Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels INFANRIX HEXA pulver+suspension zur herstellung einer injektionssuspension
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Infanrix hexa, Pulver und Suspension zur Herstellung einer Injektionssuspension
Diphtherie (D)-, Tetanus (T)-, Pertussis (azelluläre Komponenten) (Pa)-, Hepatitis B (rDNA) (HBV)-,
Poliomyelitis (inaktiviert) (IPV)- und Haemophilus-influenzae-Typ b (Hib)-Konjugatimpfstoff(adsorbiert).
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Nach der Rekonstitution enthält 1 Dosis (0,5 ml):
Diphtherie-Toxoid1 ...................................................................... mind. 30 Internationale Einheiten (I.E.)
Tetanus-Toxoid1 .......................................................................... mind. 40 Internationale Einheiten (I.E.)
Bordetella pertussis-Antigene
Pertussis-Toxoid (PT)1 ............................................................................................... 25 Mikrogramm
Filamentöses Hämagglutinin (FHA)1 ......................................................................... 25 Mikrogramm
Pertactin (PRN)1 ........................................................................................................... 8 Mikrogramm
Hepatitis-B-Oberflächenantigen (HBs)2,3 ........................................................................ 10 Mikrogramm
Poliomyelitis-Viren (inaktiviert) (IPV)
Typ 1 (Mahoney-Stamm)4 ................................................................................ 40 D-Antigeneinheiten
Typ 2 (MEF-1-Stamm)4 ..................................................................................... 8 D-Antigeneinheiten
Typ 3 (Saukett-Stamm)4 ................................................................................... 32 D-Antigeneinheiten
Haemophilus-influenzae-Typ b-Polysaccharid (Polyribosylribitolphosphat, PRP)3 ....... 10 Mikrogrammkonjugiert an Tetanus-Toxoid als Trägerprotein ........................................................ ca. 25 Mikrogramm1 adsorbiert an hydratisiertes Aluminiumhydroxid (Al(OH)3) .................................. 0,5 Milligramm Al3+2 hergestellt in Hefezellen (Saccharomyces cerevisiae) durch rekombinante DNA-Technologie3 adsorbiert an Aluminiumphosphat (AlPO4) .......................................................... 0,32 Milligramm Al3+4 vermehrt in VERO-Zellen
Der Impfstoff kann Spuren von Formaldehyd, Neomycin und Polymyxin enthalten, die während des
Herstellungsprozesses verwendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungDer Impfstoff enthält 0,057 Nanogramm Para-Aminobenzoesäure pro Dosis und 0,0298 Mikrogramm
Phenylalanin pro Dosis (siehe Abschnitt 4.4).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver und Suspension zur Herstellung einer Injektionssuspension
Die Diphtherie-, Tetanus-, azelluläre Pertussis-, Hepatitis B-, inaktivierte Poliomyelitis (DTPa-HBV-
IPV)-Komponente liegt als trübe, weiße Suspension vor.
Die lyophilisierte Haemophilus-influenzae-Typ b (Hib)-Komponente ist ein weißes Pulver.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Infanrix hexa ist zur Grundimmunisierung und Auffrischimpfung gegen Diphtherie, Tetanus,
Pertussis, Hepatitis B, Poliomyelitis und Erkrankung durch Haemophilus influenzae Typ b bei
Säuglingen ab einem Alter von 6 Wochen und Kleinkindern indiziert.
Die Anwendung von Infanrix hexa sollte gemäß offiziellen Empfehlungen erfolgen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungGrundimmunisierungDie Grundimmunisierung besteht aus zwei oder drei Dosen zu je 0,5 ml, die gemäß den offiziellen
Empfehlungen verabreicht werden sollten (siehe Tabelle unten in diesem Abschnitt und Abschnitt 5.1für Impfschemata, die in klinischen Studien untersucht wurden).
Das Impfschema des Expanded Program on Immunisation (= Erweitertes Impfprogramm der WHO)im Alter von 6, 10 und 14 Wochen sollte nur angewendet werden, wenn ein Hepatitis-B-Impfstoffzum Zeitpunkt der Geburt verabreicht wurde.
Wenn bei der Geburt eine Dosis Hepatitis-B-Impfstoff verabreicht wird:
* kann Infanrix hexa ab einem Alter von 6 Wochen anstelle zusätzlicher Dosen eines Hepatitis-
B-Impfstoffes verwendet werden. Wenn vor diesem Alter eine zweite Impfung gegen
Hepatitis B erforderlich ist, sollte ein monovalenter Hepatitis-B-Impfstoff verabreicht werden.
* kann Infanrix hexa gemäß den offiziellen Empfehlungen für eine gemischte
Grundimmunisierung mit pentavalentem/hexavalentem Impfstoff verwendet werden.
National empfohlene Maßnahmen zur Immunprophylaxe gegen Hepatitis B sollten beibehaltenwerden.
Infanrix hexa kann durch die gleichzeitige Verabreichung eines pentavalenten Impfstoffes mit einem
Hepatitis-B-Impfstoff ersetzt werden.
Auffrischimpfung
Nach einer Grundimmunisierung mit 2 oder 3 Dosen Infanrix hexa sollte frühestens 6 Monate nachder letzten Dosis der Grundimmunisierung eine Dosis zur Auffrischimpfung mit Infanrix hexaverabreicht werden (siehe Tabelle unten in diesem Abschnitt und Abschnitt 5.1 für Impfschemata, diein klinischen Studien untersucht wurden).
Infanrix hexa kann als Auffrischimpfung bei Personen verwendet werden, die zuvor mit einemanderen hexavalenten Impfstoff oder einem pentavalenten DTPa-IPV+Hib-Impfstoff in Kombinationmit einem monovalenten Hepatitis-B-Impfstoff für ihre Grundimmunisierung geimpft wurden.
Wenn zur Auffrischimpfung kein hexavalenter DTPa (Diphtherie, Tetanus, azellulärer Pertussis)-haltiger Impfstoff verfügbar ist, muss mindestens eine Dosis eines Hib-Impfstoffes verabreichtwerden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Infanrix hexa bei Kindern im Alter von über 36 Monaten ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Grundimmunisierung Auffrischimpfung Allgemeine Hinweise
Reifgeborene Säuglinge3 Dosen Eine Dosis zur * Zwischen den einzelnen Dosen der
Auffrischimpfung Grundimmunisierung ist ein Zeitabstand vonmuss verabreicht mindestens einem Monat einzuhalten.werden. * Die Auffrischimpfung ist frühestens 6 Monatenach der letzten Dosis der Grundimmunisierungund vorzugsweise vor Vollendung des18. Lebensmonats zu verabreichen.
