Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels JEVTANA 60mg konzentrat+lösungsmittel zur herstellung einer infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
JEVTANA 60 mg Konzentrat und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml des Konzentrates enthält 40 mg Cabazitaxel.
Eine Durchstechflasche mit 1,5 ml (Nominalvolumen) Konzentrat enthält 60 mg Cabazitaxel.
Nach der initialen Verdünnung mit dem gesamten Lösungsmittel enthält jeder ml der Lösung 10 mg
Cabazitaxel.
Hinweis: Sowohl die Durchstechflasche mit JEVTANA 60 mg/1,5 ml Konzentrat (Füllvolumen:73,2 mg Cabazitaxel/1,83 ml) als auch die Durchstechflasche mit Lösungsmittel (Füllvolumen:5,67 ml) enthalten eine Überfüllung, um einen Flüssigkeitsverlust während der Zubereitung zukompensieren. Diese Überfüllung gewährleistet, dass sich nach Verdünnung mit dem GESAMTEN
Inhalt des beigefügten Lösungsmittels eine Lösung ergibt, die 10 mg/ml Cabazitaxel enthält.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungEine Durchstechflasche mit Lösungsmittel enthält 573,3 mg Ethanol 96 %.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Konzentrat und Lösungsmittel zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).
Das Konzentrat ist eine klare, gelbe bis bräunlich gelbe, ölige Lösung.
Das Lösungsmittel ist eine klare und farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
JEVTANA ist in Kombination mit Prednison oder Prednisolon zur Behandlung von erwachsenen
Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom angezeigt, die mit einem
Docetaxel-basierten Therapieschema vorbehandelt sind (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Anwendung von JEVTANA sollte auf Einrichtungen beschränkt sein, die auf die Gabe vonzytotoxischen Substanzen spezialisiert sind, und sollte nur durch einen im Umgang mitantineoplastischer Chemotherapie erfahrenen Arzt erfolgen. Möglichkeiten zur Behandlung vonschwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hypotonie und Bronchospasmus müssenvorhanden sein (siehe Abschnitt 4.4).
Medikamentöse Vorbehandlung
Um das Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen und deren Schweregrad zu vermindern, wird die
Gabe folgender intravenöser Arzneimittel mindestens 30 Minuten vor jeder Anwendung von
JEVTANA empfohlen:
* Antihistaminikum (5 mg Dexchlorpheniramin oder 25 mg Diphenhydramin oder einvergleichbares Antihistaminikum),
* Kortikosteroid (8 mg Dexamethason oder ein vergleichbares Kortikosteroid) und
* H2-Antagonist (Ranitidin oder ein vergleichbarer H2-Antagonist) (siehe Abschnitt 4.4).
Eine antiemetische Prophylaxe wird empfohlen und kann je nach Bedarf oral oder intravenös gegebenwerden.
Um Komplikationen wie Nierenversagen zu vermeiden, muss während der Behandlung eineausreichende Hydratation des Patienten sichergestellt werden.
DosierungDie empfohlene Dosis von JEVTANA ist 25 mg/m², verabreicht als 1-stündige intravenöse Infusionalle 3 Wochen in Kombination mit täglicher oraler Gabe von 10 mg Prednison oder Prednisolonwährend der gesamten Behandlung.
DosisanpassungenWenn bei Patienten folgende Nebenwirkungen auftreten, sollte die Dosis geändert werden(Schweregrade beziehen sich auf die Common Terminology Criteria for Adverse Events[CTCAE 4.0]):
Tabelle 1 - Empfohlene Dosisänderungen im Falle von Nebenwirkungen bei mit Cabazitaxelbehandelten Patienten
Nebenwirkungen Dosisänderung
Länger anhaltende Neutropenie ≥ Grad 3 (länger Behandlung bis zum Erreichen einerals 1 Woche) trotz entsprechender Behandlung Neutrophilenzahl von > 1.500 Zellen/mm³einschließlich G-CSF aussetzen, dann Cabazitaxel-Dosis von25 mg/m² auf 20 mg/m² reduzieren
Febrile Neutropenie oder neutropenische Behandlung bis zum Erreichen einer
Infektion Verbesserung oder einer Normalisierung undeiner Neutrophilenzahl von > 1.500 Zellen/mm³aussetzen, dann Cabazitaxel-Dosis von25 mg/m² auf 20 mg/m² reduzieren
Diarrhö ≥ Grad 3 oder anhaltende Diarrhö trotz Behandlung bis zur Verbesserung oderentsprechender Behandlung einschließlich Normalisierung aussetzen, dann Cabazitaxel-
Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution Dosis von 25 mg/m² auf 20 mg/m² reduzieren
Periphere Neuropathie ≥ Grad 2 Behandlung bis zur Verbesserung aussetzen,dann Cabazitaxel-Dosis von 25 mg/m² auf20 mg/m² reduzieren
Falls bei Patienten weiterhin eine dieser Reaktionen bei einer Dosis von 20 mg/m2 auftritt, kann eineweitere Dosisreduktion auf 15 mg/m2 oder ein Absetzen von JEVTANA in Erwägung gezogenwerden. Die Daten von Patienten für eine Dosis niedriger als 20 mg/m2 sind begrenzt.
Besondere PatientengruppenPatienten mit eingeschränkter LeberfunktionCabazitaxel wird überwiegend in der Leber metabolisiert. Bei Patienten mit leicht eingeschränkter
Leberfunktion (Gesamt-Bilirubin > 1 bis ≤ 1,5-Fache des oberen Normalwertes [Upper Limit of
Normal, ULN] oder Aspartat-Aminotransferase (AST) > 1,5-fache ULN) sollte die Cabazitaxel-Dosisauf 20 mg/m2 reduziert werden. Die Behandlung mit Cabazitaxel von Patienten mit leichteingeschränkter Leberfunktion sollte mit Vorsicht und engmaschiger Überwachung der Sicherheitvorgenommen werden.
Bei Patienten mit mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Gesamt-Bilirubin > 1,5 bis ≤ 3,0-fache ULN)betrug die maximal tolerierte Dosis (MTD) 15 mg/m2. Wenn die Behandlung von Patienten mit mäßigeingeschränkter Leberfunktion vorgesehen ist, sollte die Cabazitaxel-Dosis 15 mg/m2 nichtüberschreiten. Es sind jedoch für diese Dosierung nur begrenzte Daten zur Wirksamkeit verfügbar.
Cabazitaxel darf bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion nicht angewendet werden(Gesamt-Bilirubin > 3-fache ULN) (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionCabazitaxel wird nur geringfügig über die Nieren ausgeschieden. Bei Patienten mit eingeschränkter
Nierenfunktion, für die eine Hämodialyse nicht erforderlich ist, ist keine Anpassung der Dosiserforderlich. Patienten mit einer Nierenerkrankung im Endstadium (Kreatinin-Clearance[CL 2
CR < 15 ml/min/1,73 m ]) sollten aufgrund ihres Zustands und der begrenzten verfügbaren Datenmit Vorsicht behandelt und während der Behandlung sorgfältig überwacht werden (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2).
Ältere PatientenFür die Anwendung von Cabazitaxel bei älteren Patienten wird keine spezielle Anpassung der Dosisempfohlen (siehe auch Abschnitte 4.4, pct. 4.8 und 5.2).
Gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln
Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die starke Induktoren oder starke Inhibitoren von
CYP3A sind, sollte vermieden werden. Wenn allerdings für Patienten eine gleichzeitige Anwendungmit einem starken CYP3A-Inhibitor erforderlich ist, sollte eine Reduktion der Cabazitaxel-Dosis um25 % in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von JEVTANA bei Kindern und Jugendlichen.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von JEVTANA bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sindnicht erwiesen (siehe Abschnitt 5.1).
Art der AnwendungJEVTANA ist zur intravenösen Anwendung.
Anweisungen zur Zubereitung und Anwendung des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.6.
Es dürfen keine PVC-Infusionsbehältnisse und Polyurethan-Infusionsbestecke verwendet werden.
JEVTANA darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimittelngemischt werden.
4.3 Kontraindikationen
* Überempfindlichkeit gegen Cabazitaxel, gegen andere Taxane, gegen Polysorbat 80 odergegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
* Bei einer Neutrophilenzahl kleiner als 1.500/mm³.
* Schwer eingeschränkte Leberfunktion (Gesamt-Bilirubin > 3-fache ULN).
* Gleichzeitige Impfung mit einem Gelbfieberimpfstoff (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenVor Beginn der Infusion von Cabazitaxel sollten alle Patienten eine medikamentöse Vorbehandlungerhalten (siehe Abschnitt 4.2).
Patienten sollen insbesondere während der ersten und zweiten Infusion engmaschig auf
Überempfindlichkeitsreaktionen überwacht werden. Überempfindlichkeitsreaktionen könneninnerhalb weniger Minuten nach Beginn der Infusion von Cabazitaxel auftreten, sodass die
Möglichkeit zur Behandlung von Hypotonie und Bronchospasmus vorhanden sein muss. Es könnenschwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, insbesondere generalisierter
Hautausschlag/Erythem, Hypotonie und Bronchospasmus. Bei schwerwiegenden
Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Cabazitaxel-Infusion sofort abzubrechen und eine geeignete
Behandlung einzuleiten. Bei Patienten mit einer Überempfindlichkeitsreaktion muss die Behandlungmit JEVTANA abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Knochenmarksuppression
Es kann eine Suppression des Knochenmarks auftreten, die sich in Neutropenie, Anämie,
Thrombozytopenie oder Panzytopenie äußert (siehe 'Risiko einer Neutropenie“ und 'Anämie“ in
Abschnitt 4.4).
Risiko einer Neutropenie
Patienten, die mit Cabazitaxel behandelt werden, können gemäß den Leitlinien der Amerikanischen
Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) und/oder gemäß aktuellen institutionellen Leitlinienprophylaktisch mit G-CSF behandelt werden, um das Risiko neutropenischer Komplikationen (febrile
Neutropenie, lang anhaltende Neutropenie oder neutropenische Infektion) zu vermindern oder diese zubehandeln. Eine primäre Prophylaxe mit G-CSF sollte bei Patienten in Erwägung gezogen werden, dieklinische Hochrisikofaktoren (Alter über 65 Jahre, schlechter Allgemeinzustand, vorhergehende
Episoden febriler Neutropenie, intensive vorhergehende Strahlentherapie, schlechter
Ernährungszustand oder andere schwerwiegende Komorbiditäten) aufweisen, aufgrund derer sie fürhäufigere durch eine lang anhaltende Neutropenie bedingte Komplikationen prädisponiert sind. Eskonnte gezeigt werden, dass der Einsatz von G-CSF die Häufigkeit und den Schweregrad von
Neutropenien vermindert.
