Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels INSUMAN INFUSAT 100UI / ml injektionslösung in der patrone
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Insuman Infusat 100 I. E./ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Insuman Infusat 100 I. E./ml in einer Durchstechflasche
Jeder ml enthält 100 I. E. Insulin human (entsprechend 3,5 mg).
Jede Durchstechflasche enthält 10 ml Injektionslösung, entsprechend 1.000 I. E Insulin.
Eine I. E. (Internationale Einheit) entspricht 0,035 mg wasserfreiem Insulin human*.
Insuman Infusat ist eine neutrale Insulinlösung (Normalinsulin).
*Humaninsulin wird mittels gentechnologischer Methoden unter Verwendung von Escherichia colihergestellt.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Klare, farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Diabetes mellitus, sofern die Behandlung mit Insulin erforderlich ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungInsuman Infusat wurde für den Einsatz in externen tragbaren Insulinpumpen entwickelt. Es istbesonders stabilisiert, um den Wirksamkeitsverlust, der unter den mechanischen und thermischen
Stressbedingungen in solchen Pumpen droht, zu reduzieren. Insuman Infusat eignet sich daherebenfalls gut zur kontinuierlichen Insulininfusion mittels anderer, herkömmlicher
Injektionsspritzenpumpen.
Die angestrebten Blutglukosespiegel und das Insulindosierschema sind individuell festzulegen und aufdie Ernährung des Patienten, seine körperliche Aktivität und seine Lebensweise abzustimmen.
Tagesdosis und Zeitpunkt der AnwendungBeim Einsatz in externen tragbaren Insulinpumpen wird ein Teil der Insulintagesdosis kontinuierlichinfundiert ('Basalrate“), der Rest in Form von Bolusinjektionen vor den Mahlzeiten verabreicht. Zuausführlicher Information über die Pumpe, ihre Funktionen und die erforderlichen
Sicherheitsvorkehrungen siehe deren Bedienungsanleitung.
Es gibt keine festen Regeln für das Insulindosierschema. Der durchschnittliche Insulinbedarf liegtjedoch oft bei 0,5 bis 1,0 I. E. pro kg Körpergewicht pro Tag. Der basale Stoffwechselbedarf liegtdabei bei 40 bis 60 % des Tagesbedarfes. Folglich werden etwa 40 bis 60 % der Tagesdosis als
Basalrate verabreicht, der Rest als Bolusinjektionen vor den Mahlzeiten.
Sekundäre DosisanpassungInfolge einer verbesserten Stoffwechsellage kann die Insulinempfindlichkeit zu- und der Insulinbedarfabnehmen. Eine Dosisanpassung kann auch dann notwendig werden, wenn sich z. B.
- das Gewicht des Patienten ändert,
- die Lebensweise des Patienten ändert,
- andere Umstände ergeben, die eine verstärkte Neigung zu Hypo- oder Hyperglykämie bedingen(siehe Abschnitt 4.4).
Besondere PatientengruppenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Bei älteren Patienten kann eine fortschreitende Verschlechterung der Nierenfunktion zu einer stetigen
Abnahme des Insulinbedarfs führen.
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann der Insulinbedarf infolge des verminderten
Insulinabbaus verringert sein.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit schwerer Einschränkung der Leberfunktion kann der Insulinbedarf aufgrund derreduzierten Kapazität zur Glukoneogenese und des verringerten Insulinabbaus vermindert sein.
Art der AnwendungInsuman Infusat darf nicht in Peristaltikpumpen mit Silikonschläuchen eingesetzt werden. Zu den
Kontraindikationen für den Einsatz von Insulinpumpen siehe Gerätehandbuch.
Insuman Infusat kann subkutan infundiert werden.
Insuman Infusat in einer Durchstechflasche kann jedoch auch in anderen Insulinpumpen eingesetztwerden, sofern deren Verwendbarkeit für dieses Insulin nachgewiesen wurde (siehe
Pumpenhandbuch).
Es dürfen nur Tetrafluorethylen- oder Polyethylen-Katheter verwendet werden.
Die Infusion von Insulin muss immer unter aseptischen Bedingungen erfolgen. Dies wird durchspezielles Material für die Insulinpumpen erleichtert (z. B. Katheter, Kanülen).
Die Insulinresorption und folglich der blutglukosesenkende Effekt einer Dosis kann von
Injektionsbereich zu Injektionsbereich (z. B. von Bauchwand zu Oberschenkel) verschieden sein. Die
Punktionsstelle innerhalb eines Injektionsbereiches muss regelmäßig (im Allgemeinen alle 1 bis3 Tage) gewechselt werden, um das Risiko einer Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zureduzieren (siehe Abschnitt 4.4. und 4.8).
