Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ITOVEBI 9mg filmtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Itovebi 3 mg Filmtabletten
Itovebi 9 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Itovebi 3 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 3 mg Inavolisib.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 22 mg Lactose.
Itovebi 9 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 9 mg Inavolisib.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 66 mg Lactose.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Itovebi 3 mg Filmtabletten
Rote, runde, konvexe Filmtablette mit der Prägung 'INA 3“ auf einer Seite. Ungefährer Durchmesser:6 mm.
Itovebi 9 mg Filmtabletten
Pinkfarbene, ovale Filmtablette mit der Prägung 'INA 9“ auf einer Seite. Ungefähre Größe: 13 mm(Länge), 6 mm (Breite).
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Itovebi wird in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant zur Behandlung von erwachsenen
Patienten mit PIK3CA-mutiertem, Östrogenrezeptor (ER)-positivem, HER2-negativem, lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs angewendet, wenn während einer adjuvantenendokrinen Behandlung oder innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss einer adjuvanten endokrinen
Behandlung ein Rezidiv auftritt (siehe Abschnitt 5.1).
Bei Patienten, die zuvor im Rahmen der (neo)adjuvanten Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitorbehandelt wurden, sollte zwischen dem Absetzen des CDK4/6-Inhibitors und dem Nachweis des
Rezidivs ein Intervall von mindestens 12 Monaten liegen.
Bei prä-/perimenopausalen Frauen und bei Männern ist die endokrine Therapie mit einem LHRH-
Agonisten (LHRH = luteinising hormone-releasing hormone) zu kombinieren.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit Itovebi ist von einem Arzt einzuleiten, der Erfahrung in der Anwendung vonantineoplastischen Arzneimitteln hat.
Für die Behandlung mit Itovebi sind Patienten mit ER-positivem, HER2-negativem, lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs basierend auf dem Vorhandensein einer odermehrerer PIK3CA-Mutationen in einer Tumor- oder Plasmaprobe auszuwählen. Der Nachweis der
PIK3CA-Mutation(en) ist unter Verwendung eines CE-gekennzeichneten In-vitro-Diagnostikums(IVD) mit dem entsprechenden Verwendungszweck durchzuführen (siehe Abschnitt 5.1). Wenn kein
CE-gekennzeichnetes IVD verfügbar ist, muss ein alternativer validierter Test verwendet werden.
Wenn bei einem Probenmaterial keine Mutation festgestellt wird, könnte bei dem anderen Probentyp,falls verfügbar, eine Mutation festgestellt werden.
DosierungDie empfohlene Dosis Itovebi beträgt 9 mg oral einmal täglich mit oder ohne Nahrung.
Itovebi ist in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant zu verabreichen. Die empfohlene Dosis von
Palbociclib beträgt 125 mg, die oral einmal täglich an 21 aufeinander folgenden Tagen eingenommenwird, gefolgt von 7 Tagen ohne Einnahme, dies ergibt einen vollständigen Zyklus von 28 Tagen. Dieempfohlene Dosis von Fulvestrant beträgt 500 mg, intramuskulär verabreicht an den Tagen 1, 15und 29, danach einmal monatlich. Weitere Informationen sind der Zusammenfassung der Merkmaledes Arzneimittels (Fachinformation) von Palbociclib und Fulvestrant zu entnehmen.
Die Behandlung von prä-/perimenopausalen Frauen und Männern mit Itovebi soll gemäß der lokalenklinischen Praxis auch einen LHRH-Agonisten umfassen.
Dauer der BehandlungEs wird empfohlen, Patienten bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einerinakzeptablen Toxizität mit Itovebi zu behandeln.
Verspätete oder versäumte DosenDie Patienten sind aufzufordern, ihre Dosis jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit einzunehmen. Wenneine Einnahme von Itovebi vergessen wurde, kann diese innerhalb von 9 Stunden nach der gewohnten
Einnahmezeit nachgeholt werden. Nach mehr als 9 Stunden ist die Dosis für diesen Tag auszulassen.
Am nächsten Tag ist Itovebi zur üblichen Zeit einzunehmen. Wenn der Patient nach der Einnahme der
Itovebi Dosis erbricht, soll der Patient an diesem Tag keine zusätzliche Dosis einnehmen und amnächsten Tag zum gewohnten Zeitpunkt mit dem üblichen Dosierungsschema fortfahren.
DosisanpassungenDie Behandlung von Nebenwirkungen kann eine vorübergehende Unterbrechung, Dosisreduktion odereinen Abbruch der Behandlung mit Itovebi erfordern. Die empfohlenen Dosisreduktionen bei
Nebenwirkungen sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1: Empfehlungen zur Dosisreduktion bei Nebenwirkungen
Dosisstufe Dosis und Zeitplan
Anfangsdosis 9 mg täglich
Erste Dosisreduktion 6 mg täglich
Zweite Dosisreduktion 3 mg täglichaa Die Behandlung mit Itovebi soll dauerhaft abgebrochen werden, wenn die Patienten die tägliche Dosis von3 mg nicht vertragen..
Basierend auf der klinischen Beurteilung des Patienten durch den behandelnden Arzt kann die Dosisvon Itovebi wieder bis auf eine maximale Tagesdosis von 9 mg erhöht werden. Empfehlungen zur
Dosisanpassung bei spezifischen Nebenwirkungen sind in den Tabellen 2 - 4 dargestellt.
HyperglykämieTabelle 2: Dosisanpassung und Behandlung von Hyperglykämie
Nüchtern-Glukosespiegela Empfehlung> ULN bis 160 mg/dl * Keine Dosisanpassung von Itovebi erforderlich.(> ULN bis 8,9 mmol/l) * Erwägen Sie Ernährungsumstellungen (z. B.
kohlenhydratarme Ernährung) und stellen Sie eineausreichende Hydratation sicher.
* Erwägen Sie die Einleitung oder Intensivierung einer oralenantihyperglykämischen Behandlungb für Patienten mit
Risikofaktoren für Hyperglykämiec.
> 160 bis 250 mg/dl * Unterbrechung der Behandlung mit Itovebi, bis der(> 8,9 - 13,9 mmol/l) Nüchtern-Glukosespiegel auf ≤ 160 mg/dl (≤ 8,9 mmol/l)abfällt.
* Einleitung oder Intensivierung einer antihyperglykämischen
Behandlungb.
* Wiederaufnahme der Behandlung mit Itovebi in der gleichen
Dosierung.* Wenn der Nüchtern-Glukosespiegel unter geeigneterantihyperglykämischer Behandlung über 7 Tage bei> 200 - 250 mg/dl (> 11,1 - 13,9 mmol/l) bleibt, wirdempfohlen, einen in der Behandlung von Hyperglykämieerfahrenen Arzt zu Rate zu ziehen.
> 250 bis 500 mg/dl * Unterbrechung der Behandlung mit Itovebi.(> 13,9 - 27,8 mmol/l) * Einleitung oder Intensivierung einer antihyperglykämischen
Behandlungb.
* Bei Bedarf für eine angemessene Hydratation des Patientensorgen.
* Wenn der Nüchtern-Glukosespiegel innerhalb von 7 Tagenauf ≤ 160 mg/dl (≤ 8,9 mmol/l) abfällt, Wiederaufnahme der
Behandlung mit Itovebi in der gleichen Dosierung.
