Zusammenfassung des SicherheitsprofilsTyp-2-Diabetes mellitusIn die klinischen Studien zur Beurteilung der Sicherheit von Empagliflozin waren insgesamt15 582 Patienten mit Typ-2-Diabetes eingeschlossen, von denen 10 004 Patienten Empagliflozinerhielten, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit Metformin, einem Sulfonylharnstoff,
Pioglitazon, DPP-4-Inhibitoren oder Insulin.
In 6 placebokontrollierten Studien mit einer Dauer von 18 bis 24 Wochen waren 3 534 Patienteneingeschlossen, von denen 1 183 mit Placebo und 2 351 mit Empagliflozin behandelt wurden. Die
Gesamthäufigkeit unerwünschter Ereignisse war bei den Patienten, die Empagliflozin erhielten,ähnlich wie mit Placebo. Die am häufigsten angegebene Nebenwirkung war Hypoglykämie in
Kombination mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin (siehe Beschreibung ausgewählter
Nebenwirkungen).
HerzinsuffizienzDie EMPEROR-Studien schlossen Patienten mit Herzinsuffizienz und entweder reduzierter
Ejektionsfraktion (N = 3 726) oder erhaltener Ejektionsfraktion (N = 5 985) ein, die mit Empagliflozin10 mg oder Placebo behandelt wurden. Etwa die Hälfte der Patienten litt an Typ-2-Diabetes mellitus.
Die häufigste Nebenwirkung in den gepoolten Studien EMPEROR-Reduced und EMPEROR-
Preserved war Volumenmangel (Empagliflozin 10 mg: 11,4 %; Placebo: 9,7 %).
Chronische NiereninsuffizienzIn die EMPA-KIDNEY-Studie wurden Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (N = 6 609)eingeschlossen, die mit 10 mg Empagliflozin oder Placebo behandelt wurden. Etwa 44 % dieser
Patienten hatten Typ-2-Diabetes mellitus. Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen in der
EMPA-KIDNEY-Studie zählten Gicht (Empagliflozin 7,0 % vs. Placebo 8,0 %) und akute
Nierenschädigung (Empagliflozin 2,8 % vs. Placebo 3,5 %), die bei Patienten unter Placebo häufigerauftraten.
Das Gesamtsicherheitsprofil von Empagliflozin war bei allen untersuchten Indikationen im
Allgemeinen einheitlich.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie nach Systemorganklassen und MedDRA bevorzugten Bezeichnungen eingeteilten
Nebenwirkungen bei Patienten, die in placebokontrollierten Studien Empagliflozin erhielten, sind innachstehender Tabelle aufgeführt (Tabelle 1).
Die Nebenwirkungen sind nach absoluter Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgtdefiniert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten(≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1: Tabellarische Auflistung von Nebenwirkungen (MedDRA) aus berichtetenplacebokontrollierten Studien und Daten nach Markteinführung
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr selten
Infektionen und Vaginale Nekrotisierenparasitäre Candidiasis, de Fasziitis
Erkrankungen Vulvovaginitis, des
Balanitis und Perineumsandere genitale (Fournier-
Infektionena Gangrän)*
Harnwegsinfektion(einschließlich
Fällen von
Pyelonephritis und
Urosepsis)a
Stoffwechsel- und Hypoglykämie Durst Ketoazidose*
Ernährungsstörunge (bei Anwendungn zusammen miteinem
Sulfonylharnstoffoder Insulin)a
Erkrankungen des Obstipation
Gastrointestinaltrakts
Erkrankungen der Pruritus Urtikaria,
Haut und des (generalisiert) Angioödem
Unterhautgewebes Hautausschlag
Gefäßerkrankungen Volumenmangela
Erkrankungen der Verstärkte Dysurie Tubulointer-
Nieren und Harnausscheidunga stitielle
Harnwege Nephritis
Untersuchungen Serumlipide erhöhta Kreatinin im
Blut erhöht/glomeruläre
Filtrationsrate verminderta
Hämatokriterhöhtaa siehe nachfolgende Unterabschnitte für weitere Informationen
* siehe Abschnitt 4.4
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenHypoglykämieDie Häufigkeit einer Hypoglykämie war abhängig von der Hintergrundtherapie in den betreffenden
Studien und war mit Empagliflozin als Monotherapie, Add-on-Therapie zu Metformin, Add-on-
Therapie zu Pioglitazon mit oder ohne Metformin, Add-on-Therapie zu Linagliptin und Metforminund als Ergänzung zur Standardtherapie ähnlich wie mit Placebo sowie mit der Kombination von
Empagliflozin und Metformin bei nicht vorbehandelten Patienten ähnlich wie bei jenen, die
Empagliflozin oder Metformin als Einzelsubstanzen erhielten. Die Häufigkeit war höher bei einer
Add-on-Therapie zu Metformin und einem Sulfonylharnstoff (Empagliflozin 10 mg: 16,1 %,
Empagliflozin 25 mg: 11,5 %, Placebo: 8,4 %), bei einer Add-on-Therapie zu Basalinsulin mit oderohne Metformin und mit oder ohne Sulfonylharnstoff (Empagliflozin 10 mg: 19,5 %, Empagliflozin25 mg: 28,4 %, Placebo: 20,6 % in den ersten 18 Behandlungswochen, wenn die Insulindosis nichtangepasst werden konnte; Empagliflozin 10 mg und 25 mg: 36,1 %, Placebo: 35,3 % über die78-wöchige Studiendauer) und bei einer Add-on-Therapie zu multiplen täglichen Insulininjektionenmit oder ohne Metformin (Empagliflozin 10 mg: 39,8 %, Empagliflozin 25 mg: 41,3 %, Placebo:
37,2 % in den ersten 18 Behandlungswochen, wenn die Insulindosis nicht angepasst werden konnte;
Empagliflozin 10 mg: 51,1 %, Empagliflozin 25 mg: 57,7 %, Placebo: 58 % über die 52-wöchige
Studiendauer).
In den EMPEROR-Herzinsuffizienz-Studien wurde eine ähnliche Häufigkeit von Hypoglykämien beieiner Add-on-Therapie zu Sulfonylharnstoff oder Insulinbeobachtet (Empagliflozin 10 mg: 6,5 %; Placebo: 6,7 %).
Schwere Hypoglykämie (Ereignis, das Fremdhilfe erforderte)Im Vergleich zu Placebo wurde keine Zunahme schwerer Hypoglykämien beobachtet, wenn
Empagliflozin als Monotherapie, Add-on-Therapie zu Metformin, Add-on-Therapie zu Metformin undeinem Sulfonylharnstoff, Add-on-Therapie zu Pioglitazon mit oder ohne Metformin, Add-on-Therapiezu Linagliptin und Metformin und als Ergänzung zur Standardtherapie angewendet wurde. Dies galtauch für die Kombination von Empagliflozin mit Metformin bei nicht vorbehandelten Patienten im
Vergleich zu jenen, die Empagliflozin oder Metformin als Einzelsubstanzen erhielten. Die Häufigkeitwar höher bei einer Add-on-Therapie zu Basalinsulin mit oder ohne Metformin und mit oder ohne
Sulfonylharnstoff (Empagliflozin 10 mg: 0 %, Empagliflozin 25 mg: 1,3 %, Placebo: 0 % in denersten 18 Behandlungswochen, wenn die Insulindosis nicht angepasst werden konnte; Empagliflozin10 mg: 0 %, Empagliflozin 25 mg: 1,3 %, Placebo 0 % über die 78-wöchige Studiendauer) und beieiner Add-on-Therapie zu multiplen täglichen Insulininjektionen mit oder ohne Metformin(Empagliflozin 10 mg: 0,5 %, Empagliflozin 25 mg: 0,5 %, Placebo: 0,5 % in den ersten18 Behandlungswochen, wenn die Insulindosis nicht angepasst werden konnte; Empagliflozin 10 mg:
1,6 %, Empagliflozin 25 mg: 0,5 %, Placebo: 1,6 % über die 52-wöchige Studiendauer).
In den EMPEROR-Herzinsuffizienz-Studien wurden schwere Hypoglykämien bei Patienten mit
Diabetes mellitus, die mit Empagliflozin oder Placebo als Add-on-Therapie zu Sulfonylharnstoff oder
Insulin behandelt wurden, ähnlich häufig beobachtet (Empagliflozin 10 mg: 2,2 %, Placebo: 1,9 %).
Vaginale Candidiasis, Vulvovaginitis, Balanitis und andere genitale InfektionenVaginale Candidiasis, Vulvovaginitis, Balanitis und andere genitale Infektionen wurden bei den mit
Empagliflozin behandelten Patienten häufiger berichtet (Empagliflozin 10 mg: 4,0 %, Empagliflozin25 mg: 3,9 %) als mit Placebo (1,0 %). Diese Infektionen wurden bei den mit Empagliflozinbehandelten Frauen häufiger angegeben als mit Placebo und der Unterschied bezüglich der Häufigkeitwar bei Männern geringer. Die Infektionen des Genitaltrakts waren von leichter bis mittlerer
Intensität.
In den EMPEROR-Herzinsuffizienz-Studien traten diese Infektionen unter der Therapie mit
Empagliflozin verglichen mit Placebo häufiger bei Patienten mit Diabetes mellitus auf (Empagliflozin10 mg: 2,3 %; Placebo: 0,8 %) als bei Patienten, die nicht von Diabetes mellitus betroffen waren(Empagliflozin 10 mg: 1,7 %; Placebo: 0,7 %).
Fälle von Phimose/erworbener Phimose wurden in Verbindung mit Genitalinfektionen gemeldet, undin einigen Fällen war eine Zirkumzision erforderlich.
Verstärkte HarnausscheidungEine verstärkte Harnausscheidung (einschließlich der vordefinierten Begriffe Pollakisurie, Polyurieund Nykturie) wurde bei den mit Empagliflozin behandelten Patienten häufiger angegeben(Empagliflozin 10 mg: 3,5 %, Empagliflozin 25 mg: 3,3 %) als mit Placebo (1,4 %). Die verstärkte
Harnausscheidung war meist von leichter bis mittlerer Intensität. Eine Nykturie wurde mit Placebound Empagliflozin etwa gleich häufig angegeben (< 1 %).