Für weitere Hinweise zur Handhabung siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Patienten, die überempfindlich auf Insuman Infusat reagieren und für die keine besser verträgliche
Insulinzubereitung zur Verfügung steht, dürfen die Behandlung nur unter engmaschiger ärztlicher
Überwachung und nötigenfalls gleichzeitiger antiallergischer Behandlung fortsetzen.
Bei Patienten mit einer Allergie gegen tierisches Insulin wird vor einer Umstellung auf Insuman
Infusat eine intradermale Testung empfohlen, da immunologische Kreuzreaktionen auftreten können.
Im Falle einer Hypoglykämie sollte die Insulinpumpe vorübergehend ausgeschaltet werden, zumindestbis der Patient sein Bewusstsein vollständig wiedererlangt hat.
Bei ungenügender Stoffwechseleinstellung oder Neigung zu Hyper- oder Hypoglykämien müssen die
Einhaltung des Therapieschemas durch den Patienten, die gewählten Injektionsstellen und die korrekte
Injektionstechnik sowie alle anderen relevanten Faktoren überprüft werden, bevor eine
Dosisanpassung in Erwägung gezogen wird.
Umstellung auf Insuman Infusat
Die Umstellung eines Patienten auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke mussunter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen. Jede Änderung hinsichtlich Stärke, Insulinmarke(Hersteller), Insulintyp (schnell wirkend, NPH, zinkverzögert, lang wirkend usw.), Ursprung(tierisches Insulin, Humaninsulin oder Insulinanalogon) und/oder Herstellungsmethode kann eine
Veränderung der Dosis erforderlich machen.
Die Notwendigkeit zur Dosisanpassung (z. B. Dosisreduktion) kann bereits unmittelbar nach der
Umstellung bestehen. Sie kann sich aber auch langsam über mehrere Wochen entwickeln.
Nach Umstellung von tierischem auf Humaninsulin kann eine Anpassung des Dosierschemas(Dosisreduktion) insbesondere bei solchen Patienten erforderlich sein,
- die bereits zuvor auf eher niedrige Blutglukosespiegel eingestellt waren,
- die eine Neigung zu Hypoglykämien haben,
- die infolge von Insulin-Antikörpern zuvor hohe Insulindosen benötigten.
Während der Umstellung und in den ersten Wochen danach wird eine engmaschige
Stoffwechselüberwachung empfohlen. Bei Patienten, die infolge von Insulin-Antikörpern hohe
Insulindosen benötigen, ist zu erwägen, die Umstellung unter ärztlicher Überwachung und stationärenoder vergleichbaren Bedingungen vorzunehmen.
Patienten müssen angewiesen werden, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln, um das Risikoeiner Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren. Es besteht das potenzielle Risikoeiner verzögerten Insulinresorption und einer schlechteren Blutzuckerkontrolle nach
Insulininjektionen an Stellen mit diesen Reaktionen. Bei einem plötzlichen Wechsel der
Injektionsstelle zu einem nicht betroffenen Bereich wurde darüber berichtet, dass dies zu
Hypoglykämie führte. Nach einem Wechsel des Injektionsbereichs wird eine Überwachung des
Blutzuckers empfohlen und eine Dosisanpassung der Antidiabetika kann in Erwägung gezogenwerden.
HypoglykämieZur Hypoglykämie kann es kommen, wenn die Insulindosis den Insulinbedarf überschreitet.
Besondere Vorsicht sowie eine verstärkte Überwachung des Blutzuckers ist bei Patienten geboten, beidenen hypoglykämische Episoden von besonderer klinischer Bedeutung sein können, wie z. B. bei
Patienten mit signifikanten Stenosen der Koronararterien oder der hirnversorgenden Blutgefäße(Risiko kardialer oder zerebraler Komplikationen bei Hypoglykämie) sowie bei Patienten mitproliferativer Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist (Gefahr dervorübergehenden Erblindung infolge einer Hypoglykämie).