* Wenn der Nüchtern-Glukosespiegel innerhalb von ≥ 8 Tagenauf ≤ 160 mg/dl (≤ 8,9 mmol/l) abfällt, Wiederaufnahme der
Behandlung mit Itovebi in einer um eine Stufe reduzierten
Dosierung (siehe Tabelle 1).
* Wenn der Nüchtern-Glukosespiegel > 250 bis 500 mg/dl(> 13,9 - 27,8 mmol/l) innerhalb von 30 Tagen wiederauftritt, Unterbrechung der Behandlung mit Itovebi, bis der
Nüchtern-Glukosespiegel auf ≤ 160 mg/dl (≤ 8,9 mmol/l)sinkt. Wiederaufnahme der Behandlung mit Itovebi in einerum eine Stufe reduzierten Dosierung (siehe Tabelle 1).
Nüchtern-Glukosespiegela Empfehlung> 500 mg/dl * Unterbrechung der Behandlung mit Itovebi.(> 27,8 mmol/l) * Einleitung oder Intensivierung einer antihyperglykämischen
Behandlungb.
* Untersuchung auf Volumenmangel und Ketose und für eineangemessene Hydratation des Patienten sorgen.
* Wenn der Nüchtern-Glukosespiegel auf ≤ 160 mg/dl(≤ 8,9 mmol/l) sinkt, Wiederaufnahme der Behandlung mit
Itovebi mit einer um eine Stufe reduzierten Dosierung (siehe
Tabelle 1).
* Wenn ein Nüchtern-Glukosespiegel > 500 mg/dl(> 27,8 mmol/l) innerhalb von 30 Tagen wieder auftritt, die
Behandlung mit Itovebi dauerhaft absetzen.
ULN = obere Normalgrenze (upper limit of normal)a Der Nüchtern-Glukosespiegel (Nüchtern-Plasmaglukose [NPG] oder Nüchtern-Blutglukose [FBG]) ist vor
Beginn der Behandlung zu überprüfen. Die in dieser Tabelle angegebenen Nüchtern-Glukosewerte spiegelndie Hyperglykämie-Einstufung gemäß den Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE),
Version 4.03, wider.b Einleitung von geeigneten antihyperglykämischen Behandlungen wie Metformin, Natrium-Glukose-
Cotransporter-2(SGLT2)-Inhibitoren, Insulinsensitizer (wie Thiazolidindione), Dipeptidylpeptidase-4(DPP-4)-Inhibitoren oder Insulin und Überprüfung der entsprechenden Fachinformationen für Dosierungs- und
Dosistitrationsempfehlungen, einschließlich lokaler Behandlungsleitlinien für Hyperglykämie. Metforminwurde in der INAVO120-Studie als bevorzugte Initialsubstanz empfohlen. Siehe Abschnitte 4.4 und 4.8.c Zu Risikofaktoren für Hyperglykämie siehe Abschnitt 4.4.
Stomatitis
Tabelle 3: Dosisanpassung und Behandlung von Stomatitis
Grada Empfehlung
Grad 1 * Keine Anpassung der Behandlung mit Itovebi erforderlich.
* Einleitung oder Intensivierung einer geeignetenmedizinischen Therapie (z. B. einer corticosteroidhaltigen
Mundspülung), falls klinisch indiziert.
Grad 2 * Behandlung mit Itovebi unterbrechen, bis Besserung auf
Grad ≤ 1.
* Eine geeignete medizinische Therapie einleiten oderintensivieren. Wiederaufnahme der Behandlung mit Itovebimit der gleichen Dosierung.
* Bei rezidivierender Stomatitis Grad 2 ist die Behandlung mit
Itovebi bis zur Besserung auf Grad ≤ 1 zu unterbrechen undanschließend Wiederaufnahme der Behandlung mit Itovebimit einer um eine Stufe reduzierten Dosierung (siehe
Tabelle 1).
Grad 3 * Behandlung mit Itovebi unterbrechen, bis Besserung auf
Grad ≤ 1.
* Eine geeignete medizinische Therapie einleiten oderintensivieren. Wiederaufnahme der Behandlung mit Itovebimit einer um eine Stufe reduzierten Dosierung (siehe
Tabelle 1).
Grad 4 * Die Behandlung mit Itovebi dauerhaft absetzen.a Basierend auf CTCAE Version 5.0.
Andere NebenwirkungenTabelle 4: Dosisanpassung und Behandlung von anderen Nebenwirkungen
Grada Empfehlung
Für alle Grade: Unterstützende Therapie einleiten und, falls klinisch angezeigt, überwachen.
Grad 1 * Keine Anpassung der Behandlung mit Itovebi erforderlich.
Grad 2 * Falls klinisch angezeigt, Unterbrechung der Behandlung mit
Itovebi bis zur Besserung auf Grad ≤ 1 erwägen.
* Wiederaufnahme der Behandlung mit Itovebi mit der gleichen
Dosierung.Grad 3, erstes Ereignis * Die Behandlung mit Itovebi unterbrechen bis Besserung auf
Grad ≤ 1.
* Wiederaufnahme der Behandlung mit Itovebi mit derselben odereiner um eine Stufe reduzierten Dosierung, basierend auf derklinischen Bewertung (siehe Tabelle 1).
Grad 3, wiederauftretend * Die Behandlung mit Itovebi unterbrechen bis Besserung auf
ODER Grad ≤ 1.
Grad 4, nicht * Wiederaufnahme der Behandlung mit Itovebi mit einer um einelebensbedrohlich Stufe reduzierten Dosierung (siehe Tabelle 1).
Grad 4, lebensbedrohlich * Die Behandlung mit Itovebi dauerhaft absetzen.a Basierend auf CTCAE Version 5.0.
Besondere PatientengruppenKinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Itovebi bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis17 Jahren sind nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Ältere PatientenAuf Grundlage einer pharmakokinetischen Populationsanalyse ist bei Patienten ≥ 65 Jahren keine
Dosisanpassung von Itovebi erforderlich. Bei Patienten ≥ 65 Jahren liegen nur begrenzte Daten vor(siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungDie empfohlene Anfangsdosis von Itovebi bei Patienten mit mittelschwerer Nierenfunktionsstörung(eGFR 30 bis < 60 ml/min nach CKD-EPI-Formel) beträgt 6 mg oral einmal täglich. Bei Patienten mitleichter Nierenfunktionsstörung (eGFR 60 bis < 90 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die
Sicherheit und Wirksamkeit von Itovebi bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung wurdennicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > ULN bis ≤ 1,5 ULN oder
AST > ULN und Gesamtbilirubin ≤ ULN) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die Sicherheit und
Wirksamkeit von Itovebi wurden bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Leberfunktionsstörungnicht untersucht (siehe Abschnitt 5.2).