2 Dosen Eine Dosis zur * Zwischen den einzelnen Dosen der
Auffrischimpfung Grundimmunisierung ist ein Zeitabstand vonmuss verabreicht mindestens zwei Monaten einzuhalten.werden. * Die Auffrischimpfung ist frühestens 6 Monatenach der letzten Dosis der Grundimmunisierungund vorzugsweise im Alter zwischen 11 und13 Monaten zu verabreichen.
Frühgeborene Säuglinge mit einem Gestationsalter von mindestens 24 Wochen3 Dosen Eine Dosis zur * Zwischen den einzelnen Dosen der
Auffrischimpfung Grundimmunisierung ist ein Zeitabstand vonmuss verabreicht mindestens einem Monat einzuhalten.werden. * Die Auffrischimpfung ist frühestens 6 Monatenach der letzten Dosis der Grundimmunisierungund vorzugsweise vor Vollendung des18. Lebensmonats zu verabreichen.
Art der AnwendungInfanrix hexa ist tief intramuskulär zu injizieren. Aufeinander folgende Impfungen solltenvorzugsweise kontralateral appliziert werden.
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile oder Formaldehyd, Neomycin und Polymyxin.
Überempfindlichkeitsreaktionen nach vorheriger Verabreichung von Diphtherie-, Tetanus-, Pertussis-,
Hepatitis B-, Poliomyelitis- oder Hib-Impfstoffen.
Infanrix hexa ist kontraindiziert, wenn das Kind innerhalb von 7 Tagen nach einer früheren Impfungmit einem Impfstoff mit Pertussiskomponente an einer Enzephalopathie unbekannter Ätiologie gelittenhat. Unter diesen Umständen sollte eine Impfung gegen Pertussis ausgesetzt und die Immunisierungmit Diphtherie/Tetanus-, Hepatitis B-, Poliomyelitis- und Hib-Impfstoffen fortgesetzt werden.
Wie bei anderen Impfstoffen, sind Personen mit akuten, schweren, mit Fieber einhergehenden
Erkrankungen auch von einer Impfung mit Infanrix hexa zurückzustellen. Banale Infekte stellenjedoch keine Gegenanzeige dar.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Der Impfung sollte eine Anamneseerhebung (unter besonderer Berücksichtigung früherer Impfungenund eventuell aufgetretener unerwünschter Ereignisse) sowie eine klinische Untersuchungvorausgehen.
Wie bei jedem Impfstoff wird möglicherweise nicht bei allen Geimpften eine schützende
Immunantwort erzielt (siehe Abschnitt 5.1).
Infanrix hexa schützt nicht vor Erkrankungen, die durch andere Erreger als Corynebacteriumdiphtheriae, Clostridium tetani, Bordetella pertussis, Hepatitis-B-Virus, Poliomyelitis-Virus oder
Haemophilus influenzae Typ b verursacht werden. Jedoch kann erwartet werden, dass eine Hepatitis-
D-Erkrankung durch die Impfung vermieden wird, da Hepatitis D (verursacht durch das Delta-Virus)nur im Zusammenhang mit einer Hepatitis-B-Infektion auftritt.
Trat eines der nachfolgenden Ereignisse im zeitlichen Zusammenhang mit der Verabreichung eines
Impfstoffes mit Pertussiskomponente auf, ist die Entscheidung für die Verabreichung weiterer Doseneines Impfstoffes mit Pertussiskomponente sorgfältig abzuwägen: Temperaturerhöhung von ≥ 40,0 °C innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung ohne andereerkennbare Ursachen; Kollaps oder schockähnlicher Zustand (hypoton-hyporesponsive Episode) innerhalb von 48
Stunden nach der Impfung; Anhaltendes, nicht zu beruhigendes Schreien über drei Stunden und länger innerhalb von 48
Stunden nach der Impfung; Krampfanfälle mit oder ohne Fieber innerhalb von 3 Tagen nach der Impfung.
In bestimmten Situationen, wie z. B. bei hoher Pertussisinzidenz, kann der potentielle Nutzen einer
Impfung gegenüber den möglichen Risiken überwiegen.
Wie bei allen injizierbaren Impfstoffen sollten für den seltenen Fall einer anaphylaktischen Reaktionnach Verabreichung des Impfstoffes stets entsprechende medizinische Behandlungs- und
Überwachungsmöglichkeiten sofort verfügbar sein.
Wenn bei einem Säugling oder Kind eine ernsthafte neurologische Erkrankung zum ersten Mal auftrittoder eine progrediente, schwerwiegende neurologische Erkrankung vorliegt, sollten wie bei jeder
Impfung Nutzen und Risiko einer Immunisierung mit Infanrix hexa gegenüber einem Aufschub dieser
Impfung sorgfältig abgewogen werden.
Bei Personen mit Thrombozytopenie oder einer Blutgerinnungsstörung ist Infanrix hexa mit Vorsichtzu verabreichen, da es bei diesen Personen nach intramuskulärer Injektion zu Blutungen kommenkann.
Der Impfstoff darf nicht intravasal oder intradermal verabreicht werden.
Fieberkrämpfe in der Anamnese sowie Krampfanfälle oder plötzlicher Kindstod (SIDS) in der
Familienanamnese stellen keine Kontraindikationen für die Anwendung von Infanrix hexa dar. Kindermit Fieberkrämpfen in der Anamnese sollten engmaschig überwacht werden, da diese unerwünschten
Ereignisse innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach der Impfung auftreten können.
Im Vergleich zur alleinigen Verabreichung von Infanrix hexa ist die Rate an Fieberreaktionen höher,wenn Infanrix hexa gleichzeitig mit einem konjugierten Pneumokokken-Impfstoff (PCV 7-, PCV 10-,
PCV 13-valent) oder gleichzeitig mit einem Masern-Mumps-Röteln-Varizellen-(MMRV-) Impfstoffverabreicht wird. Die Fieberreaktionen sind meist moderat (39 °C oder darunter) und vorübergehend(siehe Abschnitte 4.5 und 4.8).
