Angewendet bei: Hämophilie
Art der Anwendung: Injektion
Substanz: Emicizumab (bispezifischer Antikörper)
ATC: B02BX06 (BLUT UND BLUTBILDENDE ORGANE | VITAMIN K UND ANDERE HÄMOSTATIKA | Andere systemische Hämostatika)
Emicizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Prophylaxe und Behandlung von Hämophilie A eingesetzt wird, insbesondere bei Patienten mit Faktor-VIII-Inhibitoren. Es wirkt, indem es die Aktivität von Faktor VIII nachahmt und die Blutgerinnung erleichtert.
Das Medikament wird als subkutane Injektion verabreicht, in der Regel einmal wöchentlich oder in längeren Abständen, wie vom Arzt verordnet.
Nebenwirkungen können Reaktionen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Übelkeit umfassen. In seltenen Fällen können thrombotische Ereignisse oder schwere allergische Reaktionen auftreten.
Emicizumab wird nicht für Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber diesem Medikament oder einem seiner Bestandteile empfohlen.
NGP 6.27 (C2) - Seltene Krankheiten - Medikamente eingeschlossen, die bedingt in der Krankenhausbehandlung verwendet werden
Preis
Zuzahlung
Patient
23590.39 RON
23590.39 RON
0.00 RON
Jeder ml Lösung enthält 30 mg Emicizumab*
Jede Durchstechflasche mit 0,4 ml enthält 12 mg Emicizumab in einer Konzentration von 30 mg/ml.
Jede Durchstechflasche mit 1 ml enthält 30 mg Emicizumab in einer Konzentration von 30 mg/ml.
Hemlibra 150 mg/ml InjektionslösungJeder ml Lösung enthält 150 mg Emicizumab*
Jede Durchstechflasche mit 0,4 ml enthält 60 mg Emicizumab in einer Konzentration von 150 mg/ml.
Jede Durchstechflasche mit 0,7 ml enthält 105 mg Emicizumab in einer Konzentration von 150 mg/ml.
Jede Durchstechflasche mit 1 ml enthält 150 mg Emicizumab in einer Konzentration von 150 mg/ml.
Jede Durchstechflasche mit 2 ml enthält 300 mg Emicizumab in einer Konzentration von 150 mg/ml.
* Emicizumab ist ein humanisierter, monoklonaler, modifizierter Immunoglobulin-G4 (IgG4)-
Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters(CHO-Zellen) hergestellt wird.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung.
Farblose bis hellgelbe Lösung.
Hemlibra wird angewendet als Routineprophylaxe von Blutungsereignissen bei Patienten mit
Hämophilie A (hereditärer Faktor-VIII-Mangel):● mit Faktor-VIII-Hemmkörpern● ohne Faktor-VIII-Hemmkörper mit:
- schwerer Erkrankung (FVIII < 1 %)
- mittelschwerer Erkrankung (FVIII ≥ 1 % und ≤ 5 %) mit schwerem Blutungsphänotyp.
Hemlibra kann bei allen Altersgruppen angewendet werden.
Die Behandlung sollte unter der Aufsicht eines Arztes, der in der Behandlung von Hämophilieund/oder Blutungsstörungen erfahren ist, eingeleitet und überwacht werden.
DosierungDie Behandlung mit Bypassing-Präparaten (einschließlich Routine-Prophylaxe), wie z. B. mitaktiviertem Prothrombinkomplex-Konzentrat (aPCC) und mit rekombinantem aktiviertem humanem
Faktor VII (rFVIIa), sollte am Tag vor dem Beginn der Therapie mit Hemlibra abgesetzt werden(siehe Abschnitt 4.4).
Die Faktor-VIII-Prophylaxe (FVIII-Prophylaxe) kann über die ersten 7 Tage der Behandlung mit
Hemlibra fortgesetzt werden.
Die empfohlene Dosis beträgt 3 mg/kg einmal wöchentlich in den ersten 4 Wochen (Initialdosis),gefolgt von einer Erhaltungsdosis ab Woche 5 von entweder 1,5 mg/kg einmal wöchentlich, 3 mg/kgalle zwei Wochen oder 6 mg/kg alle vier Wochen. Alle Dosen werden als subkutane Injektionappliziert.
Das Dosierungsschema für die Initialdosis bleibt gleich, unabhängig vom Schema der Erhaltungsdosis.
Das Dosierungsschema für die Erhaltungsdosis ist so zu wählen, dass es den Präferenzen des Arztesund des Patienten bzw. der Betreuungsperson entspricht und die Therapieadhärenz unterstützt.
