Packungsbeilage ITVISMA 1.2x1014vektorgenome / ml Injektionslösung
- Produktcode:
- W72070001
- Menge:
- 1
- Angewendet bei:
- spinale Muskelatrophie
- Art der Anwendung:
- Injektion
- Substanz:
- onasemnogen abeparvovec (Gentherapie)
- ATC
- M09AX09 — Muskel- und Skelettsystem | Andere Mittel gegen Störungen des Muskel- und Skelettsystems | Andere Mittel gegen Störungen des Muskel- und Skelettsystems
Das Medikament wird als einmalige intravenöse Infusion verabreicht, wie von einem Arzt verordnet. Es ist wichtig, dass Patienten vor und nach der Verabreichung engmaschig überwacht werden, um mögliche Komplikationen zu verhindern.
Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie erhöhten Leberenzymen, Erbrechen oder Fieber bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.
Häufige Nebenwirkungen sind erhöhte Leberenzyme, Erbrechen, Fieber und Appetitlosigkeit. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie Leberversagen oder allergische Reaktionen auftreten. Patienten sollten vor Beginn der Behandlung über diese Risiken informiert werden.
Allgemeine Daten zu ITVISMA 1.2x1014vektorgenome / ml
- Substanz:
- onasemnogen abeparvovec
- Datum der letzten Medikamentenliste:
- 01-08-2026
- Produktcode:
- W72070001
- Konzentration:
- 1.2x1014vektorgenome / ml
- Darreichungsform:
- Injektionslösung
- Menge:
- 1
- Produktart:
- Originalpräparat
- Abgabebedingungen:
- P-RF — Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.
Darreichungsformen erhältlich für onasemnogen abeparvovec
Verfügbare Konzentrationen für onasemnogen abeparvovec
- 1.2x1014vektorgenome/ml
- 2x10^13vektorgenome/ml
Offizielle Dokumente
- Zur Datenbank hinzugefügt:
- 28/07/2026
Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ITVISMA 1.2x1014vektorgenome / ml Injektionslösung
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Packungsbeilage ITVISMA 1.2x1014vektorgenome/ml
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Itvisma 1,2 × 1014 Vektorgenome Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
2.1 Allgemeine Beschreibung
Onasemnogen abeparvovec ist ein Gentherapeutikum, das das humane Survival-Motoneuron-(SMN-)Protein exprimiert. Es handelt sich um einen nicht replizierenden rekombinanten adeno-assoziierten Vektor auf der Basis des Virus-Serotyps 9 (AAV9), der die cDNA des humanen SMN-
Gens unter der Kontrolle des Cytomegalievirus-Enhancers/Hühner-β-Aktin-Hybrid-Promotors enthält.
Onasemnogen abeparvovec wird durch DNA-Rekombinationstechnologie in menschlichenembryonalen Nierenzellen gebildet.
2.2 Qualitative und quantitative Zusammensetzung
Jede Einzeldosis-Durchstechflasche enthält 1,2 × 1014 Vektorgenome (vg) von Onasemnogenabeparvovec in 3 ml Lösung. Onasemnogen abeparvovec intrathekale Injektion hat eine nominale
Konzentration von 4 × 1013 vg/ml und jede Durchstechflasche enthält ein extrahierbares Volumen vonmindestens 3 ml.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Eine klare bis leicht opake, farblose bis leicht weiße Lösung mit einem pH-Wert von 7,7 bis 8,3 undeiner Osmolalität von 390 bis 430 mOsm/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Itvisma wird angewendet zur Behandlung von Patienten ab 2 Jahren und älter mit 5q-assoziierterspinaler Muskelatrophie (SMA) mit einer biallelischen Mutation im SMN1-Gen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Eine Behandlung sollte in klinischen Zentren erfolgen und von einem Arzt überwacht werden, derüber Erfahrung in der Therapie von Patienten mit SMA verfügt.
Vor der Verabreichung von Itvisma sind Ausgangs-Laboruntersuchungen erforderlich, einschließlich,aber nicht beschränkt auf:
* AAV9-Antikörpertestung mit einem entsprechend validierten Test (siehe Abschnitt 4.4),
* Leberfunktion: Alaninaminotransferase (ALT), Aspartataminotransferase (AST) und
Gesamtbilirubin (siehe Abschnitt 4.4),
* Kreatinin und
* Großes Blutbild (einschließlich Hämoglobin und Thrombozytenzahl) (siehe Abschnitt 4.4).
Es wird empfohlen, dass die Patienten vor der Injektion einen klinisch stabilen allgemeinen
Gesundheitszustand aufweisen (siehe Abschnitt 4.4). Das Nutzen-Risiko-Profil von Itvisma bei
Patienten mit respiratorischer Insuffizienz, die dauerhaft beatmet werden müssen und/oder nichtschlucken können, ist nicht erwiesen.
Da der Effekt der Behandlung in sich nicht teilenden Zellen andauert, sollten Patienten, die zuvor mit
Onasemnogen abeparvovec (unabhängig von der Art der Anwendung) behandelt wurden, nicht mit
Itvisma behandelt werden (siehe Abschnitt 5.1).
DosierungItvisma wird als Einzeldosis von 1,2 × 1014 vg verabreicht.
Immunmodulatorisches Therapieregime
Zur Abschwächung der Immunantwort wird eine Immunmodulation mit Corticosteroiden empfohlen.
Nach der Behandlung kann eine Erhöhung der Leberaminotransferasen oder eine Verringerung der
Thrombozytenzahl auftreten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8). Wenn möglich, sollte der Impfplan des
Patienten an die begleitende Corticosteroid-Gabe vor und nach der Injektion von Itvisma angepasstwerden (siehe Abschnitt 4.5).
Tabelle 1 enthält das empfohlene immunmodulatorische Therapieregime vor und nach der Injektion.
Tabelle 1 Empfohlenes immunmodulatorisches Therapieregime vor und nach der Injektion
Vor der 24 Stunden vor der Itvisma-Injektion Prednisolon p.o. 1 mg/kg/Tag (oder
Injektion Äquivalent)
Nach der 30 Tage (einschließlich Tag der Prednisolon p.o. 1 mg/kg/Tag (oder
Injektion Verabreichung von Itvisma) Äquivalent)
Anschließend 28 Tage: Systemische Corticosteroide solltenschrittweise ausgeschlichenwerden.
Bei Patienten mit unauffälligem Befund Ausschleichende Reduktion von(unauffälliger klinischer Prednisolon (oder äquivalent, falls
Untersuchungsbefund, Gesamtbilirubin, ein anderes Corticosteroid
ALT- und AST-Werte jeweils unter dem verwendet wird), z. B. durch2-Fachen der Normobergrenze [upper limit wöchentliche Reduktionen umof normal, ULN]) am Ende des 30-Tages- 0,20 mg/kg/Tag über einen
Zeitraums: Zeitraum von mindestens4 Wochen bei oralem Prednisolon.
oder
Bei Patienten mit abweichenden Systemische Corticosteroide
Leberfunktionswerten am Ende des (Äquivalent zu Prednisolon p.o.
