Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels IZBA 30mcg / ml augentropfenlösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
IZBA 30 Mikrogramm/ml Augentropfen, Lösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein ml Lösung enthält 30 Mikrogramm Travoprost.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungEin ml Lösung enthält 7,5 mg Propylenglycol und 2 mg Macrogolglycerolhydroxystearat (HCO-40)(siehe Abschnitt 4.4).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Augentropfen, Lösung (Augentropfen).
Klare, farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei erwachsenen Patienten mit okulärer Hypertensionoder Offenwinkelglaukom (siehe Abschnitt 5.1).
Zur Senkung des erhöhten Augeninnendrucks bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 Jahren bis<18 Jahren mit okulärer Hypertension oder kindlichem Glaukom (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungAnwendung bei Erwachsenen einschließlich älteren Patienten
Travoprost wird in einer Dosierung von einmal täglich 1 Tropfen in den Bindehautsack des (der)betroffenen Auges(n) eingetropft. Die optimale Wirkung wird erreicht, wenn abends getropft wird.
Verschließen des Tränenkanals oder sanftes Schließen des Augenlids nach der Anwendung wirdempfohlen. Dadurch können die systemische Aufnahme von Arzneimitteln, die zur Anwendung am
Auge bestimmt sind, verringert und systemische Nebenwirkungen gemindert werden.
Wird mehr als ein topisches Ophthalmikum angewendet, müssen die einzelnen Anwendungenmindestens 5 Minuten auseinander liegen.
Wenn eine Anwendung vergessen wurde, sollte die Behandlung planmäßig mit der nächsten
Anwendung fortgesetzt werden. Die Dosierung sollte einen Tropfen täglich pro betroffenem Augenicht überschreiten.
Wird die Behandlung von einem anderen topischen Antiglaukomatosum auf IZBA umgestellt, solltedas vorherige Arzneimittel abgesetzt und die Behandlung mit IZBA am folgenden Tag begonnenwerden.
Eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion
Travoprost 30 µg/ml wurde nicht an Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktiongetestet. Jedoch ist Travoprost 40 µg/ml bei Patienten mit leicht bis stark eingeschränkter
Leberfunktion sowie bei Patienten mit leicht bis stark eingeschränkter Nierenfunktion untersuchtworden (Kreatinin-Clearance nicht weniger als 14 ml/min). Bei diesen Patienten ist keine Anpassungder Dosierung notwendig (siehe Abschnitt 5.2). Daher wird auch für die geringere Konzentration keine
Notwendigkeit einer Dosisanpassung angenommen.
Kinder und JugendlicheIZBA kann bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 Jahren bis <18 Jahren in der gleichen
Dosierung wie bei Erwachsenen angewandt werden (siehe Abschnitt 5.1).
Die Sicherheit und Wirksamkeit von IZBA bei Kindern unter 3 Jahren ist nicht erwiesen. Zurzeitvorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung unter einem
Alter von 3 Jahren kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungAnwendung am Auge.
Für Patienten, die Kontaktlinsen tragen, siehe Abschnitt 4.4.
Der Patient sollte die umhüllende Schutzfolie erst unmittelbar vor dem ersten Gebrauch entfernen. Um
Kontaminationen von Tropferspitze und Lösung zu vermeiden, dürfen weder das Augenlid noch die
Augenumgebung oder andere Oberflächen mit der Tropferspitze in Berührung kommen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Veränderung der Augenfarbe
IZBA kann die Augenfarbe allmählich verändern, indem es die Anzahl der Melanosomen(Pigmentgranula) der Melanozyten erhöht. Vor Therapiebeginn müssen Patienten auf einemöglicherweise dauerhafte Veränderung der Irisfarbe hingewiesen werden. Die unilaterale
Behandlung kann eine bleibende Heterochromie zur Folge haben. Langzeitwirkungen auf die
Melanozyten und etwaige Konsequenzen daraus sind derzeit nicht bekannt. Die Veränderung der
Irisfarbe geschieht langsam und kann über Monate bis Jahre hinweg unbemerkt bleiben. Diese
Veränderung der Augenfarbe trat vorwiegend bei Patienten mit gemischtfarbigen Iriden auf wie zum
Beispiel blaubrauner, graubrauner, gelbbrauner und grünbrauner Irisfarbe, jedoch auch bei Patientenmit braunen Augen. Typischerweise breitet sich die braune Pigmentierung vom Bereich um die Pupilleherum konzentrisch aus bis hin zur Peripherie des betroffenen Auges, aber die Iris kann auch ganzoder teilweise brauner werden. Nach Therapieabbruch ist keine weitere Erhöhung des Gehaltes anbraunem Irispigment beobachtet worden.