Neutropenie ist die häufigste Nebenwirkung von Cabazitaxel (siehe Abschnitt 4.8). Während Zyklus 1und vor jedem weiteren Behandlungszyklus sind wöchentliche Differenzialblutbildkontrollenerforderlich, um die Dosis bei Bedarf anpassen zu können.
Falls trotz entsprechender Behandlung eine febrile Neutropenie oder eine länger anhaltende
Neutropenie auftritt, sollte die Dosis reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).
Die Behandlung der Patienten darf erst bei Erreichen einer Neutrophilenzahl von mindestens1.500/mm³ wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Erkrankungen des GastrointestinaltraktesSymptome wie Bauchschmerzen und Druckempfindlichkeit, Fieber, anhaltende Obstipation,
Durchfall, mit oder ohne Neutropenie, können erste Anzeichen einer schwerwiegendengastrointestinalen Toxizität sein und sollten sofort untersucht und sofort behandelt werden. Es kannnotwendig sein, die Behandlung mit Cabazitaxel zu verschieben oder abzubrechen.
Risiko von Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö und Dehydratation
Wenn Patienten nach der Behandlung mit Cabazitaxel unter Diarrhö leiden, können sie mit denüblichen Antidiarrhoika behandelt werden. Entsprechende Maßnahmen zur Rehydratation der
Patienten sollten eingeleitet werden. Bei Patienten, die vorher eine Bestrahlung im Bauch-Becken-
Bereich erhalten haben, kann Diarrhö häufiger auftreten. Bei Patienten, die 65 Jahre alt oder älter sind,kommt Dehydratation häufiger vor. Entsprechende Maßnahmen zur Rehydratation der Patienten undzur Überwachung und Korrektur der Serumelektrolyte, insbesondere des Kaliumwertes, sollteneingeleitet werden. Bei Auftreten einer Diarrhö ≥ Grad 3 kann ein Aussetzen der Behandlung odereine Dosisreduktion erforderlich sein (siehe Abschnitt 4.2). Wenn Patienten unter Übelkeit oder
Erbrechen leiden, können sie mit den üblichen Antiemetika behandelt werden.
Risiko schwerwiegender gastrointestinaler Reaktionen
Gastrointestinalblutung und gastrointestinale (GI) Perforation, Ileus, Kolitis, auch tödlich verlaufend,wurden bei Patienten, die mit Cabazitaxel behandelt wurden, berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Vorsichtwird bei der Behandlung von Patienten empfohlen, die ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale
Komplikationen aufweisen, wie Patienten mit Neutropenie, ältere Patienten, Patienten mitgleichzeitiger Behandlung mit NSAID, Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulanzienund Patienten mit einer Radiotherapie im Beckenbereich in der Vorgeschichte oder gastrointestinalen
Erkrankungen, wie Ulzera und GI-Blutungen.
Periphere NeuropathieBei Patienten, die Cabazitaxel erhielten, wurden Fälle von peripherer Neuropathie, peripherersensorischer Neuropathie (z. B. Parästhesien, Dysästhesien) und peripherer motorischer Neuropathiebeobachtet. Patienten, die mit Cabazitaxel behandelt werden, sollen angewiesen werden, ihren Arztvor dem Fortführen der Behandlung zu informieren, wenn sich Symptome einer Neuropathie, wiez. B. Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Gefühllosigkeit oder Schwäche, entwickeln. Ärzte sollen vorjeder Behandlung prüfen, ob eine Neuropathie vorliegt oder sich verschlechtert hat. Die Behandlungsollte ausgesetzt werden, bis die Symptome sich gebessert haben. Bei einer persistierenden peripheren
Neuropathie ≥ Grad 2 sollte die Cabazitaxel-Dosis von 25 mg/m² auf 20 mg/m² reduziert werden(siehe Abschnitt 4.2).
AnämieAnämie wurde bei Patienten, die Cabazitaxel erhalten, beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Der
Hämoglobinwert und der Hämatokrit sollten vor der Behandlung mit Cabazitaxel überprüft werdensowie wenn Patienten Anzeichen oder Symptome von Anämie oder Blutverlust zeigen. Bei Patientenmit einem Hämoglobinwert < 10 g/dl ist Vorsicht geboten, und es sollten je nach klinischen
Symptomen geeignete Maßnahmen ergriffen werden.
Risiko eines Nierenversagens
Nierenfunktionsstörungen, die im Zusammenhang mit Sepsis, schwerer Dehydratation aufgrund von
Diarrhö oder Erbrechen und obstruktiver Uropathie auftraten, wurden berichtet. Nierenversageneinschließlich Fällen mit tödlichem Ausgang wurde beobachtet. Bei Nierenfunktionsstörungen solltenentsprechende Maßnahmen ergriffen werden, um die Ursache herauszufinden und eine intensive
Behandlung der Patienten einzuleiten, wenn dies auftritt.
Während der Behandlung mit Cabazitaxel soll eine ausreichende Hydratation sichergestellt werden.
Der Patient soll angewiesen werden, jede Änderung des täglichen Urinvolumens sofort mitzuteilen.
Vor Beginn der Behandlung, mit jeder Blutuntersuchung sowie immer, wenn der Patient eine
Veränderung der Urinmenge mitteilt, sollte der Serumkreatininwert gemessen werden. Bei Auftretenjedweder Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zu Nierenversagen ≥ Grad 3 gemäß
CTCAE 4.0 ist die Behandlung mit Cabazitaxel abzubrechen.
Erkrankungen der Atemwege
Es wurden Fälle von interstitieller Pneumonie/Pneumonitis und interstitieller Lungenerkrankungbeobachtet, die tödlich verlaufen können (siehe Abschnitt 4.8).
Wenn Lungensymptome neu auftreten oder sich diese verschlechtern, müssen die Patientenengmaschig überwacht, unverzüglich untersucht und in geeigneter Weise behandelt werden. Es wirdempfohlen, die Therapie mit Cabazitaxel zu unterbrechen, bis die Diagnose gestellt ist. Einefrühzeitige Anwendung von unterstützenden Behandlungsmaßnahmen kann den Zustand verbessern.
Der Nutzen einer Wiederaufnahme der Behandlung mit Cabazitaxel muss sorgfältig abgeschätztwerden.
Risiko von Herzrhythmusstörungen
Herzrhythmusstörungen wurden berichtet, am häufigsten Tachykardie und Vorhofflimmern (siehe
Abschnitt 4.8).
Ältere PatientenBei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) können bestimmte Nebenwirkungen einschließlich Neutropenie undfebriler Neutropenie vermehrt auftreten (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionBei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion (Gesamt-Bilirubin > 3-fache ULN) ist die
Behandlung mit JEVTANA kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 5.2).
Die Dosis sollte bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion (Gesamt-Bilirubin > 1 bis≤ 1,5-fache ULN oder AST > 1,5-fache ULN) reduziert werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
WechselwirkungenDie gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-Inhibitoren soll vermieden werden, da diese die
Plasmakonzentration von Cabazitaxel erhöhen können (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5). Wenn einegleichzeitige Anwendung mit einem starken CYP3A-Inhibitor nicht vermieden werden kann, sollteneine engmaschige Überwachung der Toxizität durchgeführt und eine Reduktion der Cabazitaxel-Dosisin Betracht gezogen werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A-Induktoren soll vermieden werden, da diese die
Plasmakonzentration von Cabazitaxel erniedrigen können (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5).
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält 573 mg Alkohol (Ethanol) in jeder Durchstechflasche mit Lösungsmittel.
Die Menge in einer Dosis dieses Arzneimittels entspricht weniger als 11 ml Bier oder 5 ml Wein.
Die geringe Alkoholmenge in diesem Arzneimittel hat keine wahrnehmbaren Auswirkungen.
Besondere Vorsicht ist jedoch bei Hochrisikogruppen, wie z. B. Patienten mit Lebererkrankungenoder Epilepsie und bei Patienten mit Alkoholkrankheit in der Vorgeschichte, geboten.
Verhütungsmaßnahmen
Männer sollten während der Behandlung und für 4 Monate nach Beendigung der Behandlung mit
Cabazitaxel Verhütungsmaßnahmen anwenden (siehe Abschnitt 4.6).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Cabazitaxel hauptsächlich (zu 80 % bis 90 %) durch CYP3Ametabolisiert wird (siehe Abschnitt 5.2).
CYP3A-InhibitorenDie wiederholte Gabe von Ketoconazol (400 mg einmal täglich), einem starken CYP3A-Inhibitor,führte zu einer Abnahme der Cabazitaxel-Clearance um 20 %, was einem Anstieg der AUC um 25 %entspricht. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Gabe von starken CYP3A-Inhibitoren (z. B.
Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Indinavir, Nefazodon, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir,
Telithromycin, Voriconazol) vermieden werden, da eine Erhöhung der Plasmakonzentration von
Cabazitaxel auftreten kann (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Die gleichzeitige Gabe von Aprepitant, einem mäßigen CYP3A-Inhibitor, hatte keinen Einfluss aufdie Cabazitaxel-Clearance.
CYP3A-InduktorenDie wiederholte Gabe von Rifampicin (600 mg einmal täglich), einem starken CYP3A-Induktor,führte zu einem Anstieg der Cabazitaxel-Clearance um 21 %, was einer Abnahme der AUC um 17 %entspricht. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Gabe von starken CYP3A-Induktoren (z. B.
Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin, Rifapentin, Phenobarbital) vermieden werden, daeine Abnahme der Plasmakonzentration von Cabazitaxel auftreten kann (siehe Abschnitte 4.2 und4.4). Außerdem sollten die Patienten keine Johanniskrautpräparate einnehmen.
