen. Das Bolusvolumen sollte schnell(<1 Minute) aus dem Beutel, in dem sich die Lösung befindet, durch manuellen intravenösen Stoßoder über eine Pumpe intravenös gegeben werden. Es muss sichergestellt sein, dass das Bolusvolumenvor Beginn der PCI restlos verabreicht wird. Mit der Infusion muss unmittelbar nach der
Verabreichung des Bolusvolumens begonnen werden.
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
* Aktive Blutungen oder erhöhtes Risiko von Blutungen aufgrund von beeinträchtigter Hämostaseund/oder irreversiblen Koagulationsstörungen oder kürzlich erfolgten großen chirurgischen
Eingriffen/Traumata oder unkontrollierter schwerer Hypertonie.
* Schlaganfall oder transiente ischämische Attacke (TIA) in der Anamnese.
* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Blutungsrisiko
Bei der Kengrexal-Therapie besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko.
In pivotalen Studien mit Patienten, die sich einer PCI unterziehen (GUSTO - Globale Anwendung von
Strategien zur Öffnung okkludierter Arterien), traten leichte und mittelschwere Blutungen häufiger beimit Cangrelor behandelten Patienten auf als bei Patienten, die mit Clopidogrel behandelt wurden.
Siehe Abschnitt 4.8.
Obwohl die meisten der mit der Anwendung von Cangrelor verbundenen Blutungen an der arteriellen
Punktionsstelle auftreten, können Blutungen an allen Stellen auftreten. Jeder ungeklärte Blutdruck-oder Hämatokritabfall sollte zu der ernsthaften Erwägung eines Blutungsereignisses und der
Beendigung der Verabreichung von Cangrelor führen. Cangrelor ist bei Patienten mit Erkrankungen,die mit einem erhöhten Blutungsrisiko einhergehen, mit Vorsicht anzuwenden. Cangrelor ist bei
Patienten, die Arzneimittel einnehmen, die zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen können, mit
Vorsicht anzuwenden.
Cangrelor hat eine Halbwertszeit von drei bis sechs Minuten. Die Funktion der Blutplättchen istinnerhalb von 60 Minuten nach Infusionsstopp wiederhergestellt.
Intrakranielle Blutungen
Die Kengrexal-Therapie kann das Risiko für intrakranielle Blutungen erhöhen. In pivotalen Studienmit Patienten, die sich einer PCI unterziehen, traten nach 30 Tagen mehr intrakranielle Blutungenunter Cangrelor (0,07 %) als unter Clopidogrel (0,02 %) auf. Davon verliefen 4 Blutungen mit
Cangrelor und 1 Blutung mit Clopidogrel tödlich. Cangrelor ist bei Patienten mit Schlaganfall/TIA inder Anamnese kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.8).
Herzbeuteltamponade
Die Kengrexal-Therapie kann das Risiko einer Herzbeuteltamponade erhöhen. In pivotalen Studienmit Patienten, die sich einer PCI unterziehen, traten nach 30 Tagen mehr Herzbeuteltamponaden unter
Cangrelor (0,12%) als unter Clopidogrel (0,02 %) auf (siehe Abschnitt 4.8).
Wirkungen auf die Nierenfunktion
In pivotalen Studien mit Patienten, die sich einer PCI unterziehen, wurden Ereignisse eines akuten
Nierenversagens (0,1 %), Nierenversagens (0,1 %) und erhöhter Serumkreatininwerte (0,2 %) nach
Verabreichung von Cangrelor in klinischen Studien berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Bei Patienten mitschweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance 15-30 ml/Min) wurde in der Cangrelor-
Gruppe über eine stärkere Verschlechterung der Nierenfunktion (3,2 %) im Vergleich zu Clopidogrel(1,4 %) berichtet. Darüber hinaus wurde in der Cangrelor-Gruppe (6,7 %) über eine höhere Rate vonmittelschweren Blutungen nach GUSTO im Vergleich zu Clopidogrel (1,4 %) berichtet. Cangrelor istbei diesen Patienten mit Vorsicht anzuwenden.
ÜberempfindlichkeitNach einer Therapie mit Kengrexal können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten. In der
Cangrelor-Gruppe (0,05 %) wurde eine höhere Rate schwerwiegender
Überempfindlichkeitsreaktionen erfasst als in der Kontrollgruppe (0,007 %). Dazu zählten Fälleanaphylaktischer Reaktionen/Schock und Angioödeme (siehe Abschnitt 4.8).