Periorbitale und Augenlidveränderungen
In kontrollierten klinischen Studien wurde im Zusammenhang mit der Anwendung von IZBA bei0,2 % der Patienten von einem Dunklerwerden der periorbitalen Haut und/oder der Augenliderhautberichtet.
Bei Prostaglandinanaloga wurden auch Veränderungen der periorbitalen Region und der Augenlidereinschließlich vertieftem Lidsulkus beobachtet.
IZBA kann allmählich die Wimpern der behandelten Augen verändern. Diese Veränderungen wurdenbei etwa der Hälfte aller Patienten aus den klinischen Studien beobachtet und umfassen eine Zunahmeder Länge, der Dicke, der Pigmentierung und/oder der Anzahl der Wimpern. Der Mechanismus der
Veränderungen der Wimpern und die Langzeitfolgen sind derzeit nicht bekannt.
Es existieren keine Erfahrungen mit IZBA bei entzündlichen Augenerkrankungen; auch nicht beineovaskulärem, Winkelblock-, Engwinkel- oder kongenitalem Glaukom und nur begrenzte
Erfahrungen bei Augenerkrankungen auf Grund einer Schilddrüsenüberfunktion, Offenwinkelglaukombei pseudophaken Patienten sowie bei Pigmentglaukom oder Pseudoexfoliationsglaukom. Daher sollte
IZBA bei Patienten mit akuter Entzündung des Augeninneren unter Vorsicht eingesetzt werden.
Aphake Patienten
Aus Behandlungen mit Prostaglandin-F2α-Analoga wurden Makulaödeme berichtet. Bei aphaken
Patienten, pseudophaken Patienten mit Hinterkapselriss oder mit Vorderkammerlinse oder Patientenmit bekannten Risikofaktoren für ein zystoides Makulaödem ist IZBA mit Vorsicht anzuwenden.
Iritis/Uveitis
Bei Patienten mit bekannter Prädisposition für Iritis/Uveitis sollte IZBA mit Vorsicht angewendetwerden.
Hautkontakt
Ein Hautkontakt mit IZBA muss vermieden werden, da an Kaninchen gezeigt wurde, dass es über die
Haut resorbiert wird.
Prostaglandine und Prostaglandinanaloga sind biologisch aktive Stoffe und können durch die Hautresorbiert werden. Schwangere Frauen oder Frauen, die schwanger werden wollen, sollten geeignete
Vorsichtsmaßnahmen treffen, um den direkten Kontakt mit dem Flascheninhalt zu vermeiden. Beiunbeabsichtigtem Kontakt mit dem Flascheninhalt sollte die betroffene Stelle sofort sorgfältiggereinigt werden.
KontaktlinsenPatienten müssen angewiesen werden, Kontaktlinsen vor der Anwendung von IZBA zu entfernen unddiese frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einzusetzen.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungIZBA enthält Propylenglycol, das Hautreizungen verursachen kann.
IZBA enthält Macrogolglycerolhydroxystearat, das Hautreaktionen verursachen kann.
Kinder und JugendlicheEs sind keine Daten zur Langzeitbehandlung bei Kindern und Jugendlichen verfügbar.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebährfähigen Alter/Kontrazeption
Travoprost darf nicht von Frauen angewendet werden, die schwanger werden können, ohne dassausreichende schwangerschaftsverhütende Maßnahmen ergriffen werden (siehe Abschnitt 5.3).
SchwangerschaftTravoprost hat schädliche pharmakologische Wirkungen auf die Schwangerschaft und/oder den
Foetus/das Neugeborene. Travoprost darf nicht während der Schwangerschaft angewendet werden, essei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Travoprost aus Augentropfen in die Muttermilch übergehen kann. Tierstudienzeigten, dass Travoprost und seine Metaboliten in die Muttermilch übergehen. Daher wird die
Anwendung von Travoprost während der Stillzeit nicht empfohlen.