Die Dosis des Patienten (in mg) und das Volumen (in ml) sollte wie folgt berechnet werden:
● Initialdosis (3 mg/kg) einmal wöchentlich in den ersten 4 Wochen:
Körpergewicht des Patienten (kg) x Dosis (3 mg/kg) = Gesamtmenge (mg) Emicizumab, dieangewendet werden soll● Gefolgt von einer Erhaltungsdosis ab Woche 5 von entweder 1,5 mg/kg einmal wöchentlich,3 mg/kg alle zwei Wochen oder 6 mg/kg alle vier Wochen auf der Grundlage von:
Körpergewicht des Patienten (kg) x Dosis (1,5; 3 oder 6 mg/kg) = Gesamtmenge (mg)
Emicizumab, die angewendet werden soll
Das Gesamtvolumen von Hemlibra zur subkutanen Injektion wird wie folgt berechnet:
Gesamtmenge (mg) Emicizumab, die subkutan injiziert werden soll ÷ Konzentration der
Durchstechflasche (mg/ml) = Gesamtvolumen Hemlibra, welches injiziert werden soll (ml).
Unterschiedliche Konzentrationen von Hemlibra (30 mg/ml und 150 mg/ml) dürfen in derselben
Spritze nicht kombiniert werden, wenn das Gesamtvolumen für die Anwendung vorbereitet wird.
Ein Volumen von mehr als 2 ml pro Injektion darf nicht angewendet werden.
Beispiele:
Körpergewicht des Patienten von 16 kg bei einem Dosierungsschema für die Erhaltungsdosis von1,5 mg/kg einmal wöchentlich:● Beispiel für die Initialdosis (erste 4 Wochen): 16 kg x 3 mg/kg = 48 mg Emicizumab für die
Initialdosis.● Zur Berechnung des zu verabreichenden Volumens wird die berechnete Dosis von 48 mg durch150 mg/ml dividiert: 48 mg Emicizumab ÷ 150 mg/ml = 0,32 ml zu injizierendes Hemlibra ineiner Konzentration von 150 mg/ml.
● Wählen Sie die geeignete Dosis sowie das Volumen aus den verfügbaren Stärken aus.
● Beispiel für die Erhaltungsdosis (ab Woche 5): 16 kg x 1,5 mg/kg = 24 mg Emicizumab für die
Erhaltungsdosis.● Zur Berechnung des zu verabreichenden Volumens wird die berechnete Dosis von 24 mg durch30 mg/ml dividiert: 24 mg Emicizumab ÷ 30 mg/ml = 0,8 ml Hemlibra in einer Konzentrationvon 30 mg/ml, das einmal wöchentlich injiziert werden muss.
● Wählen Sie die geeignete Dosis sowie das Volumen aus den verfügbaren Stärken aus.
Körpergewicht des Patienten von 40 kg bei einem Dosierungsschema für die Erhaltungsdosis von3 mg/kg alle zwei Wochen:● Beispiel für die Initialdosis (erste 4 Wochen): 40 kg x 3 mg/kg = 120 mg Emicizumab für die
Initialdosis.● Zur Berechnung des zu verabreichenden Volumens wird die berechnete Dosis von 120 mgdurch 150 mg/ml dividiert: 120 mg Emicizumab ÷ 150 mg/ml = 0,8 ml zu injizierendes
Hemlibra in einer Konzentration von 150 mg/ml.
● Wählen Sie die geeignete Dosis sowie das Volumen aus den verfügbaren Stärken aus.
● Beispiel für die Erhaltungsdosis (ab Woche 5): 40 kg x 3 mg/kg = 120 mg Emicizumab für die
Erhaltungsdosis.● Zur Berechnung des zu verabreichenden Volumens wird die berechnete Dosis von 120 mgdurch 150 mg/ml dividiert: 120 mg Emicizumab ÷ 150 mg/ml = 0,8 ml Hemlibra in einer
Konzentration von 150 mg/ml, das alle zwei Wochen injiziert werden muss.
● Wählen Sie die geeignete Dosis sowie das Volumen aus den verfügbaren Stärken aus.
Körpergewicht des Patienten von 60 kg bei einem Dosierungsschema für die Erhaltungsdosis von6 mg/kg alle vier Wochen:● Beispiel für die Initialdosis (erste 4 Wochen): 60 kg x 3 mg/kg = 180 mg Emicizumab für die
Initialdosis.● Zur Berechnung des zu verabreichenden Volumens wird die berechnete Dosis von 180 mgdurch 150 mg/ml dividiert: 180 mg Emicizumab ÷ 150 mg/ml = 1,20 ml zu injizierendes
Hemlibra in einer Konzentration von 150 mg/ml.