Risiko einer Dyspnoe
Die Kengrexal-Therapie kann das Risiko einer Dyspnoe erhöhen. In pivotalen Studien mit Patienten,die sich einer PCI unterziehen, trat eine Dyspnoe (einschließlich Belastungsdyspnoe) bei Patienten, diesich einer Cangrelor-Therapie unterziehen, mit 1,3 % häufiger auf als unter Clopidogrel (0,4 %). Diemeisten Dyspnoe-Ereignisse waren von leichter oder mittelschwerer Ausprägung, und die mittlere
Dauer der Dyspnoe betrug bei Patienten, die Cangrelor erhielten, zwei Stunden (siehe Abschnitt 4.8).
Fructoseintoleranz
Dieses Arzneimittel enthält 52,2 mg Sorbitol pro Durchstechflasche. Patienten mit hereditärer
Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht erhalten, es sei denn, es ist zwingenderforderlich.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Durchstechflasche, d. h. es istnahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Orale P2Y12-Wirkstoffe (Clopidogrel, Prasugrel, Ticagrelor)
Wird Clopidogrel während der Infusion von Cangrelor verabreicht, wird die erwartete Hemmwirkungvon Clopidogrel auf die Plättchen nicht erzielt. Die Verabreichung von 600 mg Clopidogrelunmittelbar nach der Beendigung der Cangrelor-Infusion führt im vollen Umfang zur erwartetenpharmakodynamischen Wirkung. Es wurde keine klinisch relevante Unterbrechung der P2Y12-
Hemmung in Phase-III-Studien beobachtet, als 600 mg Clopidogrel unmittelbar nach dem Absetzender Cangrelor-Infusion verabreicht wurde.
Eine pharmakodynamische Interaktionsstudie mit Cangrelor und Prasugrel lieferte den Nachweis, dass
Cangrelor und Prasugrel gleichzeitig verabreicht werden können. Patienten können von Cangrelor auf
Prasugrel umgestellt werden, wenn Prasugrel unmittelbar nach dem Absetzen der Cangrelor-Infusionoder bis zu eine Stunde zuvor (am besten 30 Minuten vor Ende der Cangrelor-Infusion) verabreichtwird, um die Erholung der Plättchenreaktivität einzuschränken.
Eine pharmakodynamische Interaktionsstudie wurde auch mit Cangrelor und Ticagrelor durchgeführt.
Bei Cangrelor wurde keine Interaktion beobachtet. Patienten können ohne Unterbrechung der
Antiplättchenwirkung von Cangrelor auf Ticagrelor umgestellt werden.
Pharmakodynamische WirkungenCangrelor bewirkt eine Hemmung der Aktivierung und Aggregation von Plättchen, wieaggregometrische Messverfahren (Lichttransmissions- und Impedanzaggregometrie), Point-of-Care-
Assays (z. B. VerifyNow P2Y12-Test), VASP-P und Durchflusszytometrie zeigen.
Nach der Verabreichung einer Bolusinjektion von 30 Mikrogramm/kg, gefolgt von einer Infusion von4 Mikrogramm/kg/Min (die PCI-Dosis), wird innerhalb von zwei Minuten eine Plättchenhemmungbeobachtet. Die pharmakokinetische/pharmakodynamische (PK/PD) Wirkung von Cangrelor bleibtüber die gesamte Infusionsdauer durchgehend erhalten.
Unabhängig von der Dosis nehmen die Cangrelor-Blutspiegel nach Beendigung der Infusion schnellab, und die Plättchenfunktion kehrt innerhalb von einer Stunde auf normale Werte zurück.
Acetylsalicylsäure, Heparin, Nitroglycerin
Bei einer Interaktionsstudie mit Aspirin, Heparin oder Nitroglycerin wurde keine pharmakokinetischeoder pharmakodynamische Interaktion mit Cangrelor beobachtet.
Bivalirudin, niedermolekulares Heparin, Fondaparinux und GP-IIb/IIIa-Inhibitoren
In klinischen Studien wurde Cangrelor in Kombination mit Bivalirudin, niedermolekularem Heparin,
Fondaparinux und GP-IIb/IIIa-Inhibitoren (Abciximab, Eptifibatid, Tirofiban) ohne offensichtliche
Wirkung auf die Pharmakokinetik oder Pharmakodynamik von Cangrelor verabreicht.