Es wurde eine erhöhte Melderate von Krampfanfällen (mit oder ohne Fieber) und hypoton-hyporesponsiven Episoden (HHE) bei der gleichzeitigen Verabreichung von Infanrix hexa und
Prevenar 13 beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Die prophylaktische Gabe von Antipyretika vor oder unmittelbar nach der Verabreichung des
Impfstoffes kann die Häufigkeit und den Schweregrad von Fieber nach der Impfung reduzieren.
Klinische Daten mit Paracetamol und Ibuprofen deuten darauf hin, dass die prophylaktische Gabe von
Paracetamol die Fieberrate möglicherweise verringert, während die prophylaktische Gabe von
Ibuprofen einen begrenzten Effekt auf die Verringerung der Fieberrate zeigte. Für Kinder mit
Krampfanfällen oder mit Fieberkrämpfen in der Anamnese wird die prophylaktische Gabe von
Antipyretika empfohlen.
Eine fiebersenkende Behandlung sollte entsprechend den üblichen Behandlungsrichtlinien erfolgen.
Besondere PersonengruppenEine HIV-Infektion wird nicht als Kontraindikation für eine Impfung betrachtet. Jedoch wird dieerwartete Immunreaktion nach der Impfung bei immunsupprimierten Patienten möglicherweise nichterreicht.
Klinische Daten zeigen, dass Infanrix hexa an Frühgeborene verabreicht werden kann. Wie jedoch indieser Personengruppe zu erwarten ist, wurde für einige Antigene eine geringere Immunantwortbeobachtet (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
Das potentielle Risiko von Apnoen und die Notwendigkeit einer Überwachung der Atmung über 48bis 72 Stunden sollte im Rahmen der Grundimmunisierung von sehr frühgeborenen Säuglingen(geboren vor der vollendeten 28. Schwangerschaftswoche) in Betracht gezogen werden. Dies giltinsbesondere für diejenigen, die in der Vorgeschichte Zeichen einer unreifen Atmung gezeigt haben.
Da der Nutzen der Impfung für diese Kinder hoch ist, sollte sie ihnen weder vorenthalten nochverschoben werden.
Interferenz mit Labortests
Da das Hib-Kapselpolysaccharid-Antigen im Urin ausgeschieden wird, kann der Urintest innerhalbvon 1 bis 2 Wochen nach der Impfung positiv sein. Um eine Hib-Infektion während dieser Zeitnachzuweisen, sollten andere Tests durchgeführt werden.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungInfanrix hexa enthält Para-Aminobenzoesäure. Para-Aminobenzoesäure kann allergische Reaktionen,auch Spätreaktionen, hervorrufen sowie in seltenen Fällen Bronchospasmen.
Dieser Impfstoff enthält 0,0298 Mikrogramm Phenylalanin pro Dosis. Phenylalanin kann für Patientenmit einer Phenylketonurie (PKU) schädlich sein, eine seltene angeborene Erkrankung, bei der sich
Phenylalanin anreichert, weil der Körper es nicht ausreichend abbauen kann.
Dieser Impfstoff enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. er ist nahezu'natriumfrei“.
Dieser Impfstoff enthält Kalium, jedoch weniger als 1 mmol (39 mg) Kalium pro Dosis, d. h. er istnahezu 'kaliumfrei“.
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Infanrix hexa kann gleichzeitig mit einem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV 7-, PCV 10- und
PCV 13-valent), Meningokokken-C-Konjugatimpfstoff (CRM197- und TT-konjugiert),
Meningokokken-A-, C-, W-135- und Y-Konjugatimpfstoff (TT-konjugiert), Meningokokken-B-
Impfstoff, oralem Rotavirusimpfstoff und Masern-, Mumps-, Röteln-, Varizellen-(MMRV-) Impfstoffverabreicht werden.
Die Daten haben keine klinisch relevante Beeinträchtigung der Antikörperantwort auf die einzelnen
Antigene gezeigt, obwohl eine inkonsistente Antikörperantwort auf Poliomyelitis-Virus Typ 2 beigleichzeitiger Verabreichung von Synflorix beobachtet wurde (Seroprotektionsrate in einem Bereichvon 78 % bis 100 %). Die Immunantwort auf das PRP (Hib)-Antigen von Infanrix hexa nach der
Verabreichung von 2 Dosen im Alter von 2 und 4 Monaten war höher, wenn Infanrix hexa gleichzeitigmit einem Tetanus-Toxoid-konjugierten Pneumokokken- oder Meningokokken-Impfstoff verabreichtwurde (siehe Abschnitt 5.1). Die klinische Relevanz dieser Beobachtungen ist nicht bekannt.
Wenn Infanrix hexa gleichzeitig mit einem Meningokokken-B- und konjugierten Pneumokokken-
Impfstoff verabreicht wurde, wurden in allen Studien nicht konsistente Immunantworten auf dasinaktivierte Poliomyelitis-Virus Typ 2, das Pneumokokken Serotyp 6B-Antigen und auf das Pertussis
Pertactin-Antigen beobachtet. Diese Daten deuten jedoch nicht auf eine klinisch signifikante
Beeinträchtigung hin.
Daten aus klinischen Studien zeigen, dass die Rate an Fieberreaktionen bei gleichzeitiger
Verabreichung von Infanrix hexa und eines Pneumokokken-Konjugatimpfstoffes höher ist im
Vergleich zur alleinigen Verabreichung von Infanrix hexa. Daten aus einer klinischen Studie zeigen,dass die Rate an Fieberreaktionen bei gleichzeitiger Verabreichung von Infanrix hexa und eines
MMRV-Impfstoffes höher ist im Vergleich zur alleinigen Verabreichung von Infanrix hexa undähnlich im Vergleich zur alleinigen Verabreichung eines MMRV-Impfstoffes (siehe Abschnitte 4.4und 4.8). Die Immunantworten waren nicht beeinträchtigt.
Wegen des erhöhten Risikos für Fieber, Schmerzen an der Injektionsstelle, Appetitlosigkeit und
Reizbarkeit bei gleichzeitiger Verabreichung von Infanrix hexa mit Meningokokken-B-Impfstoff und7-valentem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff können, wenn möglich, getrennte Impfungen in
Betracht gezogen werden.