Art der AnwendungItovebi ist zum Einnehmen. Die Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Die
Tabletten sind im Ganzen zu schlucken und dürfen nicht gekaut, zerdrückt, aufgelöst oder geteiltwerden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
HyperglykämieDie Sicherheit und Wirksamkeit von Itovebi bei Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitus oder Typ-2-
Diabetes mellitus, die eine laufende antihyperglykämische Therapie benötigen, wurden nichtuntersucht, da diese Patienten von der INAVO120 Studie ausgeschlossen waren. Nur ein Patient mit
Typ-2-Diabetes mellitus war in den Itovebi Arm der INAVO120 Studie eingeschlossen. Dies sollteberücksichtigt werden, wenn Itovebi Patienten mit Diabetes mellitus verschrieben wird. Patienten mit
Diabetes mellitus in der Vorgeschichte benötigen möglicherweise eine intensivierteantihyperglykämische Behandlung und häufigere Nüchtern-Glukosetests während der Behandlung mit
Itovebi. Die Behandlung mit Itovebi sollte erst begonnen werden, wenn der Nüchtern-Glukosespiegeloptimiert ist. Vor Beginn der Behandlung mit Itovebi sollte die Konsultation eines in der Behandlungvon Hyperglykämie erfahrenen Arztes in Betracht gezogen werden.
Hyperglykämie wurde häufig berichtet bei Patienten, die mit Itovebi behandelt wurden. Schwere Fällevon Hyperglykämie, einschließlich Ketoazidose mit tödlichen Komplikationen, sind aufgetreten.
In der INAVO120-Studie wurde Hyperglykämie durch eine antihyperglykämische Behandlung undeine klinisch indizierte Dosisanpassung von Itovebi behandelt (siehe Abschnitt 4.8). Eine kurzfristige
Gabe von Insulin kann als Rescue-Therapie bei Hyperglykämie eingesetzt werden. Es liegen nurbegrenzte Erfahrungen zu Patienten vor, die Insulin erhalten haben, während sie mit Itovebi behandeltwurden. Bei der Behandlung von Hyperglykämie mit antihyperglykämischen Arzneimitteln (z. B.
Insulin, Sulfonylharnstoffe) muss das mögliche Auftreten von Hypoglykämien in Betracht gezogenwerden, wenn die Behandlung mit Itovebi unterbrochen oder abgesetzt wird.
Vor Beginn der Behandlung mit Itovebi sind die Patienten über die Anzeichen und Symptome einer
Hyperglykämie (z. B. übermäßiger Durst, häufigeres Wasserlassen, verschwommenes Sehen, geistige
Verwirrung, Atembeschwerden oder gesteigerter Appetit bei Gewichtsverlust) aufzuklären unddarüber zu informieren, sich unverzüglich an einen Arzt zu wenden, wenn diese Symptome auftreten.
Vor und während der Behandlung ist eine optimale Hydratation aufrechtzuerhalten.
Bei den Patienten sind vor der Behandlung mit Itovebi und in regelmäßigen Abständen während der
Behandlung der Nüchtern-Glukosespiegel (FPG, fasting plasma glucose oder FBG, fasting bloodglucose) und HbA1C (glykosyliertes Hämoglobin) zu testen (siehe Tabelle 5). Bei Patienten, die
Risikofaktoren für eine Hyperglykämie aufweisen oder bei denen eine Hyperglykämie auftritt, ist die
Einleitung einer häuslichen Nüchtern-Glukoseüberwachung in Betracht zu ziehen. Eine Metformin
Prämedikation kann bei Patienten mit Risikofaktoren für Hyperglykämie in Betracht gezogen werden.
Alle Patienten sollten dazu angehalten werden, ihren Lebensstil (z. B. Ernährungsumstellungen,körperliche Aktivität) zu ändern.
Tabelle 5: Zeitplan für die Überwachung der Nüchtern-Glukose- und HbA1C-Spiegel
Empfohlener Zeitplan für die Überwachung der Nüchtern-Glukose-und HbA1C-Spiegel bei allen mit Itovebi behandelten Patienten
Beim Screening, vor Bei den Patienten sind der Nüchtern-Glukosespiegel (FPG oder FBG) und
Beginn der der HbA1C-Spiegel zu testen und ihr Blutglukosespiegel ist zu optimieren
Behandlung mit (siehe Tabelle 2).
Itovebi
Empfohlener Zeitplan für die Überwachung der Nüchtern-Glukose-und HbA1C-Spiegel bei allen mit Itovebi behandelten Patienten
Nach dem Eine Überwachung/Selbstüberwachung der Nüchtern-Glukose soll in der
Behandlungsbeginn ersten Woche (Tag 1 bis 7) einmal alle 3 Tage, dann in den nächstenmit Itovebi 3 Wochen (Tag 8 bis 28) einmal wöchentlich, in den nächsten 8 Wocheneinmal alle 2 Wochen, danach einmal alle 4 Wochen und wie klinischindiziert erfolgen.*
Eine Überwachung/Selbstüberwachung des Nüchtern-Glukosespiegels sollgemäß klinischer Indikation häufiger in Betracht gezogen werden* bei
Patienten mit Risikofaktoren für Hyperglykämie, einschließlich, aber nichtbeschränkt auf (Prä-)Diabetes, HbA1C ≥ 5,7 %, BMI ≥ 30 kg/m2, Alter≥ 45 Jahre, Schwangerschaftsdiabetes in der Anamnese und Diabetesmellitus in der Familienanamnese.
Bei Patienten mit gleichzeitiger Anwendung von Corticosteroiden,interkurrenten Infektionen oder anderen Erkrankungen, die einintensiviertes Blutglukosemanagement erfordern können, sind häufigere
Nüchtern-Glukosetests erforderlich, um eine Verschlechterung desgestörten Glukosestoffwechsels und potenzielle Komplikationen,einschließlich diabetischer Ketoazidose, zu verhindern. Bei diesen
Patienten wird eine Überwachung von HbA1C und Ketonen (vorzugsweiseim Blut) zusätzlich zur Nüchtern-Glukose empfohlen.
Bei Bedarf ist eine antihyperglykämische Behandlung einzuleiten oderanzupassen (siehe Abschnitt 4.2).
HbA1C soll alle 3 Monate kontrolliert werden.
Wenn sich nach Nüchtern-Glukose engmaschiger überwachen, wie klinisch angezeigt.*
Beginn der Basierend auf dem Schweregrad der Hyperglykämie kann die Behandlung
Behandlung mit mit Itovebi wie in Tabelle 2 beschrieben, unterbrochen, die Dosis reduziert
Itovebi eine oder abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.2).
Hyperglykämie Während einer antihyperglykämischen Behandlung sollte der Nüchtern-entwickelt Glukosespiegel weiterhin mindestens einmal wöchentlich über einen
Zeitraum von 8 Wochen, danach einmal alle 2 Wochen und, wenn klinischindiziert, kontrolliert werden.*
* Jegliche Glukosemessungen sollen nach ärztlichem Ermessen gemäß klinischer Indikation durchgeführtwerden.
Stomatitis
Bei Patienten, die mit Itovebi behandelt wurden, wurden Fälle von Stomatitis berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Je nach Schweregrad der Stomatitis kann die Behandlung mit Itovebi unterbrochen,reduziert oder dauerhaft abgesetzt werden (siehe Tabelle 3).
In der Studie INAVO120 wurde zur Prophylaxe von Stomatitis eine corticosteroidhaltige
Mundspülung empfohlen. Bei den Patienten, die Itovebi in Kombination mit Palbociclib und
Fulvestrant erhielten, wurde bei 19,1 % bzw. 1,2 % der Patienten eine Prophylaxe mit Dexamethasonoder Triamcinolon angewendet.
