Angewendet bei: chronisch-entzündliche Darmerkrankung
Art der Anwendung: Injektion
Substanz: Adalimumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L04AB04 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Tumornekrosefaktor alpha(TNF-alpha)-Inhibitoren)
Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.
Vermeiden Sie Lebendimpfstoffe während der Behandlung, wenn sie kontraindiziert sind.
Dieses Arzneimittel kann das Infektionsrisiko erhöhen.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Während der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.
Adalimumab ist ein biologisches Medikament, das zur Behandlung von autoimmunen entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt wird. Es wirkt durch die Hemmung des Tumornekrosefaktors Alpha (TNF-α), eines Proteins, das an Entzündungen beteiligt ist.
Es wird als subkutane Injektionen verabreicht, in der Regel alle zwei Wochen, abhängig von der medizinischen Indikation. Adalimumab hilft, Entzündungen zu reduzieren, Symptome zu lindern und Gelenkschäden vorzubeugen.
Nebenwirkungen können Reaktionen an der Injektionsstelle, Atemwegsinfektionen, Kopfschmerzen oder Übelkeit umfassen. In seltenen Fällen kann es das Risiko schwerer Infektionen oder bestimmter Krebsarten erhöhen.
Patienten sollten regelmäßig von ihrem Arzt überwacht werden und alle Anzeichen von Infektionen oder anderen Gesundheitsproblemen melden. Es ist kontraindiziert bei aktiven schweren Infektionen.
Idacio 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Idacio 40 mg Injektionslösung im Fertigpen
Idacio 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze
Jede Einzeldosis-Fertigspritze mit 0,8 ml enthält 40 mg Adalimumab.
Idacio 40 mg Injektionslösung im Fertigpen
Jeder Einzeldosis-Fertigpen mit 0,8 ml enthält 40 mg Adalimumab.
Adalimumab ist ein rekombinanter humaner monoklonaler Antikörper, der in Ovarialzellen des
Chinesischen Hamsters produziert wird.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung (Injektion).
Klare, farblose Lösung.
Idacio ist in Kombination mit Methotrexat indiziert zur
* Behandlung der mäßigen bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen
Patienten, die nur unzureichend auf krankheitsmodifizierende Antirheumatika, einschließlich
Methotrexat, angesprochen haben.
* Behandlung der schweren, aktiven und progressiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen,die zuvor nicht mit Methotrexat behandelt worden sind.
Idacio kann im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat, oder wenn die weitere
Behandlung mit Methotrexat nicht sinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden.
Adalimumab reduziert in Kombination mit Methotrexat das Fortschreiten der radiologischnachweisbaren strukturellen Gelenkschädigungen und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit.
Juvenile idiopathische ArthritisIdacio ist in Kombination mit Methotrexat indiziert zur Behandlung der aktiven polyartikulärenjuvenilen idiopathischen Arthritis bei Patienten ab dem Alter von 2 Jahren, die nur unzureichend aufein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) angesprochen haben. Idaciokann im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat oder, wenn die weitere Behandlung mit
Methotrexat nicht sinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden (zur Wirksamkeit bei der
Monotherapie siehe Abschnitt 5.1). Bei Patienten, die jünger als 2 Jahre sind, wurde Adalimumabnicht untersucht.
Enthesitis-assoziierte ArthritisIdacio ist zur Behandlung der aktiven Enthesitis-assoziierten Arthritis bei Patienten indiziert, die 6 Jahre undälter sind und die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen haben oder die eine
Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben (siehe Abschnitt 5.1).
Axiale SpondyloarthritisIdacio ist indiziert zur Behandlung der schweren aktiven ankylosierenden Spondylitis bei
Erwachsenen, die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen haben.
Axiale Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer ASIdacio ist indiziert zur Behandlung der schweren axialen Spondyloarthritis ohne Röntgennachweiseiner AS, aber mit objektiven Anzeichen der Entzündung durch erhöhtes CRP und/oder MRT, bei
Erwachsenen, die nur unzureichend auf nicht-steroidale Antirheumatika angesprochen haben oder beidenen eine Unverträglichkeit gegenüber diesen vorliegt.
Psoriasis-ArthritisIdacio ist indiziert zur Behandlung der aktiven und progressiven Psoriasis-Arthritis (Arthritispsoriatica) bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf eine vorherige Basistherapie angesprochenhaben. Adalimumab reduziert das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren strukturellen
Schädigungen der peripheren Gelenke bei Patienten mit polyartikulären symmetrischen Subtypen der
Erkrankung (siehe Abschnitt 5.1) und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit.
PsoriasisIdacio ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren chronischen Plaque-Psoriasis beierwachsenen Patienten, die Kandidaten für eine systemische Therapie sind.
Plaque-Psoriasis bei Kindern und JugendlichenIdacio ist indiziert zur Behandlung der schweren chronischen Plaque-Psoriasis bei Kindern und
Jugendlichen (ab dem Alter von 4 Jahren), die nur unzureichend auf eine topische Therapie und
Phototherapien angesprochen haben oder für die diese Therapien nicht geeignet sind.
Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)Idacio ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Hidradenitis suppurativa(HS) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab einem Alter von 12 Jahren, die unzureichend auf einekonventionelle systemische HS-Therapie ansprechen (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
Morbus CrohnIdacio ist indiziert zur Behandlung des mittelschweren bis schweren, aktiven Morbus Crohn beierwachsenen Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einem
Glukokortikoid und/oder einem Immunsuppressivum nicht ausreichend angesprochen haben oder dieeine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder bei denen eine solche Therapiekontraindiziert ist.
Morbus Crohn bei Kindern und JugendlichenIdacio ist indiziert zur Behandlung des mittelschweren bis schweren, aktiven Morbus Crohn bei
Kindern und Jugendlichen (ab dem Alter von 6 Jahren), die nur unzureichend auf eine konventionelle
Therapie, einschließlich primärer Ernährungstherapie und einem Glukokortikoid und/oder einem
Immunsuppressivum, angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen
Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist.
Colitis ulcerosaIdacio ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa beierwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie, einschließlich Glukokortikoide und 6-
Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA), unzureichend angesprochen haben oder die eine
Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder bei denen eine solche Therapiekontraindiziert ist.
Colitis ulcerosa bei Kindern und JugendlichenIdacio ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa bei
Kindern und Jugendlichen (ab dem Alter von 6 Jahren), die auf eine konventionelle Therapie,einschließlich Glukokortikoide und 6-Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA), unzureichendangesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder beidenen eine solche Therapie kontraindiziert ist.
UveitisIdacio ist indiziert zur Behandlung der nicht infektiösen Uveitis intermedia, Uveitis posterior und
Panuveitis bei erwachsenen Patienten, die nur unzureichend auf Kortikosteroide angesprochen haben,eine Kortikosteroid-sparende Behandlung benötigen oder für die eine Behandlung mit
Kortikosteroiden nicht geeignet ist.
Uveitis bei Kindern und JugendlichenIdacio ist indiziert zur Behandlung der chronischen nicht infektiösen Uveitis anterior bei Kindern und
Jugendlichen ab dem Alter von 2 Jahren, die unzureichend auf eine konventionelle Therapieangesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder fürdie eine konventionelle Therapie nicht geeignet ist.
Die Behandlung mit Idacio sollte von einem Facharzt mit Erfahrung in der Diagnose und Behandlungvon Krankheitszuständen, für die Idacio indiziert ist, eingeleitet und überwacht werden. Augenärztenwird angeraten, vor der Einleitung einer Idacio-Therapie einen entsprechenden Spezialisten zurate zuziehen (siehe Abschnitt 4.4). Patienten, die mit Idacio behandelt werden, sollte ein Patientenpassausgehändigt werden.
Nach einer entsprechenden Einweisung in die Injektionstechnik können Patienten Idacio selbstinjizieren, falls ihr Arzt dies für angemessen hält und medizinische Nachuntersuchungen nach Bedarferfolgen.
Während der Behandlung mit Idacio sollten andere Begleittherapien (z. B. Glukokortikoide und/oder
Immunsuppressiva) optimiert werden.
DosierungBei erwachsenen Patienten mit rheumatoider Arthritis beträgt die empfohlene Dosis von Idacio 40 mg
Adalimumab, die jede zweite Woche als Einzeldosis subkutan injiziert wird. Die Anwendung von
Methotrexat sollte während der Behandlung mit Idacio fortgesetzt werden.
Die Gabe von Glukokortikoiden, Salizylaten, nicht-steroidalen Antiphlogistika oder Analgetika kannwährend der Behandlung mit Idacio fortgesetzt werden. Bezüglich der Kombination mit anderenkrankheitsmodifizierenden Antirheumatika als Methotrexat siehe Abschnitte 4.4 und 5.1.
Einige der Patienten, die ausschließlich mit Idacio behandelt werden und nur unzureichend auf Idacio40 mg jede zweite Woche ansprechen, könnten von einer Erhöhung der Dosierung auf 40 mg
Adalimumab jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche profitieren.
Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass ein klinisches Ansprechen üblicherweise innerhalbvon 12 Behandlungswochen erreicht wird. Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem Patienten,der innerhalb dieser Zeitspanne nicht anspricht, nochmals überdacht werden.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
DosisunterbrechungEine Dosisunterbrechung kann erforderlich sein, z. B. vor einer Operation oder beim Auftreten einerschweren Infektion.
Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass nach einer Unterbrechung von 70 Tagen oder längerdie Wiederaufnahme der Adalimumab-Therapie zu der gleichen Größenordnung des klinischen
Ansprechens und einem ähnlichen Sicherheitsprofil wie vor der Dosisunterbrechung führte.
Ankylosierende Spondylitis, axiale Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS und Psoriasis-
Arthritis
Bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis, axialer Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer
AS oder bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis beträgt die empfohlene Dosis von Idacio 40 mg
Adalimumab, die jede zweite Woche als Einzeldosis subkutan injiziert wird.
Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass ein klinisches Ansprechen üblicherweise innerhalbvon 12 Behandlungswochen erreicht wird. Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem Patienten,der innerhalb dieser Zeitspanne nicht anspricht, nochmals überdacht werden.
PsoriasisDie empfohlene Dosierung von Idacio für erwachsene Patienten mit Psoriasis beträgt 80 mg
Adalimumab, subkutan als Induktionsdosis verabreicht, gefolgt von 40 mg Adalimumab subkutan jedezweite Woche, beginnend eine Woche nach der Induktionsdosis.
Bei Patienten, die 16 Wochen lang nicht auf die Therapie angesprochen haben, sollte eine
Weiterbehandlung sorgfältig geprüft werden.
Nach 16 Wochen kann bei Patienten, die unzureichend auf Idacio 40 mg jede zweite Wocheansprechen, eine Erhöhung der Dosierung auf 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche von
Nutzen sein. Bei Patienten, die auch nach Erhöhung der Dosierung unzureichend ansprechen, sollten
Nutzen und Risiko einer fortgesetzten Behandlung mit 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite
Woche sorgfältig abgewogen werden (siehe Abschnitt 5.1). Bei Erreichen eines ausreichenden
Ansprechens mit 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche kann die Dosierung anschließendauf 40 mg jede zweite Woche reduziert werden.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)Die empfohlene Dosis von Idacio für erwachsene Patienten mit Hidradenitis suppurativa (HS)beträgt anfänglich 160 mg an Tag 1 (verabreicht als vier Injektionen von 40 mg innerhalb eines
Tages oder als zwei Injektionen von 40 mg pro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen), gefolgtvon 80 mg zwei Wochen später an Tag 15 (verabreicht als zwei Injektionen von 40 mg innerhalbeines Tages). Zwei Wochen später (Tag 29) wird die Behandlung mit einer Dosis von 40 mg jede
Woche oder 80 mg jede zweite Woche (verabreicht als zwei Injektionen von 40 mg innerhalbeines Tages) fortgesetzt. Falls notwendig, kann eine Antibiotikatherapie während der Behandlungmit Idacio weitergeführt werden. Es wird empfohlen, dass die Patienten während der Behandlungmit Idacio täglich eine topische antiseptische Waschlösung an ihren HS-Läsionen anwenden.
Eine Fortsetzung der Therapie länger als 12 Wochen sollte sorgfältig abgewogen werden bei
Patienten, die innerhalb dieser Zeitspanne keine Verbesserung zeigen.
Sollte eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich sein, kann wieder mit einer Behandlung mit
Idacio 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche begonnen werden (siehe Abschnitt 5.1).
Nutzen und Risiko einer Langzeitbehandlung sollten regelmäßig beurteilt werden (siehe
Abschnitt 5.1).
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Morbus CrohnDie empfohlene Induktionsdosis für Idacio beträgt bei Erwachsenen mit mittelschwerem bisschwerem, aktivem Morbus Crohn 80 mg in Woche 0, gefolgt von 40 mg in Woche 2. Ist einschnelleres Ansprechen auf die Therapie erforderlich, kann die Dosis auf 160 mg in Woche 0(verabreicht als vier Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tages oder als zwei Injektionen von40 mg pro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen), gefolgt von 80 mg in Woche 2 (verabreicht alszwei Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tages) erhöht werden, allerdings sollte beachtet werden,dass dies das Risiko für unerwünschte Ereignisse während der Therapieeinleitung erhöht.
Nach der Induktionsbehandlung beträgt die empfohlene Dosis 40 mg als subkutane Injektion jedezweite Woche. Wenn Idacio abgesetzt wurde, kann es erneut verabreicht werden, wenn die Anzeichenund Symptome der Erkrankung wieder auftreten. Zu einer erneuten Verabreichung nach mehr als8 Wochen seit der letzten Dosis liegen nur wenige Erfahrungen vor.
Während der Erhaltungstherapie können Glukokortikoide gemäß den klinischen Empfehlungenausgeschlichen werden.
Patienten, bei deren Behandlung mit Idacio 40 mg jede zweite Woche ein Wirkverlust auftritt, könnenvon einer Erhöhung der Dosierung auf 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche profitieren.
Einige Patienten, die bis Woche 4 noch nicht auf die Therapie angesprochen haben, können von einer
Weiterführung der Erhaltungstherapie bis Woche 12 profitieren. Eine weitere Behandlung von
Patienten, die in diesem Zeitraum nicht auf die Therapie angesprochen haben, sollte sorgfältigabgewogen werden.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Colitis ulcerosaDie empfohlene Induktionsdosis für Idacio beträgt bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bisschwerer Colitis ulcerosa 160 mg in Woche 0 (verabreicht als vier Injektionen von 40 mg innerhalbeines Tages oder als zwei Injektionen von 40 mg pro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen) und80 mg in Woche 2 (verabreicht als zwei Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tages). Nach der
Induktionsbehandlung beträgt die empfohlene Dosis 40 mg als subkutane Injektion jede zweite
Woche.
Während der Erhaltungstherapie können Glukokortikoide gemäß den klinischen Empfehlungenausgeschlichen werden.
Patienten, bei deren Behandlung mit Idacio 40 mg jede zweite Woche ein Wirkverlust auftritt, könnenvon einer Erhöhung der Dosierung auf 40 mg Idacio jede Woche oder 80 mg jede zweite Wocheprofitieren.
Die vorhandenen Daten legen nahe, dass ein klinisches Ansprechen gewöhnlich innerhalb von 2 bis8 Behandlungswochen erreicht wird. Bei Patienten, die in dieser Zeit nicht ansprechen, sollte die
Behandlung mit Idacio nicht fortgesetzt werden.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
UveitisDie empfohlene Dosierung von Idacio für erwachsene Patienten mit Uveitis beträgt 80 mg als
Induktionsdosis, gefolgt von 40 mg alle zwei Wochen, beginnend eine Woche nach der
Induktionsdosis. Es liegen nur begrenzte Erfahrungen zur Einleitung einer Monotherapie mit
Adalimumab vor. Die Behandlung mit Idacio kann in Kombination mit Kortikosteroiden und/oderanderen nicht biologischen Immunsuppressiva eingeleitet werden. Eine begleitende Anwendung von
Kortikosteroiden kann gemäß gängiger klinischer Praxis ab zwei Wochen nach der Einleitung der
Behandlung mit Idacio ausgeschlichen werden.
Es wird empfohlen, Nutzen und Risiko einer Langzeitbehandlung jährlich zu beurteilen (siehe
Abschnitt 5.1).
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Besondere PatientengruppenEine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.
Nieren- und/oder LeberfunktionsstörungenAdalimumab wurde in dieser Patientengruppe nicht untersucht. Eine Dosisempfehlung kann nichtgegeben werden.
Kinder und JugendlichePolyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis ab einem Alter von 2 Jahren
Die empfohlene Dosis von Idacio wird für Patienten mit polyartikulärer juveniler idiopathischer
Arthritis ab einem Alter von 2 Jahren anhand des Körpergewichtes bestimmt (Tabelle 1). Idacio wirdjede zweite Woche subkutan injiziert.
Tabelle 1
Idacio-Dosis für Patienten mit polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis
Gewicht des Patienten Dosierungsschema10 kg bis < 30 kg 20 mg jede zweite Woche≥ 30 kg 40 mg jede zweite Woche
Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass ein klinisches Ansprechen üblicherweise innerhalbvon 12 Behandlungswochen erreicht wird. Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem Patienten,der innerhalb dieser Zeitspanne nicht anspricht, nochmals sorgfältig überdacht werden.
In dieser Indikation findet sich bei Patienten, die jünger als 2 Jahre sind, keine relevante Anwendungvon Adalimumab.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Enthesitis-assoziierte ArthritisDie empfohlene Dosis von Idacio für Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis ab einem Altervon 6 Jahren wird anhand des Körpergewichts bestimmt (Tabelle 2). Idacio wird jede zweite Wochesubkutan injiziert.
Tabelle 2
Idacio-Dosis für Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis
Gewicht des Patienten Dosierungsschema15 kg bis < 30 kg 20 mg jede zweite Woche≥ 30 kg 40 mg jede zweite Woche
Adalimumab wurde bei Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis, die jünger als 6 Jahre sind,nicht untersucht.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Psoriasis-Arthritis und axiale Spondyloarthritis, einschließlich ankylosierender SpondylitisBei Kindern findet sich in den Indikationen ankylosierende Spondylitis und Psoriasis-Arthritis keinerelevante Anwendung von Adalimumab.
Plaque-Psoriasis bei Kindern und JugendlichenDie empfohlene Idacio-Dosis wird für Patienten mit Plaque-Psoriasis im Alter von 4 bis 17 Jahrenanhand des Körpergewichts bestimmt (Tabelle 3). Idacio wird subkutan injiziert.
Tabelle 3
Idacio-Dosis für Kinder und Jugendliche mit Plaque-Psoriasis
Gewicht des Patienten Dosierungsschema15 kg bis < 30 kg Anfangsdosis von 20 mg, gefolgtvon einer Dosis von 20 mg jedezweite Woche, beginnend eine
Woche nach der Anfangsdosis≥ 30 kg Anfangsdosis von 40 mg, gefolgtvon einer Dosis von 40 mg jedezweite Woche, beginnend eine
Woche nach der Anfangsdosis
Die Fortsetzung der Therapie länger als 16 Wochen sollte bei Patienten, die innerhalb dieser
Zeitspanne nicht ansprechen, sorgfältig abgewogen werden.
Wenn die Wiederaufnahme der Therapie mit Idacio angezeigt ist, sollte bezüglich Dosis und
Behandlungsdauer die oben beschriebene Anleitung befolgt werden.
Die Sicherheit von Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Plaque-Psoriasis wurde fürdurchschnittlich 13 Monate beurteilt.
Für diese Indikation gibt es bei Kindern, die jünger als 4 Jahre sind, keine relevante Anwendung von
Adalimumab.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) bei Jugendlichen (ab 12 Jahren und mit einem Gewicht vonmindestens 30 kg)
Es gibt keine klinischen Studien mit Adalimumab bei jugendlichen Patienten mit Hidradenitissuppurativa (HS). Die Dosierung von Adalimumab bei diesen Patienten wurde inpharmakokinetischen Modellen und Simulationen bestimmt (siehe Abschnitt 5.2).
Die empfohlene Dosis von Idacio beträgt 80 mg in Woche 0, gefolgt von 40 mg jede zweite Wocheab Woche 1 als subkutane Injektion.
Bei jugendlichen Patienten, die unzureichend auf 40 mg Idacio jede zweite Woche ansprechen, kanneine Erhöhung der Dosierung auf 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche erwogen werden.
Falls notwendig, kann eine Antibiotikatherapie während der Behandlung mit Idacio weitergeführtwerden. Es wird empfohlen, dass die Patienten während der Behandlung mit Idacio täglich einetopische antiseptische Waschlösung an ihren HS-Läsionen anwenden.
Eine Fortsetzung der Therapie länger als 12 Wochen sollte sorgfältig abgewogen werden bei
Patienten, die innerhalb dieser Zeitspanne keine Verbesserung zeigen.
Sollte eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich sein, kann Idacio nach Bedarf erneut gegebenwerden.
Nutzen und Risiko einer fortgesetzten Langzeitbehandlung sollten regelmäßig beurteilt werden (siehe
Daten zu Erwachsenen in Abschnitt 5.1).
In dieser Indikation findet sich bei Kindern, die jünger als 12 Jahre sind, keine relevante Anwendungvon Adalimumab.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Morbus Crohn bei Kindern und JugendlichenDie empfohlene Dosis von Idacio für Patienten mit Morbus Crohn im Alter von 6 bis 17 Jahren wirdanhand des Körpergewichts bestimmt (Tabelle 4). Idacio wird subkutan injiziert.
Tabelle 4
Idacio-Dosis für Kinder und Jugendliche mit Morbus Crohn
Gewicht des Anfangsdosis Erhaltungsdosis,
Patienten beginnend in
Woche 4< 40 kg * 40 mg in Woche 0 und 20 mg in Woche 2 20 mg jede zweite
Woche
In Fällen, in denen ein schnelleres Ansprechen auf die
Therapie erforderlich ist, kann - unter Berücksichtigung, dassbei einer höheren Induktionsdosis auch das Risiko für
Nebenwirkungen höher sein kann - folgende Dosis angewandtwerden:
* 80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2≥ 40 kg * 80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2 40 mg jede zweite
Woche
In Fällen, in denen ein schnelleres Ansprechen auf die
Therapie erforderlich ist, kann - unter Berücksichtigung, dassbei einer höheren Induktionsdosis auch das Risiko für
Nebenwirkungen höher sein kann - folgende Dosis angewandtwerden:
* 160 mg in Woche 0 und 80 mg in Woche 2
Patienten, die unzureichend ansprechen, können unter Umständen von einer Erhöhung der Dosierungprofitieren:
* < 40 kg: 20 mg jede Woche
* ≥ 40 kg: 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche
Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem Patienten, der bis Woche 12 nicht angesprochen hat,nochmals sorgfältig überdacht werden.
In dieser Indikation findet sich bei Kindern, die jünger als 6 Jahre sind, keine relevante Anwendungvon Adalimumab.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Colitis ulcerosa bei Kindern und JugendlichenDie empfohlene Dosis von Idacio für Patienten mit Colitis ulcerosa im Alter von 6 bis 17 Jahrenwird anhand des Körpergewichts bestimmt (Tabelle 5). Idacio wird subkutan injiziert.
Tabelle 5
Idacio-Dosis für Kinder und Jugendliche mit Colitis ulcerosa
Gewicht des Anfangsdosis Erhaltungsdosis,
Patienten beginnend in
Woche 4< 40 kg * 80 mg in Woche 0 (verabreicht als zwei Injektionen von 40 40 mg jede zweitemg innerhalb eines Tages) und Woche
* 40 mg in Woche 2 (verabreicht als eine Injektion von 40 mg)≥ 40 kg * 160 mg in Woche 0 (verabreicht als vier Injektionen von 40 mg 80 mg jede zweiteinnerhalb eines Tages oder als zwei Injektionen von 40 mg pro Tag Wochean zwei aufeinanderfolgenden Tagen) und
* 80 mg in Woche 2 (verabreicht als zwei Injektionen von 40mg innerhalb eines Tages)
* Kinder, die 18 Jahre alt werden, während sie mit Idacio behandelt werden, sollten diejeweils verordnete Erhaltungsdosis beibehalten.
Die Fortsetzung der Therapie länger als 8 Wochen sollte bei Patienten, die innerhalb dieser
Zeitspanne keine Anzeichen eines Ansprechens aufweisen, sorgfältig abgewogen werden.
Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als 6 Jahresind.
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen Stärkenund/oder Darreichungsformen erhältlich sein.
Uveitis bei Kindern und JugendlichenDie empfohlene Dosis von Idacio bei Kindern und Jugendlichen mit Uveitis ab einem Alter von2 Jahren wird anhand des Körpergewichts bestimmt (Tabelle 6). Idacio wird subkutan injiziert.
Es gibt keine Erfahrungen für die Behandlung der Uveitis bei Kindern und Jugendlichen mit
Adalimumab ohne die gleichzeitige Behandlung mit Methotrexat.