OATP1B1
Für Cabazitaxel konnte in vitro auch eine Hemmung der Transportproteine der organischen Anionen-transportierenden Polypeptide OATP1B1 gezeigt werden. Das Risiko einer Interaktion mit OATP1B1-
Substraten (z. B. Statine, Valsartan, Repaglinid) besteht, insbesondere während der Dauer der Infusion(1 Stunde) und bis zu 20 Minuten nach dem Ende der Infusion. Es wird ein Zeitintervall von12 Stunden vor der Infusion und mindestens 3 Stunden nach dem Ende der Infusion vor Gabe von
OATP1B1-Substraten empfohlen.
ImpfungenDie Gabe von Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen bei Patienten, deren
Immunsystem durch die Chemotherapie geschwächt ist, kann zu schwerwiegenden oder tödlichen
Infektionen führen. Die Impfung mit einem Lebendimpfstoff sollte bei Patienten, die Cabazitaxelerhalten, vermieden werden. Abgetötete oder inaktivierte Impfstoffe können angewendet werden, das
Ansprechen auf solche Impfstoffe kann aber vermindert sein.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Verhütungsmaßnahmen
Aufgrund des genotoxischen Risikos von Cabazitaxel (siehe Abschnitt 5.3) sollten Männer währendder Behandlung und für 4 Monate nach Beendigung der Behandlung mit Cabazitaxel eine wirksame
Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftEs liegen keine Daten zur Anwendung von Cabazitaxel bei schwangeren Frauen vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität bei maternotoxischen Dosen gezeigt(siehe Abschnitt 5.3). Außerdem wurde gezeigt, dass Cabazitaxel die Plazentaschranke überschreitet(siehe Abschnitt 5.3). Wie auch andere zytotoxische Arzneimittel kann Cabazitaxel bei behandeltenschwangeren Frauen Schädigungen des Embryos hervorrufen.
Cabazitaxel ist nicht angezeigt zur Anwendung bei Frauen.
StillzeitDie zur Verfügung stehenden pharmakokinetischen Daten bei Tieren zeigten, dass Cabazitaxel undseine Metaboliten in die Milch übergehen (siehe Abschnitt 5.3).
FertilitätTierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Cabazitaxel das Fortpflanzungssystem vonmännlichen Ratten und Hunden schädigt, es wurde jedoch kein Einfluss auf die männliche Fertilitätfestgestellt (siehe Abschnitt 5.3). Angesichts der pharmakologischen Aktivität der Taxane, ihremgenotoxischen Potenzial über einen aneugenischen Mechanismus und der Tatsache, dass mehrere
Stoffe aus dieser Arzneimittelklasse in tierexperimentellen Studien eine Beeinflussung der Fertilitätgezeigt haben, können Auswirkungen auf die männliche Fertilität beim Menschen jedoch nichtausgeschlossen werden.
Männer, die mit Cabazitaxel behandelt werden, sollten darauf hingewiesen werden, sich vor der
Therapie hinsichtlich einer Spermakonservierung beraten zu lassen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenCabazitaxel hat einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen, da es Fatigue und Schwindel auslösen kann. Die Patienten sollten angewiesenwerden, nicht aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen und keine Maschinen zu bedienen, wenn siediese Nebenwirkungen während der Behandlung bei sich beobachten.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Sicherheit von JEVTANA in Kombination mit Prednison oder Prednisolon wurde in 3randomisierten, offenen, kontrollierten Studien (TROPIC, PROSELICA und CARD) bei ingesamt1.092 Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom beurteilt, die mit25 mg/m² Cabazitaxel einmal alle 3 Wochen behandelt wurden. Die Patienten erhielten im Median 6bis 7 Zyklen Cabazitaxel.
Die Häufigkeiten aus der gepoolten Analyse dieser 3 Studien sind nachfolgend und in der Tabelledargestellt.
Die häufigsten Nebenwirkungen in allen Schweregraden waren Anämie (99,0 %), Leukopenie(93,0 %), Neutropenie (87,9 %), Thrombozytopenie (41,1 %), Diarrhö (42,1 %), Fatigue (25,0 %) und
Asthenie (15,4 %). Die häufigsten Nebenwirkungen ≥ Grad 3 , die in mindestens 5 % der Patientenauftraten,waren Neutropenie (73,1 %), Leukopenie (59,5 %), Anämie (12,0 %), febrile Neutropenie(8,0 %) und Diarrhö (4,7 %).
Ein Abbruch der Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen erfolgte in allen 3 Studien (18,3 % in
TROPIC, 19,5 % in PROSELICA und 19,8 % in CARD) mit ähnlicher Häufigkeit bei Patienten, die
Cabazitaxel erhielten. Die häufigsten Nebenwirkungen (> 1,0 %), die zum Abbruch der Behandlungmit Cabazitaxel führten, waren Hämaturie, Fatigue und Neutropenie.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen sind in Tabelle 2 gemäß der MedDRA-Systemorganklassen-Terminologie und der
Häufigkeit aufgelistet. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen in der Reihenfolgeabnehmenden Schweregrads dargestellt. Die Schwere der Nebenwirkungen wird gemäß CTCAE 4.0eingestuft (Grad ≥ 3 = G ≥ 3). Die Häufigkeitsangaben basieren auf allen Schweregraden und sindfolgendermaßen definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000,< 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2 - Nebenwirkungen und hämatologische Auffälligkeiten, die bei der Behandlung mit
Cabazitaxel in Kombination mit Prednison oder Prednisolon berichtet wurden, aus einer gepoolten
Analyse (n = 1.092)
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Schweregrade Grad ≥ 3n (%) n (%)
Sehr Häufig Gelegentlichhäufigneutropenische 48 (4,4) 42 (3,8)
Infektion/Sepsis*septischer Schock 10 (0,9) 10 (0,9)
Sepsis 13 (1,2) 13 (1,2)
Zellulitis 8 (0,7) 3 (0,3)
Infektionen undparasitäre Harnwegsinfektionen 103 (9,4) 19 (1,7)
Erkrankungen Influenza 22 (2,0) 0
Zystitis 22 (2,0) 2 (0,2)
Infektionen der oberen 23 (2,1) 0
Atemwege
Herpes zoster 14 (1,3) 0
Candidiasis 11 (1,0) 1 (< 0,1)
Neutropeniea* 950 (87,9) 790(73,1)
Erkrankungen des Anämiea 1.073 130
Blutes und des (99,0) (12,0)
Lymphsystems Leukopeniea 1.008 645(93,0) (59,5)
Thrombozytopeniea 478 (44,1) 44 (4,1)febrile Neutropenie 87 (8,0) 87 (8,0)
Erkrankungen des Überempfindlichkeit 7 (0,6) 0
Immunsystemsverminderter Appetit 192 (17,6) 11 (1,0)
Stoffwechsel- und Dehydratation 27 (2,5) 11 (1,0)
Ernährungsstörungen Hyperglykämie 11 (1,0) 7 (0,6)
Hypokaliämie 8 (0,7) 2 (0,2)
Psychiatrische Schlaflosigkeit 45 (4,1) 0
Erkrankungen Angst 13 (1,2) 0
Verwirrtheitszustände 12 (1,1) 2 (0,2)
Erkrankungen des Dysgeusie 64 (5,9) 0
Nervensystems Geschmacksstörung 56 (5,1) 0
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Schweregrade Grad ≥ 3n (%) n (%)
Sehr Häufig Gelegentlichhäufigperiphere Neuropathie 40 (3,7) 2 (0,2)periphere sensorische 89 (8,2) 6 (0,5)
Neuropathie
Polyneuropathie 9 (0,8) 2 (0,2)
Parästhesie 46 (4,2) 0
Hypoästhesie 18 (1,6) 1 (< 0,1)
Schwindelgefühl 63 (5,8) 0
Kopfschmerzen 56 (5,1) 1 (< 0,1)
Lethargie 15 (1,4) 1 (< 0,1)
Ischialgie 9 (0,8) 1 (< 0,1)
Konjunktivitis 11 (1,0) 0
Augenerkrankungen verstärkte 22 (2,0) 0
Tränensekretion
Erkrankungen des Tinnitus 7 (0,6) 0
Ohrs und des Vertigo 15 (1,4) 1 (< 0,1)
Labyrinths
Herzerkrankungen* Vorhofflimmern 14 (1,3) 5 (0,5)
Tachykardie 11 (1,0) 1 (< 0,1)
Hypotonie 38 (3,5) 5 (0,5)tiefe 12 (1,1) 9 (0,8)
Beinvenenthrombose
Gefäßerkrankungen Hypertonie 29 (2,7) 12 (1,1)
Orthostasesyndrom 6 (0,5) 1 (< 0,1)
Hitzewallungen 23 (2,1) 1 (< 0,1)
Hitzegefühl 9 (0,8) 0
Dyspnoe 97 (8,9) 9 (0,8)
Erkrankungen der Husten 79 (7,2) 0
Atemwege, des Schmerzen im 26 (2,4) 1 (< 0,1)
Brustraums und des Oropharynx
Mediastinums Pneumonie 26 (2,4) 16 (1,5)
Lungenembolie 30 (2,7) 23 (2,1)
Diarrhö 460 (42,1) 51 (4,7)
Übelkeit 347 (31,8) 14 (1,3)
Erbrechen 207 (19,0) 14 (1,3)
Obstipation 202 (18,5) 8 (0,7)
Abdominalschmerz 105 (9,6) 15 (1,4)
Dyspepsie 53 (4,9) 0
Schmerzen im Oberbauch 46 (4,2) 1 (< 0,1)
Hämorrhoiden 22 (2,0) 0gastroösophageale 26 (2,4) 1 (< 0,1)
Erkrankungen des Refluxkrankheit
Gastrointestinaltrakts Rektalblutung 14 (1,3) 4 (0,4)
Mundtrockenheit 19 (1,7) 2 (0,2)
Bauch aufgetrieben 14 (1,3) 1 (< 0,1)
Stomatitis 46 (4,2) 2 (0,2)
Ileus* 7 (0,6) 5 (0,5)
Gastritis 10 (0,9) 0
Kolitis* 10 (0,9) 5 (0,5)gastrointestinale 3 (0,3) 1 (< 0,1)
Perforation
Gastrointestinalblutung 2 (0,2) 1 (< 0,1)
Systemorganklasse Nebenwirkung Alle Schweregrade Grad ≥ 3n (%) n (%)
Sehr Häufig Gelegentlichhäufig
Erkrankungen der Alopezie 80 (7,3) 0
Haut und des trockene Haut 23 (2,1) 0
Unterhautzellgewebes Erythem 8 (0,7) 0
Nagelerkrankung 18 (1,6) 0
Rückenschmerzen 166 (15,2) 24 (2,2)
Arthralgie 88 (8,1) 9 (0,8)
Schmerz in einer 76 (7,0) 9 (0,8)
Extremität
Skelettmuskulatur-, Muskelspasmen 51 (4,7) 0
Bindegewebs- und Myalgie 40 (3,7) 2 (0,2)
Knochenerkrankungen Brustschmerzen die 34 (3,1) 3 (0,3)
Skelettmuskulaturbetreffendmuskuläre Schwäche 31 (2,8) 1 (0,2)
Flankenschmerz 17 (1,6) 5 (0,5)akutes Nierenversagen 21 (1,9) 14 (1,3)
Nierenversagen 8 (0,7) 6 (0,5)
Dysurie 52 (4,8) 0
Nierenkolik 14 (1,3) 2 (0,2)
Erkrankungen der Hämaturie 205 (18,8) 33 (3,0)
Nieren und Harnwege Pollakisurie 26 (2,4) 2 (0,2)
Hydronephrose 25 (2,3) 13 (1,2)
Harnretention 36 (3,3) 4 (0,4)
Harninkontinenz 22 (2,0) 0
Harnleiterobstruktion 8 (0,7) 6 (0,5)
Erkrankungen der Beckenschmerz 20 (1,8) 5 (0,5)
Geschlechtsorganeund der Brustdrüse
Fatigue 333 (30,5) 42 (3,8)
Asthenie 227 (20,8) 32 (2,9)
Fieber 90 (8,2) 5 (0,5)
Allgemeine peripheres Ödem 96 (8,8) 2 (0,2 )
Erkrankungen und Schleimhautentzündung 23 (2,1) 1 (< 0,1)
Beschwerden am Schmerz 36 (3,3) 7 (0,6)
Verabreichungsort Brustkorbschmerz 11 (1,0) 2 (0,2)
Ödem 8 (0,7) 1 (< 0,1)
Schüttelfrost 12 (1,1) 0
Unwohlsein 21 (1,9) 0
Gewicht erniedrigt 81 (7,4) 0
Untersuchungen Aspartataminotransferase 13 (1,2) 1 (< 0,1)erhöht
Transaminasen erhöht 7 (0,6) 1 (< 0,1)aBasierend auf Laborwerten.
