Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels INVEGA 3mg retardtabletten
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
INVEGA 3 mg Retardtabletten
INVEGA 6 mg Retardtabletten
INVEGA 9 mg Retardtabletten
INVEGA 12 mg Retardtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Retardtablette enthält 3 mg Paliperidon.
Jede Retardtablette enthält 6 mg Paliperidon.
Jede Retardtablette enthält 9 mg Paliperidon.
Jede Retardtablette enthält 12 mg Paliperidon.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede 3-mg-Tablette enthält 13,2 mg Lactose.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Retardtablette
Weiße, kapselförmige Dreischicht-Tabletten von 11 mm Länge und 5 mm Durchmesser mit Aufdruck'PAL 3“
Beige, kapselförmige Dreischicht-Tabletten von 11 mm Länge und 5 mm Durchmesser mit Aufdruck'PAL 6“
Rosafarbene, kapselförmige Dreischicht-Tabletten von 11 mm Länge und 5 mm Durchmesser mit
Aufdruck 'PAL 9“
Dunkelgelbe, kapselförmige Dreischicht-Tabletten von 11 mm Länge und 5 mm Durchmesser mit
Aufdruck 'PAL 12“
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
INVEGA ist indiziert zur Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und bei Jugendlichen ab15 Jahre.
INVEGA ist indiziert zur Behandlung von schizoaffektiven Störungen bei Erwachsenen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungSchizophrenie (Erwachsene)
Die empfohlene Dosis von INVEGA zur Behandlung von Schizophrenie bei Erwachsenen beträgteinmal täglich 6 mg, jeweils morgens einzunehmen. Eine anfängliche Dosistitration ist nichterforderlich. Manche Patienten können von niedrigeren oder höheren Dosierungen innerhalb desempfohlenen Bereichs von 3 mg bis 12 mg einmal täglich profitieren. Eine Dosisanpassung soll, wennindiziert, nur nach einer klinischen Neubeurteilung erfolgen. Wenn eine Dosiserhöhung angezeigt ist,werden Steigerungen von 3 mg/Tag empfohlen, die im Allgemeinen in Intervallen von mehr als5 Tagen erfolgen sollten.
Schizoaffektive Störung (Erwachsene)
Die empfohlene Dosis von INVEGA zur Behandlung von schizoaffektiven Störungen bei
Erwachsenen beträgt einmal täglich 6 mg, jeweils morgens einzunehmen. Eine anfängliche
Dosistitration ist nicht erforderlich. Manche Patienten können von höheren Dosierungen innerhalb desempfohlenen Bereichs von 6 mg bis 12 mg einmal täglich profitieren. Eine Dosisanpassung soll, wennindiziert, nur nach einer klinischen Neubeurteilung erfolgen. Wenn eine Dosiserhöhung angezeigt ist,werden Steigerungen von 3 mg/Tag empfohlen, die im Allgemeinen in Intervallen von mehr als4 Tagen erfolgen sollten.
Umstellung auf andere Antipsychotika
Es liegen keine systematisch erhobenen Daten speziell zur Umstellung von Patienten von INVEGAauf andere Antipsychotika vor. Aufgrund unterschiedlicher pharmakodynamischer undpharmakokinetischer Profile innerhalb der Gruppe der Antipsychotika ist eine klinische Überwachungerforderlich, wenn eine Umstellung auf ein anderes Antipsychotikum als medizinisch angemessenerachtet wird.
Ältere PatientenFür ältere Patienten mit normaler Nierenfunktion (≥ 80 ml/min) gelten dieselben
Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene mit normaler Nierenfunktion. Jedoch können, da ältere
Patienten eine verringerte Nierenfunktion aufweisen können, Dosisanpassungen entsprechend demjeweiligen Funktionsstatus der Niere erforderlich sein (siehe unten: Einschränkung der
Nierenfunktion). INVEGA soll bei älteren Patienten mit Demenz mit Risikofaktoren für einen
Schlaganfall mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4). Die Unbedenklichkeit und
Wirksamkeit von INVEGA bei Patienten > 65 Jahren mit schizoaffektiven Störungen wurde nichtuntersucht.
Einschränkung der LeberfunktionBei Patienten mit leichter oder mäßiger Einschränkung der Leberfunktion ist keine Dosisanpassungerforderlich. Da INVEGA bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion nichtuntersucht worden ist, ist bei solchen Patienten Vorsicht geboten.
Einschränkung der NierenfunktionDie empfohlene Initialdosis für Patienten mit leichter Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-
Clearance ≥ 50 bis < 80 ml/min) beträgt 3 mg einmal täglich. Die Dosis kann in Abhängigkeit vonklinischem Ansprechen und Verträglichkeit auf 6 mg einmal täglich erhöht werden.
Bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 10bis < 50 ml/min), beträgt die empfohlene Initialdosis von INVEGA 3 mg alle zwei Tage; nach einerklinischen Neubeurteilung kann diese auf einmal täglich 3 mg erhöht werden. Da INVEGA bei
Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von weniger als 10 ml/min nicht untersucht wurde, wird die
Anwendung bei solchen Patienten nicht empfohlen.
Kinder und JugendlicheSchizophrenie: Die empfohlene Anfangsdosis von INVEGA zur Behandlung von Schizophrenie bei
Jugendlichen ab 15 Jahre beträgt 3 mg einmal täglich, jeweils morgens einzunehmen.
Jugendliche mit < 51 kg Körpergewicht: die empfohlene maximale Tagesdosis von INVEGA beträgt6 mg.
Jugendliche mit ≥ 51 kg Körpergewicht: die empfohlene maximale Tagesdosis von INVEGA beträgt12 mg.
Eine Dosisanpassung soll, wenn indiziert, nur nach einer klinischen Neubeurteilung auf Grundlage desindividuellen Patientenbedarfs erfolgen. Wenn eine Dosiserhöhung angezeigt ist, werden Steigerungenvon 3 mg/Tag empfohlen, die im Allgemeinen in Intervallen von 5 Tagen oder mehr erfolgen sollten.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von INVEGA zur Behandlung der Schizophrenie bei Jugendlichenzwischen 12 und 14 Jahren ist nicht erwiesen. Die zurzeit vorhandenen Daten werden in Abschnitt 4.8und 5.1 beschrieben, es können aber keine Dosierungsempfehlungen gegeben werden. Es gibt keineentsprechende Anwendung bei Kindern im Alter von unter 12 Jahren.
Schizoaffektive Störung: Die Sicherheit und Wirksamkeit von INVEGA zur Behandlung vonschizoaffektiven Störungen bei Patienten im Alter zwischen 12 und 17 Jahren wurde nicht untersuchtund ist nicht erwiesen. Es gibt keine entsprechende Anwendung bei Kindern im Alter von unter12 Jahren.
Sonstige besondere Populationen
Eine Dosisanpassung von INVEGA auf Grund des Geschlechts, der Ethnie oder der
Rauchgewohnheiten wird nicht empfohlen.
Art der AnwendungINVEGA ist zum Einnehmen bestimmt. INVEGA muss als Ganzes mit Flüssigkeit geschluckt werdenund darf nicht zerkaut, geteilt oder zerkleinert werden. Der Wirkstoff befindet sich in einer nichtresorbierbaren Hülle, die derart gestaltet ist, dass der Wirkstoff kontrolliert freigesetzt wird. Die
Tablettenhülle wird zusammen mit nicht löslichen Bestandteilen des Tablettenkerns aus dem Körperausgeschieden; Patienten sollten daher nicht beunruhigt sein, wenn sie gelegentlich etwas in ihrem
Stuhl bemerken, das wie eine Tablette aussieht.
Die Einnahme von INVEGA soll in Bezug auf die Nahrungsaufnahme einheitlich gestaltet werden(siehe Abschnitt 5.2). Der Patient soll angehalten werden, INVEGA entweder immer auf nüchternen
Magen oder immer mit dem Frühstück einzunehmen und nicht zwischen einer Einnahme imnüchternen oder im nicht-nüchternen Zustand zu wechseln.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Risperidon oder gegen einen der in Abschnitt 6.1genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Patienten mit schizoaffektiver Störung, die Paliperidon einnehmen, müssen aufgrund eines möglichen
Wechsels von manischen zu depressiven Symptomen sorgfältig überwacht werden.
QT-Intervall
Vorsicht ist geboten, wenn INVEGA Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen odermit QT-Verlängerungen in der Familienanamnese verordnet wird sowie auch bei der gleichzeitigen
Anwendung mit anderen Arzneimitteln, von denen angenommen wird, dass sie das QT-Intervallverlängern.
Malignes neuroleptisches Syndrom
In Verbindung mit Paliperidon wurde über ein malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) berichtet,das durch Hyperthermie, Muskelsteifigkeit, autonome Instabilität, Bewusstseinsstörungen und erhöhte
Serum-Kreatinphosphokinase-Werte gekennzeichnet ist. Zusätzliche klinische Anzeichen können
Myoglobinurie (Rhabdomyolyse) und akutes Nierenversagen einschließen. Wenn ein Patient
Anzeichen oder Symptome entwickelt, die auf ein MNS hindeuten, sollen alle Antipsychotika,einschließlich INVEGA, abgesetzt werden.
Tardive Dyskinesie/Extrapyramidale Symptome
Arzneimittel mit Dopaminrezeptor-antagonistischen Eigenschaften wurden mit der Induktion einertardiven Dyskinesie in Verbindung gebracht, die durch unwillkürliche rhythmische Bewegungen, vorallem der Zunge und/oder des Gesichtes, charakterisiert ist. Wenn Anzeichen oder Symptome einertardiven Dyskinesie auftreten, soll ein Absetzen sämtlicher Antipsychotika, einschließlich INVEGA,in Betracht gezogen werden.
Vorsicht ist geboten, wenn Patienten sowohl Psychostimulanzien (z.B. Methylphenidat) als auch
Paliperidon gleichzeitig erhalten, da extrapyramidale Symptome auftreten können, wenn die
Behandlung mit einem oder beiden Arzneimitteln angepasst wird. Es wird ein schrittweises Absetzender Stimulanzienbehandlung empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose
Fälle von Leukopenie, Neutropenie und Agranulozytose wurden unter Behandlung mit
Antipsychotika, einschließlich INVEGA, berichtet. Eine Agranulozytose wurde nach Markteinführungsehr selten (< 1/10 000 Patienten) berichtet. Patienten mit einer klinisch signifikant niedrigen
Leukozytenzahl (WBC) in der Vorgeschichte oder einer Arzneimittel-induzierten
Leukopenie/Neutropenie sollten während der ersten Monate der Therapie überwacht werden, und ein
Absetzen von INVEGA sollte bei den ersten Anzeichen eines klinisch signifikanten Abfalls des WBCin Betracht gezogen werden, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind. Patienten mit klinischsignifikanter Neutropenie sollten sorgfältig auf Fieber oder andere Symptome hin oder auf Anzeicheneiner Infektion hin überwacht werden. Eine sofortige Behandlung sollte erfolgen, wenn solche
Symptome oder Anzeichen auftreten. Bei Patienten mit einer schweren Neutropenie (absolute
Neutrophilenzahl < 1 x 109/l) soll INVEGA abgesetzt und der WBC bis zur Erholung des Blutbildesbeobachtet werden.