Die Patienten sind darauf hinzuweisen, beim ersten Anzeichen einer Stomatitis mit der Anwendungeiner alkoholfreien Mundspülung mit Corticosteroiden zu beginnen und alkoholische oderperoxidhaltige Mundspülungen zu vermeiden, da diese den Zustand verschlimmern können (siehe
Abschnitt 4.8). Diätetische Anpassungen (z. B. Verzicht auf scharfe Speisen) sind in Betracht zuziehen.
Anwendung bei Patienten, die zuvor einen CDK4/6-Inhibitor erhalten haben
Bei Patienten, die zuvor im Rahmen einer neodadjuvanten oder adjuvanten Behandlung einen
CDK4/6-Inhibitor erhalten haben, liegen nur sehr begrenzte Informationen zur Wirksamkeit der
Kombination von Itovebi, Palbociclib und Fulvestrant vor. Die Wirksamkeit kann bei diesen Patientengeringer sein.
LactosePatienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder einer
Glukose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
CYP-Inhibitoren und -Induktoren
Die Ergebnisse klinischer Studien weisen darauf hin, dass die Hauptmetaboliten von Inavolisib nichtdurch CYP-Enzyme metabolisiert werden und Hydrolyse der wichtigste Stoffwechselweg ist. Diesdeutet auf eine geringe Wahrscheinlichkeit für klinisch relevante Wechselwirkungen zwischen
Inavolisib und CYP-Inhibitoren oder -Induktoren hin.
CYP-SubstrateInavolisib induziert CYP3A und ist ein zeitabhängiger Inhibitor von CYP3A in vitro. Daher ist
Inavolisib in Kombination mit sensitiven CYP3A4-Substraten mit geringer therapeutischer Breite(z. B. Alfentanil, Astemizol, Cisaprid, Cyclosporin, Chinidin, Sirolimus, Tacrolimus) mit Vorsichtanzuwenden, da Inavolisib die systemische Exposition dieser Substrate erhöhen oder verringern kann.
Außerdem induziert Inavolisib CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9 und CYP2C19 in vitro. Daher sollte
Inavolisib mit Vorsicht zusammen mit sensitiven Substraten dieser Enzyme mit geringertherapeutischer Breite (z. B. Paclitaxel, Warfarin, Phenytoin, S-Mephenytoin) angewendet werden, da
Inavolisib die systemische Exposition dieser Substrate verringern und folglich zu einer verminderten
Wirksamkeit führen kann.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei Männern und FrauenFrauenDie Patientinnen sind anzuweisen, während der Behandlung mit Itovebi und für 1 Woche nach derletzten Dosis von Itovebi eine wirksame nicht-hormonelle Verhütungsmethode anzuwenden.
MännerEs ist nicht bekannt, ob Inavolisib in das Sperma gelangt. Um eine potenzielle fetale Expositionwährend der Schwangerschaft zu vermeiden, müssen männliche Patienten mit Partnerinnen imgebärfähigen Alter oder schwangeren Partnerinnen während der Behandlung mit Itovebi und für1 Woche nach der letzten Dosis von Itovebi ein Kondom verwenden.
SchwangerschaftVor dem Beginn einer Therapie mit Itovebi ist bei Frauen im gebärfähigen Alter der
Schwangerschaftsstatus festzustellen. Schwangere Frauen müssen klar auf das mögliche Risiko fürden Fötus hingewiesen werden.
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Inavolisib bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3). Die Anwendung von Itovebi während der Schwangerschaft und bei Frauen imgebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Inavolisib/Metabolite in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das
Neugeborene/den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen soll während der
Behandlung mit Itovebi und für 1 Woche nach der letzten Dosis von Itovebi unterbrochen werden.
FertilitätEs liegen keine Daten zur Wirkung von Inavolisib auf die Fertilität von Menschen vor.
Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Inavolisib die Fertilität von fortpflanzungsfähigen
Frauen und Männern beeinträchtigen könnte (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenItovebi hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen, da während der Behandlung mit Itovebi Ermüdung (Fatigue) berichtet wurde.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen bei Patienten, die Itovebi erhielten, waren Hyperglykämie (59,9 %),
Stomatitis (51,2 %), Diarrhö (48,1 %), Thrombozytopenie (48,1 %), Ermüdung (Fatigue) (37,7 %),
Anämie (37 %), Übelkeit (27,8 %), verminderter Appetit (23,5 %), Ausschlag (22,8 %),
Kopfschmerzen (21 %), Gewichtsabnahme (17,3 %), Erbrechen (14,8 %) und Harnwegsinfektionen(13 %).
Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Itovebi behandelt wurden,waren Anämie (1,9 %), Diarrhö (1,2 %) und Harnwegsinfektion (1,2 %).
Bei 3,1 % der Patienten wurde Itovebi aufgrund einer Nebenwirkung dauerhaft abgesetzt. Die
Nebenwirkungen, die zu einem dauerhaften Absetzen von Itovebi führten, waren Hyperglykämie(1,2 %), Stomatitis (0,6 %), erhöhte Alanintransaminase (ALT) (0,6 %) und Gewichtsverlust (0,6 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen, die auf den Daten von 162 Patienten mit lokal fortgeschrittenem odermetastasiertem Brustkrebs basieren, die mit Itovebi in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant inder randomisierten Phase-3-Studie INAVO120 behandelt wurden und auf Daten aus der Überwachungnach der Markteinführung basieren, sind in Tabelle 6 nach MedDRA-Systemorganklasse aufgeführt.
Die mediane Behandlungszeit betrug zum Zeitpunkt der primären Auswertung 9,2 Monate (Bereich:0 bis 38,8 Monate).
Innerhalb jeder Systemorganklasse sind die Nebenwirkungen nach Häufigkeit geordnet, wobei diehäufigsten Nebenwirkungen zuerst aufgeführt sind. Die entsprechenden Häufigkeitskategorien dereinzelnen Nebenwirkungen sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10),gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000), nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Die Nebenwirkungenwerden für jede Häufigkeitsgruppe nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.
Tabelle 6: Beobachtete Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Itovebi behandelt wurden
Itovebi + Palbociclib + Fulvestrant
Systemorganklasse n = 162
Nebenwirkung Häufigkeits-kategorie Alle Grade (%) Grad 3 - 4 (%)(Alle Grade)
Infektionen und parasitäre ErkrankungenHarnwegsinfektion Sehr häufig 13 1,2*
Erkrankungen des Bluts und des Lymphsystems
Thrombozytopenie Sehr häufig 48,1 14,2
Anämie Sehr häufig 37 6,2*
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHyperglykämiea Sehr häufig 59,9 5,6*
Appetit vermindert Sehr häufig 23,5 0
Hypokaliämie Sehr häufig 16 2,5
Hypokalzämie Häufig 8,6 1,2*
Ketoazidose Gelegentlichb - -
Erkrankungen des NervensystemsKopfschmerzen Sehr häufig 21 0
AugenerkrankungenTrockenes Auge Häufig 8,6 0
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsStomatitisc Sehr häufig 51,2 5,6*
Diarrhö Sehr häufig 48,1 3,7*
Übelkeit Sehr häufig 27,8 0,6*
Abdominalschmerz Sehr häufig 15,4 0,6*
Erbrechen Sehr häufig 14,8 0,6*
Dysgeusie Häufig 8,6 0
Dyspepsie Häufig 8 0
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesAusschlagd Sehr häufig 22,8 0
Alopezie Sehr häufig 18,5 0
Trockene Haute Sehr häufig 13 0
Dermatitisf Häufig 2,5 0
Follikulitis Häufig 1,2 0
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortErmüdung (Fatigue) Sehr häufig 37,7 1,9*
Untersuchungen
Alanin-Aminotransferase Sehr häufig 17,3 3,7*erhöht
Gewicht erniedrigt Sehr häufig 17,3 3,7*
Insulin im Blut erhöht Häufig 6,2 0
Einstufung gemäß CTCAE Version 5.0.