FertilitätZur Auswirkung von Travoprost auf die Fertilität des Menschen liegen keine Daten vor. In Tierstudienbeeinflusste Travoprost die Fertilität nicht bei Dosen, die mehr als 250-fach über der maximalempfohlenen okulären Dosis des Menschen lagen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenIZBA hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Vorübergehendes Verschwommensehen und andere Seheinschränkungen können die Fähigkeitbeeinträchtigen, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen. Wenn sich nach dem
Eintropfen Verschwommensehen einstellt, dürfen Patienten nicht am Straßenverkehr teilnehmen oder
Maschinen bedienen, bis diese Beeinträchtigung abgeklungen ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn einer 3-monatigen klinischen Studie (N=442) mit IZBA als Monotherapie war - bei ca. 12 % der
Patienten - Hyperämie (okulär oder die Bindehaut betreffend) die am häufigsten beobachtete
Nebenwirkung.
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenDie nachstehenden unerwünschten Ereignisse wurden in Verbindung mit einer IZBA-Monotherapiegebracht und folgendermaßen definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich(≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis < 1/1.000) und sehr selten (<1/10.000). In jeder
Häufigkeitskategorie der Tabelle 1 sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangeordnet.
Tabelle 1 Travoprost 30 µg/ml Augentropfen, Lösung
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Augenerkrankungen Sehr häufig okuläre Hyperämie
Häufig trockenes Auge, Augenjucken, Augenbeschwerden
Gelegentlich Keratitis punctata, Entzündung der vorderen
Augenkammer, Blepharitis, Augenschmerzen,
Photophobie, Sehverschlechterung, verschwommenes
Sehen, Konjunktivitis, Augenlidödem,
Lidrandverkrustungen, Augenausfluss, dunkle Ringeunter den Augen, Wimpernwachstum, Verdickung von
Wimpern
Erkrankungen der Haut und Gelegentlich Juckreiz, Hautausschlagdes Unterhautzellgewebes
Die folgenden Nebenwirkungen wurden in Verbindung mit Travoprost 40 µg/ml Augentropfen(entweder mit Benzalkoniumchlorid oder Polyquaternium-1 konserviert) gebracht undfolgendermaßen definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich(≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (<1/10.000) oder nicht bekannt(kann auf Grund der vorliegenden Daten nicht abgeschätzt werden). In jeder Häufigkeitskategorie der
Tabelle 2 sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angeordnet.
Tabelle 2 Travoprost 40 µg/ml Augentropfen, Lösung
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Erkrankungen des Gelegentlich Überempfindlichkeit, jahreszeitbedingte Allergie
Immunsystems
Psychiatrische Erkrankungen Nicht bekannt Depression, Angst, Insomnie
Erkrankungen des Gelegentlich Kopfschmerzen
Nervensystems Selten Disgeusie, Schwindelgefühl, Gesichtsfelddefekt
Augenerkrankungen Sehr häufig okuläre Hyperämie
Häufig Irishyperpigmentierung, Augenschmerzen,
Augenbeschwerden, trockenes Auge, Augenjucken,
Augenreizung
Gelegentlich Hornhauterosion, Uveitis, Iritis, Vorderkammer-Entzündung,
Keratitis, Keratitis punctata, Photophobie, Augenausfluss,
Blepharitis, Augenliderythem, Periorbitalödem,
Augenlidpruritus, verminderter Visus, verschwommenes
Sehen, Tränensekretion verstärkt, Konjunktivitis, Ektropium,