Hyperglykämie und Diabetes mellitus
Während der Behandlung mit Paliperidon wurde über Hyperglykämie, Diabetes mellitus und
Exazerbation eines vorbestehenden Diabetes mellitus berichtet. In einigen Fällen wurde über einevorausgehende Zunahme des Körpergewichts berichtet, was ein prädisponierender Faktor sein kann.
Damit einhergehend wurde sehr selten über eine Ketoazidose und selten über ein diabetisches Komaberichtet. Eine entsprechende klinische Überwachung in Übereinstimmung mit den gültigen
Richtlinien zur antipsychotischen Behandlung wird empfohlen. Patienten, die mit atypischen
Antipsychotika, einschließlich INVEGA, behandelt werden, sollten auf Symptome von
Hyperglykämie (wie Polydipsie, Polyurie, Polyphagie und Schwäche) hin überwacht werden und
Patienten mit Diabetes mellitus sollten regelmäßig auf eine Verschlechterung der Glucosekontrolle hinbeobachtet werden.
GewichtszunahmeBei der Anwendung von INVEGA wurde über eine signifikante Gewichtszunahme berichtet. Das
Gewicht sollte regelmäßig überprüft werden.
Hyperprolaktinämie
Studien an Gewebekulturen deuten darauf hin, dass ein Zellwachstum bei humanen Tumoren der Brustdurch Prolaktin stimuliert werden kann. Obwohl bislang in klinischen und epidemiologischen Studienkein eindeutiger Zusammenhang mit der Anwendung von Antipsychotika gezeigt werden konnte, istbei Patienten mit entsprechender medizinischer Vorgeschichte Vorsicht geboten. Paliperidon soll bei
Patienten mit möglicherweise prolaktinabhängigen Tumoren mit Vorsicht angewendet werden.
Orthostatische HypotoniePaliperidon kann bei einigen Patienten auf Grund seiner alpha-blockierenden Wirkung zu einerorthostatischen Hypotonie führen. Nach den zusammengefassten Daten aus drei jeweils 6-wöchigen,placebokontrollierten Studien mit fixer Dosierung von INVEGA (3, 6, 9 und 12 mg) wurde eineorthostatische Hypotonie bei 2,5% der mit INVEGA behandelten Studienteilnehmer berichtet, im
Vergleich zu 0,8% der mit Placebo behandelten Studienteilnehmer. INVEGA soll bei Patienten mitbekannten kardiovaskulären Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt oder Ischämie,
Erregungsleitungsstörungen), zerebrovaskulären Erkrankungen oder bei Bedingungen, die für eine
Hypotonie prädisponieren (z.B. Dehydrierung und Hypovolämie), mit Vorsicht angewendet werden.
KrampfanfälleBei Patienten mit Krampfanfällen oder sonstigen Erkrankungen in der Anamnese, die möglicherweisedie Anfallsschwelle herabsetzen können, soll INVEGA mit Vorsicht angewendet werden.
Potential für gastrointestinale Obstruktion
Da die INVEGA-Tablette nicht verformbar ist und auch im Gastrointestinaltrakt ihre Form nichtmerklich verändert, soll INVEGA normalerweise nicht Patienten mit vorbestehender schwerer Stenoseim Bereich des Gastrointestinaltrakts (pathologisch oder iatrogen) oder Patienten mit Dysphagie odersolchen mit großen Schwierigkeiten, Tabletten zu schlucken, verabreicht werden. Es gab selten
Berichte über obstruktive Symptome bei Patienten mit bekannten Strikturen im Zusammenhang mitder Einnahme von Arzneimitteln, die eine nicht verformbare Darreichungsform mit kontrollierter
Wirkstofffreisetzung aufwiesen. Auf Grund der freisetzungsverzögernden Darreichungsform soll
INVEGA nur bei Patienten angewendet werden, die in der Lage sind, die Tablette als Ganzes zuschlucken.
Erkrankungen mit verkürzter gastrointestinaler Passagezeit
Erkrankungen, die zu einer verkürzten gastrointestinalen Passagezeit führen, z.B. Erkrankungen, diemit schweren chronischen Durchfällen verbunden sind, können zu einer verminderten Resorption von
Paliperidon führen.
Einschränkung der NierenfunktionDie Plasmakonzentrationen von Paliperidon sind bei Patienten mit einer Einschränkung der
Nierenfunktion erhöht und daher kann bei manchen Patienten eine Dosisanpassung erforderlich sein(siehe Abschnitt 4.2 und 5.2). Zu Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von weniger als 10 ml/minliegen keine Daten vor. Paliperidon soll nicht bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von wenigerals 10 ml/min angewendet werden.
Einschränkung der LeberfunktionEs liegen keine Daten zu Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-
Klasse C) vor. Wenn Paliperidon in dieser Patientengruppe eingesetzt werden soll, ist Vorsichtgeboten.
Ältere Patienten mit Demenz
INVEGA wurde bei älteren Patienten mit Demenz nicht untersucht. Die Erfahrungen mit Risperidonwerden für Paliperidon als ebenfalls gültig erachtet.
Gesamtmortalität
In einer Meta-Analyse von 17 kontrollierten klinischen Studien wiesen ältere Patienten mit
Demenz, die mit anderen atypischen Antipsychotika, einschließlich Risperidon, Aripiprazol,
Olanzapin und Quetiapin, behandelt wurden, ein höheres Mortalitätsrisiko im Vergleich zur
Placebogruppe auf. Bei den mit Risperidon Behandelten betrug die Mortalität 4%, verglichenmit 3,1% unter Placebo.
Zerebrovaskuläre Nebenwirkungen
Ein ca. 3-fach erhöhtes Risiko zerebrovaskulärer Nebenwirkungen wurde in randomisiertenplacebokontrollierten klinischen Studien bei der Demenz-Population mit einigen atypischen
Antipsychotika, einschließlich Risperidon, Aripiprazol und Olanzapin beobachtet. Der diesemerhöhten Risiko zugrunde liegende Mechanismus ist nicht bekannt. INVEGA soll bei älteren
Patienten mit Demenz, die Risikofaktoren für einen Schlaganfall haben, mit Vorsichtangewendet werden.
Parkinson-Krankheit und Demenz mit Lewy-Körperchen
Bei der Verschreibung von INVEGA an Patienten mit Parkinson-Krankheit oder Demenz mit Lewy-
Körperchen (DLK) sollen Ärzte jeweils die Risiken gegenüber dem Nutzen abwägen, da beide
Gruppen sowohl ein erhöhtes Risiko für ein malignes neuroleptisches Syndrom als auch eine erhöhte
Empfindlichkeit gegenüber Antipsychotika aufweisen können. Manifestationen dieser erhöhten
Empfindlichkeit können Verwirrtheit, Abgestumpftheit, Gleichgewichtsstörungen mit häufigen
Stürzen zusätzlich zu extrapyramidalen Symptomen sein.
PriapismusEs wurde berichtet, dass antipsychotische Arzneimittel (einschließlich Risperidon) mit α-adrenergblockierender Wirkung Priapismus verursachen. Während der Beobachtung nach Markteinführungwurde Priapismus auch mit Paliperidon, dem aktiven Metaboliten von Risperidon, berichtet. Patientensollen darüber informiert werden, dringend ärztlichen Rat einzuholen, wenn sich der Priapismus nichtinnerhalb von 3-4 Stunden zurückgebildet hat.
Regulierung der Körpertemperatur
Störungen der Fähigkeit des Körpers, seine Kerntemperatur zu senken, wurden mit antipsychotischen
Arzneimitteln in Verbindung gebracht. Eine entsprechende Sorgfalt empfiehlt sich daher bei der
Verschreibung von INVEGA an Patienten, bei denen es umständehalber zu einem Anstieg der
Körpertemperatur kommen kann, z.B. durch intensive körperliche Betätigung, extreme
Hitzeeinwirkung, gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln mit anticholinerger Wirkung oderdurch Dehydrierung.
Venöse ThromboembolieEs wurden Fälle von venöser Thromboembolie (VTE) unter der Behandlung mit antipsychotischen
Arzneimitteln berichtet. Da Patienten, die mit Antipsychotika behandelt werden, oft erworbene
Risikofaktoren für VTE aufweisen, sollen alle möglichen Risikofaktoren für VTE vor und währendder Behandlung mit INVEGA identifiziert und präventive Maßnahmen ergriffen werden.
Antiemetische Wirkung
In präklinischen Studien mit Paliperidon wurde eine antiemetische Wirkung beobachtet. Diese
Wirkung kann, falls sie beim Menschen auftritt, die Anzeichen und Symptome einer Überdosierungbestimmter Arzneimittel oder bestimmter Erkrankungen wie gastrointestinale Obstruktion, Reye-
Syndrom und eines Hirntumors verschleiern.
Kinder und JugendlicheIn dieser Population sollte der sedierende Effekt von INVEGA engmaschig überwacht werden. Eine
Änderung des Einnahmezeitpunktes von INVEGA kann die Auswirkungen einer Sedierung auf den
Patienten positiv beeinflussen.
Wegen möglicher Auswirkungen einer anhaltenden Hyperprolaktinämie auf das Wachstum und diesexuelle Reifung von Jugendlichen, sollte eine regelmäßige klinische Erhebung desendokrinologischen Status erwogen werden, einschließlich einer Messung von Körpergröße, Gewicht,
Reifegrad, Überwachung des Menstruationszyklus und anderer potentieller prolaktinabhängiger
Effekte.
Während der Behandlung mit INVEGA sollte ebenfalls eine regelmäßige Untersuchung aufextrapyramidale Symptome und andere Bewegungsstörungen durchgeführt werden.
Für spezielle Dosierungsempfehlungen in der pädiatrischen Population siehe Abschnitt 4.2.