Den Patienten muss bewusst gemacht werden, dass es Umstände gibt, bei denen die Warnsymptomeeiner Hypoglykämie vermindert sein können. Bei bestimmten Risikogruppen können die
Warnsymptome einer Hypoglykämie verändert oder abgeschwächt sein oder ganz fehlen. Dazu zählen
Patienten,
- bei denen sich die Blutzuckereinstellung deutlich verbessert hat,
- bei denen sich eine Hypoglykämie langsam entwickelt,
- die älter sind,
- die von tierischem Insulin auf Humaninsulin umgestellt worden sind,
- bei denen eine autonome Neuropathie vorliegt,
- bei denen die Diabeteserkrankung schon lange besteht,
- die an einer psychiatrischen Erkrankung leiden,
- die gleichzeitig mit bestimmten anderen Arzneimitteln behandelt werden (siehe Abschnitt 4.5).
Diese Situationen können zu einer schweren Hypoglykämie führen (und möglicherweise zum
Bewusstseinsverlust), bevor der Patient eine hypoglykämische Stoffwechselentgleisung überhauptbemerkt.
Bei normalen oder gar erniedrigten Werten für glykosyliertes Hämoglobin muss an wiederholteunerkannte (insbesondere nächtliche) Hypoglykämien gedacht werden.
Das Einhalten des Dosier- und Diätschemas, die korrekte Insulinverabreichung und das Erkennen von
Symptomen einer Hypoglykämie durch den Patienten sind von zentraler Bedeutung, um das Risikoeiner Hypoglykämie zu senken. Faktoren, die zu einer Verstärkung der Hypoglykämieneigung führen,müssen besonders beachtet werden und können eine Dosisanpassung erfordern. Dazu zählen:
- ein Wechsel des Injektionsgebietes,
- eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit (z. B. wenn Stressfaktoren entfallen),
- eine ungewohnte, stärkere oder längere körperliche Anstrengung,
- interkurrierende Erkrankungen (z. B. Erbrechen, Durchfall),
- eine unzureichende Nahrungsaufnahme,
- ausgelassene Mahlzeiten,
- Alkoholkonsum,
- bestimmte unkompensierte Störungen des endokrinen Systems (z. B. Unterfunktion der
Schilddrüse, des Hypophysenvorderlappens oder Nebennierenrindeninsuffizienz),
- die gleichzeitige Gabe bestimmter anderer Arzneimittel (siehe Abschnitt 4.5).
Störungen der Insulinpumpe
Wenn der Pumpenkatheter völlig verstopft, können sich Hyperglykämie, Ketoazidose und Komainnerhalb von Stunden entwickeln. Wann immer ein Patient einen raschen Blutglukoseanstiegfeststellt, der nicht auf eine Bolusgabe reagiert, muss die Möglichkeit einer Katheterobstruktionabgeklärt werden.
Für den Fall einer Störung der Insulinpumpe müssen die Patienten stets Injektionsmaterial(Injektionsspritze oder Pen) und Insulin zur subkutanen Injektion zur Hand haben. Zu den
Sicherheitsvorkehrungen für den Einsatz von Insulinpumpen siehe in deren Unterlagen.
Interkurrente ErkrankungenInterkurrente Erkrankungen erfordern eine verstärkte Stoffwechselüberwachung. In vielen Fällen sind
Ketonbestimmungen im Urin angezeigt, und häufig ist eine Anpassung der Insulindosis erforderlich.
Oft ist der Insulinbedarf erhöht. Patienten mit einem Typ-1-Diabetes müssen regelmäßig zumindestkleine Mengen Kohlenhydrate zu sich nehmen, auch wenn sie nicht oder nur wenig essen können,erbrechen o. Ä., und sie dürfen das Insulin nie ganz weglassen.
AnwendungsfehlerEs wurde von Anwendungsfehlern berichtet, bei denen versehentlich andere Insumanzubereitungenoder andere Insuline verabreicht wurden. Die Bezeichnung des Insulins muss stets vor jeder Injektionüberprüft werden, um Verwechslungen zwischen Insulin human und anderen Insulinen zu vermeiden.
Kombination von Insuman mit Pioglitazon
Bei der Anwendung von Pioglitazon in Kombination mit Insulin wurden Fälle von Herzinsuffizienzberichtet, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz.
Dies muss berücksichtigt werden, wenn eine Behandlung mit Pioglitazon zusammen mit Insumanerwogen wird. Patienten, die mit dieser Kombination behandelt werden, müssen bezüglich Anzeichenund Symptomen von Herzinsuffizienz, Gewichtszunahme und Ödemen beobachtet werden. Im Falleeiner Verschlechterung der kardialen Symptomatik muss Pioglitazon abgesetzt werden.
NatriumDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Eine Reihe von Substanzen beeinflusst den Glukosestoffwechsel und kann eine Dosisanpassung von
Insulin human erforderlich machen.