Katarakt, Lidrandverkrustungen, Wimpernwachstum
Selten Iridocyclitis, Herpes simplex am Auge, Augenentzündung,
Photopsie, Ekzem Augenlider, Bindehautödem, Halos sehen,
Bindehautfollikel, Hypästhesie des Auges, Trichiasis,
Entzündung der Meibom-Drüsen,
Vorderkammerpigmentierung, Mydriasis, Asthenopie,
Hyperpigmentation der Wimpern, Verdickung von Wimpern
Nicht bekannt Makulaödem, vertiefte Lidfurche
Erkrankungen des Ohrs und Nicht bekannt Vertigo, Tinnitusdes Labyrinths
Herzerkrankungen Gelegentlich Palpitationen
Selten Unregelmäßige Herzfrequenz, erniedrigte Herzfrequenz
Nicht bekannt Brustkorbschmerz, Bradykardie, Tachykardie, Arrhythmie
Gefäßerkrankungen Selten diastolischer Blutdruck erniedrigt, systolischer Blutdruckerhöht, Hypotonie, Hypertonie
Erkrankungen der Gelegentlich Husten, Nasenverstopfung, Reizung des Rachenraums
Atemwege, des Brustraums Selten Dyspnoe, Asthma, Atemerkrankung, Schmerzen imund Mediastinums Oropharynx, Dysphonie, allergische Rhinitis, trockene Nase
Nicht bekannt Asthma verschlimmert, Epistaxis
Erkrankungen des Selten peptisches Ulkusrezidiv, Mundtrockenheit, gastrointestinale
Gastrointestinaltrakts Erkrankung, Obstipation
Nicht bekannt Diarrhoe, Abdominalschmerz, Übelkeit, Erbrechen
Erkrankungen der Haut und Gelegentlich Hauthyperpigmentierung (periokulär), Hautverfärbung,des Unterhautzellgewebes Haarstrukturveränderungen, Hypertrichose
Selten allergische Dermatitis, Kontaktdermatitis, Erythem,
Ausschlag, Veränderungen der Haarfarbe, Madarosis
Nicht bekannt Juckreiz, Haarwachstum anomal
Skelettmuskulatur-, Selten Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Arthralgie
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Nieren Nicht bekannt Dysurie, Harninkontinenzund Harnwege
Allgemeine Erkrankungen Selten Asthenieund Beschwerden am
Verabreichungsort
Untersuchungen Nicht bekannt Prostataspezifisches Antigen erhöht
Kinder und JugendlicheIn einer 3-monatigen Phase-III-Studie sowie einer 7-tägigen Pharmakokinetik-Studie mit insgesamt102 pädiatrischen Patienten, die mit Travoprost 40 µg/ml, Augentropfen behandelt wurden, waren Typund Charakteristiken der beobachteten Nebenwirkungen ähnlich wie bei Erwachsenen. Auch die
Sicherheitsprofile bei Kurzzeitbehandlung waren in den verschiedenen pädiatrischen Untergruppenähnlich (siehe Abschnitt 5.1). Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen bei den pädiatrischen
Patienten waren okuläre Hyperämie (16,9 %) und Wimpernwachstum (6,5 %). In einer ähnlichen 3-monatigen Studie mit erwachsenen Patienten traten diese Ereignisse mit einer Inzidenz von 11,4 %bzw. 0% auf.
Beim Vergleich einer 3-monatigen pädiatrischen Studie (n=77) mit einer ähnlichen Studie mit
Erwachsenen (n=185) traten bei pädiatrische Patienten zusätzliche Nebenwirkungen auf. Sieumfassten Augenliderythem, Keratitis, verstärkte Tränensekretion und Photophobie, welche jeweilsals Einzelereignisse mit einer Inzidenz von 1,3 % gegenüber 0,0 % bei Erwachsenen berichtet wurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine topische Überdosierung ist unwahrscheinlich und dürfte keine toxische Wirkung haben. Topischüberdosiertes Travoprost kann mit lauwarmem Wasser aus den Augen gespült werden. Bei einem
Verdacht auf orale Einnahme von IZBA ist die Behandlung symptomatisch und unterstützend.