● Wählen Sie die geeignete Dosis sowie das Volumen aus den verfügbaren Stärken aus.
● Beispiel für die Erhaltungsdosis (ab Woche 5): 60 kg x 6 mg/kg = 360 mg Emicizumab für die
Erhaltungsdosis.● Zur Berechnung des zu verabreichenden Volumens wird die berechnete Dosis von 360 mgdurch 150 mg/ml dividiert: 360 mg Emicizumab ÷ 150 mg/ml = 2,4 ml Hemlibra in einer
Konzentration von 150 mg/ml, das alle vier Wochen injiziert werden muss.
● Wählen Sie die geeignete Dosis sowie das Volumen aus den verfügbaren Stärken aus.
BehandlungsdauerHemlibra wird als Langzeit-Prophylaxe angewendet.
Dosisanpassungen während der BehandlungDosisanpassungen von Hemlibra werden nicht empfohlen.
Verspätete oder versäumte DosenWenn ein Patient eine geplante subkutane Injektion mit Hemlibra versäumt, ist er anzuweisen, dieversäumte Dosis so bald wie möglich, bis einen Tag vor dem Tag der nächsten geplanten Dosisnachzuholen. Die nächste Dosis soll der Patient am regulär geplanten Wochentag applizieren. Der
Patient darf nicht zwei Dosen am selben Tag anwenden, um eine versäumte Dosis nachzuholen.
Besondere PatientengruppenBei Kindern und Jugendlichen werden keine Dosisanpassungen empfohlen (siehe Abschnitt 5.2). Für
Kinder unter 1 Jahr liegen keine Daten vor.
Ältere PatientenBei Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren werden keine Dosisanpassungen empfohlen (siehe
Abschnitte 5.1 und 5.2). Für Patienten über 77 Jahre liegen keine Daten vor.
Nieren- und LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Nieren- oder Leberfunktionsstörung werden keine Dosisanpassungenempfohlen (siehe Abschnitt 5.2). Für die Anwendung von Hemlibra bei Patienten mit mäßiger Nieren-oder Leberfunktionsstörung liegen nur begrenzte Daten vor. Emicizumab wurde bei Patienten mitschwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung nicht untersucht.
Perioperativer ZeitraumDie Sicherheit und Wirksamkeit von Emicizumab im perioperativen Zeitraum wurden formal nichtgeprüft. In klinischen Studien hatten Patienten chirurgische Eingriffe ohne Absetzen der Emicizumab-
Prophylaxe.Sollten bei chirurgischen Eingriffen Bypassing-Präparate (z. B. aPCC und rFVIIa) benötigt werden,beachten Sie bitte die Dosierungsempfehlungen zur Anwendung von Bypassing-Präparaten in
Abschnitt 4.4. Falls FVIII im perioperativen Zeitraum erforderlich ist, siehe bitte Abschnitt 4.5.
Zur Beobachtung der zugrundeliegenden hämostatischen Aktivität eines Patienten, siehe bitte
Abschnitt 4.4 zu Labortests, die nicht durch Emicizumab beeinflusst werden.
Immuntoleranzinduktion (ITI)Die Sicherheit und Wirksamkeit von Emicizumab bei Patienten unter laufender
Immuntoleranzinduktion ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungHemlibra ist nur zur subkutanen Anwendung geeignet und muss unter angemessenen aseptischen
Bedingungen appliziert werden (siehe Abschnitt 6.6).
Die Injektion sollte nur in die empfohlenen Injektionsbereiche erfolgen: Bauch, äußere Oberarme und
Oberschenkel (siehe Abschnitt 5.2).
Die subkutane Injektion von Hemlibra in den äußeren Oberarm sollte von einer Betreuungspersonoder dem medizinischen Fachpersonal durchgeführt werden.
Ein Wechsel der Injektionsstelle kann Reaktionen an der Injektionsstelle verhindern oder verringern(siehe Abschnitt 4.8). Die subkutane Injektion von Hemlibra sollte nicht an Stellen erfolgen, an denendie Haut gerötet, verletzt, empfindlich oder verhärtet ist oder wo sich Leberflecke oder Narbenbefinden.
Während der Therapie mit Hemlibra sollten andere subkutan zu verabreichende Arzneimittel, fallsmöglich, an anderen Körperstellen injiziert werden.
Anwendung durch den Patienten und/oder die BetreuungspersonHemlibra ist für die Anwendung unter Anleitung von medizinischem Fachpersonal vorgesehen. Nachangemessener Unterweisung in die subkutane Injektionstechnik kann ein Patient Hemlibra auch selbstinjizieren oder eine Betreuungsperson des Patienten kann die Injektion durchführen, wenn der Arztdies für angemessen hält.