Intraoperatives Floppy Iris Syndrom
Bei Patienten, die mit Arzneimitteln mit alpha 1a-adrenerg antagonistischer Wirkung, wie INVEGA,behandelt wurden, wurde während Kataraktoperationen ein intraoperatives Floppy Iris Syndrom (IFIS)beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Ein IFIS kann das Risiko von Komplikationen am Auge während und nach der Operation erhöhen. Diederzeitige oder frühere Anwendung von Arzneimitteln mit alpha 1a-adrenerg antagonistischer
Wirkung sollte dem Ophthalmologen vor dem Eingriff mitgeteilt werden. Der potentielle Nutzen des
Absetzens einer alpha 1-blockierenden Therapie vor einer Kataraktoperation ist nicht erwiesen undmuss gegen das Risiko des Absetzens der antipsychotischen Therapie abgewogen werden.
Sonstige BestandteileLactose-Gehalt (betrifft nur die 3-mg-Tabletten)
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-
Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Natrium-Gehalt
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Vorsicht ist geboten, wenn INVEGA zusammen mit Arzneimitteln verordnet wird, diebekanntermaßen das QT-Intervall verlängern, wie z.B. Antiarrhythmika der Klassen IA (z.B. Chinidin,
Disopyramid) und III (z.B. Amiodaron, Sotalol), einige Antihistaminika, einige andere Antipsychotikaund einige Antimalaria-Wirkstoffe (z.B. Mefloquin).
Potentielle Beeinflussung anderer Arzneimittel durch INVEGA
Bei Paliperidon sind keine klinisch bedeutsamen pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit
Arzneimitteln zu erwarten, die durch Cytochrom-P-450-Isoenzyme metabolisiert werden. In-vitro-
Studien zeigen, dass Paliperidon keine CYP1A2-Aktivität induziert.
Auf Grund der primären ZNS-Effekte von Paliperidon (siehe Abschnitt 4.8) soll INVEGA mit
Vorsicht zusammen mit anderen zentralwirksamen Arzneimitteln, wie z.B. Anxiolytika, den meisten
Antipsychotika, Hypnotika, Opioiden usw. oder Alkohol angewendet werden.
Paliperidon kann die Wirkung von Levodopa und anderen Dopamin-Agonisten antagonisieren. Wirdeine solche Kombination als notwendig erachtet, insbesondere im Endstadium der Parkinson-
Krankheit, so ist die niedrigste wirksame Dosierung der jeweiligen Therapie zu verordnen.
Aufgrund seines Potenzials, eine orthostatische Hypotonie auszulösen (siehe Abschnitt 4.4), kann eszu einem additiven Effekt kommen, wenn INVEGA mit anderen Therapeutika kombiniert wird, diedieses Potenzial besitzen, wie z.B. andere Antipsychotika, Trizyklika.
Vorsicht ist angeraten, wenn Paliperidon mit anderen Arzneimitteln kombiniert wird, von denenbekannt ist, dass sie die Anfallsschwelle herabsetzen (d.h. Phenothiazine oder Butyrophenone,
Clozapin, Trizyklika oder SSRIs, Tramadol, Mefloquin, usw.).
Es wurde keine Studie zur Erfassung von Wechselwirkungen zu INVEGA und Lithium durchgeführt.
Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass eine pharmakokinetische Wechselwirkung auftritt.
Die gleichzeitige Gabe von INVEGA 12 mg einmal täglich und Natriumvalproat/Valproinsäure
Retardtabletten (500 mg bis 2 000 mg einmal täglich) hatte keinerlei Auswirkungen auf die Steady-state-Pharmakokinetik von Valproat. Die gleichzeitige Gabe von INVEGA und
Natriumvalproat/Valproinsäure Retardtabletten erhöhte die Exposition gegenüber Paliperidon (sieheunten).
Potentielle Beeinflussung von INVEGA durch andere Arzneimittel
In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass CYP2D6 und CYP3A4 minimal an der Metabolisierung von
Paliperidon beteiligt sein können, jedoch gibt es weder in vitro noch in vivo Hinweise darauf, dassdiese Isoenzyme bei der Metabolisierung von Paliperidon eine signifikante Rolle spielen. Beigleichzeitiger Anwendung von INVEGA und Paroxetin, einem potenten CYP2D6-Inhibitor, zeigtensich keine klinisch signifikanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Paliperidon. In-vitro-
Studien haben gezeigt, dass Paliperidon ein Substrat des P-Glykoprotein (P-gp) ist.
Die gleichzeitige Verabreichung von INVEGA einmal täglich mit 200 mg Carbamazepin zweimaltäglich verursachte eine Reduzierung der mittleren Steady-state Cmax und AUC von Paliperidon umetwa 37%. Diese Reduzierung wird zu einem wesentlichen Grad durch eine 35%ige Steigerung derrenalen Clearance von Paliperidon ausgelöst, wahrscheinlich als Folge der Induktion des renalen P-gpdurch Carbamazepin. Eine geringe Abnahme in der Menge des Wirkstoffes, die unverändert mit dem
Urin ausgeschieden wird, weist darauf hin, dass es einen geringen Effekt auf den CYP-Metabolismusoder die Bioverfügbarkeit von Paliperidon während der gleichzeitigen Verabreichung von
Carbamazepin gibt. Größere Abnahmen der Paliperidon-Plasmakonzentration könnten bei höheren
Dosen von Carbamazepin auftreten. Bei Einsatz von Carbamazepin sollte die Dosis von INVEGA neubeurteilt und, falls erforderlich, erhöht werden. Im umgekehrten Fall sollte beim Absetzen von
Carbamazepin die Dosis von INVEGA neu beurteilt und, falls erforderlich, reduziert werden. Esdauert 2 bis 3 Wochen, bis eine vollständige Induktion erreicht ist, und beim Absetzen des Induktorsklingt der Effekt über einen ähnlichen Zeitraum hinweg ab.
Andere Arzneimittel oder Phytopharmaka, die als Induktoren fungieren, wie zum Beispiel Rifampicinund Johanniskraut (Hypericum perforatum) könnten ähnliche Effekte auf Paliperidon haben.
Arzneimittel, die sich auf die gastrointestinale Passagezeit auswirken, wie z.B. Metoclopramid,können die Resorption von Paliperidon beeinflussen.
Die gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis INVEGA 12 mg und Natriumvalproat/Valproinsäure
Retardtabletten (zwei 500 mg-Tabletten einmal täglich) führte zu einer Erhöhung um etwa 50% der
Cmax und AUC von Paliperidon. Nach klinischer Beurteilung ist eine Dosisreduzierung von INVEGAzu erwägen, wenn INVEGA zusammen mit Valproat verabreicht wird.
Gleichzeitige Anwendung von INVEGA mit Risperidon
Die gleichzeitige Anwendung von INVEGA mit oralem Risperidon wird nicht empfohlen, da es sichbei Paliperidon um den aktiven Metaboliten von Risperidon handelt und die Kombination der beidenzu einer additiven Exposition mit Paliperidon führen kann.
Gleichzeitige Anwendung von INVEGA mit Psychostimulanzien
Die gleichzeitige Anwendung von Psychostimulanzien (z.B. Methylphenidat) mit Paliperidon kann beieiner Veränderung einer oder beider Behandlungen zu extrapyramidalen Symptomen führen (siehe
Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Paliperidon während der
Schwangerschaft vor. Paliperidon erwies sich im Tierversuch als nicht teratogen; es wurden jedochandere Arten einer Reproduktionstoxizität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3). Neugeborene, diewährend des dritten Trimenons der Schwangerschaft gegenüber Antipsychotika (einschließlich
Paliperidon) exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptomeund/oder Entzugserscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variierenkönnen. Es gab Berichte über Agitiertheit, erhöhten oder erniedrigten Muskeltonus, Tremor,
Somnolenz, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme. Dementsprechend sollten
Neugeborene sorgfältig überwacht werden. INVEGA soll nicht während der Schwangerschaftangewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Ist während der Schwangerschaft ein
Absetzen der Behandlung erforderlich, so soll dies nicht abrupt geschehen.
StillzeitPaliperidon wird in einem solchen Ausmaß in die Muttermilch ausgeschieden, dass im Falle einer
Anwendung therapeutischer Dosen bei stillenden Müttern mit Auswirkungen auf den gestillten
Säugling zu rechnen ist. INVEGA soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.
FertilitätIn den nicht-klinischen Studien wurden keine relevanten Effekte beobachtet.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenPaliperidon kann aufgrund seiner potenziellen Einflüsse auf das Nervensystem und visueller Effekte(siehe Abschnitt 4.8) geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen haben. Den Patienten ist deshalb anzuraten, kein Fahrzeug zu lenkenund keine Maschinen zu bedienen, bis ihre individuelle Empfindlichkeit gegenüber INVEGA bekanntist.
4.8 Nebenwirkungen
ErwachseneZusammenfassung des SicherheitsprofilsDie im Rahmen klinischer Studien an Erwachsenen am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren
Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Sedierung/Somnolenz, Parkinsonismus, Akathisie, Tachykardie,
Tremor, Dystonie, Infektion der oberen Atemwege, Angst, Schwindel, Gewichtszunahme, Übelkeit,
Agitiertheit, Obstipation, Erbrechen, Fatigue, Depression, Dyspepsie, Diarrhö, Mundtrockenheit,
Zahnschmerzen, muskuloskelettale Schmerzen, Hypertonie, Asthenie, Rückenschmerzen,
QT-Verlängerung im EKG und Husten.
Zu den dem Anschein nach dosisabhängigen Nebenwirkungen zählten Kopfschmerzen,
Sedierung/Somnolenz, Parkinsonismus, Akathisie, Tachykardie, Dystonie, Schwindel, Tremor,
Infektion der oberen Atemwege, Dyspepsie und muskuloskelettale Schmerzen.
In Studien zu schizoaffektiven Störungen hatte, im Vergleich zu den Studienteilnehmern, die
INVEGA als Monotherapie erhielten, ein größerer Anteil der Studienteilnehmer der gesamten
INVEGA-Dosisgruppe, die eine Begleittherapie mit einem Antidepressivum oder
Stimmungsstabilisierer erhielten, unerwünschte Arzneimittelwirkungen.