In den EMPEROR-Herzinsuffizienz-Studien wurde verstärkte Harnausscheidung bei Patienten, die mit
Empagliflozin behandelt wurden, und bei Patienten, die mit Placebo behandelt wurden, ähnlich häufigbeobachtet (Empagliflozin 10 mg: 0,9 %; Placebo: 0,5 %).
HarnwegsinfektionenDie Gesamthäufigkeit von als unerwünschte Ereignisse angegebenen Harnwegsinfektionen war beimit Empagliflozin 25 mg und mit Placebo behandelten Patienten vergleichbar (7,0 % bzw. 7,2 %),während sie bei mit Empagliflozin 10 mg behandelten Patienten höher war (8,8 %). Ähnlich wie mit
Placebo wurden Harnwegsinfektionen auch mit Empagliflozin bei Patienten mit chronischen oderrezidivierenden Harnwegsinfektionen in der Anamnese häufiger beobachtet. Die Intensität (leicht,mittelgradig, schwer) der Harnwegsinfektionen war bei den mit Empagliflozin bzw. Placebobehandelten Patienten vergleichbar. Im Vergleich zu Placebo wurden Harnwegsinfektionen bei denmit Empagliflozin behandelten Frauen häufiger angegeben; bei den Männern bestand dagegen kein
Unterschied.
VolumenmangelDie Gesamthäufigkeit von Volumenmangelzuständen (einschließlich der vordefinierten Begriffeniedriger Blutdruck [bei ambulatorischer Langzeitmessung], niedriger systolischer Blutdruck,
Dehydratation, Hypotonie, Hypovolämie, orthostatische Hypotonie und Synkope) war bei den mit
Empagliflozin (Empagliflozin 10 mg: 0,6 %, Empagliflozin 25 mg: 0,4 %) bzw. Placebo (0,3 %)behandelten Patienten vergleichbar. Ein Volumenmangel trat bei Patienten, die 75 Jahre oder ältersind, die mit Empagliflozin 10 mg (2,3 %) oder Empagliflozin 25 mg (4,3 %) behandelt wurden,häufiger auf als mit Placebo (2,1 %).
Kreatinin im Blut erhöht/glomeruläre Filtrationsrate vermindertDie Häufigkeit der Patienten mit erhöhtem Kreatinin im Blut und verminderter glomerulärer
Filtrationsrate war zwischen Empagliflozin und Placebo insgesamt ähnlich (erhöhtes Kreatinin im
Blut: Empagliflozin 10 mg 0,6 %, Empagliflozin 25 mg 0,1 %, Placebo 0,5 %; verminderteglomeruläre Filtrationsrate: Empagliflozin 10 mg 0,1 %, Empagliflozin 25 mg 0 %, Placebo 0,3 %).
Die initiale Zunahme von Kreatinin und die initiale Abnahme der geschätzten glomerulären
Filtrationsrate bei den mit Empagliflozin behandelten Patienten war im Allgemeinen vonvorübergehender Natur. Die Erscheinungen klangen in der Regel unter fortlaufender Behandlung abbzw. waren nach Absetzen des Arzneimittels reversibel.
In der EMPA-REG-OUTCOME-Studie kam es bei den mit Empagliflozin behandelten Patientendurchgängig zu einem initialen Abfall der eGFR (Mittelwert: 3 ml/min/1,73 m2). Anschließend bliebdie eGFR unter fortlaufender Behandlung auf diesem Niveau. Nach Absetzen des Arzneimittels gingdie mittlere eGFR auf den Ausgangswert zurück, was darauf hindeutet, dass akute hämodynamische
Änderungen bei diesen Veränderungen der Nierenfunktion eine Rolle spielen könnten. Dieses
Phänomen wurde auch in den EMPEROR-Studien zu Herzinsuffizienz und der
EMPA-KIDNEY-Studie beobachtet.
Erhöhte SerumlipideDie mittleren prozentualen Anstiege gegenüber dem Ausgangswert betrugen für Empagliflozin 10 mgund 25 mg bzw. Placebo bei Gesamtcholesterin 4,9 % und 5,7 % gegenüber 3,5 %; bei HDL-
Cholesterin 3,3 % und 3,6 % gegenüber 0,4 %; bei LDL-Cholesterin 9,5 % und 10,0 % gegenüber7,5 %; bei Triglyzeriden 9,2 % und 9,9 % gegenüber 10,5 %.
Erhöhter HämatokritDie mittleren Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert betrugen 3,4 % und 3,6 % für
Empagliflozin 10 mg bzw. 25 mg im Vergleich zu 0,1 % für Placebo. In der EMPA-REG-
OUTCOME-Studie sanken die Hämatokritwerte nach einer Nachbeobachtungsphase von 30 Tagennach Beendigung der Therapie auf die Ausgangswerte.
Kinder und JugendlicheIn der DINAMO-Studie wurden 157 Kinder mit Typ-2-Diabetes ab10 Jahren behandelt, von denen 52
Empagliflozin, 52 Linagliptin und 53 Placebo erhielten (siehe Abschnitt 5.1).
Während der placebokontrollierten Phase war die häufigste Nebenwirkung Hypoglykämie, wobei
Patienten in der gepoolten Empagliflozin-Gruppe höhere Gesamtraten zeigten als diejenigen unter
Placebo (Empagliflozin 10 mg und 25 mg, gepoolt: 23,1 %, Placebo: 9,4 %). Keines dieser Ereignissewar schwer oder behandlungsbedürftig.
Insgesamt war das Sicherheitsprofil bei Kindern ähnlich dem Sicherheitsprofil bei Erwachsenen mit
Typ-2-Diabetes mellitus.Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT-2)-
Hemmer, ATC-Code: A10BK03
WirkmechanismusEmpagliflozin ist ein reversibler, hochpotenter (IC50 von 1,3 nmol/l) und selektiver kompetitiver
Inhibitor des Natrium-Glucose-Cotransporters 2 (SGLT-2). Empagliflozin inhibiert nicht andere
Glucosetransporter, die für den Glucosetransport in periphere Gewebe von Bedeutung sind, und ist5 000-mal selektiver für SGLT-2 als für SGLT-1, den maßgeblichen Transporter für die
Glucoseresorption im Darm. SGLT-2 wird in der Niere stark exprimiert, während die Expression inanderen Geweben fehlt oder sehr gering ist. Er ist der maßgebliche Transporter, der für die
Rückresorption von Glucose aus dem glomerulären Filtrat zurück in den Blutkreislauf verantwortlichist. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Hyperglykämie wird eine größere Menge Glucose gefiltertund rückresorbiert.
Empagliflozin verbessert die Blutzuckerkontrolle bei Patienten mit Typ-2-Diabetes durch Reduktionder renalen Glucoserückresorption. Die von den Nieren über diesen glucuretischen Mechanismusentfernte Glucosemenge ist abhängig von der Blutglucosekonzentration und der GFR. Die Hemmungvon SGLT-2 bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Hyperglykämie führt zu einer verstärkten
Glucoseausscheidung im Urin. Darüber hinaus erhöht der Beginn einer Therapie mit Empagliflozindie Natriumausscheidung, was zu einer osmotischen Diurese und reduziertem intravaskulärem
Volumen führt.
Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes kam es sofort nach der ersten Dosis Empagliflozin zu einer
Zunahme der Glucoseausscheidung im Urin, die über das Dosisintervall von 24 Stunden bestehenblieb. Die erhöhte Glucoseausscheidung im Urin blieb bis zum Ende der 4-wöchigen
Behandlungsphase bestehen und betrug im Durchschnitt etwa 78 g/Tag. Die erhöhte
Glucoseausscheidung im Urin führte bei Patienten mit Typ-2-Diabetes zu einer sofortigen Senkungder Plasmaglucosespiegel.
Empagliflozin verbessert sowohl die Werte der Nüchtern-Plasmaglucose als auch der postprandialen
Plasmaglucose. Der Wirkmechanismus von Empagliflozin ist unabhängig von der Funktion der
Betazellen und vom Insulinstoffwechsel und trägt daher zu einem niedrigen Hypoglykämie-Risiko bei.
Es wurde eine Verbesserung von Surrogatmarkern für die Betazellfunktion, darunter auch im
Homeostasis Model Assessment-β (HOMA-β) festgestellt. Zudem führt die Glucoseausscheidung im
Urin zu einem Kalorienverlust, der mit einer Abnahme des Körperfetts und einer Reduktion des
Körpergewichts einhergeht. Die mit Empagliflozin beobachtete Glucosurie ist mit einer Diureseverbunden, die zu einer anhaltenden und mäßigen Blutdrucksenkung beitragen könnte.
Empagliflozin reduziert zudem die Natrium-Rückresorption und verstärkt den Natriumtransport zumdistalen Tubulus. Dies kann Auswirkungen auf verschiedene physiologische Funktionen haben wiez. B.: Erhöhung des tubuloglomerulären Feedbacks, Reduktion des intraglomerulären Drucks,
Senkung der Vor- und Nachlast des Herzens, Herabregulation der sympathischen Aktivität, Reduktionder linksventrikulären Wandspannung, wie durch niedrigere NT-proBNP-Werte belegt wird, was zupositiven Effekten auf das kardiale Remodeling, den Füllungsdruck und die diastolische Funktionsowie die Erhaltung der Nierenstruktur und-funktion führen kann. Andere Wirkungen wie ein Anstiegdes Hämatokrits, eine Verringerung des Körpergewichts und des Blutdrucks können ebenfalls einenpositiven Effekt auf Herz und Nieren haben.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitTyp-2-Diabetes mellitusSowohl die Verbesserung der Blutzuckerkontrolle als auch die Reduktion der kardiovaskulären
Morbidität und Mortalität sind ein integraler Bestandteil der Behandlung des Typ-2-Diabetes.