30-Tages-Zeitraums: Fortführung, bis die 1 mg/kg/Tag)
AST- und ALT-Werte unter 2-facher ULNliegen und alle anderen Systemische Corticosteroide sollten
Untersuchungsergebnisse (z. B. schrittweise ausgeschlichen
Gesamtbilirubin) wieder in den werden.
Normalbereich zurückgegangen sind,anschließend ausschleichende Reduktionüber 28 Tage oder länger, falls notwendig.
Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt nicht ausreichend auf das Äquivalent von 1 mg/kg/Tagoralem Prednisolon ansprechen, sollte basierend auf dem klinischen Verlauf des Patienten einesofortige Konsultation mit einem Gastroenterologen oder Hepatologen und eine Anpassung an dasempfohlene immunmodulatorische Therapieregime, einschließlich einer Dosiserhöhung, längerer
Anwendungsdauer oder Verlängerung der Corticosteroid-Ausschleichung, in Betracht gezogen werden(siehe Abschnitt 4.4). Wenn eine orale Corticosteroidtherapie nicht vertragen wird oder nicht wirksamist, kann ein intravenöses Corticosteroid als klinisch indiziert in Erwägung gezogen werden.
Verwendet der behandelnde Arzt ein anderes Corticosteroid anstelle von Prednisolon, solltengegebenenfalls ähnliche Überlegungen und Ansätze zur ausschleichenden Corticosteroid-Dosierungnach 30 Tagen angewandt werden.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte Nierenfunktion
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Itvisma bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion istnicht erwiesen. Eine Dosisanpassung sollte nicht in Betracht gezogen werden.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sollte die Behandlung mit Itvisma sorgfältig überlegtwerden (siehe Abschnitt 4.4). Eine Dosisanpassung sollte nicht in Betracht gezogen werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Itvisma bei Kindern unter 2 Jahren ist nicht erwiesen. Zurzeitvorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8 und 5.1 beschrieben; eine Dosierungsempfehlungkann jedoch nicht gegeben werden bei Kindern zwischen 6 Monaten und < 2 Jahren. Es liegen keine
Daten bei Kindern < 6 Monate vor.
ErwachseneEs liegen keine klinischen Studiendaten bei Patienten ab 18 Jahren und älter vor.
Art der AnwendungZur intrathekalen Anwendung. Die Behandlung sollte intrathekal mittels Lumbalpunktion durchmedizinisches Fachpersonal erfolgen, das Erfahrung in der Durchführung von Lumbalpunktionen hat.
* Unmittelbar vor der Verabreichung den Inhalt aus der Durchstechflasche in die Spritzeaufziehen, Luft aus der Spritze entfernen, das Dosisvolumen von 3 ml in der Spritze bestätigen,die Spritze verschließen und an den Ort der Injektion des Patienten bringen.
* Es sollte eine Sedierung in Erwägung gezogen werden, wenn dies durch den klinischen Zustanddes Patienten angezeigt ist.
* Es sollten bildgebende Verfahren zur Unterstützung der intrathekalen Injektion in Betrachtgezogen werden.
* Den Patienten vor und nach der intrathekalen Injektion auf mögliche Anomalien im
Zusammenhang mit einer Lumbalpunktion untersuchen, um schwerwiegendeverfahrensbedingte Komplikationen zu vermeiden.
* Vor der Verabreichung sind 3 ml Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) mithilfe einer
Lumbalpunktionsnadel zu entnehmen.
* Itvisma wird als Einzeldosis mittels intrathekaler Bolusinjektion über ungefähr 1 bis 2 Minutenverabreicht.
* Nach der intrathekalen Injektion wird die Trendelenburg-Lagerung (je nach klinischem Zustanddes Patienten) empfohlen.
Für detaillierte Hinweise zur Zubereitung, Handhabung, versehentlichen Exposition und Entsorgungdes Arzneimittels siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Gründe für einen Aufschub der Behandlung
Aufgrund des erhöhten Risikos einer schwerwiegenden systemischen Immunantwort wird empfohlen,dass die Patienten vor der Injektion einen klinisch stabilen allgemeinen Gesundheitszustand (z. B.
Hydratations- und Ernährungszustand, keine Infektion, respiratorischer Status) aufweisen (siehe
Abschnitt 4.4). Liegt eine akute (z. B. respiratorische) oder chronische, unkontrollierte Infektion vor,sollte die Behandlung mit Itvisma so lange aufgeschoben werden, bis die Infektion abgeklungen undder Patient klinisch stabil ist. Zum Zeitpunkt der Injektion dürfen keine klinischen Anzeichen oder
Symptome einer Infektion vorhanden sein.
Vorbestehende Immunität gegenüber AAV9
In klinischen Studien mit Itvisma mussten die Patienten zu Beginn der Studie einen Anti-AAV9-
Antikörpertiter im Serum von ≤ 1:50 aufweisen. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Itvisma bei
Patienten mit erhöhten Anti-AAV9-Antikörpertitern wurden beim Menschen nicht untersucht.
LebertoxizitätNach der Anwendung von Onasemnogen abeparvovec als intrathekale Injektion wurde über
Lebertoxizität berichtet, die sich im Allgemeinen in erhöhten ALT- und/oder AST-Wertenmanifestierte (siehe Abschnitt 4.8). Um mögliche Aminotransferase-Erhöhungen zu mildern, solltejedem Patienten vor und nach der intrathekalen Injektion ein systemisches Corticosteroid verabreichtwerden. Die immunvermittelte Lebertoxizität kann die Anpassung des immunmodulatorischen
Regimes einschließlich einer längeren Anwendungsdauer, einer Dosiserhöhung oder einer
Verlängerung der Corticosteroid-Ausschleichung erfordern (siehe Abschnitt 4.2).
Patienten mit einer vorbestehenden Leberfunktionsstörung oder einer akuten Virusinfektion der Leberhaben möglicherweise ein erhöhtes Risiko für eine Leberschädigung. Patienten mit erhöhten
Leberfunktionswerten wurden in klinischen Studien zur intrathekalen Injektion von Onasemnogenabeparvovec nicht untersucht.
Vor der intrathekalen Injektion von Onasemnogen abeparvovec sollte die Leberfunktion aller
Patienten durch klinische Untersuchung und Labortests beurteilt werden. Die Leberfunktion solltenach der intrathekalen Injektion von Onasemnogen abeparvovec mindestens 3 Monate und zu anderen
Zeitpunkten, sofern dies klinisch indiziert ist, überwacht werden. Nach der intrathekalen Injektion von
Onasemnogen abeparvovec sollten AST, ALT und Gesamtbilirubin im ersten Monat und während desgesamten Zeitraums der Corticosteroid-Ausschleichung wöchentlich beurteilt werden. Wenn der
Patient am Ende der Ausschleichphase klinisch stabil ist und unauffällige Befunde aufweist, sollte die
Leberfunktion einen weiteren Monat alle zwei Wochen überwacht werden. Das Ausschleichen vonsystemischen Corticosteroiden sollte nicht in Betracht gezogen werden, bis die AST/ALT-Spiegelweniger als 2 × ULN betragen (siehe Abschnitt 4.2).