Wie bei anderen Impfstoffen wird möglicherweise bei Patienten unter immunsuppressiver Therapiekeine ausreichende Immunantwort erzielt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Da Infanrix hexa nicht zur Anwendung bei Erwachsenen vorgesehen ist, stehen keine ausreichenden
Humandaten über eine Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit und keine adäquaten
Reproduktionsstudien bei Tieren zur Verfügung.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenNicht zutreffend.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des Nebenwirkungsprofils
Wie bei Infanrix (DTPa-Impfstoff) und DTPa-haltigen Impfstoffkombinationen beobachtet, wurdenach der Auffrischimpfung mit Infanrix hexa im Vergleich zur Grundimmunisierung ein Anstieg derlokalen Reaktogenität und Fieber festgestellt.
Zusammenfassende Auflistung der Nebenwirkungen
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Häufigkeiten pro Dosis werden wie folgt angegeben:
Sehr häufig: (≥ 1/10)
Häufig: (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich: (≥ 1/1 000, < 1/100)
Selten: (≥ 1/10 000, < 1/1 000)
Sehr selten: (< 1/10 000)
Die folgenden mit dem Impfstoff in Zusammenhang stehenden Nebenwirkungen wurden in klinischen
Studien (Daten von mehr als 16 000 Kindern) und während der Anwendung nach der Markteinführungberichtet.
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Gelegentlich Infektion der oberen Atemwege
Erkrankungen des Blutes und des Selten Lymphadenopathie2, Thrombozytopenie2
Lymphsystems
Erkrankungen des Immunsystems Selten Anaphylaktische Reaktionen2,anaphylaktoide Reaktionen(einschließlich Urtikaria)2, allergische
Reaktionen (einschließlich Pruritus)2
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Sehr häufig Appetitlosigkeit
Psychiatrische Erkrankungen Sehr häufig Ungewöhnliches Schreien, Reizbarkeit,
Ruhelosigkeit
Häufig Unruhe
Erkrankungen des Nervensystems Sehr häufig Schläfrigkeit
Selten Kollaps oder schockähnlicher Zustand(hypoton-hyporesponsive Episode)2
Sehr selten Krampfanfälle (mit oder ohne Fieber)
Erkrankungen der Atemwege, des Gelegentlich Husten
Brustraums und Mediastinums Selten Bronchitis, Apnoe2 [siehe Abschnitt 4.4zu Apnoe bei sehr frühgeborenen
Säuglingen (geboren vor der vollendeten28. Schwangerschaftswoche)]
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Häufig Durchfall, Erbrechen
Erkrankungen der Haut und des Selten Ausschlag, Angioödem2
Unterhautgewebes Sehr selten Dermatitis
Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig Fieber ≥ 38 °C, Schmerzen, Rötung,
Beschwerden am Verabreichungsort Schwellung an der Injektionsstelle (bis50 mm)
Häufig Fieber > 39,5 °C, Reaktionen an der
Injektionsstelle, einschließlich
Verhärtung, Schwellung an der
Injektionsstelle (über 50 mm)1
Gelegentlich Diffuse Schwellung der Extremität, ander die Injektion vorgenommen wurde,manchmal unter Einbeziehung desangrenzenden Gelenks1, Müdigkeit
Selten Schwellung der gesamten Extremität, ander die Injektion vorgenommen wurde1,2,ausgedehnte Schwellung an der
Injektionsstelle2, Verhärtung an der
Injektionsstelle2, Bläschen an der
Injektionsstelle21 Kinder, denen zur Grundimmunisierung Impfstoffe mit azellulärer Pertussiskomponente verabreichtwurden, haben im Vergleich zu Kindern, die mit Ganzkeim-Pertussisimpfstoff grundimmunisiertwurden, eine höhere Wahrscheinlichkeit, nach der Auffrischimpfung eine Schwellung zu entwickeln.
Diese Reaktionen klangen durchschnittlich innerhalb von vier Tagen ab.2 Nebenwirkungen aus Spontanberichten
* Erfahrungen mit der Koadministration:
Eine Analyse der Melderaten nach der Markteinführung deutet auf ein möglicherweise erhöhtes Risikofür Krampfanfälle (mit oder ohne Fieber) und HHE hin, wenn Infanrix hexa gleichzeitig mit
Prevenar 13 verabreicht wird, im Vergleich zur alleinigen Verabreichung von Infanrix hexa.
In klinischen Studien, in denen einer Gruppe von Kindern Infanrix hexa und Prevenar (PCV 7-valent)gleichzeitig als Auffrischimpfung (4. Impfung) verabreicht wurde, wurde bei 43,4 % der Kinder über
Fieber ≥ 38,0 °C berichtet. Bei der Gruppe von Kindern, die nur mit dem hexavalenten Impfstoffgeimpft wurden, wurde dies bei 30,5 % der Kinder berichtet. Fieber ≥ 39,5 °C wurde bei 2,6 % der
Kinder bei gleichzeitiger Verabreichung von Infanrix hexa und Prevenar und bei 1,5 % der Kinder bei
Verabreichung von Infanrix hexa ohne Prevenar beobachtet (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5). Nach den
Impfungen zur Grundimmunisierung waren die Häufigkeit und Schwere von Fieber bei gleichzeitiger
Verabreichung der beiden Impfstoffe geringer als nach der Auffrischimpfung.
Daten aus klinischen Studien zeigen eine ähnliche Häufigkeit von Fieber, wenn Infanrix hexagleichzeitig mit anderen konjugierten Pneumokokkensaccharid-Impfstoffen verabreicht wird.