5 PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Ophthalmologika, Antiglaukomatosa und Miotika,
ATC-Code: S01EE04
WirkmechanismusTravoprost, ein Prostaglandin-F2α-Analogon, ist ein hochselektiver Vollagonist mit hoher Affinitätzum Prostaglandin-FP-Rezeptor. Es senkt den intraokulären Druck durch Steigerung des
Kammerwasserabflusses über das trabekuläre Maschenwerk und uveosklerale Abflusskanäle. Beim
Menschen tritt die Senkung des intraokulären Drucks ungefähr 2 Stunden nach dem Eintropfen ein,die maximale Wirkung ist nach 12 Stunden erreicht. Eine signifikante intraokuläre Drucksenkungkann nach einmaligem Tropfen länger als 24 Stunden anhalten.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn einer klinischen Studie, die Patienten mit Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertensionumfasste, zeigte sich bei einer einmaligen Dosis von IZBA am Abend eine der Travoprost 40 µg/ml
Augentropfen bei allen therapiebedingten Kontrollen und Messpunkten äquivalente Senkung des
Augeninnendrucks (95 % des Konfidenzintervalls innerhalb ± 1 mmHg). Tabelle 3 zeigt, dass diedurchschnittliche Senkung des intraokulären Drucks gegenüber des Ausgangswertes im Bereich von7,1 bis 8,2 mmHg lag. Die durchschnittliche, prozentuale Senkung des Augeninnendrucks lag im
Vergleich zum ursprünglichen Wert im Untersuchungszeitraum bei jedem therapiebedingten
Untersuchungstermin im Bereich von 28,4 % bis 30,7 %.
Tabelle 3 Augeninnendruck-Veränderung gegenüber Ausgangswert (mmHg) durch IZBA
Kontrolltermin 8:00 10:00 16:00
Woche 2 im Mittel -8.0 -7.3 -7.1(N=442) 95% KI (-8.3, -7.7) (-7.6, -7.0) (-7.4, -6.8)
Woche 6 im Mittel -8.1 -7.4 -7.2(N=440*) 95% KI (-8.4, -7.9) (-7.6, -7.1) (-7.5, -6.9)
Monat 3 im Mittel -8.2 -7.5 -7.1(N=432*) 95% KI (-8.6, -7.9) (-7.9, -7.2) (-7.4, -6.8)
*Bei einer Person fehlen Daten um 8:00 in Woche 6; bei einer anderen um 16:00 in Monat 3.
Im Vergleich zu den bereits vermarkteten Travoprost 40 µg/ml Augentropfen (konserviert mit
Benzalkoniumchlorid oder Polyquaternium-1) wurde bei IZBA ein verbessertes Sicherheitsprofilbeobachtet. Die am häufigsten vorkommende unerwünschte Nebenwirkung, sowohl bei IZBA als auchbei Travoprost 40 µg/ml Augentropfen, ist Hyperämie. Hyperämie (okulär oder die Bindehautbetreffend) wurde bei 11,8 % der Patienten (N=442) aus der IZBA Gruppe beobachtet, verglichen mit14,5 % bei Patienten, die Travoprost 40 µg/ml Augentropfen konserviert mit Benzalkoniumchloriderhielten.
Sekundärpharmakologie
Im Sehnervenkopf des Kaninchens erhöhteTravoprost nach 7 Tagen topischer okulärer Anwendungsignifikant den Blutfluss (einmal täglich 1,4 Mikrogramm).
An Kulturen menschlicher Hornhautzellen sowie nach topischer Applikation am Kaninchenaugezeigte sich, dass - verglichen mit Augentropfen, die mit Benzalkoniumchlorid konserviert sind - mit
Polyquaternium-1 konservierte Travoprost 40 µg/ml Augentropfen nur eine minimale
Oberflächentoxizität am Auge aufweisen.
Kinder und JugendlicheIZBA wurde nicht speziell in klinischen Studien mit pädiatrischen Patienten untersucht. Stattdessenzeigte ein Modellierungsansatz, dass beim Einsatz von IZBA und TRAVATAN (Travoprost 40 µg/ml
Augentropfen) eine gleichwertige IOD-Reduktion bei pädiatrischen Patienten im Alter von 3 Jahrenund älter erwartet werden kann. Die dem Modell zu Grunde liegenden Studien waren zwei
Dosisfindungsstudien: eine Phase III-Studie mit der Anwendung von IZBA und eine pädiatrische
Studie mit der Anwendung von TRAVATAN (Travoprost 40 µg/ml Augentropfen).