* Es wurden keine Ereignisse vom Grad 4 beobachtet.a umfasst Hyperglykämie, erhöhte Blutglukose, hyperglykämische Krise, erhöhtes glykiertes Serumprotein,gestörte Glukosetoleranz, Diabetes mellitus, Diabetes mellitus Typ 2 und erhöhtes glykosyliertes Hämoglobin.b Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung gemeldet wurden. Die Häufigkeitskategorie wurde als
Obergrenze des 95 %-Konfidenzintervalls geschätzt, das auf der Grundlage der Gesamtzahl der Patientenberechnet wurde, die in klinischen Studien mit Itovebi behandelt wurden.
c umfasst aphthöses Ulkus, Glossitis, Glossodynie, Lippenulzeration, Mundulzeration, Schleimhautentzündungund Stomatitis.d umfasst Ausschlag, erythematöser Ausschlag, Ausschlag makulo-papulös, Ausschlag papulös, Ausschlag mit
Juckreiz und Ausschlag pustulös.e umfasst trockene Haut, Hautfissuren, Xerose und Xeroderma.f umfasst Dermatitis, Dermatitis akneiform und Dermatitis bullös.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenHyperglykämieIn der INAVO120-Studie wurde bei 59,9 % der Patienten, die mit Itovebi in Kombination mit
Palbociclib und Fulvestrant behandelt wurden, über Hyperglykämie jeden Grades berichtet; das
Auftreten von Grad 2 und Grad 3 wurde bei 38,3 % bzw. 5,6 % der Patienten berichtet (basierend auf
CTCAE Version 5.0). Bei den Patienten, bei denen eine Hyperglykämie auftrat, war die Rate neuauftretender Hyperglykämien während der ersten zwei Monate der Behandlung am höchsten, mit einermedianen Zeit bis zum ersten Auftreten von 7 Tagen (Bereich: 2 bis 955 Tage).
Von den 97 Patienten, die Itovebi in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant erhielten und beidenen es zu Hyperglykämie kam, erhielten 74,2 % (72/97) antihyperglykämische Arzneimittel,einschließlich SGLT2-Inhibitoren, Thiazolidindione und DPP-4-Inhibitoren zur Prophylaxe oder
Behandlung von Hyperglykämie. Alle Patienten, die antihyperglykämische Arzneimittel bekamen,erhielten Metformin als Monotherapie oder in Kombination mit anderen antihyperglykämischen
Arzneimitteln (d. h. Insulin, DPP-4-Inhibitoren und Sulfonylharnstoffe); und 11,3 % (11/97) erhielten
Insulin (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Patienten mit einem Nüchtern-Glukosespiegel > 160 mg/dl (> 8,9 mmol/l) und einer Verbesserungdes Nüchtern-Blutglukosespiegels um mindestens eine Stufe (siehe Tabelle 2) (n = 52) betrug diemediane Zeit bis zur Verbesserung 8 Tage (Bereich: 2 bis 43 Tage).
Eine Hyperglykämie führte bei 27,8 % der Patienten zur Unterbrechung der Behandlung mit Itovebi,bei 2,5 % zur Dosisreduktion von Itovebi und bei 1,2 % der Patienten zum Absetzen von Itovebi.
Stomatitis
Stomatitis wurde bei 51,2 % der Patienten berichtet, die mit Itovebi in Kombination mit Palbociclibund Fulvestrant behandelt wurden; Ereignisse von Grad 1 wurden bei 32,1 % der Patienten, Ereignissevon Grad 2 bei 13,6 % der Patienten und Ereignisse von Grad 3 bei 5,6 % der Patienten berichtet. Beiden Patienten, bei denen Stomatitis auftrat, betrug die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten 13 Tage(Spanne: 1 bis 610 Tage).
Stomatitis führte bei 9,9 % der Patienten zur Unterbrechung der Behandlung mit Itovebi, bei 3,7 % zur
Dosisreduktion von Itovebi und bei 0,6 % der Patienten zum Absetzen von Itovebi.
Von den Patienten, die Itovebi in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant erhielten, wendeten24,1 % eine Mundspülung mit Dexamethason zur Behandlung der Stomatitis an (siehe Abschnitt 4.4).
DiarrhöDiarrhö wurde bei 48,1 % der Patienten berichtet, die mit Itovebi in Kombination mit Palbociclib und
Fulvestrant behandelt wurden; Ereignisse von Grad 1 wurden bei 27,8 % der Patienten, Ereignisse von
Grad 2 bei 16,7 % der Patienten und Ereignisse von Grad 3 bei 3,7 % der Patienten berichtet. Bei den
Patienten, bei denen Diarrhö auftrat, betrug die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten 15 Tage(Bereich: 2 bis 602 Tage).
Diarrhö führte bei 6,8 % zu einer Unterbrechung der Behandlung mit Itovebi, bei 1,2 % zu einer
Dosisreduktion von Itovebi und bei keinem Patienten zum Absetzen von Itovebi.
Antidiarrhoika (z. B. Loperamid) wurden bei 28,4 % der Patienten, die Itovebi in Kombination mit
Palbociclib und Fulvestrant erhielten, zur Behandlung der Symptome angewendet.
Ältere PatientenEine Analyse der Sicherheit von Itovebi, bei der Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren (14,8 %) mitjüngeren Patienten (85,2 %) verglichen wurden, deutet auf eine höhere Inzidenz von
Dosisanpassungen/-unterbrechungen von Itovebi hin (79,2 % gegenüber 68,1 %).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die höchste Dosis von Itovebi, die in der INAVO120-Studie verabreicht wurde, betrug 18 mg beieinem Patienten. Dieses Ereignis einer versehentlichen Überdosierung klang innerhalb eines Tages abund erforderte keine Behandlung oder führte zu einer Dosisanpassung der Studienmedikamente.