Tabelle 6
Idacio-Dosis für Kinder und Jugendliche mit Uveitis
Gewicht des Patienten Dosierungsschema< 30 kg 20 mg jede zweite Woche in
Kombination mit Methotrexat≥ 30 kg 40 mg jede zweite Woche in
Kombination mit Methotrexat
Wenn mit der Idacio-Therapie begonnen wird, kann eine Woche vor Beginn der Erhaltungstherapieeine Induktionsdosis von 40 mg bei Patienten < 30 kg bzw. 80 mg bei Patienten ≥ 30 kg verabreichtwerden. Zur Anwendung einer Adalimumab-Induktionsdosis bei Kindern < 6 Jahren sind keineklinischen Daten vorhanden (siehe Abschnitt 5.2).
Für diese Indikation gibt es bei Kindern, die jünger als 2 Jahre sind, keine relevante Anwendung von
Adalimumab.
Es wird empfohlen, Nutzen und Risiko einer Langzeitbehandlung jährlich zu beurteilen (siehe
Abschnitt 5.1).
Abhängig von den individuellen Behandlungsbedürfnissen kann Idacio auch in anderen
Darreichungsformen erhältlich sein.
Art der AnwendungIdacio wird mittels subkutaner Injektion verabreicht. Die vollständige Anweisung für die
Anwendung findet sich in der Packungsbeilage.
Idacio ist auch in anderen Darreichungsformen verfügbar.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen wie Sepsis und opportunistische Infektionen(siehe Abschnitt 4.4).
Mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III/IV) (siehe Abschnitt 4.4).
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen der Name und die
Chargennummer des verabreichten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
InfektionenPatienten, die mit TNF-Antagonisten behandelt werden, sind für schwere Infektionen empfänglicher.
Eine beeinträchtigte Lungenfunktion kann das Risiko für die Entwicklung von Infektionen erhöhen.
Patienten müssen daher im Hinblick auf Infektionen, einschließlich Tuberkulose, vor, während undnach der Behandlung mit Idacio engmaschig überwacht werden. Da die Elimination von
Adalimumab bis zu vier Monate dauern kann, sollte die Überwachung über diesen Zeitraumfortgesetzt werden.
Eine Behandlung mit Idacio sollte bei Patienten mit aktiven Infektionen, einschließlich chronischeroder lokalisierter Infektionen, erst eingeleitet werden, wenn die Infektionen unter Kontrolle sind. Bei
Patienten, die Tuberkulose ausgesetzt waren und bei Patienten, die in Hochrisikogebiete von
Tuberkulose oder von endemischen Mykosen wie z. B. Histoplasmose, Kokzidioidomykose oder
Blastomykose gereist sind, müssen vor Beginn der Therapie Risiko und Vorteile einer Behandlungmit Idacio sorgfältig überdacht werden (siehe Andere opportunistische Infektionen).
Patienten, bei denen sich unter Behandlung mit Idacio eine neue Infektion entwickelt, solltenengmaschig beobachtet werden und sich einer vollständigen diagnostischen Beurteilung unterziehen.
Tritt bei einem Patienten eine schwere Infektion oder Sepsis neu auf, sollte Idacio so lange abgesetztwerden und eine geeignete antibakterielle oder antimykotische Therapie eingeleitet werden, bis die
Infektion unter Kontrolle ist. Bei Patienten mit anamnestisch bekannten rezidivierenden Infektionensowie mit Grunderkrankungen und Begleitmedikationen, die das Entstehen von Infektionenbegünstigen, darunter auch die medikamentöse Behandlung mit Immunsuppressiva, sollte die
Anwendung von Idacio durch den behandelnden Arzt mit Vorsicht abgewogen werden.
Schwere Infektionen:Schwere Infektionen, einschließlich Sepsis, aufgrund von bakteriellen, mykobakteriellen, invasiven
Pilz-, Parasiten-, viralen oder anderen opportunistischen Infektionen, wie z. B. Listeriose,
Legionellose und Pneumocystisinfektion, sind im Zusammenhang mit Adalimumab beschriebenworden.
Andere schwere Infektionen in klinischen Studien schließen Pneumonie, Pyelonephritis, septische
Arthritis und Septikämie ein. Über Hospitalisierung oder Todesfälle in Verbindung mit Infektionenwurde berichtet.
Tuberkulose:Es gab Berichte von Tuberkulose, einschließlich Reaktivierung und Tuberkuloseneuerkrankungen, bei
Patienten, die Adalimumab erhielten. Die Berichte umfassten pulmonale und extrapulmonale (d. h.disseminierte) Tuberkulosefälle.
Vor Beginn der Behandlung mit Idacio müssen alle Patienten sowohl auf aktive als auch auf inaktive('latente“) Tuberkuloseinfektionen untersucht werden. Zu dieser Untersuchung sollte eine eingehendemedizinische Anamnese des Patienten gehören. Diese sollte eine persönliche
Tuberkulosevorerkrankung, mögliche frühere Kontakte zu Personen mit aktiver Tuberkulose und einefrühere bzw. derzeitige Behandlung mit Immunsuppressiva abklären. Geeignete Screeningtests (d. h.
Tuberkulinhauttest und Röntgen-Thoraxaufnahme) sollten bei allen Patienten durchgeführt werden(nationale Empfehlungen sollten befolgt werden). Es wird empfohlen, die Durchführung und
Ergebnisse dieser Tests auf dem Patientenpass zu dokumentieren. Verschreibende Ärzte werden andas Risiko der falsch negativen Ergebnisse des Tuberkulinhauttests, insbesondere bei schwererkrankten oder immunsupprimierten Patienten, erinnert.
Wird eine aktive Tuberkulose diagnostiziert, darf die Behandlung mit Idacio nicht eingeleitet werden(siehe Abschnitt 4.3).
In allen nachstehend beschriebenen Situationen sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Idacio-
Therapie sehr sorgfältig abgewogen werden.
Bei Verdacht auf latente Tuberkulose sollte ein in der Tuberkulosebehandlung erfahrener Arztaufgesucht werden.
Wird eine latente Tuberkulose diagnostiziert, muss vor der ersten Gabe von Idacio eine geeignete
Tuberkuloseprophylaxe entsprechend den nationalen Empfehlungen begonnen werden.
Eine Tuberkuloseprophylaxe vor Beginn der Behandlung mit Idacio sollte ebenfalls bei Patientenerwogen werden, bei denen trotz negativem Tuberkulosetest mehrere oder signifikante Risikofaktorenfür Tuberkulose gegeben sind und bei Patienten mit anamnestisch bekannter latenter oder aktiver
Tuberkulose, wenn unklar ist, ob eine adäquate Behandlung durchgeführt wurde.
Trotz Tuberkuloseprophylaxe sind Fälle von Tuberkulosereaktivierung bei Patienten, die mit
Adalimumab behandelt wurden, aufgetreten. Einige Patienten, die zuvor erfolgreich gegen aktive
Tuberkulose behandelt worden waren, entwickelten unter der Behandlung mit Adalimumab erneuteine Tuberkulose.
Die Patienten sind anzuweisen, ärztlichen Rat einzuholen, falls es während oder nach der Behandlungmit Idacio zu klinischen Anzeichen/Symptomen kommt, die auf eine Tuberkuloseinfektion hinweisen(z. B. anhaltender Husten, Kräfteschwund/Gewichtsverlust, leicht erhöhte Körpertemperatur,
Teilnahmslosigkeit).
Andere opportunistische InfektionenOpportunistische Infektionen, einschließlich invasiver Pilzinfektionen, wurden bei Patientenbeobachtet, die Adalimumab erhielten. Diese Infektionen wurden nicht lückenlos bei Patientenerkannt, die TNF-Antagonisten anwendeten. Dies führte zu Verzögerungen bei der geeigneten
Therapie, manchmal mit tödlichem Ausgang.
Bei Patienten, die Anzeichen oder Symptome wie z. B. Fieber, Unwohlsein, Gewichtsverlust,
Schweißausbrüche, Husten, Atemnot und/oder Lungeninfiltrate oder eine andere schwere systemische
Erkrankung mit oder ohne gleichzeitigem Schock entwickeln, ist eine invasive Pilzinfektion zubefürchten. Die Verabreichung von Idacio muss sofort unterbrochen werden. Bei diesen Patientensollten die Diagnose und die Einleitung einer empirischen Antimykotikatherapie mit einem Arztabgesprochen werden, der in der Behandlung von Patienten mit invasiven Pilzinfektionen Erfahrunghat.
Hepatitis-B-ReaktivierungDie Reaktivierung einer Hepatitis B trat bei Patienten auf, die einen TNF-Antagonisten, einschließlich
Adalimumab, erhielten und chronische Träger dieses Virus waren (d. h. HBsAg-positiv). Einige Fällenahmen einen tödlichen Ausgang. Patienten müssen vor Beginn der Therapie mit Idacio auf eine
HBV-Infektion untersucht werden. Patienten, die positiv auf eine Hepatitis-B-Infektion getestetwurden, sollten Rücksprache mit einem Arzt halten, der Fachkenntnisse zur Behandlung von Hepatitis
B hat.
Träger von HBV, die eine Behandlung mit Idacio benötigen, müssen engmaschig auf Anzeichen und
Symptome einer aktiven HBV-Infektion sowohl während der gesamten Therapie als auch mehrere
Monate nach Beendigung der Therapie überwacht werden. Es gibt keine ausreichenden Daten zur
Vorbeugung einer HBV-Reaktivierung durch eine antivirale Therapie bei Patienten, die mit TNF-
Antagonisten behandelt werden und Träger von HBV sind. Patienten, bei denen eine HBV-
Reaktivierung auftritt, müssen Idacio absetzen, und eine effektive antivirale Therapie mit geeigneterunterstützender Behandlung muss eingeleitet werden.
Neurologische EreignisseTNF-Antagonisten, einschließlich Adalimumab, wurden in seltenen Fällen mit dem neuen Auftretenoder der Verstärkung der klinischen Symptomatik und/oder dem radiologischen Nachweis vondemyelinisierenden Erkrankungen im zentralen Nervensystem, einschließlich Multipler Sklerose und
Optikusneuritis, und demyelinisierenden Erkrankungen im peripheren Nervensystem, einschließlich
Guillain-Barré-Syndrom, in Verbindung gebracht. Die Verordnung von Idacio sollte bei Patienten mitvorbestehenden oder beginnenden demyelinisierenden Erkrankungen des ZNS oder des peripheren
Nervensystems vom verschreibenden Arzt sorgfältig abgewogen werden. Tritt eine dieser
Erkrankungen auf, sollte in Betracht gezogen werden, Idacio abzusetzen. Es besteht ein bekannter
Zusammenhang zwischen einer Uveitis intermedia und demyelinisierenden Erkrankungen des ZNS.
Patienten mit nicht infektiöser Uveitis intermedia sollten vor der Einleitung einer Idacio-Therapie undregelmäßig während der Behandlung neurologisch untersucht werden, um vorbestehende oderbeginnende demyelinisierende Erkrankungen des ZNS zu erfassen.
Allergische ReaktionenIn klinischen Studien waren schwerwiegende allergische Reaktionen in Verbindung mit Adalimumabselten. Nicht schwerwiegende allergische Reaktionen im Zusammenhang mit Adalimumab wurden inklinischen Studien gelegentlich beobachtet. Es gibt Berichte zum Auftreten von schwerwiegendenallergischen Reaktionen, einschließlich anaphylaktischer Reaktionen, nach Verabreichung von
Adalimumab. Falls eine anaphylaktische Reaktion oder andere schwerwiegende allergische
Reaktionen auftreten, sollte Idacio sofort abgesetzt und eine geeignete Behandlung eingeleitetwerden.
ImmunsuppressionIn einer Studie mit 64 Patienten mit rheumatoider Arthritis, die mit Adalimumab behandelt wurden,ergab sich kein Beleg für eine Abschwächung der Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten
Typ, für eine Abnahme der Immunglobulinkonzentration oder für Veränderungen der Zahl von
Effektor-T-, B-, NK-Zellen, Monozyten/Makrophagen und neutrophilen Granulozyten.
Maligne und lymphoproliferative ErkrankungenInnerhalb kontrollierter Phasen von klinischen Studien wurden bei Patienten unter TNF-Antagonistenim Vergleich zu Kontrollpatienten mehr Fälle von malignen Erkrankungen, einschließlich Lymphome,beobachtet. Allerdings war das Auftreten selten. In der Phase nach Markteinführung wurden Fälle von
Leukämie bei Patienten, die mit einem TNF-Antagonisten behandelt wurden, berichtet. Die
Risikoeinschätzung wird dadurch erschwert, dass bei Patienten mit langjährig bestehenderrheumatoider Arthritis und hochaktiver-entzündlicher Erkrankung ein erhöhtes Grundrisiko für
Lymphome und Leukämie besteht. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand kann ein mögliches Risikofür die Entwicklung von Lymphomen, Leukämie und anderen malignen Erkrankungen bei Patienten,die mit TNF-Antagonisten behandelt werden, nicht ausgeschlossen werden.
Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 22 Jahre), die mit TNF-Antagonisten(einschließlich Adalimumab in der Phase nach der Markteinführung) behandelt wurden(Therapieeinleitung ≤ 18 Jahre), wurden maligne Erkrankungen, von denen einige tödlich waren,berichtet. Annähernd die Hälfte der Fälle waren Lymphome. Die anderen Fälle stellten eine Vielfaltverschiedener maligner Erkrankungen dar und umfassten auch seltene maligne Erkrankungen, dieüblicherweise mit Immunsuppression in Verbindung gebracht werden. Bei Kindern und Jugendlichenkann unter der Behandlung mit TNF-Antagonisten ein Risiko für die Entwicklung maligner
Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden.
Nach Markteinführung wurden bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, seltene Fällevon hepatosplenalen T-Zell-Lymphomen beobachtet. Diese seltene Form eines T-Zell-Lymphoms hateinen sehr aggressiven Krankheitsverlauf und führt in der Regel zum Tode. Einige derhepatosplenalen T-Zell-Lymphome sind bei jungen Erwachsenen aufgetreten, die Adalimumab in
Kombination mit Azathioprin oder 6-Mercaptopurin zur Behandlung einer chronisch entzündlichen
Darmerkrankung erhielten. Ein mögliches Risiko von Adalimumab in Kombination mit Azathioprinoder 6-Mercaptopurin sollte sorgfältig geprüft werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei
Patienten, die mit Idacio behandelt werden, ein Risiko für die Entwicklung eines hepatosplenalen T-
Zell-Lymphoms besteht (siehe Abschnitt 4.8).
Es wurden keine Studien durchgeführt, in die Patienten mit einer malignen Erkrankung in der
Vorgeschichte eingeschlossen wurden oder in denen die Adalimumab-Behandlung bei Patientenfortgesetzt wurde, nachdem sich eine maligne Erkrankung entwickelte. Daher sollte zusätzliche
Vorsicht bei der Behandlung dieser Patienten mit Idacio angewandt werden (siehe Abschnitt 4.8).
Alle Patienten, insbesondere Patienten mit einer intensiven immunsuppressiven Therapie in der
Vorgeschichte oder Psoriasispatienten, die zuvor eine PUVA-Therapie erhalten haben, sollten vor undwährend der Behandlung mit Idacio auf das Vorliegen von nicht melanomartigen Hauttumorenuntersucht werden. Ebenso wurde das Auftreten von Melanomen und Merkelzellkarzinomen bei
Patienten, die mit TNF-Antagonisten, einschließlich Adalimumab, behandelt wurden, berichtet (siehe
Abschnitt 4.8).
In einer exploratorischen klinischen Studie zur Evaluierung der Anwendung eines anderen TNF-
Antagonisten, Infliximab, bei Patienten mit mäßiger bis schwerer chronisch obstruktiver
Lungenerkrankung (COPD) wurden bei mit Infliximab behandelten Patienten im Vergleich zu
Kontrollpatienten mehr maligne Erkrankungen, meistens der Lunge oder des Kopfes und Halses,berichtet. Alle Patienten waren in der Vorgeschichte starke Raucher. Daher müssen TNF-
Antagonisten bei COPD-Patienten mit Vorsicht angewendet werden, ebenso bei Patienten miterhöhtem Risiko für maligne Erkrankungen als Folge starken Rauchens.
Nach der aktuellen Datenlage ist nicht bekannt, ob eine Adalimumab-Behandlung das Risiko für die
Entwicklung von Dysplasien oder kolorektalen Karzinomen beeinflusst. Alle Patienten mit Colitisulcerosa, die ein erhöhtes Risiko für Dysplasien oder kolorektales Karzinom haben (z. B. Patientenmit lange bestehender Colitis ulcerosa oder primär sklerosierender Cholangitis), oder die eine
Vorgeschichte für Dysplasie oder kolorektales Karzinom hatten, sollten vor der Therapie undwährend des Krankheitsverlaufs in regelmäßigen Intervallen auf Dysplasien untersucht werden. Die
Untersuchung sollte Koloskopie und Biopsien entsprechend der nationalen Empfehlungen umfassen.
Hämatologische ReaktionenIm Zusammenhang mit TNF-Antagonisten wurde in seltenen Fällen über das Auftreten von
Panzytopenie, einschließlich aplastischer Anämie, berichtet. Unerwünschte Ereignisse desblutbildenden Systems, einschließlich medizinisch signifikanter Zytopenie (z. B. Thrombozytopenie,
Leukopenie), wurden unter Adalimumab berichtet. Alle Patienten sollten darauf hingewiesen werden,dass sie sofort einen Arzt aufsuchen sollten, wenn sie unter der Idacio-Therapie Anzeichen und
Symptome entwickeln, die auf eine Blutdyskrasie hindeuten (z. B. anhaltendes Fieber, Blutergüsse,
Blutung, Blässe). Bei Patienten mit bestätigten signifikanten hämatologischen Abnormalitäten sollteeine Unterbrechung der Idacio-Therapie in Betracht gezogen werden.
ImpfungenVergleichbare Antikörperantworten auf einen 23-valenten Standardpneumokokkenimpfstoff und einentrivalenten Influenzaimpfstoff wurden in einer Studie bei 226 Erwachsenen mit rheumatoider
Arthritis, die mit Adalimumab oder Placebo behandelt wurden, beobachtet. Es liegen keine Datenüber eine sekundäre Infektionsübertragung durch Lebendimpfstoffe bei Patienten vor, die
Adalimumab erhielten.
Bei pädiatrischen Patienten wird empfohlen, nach Möglichkeit vor Therapiebeginn mit Adalimumaballe Immunisierungen in Übereinstimmung mit den gegenwärtigen Richtlinien auf den aktuellen Standzu bringen.
Patienten können gleichzeitig zur Adalimumab-Therapie Impfungen erhalten, mit Ausnahme von
Lebendimpfstoffen. Es wird empfohlen, Säuglinge, die in utero Adalimumab ausgesetzt waren, nichtvor Ablauf von 5 Monaten nach der letzten Gabe von Adalimumab bei der Mutter während der
Schwangerschaft mit Lebendimpfstoffen (z. B. BCG-Vakzine) zu impfen.
Dekompensierte HerzinsuffizienzIn einer klinischen Studie mit einem anderen TNF-Antagonisten wurden eine Verschlechterung einerdekompensierten Herzinsuffizienz sowie eine Erhöhung der damit einhergehenden Mortalitätbeobachtet. Bei mit Adalimumab behandelten Patienten wurden ebenfalls Fälle einer
Verschlechterung einer dekompensierten Herzinsuffizienz berichtet. Idacio sollte bei Patienten mitleichter Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse I/II) mit Vorsicht eingesetzt werden. Idacio darf nicht beimäßiger bis schwerer Herzinsuffizienz angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3). Die Behandlung mit
Idacio muss bei Patienten, die neue oder sich verschlechternde Symptome einer dekompensierten
Herzinsuffizienz entwickeln, abgesetzt werden.
AutoimmunprozesseDie Behandlung mit Idacio kann zur Bildung von Autoantikörpern führen. Der Einfluss einer
Langzeitbehandlung mit Adalimumab auf die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen ist nichtbekannt. Entwickelt ein Patient nach der Behandlung mit Idacio Symptome, die auf ein lupusähnliches
Syndrom hindeuten und wird positiv auf Antikörper gegen doppelsträngige DNA getestet, darf die
Behandlung mit Idacio nicht weitergeführt werden (siehe Abschnitt 4.8).
Gleichzeitige Anwendung von biologischen DMARDs oder TNF-AntagonistenIn klinischen Studien wurden bei gleichzeitiger Anwendung von Anakinra und einem anderen TNF-
Antagonisten, Etanercept, schwere Infektionen beobachtet, während die Kombinationstherapie im
Vergleich zur Etanercept-Monotherapie keinen zusätzlichen klinischen Nutzen aufwies. Aufgrund der
Art der unerwünschten Ereignisse, die unter der Kombinationstherapie mit Etanercept und Anakinrabeobachtet wurden, könnten ähnliche Toxizitäten auch aus der Kombination von Anakinra undanderen TNF-Antagonisten resultieren. Daher wird die Kombination von Adalimumab und Anakinranicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Anwendung von Adalimumab mit anderen biologischen DMARDs (z. B. Anakinraund Abatacept) oder anderen TNF-Antagonisten wird aufgrund des möglichen erhöhten
Infektionsrisikos und anderer möglicher pharmakologischer Interaktionen nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.5).
OperationenEs liegen begrenzte Erfahrungen hinsichtlich der Sicherheit von Adalimumab im Rahmen vonoperativen Eingriffen vor. Bei der Planung von operativen Eingriffen sollte die lange Halbwertszeitvon Adalimumab berücksichtigt werden. Patienten, die während der Therapie mit Idacio operiertwerden, sollten im Hinblick auf Infektionen engmaschig überwacht und geeignete Maßnahmenergriffen werden. Es liegen begrenzte Erfahrungen hinsichtlich der Sicherheit von Adalimumab im
Rahmen von Gelenkersatzoperationen vor.
DünndarmstenoseEin unzureichendes Ansprechen auf die Behandlung bei Morbus Crohn kann ein Hinweis für einefibrotische Stenose sein, die gegebenenfalls chirurgisch behandelt werden sollte. Nach denverfügbaren Daten scheint Adalimumab eine Stenose weder zu verschlimmern noch zu verursachen.
Ältere PatientenDie Häufigkeit von schweren Infektionen war bei mit Adalimumab behandelten Patienten über65 Jahren höher (3,7 %) als bei solchen unter 65 Jahren (1,5 %). Einige nahmen einen tödlichen
Verlauf. Bei der Behandlung älterer Patienten sollte auf das Risiko von Infektionen besondersgeachtet werden.
Kinder und JugendlicheZu Impfungen siehe oben.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 0,8 ml Dosis, das heißt, es istnahezu ‚natriumfrei‘.
Adalimumab wurde bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, polyartikulärer juveniler idiopathischer
Arthritis und Psoriasis-Arthritis sowohl als Monotherapie als auch in der Kombination mit
Methotrexat untersucht. Die Bildung von Antikörpern war bei gleichzeitiger Anwendung von
Adalimumab und Methotrexat niedriger als unter Monotherapie. Die Anwendung von Adalimumabohne Methotrexat führte zu einer gesteigerten Bildung von Antikörpern, einer erhöhten Clearanceund einer verminderten Wirksamkeit von Adalimumab (siehe Abschnitt 5.1).
Die Kombination von Idacio und Anakinra wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4'Gleichzeitige Anwendung von biologischen DMARDs oder TNF-Antagonisten“).
Die Kombination von Idacio und Abatacept wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4'Gleichzeitige Anwendung von biologischen DMARDs oder TNF-Antagonisten“).
Frauen im gebärfähigen Alter sollten zur Vermeidung einer Schwangerschaft geeignete
Empfängnisverhütungsmethoden in Erwägung ziehen und diese für mindestens fünf Monate nach derletzten Gabe von Idacio fortführen.
SchwangerschaftDie Auswertung einer großen Anzahl (etwa 2.100) prospektiv erfasster Schwangerschaften mit
Exposition gegenüber Adalimumab und mit Lebendgeburten mit bekanntem Ausgang deutete nichtauf eine erhöhte Rate von Missbildungen bei Neugeborenen hin. Bei über 1.500 dieser
Schwangerschaften fand die Exposition während des ersten Trimesters statt.