Patienten mit sich verschlechternden Leberfunktionstestergebnissen und/oder Anzeichen oder
Symptomen einer akuten Erkrankung sollten sofort klinisch untersucht und engmaschig überwachtwerden. Bei Verdacht auf eine Leberschädigung wird eine sofortige Konsultation mit einem
Gastroenterologen oder Hepatologen und weitere Tests empfohlen (z. B. Albumin, Prothrombinzeit,
PTT und INR).
ThrombozytopenieVorübergehend verminderte Thrombozytenzahlen wurden typischerweise innerhalb der ersten Wochenach der intrathekalen Injektion von Onasemnogen abeparvovec beobachtet. In den meisten Fällenbetrug die Thrombozytenzahl ˃ 75 × 109/l und stieg in den zwei Wochen nach der intrathekalen
Injektion von Onasemnogen abeparvovec wieder bis auf den Ausgangswert an.
Die Thrombozytenzahl sollte vor der intrathekalen Injektion von Onasemnogen abeparvovec ermitteltund danach weiterhin regelmäßig überwacht werden, im ersten Monat mindestens wöchentlich undwenn klinisch angezeigt, bis die Thrombozytenzahl wieder auf den Ausgangswert zurückgeht.
Thrombotische MikroangiopathieEs kann eine thrombotische Mikroangiopathie (TMA) auftreten. Die TMA ist durch
Thrombozytopenie, mikroangiopathische hämolytische Anämie und akute Nierenschädigunggekennzeichnet. Eine simultane Aktivierung des Immunsystems (z. B. Infektionen, Impfungen) kanndazu beitragen.
Anzeichen und Symptome einer TMA sollten unverzüglich untersucht werden, da TMA einenlebensbedrohlichen oder tödlichen Ausgang haben kann.
Die Thrombozytopenie ist ein Hauptmerkmal der TMA, daher sollte die Thrombozytenzahl nach derintrathekalen Injektion von Onasemnogen abeparvovec regelmäßig überwacht werden und die
Patienten sollten auf Anzeichen und Symptome einer TMA wie Hypertonie, eine erhöhte Zahl von
Blutergüssen, Krampfanfälle oder verminderte Urinausscheidung überwacht werden. Im Falle, dassdiese Anzeichen und Symptome begleitend zu einer Thrombozytopenie auftreten, sollten weiterediagnostische Abklärungen auf hämolytische Anämie und Nierenfunktionsstörung unverzüglichvorgenommen werden. Bei klinischen Anzeichen, Symptomen und/oder Laborbefunden, die auf eine
TMA hinweisen, sollte sofort ein Hämatologe und/oder Nephrologe konsultiert werden, um die TMAwie klinisch angezeigt zu behandeln. Patienten und Betreuungspersonen sollten über die Anzeichenund Symptome einer TMA informiert und angewiesen werden, sich beim Auftreten dieser Symptomeunverzüglich in ärztliche Notfallbehandlung zu begeben.
Periphere sensorische Neuropathie
Bei der intrathekalen Injektion von Onasemnogen abeparvovec ist eine periphere sensorische
Neuropathie aufgetreten. Die intrathekale Injektion von Onasemnogen abeparvovec kann zusensorischen Symptomen führen (z. B. Taubheitsgefühl, Kribbeln, Prickeln oder Schmerzen in Armen,
Händen, Beinen und/oder Füßen), wobei der Symptombeginn in klinischen Studien ungefähr drei
Wochen nach der Injektion auftrat. Symptome, die eine Behandlung mit zusätzlichen Therapienerfordern, können fortbestehen, sich jedoch im Laufe der Zeit auch schrittweise verbessern (siehe
Abschnitt 4.8). Sensorische Symptome, die auf eine periphere sensorische Neuropathie hindeuten,können auch im Rahmen des natürlichen Verlaufs einer SMA auftreten.
Eine vollständige neurologische Abklärung und andere Untersuchungen und/oder einesymptomatische Behandlung sollten in Abhängigkeit vom klinischen Bild des Patienten in Erwägunggezogen werden. Patienten und Betreuungspersonen sollten über die Anzeichen und Symptome einerperipheren sensorischen Neuropathie informiert und angewiesen werden, den behandelnden Arztunverzüglich zu informieren, wenn diese Symptome auftreten.
Risiko der Tumorigenität infolge der Vektorintegration
Es besteht ein theoretisches Risiko der Tumorigenität aufgrund der potenziellen Integration der AAV-
Vektor-DNA von Onasemnogen abeparvovec in das Wirtsgenom.
Onasemnogen abeparvovec intrathekale Injektion besteht aus einem nicht replizierenden AAV9-
Vektor, dessen DNA größtenteils in episomaler Form persistiert. Bei AAV-Gentherapien wurde übereine zufällige Integration rekombinanter AAV-Vektor-DNA in die menschliche DNA berichtet. Dieklinische Relevanz einzelner Integrationsereignisse ist nicht bekannt, aber es wird anerkannt, dasseinzelne Integrationsereignisse potenziell zu einem Risiko der Tumorigenität beitragen könnten.
Bisher wurden keine Fälle von Malignitäten im Zusammenhang mit einer Onasemnogen abeparvovec-
Behandlung mittels intrathekaler Injektion berichtet. Im Falle eines Tumors sollte der Inhaber der
Zulassung kontaktiert werden, um eine Anleitung zur Entnahme von Patientenproben für Testzweckezu erhalten.
Blut-, Organ-, Gewebe- und Zellspende
Patienten, die mit Onasemnogen abeparvovec mittels intrathekaler Injektion behandelt wurden, solltenkein Blut, keine Organe, keine Gewebe oder Zellen für Transplantationen spenden.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 3-ml-Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
ImpfungenWenn möglich, sollte der Impfplan des Patienten an die begleitende Corticosteroid-Gabe vor und nachder intrathekalen Injektion von Onasemnogen abeparvovec angepasst werden. Eine saisonale
Prophylaxe gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) wird empfohlen. Lebendimpfstoffe wie
Masern, Mumps und Röteln (MMR) und Varizellen sollten bei Patienten unter einerimmunsuppressiven Steroiddosis (d. h. ≥ 2 Wochen täglicher Gabe von 20 mg oder 2 mg/kg
Körpergewicht Prednisolon oder Äquivalent) nicht angewendet werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Onasemnogen abeparvovec bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirektegesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Esist nicht bekannt, ob Onasemnogen abeparvovec auf den Fötus übertragen werden könnte. Dahersollten Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden möchten, nur nach einer gründlichen
Nutzen-Risiko-Bewertung mit Itvisma behandelt werden.