In einer klinischen Studie, in der eine Gruppe von Kindern eine Auffrischimpfung von Infanrix hexagleichzeitig mit einem Masern-, Mumps-, Röteln-, Varizellen- (MMRV-) Impfstoff erhalten hatte,wurde bei 76,6 % der Kinder über Fieber ≥ 38,0 °C berichtet. Bei der Gruppe von Kindern, die nur mit
Infanrix hexa bzw. MMRV-Impfstoff geimpft wurden, wurde dies bei 48 % bzw. 74,7 % der Kinderberichtet. Fieber über 39,5 °C wurde bei 18 % der Kinder bei gleichzeitiger Verabreichung von
Infanrix hexa und eines MMRV-Impfstoffes beobachtet, im Vergleich zu 3,3 % der Kinder beialleiniger Verabreichung von Infanrix hexa und 19,3 % der Kinder bei alleiniger Verabreichung eines
MMRV-Impfstoffes (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
* Sicherheit bei Frühgeborenen:
Infanrix hexa wurde bei mehr als 1 000 Frühgeborenen (geboren nach 24 bis 36
Schwangerschaftswochen) in Studien zur Grundimmunisierung und bei mehr als 200 Frühgeborenenals Auffrischimpfung im zweiten Lebensjahr verabreicht. In vergleichenden klinischen Studienwurden ähnliche Raten an Symptomen bei früh- und reifgeborenen Säuglingen beobachtet (siehe
Abschnitt 4.4 für Informationen zu Apnoe).
* Sicherheit bei Säuglingen und Kleinkindern von Müttern, die während der Schwangerschaft mitdTpa geimpft wurden:
In zwei klinischen Studien wurde Infanrix hexa bei mehr als 500 Kindern verabreicht, die von Mütterngeboren wurden, die im dritten Schwangerschaftstrimester mit dTpa (N = 341) oder Placebo (N = 346)geimpft wurden (siehe Abschnitt 5.1). Das Nebenwirkungsprofil von Infanrix hexa war vergleichbar,unabhängig davon, ob eine Exposition gegenüber dTpa während der Schwangerschaft stattgefundenhat oder nicht.
* Erfahrungen mit dem Hepatitis-B-Impfstoff:
In extrem seltenen Fällen wurde über allergische Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit, Paralyse,
Neuropathie, Neuritis, Hypotonie, Vaskulitis, Lichen ruber planus, Erythema exsudativum multiforme,
Arthritis, Muskelschwäche, Guillain-Barré-Syndrom, Enzephalopathie, Enzephalitis und Meningitisberichtet. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung konnte nicht festgestellt werden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Bakterielle und virale Impfstoffe, kombiniert, ATC-Code: J07CA09
ImmunogenitätDie Immunogenität von Infanrix hexa wurde in klinischen Studien bei Kindern ab einem Alter von 6
Wochen im Rahmen eines 2-Dosen- und 3-Dosen-Grundimmunisierungsschemas einschließlich des
Impfschemas des Expanded Program on Immunisation (= Erweitertes Impfprogramm der WHO)sowie als Auffrischimpfung untersucht. Die Ergebnisse dieser Studien sind in den Tabellen untenzusammengefasst.
Nach einer Grundimmunisierung mit 3 Dosen hatten mindestens 95,7 % der Kinder seroprotektiveoder seropositive Antikörperspiegel gegen jedes der Impfstoff-Antigene entwickelt. Nach der
Auffrischimpfung (nach der 4. Dosis) entwickelten mindestens 98,4 % der Kinder seroprotektive oderseropositive Antikörperspiegel gegen jedes der Impfstoff-Antigene.
Anteil der Kinder mit seroprotektiven/seropositiven Antikörpertitern einen Monat nach einer
Grundimmunisierung mit 3 Dosen und nach einer Auffrischimpfung mit Infanrix hexa
Antikörper Nach der 3. Dosis Nach der 4. Dosis(cut-off-Wert) (Auffrischimpfung im2. Lebensjahr nacheiner
Grundimmunisierungmit 3 Dosen)
Impfung Impfung Impfung Impfungim Alter im Alter im Alter im Altervon 2, 3, 4 von 2, 4, 6 von 3, 4, 5 von 6, 10, N = 2 009
Monaten Monaten Monaten 14 Wochen (12 Studien)
N = 196 N = 1 693 N = 1 055 N = 265(2 Studien) (6 Studien) (6 Studien) (1 Studie)% % % % %
Anti-Diphtherie 100,0 99,8 99,7 99,2 99,9(0,1 I.E./ml)†
Anti-Tetanus 100,0 100,0 100,0 99,6 99,9(0,1 I.E./ml)†
Anti-PT 100,0 100,0 99,8 99,6 99,9(5 EL.U/ml)
Anti-FHA 100,0 100,0 100,0 100,0 99,9(5 EL.U/ml)
Anti-PRN 100,0 100,0 99,7 98,9 99,5(5 EL.U/ml)
Anti-HBs 99,5 98,9 98,0 98,5* 98,4(10 mI.E./ml)†
Anti-Polio Typ 1 100,0 99,9 99,7 99,6 99,9(1/8 Verdünnung)†
Anti-Polio Typ 2 97,8 99,3 98,9 95,7 99,9(1/8 Verdünnung)†
Anti-Polio Typ 3 100,0 99,7 99,7 99,6 99,9(1/8 Verdünnung)†
Anti-PRP 96,4 96,6 96,8 97,4 99,7**(0,15 µg/ml)†
N = Anzahl der Kinder
* In einer Subgruppe von Säuglingen, die bei der Geburt keinen Hepatitis-B-Impfstoff erhalten hatten,hatten 77,7 % der Kinder Anti-HBs-Titer ≥ 10 mI.E./ml
** Nach der Auffrischimpfung hatten 98,4 % der Kinder eine Anti-PRP-Konzentration ≥ 1 µg/ml, waseinen Langzeitschutz anzeigt.† Allgemein anerkannter cut-off-Wert, der eine Schutzwirkung anzeigt.
Nach einer Grundimmunisierung mit 2 Dosen hatten mindestens 84,3 % der Kinder seroprotektiveoder seropositive Antikörperspiegel gegen jedes der Impfstoff-Antigene entwickelt. Nach einerkompletten Impfserie mit Infanrix hexa mit 2 Dosen zur Grundimmunisierung und einer
Auffrischimpfung entwickelten mindestens 97,9 % der Kinder seroprotektive oder seropositive
Antikörperspiegel gegen jedes der Impfstoff-Antigene.