*Siehe unten stehenden detaillierten Abschnitt.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenNeutropenie und neutropeniebedingte klinische Ereignisse
Es konnte gezeigt werden, dass der Einsatz von G-CSF die Häufigkeit und den Schweregrad von
Neutropenien verminderte (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Die Häufigkeit des Auftretens von Neutropenien ≥ Grad 3, basierend auf Laborwerten, variierte jenach Einsatz von G-CSF zwischen 44,7 % und 76,7 %, wobei die niedrigste Häufigkeit beiprophylaktischer Anwendung von G-CSF berichtet wurde. In ähnlicher Weise lag die Häufigkeit des
Auftretens von febriler Neutropenie ≥ Grad 3 zwischen 3,2 % und 8,6 %.
Neutropenische Komplikationen (einschließlich febriler Neutropenie, neutropenischer Infektion/Sepsisund neutropenischer Kolitis), die in manchen Fällen einen tödlichen Verlauf nahmen, wurden bei
Einsatz einer primären Prophylaxe mit G-CSF bei 4,0 % der Patienten berichtet und ansonsten bei12,8 % der Patienten.
Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen
In der gepoolten Analyse traten kardiale Ereignisse bei 5,5 % der Patienten auf, von denen 1,1 %
Herzrhythmusstörungen ≥ Grad 3 aufwiesen. Die Inzidenz von Tachykardien betrug unter Cabazitaxel1,0 %, davon erreichten weniger als 0,1 % ≥ Grad 3. Die Inzidenz von Vorhofflimmern betrug 1,3 %.
Fälle von Herzinsuffizienz mit Herzversagen wurden für 2 Patienten berichtet (0,2 %), davon einer mittödlichem Verlauf. Kammerflimmern mit Todesfolge wurde bei einem Patienten (0,3 %) und
Herzstillstand bei 3 Patienten (0,5 %) berichtet. Keiner der Fälle wurde durch die Prüfärzte auf die
Cabazitaxel-Gabe zurückgeführt.
Hämaturie
In der gepoolten Analyse betrug die Häufigkeit von Hämaturie aller Schweregrade 18,8 % bei der
Dosis von 25 mg/m2 (siehe Abschnitt 5.1). In knapp der Hälfte aller Fälle wurden Störfaktoren wie
Krankheitsprogression, die Anwendung medizinischer Instrumente, Infektion oder Behandlung mit
Antikoagulanzien/NSAID/Acetylsalicylsäure ermittelt.
Sonstige Auffälligkeiten der Laborwerte
In der gepoolten Analyse betrugen die Häufigkeiten des Auftretens von Anämien ≥ Grad 3, erhöhten
Laborwerten für AST, ALT und Bilirubin 12,0 %, 1,3 %, 1,0 % bzw. 0,5 %.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktesKolitis (einschließlich Enterokolitis und neutropene Enterokolitis) und Gastritis sind beobachtetworden. Gastrointestinalblutung, gastrointestinale Perforation und Ileus (Darmobstruktion) sindebenso berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).
Erkrankungen der Atemwege
Fälle von interstitieller Pneumonie/Pneumonitis und interstitieller Lungenerkrankung, manchmaltödlich verlaufend, wurden mit nicht bekannter Häufigkeit beobachtet (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar) (siehe Abschnitt 4.4).
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeZystitis, bedingt durch strahleninduzierte Reaktionen (sog. Radiation-Recall-Phänomen),einschließlich hämorrhagischer Zystitis, wurde gelegentlich beobachtet.
Kinder und JugendlicheSiehe Abschnitt 4.2
Andere besondere PatientengruppenÄltere PatientenVon den 1.092 Patienten, die in den Prostatakarzinom-Studien mit 25 mg/m2 Cabazitaxel behandeltwurden, waren 755 Patienten 65 Jahre und älter, 238 Patienten davon waren älter als 75 Jahre.
Die folgenden nichthämatologischen Nebenwirkungen wurden mit einer um ≥ 5 % höheren Häufigkeitbei Patienten ab dem Alter von 65 Jahren im Vergleich zu jüngeren Patienten berichtet: Fatigue(33,5 % vs. 23,7 %), Asthenie (23,7 % vs. 14,2 %), Obstipation (20,4 % vs. 14,2 %) bzw. Dyspnoe(10,3 % vs. 5,6 %). Neutropenie (90,9 % vs. 81,2 %) und Thrombozytopenie (48,8 % vs. 36,1 %)waren ebenfalls um 5 % erhöht bei Patienten ab dem Alter von 65 Jahren im Vergleich zu jüngeren
Patienten. Für Neutropenie und febrile Neutropenie ≥ Grad 3 wurde der größte Unterschied in der
Häufigkeit zwischen beiden Altersgruppen berichtet (14 % bzw. 4 % höher bei Patienten ≥ 65 Jahreim Vergleich zu Patienten < 65 Jahre) (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Meldungen des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es ist kein Antidot für Cabazitaxel bekannt. Die zu erwartenden Komplikationen bei einer
Überdosierung würden in einer Verstärkung der Nebenwirkungen, z. B. der Knochenmarksuppressionund der gastrointestinalen Störungen, bestehen.
Im Falle einer Überdosierung sollte der Patient in einen spezialisierten Bereich gebracht undengmaschig überwacht werden. Nachdem eine Überdosierung bei den Patienten festgestellt wurde,sollen sie schnellstmöglich mit G-CSF behandelt werden. Zur Behandlung der Symptome solltenweitere geeignete Maßnahmen eingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Taxane,
ATC-Code: L01CD04.
WirkmechanismusCabazitaxel ist eine antineoplastisch wirksame Substanz, deren Wirkung auf einer Störung des
Mikrotubuli-Netzwerkes in den Zellen beruht. Cabazitaxel bindet an Tubulin und unterstützt dessen
Einbau in Mikrotubuli, während es gleichzeitig einem Abbau der Mikrotubuli entgegenwirkt. Diesführt zur Stabilisierung der Mikrotubuli und in der Folge zur Hemmung zellulärer Funktionen in
Mitose und Interphase.
Pharmakodynamische WirkungenCabazitaxel zeigte ein breites Spektrum antitumoraler Wirkung gegen fortgeschrittene humane
Tumor-Xenotransplantate in Mäusen. Cabazitaxel ist bei Docetaxel-sensitiven Tumoren wirksam.
Außerdem zeigte Cabazitaxel eine Aktivität bei Tumormodellen, die nicht auf eine Chemotherapie,einschließlich Docetaxel, ansprachen.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit von JEVTANA in Kombination mit Prednison oder Prednisolonwurde in einer randomisierten, offenen, internationalen, multizentrischen Phase-III-Studie(Studie EFC6193) bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die miteinem Docetaxel-basierten Therapieschema vorbehandelt waren, beurteilt.
Die Gesamtüberlebenszeit war der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie.
Sekundäre Endpunkte beinhalteten progressionsfreies Überleben (Progression Free Survival [PFS],definiert als Zeitspanne zwischen der Randomisierung bis zum ersten Auftreten von
Tumorprogression, Anstieg des prostataspezifischen Antigens [PSA], Schmerzprogression oder Todjedweder Ursache, je nachdem, was zuerst eintrat), Tumoransprechrate, wobei die Beurteilung des
Ansprechens solider Tumore nach den Response Evaluation Criteria in Solid Tumours [RECIST]-
Kriterien erfolgte, PSA-Progression (definiert als ein ≥ 25%iger oder > 50%iger Anstieg bei
PSA-Non-Respondern bzw. PSA-Respondern), Ansprechen des PSA (ein Abfall des
Serum-PSA-Spiegels um mindestens 50 %), Schmerzprogression (bewertet mittels der Schmerzskala
Present Pain Intensity [PPI] mit einem Fragebogen nach McGill-Melzack und einem Analgetika-
Score [AS]) und Schmerzansprechen (definiert als Reduktion des PPI um mindestens 2 Punkte im
Vergleich zum medianen Ausgangswert und gleichzeitig kein Anstieg des AS oder Reduktion des
Analgetikaverbrauchs um ≥ 50 % im Vergleich zum durchschnittlichen Ausgangswert des AS undgleichzeitig kein Anstieg des Schmerzes).