StillzeitEs liegen keine Daten über das Vorhandensein von Onasemnogen abeparvovec in der Muttermilchund über die Auswirkungen auf den gestillten Säugling oder auf die Milchproduktion vor. Es musseine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der
Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
FertilitätEs liegen keine Daten über den Einfluss von Onasemnogen abeparvovec auf die Fertilität beim
Menschen vor. In tierexperimentellen Fertilitätsstudien hatte Onasemnogen abeparvovec in einer
Dosis von 1,1 × 1014 vg/kg intravenös verabreicht keine Auswirkungen auf die Fertilität beimännlichen und weiblichen Mäusen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Die intrathekale Injektion von Onasemnogen abeparvovec hat einen geringen Einfluss auf die
Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Patienten, bei denen Schwindelauftritt (siehe Abschnitt 4.8), sollten das Führen von Fahrzeugen und das Bedienen von Maschinenvermeiden.
4.8 Nebenwirkungen
Die in diesem Abschnitt beschriebenen Sicherheitsdaten stammen von 127 Patienten aus den Studien
COAV101B12301, COAV101B12302 und COAV101A12102 über einen Nachbeobachtungszeitraumvon 52 Wochen (siehe Abschnitt 5.1). Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen nach der
Anwendung von Itvisma waren Infektion der oberen Atemwege (41,7 %), Fieber (36,2 %), Erbrechen(28,3 %), Kopfschmerzen (13,4 %) und erhöhte Leberenzyme (9,4 %). Die am häufigsten gemeldetenschwerwiegenden unerwünschten Nebenwirkungen waren Erbrechen (2,4 %), erhöhte
Leberenzymwerte (1,6 %), Kopfschmerzen (1,6 %) und Fieber (1,6 %). Die gemeldeten
Nebenwirkungen waren in allen Studien ähnlich.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie mit Itvisma aufgetretenen Nebenwirkungen bei Patienten, die eine intrathekale Injektion derempfohlenen Dosierung erhalten haben, sind in Tabelle 2 dargestellt. Die Nebenwirkungen sindgemäß MedDRA-Systemorganklassifikation und nach Häufigkeit geordnet angegeben. Die
Häufigkeitskategorien basieren auf folgender Konvention: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100,< 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000);nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 2 Liste der Nebenwirkungen von Itvisma
Nebenwirkungen nach MedDRA-SOC/PT und Häufigkeit
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektion der oberen Atemwegea)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsHäufig Thrombozytopenieb)
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzenc)
Häufig Schwindelgefühlc)
Häufig Periphere sensorische Neuropathied)
Häufig Hypoästhesie
Häufig Parästhesie
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Erbrechen
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Leberenzyme erhöhte)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Fiebera) Infektion der oberen Atemwege beinhaltet Infektion der oberen Atemwege, virale Infektion der oberen
Atemwege, Rhinitis und Schmerzen im Oropharynx.b) Thrombozytopenie beinhaltet Thrombozytopenie und verminderte Thrombozytenzahl.c) Nebenwirkungen, die als im Zusammenhang mit der Lumbalpunktion erachtet werden.d) Periphere sensorische Neuropathie beinhaltet periphere sensorische Neuropathie und periphere
Neuropathie.e) Leberenzyme erhöht beinhaltet Leberenzyme erhöht, Alaninaminotransferase erhöht,
Aspartataminotransferase erhöht, Hepatitis, Hypertransaminasämie und abnorme Leberfunktion.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenPeriphere sensorische Neuropathie
In klinischen Studien wurden innerhalb von etwa drei Wochen nach Verabreichung von Itvisma Fällevon peripherer sensorischer Neuropathie (1,6 %) beobachtet. Die Patienten wiesen Hypoästhesie und
Parästhesie auf. Bei diesen Fällen war eine längerfristige symptomatische Behandlung erforderlich,und einige Symptome waren zum Studienende nicht vollständig abgeklungen (siehe Abschnitt 4.4).
Hepatische Laboranomalien
In klinischen Studien erhielten alle Patienten eine prophylaktische Corticosteroid-Behandlung. Diemeisten Patienten erhielten das empfohlene immunmodulatorische Regime über eine mediane Dauervon ca. 60 Tagen (siehe Abschnitt 4.2). Es wurden AST- oder ALT-Erhöhungen von > 3 × ULN bei4,7 % der Patienten nach Verabreichung von Itvisma beobachtet. Die Erhöhungen der Serum-
Aminotransferasen bildeten sich unter Prednisolon-Behandlung zurück und die Patienten erholten sichohne klinische Folgen.
ImmunogenitätIn den klinischen Studien COAV101B12301 und COAV101B12302 kam es bei allen Patienten nacheiner einmaligen Itvisma-Injektion zu Erhöhungen der Anti-AAV9-Antikörpertiter im Serumgegenüber dem Ausgangswert. Die medianen AAV9-Antikörpertiter im Serum 12 Monate nach der
Itvisma-Injektion betrugen in beiden Studien > 1:800 000. In der untersuchten Population zeigte sichüber den Nachbeobachtungszeitraum von 12 Monaten nach der Dosierung kein klarer Zusammenhangzwischen dem Anti‑AAV9‑Antikörperspiegel nach der Anwendung und Sicherheitsbefunden odereinem Wirksamkeitsverlust.
Während des 12-monatigen Zeitraums nach der Itvisma-Injektion wurden in den Studien
COAV101B12301 und COAV101B12302 bei 5/75 (6,7 %) bzw. 2/27 (7,4 %) der mit Itvismabehandelten Patienten positive Anti-SMN-Antikörper beobachtet. Es kann kein eindeutiger
Zusammenhang zwischen einer positiven Anti-SMN-Antikörperreaktion und der Sicherheit oder
Wirksamkeit von Itvisma während des Nachbeobachtungszeitraums von 12 Monaten nach Dosisgabehergestellt werden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
In Bezug auf eine Überdosierung von Itvisma liegen keine Daten aus klinischen Studien vor. Die
Dosis von Itvisma ist eine einzelne, fixe Dosis und wird nur einmal verabreicht, daher wird eine
Überdosierung als unwahrscheinlich erachtet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Mittel gegen Störungen des Muskel- und Skelettsystems,
ATC-Code: M09AX09
WirkmechanismusOnasemnogen abeparvovec ist eine Gentherapie, die darauf abzielt, eine funktionsfähige Kopie des
Survival-Motoneuron-Gens (SMN1) in die transduzierten Zellen einzubringen, um die monogenetische
Grundursache der spinalen Muskelatrophie (SMA) zu behandeln. Durch das Bereitstellen eineralternativen Quelle der SMN-Proteinexpression in Motoneuronen wird erwartet, dass das Überlebenund die Funktion der transduzierten Motoneuronen gefördert wird.