Entsprechend den Ergebnissen aus verschiedenen Studien ändert sich die Immunantwort gegen das
PRP-Antigen von Infanrix hexa, wenn 2 Dosen im Alter von 2 und 4 Monaten gleichzeitig mit einem
Tetanus-Toxoid-konjugierten Impfstoff verabreicht werden. Mit Infanrix hexa wird bei mindestens84 % der Kinder eine anti-PRP-Immunantwort (cut-off-Wert ≥ 0,15 µg/ml) erreicht. Diese
Immunantwort erhöht sich auf 88 %, wenn Infanrix hexa gleichzeitig mit einem Pneumokokken-
Impfstoff mit Tetanus-Toxoid (TT)-Träger bzw. auf 98 %, wenn Infanrix hexa gleichzeitig mit einem
TT-konjugierten Meningokokken-Impfstoff verabreicht wird (siehe Abschnitt 4.5).
Anteil der Kinder mit seroprotektiven/seropositiven Antikörpertitern einen Monat nach einer
Grundimmunisierung mit 2 Dosen und nach einer Auffrischimpfung mit Infanrix hexa
Nach der 2. Dosis Nach der 3. Dosis
Impfung im Impfung im Impfung im Impfung im
Antikörper Alter von 2, 4, 12 Alter von 3, 5, 11 Alter von 2, 4, 12 Alter von 3, 5, 11(cut-off-Wert) Monaten Monaten Monaten Monaten
N = 223 N = 530 N = 196 N = 532(1 Studie) (4 Studien) (1 Studie) (3 Studien)% % % %
Anti-Diphtherie 99,6 98,0 100,0 100,0(0,1 I.E./ml)†
Anti-Tetanus 100 100,0 100,0 100,0(0,1 I.E./ml)†
Anti-PT 100 99,5 99,5 100,0(5 EL.U/ml)
Anti-FHA 100 99,7 100,0 100,0(5 EL.U/ml)
Anti-PRN 99,6 99,0 100,0 99,2(5 EL.U/ml)
Anti-HBs 99,5 96,8 99,8 98,9(10 mI.E./ml)†
Anti-Polio Typ 1 89,6 99,4 98,4 99,8(1/8 Verdünnung)†
Anti-Polio Typ 2 85,6 96,3 98,4 99,4(1/8 Verdünnung)†
Anti-Polio Typ 3 92,8 98,8 97,9 99,2(1/8 Verdünnung)†
Anti-PRP 84,3 91,7 100,0* 99,6*(0,15 µg/ml)†
N = Anzahl der Kinder† Allgemein anerkannter cut-off-Wert, der eine Schutzwirkung anzeigt.
* Nach der Auffrischimpfung hatten 94,4 % der Kinder mit einer Impfung im Alter von 2, 4, 12
Monaten bzw. 97,0 % der Kinder mit einer Impfung im Alter von 3, 5, 11 Monaten eine Anti-PRP-
Konzentration ≥ 1 µg/ml, was einen Langzeitschutz anzeigt.
Für Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Hepatitis B und Hib wurden serologische Korrelate für eine
Schutzwirkung festgelegt. Es existiert kein serologisches Schutzkorrelat für Pertussis. Da jedoch die
Immunantwort auf die Pertussis-Antigene nach Verabreichung von Infanrix hexa und Infanrix (DTPa-
Impfstoff) gleich ist, wird erwartet, dass die Schutzwirkung der beiden Impfstoffe gleich ist.
Schutzwirkung gegen Pertussis
Der klinische Schutz der Pertussis-Komponente von Infanrix (DTPa-Impfstoff) gegen eine typische,den WHO-Kriterien entsprechende Pertussiserkrankung (≥ 21 Tage anfallsartiger Husten) nach einer
Grundimmunisierung mit 3 Dosen wurde in folgenden Studien gezeigt:
Impf-
Studie Land Impfschema stoff-
Wirk- Anmerkungsamkeit
Haushaltskontakt- Deutsch- 3, 4, 5 Monat 88,7 % Aufgrund der Daten überstudie (prospektiv land e Sekundärkontakte, die in Haushalten mitverblindet) einem typischen Pertussisfall erhobenwurden.
Wirksamkeits- Italien 2, 4, 6 Monat 84 % In einer Folgeuntersuchung der gleichenstudie (vom NIH e Kohorte wurde die Wirksamkeit bis zu 60= National Monate nach Beendigung der
Institute of Health, Grundimmunisierung ohne eine
USA gesponsert) Auffrischimpfung gegen Pertussisbestätigt.
Persistenz der Immunantwort
Die Persistenz der Immunantwort auf Infanrix hexa wurde im Rahmen eines 3-Dosen-
Grundimmunisierungsschemas (im Alter von 2, 3, 4; 3, 4, 5 oder 2, 4, 6 Monaten) und einer
Auffrischimpfung im zweiten Lebensjahr bei Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren untersucht. Eineschützende Immunität gegen die drei Poliomyelitis-Virus-Typen und PRP wurde bei mindestens91,0 % der Kinder und gegen Diphtherie und Tetanus bei mindestens 64,7 % der Kinder beobachtet.
Mindestens 25,4 % (Anti-PT), 97,5 % (Anti-FHA) und 87,0 % (Anti-PRN) der Kinder warenseropositiv gegen die Pertussiskomponenten.
Anteil der Kinder mit seroprotektiven/seropositiven Antikörpertitern nach der
Grundimmunisierung und Auffrischimpfung mit Infanrix hexa
Antikörper Kinder im Alter von 4 bis 5 Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren(cut-off-Wert) Jahren
N % N %
Anti-Diphtherie(0,1 I.E./ml) 198 68,7* 51 66,7
Anti-Tetanus(0,1 I.E./ml) 198 74,7 51 64,7
Anti-PT(5 EL.U/ml) 197 25,4 161 32,3
Anti-FHA(5 EL.U/ml) 197 97,5 161 98,1
Anti-PRN(5 EL.U/ml) 198 90,9 162 87,0
Anti-HBs 250§ 85,3 207§ 72,1(10 mI.E./ml) 171§ 86,4 149§ 77,2
Anti-Polio Typ 1(1/8 Verdünnung) 185 95,7 145 91,0
Anti-Polio Typ 2(1/8 Verdünnung) 187 95,7 148 91,2
Anti-Polio Typ 3(1/8 Verdünnung) 174 97,7 144 97,2
Anti-PRP(0,15 µg/ml) 198 98,0 193 99,5
N = Anzahl der Kinder
* Proben, die mit dem ELISA-Test eine Diphtherie-Antikörperkonzentration < 0,1 I.E./ml ergaben,wurden erneut mit dem Verozellen-Neutralisationstest getestet (Cut-off-Wert für die Seroprotektion ≥0,016 I.E./ml): 96,5 % der Kinder hatten schützende Antikörperspiegel.§ Anzahl der Kinder aus 2 klinischen Studien
Nach einer Grundimmunisierung mit 3 Dosen und einer Auffrischimpfung mit Infanrix hexa wurdeeine Persistenz der seroprotektiven Antikörperkonzentrationen gegen Hepatitis B (≥ 10 mI.E./ml) bei≥ 85 % der Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren, bei ≥ 72 % der Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren, bei≥ 60 % der Kinder im Alter von 12 bis 13 Jahren und bei 53,7 % der Kinder im Alter von 14 bis 15
Jahren gezeigt. Nach einer Grundimmunisierung mit 2 Dosen plus Auffrischimpfung blieben dieseroprotektiven Antikörperkonzentrationen gegen Hepatitis B bei ≥ 48 % der Kinder im Alter von 11bis 12 Jahren bestehen.