Insgesamt wurden 755 Patienten randomisiert und entweder einer Behandlung mit 25 mg/m²
JEVTANA intravenös alle 3 Wochen in Kombination mit täglicher oraler Gabe von 10 mg Prednisonoder Prednisolon über maximal 10 Zyklen (n = 378) oder einer Behandlung mit 12 mg/m²
Mitoxantron intravenös alle 3 Wochen in Kombination mit täglicher oraler Gabe von 10 mg Prednisonoder Prednisolon über maximal 10 Zyklen (n = 377) zugeordnet.
In diese Studie wurden Patienten über 18 Jahre mit metastasiertem kastrationsresistentem
Prostatakarzinom und nach den RECIST-Kriterien messbarer Erkrankung oder nicht messbarer
Erkrankung mit erhöhtem PSA-Spiegel oder Auftreten neuer Läsionen sowie einem Allgemeinzustandvon 0-2 gemäß ECOG (Eastern Cooperative Oncology Group) eingeschlossen. Die Patienten musstenfolgende Kriterien erfüllen: Neutrophilenzahl > 1.500/mm³, Thrombozyten > 100.000/mm³,
Hämoglobin > 10 g/dl, Kreatinin < 1,5-Fache des oberen Normalwertes, Gesamtbilirubin < 1-Fachedes oberen Normalwertes, AST und ALT < 1,5-Fache der oberen Normalwerte.
Patienten mit einer Anamnese von dekompensierter Herzinsuffizienz oder Myokardinfarkt innerhalbder letzten 6 Monate oder Patienten mit unkontrollierten Herzrhythmusstörungen, Angina Pectorisund/oder Hypertonie wurden nicht in die Studie aufgenommen.
Demografische Merkmale einschließlich Alter, ethnischer Zugehörigkeit und
ECOG-Allgemeinzustand (0-2) waren in beiden Behandlungsarmen ausgeglichen. In der
JEVTANA-Gruppe lag das Durchschnittsalter bei 68 Jahren (Spanne 46-92), und die Aufteilung nachethnischer Zugehörigkeit war 83,9 % Kaukasier, 6,9 % Asiaten, 5,3 % Patienten mit schwarzer
Hautfarbe und 4 % andere ethnische Zugehörigkeit.
Die mediane Zyklenanzahl betrug 6 in der JEVTANA-Gruppe und 4 in der Mitoxantron-Gruppe. Der
Anteil der Patienten, die die Studienbehandlung beendet haben (10 Zyklen), betrug 29,4 % in der
JEVTANA-Gruppe und 13,5 % in der Vergleichsgruppe.
Die Gesamtüberlebenszeit war mit JEVTANA signifikant länger im Vergleich zu Mitoxantron(15,1 Monate vs. 12,7 Monate) mit einer 30%igen Reduktion des Todesfallrisikos im Vergleich zu
Mitoxantron (siehe Tabelle 3 und Abbildung 1).
Eine Subgruppe von 59 Patienten hatte vorher eine kumulative Dosis von < 225 mg/m² Docetaxelerhalten (29 Patienten im JEVTANA-Behandlungsarm, 30 Patienten im Mitoxantron-
Behandlungsarm). In dieser Patientengruppe gab es keinen signifikanten Unterschied in der
Gesamtüberlebenszeit (HR [95 % CI] 0,96 [0,49-1,86]).
Tabelle 3 - Wirksamkeit von JEVTANA in der Studie EFC6193 bei der Behandlung von Patientenmit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom
JEVTANA + Prednison Mitoxantron + Prednisonn = 378 n = 377
Gesamtüberlebenszeit
Anzahl der Todesfälle (%) 234 (61,9 %) 279 (74 %)
Mediane Überlebenszeit 15,1 (14,1-16,3) 12,7 (11,6-13,7)(Monate) (95 % CI)
Hazard Ratio (HR)1 (95 % CI) 0,70 (0,59-0,83)p-Wert < 0,00011Geschätzte Hazard Ratio nach dem Cox-Modell; eine Hazard Ratio von weniger als 1 favorisiert
JEVTANA.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve für die Gesamtüberlebenszeit (EFC6193)
Mitoxantron + Prednison90 Cabazitaxel + Prednison0 6 12 18 24 30
Patienten mit Risiko Z eit (Monate)
Mitoxantron 377 300 188 67 11 1+ Prednison
Cabazitaxel378 321 231 90 28 4+ Prednison
Im JEVTANA-Behandlungsarm gab es eine Verbesserung des PFS im Vergleich zum Mitoxantron-
Behandlungsarm; 2,8 (2,4-3,0) Monate vs. 1,4 (1,4-1,7) Monate, HR (95 % CI): 0,74 (0,64-0,86),p < 0,0001.
Die Tumoransprechrate war bei Patienten im JEVTANA-Behandlungsarm mit 14,4 % (95 % CI: 9,6-19,3) signifikant höher im Vergleich zu 4,4 % (95 % CI: 1,6-7,2) für die Patienten im Mitoxantron-
Behandlungsarm, p = 0,0005.
Der sekundäre Endpunkt zum PSA-Ansprechen war im JEVTANA-Behandlungsarm positiv. Diemediane Zeit bis zur PSA-Progression betrug 6,4 Monate (95 % CI: 5,1-7,3) für Patienten im
JEVTANA-Behandlungsarm, verglichen mit 3,1 Monaten (95 % CI: 2,2-4,4) im Mitoxantron-
Behandlungsarm, HR 0,75 Monate (95 % CI: 0,63-0,90), p = 0,0010. Die PSA-Ansprechrate betrugbei Patienten im JEVTANA-Behandlungsarm 39,2 % (95 % CI: 33,9-44,5) vs. 17,8 % bei Patientenim Mitoxantron-Behandlungsarm (95 % CI: 13,7-22,0), p = 0,0002.
Hinsichtlich Schmerzprogression und Schmerzansprechen gab es statistisch gesehen keinen
Unterschied in beiden Behandlungsarmen.
In einer multizentrischen, multinationalen, randomisierten, offenen Phase-III-Studie zur
Nichtunterlegenheit (Studie EFC11785) erhielten 1.200 Patienten mit metastasiertemkastrationsresistentem Prostatakarzinom, die mit einem Docetaxel-basierten Therapieschemavorbehandelt worden waren, randomisiert Cabazitaxel in einer Dosis von 25 mg/m2 (n = 602) oder20 mg/m2 (n = 598). Die Gesamtüberlebenszeit war der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie.
Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt, den Nachweis der Nichtunterlegenheit von Cabazitaxel20 mg/m2 im Vergleich zu 25 mg/m2 (siehe Tabelle 4). Ein statistisch signifikant höherer Anteil(p < 0,001) der Patienten in der Gruppe mit 25 mg/m2 (42,9 %) als in der Gruppe mit 20 mg/m2(29,5 %) zeigte ein Ansprechen des PSA. Bei Patienten mit 20 mg/m2 wurde im Vergleich zu
Anteil der lebenden Patienten
Patienten mit 25 mg/m2 ein statistisch signifikant höheres Risiko für eine PSA-Progression beobachtet(HR 1,195; 95 % CI: 1,025-1,393). Im Hinblick auf die anderen sekundären Endpunkte (PFS, Tumor-und Schmerzansprechen, Tumor- und Schmerzprogression sowie vier Subkategorien von FACT-P)zeigte sich kein statistischer Unterschied.
Tabelle 4 - Gesamtüberlebenszeit in der Studie EFC11785 im Behandlungsarm Cabazitaxel 25 mg/m2im Vergleich zum Behandlungsarm Cabazitaxel 20 mg/m2 (Intent-to-treat-Analyse) - Primärer
Wirksamkeitsendpunkt
CBZ20 + PRED CBZ25 + PREDn = 598 n = 602
Gesamtüberlebenszeit
Anzahl der Todesfälle, n (%) 497 (83,1 %) 501 (83,2 %)
Mediane Überlebenszeit 13,4 (12,19-14,88) 14,5 (13,47-15,28)(Monate) (95 % CI)
Hazard Ratioaversus CBZ25 + PRED 1,024 -98,89 % UCI einseitig 1,184 -95 % LCI einseitig 0,922 -
CBZ20 = Cabazitaxel 20 mg/m2, CBZ25 = Cabazitaxel 25 mg/m2, PRED = Prednison/Prednisolon
CI = Konfidenzintervall, LCI = Untere Grenze des Konfidenzintervalls, UCI = Obere Grenze des
Konfidenzintervallsa Hazard Ratio, geschätzt nach einem Cox-Regressionsmodell mit proportionalen Hazards. Eine
Hazard Ratio < 1 gibt ein niedrigeres Risiko für Cabazitaxel 20 mg/m2 im Vergleich zu 25 mg/m2an.
Das in der Studie EFC11785 für Cabazitaxel 25 mg/m2 beobachtete Sicherheitsprofil war qualitativund quantitativ mit dem in der Studie EFC6193 beobachteten Profil vergleichbar. Die
Studie EFC11785 belegte ein besseres Sicherheitsprofil für die Cabazitaxel-Dosis von 20 mg/m2.