Tabellarische Zusammenfassung der NebenwirkungenNachstehend aufgeführt ist eine vollständige Auflistung der im Rahmen klinischer Studien und nach
Markteinführung gemeldeten Nebenwirkungen mit Paliperidon, wobei die Häufigkeitskategorie nachklinischen Studien an Erwachsenen mit INVEGA berechnet wurde. Hierbei werden die nachfolgenden
Begriffe und Häufigkeiten verwendet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Systemorgan- Nebenwirkungenklasse Häufigkeit
Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt
Infektionen Bronchitis, Pneumonie, Augeninfektion,und parasitäre Infektion der Atemwegsinfek- Onychomykose,
Erkrankungen oberen tion, Zystitis, Cellulitis,
Atemwege, Ohrinfektion, Acarodermatitis
Sinusitis, Tonsillitis
Harnwegsinfek-tion, Influenza
Erkrankungen Leukozytenzahl Agranulozyto-des Blutes und erniedrigt, sec, Neutropenie,des Thrombozyto- Eosinophilen-
Lymphsystems penie, Anämie, zahl erhöht
Hämatokritreduziert
Erkrankungen anaphylaktischedes Reaktion,
Immunsystems Überempfind-lichkeit
Endokrine Hyperprolakti- inadäquate
Erkrankungen nämiea Sekretion desantidiuretischen
Hormonsc,
Glucose im Urin
Stoffwechsel- Gewichtszu- Diabetes Wasser- Hyperinsulinämieund nahme, mellitusd, Intoxikation,
Ernährungs- gesteigerter Hyperglykämie, diabetischestörungen Appetit, Zunahme des Ketoazidosec,
Gewichtsab- Taillenumfangs, Hypoglykämie,nahme, Anorexie, Polydipsie,verminderter Triglyzeride Cholesterin
Appetit erhöht erhöht
Psychiatrische Schlaflosigkeite Manie, Schlafstörungen, Katatonie,
Erkrankungen Agitiertheit, Verwirrtheit, Schlafwandeln,
Depression, verminderte Abstumpfungc
Angst Libido,
Anorgasmie,
Nervosität,
Albträume
Erkrankungen Parkinsonis- Dystonieb, tardive malignesdes musb, Schwindel, Dyskinesie, neuroleptisches
Nervensystems Akathisieb, Dyskinesieb, Konvulsione, Syndrom,
Sedierung/Som- Tremorb Synkope, zerebralenolenz, psychomotori- Ischämie,
Kopfschmerz sche fehlende
Hyperaktivität, Reaktion aufposturaler Stimulic,
Schwindel, Bewusstlosig-
Aufmerksam- keit,keitsstörung, verminderter
Dysarthrie, Bewusst-
Dysgeusie, seinsgradc,
Hypästhesie, diabetisches
Parästhesie Komac,
Gleichgewichts-störung,anomale
Koordination,
Titubation des
Kopfesc
Augenerkran- verschwomme- Photophobie, Glaukom,kungen nes Sehen Konjunktivitis, Störung dertrockenes Auge Augenbewe-gungc,
Augenrollenc,erhöhter
Tränenfluss,okulare
Hyperämie
Erkrankungen Vertigo,des Ohrs Tinnitus,
Ohrenschmerzen
Herzerkran- AV-Block, Sinusarrhythmie Vorhofflimmern,kungen Erregungslei- EKG-Verände- posturalestungsstörungen, rungen, orthostatisches
QT-Verlänge- Palpitationen Tachykardie-rung im EKG, syndromc
Bradykardie,
TachykardieGefäßerkran- orthostatische Hypotonie Lungenembolie,kungen Hypotonie, Venenthrom-
Hypertonie bose, Ischämie,
Erröten
Erkrankungen pharyngo-laryn- Dyspnoe, Schlaf-Apnoe- Lungenstauungder Atemwege, gealer Schmerz, Keuchen, Syndrom,des Brustraums Husten, Epistaxis Hyperventila-und verstopfte Nase tion,
Mediastinums Aspirations-pneumonie,
Kongestion der
Atemwege,
Dysphonie
Erkrankungen Bauchschmer- geschwollene Pankreatitisc,des zen, abdominale Zunge, mechanischer
Gastrointesti- Beschwerden, Gastroenteritis, Ileus,naltrakts Erbrechen, Dysphagie, paralytischer
Übelkeit, Flatulenz Ileus,
Obstipation, Stuhlinkonti-
Diarrhö, nenz,
Dyspepsie, Koprostasec,
Mundtrocken- Cheilitisheit,
Zahnschmerzen
Leber- und Transaminasen Gamma-Gluta- Ikterus
Gallenerkran- erhöht myltransferasekungen erhöht,
Leberenzymeerhöht
Erkrankungen Pruritus, Urtikaria, Angioödem,der Haut und Hautausschlag Alopezie, Arzneimittel-des Ekzem, Akne exanthemc,
Unterhautzell- Hyperkeratose,gewebes trockene Haut,
Erythem,
Hautverfärbung,seborrhoisches
Ekzem,
Schuppen
Skelettmusku- muskuloskeletta- Kreatin- Rhabdomyoly-latur-, le Schmerzen, phosphokinase sec, anomale
Bindegewebs- Rückenschmer- erhöht, Körperhaltungcund zen, Arthralgie Muskelspasmen,
Knochener- Gelenksteifig-krankungen keit, Gelenk-schwellung,
Muskelschwä-che,
Nackenschmer-zen
Erkrankungen Harninkonti-der Nieren und nenz,
Harnwege Pollakisurie,
Harnretention,
Dysurie
Schwanger- Arzneimittelent-schaft, zugssyndrom
Wochenbett desund perinatale Neugeborenen
Erkrankungen (siehe
Abschnitt 4.6)c
Erkrankungen Amenorrhö erektile Priapismusc,der Dysfunktion, verspätete
Geschlechts- Ejakulations- Menstruationc,organe und der störungen, Gynäkomastie,
Brustdrüse Menstrua- Stauungser-tionsstörungenc, scheinungen der
Galaktorrhö, Brust,sexuelle Brustvergröße-
Dysfunktion, rungc, Sekretion
Brustschmerzen, aus der
Brustbeschwer- Brustdrüse,den vaginaler
Ausfluss
Allgemeine Pyrexie, Gesichtsödem, Hypothermiec,
Erkrankungen Asthenie, Ödeme, Körpertempera-und Fatigue Schüttelfrost, tur erniedrigtc,
Beschwerden Körpertempera- Arzneimittelent-am Verabrei- tur erhöht, zugssyndromc,chungsort anomaler Gang, Indurationc
Durst,
Thoraxschmer-zen, Thoraxbe-schwerden,
Unwohlsein
Verletzung, Sturz
Vergiftung unddurch Eingriffebedingte
Komplikatio-nena Siehe 'Hyperprolaktinämie“ unten.b Siehe 'Extrapyramidale Störungen“ unten.c Nicht beobachtet in klinischen Studien mit INVEGA, aber nach der Markteinführung von Paliperidond In placebokontrollierten Zulassungsstudien wurde Diabetes mellitus bei 0,05% der mit INVEGA behandelten
Studienteilnehmern berichtet im Vergleich zu einer Rate von 0% in der Placebogruppe. Die Gesamtinzidenz ausallen klinischen Studien betrug 0,14% bei allen mit INVEGA behandelten Studienteilnehmern.e Schlaflosigkeit schließt ein: Einschlafstörung, Durchschlafstörung; Konvulsion schließt ein: Grand-Mal-
Anfall; Ödem schließt ein: generalisiertes Ödem, peripheres Ödem, eindrückbares Ödem.
Menstruationsstörungen schließt ein: unregelmäßige Menstruation, Oligomenorrhö
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen, die mit Risperidon-Formulierungen beobachtet wurden
Paliperidon ist der aktive Metabolit von Risperidon, daher sind die Nebenwirkungsprofile dieser
Substanzen (einschließlich der oralen und injizierbaren Formulierungen) relevant füreinander.
Zusätzlich zu den oben aufgeführten Nebenwirkungen wurden die folgenden Nebenwirkungen bei der
Anwendung von Risperidon-Formulierungen beobachtet, wobei diese auch unter INVEGA auftretenkönnten.
Psychiatrische Erkrankungen: schlafbezogene Essstörung
Erkrankungen des Nervensystems: zerebrovaskuläre Störung
Augenerkrankungen: Floppy Iris Syndrom (intraoperativ)
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: Rasselgeräusche der Lunge
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Stevens-Johnson-Syndrom/toxischepidermale Nekrolyse
Nebenwirkungen von besonderem Interesse für die Wirkstoffklasse
Extrapyramidale Symptome (EPS)
In klinischen Schizophrenie-Studien zeigte sich kein Unterschied zwischen Placebo und den 3 mgbzw. 6 mg Dosierungen von INVEGA. Eine Dosisabhängigkeit der EPS war bei den beiden höheren
Dosierungen von INVEGA (9 und 12 mg) zu beobachten. In den Studien zu schizoaffektiven
Störungen wurde eine EPS-Inzidenz beobachtet, die ohne einen eindeutigen Zusammenhang mit der
Dosis über der des Placebos in allen Dosisgruppen lag.
EPS schlossen folgende Begriffe in einer zusammenfassenden Auswertung ein: Parkinsonismus(einschließlich verstärkte Speichelsekretion, muskuloskelettale Steifheit, Parkinsonismus, vermehrter
Speichelfluss, Zahnradphänomen, Bradykinesie, Hypokinesie, Maskengesicht, Muskelanspannung,
Akinesie, Steifheit der Nackenmuskulatur, Muskelsteifheit, parkinsonähnlicher Gang, abnormer
Glabellareflex und parkinsonähnlicher Ruhetremor), Akathisie (einschließlich Akathisie, innere
Unruhe, Hyperkinesie und Restless-Legs-Syndrom), Dyskinesie (Dyskinesie, Muskelzuckungen,
Choreoathetose, Athetose und Myoklonie), Dystonie (einschließlich Dystonie, Hypertonie, Torticollis,unwillkürliche Muskelkontraktionen, Muskelkontraktur, Blepharospasmus, Okulogyration,
Zungenparalyse, Gesichtsspasmus, Laryngospasmus, Myotonie, Opisthotonus, oropharyngealer
Spasmus, Pleurothotonus, Zungenspasmus und Trismus) und Tremor. Es ist anzumerken, dass einbreiteres Spektrum an Symptomen aufgeführt ist, welches nicht notwendigerweise extrapyramidalen
Ursprungs ist.
GewichtszunahmeIn klinischen Schizophrenie-Studien wurden jeweils die Anteile der Studienteilnehmer verglichen, diein Bezug auf die Gewichtszunahme ein Kriterium von 7% des Körpergewichts erfüllten, wobei sich,jeweils verglichen mit Placebo, für INVEGA 3 mg und 6 mg eine ähnliche Häufigkeit einer
Gewichtszunahme und jeweils verglichen mit Placebo für INVEGA 9 mg und 12 mg eine höhere
Häufigkeit einer Gewichtszunahme ergab.
In klinischen Studien zu schizoaffektiven Störungen wies im Vergleich zu den mit Placebobehandelten Studienteilnehmern (1%) ein höherer Prozentsatz der mit INVEGA behandelten
Studienteilnehmer (5%) eine Gewichtszunahme von ≥ 7% auf. In der Studie, in der zwei Dosisgruppenuntersucht wurden (siehe Abschnitt 5.1), trat die Gewichtszunahme von ≥ 7% in der Gruppe mit derniedrigeren Dosis (3-6 mg) bei 3%, in der Gruppe mit der höheren Dosis (9-12 mg) bei 7% und in der
Placebo-Gruppe bei 1% der Studienteilnehmer auf.