Das immunologische Gedächtnis gegen Hepatitis B wurde bei Kindern im Alter von 4 bis 15 Jahrenbestätigt. Diese Kinder hatten Infanrix hexa zur Grundimmunisierung und Auffrischimpfung im
Säuglingsalter erhalten. Wenn eine zusätzliche Dosis eines monovalenten Hepatitis-B-Impfstoffesverabreicht wurde, wurde eine protektive Immunität bei mindestens 93 % der Kinder beobachtet.
Immunogenität bei Säuglingen und Kleinkindern von Müttern, die während der Schwangerschaft mitdTpa geimpft wurden
Die Immunogenität von Infanrix hexa bei Säuglingen und Kleinkindern von gesunden Müttern, die inder 27. bis 36. Schwangerschaftswoche mit dTpa geimpft wurden, wurde in zwei klinischen Studienuntersucht.
Infanrix hexa wurde den Säuglingen gleichzeitig mit einem 13-valenten Pneumokokken-Konjugat-
Impfstoff entweder im Rahmen eines 3-Dosen-Grundimmunisierungsschemas im Alter von 2, 4 und 6
Monaten oder 2, 3 und 4 Monaten (n = 241) oder im Rahmen eines 2-Dosen-
Grundimmunisierungsschemas im Alter von 3 und 5 Monaten oder 2 und 4 Monaten (n = 27)verabreicht. Dieselben Säuglinge bzw. Kleinkinder erhielten Infanrix hexa im Alter von 11 bis 18
Monaten als Auffrischimpfung (n = 229).
Nach der Grundimmunisierung und nach der Auffrischimpfung zeigten immunologische Daten keineklinisch relevante Beeinträchtigung der Immunantworten von Säuglingen und Kleinkindern auf die
Diphtherie-, Tetanus-, Hepatitis-B-, inaktivierten Poliomyelitis-, Haemophilus-influenzae-Typ-b- oder
Pneumokokken-Antigene durch die Impfung der Mütter mit dTpa.
Es wurden niedrigere Antikörperkonzentrationen gegen Pertussis-Antigene nach der
Grundimmunisierung (PT, FHA und PRN) und nach der Auffrischimpfung (PT, FHA) bei Säuglingenund Kleinkindern von Müttern, die während der Schwangerschaft mit dTpa geimpft wurden,beobachtet. Die Steigerung der Anti-Pertussis-Antikörperkonzentrationen vom Zeitpunkt vor der
Auffrischimpfung bis 1 Monat nach der Auffrischimpfung lag bei Säuglingen und Kleinkindernsowohl von Müttern, die mit dTpa geimpft wurden, als auch von Müttern, die mit Placebo geimpftwurden, im gleichen Bereich. Dies zeigt ein wirksames Priming des Immunsystems. In Ermangelungvon Korrelaten für den Schutz gegen Pertussis muss die klinische Relevanz dieser Beobachtungennoch vollständig verstanden werden. Aktuelle epidemiologische Daten zur Erkrankung mit Pertussisnach der Durchführung maternaler Immunisierung mit dTpa lassen jedoch keine klinische Relevanzdieser immunologischen Beeinträchtigung erkennen.
Immunogenität bei Frühgeborenen
Die Immunogenität von Infanrix hexa wurde in 3 Studien mit ca. 300 Frühgeborenen (geboren nach 24bis 36 Schwangerschaftswochen) unter Anwendung eines 3-Dosen-Grundimmunisierungsschemas im
Alter von 2, 4 und 6 Monaten untersucht. Bei ca. 200 Frühgeborenen wurde die Immunogenität einer
Auffrischimpfung im Alter von 18 bis 24 Monaten untersucht.
Einen Monat nach der Grundimmunisierung hatten mindestens 98,7 % der Kinder schützende
Antikörperspiegel gegen Diphtherie, Tetanus und Poliomyelitis-Virus-Typ 1 und 2. Mindestens90,9 % der Kinder hatten seroprotektive Antikörperspiegel gegen die Hepatitis B-, PRP- und
Poliomyelitis-Virus-Typ 3-Antigene. Alle Kinder waren seropositiv für Antikörper gegen FHA und
PRN und 94,9 % waren seropositiv für PT-Antikörper.
Einen Monat nach der Auffrischimpfung hatten mindestens 98,4 % der Kinder seroprotektive oderseropositive Antikörperspiegel gegen jedes der Antigene außer gegen PT (mind. 96,8 %) und Hepatitis
B (mind. 88,7 %). Die Steigerung der Immunantwort durch die Auffrischimpfung auf das 15- bis 235-fache der Antikörperkonzentration zeigt, dass Frühgeborene eine ausreichende Grundimmunisierungfür alle Antigene von Infanrix hexa aufwiesen.
In einer Nachbeobachtungsstudie, die mit 74 Kindern ca. 2,5 bis 3 Jahre nach der Auffrischimpfungdurchgeführt wurde, hatten noch 85,3 % der Kinder schützende Antikörperspiegel gegen Hepatitis B.
Mindestens 95,7 % der Kinder hatten schützende Antikörperspiegel gegen die drei Poliomyelitis-
Virus-Typen und PRP.