Zu den Substanzen, die eine verstärkte Blutzuckersenkung und Hypoglykämieneigung verursachenkönnen, gehören z. B. orale Antidiabetika, Angiotensin-Converting-Enzym-(ACE-)Hemmer,
Disopyramid, Fibrate, Fluoxetin, Monoaminoxidase-(MAO-)Hemmer, Pentoxifyllin, Propoxyphen,
Salicylate und Sulfonamid-Antibiotika.
Zu den Substanzen, die den blutzuckersenkenden Effekt abschwächen können, gehören z. B.
Kortikosteroide, Danazol, Diazoxid, Diuretika, Glukagon, Isoniazid, Östrogene und Progestagene(z. B. in oralen Kontrazeptiva), Phenothiazin-Abkömmlinge, Somatotropin, Sympathomimetika (z. B.
Epinephrin [Adrenalin], Salbutamol, Terbutalin), Schilddrüsenhormone, Proteaseinhibitoren undatypische Antipsychotika (z. B. Olanzapin und Clozapin).
Betablocker, Clonidin, Lithiumsalze oder Alkohol können sowohl zu einer Verstärkung als auch zueiner Abschwächung der blutzuckersenkenden Wirkung von Insulin führen. Pentamidin kann eine
Hypoglykämie verursachen, gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie.
Zusätzlich können unter der Wirkung von Sympatholytika wie Betablocker, Clonidin, Guanethidinund Reserpin die Symptome der adrenergen Gegenregulation abgeschwächt sein oder fehlen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftFür Insulin human liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. Insulin passiertnicht die Plazentaschranke. Bei der Anwendung in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.
Für Patientinnen mit vorbestehender Diabeteserkrankung oder einem Schwangerschaftsdiabetes isteine gute Stoffwechseleinstellung während der gesamten Schwangerschaft unbedingt erforderlich. Der
Insulinbedarf kann während des ersten Trimesters abfallen und steigt in der Regel während deszweiten und dritten Trimesters wieder an. Unmittelbar nach der Entbindung fällt der Insulinbedarfrasch ab (erhöhtes Hypoglykämierisiko). Eine sorgfältige Überwachung des Blutzuckerspiegels istdaher besonders wichtig.
StillzeitEs sind keine Auswirkungen auf das gestillte Kind zu erwarten. Insuman Infusat kann während der
Stillzeit verwendet werden. Bei stillenden Frauen kann eine Anpassung von Insulindosis und Diätnotwendig werden.
FertilitätEs sind keine klinischen oder tierexperimentellen Daten mit Humaninsulin in Bezug auf die männlicheoder weibliche Fertilität verfügbar.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDie Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten kann aufgrund einer Hypo- oder
Hyperglykämie oder z. B. aufgrund von Sehstörungen beeinträchtigt sein. Dies kann in Situationen, indenen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z. B. beim Autofahren oder beim Bedienenvon Maschinen), ein Risiko darstellen.
Den Patienten ist zu raten, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Hypoglykämien beim Führen von
Kraftfahrzeugen zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig bei Patienten mit verringerter oderfehlender Wahrnehmung von Hypoglykämie-Warnsymptomen oder häufigen
Hypoglykämie-Episoden. In diesen Fällen ist zu überlegen, ob das Führen eines Kraftfahrzeuges oderdas Bedienen von Maschinen ratsam ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsEine Hypoglykämie, im Allgemeinen die häufigste Nebenwirkung der Insulintherapie, kann auftreten,wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet. Die Häufigkeit des Auftretens variiert in klinischen
Studien und während der Anwendung im Markt je nach Patientenpopulation und Dosierschema.
Deshalb können keine spezifischen Angaben zur Häufigkeit gemacht werden.
Tabellarische Liste der NebenwirkungenNachfolgend sind die aus klinischen Studien bekannt gewordenen unerwünschten
Arzneimittelwirkungen aufgelistet, gruppiert nach Systemorganklassen und geordnet nachabnehmender Häufigkeit ihres Auftretens: sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich(≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeitauf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
MedDRA- Häufig Gelegentlich Nicht bekannt
Systemorganklassen
Erkrankungen des Schock allergische Reaktionen
Immunsystems vom Sofort-Typ(Blutdruckabfall,
Angioödem,
Bronchospasmus,generalisierte
Hautreaktionen),
Insulin-Antikörper
Stoffwechsel- und Ödeme Hypoglykämie,
Ernährungsstörungen Natriumretention
Augenerkrankungen proliferative
Retinopathie,diabetische
Retinopathie,
SehstörungenErkrankungen der Lipodystrophie,
Haut und des Kutane Amyloidose
Unterhautzellgewebes
Allgemeine Reaktionen an der Urtikaria an der Entzündung,
Erkrankungen und Einstichstelle Einstichstelle Schmerz,
Beschwerden am Juckreiz,
Verabreichungsort Rötung,
Schwellung an der
Injektionsstelle
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenErkrankungen des ImmunsystemsAllergische Reaktionen vom Sofort-Typ auf Insulin oder einen der sonstigen Bestandteile könnenlebensbedrohlich sein.