Folgende Probanden wurden in eine prospektive Kohortenstudie eingeschlossen: 257 Frauen mitrheumatoider Arthritis (RA) oder Morbus Crohn (MC), die mindestens während des ersten Trimestersmit Adalimumab behandelt wurden, sowie 120 Frauen mit RA oder MC, die nicht mit Adalimumabbehandelt wurden. Der primäre Endpunkt war die Prävalenz schwerwiegender Geburtsfehler. Der
Anteil an Schwangerschaften mit mindestens einem lebend geborenen Kind, das einenschwerwiegenden Geburtsfehler hatte, betrug 6/69 (8,7 %) bei mit Adalimumab behandelten
Patientinnen mit RA, 5/74 (6,8 %) bei unbehandelten Frauen mit RA (nicht bereinigte OR 1,31, 95 %
CI 0,38 - 4,52); 16/152 (10,5 %) bei mit Adalimumab behandelten Patientinnen mit MC und 3/32(9,4 %) bei unbehandelten Frauen mit MC (nicht bereinigte OR 1,14, 95 % CI 0,31 - 4,16). Diebereinigte OR (die Unterschiede bei Baseline miteinbezieht) betrug für RA und MC zusammeninsgesamt 1,10 (95 % CI: 0,45 - 2,73). Es gab keine eindeutigen Unterschiede zwischen den mit
Adalimumab behandelten und den nicht mit Adalimumab behandelten Frauen im Hinblick auf diesekundären Endpunkte Spontanaborte, geringfügige Geburtsfehler, Frühgeburten, Geburtsgröße undschwerwiegende oder opportunistische Infektionen. Es wurden keine Totgeburten oder maligne
Erkrankungen berichtet. Die Auswertung der Daten kann durch die methodologischen
Einschränkungen der Registerstudie beeinflusst sein, darunter eine kleine Fallzahl und ein nichtrandomisiertes Design.
Eine Studie zur Entwicklungstoxizität an Affen ergab keine Hinweise auf eine maternale Toxizität,
Embryotoxizität oder Teratogenität. Präklinische Daten zur postnatalen Toxizität von Adalimumabliegen nicht vor (siehe Abschnitt 5.3).
Bei Anwendung von Adalimumab während der Schwangerschaft könnten wegen der TNF-α-
Hemmung die normalen Immunreaktionen des Neugeborenen beeinflusst werden. Adalimumab solltewährend einer Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.
Wenn Mütter während der Schwangerschaft mit Adalimumab behandelt wurden, gelangt Adalimumabmöglicherweise über die Plazenta in das Serum von Säuglingen. Infolgedessen haben diese Säuglingeeventuell ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen (z. B. BCG-
Vakzine) an Säuglinge, die in utero Adalimumab ausgesetzt waren, ist für 5 Monate nach der letzten
Gabe von Adalimumab bei der Mutter während der Schwangerschaft nicht empfohlen.
StillzeitEingeschränkte Informationen aus der veröffentlichten Literatur lassen darauf schließen, dass
Adalimumab in sehr geringer Konzentration (zwischen 0,1 - 1 % des Serumspiegels der Mutter) indie Muttermilch übergeht. Bei oraler Anwendung durchlaufen Proteine des Typs Immunglobulin Geine intestinale Proteolyse und weisen eine schlechte Bioverfügbarkeit auf. Es werden keine
Auswirkungen auf die gestillten Neugeborenen/Säuglinge erwartet. Folglich kann Idacio während der
Stillzeit angewendet werden.
FertilitätPräklinische Daten zu Auswirkungen von Adalimumab auf die Fertilität liegen nicht vor.
Idacio kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen haben. Es können nach Verabreichung von Idacio Schwindel und eine
Beeinträchtigung des Sehvermögens auftreten (siehe Abschnitt 4.8).
Adalimumab wurde bei 9.506 Patienten in kontrollierten Zulassungsstudien und offenen
Erweiterungsstudien über einen Zeitraum von bis zu 60 Monaten oder länger untersucht. Diese
Studien umfassten Patienten mit kurz und langjährig bestehender rheumatoider Arthritis, mit juvenileridiopathischer Arthritis (polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis und Enthesitis-assoziierter
Arthritis) sowie Patienten mit axialer Spondyloarthritis (ankylosierender Spondylitis und axialer
Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS), mit Psoriasis-Arthritis, Morbus Crohn, Colitisulcerosa, Psoriasis, Hidradenitis suppurativa oder Uveitis. Die pivotalen kontrollierten Studienumfassten 6.089 mit Adalimumab behandelte Patienten und 3.801 Patienten, die während derkontrollierten Studienphase Placebo oder eine aktive Vergleichssubstanz erhielten.
Der Anteil der Patienten, die die Behandlung während der doppelblinden, kontrollierten Phase derpivotalen Studien aufgrund unerwünschter Ereignisse abbrachen, betrug 5,9 % in der Adalimumab-
Gruppe und 5,4 % in der Kontrollgruppe.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Infektionen (wie z. B. Nasopharyngitis, Infektionim oberen Respirationstrakt und Sinusitis), Reaktionen an der Injektionsstelle (Erytheme, Juckreiz,
Hämorrhagien, Schmerzen oder Schwellungen), Kopfschmerzen und muskuloskelettale Schmerzen.
Es wurden für Adalimumab schwerwiegende Nebenwirkungen berichtet. TNF-Antagonisten, wiez. B. Adalimumab, beeinflussen das Immunsystem, und ihre Anwendung kann die körpereigene
Abwehr gegen Infektionen und Krebs beeinflussen.
Tödlich verlaufende und lebensbedrohende Infektionen (einschließlich Sepsis, opportunistischer
Infektionen und TB), HBV-Reaktivierung und verschiedene maligne Erkrankungen (einschließlich
Leukämie, Lymphome und HSTCL) sind auch unter der Anwendung von Adalimumab berichtetworden.
Schwerwiegende hämatologische, neurologische und Autoimmunreaktionen sind ebenfalls berichtetworden. Diese umfassen seltene Berichte zu Panzytopenie, aplastischer Anämie, zentralen undperipheren Demyelinisierungen und Berichte zu Lupus, lupusähnlichen Zuständen und Stevens-
Johnson-Syndrom.
Kinder und JugendlicheIm Allgemeinen waren die bei pädiatrischen Patienten beobachteten unerwünschten Ereignissebezüglich Häufigkeit und Art ähnlich denjenigen, die bei erwachsenen Patienten beobachtet wurden.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgende Auflistung von Nebenwirkungen basiert auf der Erfahrung aus klinischen Studien undauf der Erfahrung nach der Markteinführung und ist in der Tabelle 7 nach Systemorganklasse und
Häufigkeit dargestellt: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000 bis< 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Es wurde die größte bei denverschiedenen Indikationen beobachtete Häufigkeit berücksichtigt. Ein Asterisk (*) weist in der
Spalte 'Systemorganklasse“ (SOC) darauf hin, ob in anderen Abschnitten (4.3, pct. 4.4 und 4.8) weitere
Informationen zu finden sind.
Tabelle 7
Unerwünschte Wirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Infektionen und parasitäre Sehr häufig Infektionen des Respirationstraktes
Erkrankungen* (einschließlich des unteren und oberen
Respirationstraktes, Pneumonie, Sinusitis,
Pharyngitis, Nasopharyngitis und virale
Herpespneumonie)
Häufig systemische Infektionen (einschließlich
Sepsis, Candidiasis und Influenza),intestinale Infektionen (einschließlich viraler
Gastroenteritis),
Haut- und Weichteilinfektionen(einschließlich Paronychie,
Zellgewebsentzündung, Impetigo,nekrotisierender Fasciitis und Herpes zoster),
Ohrinfektionen,
Mundinfektionen (einschließlich Herpessimplex, Mundherpes und Zahninfektionen),
Genitaltraktinfektionen (einschließlichvulvovaginaler Pilzinfektion),
Harnwegsinfektionen (einschließlich
Pyelonephritis),
Pilzinfektionen,
Gelenkinfektionen
Gelegentlich neurologische Infektionen (einschließlichviraler Meningitis),opportunistische Infektionen und
Tuberkulose (einschließlich
Kokzidioidomykose, Histoplasmose undkomplexe Infektion durch Mycobacteriumavium),bakterielle Infektionen,
Augeninfektionen,
Divertikulitis1)
Gutartige, bösartige und Häufig Hautkrebs außer Melanom (einschließlichunspezifische Basalzellkarzinom und
Neubildungen Plattenepithelkarzinom),gutartiges Neoplasma
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen(einschließlich Zysten und Gelegentlich Lymphom**,
Polypen)* solide Organtumoren (einschließlich
Brustkrebs, Lungentumor und
Schilddrüsentumor),
Melanom**
Selten Leukämie1)
Nicht bekannt hepatosplenales T-Zell-Lymphom1),
Merkelzellkarzinom (neuroendokrines
Karzinom der Haut)1), Kaposi-Sarkom
Erkrankungen des Blutes Sehr häufig Leukopenie (einschließlich Neutropenie undund des Lymphsystems* Agranulozytose),
AnämieHäufig Leukozytose,
ThrombozytopenieGelegentlich idiopathische thrombozytopenische Purpura
Selten Panzytopenie
Erkrankungen des Häufig Überempfindlichkeit,
Immunsystems* Allergien (einschließlich durch Jahreszeitenbedingte Allergie)
Gelegentlich Sarkoidose1),
Vaskulitis
Selten Anaphylaxie1)
Stoffwechsel- und Sehr häufig erhöhte Blutfettwerte
Ernährungsstörungen
Häufig Hypokaliämie,erhöhte Harnsäurewerte,abweichende Natriumwerte im
Blut,
Hypokalzämie,
Hyperglykämie,
Hypophosphatämie,
Dehydratation
Psychiatrische Häufig Stimmungsschwankungen (einschließlich
Erkrankungen Depression),
Ängstlichkeit,
Schlaflosigkeitd
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Erkrankungen des Sehr häufig Kopfschmerzen
Nervensystems*
Häufig Parästhesien (einschließlich Hypästhesie),
Migräne,
Nervenwurzelkompression
Gelegentlich Zerebrovaskuläre Zwischenfälle1),
Tremor,
Neuropathie
Selten Multiple Sklerose,demyelinisierende Erkrankungen (z. B.
Optikusneuritis, Guillain-Barré-Syndrom)1)
Augenerkrankungen Häufig eingeschränktes Sehvermögen,
Konjunktivitis,
Blepharitis,
Anschwellen des Auges
Gelegentlich Doppeltsehen
Erkrankungen des Ohres Häufig Schwindelund des Labyrinths
Gelegentlich Taubheit,
Tinnitus
Herzerkrankungen* Häufig Tachykardie
Gelegentlich Myokardinfarkt1),
Arrhythmie,dekompensierte Herzinsuffizienz
Selten Herzstillstand
Gefäßerkrankungen Häufig Hypertonie,
Hitzegefühl,
Hämatom
Gelegentlich Aortenaneurysma,arterieller Gefäßverschluss,
Thrombophlebitis
Erkrankungen der Häufig Asthma,
Atemwege, des Dyspnoe,
Brustraumes und
Husten
Mediastinums*
Gelegentlich Lungenembolie1),interstitielle Lungenerkrankung,
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungenchronisch-obstruktive Lungenerkrankung,
Pneumonitis,
Pleuraerguss1)
Selten Lungenfibrose1)
Erkrankungen des Sehr häufig Abdominalschmerzen,
Gastrointestinaltraktes Übelkeit und Erbrechen
Häufig Blutungen im Gastrointestinaltrakt,
Dyspepsie,gastroösophageale Refluxkrankheit,
Sicca-Syndrom
Gelegentlich Pankreatitis,
Dysphagie,
Gesichtsödeme
Selten Darmwandperforation1)
Leber- und Sehr häufig Erhöhung der Leberenzyme
Gallenerkrankungen*
Gelegentlich Cholecystitis und Cholelithiasis,
Fettleber,erhöhte Bilirubinwerte
Selten Hepatitis,
Reaktivierung einer Hepatitis B1),
Autoimmunhepatitis1)
Nicht bekannt Leberversagen1)
Erkrankungen der Haut und Sehr häufig Hautausschlag (einschließlich schuppenderdes Unterhautzellgewebes Hautausschlag)
Häufig Verschlechterung oder neuer Ausbruch von
Psoriasis (einschließlich palmoplantarerpustulöser Psoriasis)1),
Urtikaria,
Blutergüsse (einschließlich Purpura),
Dermatitis (einschließlich Ekzem),
Onychoclasis (Brechen der Nägel),
Hyperhidrose,
Alopezie1),
PruritusGelegentlich nächtliches Schwitzen,
Narbenbildung
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Selten Erythema multiforme1),
Stevens-Johnson-Syndrom1),
Angioödem1),kutane Vaskulitis1),lichenoide Hautreaktion1)
Nicht bekannt Verschlechterung der Symptome einer
Dermatomyositis1)
Skelettmuskulatur-, Sehr häufig muskuloskelettale Schmerzen
Bindegewebs- und
Knochenerkrankungen Häufig Muskelkrämpfe (einschließlich Erhöhung der
Blut-Kreatinphosphokinase)
Gelegentlich Rhabdomyolyse,systemischer Lupus erythematodes
Selten lupusähnliches Syndrom1)
Erkrankungen der Nieren Häufig eingeschränkte Nierenfunktion,und Harnwege Hämaturie
Gelegentlich Nykturie
Erkrankungen der Gelegentlich Erektile Dysfunktion
Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Allgemeine Erkrankungen Sehr häufig Reaktion an der Injektionsstelleund Beschwerden am (einschließlich Erytheme an der
Verabreichungsort* Injektionsstelle)
Häufig Brustschmerzen,
Ödeme,
Fieber1)
Nicht bekannt Entzündung
Untersuchungen* Häufig Koagulations- und Blutungsstörungen(einschließlich Verlängerung der partiellen
Thromboplastinzeit),positiver Nachweis von Autoantikörpern(einschließlich doppelsträngiger DNA-
Antikörper),erhöhte Blutwerte für Lactatdehydrogenase
Nicht bekannt Gewichtszunahme 2)
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Verletzung, Vergiftung und Häufig beeinträchtigte Wundheilungdurch Eingriffe bedingte
Komplikationen
* Weitere Information findet sich in den Abschnitten pct. 4.3, pct. 4.4 und 4.8.
** einschließlich offener Fortsetzungsstudien1) einschließlich Daten aus Spontanmeldungen2) Die mittlere Gewichtszunahme ab der Baseline betrug über einen Behandlungszeitraum von 4-6 Monatenbei Adalimumab 0,3 kg bis 1,0 kg bei allen Indikationen für Erwachsene im Vergleich zu (minus) -0,4 kg bis(plus) 0,4 kg bei Placebo. Es wurde in Langzeit-Erweiterungsstudien bei einer mittleren Exposition von etwa1-2 Jahren ohne Kontrollgruppe auch eine Gewichtszunahme von 5-6 kg beobachtet, insbesondere bei
Patienten mit Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa. Der Mechanismus hinter dieser Wirkung ist unklar, könnteaber mit der antiinflammatorischen Wirkung von Adalimumab zusammenhängen.
Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)Das Sicherheitsprofil bei Patienten mit HS, die wöchentlich mit Adalimumab behandelt wurden,entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil von Adalimumab.
UveitisDas Sicherheitsprofil bei Patienten mit Uveitis, die alle zwei Wochen mit Adalimumab behandeltwurden, entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil von Adalimumab.
Beschreibung von definierten NebenwirkungenIn den pivotalen kontrollierten Studien bei Erwachsenen und Kindern entwickelten 12,9 % der mit
Adalimumab behandelten Patienten Reaktionen an der Injektionsstelle (Erytheme und/oder Juckreiz,
Hämorrhagien, Schmerzen oder Schwellungen) im Vergleich zu 7,2 % der Patienten unter Placebooder aktiver Vergleichssubstanz. Die Reaktionen an der Injektionsstelle machten im Allgemeinen kein
Absetzen des Arzneimittels erforderlich.
InfektionenIn den pivotalen kontrollierten Studien bei Erwachsenen und Kindern betrug die Infektionsrate beiden mit Adalimumab behandelten Patienten 1,51 pro Patientenjahr und bei den Patienten unter
Placebo und aktiver Kontrolle 1,46 pro Patientenjahr. Die Infektionen beinhalteten primär
Nasopharyngitis, Infektionen der oberen Atemwege und Sinusitis. Die meisten Patienten setzten die
Behandlung mit Adalimumab nach Abheilen der Infektion fort.
Die Inzidenz schwerer Infektionen lag in der Adalimumab-Gruppe bei 0,04 pro Patientenjahr und inder Placebo- und aktiven Kontrollgruppe bei 0,03 pro Patientenjahr.
In kontrollierten und offenen Studien mit Adalimumab bei Erwachsenen und Kindern wurdenschwerwiegende Infektionen (darunter in seltenen Fällen tödlich verlaufende Infektionen),einschließlich Fälle von Tuberkulose (darunter miliare und extrapulmonale Lokalisationen), undinvasive opportunistische Infektionen (z. B. disseminierte oder extrapulmonale Histoplasmose,
Blastomykose, Kokzidioidomykose, Pneumocystisinfektion, Candidiasis (Soor), Aspergillose und
Listeriose) berichtet. Die meisten Fälle von Tuberkulose traten innerhalb der ersten 8 Monate nach
Beginn der Therapie auf und können die Reaktivierung einer latent bestehenden Erkrankungdarstellen.
Maligne und lymphoproliferative ErkrankungenWährend der Studien mit Adalimumab bei Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis(polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis und Enthesitis-assoziierter Arthritis) wurden bei249 pädiatrischen Patienten mit einer Exposition von 655,6 Patientenjahren keine malignen
Erkrankungen beobachtet. Außerdem wurden bei 192 pädiatrischen Patienten mit einer Exposition von498,1 Patientenjahren während klinischer Studien mit Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit
Morbus Crohn keine malignen Erkrankungen beobachtet. In einer Adalimumab-Studie zu chronischer
Plaque-Psoriasis an pädiatrischen Patienten wurden bei 77 pädiatrischen Patienten mit einer Expositionvon 80,0 Patientenjahren keine malignen Erkrankungen beobachtet.
Während einer Studie mit Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Colitis ulcerosa wurden bei93 Kindern und Jugendlichen mit einer Exposition von 65,3 Patientenjahren keine malignen
Erkrankungen beobachtet.
Während einer Studie mit Adalimumab bei pädiatrischen Patienten mit Uveitis wurden bei60 pädiatrischen Patienten mit einer Exposition von 58,4 Patientenjahren keine malignen Erkrankungenbeobachtet.
Während der kontrollierten Phasen der pivotalen klinischen Studien an Erwachsenen mit
Adalimumab, die mindestens zwölf Wochen bei Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiverrheumatoider Arthritis, ankylosierender Spondylitis, axialer Spondyloarthritis ohne Röntgennachweiseiner AS, Psoriasis-Arthritis, Psoriasis, Hidradenitis suppurativa, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder
Uveitis durchgeführt wurden, wurden maligne Erkrankungen, die keine Lymphome oder nichtmelanomartige Hauttumoren waren, beobachtet. Die Rate (95 % Konfidenzintervall) betrug 6,8 (4,4;10,5) pro 1.000 Patientenjahre bei 5.291 mit Adalimumab behandelten Patienten gegenüber einer Ratevon 6,3 (3,4; 11,8) pro 1.000 Patientenjahre bei 3.444 Kontrollpatienten (die mediane
Behandlungsdauer betrug 4,0 Monate bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden und3,8 Monate bei Patienten in der Kontrollgruppe). Die Rate (95 % Konfidenzintervall) nichtmelanomartiger Hauttumoren betrug 8,8 (6,0; 13,0) pro 1.000 Patientenjahre bei den mit Adalimumabbehandelten Patienten und 3,2 (1,3; 7,6) pro 1.000 Patientenjahre bei Kontrollpatienten. Bei diesen
Hauttumoren traten Plattenepithelkarzinome mit einer Rate (95 % Konfidenzintervall) von 2,7 (1,4;5,4) pro 1.000 Patientenjahre bei mit Adalimumab behandelten Patienten auf und 0,6 (0,1; 4,5)pro 1.000 Patientenjahre bei Kontrollpatienten. Die Rate (95 % Konfidenzintervall) für Lymphomebetrug 0,7 (0,2; 2,7) pro 1.000 Patientenjahre bei mit Adalimumab behandelten Patienten und 0,6 (0,1;4,5) pro 1.000 Patientenjahre bei Kontrollpatienten.
Fasst man die kontrollierten Phasen dieser Studien und die noch andauernden und abgeschlossenenoffenen Fortsetzungsstudien mit einer medianen Therapiedauer von annähernd 3,3 Jahren, 6.427eingeschlossenen Patienten und über 26.439 Patientenjahren zusammen, beträgt die beobachtete Ratemaligner Erkrankungen, die keine Lymphome oder nicht melanomartige Hauttumoren waren,ungefähr 8,5 pro 1.000 Patientenjahre. Die beobachtete Rate nicht melanomartiger Hauttumorenbeträgt annähernd 9,6 pro 1.000 Patientenjahre, und die beobachtete Rate für Lymphome beträgtannähernd 1,3 pro 1.000 Patientenjahre.
In der Zeit nach Markteinführung seit Januar 2003 bis Dezember 2010, vorwiegend aus Erfahrungenbei Patienten mit rheumatoider Arthritis, beträgt die gemeldete Rate maligner Erkrankungenannähernd 2,7 pro 1.000 Patientenjahre mit Behandlung. Für nicht melanomartige Hauttumoren undfür Lymphome wurden Raten von annähernd 0,2 bzw. 0,3 pro 1.000 Patientenjahre mit Behandlunggemeldet (siehe Abschnitt 4.4).
Nach Markteinführung wurden bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, seltene Fällevon hepatosplenalen T-Zell-Lymphomen berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
AutoantikörperIn den Studien I - V bei rheumatoider Arthritis wurden zu mehreren Zeitpunkten Serumproben von
Patienten auf Autoantikörper untersucht. Von denjenigen Patienten, die in diesen Studien bei
Behandlungsbeginn negative Titer für antinukleäre Antikörper hatten, wiesen 11,9 % der mit
Adalimumab behandelten Patienten und 8,1 % der Patienten unter Placebo und aktiver Kontrolle in
Woche 24 positive Titer auf. Zwei von 3.441 mit Adalimumab behandelten Patienten in allen Studienbei rheumatoider Arthritis und Psoriasis-Arthritis entwickelten klinische Anzeichen eines erstmaligauftretenden lupusähnlichen Syndroms. Nach Absetzen der Behandlung erholten sich die Patienten.
Lupusnephritis oder zentralnervöse Symptome traten bei keinem der Patienten auf.
Hepatobiliäre EreignisseIn den kontrollierten klinischen Phase-III-Studien zu Adalimumab bei Patienten mit rheumatoider
Arthritis bzw. Psoriasis-Arthritis ergaben sich in einem Überwachungszeitraum von 4 bis104 Wochen Erhöhungen der ALT-Werte um ≥ 3 x ULN (oberer Normbereich) bei 3,7 % der mit
Adalimumab behandelten Patienten und bei 1,6 % der Patienten der Kontrollgruppe.
In den kontrollierten klinischen Phase-III-Studien von Adalimumab ergaben sich bei Patienten mitpolyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis, die zwischen 4 und 17 Jahre alt waren, und bei
Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis, die zwischen 6 und 17 Jahre alt waren, Erhöhungen der
ALT-Werte um ≥ 3 x ULN bei 6,1 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 1,3 % der
Patienten der Kontrollgruppe. Die meisten ALT-Erhöhungen traten bei gleichzeitiger Anwendung von
Methotrexat auf. In der Phase-III-Studie von Adalimumab kamen keine ALT-Erhöhungen ≥ 3 x ULNbei Patienten mit polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis vor, die zwischen 2 und < 4 Jahrealt waren.
In den kontrollierten klinischen Phase-III-Studien zu Adalimumab bei Patienten mit Morbus Crohnbzw. Colitis ulcerosa ergaben sich in einem Überwachungszeitraum von 4 bis 52 Wochen Erhöhungender ALT-Werte um ≥ 3 x ULN bei 0,9 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 0,9 %der Patienten der Kontrollgruppe.
In der klinischen Phase-III-Studie zu Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Morbus Crohnwurden Wirksamkeit und Sicherheit von zwei körpergewichtsadaptierten remissionserhaltenden
Therapien nach erfolgter körpergewichtsadaptierter Induktionstherapie über 52 Behandlungswochenuntersucht. Es ergaben sich Erhöhungen der ALT-Werte ≥ 3 x ULN bei 2,6 % (5 von 192) der
Patienten. 4 der Patienten erhielten zu Therapiebeginn begleitend Immunsuppressiva.
In den kontrollierten klinischen Phase-III-Studien zu Adalimumab bei Patienten mit Plaque-Psoriasisergaben sich in einem Überwachungszeitraum von 12 bis 24 Wochen Erhöhungen der ALT-Werte um≥ 3 x ULN bei 1,8 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 1,8 % der Patienten der
Kontrollgruppe.
In der Phase-III-Studie von Adalimumab bei pädiatrischen Patienten mit Plaque-Psoriasis kam es zukeinen ALT-Erhöhungen ≥ 3 x ULN.
In kontrollierten Studien zu Adalimumab (Anfangsdosen von 160 mg in Woche 0 und 80 mg in
Woche 2, gefolgt von 40 mg wöchentlich ab Woche 4) bei Patienten mit Hidradenitis suppurativaergaben sich in einem Überwachungszeitraum von 12 bis 16 Wochen ALT-Erhöhungen um≥ 3 x ULN bei 0,3 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 0,6 % der Patienten der
Kontrollgruppe.