Arzt und Betreuungsperson sollten gemeinsam entscheiden, ob ein Kind in der Lage ist, Hemlibraselbst zu injizieren. Allerdings wird bei Kindern unter 7 Jahren eine Selbstinjektion nicht empfohlen.
Ausführliche Anweisungen zur Anwendung von Hemlibra, siehe Abschnitt 6.6 und
Gebrauchsinformation.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Mit Hemlibra und aPCC assoziierte thrombotische MikroangiopathieIn einer klinischen Studie mit Patienten unter Prophylaxe mit Hemlibra wurden Fälle thrombotischer
Mikroangiopathie (TMA) beobachtet, nachdem eine durchschnittliche kumulative Mengevon > 100 E/kg/24 Stunden eines aPCC über 24 Stunden oder länger gegeben wurde (siehe
Abschnitt 4.8). Die Behandlung der TMA-Ereignisse bestand aus unterstützenden Maßnahmen mitoder ohne Plasmapherese und Hämodialyse. Innerhalb einer Woche nach Absetzen von aPCC und
Unterbrechen der Therapie mit Hemlibra ergaben sich Anzeichen auf eine Besserung. Diese rascheklinische Besserung unterscheidet sich vom üblichen klinischen Verlauf des atypischen hämolytisch-urämischen Syndroms und der klassischen TMA wie der thrombotisch-thrombozytopenischen Purpura(siehe Abschnitt 4.8). Ein Patient nahm die Behandlung mit Hemlibra nach dem Abklingen der TMAwieder auf und konnte weiterhin sicher behandelt werden.
Wenn Patienten unter Prophylaxe mit Hemlibra zusätzlich aPCC erhalten, sollten sie auf die
Entwicklung einer TMA hin überwacht werden. Bei klinischen Symptomen und/oder
Laborergebnissen, die auf eine TMA hindeuten, muss der Arzt die aPCC-Gabe sofort abbrechen, die
Therapie mit Hemlibra unterbrechen und die klinisch notwendigen Maßnahmen ergreifen. Ärzte und
Patienten/Betreuungspersonen sollten nach vollständigem Abklingen einer TMA von Fall zu Fall den
Nutzen und die Risiken einer Fortsetzung der Prophylaxe mit Hemlibra abwägen. Wenn ein Patientunter Prophylaxe mit Hemlibra ein Bypassing-Präparat benötigt, sollten die untenstehenden
Dosierungsempfehlungen für Bypassing-Präparate beachtet werden.
Vorsicht ist geboten, wenn Patienten mit hohem Risiko für eine TMA behandelt werden (d. h.
Patienten, die eine TMA in der Anamnese oder in der Familienanamnese haben) oder Patienten, diegleichzeitig Arzneimittel erhalten, die bekanntermaßen Risikofaktoren für die Entwicklung einer TMAsind (z. B. Ciclosporin, Chinin, Tacrolimus).
Mit Hemlibra und aPCC assoziierte ThromboembolieIn einer klinischen Studie mit Patienten unter Prophylaxe mit Hemlibra wurden schwerwiegendethrombotische Ereignisse beobachtet, nachdem eine durchschnittliche kumulative Mengevon > 100 E/kg/24 Stunden aPCC über 24 Stunden oder länger gegeben wurde (siehe Abschnitt 4.8).
In keinem Fall war eine Antikoagulation erforderlich. Nach Absetzen von aPCC und Unterbrechen der
Therapie mit Hemlibra zeigte sich innerhalb eines Monats eine Verbesserung oder ein Abklingen(siehe Abschnitt 4.8). Ein Patient nahm die Behandlung mit Hemlibra nach dem Abklingen desthrombotischen Ereignisses wieder auf und konnte weiterhin sicher behandelt werden.
Wenn Patienten unter Prophylaxe mit Hemlibra zusätzlich aPCC erhalten, sollten sie auf die
Entwicklung einer Thromboembolie hin überwacht werden. Bei klinischen Symptomen, bildgebenden
Untersuchungsbefunden und/oder Laborergebnissen, die auf thrombotische Ereignisse hindeuten,muss der Arzt die aPCC-Gabe sofort abbrechen, die Therapie mit Hemlibra unterbrechen und dieklinisch notwendigen Maßnahmen ergreifen. Ärzte und Patienten/Betreuungspersonen sollten nachvollständigem Abklingen eines thrombotischen Ereignisses von Fall zu Fall den Nutzen und die
Risiken einer Fortsetzung der Prophylaxe mit Hemlibra abwägen. Wenn ein Patient unter Hemlibra
Prophylaxe ein Bypassing-Präparat benötigt, sollten die untenstehenden Dosierungsempfehlungen für
Bypassing-Präparate beachtet werden.