Patienten, bei denen es zu einer Überdosierung gekommen ist, sind engmaschig zu überwachen undunterstützende Maßnahmen sind einzuleiten. Es gibt kein bekanntes Antidot für Itovebi.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, PI3K-Inhibitoren, ATC-Code: noch nichtzugewiesen
WirkmechanismusInavolisib ist ein Inhibitor der katalytischen Untereinheit der Phosphatidylinositol-4,5-Bisphosphat-3-
Kinase (PI3K) Alpha-Isoform (p110α; codiert durch das PIK3CA-Gen). Darüber hinaus fördert
Inavolisib den Abbau von mutiertem p110α (mutant degrader). Der PI3K-Signalweg ist bei HR-positivem Brustkrebs häufig fehlreguliert, oft aufgrund aktivierender PIK3CA-Mutationen. Mit seinemdualen Wirkmechanismus hemmt Inavolisib die Aktivität nachgeordneter Ziele des PI3K-Signalwegeseinschließlich AKT, was zu einer verringerten zellulären Proliferation und zur Apoptoseinduktion in
PIK3CA-mutierten Brustkrebszelllinien führt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitLokal fortgeschrittener oder metastasierender Brustkrebs
Basierend auf den Daten aus der INAVO120-Studie sind die Patienten in diesem Setting definiert alsendokrin resistente Patienten (Rezidiv der Erkrankung während einer adjuvanten endokrinen
Behandlung oder innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss einer adjuvanten endokrinen
Behandlung), die keine vorherige Behandlung für ihre lokal fortgeschrittene oder metastasierte
Erkrankung erhalten haben.
INAVO120
Die Wirksamkeit von Itovebi in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant wurde in einerrandomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-3-Studie bei erwachsenen Patienten mit
PIK3CA-mutiertem, HR-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Brustkrebs untersucht, deren Erkrankung während einer adjuvanten endokrinen Behandlung oderinnerhalb von 12 Monaten nach Abschluss einer adjuvanten endokrinen Therapie (endokrin-resistent)fortschritt, und die davor keine systemische Therapie für ihre lokal fortgeschrittene oder metastasierte
Erkrankung erhalten hatten. In die Studie wurden Patienten eingeschlossen, die zuvor eine(neo)adjuvante endokrine Therapie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors erhalten hatten, wenn das
Progressionsereignis > 12 Monate nach Abschluss des CDK4/6-Inhibitor-Anteils der (neo)adjuvanten
Therapie eingetreten war, und die ein HbA1C < 6% und einen Nüchtern-Glukosespiegel von< 126 mg/dl aufwiesen. Von der Studie ausgeschlossen waren Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitusoder Typ-2-Diabetes mellitus, die zu Beginn der Studienbehandlung eine laufendeantihyperglykämische Therapie benötigten, Patienten, die zuvor mit Fulvestrant behandelt wurden(außer als Teil einer neoadjuvanten Therapie mit einer Behandlungsdauer von ≤ 6 Monaten) und
Patienten mit bekannten und unbehandelten oder aktiven ZNS-Metastasen (fortschreitend oder die
Antikonvulsiva oder Corticosteroide zur symptomatischen Kontrolle benötigten).
Der PIK3CA-Mutationsstatus wurde prospektiv durch das Testen von aus Plasma gewonnenerzirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) unter Verwendung eines Next-Generation-Sequencing (NGS)-
Assays (FoundationOne® Liquid CDx Assay oder PredicineCARETM) in einem Zentrallabor (87,4 %)oder in lokalen Labors (12,6 %) unter Verwendung verschiedener validierter Polymerase-
Kettenreaktion (PCR)- oder NGS-Assays an Tumorgewebe oder Plasma bestimmt. Die folgenden
PIK3CA-Mutationen an den angegebenen Aminosäurepositionen waren für den Einschluss geeignet:
H1047D/I/L/N/P/Q/R/T/Y, G1049A/C/D/R/S, E545A/D/G/K/L/Q/R/V, E453A/D/G/K/Q/V,
E542A/D/G/K/Q/R/V, K111N/R/E, Q546E/H/K/L/P/R, G106A/D/R/S/V, N345D/H/I/K/S/T/Y,
G118D, C420R, R88Q und M1043I/T/V. In allen Proben der eingeschlossenen Patienten wurdemindestens eine relevante PIK3CA-Mutation an mindestens einer dieser Aminosäurepositionenidentifiziert. Basierend auf den Ergebnissen des zentralen FoundationOne® Liquid CDx-Assays warendie häufigsten PIK3CA-Mutationen kurze Varianten an den Aminosäuren H1047 (n = 115, 42,6 %),
E 545 (n = 58, 21,5 %) und E 542 (n = 39, 14,4 %). Bei 25 Patienten wiesen die Proben mehr als eine
PIK3CA-Mutation (d. h. multiple PIK3CA-Mutationen) auf, bei 33 Patienten traten seltenere PIK3CA-
Mutationen auf.
Insgesamt wurden 325 Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Itovebi 9 mg(n = 161) oder Placebo (n = 164) oral einmal täglich in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrantbis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität. Darüber hinauserhielten prä-/perimenopausale Frauen und Männer während der gesamten Therapie einen LHRH-
Agonisten. Die Randomisierung wurde nach Vorhandensein einer viszeralen Erkrankung (ja odernein), endokriner Resistenz (primär oder sekundär) und geografischer Region(Nordamerika/Westeuropa, Asien, andere) stratifiziert.
Die Charakteristika bezüglich Demographie und Krankheitsbild bei Behandlungsbeginn waren:medianes Alter 54 Jahre (Bereich: 27 bis 79 Jahre, 18,2 % waren ≥ 65 Jahre alt); 98,2 % weiblich;38,2 % prä-/perimenopausal; 58,8 % weiß, 38,2 % asiatisch, 2,5 % unbekannt, 0,6 % schwarz oderafroamerikanisch; 6,2 % hispanisch oder lateinamerikanisch; und Leistungsstatus gemäß der ECOG(Eastern Cooperative Oncology Group) von 0 (63,4 %) oder 1 (36,3 %). Tamoxifen (56,9 %) und
Aromatasehemmer (50,2 %) waren die am häufigsten angewendeten adjuvanten endokrinen
Therapien. Drei (0,9 %) Patienten hatten zuvor eine Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor erhalten.
Die demographischen Merkmale und die Krankheitsmerkmale zu Studienbeginn waren zwischen den
Studienarmen ausgeglichen und vergleichbar.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das vom Prüfarzt (INV, investigator) beurteilteprogressionsfreie Überleben (PFS, progression-free survival) gemäß den Response Evaluation
Criteria in Solid Tumors (RECIST) Version 1.1. Die sekundären Wirksamkeitsendpunkte umfasstendas Gesamtüberleben (OS, overall survival), die objektive Ansprechrate (ORR, objective responserate), die beste Gesamtansprechrate (BOR, best overall response), die klinische Benefitrate (CBR,clinical benefit rate), die Dauer des Ansprechens (DOR, duration of response) und die Zeit bis zurbestätigten Verschlechterung (TTCD, time to confirmed deterioration) bei Schmerzen, körperlicher
Funktion, Rollenfunktion und den allgemeinen Gesundheitszustand/die gesundheitsbezogene
Lebensqualität (HRQoL, health-related quality of life).
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 7, Abbildung 1 und Abbildung 2 zusammengefasst.
INV-bewertete PFS-Ergebnisse wurden durch konsistente Ergebnisse der verblindeten, unabhängigen,zentralen Überprüfung (BICR, blinded independent central review) gestützt.