Onasemnogen abeparvovec ist ein nicht replizierender rekombinanter AAV-Vektor, der ein
AAV9-Kapsid verwendet, um ein stabiles, voll funktionsfähiges menschliches SMN-Transgenbereitzustellen. Das in Onasemnogen abeparvovec vorhandene SMN1-Gen ist so konzipiert, dass es alsepisomale DNA im Kern der transduzierten Zellen liegt und in postmitotischen Zellen stabilexprimiert wird. Das Transgen wird als selbst-komplementäres doppelsträngiges Molekül in die
Zielzellen eingebracht. Die Expression des Transgens wird durch einen konstitutiven Promotor(Hybrid aus Cytomegalievirus-Enhancer und Hühner-β-Aktin-Promotor) ermöglicht, der zu einerkontinuierlichen, anhaltenden SMN-Proteinexpression führt. Der Nachweis des Wirkmechanismuswird hauptsächlich durch präklinische Studien gestützt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitPhase-III-Studie COAV101B12301 (STEER) bei Patienten mit SMA
Dies ist eine 52-wöchige, randomisierte, doppelblinde, Sham-kontrollierte multizentrische Studie.
Die Wirksamkeit wurde bei 126 nicht vorbehandelten Patienten mit SMA im Alter von 2 bis< 18 Jahren untersucht, die in der Lage waren, selbstständig zu sitzen, aber nie ohne Hilfe gehenkonnten. Die Patienten wurden im Verhältnis 3:2 randomisiert und erhielten entweder Itvisma(1,2 × 1014 vg) durch intrathekale Lumbalinjektion (n = 75) oder ein Sham-Verfahren (n = 51). Die
Randomisierung war nach Alter und Score auf der Hammersmith Functional Motor Scale - Expanded(HFMSE) beim Screening vor der Behandlung stratifiziert. Patienten mit einem erhöhten(Referenzwert > 1:50) Anti-AAV9-Antikörpertiter im Serum zu Studienbeginn waren ausgeschlossen.
Der primäre Endpunkt war die Veränderung des HFMSE-Gesamtscores am Ende der
Nachbeobachtung, definiert als der Durchschnitt der Beurteilungen in Woche 48 und Woche 52,gegenüber dem Ausgangswert in der Gesamtpopulation der Studie (Altersgruppe 2 bis < 18 Jahre) mit
Itvisma im Vergleich zur Sham-Behandlung. Ein sekundärer Endpunkt war der Anteil der Patientenmit Verbesserung des HFMSE-Gesamtscores um mindestens 3 Punkte gegenüber dem Ausgangswertam Ende der Nachbeobachtung. Mit der HFMSE wird die motorische Funktion bei Patienten mit SMAmit eingeschränkter Gehfähigkeit beurteilt. Die Skala besteht aus 33 bewerteten Items zur Beurteilungvon Bewegungen vom Sitzen bis hin zur Benutzung einer Treppe. Jedes Item wird von 0 bis 2bewertet, mit einem maximalen Gesamtscore von 66. Höhere Werte bedeuten eine bessere motorische
Funktion. Ein weiterer sekundärer Endpunkt war die Veränderung im Revised Upper Limb Module(RULM) gegenüber dem Ausgangswert am Ende der Nachbeobachtung. Der RULM ist ein SMA-spezifisches Bewertungsinstrument der motorischen Funktion der oberen Gliedmaßen (proximal unddistal). Der RULM enthält 19 bewertete Items (18 von 0 bis 2 und 1 von 0 bis 1), und es gibt einemaximal erreichbare Punktzahl von 37, wobei höhere Werte auf eine bessere motorische Funktionhinweisen.
Das mediane Alter beim Screening betrug 4,54 Jahre (Bereich: 2,0 bis 16,5 Jahre), und das medianeberichtete Alter beim ersten Auftreten klinischer Anzeichen und Symptome von SMA betrug11 Monate (Bereich: 6 bis 33 Monate). Zu den höchsten motorischen Meilensteinen, die die Patientenje erreicht haben, gehörten Sitzen, Stehen mit oder ohne Unterstützung oder Gehen mit Unterstützung.
Zu Studienbeginn betrug der mittlere HFMSE-Score 17,97 und 18,17 in der mit Itvisma behandelten
Gruppe bzw. in der Sham-behandelten Kontrollgruppe. Der mittlere RULM-Ausgangswert betrug16,52 in der mit Itvisma behandelten Gruppe und 17,42 in der Sham-behandelten Kontrollgruppe. Diedemografischen Merkmale waren zur Baseline zwischen dem Itvisma-Arm und dem Sham-Armausgewogen.
Die Analyse des primären Endpunkts zeigte eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame
Verbesserung der HFMSE-Scores gegenüber dem Ausgangswert am Ende der Nachbeobachtung inder mit Itvisma behandelten Gruppe im Vergleich zur Sham-Kontrollgruppe (Tabelle 3, Abbildung 1).
Tabelle 3 Primärer Endpunkt der Studie COAV101B12301
Endpunkt Mit Itvisma behandelte Patienten in der Sham-
Patienten (N = 75) Kontrollgruppe (N = 51)
Mittlerer HFMSE-Gesamtwert 17,97 (10,110) 18,17 (9,756)bei Studienbeginn (SD)
Mittlerer HFMSE-Gesamtwert 20,49 (11,356) 19,05 (10,132)am Ende der Nachbeobachtung1(SD)
Veränderung des HFMSE- 2,39 (0,439) 0,51 (0,532)
Gesamtscores2 am Ende der
Nachbeobachtung gegenüberdem Ausgangswert in der
Gesamtpopulation der Studie(Altersgruppe 2 bis< 18 Jahre)1, 2, 3
Unterschied zur Sham- 1,88
Kontrollgruppe (0,51-3,25)
Schätzung (95%-KI)
SD = Standardabweichung1 Das Ende der Nachbeobachtung wurde definiert als der Durchschnitt der Bewertungen in Woche 48 und
Woche 52.2 Beurteilt anhand der Full-Analysis-Set-(FAS-)Population, die alle Teilnehmer einschloss, die Itvisma oderdie Sham-Behandlung erhielten3 Mittelwert der kleinsten Quadrate (Least Squares, LS) (Standardfehler des Mittelwerts [SEM])4 Die Mixed-Model-Repeated-Measure-(MMRM-)Analyse mit fixen Effekten umfasste die Behandlung, dengeplanten Termin, die Behandlung-nach-Termin-Interaktion, die Schichten und den HFMSE-Gesamtscorezur Baseline als Kovariate.
Abbildung 1 Veränderung des HFMSE-Scores gegenüber dem Ausgangswert bei Patienten im
Alter von 2 bis zu < 18 Jahren in der Studie COAV101B12301
Itvisma Sham2,390,51
Woche 24 Woche 36 Ende der
Baseline Woche 12
Nachbeobachtung
SSttiicchhpprroobbeennggrröößßee b beeii j jeeddeemm B esuch
Besuch
Sham
Itvisma
Hinweis: Die Daten stellen den LS-Mittelwert ± SEM dar; die Zwischenzeitpunkte sind rein deskriptiv und wurden nicht auf
Mehrfachvergleiche korrigiert.