Hinweise zur Anwendung von Bypassing-Präparaten bei Patienten unter Prophylaxe mit HemlibraDie Behandlung mit Bypassing-Präparaten sollte am Tag vor dem Beginn der Therapie mit Hemlibrabeendet werden.
Der Arzt sollte mit allen Patienten und/oder Betreuungspersonen die genaue Dosis und den
Anwendungsplan von Bypassing-Präparaten besprechen, falls diese bei Bedarf während einer
Prophylaxe mit Hemlibra eingesetzt werden.
Hemlibra erhöht das Gerinnungspotenzial des Patienten. Deswegen ist es möglich, dass dieerforderliche Dosis des Bypassing-Präparates niedriger ist als ohne Prophylaxe mit Hemlibra. Die
Dosis und die Anwendungsdauer des Bypassing-Präparates hängen von der Lokalisation und dem
Ausmaß der Blutung sowie dem klinischen Zustand des Patienten ab. Die Anwendung von aPCCsollte vermieden werden, es sei denn, es stehen keine anderen Therapieoptionen/-alternativen zur
Verfügung. Wenn bei einem Patienten unter Prophylaxe mit Hemlibra aPCC indiziert ist, darf die
Anfangsdosis 50 E/kg nicht überschreiten und es wird eine Überwachung der Laborwerte empfohlen(einschließlich, aber nicht beschränkt auf, Überwachung der Nierenfunktion, Blutplättchen-Testungund Prüfung auf Thrombose). Kann die Blutung mit aPCC mit einer Anfangsdosis von bis zu 50 E/kgnicht unter Kontrolle gebracht werden, sollten weitere Dosen von aPCC unter medizinischer Anleitungoder Aufsicht verabreicht werden. Vor der Gabe weiterer Dosen sollten eine Überwachung der
Laborwerte auf die Diagnose einer TMA oder Thromboembolie hin und eine Blutungskontrolle in
Betracht gezogen werden. Die Gesamtdosis von aPCC in den ersten 24 Stunden der Behandlung sollte100 E/kg nicht überschreiten. Bei der Entscheidung, ob die Behandlung mit aPCC in den ersten24 Stunden über die anfängliche Dosis von maximal 100 E/kg hinaus erhöht werden soll, muss derbehandelnde Arzt die Risiken von TMA und Thromboembolie sorgfältig gegen das Blutungsrisikoabwägen.
In klinischen Studien wurden keine Fälle von TMA oder thrombotischen Ereignissen bei Patientenunter Prophylaxe mit Hemlibra beobachtet, wenn es nur in Kombination mit rFVIIa eingesetzt wurde.
Die Hinweise zur Anwendung von Bypassing-Präparaten sollten für mindestens 6 Monate nach
Absetzen der Prophylaxe mit Hemlibra weiter beachtet werden (siehe Abschnitt 5.2).
ImmunogenitätEine Entwicklung von neutralisierenden Anti-Emicizumab-Antikörpern mit abnehmender
Emicizumab-Konzentration, die zu einem Verlust der Wirksamkeit führen, wurde gelegentlichwährend klinischen Studien beobachtet (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1). Patienten mit klinischen
Anzeichen eines Wirksamkeitsverlustes (z. B. Zunahme von Durchbruchblutungen) sollen umgehendzur Ermittlung der Ätiologie untersucht werden und bei Verdacht auf neutralisierende Anti-
Emicizumab-Antikörper sollen andere Therapieoptionen in Erwägung gezogen werden.
Einfluss von Emicizumab auf GerinnungstestsEmicizumab ersetzt die Tenase-Kofaktor-Aktivität des fehlenden aktivierten Faktor VIII (FVIIIa).
Gerinnungstests, die auf intrinsischer Gerinnung basieren, einschließlich aktivierter Gerinnungszeit(ACT) und aktivierter partieller Thromboplastinzeit (aPTT), messen die Gesamtgerinnungszeiteinschließlich der Zeit, die für die Aktivierung von FVIII zu FVIIIa durch Thrombin benötigt wird.
Mit solchen Tests, die auf dem intrinsischen Aktivierungsweg basieren, wird unter Emicizumab eineübermäßig verkürzte Gerinnungszeit gemessen, da dieses keine Aktivierung durch Thrombin benötigt.
Die übermäßig verkürzte intrinsische Gerinnungszeit verfälscht alle auf aPTT basierenden
Einzelfaktor-Assays wie den Einstufentest der FVIII-Aktivität (siehe Abschnitt 4.4, Tabelle 1).