Die Verabreichung von Insulin kann im Körper die Bildung von Insulin-Antikörpern auslösen. Inseltenen Fällen kann das Vorhandensein solcher Insulin-Antikörper die Anpassung der Insulindosiserforderlich machen, um eine Neigung zu Hyper- oder Hypoglykämien auszugleichen.
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSchwere Hypoglykämien, insbesondere wenn sie wiederholt auftreten, können zu neurologischen
Schäden führen. Anhaltende oder schwere Hypoglykämien können lebensbedrohlich sein.
Bei vielen Patienten gehen die Zeichen der adrenergen Gegenregulation denen einer Neuroglukopenievoraus. Im Allgemeinen sind diese Gegenregulation und ihre Symptome umso ausgeprägter, je stärkerund schneller der Blutzuckerspiegel fällt.
Insulin kann eine Natriumretention und Ödeme verursachen, insbesondere wenn eine zuvor schlechte
Stoffwechseleinstellung durch Intensivierung der Insulintherapie verbessert wird.
AugenerkrankungenEine deutliche Veränderung der Blutzuckereinstellung kann vorübergehende Sehstörungenverursachen, die durch eine vorübergehende Veränderung des Quellungszustandes und damit der
Brechkraft der Augenlinse bedingt sind.
Eine über einen längeren Zeitraum verbesserte Blutzuckereinstellung mindert das Risiko des
Fortschreitens einer diabetischen Retinopathie. Eine Intensivierung der Insulintherapie mit abrupter
Verbesserung des Blutzuckerspiegels kann jedoch zu einer vorübergehenden Verschlechterung einer
Retinopathie führen.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesAn der Injektionsstelle kann es zu einer Lipodystrophie und kutanen Amyloidose kommen, die die
Insulinresorption im betroffenen Bereich verzögert. Ein ständiger Wechsel der Einstichstelle imgegebenen Injektionsbereich kann helfen, diese Reaktionen abzuschwächen oder zu vermeiden (siehe
Abschnitt 4.4).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortDie meisten leichteren Reaktionen auf Insulin an der Injektionsstelle bilden sich in der Regelinnerhalb von wenigen Tagen oder Wochen zurück.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomatikEine Überdosierung von Insulin kann zu einer schweren, unter Umständen lang anhaltenden undlebensbedrohlichen Hypoglykämie führen.
MaßnahmenLeichte hypoglykämische Episoden können in der Regel durch die orale Zufuhr von Kohlenhydratenausgeglichen werden. Es kann aber auch eine Anpassung des Dosierschemas, der Ess- oder
Sportgewohnheiten erforderlich werden.
Schwerere Hypoglykämien mit diabetischem Koma, Krampfanfällen oder neurologischen Ausfällenkönnen mit intramuskulären/subkutanen Glukagongaben oder intravenösen Gaben von konzentrierter
Glukoselösung behandelt werden. Wiederholte Kohlenhydrataufnahme und eine Überwachung könnenerforderlich sein, da die Hypoglykämie nach scheinbarer klinischer Erholung wieder auftreten kann.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Insuline und Analoga zur Injektion, schnell wirkend,
ATC-Code: A10AB01.
Wirkungsmechanismus
Insulin
- senkt die Blutglukose und bewirkt eine Zunahme anaboler sowie eine Abnahme kataboler
Stoffwechseleffekte,
- steigert den Glukosetransport in die Zellen sowie die Glykogenbildung in Muskulatur und Leberund verbessert die Pyruvatutilisation; es hemmt Glykogenolyse und Glukoneogenese,
- steigert die Lipogenese in Leber und Fettgewebe und hemmt die Lipolyse,
- steigert die Aminosäurenaufnahme in Zellen und fördert die Proteinsynthese,
- fördert die Kaliumaufnahme in die Zellen.