In kontrollierten Studien zu Adalimumab (Anfangsdosen von 80 mg in Woche 0, gefolgt von 40 mgalle zwei Wochen ab Woche 1) bei erwachsenen Patienten mit Uveitis ergaben sich in einem
Überwachungszeitraum von bis zu 80 Wochen mit einer Behandlungszeit im Median von 166,5 Tagenbei den mit Adalimumab behandelten Patienten bzw. 105,0 Tagen bei den Patienten der
Kontrollgruppe ALT-Erhöhungen um ≥ 3 x ULN bei 2,4 % der mit Adalimumab behandelten
Patienten und bei 2,4 % der Kontrollgruppe.
In der kontrollierten Phase-III-Studie zu Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Colitisulcerosa (N = 93) wurden Wirksamkeit und Sicherheit einer Erhaltungsdosis von 0,6 mg/kg (maximal40 mg) jede zweite Woche (n = 31) und einer Erhaltungsdosis von 0,6 mg/kg (maximal 40 mg)wöchentlich (n = 32) nach Verabreichung einer körpergewichtsadaptierten Induktionsdosis von 2,4mg/kg125 (maximal 160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2(n = 63) bzw. 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0, Placebo in Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal80 mg) in Woche 2 (n = 30) untersucht. Es ergaben sich Erhöhungen der ALT-Werte um ≥ 3 x ULNbei1,1 % (1 von 93) der Patienten.
In den klinischen Studien aller Indikationen waren Patienten mit erhöhter ALT asymptomatisch, undin den meisten Fällen waren die Erhöhungen vorübergehend und gingen bei fortgesetzter Behandlungzurück. Jedoch gab es nach der Markteinführung auch Berichte über Leberversagen sowie überweniger schwere Leberfunktionsstörungen, die zu Leberversagen führen können, wie z. B. Hepatitis,einschließlich Autoimmunhepatitis, bei Patienten, die Adalimumab erhielten.
Kombinationstherapie mit Azathioprin/6-MercaptopurinIn den Studien mit erwachsenen Morbus-Crohn-Patienten war bei Kombination von Adalimumab mit
Azathioprin/6-Mercaptopurin die Inzidenz maligner und schwerwiegender infektiöser
Nebenwirkungen im Vergleich zur Adalimumab-Monotherapie höher.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörigevon Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang Vaufgeführte nationale Meldesystem * anzuzeigen.
Während der klinischen Studien wurde keine dosisbegrenzende Toxizität beobachtet. Die höchsteuntersuchte Dosierung lag bei intravenösen Mehrfachdosen von 10 mg/kg. Dies ist ungefähr 15-malhöher als die empfohlene Dosis.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Tumornekrosefaktor-alpha(TNF-alpha)-
Inhibitoren.
ATC-Code: L04AB04
Idacio ist ein Biosimilar-Arzneimittel. Weitere Informationen sind auf der Website der europäischen
Arzneimittelagentur (EMA) abrufbar: http://www.ema.europe.eu
WirkmechanismusAdalimumab bindet spezifisch an TNF und neutralisiert dessen biologische Funktion, indem es die
Interaktion mit den zellständigen p55- und p75-TNF-Rezeptoren blockiert.
Adalimumab beeinflusst weiterhin biologische Reaktionen, die durch TNF ausgelöst oder gesteuertwerden, einschließlich der Veränderungen der Konzentrationen von für die Leukozytenmigrationverantwortlichen Adhäsionsmolekülen (ELAM-1, VCAM-1 und ICAM-1 mit einem IC50 von0,1 - 0,2 nM).
Pharmakodynamische WirkungenNach Behandlung mit Adalimumab wurde bei Patienten mit rheumatoider Arthritis eine im
Vergleich zu den Ausgangswerten rasche Konzentrationsabnahme der Akute-Phase-
Entzündungsparameter (C-reaktives Protein (CRP) und Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)) undder Serumzytokine (IL-6) beobachtet. Die Serumspiegel von Matrixmetalloproteinasen (MMP-1 und
MMP-3), die die für die Knorpelzerstörung verantwortliche Gewebsumwandlung hervorrufen, warennach der Verabreichung von Adalimumab ebenfalls vermindert. Bei mit Adalimumab behandelten
Patienten besserte sich im Allgemeinen die mit einer chronischen Entzündung einhergehende
Veränderung der Blutwerte.
Ein schneller Rückgang der CRP-Werte wurde auch bei Patienten mit polyartikulärer juvenileridiopathischer Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Hidradenitis suppurativa nach
Behandlung mit Adalimumab beobachtet. Bei Morbus-Crohn-Patienten wurde die Zahl der Zellen,die Entzündungsmarker im Kolon exprimieren, reduziert (einschließlich einer signifikanten
Reduzierung der TNF-Expression). Endoskopiestudien an intestinaler Mukosa zeigten, dass die
Mukosa bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, abheilte.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIm Rahmen aller klinischen Studien bei rheumatoider Arthritis wurde Adalimumab beimehr als 3.000 Patienten untersucht. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumabwurden in fünf randomisierten, doppelblinden und gut kontrollierten Studien untersucht.
Einige Patienten wurden über einen Zeitraum von bis zu 120 Monaten behandelt.
In der RA-Studie I wurden 271 Patienten mit mäßiger bis schwerer, aktiver rheumatoider Arthritisuntersucht. Die Patienten waren ≥ 18 Jahre alt, die Behandlung mit mindestens einemkrankheitsmodifizierenden Antirheumatikum war fehlgeschlagen, Methotrexat in Dosen von 12,5 bis25 mg (10 mg bei Methotrexat-Intoleranz) pro Woche zeigte eine unzureichende Wirkung, und die
Methotrexat-Dosis lag gleichbleibend bei 10 bis 25 mg pro Woche. Während eines Zeitraums von24 Wochen wurden jede zweite Woche Dosen von 20, 40 oder 80 mg Adalimumab oder Placeboverabreicht.
An der RA-Studie II nahmen 544 Patienten mit mäßiger bis schwerer, aktiver rheumatoider Arthritisteil. Die Patienten waren ≥ 18 Jahre alt, und die Behandlung mit mindestens einemkrankheitsmodifizierenden Antirheumatikum war fehlgeschlagen. Adalimumab wurde über26 Wochen als subkutane Injektion in Dosen von 20 mg oder 40 mg jede zweite Woche mit
Placeboinjektion in den dazwischen liegenden Wochen oder in Dosen von 20 mg oder 40 mgwöchentlich verabreicht; Placebo wurde während desselben Zeitraums wöchentlich verabreicht.
Andere krankheitsmodifizierende Antirheumatika waren nicht erlaubt.
Die RA-Studie III wurde bei 619 Patienten mit mäßiger bis schwerer, aktiver rheumatoider Arthritisdurchgeführt, die ≥ 18 Jahre alt waren und die ein unzureichendes Ansprechen auf Methotrexat in
Dosen von 12,5 bis 25 mg pro Woche oder eine Unverträglichkeit gegenüber 10 mg Methotrexat pro
Woche aufwiesen. Es gab in dieser Studie drei Behandlungsgruppen. Die erste Gruppe erhielt übereinen Zeitraum von 52 Wochen wöchentlich eine Placeboinjektion. Die zweite Gruppe wurde52 Wochen lang mit wöchentlich 20 mg Adalimumab behandelt. Die dritte Gruppe erhielt jedezweite Woche 40 mg Adalimumab mit Placeboinjektionen in den dazwischen liegenden Wochen.
Nach Abschluss der ersten 52 Wochen wurden 457 Patienten in eine offene Fortsetzungsphaseüberführt und erhielten bis zu 10 Jahre lang jede zweite Woche 40 mg Adalimumab/MTX.
In der RA-Studie IV wurde die Sicherheit bei 636 Patienten mit mäßiger bis schwerer, aktiverrheumatoider Arthritis untersucht. Die Patienten waren ≥ 18 Jahre alt und wiesen keine vorherige
Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika auf oder durften ihre bestehendeantirheumatische Therapie beibehalten, vorausgesetzt, die Therapie war seit mindestens 28 Tagenunverändert. Diese Therapien schließen Methotrexat, Leflunomid, Hydroxychloroquin, Sulfasalazinund/oder Goldsalze ein. Nach Randomisierung erhielten die Patienten über einen Zeitraum von24 Wochen jede zweite Woche 40 mg Adalimumab oder Placebo.
In die RA-Studie V wurden 799 erwachsene Methotrexat-naive Patienten mit mäßiger bis schwereraktiver früher rheumatoider Arthritis (mittlere Erkrankungsdauer weniger als 9 Monate)eingeschlossen. Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit von 40 mg Adalimumab jede zweite
Woche in Kombination mit Methotrexat, von 40 mg Adalimumab jede zweite Woche als
Monotherapie und von Methotrexat als Monotherapie im Hinblick auf die Verringerung derklinischen Anzeichen und Symptome sowie des Fortschreitens der Gelenkschädigung beirheumatoider Arthritis über einen Zeitraum von 104 Wochen. Nach Abschluss der ersten104 Wochen wurden 497 Patienten in eine bis zu 10-jährige offene Fortsetzungsphase überführt, inder sie alle zwei Wochen 40 mg Adalimumab erhielten.
Der primäre Endpunkt der RA-Studien I, II und III und der sekundäre Endpunkt der RA-Studie IV warder Prozentsatz derjenigen Patienten, die nach 24 bzw. 26 Wochen die ACR-20-Ansprechratenerreichten. Der primäre Endpunkt in der RA-Studie V war der prozentuale Anteil derjenigen
Patienten, die nach 52 Wochen ein ACR-50-Ansprechen erreichten. Ein weiterer primärer Endpunktin den RA-Studien III und V war die Verzögerung des Fortschreitens der Krankheit (ermittelt durch
Röntgenergebnisse). In der RA-Studie III wurde darüber hinaus die Veränderung der Lebensqualitätals primärer Endpunkt erfasst.
ACR-AnsprechratenDer prozentuale Anteil der mit Adalimumab behandelten Patienten, die ACR-20-, ACR-50- oder
ACR-70-Ansprechraten erreichten, war in den RA-Studien I, II und III vergleichbar. Die
Behandlungsergebnisse mit 40 mg jede zweite Woche sind in Tabelle 8 zusammengefasst.
Tabelle 8
ACR-Ansprechraten in placebokontrollierten Studien(prozentualer Anteil der Patienten)
Ansprechen RA-Studie Ia** RA-Studie IIa** RA-Studie IIIa**
Placebo/MTXc Adalimumabb/ Placebo Adalimumab Placebo/MTXc Adalimumabb/Mn = 60 MTXc n = 110 b n = 200 TXc
ACR-20 n = 63 n = 113 n = 2076 Monate 13,3 % 65,1 % 19,1 % 46,0 % 29,5 % 63,3 %12 Monate entfällt entfällt entfällt entfällt 24,0 % 58,9 %
ACR-506 Monate 6,7 % 52,4 % 8,2 % 22,1 % 9,5 % 39,1 %12 Monate entfällt entfällt entfällt entfällt 9,5 % 41,5 %
ACR-706 Monate 3,3 % 23,8 % 1,8 % 12,4 % 2,5 % 20,8 %12 Monate entfällt entfällt entfällt entfällt 4,5 % 23,2 %a RA-Studie I nach 24 Wochen, RA-Studie II nach 26 Wochen und RA-Studie III nach 24 und 52 Wochenb 40 mg Adalimumab jede zweite Wochec MTX = Methotrexat
**p < 0,01; Adalimumab vs. Placebo
In den RA-Studien I - IV wurde im Vergleich zu Placebo nach 24 bzw. 26 Wochen eine Verbesserungaller individuellen ACR-Ansprechkriterien festgestellt (Anzahl der druckschmerzempfindlichen undgeschwollenen Gelenke, Einstufung der Krankheitsaktivität und des Schmerzes durch Arzt und
Patienten, Ausmaß der körperlichen Funktionseinschränkung (Health Assessment Questionnaire,
HAQ) und CRP-Werte (mg/dl)). In der RA-Studie III hielt diese Verbesserung bis zur Woche 52 an.
In der offenen Fortsetzungsphase der RA-Studie III blieb bei den meisten Patienten, die ein ACR-
Ansprechen zeigten, dieses über eine Nachbeobachtung von bis zu 10 Jahren erhalten. Von207 Patienten, die zu Adalimumab 40 mg alle 2 Wochen randomisiert wurden, erhielten 114 Patienteneine Dauertherapie von 40 mg Adalimumab jede zweite Woche über 5 Jahre. Von diesen hatten86 Patienten (75,4 %) ein ACR-20-Ansprechen; 72 Patienten (63,2 %) ein ACR-50-Ansprechen und41 Patienten (36 %) ein ACR-70-Ansprechen. Von 20 Patienten wurden 81 Patienten 10 Jahre langmit 40 mg Adalimumab jede zweite Woche weiterbehandelt. Von diesen hatten 64 Patienten (79,0 %)ein ACR-20-Ansprechen; 56 Patienten (69,1 %) ein ACR-50-Ansprechen und 43 Patienten (53,1 %)ein ACR-70-Ansprechen.
In der RA-Studie IV war die ACR-20-Ansprechrate bei Patienten, die mit Adalimumab plus
Therapiestandard behandelt wurden, statistisch signifikant besser als bei Patienten, die Placebo plus
Therapiestandard erhielten (p < 0,001).
Im Vergleich zu Placebo erreichten die mit Adalimumab behandelten Patienten in den RA-
Studien I - IV bereits ein bis zwei Wochen nach Behandlungsbeginn statistisch signifikante ACR-20- und ACR-50-Ansprechraten.
In der RA-Studie V führte die Kombinationstherapie mit Adalimumab und Methotrexat bei
Methotrexat-naiven Patienten mit früher rheumatoider Arthritis nach 52 Wochen zu einemschnelleren und signifikant größeren ACR-Ansprechen als unter Methotrexat-Monotherapie und
Adalimumab-Monotherapie. Das Ansprechen wurde bis Woche 104 aufrechterhalten (siehe
Tabelle 9).
Tabelle 9
ACR-Ansprechraten in der RA-Studie V(prozentualer Anteil der Patienten)
Ansprechen MTX Adalimumab Adalimumab p-Werta p-Wertbp-Wertcn = 257 n = 274 /MTX n = 268
ACR-20
Woche 52 62,6 % 54,4 % 72,8 % 0,013 < 0,001 0,043
Woche 104 56,0 % 49,3 % 69,4 % 0,002 < 0,001 0,140
ACR-50
Woche 52 45,9 % 41,2 % 61,6 % < 0,001 < 0,001 0,317
Woche 104 42,8 % 36,9 % 59,0 % < 0,001 < 0,001 0,162
ACR-70
Woche 52 27,2% 25,9% 45,5% < 0,001 < 0,001 0,656
Woche 104 28,4% 28,1% 46,6% < 0,001 < 0,001 0,864
a. Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Methotrexat-Monotherapie und der
Adalimumab/Methotrexat-Kombinationstherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.
b. Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Adalimumab-Monotherapie und der
Adalimumab/Methotrexat-Kombinationstherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-
Tests.
c. Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Adalimumab-Monotherapie und der
Methotrexat-Monotherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.
In der offenen Fortsetzungsphase der RA-Studie V wurden die ACR-Ansprechraten über einen
Nachbeobachtungszeitraum von bis zu 10 Jahren aufrechterhalten. Von den 542 Patienten, die in die
Adalimumab-40-mg-Gruppe (alle zwei Wochen) randomisiert worden waren, wendeten170 Patienten dieses Behandlungsschema über einen Zeitraum von 10 Jahren an. Davon erreichten154 Patienten (90,6 %) ein ACR-20-Ansprechen, 127 Patienten (74,7 %) ein ACR-50-Ansprechenund 102 Patienten (60 %) ein ACR-70-Ansprechen.
In Woche 52 erreichten 42,9 % der Patienten, die eine Kombinationstherapie aus Adalimumab und
Methotrexat erhielten, eine klinische Remission (DAS28 [CRP] < 2,6). Im Vergleich dazu erreichten20,6 % der Patienten unter Methotrexat- und 23,4 % der Patienten unter Adalimumab-Monotherapieeine klinische Remission. Die Kombinationstherapie aus Adalimumab und Methotrexat war inklinischer und statistischer Hinsicht beim Erreichen einer geringen Krankheitsaktivität bei Patientenmit kürzlich diagnostizierter mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis gegenüber einer
Monotherapie mit entweder Methotrexat (p < 0,001) oder Adalimumab (p < 0,001) überlegen. Die
Ansprechraten in den beiden Behandlungsarmen unter Monotherapie waren vergleichbar(p = 0,447). Von den 342 Patienten, die ursprünglich in die Gruppe unter Adalimumab-
Monotherapie oder unter Kombinationstherapie aus Adalimumab und Methotrexat randomisiertworden waren und die in die offene Fortsetzungsphase eingeschlossen wurden, setzten 171 die
Adalimumab-Behandlung über einen Zeitraum von 10 Jahren fort. Von diesen 171 Patienten waren109 (63,7 %) nach 10-jähriger Therapie in Remission.
Radiologisches AnsprechenDie in der RA-Studie III mit Adalimumab behandelten Patienten waren im Durchschnitt ca. 11 Jahrean rheumatoider Arthritis erkrankt. Die strukturelle Gelenkschädigung wurde radiologisch erfasst undals Veränderung des modifizierten Gesamt-Sharp-Scores (TSS) und seiner Komponenten, dem
Ausmaß der Erosionen und der Gelenkspaltverengung (Joint Space Narrowing, JSN) ausgedrückt.
Die mit Adalimumab und Methotrexat behandelten Patienten zeigten nach 6 und 12 Monatenradiologisch eine signifikant geringere Progression als Patienten, die nur Methotrexat erhielten (siehe
Tabelle 10).
In der offenen Fortsetzungsphase der RA-Studie III ist die Hemmung des Fortschreitens derstrukturellen Schädigung in einer Untergruppe von Patienten 8 und 10 Jahre lang aufrechterhaltenworden. Nach 8 Jahren wurden 81 von 207 Patienten, die ursprünglich jede zweite Woche mit 40 mg
Adalimumab behandelt wurden, radiologisch beurteilt. Von diesen Patienten zeigten 48 kein
Fortschreiten der strukturellen Schädigung, definiert als mTSS-Änderung im Vergleich zu
Studienbeginn von 0,5 oder weniger. Nach 10 Jahren wurden 79 von 207 Patienten, die ursprünglichjede zweite Woche mit 40 mg Adalimumab behandelt wurden, radiologisch beurteilt. Von diesen
Patienten zeigten 40 kein Fortschreiten der strukturellen Schädigung, definiert als mTSS-Änderungim Vergleich zu Studienbeginn von 0,5 oder weniger.
Tabelle 10
Mittlere radiologische Veränderungen über 12 Monate in der RA-Studie III
Placebo/ MTXa Adalimumab/MTX Placebo/MTX- p-Wert40 mg alle zwei Adalimumab/MTX
Wochen (95 % Konfidenz-intervallb)
Gesamt-Sharp-Score 2,7 0,1 2,6 (1,4, 3,8) < 0,001c
Erosion Score 1,6 0,0 1,6 (0,9, 2,2) < 0,001
JSNd Score 1,0 0,1 0,9 (0,3, 1,4) 0,002a Methotrexatb 95 % Konfidenzintervalle für die Unterschiede der Veränderungen der Scores zwischen
Methotrexat und Adalimumabc basierend auf Rangsummentestd JSN (Joint Space Narrowing): Gelenkspaltverengung
In der RA-Studie V wurde die strukturelle Gelenkschädigung radiologisch untersucht und als
Veränderung des modifizierten Gesamt-Sharp-Scores ausgedrückt (siehe Tabelle 11).
Tabelle 11
Mittlere radiologische Veränderungen nach 52 Wochen in der RA-Studie V
MTX n = 257 Adalimumab Adalimumab/MTX(95 % n = 274 (95 % n = 268 (95 % p-Werta p-Wertb p-Wertc
KonfidenzinteKonfidenzintervall Konfidenzintervall)rvall) )
Gesamt- 5,7 (4,2-7,3) 3,0 (1,7-4,3) 1,3 (0,5-2,1) < 0,001 0,0020 < 0,001
Sharp-
Score
Erosion 3,7 (2,7-4,7) 1,7 (1,0-2,4) 0,8 (0.4-1.2) < 0,001 0,0082 < 0,001
Score
JSN Score 2,0 (1,2-2,8) 1,3 (0,5-2,1) 0,5 (0-1,0) < 0,001 0,0037 0,151a Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Methotrexat-Monotherapie und der Adalimumab/Methotrexat-Kombinationstherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.b Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Adalimumab -Monotherapie und der
Adalimumab /Methotrexat-Kombinationstherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.c Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Adalimumab -Monotherapie und der
Methotrexat-Monotherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests
Der prozentuale Anteil der Patienten ohne radiologische Progression (Veränderung des modifizierten
Gesamt-Sharp-Scores gegenüber dem Ausgangswert ≤ 0,5) war nach 52 bzw. 104
Behandlungswochen unter der Kombinationstherapie mit Adalimumab und Methotrexat (63,8 % bzw.61,2 %) signifikant höher als unter der Methotrexat-Monotherapie (37,4 % bzw. 33,5 %; p < 0,001)und der Adalimumab-Monotherapie (50,7 %; p < 0,002 bzw. 44,5 %; p < 0,001).
In der offenen Fortsetzungsphase der RA-Studie V betrug die mittlere Veränderung gegenüber
Baseline nach 10 Jahren beim modifizierten Total Sharp Score 10,8 bei Patienten, die ursprünglich indie Gruppe unter Methotrexat-Monotherapie randomisiert worden waren, 9,2 bei Patienten unter
Adalimumab-Monotherapie und 3,9 bei Patienten unter Kombinationstherapie aus Adalimumab und
Methotrexat. Die entsprechenden Anteile der Patienten ohne röntgenologisch nachweisbare
Progression waren 31,3 %, 23,7 % und 36,7 %.
Lebensqualität und körperliche FunktionsfähigkeitIn den vier ursprünglichen, gut kontrollierten Studien wurden die gesundheitsbezogene Lebensqualitätund die körperliche Funktionsfähigkeit anhand des Index zur körperlichen Funktionseinschränkung(Health Assessment Questionnaire, HAQ) bewertet. In der RA-Studie III bildete diegesundheitsbezogene Lebensqualität nach 52 Wochen einen vor Studienbeginn festgelegten, primären
Endpunkt. Vom Studienbeginn bis Monat 6 zeigte sich in allen vier Studien und bei allen
Dosen/Behandlungsschemen von Adalimumab eine im Vergleich zu Placebo statistisch signifikantgrößere Verbesserung der körperlichen Funktionseinschränkung (HAQ). In der RA-Studie III wurdenach 52 Wochen dasselbe beobachtet. Die in den vier Studien für alle Dosen/Behandlungsschemenermittelten Ergebnisse des Gesundheitsfragebogens Short Form Health Survey (SF 36) unterstützendiese Befunde. Statistisch signifikante Werte wurden unter Behandlung mit 40 mg Adalimumab jedezweite Woche für die körperliche Funktionsfähigkeit (Physical Component Summary, PCS) sowie fürden Bereich Schmerz und Vitalität (Pain and Vitality Scores) festgestellt. Eine statistisch signifikante
Verringerung der Abgeschlagenheit, gemessen anhand des Functional-Assessment-of-Chronic-Illness-
Therapy (FACIT)-Score, wurde in allen drei Studien beobachtet, in denen dieser Punkt bewertetwurde (RA-Studien I, III, IV).
In der RA-Studie III wurde bei den meisten Patienten, bei denen sich die körperliche
Funktionsfähigkeit verbesserte und die die Therapie fortsetzten, im Rahmen der offenen
Fortsetzungsphase die Verbesserung über den Behandlungszeitraum von 520 Wochen (120 Monate)aufrechterhalten. Die Verbesserung der Lebensqualität wurde bis zu 156 Wochen (36 Monate)bestimmt, und die Verbesserung hielt über diesen Zeitraum an.
In der RA-Studie V zeigten die Patienten unter der Kombinationstherapie mit Adalimumab und
Methotrexat nach 52 Wochen eine im Vergleich zur Methotrexat- und Adalimumab-Monotherapiestärkere Verbesserung (p < 0,001) des Index zur körperlichen Funktionseinschränkung (HAQ) undder physischen Komponente des SF 36, die über 104 Wochen anhielt. Bei den 250 Patienten, die dieoffene Fortsetzungsphase abschlossen, konnten die Verbesserungen hinsichtlich der körperlichen
Funktionsfähigkeit über den 10-jährigen Behandlungszeitraum aufrechterhalten werden.