Die Veränderung im RULM gegenüber dem Ausgangswert am Ende der Nachbeobachtung wurde inder mit Itvisma behandelten Gruppe und in der Sham-Kontrollgruppe beurteilt. Der Anstieg der
LS-Mittelwerte der RULM-Gesamtscores von Baseline bis zum Ende der Nachbeobachtung betrug2,44 Punkte in der mit Itvisma behandelten Gruppe und 0,92 Punkte in der Sham-Kontrollgruppe. Die
Behandlungsdifferenz von 1,52 Punkten zugunsten der mit Itvisma behandelten Gruppe erreichtekeine statistische Signifikanz (95%-KI: 0,34; 2,71) bei einem Alpha-Level von 0,0025 gemäß dervorab geplanten multiplen Teststrategie.
Der Prozentsatz der Patienten mit einer Verbesserung des HFMSE-Gesamtscores von Baseline biszum Ende der Nachbeobachtung um mindestens 3 Punkte war in der mit Itvisma behandelten Gruppezahlenmäßig höher (39,2 %) als in der Sham-Kontrollgruppe (26,0 %), obwohl der Unterschied keinestatistische Signifikanz erreichte (Odds Ratio [OR]: 2,03; 95%-KI: 0,9; 4,57).
Siebenundsechzig von 75 Patienten aus der Studie COAV101B12301, die Itvisma erhalten hatten,wurden nach dem Ende der Nachbeobachtungszeit noch weitere 3 Monate beobachtet. Während desgesamten Nachbeobachtungszeitraums von bis zu 15 Monaten nach der Verabreichung von Itvismastiegen die durchschnittlichen HFMSE-Werte weiter an, was auf eine verbesserte und anhaltendemotorische Funktion hinweist.
Phase-III-Studie COAV101B12302 (STRENGTH) bei SMA-Patienten nach Vorbehandlung mitanderen SMA-modifizierenden Therapien
Dies ist eine unverblindete, einarmige, multizentrische Phase-III-Studie zur intrathekalen
Verabreichung von Itvisma (1,2 × 1014 vg) bei 27 Patienten mit SMA im Alter von 2 bis < 18 Jahren(medianes Alter beim Screening: 7,0 Jahre; Bereich: 2,3 bis 17,6 Jahre), die eine vorhergehende SMA-
Therapie abgebrochen hatten (Nusinersen n = 21, Risdiplam n = 4, Nusinersen und Risdiplam [nichtgleichzeitig] n = 2). Vor der Behandlung mit Itvisma hatten die Patienten Nusinersen im Mittel4,3 Jahre (Bereich: 1,86 bis 6,18 Jahre) und Risdiplam im Mittel 3,0 Jahre (Bereich: 0,39 bis6,28 Jahre) erhalten. Alle Patienten konnten sitzen, aber nie selbstständig gehen. Die motorische
Funktion der Patienten zur Baseline umfasste Sitzen, Stehen mit oder ohne Unterstützung und/oder
Gehen mit Unterstützung. Patienten mit einem erhöhten (Referenzwert > 1:50) Anti-AAV9-
Antikörpertiter im Serum zu Studienbeginn waren ausgeschlossen.
LS-Mittelwert (± SEM) der
Veränderung des HFMSE-Scoresgegenüber dem Ausgangswert
In Woche 52 zeigte sich bei den Patienten eine allgemeine Stabilisierung der motorischen Funktion,gemessen mittels HFMSE (n = 21) mit einer mittleren Veränderung (SD) gegenüber dem
Ausgangswert von 0,17 (2,88) und mittels RULM (n = 21) mit einer mittleren Veränderung (SD)gegenüber dem Ausgangswert von 0,29 (2,85). Nach Adjustierung für die Altersstratifizierung zur
Baseline betrug die bereinigte mittlere (LS-Mittelwert) Veränderung beim HFMSE- und beim RULM-
Gesamtscore zwischen Baseline und Woche 52 1,05 bzw. 0,59. Bei den meisten Patienten war in
Woche 52 eine Aufrechterhaltung der motorischen Baseline-Meilensteine oder höhere motorische
Meilensteine festzustellen.
Phase-I/II-Studie COAV101A12102 (STRONG) bei Patienten mit SMA
Dies ist eine unverblindete Studie der Phase I/II, in der 25 Patienten im Alter von 6 Monaten bis< 5 Jahren zum Zeitpunkt der Behandlung eine einmalige intrathekale Injektion von Itvisma(1,2 × 1014 vg) erhielten. Alle Patienten waren nicht vorbehandelt und konnten zur Baseline sitzen,aber nie selbstständig stehen oder gehen. Patienten mit einem erhöhten (Referenzwert > 1:50) Anti-
AAV9-Antikörpertiter im Serum zu Studienbeginn waren ausgeschlossen. Die Patienten waren nachihrem Alter bei Dosisgabe in zwei Gruppen stratifiziert (6 Monate bis < 2 Jahre [N = 13]; 2 bis< 5 Jahre [N = 12]). Das mediane Alter bei Dosisgabe betrug 17,7 Monate (Bereich: 7 bis 23 Monate)in der Altersgruppe 6 Monate bis < 2 Jahre und 33,7 Monate (Bereich: 26 bis 55 Monate) in der
Altersgruppe 2 bis < 5 Jahre. Das mediane Alter bei Auftreten klinischer Anzeichen und Symptomeder SMA betrug 8,0 Monate in der Altersgruppe 6 Monate bis < 2 Jahre und 8,5 Monate in der
Altersgruppe 2 bis < 5 Jahre.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt bei Patienten im Alter von 2 bis < 5 Jahren war die Veränderungdes HFMSE-Scores 12 Monate nach der Itvisma-Injektion gegenüber dem Ausgangswert. Der mittlere
HFMSE-Score (SD) betrug 14,8 (9,98) zur Baseline und 21,3 (11,94) bei Monat 12. Die primäre
Analyse in dieser Altersgruppe zeigte eine Veränderung der LS-Mittelwerte (95%-KI) der HFMSE-
Scores zwischen Baseline und Monat 12 von 6,0 (3,7; 8,3) Punkten.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt für Patienten im Alter von 6 Monaten bis < 2 Jahren war die
Fähigkeit, bei jedem Besuchstermin nach Baseline bis 12 Monate nach der Itvisma-Injektion fürmindestens 3 Sekunden selbständig zu stehen (Bayley Scales of Infant and Toddler Development[Bayley-III] - Gross Motor [GM] Subtest Item 40). Der primäre Endpunkt wurde nicht erreicht; Einerder 13 Patienten erreichte diesen Meilenstein in Monat 12.
Exploratorische Analysen bei Patienten im Alter von 6 Monaten bis < 2 Jahren zeigen Verbesserungender Grob- und der Feinmotorik gegenüber Baseline, gemessen anhand der Bayley-III-Subtests für
Grob- und Feinmotorik. Alle 13 Patienten zeigten bei den Gesamt-Scores in den Subtests für Grob-und Feinmotorik eine Verbesserung von Baseline bis Monat 12, mit einer mittleren Veränderung (SD)von 6,7 (6,46) bzw. 12,7 (3,71) gegenüber Baseline. Darüber hinaus zeigten in einer Teilgruppe der
Patienten, die während der Studie das Alter von 2 Jahren erreichten und für die HFMSE-Daten übermindestens sieben Monate nach Baseline vorlagen (n = 6), alle Patienten einen Anstieg des HFMSE-
Scores um 1 bis 14 Punkte (mittlere Veränderung ± SD: 6,7 ± 4,72) von der Erstbeurteilung mittels
HFMSE bis zum Ende von Monat 7. Die Wirksamkeit in der Altersgruppe von 6 Monaten bis˂ 2 Jahren wurde nicht nachgewiesen.