Cytochrom P450 (CYP)
Der Cangrelor-Metabolismus ist nicht abhängig von CYPs, und CYP-Isoenzyme werden nicht vontherapeutischen Konzentrationen von Cangrelor oder seinen wesentlichen Metaboliten gehemmt.
Brustkrebs-Resistenz-Protein (BCRP)
Eine in-vitro-Hemmung von BCRP durch den Metaboliten ARC-69712XX mit klinisch relevanten
Konzentrationen wurde beobachtet. Mögliche Auswirkungen auf die in vivo Situation wurden nichtuntersucht, aber bei der Kombination von Cangrelor mit einem BCRP-Substrat ist Vorsicht geboten.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Kengrexal bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Kengrexal während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Kengrexal in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für das Neugeborene/Kindkann nicht ausgeschlossen werden.
FertilitätTierexperimentelle Studien mit Kengrexal haben keine Wirkung auf die weiblichen
Fertilitätsparameter gezeigt. Eine reversible Beeinträchtigung der Fertilität wurde bei mit Kengrexalbehandelten männlichen Ratten beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenKengrexal hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsZu den häufigsten Nebenwirkungen von Cangrelor zählen leichte und mittelschwere Blutungen und
Dyspnoe. Schwerwiegende Nebenwirkungen von Cangrelor bei Patienten mit koronarer Herzkrankheitsind schwerwiegende/lebensbedrohliche Blutungen und Überempfindlichkeitsreaktionen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenTabelle 1 enthält Nebenwirkungen, die nach der Zusammenfassung kombinierter Daten aus allen
CHAMPION-Studien ermittelt wurden. Nebenwirkungen werden nach Häufigkeit des Auftretens und
Systemorganklasse klassifiziert. Häufigkeits-Kategorien werden gemäß folgender Konventiondefiniert: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten(≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten (<1/10.000).
Tabelle 1: Nebenwirkungen bei Cangrelor in gepoolten CHAMPION-Studien innerhalbvon 48 Stunden
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr seltenklasse
Infektionen und Hämatom-parasitäre infektion
Erkrankungen
Gutartige, bösartige Blutungen ausund unspezifische Hauttumoren
Neubildungen(einschl. Zystenund Polypen)
Erkrankungen des Anämie,
Blutes und des Thrombozyto-
Lymphsystems penie
Erkrankungen des Anaphylaktische
Immunsystems Reaktion(anaphylaktischer
Schock),
Überempfindlich-keitsreaktionen
Erkrankungen des Intrakranielle
Nervensystems Blutungen d *
Augener- Glaskörper-krankungen blutung
Erkrankungen des Blutungen aus
Ohrs und des dem Ohr
Labyrinths
Herzer-krankungen Herzbeutel-tamponade(Perikard-blutungen)
Gefäß- Hämatom <5 cm, Hämodynamische Wundblutung,erkrankungen Blutungen Instabilität Pseudo-aneurysma der
Gefäße
Erkrankungen der Dyspnoe Epistaxis, Pulmonale
Atemwege, des (Belastungs- Hämoptyse Blutungen
Brustraums und dyspnoe)
Mediastinums
Erkrankungen des Retroperitoneale
Gastrointestinal- Blutungen,*trakts Peritoneal-hämatom,gastrointestinale
Blutungen a
Erkrankungen der Ekchymose Ausschlag, Angioödem
Haut und des (Petechien, Pruritus, Urtikaria
Unterhautzellge- Purpura) fwebes
Systemorgan- Häufig Gelegentlich Selten Sehr seltenklasse
Erkrankungen der Blutungen im
Nieren und Bereich der
Harnwege Harnwege,akutes
Nierenversagen(Nierenversagen)
Erkrankungen der Blutungen im Menstruations-
Geschlechts-organe Beckenbereich blutungen,und der Brustdrüse Blutungen ausdem Penis
Allgemeine Ausfluss aus der Hämatom an der
Erkrankungen und Blutgefäß- Blutgefäß-
Beschwerden am Punktionsstelle Punktionsstelle b
Verabreichungs-ort
Untersuchungen Hämatokrit- Kreatininwert im Blutplättchen-
Abfall, Blut erhöht Abfall,
Hämoglobin- Erythrozyten-
Abfall** Abfall, Anstiegder International
Normalised Ratio