Tabelle 5 - Zusammenfassung der Sicherheitsdaten im Behandlungsarm Cabazitaxel 25 mg/m2 im
Vergleich zum Behandlungsarm Cabazitaxel 20 mg/m2 in der Studie EFC11785
CBZ20 + PRED CBZ25 + PREDn = 580 n = 595
Mediane Anzahl der 6/18 Wochen 7/21 Wochen
Zyklen/mediane
BehandlungsdauerAnzahl der Patienten mit Von 25 auf 20 mg/m2: 128 (21,5 %)
Dosisreduktion Von 20 auf 15 mg/m2: 58 (10,0 %) Von 20 auf 15 mg/m2: 19 (3,2 %)n (%) Von 15 auf 12 mg/m2: 9 (1,6 %) Von 15 auf 12 mg/m2: 1 (0,2 %)
Nebenwirkungen aller Schweregradea (%)
Diarrhö 30,7 39,8
Übelkeit 24,5 32,1
Fatigue 24,7 27,1
Hämaturie 14,1 20,8
Asthenie 15,3 19,7
Appetit vermindert 13,1 18,5
Erbrechen 14,5 18,2
Obstipation 17,6 18,0
Rückenschmerzen 11,0 13,9
Klinisch relevante 3,1 10,9
NeutropenieHarnwegsinfektion 6,9 10,8
Periphere sensorische 6,6 10,6
Neuropathie
Geschmacksstörung 7,1 10,6
Nebenwirkungen Grad ≥ 3b (%)
Klinisch relevante 2,4 9,6
NeutropenieFebrile Neutropenie 2,1 9,2
Hämatologische Auffälligkeitenc (%)
Neutropenie Grad ≥ 3 41,8 73,3
Anämie Grad ≥ 3 9,9 13,7
Thrombozytopenie Grad ≥ 3 2,6 4,2
CBZ20 = Cabazitaxel 20 mg/m2, CBZ25 = Cabazitaxel 25 mg/m2, PRED = Prednison/Prednisolona Nebenwirkungen aller Schweregrade mit einer Häufigkeit > 10 %b Nebenwirkungen Grad ≥ 3 mit einer Häufigkeit > 5 %c Basierend auf Laborwerten
In einer prospektiven, multinationalen, randomisierten, aktiv kontrollierten und offenen Phase-IV-
Studie (LPS14201/CARD-Studie) wurden 255 Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem
Prostatakarzinom (mCRPC), die zuvor in beliebiger Reihenfolge ein Docetaxel-basiertes
Therapieschema und einen Androgenrezeptor-(AR-)gerichteten Wirkstoff (Abirateron oder
Enzalutamid, mit Fortschreiten der Erkrankung innerhalb von 12 Monaten nach Behandlungsbeginn)erhielten, auf eine Behandlung mit 25 mg/m2 Cabazitaxel alle 3 Wochen in Kombination mit täglich10 mg Prednison/Prednisolon (n = 129) oder eine Behandlung mit AR-gerichtetem Wirkstoff(1000 mg Abirateron einmal täglich in Kombination mit zweimal täglich 5 mg Prednison/Prednisolonoder einmal täglich 160 mg Enzalutamid) (n = 126) randomisiert. Das von der Prostate Cancer
Working Group 2 (PCWG2) definierte radiografisch progressionsfreie Überleben (rPFS) war derprimäre Endpunkt. Zu den sekundären Endpunkten gehörten das Gesamtüberleben, dasprogressionsfreie Überleben, die PSA- und die Tumoransprechrate.
Demographie und Krankheitsmerkmale waren zwischen den Behandlungsarmen ausgewogen. Vor
Behandlungsbeginn betrug das Alter im Median 70 Jahre, 95 % der Patienten hatten einen ECOG-PSvon 0-1 und der mediane Gleason-Score betrug 8. Bei 61 % der Patienten handelte es sich bei der
Vorbehandlung um einen AR-gerichteten Wirkstoff nach einer Docetaxel-basierten Behandlung.
Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt: rPFS war mit JEVTANA im Vergleich zu den AR-gerichteten Wirkstoffen signifikant länger (8,0 Monate vs. 3,7 Monate), wobei das Risiko einerradiografischen Progression im Vergleich zu AR-gerichteten Wirkstoffen um 46 % verringert war(siehe Tabelle 6 und Abbildung 2).
Tabelle 6 - Wirksamkeit von JEVTANA in der CARD-Studie bei der Behandlung von Patienten mitmetastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (Intent-to-treat-Analyse) - radiografischprogressionsfreies Überleben (rPFS)
JEVTANA AR-gerichtete Wirkstoffe:
+ Prednison/Prednisolon Abirateron ++ G-CSF Prednison/Prednisolonoder
Enzalutamidn = 129 n = 126
Anzahl der Ereignisse am Stichtag (%) 95 (73,6 %) 101 (80,2 %)
Mediane rPFS (Monate) (95 % CI) 8,0 (5,7-9,2) 3,7 (2,8-5,1)
Hazard Ratio (HR) (95 % CI) 0,54 (0,40-0,73)p-Wert1 < 0,00011Stratifizierter Log-Rank-Test, Signifikanzniveau = 0,05
Abbildung 2 - Primärer Endpunkt: Kaplan-Meier-Plot des radiografisch progressionsfreien
Überlebens (rPFS) (ITT-Population)
Kreuze zeigen zensierte Daten an.
Geplante Subgruppenanalysen für rPFS, basierend auf Stratifizierungsfaktoren bei der
Randomisierung, ergaben eine Hazard Ratio von 0,61 (95 % CI: 0,39-0,96) bei Patienten, die zuvoreinen AR-gerichteten Wirkstoff gefolgt von Docetaxel erhalten hatten, und eine Hazard Ratio von0,48 (95% CI: 0,32-0,70) bei Patienten, die zuvor Docetaxel gefolgt von einem AR-gerichteten
Wirkstoff erhalten hatten.
JEVTANA zeigte sich den AR-gerichteten Komparatoren für jeden der zum Signifikanzniveaugetesteten sekundären Hauptendpunkte einschließlich des Gesamtüberlebens statistisch überlegen(13,6 Monate im JEVTANA-Arm vs. 11,0 Monate im AR-gerichteten Wirkstoffarm; HR 0,64; 95 %
CI: 0,46-0,89; p = 0,008), progressionsfreies Überleben (4,4 Monate im JEVTANA-Arm vs.2,7 Monate im AR-gerichteten Wirkstoffarm; HR 0,52; 95 % CI: 0,40-0,68), bestätigte PSA-
Ansprechrate (36,3 % im JEVTANA-Arm vs. 14,3 % im AR-gerichteten Wirkstoffarm, p = 0,0003)und höchste Tumoransprechrate (36,5 % im JEVTANA-Arm vs. 11,5 % im AR-gerichteten
Wirkstoffarm, p = 0,004).
Das in der CARD-Studie beobachtete Sicherheitsprofil von 25 mg/m2 Cabazitaxel stimmte insgesamtmit dem in den TROPIC- und PROSELICA-Studien beobachteten überein (siehe Abschnitt 4.8). Die
Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen ≥ Grad 3 betrug 53,2 % im JEVTANA-Arm vs. 46,0 % im
AR-gerichteten Wirkstoffarm. Die Häufigkeit schwerwiegender unerwünschter Ereignisse ≥ Grad 3betrug 31,7 % im JEVTANA-Arm vs. 37,1 % im AR-gerichteten Wirkstoffarm. Der Anteil an
Patienten, die die Studienbehandlung aufgrund unerwünschter Ereignisse dauerhaft abbrachen, betrug19,8 % im JEVTANA-Arm vs. 8,1 % im AR-gerichteten Wirkstoffarm. Der Anteil an Patienten miteinem unerwünschten Ereignis, das zum Tod führte, betrug 5,6 % im JEVTANA-Arm vs. 10,5 % im
AR-gerichteten Wirkstoffarm.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat JEVTANA von der Verpflichtung zur Vorlage von
Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Gruppierungen im Anwendungsgebiet Prostatakarzinomfreigestellt (siehe Abschnitt 4.2 für Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
JEVTANA wurde in einer offenen, multizentrischen Phase-1/2-Studie mit insgesamt 39 Kindern und
Jugendlichen (im Alter zwischen 4 und 18 Jahren im Phase-1-Teil der Studie und zwischen 3 und16 Jahren im Phase-2-Teil der Studie) untersucht. Im Phase-2-Teil konnte bei Kindern und
Jugendlichen mit rezidivierendem oder refraktärem diffusen intrinsischen Ponsgliom (DIPG) undhochgradigem Gliom (HGG), die mit 30 mg/m2 Cabazitaxel als Monotherapie behandelt wurden,keine Wirksamkeit nachgewiesen werden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Eine populationspharmakokinetische Untersuchung wurde bei 170 Patienten mit fortgeschrittenensoliden Tumoren (n = 69), metastasiertem Brustkrebs (n = 34) und metastasiertem Prostatakarzinom(n = 67) durchgeführt. Diese Patienten erhielten Cabazitaxel wöchentlich oder alle 3 Wochen in Dosenzwischen 10 bis 30 mg/m².
ResorptionNach Gabe einer 1-stündigen intravenösen Cabazitaxel-Dosis von 25 mg/m² bei Patienten mitmetastasiertem Prostatakarzinom (n = 67) betrug die Cmax 226 ng/ml (Variationskoeffizient [VK]:107 %). Sie wurde am Ende der 1-stündigen Infusion (tmax) erreicht. Die mittlere AUC lag bei991 ng*h/ml (VK: 34 %).
Bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren (n = 126) wurde keine wesentliche Abweichungder Dosisproportionalität im Dosisbereich von 10 bis 30 mg/m² beobachtet.
VerteilungDas Verteilungsvolumen (Vss) betrug im Steady State 4.870 l (2.640 l/m² bei einem Patienten mit einermedianen KOF von 1,84 m²).
In vitro betrug die Bindung von Cabazitaxel an Humanserumproteine 89-92 % und war bis zu50.000 ng/ml - der maximalen in klinischen Studien beobachteten Konzentration - nicht sättigbar.
Cabazitaxel bindet hauptsächlich an Humanserumalbumin (82,0 %) und Lipoproteine (87,9 % an
HDL, 69,8 % an LDL und 55,8 % an VLDL). In vitro lag das Blut-Plasma-Konzentrationsverhältnis in
Humanblut zwischen 0,90 und 0,99. Dies weist darauf hin, dass Cabazitaxel gleichmäßig auf Blut und
Plasma verteilt ist.
BiotransformationCabazitaxel wird überwiegend in der Leber metabolisiert (> 95 %), hauptsächlich durch das CYP3A-
Isoenzym (zu 80 % bis 90 %). Cabazitaxel ist die vorwiegend in humanem Plasma zirkulierende
Komponente. Im Plasma wurden sieben Metaboliten gefunden (einschließlich der 3 aktiven
Metaboliten, die durch O-Demethylierung entstehen), wobei der Hauptmetabolit 5 % der Cabazitaxel-
Exposition ausmacht. Ungefähr 20 Cabazitaxel-Metaboliten werden beim Menschen im Urin und inden Fäzes ausgeschieden.
Basierend auf In-vitro-Studien besteht das potenzielle Risiko, dass Cabazitaxel in klinisch relevanten
Konzentrationen den Abbau von Arzneimitteln hemmt, die vorwiegend Substrate von CYP3A sind.