Axiale SpondyloarthritisAdalimumab wurde in zwei randomisierten, doppelblinden placebokontrollierten Studien in einer
Dosierung von 40 mg jede zweite Woche bei 393 Patienten mit aktiver ankylosierender Spondylitis,die unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen hatten, über einen Zeitraum von24 Wochen untersucht (mittlerer Ausgangswert der Krankheitsaktivität [Bath Ankylosing Spondylitis
Disease Activity Index (BASDAI)] war in allen Gruppen 6,3). Als Begleittherapie erhielten 79(20,1 %) Patienten krankheitsmodifizierende Antirheumatika und 37 (9,4 %) Patienten
Glukokortikoide. Der verblindeten Periode folgte eine offene Fortsetzungsphase, während der die
Patienten über bis zu 28 zusätzliche Wochen jede zweite Woche 40 mg Adalimumab subkutanerhielten. Patienten (n = 215; 54,7 %), die kein ASAS-20-Ansprechen in Woche 12 oder 16 oder 20erreichten, wurden in einen Early-Escape-Arm überführt, in dem sie offen 40 mg Adalimumab jedezweite Woche subkutan erhielten. Diese Patienten wurden nachfolgend in den doppelblindenstatistischen Analysen als Non-Responder behandelt.
In der größeren AS-Studie I mit 31 Patienten zeigten die Ergebnisse eine statistisch signifikante
Verbesserung der klinischen Anzeichen und Symptome der ankylosierenden Spondylitis bei mit
Adalimumab behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo. Ein signifikantes Ansprechen wurdezuerst in Woche 2 beobachtet und über 24 Wochen aufrechterhalten (Tabelle 12).
Tabelle 12
Ansprechen bezüglich Wirksamkeit in der placebokontrollierten AS-Studie - Studie I
Ansprechen Placebo Adalimumabn = 107 n = 208
ASASa-20
Woche 2 16 % 42 %***
Woche 12 21 % 58 %***
Woche 24 19 % 51 %***
ASAS-50
Woche 2 3 % 16 %***
Woche 12 10 % 38 %***
Woche 24 11 % 35 %***
ASAS-70
Woche 2 0 % 7 %**
Woche 12 5 % 23 %***
Woche 24 8 % 24 %***
BASDAIb-50
Woche 2 4 % 20 %***
Woche 12 16 % 45 %***
Woche 24 15 % 42 %***
***,** statistisch signifikant mit p < 0,001; < 0,01 für alle Vergleiche von Adalimumab mit
Placebo in den Wochen 2, 12 und 24a Assessments in Ankylosing Spondylitisb Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index
Mit Adalimumab behandelte Patienten zeigten eine signifikant größere Verbesserung in Woche 12,die über 24 Wochen aufrechterhalten wurde, sowohl im SF 36 als auch im Fragebogen zur
Lebensqualität bei ankylosierender Spondylitis [Ankylosing Spondylitis Quality of Life Questionnaire(ASQoL)].
Ähnliche Verläufe (nicht alle mit statistischer Signifikanz) wurden in der kleineren randomisierten,doppelblinden placebokontrollierten AS-Studie II mit 82 erwachsenen Patienten mit aktiverankylosierender Spondylitis beobachtet.
Axiale Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer ASDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in zwei randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studien bei Patienten mit nicht röntgenologischer axialer Spondyloarthritis(nr-axSpA) untersucht. In der nr-axSpA-Studie I wurden Patienten mit aktiver nr-axSpAeingeschlossen. Bei der nr-axSpA-Studie II handelte es sich um eine Studie, in der die Behandlungmit Adalimumab bei Patienten mit aktiver nr-axSpA abgesetzt wurde, wenn diese während deroffenen Fortsetzungsphase eine Remission erreichten.
nr-axSpA-Studie IIn der randomisierten, 12-wöchigen, doppelblinden, placebokontrollierten nr-axSpA-Studie I wurde
Adalimumab in einer Dosierung von 40 mg jede zweite Woche bei 185 Patienten mit aktiver nr-axSpA untersucht, die auf ≥ 1 nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR) unzureichendangesprochen haben oder bei denen eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegenüber diesenvorlag. (Mittlerer Ausgangswert der Krankheitsaktivität [Bath Ankylosing Spondylitis Disease
Activity Index (BASDAI)] war 6,4 bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, und 6,5 bei
Placebopatienten.)
Zu Studienbeginn wurden 33 (18 %) Patienten gleichzeitig mit krankheitsmodifizierenden
Antirheumatika behandelt und 146 (79 %) Patienten mit NSARs. Auf die doppelblinde Periode folgteeine offene Fortsetzungsstudie, während der die Patienten jede zweite Woche subkutan Adalimumab40 mg für bis zu weitere 144 Wochen erhielten. Im Vergleich zu Placebo zeigten die Ergebnisse zu
Woche 12 bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, eine statistisch signifikante
Verbesserung der Anzeichen und Symptome der aktiven nr-axSpA (Tabelle 13).
Tabelle 13
Ansprechraten bezüglich Wirksamkeit bei placebokontrollierter nr-axSpA-Studie I
Ansprechen in Woche 12 (doppelblind) Placebo Adalimumabn = 94 n = 91
ASASa-40 15 % 36 %***
ASAS-20 31 % 52 %**
ASAS-5/6 6 % 31 %***
ASAS partielle Remission 5 % 16 %*
BASDAIb 50 15 % 35 %**
ASDASc,d,e -0,3 -1,0***
ASDAS Inactive Disease 4 % 24 %***hs-CRPd,f,g -0,3 -4,7***
SPARCCh MRI Sacroiliac Jointsd,i -0,6 -3,2**
SPARCC MRI Spined,j -0,2 -1,8**a Assessment of Spondyloarthritis International Societyb Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Indexc Ankylosing Spondylitis Disease Activity Scored Mittlere Veränderung gegenüber Baselinee n = 91 Placebo und n = 87 Adalimumabf hochsensitives C-reaktives Protein (mg/l)g n = 73 Placebo und n = 70 Adalimumabh Spondyloarthritis Research Consortium of Canadai n = 84 Placebo und Adalimumabj n = 82 Placebo und n = 85 Adalimumab
***, **, * statistisch signifikant mit p < 0,001; < 0,01 bzw. < 0,05 für alle Vergleiche von Adalimumabmit Placebo.
In der offenen Fortsetzungsstudie konnte die Verbesserung der Anzeichen und Symptome unter der
Behandlung mit Adalimumab bis Woche 156 aufrechterhalten werden.
Hemmung der EntzündungEine signifikante Verbesserung der Anzeichen der Entzündung beider Iliosakralgelenke und der
Wirbelsäule, gemessen mittels hs-CRP-Wert und MRT, konnte bei den mit Adalimumabbehandelten Patienten bis Woche 156 bzw. 104 aufrechterhalten werden.
Lebensqualität und körperliche FunktionsfähigkeitDie gesundheitsbezogene Lebensqualität und körperliche Funktionsfähigkeit wurden unter
Anwendung der HAQ-S- und SF-36-Fragebögen geprüft. Im Vergleich zu Placebo zeigte
Adalimumab von Studienbeginn bis Woche 12 eine statistisch signifikant stärkere Verbesserung im
HAQ-S-Gesamtscore und der körperlichen Funktionsfähigkeit (SF-36 Physical Component Score(PCS)). Die Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der körperlichen
Funktionsfähigkeit konnte in der offenen Fortsetzungsstudie bis Woche 156 aufrechterhalten werden.
nr-axSpA-Studie II673 Patienten mit aktiver nr-axSpA (mittlerer Ausgangswert der Krankheitsaktivität [BASDAI war7,0), die auf ≥ 2 NSAR unzureichend angesprochen haben oder bei denen eine Unverträglichkeit oder
Kontraindikation gegenüber diesen vorlag, wurden in die offene Fortsetzungsphase der nr-axSpA-
Studie II aufgenommen. Die Patienten erhielten jede zweite Woche Adalimumab 40 mg für28 Wochen.
Alle Patienten hatten Anzeichen einer Entzündung der Iliosakralgelenke oder der Wirbelsäule, diemittels MRT nachgewiesen wurden, oder erhöhte hs-CRP-Werte. Patienten, die während der offenen
Fortsetzungsphase eine über mindestens 12 Wochen anhaltende Remission erreichten (n = 305)(ASDAS < 1,3 in Woche 16, 20, 24 und 28), wurden daraufhin randomisiert. Sie erhielten in einerdoppelblinden, placebokontrollierten Phase weitere 40 Wochen lang (Gesamtdauer der Studie68 Wochen) entweder weiterhin jede zweite Woche Adalimumab 40 mg (n = 152) oder Placebo(n = 153). Studienteilnehmer, die in der doppelblinden Phase einen Schub bekamen, konnten fürmindestens 12 Wochen eine Rescue-Therapie mit Adalimumab 40 mg jede zweite Woche erhalten.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie war der Anteil an Patienten ohne Schub bis Woche 68.
Ein Schub war definiert als ASDAS ≥ 2,1 bei zwei aufeinanderfolgenden Visiten im Abstand von vier
Wochen. In der doppelblinden Phase hatte ein höherer Anteil der Patienten unter Adalimumab im
Vergleich zu Patienten unter Placebo keinen Schub (70,4 % gegenüber 47,1 %, p < 0,001) (Abbildung1).
Abb. 1: Kaplan-Meier-Kurven zur Darstellung der Dauer bis zum Schub in dernr-axSpA-Studie II
WAHRSCHEINLICHKEIT KEINEN SCHUB ZU
ZEIT (WOCHEN)
Behandlung: …….Placebo _____ Adalinumab Δ zensiert
Hinweis: P = Placebo (Anzahl Risikopatienten (Schub)); A = Adalimumab (Anzahl Risikopatienten(Schub))
Von den 68 Patienten die nach dem Absetzen einen Krankheitsschub erlitten, schlossen 65 Patientendie 12 Wochen der Rescue-Therapie mit Adalimumab ab. Davon waren nach 12 Wochen erneuter
Behandlung während der offenen Fortsetzungsphase 37 Patienten (56,9 %) wieder in Remission(ASDAS < 1,3).
Doppelblinde Phase Placeb Adalimumab
Ansprechen in Woche 68 o n = n = 152
ASASa,b-20 14573,1 % 70,4 %***
ASASa,b-40 45,8 % 65,8 %***
ASASa partielle Remission 26,8 % 42,1 %**
ASDASc Inactive Disease 33,3 % 57,2 %***
Partieller Schubd 64,1 % 40,8 %***
Während der doppelblinden Phase zeigten in Woche 68 die Patienten unter durchgehender Idacio-
Behandlung gegenüber Patienten, die Idacio abgesetzt hatten, eine statistisch signifikant größere
Verbesserung der Anzeichen und Symptome der aktiven nr-axSpA (Tabelle 14).
Tabelle 14
Ansprechraten bezüglich Wirksamkeit bei placebokontrollierter Phase der nr-axSpA- Studie IIa Assessment of SpondyloArthritis International Societyb Als Ausgangswert gilt bei Patienten mit aktiver Erkrankung der Wert bei Beginn der offenen Phase.c Ankylosing Spondylitis Disease Activity Scored Ein partieller Schub ist definiert als ASDAS von ≥ 1,3 aber < 2,1 bei zwei aufeinanderfolgenden
Visiten.
***, ** Statistisch signifikant mit p < 0,001 bzw. < 0,01 für alle Vergleiche von Adalimumab mit Placebo.
Psoriasis-ArthritisAdalimumab wurde bei Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiver Psoriasis-Arthritis in einer
Dosierung von 40 mg jede zweite Woche in zwei placebokontrollierten Studien, PsA-Studien I und II,untersucht. In der PsA-Studie I wurden 313 erwachsene Patienten mit unzureichendem Ansprechenauf die Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika über 24 Wochen behandelt. Annähernd 50 %dieser Patienten erhielten Methotrexat. In der PsA-Studie II wurden 100 Patienten mitunzureichendem Ansprechen auf krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) über12 Wochen behandelt. Nach Beendigung beider Studien traten 383 Patienten in eine offene
Fortsetzungsstudie ein, in der 40 mg Adalimumab jede zweite Woche verabreicht wurde.
Aufgrund der geringen Anzahl untersuchter Patienten gibt es nur unzureichende Belege zur
Wirksamkeit von Idacio bei Patienten mit einer der ankylosierenden Spondylitis ähnlichen Psoriasis-
Arthropathie.
Tabelle 15
ACR-Ansprechraten in placebokontrollierten Psoriasis-Arthritis-Studien(prozentualer Anteil der Patienten)
PsA-Studie I PsA-Studie II
Placebo Adalim Placebo Adalimumab
Ansprechenumab Placebo n = 51
N = 16 N = 15 = 492 1
ACR-20
Woche 12 14 % 58 %*** 16 % 39 %*
Woche 24 15 % 57 %*** entfällt entfällt
ACR-50
Woche 12 4 % 36 %*** 2 % 25 %***
Woche 24 6 % 39 %*** entfällt entfällt
ACR-70
Woche 12 1 % 20 %*** 0 % 14 %*
Woche 24 1 % 23 %*** entfällt entfällt
*** p < 0,001 für alle Vergleiche von Adalimumab mit Placebo
*p < 0,05 für alle Vergleiche von Adalimumab mit Placebo
In der PsA-Studie I waren die ACR-Ansprechraten in Kombination mit Methotrexat bzw. ohne
Methotrexat-Begleittherapie ähnlich. Die ACR-Ansprechraten wurden in der offenen
Fortsetzungsstudie bis zu 136 Wochen aufrechterhalten.
In den Studien zur Psoriasis-Arthritis wurden die radiologischen Veränderungen bewertet. Zu
Studienbeginn und zu Woche 24 während der doppelblinden Studienperiode, als die Patientenentweder Adalimumab oder Placebo erhielten sowie zu Woche 48, als alle Patienten offen
Adalimumab erhielten, wurden Röntgenaufnahmen der Hände, Handgelenke und Füße angefertigt.
Für die Auswertung wurde ein modifizierter Total Sharp Score (mTSS) verwendet, der die distalen
Interphalangealgelenke miteinschloss (d. h. nicht identisch mit dem TSS, der bei der rheumatoiden
Arthritis verwendet wurde).
Die Behandlung mit Adalimumab reduzierte das Fortschreiten der peripheren Gelenkzerstörung im
Vergleich zu Placebo, gemessen anhand der Veränderung des mTSS zum Ausgangswert (Mittelwert ±
Standardabweichung). Diese betrug 0,8 ± 2,5 bei der Placebogruppe (zu Woche 24) im Vergleich zu0,0 ± 1,9 (p < 0,001) bei der Adalimumab-Gruppe (zu Woche 48).
Von den mit Adalimumab behandelten Patienten ohne radiologische Progression von Studienbeginnan bis zu Woche 48 (n = 102) zeigten 84 % nach 144 Behandlungswochen immer noch keineradiologischen Veränderungen.
Die mit Adalimumab behandelten Patienten zeigten im Vergleich zur Placebogruppe eine statistischsignifikante Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit zu Woche 24, die mittels HAQ und
Short Form Health Survey (SF 36) beurteilt wurde. Die verbesserte körperliche Funktionsfähigkeithielt während der offenen Fortsetzungsstudie über 136 Wochen an.
PsoriasisDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden bei erwachsenen Patienten mitchronischer Plaque-Psoriasis (≥ 10 % KOF-Beteiligung und Psoriasis Area and Severity Index[PASI] ≥ 12 oder ≥ 10) untersucht, die Kandidaten für eine systemische Therapie oder Phototherapiein randomisierten Doppelblindstudien waren. Von den in die Psoriasisstudien I und IIaufgenommenen Patienten hatten 73 % zuvor schon eine systemische Therapie oder Phototherapieerhalten. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer randomisierten
Doppelblindstudie (Psoriasisstudie III) auch an erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bisschwerer chronischer Plaque-Psoriasis mit gleichzeitiger Hand- und/oder Fußpsoriasis untersucht,die Kandidaten für eine systemische Therapie waren.
In der Psoriasisstudie I (REVEAL) wurden 1.212 Patienten innerhalb von drei Behandlungsperiodenuntersucht. In Periode A erhielten die Patienten Placebo oder eine Induktionsdosis von 80 mg
Adalimumab, danach 40 mg jede zweite Woche, zu beginnen eine Woche nach der Induktionsdosis.
Nach 16 Behandlungswochen traten Patienten mit mindestens PASI-75-Ansprechen (Verbesserungdes PASI-Wertes um mindestens 75 % im Vergleich zum Ausgangswert) in Periode B ein underhielten 40 mg Adalimumab unverblindet jede zweite Woche. Patienten, die bis Woche 33mindestens ein PASI-75-Ansprechen aufrechterhielten und ursprünglich in Periode A randomisiertder aktiven Therapie zugeteilt worden waren, wurden in Periode C erneut randomisiert und erhielten40 mg Adalimumab jede zweite Woche oder Placebo für weitere 19 Wochen. Für alle
Behandlungsgruppen zusammen betrug der durchschnittliche Ausgangswert des PASI 18,9, und der
Ausgangswert im Physician’s Global Assessment (PGA) lag im Bereich zwischen 'mittelschwer”(53 % der Studienteilnehmer), 'schwer” (41 %) und 'sehr schwer” (6 %).
In der Psoriasisstudie II (CHAMPION) wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumab im
Vergleich zu Methotrexat und Placebo bei 271 Patienten untersucht. Die Patienten erhielten übereinen Zeitraum von 16 Wochen entweder Placebo oder Methotrexat in einer Anfangsdosis von 7,5 mgund nachfolgender Dosiseskalation auf eine Maximaldosis von bis zu 25 mg bis Woche 12, oder eine
Adalimumab-Induktionsdosis von 80 mg, danach 40 mg jede zweite Woche (zu beginnen eine Wochenach der Induktionsdosis). Es liegen keine Daten eines Vergleichs von Adalimumab und Methotrexatüber einen Behandlungszeitraum von mehr als 16 Wochen vor. Patienten, die Methotrexat erhieltenund nach 8 und/oder 12 Wochen mindestens ein PASI-50-Ansprechen erreicht hatten, erhielten keineweitere Dosiseskalation. Für alle Behandlungsgruppen zusammen betrug der durchschnittliche
Ausgangswert des PASI 19,7 und der Ausgangswert des PGA lag im Bereich zwischen 'leicht”(< 1 %), 'mittelschwer” (48 %), 'schwer” (46 %) und 'sehr schwer” (6 %).
Patienten, die an allen Phase-II- und Phase-III-Psoriasisstudien teilnahmen, konnten in eine offene
Fortsetzungsstudie aufgenommen werden, in der Adalimumab mindestens weitere 108 Wochenverabreicht wurde.
Ein primärer Endpunkt der Psoriasisstudien I und II war der Anteil der Patienten, die nach 16 Wochenim Vergleich zum Ausgangswert ein PASI-75-Ansprechen erzielten (siehe Tabellen 16 und 17).
Tabelle 16
Psoriasisstudie I (REVEAL)
Wirksamkeitsergebnisse nach 16 Wochen
Placebo Adalimumab 40 mgn = 398 jede zweite Wochen (%) n = 814n (%)PASI-75a26 (6,5) 578 (70,9)b
PASI-100 3 (0,8) 163 (20,0)b
PGA: erscheinungsfrei/minimal 17 (4,3) 506 (62,2)ba Prozentsatz Patienten mit PASI-75-Ansprechen wurde als prüfzentrumadjustierte Rate berechnetb p < 0,001, Adalimumab vs. Placebo
Tabelle 17
Psoriasisstudie II (CHAMPION)
Wirksamkeitsergebnisse nach 16 Wochen
Placebo MTX Adalimumab 40 mg jeden = 53 n = 110 zweite Wochen (%) n (%) n = 108n (%)PASI-75 10 (18,9) 39 (35,5) 86 (79,6) a, b
PASI-100 1 (1,9) 8 (7,3) 18 (16,7) c, d
PGA: 6 (11,3) 33 (30,0) 79 (73,1) a, berscheinungsfrei/minimala p < 0,001 Adalimumab vs. Placebob p < 0,001 Adalimumab vs. Methotrexatc p < 0,01 Adalimumab vs. Placebod p < 0,05 Adalimumab vs. Methotrexat
In der Psoriasisstudie I erfuhren 28 % der Patienten, die ein PASI-75-Ansprechen gezeigt hatten undin Woche 33 bei der erneuten Randomisierung der Placebogruppe zugeteilt worden waren, einen'Verlust des adäquaten Ansprechens” (PASI-Wert nach Woche 33 bzw. in oder vor Woche 52, der im
Vergleich zum Studienbeginn zu einem geringeren Ansprechen als PASI-50 führte bei einergleichzeitigen Zunahme des PASI-Wertes um mindestens 6 Punkte im Vergleich zu Woche 33). Im
Vergleich dazu erfuhren 5 % der Patienten, die weiterhin Adalimumab erhielten (p < 0,001), einen'Verlust des adäquaten Ansprechens”. Von den Patienten, welche nach der erneuten Randomisierungauf Placebo einen Verlust des adäquaten Ansprechens zeigten und anschließend in die offene
Fortsetzungsphase eingeschlossen wurden, erzielten 38 % (25/66) bzw. 55 % (36/66) nach 12 bzw.24 Wochen aktiver Therapie wieder ein PASI-75-Ansprechen.
Insgesamt 233 Patienten, die ein PASI-75-Ansprechen in Woche 16 und Woche 33 gezeigt hatten,erhielten in der Psoriasisstudie I für 52 Wochen eine Adalimumab-Dauertherapie und wurden mit
Adalimumab in der offenen Fortsetzungsstudie weiterbehandelt. Das PASI-75-Ansprechen bzw. das
PGA-Ansprechen, definiert als PGA 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, war bei diesen Patientennach weiteren 108 offenen Behandlungswochen (insgesamt 160 Wochen) 74,7 % bzw. 59,0 %. Ineiner Non-Responder-Imputation(NRI)-Analyse, in der alle Patienten als Non-Responder betrachtetwurden, die aus der Studie aufgrund von Nebenwirkungen oder mangelnder Wirksamkeit ausschiedenoder bei denen die Dosis erhöht wurde, betrug bei diesen Patienten das PASI-75-Ansprechen bzw. das
PGA-Ansprechen, definiert als PGA 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, nach weiteren 108 Wochender offenen Fortsetzungsbehandlung (insgesamt 160 Wochen) 69,6 % bzw. 55,7 %.
Insgesamt 347 Patienten, die dauerhaft ansprachen, nahmen an einer Analyse einer
Behandlungsunterbrechung und -wiederaufnahme in einer offenen Fortsetzungsstudie teil. Währendder Phase der Behandlungsunterbrechung kehrten die Psoriasissymptome im Verlauf der Zeit miteiner durchschnittlichen Rückfallzeit von etwa 5 Monaten zurück (Verminderung des PGA auf'mittelschwer“ oder schlechter). Keiner dieser Patienten erfuhr einen Rebound-Effekt während der
Unterbrechungsphase. Insgesamt 76,5 % (218/285) der Patienten, die in die Phase eintraten, in der die
Behandlung wiederaufgenommen wurde, hatten 16 Wochen nach Wiederaufnahme der Behandlungein PGA-Ansprechen, definiert als PGA 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, unabhängig davon, ob siewährend des Absetzens einen Rückfall hatten (69,1 % [123/178] bzw. 88,8 % [95/107] für Patienten,die während der Phase der Behandlungsunterbrechung einen Rückfall erlitten bzw. keinen Rückfallhatten). Es wurde ein ähnliches Sicherheitsprofil in der Phase, in der die Behandlungwiederaufgenommen wurde, beobachtet wie vor der Behandlungsunterbrechung.
Signifikante Verbesserungen des DLQI (Dermatology Life Quality Index) gegenüber dem
Ausgangswert im Vergleich zu Placebo (Studien I und II) und Methotrexat (Studie II) wurden zu
Woche 16 festgestellt. In Studie I verbesserten sich die Summenwerte der körperlichen und mentalen
SF-36-Komponenten im Vergleich zu Placebo ebenfalls signifikant.
In einer offenen Fortsetzungsstudie mit Patienten, bei denen wegen eines PASI-Ansprechens vonunter 50 % die Dosis von 40 mg jede zweite Woche auf 40 mg wöchentlich gesteigert wurde, erzielten26,4 % (92/349) bzw. 37,8 % (132/349) der Patienten ein PASI-75-Ansprechen in Woche 12 bzw. 24.
Die Psoriasisstudie III (REACH) verglich die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumab versus
Placebo an 72 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis und Hand-und/oder Fußpsoriasis. Die Patienten erhielten 16 Wochen lang nach einer Anfangsdosis von 80 mg
Adalimumab jede zweite Woche 40 mg Adalimumab (beginnend eine Woche nach der Anfangsdosis)oder Placebo. Zu Woche 16 erreichte ein statistisch signifikant größerer Anteil an Patienten, die
Adalimumab erhielten, den PGA 'erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“ für die Händeund/oder Füße im Vergleich zu Patienten, die Placebo erhielten (30,6 % versus 4,3 % [p = 0,014]).