Verletzung, Hämatom ≥5 cm Kontusion Periorbitales
Vergiftung und Hämatom,durch Eingriffe subkutanesbedingte Hämatom
Komplikationen
Die Bezeichnungen mehrerer miteinander verbundener Nebenwirkungen wurden in dieser Tabellezusammengefasst und umfassen die wie folgt beschriebenen medizinischen Termini:
a. Obere gastrointestinale Blutungen, Mundblutungen, Zahnfleischblutung, Ösophagusblutungen,
Duodenalulkus-Blutungen, Hämatemesis, untere gastrointestinale Blutungen, rektale Blutungen,
Hämorrhoiden-Blutungen, Hämatochezie
b. Blutung an der Applikationsstelle, Blutungen oder Hämatom an der Katheterstelle, Blutungenoder Hämatom an der Infusionsstelle
c. Gerinnungszeit anomal, Prothrombinzeit verlängert
d. Zerebrale Blutungen, zerebrovaskuläres Ereignis
e. Hämaturie, Blut im Stuhl, Harnleiterblutungen
f. Erythem, erythematöser Ausschlag, pruritischer Ausschlag
* Einschließlich von Ereignissen mit tödlicher Folge
** Eine Transfusion erfolgte gelegentlich: 101/12.565 (0,8 %)
Beschreibung von ausgewählten NebenwirkungenDie Blutungshäufigkeit nach der GUSTO-Skala wurde in den klinischen Studien CHAMPION(PHOENIX, PLATFORM und PCI) gemessen. Für eine Analyse der nicht-Koronararterien-Bypass-
Operation (CABG)-bezogenen Blutungen siehe Tabelle 2.
Bei Verabreichung während der PCI war Cangrelor verglichen mit Clopidogrel mit einer größeren
Inzidenz leichter GUSTO-Blutungen verbunden. Eine weitere Analyse der leichten GUSTO-
Blutungen ergab, dass ein großer Anteil der leichten Blutungsereignisse Ekchymosen, Wundsekreteund Hämatome <5 cm waren. Die Raten von Transfusionen und schwerwiegenden/lebensbedrohlichen
GUSTO-Blutungen waren vergleichbar. In der gepoolten Sicherheitspopulation aus den CHAMPION-
Studien war die Inzidenz der fatalen Blutungen innerhalb von 30 Tagen nach Dosisgabe gering undähnlich bei den Patienten, die Cangrelor im Vergleich zu Clopidogrel erhielten (8 [0,1 %] vs.9 [0,1 %]).
Kein Baseline demografischer Faktor änderte das relative Blutungsrisiko bei Cangrelor.
Tabelle 2: Nicht-CABG-bezogene Blutung
GUSTO-Blutung, n (%)
CHAMPION gepoolt Cangrelor Clopidogrel(N = 12.565) (N = 12.542)
Alle GUSTO-Blutungen 2.196 (17,5) 1.696 (13,5)
Schwerwiegend/lebensbedrohlich 28 (0,2) 23 (0,2)
Mittelschwer 76 (0,6) 56 (0,4)
Leicht a 2.109 (16,8) 1.627 (13,0)
Leicht ohne Ekchymose, Wundsekret und Hämatom 707 (5,6) 515 (4,1)<5 cm
Patienten mit jeder Art von Transfusion 90 (0,7) 70 (0,6)
CHAMPION-PHOENIX Cangrelor Clopidogrel(N = 5.529) (N = 5.527)
Alle GUSTO-Blutungen 178 (3,2) 107 (1,9)
Schwerwiegend/lebensbedrohlich 9 (0,2) 6 (0,1)
Mittelschwer 22 (0,4) 13 (0,2)
Leicht b 150 (2,7) 88 (1,6)
Leicht ohne Ekchymose, Wundsekret und Hämatom 98 (1,8) 51 (0,9)<5 cm
Patienten mit jeder Art von Transfusion 25 (0,5) 16 (0,3)
CABG: Koronararterien-Bypass-Operation; GUSTO: Globale Anwendung von Strategien zur Öffnungvon Koronararteriena In der gepoolten Analyse der CHAMPION-Studie lautete die Definition einer leichten Blutung unter
Zugrundelegung der GUSTO-Kriterien: eine andere Blutung, für die keine Bluttransfusion erforderlichist oder die keine hämodynamische Gefährdung verursacht.b In der CHAMPION PHOENIX-Studie lautete die Definition einer leichten Blutung unter
Zugrundelegung der GUSTO-Kriterien: eine andere Blutung, für die eine Intervention, jedoch keine
Bluttransfusion erforderlich ist oder die keine hämodynamische Gefährdung verursacht.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In klinischen Studien erhielten gesunde Probanden die doppelte empfohlene Tagesdosis. In klinischen
Studien betrug die maximale versehentliche Überdosierung das 10-fache (Bolus) oder 3,5-fache dernormalerweise verabreichten Infusionsdosis, und Blutungen waren das am häufigsten beobachteteunerwünschte Ereignis.