Erfahrung nach der Markteinführung
Ergebnisse einer Langzeit-Studie in Schweden zeigen, dass azelluläre Pertussis-Impfstoffe bei
Säuglingen wirksam sind, die die Grundimmunisierung mit 3 und 5 Monaten und eine
Auffrischimpfung im Alter von ca. 12 Monaten erhalten haben. Allerdings deuten die Daten daraufhin, dass die Schutzwirkung gegen Pertussis im Alter von 7 bis 8 Jahren bei diesem Impfschema(3, 5, 12 Monate) möglicherweise abnimmt. Dies lässt bei Kindern im Alter von 5 bis 7 Jahren, dievorher nach diesem Impfschema (3, 5, 12 Monate) geimpft wurden, eine zweite Auffrischimpfunggerechtfertigt erscheinen.
Die Effektivität der Hib-Komponente von Infanrix hexa wurde in einer ausgedehnten Post-Marketing-
Surveillance-Studie in Deutschland untersucht. Über einen Zeitraum von 7 Jahren betrug die
Effektivität der Hib-Komponenten von zwei hexavalenten Impfstoffen, von denen einer Infanrix hexawar, 89,6 % nach vollständiger Grundimmunisierung und 100 % nach vollständiger
Grundimmunisierung plus Auffrischimpfung (unabhängig von der Hib-Komponente, die zur
Grundimmunisierung verwendet wurde).
Die Ergebnisse der laufenden routinemäßigen nationalen Surveillance in Italien zeigen, dass Infanrixhexa die durch Hib verursachten Erkrankungen bei Säuglingen wirksam kontrolliert, wenn die
Grundimmunisierung mit 3 und 5 Monaten und eine Auffrischimpfung im Alter von ca. 11 Monatenerfolgt. Über einen Zeitraum von 6 Jahren seit 2006, in dem hauptsächlich Infanrix hexa als Impfstoffmit Hib-Komponente mit einer Abdeckung von über 95 % verwendet wurde, konnten die invasiven
Erkrankungen durch Hib gut unter Kontrolle gehalten werden. Durch die passive Surveillance wurden4 bestätigte Hib-Fälle bei italienischen Kindern unter 5 Jahren berichtet.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Eine Bewertung der phamakokinetischen Eigenschaften wird für Impfstoffe nicht verlangt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheit, spezifischen Toxizität, Toxizität beiwiederholter Gabe und zur Kompatibilität der Bestandteile lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Pulver mit der Hib-Komponente:
Laktose (wasserfrei)
Suspension mit der DTPa-HBV-IPV-Komponente:
Natriumchlorid (NaCl)
Medium 199 (als Stabilisator, bestehend aus Aminosäuren (enthalten Phenylalanin), Mineralsalzen(enthalten Natrium und Kalium), Vitaminen (enthalten Para-Aminobenzoesäure) und anderen
Substanzen)
Wasser für Injektionszwecke
Adjuvanzien siehe Abschnitt 2.
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
4 Jahre.
Nach der Rekonstitution wird eine umgehende Verwendung empfohlen. Eine Haltbarkeit bei
Raumtemperatur (21 °C) bis zu 8 Stunden konnte belegt werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Stabilitätsdaten zeigen, dass die Impfstoff-Komponenten bei Temperaturen bis 25 °C für 72 Stundenstabil sind. Am Ende dieser Zeitspanne muss Infanrix hexa entweder verwendet oder entsorgt werden.
Diese Daten sind nur dazu bestimmt, dem medizinischen Fachpersonal eine Anleitung beivorübergehenden Temperaturabweichungen zu geben.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Pulver in einer Durchstechflasche (Glas Typ I) mit 1 Dosis mit einem Stopfen (Butylgummi) und0,5 ml Suspension in einer Fertigspritze (Glas Typ I) mit einem Kolbenstopfen (Butylgummi) undeiner Verschlusskappe aus Gummi.
Die Verschlusskappe und der Gummi-Kolbenstopfen der Fertigspritze sowie der Stopfen der
Durchstechflasche sind aus synthetischem Gummi hergestellt.
Packungsgrößen zu 1 und 10, mit oder ohne Nadeln/Kanülen, sowie eine Bündelpackung, bestehendaus 5 Packungen mit jeweils 10 Durchstechflaschen und 10 Fertigspritzen, ohne Nadeln/Kanülen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungBei Lagerung der Fertigspritze mit der DTPa-HBV-IPV-Suspension kann sich eine klare Flüssigkeitund eine weiße Ablagerung bilden. Dies ist eine normale Beobachtung.
Die Fertigspritze ist kräftig zu schütteln, bis eine homogene trübe, weiße Suspension entsteht.
Der Impfstoff wird rekonstituiert, indem man der Durchstechflasche mit dem darin enthaltenen Pulverden gesamten Inhalt der Fertigspritze zusetzt. Vor der Verabreichung ist die Mischung gründlich zuschütteln bis das Pulver vollständig gelöst ist.
Die Trübung des rekonstituierten Impfstoffes erscheint etwas stärker als die der flüssigen Komponenteallein. Dies ist eine normale Beobachtung.
Die Impfstoff-Suspension ist vor und nach der Rekonstitution per Augenschein auf Fremdpartikelund/oder physikalische Veränderungen zu untersuchen. Falls solche Abweichungen beobachtetwerden, darf der Impfstoff nicht verabreicht werden.
Anleitung für die Handhabung der Fertigspritze
Luer-Lock-Gewindeansatz
Halten Sie die Spritze am Zylinder, nicht am Kolben.
Drehen Sie die Spritzenkappe entgegen dem
Kolben Uhrzeigersinn ab.
Zylinder
Kappe
Nadelansatz Um die Nadel anzubringen, verbinden Sie den
Nadelansatz mit dem Luer-Lock-Gewindeansatz unddrehen Sie um eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn, bisdie Nadel spürbar einrastet.
Rekonstituieren Sie den Impfstoff wie oben beschrieben.
Ziehen Sie den Spritzenkolben nicht aus dem Zylinder.
Falls dies passiert, darf der Impfstoff nicht verabreichtwerden.
EntsorgungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
GlaxoSmithKline Biologicals s.a.
Rue de l'Institut 89
B-1330 Rixensart, Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/00/152/001
EU/1/00/152/002
EU/1/00/152/005
EU/1/00/152/006
EU/1/00/152/021
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 23. Oktober 2000
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 31. August 2010
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.