Tabelle 7: Ergebnisse zur Wirksamkeit bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem odermetastasiertem Brustkrebs in der Studie INAVO120
Itovebi+ Palbociclib + Placebo + Palbociclib +
Wirksamkeitsendpunkt Fulvestrant Fulvestrant(n = 161) n = 164
INV-beurteiltes progressionsfreies Überlebena
Patienten mit Ereignis, n (%) 82 (50,9) 113 (68,9)
Median, Monate (95-%-KI) 15 (11,3; 20,5) 7,3 (5,6; 9,3)
Hazard-Ratio (95-%-KI) 0,43 (0,32; 0,59)p-Wert < 0,0001
Gesamtüberlebenb,c
Patienten mit Ereignis, n (%) 72 (44,7) 82 (50)
Median, Monate (95-%-KI) 34 (28,4; 44,8) 27 (22,8; 38,7)
Hazard-Ratio (95-%-KI) 0,67 (0,48; 0,94)p-Wert 0,0190
Objektive Ansprechrateb,d
Patienten mit CR oder PR, n (%) 101 (62,7) 46 (28)95-%-KI (54,8; 70,2) (21,3; 35,6)p-Wert < 0,0001
Ansprechdauer
Mediane DOR, Monate 19,2 (14,7; 28,3) 11,1 (8,5; 20,2)(95‑%‑KI)
KI = Konfidenzintervall (confidence interval); CR = vollständiges Ansprechen (complete response);
PR = partielles Ansprechen (partial response)a Gemäß RECIST Version 1.1. Basierend auf der primären Analyse (klinischer Stichtag: 29. September 2023)b Basierend auf der finalen Analyse zum Gesamtüberleben (klinischer Stichtag: 15. November 2024)c Die vordefinierte Grenze für statistische Signifikanz betrug p < 0,0469.d Gemäß RECIST Version 1.1. ORR ist definiert als der Anteil der Patienten mit einem CR oder PR an zweiaufeinanderfolgenden Zeitpunkten im Abstand von ≥ 4 Wochen, bestimmt durch den Prüfarzt.
Abbildung 1: Vom Prüfarzt beurteiltes progressionsfreies Überleben bei Patienten mit lokalfortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom in der INAVO120
Abbildung 2: Gesamtüberleben bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Brustkrebs in der Studie INAVO120
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Itovebi eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Brustkrebs gewährt (für
Informationen zur pädiatrischen Anwendung siehe Abschnitt 4.2).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Inavolisib wurde bei gesunden Probanden und bei Patienten mit lokalfortgeschrittenen oder metastasierten PIK3CA-mutierten soliden Tumoren, einschließlich Brustkrebs,unter einem oralen Dosierungsschema im Bereich von 6 mg bis 12 mg täglich und bei gesunden
Probanden bei einer Einzeldosis von 9 mg charakterisiert.
Sofern nicht anders angegeben, wird die Pharmakokinetik von Inavolisib als geometrischer Mittelwert(geometrischer Variationskoeffizient [geo CV] %) nach Verabreichung der zugelassenen empfohlenen
Dosierung angegeben. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse betrug die AUCim Steady-State von Inavolisib 1 019 h*ng/ml (29 %) und die Cmax 67 ng/ml (28 %). Steady-State-
Konzentrationen sollen gemäß Vorhersage bis Tag 5 erreicht sein.
Bei einer Dosierung von 9 mg einmal täglich betrug das geometrische Mittel des
Akkumulationsverhältnisses ungefähr das 2-Fache.
ResorptionDie Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration (Tmax) wurde nach einer täglichen Gabe von9 mg Inavolisib unter Nüchternbedingungen im Median nach 3 Stunden (Bereich: 0,5 bis 4 Stunden)im Steady State erreicht.
Die absolute orale Bioverfügbarkeit von Inavolisib betrug 76 %.
Wechselwirkung mit NahrungEs wurde keine klinisch signifikante Wirkung von Nahrung auf die Bioverfügbarkeit von Inavolisibbeobachtet. Das Verhältnis der geometrischen Mittelwerte (GMR, geometric mean ratio) (90-%-KI)für AUC0-24 beim Vergleich von nicht nüchternem und nüchternem Zustand betrug 0,895(0,737 - 1,09) nach einer Einzeldosis und 0,876 (0,701 - 1,09) im Steady State. Die GMR (90-%-KI)für C max im Vergleich von nicht nüchternem zu nüchternem Zustand betrug 0,925 (0,748 - 1,14) nacheiner Einzeldosis und 0,910 (0,712 - 1,16) im Steady State.
VerteilungDie Plasmaproteinbindung von Inavolisib beim Menschen beträgt 37 % und schien über den getesteten
Konzentrationsbereich nicht konzentrationsabhängig zu sein (0,1 - 10 μM). Beim Menschen beträgtdas auf Basis einer populationspharmakokinetischen Analyse geschätzte orale Verteilungsvolumen im
Steady State 155 l (26 %).
BiotransformationNach oraler Gabe einer radioaktiv markierten Einzeldosis von 9 mg Inavolisib an gesunde Probandenwar die Muttersubstanz die am häufigsten vorkommende wirkstoffbezogene Verbindung im Plasmaund im Urin. Hydrolyse war der hauptsächliche Stoffwechselweg. Es wurden keine spezifischen
Hydrolyseenzyme identifiziert, die am Stoffwechsel von Inavolisib beteiligt sind.
EliminationNach oraler Gabe einer radioaktiv markierten Einzeldosis von 9 mg Inavolisib an gesunde Probandenwurden 48,5 % der verabreichten Dosis im Urin (40,4 % unverändert) und 48 % in den Fäzes (10,8 %unverändert) wiedergefunden.
In klinischen Studien, basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse, betrug dasgeometrische Mittel der Schätzungen der individuellen Halbwertszeit für Inavolisib 15 Stunden (24 %)nach einer Einzeldosis von 9 mg. Die geschätzte Gesamtclearance von Inavolisib beträgt 8,8 l/h(29 %).
Linearität/Nicht-LinearitätBegrenzte Daten deuten auf eine Dosisproportionalität innerhalb des getesteten Dosisbereichs(6 bis 12 mg) für die Einzeldosis-Cmax, die AUC0-24 und die Steady-State-AUC0-24 hin; für die Steady-
State-Cmax deuten die Daten jedoch auf eine Nichtproportionalität hin.
ArzneimittelwechselwirkungenDie Ergebnisse klinischer Studien weisen darauf hin, dass die Hauptmetaboliten von Inavolisib nichtdurch CYP-Enzyme metabolisiert werden. Dies deutet auf eine geringe Wahrscheinlichkeit fürklinisch relevante Wechselwirkungen zwischen Inavolisib und CYP-Inhibitoren oder -Induktoren hin.
Darüber hinaus zeigten in-vitro-Ergebnisse, dass Inavolisib die Enzyme CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8,
CYP2C9, CYP2C19 oder CYP2D6 nicht hemmt.