Blutungen sind die am wahrscheinlichsten auftretenden pharmakologischen Wirkungen einer
Überdosierung. Im Falle einer Blutung sind angemessene unterstützende Maßnahmen zu ergreifen,darunter möglicherweise das Absetzen des Arzneimittels, um die Plättchenfunktion auf normale Wertezurückkehren zu lassen.
Für Kengrexal gibt es kein Gegenmittel, jedoch beträgt die pharmakokinetische Halbwertszeit von
Kengrexal drei bis sechs Minuten. Die Funktion der Blutplättchen ist innerhalb von 60 Minuten nach
Infusionsstopp wiederhergestellt.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Thrombozytenaggregationshemmer, exkl. Heparin; ATC-Code:
B01AC25.
WirkmechanismusKengrexal enthält Cangrelor, einen direkten P2Y12-Plättchenrezeptorantagonisten, der
Adenosindiphosphat (ADP)-induzierte Plättchenaktivierung und -aggregation in vitro und ex vivoblockiert. Cangrelor bindet selektiv und reversibel an den P2Y12-Rezeptor, um eine weitere
Signalgebung und Plättchenaktivierung zu verhindern.
Pharmakodynamische WirkungenCangrelor bewirkt eine Hemmung der Aktivierung und Aggregation von Plättchen, wieaggregometrische Messverfahren (Lichttransmissions- und Impedanzaggregometrie), Point-of-Care-
Assays (z. B. VerifyNow P2Y12-Test), VASP-P und Durchflusszytometrie zeigen. Der Eintritt der
P2Y12-Hemmung erfolgt rasch nach der Verabreichung von Cangrelor.
Nach der Verabreichung einer Bolusinjektion von 30 Mikrogramm/kg, gefolgt von einer Infusion von4 Mikrogramm/kg/Min, wird innerhalb von zwei Minuten eine Plättchenhemmung beobachtet. Diepharmakokinetische/pharmakodynamische (PK/PD) Wirkung von Cangrelor bleibt über die gesamte
Infusionsdauer durchgehend erhalten.
Unabhängig von der Dosis nehmen die Blutwerte nach Beendigung der Infusion schnell ab, und die
Plättchenfunktion kehrt innerhalb von einer Stunde auf normale Werte zurück.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDen primären klinischen Nachweis der Wirksamkeit von Cangrelor liefert CHAMPION PHOENIX,eine randomisierte, doppelblinde Studie über den Vergleich von Cangrelor (n = 5472) mit Clopidogrel(n = 5470), verabreicht in Kombination mit Aspirin und anderen Standardtherapien, u. a.unfraktioniertes Heparin (78 %), Bivalirudin (23 %), LMWH (14 %) oder Fondaparinux (2,7 %). Diemittlere Dauer der Cangrelor-Infusion betrug 129 Minuten. GP-IIb/IIIa-Inhibitoren wurdenausschließlich als Notfallbehandlung zugelassen und bei 2,9 % der Patienten angewendet. In die
Studie eingeschlossen wurden Patienten mit koronarer Atherosklerose, bei denen eine PCI aufgrundeiner stabilen Angina pectoris (58 %), eines akuten Koronarsyndroms ohne ST-Streckenhebung(NSTE-ACS) (26 %) oder eines ST-Streckenhebungsmyokardinfarkts (STEMI) (16 %) erforderlichwar.
Daten aus der gepoolten CHAMPION-Population mit über 25.000 PCI-Patienten sorgen für einezusätzliche klinische Sicherheit.
In der CHAMPION PHOENIX-Studie reduzierte Cangrelor den primären kombinierten Endpunkt der
Gesamtsterblichkeit, MI, IDR und ST signifikant (relative Risikoreduktion 22 %; absolute
Risikoreduktion 1,2 %) verglichen mit Clopidogrel nach 48 Stunden (Tabelle 3).