Pharmakodynamische WirkungInsuman Infusat ist ein Insulin mit raschem Wirkungseintritt und kurzer Wirkdauer.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Bei Stoffwechselgesunden beträgt die Serumhalbwertszeit des Insulins etwa 4 bis 6 Minuten. Sie istbei schwerer Niereninsuffizienz verlängert. Die Pharmakokinetik von Insulin spiegelt jedoch nichtseine Stoffwechselwirkung wider.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Die akute Toxizität wurde nach subkutaner Gabe an Ratten untersucht. Es wurden keine Hinweise auftoxische Wirkungen gefunden. Die Prüfung der lokalen Verträglichkeit nach subkutaner undintramuskulärer Gabe bei Kaninchen ergab keine auffälligen Befunde. Bei der Untersuchung derpharmakodynamischen Effekte nach subkutaner Gabe an Kaninchen und Hunden zeigten sich dieerwarteten hypoglykämischen Reaktionen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Phenol,
Zinkchlorid,
Trometamol,
Poloxamer,
Glycerol,
Natriumhydroxid,
Salzsäure (zur pH-Wert-Einstellung),
Wasser für Injektionszwecke.
6.2 Inkompatibilitäten
Dieses Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Insuman Infusat darf nicht mit Lösungen gemischt werden, die reduzierende Substanzen enthalten,wie Thiole und Sulphite.
Mischen von InsulinenInsuman Infusat darf auch nicht mit anderen Insulinen oder mit Insulinanaloga gemischt werden.
Es ist darauf zu achten, dass weder Alkohol noch andere Desinfektionsmittel in die Insulinlösunggelangen.
6.3 Haltbarkeit
Insuman Infusat 100 I. E./ml in einer Durchstechflasche3 Jahre.
Insulin, das in den Vorratsbehälter der Pumpe umgefüllt ist, kann 2 Wochen lang verwendet werden.
Dauer der Haltbarkeit nach der ersten Verwendung der Durchstechflasche
Das Arzneimittel kann maximal 4 Wochen lang bei einer Temperatur von nicht über 25 °C, vordirekter Hitzeeinwirkung und Licht geschützt, aufbewahrt werden.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Es empfiehlt sich, das Datum der ersten Verwendung der Durchstechflasche auf dem Etikett zuvermerken.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht angebrochene DurchstechflaschenIm Kühlschrank lagern (2 °C-8 °C).
Nicht einfrieren.
Legen Sie Insuman Infusat nicht in die Nähe des Gefrierfachs oder eines Kühlelements.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Angebrochene Durchstechflaschen
Hinweise zur Aufbewahrung des Arzneimittels nach der ersten Verwendung siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Insuman Infusat 100 I. E./ml in einer Durchstechflasche10 ml Lösung in einer Durchstechflasche (farbloses Glas, Typ 1) mit einer Bördelkappe (Aluminium),einem Stopfen (Chlorbutylgummi (Typ 1)) und einem Abreißdeckel (Polypropylen).
Es sind Packungen mit 3 Durchstechflaschen verfügbar.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungInsuman Infusat 100 I. E./ml in einer Durchstechflasche
Insuman Infusat darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar, farblos, ohne sichtbare Partikelund von wasserartiger Konsistenz ist.
Zur Verwendung in einer Insulinpumpe wird Insuman Infusat in einer Durchstechflasche in die sterile
Patrone der Pumpe umgefüllt. Die Patrone darf nur einmal verwendet werden.
Vor der Verwendung muss die gefüllte Patrone 1 bis 2 Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrtwerden. Vor Beginn der Infusion sind Luftblasen zu entfernen (siehe Bedienungsanleitung der
Pumpe).
Sollte es zu einer Fehlfunktion der Infusionspumpe kommen, kann die Lösung aus der Patrone in eine
Spritze (die für Insulin mit 100 I. E./ml bestimmt ist) aufgezogen und injiziert werden.
Insuman Infusat darf nicht in Peristaltikpumpen mit Silikonschläuchen eingesetzt werden. Zu den
Kontraindikationen für den Einsatz von Insulinpumpen siehe Gerätehandbuch.
Es ist zu berücksichtigen, dass neutrale Normalinsuline bei pH-Werten von etwa 4,5 bis 6,5 ausfallen.
Die Bezeichnung des Insulins muss stets vor jeder Injektion überprüft werden, um Verwechslungenzwischen Insulin human und anderen Insulinen zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu entsorgen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, D-65926 Frankfurt am Main, Deutschland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 21. Februar 1997
Datum der letzten Verlängerung: 21. Februar 2007
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.