Die blutzuckersenkende Wirksamkeit und die kardiovaskulären Ergebnisse wurden bei insgesamt14 663 Patienten mit Typ-2-Diabetes beurteilt, die in 12 doppelblinden, placebo- undaktivkontrollierten klinischen Studien behandelt wurden und von denen 9 295 Empagliflozin erhielten(Empagliflozin 10 mg: 4 165 Patienten; Empagliflozin 25 mg: 5 130 Patienten). In fünf Studien betrugdie Behandlungsdauer 24 Wochen; in Verlängerungen dieser und anderer Studien wurden die
Patienten bis zu 102 Wochen lang mit Empagliflozin behandelt.
Die Behandlung mit Empagliflozin als Monotherapie und in Kombination mit Metformin, Pioglitazon,einem Sulfonylharnstoff, DPP-4-Inhibitoren und Insulin führte zu einer klinisch relevanten
Verbesserung des HbA1c, der Nüchtern-Plasmaglucose (NPG), des Körpergewichts sowie dessystolischen und diastolischen Blutdrucks. Im Vergleich zu Empagliflozin 10 mg und Placebo wurdemit Empagliflozin 25 mg bei einem höheren Anteil der Patienten ein HbA1c-Zielwert unter 7 %erreicht und weniger Patienten benötigten eine zusätzliche blutzuckersenkende Bedarfsmedikation.
Ein höherer HbA1c-Ausgangswert war mit einer größeren Abnahme des HbA1c verbunden. Darüberhinaus reduzierte Empagliflozin als Ergänzung zur Standardtherapie bei Patienten mit Typ-2-Diabetesund bestehender kardiovaskulärer Erkrankung die kardiovaskuläre Mortalität.
MonotherapieDie Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin als Monotherapie wurde bei nicht vorbehandelten
Patienten in einer 24-wöchigen doppelblinden, placebo- und aktivkontrollierten Studie untersucht. Die
Behandlung mit Empagliflozin führte im Vergleich zu Placebo zu einer statistisch signifikanten(p < 0,0001) Reduktion des HbA1c (Tabelle 2) sowie zu einer klinisch relevanten Abnahme der NPG.
In einer präspezifizierten Analyse von Patienten (N = 201) mit einem HbA1c-Ausgangswert ≥ 8,5 %führte die Behandlung zu einer Reduktion des HbA1c-Werts gegenüber dem Ausgangswertvon -1,44 % für Empagliflozin 10 mg, -1,43 % für Empagliflozin 25 mg, -1,04 % für Sitagliptin undzu einer Zunahme um 0,01 % für Placebo.
In der doppelblinden, placebokontrollierten Verlängerungsperiode dieser Studie blieben die
Reduktionen des HbA1c, Körpergewicht und Blutdruck bis Woche 76 bestehen.
Tabelle 2: Wirksamkeitsergebnisse einer placebokontrollierten Studie mit Empagliflozin als
Monotherapiea über 24 Wochen
Jardiance Sitagliptin
Placebo10 mg 25 mg 100 mg
N 228 224 224 223
HbA1c (%)
Ausgangswert7,91 7,87 7,86 7,85(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem1 0,08 -0,66 -0,78 -0,66
Ausgangswert
Unterschied gegenüber -0,74* -0,85* -0,73
Placebo1(97,5 %-KI) (-0,90; -0,57) (-1,01; -0,69) (-0,88; -0,59)3
N 208 204 202 200
Patienten (%) mit
HbA1c-Ausgangswert12,0 35,3 43,6 37,5≥ 7 %, die einen HbA1c-
Wert < 7 % erreichten2
N 228 224 224 223
Körpergewicht (kg)
Ausgangswert78,23 78,35 77,80 79,31(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem1 -0,33 -2,26 -2,48 0,18
Ausgangswert
Unterschied gegenüber -1,93* -2,15* 0,52
Placebo1 (97,5 %-KI) (-2,48; -1,38) (-2,70; -1,60) (-0,04; 1,00)3
N 228 224 224 223
SBD (mmHg)4
Ausgangswert130,4 133,0 129,9 132,5(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem1 -0,3 -2,9 -3,7 0,5
Ausgangswert
Unterschied gegenüber 3
Placebo1 -2,6* (-5,2; -0,0) -3,4* (-6,0; -0,9) 0,8 (-1,4; 3,1)(97,5 %-KI)a Gesamtkollektiv mit Fortschreibung des letzten verfügbaren Wertes (LOCF) vor Gabe einer zusätzlichenblutzuckersenkenden Bedarfstherapie1 für Ausgangswert adjustierter Mittelwert2 wegen des sequenziellen konfirmatorischen Testverfahrens nicht für statistische Signifikanz evaluiert3 95 %-KI4 LOCF, Werte nach antihypertensiver Bedarfsmedikation zensiert
* p-Wert < 0,0001
KombinationstherapieEmpagliflozin als Add-on-Therapie zu Metformin, Sulfonylharnstoff, PioglitazonEmpagliflozin führte als Add-on-Therapie zu Metformin, zu Metformin und einem Sulfonylharnstoffoder zu Pioglitazon mit oder ohne Metformin im Vergleich zu Placebo zu einer statistischsignifikanten (p < 0,0001) Abnahme des HbA1c-Werts und des Körpergewichts (Tabelle 3). Zudemführte es im Vergleich zu Placebo zu einer klinischen bedeutsamen Abnahme der NPG sowie dessystolischen und diastolischen Blutdrucks.
In der doppelblinden. placebokontrollierten Verlängerungsperiode dieser Studien blieben die
Reduktionen von HbA1c, Körpergewicht und Blutdruck bis Woche 76 bestehen.
Tabelle 3: Wirksamkeitsergebnisse der placebokontrollierten Studiena über 24 Wochen
Add-on-Therapie zu Metformin
Jardiance
Placebo10 mg 25 mg
N 207 217 213
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittelwert) 7,90 7,94 7,86
Änderung gegenüber dem
Ausgangswert1 -0,13 -0,70 -0,77
Unterschied gegenüber1 -0,57* (-0,72; -0,42) -0,64* (-0,79; -0,48)
Placebo (97,5%-KI)
N 184 199 191
Patienten (%) mit HbA1c-
Ausgangswert ≥ 7 %, die12,5 37,7 38,7einen HbA1c-Wert < 7 %erreichten2
N 207 217 213
Körpergewicht (kg)
Ausgangswert (Mittelwert) 79,73 81,59 82,21
Änderung gegenüber dem
- 0,45 -2,08 -2,46
Ausgangswert1
Unterschied gegenüber1 -1,63* (-2,17; -1,08) -2,01* (-2,56; -1,46)
Placebo (97,5 %-KI)
N 207 217 213
SBD (mmHg)2
Ausgangswert (Mittelwert) 128,6 129,6 130,0
Änderung gegenüber dem
- 0,4 -4,5 -5,2
Ausgangswert1
Unterschied gegenüber1 -4,1* (-6,2; -2,1) -4,8* (-6,9; -2,7)
Placebo (95 %-KI)
Add-on-Therapie zu Metformin und einem Sulfonylharnstoff
Jardiance
Placebo10 mg 25 mg
N 225 225 216
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittelwert) 8,15 8,07 8,10
Änderung gegenüber dem1 -0,17 -0,82 -0,77
Ausgangswert
Unterschied gegenüber
- 0,64* (-0,79; -0,49) -0,59* (-0,74; -0,44)
Placebo1 (97,5 %-KI)
N 216 209 202
Patienten (%) mit HbA1c-
Ausgangswert ≥ 7 %, die9,3 26,3 32,2einen HbA1c-Wert < 7 %erreichten2
N 225 225 216
Körpergewicht (kg)
Ausgangswert (Mittelwert) 76,23 77,08 77,50
Änderung gegenüber dem1 -0,39 -2,16 -2,39
Ausgangswert
Unterschied gegenüber1 -1,76* (-2,25; -1,28) -1,99* (-2,48; -1,50)
Placebo (97,5 %-KI)
N 225 225 216
SBD (mmHg)2
Ausgangswert (Mittelwert) 128,8 128,7 129,3
Änderung gegenüber dem1 -1,4 -4,1 -3,5
Ausgangswert
Unterschied gegenüber1 -2,7 (-4,6; -0,8) -2,1 (-4,0; -0,2)
Placebo (95 %-KI)
Add-on-Therapie zu Pioglitazon +/- Metformin
Jardiance
Placebo10 mg 25 mg
N 165 165 168
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittelwert) 8,16 8,07 8,06
Änderung gegenüber dem1 -0,11 -0,59 -0,72
Ausgangswert
Unterschied gegenüber
- 0,48* (-0,69; -0,27) -0,61* (-0,82; -0,40)
Placebo1 (97,5 %-KI)
N 155 151 160
Patienten (%) mit HbA1c-
Ausgangswert ≥ 7 %, die7,7 24 30einen HbA1c-Wert < 7 %erreichten2
N 165 165 168
Körpergewicht (kg)
Ausgangswert (Mittelwert) 78,1 77,97 78,93
Änderung gegenüber dem0,34 -1,62 -1,47
Ausgangswert1
Unterschied gegenüber1 -1,95* (-2,64; -1,27) -1,81* (-2,49; -1,13)
Placebo (97,5 %-KI)
N 165 165 168
SBD (mmHg)3
Ausgangswert (Mittelwert) 125,7 126,5 126
Änderung gegenüber dem0,7 -3,1 -4,0
Ausgangswert1
Unterschied gegenüber
- 3,9 (-6,23; -1,50) -4,7 (-7,08; -2,37)
Placebo1 (95 %-KI)a Gesamtkollektiv mit Fortschreibung des letzten verfügbaren Wertes (LOCF) vor Gabe einer zusätzlichenblutzuckersenkenden Bedarfstherapie1 für Ausgangswert adjustierter Mittelwert2 wegen des sequenziellen konfirmatorischen Testverfahrens nicht für statistische Signifikanz evaluiert3 LOCF, Werte nach antihypertensiver Bedarfsmedikation zensiert
* p-Wert < 0,0001
In Kombination mit Metformin bei nicht vorbehandelten PatientenDie Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin bei nicht vorbehandelten Patienten wurde in einer24-wöchigen Studie mit faktoriellem Design untersucht. Die Behandlung mit Empagliflozin in
Kombination mit Metformin (5 mg und 500 mg; 5 mg und 1 000 mg; 12,5 mg und 500 mg sowie12,5 mg und 1 000 mg jeweils zweimal täglich) führte zu einer statistisch signifikanten Verbesserungdes HbA1c (Tabelle 4) sowie zu einer größeren Abnahme der NPG (im Vergleich zu den
Einzelsubstanzen) und des Körpergewichts (im Vergleich zu Metformin).
Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse des Vergleichs von Empagliflozin in Kombination mit Metforminzu den Einzelsubstanzen nach 24 Wochena
Empagliflozin 10 mgb Empagliflozin 25 mgb Metforminc+ Met + Met Kein + Met + Met Kein 1 000 2 0001 000 mgc 2 000 mgc Met 1 000 mg 2 000 m Met mg mgc gc
N 161 167 169 165 169 163 167 162
HbA1c (%)
Ausgangswert 8,68 8,65 8,62 8,84 8,66 8,86 8,69 8,55(Mittelwert)
Änderung -1,98 -2,07 -1,35 -1,93 -2,08 -1,36 -1,18 -1,75gegenüberdem
Ausgangswert
Vergleich -0,63* -0,72* -0,57* -0,72*vs. Empa (-0,86, (-0,96, (-0,81, (-0,95,(95 %-KI)1 -0,40) -0,49) -0,34) -0,48)
Vergleich -0,79* -0,33* -0,75* -0,33*vs. Met (-1,03, (-0,56, (-0,98, (-0,56,(95 %-KI)1 -0,56) -0,09) -0,51) -0,10)
Met = Metformin; Empa = Empagliflozin1 für Ausgangswert adjustierter Mittelwerta Die Analysen wurden am Gesamtkollektiv unter Verwendung der beobachteten Fälle durchgeführtb Verabreicht in zwei aufgeteilten gleich großen Dosen pro Tag bei Gabe zusammen mit Metforminc Verabreicht in zwei aufgeteilten gleich großen Dosen pro Tag
* p ≤ 0,0062 für HbA1c
Empagliflozin bei Patienten mit nicht ausreichender Blutzuckerkontrolle unter Metformin und
Linagliptin
Bei Patienten mit nicht ausreichender Blutzuckerkontrolle unter Metformin und Linagliptin 5 mgführte die Behandlung mit Empagliflozin 10 mg oder 25 mg im Vergleich zu Placebo zu einerstatistisch signifikanten (p < 0,0001) Abnahme des HbA1c-Werts und des Körpergewichts (Tabelle 5).
Zudem führte es im Vergleich zu Placebo zu einer klinisch bedeutsamen Abnahme der NPG sowie dessystolischen und diastolischen Blutdrucks.
Tabelle 5: Wirksamkeitsergebnisse einer placebokontrollierten Studie über 24 Wochen bei Patientenmit nicht ausreichender Blutzuckerkontrolle unter Metformin und Linagliptin 5 mg
Add-on-Therapie zu Metformin und Linagliptin 5 mg
Placebo5 Empagliflozin610 mg 25 mg
N 106 109 110
HbA1c (%)3
Ausgangswert (Mittelwert) 7,96 7,97 7,97
Änderung gegenüber dem0,14 -0,65 -0,56
Ausgangswert1
Unterschied gegenüber
- 0,79* (-1,02; -0,55) -0,70* (-0,93; -0,46)
Placebo (95%-KI)
N 100 100 107
Patienten (%) mit HbA1c-
Ausgangswert ≥ 7 %, die17,0 37,0 32,7einen HbA1c-Wert < 7 %erreichten2
N 106 109 110
Körpergewicht (kg)3
Ausgangswert (Mittelwert) 82,3 88,4 84,4
Änderung gegenüber dem1 -0,3 -3,1 -2,5
Ausgangswert
Unterschied gegenüber
- 2,8* (-3,5; -2,1) -2,2* (-2,9; -1,5)
Placebo (95 %-KI)
N 106 109 110
SBD (mmHg)4
Ausgangswert (Mittelwert) 130,1 130,4 131,0
Änderung gegenüber dem1 -1,7 -3,0 -4,3
Ausgangswert
Unterschied gegenüber
- 1,3 (-4,2; 1,7) -2,6 (-5,5; 0,4)
Placebo (95 %-KI)1 für Ausgangswert adjustierter Mittelwert2 nicht für statistische Signifikanz evaluiert; nicht Teil des sequenziellen konfirmatorischen Testverfahrens fürdie sekundären Endpunkte3 Das MMRM-Modell am Gesamtkollektiv (beobachtete Fälle) umfasste HbA1c-Ausgangswert, eGFR-
Ausgangswert (MDRD), geographische Region, Visite, Behandlung sowie Interaktion zwischen Visite und
Behandlung. Beim Gewicht war das Ausgangsgewicht eingeschlossen.4 Das MMRM-Modell umfasste SBD- und HbA1c-Ausgangswert als lineare Kovariate(n) sowieeGFR-Ausgangswert, geographische Region, Behandlung, Visite und Interaktion zwischen Visite und
Behandlung als feste Effekte.5 Der Placebogruppe randomisiert zugeordnete Patienten erhielten das Placebo plus Linagliptin 5 mg mit
Metformin als Hintergrundtherapie.6 Patienten, die randomisiert der Gruppe mit Empagliflozin 10 mg bzw. 25 mg zugeordnet wurden, erhielten
Empagliflozin 10 mg bzw. 25 mg und Linagliptin 5 mg mit Metformin als Hintergrundtherapie.
* p-Wert < 0,0001
In einer präspezifizierten Patientensubgruppe mit einem HbA1c-Ausgangswert von 8,5 % oder höherbetrug die Abnahme des HbA1c-Werts gegenüber dem Ausgangswert mit Empagliflozin 10 mg oder25 mg nach 24 Wochen -1,3 % (p < 0,0001) im Vergleich zu Placebo.
Empagliflozin als Add-on-Therapie zu Metformin im Vergleich zu Glimepirid, 24-Monats-DatenIn einer Studie zum Vergleich der Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin 25 mg versus
Glimepirid (bis zu 4 mg pro Tag) bei Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle unter
Metformin allein führte die tägliche Einnahme mit Empagliflozin im Vergleich zu Glimepirid zu einerstärkeren Abnahme des HbA1c (Tabelle 6) und zu einer klinisch relevanten Abnahme der NPG. Im
Vergleich zu Glimepirid führte die einmal tägliche Einnahme mit Empagliflozin zu einer statistischsignifikanten Reduktion von Körpergewicht, systolischem und diastolischem Blutdruck. Zudem warder Anteil von Patienten mit hypoglykämischen Ereignissen statistisch signifikant niedriger als mit
Glimepirid (2,5 % für Empagliflozin, 24,2 % für Glimepirid, p < 0,0001).
Tabelle 6: Wirksamkeitsergebnisse in einer aktivkontrollierten Studie zum Vergleich von
Empagliflozin und Glimepirid als Add-on-Therapie zu Metformina nach 104 Wochen
Empagliflozin 25 mg Glimepiridb
N 765 780
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittelwert) 7,92 7,92
Änderung gegenüber dem Ausgangswert1 -0,66 -0,55
Unterschied gegenüber Glimepirid1
- 0,11* (-0,20; -0,01)(97,5 %-KI)
N 690 715
Patienten (%) mit HbA1c-Ausgangswert≥ 7 %, die einen HbA1c-Wert < 7 % 33,6 30,9erreichten2
N 765 780
Körpergewicht (kg)
Ausgangswert (Mittelwert) 82,52 83,03
Änderung gegenüber dem Ausgangswert1 -3,12 1,34
Unterschied gegenüber Glimepirid1
- 4,46** (-4,87; -4,05)(97,5 %-KI)
N 765 780
SBD (mmHg)2
Ausgangswert (Mittelwert) 133,4 133,5
Änderung gegenüber dem Ausgangswert1 -3,1 2,5
Unterschied gegenüber Glimepirid1
- 5,6** (-7,0; -4,2)(97,5 %-KI)a Gesamtkollektiv mit Fortschreibung des letzten verfügbaren Wertes (LOCF) vor Gabe einer zusätzlichenblutzuckersenkenden Bedarfstherapieb bis zu 4 mg Glimepirid1 für Ausgangswert adjustierter Mittelwert2 LOCF, Werte nach antihypertensiver Bedarfsmedikation zensiert
* p-Wert < 0,0001 für Nichtunterlegenheit und p-Wert = 0,0153 für Überlegenheit
** p-Wert < 0,0001
Add-on-Therapie zu InsulinEmpagliflozin als Add-on-Therapie zu multiplen täglichen Insulininjektionen
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin als Add-on-Therapie zu mehrmals täglichverabreichtem Insulin mit oder ohne begleitende Metformin-Therapie wurde in einer doppelblinden,placebokontrollierten Studie mit einer Dauer von 52 Wochen untersucht. In den ersten 18 Wochen undden letzten 12 Wochen wurde die Insulindosis stabil gehalten, zwischen Woche 19 und 40 jedochangepasst, um präprandiale Glucosewerte < 100 mg/dl (5,5 mmol/l) und postprandiale Glucosewerte< 140 mg/dl (7,8 mmol/l) zu erreichen.
Bis zur Woche 18 führte Empagliflozin im Vergleich zu Placebo zu einer statistisch signifikanten
Verbesserung des HbA1c (Tabelle 7).
Nach 52 Wochen führte Empagliflozin im Vergleich zu Placebo zu einer statistisch signifikanten
Abnahme des HbA1c sowie zu einer Insulin-Ersparnis. Zudem führte Empagliflozin zu einer
Abnahme der NPG und des Körpergewichts.