Tabelle 3: Thrombotische Ereignisse nach 48 Stunden in der CHAMPION PHOENIX-
Studie (mITT-Population)
Cangrelor vs. Clopidogrel
Cangrelor Clopidogreln (%) N = 5.470 N = 5.469 OR (95 % KI) p-Wert
Primärer Endpunkt
Tod/MI/IDR/ST a 257 (4,7) 322 (5,9) 0,78 (0,66; 0,93) 0,005
Wesentliche sekundäre Endpunkte
Stentthrombose 46 (0,8) 74 (1,4) 0,62 (0,43; 0,90) 0,010
Tod 18 (0,3) 18 (0,3) 1,00 (0,52; 1,92) >0,999
MI 207 (3,8) 255 (4,7) 0,80 (0,67; 0,97) 0,022
IDR 28 (0,5) 38 (0,7) 0,74 (0,45; 1,20) 0,217a Primärer Endpunkt von der logistischen Regression, angepasst je nach Anfangsdosis (Loading-Dosis)und Patientenstatus. P-Werte für sekundäre Endpunkte auf der Grundlage des Chi-Quadrat-Tests.
OR = Odds Ratio; KI = Konfidenzintervall; IDR = ischämiebedingte Revaskularisation; MI =
Myokardinfarkt; mITT = modifizierte Intent-to-Treat-Population; ST = Stentthrombose.
Die signifikant verringerte Inzidenz von Todesfällen/MI/IDR/ST und ST in der Cangrelor-Gruppenach 48 Stunden blieb nach 30 Tagen erhalten (Tabelle 4).
Tabelle 4: Thrombotische Ereignisse nach 30 Tagen in der CHAMPION PHOENIX-Studie(mITT-Population)
Cangrelor vs. Clopidogrel
Cangrelor Clopidogreln (%) N = 5.462 N = 5.457 OR (95 % KI) p-Wert a
Primärer Endpunkt
Tod/MI/IDR/ST 326 (6,0) 380 (7,0) 0,85 (0,73; 0,99) 0,035
Wesentliche sekundäre Endpunkte
Stentthrombose 71 (1,3) 104 (1,9) 0,68 (0,50; 0,92) 0,012
Tod 60 (1,1) 55 (1,0) 1,09 (0,76; 1,58) 0,643
MI 225 (4,1) 272 (5,0) 0,82 (0,68; 0,98) 0,030
IDR 56 (1,0) 66 (1,2) 0,85 (0,59; 1,21) 0,360a p-Werte auf der Grundlage des Chi-Quadrat-Tests.
OR = Odds Ratio; KI = Konfidenzintervall; IDR = ischämiebedingte Revaskularisation; MI =
Myokardinfarkt; mITT = modifizierte Intent-to-Treat-Population; ST = Stentthrombose.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Kengrexal eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Prävention von nicht-stellenspezifischer Embolie und Thrombose zur Behandlung von Thrombose beipädiatrischen Patienten, die sich diagnostischen und/oder therapeutischen perkutanen vaskulären
Verfahren unterziehen, gewährt. Siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen.
Cangrelor wurde im Rahmen einer prospektiven, unverblindeten, einarmigen, multizentrischen
Phase-I-Studie in 2 Dosisstufen (0,5 und 0,25 Mikrogramm/kg/min) bei 15 Neugeborenen(Lebensalter ≤ 28 Tage) mit angeborener Herzerkrankung untersucht, die eine Linderung mit einemsystemischen Shunt zur Pulmonalarterie, einem Shunt vom rechten Ventrikel zur Pulmonalarterie odereine Stentimplantation in den Ductus arteriosus benötigten (siehe Abschnitt 4.2). Die
Thrombozytenaggregationshemmung wurde mittels Lichttransmissionsaggregometrie (LTA) als
Reaktion auf eine Stimulation mit 20 und 5 µM ADP beurteilt. Die prozentuale Hemmung dermaximalen Aggregation 45 Minuten nach Start der Infusion von Cangrelor sowie die Anzahl der
Patienten, die >90 % der maximalen Thrombozytenaggregationshemmung erreichten, sind innachstehender Tabelle zusammengefasst.