Einzelfaktor-Assays, die chromogen- oder immunbasierte Methoden anwenden, werden hingegennicht von Emicizumab beeinflusst und können zur Bestimmung der Gerinnungsparameter während der
Behandlung eingesetzt werden. Für chromogene FVIII-Assays sind spezifische Aspekte zu beachten,die unten beschrieben werden.
Chromogene Tests zur FVIII-Aktivität können entweder mit humanen oder mit bovinen
Gerinnungsproteinen hergestellt werden. Tests mit humanen Gerinnungsfaktoren sprechen auf
Emicizumab an, können aber das klinische hämostatische Potenzial von Emicizumab überschätzen.
Tests mit bovinen Koagulationsfaktoren hingegen sind nicht sensitiv für Emicizumab (es wird keine
Aktivität gemessen) und können zur Überwachung der endogenen oder infundierten FVIII-Aktivitätoder zur Messung von FVIII-Hemmkörpern verwendet werden.
Emicizumab bleibt in Gegenwart von FVIII-Hemmkörpern aktiv und führt so bei gerinnungsbasierten
Bethesda-Assays zur funktionalen Hemmung von FVIII zu einem falsch negativen Ergebnis.
Stattdessen kann ein chromogener Bethesda-Assay mit einem bovin-basierten, chromogenen FVIII-
Test verwendet werden, der nicht sensitiv für Emicizumab ist.
Diese beiden pharmakodynamischen Marker spiegeln nicht den wahren hämostatischen Effekt von
Emicizumab in vivo wider (die aPTT wird übermäßig verkürzt und die gemessene FVIII-Aktivitätkann überschätzt werden), vermitteln aber einen relativen Hinweis auf die gerinnungsfördernde
Wirkung von Emicizumab.
Zusammenfassend sollten bei Patienten, die mit Hemlibra behandelt werden, keine Labortests, die aufintrinsischer Gerinnung basieren, verwendet werden, um dessen Aktivität zu überwachen, die Dosisfür eine Faktor-Ersatztherapie oder Antikoagulation zu bestimmen oder den FVIII-Hemmkörper-Titerzu messen. Vorsicht ist geboten, wenn Labortests, die auf intrinsischer Gerinnung basieren,angewendet werden, da eine falsche Interpretation der Ergebnisse zu einer nicht ausreichenden
Behandlung von Patienten mit Blutungsereignissen führen kann, was potenziell schwere oderlebensbedrohliche Blutungen hervorrufen kann.
Labortests, die durch Emicizumab beeinflusst oder nicht beeinflusst werden, sind in Tabelle 1aufgeführt. Aufgrund der langen Halbwertszeit können diese Auswirkungen auf Gerinnungstests biszu 6 Monate nach der letzten Dosis anhalten (siehe Abschnitt 5.2).
Tabelle 1: Ergebnisse von Gerinnungstests, die Emicizumab beeinflusst bzw. nichtbeeinflusst
Von Emicizumab beeinflusste Ergebnisse Von Emicizumab nicht beeinflusste
Ergebnisse- Aktivierte partielle Thromboplastinzeit - Bethesda-Assays (bovin chromogen) für(aPTT) FVIII-Hemmkörper-Titer
- Bethesda-Assays (gerinnungsbasiert) für - Thrombinzeit (TT)
FVIII-Hemmkörper-Titer - Prothrombin-Zeit(PT)-basierter
- aPTT-basierter Einstufentest zur Einstufentest zur Einzelfaktorbestimmung
Einzelfaktorbestimmung - Chromogen-basierte Einzelfaktor-Assays
- aPTT-basierte aktivierte Protein-C- zur Bestimmung eines anderen Faktors als
Resistenz (APC-R) FVIII1
- Aktivierte Gerinnungszeit (ACT) - Immunbasierte Assays (wie ELISA,turbidimetrische Methoden)
- Gentests auf Gerinnungsfaktoren (z. B.
Faktor V Leiden, Prothrombin 20210)1Wichtige Aspekte zu chromogen-basierten Assays der FVIII-Aktivität, siehe Abschnitt 4.4.
Kinder und JugendlicheFür Kinder unter 1 Jahr liegen keine Daten vor. Das hämostatische System bei Neugeborenen und
Säuglingen ist dynamisch und befindet sich in der Entwicklung. Daher müssen die relativen
Konzentrationen von pro- und antikoagulierenden Proteinen bei diesen Patienten für eine Nutzen-
Risiko-Abwägung berücksichtigt werden, einschließlich des möglichen Risikos einer Thrombose(z. B. zentralvenöse katheter-bedingte Thrombose).