Hyperprolaktinämie
In klinischen Schizophrenie-Studien war ein Anstieg der Serum-Prolaktinwerte unter INVEGA bei67% der Studienteilnehmer zu beobachten. Nebenwirkungen, die auf einen Anstieg des
Prolaktinspiegels hinweisen können (z.B. Amenorrhö, Galaktorrhö, Menstruationsstörungen,
Gynäkomastie), wurden bei insgesamt 2% der Studienteilnehmer berichtet. Die höchsten mittleren
Anstiege der Serum-Prolaktinkonzentration zeigten sich allgemein am 15. Behandlungstag; sie lagenjedoch beim Endpunkt der Studie noch immer über den Ausgangswerten.
Klasseneffekte
QT-Verlängerungen, ventrikuläre Arrhythmien (ventrikuläres Flimmern, ventrikuläre Tachykardien),plötzliche und unerwartete Todesfälle, Herzstillstand und Torsade de pointes können unter der
Behandlung mit Antipsychotika auftreten. Es wurden Fälle von venöser Thromboembolie,einschließlich Fälle von Lungenembolie und Fälle von tiefer Beinvenenthrombose unter der
Behandlung mit Antipsychotika berichtet - Häufigkeit unbekannt.
Paliperidon ist der aktive Metabolit von Risperidon. Das Sicherheitsprofil von Risperidon kannrelevant sein.
Ältere PatientenIn einer mit älteren Studienteilnehmern mit Schizophrenie durchgeführten Studie zeigte sich einähnliches Sicherheitsprofil wie bei anderen Altersgruppen. INVEGA wurde bei älteren Patienten mit
Demenz nicht untersucht. In klinischen Studien mit einigen anderen atypischen Antipsychotikawurden ein erhöhtes Risiko für Todesfälle und zerebrovaskuläre Ereignisse berichtet (siehe
Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheZusammenfassung des SicherheitsprofilsIn einer Kurzzeitstudie und zwei Langzeitstudien mit Paliperidon-Retardtabletten, die bei
Jugendlichen ab 12 Jahre mit Schizophrenie durchgeführt wurden, war das allgemeine
Sicherheitsprofil mit dem von Erwachsenen vergleichbar. Die Häufigkeit und Art der
Nebenwirkungen war in der gepoolten Schizophrenie-Population bei Jugendlichen (ab 12 Jahre,n=545), die INVEGA erhielten, mit dem von Erwachsenen vergleichbar; ausgenommen warenfolgende Nebenwirkungen, die häufiger bei Jugendlichen, die INVEGA erhielten, als bei
Erwachsenen, die INVEGA erhielten, berichtet wurden (und häufiger als unter Placebo):
Sedierung/Somnolenz, Parkinsonismus, Gewichtszunahme, Infektion der oberen Atemwege, Akathisieund Tremor wurden bei Jugendlichen sehr häufig berichtet (≥ 1/10); abdominale Schmerzen,
Galaktorrhö, Gynäkomastie, Akne, Dysarthrie, Gastroenteritis, Epistaxis, Ohrinfektion, erhöhte
Triglyzeride im Blut und Vertigo wurden bei Jugendlichen häufig berichtet (≥ 1/100, < 1/10).
Extrapyramidale Symptome (EPS)
In einer placebokontrollierten Kurzzeitstudie mit fixer Dosierung bei Jugendlichen war die Inzidenzvon EPS für alle Dosierungen von INVEGA im Vergleich zu Placebo höher mit einer zunehmenden
Häufigkeit von EPS bei höheren Dosierungen. Über alle Studien bei Jugendlichen hinweg traten EPSin jeder INVEGA-Dosierung häufiger bei Jugendlichen als bei Erwachsenen auf.
GewichtszunahmeIn einer placebokontrollierten Kurzzeitstudie mit fixer Dosierung bei Jugendlichen trat bei einemhöheren Anteil der mit INVEGA behandelten Studienteilnehmer (6-19%, abhängig von der Dosis)eine Zunahme des Körpergewichts von ≥ 7% im Vergleich zu mit Placebo behandelten
Studienteilnehmern (2%) auf. Es gab keine klare Dosisabhängigkeit. In der Langzeitstudie über2 Jahre berichteten die Studienteilnehmer, die INVEGA sowohl in der doppelblinden als auch in deroffenen Studie erhielten, von einer mäßigen Gewichtszunahme (4,9 kg).
Bei Jugendlichen sollte die Gewichtszunahme gegenüber der mit dem normalen Wachstum erwartetenbeurteilt werden.
Prolaktin
In der offenen, bis zu 2-jährigen Langzeitstudie mit INVEGA bei Jugendlichen mit Schizophrenie wardie Inzidenz eines erhöhten Prolaktinspiegels bei Mädchen 48% und bei Jungen 60%.
Nebenwirkungen, die auf einen erhöhten Prolaktinspiegel hindeuten (z.B. Amenorrhö, Galaktorrhö,
Menstruationsstörungen, Gynäkomastie), wurden bei insgesamt 9,3% der Studienteilnehmer berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Im Allgemeinen sind Anzeichen und Symptome zu erwarten, die sich aus einer Übersteigerung derbekannten pharmakologischen Wirkungen von Paliperidon ergeben, d.h. Benommenheit und
Sedierung, Tachykardie und Hypotonie, QT-Verlängerung und extrapyramidale Symptome. Torsadede Pointes und Kammerflimmern wurden im Zusammenhang mit einer Überdosierung berichtet. Im
Falle einer akuten Überdosierung sollte die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass noch andere
Arzneimittel beteiligt waren.
Bei der Bewertung der Therapieerfordernisse sowie der Wiederherstellung ist die Retard-Formulie-rung des Präparats zu berücksichtigen. Es gibt kein spezifisches Antidot für Paliperidon. Es sindallgemeine unterstützende Maßnahmen zu ergreifen. Die Atemwege sind freizumachen undoffenzuhalten und eine angemessene Sauerstoffversorgung und Beatmung ist sicherzustellen. Es istsofort mit einer Überwachung der Herz-Kreislauf-Funktion zu beginnen, und diese soll auch einekontinuierliche Ableitung des EKGs im Hinblick auf mögliche Arrhythmien umfassen. Hypotonie und
Kreislaufkollaps sind mit entsprechenden geeigneten Maßnahmen zu behandeln, wie intravenöse
Flüssigkeitszufuhr und/oder Gabe von Sympathomimetika. Die Gabe von Aktivkohle in Kombinationmit einem Laxans ist ebenfalls in Betracht zu ziehen. Im Falle von schweren extrapyramidalen
Symptomen sollen Anticholinergika verabreicht werden. Eine engmaschige Überwachung und
Kontrolle soll bis zur Wiederherstellung des Patienten fortgesetzt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Psycholeptika, andere Antipsychotika
ATC-Code: N05AX13
INVEGA enthält ein Racemat aus (+) und (-) Paliperidon.
WirkmechanismusPaliperidon ist ein selektiver Inhibitor monoaminerger Effekte, dessen pharmakologische
Eigenschaften sich von denen klassischer Neuroleptika unterscheiden. Paliperidon bindet stark anserotonerge 5-HT2- und dopaminerge D2-Rezeptoren. Paliperidon blockiert darüber hinaus auchalpha 1-adrenerge Rezeptoren und blockiert, in geringerem Ausmaß, H1-histaminerge sowie alpha 2-adrenerge Rezeptoren. Die pharmakologische Wirkung der (+) und (-) Paliperidon-Enantiomere istqualitativ und quantitativ ähnlich.
Paliperidon bindet nicht an cholinerge Rezeptoren. Obwohl Paliperidon ein starker D2-Antagonist ist,von dem angenommen wird, dass er die positiven Symptome der Schizophrenie mildert, führt es ingeringerem Maße zu einer Katalepsie und Verminderung der motorischen Funktionen als klassische
Neuroleptika. Der dominierende zentrale Serotonin-Antagonismus könnte die Tendenz von
Paliperidon zur Auslösung extrapyramidaler Nebenwirkungen vermindern.
Klinische WirksamkeitSchizophrenie
Die Wirksamkeit von INVEGA in der Behandlung von Schizophrenie wurde in drei multizentrischen,placebokontrollierten, doppelblinden, 6-wöchigen Studien an Studienteilnehmern, welche die DSM-
IV-Kriterien für Schizophrenie erfüllten, nachgewiesen. Die Dosierungen von INVEGA, die über diedrei Studien hinweg variierten, reichten von 3 bis 15 mg einmal täglich. Der primäre Endpunkt in
Bezug auf die Wirksamkeit war definiert als die Abnahme der Positive and Negative Syndrome Scale(PANSS-Skala)-Werte, wie die nachfolgende Tabelle zeigt. PANSS ist eine validierte, mehrere Punkteumfassende Skala bestehend aus fünf Subskalen zur Beurteilung positiver Symptome, negativer
Symptome, Denkstörungen, unkontrollierter Feindseligkeit/Erregung und Angst/Depression. Am
Tag 4 war bei allen untersuchten Dosierungen von INVEGA ein Unterschied zu Placebo erkennbar(p < 0,05). Als sekundäre Endpunkte waren die Personal and Social Performance (PSP)-Skala sowiedie Clinical Global Impression Severity (CGI-S)-Skala vorgegeben. In allen drei Studien war
INVEGA in Bezug auf PSP und CGI-S dem Placebo überlegen. Die Wirksamkeit wurde zudem alssekundärer Endpunkt durch die Berechnung der Ansprechrate (definiert als Rückgang des PANSS-
Gesamt-Scores ≥ 30%) beurteilt.