In-vitro- Studien weisen darauf hin, dass Inavolisib nicht das Potential hat, einen der getesteten
Arzneimitteltransporter zu hemmen. Darüber hinaus ist Inavolisib in vitro ein Substrat von P-
Glykoprotein (P-gp) und Breast Cancer Resistance Protein (BCRP). Aufgrund derpharmakokinetischen Gesamtcharakteristika von Inavolisib ist aber nicht zu erwarten, dass Inhibitorenoder Induktoren von P-gp und/oder BCRP mit Inavolisib klinisch relevante
Arzneimittelwechselwirkungen hervorrufen.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBasierend auf der populationspharmakokinetischen Analyse wurden keine klinisch relevanten
Unterschiede in der Pharmakokinetik von Inavolisib zwischen Patienten, die 65 Jahre oder älter waren,und Patienten, die jünger als 65 Jahre waren, festgestellt. Von den 162 Patienten, die Itovebi in der
INAVO120 Studie erhielten, waren 24 Patienten ≥ 65 Jahre alt.
NierenfunktionsstörungPopulationspharmakokinetische Analysen zeigten, dass eine leichte Nierenfunktionsstörung keineklinisch relevante Kovariate der Inavolisib-Exposition ist. Die Pharmakokinetik von Inavolisib bei
Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (eGFR 60 bis < 90 ml/min) war ähnlich wie bei
Patienten mit normaler Nierenfunktion. Die AUC und Cmax von Inavolisib waren bei Patienten mitmittelschwerer Nierenfunktionsstörung um 73 % bzw. 11 % höher als bei Patienten mit normaler
Nierenfunktion (eGFR ≥ 90 ml/min). Die Auswirkung einer schwerwiegenden Nierenfunktionsstörungauf die Pharmakokinetik von Inavolisib wurde nicht untersucht.
LeberfunktionsstörungPopulationspharmakokinetische Analysen zeigten, dass eine leichte Leberfunktionsstörung keineklinisch relevante Kovariate der Inavolisib Exposition ist. Die Pharmakokinetik von Inavolisib bei
Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung (Gesamtbilirubin > ULN bis ≤ 1,5 × ULN oder AST> ULN und Gesamtbilirubin ≤ ULN) war ähnlich wie bei Patienten mit normaler Leberfunktion. Die
Auswirkungen einer mittelschweren bis schwerwiegenden Leberfunktionsstörung auf die
Pharmakokinetik von Inavolisib wurden nicht untersucht.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
GenotoxizitätInavolisib war im bakteriellen Mutagenitätstest nicht mutagen.
Inavolisib zeigte In vitro-Klastogenität; es gab jedoch keine Hinweise auf eine durch Inavolisibinduzierte In-vivo-Genotoxizität (Klastogenität, Aneugenität oder DNA-Schädigung) in der
Mikronukleus- und Comet-Studie an Ratten bei Dosen bis zu einer maximal tolerierten Dosis (MTD,maximum tolerated dose) des 16-Fachen der Exposition bei einer klinischen Dosis von 9 mg.
KarzinogenitätEs wurden keine Karzinogenitätsstudien mit Inavolisib durchgeführt.
EntwicklungstoxizitätIn einer embryofetalen Entwicklungsstudie an Sprague-Dawley-Ratten wurden dosisabhängige
Wirkungen von Inavolisib auf die embryofetale Entwicklung festgestellt, die eine Abnahme desfetalen Körpergewichts und des Plazentagewichts, einen Postimplantationsverlust, eine geringere
Lebensfähigkeit des Fetus und Teratogenität (fetale äußere, viszerale und skelettale Fehlbildungen)umfassten, wobei die maternale Exposition beim No-Observed-Adverse-Effect Level (NOAEL) das0,2-Fache der Exposition bei einer klinischen Dosis von 9 mg betrug.
FertilitätEs wurden keine speziellen Fertilitätsstudien mit Inavolisib durchgeführt.
Bei männlichen Ratten wurden eine dosisabhängige Atrophie der Prostata und der Samenbläschensowie verminderte Organgewichte ohne mikroskopische Korrelate in den Nebenhoden und Hodenbeobachtet (bei einem ΝΟΑΕL ≥ der 0,4-Fachen Exposition bei einer klinischen Dosis von 9 mg).
Diese Befunde waren reversibel. Bei männlichen Hunden wurden nach 4-wöchiger Dosierung (beidem ≥ 2-Fachen der Exposition bei einer klinischen Dosis von 9 mg) fokale Eindickungen des Inhaltsder Samenkanälchen und mehrkernige Spermatiden in den Hoden sowie eine Epitheldegeneration/-nekrose in den Nebenhoden beobachtet. Nach 3-monatiger Behandlung mit Dosen, die der Expositionbis zu dem 1,2-Fachen der Exposition bei einer klinischen Dosis von 9 mg entsprachen, wurde einereversible Abnahme der Gesamtspermienzahl mit einem NOAEL der 0,4-Fachen Exposition bei einerklinischen Dosis von 9 mg beobachtet. Es ergaben sich aber keine durch Inavolisib bedingtenmikroskopischen Befunde in den Hoden oder Nebenhoden oder Auswirkungen auf die
Spermienkonzentration, -motilität oder -morphologie.
Bei weiblichen Ratten wurden eine minimale bis leichte Atrophie in Uterus und Vagina, eine
Abnahme der Ovarialfollikel und Befunde, die auf eine Unterbrechung/Veränderung des Östruszyklushindeuten (bei dem ≥ 1,2-Fachen der Exposition bei einer klinischen Dosis von 9 mg), beobachtet, miteinem NOAEL des 0,5-Fachen der Exposition bei einer klinischen Dosis von 9 mg. Diese Befundewurden in der 4-wöchigen Toxizitätsstudie nach der Erholungsphase nicht beobachtet. Die Erholungwurde in der 3-monatigen Studie an Ratten nicht untersucht.
AndereNebenwirkungen, die nicht in klinischen Studien beobachtet wurden, aber bei Tieren nach Expositionim humantherapeutischen Bereich auftraten und als möglicherweise relevant für die klinische
Anwendung zu bewerten sind, umfassten Entzündungen bei Hunden und eine Degeneration der
Augenlinse bei Ratten. Die Entzündung steht im Einklang mit den erwarteten pharmakologischen
Wirkungen der PI3K-Hemmung, war im Allgemeinen dosisabhängig und reversibel. Eine bei einigen
Ratten beobachtete minimale Linsenfaserdegeneration (bei dem ≥ 3,6-Fachen der Exposition bei einerklinischen Dosis von 9 mg) wurde als irreversibel angesehen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Itovebi 3 mg und 9 mg Tablettenkern
Lactose-Monohydrat
Magnesiumstearat (E 470b)
Mikrokristalline Cellulose (E 460)
Carboxymethylstärke-Natrium
Itovebi 3 mg Filmüberzug
Polyvinylalkohol, partiell hydrolysiert
Titandioxid (E 171)
Macrogol
Talkum (E 553b)
Eisen(III)-oxid (E 172)
Itovebi 9 mg Filmüberzug
Polyvinylalkohol, partiell hydrolysiert
Titandioxid (E 171)
Macrogol
Talkum (E 553b)
Eisen(III)-oxid (E 172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid-Hydrat (E 172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Perforierte Alu/Alu (Aluminium/Aluminium) Einzeldosis-Blisterpackungen in Umkartons mit28 × 1 Filmtabletten.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Roche Registration GmbH
Emil-Barell-Straße 179639 Grenzach-Wyhlen
Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/25/1942/001
EU/1/25/1942/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 18. Juli 2025
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.