Es wurden keine adäquaten oder gut kontrollierten Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit
Emicizumab durchgeführt.
Die klinische Erfahrung weist auf eine Arzneimittelwechselwirkung zwischen Emicizumab und aPCChin (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Auf Grundlage von präklinischen Versuchen besteht die Möglichkeit einer Hyperkoagulabilität unterrFVIIa oder FVIII in Kombination mit Emicizumab. Emicizumab erhöht das Gerinnungspotenzial,daher kann die zum Erreichen der Hämostase benötigte FVIIa- oder FVIII-Dosis niedriger ausfallenals ohne Prophylaxe mit Hemlibra.
Im Falle einer thrombotischen Komplikation sollte der Arzt gemäß klinischer Indikation ein Absetzenvon rFVIIa oder FVIII und eine Unterbrechung der Prophylaxe mit Hemlibra in Betracht ziehen.
Weitere Maßnahmen sollten den individuellen klinischen Gegebenheiten entsprechen.● Entscheidungen zu Dosisanpassungen sollten die Halbwertszeit der verwendeten Arzneimittelberücksichtigen. Insbesondere ist zu bedenken, dass eine Unterbrechung der Emicizumab-
Anwendung keine sofortige Wirkung haben kann.
● Eine Verlaufsbeobachtung unter Verwendung eines chromogenen FVIII-Tests kann die Gabenvon Gerinnungsfaktoren steuern, und eine Testung auf thrombophile Merkmale kann in
Betracht gezogen werden.
Erfahrungen mit der gleichzeitigen Anwendung von Antifibrinolytika mit aPCC oder rFVIIa bei
Patienten, die eine Prophylaxe mit Hemlibra erhalten, sind begrenzt. Jedoch muss bei der Anwendungsystemischer Antifibrinolytika in Kombination mit aPCC oder rFVIIa bei Patienten, die Emicizumaberhalten, die Möglichkeit des Auftretens thrombotischer Ereignisse in Betracht gezogen werden.
Frauen, die schwanger werden können und Hemlibra erhalten, müssen während und mindestens6 Monate nach Abschluss der Therapie mit Hemlibra eine wirksame Verhütungsmethode anwenden(siehe Abschnitt 5.2).
SchwangerschaftEs gibt keine klinischen Studien zur Anwendung von Emicizumab bei Schwangeren.
Reproduktionsstudien mit Tieren wurden mit Hemlibra nicht durchgeführt. Es ist nicht bekannt, ob
Emicizumab bei Verabreichung an Schwangere dem Fötus schadet ober ob es die
Reproduktionsfähigkeit beeinflusst. Hemlibra sollte während der Schwangerschaft nur verwendetwerden, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für den Fötus überwiegt.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass während der Schwangerschaft und nach der Entbindung einerhöhtes Thromboserisiko besteht und dass verschiedene Schwangerschaftskomplikationen mit einemerhöhten Risiko für disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC) verbunden sind.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Emicizumab in die Muttermilch übergeht. Es wurden keine Studiendurchgeführt, die den Einfluss von Emicizumab auf die Bildung von Muttermilch oder das
Vorhandensein von Emicizumab in der Muttermilch untersuchen. Es ist bekannt, dass humanes IgG inder Muttermilch vorhanden ist. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillenabzubrechen oder ob die Behandlung mit Hemlibra einzustellen ist bzw. ob auf die Behandlung mit
Hemlibra verzichtet werden soll. Dabei sollten sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auchder Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.
FertilitätTierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen hinsichtlich Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine Fertilitätsdatenfür Menschen vor. Deshalb ist die Wirkung von Emicizumab auf die weibliche und männliche
Fertilität unbekannt.
Hemlibra hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Das allgemeine Sicherheitsprofil von Hemlibra basiert auf Daten aus klinischen Studien und
Beobachtungen nach der Markteinführung. Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen, die in denklinischen Studien mit Hemlibra gemeldet wurden, waren thrombotische Mikroangiopathie (TMA)und thrombotische Ereignisse einschließlich Thrombose des Sinus cavernosus (CST) sowieoberflächliche Thrombophlebitis begleitet von Hautnekrose (siehe unten und Abschnitt 4.4).
Die häufigsten Nebenwirkungen, die nach Behandlung mit mindestens einer Dosis Hemlibra bei≥ 10 % der Patienten beobachtet wurden, waren Reaktionen an der Injektionsstelle (19,4 %),
Arthralgie (14,2 %) und Kopfschmerzen (14,0 %).