Schizophrenie-Studien: PANSS-Gesamt-Score (Positive and Negative Syndrome Scale for Schizophrenia) -
Veränderung vom Ausgangswert bis zum Endpunkt LOCF ('last observation carried forward“) für die
Studien R076477-SCH-303, R076477-SCH-304 und R076477-SCH-305: Daten der 'Intent-to-Treat“ Analyse
Placebo INVEGA INVEGA INVEGA INVEGA3 mg 6 mg 9 mg 12 mg
R076477-SCH-303 (N=126) (N=123) (N=122) (N=129)
Mittlerer Baseline-Wert (SD) 94,1 (10,74) 94,3 (10,48) 93,2 (11,90) 94,6 (10,98)
Mittlere Veränderung (SD) -4,1 (23,16) -17,9 (22,23) -17,2 (20,23) -23,3 (20,12)
P-Wert (vs. Placebo) < 0,001 < 0,001 < 0,001
Diff. der Mittelwerte der -13,7 (2,63) -13,5 (2,63) -18,9 (2,60)
Kleinste-Quadrate-Schätzung(SE)
R076477-SCH-304 (N=105) (N=111) (N=111)
Mittlerer Baseline-Wert (SD) 93,6 (11,71) 92,3 (11,96) 94,1 (11,42)
Mittlere Veränderung (SD) -8,0 (21,48) -15,7 (18,89) -17,5 (19,83)
P-Wert (vs. Placebo) 0,006 < 0,001
Diff. der Mittelwerte der -7,0 (2,36) -8,5 (2,35)
Kleinste-Quadrate-Schätzung(SE)
R076477-SCH-305 (N=120) (N=123) (N=123)
Mittlerer Baseline-Wert (SD) 93,9 (12,66) 91,6 (12,19) 93,9 (13,20)
Mittlere Veränderung (SD) -2,8 (20,89) -15,0 (19,61) -16,3 (21,81)
P-Wert (vs. Placebo) < 0,001 < 0,001
Diff. der Mittelwerte der -11,6 (2,35) -12,9 (2,34)
Kleinste-Quadrate-Schätzung(SE)
Anmerkung: Eine negative Veränderung der Score-Werte bedeutet eine Besserung. In allen 3 Studienwurde eine aktive Kontrolle (Olanzapin in einer Dosierung von 10 mg) eingesetzt. LOCF=lastobservation carried forward. Die 1-7 Version des PANSS wurde verwendet. In der Studie R076477-
SCH-305 wurde auch eine Dosierung von 15 mg eingesetzt, jedoch werden die Ergebnisse für diese
Dosierung hier nicht dargestellt, da diese über der empfohlenen Tageshöchstdosis von 12 mg liegt.
Schizophrenie-Studien: Anteil der Studienteilnehmer mit Responder-Status zum Endpunkt LOCF ('lastobservation carried forward“)
Studien R076477-SCH-303, R076477-SCH-304 und R076477-SCH-305, 'Intent-to-Treat“-Daten
Placebo INVEGA INVEGA INVEGA INVEGA3 mg 6 mg 9 mg 12 mg
R076477-SCH-303
N 126 123 122 129
Responder, n (%) 38 (30,2) 69 (56,1) 62 (50,8) 79 (61,2)
Non-Responder, n (%) 88 (69,8) 54 (43,9) 60 (49,2) 50 (38,8)
P-Wert (vs. Placebo) -- < 0,001 0,001 < 0,001
R076477-SCH-304
N 105 110 111
Responder, n (%) 36 (34,3) 55 (50,0) 57 (51,4)
Non-Responder, n (%) 69 (65,7) 55 (50,0) 54 (48,6)
P-Wert (vs. Placebo) -- 0,025 0,012
R076477-SCH-305
N 120 123 123
Responder, n (%) 22 (18,3) 49 (39,8) 56 (45,5)
Non-Responder, n (%) 98 (81,7) 74 (60,2) 67 (54,5)
P-Wert (vs. Placebo) -- 0,001 < 0,001
In einer Langzeitstudie zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Wirkung war INVEGA im Vergleich zu
Placebo signifikant besser wirksam in Bezug auf die Symptomkontrolle und die Verzögerung von
Schizophrenie-Rezidiven. Nach 6-wöchiger Behandlung einer akuten Episode und weiteren 8 Wochender Stabilisierung mit INVEGA (Dosierung zwischen 3 und 15 mg einmal täglich) wurden die
Patienten im Doppelblindverfahren randomisiert, um entweder weiterhin mit INVEGA oder mit
Placebo behandelt zu werden, bis ein Rezidiv der Schizophrenie-Symptome bei ihnen auftrat. Die
Studie wurde vorzeitig beendet, da in Bezug auf die Wirksamkeit bei den mit INVEGA behandelten
Patienten eine signifikant längere Zeitdauer bis zum Rezidiv erkennbar war als bei Placebo(p=0,0053).
Schizoaffektive Störungen
Die Wirksamkeit von INVEGA bei der akuten Behandlung psychotischer oder manischer Symptomebei schizoaffektiven Störungen wurde in zwei placebokontrollierten, 6-wöchigen Studien an
Erwachsenen (Ältere ausgenommen) untersucht. Die aufgenommenen Studienteilnehmer 1) erfülltendie DSM-IV-Kriterien für schizoaffektive Störungen gemäß Bestätigung durch das Strukturierte
Klinische Interview für DSM-IV-Störungen, 2) wiesen eine Gesamtpunktzahl auf der Positive and
Negative Syndrome Scale (PANSS) von mindestens 60 auf und 3) zeigten ausgeprägte
Stimmungssymptome anhand von mindestens 16 Punkten auf der Young Mania Rating Scale (YMRS)und/oder auf der Hamilton-Skala-21 für Depression (HAM-D 21). Zur Studienpopulation gehörten
Studienteilnehmer mit schizoaffektiven Störungen des bipolaren und depressiven Typs. In einer dieser
Studien wurde die Wirksamkeit an 211 Studienteilnehmern beurteilt, die flexible Dosen INVEGA(3-12 mg einmal täglich) erhielten. In der anderen Studie wurde die Wirksamkeit an203 Studienteilnehmern beurteilt, die einer der zwei INVEGA-Dosisstufen zugewiesen wurden: 6 mgmit der Möglichkeit zur Reduzierung auf 3 mg (n=105) oder 12 mg mit der Möglichkeit zur
Reduzierung auf 9 mg (n=98) einmal täglich. Beiden Studien gehörten Studienteilnehmer an, die
INVEGA entweder als Monotherapie oder in Kombination mit Stimmungsstabilisierern und/oder
Antidepressiva erhielten. Die Dosisgabe erfolgte jeweils morgens ohne Berücksichtigung der
Mahlzeiten. Die Wirksamkeit wurde unter Anwendung der PANSS beurteilt.
Die INVEGA-Gruppe in der Studie mit der flexiblen Dosierung (Dosis zwischen 3 und 12 mg/täglich,mittlere Modaldosis von 8,6 mg/täglich) und die höhere INVEGA-Dosisgruppe (12 mg/täglich mit der
Möglichkeit zur Reduzierung auf 9 mg/täglich) in der Studie mit zwei Dosisstufen war Placebo in
Bezug auf PANSS in Woche 6 jeweils überlegen. In der Gruppe mit der niedrigeren Dosis(6 mg/täglich mit der Möglichkeit zur Reduzierung auf 3 mg/täglich) in der Studie mit zwei
Dosisstufen unterschied sich INVEGA in Bezug auf PANSS nicht signifikant von Placebo. Nurwenige Teilnehmer erhielten in beiden Studien eine Dosis von 3 mg. Eine Wirksamkeit dieser Dosiskonnte nicht nachgewiesen werden. Statistisch überlegene Verbesserungen von manischen
Symptomen anhand YMRS (sekundäre Wirksamkeitsskala) konnten bei Patienten in der Studie mitder flexiblen Dosis und bei Patienten mit der höheren INVEGA-Dosis in der zweiten Studiebeobachtet werden.
Fasst man die Ergebnisse beider Studien zusammen (gepoolte Studiendaten), hat INVEGA diepsychotischen und manischen Symptome der schizoaffektiven Störungen am Endpunkt im Vergleichzu Placebo verbessert, wenn es entweder als Monotherapie oder in Kombination mit
Stimmungsstabilisierern und/oder Antidepressiva verabreicht wurde. Dennoch war insgesamt gesehenin Bezug auf PANSS und YMRS die Wirkung einer Monotherapie größer als diese einer Therapie in
Kombination mit Antidepressiva und/oder Stimmungsstabilisierern. Außerdem war INVEGA in dergepoolten Population im Hinblick auf die psychotischen Symptome nicht wirksam bei Patienten, diegleichzeitig Stimmungsstabilisierer und/oder Antidepressiva erhielten, aber diese Population war klein(30 Patienten in der Paliperidon-Gruppe und 20 Patienten in der Placebogruppe). Zusätzlich war in der
ITT-Population von Studie SCA-3001 die Wirkung auf psychotische Symptome von Patienten, diegleichzeitig Stimmungsstabilisierer und/oder Antidepressiva erhielten, in Bezug auf PANSS, deutlichweniger ausgeprägt und statistisch nicht-signifikant. Eine Wirkung von INVEGA auf depressive
Symptome konnte in diesen Studien nicht gezeigt werden, wurde aber in einer Langzeitstudie mit derlangwirksamen injizierbaren Paliperidon-Formulierung (Paliperidonpalmitat) nachgewiesen (weiterunten in diesem Abschnitt beschrieben).
Eine Subgruppen-Analyse zeigte keinen Wirksamkeitsunterschied in Abhängigkeit von Geschlecht,
Alter oder geographischer Region. Die Daten reichten nicht aus, um ethnische
Wirksamkeitsunterschiede zu untersuchen. Die Wirksamkeit wurde zudem als sekundärer Endpunktdurch Berechnung der Response-Rate (definiert als Rückgang des PANSS-Gesamt-Scores ≥ 30% unddes CGI-C Score ≤ 2) beurteilt.
Studien zu schizoaffektiven Störungen: Primärer Wirksamkeitsparameter, Veränderung des PANSS-Gesamt-
Scores im Vergleich zum Ausgangswert in den Studien R076477-SCA-3001 und R076477-SCA-3002:'Intent-to-Treat“-Daten
Placebo Niedrigere Höhere Flexible
INVEGA-Dosis INVEGA-Dosis INVEGA-Dosis(3-6 mg) (9-12 mg) (3-12 mg)
R076477-SCA-3001 (N=107) (N=105) (N=98)
Mittlerer Baseline-Wert (SD) 91,6 (12,5) 95,9 (13,0) 92,7 (12,6)
Mittlere Veränderung (SD) -21,7 (21,4) -27,4 (22,1) -30,6 (19,1)
P-Wert (vs. Placebo) 0,187 0,003
Diff. der Mittelwerte der -3,6 (2,7) -8,3 (2,8)
Kleinste-Quadrate-
Schätzung (SE)
R076477-SCA-3002 (N=93) (N=211)
Mittlerer Baseline-Wert (SD) 91,7 (12,1) 92,3 (13,5)
Mittlere Veränderung (SD) -10,8 (18,7) -20,0 (20,23)
P-Wert (vs. Placebo) < 0,001
Diff. der Mittelwerte der -13,5 (2,63)
Kleinste-Quadrate-Schätzung(SE)
Anmerkung: Eine negative Veränderung der Score-Werte deutet auf eine Verbesserung hin. Fortführung derletzten Beobachtungs-(Werte) nach der Methode LOCF ('last observation carried forward“).