Die Wirksamkeit von TRAVATAN (Travoprost 40 µg/ml Augentropfen) bei Kindern und
Jugendlichen im Alter von 2 Monaten bis unter 18 Jahren wurde in einer 12-wöchigen, doppelblindenklinischen Studie untersucht. In dieser Studie wurde Travoprost mit Timolol bei 152 Patienten, beidenen eine okuläre Hypertension oder ein kindliches Glaukom diagnostiziert worden war, verglichen.
Die Patienten erhielten entweder einmal täglich Travoprost 0,004 % oder zweimal täglich Timolol0,5 % (bzw. 0,25 % für Kinder unter 3 Jahren). Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die
Veränderung des intraokulären Drucks (IOD) in der Studienwoche 12 gegenüber dem Ausgangswert.
Die mittleren IOD-Senkungen waren in der Travoprost- und in der Timolol-Gruppe vergleichbar(siehe Tabelle 4).
In den Altersgruppen 3 bis <12 Jahren (n=36) und 12 bis <18 Jahren (n=26) war die mittlere IOD-
Senkung in Woche 12 in der Travoprost-Gruppe vergleichbar mit derjenigen in der Timolol-Gruppe.
Die mittlere IOD-Reduktion in Woche 12 in der Gruppe der 2 Monate bis <3-Jährigen betrug1,8 mmHg in der Travoprost-Gruppe und 7,3 mmHg in der Timolol-Gruppe. Die IOD-Reduktionenfür diese Gruppe basieren auf nur 6 Patienten in der Timolol-Gruppe und 9 Patienten in der
Travoprost-Gruppe, wobei 4 Patienten in der Travoprost-Gruppe versus 0 Patienten in der Timolol-
Gruppe keine relevanten mittleren IOD-Reduktionen in Woche 12 hatten. Für Kinder unter2 Lebensmonaten liegen keine Daten vor.
Die Wirkung auf den IOD machte sich nach der zweiten Behandlungswoche bemerkbar und hieltwährend der 12-wöchigen Studiendauer in allen Altersgruppen einheitlich an.
Tabelle 4 Vergleich der Änderungen der IOD-Ausgangsmittelwerte (mmHg) in Woche 12
Travoprost Timolol
Mittelwert Mittelwerts-
N Mittelwert (SE) N (SE) differenza (95% KI)53 -6,4 60 -5,8 -0,5 (-2,1; 1,0)(1,05) (0,96)
SE = Standardfehler; KI = Konfidenzintervall;aMittelwertdifferenz bedeutet Travoprost - Timolol. Die Schätzungen basieren auf Least-Square-
Mittelwerten aus einem statistischen Modell, das korrelierte IOD-Messungen berücksichtigt, beidenen primäre Diagnose sowie die IOD-Ausgangswerte in einer stratifizierten Gruppe im Modellenthalten sind.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionTravoprost ist ein Ester-Prodrug. Es wird durch die Hornhaut resorbiert, wo der Isopropylester zuraktiven freien Säure hydrolysiert wird. Studien am Kaninchen ergaben ein bis zwei Stunden nach dertopischen Applikation von Travoprost 40 µg/ml Augentropfen maximale Wirkstoffspiegel von 20 ng/gfreie Säure im Kammerwasser. Die Kammerwasserkonzentration nahm mit einer Halbwertszeit vonungefähr 1,5 Stunden ab.
VerteilungNach topischer okulärer Anwendung von Travoprost 40 µg/ml Augentropfen an gesunden Probandenwurde eine geringe systemische Belastung durch die aktive freie Säure nachgewiesen. 10 bis30 Minuten nach Anwendung wurden Spitzenkonzentrationen von bis zu 25 pg/ml der aktiven freien
Säure beobachtet. In der Folge fielen die Plasmaspiegel innerhalb von 1 Stunde nach der Anwendungschnell unter die Nachweisgrenze der Gehaltsbestimmungsmethode von 10 pg/ml. Die
Eliminierungshalbwertszeit der aktiven freien Säure nach topischer Gabe konnte aufgrund ihrergeringen Plasmakonzentrationen und der raschen Ausscheidung nicht bestimmt werden.
BiotransformationTravoprost und die aktive freie Säure werden hauptsächlich über den Metabolismus ausgeschieden.