Jedoch hat eine klinische Studie gezeigt, dass Cabazitaxel (25 mg/m2, gegeben als eine einzelne
Infusion über eine Stunde) nicht den Plasmaspiegel von Midazolam, einem Testsubstrat für CYP3A,verändert. Deshalb wird bei der gleichzeitigen Gabe von CYP3A-Substraten und Cabazitaxel intherapeutischen Dosen keine klinische Beeinflussung erwartet.
Es besteht kein potenzielles Risiko der Hemmung des Abbaus von Arzneimitteln, die hauptsächlich
Substrate anderer CYP-Enzyme sind (1A2, 2B6, 2C9, 2C8, 2C19, 2E1 und 2D6), noch besteht einpotenzielles Risiko, dass Cabazitaxel den Abbau von Arzneimitteln induziert, die Substrate von
CYP1A, CYP2C9 und CYP3A sind. Cabazitaxel bewirkte in vitro keine Hemmung deshauptsächlichen Biotransformationswegs von Warfarin in 7-Hydroxywarfarin, der über CYP2C9vermittelt wird. Daher sind in vivo keine pharmakokinetischen Interaktionen zwischen Cabazitaxelund Warfarin zu erwarten.
Cabazitaxel bewirkte in vitro keine Hemmung der Multidrug-Resistance-Proteine (MRP) MRP1 und
MRP2 oder organischer Kationen-Transporter (OCT1). Cabazitaxel hemmt den Transport von P-
Glycoprotein (PgP) (Digoxin, Vinblastin), des Brustkrebs-Resistenz-Proteins(Breast-Cancer-Resistant-Protein, BCRP) (Methotrexat) und organische Anionen-transportierende
Polypeptide OATP1B3 (CCK8) bei Konzentrationen von mindestens dem 15-Fachen der unterklinischen Bedingungen beobachteten Konzentration, während es den Transport von OATP1B1(Estradiol-17β-glucoronid) bereits bei dem 5-Fachen der unter klinischen Bedingungen beobachteten
Konzentration hemmt. Daher ist in vivo das Risiko einer Interaktion mit MRP-, OCT1-, PgP-, BCRP-und OATP1B3-Substraten bei einer Dosis von 25 mg/m² unwahrscheinlich. Das Risiko einer
Interaktion mit OATP1B1-Transportern ist möglich, insbesondere während der Dauer der Infusion(1 Stunde) und bis zu 20 Minuten nach dem Ende der Infusion (siehe Abschnitt 4.5).
EliminationNach einer 1-stündigen intravenösen Infusion von [14C]-Cabazitaxel in einer Dosierung von 25 mg/m²wurden ca. 80 % der verabreichten Dosis innerhalb von 2 Wochen ausgeschieden. Cabazitaxel wirdhauptsächlich in den Fäzes in Form zahlreicher Metaboliten (76 % der Dosis) ausgeschieden, währenddie renale Ausscheidung von Cabazitaxel und seinen Metaboliten weniger als 4 % der Dosis ausmacht(2,3 % als unverändertes Arzneimittel im Urin).
Cabazitaxel hatte eine hohe Plasma-Clearance von 48,5 l/h (26,4 l/h/m² bei einem Patienten mit einermedianen KOF von 1,84 m²) und eine lange terminale Halbwertszeit von 95 Stunden.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenIm Rahmen einer populationspharmakokinetischen Untersuchung bei 70 Patienten im Alter von65 Jahren und älter (57 zwischen 65 bis 75 Jahren und 13 Patienten älter als 75 Jahre) wurde kein
Einfluss des Alters auf die Pharmakokinetik von Cabazitaxel beobachtet.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von JEVTANA bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sindnicht erwiesen.
Eingeschränkte LeberfunktionCabazitaxel wird hauptsächlich in hepatisch metabolisierter Form ausgeschieden.
Eine konkrete Studie mit 43 Krebspatienten mit eingeschränkter Leberfunktion zeigte keinen Einflussauf die Pharmakokinetik von Cabazitaxel durch leicht (Gesamt-Bilirubin > 1 bis ≤ 1,5-fache ULNoder AST > 1,5-fache ULN) oder mäßig (Gesamt-Bilirubin > 1,5 bis ≤ 3,0-fache ULN) eingeschränkte
Leberfunktion. Die maximal tolerierte Dosis (MTD) betrug jeweils 20 beziehungsweise 15 mg/m2.
Bei 3 Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion (Gesamt-Bilirubin > 3-fache ULN) wurdeeine Abnahme der Clearance um 39 % im Vergleich zu Patienten mit leicht eingeschränkter
Leberfunktion beobachtet, was auf eine gewisse Beeinflussung der Pharmakokinetik von Cabazitaxeldurch eine schwer eingeschränkte Leberfunktion hindeutet. Die MTD von Cabazitaxel bei Patientenmit schwer eingeschränkter Leberfunktion wurde nicht nachgewiesen.
Auf der Grundlage von Sicherheits- und Verträglichkeitsdaten sollte die Dosis von Cabazitaxel bei
Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion reduziert werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
JEVTANA ist bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Eingeschränkte NierenfunktionCabazitaxel wird nur in sehr geringen Mengen über die Nieren ausgeschieden (2,3 % der Dosis). Einepopulationspharmakokinetische Analyse an 170 Patienten, die 14 Patienten mit mäßig eingeschränkter
Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30 bis 50 ml/min) und 59 Patienten mit leichter Beeinträchtigungder Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 50 bis 80 ml/min) einschloss, zeigte jedoch, dass eine leichtebis mäßig eingeschränkte Nierenfunktion keine bedeutende Wirkung auf die Pharmakokinetik von
Cabazitaxel hatte. Dies wurde durch eine konkrete vergleichende pharmakokinetische Studie bei
Patienten mit solidem Krebs mit normaler Nierenfunktion (8 Patienten), mittlerer (8 Patienten) undschwerer (9 Patienten) Nierenfunktionsstörung, die mehrere Zyklen bis zu 25 mg/m2 Cabazitaxel alseinzelne intravenöse Infusion erhielten, bestätigt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Nebenwirkungen, die nicht in klinischen Prüfungen beobachtet wurden, aber bei Hunden nach Gabeeiner Einzeldosis, 5-tägiger und wöchentlicher Gabe nach niedrigerer Exposition als imhumantherapeutischen Bereich auftraten und als möglicherweise relevant für die klinische
Anwendung zu bewerten sind, waren arterioläre/periarterioläre Lebernekrose, Hyperplasie der
Gallengänge und/oder Leberzellnekrose (siehe Abschnitt 4.2).
Nebenwirkungen, die nicht in klinischen Prüfungen beobachtet wurden, aber bei Ratten in Studien zur
Beurteilung der Toxizität nach wiederholter Gabe nach höherer Exposition als imhumantherapeutischen Bereich auftraten und als möglicherweise relevant für die klinische
Anwendung zu bewerten sind, waren Störungen am Auge, charakterisiert durch subkapsuläre
Schwellung/Degeneration der Linsenfasern. Diese Effekte waren nach 8 Wochen teilweise reversibel.
Es wurden keine Studien zur Untersuchung der Karzinogenität mit Cabazitaxel durchgeführt.
Cabazitaxel führte im Rückmutationstest an Bakterien (Ames-Test) nicht zu Mutationen. In einem
In-vitro-Test an humanen Lymphozyten erwies es sich als nicht klastogen (keine Induktionstruktureller Chromosomenaberrationen, aber es erhöhte die Anzahl polyploider Zellen) und in einem
In-vivo-Test bei Ratten führte es zu einer Zunahme der Mikronuklei. Diese Befunde zur Genotoxizität(über einen aneugenischen Mechanismus) decken sich mit der pharmakologischen Aktivität des
Arzneistoffs (Hemmung des Abbaus von Tubulin).
Cabazitaxel führte nicht zu einer Beeinträchtigung des Paarungsverhaltens oder der Fertilität vonbehandelten männlichen Ratten. In Studien zur Untersuchung der Toxizität bei wiederholter Gabewurden jedoch bei Ratten eine Degeneration der Samenblase und eine Atrophie der Hodenkanälchensowie bei Hunden eine Degeneration der Hoden (minimale Einzelzellnekrose im Epithel der
Nebenhoden) beobachtet. Die Exposition bei Tieren war gleich oder niedriger als bei Menschen, dieklinisch relevante Dosen von Cabazitaxel erhalten.
Cabazitaxel führte zu embryofetaler Toxizität bei weiblichen Ratten, die intravenös einmal täglichwährend der Schwangerschaft von Tag 6 bis 17 behandelt wurden. Dies war verbunden mit maternaler
Toxizität und zeigte sich im Absterben der Feten und vermindertem mittleren Gewicht der Feten,verbunden mit einer verzögerten Skelettossifikation. Die Exposition bei Tieren war niedriger als bei
Menschen, die klinisch relevante Dosen von Cabazitaxel erhalten. Cabazitaxel ging bei Ratten in die
Plazenta über.
Bei Ratten gingen bis zu 1,5 % der verabreichten Dosis Cabazitaxel und seiner Metaboliten über einen
Zeitraum von 24 Stunden in die Muttermilch über.
Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental Risk Assessment [ERA])Ergebnisse von Studien zur Beurteilung der Risiken für die Umwelt weisen darauf hin, dass
JEVTANA kein erhebliches Risiko für die aquatische Umwelt darstellt (siehe Abschnitt 6.6 zur
Beseitigung von nicht verwendetem Arzneimittel).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Konzentrat
Polysorbat 80
Citronensäure
LösungsmittelEthanol 96 %
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Es dürfen keine PVC-Infusionsbehältnisse oder Polyurethan-Infusionsbestecke für die Zubereitungund Anwendung der Infusionslösung verwendet werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre.
Nach dem Öffnen
Die Durchstechflaschen mit Konzentrat und Lösungsmittel müssen sofort verwendet werden. Für den
Fall, dass sie nicht sofort verwendet werden, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der
Aufbewahrung verantwortlich.
Nach der initialen Verdünnung des Konzentrates mit dem Lösungsmittel
Die chemische und physikalische Stabilität wurde über einen Zeitraum von 1 Stunde bei
Raumtemperatur (15 °C-30 °C) nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Konzentrat-
Lösungsmittel-Mischung sofort verwendet werden. Falls diese nicht sofort verwendet wird, ist der
Anwender für die Aufbewahrungszeiten und -bedingungen verantwortlich, die normalerweise24 Stunden bei 2 °C-8 °C nicht überschreiten sollten, es sei denn, die Verdünnung hat unterkontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.