Die Psoriasisstudie IV verglich die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumab versus
Placebo an 217 Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Nagelpsoriasis. Nach einer
Anfangsdosis von 80 mg Adalimumab erhielten die Patienten 26 Wochen lang jede zweite
Woche 40 mg Adalimumab (beginnend eine Woche nach der Anfangsdosis) oder Placebo. Im
Anschluss erhielten sie über 26 weitere Wochen eine offene Adalimumab-Behandlung. Die
Nagelpsoriasis wurde anhand des Modified Nail Psoriasis Severity Index (mNAPSI), des
Physician’s Global Assessment of Fingernail Psoriasis (PGA-F) und des Nail Psoriasis
Severity Index (NAPSI) beurteilt (siehe Tabelle 18). Adalimumab zeigte einen therapeutischen
Nutzen bei Nagelpsoriasis-Patienten mit unterschiedlichem Ausmaß der Hautbeteiligung(KOF ≥ 10 % (60 % der Patienten) sowie KOF < 10 % und ≥ 5 % (40 % der Patienten)).
Tabelle 18
Ergebnisse zur Wirksamkeit in der Psoriasisstudie IV nach 16, 26 und 52 Wochen
Endpunkt Woche 16 Woche 26 Woche 52placebokontrolliert placebokontrolliert offen
Placebo Adalimumab Placebo Adalimumab Adalimumabn = 108 40 mg alle 2 n = 108 40 mg alle 40 mg alle
Wochen zwei zwei Wochenn = 109 Wochen n = 80n = 109≥ mNAPSI 75 (%) 2,9 26,0a 3,4 46,6a 65,0
PGA-F 2,9 29,7a 6,9 48,9a 61,3erscheinungsfrei/minimalund Verbesserung um ≥ 2
Stufen (%)
Prozentuale Veränderung -7,8 -44,2 a -11,5 -56,2a -72,2des NAPSI bei allen
Fingernägeln (%)a p < 0,001, Adalimumab vs. Placebo
Die mit Adalimumab behandelten Patienten erreichten in Woche 26 statistisch signifikante
Verbesserungen im DLQI verglichen mit Placebo.
Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studien und in einer offenen Fortsetzungsstudie an erwachsenen Patienten mitmittelschwerer bis schwerer Hidradenitis suppurativa (HS) untersucht. Diese Patienten wiesen eine
Unverträglichkeit, eine Kontraindikation oder ein unzureichendes Ansprechen gegenüber einersystemischen antibiotischen Therapie nach einem mindestens 3-monatigen Behandlungsversuch auf.
Die Patienten in den Studien HS-I und HS-II waren in Hurley-Stadium II oder III der Krankheit mitmindestens 3 Abszessen oder entzündlichen Knoten.
In der Studie HS-I (PIONEER I) wurden 307 Patienten in 2 Behandlungsperioden untersucht. In
Periode A erhielten die Patienten Placebo oder eine Induktionsdosis von 160 mg Adalimumab in
Woche 0, danach 80 mg in Woche 2 und ab Woche 4 bis Woche 11 40 mg wöchentlich. Einegleichzeitige Behandlung mit Antibiotika war während der Studie nicht erlaubt. Nach einer 12-wöchigen Behandlung wurden die Patienten, die in Periode A Adalimumab erhalten hatten, in
Periode B erneut in eine von drei Behandlungsgruppen randomisiert (40 mg Adalimumabwöchentlich, 40 mg Adalimumab jede zweite Woche oder Placebo von Woche 12 bis Woche 35).
Patienten, die in Periode A Placebo erhalten hatten, wurden einer Behandlung mit 40 mg
Adalimumab wöchentlich in Periode B zugeteilt.
In der Studie HS-II (PIONEER II) wurden 326 Patienten in 2 Behandlungsperioden untersucht. In
Periode A erhielten die Patienten Placebo oder eine Induktionsdosis von 160 mg Adalimumab in
Woche 0, danach 80 mg in Woche 2 und ab Woche 4 bis Woche 11 40 mg wöchentlich. 19,3 % der
Patienten erhielten während der Studie eine fortgesetzte Basistherapie mit oralen Antibiotika. Nacheiner 12-wöchigen Behandlung wurden die Patienten, die in Periode A Adalimumab erhalten hatten,in Periode B erneut in eine von drei Behandlungsgruppen randomisiert (40 mg Adalimumabwöchentlich, 40 mg Adalimumab jede zweite Woche oder Placebo von Woche 12 bis Woche 35).
Patienten, die in Periode A Placebo erhalten hatten, wurden in Periode B der Placebogruppe zugeteilt.
Patienten, die an Studie HS-I oder HS-II teilgenommen hatten, waren für die Aufnahme in eine offene
Fortsetzungsstudie geeignet, in der 40 mg Adalimumab wöchentlich verabreicht wurden. Diedurchschnittliche Exposition lag in allen Adalimumab-Populationen bei 762 Tagen. Während allerdrei Studien wendeten die Patienten täglich eine topische antiseptische Waschlösung an.
Klinisches AnsprechenDie Verringerung der entzündlichen Läsionen und die Prävention einer Verschlimmerung der
Abszesse und dränierenden Fisteln wurden anhand des Hidradenitis Suppurativa Clinical Responsebeurteilt (HiSCR; eine mindestens 50%ige Abnahme der Gesamtzahl an Abszessen und entzündlichen
Knoten und keine Zunahme der Anzahl an Abszessen sowie der Anzahl an dränierenden Fistelngegenüber Baseline). Die Verringerung der HS-bezogenen Hautschmerzen wurde mithilfe einernumerischen Bewertungsskala bei Patienten beurteilt, die auf einer Skala mit 11 Punkten zu Beginnder Studie einen Score von 3 oder höher aufwiesen.
Im Vergleich zu Placebo erreichte ein signifikant höherer Anteil der mit Adalimumab behandelten
Patienten ein HiSCR-Ansprechen zu Woche 12. In Woche 12 wies ein signifikant höherer Anteil an
Patienten in Studie HS-II eine klinisch relevante Verringerung der HS-bezogenen Hautschmerzen auf(siehe Tabelle 19). Bei den mit Adalimumab behandelten Patienten war das Risiko eines
Krankheitsschubes während der ersten 12 Behandlungswochen signifikant reduziert.
Tabelle 19
Ergebnisse bezüglich Wirksamkeit nach 12 Wochen, Studie HS-I und HS-II
Studie HS-I Studie HS-II
Adalimumab Adalimumab
Placebo 40 mg Placebo 40 mgwöchentlich wöchentlich
Hidradenitis suppurativa n = 154 n = 153 n = 163 n = 163
Clinical Response (HiSCR)a 40 (26,0 %) 64 (41,8 %) * 45 (27,6 %) 96 (58,9 %) ***≥ 30 % Verringerung der n = 109 n = 122 n=111 n=105
Hautschmerzenb 27 (24,8 %) 34 (27,9 %) 23 (20,7 %) 48 (45,7 %) ***
* p < 0,05; ***p < 0,001, Adalimumab versus Placeboa Unter allen randomisierten Patienten.b Unter den Patienten mit einer anfänglichen Einstufung der HS-bezogenen Hautschmerzen≥ 3 auf Basis einer numerischen Bewertungsskala von 0 bis 10; 0 = keine Hautschmerzen, 10 = dieschlimmsten vorstellbaren Hautschmerzen.
Die Behandlung mit 40 mg Adalimumab wöchentlich führte zu einer signifikanten Verringerung des
Risikos einer Verschlimmerung von Abszessen und dränierenden Fisteln. Etwa doppelt so viele
Patienten in der Placebogruppe wiesen im Vergleich zur Adalimumab-Gruppe in den ersten12 Wochen der Studien HS-I und HS-II eine Verschlimmerung der Abszesse (23,0 % gegenüber11,4 %) und dränierenden Fisteln (30,0 % gegenüber 13,9 %) auf.
In Woche 12 wurden gegenüber den Ausgangswerten im Vergleich zu Placebo größere
Verbesserungen hinsichtlich der anhand des Dermatology Life Quality Index (DLQI; Studie HS-I und
HS-II) gemessenen hautspezifischen gesundheitsbezogenen Lebensqualität, der anhand des Treatment
Satisfaction Questionnaire - Medication (TSQM; Studie HS-I und HS-II) gemessenen allgemeinen
Zufriedenheit der Patienten mit der medikamentösen Behandlung und der anhand des Physical
Component Summary Score des SF-36-Fragebogens (Studie HS-I) gemessenen körperlichen
Gesundheit festgestellt.
Unter den Patienten, die in Woche 12 mindestens teilweise auf die Behandlung mit 40 mg
Adalimumab wöchentlich angesprochen haben, war die HiSCR-Rate in Woche 36 höher bei
Patienten, die weiterhin wöchentlich mit Adalimumab behandelt wurden, als bei Patienten, deren
Dosisintervall auf jede zweite Woche verlängert wurde oder bei denen die Behandlung abgesetztwurde (siehe Tabelle 20).
Tabelle 20
Anteil der Patientena unter wöchentlicher Behandlung mit Adalimumab in Woche 12, dienach Neuzuweisung der Behandlung HiSCRb in Woche 24 und 36 erreichten
Placebo Adalimumab 40 mg Adalimumab 40 mg(Behanlungsabbruch) jede zweite Woche wöchentlichn = 73 n = 70 n = 70
Woche 24 24 (32,9 %) 36 (51,4 %) 40 (57,1 %)
Woche 36 22 (30,1 %) 28 (40,0 %) 39 (55,7 %)a Patienten mit einem mindestens teilweisen Ansprechen auf 40 mg Adalimumab wöchentlichnach 12 Behandlungswochen.b Patienten, die die im Prüfplan festgelegten Kriterien im Hinblick auf einen Verlust des
Ansprechens oder keine Verbesserung erfüllten, mussten aus den Studien ausscheiden und wurden als
Non-Responder gewertet.
Unter den Patienten, die in Woche 12 mindestens teilweise auf die Behandlung angesprochen habenund die weiterhin mit Adalimumab behandelt wurden, betrug die HiSCR-Rate in Woche 48 68,3 %und in Woche 96 65,1 %. Bei einer langfristigen Behandlung mit Adalimumab 40 mg wöchentlichüber 96 Wochen wurden keine neuen Erkenntnisse zur Sicherheit identifiziert.
Unter den Patienten in den Studien HS-I und HS-II, deren Behandlung mit Adalimumab in Woche 12abgesetzt wurde, war die HiSCR-Rate 12 Wochen nach Wiederaufnahme der Behandlung mit 40 mg
Adalimumab wöchentlich vergleichbar mit der Rate vor dem Absetzen der Behandlung (56,0 %).
Morbus CrohnDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden bei über 1.500 Patienten mitmittelschwerem bis schwerem, aktivem Morbus Crohn (Crohn’s Disease Activity Index (CDAI) ≥ 220und ≤ 450) in randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien untersucht. Eine
Begleitmedikation in gleichbleibender Dosierung mit Aminosalicylaten, Glukokortikoiden und/oder
Immunsuppressiva war erlaubt, und bei 80 % der Patienten wurde die Behandlung mit mindestenseinem dieser Medikamente fortgeführt.
Die Induktion einer klinischen Remission (definiert als CDAI < 150) wurde in zwei Studien, MC-
Studie I (CLASSIC I) und MC-Studie II (GAIN), untersucht. In der MC-Studie I wurden299 Patienten, die zuvor nicht mit einem TNF-Antagonisten behandelt wurden, in eine von vier
Behandlungsgruppen randomisiert: Placebo in Woche 0 und 2, 160 mg Adalimumab in Woche 0 und80 mg in Woche 2, 80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2 sowie 40 mg in Woche 0 und 20 mg in
Woche 2. In der MC-Studie II wurden 325 Patienten, die nicht mehr ausreichend auf Infliximabansprachen oder eine Unverträglichkeit gegenüber Infliximab zeigten, randomisiert und erhieltenentweder 160 mg Adalimumab in Woche 0 und 80 mg in Woche 2 oder Placebo in Woche 0 und 2.
Patienten, bei denen sich primär keine Wirkung zeigte, wurden aus diesen Studien ausgeschlossen undnicht weiter untersucht.
Der Erhalt der klinischen Remission wurde in der MC-Studie III (CHARM) untersucht. In der offenen
Induktionsphase der MC-Studie III erhielten 854 Patienten 80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2.
In Woche 4 wurden die Patienten randomisiert und erhielten entweder 40 mg alle zwei Wochen,40 mg jede Woche oder Placebo über den gesamten Studienzeitraum von 56 Wochen. Patienten, dieauf die Therapie ansprachen (Minderung des CDAI ≥ 70), wurden in Woche 4 stratifiziert undunabhängig von denen, die bis Woche 4 noch keine Wirkung zeigten, analysiert. Ein Ausschleichender Glukokortikoide war ab der 8. Woche erlaubt.
Die klinischen Remissions- und Ansprechraten für die MC-Studie I und die MC-Studie II sind in
Tabelle 21aufgeführt.
Tabelle 21
Induktion der klinischen Remission und des Ansprechens(Prozent der Patienten)
MC-Studie I: Infliximab-naive Patienten MC-Studie II: Infliximab-erfahrene Patienten
Adalimumab Adalimumab Adalimumab
Placebo Placebo80/40 mg 160/80 mgn = 74n = 75 160/80 mg n = 166n = 159n = 76
Woche 4
Klinische Remission 12 % 24 % 36 %* 7 % 21 %*
Klinisches
Ansprechen (CR- 24 % 37 % 49 %** 25 % 38 %**100)
Alle p-Werte beziehen sich auf den paarweisen Vergleich der Zahlen für Adalimumab versus Placebo
* p < 0,001
** p < 0,01
Die Remissionsraten in Woche 8 für die Induktionsdosierung mit 160/80 mg und mit 80/40 mg warenvergleichbar, unter der Dosierung mit 160/80 mg wurden häufiger Nebenwirkungen beobachtet.
In Woche 4 zeigten in der MC-Studie III 58 % (499/854) der Patienten ein klinisches Ansprechen undwurden in der primären Analyse erfasst. Von diesen Patienten mit klinischem Ansprechen in Woche 4hatten 48 % bereits zuvor TNF-Antagonisten erhalten. Die Raten der anhaltenden Remission und des
Ansprechens sind in Tabelle 22 aufgeführt. Die Ergebnisse zur klinischen Remission warenweitgehend konstant, unabhängig davon, ob früher bereits ein TNF-Antagonist verabreicht wurde.
Adalimumab verringerte im Vergleich zu Placebo krankheitsbezogene Klinikaufenthalte und
Operationen in Woche 56 signifikant.
Tabelle 22
Aufrechterhaltung der klinischen Remission und des Ansprechens(Prozent der Patienten)
Placebo 40 mg 40 mg
Adalimumab Adalimumab
Jede zweite Woche jede Woche
Woche 26 n = 170 n = 172 n = 157
Klinische Remission 17 % 40 %* 47 %*
Klinisches Ansprechen (CR-100) 27 % 52 %* 52 %*
Patienten in steroidfreier Remission für≥ 90 Tagea 3 % (2/66) 19 % (11/58)** 15 % (11/74)**
Woche 56 n = 170 n = 172 n = 157
Klinische Remission 12 % 36 %* 41 %*
Klinisches Ansprechen (CR-100) 17 % 41 %* 48 %*
Patienten in steroidfreier Remission für≥ 90 Tagea 5 % (3/66) 29 % (17/58)* 20 % (15/74)**
* p < 0,001 bezogen auf den paarweisen Vergleich der Zahlen für Adalimumab versus Placebo
** p < 0,02 bezogen auf den paarweisen Vergleich der Zahlen für Adalimumab versus Placeboa Von den Patienten, die Glukokortikoide zu Beginn erhalten haben
Bei den Patienten, die bis Woche 4 nicht angesprochen hatten, zeigte sich bei 43 % der mit
Adalimumab behandelten Patienten in Woche 12 eine Wirkung im Vergleich zu 30 % der
Placebopatienten. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass einige Patienten, die bis Woche 4 nochnicht auf die Therapie angesprochen haben, von einer Weiterführung der Erhaltungstherapie bis
Woche 12 profitieren. Eine Fortsetzung der Therapie über die 12. Woche hinaus zeigte keinesignifikant höhere Ansprechrate (siehe Abschnitt 4.2).
117 von 276 Patienten aus der MC-Studie I und 272 von 777 aus den MC-Studien II und III wurdenmindestens 3 Jahre in einer offenen Studie mit Adalimumab weiterbehandelt. 88 bzw. 189 Patientenblieben weiterhin in klinischer Remission. Ein klinisches Ansprechen (CR-100) wurde bei 102 bzw.233 Patienten erhalten.
LebensqualitätIn der MC-Studie I und der MC-Studie II zeigte sich eine statistisch signifikante Verbesserung imkrankheitsspezifischen IBDQ(Inflammatory-Bowel-Disease-Questionnaire)-Gesamtscore in Woche 4bei Patienten, die in die Adalimumab-Gruppen 80/40 mg und 160/80 mg randomisiert wurden, im
Vergleich zur Placebogruppe. Dasselbe zeigte sich in der MC-Studie III in Woche 26 und 56 in den
Adalimumab-Behandlungsgruppen im Vergleich zur Placebogruppe.
Colitis ulcerosaDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab-Mehrfachdosen wurden bei erwachsenen Patientenmit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (Mayo-Score 6 bis 12 mit Endoskopie-
Subscore 2 bis 3) in randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien untersucht.
In der UC-I-Studie wurden 390 Patienten, die gegenüber TNF-Antagonisten naiv waren, randomisiert:sie erhielten entweder Placebo in Woche 0 und 2, 160 mg Adalimumab in Woche 0, gefolgt von80 mg in Woche 2 oder 80 mg Adalimumab in Woche 0, gefolgt von 40 mg in Woche 2. Nach
Woche 2 erhielten die Patienten in beiden Adalimumab-Armen jede zweite Woche 40 mg. Eineklinische Remission (definiert als Mayo-Score ≤ 2 mit keinem Subscore > 1) wurde in Woche 8bewertet.
In der UC-II-Studie erhielten 248 Patienten 160 mg Adalimumab in Woche 0, 80 mg in Woche 2 unddanach jede zweite Woche 40 mg und 246 Patienten erhielten Placebo. Die klinischen Ergebnissewurden auf Einleitung einer Remission in Woche 8 und Bestehen der Remission in Woche 52bewertet.
Eine klinische Remission zu einem statistisch signifikanten größeren Prozentsatz gegenüber Placeboerreichten Patienten mit einer Induktionsdosis von 160/80 mg Adalimumab in Woche 8 in der UC-I-
Studie (18 % unter Adalimumab vs. 9 % unter Placebo; p = 0,031) und UC-II-Studie (17 % unter
Adalimumab vs. 9 % unter Placebo; p = 0,019). In der UC-II-Studie waren unter Adalimumab-
Behandlung 21/41 (51 %) Patienten, die in Woche 8 in Remission waren, in Woche 52 in Remission.
Tabelle 23 zeigt die Ergebnisse aus der gesamten Population von UC-II-Studie.
Tabelle 23
Ansprechen, Remission und Mukosaheilung in der UC-II-Studie(prozentualer Anteil der Patienten)
Placebo Adalimumab 40 mgjede zweite Woche
Woche 52 n = 246 n = 248
Klinisches Ansprechen 18 % 30 %*
Klinische Remission 9 % 17 %*
Mukosaheilung 15 % 25 %*
Steroidfreie Remission für ≥ 90 Tage a 6 % 13 % *(n = 140) (n = 150)
Woche 8 und 52
Anhaltendes Ansprechen 12 % 24 %**
Anhaltende Remission 4 % 8 %*
Anhaltende Mukosaheilung 11 % 19 %*
Klinische Remission bedeutet Mayo Score ≤ 2 mit keinem Subscore > 1;
Klinisches Ansprechen bedeutet eine Abnahme im Mayo-Score gegenüber Studienbeginn um ≥ 3 Punkte und≥ 30 % plus eine Abnahme im rektalen Blutungs-Subscore [RBS] ≥ 1 oder einen absoluten RBS von 0 oder 1;
*p < 0,05 für Adalimumab versus Placebo paarweiser Vergleich der Anteile
**p < 0,001 für Adalimumab versus Placebo paarweiser Vergleich der Anteilea Verabreichung von Glukokortikoiden zu Studienbeginn
Von den Patienten mit einem Ansprechen in Woche 8 sprachen in Woche 52 47 % an, waren 29 % in
Remission, hatten 41 % eine Mukosaheilung und waren 20 % in steroidfreier Remission für ≥ 90
Tage
Bei annähernd 40 % der Patienten der UC-II-Studie hatte zuvor die Anti-TNF-Behandlung mit
Infliximab versagt. Die Wirksamkeit von Adalimumab war bei diesen Patienten im Vergleich zu
Patienten, die Anti-TNF-naiv waren, verringert. Unter den Patienten, bei denen zuvor eine Anti-TNF-
Behandlung versagt hatte, wurde bei 3 % der Patienten, die Placebo erhalten hatten, und bei 10 % der
Patienten, die Adalimumab erhalten hatten, in Woche 52 eine Remission erreicht.
Patienten aus den UC-I- und UC-II-Studien hatten die Möglichkeit, an einer offenen Langzeit-
Fortsetzungsstudie (UC-III) teilzunehmen. Nach Behandlung mit Adalimumab über 3 Jahre waren75 % (301/402) nach Partial-Mayo-Score weiterhin in klinischer Remission.
HospitalisierungsratenInnerhalb der 52 Wochen der Studien UC-I und UC-II wurden für den Adalimumab-Behandlungsarmim Vergleich zum Placeboarm niedrigere Raten bezüglich allgemeiner sowie Colitis-ulcerosa-bedingter Krankenhausaufenthalte beobachtet. Die Zahl an allgemeinen Hospitalisierungen betrug inder Adalimumab-Behandlungsgruppe 0,18 pro Patientenjahr gegenüber 0,26 pro Patientenjahr in der
Placebogruppe, und die entsprechenden Zahlen für Colitis-ulcerosa-verursachte Hospitalisierungenwaren 0,12 pro Patientenjahr gegenüber 0,22 pro Patientenjahr.
LebensqualitätIn der Studie UC-II resultierte die Behandlung mit Adalimumab in einer Verbesserung des
Inflammatory-Bowel-Disease-Questionnaire(IBDQ)-Score.
UveitisDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in zwei randomisierten, doppelmaskierten,placebokontrollierten Studien (UV I und II) bei erwachsenen Patienten mit nicht infektiöser Uveitisintermedia, Uveitis posterior und Panuveitis beurteilt, ausgenommen Patienten mit isolierter Uveitisanterior. Die Patienten erhielten Placebo oder eine Induktionsdosis von 80 mg Adalimumab, gefolgtvon 40 mg alle zwei Wochen, beginnend eine Woche nach der Induktionsdosis. Eine
Begleitmedikation in gleichbleibender Dosierung mit einem nicht biologischen Immunsuppressivumwar erlaubt.
In der Studie UV I wurden 217 Patienten untersucht, die trotz Behandlung mit Kortikosteroiden(Prednison oral in einer Dosierung von 10 bis 60 mg/Tag) eine aktive Uveitis aufwiesen. Alle
Patienten erhielten bei Eintritt in die Studie 2 Wochen lang eine standardisierte Prednison-Dosis von60 mg/Tag. Darauf folgte eine verpflichtende Steroidausschleichung, sodass die Kortikosteroide bis
Woche 15 vollständig abgesetzt waren.
In der Studie UV II wurden 226 Patienten mit inaktiver Uveitis untersucht, die bei Baseline zur
Kontrolle ihrer Erkrankung dauerhaft mit Kortikosteroiden behandelt werden mussten (Prednison oral10 bis 35 mg/Tag). Danach folgte eine verpflichtende Steroidausschleichung, sodass die
Kortikosteroide bis Woche 19 vollständig abgesetzt waren.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt beider Studien war die 'Dauer bis zum Behandlungsversagen“.
Das Behandlungsversagen wurde definiert durch eine Verschlechterung in einer der vier
Komponenten: entzündliche Läsionen der Ader- und Netzhaut und/oder entzündliche Gefäßläsionender Netzhaut, Grad der Vorderkammerzellen, Grad der Glaskörpertrübung und bestkorrigierter Visus(best corrected visual acuity, BCVA).
Die Patienten, die die Studien UV I und UV II abgeschlossen hatten, konnten in eine unkontrollierte
Langzeit-Fortsetzungsstudie, mit einer ursprünglich geplanten Dauer von 78 Wochen, eingeschlossenwerden. Die Patienten durften die Studienmedikation über die Woche 78 hinaus fortsetzen bis sie
Zugang zu Adalimumab hatten.
Klinisches AnsprechenDie Ergebnisse aus beiden Studien zeigten eine statistisch signifikante Reduktion des Risikos eines
Behandlungsversagens bei Patienten unter Behandlung mit Adalimumab gegenüber Patienten, die
Placebo erhielten (siehe Tabelle 24). Beide Studien zeigten im Vergleich zu Placebo eine frühzeitigeinsetzende und anhaltende Auswirkung von Adalimumab auf die Rate an Behandlungsversagen(siehe Abbildung 2).