Tabelle 7: Wirksamkeitsergebnisse einer placebokontrollierten Studie mit Empagliflozin als Add-on-
Therapie zu täglichen multiplen Insulin-Dosen mit oder ohne Metformin nach 18 und52 Wochen
Jardiance
Placebo10 mg 25 mg
N 188 186 189
HbA1c (%) in Woche 18
Ausgangswert8,33 8,39 8,29(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem1 -0,50 -0,94 -1,02
Ausgangswert
Unterschied gegenüber1 -0,44* (-0,61; -0,27) -0,52* (-0,69; -0,35)
Placebo (97,5 %-KI)
N 115 119 118
HbA1c (%) in Woche 522
Ausgangswert8,25 8,40 8,37(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem1 -0,81 -1,18 -1,27
Ausgangswert
Unterschied gegenüber1 -0,38*** (-0,62; -0,13) -0,46* (-0,70; -0,22)
Placebo (97,5 %-KI)
N 113 118 118
Patienten (%) mit
HbA1c-Ausgangswert≥ 7 %, die in Woche 52 26,5 39,8 45,8einen HbA1c-Wert < 7 %erreichten
N 115 118 117
Insulin-Dosis (I.E./Tag)in Woche 522
Ausgangswert89,94 88,57 90,38(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem10,16 1,33 -1,06
Ausgangswert1
Unterschied gegenüber
- 8,83#1 (-15,69; -1,97) -11,22**(-18,09; -4,36)
Placebo (97,5 %-KI)
N 115 119 118
Körpergewicht (kg)in Woche 522
Ausgangswert96,34 96,47 95,37(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem
Ausgangswert1 0,44 -1,95 -2,04
Unterschied gegenüber1 -2,39* (-3,54; -1,24) -2,48* (-3,63; -1,33)
Placebo (97,5 %-KI)1 für Ausgangswert adjustierter Mittelwert2 Woche 19-40: am Zielwert ausgerichtetes Schema für die Anpassung der Insulin-Dosis, um vordefinierte
Glucose-Zielwerte zu erreichen (präprandial < 100 mg/dl (5,5 mmol/l), postprandial < 140 mg/dl (7,8 mmol/l)
* p-Wert < 0,0001
** p-Wert = 0,0003
*** p-Wert = 0,0005# p-Wert = 0,0040
Empagliflozin als Add-on-Therapie zu BasalinsulinDie Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin als Add-on-Therapie zu Basalinsulin mit oderohne Metformin und/oder einem Sulfonylharnstoff wurde in einer doppelblinden,placebokontrollierten Studie mit einer Dauer von 78 Wochen untersucht. In den ersten 18 Wochenwurde die Insulindosis stabil gehalten, in den folgenden 60 Wochen konnte die Dosis angepasstwerden, um einen NPG-Wert < 110 mg/dl zu erreichen.
Bis zur Woche 18 führte Empagliflozin zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des HbA1c(Tabelle 8).
Nach 78 Wochen führte Empagliflozin im Vergleich zu Placebo zu einer statistisch signifikanten
Abnahme des HbA1c sowie zu einer Insulin-Ersparnis. Zudem führte Empagliflozin zu einer
Abnahme von NPG, des Körpergewichts und des Blutdrucks.
Tabelle 8: Wirksamkeitsergebnisse einer placebokontrollierten Studie mit Empagliflozin als Add-on-
Therapie zu Basalinsulin mit oder ohne Metformin oder einem Sulfonylharnstoff nach18 und 78 Wochena
Empagliflozin Empagliflozin
Placebo10 mg 25 mg
N 125 132 117
HbA1c (%) in Woche 18
Ausgangswert (Mittelwert) 8,10 8,26 8,34
Änderung gegenüber dem1 -0,01 -0,57 -0,71
Ausgangswert
Unterschied gegenüber1 -0,56* (-0,78; -0,33) -0,70* (-0,93; -0,47)
Placebo (97,5 %-KI)
N 112 127 110
HbA1c (%) in Woche 78
Ausgangswert (Mittelwert) 8,09 8,27 8,29
Änderung gegenüber dem1 -0,02 -0,48 -0,64
Ausgangswert
Unterschied gegenüber1 -0,46* (-0,73; -0,19) -0,62* (-0,90; -0,34)
Placebo (97,5 %-KI)
N 112 127 110
Basalinsulin-Dosis (I.E./Tag)in Woche 78
Ausgangswert (Mittelwert) 47,84 45,13 48,43
Änderung gegenüber dem1 5,45 -1,21 -0,47
Ausgangswert
Unterschied gegenüber1 -6,66** (-11,56; -1,77) -5,92** (-11,00; -0,85)
Placebo (97,5 %-KI)a Gesamtkollektiv - Completer mit Fortschreibung des letzten verfügbaren Wertes (LOCF) vor Gabe einerzusätzlichen blutzuckersenkenden Bedarfstherapie1 für Ausgangswert adjustierter Mittelwert
* p-Wert < 0,0001
** p-Wert < 0,025
Patienten mit Nierenfunktionsstörung, 52-Wochen-Daten aus einer placebokontrollierten StudieDie Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin als Add-on-Therapie zu einer antidiabetischen
Behandlung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung wurde in einer doppelblindenplacebokontrollierten Studie über eine Dauer von 52 Wochen untersucht. Die Behandlung mit
Empagliflozin führte in Woche 24 im Vergleich zu Placebo zu einer statistisch signifikanten
Reduktion des HbA1c (Tabelle 9) und zu einer klinisch relevanten Verbesserung der NPG. Die
Verbesserung von HbA1c, Körpergewicht und Blutdruck blieb bis zu 52 Wochen lang bestehen.
Tabelle 9: Ergebnisse einer placebokontrollierten Studie mit Empagliflozin bei Patienten mit Typ-2-
Diabetes und Nierenfunktionsstörunga nach 24 Wochen
Empagliflozin Empagliflozin Empagliflozin
Placebo Placebo10 mg 25 mg 25 mgeGFR ≥ 30 biseGFR ≥ 60 bis < 90 ml/min/1,73 m²< 60 ml/min/1,73 m²
N 95 98 97 187 187
HbA1c (%)
Ausgangswert8,09 8,02 7,96 8,04 8,03(Mittelwert)
Änderung gegenüber1 0,06 -0,46 -0,63 0,05 -0,37dem Ausgangswert
Unterschied
- 0,52* -0,68* -0,42*gegenüber Placebo1(-0,72; -0,32) (-0,88; -0,49) (-0,56; -0,28)(95 %-KI)
N 89 94 91 178 175
Patienten (%) mit
HbA1c-
Ausgangswert ≥ 7 %,6,7 17,0 24,2 7,9 12,0die einen HbA1c-
Wert < 7 %erreichten2
N 95 98 97 187 187
Körpergewicht (kg)2
Ausgangswert86,00 92,05 88,06 82,49 83,22(Mittelwert)
Änderung gegenüber
- 0,33 -1,76 -2,33 -0,08 -0,98dem Ausgangswert1
Unterschied1 -1,43 -2,00 -0,91gegenüber Placebo(-2,09; -0,77) (-2,66; -1,34) (-1,41; -0,41)(95 %-KI)
N 95 98 97 187 187
SBD (mmHg)2
Ausgangswert134,69 137,37 133,68 136,38 136,64(Mittelwert)
Änderung gegenüber1 0,65 -2,92 -4,47 0,40 -3,88dem Ausgangswert
Unterschied1 -3,57 -5,12 -4,28gegenüber Placebo(-6,86; -0,29) (-8,41; -1,82) (-6,88; -1,68)(95 %-KI)a Gesamtkollektiv mit Fortschreibung des letzten verfügbaren Wertes (LOCF) vor Gabe einer zusätzlichenblutzuckersenkenden Bedarfstherapie1 für Ausgangswert adjustierter Mittelwert2 wegen des sequenziellen konfirmatorischen Testverfahrens nicht für statistische Signifikanz evaluiert
* p < 0,0001
Kardiovaskuläres OutcomeDie doppelblinde, placebokontrollierte EMPA-REG-OUTCOME-Studie verglich gepoolte
Dosisstärken von Empagliflozin 10 mg und 25 mg mit Placebo als Ergänzung zur Standardtherapie bei
Patienten mit Typ-2-Diabetes und bestehender kardiovaskulärer Erkrankung. Insgesamt wurden7 020 Patienten behandelt (Empagliflozin 10 mg: 2 345, Empagliflozin 25 mg: 2 342, Placebo: 2 333)und für eine mediane Dauer von 3,1 Jahren nachbeobachtet. Das Durchschnittsalter betrug 63 Jahre,der mittlere HbA1c-Wert lag bei 8,1 % und 71,5 % waren Männer. Vor Studienbeginn wurden 74 %der Patienten mit Metformin, 48 % mit Insulin und 43 % mit einem Sulfonylharnstoff behandelt. Etwadie Hälfte der Patienten (52,2 %) hatte eine eGFR von 60-90 ml/min/1,73 m2, 17,8 % von45-60 ml/min/1,73 m2 und 7,7 % von 30-45 ml/min/1,73 m2.
Nach 12 Wochen wurde eine adjustierte mittlere (SE) Verbesserung des HbA1c im Vergleich zum
Ausgangswert um 0,11 % (0,02) in der Placebogruppe und um 0,65 % (0,02) bzw. 0,71 % (0,02) inder Gruppe mit Empagliflozin 10 mg bzw. mit 25 mg beobachtet. Nach den ersten 12 Wochen wurdedie Blutzuckerkontrolle unabhängig von der Studienbehandlung optimiert. Somit war der Effekt nach94 Wochen mit einer adjustierten mittleren (SE) Verbesserung des HbA1c um 0,08 % (0,02) in der
Placebogruppe und um 0,50 % (0,02) bzw. 0,55 % (0,02) in der Gruppe mit Empagliflozin 10 mg bzw.
mit 25 mg abgemildert.
Empagliflozin erwies sich gegenüber Placebo bei der Prävention des primären kombinierten
Endpunkts aus kardiovaskulärem Tod, nicht tödlichem Myokardinfarkt oder nicht tödlichem
Schlaganfall überlegen. Die therapeutische Wirkung war vor allem auf eine signifikante Reduktion deskardiovaskulären Todes zurückzuführen, bei nicht signifikanter Veränderung des nicht tödlichen
Myokardinfarkts oder des nicht tödlichen Schlaganfalls. Die Reduktion des kardiovaskulären Todeswar bei Empagliflozin 10 mg und 25 mg vergleichbar (Abbildung 1) und wurde durch ein längeres
Gesamtüberleben bestätigt (Tabelle 10). Die Wirkung von Empagliflozin auf den primärenkombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod, nicht tödlichem Myokardinfarkt oder nichttödlichem Schlaganfall war in der EMPA-REG-OUTCOME-Studie weitgehend unabhängig von der
Blutzuckerkontrolle oder der Nierenfunktion (eGFR) und im Allgemeinen in allen eGFR-Kategorienbis hinunter zu einer eGFR von 30 ml/min/1,73 m2 konsistent.