Zwölf von 25 Patienten aus der Studie COAV101A12102 wurden für bis zu 7,2 Jahre in eine
Langzeitstudie aufgenommen. Bis zum 30. Juni 2025 konnte die Mehrheit der Patienten ihremotorischen Funktionen beibehalten oder weiter verbessern. Neun von 12 Patienten erhielten zu einembeliebigen Zeitpunkt während der Langzeitstudie eine gleichzeitige Behandlung mit Nusinersen oder
Risdiplam. Der Grund für die gleichzeitige Gabe von Nusinersen oder Risdiplam ist nicht bekannt,und es kann keine Aussage über die Wirkung der Behandlung bei diesen Patienten getroffen werden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Es wurden Studien zur Freisetzung des Onasemnogen abeparvovec-Vektors durchgeführt, die die
Menge der durch Speichel, Urin, Fäzes und Nasensekret aus dem Körper ausgeschiedenen
Vektor-DNA nach intrathekaler Verabreichung ermitteln.
Onasemnogen abeparvovec-Vektor-DNA war nach intrathekaler Injektion in Freisetzungsprobennachweisbar. Die Freisetzung (Ausscheidung) von Onasemnogen abeparvovec erfolgte vorwiegendüber die Fäzes. Der Großteil der Vektor-DNA (> 90 %) wird innerhalb von 2 Wochen nach der
Verabreichung der Dosis ausgeschieden. Die höchste Freisetzung über die Fäzes wurde zwischen0,005 % bis 0,03 % der Gesamtdosis geschätzt. Die maximale Ausscheidungskonzentration in den
Fäzes war nach intrathekaler Verabreichung von 1,2 × 1014 vg in COAV101B12301 im Vergleich zurintravenösen Verabreichung von 1,1 × 1014 vg/kg (Studien AVXS-101-CL-302 und AVXS-101-CL-303) um das ~70-Fache niedriger.
Bei Patienten im Alter von 6 Monaten bis < 2 Jahren erhöht sich das CSF‑Volumen um das 1,0‑ bis1,6‑Fache. Vor diesem Hintergrund kann die Exposition von Onasemnogen abeparvovec im CSF beipädiatrischen Patienten im Alter von 6 Monaten bis < 2 Jahren im Vergleich zu Patienten im Alter von≥ 2 Jahren um das bis zu 1,6‑Fache höher sein.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Bioverteilung
Nach intrathekaler Verabreichung bei nicht-menschlichen Primaten wurde der Vektor mitanschließender Expression von Transgen-mRNA weit verteilt. Die höchste Vektor-DNA-
Konzentration wurde in der Leber nachgewiesen, gefolgt von den Dorsalwurzelganglien (DRG) unddem Rückenmark, die niedrigste Konzentration befand sich in den Keimdrüsen. Die höchsten
Konzentrationen an Transgen-mRNA traten tendenziell in Herz, Leber und Muskel auf.
Bei Mäusen, die am 1. postnatalen Tag mit Onasemnogen abeparvovec intravenös oderintrazerebroventrikulär dosiert wurden, war der Virusvektor in den Keimzellen von Männchen und
Weibchen in der 3., 8. oder 24. Woche nach der Verabreichung nicht nachweisbar. Bei juvenilennicht-menschlichen Primaten, die mit einem scAAV9-Virusvektor behandelt wurden, der in
Onasemnogen abeparvovec verwendet wird, hier aber das grün fluoreszierende Protein (GFP) odermCherry als Transgen trägt, konnte gezeigt werden, dass dieser nach intrathekaler Verabreichung,
Verabreichung in die Cisterna magna und intravenöser Verabreichung Oozyten von zyklischen
Weibchen im Alter von 13-17 Monaten transduzierte, nicht aber die Samenkanälchen oder
Keimzellen von geschlechtsreifen männlichen Tieren.
Bei nicht-menschlichen Primaten zeigten sich nach intrathekaler Verabreichung keine Auswirkungenauf die Verteilung der DNA des scAAV9-Vektors (verwendet in Onasemnogen abeparvovec) im
Rückenmark durch hohe vorbestehende Anti-AAV9-Antikörpertiter im Serum (entsprechend
Titerwerten von bis zu etwa 1:25 000 beim Menschen).
Allgemeine ToxizitätIn einer 12-monatigen Toxizitätsstudie an juvenilen nicht-menschlichen Primaten führte dieintrathekale Verabreichung einer Einzeldosis Onasemnogen abeparvovec in Dosen von 1,20 × 1013,3,0 × 1013 oder 6,0 × 1013 vg/Tier 6 Wochen nach Dosisgabe zu akuter, minimaler bis mäßiger
Entzündung der mononukleären Zellen und neuronaler Degeneration in den Dorsalwurzelganglien(DRG) und im Ganglion trigeminale (TG) sowie zu axonaler Degeneration und/oder Gliose im
Rückenmark. Nach 12 Monaten hatten sich diese nicht-progredienten Befunde teilweise bisvollständig zurückgebildet. Für diese Befunde bei nicht-menschlichen Primaten gab es keineentsprechenden klinischen Beobachtungen, daher ist die klinische Relevanz beim Menschen nichtbekannt. Leberbefunde bei juvenilen nicht-menschlichen Primaten, einschließlich erhöhter
Aminotransferasewerte und Einzelzellnekrose von Hepatozyten, hatten sich nach 12 Monatenvollständig zurückgebildet. Eine Dosis ohne beobachtbare schädliche Wirkung (no observed adverseeffect level, NOAEL) konnte aufgrund der bereits bei der niedrigsten Dosis auftretenden Entzündungund Degeneration in ZNS/DRG/TG nicht ermittelt werden.
Genotoxizität und Karzinogenität
Studien zur Genotoxizität und Karzinogenität wurden mit Onasemnogen abeparvovec nichtdurchgeführt.
Reproduktions- und EntwicklungstoxizitätIn Studien zur Fertilität und frühen embryonalen Entwicklung (FEED) an Mäusen wurden nachintravenöser Verabreichung von Onasemnogen abeparvovec in Dosen von 1,1 × 1013 vg/kg oder1,1 × 1014 vg/kg keine unerwünschten Wirkungen auf die Fertilität von männlichen oder weiblichen
Tieren festgestellt.