Cangrelor 0,5 µg/kg/min Cangrelor 0,25 µg/kg/min
N = 8 N = 7mit ADP mit ADP
LTA-Methode 20 µM mit ADP 5 µM 20 µM mit ADP 5 µM
N 6 5 7 5% Hemmung dermaximalen Aggregation45 Minuten nach Start der
Infusion, 89,0 (11,42) 93,7 (6,45) 76,3 (16,89) 88,2 (13,49)
Mittelwert (SD) 91,2 (69,0; 92,9 (84,8; 69,6 (53,2; 96,0 (68,1;
Median (Min.; Max.) 100,0) 100,0) 98,3) 100,0)
Patienten, die >90 % dermaximalen
Thrombozytenaggregations-hemmung erreichten, n (%) 3 (50) 4 (80) 2 (28,6) 3 (60)
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie Bioverfügbarkeit von Cangrelor ist vollständig und schnell. Cangrelor wird rasch verteilt mit
Erreichen von Cmax innerhalb von zwei Minuten nach Verabreichung einer intravenösen
Bolusinjektion, gefolgt von einer Infusion. Die mittlere Steady State-Konzentration von Cangrelor im
Verlauf einer konstanten intravenösen Infusion von 4 Mikrogramm/kg/Min beträgt 488 ng/ml.
VerteilungCangrelor hat ein Verteilungsvolumen von 3,9 l. Cangrelor ist zu 97-98 % an Plasmaproteinegebunden.
BiotransformationCangrelor wird im Blutplasma schnell durch Dephosphorylierung deaktiviert und bildet seinenprimären Metaboliten - ein Nukleosid. Der Cangrelor-Metabolismus findet unabhängig von der
Organfunktion statt und beeinflusst nicht die Wirkung anderer von Leberenzymen verstoffwechselten
Arzneimittel.
EliminationDie Halbwertszeit von Kengrexal beträgt unabhängig von der Dosis drei bis sechs Minuten. Nachintravenöser Verabreichung einer 2 Mikrogramm/kg/Min Infusion von [3H] Cangrelor an gesundemännliche Probanden wurden 93% der Radioaktivität wiedergefunden. 58 % des wiedergefundenen
Materials befanden sich im Urin, die übrigen 35 % im Stuhl, vermutlich nach Gallenausscheidung. Dieerste Ausscheidung erfolgte schnell, sodass ca. 50 % der verabreichten Radioaktivität in den ersten24 Stunden und 75 % nach 48 Stunden wiedergefunden wurden. Die mittlere Clearance betrug ca.43,2 l/kg.
Linearität/Nicht-LinearitätDie pharmakokinetischen Eigenschaften von Cangrelor wurden untersucht und ergaben eine Linearitätbei Patienten und gesunden Probanden.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeSpezielle PatientengruppenDie pharmakokinetischen Eigenschaften von Cangrelor werden durch Geschlecht, Alter oder Nieren-oder Leberfunktion nicht beeinflusst. Eine Dosisanpassung für diese Populationen ist nichterforderlich.
Kinder und JugendlicheDie Cangrelor-Infusion wurde bei neugeborenen Patienten (Alter von der Geburt bis 28 Tage) in
Dosisstufen von 0,25 und 0,5 Mikrogramm/kg/min untersucht. Die maximalen Konzentrationenbetrugen 19 ng/ml bzw. 60 ng/ml und wurden ca. 45 Minuten nach Beginn der Infusion beobachtet.
Bei Neugeborenen wird Cangrelor rasch zu seinem primären Metaboliten AR-C69712XXverstoffwechselt. 5 bis 10 Minuten nach der Infusion wurden sehr geringe oder nicht nachweisbare
Konzentrationen von Cangrelor und relativ hohe Konzentrationen des primären Metabolitenfestgestellt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Präklinische Daten, basierend auf Studien zur Sicherheitspharmakologie, Mutagenität undklastogenem Potential, zeigen keine besonderen Sicherheitsbedenken für den Menschen.
Studien zum kanzerogenen Potential wurden nicht durchgeführt.
Die primären unerwünschten Ereignisse von Cangrelor bei Ratten und Hunden traten in den oberen
Harnwegen auf und bezogen sich auf Verletzungen der Nierenkanälchen, des Nierenbeckens und des
Ureters. Anatomische Veränderungen gingen mit erhöhten Plasmaspiegeln von Kreatinin und
Harnsäure sowie vermehrtem Albumin und vermehrten Blutzellen im Urin einher. Verletzungen der
Harnwege waren nach Beendigung der Dosisgabe in einer Untersuchungsstudie an Ratten reversibel.