Studien zu schizoaffektiven Störungen: Sekundärer Wirksamkeitsparameter, Anteil der Studienteilnehmer mit
Responder-Status zum Endpunkt LOFC: Studien R076477-SCA-3001 und R076477-SCA-3002: 'Intent-to-
Treat“-Daten
Placebo Niedrigere Höhere Flexible
INVEGA-Dosis INVEGA-Dosis INVEGA-Dosis(3-6 mg) (9-12 mg) (3-12 mg)
R076477-SCA-3001
N 107 104 98
Responder, n (%) 43 (40,2) 59 (56,7) 61 (62,2)
Non-Responder, n (%) 64 (59,8) 45 (43,3) 37 (37,8)
P-Wert (vs. Placebo) -- 0,008 0,001
R076477-SCA-3002
N 93 210
Responder, n (%) 26 (28,0) 85 (40,5)
Non-Responder, n (%) 67 (72,0) 125 (59,5)
P-Wert (vs. Placebo) -- 0,046
Response ist definiert als Rückgang des PANSS-Gesamt-Scores im Vergleich zu Baseline ≥ 30% und CGI-C
Score ≤ 2
In einer Langzeitstudie zur Beurteilung der Aufrechterhaltung der Wirkung war die langwirksameinjizierbare Paliperidon-Formulierung (Paliperidonpalmitat) gegenüber Placebo signifikant wirksamerbei der Symptomkontrolle und der Verzögerung von Rezidiven der psychotischen, manischen unddepressiven Symptome der schizoaffektiven Störung. Die Patienten wurden nach einer 13-wöchigenerfolgreichen Behandlung einer akuten psychotischen oder affektiven Episode und zusätzlicher12-wöchiger Stabilisierung mit der langwirksamen injizierbaren Paliperidon-Formulierung(Paliperidonpalmitat, Dosen von 50 bis 150 mg) für eine 15-monatige doppelblinde Phase der Studiezur Rezidivprävention randomisiert. Sie erhielten entweder weiterhin die langwirksame injizierbare
Paliperidon-Formulierung (Paliperidonpalmitat) oder Placebo bis sie ein Rezidiv der schizoaffektiven
Symptome erlitten. Die Studie zeigte bei Patienten, die mit der langwirksamen injizierbaren
Paliperidon-Formulierung (Paliperidonpalmitat) behandelt wurden, eine signifikant verlängerte Zeitbis zum Auftreten eines Rezidivs gegenüber Placebo (p < 0,001).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für INVEGA eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung vonschizoaffektiven Störungen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
Die Wirksamkeit von INVEGA zur Behandlung der Schizophrenie bei Jugendlichen zwischen12 und 14 Jahren ist nicht erwiesen.
Die Wirksamkeit von INVEGA bei jugendlichen Studienteilnehmern mit Schizophrenie (INVEGA
N=149, Placebo N=51) wurde in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten,6-wöchigen Studie untersucht, die eine gewichtsbasierte fixe Dosierung über einen Dosisbereich von1,5 mg/Tag bis 12 mg/Tag als Gruppendesign nutzte. Die Studienteilnehmer waren 12-17 Jahre alt underfüllten die DSM-IV-Kriterien für Schizophrenie. Die Wirksamkeit wurde durch die Anwendung von
PANSS ermittelt. Diese Studie zeigte die Wirksamkeit der mittleren Dosisgruppe von INVEGA beijugendlichen Studienteilnehmern mit Schizophrenie. Zusätzlich wurde durch Dosierungsanalyse die
Wirksamkeit der 3 mg, 6 mg und 12 mg Dosis einmal täglich gezeigt.
Schizophrenie-Studie bei Jugendlichen: R076477-PSZ-3001: 6-wöchig, fixe Dosierung, placebokontrolliert'Intent-to-Treat“-Analyse. Veränderung zum Zeitpunkt des LOCF-Endpunktes im Vergleich zum
Ausgangswert
Placebo INVEGA INVEGA INVEGA
Niedrige Dosis Mittlere Dosis Hohe Dosis1,5 mg 3 oder 6 mg* 6 oder 12 mg**
N=51 N=54 N=48 N=47
Änderung im PANSS-Score
Mittlerer Baseline-Wert (SD) 90,6 (12,13) 91,6 (12,54) 90,6 (14,01) 91,5 (13,86)
Mittlere Veränderung (SD) -7,9 (20,15) -9,8 (16,31) -17,3 (14,33) -13,8 (15,74)
P-Wert (vs. Placebo) 0,508 0,006 0,086
Diff. der Mittelwerte der -2,1 (3,17) -10,1 (3,27) -6,6 (3,29)
Kleinste-Quadrate-
Schätzung (SE)
Responder-Analyse
Responder, n (%) 17 (33,3) 21 (38,9) 31 (64,6) 24 (51,1)
Non-Responder, n (%) 34 (66,7) 33 (61,1) 17 (35,4) 23 (48,9)
P-Wert (vs. Placebo) 0,479 0,001 0,043
Response ist definiert als Rückgang des PANSS-Gesamt-Scores im Vergleich zu Baseline ≥ 20%
Anmerkung: Eine negative Veränderung der Score-Werte deutet auf eine Verbesserung hin. Fortführung derletzten Beobachtungs-(Werte) nach der Methode LOCF ('last observation carried forward“).
*Mittlere Dosisgruppe: 3 mg für Studienteilnehmer < 51 kg, 6 mg für Studienteilnehmer ≥ 51 kg
**Hohe Dosisgruppe: 6 mg für Studienteilnehmer < 51 kg, 12 mg für Studienteilnehmer ≥ 51 kg
Die Wirksamkeit von INVEGA über einen flexiblen Dosisbereich von 3 mg/Tag bis 9 mg/Tag beijugendlichen Studienteilnehmern (ab 12 Jahre) mit Schizophrenie (INVEGA N=112, Aripiprazol
N=114) wurde auch in einer randomisierten, doppelblinden, aktiv-kontrollierten Studie, die eine8-wöchige, doppelblinde Akutphase und eine 18-wöchige, doppelblinde Erhaltungsphase einschloss,untersucht. Die Änderungen im PANSS-Gesamt-Score im Vergleich zu Baseline von Woche 8 und
Woche 26 waren zwischen den INVEGA- und Aripiprazolgruppen zahlenmäßig gleich. Außerdemwar der Unterschied des Patientenanteils der in Woche 26 ≥ 20% Verbesserung im PANSS-Gesamt-
Score zeigte zwischen den beiden Behandlungsgruppen zahlenmäßig gleich.
Schizophrenie-Studie bei Jugendlichen: R076477-PSZ-3003: 26-wöchig, flexible Dosierung, aktiv-kontrolliert'Intent-to-Treat“-Analyse. Veränderung zum Zeitpunkt des LOCF-Endpunktes im Vergleich zum
Ausgangswert
INVEGA Aripiprazol3-9 mg 5-15 mg
N=112 N=114
Änderung im PANSS-Score8. Woche, akuter Endpunkt
Mittlerer Baseline-Wert (SD) 89,6 (12,22) 92,0 (12,09)
Mittlere Veränderung (SD) -19,3 (13,80) -19,8 (14,56)
P-Wert (vs. Aripiprazol) 0,935
Diff. der Mittelwerte der Kleinste-Quadrate-Schätzung (SE) 0,1 (1,83)
Änderung im PANSS-Score
Endpunkt nach 26 Wochen
Mittlerer Baseline-Wert (SD) 89,6 (12,22) 92,0 (12,09)
Mittlere Veränderung (SD) -25,6 (16,88) -26,8 (18,82)
P-Wert (vs. Aripiprazol) 0,877
Diff. der Mittelwerte der Kleinste-Quadrate-Schätzung (SE) -0,3 (2,20)
Responder-Analyse
Endpunkt nach 26 Wochen
Responder, n (%) 86 (76,8) 93 (81,6)
Non-Responder, n (%) 26 (23,2) 21 (18,4)
P-Wert (vs. Aripiprazol) 0,444
Response ist definiert als Rückgang des PANSS-Gesamt-Scores im Vergleich zu Baseline ≥ 20%
Anmerkung: Eine negative Veränderung der Score-Werte deutet auf eine Verbesserung hin. Fortführung derletzten Beobachtungs-(Werte) nach der Methode LOCF ('last observation carried forward“).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Paliperidon nach Anwendung von INVEGA ist innerhalb des empfohlenenklinischen Dosierungsbereichs dosisproportional.
ResorptionNach Anwendung einer Einzeldosis zeigt INVEGA eine allmählich ansteigende Freisetzungsrate, dieein stetiges Anwachsen der Plasmakonzentration ermöglicht, bis ca. 24 Stunden nach der Anwendungdie Plasmaspitzenkonzentration (Cmax) erreicht wird. Bei einmal täglicher Dosierung von INVEGAwerden bei der Mehrzahl der Studienteilnehmer Steady-state-Konzentrationen innerhalb von4-5 Tagen nach der Anwendung erreicht.
Paliperidon ist der aktive Metabolit von Risperidon. Die Freisetzungscharakteristika von INVEGAresultieren in minimalen Schwankungsbreiten zwischen den Spitzen- und Talkonzentrationen im
Vergleich zu jenen, die bei Risperidon-Präparaten mit sofortiger Freisetzung beobachtet wurden(Fluktuationsindex: 38% gegenüber 125%).
Die absolute orale Bioverfügbarkeit von Paliperidon nach Anwendung von INVEGA beträgt 28%(90% KI bei 23%-33%).
Bei Einnahme von Paliperidon-Retardtabletten mit einer standardisierten Mahlzeit mit hohem Fett-und Kaloriengehalt liegen die Cmax- und AUC-Werte für Paliperidon im Vergleich zur Einnahme aufnüchternen Magen um bis zu 50-60% höher.