In einer Studie zur embryofetalen Entwicklung (EFD) an Mäusen erhielten trächtige Tiere eineintravenöse Dosis Onasemnogen abeparvovec von entweder 1,1 × 1013 vg/kg oder 1,1 × 1014 vg/kg am6. Trächtigkeitstag. Es gab keine Hinweise auf maternale Toxizität, embryofetale Toxizität,
Teratogenität oder verminderte Lebensfähigkeit. Trotz des Vorhandenseins von Vektor-DNA in
Plazenta, Ovarien und Uterus konnte in keinem fetalen Gewebe am 18. Trächtigkeitstag
Onasemnogen-abeparvovec-DNA nachgewiesen werden.
Die NOAEL für die EFD-Studie und die FEED-Studien liegt bei 1,1 × 1014 vg/kg, was mindestensdem 7-Fachen der empfohlenen klinischen intrathekalen Dosis, basierend auf dem Körpergewicht,entspricht.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tromethamin
Magnesiumchlorid
Natriumchlorid
Poloxamer 188
Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Der Kontakt des Arzneimittels mit Medizinprodukten aus Polyvinylchlorid (PVC), Bisphenol-A(BPA), Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) oder Latex muss vermieden werden.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre
Nach dem Auftauen
Nach dem Auftauen darf das Arzneimittel nicht wieder eingefroren werden.
Es kann 14 Tage lang bei 2 °C bis 8 °C gekühlt in Originalverpackung gelagert werden. Bevor das
Produkt im Kühlschrank gelagert wird, ist das Empfangsdatum auf der Originalverpackung zuvermerken.
Nach dem Aufziehen der Dosis in die Spritze kann sie bis zu 24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C aufbewahrtwerden. Innerhalb dieses 24-Stunden-Zeitraums ist ein maximaler Zeitraum von 5 Stunden ohne
Kühlung zulässig. Wenn die Spritze mit dem Vektor nicht innerhalb dieses Zeitraums verwendet wird,muss sie entsorgt werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Tiefgekühlt lagern und transportieren (≤ -60 °C).
Sofort nach Erhalt im Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C).
In der Originalverpackung aufbewahren.
Aufbewahrungsbedingungen nach Auftauen des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Itvisma ist in einer durchsichtigen Einzeldosis-Durchstechflasche (5 ml, Cyclo-Olefin-Polymer) mit
Stopfen (20 mm Chlorbutylkautschuk) und Dichtung (Aluminium, Flip-off) mit farbiger
Verschlusskappe (Kunststoff) erhältlich. Jede Durchstechflasche hat ein Füllvolumen von 3 ml.
Jeder Umkarton enthält 1 Durchstechflasche.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Auftauen
* Itvisma im Kühlschrank (2 °C bis 8 °C) für ca. 4 Stunden oder bei Raumtemperatur (20 °C bis25 °C) für ca. 1 Stunde auftauen.
* Vor der intrathekalen Injektion sollte Itvisma auf Raumtemperatur gebracht werden.
* Itvisma ist eine klare bis leicht opake, farblose bis leicht weiße Lösung. Sie dürfen dieses
Arzneimittel nicht verwenden, wenn Sie nach dem Auftauen des gefrorenen Produkts und vorder Anwendung Partikel, Trübungen oder Verfärbungen feststellen.
* Nicht schütteln.
* Nach dem Auftauen das Arzneimittel nicht wieder einfrieren.
* Nach dem Auftauen sollte Itvisma so schnell wie möglich verabreicht werden. Nach dem
Aufziehen des Dosisvolumens in die Spritze, kann sie bis zu 24 Stunden im Kühlschrank (2 °C
bis 8 °C) aufbewahrt werden, wobei ein maximaler Zeitraum von 5 Stunden ohne Kühlunginnerhalb des 24-Stunden-Zeitraums zulässig ist. Wenn die Spritze mit dem Vektor nichtinnerhalb dieses Zeitraums verwendet wird, muss sie entsorgt werden.
Vorsichtsmaßnahmen vor der Handhabung bzw. vor der Anwendung des Arzneimittels
* Die Handhabung von Itvisma muss aseptisch unter sterilen Bedingungen erfolgen.
* Dieses Arzneimittel enthält genetisch veränderte Organismen (GVO).
* Bei der Handhabung oder Verabreichung von Itvisma sollte persönliche Schutzausrüstung(einschließlich Handschuhe, Schutzbrille, Laborkittel und Ärmelschoner) getragen werden.
* Die Durchstechflasche muss vor Gebrauch aufgetaut werden. Itvisma ist nur im aufgetauten
Zustand zu verwenden.
* Unmittelbar vor der Verabreichung den Inhalt aus der Durchstechflasche in die Spritzeaufziehen, Luft aus der Spritze entfernen, das Dosisvolumen von 3 ml in der Spritze bestätigen,die Spritze verschließen und an den Ort der Injektion des Patienten bringen.
* Bei der Zusammensetzung der Injektion muss sichergestellt werden, dass die mit der Itvisma-
Lösung in Kontakt kommenden Oberflächen der Komponenten aus den in Tabelle 4aufgeführten kompatiblen Materialien bestehen. Die verwendeten Komponenten müssen für dieintrathekale oder neuroaxiale Anwendung indiziert sein.
Tabelle 4 Mit Itvisma kompatibles Komponentenmaterial
Komponente Konstruktionsmaterial
Kanüle 18 G bis 19 G zum Aufziehen, maximal Edelstahl40 mm lang5-ml- bis 10-ml-Spritzea Polypropylen
Spritzenkappea Polypropylen, Polyethylen oder Methacrylat-
Acrylnitril-Butadien-Styrol
Spinalkanüle 22 G bis 27 G, maximal 156 mm Edelstahllanga Darf nicht aus Polyvinylchlorid (PVC), Bisphenol-A (BPA), Bis(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) oder
Latex bestehen
Vorsichtsmaßnahmen bei der Entsorgung und versehentlichen Exposition gegenüber dem Arzneimittel
* Verschüttetes Itvisma muss mit einem saugfähigen Gaze-Pad aufgewischt werden und derbetroffene Bereich muss mit einer Bleichlösung und anschließend mit Alkoholtücherndesinfiziert werden. Alle Reinigungsmaterialien müssen doppelt verpackt und gemäß dennationalen Anforderungen zum Umgang mit biologischen Abfällen entsorgt werden.
* Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen
Anforderungen zum Umgang mit biologischen Abfällen zu beseitigen.
* Alle Materialien, die mit Itvisma in Berührung gekommen sein könnten (z. B.
Durchstechflasche, alle für die Injektion verwendeten Materialien, einschließlich steriler
Abdecktücher und Nadeln), müssen in Übereinstimmung mit den nationalen Anforderungenzum Umgang mit biologischen Abfällen entsorgt werden.
* Ein versehentlicher Kontakt mit Itvisma muss vermieden werden. Bei versehentlicher
Hautexposition muss der betroffene Bereich mindestens 15 Minuten gründlich mit Wasser und
Seife gereinigt werden. Bei versehentlichem Kontakt mit den Augen muss der betroffene
Bereich mindestens 15 Minuten gründlich mit Wasser gespült werden.
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.