ReproduktionstoxizitätCangrelor führte zu einer dosisbezogenen fetalen Wachstumsretardierung, die durch eine erhöhte
Inzidenz einer unvollständigen Ossifikation und nicht-ossifizierte Metatarsalknochen der unteren
Gliedmaßen bei Ratten gekennzeichnet ist. Bei Kaninchen war Cangrelor mit einer erhöhten Inzidenzvon Fehlgeburten und Fällen von intrauterinem Fruchttod sowie mit einer fetalen
Wachstumsretardierung bei höherer Dosierung, die eine sekundäre Folge der maternalen Toxizität seinkann, verbunden. Cangrelor hat in Reproduktionsstudien an Ratten oder Kaninchen keine
Fehlbildungen gezeigt.
Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit
Bei der Fertilitätsstudie bei männlichen Ratten wurden Wirkungen auf Fertilität, Zeugungs- und
Empfängnisfähigkeit mit weiblichen Partnern, Spermienmorphologie und -motilität beobachtet, wenn
Cangrelor mit einer für den Menschen vergleichbaren Dosis, die dem 1,8-Fachen der empfohlenen
PCI-Dosis entspricht, verabreicht wird. Diese Wirkungen waren bei der niedrigeren Dosierung nichtsichtbar und nach Beendigung der Dosisgabe reversibel. Im Rahmen dieser Studie wurde nach8 Wochen kontinuierlicher Behandlung eine Spermienanalyse durchgeführt.
Die weibliche Fertilität war bei keiner Dosis beeinflusst.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol (Ph.Eur.)
Sorbitol (Ph.Eur.)
Natriumhydroxid (zur pH-Anpassung)
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre.
Das Pulver soll erst unmittelbar vor der Verdünnung und Anwendung rekonstituiert werden. Nicht im
Kühlschrank lagern.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden, es sei denn, die
Methode der Rekonstitution/Verdünnung schließt das Risiko einer mikrobellen Kontamination aus.
Wird es nicht sofort verwendet, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen dergebrauchsfertigen Aufbewahrung vor Anwendung verantwortlich.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe
Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Pulver in 10 ml-Durchstechflaschen aus Glas (Typ 1), verschlossen mit einem Flurotec beschichteten
Butylgummistopfen und versiegelt mit einem gebördelten Aluminiumsiegel.
Kengrexal ist in Packungen mit 10 Durchstechflaschen erhältlich.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungHinweise zur ZubereitungBei der Zubereitung von Kengrexal sind aseptische Techniken zu verwenden.
Das Pulver in der Durchstechflasche unverzüglich vor Verdünnung und Verwendung rekonstituieren.
Jede 50 mg/Durchstechflasche durch Hinzufügen von 5 ml sterilem Wasser für Injektionszweckerekonstituieren. Die entstandene Lösung vorsichtig schütteln, bis alles gelöst ist. Nicht zu kräftigschütteln. Schaum absetzen lassen. Sicherstellen, dass sich der Inhalt der Durchstechflaschevollständig aufgelöst hat; das rekonstituierte Material ist eine transparente, farblose bis blassgelbe
Lösung.
Nicht unverdünnt verwenden. Vor der Verabreichung müssen 5 ml rekonstituierte Lösung aus derjeweiligen Durchstechflasche aufgezogen und mit 250 ml 9mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-
Injektionslösung oder mit Glucose-Injektionslösung (5 %) weiter verdünnt werden. Den Beutelinhaltgründlich mischen.
Das Arzneimittel ist nach der Rekonstitution einer Sichtprüfung auf Partikel zu unterziehen.
Kengrexal wird als gewichtsbasiertes Regime mit einer initialen intravenösen Bolusinjektion, gefolgtvon einer intravenösen Infusion verabreicht. Die Bolusinjektion und die Infusion sind aus der
Infusionslösung zu verabreichen.
Diese Lösung ergibt eine Konzentration von 200 Mikrogramm/ml, die je nach Bedarf für eine
Dosierungsdauer von mindestens zwei Stunden ausreichen sollte. Für Patienten mit einem
Körpergewicht von 100 kg und mehr werden mindestens zwei Beutel benötigt.
BeseitigungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Chiesi Farmaceutici S.p.A.
Via Palermo, 26/A43122 Parma
Italien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 23. März 2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. Dezember 2019
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.