VerteilungPaliperidon wird rasch verteilt. Das scheinbare Verteilungsvolumen beträgt 487 l. Die
Plasmaproteinbindung von Paliperidon beträgt 74%. Es bindet primär an α1-saures Glykoprotein und
Albumin.Biotransformation und EliminationEine Woche nach oraler Anwendung einer Einzeldosis von 1 mg 14C-Paliperidon mit sofortiger
Freisetzung wurden 59% der Gesamtdosis unverändert im Urin ausgeschieden, was darauf hindeutet,dass Paliperidon in der Leber nicht extensiv metabolisiert wird. Ungefähr 80% der verabreichten
Radioaktivität wurden im Urin und 11% in den Faeces wiedergefunden. In vivo wurden insgesamt4 Stoffwechselwege identifiziert, wobei auf keinen mehr als 6,5% der Dosis entfallen: Dealkylierung,
Hydroxylierung, Dehydrogenierung und Benzisoxazol-Abspaltung. Obwohl In-vitro-Studien auf einemögliche Beteiligung von CYP2D6 und CYP3A4 an der Metabolisierung von Paliperidon hindeuten,gab es in vivo keine Hinweise auf eine signifikante Rolle dieser Isoenzyme bei der Metabolisierungvon Paliperidon. Populationspharmakokinetische Analysen ergaben keinen erkennbaren Unterschiedzwischen extensiven Metabolisierern und langsamen Metabolisierern von CYP2D6-Substraten in
Bezug auf die scheinbare Clearance von Paliperidon nach Anwendung von INVEGA. In-vitro-Studienan humanen Lebermikrosomen zeigten keine wesentliche Hemmwirkung von Paliperidon auf die
Metabolisierung von Arzneimitteln, die durch Cytochrom-P450-Isoenzyme wie CYP1A2, CYP2A6,
CYP2C8/9/10, CYP2D6, CYP2E1, CYP3A4 und CYP3A5 metabolisiert werden. Die terminale
Eliminationshalbwertzeit von Paliperidon beträgt etwa 23 Stunden.
In-vitro-Studien haben gezeigt, dass Paliperidon ein Substrat des P-gp und ein schwacher Inhibitor des
P-gp bei hohen Konzentrationen ist. In-vivo-Daten liegen nicht vor, und die klinische Relevanz istunbekannt.
Einschränkung der LeberfunktionPaliperidon wird nicht extensiv in der Leber metabolisiert. In einer Studie an Studienteilnehmern mitmittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) waren die
Plasmakonzentrationen von freiem Paliperidon ähnlich denen gesunder Studienteilnehmer. Zu
Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) liegen keine
Erkenntnisse vor.
Einschränkung der NierenfunktionDie Elimination von Paliperidon nahm mit abnehmender Nierenfunktion ab. Die Gesamt-Clearancevon Paliperidon war bei Studienteilnehmern mit eingeschränkter Nierenfunktion um 32% bei leichter
Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance [CrCl]=50 bis < 80 ml/min), um 64% beimäßiger (CrCl=30 bis < 50 ml/min) und um 71% bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion(CrCl=< 30 ml/min) verringert. Die mittlere terminale Eliminationshalbwertzeit von Paliperidonbetrug bei Studienteilnehmern mit leichter, mäßiger und schwerer Einschränkung der Nierenfunktionjeweils 24, 40 bzw. 51 Stunden, im Vergleich zu 23 Stunden bei Studienteilnehmern mit normaler
Nierenfunktion (CrCl ≥ 80 ml/min).
Ältere PatientenDaten einer Pharmakokinetik-Studie mit älteren Studienteilnehmern (Alter ≥ 65 Jahre, N=26) wiesendarauf hin, dass die scheinbare Steady-state-Clearance von Paliperidon nach Anwendung von
INVEGA um 20% niedriger, verglichen mit der erwachsener Studienteilnehmer (Alter 18-45 Jahre,
N=28), war. Allerdings ergab die populationspharmakokinetische Analyse bei schizophrenen
Studienteilnehmern keine erkennbaren Alterseffekte nach entsprechender Korrektur für einealtersbedingte Abnahme der CrCl.
JugendlicheDie systemische Exposition von Paliperidon bei jugendlichen Studienteilnehmern (ab 15 Jahre) warmit der bei Erwachsenen vergleichbar. Bei Jugendlichen mit einem Körpergewicht < 51kg wurde eine23% höhere Exposition beobachtet als bei Jugendlichen mit einem Körpergewicht ≥ 51kg. Das Alterallein hatte keinen Einfluss auf die Exposition.
Ethnische ZugehörigkeitIn der populationspharmakokinetischen Analyse ergaben sich keine Anzeichen für ethnische
Unterschiede in der Pharmakokinetik von Paliperidon nach Anwendung von INVEGA.
GeschlechtDie scheinbare Clearance von Paliperidon nach Anwendung von INVEGA liegt bei Frauen um ca.19% niedriger als bei Männern. Diese Differenz lässt sich überwiegend durch Unterschiede in derfettfreien Körpermasse und bei der Kreatinin-Clearance zwischen Männern und Frauen erklären.
Rauchen
Aus In-vitro-Studien mit Enzymen der menschlichen Leber geht hervor, dass Paliperidon kein Substratvon CYP1A2 ist; Rauchen sollte daher keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Paliperidonhaben. Eine populationspharmakokinetische Auswertung zeigte eine leicht niedrigere Exposition mit
Paliperidon bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern. Der Unterschied ist jedoch vermutlich nichtvon klinischer Relevanz.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe von Paliperidon an Ratten und Hunden zeigtenhauptsächlich pharmakologische Effekte, wie Sedierung und Prolaktin-vermittelte Wirkungen auf die
Brustdrüsen und Genitalien. Bei Ratten und Kaninchen zeigte Paliperidon keine teratogenen
Wirkungen. In Reproduktionsstudien an Ratten unter Verwendung von Risperidon, welches bei der
Ratte und beim Menschen extensiv in Paliperidon umgewandelt wird, wurden eine Reduktion des
Geburtsgewichts und im Überleben der Nachkommen beobachtet. Andere Dopamin-Antagonistenwirkten sich negativ auf das Lernvermögen und die motorische Entwicklung der Nachkommen aus,wenn sie bei trächtigen Tieren angewendet wurden. In einer Reihe von Tests zeigte Paliperidon keine
Genotoxizität. In Studien an Ratten und Mäusen zur Kanzerogenität von Risperidon bei oraler
Anwendung wurde eine erhöhte Häufigkeit von Hypophysenadenomen (Maus), endokrinen
Pankreasadenomen (Ratte) und Brustdrüsenadenomen (beide Spezies) beobachtet. Bei diesen
Tumoren besteht ein möglicher Zusammenhang mit einem längerfristigen Dopamin-D2-Antagonismussowie mit einer Hyperprolaktinämie. Die Relevanz dieser Erkenntnisse zu Tumoren bei Nagern in
Bezug auf ein Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
In einer 7-wöchigen Toxizitätsstudie an juvenilen Ratten, die orale Dosen bis zu 2,5 mg/kg/Tag
Paliperidon erhielten, was einer Exposition von ungefähr der klinischen Exposition basierend auf der
AUC entspricht, wurden keine Effekte auf Wachstum, sexuelle Reifung und Reproduktionsverhaltenbeobachtet. Paliperidon in Dosen bis zu 2,5 mg/kg/Tag hat die neurobehaviorale Entwicklung der
Männchen nicht beeinträchtigt. Bei Weibchen wurde bei 2,5 mg/kg/Tag ein Effekt auf Lernen und
Gedächtnis beobachtet. Dieser Effekt wurde nach Behandlungsende nicht beobachtet. In einer40-wöchigen Toxizitätsstudie an juvenilen Hunden, die orale Dosen bis zu 5 mg/kg/Tag Risperidon(das weitgehend zu Paliperidon umgewandelt wird) erhielten, wurden ab einer 3 mal höherenklinischen Exposition basierend auf der AUC, Effekte auf die sexuelle Reifung, das Wachstum der
Röhrenknochen und die Mineraldichte des Femur beobachtet.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
3 mg
Tablettenkern:Macrogol 200 000
Natriumchlorid
Povidon (K29-32)
Stearinsäure (Ph.Eur.)
Butylhydroxytoluol (Ph.Eur.) (E321)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Macrogol 7 000 000
Eisen(III)-oxid (E172)
Hyetellose
Macrogol 3350
Celluloseacetat
Überzug:
Hypromellose
Titandioxid (E171)
Lactose-Monohydrat
Triacetin
Carnaubawachs
Drucktinte:Eisen(II,III)-oxid (E172)
PropylenglycolHypromellose6 mg
Tablettenkern:Macrogol 200 000
Natriumchlorid
Povidon (K29-32)
Stearinsäure (Ph.Eur.)
Butylhydroxytoluol (Ph.Eur.) (E321)
Macrogol 7 000 000
Eisen(III)-oxid (E172)
Hyetellose
Macrogol 3350
Celluloseacetat
Überzug:
Hypromellose
Titandioxid (E171)
Macrogol 400
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)
Carnaubawachs
Drucktinte:Eisen(II,III)-oxid (E172)
PropylenglycolHypromellose9 mg
Tablettenkern:Macrogol 200 000
Natriumchlorid
Povidon (K29-32)
Stearinsäure (Ph.Eur.)
Butylhydroxytoluol (Ph.Eur.) (E321)
Macrogol 7 000 000
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(II,III)-oxid (E172)
Hyetellose
Macrogol 3350
Celluloseacetat
Überzug:
Hypromellose
Titandioxid (E171)
Macrogol 400
Eisen(III)-oxid (E172)
Carnaubawachs
Drucktinte:Eisen(II,III)-oxid (E172)
PropylenglycolHypromellose12 mg
Tablettenkern:Macrogol 200 000
Natriumchlorid
Povidon (K29-32)
Stearinsäure (Ph.Eur.)
Butylhydroxytoluol (Ph.Eur.) (E321)
Macrogol 7 000 000
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Hyetellose
Macrogol 3350
Celluloseacetat
Überzug:
Hypromellose
Titandioxid (E171)
Macrogol 400
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Carnaubawachs
Drucktinte:Eisen(II,III)-oxid (E172)
PropylenglycolHypromellose
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Flaschen: Nicht über 30°C lagern. Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zuschützen.
Blisterpackungen: Nicht über 30°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor
Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Flaschen:Weiße Flasche aus High-Density-Polyethylen (HDPE), induktionsversiegelt, mit kindergesichertem
Verschluss aus Polypropylen. Jede Flasche enthält 2 Beutel (Beutel bestehen ausnahrungsmittelsicherem Polyethylen) mit je 1 g Silicagel (Siliciumdioxid).
Packungen zu je 30 oder 350 Retardtabletten.
Blisterpackungen:
Kindergesicherter Durchdrückblister aus orientierter Polyamid (OPA)-Aluminium-Polyvinylchlorid(PVC)/Aluminium-Folie.
Packungen zu je 14, 28, 49, 56 oder 98 Retardtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Janssen-Cilag International NV
Turnhoutseweg 30
B-2340 Beerse
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
3 mg
EU/1/07/395/041 - 044
EU/1/07/395/057 - 058
EU/1/07/395/0676 mg
EU/1/07/395/045 - 048
EU/1/07/395/059 - 060
EU/1/07/395/0709 mg
EU/1/07/395/049 - 052
EU/1/07/395/061 - 062
EU/1/07/395/07312 mg
EU/1/07/395/053 - 056
EU/1/07/395/063 - 064
EU/1/07/395/076
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 25. Juni 2007
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. Mai 2012
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/ verfügbar.