Die Wirksamkeit hinsichtlich der Prävention der kardiovaskulären Mortalität wurde bei Patienten, die
Empagliflozin zusammen mit DPP-4-Inhibitoren anwenden, oder bei Patienten mit schwarzer
Hautfarbe nicht abschließend bestätigt, da diese Patientengruppen in der EMPA-REG-OUTCOME-
Studie nicht ausreichend vertreten waren.
Tabelle 10: Therapeutische Wirkung bezogen auf den primären zusammengesetzten Endpunkt, seine
Komponenten und die Mortalitäta
Placebo Empagliflozinb
N 2 333 4 687
Zeit bis zum ersten Ereignis vonkardiovaskulärem Tod, nicht tödlichem282 (12,1) 490 (10,5)
MI oder nicht tödlichem Schlaganfall N(%)
Hazard Ratio vs. Placebo (95,02 %-KI)* 0,86 (0,74, 0,99)p-Wert für Überlegenheit 0,0382
Kardiovaskulärer Tod N (%) 137 (5,9) 172 (3,7)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,62 (0,49, 0,77)p-Wert < 0,0001
Nicht tödlicher MI N (%) 121 (5,2) 213 (4,5)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,87 (0,70, 1,09)p-Wert 0,2189
Nicht tödlicher Schlaganfall N (%) 60 (2,6) 150 (3,2)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 1,24 (0,92, 1,67)p-Wert 0,1638
Mortalität jeder Ursache N (%) 194 (8,3) 269 (5,7)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,68 (0,57, 0,82)p-Wert < 0,0001
Nicht kardiovaskuläre Mortalität N (%) 57 (2,4) 97 (2,1)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,84 (0,60, 1,16)
MI = Myokardinfarkta Treated Set (TS), d. h. Patienten, die mindestens eine Dosis des Studienpräparates erhalten habenb Gepoolte Dosisstärken von Empagliflozin 10 mg und 25 mg
* Da Daten aus der Studie in eine Zwischenanalyse eingeschlossen wurden, wurde ein zweiseitiges95,02 %-Konfidenzintervall angegeben, das einem p-Wert von weniger als 0,0498 für Signifikanz entspricht.
Abbildung 1: Zeit bis zum Eintreten des kardiovaskulären Todes in der EMPA-REG-OUTCOME-
Studie
Herzinsuffizienz, die eine Hospitalisierung erfordertIn der EMPA-REG-OUTCOME-Studie führte die Behandlung mit Empagliflozin zur Reduktion des
Risikos für eine Herzinsuffizienz, die eine Hospitalisierung erfordert, im Vergleich zu Placebo(Empagliflozin 2,7 %; Placebo 4,1 %; HR 0,65, 95 %-KI 0,50, 0,85).
NephropathieIn der EMPA-REG-OUTCOME-Studie betrug die HR für die Zeit bis zum ersten Nephropathie-
Ereignis 0,61 (95 %-KI 0,53, 0,70) für Empagliflozin (12,7 %) vs. Placebo (18,8 %).
Darüber hinaus kam es unter der Behandlung mit Empagliflozin häufiger (HR 1,82, 95 %-KI 1,40,2,37) zu einer anhaltenden Normo- oder Mikroalbuminurie (49,7 %) bei Patienten mit
Makroalbuminurie zu Studienbeginn im Vergleich zu Placebo (28,8 %).
Nüchtern-Plasma-GlucoseIn vier placebokontrollierten Studien führte die Behandlung mit Empagliflozin als Monotherapie oder
Add-on-Therapie zu Metformin, Pioglitazon oder Metformin plus einem Sulfonylharnstoff zumittleren Änderungen der NPG gegenüber dem Ausgangswert von -20,5 mg/dl [-1,14 mmol/l] für
Empagliflozin 10 mg und -23,2 mg/dl [-1,29 mmol/l] für Empagliflozin 25 mg im Vergleich zu
Placebo (7,4 mg/dl [0,41 mmol/l]). Diese Wirkung wurde nach 24 Wochen beobachtet und hielt für76 Wochen an.
Postprandialer 2-Stunden-GlucosewertDie Behandlung mit Empagliflozin als Add-on-Therapie zu Metformin oder zu Metformin und einem
Sulfonylharnstoff führte nach 24 Wochen zu einer klinisch relevanten Abnahme des postprandialen2-Stunden-Glucosewertes (Mahlzeittoleranztest) (Add-on-Therapie zu Metformin: Placebo +5,9 mg/dl,
Empagliflozin 10 mg: -46,0 mg/dl, Empagliflozin 25 mg: -44,6 mg/dl, Add-on-Therapie zu Metforminund einem Sulfonylharnstoff: Placebo -2,3 mg/dl, Empagliflozin 10 mg: -35,7 mg/dl,
Empagliflozin 25 mg: -36,6 mg/dl).
Patienten mit hohem HbA1c-Ausgangswert > 10 %
In einer präspezifizierten gepoolten Analyse von drei Phase-3-Studien führte die offene Behandlungmit Empagliflozin 25 mg bei Patienten mit schwerer Hyperglykämie (N = 184, mittlerer HbA1c-
Ausgangswert 11,15 %) nach 24 Wochen zu einer klinisch relevanten Abnahme des HbA1c gegenüberdem Ausgangswert von 3,27 %; in diesen Studien wurden keine Behandlungsarme mit Placebo oder
Empagliflozin 10 mg mitgeführt.
KörpergewichtIn einer präspezifizierten gepoolten Analyse von vier placebokontrollierten Studien führte die
Behandlung mit Empagliflozin nach 24 Wochen zu einer Abnahme des Körpergewichts (-0,24 kg für
Placebo, -2,04 kg für Empagliflozin 10 mg und -2,26 kg für Empagliflozin 25 mg), die bis Woche 52bestehen blieb (-0,16 kg für Placebo, -1,96 kg für Empagliflozin 10 mg und -2,25 kg für Empagliflozin25 mg).
BlutdruckDie Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin wurde in einer 12-wöchigen doppelblinden,placebokontrollierten Studie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck untersucht, die mitverschiedenen Antidiabetika und bis zu 2 Antihypertensiva behandelt wurden. Die Behandlung mit
Empagliflozin einmal täglich führte zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des HbA1c und desmit einem 24-Stunden-Monitoring gemessenen mittleren systolischen und diastolischen Blutdrucks(Tabelle 11). Die Behandlung mit Empagliflozin senkte den SBD und DBD im Sitzen.
Tabelle 11: Wirksamkeitsergebnisse einer placebokontrollierten Studie mit Empagliflozin bei
Patienten mit Typ-2-Diabetes und unkontrolliertem Blutdrucka nach 12 Wochen
Jardiance
Placebo10 mg 25 mg
N 271 276 276
HbA1c (%) in Woche 121
Ausgangswert7,90 7,87 7,92(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem0,03 -0,59 -0,62
Ausgangswert2
Unterschied gegenüber2 -0,62* (-0,72; -0,52) -0,65* (-0,75; -0,55)
Placebo (95 %-KI)24-Stunden-SBD in Woche 123
Ausgangswert131,72 131,34 131,18(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem0,48 -2,95 -3,68
Ausgangswert4
Unterschied gegenüber4 -3,44* (-4,78; -2,09) -4,16* (-5,50; -2,83)
Placebo (95 %-KI)24-Stunden-DBD in Woche 123
Ausgangswert75,16 75,13 74,64(Mittelwert)
Änderung gegenüber dem
Ausgangswert5 0,32 -1,04 -1,40
Unterschied gegenüber5 -1,36** (-2,15; -0,56) -1,72* (-2,51; -0,93)
Placebo (95 %-KI)a Gesamtkollektiv1 LOCF, Werte nach Gabe einer zusätzlichen blutzuckersenkenden Bedarfstherapie zensiert2 Mittelwert adjustiert für HbA1c-Ausgangswert, eGFR-Ausgangswert, geographische Region und Anzahlantihypertensiver Arzneimittel3 LOCF, Werte nach Gabe einer zusätzlichen blutzuckersenkenden Bedarfstherapie oder Änderung derantihypertensiven Bedarfstherapie zensiert4 Mittelwert adjustiert für SBD-Ausgangswert, HbA1c-Ausgangswert, eGFR-Ausgangswert, geographische
Region und Anzahl antihypertensiver Arzneimittel5 Mittelwert adjustiert für DBD-Ausgangswert, HbA1c-Ausgangswert, eGFR-Ausgangswert, geographische
Region und Anzahl antihypertensiver Arzneimittel
* p-Wert < 0,0001
** p-Wert < 0,001
In einer präspezifizierten gepoolten Analyse von vier placebokontrollierten Studien führte die
Behandlung mit Empagliflozin in Woche 24 zu einer Senkung des systolischen Blutdrucks(Empagliflozin 10 mg: -3,9 mmHg; Empagliflozin 25 mg: -4,3 mmHg) im Vergleich zu Placebo(-0,5 mmHg) und zu einer Senkung des diastolischen Blutdrucks (Empagliflozin 10 mg: -1,8 mmHg;
Empagliflozin 25 mg: -2,0 mmHg) im Vergleich zu Placebo (-0,5 mmHg); diese Verbesserungenblieben bis Woche 52 bestehen.
HerzinsuffizienzEmpagliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter EjektionsfraktionEs wurde eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (EMPEROR-Reduced) mit3 730 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (New York Heart Association [NYHA] II-IV) undreduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF ≤ 40 %) zur Beurteilung der Wirksamkeit und
Sicherheit von Empagliflozin 10 mg einmal täglich als Add-on zur Herzinsuffizienz-Standardtherapiedurchgeführt. Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zum adjudizierten ersten Eintreten vonkardiovaskulärem Tod oder einer Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz (hospitalisation forheart failure, HHF). Auch das Auftreten von adjudizierter HHF (erstmalig und wiederholt) sowie die
Rate der Veränderung der eGFR (CKD-EPI)cr gegenüber dem Ausgangswert wurden konfirmatorischgetestet. Bei Studienbeginn bestand die Herzinsuffizienztherapie aus ACE-Inhibitoren/Angiotensin-
Rezeptor-Blockern/Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (88,3 %), Betablockern (94,7 %),
Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (71,3 %) und Diuretika (95,0 %).
Insgesamt wurden 1 863 Patienten für die Behandlung mit Empagliflozin 10 mg randomisiert(Placebo: 1 867) und über einen medianen Zeitraum von 15,7 Monaten beobachtet. Die
Studienpopulation bestand zu 76,1 % aus Männern und zu 23,9 % aus Frauen mit einem
Durchschnittsalter von 66,8 Jahren (25-94 Jahre); 26,8 % waren 75 Jahre oder älter. 70,5 % der
Studienpopulation waren Weiße, 18,0 % Asiaten und 6,9 % Schwarze/Afroamerikaner. Bei der
Randomisierung fielen 75,1 % der Patienten in die NYHA-Klasse II, 24,4 % in die Klasse III und0,5 % in die Klasse IV. Die mittlere LVEF betrug 27,5 %. Bei Baseline lag die mittlere eGFR bei62,0 ml/min/1,73 m2 und das mediane Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin (urinary albuminto creatinine ratio, UACR) bei 22 mg/g. Etwa die Hälfte der Patienten (51,7 %) wies eine eGFR von≥ 60 ml/min/1,73 m2 auf, bei 24,1 % der Patienten lag der Wert bei 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2, bei18,6 % zwischen 30 und < 45 ml/min/1,73 m2, und 5,3 % der Patienten wiesen eine eGFR von 20 bis< 30 ml/min/1,73 m2 auf.
Empagliflozin war hinsichtlich der Reduktion des Risikos des zusammengesetzten primären Endpunktskardiovaskulärer Tod oder Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz im Vergleich zu Placeboüberlegen. Zudem reduzierte Empagliflozin das Risiko des Eintretens einer HHF (erstmalig undwiederholt) sowie die Rate der eGFR-Abnahme jeweils signifikant (Tabelle 12, Abbildung 2).
Tabelle 12: Behandlungseffekt im zusammengesetzten primären Endpunkt, seinen Komponenten undden beiden wichtigsten sekundären Endpunkten, die präspezifiziert konfirmatorischgetestet wurden
Placebo Empagliflozin 10 mg
N 1 867 1 863
Zeit bis zum ersten Ereignis vonkardiovaskulärem Tod oder einer HHF, N 462 (24,7) 361 (19,4)(%)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI)* 0,75 (0,65, 0,86)p-Wert für Überlegenheit < 0,0001
Kardiovaskulärer Tod, N (%) 202 (10,8) 187 (10,0)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,92 (0,75, 1,12)
HHF (erstmaliges Eintreten), N (%) 342 (18,3) 246 (13,2)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,69 (0,59, 0,81)
HHF (erstmalig und wiederholt), N der 553 388
Ereignisse
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI)* 0,70 (0,58, 0,85)p-Wert 0,0003eGFR (CKD-EPI)cr-Veränderungsratepro Jahr**, Rate der Abnahme -2,28 -0,55(ml/min/1,73 m2/Jahr)
Behandlungsunterschied vs. Placebo 1,73 (1,10, 2,37 )(95 %-KI)p-Wert < 0,0001
HHF = Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz, eGFR = geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, CKD-
EPI = Chronic Kidney Disease Epidemiology Collaboration Equation
* Kardiovaskulärer Tod und HHF-Ereignisse wurden von einem unabhängigen Gremium zur Beurteilungklinischer Ereignisse adjudiziert und basierend auf der randomisierten Gruppe analysiert.
** Die Rate der Veränderung pro Jahr der eGFR wurde basierend auf der behandelten Gruppe (treated set)analysiert. Der Schnittpunkt der Regressionsgeraden mit der y-Achse liegt für Placebo bei -0,95 ml/min/1,73 m2 und bei -3,02 ml/min/1,73 m2 für Empagliflozin. Dieser Schnittpunkt repräsentiert dieakute Wirkung auf die eGFR zu Therapiebeginn aufgrund des initialen GFR-Dips, während die Rate der
Veränderung den langfristigen Effekt abbildet.
Abbildung 2: Zeit bis zum erstmaligen Eintreten eines adjudizierten kardiovaskulären Todes odereiner adjudizierten HHF
Die Ergebnisse des kombinierten primären Endpunkts waren im Allgemeinen mit einer Hazard Ratio(HR) unter 1 in den präspezifizierten Subgruppen konsistent, bei Patienten mit Herzinsuffizienz, mitoder ohne Typ-2-Diabetes und mit oder ohne Nierenfunktionsstörung (bis zu einer eGFR von20 ml/min/1,73 m2).
Empagliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener EjektionsfraktionEs wurde eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (EMPEROR-Preserved) mit5 988 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (NYHA II-IV) und erhaltener linksventrikulärer
Ejektionsfraktion (LVEF > 40 %) zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin10 mg einmal täglich als Add-on zur Standardtherapie durchgeführt. Der primäre Endpunkt war die
Zeit bis zum adjudizierten ersten Eintreten von kardiovaskulärem Tod oder einer Hospitalisierungaufgrund von Herzinsuffizienz (hospitalisation for heart failure, HHF). Auch das Auftreten vonadjudizierter HHF (erstmalig und wiederholt) sowie die Rate der Veränderung der eGFR (CKD-EPI)crgegenüber dem Ausgangswert wurden konfirmatorisch getestet. Bei Studienbeginn bestand die
Therapie aus ACE-Inhibitoren/Angiotensin-Rezeptor-Blockern/Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-
Inhibitoren (80,7 %), Betablockern (86,3 %), Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (37,5 %) und
Diuretika (86,2 %).
Insgesamt wurden 2 997 Patienten für die Behandlung mit Empagliflozin 10 mg randomisiert(Placebo: 2 991) und über einen medianen Zeitraum von 26,2 Monaten beobachtet. Die
Studienpopulation bestand zu 55,3 % aus Männern und zu 44,7 % aus Frauen mit einem
Durchschnittsalter von 71,9 Jahren (22-100 Jahre); 43,0 % waren 75 Jahre oder älter. 75,9 % der
Studienpopulation waren Weiße, 13,8 % Asiaten und 4,3 % Schwarze/Afroamerikaner. Bei der
Randomisierung fielen 81,5 % der Patienten in die NYHA-Klasse II, 18,1 % in die Klasse III und0,3 % in die Klasse IV. Die Population in der EMPEROR-Preserved-Studie umfasste Patienten miteiner LVEF < 50 % (33,1 %), mit einer LVEF von 50 bis < 60 % (34,4 %) und mit einer LVEF von≥ 60 % (32,5 %). Bei Baseline lag die mittlere eGFR bei 60,6 ml/min/1,73 m2 und das mediane
Verhältnis von Albumin zu Kreatinin im Urin (urinary albumin to creatinine ratio, UACR) bei21 mg/g. Etwa die Hälfte der Patienten (50,1 %) wies eine eGFR von ≥ 60 ml/min/1,73 m2 auf, bei26,1 % der Patienten lag der Wert bei 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2, bei 18,6 % zwischen 30 und< 45 ml/min/1,73 m2, und 4,9 % der Patienten wiesen eine eGFR von 20 bis < 30 ml/min/1,73 m2 auf.
Empagliflozin war hinsichtlich der Reduktion des Risikos des zusammengesetzten primären Endpunktskardiovaskulärer Tod oder Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz im Vergleich zu Placeboüberlegen. Zudem reduzierte Empagliflozin das Risiko des Eintretens einer HHF (erstmalig undwiederholt) sowie die Rate der eGFR-Abnahme jeweils signifikant (Tabelle 13, Abbildung 3).
Tabelle 13: Behandlungseffekt im zusammengesetzten primären Endpunkt, seinen Komponenten undden beiden wichtigsten sekundären Endpunkten, die präspezifiziert konfirmatorischgetestet wurden
Placebo Empagliflozin 10 mg
N 2 991 2 997
Zeit bis zum ersten Ereignis vonkardiovaskulärem Tod oder einer HHF, N 511 (17,1) 415 (13,8)(%)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI)* 0,79 (0,69, 0,90)p-Wert für Überlegenheit 0,0003
Kardiovaskulärer Tod, N (%) 244 (8,2) 219 (7,3)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,91 (0,76, 1,09)
HHF (erstmaliges Eintreten), N (%) 352 (11,8) 259 (8,6)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,71 (0,60, 0,83)
HHF (erstmalig und wiederholt), N der 541 407
Ereignisse
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI)* 0,73 (0,61, 0,88)p-Wert 0,0009eGFR (CKD-EPI)cr-Veränderungsratepro Jahr**, Rate der Abnahme -2,62 -1,25(ml/min/1,73 m2/Jahr)
Behandlungsunterschied vs. Placebo 1,36 (1,06, 1,66)(95 %-KI)p-Wert < 0,0001
HHF = Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz, eGFR = geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, CKD-
EPI = Chronic Kidney Disease Epidemiology Collaboration Equation
* Kardiovaskulärer Tod und HHF-Ereignisse wurden von einem unabhängigen Gremium zur Beurteilungklinischer Ereignisse adjudiziert und basierend auf der randomisierten Gruppe analysiert.
** Die Rate der Veränderung pro Jahr der eGFR wurde basierend auf der behandelten Gruppe (treated set)analysiert. Der Schnittpunkt der Regressionsgeraden mit der y-Achse liegt für Placebo bei -0,18 ml/min/1,73 m2 und bei -3,02 ml/min/1,73 m2 für Empagliflozin. Dieser Schnittpunkt repräsentiert dieakute Wirkung auf die eGFR zu Therapiebeginn aufgrund des initialen eGFR-Dips, während die Rate der
Veränderung den langfristigen Effekt abbildet.