Tabelle 24
Dauer bis zum Behandlungsversagen in den Studien UV I und UV IIn Versagen Dauer HRa 95 %-KI p-Wertb
Auswertung n (%) (Median) für HRa
Behandlung bis zum
Versagen(Monate)
Dauer bis zum Behandlungsversagen in oder nach Woche 6 in der Studie UV I
Primäre
Auswertung(ITT-
Population)
Placebo 107 84 (78,5) 3.0 -- -- --
Adalimumab 110 60 (54,5) 5,6 0,50 0,36; 0,70 < 0,001
Dauer bis zum Behandlungsversagen in oder nach Woche 2 in der Studie UV II
Primäre
Auswertung(ITT-
Population)
Placebo 111 61 (55,0) 8,3 -- -- --
Adalimumab 115 45 (39,1) n. b.c 0,57 0,39; 0,84 0,004
Hinweis: Ein Behandlungsversagen in oder nach Woche 6 (Studie UV I) bzw. in oder nach Woche 2 (Studie
UV II) wurde als Ereignis gewertet. Ein Ausscheiden aus anderen Gründen als Behandlungsversagen wurdezum Zeitpunkt des Ausscheidens zensiert.a HR von Adalimumab gegenüber Placebo der Cox-Regressionsanalyse mit Behandlung als Faktorb 2-seitiger p-Wert vom Log-Rank-Testc n. b. = nicht bestimmbar. Bei weniger als der Hälfte der Risikopatienten kam es zu einem Ereignis.
Abb. 2: Kaplan-Meier-Kurven zur Darstellung der Dauer bis zum Behandlungsversagen inoder nach Woche 6 (Studie UV I) bzw. Woche 2 (Studie UV II)
ZEIT (MONATE)
Studie UV I Behandlung: Placebo Adalimumab
RATE BEHANDLUNGSVERSAGEN (%)
ZEIT (MONATE)
Studie UV II Behandlung: Placebo Adalimumab
Hinweis: P# = Placebo (Anzahl an Ereignissen/Anzahl Risikopatienten); A# = Adalimumab (Anzahlan Ereignissen/Anzahl Risikopatienten)
In der Studie UV I wurden für jede Komponente des Behandlungsversagens statistisch signifikante
Unterschiede zugunsten von Adalimumab gegenüber Placebo festgestellt. In der Studie UV II wurdenstatistisch signifikante Unterschiede nur für die Sehschärfe festgestellt, doch die Ergebnisse deranderen Komponenten fielen numerisch zugunsten von Adalimumab aus.
Von den 424 Studienteilnehmern , die in die unkontrollierte Langzeit-Fortsetzungsstudie von den
Studien UV I und UV II eingeschlossen waren, erwiesen sich 60 Studienteilnehmer als nichtauswertbar (z. B. aufgrund von Abweichungen oder durch Komplikationen nachrangig einerdiabetischen Retinopathie, die auf eine Operation des grauen Stars oder Glaskörperentfernungzurückzuführen waren). Sie wurden deshalb von der primären Wirksamkeitsanalyse ausgeschlossen.
Von den 364 verbleibenden auswertbaren Patienten waren 269 Patienten (74 %) nach 78 Wochennoch auf Adalimumab-Therapie. Basierend auf dem betrachteten datenbasierten Ansatz waren 216(80,3 %) Patienten symptomfrei (keine aktiven endzündlichen Läsionen, Grad der
Vorderkammerzellen ≤ 0,5+, Grad der Glaskörpertrübung ≤ 0,5+) mit einer einhergehenden
Steroiddosis ≤ 7,5 mg pro Tag und 178 (66,2 %) waren in einer steroidfreien Ruhephase. In Woche 78wurde bei 88,6 % der Augen der bestkorrigierte Visus (best corrected visual acuity, BCVA) entwederverbessert oder erhalten (< 5 Zeichen der Verschlechterung). Die Daten, die über die Woche 78hinaus erhoben wurden, waren im Allgemeinen übereinstimmend mit diesen Daten, aber die Anzahlvon eingeschlossenen Studienteilnehmern war nach dieser Zeit zurückgegangen. Ursächlich für dievorzeitige Beendigung der Studie waren in 18 % der Fälle das Auftreten von Nebenwirkungen und in8 % der Fälle ein unzureichendes Ansprechen auf die Behandlung mit Adalimumab.
LebensqualitätIn beiden klinischen Studien wurde die Therapiebewertung aus Patientensicht (patient reportedoutcome, PRO) hinsichtlich des Sehvermögens mithilfe des NEI VFQ-25 beurteilt. Bei den meisten
Subscores fielen die Ergebnisse numerisch zugunsten von Adalimumab aus - ein statistischsignifikanter mittlerer Unterschied bestand in der Studie UV I beim allgemeinen Sehvermögen, bei
Augenschmerzen, Nahsicht, mentaler Gesundheit und dem Gesamtscore, in der Studie UV II beimallgemeinen Sehvermögen und der mentalen Gesundheit. Weitere Wirkungen in Bezug auf das
Sehvermögen fielen in der Studie UV I beim Farbsehen und in der Studie UV II beim Farbsehen, demperipheren Sehen und der Nahsicht numerisch nicht zugunsten von Adalimumab aus.
RATE BEHANDLUNGSVERSAGEN (%)
ImmunogenitätWährend der Behandlung mit Adalimumab können sich Anti-Adalimumab-Antikörper bilden. Die
Bildung von Anti-Adalimumab-Antikörpern ist mit einer erhöhten Clearance und einer verminderten
Wirksamkeit von Adalimumab verbunden. Zwischen der Anwesenheit von Anti-Adalimumab-
Antikörpern und dem Auftreten von unerwünschten Ereignissen gibt es keinen offensichtlichen
Zusammenhang.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in zwei Studien (pJIA I und II) an Kindernmit aktiver polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis oder polyartikulärem Verlauf untersucht,die zu Erkrankungsbeginn verschiedene Subtypen der juvenilen idiopathischen Arthritis aufwiesen(am häufigsten waren Rheumafaktor negative oder positive Polyarthritis und erweiterte
Oligoarthritis).
pJIA IDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer multizentrischen, randomisierten,doppelblinden Parallelgruppenstudie an 171 Kindern und Jugendlichen (4 - 17 Jahre alt) mitpolyartikulärer JIA untersucht. In der offenen Einleitungsphase (OL-LI) wurden die Patienten in zwei
Gruppen stratifiziert: mit Methotrexat (MTX) behandelte oder nicht mit MTX behandelte Patienten.
Patienten, die im Nicht-MTX-Arm waren, waren entweder MTX-naiv oder MTX war mindestenszwei Wochen vor Verabreichung der Studienmedikation abgesetzt worden. Die Patienten erhieltenstabile Dosen von NSAR und/oder Prednison (≤ 0,2 mg/kg/Tag oder maximal 10 mg/Tag). In der OL-
LI-Phase erhielten alle Patienten 16 Wochen lang 24 mg/m2 bis zu einer Maximaldosis von 40 mg
Adalimumab jede zweite Woche. Die Patientenverteilung nach Alter und minimaler, mittlerer undmaximaler Dosis, wie sie während der OL-LI-Phase verabreicht wurde, ist in Tabelle 25dargestellt.
Tabelle 25
Patientenverteilung nach Alter und verabreichter Adalimumab-Dosis während der
OL-LI-Phase
Altersgruppe Patientenanzahl zu Minimale, mittlere und maximale
Studienbeginn n (%) Dosis4 bis 7 Jahre 31 (18,1) 10, 20 und 25 mg8 bis 12 Jahre 71 (41,5) 20, 25 und 40 mg13 bis 17 Jahre 69 (40,4) 25, 40 und 40 mg
Die Patienten, die ein pädiatrisches ACR-30-Ansprechen in Woche 16 zeigten, waren für die
Randomisierung in die doppelblinde (DB-)Studienphase geeignet und erhielten entweder
Adalimumab (24 mg/m2 bis zu einer maximalen Einzeldosis von 40 mg) oder Placebo jede zweite
Woche für weitere 32 Wochen oder bis zu einem Wiederaufflammen der Erkrankung. Kriterienfür ein Wiederaufflammen der Erkrankung waren definiert als eine Verschlechterung von≥ 30 % im Vergleich zu Studienbeginn bei ≥ 3 von 6 pädiatrischen ACR-Core-Kriterien, ≥ 2aktive Gelenke und eine Verbesserung von > 30 % in nicht mehr als einem der 6 Kriterien. Nach32 Wochen oder bei Wiederaufflammen der Erkrankung waren die Patienten für die
Überführung in die offene Fortsetzungsphase (OLE) geeignet
Tabelle 26
Pädiatrisches ACR-30-Ansprechen in der JIA-Studie
Studienarm MTX Ohne MTX
Phase
OL-LI 16 Wochen
Pädiatrisches ACR-30- 94,1 % (80/85) 74,4 % (64/86)
Ansprechen (n/n)
Ergebnisse zur WirksamkeitDoppelblind 32 Wochen Adalimumab Placebo /MTX Adalimumab Placebo (n = 28)/MTX (n = 38) (n = 37) (n = 30)
Wiederaufflammen der 36,8 % (14/38) 64,9 % (24/37)b43,3 % (13/30) 71,4 % (20/28)c
Erkrankung nach32 Wochena (n/n)
Mittlere Zeit bis zum > 32 Wochen 20 Wochen > 32 Wochen 14 Wochen
Wiederaufflammen der
Erkrankunga pädiatrisches ACR-30/50/70-Ansprechen in Woche 48 war signifikant größer als bei mit Placebobehandelten Patientenb p = 0,015c p = 0,031
Unter den Patienten, die in Woche 16 (n = 144) ansprachen, wurde das pädiatrische ACR-30/50/70/90-Ansprechen für bis zu sechs Jahre in der OLE-Phase bei denjenigen aufrechterhalten, die
Adalimumab während der ganzen Studie über erhielten. Insgesamt wurden 19 Patienten (11 zu
Studienbeginn in der Altersgruppe von 4 bis 12 Jahren und 8 zu Studienbeginn in der Altersgruppevon 13 bis 17 Jahren) 6 Jahre oder länger behandelt.
Das Gesamtansprechen bei der Kombinationstherapie von Adalimumab und MTX war allgemeinbesser, und weniger Patienten entwickelten Antikörper im Vergleich zur Adalimumab-Monotherapie.
Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse wird der Einsatz von Adalimumab in Kombination mit
MTX empfohlen. Bei Patienten, bei denen der MTX-Einsatz nicht geeignet ist, wird eine
Monotherapie mit Adalimumab empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).
pJIA IIDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer offenen, multizentrischen Studie an32 Kleinkindern/Kindern (im Alter von 2 - < 4 Jahren oder im Alter von 4 Jahren und älter mit einem
Körpergewicht < 15 kg) mit mittelschwerer bis schwerer aktiver polyartikulärer JIA untersucht. Die Patientenerhielten als Einzeldosis mittels subkutaner Injektion mindestens 24 Wochen lang jede zweite Woche 24 mg
Adalimumab/m2 Körperoberfläche (KOF) bis zu einer maximalen Dosis von 20 mg. Während der Studieverwendeten die meisten Patienten eine MTX-Begleittherapie, die Anwendung von Glukokortikoiden oder
NSARs wurde seltener berichtet.
In Woche 12 und Woche 24 betrug unter Auswertung der beobachteten Daten das pädiatrische ACR-30-Ansprechen 93,5 % bzw. 90,0 %. Die Anteile an Patienten mit pädiatrischem ACR-50/70/90-
Ansprechen betrugen 90,3 %/61,3 %/38,7 % bzw. 83,3 %/73,3 %/36,7 % in Woche 12 und Woche 24.
Von den Patienten, die in Woche 24 ein pädiatrisches ACR-30-Ansprechen zeigten (n = 27 von30 Patienten), wurde das pädiatrische ACR-30-Ansprechen bis zu 60 Wochen in der OLE-Phase beiden Patienten aufrechterhalten, die Adalimumab über diesen Zeitraum erhielten. Insgesamt wurden20 Patienten 60 Wochen oder länger behandelt.
Enthesitis-assoziierte ArthritisDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer multizentrischen, randomisierten,doppelblinden Studie bei 46 pädiatrischen Patienten (im Alter von 6 bis 17 Jahren) mit mittelschwerer
Enthesitis-assoziierter Arthritis untersucht. Die Patienten wurden randomisiert und erhielten 12 Wochenlang entweder 24 mg Adalimumab/m2 Körperoberfläche (KOF) bis zu maximal 40 mg Adalimumab oder
Placebo jede zweite Woche. Der doppelblinden Phase folgte eine offene Fortsetzungsphase (OL).
Während dieser Zeit erhielten die Patienten subkutan bis zu weiteren 192 Wochen jede zweite Woche24 mg Adalimumab/m2 (KOF) bis zu maximal 40 mg Adalimumab. Der primäre Endpunkt war dieprozentuale Veränderung der Anzahl der aktiven Gelenke mit Arthritis (Schwellung nicht als Folge von
Deformierung oder Gelenke mit Bewegungsverlust plus Schmerzen und/oder
Druckschmerzempfindlichkeit) in Woche 12 gegenüber dem Therapiebeginn. Er wurde mit einerdurchschnittlichen prozentualen Abnahme von -62,6 % (Median der prozentualen Abnahme -88,9 %) bei
Patienten in der Adalimumab-Gruppe im Vergleich zu -11,6 % (Median der prozentualen Abnahme -50 %) bei Patienten in der Placebogruppe erreicht. Die Verbesserung in der Anzahl der aktiven Gelenkemit Arthritis wurde während der OL-Phase bis Woche 156 für 26 von 31 (84 %) Patienten der
Adalimumab-Gruppe, die in der Studie verblieben sind, aufrechterhalten. Obwohl statistisch nichtsignifikant, zeigte die Mehrheit der Patienten eine klinische Verbesserung bei den sekundären
Endpunkten, wie z. B. Anzahl der Stellen mit Enthesitis, Anzahl schmerzempfindlicher Gelenke (TJC),
Anzahl geschwollener Gelenke (SJC), pädiatrisches ACR-50-Ansprechen und pädiatrisches ACR-70-
Ansprechen.
Plaque-Psoriasis bei Kindern und JugendlichenDie Wirksamkeit von Adalimumab wurde in einer randomisierten, doppelblinden, kontrollierten
Studie mit 114 pädiatrischen Patienten ab 4 Jahren mit schwerer chronischer Plaque-Psoriasisuntersucht, deren topische Therapie und Heliotherapie oder Phototherapie unzureichend war (schwerechronische Plaque-Psoriasis ist definiert durch einen PGA ≥ 4 oder > 20 % KOF-Beteiligung oder> 10 % KOF-Beteiligung mit sehr dicken Läsionen oder PASI ≥ 20 oder ≥ 10 mit klinisch relevanter
Beteiligung von Gesicht, Genitalbereich oder Händen/Füßen).
Patienten erhielten Adalimumab 0,8 mg/kg jede zweite Woche (bis zu 40 mg), 0,4 mg/kg jede zweite
Woche (bis zu 20 mg) oder Methotrexat 0,1 - 0,4 mg/kg wöchentlich (bis zu 25 mg). In Woche 16hatten mehr Patienten, die in die Adalimumab-Gruppe mit 0,8 mg/kg randomisiert waren, positive
Wirksamkeitsnachweise (z. B. PASI-75) als jene, die in die Gruppe mit 0,4 mg/kg jede zweite Wocheoder in die MTX-Gruppe randomisiert waren.
Tabelle 27
Wirksamkeitsergebnisse bei pädiatrischer Plaque-Psoriasis in Woche 16a Adalimumab 0,8 mg/kg alle 2
MTX
Wochenn = 37n = 38
PASI-75b 12 (32,4 %) 22 (57,9 %)
PGA: erscheinungsfrei/minimalc 15 (40,5 %) 23 (60,5 %)a MTX = Methotrexatb p = 0,027, Adalimumab 0,8 mg/kg versus MTXc p = 0,083; Adalimumab 0,8 mg/kg versus MTX
Bei Patienten, die PASI-75 und einen PGA, definiert als 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“,erreichten, wurde die Behandlung bis zu 36 Wochen lang abgesetzt. Diese Patienten wurdendahingehend beobachtet, ob sie einen Rückfall erlitten (z. B. Verschlechterung des PGA ummindestens zwei Grade). Die Behandlung der Patienten wurde dann wieder mit 0,8 mg
Adalimumab/kg jede zweite Woche für weitere 16 Wochen aufgenommen. Die Ansprechraten, diewährend der erneuten Behandlung beobachtet wurden, waren vergleichbar mit denen in dervorherigen doppelblinden Phase: PASI-75-Ansprechen von 78,9 % (15 von 19 Patienten) und PGA(definiert als 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“) von 52,6 % (10 von 19 Patienten).
In der offenen Fortsetzungsphase der Studie wurden für bis zu weiteren 52 Wochen ein PASI-75-
Ansprechen und PGA, definiert als 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, aufrechterhalten; es gab keineneuen Erkenntnisse zur Sicherheit.
Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) bei JugendlichenEs gibt keine klinischen Studien mit Adalimumab bei jugendlichen Patienten mit HS. Es ist zuerwarten, dass Adalimumab bei der Behandlung von jugendlichen Patienten mit HS wirksam ist, dadie Wirksamkeit und die Dosis-Wirkungsbeziehung bei erwachsenen HS-Patienten nachgewiesenwurde und es wahrscheinlich ist, dass Krankheitsverlauf, Pathophysiologie und
Arzneimittelwirkungen bei gleicher Exposition im Wesentlichen ähnlich sind wie bei Erwachsenen.
Die Sicherheit der empfohlenen Adalimumab-Dosis bei Jugendlichen mit HS basiert auf demindikationsübergreifenden Sicherheitsprofil von Adalimumab bei Erwachsenen sowie Kindern und
Jugendlichen bei ähnlicher Dosierung oder häufigerer Gabe (siehe Abschnitt 5.2).
Morbus Crohn bei Kindern und JugendlichenAdalimumab wurde in einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden klinischen Studieuntersucht, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer Induktions- und Dauertherapie zu evaluieren. Eswurden 192 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und einschließlich 17 Jahren mitmittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn (MC), definiert als pädiatrischer Morbus-Crohn-
Aktivitätsindex (PCDAI)-Score > 30, eingeschlossen. Die Dosis war abhängig vom Körpergewicht(< 40 kg oder ≥ 40 kg). Eingeschlossen wurden Patienten, bei denen eine konventionelle MC-
Therapie (einschließlich eines Glukokortikoids und/oder eines Immunsuppressivums) versagt hatte; eswurden auch Patienten eingeschlossen, die unter Infliximab-Therapie einen Verlust des klinischen
Ansprechens oder eine Unverträglichkeit entwickelt hatten.
Alle Patienten erhielten eine offene Induktionstherapie mit einer Dosis auf Basis des Körpergewichtszu Studienbeginn: 160 mg zu Woche 0 und 80 mg zu Woche 2 für Patienten ≥ 40 kg bzw. 80 mg und40 mg für Patienten < 40 kg.
Zu Woche 4 wurden die Patienten 1:1 auf Basis des derzeitigen Körpergewichts entweder einem
Behandlungsschema mit niedriger Dosis oder Standarddosis nach dem Zufallsprinzip zugeteilt (siehe
Tabelle 28).
Tabelle 28
ErhaltungsdosisPatientengewicht Niedrige Dosis Standarddosis< 40 kg 10 mg jede zweite Woche 20 mg jede zweite Woche≥ 40 kg 20 mg jede zweite Woche 40 mg jede zweite Woche
Ergebnisse zur WirksamkeitDer primäre Endpunkt der Studie war die klinische Remission zu Woche 26, definiert als PCDAI-
Score ≤ 10.
Die Raten zur klinischen Remission und zum klinischen Ansprechen (definiert als Verringerung im
PCDAI-Score um mindestens 15 Punkte im Vergleich zu Studienbeginn) sind in Tabelle 29dargestellt. Die Raten zum Absetzen von Glukokortikoiden oder Immunsuppressiva zeigt Tabelle 30.
Tabelle 29
Morbus-Crohn-Studie bei Kindern und Jugendlichen
Klinische Remission und Ansprechen nach PCDAI
Standarddosis Niedrige Dosis p-Wert*40/20 mg jede 20/10 mg jedezweite Woche zweite Wochen = 93 n = 95
Woche 26
Klinische Remission 38,7 % 28,4 % 0,075
Klinisches Ansprechen 59,1 % 48,4 % 0,073
Woche 52
Klinische Remission 33,3 % 23,2 % 0,100
Klinisches Ansprechen 41,9 % 28,4 % 0,038
* p-Wert für Vergleich von Standarddosis gegenüber Niedrigdosis
Tabelle 30
Morbus-Crohn-Studie bei Kindern und Jugendlichen
Absetzen von Glukokortikoiden oder Immunsuppressiva und Remission von Fisteln
Standarddosis Niedrige Dosis p-Wert140/20 mg jede 20/10 mg jedezweite Woche zweite Woche
Abgesetzte Glukokortikoide n = 33 n = 38
Woche 26 84,8 % 65,8 % 0,066
Woche 52 69,7 % 60,5 % 0,420
Absetzen von Immunsuppressiva2 n = 60 n = 57
Woche 52 30,0 % 29,8 % 0,983
Fistelremission3 n = 15 n = 21
Woche 26 46,7 % 38,1 % 0,608
Woche 52 40,0 % 23,8 % 0,3031 p-Wert für Vergleich von Standarddosis gegenüber Niedrigdosis2 Behandlung mit Immunsuppressiva konnte nach Ermessen des Prüfers erst zu oder nach Woche 26beendet werden, wenn der Patient das Kriterium für ein klinisches Ansprechen erfüllte3 definiert als Verschluss aller zum Zeitpunkt des Studienbeginns drainierender Fisteln, nachgewiesenan mindestens zwei aufeinanderfolgenden Visiten im Studienverlauf
Statistisch signifikante Zunahmen (Verbesserungen) im Vergleich zum Studienbeginn wurden im
Body-Mass-Index und der Körpergröße zu Woche 26 und Woche 52 für beide Behandlungsgruppenbeobachtet.
Statistisch und klinisch signifikante Verbesserungen im Vergleich zum Studienbeginn wurden auch inbeiden Behandlungsgruppen für die Parameter zur Lebensqualität (einschließlich IMPACT III)beobachtet.
Einhundert Patienten (n = 100) der Studie zu pädiatrischem Morbus Crohn setzten diese in eineroffenen Fortsetzungsphase zur Langzeitanwendung fort. Nach fünf Jahren unter Adalimumab-
Therapie wiesen 74 % (37/50) der 50 in der Studie verbliebenen Patienten weiterhin eine klinische
Remission und 92,0 % (46/50) ein klinisches Ansprechen nach PCDAI auf.
Colitis ulcerosa bei Kindern und JugendlichenDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer multizentrischen, randomisiertendoppelblinden Studie bei 93 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren mitmittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa (Mayo-Score 6 bis 12 mit Endoskopie-Subscore 2 bis 3,bestätigt durch zentral ausgewertete endoskopische Aufnahmen) und unzureichendem Ansprechen aufoder Unverträglichkeit gegenüber konventionellen Therapien untersucht. Bei etwa 16 % der Patientender Studie hatte zuvor eine Anti-TNF-Behandlung versagt. Bei Patienten, die bei Aufnahme in die
Studie Kortikosteroide erhielten, war ein Ausschleichen nach Woche 4 erlaubt.
In der Induktionsphase der Studie wurden 77 Patienten im Verhältnis 3:2 randomisiert und erhielteneine doppelblinde Behandlung mit Adalimumab: eine Induktionsdosis von 2,4 mg/kg (maximal 160mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2 bzw. 2,4 mg/kg (maximal160 mg) in Woche 0, Placebo in Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2. Beide
Behandlungsarme erhielten 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) in Woche 4 und Woche 6. Nach einer
Änderung des Studiendesigns erhielten die verbleibenden 16 Patienten, die in die Induktionsphaseaufgenommen wurden, eine offene Behandlung mit Adalimumab in der Induktionsdosis von 2,4mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2.
In Woche 8 wurden 62 Patienten, die nach Partial-Mayo-Score (PMS, definiert als Abnahme um≥ 2 Punkte und ≥ 30 % gegenüber Baseline) ein klinisches Ansprechen aufwiesen, im Verhältnis 1:1randomisiert und erhielten eine doppelblinde Erhaltungstherapie mit Adalimumab in einer Dosis von0,6 mg/kg (maximal 40 mg) wöchentlich oder jede zweite Woche. Vor der Änderung des
Studiendesigns wurden 12 weitere Patienten, die nach PMS ein klinisches Ansprechen aufwiesen,randomisiert und erhielten Placebo, wurden aber nicht in die konfirmatorische Auswertung zur
Wirksamkeit einbezogen.
Ein Krankheitsschub wurde definiert als Zunahme des PMS um mindestens 3 Punkte (bei Patientenmit einem PMS von 0-2 in Woche 8), mindestens 2 Punkte (bei Patienten mit einem PMS von 3-4 in
Woche 8) oder mindestens 1 Punkt (bei Patienten mit einem PMS von 5-6 in Woche 8).