Die systemische Metabolisierung ähnelt derjenigen von endogenem Prostaglandin-F2α, die durch
Reduktion der C13-C14 Doppelbindung, Oxidation der 15-Hydroxyl-Gruppe und β-oxidativer
Abspaltung an der oberen Seitenkette charakterisiert ist.
EliminationDie freie Säure von Travoprost und deren Metaboliten werden in erster Linie über die Nierenausgeschieden. Travoprost 40 µg/ml Augentropfen wurden bei Patienten mit leicht bis starkeingeschränkter Leberfunktion sowie bei Patienten mit leicht bis stark eingeschränkter Nierenfunktionuntersucht (Kreatinin-Clearance nicht weniger als 14 ml/min). Bei diesen Patienten ist keine
Anpassung der Dosierung notwendig.
Kinder und JugendlicheEine pharmakokinetische Studie mit TRAVATAN (Travoprost 40 µg/ml Augentropfen,) beipädiatrischen Patienten im Alter von 2 Monaten bis < 18 Jahren ergab eine niedrige Plasmaexpositionder freien Säure von Travoprost mit Konzentrationen von unter 10 pg/ml der Nachweisgrenze (BLQ)bis zu 54,5 pg/ml.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Studien an Affen zur okulären Toxizität führte die zweimal tägliche Gabe von 0,45 µg Travoprostzu vermehrtem Auftreten von Fissuren der Lider. Bei Affen fiel bei topischer okulärer Anwendungvon Travoprost (zweimal tägliche Anwendung am rechten Auge über ein Jahr hinweg in
Konzentrationen bis zu 0,012 %) keine systemische Toxizität auf.
Das vermehrte Auftreten von Fissuren der Lider, das bei Affen beobachtet wurde, ist weder bei
Kaninchen noch in klinischen Studien mit Travoprost-Arzneimitteln aufgefallen und wird alsartspezifisch angesehen.
Reproduktionstoxische Studien mit systemischer Gabe wurden an Ratten, Mäusen und Kaninchendurchgeführt. Die Befunde stehen im Einklang mit der agonistischen Aktivität an FP-Rezeptoren des
Uterus und umfassen frühe Embryoletalität, Verlust nach Einnistung und Foetotoxizität. Während der
Organogenese bei trächtigen Ratten führte die systemische Gabe von Travoprost, die der 200 fachenklinischen Dosierung entsprach, zu einem erhöhten Auftreten von Missbildungen. Im Fruchtwasserund im foetalen Gewebe von trächtigen Ratten, denen 3H-Travoprost gegeben wurde, fanden sichgeringe Mengen an Radioaktivität. Reproduktions- und Entwicklungsstudien zeigten deutliche
Auswirkungen auf den Verlust der Foeten mit einer hohen Rate bei Ratten und Mäusen (180 pg/mlbzw. 30 pg/ml Plasmakonzentration) bei Belastungen, die dem 1,2 bis 6 fachen der klinischen
Exposition (bis 25 pg/ml) entsprachen.
Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])Travoprost gilt als persistente, bioakkumulierbare und toxische (PBT) Substanz. Trotz der sehrgeringen Menge Travoprost, die Patienten mittels Augentropfen anwenden, kann ein Risiko für die
Umwelt nicht ausgeschlossen werden.
6 PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Polyquaternium-1,
Macrogolglycerolhydroxystearat (HCO-40),
Borsäure (E284),
Mannitol (E421),
Natriumchlorid,
Propylenglycol (E1520),
Natriumhydroxid und/oder Salzsäure (zur pH-Einstellung),
Gereinigtes Wasser.
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre4 Wochen nach dem erstmaligen Öffnen nicht mehr verwenden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
IZBA wird in einer ovalen 4-ml Flasche aus syndiotaktischem Polypropylen (sPP) mit Tropfer und
Schraubverschluss aus Polypropylen (PP) in einer Folienverpackung verpackt. Jede 4-ml Flascheenthält 2,5 ml Lösung.
Faltschachtel mit 1 oder 3 Flaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen. Es ist zu beachten, dass Travoprost als PBT-Substanz eingestuft ist (siehe
Abschnitt 5.3).
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novartis Europharm Limited
Vista Building
Elm Park, Merrion Road
Dublin 4
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 20. Februar 2014
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. November 2018
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.