Abbildung 3: Zeit bis zum erstmaligen Eintreten eines adjudizierten kardiovaskulären Todes odereiner adjudizierten HHF
Die Ergebnisse des kombinierten primären Endpunkts waren in jeder der präspezifizierten Subgruppenkonsistent, die z. B. nach LVEF, Diabetesstatus oder Nierenfunktion (bis zu einer eGFR von20 ml/min/1,73 m2) eingeteilt waren.
Chronische NiereninsuffizienzEs wurde eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit Empagliflozin 10 mgeinmal täglich (EMPA-KIDNEY) an 6 609 Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (eGFR ≥ 20bis < 45 ml/min/1,73 m2; oder eGFR ≥ 45 bis < 90 ml/min/1,73 m2 mit einem Urin-Albumin-
Kreatinin-Verhältnis (UACR) ≥ 200 mg/g) durchgeführt, um die kardio-renalen Effekte zusätzlich zur
Standardtherapie zu untersuchen. Der primäre Endpunkt war die Zeit bis zum erstmaligen Eintreteneiner Progression der Niereninsuffizienz (anhaltende Abnahme der eGFR um ≥ 40 % ab
Randomisierung, dauerhaft eGFR < 10 ml/min/1,73 m2, terminale Niereninsuffizienz oder Tod renaler
Ursache) oder bis zum kardiovaskulären Tod. Das erstmalige Eintreten einer Hospitalisierungaufgrund von Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärer Tod, Gesamthospitalisierung (erstmalig undwiederholt) und die Gesamtmortalität wurden konfirmatorisch getestet. Die Baseline-Therapieumfasste die angemessene Anwendung eines RAS-Hemmers (85,2 % ACE-Inhibitor oder
Angiotensin-Rezeptor-Blocker).
Insgesamt wurden 3 304 Patienten für die Behandlung mit Empagliflozin 10 mg randomisiert(Placebo: 3 305) und über einen medianen Zeitraum von 24,3 Monaten beobachtet. Die
Studienpopulation bestand zu 66,8 % aus Männern und zu 33,2 % aus Frauen mit einem
Durchschnittsalter von 63,3 Jahren (18-94 Jahre); 23,0 % waren 75 Jahre oder älter. 58,4 % der
Studienpopulation waren Weiße, 36,2 % Asiaten und 4,0 % Schwarze/Afroamerikaner.
Bei Baseline lag die mittlere eGFR bei 37,3 ml/min/1,73 m2, 21,2 % der Patienten hatten eine eGFRvon ≥ 45 ml/min/1,73 m2, 44,3 % von 30 bis < 45 ml/min/1,73 m2 und 34,5 % von< 30 ml/min/1,73 m2, darunter 254 Patienten mit einer eGFR < 20 ml/min/1,73 m2. Das mediane
UACR betrug 329 mg/g, 20,1 % der Patienten hatten ein UACR < 30 mg/g, 28,2 % ein UACR von 30bis ≤ 300 mg/g und 51,7 % ein UACR > 300 mg/g; 41,1 % der Patienten hatten ein UACR von< 200 mg/g. Die Hauptursachen einer chronischen Niereninsuffizienz waren diabetische
Nephropathie/diabetische Niereninsuffizienz (31 %), glomeruläre Erkrankung (25 %),hypertensive/renovaskuläre Erkrankung (22 %) und andere/unbekannte Ursachen (22 %).
Empagliflozin war hinsichtlich der Reduktion des Risikos des zusammengesetzten primären
Endpunkts der Progression der Niereninsuffizienz oder des kardiovaskulären Todes im Vergleich zu
Placebo überlegen (siehe Tabelle 14). Zudem reduzierte Empagliflozin das
Gesamthospitalisierungsrisiko (erste und wiederholte Hospitalisierung) signifikant.
Tabelle 14: Behandlungseffekt im zusammengesetzten primären Endpunkt und den wichtigstensekundären Endpunkten, die präspezifiziert konfirmatorisch getestet wurden, und seinen
Komponenten
Placebo Empagliflozin 10 mg
N 3 305 3 304
Zeit bis zum erstmaligen Eintreten einer
Progression der Niereninsuffizienz(anhaltend ≥ 40 % eGFR-Abnahme ab
Randomisierung, anhaltend eGFR558 (16,9) 432 (13,1)< 10 ml/min/1,73 m2, terminale
Niereninsuffizienz* (ESKD), oder Todrenaler Ursache) oder bis zumkardiovaskulären Tod, N (%)
Hazard Ratio vs. Placebo (99,83 %-KI) 0,72 (0,59; 0,89)p−Wert für Überlegenheit < 0,0001
Anhaltend ≥ 40 % eGFR-Abnahme 474 (14,3) 359 (10,9)ab Randomisierung, N (%)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,70 (0,61; 0,81)p-Wert < 0,0001
ESKD*oder anhaltend eGFR 221 (6,7) 157 (4,8)< 10 ml/min/1,73 m2, N (%)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,69 (0,56; 0,84)p-Wert 0,0003
Tod renaler Ursache, N (%)** 4 (0,1) 4 (0,1)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI)p-Wert
Kardiovaskulärer Tod, N (%) 69 (2,1) 59 (1,8)
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,84 (0,60; 1,19)p-Wert 0,3366
ESKD oder kardiovaskulärer Tod, N 217 (6,6) 163 (4,9)(%)#
Hazard Ratio vs. Placebo (95 %-KI) 0,73 (0,59; 0,89)p-Wert 0,0023
Auftreten Gesamthospitalisierung 1 895 1 611(erstmalig und wiederholt), N der
Ereignisse
Hazard Ratio vs. Placebo (99,03 %-KI) 0,86 (0,75; 0,98)p-Wert 0,0025
HHF = Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz, eGFR = geschätzte glomeruläre Filtrationsrate
* Terminale Niereninsuffizienz (ESKD) ist definiert als Beginn einer Dialysebehandlung oder Erhalt einer
Nierentransplantation.** Es gab zu wenige Todesfälle renaler Ursache, um eine aussagekräftige Hazard Ratio zu berechnen.
# Vordefiniert als eines der beiden Abbruchkriterien in der vorab geplanten Zwischenanalyse.
Abbildung 4: Zeit bis zum erstmaligen Eintreten einer Progression der Niereninsuffizienz oder einesadjudizierten kardiovaskulären Todes; geschätzte kumulative Inzidenz
Placebo (N = 3 305)
Empagliflozin 10 mg (N = 3 304)
Risikopatienten Studientag
Placebo
Empagliflozin 10 mg
Die Ergebnisse des kombinierten primären Endpunkts waren in den präspezifizierten Subgruppen im
Allgemeinen konsistent, einschließlich der eGFR-Kategorien, der zugrundeliegenden Ursache der
Niereninsuffizienz, des Diabetesstatus oder der Hintergrundbehandlung mit RAS-Hemmern. Der
Nutzen der Behandlung war bei Patienten mit höheren Albuminurie-Werten deutlicher zu erkennen.
Während der Behandlung verlief die eGFR-Abnahme im Studienverlauf in der Empagliflozin-Gruppeim Vergleich zur Placebo-Gruppe langsamer (siehe Abbildung 5). Empagliflozin verlangsamte diejährliche Rate der eGFR-Abnahme im Vergleich zu Placebo um 1,37 ml/min/1,73 m2/Jahr (95 %-KI:
1,16; 1,59), basierend auf einer präspezifizierten Analyse aller eGFR-Messungen, die vom2-Monats-Besuchstermin bis zur letzten Nachuntersuchung durchgeführt wurden. Bei den mit
Empagliflozin behandelten Patienten kam es zu einem anfänglichen Abfall der eGFR, wobei der Wertnach dem Absetzen der Behandlung wieder Richtung Ausgangsniveau anstieg, wie in mehreren
Empagliflozin-Studien gezeigt wurde. Dies stützt die Annahme, dass bei der anfänglichen Wirkungvon Empagliflozin auf die eGFR hämodynamische Veränderungen eine Rolle spielen.
Geschätzte kumulative Inzidenzfunktion [%]
Abbildung 5: Veränderung der eGFR im Studienverlauf*
Placebo (N = 3 305)
Empagliflozin 10 mg (N = 3 304)
Baseline 6 Monate 18 Monate 30 Monate2 Monate 12 Monate 24 Monate 36 Monate
Geplanter Studienmonat
*MMRM-Ergebnisse für eGFR (CKD-EPI) (ml/min/1,73 m2) im Studienverlauf - randomisierte Gruppe(randomised set).
Kinder und JugendlicheTyp-2-Diabetes mellitusDie klinische Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin (10 mg mit möglicher Dosiserhöhungauf 25 mg) und Linagliptin (5 mg) einmal täglich wurden bei Kindern und Jugendlichen im Alter von10 bis 17 Jahren mit Typ-2-Diabetes mellitus in einer placebokontrollierten Studie (DINAMO) über26 Wochen untersucht, an die sich eine Nachbeobachtungsphase zur Arzneimittelsicherheit bis zu52 Wochen anschloss. Hintergrundtherapien als Ergänzung zu Diät und Bewegung waren Metformin(51 %), eine Kombination aus Metformin und Insulin (40,1 %), Insulin (3,2 %) oder keine (5,7 %).
Die adjustierte mittlere Veränderung des HbA1c-Werts zwischen Empagliflozin (N = 52) und Placebo(N = 53) von -0,84 % in Woche 26 war klinisch relevant und statistisch signifikant(95 %-KI: -1,50; -0,19; p = 0,0116). Darüber hinaus führte die Behandlung mit Empagliflozin im
Vergleich zu Placebo zu einer klinisch relevanten adjustierten mittleren Veränderung der NPGvon -35,2 mg/dl (95 %-KI: -58,6; -11,7) (-1,95 mmol/l [-3,25; -0,65]).
Herzinsuffizienz und chronische Niereninsuffizienz
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Jardiance eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in Herzinsuffizienz und beider Behandlung von chronischer Niereninsuffizienz gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Bereinigtes Mittel (SE)