Nach endgültiger Verdünnung im Infusionsbeutel/-flasche
Die chemische und physikalische Stabilität der Infusionslösung wurde über einen Zeitraum von8 Stunden (einschließlich der 1-stündigen Infusionsdauer) bei Raumtemperatur und 48 Stunden bei
Lagerung im Kühlschrank nachgewiesen (einschließlich der Infusionsdauer von 1 Stunde).
Aus mikrobiologischer Sicht sollte die Infusionslösung sofort verwendet werden. Falls diese nichtsofort verwendet wird, ist der Anwender für die Aufbewahrungszeiten und -bedingungenverantwortlich, die normalerweise 24 Stunden bei 2 °C-8 °C nicht überschreiten sollten, es sei denn,die Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen stattgefunden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30 oC lagern.
Nicht im Kühlschrank lagern.
Aufbewahrungsbedingungen nach Öffnen und Verdünnung des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Eine Packung enthält eine Durchstechflasche mit Konzentrat und eine Durchstechflasche mit
Lösungsmittel:* Konzentrat: 1,5 ml Konzentrat in einer 15-ml-Klarglas-Durchstechflasche (Typ I), verschlossenmit einem grauen Stopfen aus Chlorbutylkautschuk, der mit einer Aluminiumkappe mit einemhellgrünen Flip-off-Verschluss aus Kunststoff versiegelt ist. Jede Durchstechflasche enthält60 mg Cabazitaxel pro 1,5 ml Nominalvolumen (Füllvolumen von 73,2 mg Cabazitaxel/1,83 ml).
Das Füllvolumen wurde in der Entwicklung von JEVTANA bestimmt, um Flüssigkeitsverlustewährend der Zubereitung des Premixes auszugleichen. Diese Überfüllung sichert, dass nach der
Verdünnung mit dem gesamten Inhalt des beigefügten Lösungsmittels für JEVTANA minimalein Volumen von 6 ml mit einem Gehalt von 10 mg/ml JEVTANA entnehmbar ist, welches demdeklarierten Gehalt von 60 mg pro Durchstechflasche entspricht.
* Lösungsmittel: 4,5 ml Lösungsmittel in einer 15-ml-Klarglas-Durchstechflasche (Typ I),verschlossen mit einem grauen Stopfen aus Chlorbutylkautschuk, der mit einer goldfarbenen
Aluminiumkappe mit einem farblosen Flip-off-Verschluss aus Kunststoff versiegelt ist. Jede
Durchstechflasche enthält 4,5 ml Nominalvolumen (Füllvolumen: 5,67 ml). Dieses Füllvolumenwurde in der Entwicklung von JEVTANA bestimmt und die Überfüllung sichert nach
Hinzufügen des gesamten Inhalts der Durchstechflasche mit dem Lösungsmittel zur
Durchstechflasche mit JEVTANA 60 mg Konzentrat eine Konzentration des Premixes von10 mg/ml JEVTANA.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungJEVTANA sollte nur von im Umgang mit Zytostatika erfahrenem Personal zubereitet und angewendetwerden. Schwangeres Personal darf nicht mit dem Arzneimittel umgehen. Wie auch bei jeder anderenzytostatischen Substanz müssen beim Umgang mit und der Zubereitung von JEVTANA-Lösungen
Vorsichtsmaßnahmen wie die Verwendung geschlossener Systeme (containment-Transfersysteme)und einer Schutzbekleidung (z. B. Handschuhe) sowie die Einhaltung von Verfahrensanweisungen zur
Zubereitung beachtet werden. Bei Kontamination der Haut zu irgendeinem Zeitpunkt beim Umgangmit JEVTANA muss diese umgehend mit Seife und Wasser gründlich gereinigt werden. Bei
Kontamination der Schleimhaut muss sofort mit viel Wasser gespült werden.
Das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung muss immer mit dem gesamten beigefügten
Lösungsmittel verdünnt werden, bevor es zu der Infusionslösung hinzugegeben wird.
Lesen Sie vor dem Mischen und Verdünnen diesen GESAMTEN Abschnitt sorgfältig durch.
JEVTANA erfordert ZWEI Verdünnungen vor der Anwendung. Folgen Sie den nachstehenden
Anweisungen für die Zubereitung.Hinweis: Sowohl die Durchstechflasche mit JEVTANA 60 mg/1,5 ml Konzentrat (Füllvolumen:73,2 mg Cabazitaxel/1,83 ml) als auch die Durchstechflasche mit Lösungsmittel (Füllvolumen:5,67 ml) enthalten eine Überfüllung, um einen Flüssigkeitsverlust während der Zubereitung zukompensieren. Diese Überfüllung gewährleistet, dass sich nach Verdünnung mit dem GESAMTEN
Inhalt des beigefügten Lösungsmittels eine Lösung ergibt, die 10 mg/ml Cabazitaxel enthält.
Der folgende zweistufige Verdünnungsprozess zur Zubereitung der Infusionslösung muss aseptischerfolgen.
Schritt 1: Initiale Verdünnung des Konzentrates zur Herstellung einer Infusionslösung mit dembeigefügten Lösungsmittel.
Schritt 1.1
Prüfen Sie die Konzentrat-Durchstechflascheund das beigefügte Lösungsmittel. Das
Konzentrat und das Lösungsmittel sollten eineklare Lösung sein.
Konzentrat- Lösungsmittel-
Durchstechflasche Durchstechflasche60 mg/1,5 ml
Schritt 1.2
Entnehmen Sie unter aseptischen Bedingungenden gesamten Inhalt des beigefügten
Lösungsmittels mittels einer mit einer Nadelausgestatteten Spritze, indem Sie die
Durchstechflasche leicht kippen.
Lösung smittel-
Durchstechflasche
Schritt 1.3
Injizieren Sie den gesamten Inhalt in diedazugehörige Konzentrat-Durchstechflasche.
Um eine Schaumbildung bei Injektion des
Lösungsmittels so weit wie möglich zubegrenzen, führen Sie die Nadel an die
Innenseite der Konzentrat-Durchstechflascheund injizieren Sie langsam.
Nach der Rekonstitution enthält die entstandene
Lösung 10 mg/ml Cabazitaxel. Konzentrat- Lösungsmittel-
Lösungsmittel- Durchstechflasche
Mischung10 mg/ml
Schritt 1.4
Entfernen Sie Spritze und Nadel und mischen
Sie vorsichtig per Hand durch mehrmaliges Hin-und-her-Kippen, bis Sie eine klare undhomogene Lösung erhalten. Dies kann ca.45 Sekunden dauern.
Konzentrat-
Lösungsmittel-
Mischung 10 mg/ml
Schritt 1.5
Lassen Sie diese Lösung für ca. 5 Minutenstehen und überprüfen Sie dann, dass die Lösunghomogen und klar ist.
Es ist normal, dass auch nach dieser Zeitspanne
Schaum bestehen bleibt.
Konzentrat-
Lösungsmittel-
Mischung 10 mg/ml
Diese zubereitete Konzentrat-Lösungsmittel-Mischung enthält 10 mg/ml Cabazitaxel (mindestens6 ml entnehmbares Volumen). Die zweite Verdünnung sollte sofort (innerhalb 1 Stunde), wie in
Schritt 2 beschrieben, erfolgen.
Um die erforderliche Dosis zu erhalten, kann mehr als eine Durchstechflasche mit der Konzentrat-
Lösungsmittel-Mischung nötig sein.
Schritt 2: Zweite (endgültige) Verdünnung zur Infusion
Schritt 2.1
Entnehmen Sie unter aseptischen Bedingungendas entsprechende Volumen der Konzentrat-
Lösungsmittel-Mischung (10 mg/ml
Cabazitaxel) mit einer graduierten Spritze, diemit einer Nadel ausgestattet ist. Beispielsweisebenötigen Sie bei einer Dosis von 45 mg
JEVTANA 4,5 ml der gemäß Schritt 1zubereiteten Konzentrat-Lösungsmittel-
Mischung.
Da nach Herstellung der Lösung gemäß Schritt 1an der Wand der Durchstechflasche dieser
Lösung Schaum vorhanden sein kann, sollte die
Nadel der Spritze bei der Entnahme Konzentrat-vorzugsweise in der Mitte platziert werden. Lösungsmittel-Mischung10 mg/ml
Schritt 2.2
Injizieren Sie die Lösung in ein PVC-freies
Infusionsbehältnis mit entweder 5%iger
Glucoselösung oder isotonischer
Natriumchloridlösung zur Infusion. Die
Konzentration der Infusionslösung solltezwischen 0,10 mg/ml und 0,26 mg/ml liegen.
Benötigte Menge an 5%ige Glucoselösung
Konzentrat- oder isotonische
Lösungsmittel- Natriumchloridlösung
Mischung zur Infusion
Schritt 2.3
Entfernen Sie die Spritze und mischen Sie den
Inhalt des Infusionsbeutels bzw. der
Infusionsflasche per Hand durch Hin-und-her-
Kippen.
Schritt 2.4
Wie bei allen parenteral anzuwendenden
Arzneimitteln sollte die zubereitete
Infusionslösung vor Gebrauch visuell überprüftwerden. Da die Infusionslösung übersättigt ist,kann sie nach einiger Zeit auskristallisieren.
Wenn das der Fall ist, darf die Lösung nichtmehr verwendet werden und muss verworfenwerden.
Die Infusionslösung sollte sofort verwendet werden. Die Aufbewahrungsdauer der gebrauchsfertigen
Lösung kann jedoch unter bestimmten Bedingungen, die im Abschnitt 6.3 beschrieben sind, auchlänger sein.
Es wird während der Gabe die Verwendung eines In-Line-Filters mit einer nominalen Porengröße von0,22 Mikrometer empfohlen (auch bezeichnet als 0,2 Mikrometer).
Es dürfen keine PVC-Infusionsbehältnisse oder Polyurethan-Infusionsbestecke für die Zubereitungund Anwendung der Infusionslösung verwendet werden.
JEVTANA darf nicht mit anderen als den genannten Arzneimitteln gemischt werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Sanofi Winthrop Industrie82 avenue Raspail94250 Gentilly
Frankreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 17. März 2011
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. Dezember 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.