Patienten, die in oder nach Woche 12 die Kriterien für einen Krankheitsschub erfüllten, wurdenrandomisiert und erhielten entweder eine erneute Induktionsdosis von 2,4 mg/kg (maximal 160 mg)oder eine Dosis von 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) und führten anschließend die Behandlung in ihrerjeweiligen Erhaltungsdosis fort.
Ergebnisse zur WirksamkeitDie koprimären Endpunkte der Studie waren die klinische Remission nach PMS (definiert als PMS≤ 2 und kein einzelner Subscore > 1) in Woche 8 und die klinische Remission nach vollständigem
Mayo-Score (Full Mayo Score, FMS, definiert als Mayo-Score von ≤ 2 und kein einzelner Subscore> 1) in Woche 52 bei Patienten, die in Woche 8 ein klinisches Ansprechen nach PMS erreichten.
Die Raten der klinischen Remission nach PMS in Woche 8 für Patienten in jedem der
Behandlungsarme mit doppelblinder Adalimumab-Induktionstherapie sind in Tabelle 31 dargestellt.
Tabelle 31
Klinische Remission nach PMS in Woche 8
Adalimumaba Adalimumabb,c
Maximal 160 mg in Woche 0/Maximal 160 mg in Woche 0 /
Placebo in Woche 1 und Woche 1n = 30 n = 47
Klinische Remission 13/30 (43,3 %) 28/47 (59,6 %)a Adalimumab 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0, Placebo in Woche 1 und Adalimumab1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2b Adalimumab 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg(maximal 80 mg) in Woche 2c Ohne Patienten unter offener Adalimumab-Induktionsdosis von 2,4 mg/kg (maximal160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2
Hinweis 1: Beide Behandlungsarme mit Induktionsphase erhielten 0,6 mg/kg(maximal 40 mg) in Woche 4 und Woche 6.
Hinweis 2: Patienten mit fehlendenWerten in Woche 8 wurden als Patienten gewertet, die den Endpunktnicht erreichten.
In Woche 52 wurden bei den Patienten, die Adalimumab doppelblind in der Erhaltungsdosis von maximal40 mg (0,6 mg/kg) jede zweite Woche bzw. maximal 40 mg (0,6 mg/kg) wöchentlich erhielten, dieklinische Remission nach FMS bei Respondern in Woche 8, das klinische Ansprechen nach FMS(definiert als Abnahme des Mayo-Score um ≥ 3 Punkte und ≥ 30 % gegenüber Baseline) bei
Respondern in Woche 8, die Mukosaheilung (definiert als endoskopischer Mayo-Subscore von ≤ 1)bei Respondern in Woche 8, die klinische Remission nach FMS bei Patienten in Remission in
Woche 8 sowie der Anteil der Studienteilnehmer in kortikosteroidfreier Remission nach FMS bei
Respondern in Woche 8 beurteilt (Tabelle 32).
Tabelle 32
Ergebnisse zur Wirksamkeit in Woche 52
Adalimumabᵃ Adalimumabb
Maximal 40 mg jede zweite Maximal 40 mg jede zweite
Woche Wochen = 31 n = 31
Klinische Remission bei PMS- 9/31 (29,0 %) 14/31 (45,2 %)
Respondern in Woche 8
Klinisches Ansprechen bei PMS- 19/31 (61,3 %) 21/31 (67,7 %)
Respondern in Woche 8
Mukosaheilung bei PMS- 12/31 (38.7%) 16/31 (51.6%)
Respondern in Woche 8
Klinische Remission bei Patienten9/21 (42.9%) 10/22 (45.5%)in PMS- Remission in Woche 8
Kortikosteroidfreie Remission bei4/13 (30.8%) 5/16 (31.3%)
PMS- Respondern in Woche 8ᶜᵃ Adalimumab 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) jede zweite Wocheᵇ Adalimumab 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) wöchentlichᶜ Bei Patienten, die bei Baseline begleitend Kortikosteroide erhielten
Hinweis: Patienten mit fehlenden Werten in Woche 52 oder die randomisiert einer erneuten
Induktionstherapie oder der Erhaltungstherapie zugeteilt wurden, wurdenhinsichtlich der Endpunkte in Woche 52 als Non-Responder gewertet.
Weitere explorative Wirksamkeitsendpunkte umfassten das klinische Ansprechen nach Paediatric Ulcerative
Colitis Activity Index (PUCAI) (definiert als Abnahme des PUCAI um ≥ 20 Punkte gegenüber Baseline) unddie klinische Remission nach PUCAI (definiert als PUCAI < 10) in Woche 8und Woche 52 (Tabelle 33).
Tabelle 33
Ergebnisse zu den explorativen Endpunkten nach PUCAI
Woche 8
Adaimumaba Adaimumabb
Maximal 160 mg in Woche 0/ Maximal 160 mg in Woche 0
Placebo in Woche 1 und Woche 1n = 30 n = 47
Klinische Remission nach 10/30 (33,3 %) 22/47 (46,8 %)
PUCAI
Klinisches Ansprechen nach 15/30 (50,0 %) 32/47 (68,1 %)
PUCAI
Woche 52
Adaimumabc Adaimumabd
Maximal 40 mg jede zweite Maximal 40 mg wöchentlich
Woche n = 31n = 31
Klinische Remission nach 14/31 (45,2 %) 18/31 (58,1 %)
PUCAI bei PMS-Respondernin Woche 8
Klinisches Ansprechen nach 18/31 (58,1 %) 16/31 (51,6 %)
PUCAI bei PMS-Respondernin Woche 8a Adalimumab 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0, Placebo in Woche 1 und Adalimumab 1,2 mg/kg(maximal 80 mg) in Woche 2b Adalimumab 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg)in Woche 2c Ohne Patienten unter offener Adalimumab-Induktionsdosis von 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2d Adalimumab 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) jede zweite Wochee Adalimumab 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) wöchentlich
Hinweis 1: Beide Behandlungsarme mit Induktionsphase erhielten 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) in Woche4 und Woche 6.
Hinweis 2: Patienten mit fehlenden Werten in Woche 8 wurden als Patienten gewertet, die die Endpunktenicht erreichten.
Hinweis 3: Patienten mit fehlenden Werten in Woche 52 oder die randomisiert einer erneuten
Induktionstherapie oder der Erhaltungstherapie zugeteilt wur en, wurdenhinsichtlich der Endpunkte in Woche 52 als Non-Responder gewertet.
Von den mit Adalimumab behandelten Patienten, die während der Erhaltungsphase eine erneute
Induktionstherapie erhielten, erreichten 2 von 6 (33 %) in Woche 52 ein klinisches Ansprechen nach
FMS.
LebensqualitätIn den mit Adalimumab behandelten Behandlungsarmen wurden bei den Scores zu IMPACT-III und
WPAI (Work Productivity and Activity Impairment) der betreuenden Personen klinisch bedeutsame
Verbesserungen gegenüber Baseline beobachtet.
Klinisch bedeutsame Zunahmen (Verbesserungen) der Wachstumsgeschwindigkeit (Körperlänge)gegenüber Baseline wurden in den Behandlungsarmen beobachtet, die Adalimumab erhielten, undklinisch bedeutsame Zunahmen (Verbesserungen) des Body-Mass-Index gegenüber Baseline wurden bei
Studienteilnehmern unter der hohen Erhaltungsdosis von maximal 40 mg (0,6 mg/kg) wöchentlichbeobachtet.
Uveitis bei Kindern und JugendlichenDie Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer randomisierten, doppelmaskierten,kontrollierten Studie mit 90 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis < 18 Jahren mit aktiver JIA-assoziierter nicht infektiöser Uveitis anterior untersucht, die mindestens 12 Wochen lang nicht auf die
Behandlung mit Methotrexat angesprochen hatten. Die Patienten erhielten alle zwei Wochen entweder
Placebo oder 20 mg Adalimumab (sofern < 30 kg) oder 40 mg Adalimumab (sofern ≥ 30 kg) jeweilsin Kombination mit ihrer Ausgangsdosis Methotrexat.
Der primäre Endpunkt war die 'Dauer bis zum Behandlungsversagen“. Das Behandlungsversagenwurde definiert durch eine Verschlechterung oder eine gleichbleibende Nichtverbesserung der
Augenentzündung, eine teilweise Verbesserung mit Entstehung von anhaltenden
Augenbegleiterkrankungen oder eine Verschlechterung von Augenbegleiterkrankungen, eine nichterlaubte Verwendung von Begleitmedikationen oder eine Unterbrechung der Behandlung für einenlängeren Zeitraum.
Klinisches AnsprechenAdalimumab verzögerte signifikant die Zeit bis zum Behandlungsversagen im Vergleich zu Placebo(siehe Abbildung 1, p < 0,0001 beim Log-Rank-Test). Die mittlere Zeit bis zum Behandlungsversagenlag bei 24,1 Wochen für Patienten, die mit Placebo behandelt wurden, während die mittlere Zeit fürdas Behandlungsversagen für mit Adalimumab behandelte Patienten nicht abschätzbar war, daweniger als die Hälfte dieser Patienten ein Behandlungsversagen erfahren haben. Adalimumabverminderte signifikant das Risiko eines Behandlungsversagens um 75 % im Vergleich zu Placebo,wie die Hazard Ratio (HR = 0,25 [95 % CI: 0,12; 0,49]) zeigt.
Abb. 3: Kaplan-Meier-Kurven zur Darstellung der Dauer bis zum Behandlungsversagen in derpädiatrischen Uveitis-Studie
A
ZEIT (WOCHEN)
Behandlung Placebo Adalimumab
Hinweis: P = Placebo (Anzahl Risikopatienten); A = ADALIMUMAB (Anzahl Risikopatienten).
Nach subkutaner Gabe einer Einzeldosis von 40 mg waren die Resorption und Verteilung von
WAHRSCHEINLICHKEIT FÜR BEHANDLUNGSVERSAGEN
Adalimumab langsam. Die maximalen Serumkonzentrationen wurden ungefähr 5 Tage nach
Verabreichung erreicht. Die auf Grundlage von drei Studien geschätzte, durchschnittliche absolute
Bioverfügbarkeit von Adalimumab betrug nach Gabe einer einzelnen subkutanen Dosis von 40 mg64 %. Nach intravenösen Einzeldosen von 0,25 bis 10 mg/kg waren die Konzentrationen proportionalzur Dosis. Bei Dosen von 0,5 mg/kg (~ 40 mg) lag die Clearance zwischen 11 und 15 ml/h, das
Verteilungsvolumen (Vss) betrug 5 bis 6 Liter, und die mittlere terminale Halbwertszeit lag beiungefähr zwei Wochen. Die Adalimumab-Konzentrationen in der Synovialflüssigkeit mehrerer
Patienten mit rheumatoider Arthritis lagen zwischen 31 % und 96 % der Serumkonzentrationen.
Nach subkutaner Verabreichung von 40 mg Adalimumab jede zweite Woche an erwachsene Patientenmit rheumatoider Arthritis (RA) betrugen die mittleren Steady-State-Talkonzentrationen ca. 5 µg/ml(ohne gleichzeitige Gabe von Methotrexat) bzw. 8 - 9 µg/ml (in Kombination mit Methotrexat). Im
Steady State erhöhten sich die Talkonzentrationen der Adalimumab-Serumspiegel nach subkutaner
Verabreichung von 20, 40 und 80 mg entweder jede zweite oder jede Woche ungefähr proportionalzur Dosis.
Nach subkutaner Verabreichung von 24 mg/m2 (maximal 40 mg) jede zweite Woche an Patienten mitpolyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis (JIA), die zwischen 4 und 17 Jahren alt waren,betrugen die mittleren Steady-State-Talkonzentrationen der Adalimumab-Serumspiegel für
Adalimumab ohne Methotrexat-Begleittherapie 5,6 ± 5,6 µg/ml (102 % CV) und 10,9 ± 5,2 µg/ml(47,7 % CV) bei Kombinationstherapie mit Methotrexat (die Messwerte wurden von Woche 20 bis 48erhoben).
Bei Patienten mit polyartikulärer JIA, die 2 bis < 4 Jahre alt oder 4 Jahre alt und älter waren und die< 15 kg wogen und eine Dosis von 24 mg Adalimumab/m2 erhielten, betrug die mittlere Steady-State-
Talkonzentration der Adalimumab-Serumspiegel für Adalimumab ohne Methotrexat-Begleittherapie6,0 ± 6,1 µg/ml (101 % CV) und 7,9 ± 5,6 µg/ml (71,2 % CV) bei Kombinationstherapie mit
Methotrexat.Nach subkutaner Verabreichung von 24 mg/m2 (maximal 40 mg) jede zweite Woche an Patienten mit
Enthesitis-assoziierter Arthritis, die 6 bis 17 Jahre alt waren, betrug die mittlere Steady-State-
Talkonzentration der Adalimumab-Serumspiegel für Adalimumab ohne Methotrexat-Begleittherapie8,8 ± 6,6 µg/ml und 11,8 ± 4,3 µg/ml bei Kombinationstherapie mit Methotrexat (die Messwertewurden in Woche 24 erhoben).
Nach subkutaner Anwendung von Adalimumab 40 mg jede zweite Woche bei erwachsenen Patientenmit nicht röntgenologischer axialer Spondyloarthritis betrug die mittlere (± SD) Steady-State-
Talkonzentration in Woche 68 8,0 ± 4,6µg/ml.
Bei erwachsenen Psoriasispatienten betrug unter der Monotherapie mit 40 mg Adalimumab jedezweite Woche die mittlere Steady-State-Talkonzentration 5 µg/ml.
Nachdem pädiatrische Patienten mit chronischer Plaque-Psoriasis jede zweite Woche 0,8 mg
Adalimumab/kg (maximal 40 mg) subkutan erhielten, betrugen die mittleren (± SD)
Serumtalkonzentrationen von Adalimumab ungefähr 7,4 ± 5,8 μg/ml (79 % CV).
Bei erwachsenen Patienten mit Hidradenitis suppurativa wurden bei einer Dosis von 160 mg
Adalimumab in Woche 0, gefolgt von 80 mg Adalimumab in Woche 2, Serumtalkonzentrationen für
Adalimumab von etwa 7 bis 8 μg/ml in Woche 2 und Woche 4 erreicht. Die mittleren Steady-State-
Talkonzentrationen in Woche 12 bis Woche 36 betrugen unter der Behandlung mit 40 mg
Adalimumab wöchentlich etwa 8 bis 10 μg/ml.
Die Adalimumab-Exposition bei jugendlichen HS-Patienten wurde anhand von pharmakokinetischen
Populationsmodellen und von Simulationen auf Basis der indikationsübergreifenden Pharmakokinetikbei anderen pädiatrischen Patienten (Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen, juvenile idiopathische
Arthritis, Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen sowie Enthesitis-assoziierte Arthritis)bestimmt. Das empfohlene Dosierungsschema bei Jugendlichen mit HS ist 40 mg jede zweite Woche.
Da die Körpergröße einen möglichen Einfluss auf die Aufnahme von Adalimumab hat, kann für
Jugendliche mit einem höheren Körpergewicht und einem nicht ausreichenden Ansprechen auf
Adalimumab die empfohlene Erwachsenendosierung von 40 mg wöchentlich von Nutzen sein.
Bei Patienten mit Morbus Crohn wurde mit der Induktionsdosis von 80 mg Adalimumab in Woche 0,gefolgt von 40 mg Adalimumab in Woche 2 eine Talkonzentration von Adalimumab im Serum vonca. 5,5 µg/ml während der Einleitungstherapie erreicht. Mit einer Induktionsdosis von 160 mg
Adalimumab in Woche 0, gefolgt von 80 mg in Woche 2 wurde eine Talkonzentration im Serum vonca. 12 µg/ml während der Induktionsphase erreicht. Die durchschnittliche Talkonzentration lag bei ca.7 µg/ml bei Patienten mit Morbus Crohn, die eine Erhaltungsdosis von 40 mg Adalimumab alle zwei
Wochen erhielten.
Bei pädiatrischen Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn war die offene
Induktionsdosis von Adalimumab 160/80 mg oder 80/40 mg zu Woche 0 bzw. 2, abhängig vom
Körpergewicht mit einem Schnitt bei 40 kg. Zu Woche 4 wurden die Patienten auf Basis ihres
Körpergewichts 1:1 entweder zur Erhaltungstherapie mit der Standarddosis (40/20 mg jede zweite
Woche) oder mit der niedrigen Dosis (20/10 mg jede zweite Woche) randomisiert. Die mittleren(±SD) Serumtalkonzentrationen von Adalimumab, die zu Woche 4 erreicht wurden, betrugen für
Patienten ≥ 40 kg (160/80 mg) 15,7 ± 6,6 µg/ml und für Patienten < 40 kg (80/40 mg)10,6 ± 6,1 µg/ml.
Für Patienten, die bei der randomisierten Therapie blieben, betrugen zu Woche 52 die mittleren (±SD)
Serumtalkonzentrationen von Adalimumab 9,5 ± 5,6 µg/ml für die Gruppe mit Standarddosis und3,5 ± 2,2 µg/ml für die Gruppe mit der niedrigen Dosis. Die mittleren Talkonzentrationen blieben bei
Patienten, die weiterhin jede zweite Woche eine Adalimumab-Behandlung erhielten, 52 Wochen langerhalten. Für Patienten mit Dosiseskalation (Verabreichung wöchentlich statt jede zweite Woche)betrugen die mittleren (± SD) Serumtalkonzentrationen von Adalimumab zu Woche 5215,3 ± 11,4 μg/ml (40/20 mg, wöchentlich) bzw. 6,7 ± 3,5 μg/ml (20/10 mg, wöchentlich).
Bei erwachsenen Patienten mit Colitis ulcerosa wurde mit der Induktionsdosis von 160 mg
Adalimumab in Woche 0, gefolgt von 80 mg Adalimumab in Woche 2 eine Talkonzentration von
Adalimumab im Serum von ca. 12 µg/ml während der Einleitungstherapie erreicht. Diedurchschnittliche Talkonzentration lag bei ca. 8 µg/ml bei Patienten mit Colitis ulcerosa, die eine
Erhaltungsdosis von 40 mg Adalimumab alle zwei Wochen erhielten.
Nach subkutaner Verabreichung einer körpergewichtsbasierten Dosis von 0,6 mg/kg (maximal 40 mg)jede zweite Woche bei Kindern und Jugendlichen mit Colitis ulcerosa betrug die mittlere Steady-
State-Talkonzentration des Adalimumab-Serumspiegels in Woche 52 5,01 ± 3,28 µg/ml. Bei
Patienten, die 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) wöchentlich erhielten, betrug die mittlere (±S ) Steady-
State-Talkonzentration des Adalimumab-Serumspiegels in Woche 52 15,7 ± 5,60 μg/ml.
Bei erwachsenen Patienten mit Uveitis wurde mit einer Induktionsdosis von 80 mg Adalimumab in
Woche 0, gefolgt von 40 mg Adalimumab alle zwei Wochen ab Woche 1, eine mittlere Steady-State-
Konzentration von ca. 8 bis 10 µg/ml erreicht.
Die Adalimumab-Exposition bei pädiatrischen Uveitis-Patienten wurde anhand vonpharmakokinetischen Populationsmodellen und von Simulationen auf Basis derindikationsübergreifenden Pharmakokinetik bei anderen pädiatrischen Patienten (Psoriasis bei
Kindern und Jugendlichen, juvenile idiopathische Arthritis, Morbus Crohn bei Kindern und
Jugendlichen sowie Enthesitis-assoziierte Arthritis) bestimmt. Es gibt keine klinischen
Expositionsdaten für die Verwendung einer Induktionsdosis bei Kindern < 6 Jahren. Dieprognostizierten Expositionen weisen darauf hin, dass in der Abwesenheit von Methotrexat eine
Induktionsdosis zu einem anfänglichen Anstieg der systemischen Exposition führen könnte.
Pharmakokinetische und pharmakodynamische Modelle und Simulationen sagten für Patienten, diemit 80 mg jede zweite Woche behandelt wurden, eine vergleichbare Adalimumab-Exposition und
Wirksamkeit voraus wie bei Patienten, die mit 40 mg jede Woche behandelt wurden (eingeschlossenwaren erwachsene Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), Hidradenitis suppurativa (HS), Colitisulcerosa (CU), Morbus Crohn (MC) oder Psoriasis (Pso), jugendliche Patienten mit HS sowiepädiatrische Patienten mit MC und CU ≥ 40 kg).
Dosis-Wirkungs-Beziehung bei Kindern und Jugendlichen
Auf Basis klinischer Studiendaten von Patienten mit JIA (pJIA und EAA) wurde eine Dosis-
Wirkungsbeziehung zwischen den Plasmakonzentrationen und dem PedACR-50-Ansprechenbestimmt. Die Adalimumab-Plasmakonzentration, die offenbar zur mittleren maximalen
Wahrscheinlichkeit eines PedACR-50-Ansprechens (EC50) führt, lag bei 3 µg/ml (95 % CI:1 - 6 µg/ml).
Dosis-Wirkungsbeziehungen zwischen der Adalimumab-Konzentration und der Wirksamkeit beipädiatrischen Patienten mit schwerer chronischer Plaque-Psoriasis wurden für den PASI-75 bzw. die
PGA-Scores 'klares Hautbild“ oder 'nahezu klares Hautbild“ festgelegt. Die Häufigkeiten des PASI-75 und der PGA-Scores 'klares Hautbild“ oder 'nahezu klares Hautbild“ nahmen mit zunehmender
Adalimumab-Konzentration zu, beide mit einer offensichtlich vergleichbaren EC50 von etwa4,5 µg/ml (95 % CI 0,4 - 47,6 beziehungsweise 1,9 - 10,5).
EliminationPharmakokinetische Analysen anhand des Datenbestandes von über 1.300 RA-Patienten ergaben eine
Tendenz zu einer höheren scheinbaren Adalimumab-Clearance bei steigendem Körpergewicht. Nach
Korrektur hinsichtlich der Gewichtsunterschiede schien der Einfluss von Geschlecht und Alter auf die
Adalimumab-Clearance gering zu sein. Die Serumkonzentrationen an freiem, nicht an Anti-
Adalimumab-Antikörper (AAA) gebundenem Adalimumab waren niedriger bei Patienten mitmessbaren AAA.
Eingeschränkte Leber- oder NierenfunktionAdalimumab wurde bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht untersucht.
Daten aus nicht klinischen Studien zur Einzeldosistoxizität, Toxizität bei Mehrfachgabe und
Genotoxizität lassen keine besondere Gefahr für Menschen erkennen.
Eine Studie zur Toxizität der embryofetalen/perinatalen Entwicklung wurde bei Cynomolgus-Affenmit 0,30 und 100 mg/kg (9 - 17 Affen/Gruppe) durchgeführt. Es gab keine Hinweise auf eine
Schädigung der Feten durch Adalimumab. Weder Kanzerogenitätsstudien noch eine Standardstudiezur Fertilität und Postnataltoxizität wurden mit Adalimumab durchgeführt, da entsprechende Modellefür einen Antikörper mit begrenzter Kreuzreaktivität mit Nagetier-TNF nicht vorhanden sind und die
Entwicklung neutralisierender Antikörper bei Nagetieren fehlt.
Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat
Dinatriummonohydrogenphosphat-Dihydrat
Mannitol
Natriumchlorid
Citronensäure-Monohydrat
Natriumcitrat
Polysorbat 80
Natriumhydroxid (zur Anpassung des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
2 Jahre
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren. Die Fertigspritze bzw. den Fertigpen im
Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die einzelne Fertigspritze bzw. der Fertigpen darf einmalig für bis zu 28 Tage bei Temperaturen biszu maximal 25 °C gelagert werden. Die Fertigspritze oder der Fertigpen müssen vor Licht geschütztwerden und müssen entsorgt werden, wenn sie nicht innerhalb dieser 28 Tage verwendet werden.
Idacio 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze0,8 ml Injektionslösung in einer Fertigspritze (Glasart I) mit passivem Nadelschutz, Fingerauflagen,einem Kolbenstopfen (Synthetikkautschuk) und einer Nadel mit Latex-freier Nadelkappe.
Packungsgrößen mit:
- 2 Fertigspritzen mit 2 Alkoholtupfern.
- 6 Fertigspritzen mit 6 Alkoholtupfern
Idacio 40 mg Injektionslösung im Fertigpen0,8 ml Lösung in Fertigpen, der eine Fertigspritze (Glasart I) mit einem Kolbenstopfen (Synthetikkautschuk)und einer Nadel mit Latex-freier Nadelkappe enthält. Der Einwegpen ist eine handgeführte, mechanische
Injektionsvorrichtung für den einmaligen Gebrauch.
Packungsgrößen mit:
- 2 Fertigpen mit 2 Alkoholtupfern.
- 6 Fertigpen mit 6 Alkoholtupfern
Es werden möglicherweise nicht alle Darreichungsformen in den Verkehr gebracht.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial sind entsprechend den nationalen Anforderungenzu entsorgen.
<{MM.JJJJ}>11. VERKAUFSABGRENZUNG
Verschreibungspflichtig.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur verfügbar: http://www.ema.europa.eu