In den klinischen Studien brachen insgesamt 3 Patienten (0,7 %), die eine Prophylaxe mit Hemlibraerhielten, die Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Diese Nebenwirkungen waren TMA und
Hautnekrose, begleitet von oberflächlicher Thrombophlebitis sowie Kopfschmerzen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen basieren auf Daten aus Beobachtungen nach der Markteinführung undgepoolten Daten aus fünf klinischen Studien der Phase III (Studien an Erwachsenen und Jugendlichen[BH29884 - HAVEN 1, BH30071 - HAVEN 3 und BO39182 - HAVEN 4], eine Studie mit allen
Altersgruppen [BO41423 - HAVEN 6] und eine pädiatrische Studie [BH29992 - HAVEN 2]), indenen insgesamt 444 Patienten mit Hämophilie A mindestens eine Dosis Hemlibra als
Routineprophylaxe erhielten (siehe Abschnitt 5.1). Von den Studienteilnehmern waren 307 (69,1 %)
Erwachsene (darunter zwei Frauen), 61 (13,7 %) Jugendliche (≥ 12 bis < 18 Jahre), 71 (16,0 %)
Kinder (≥ 2 bis < 12 Jahre) und 5 (1,1 %) Säuglinge und Kleinkinder (1 Monat bis < 2 Jahre). Diemediane Expositionsdauer in den Studien betrug 32 Wochen (Spanne: 0,1 bis 94,3 Wochen).
Nebenwirkungen aus den klinischen Studien der Phase III und den Beobachtungen nach der
Markteinführung werden hier nach MedDRA Systemorganklasse aufgeführt (Tabelle 2). Bei den
Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000),sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar).
Tabelle 2: Zusammenfassung der Nebenwirkungen aus gepoolten klinischen HAVEN-Studienund Beobachtungen nach der Markteinführung von Hemlibra
Systemorganklasse (SOK) Nebenwirkungen Häufigkeit(bevorzugte Bezeichnung,
MedDRA)
Erkrankungen des Blutes und des Thrombotische Mikroangiopathie Gelegentlich
Lymphsystems
Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen Sehr häufig
Gefäßerkrankungen Oberflächliche Thrombophlebitis Gelegentlich
Thrombose des Sinus Gelegentlichcavernosusa
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Durchfall Häufig
Erkrankungen der Haut und des Hautnekrose Gelegentlich
Unterhautgewebes
Angioödem Gelegentlich
Urtikaria Häufig
Ausschlag Häufig
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Arthralgie Sehr häufig
Knochenerkrankungen
Myalgie Häufig
Allgemeine Erkrankungen und Reaktion an der Injektionsstelle Sehr häufig
Beschwerden am Verabreichungsort Fieber Häufig
Therapeutische Wirkung GelegentlichabgeschwächtbaGefäßerkrankungen sind eine sekundäre SOK für die Thrombose des Sinus cavernosus.bEin Wirksamkeitsverlust (vermindertes therapeutisches Ansprechen), der sich als eine Zunahme von
Durchbruchblutungen manifestiert, wurde im Zusammenhang mit neutralisierenden Anti-Emicizumab-
Antikörpern mit abnehmender Emicizumab-Konzentration berichtet (siehe Beschreibung ausgewählter
Nebenwirkungen und Abschnitte 4.4 und 5.1).
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIn gepoolten klinischen Studien der Phase III wurden bei weniger als 1 % der Patienten (3/444) undbei 9,7 % der Patienten (3/31), die mindestens eine Dosis aPCC erhielten, unter Behandlung mit
Emicizumab Fälle von TMA gemeldet. Alle 3 TMA-Fälle ereigneten sich, nachdem einedurchschnittliche kumulative Dosis von > 100 E/kg/24 Stunden aPCC über 24 Stunden oder mehrwährend eines behandlungsbedürftigen Ereignisses gegeben wurde (siehe Abschnitt 4.4). Diese
Patienten litten unter Thrombozytopenie, mikroangiopathischer hämolytischer Anämie und akutem
Nierenversagen ohne schwere Verminderung der ADAMTS-13-Aktivität. Bei einem Patienten wurde,nachdem sich die TMA aufgelöst hatte, die Behandlung mit Hemlibra fortgesetzt, ohne Rezidiv der
TMA.
Thrombotische EreignisseIn gepoolten klinischen Studien der Phase III wurden bei weniger als 1 % der Patienten (2/444) undbei 6,5 % der Patienten (2/31), die mindestens eine Dosis aPCC erhielten, unter Behandlung mit
Emicizumab schwerwiegende thrombotische Ereignisse gemeldet. Beide schwerwiegendenthrombotischen Ereignisse traten auf, nachdem eine durchschnittliche kumulative Dosisvon > 100 E/kg/24 Stunden aPCC über 24 Stunden oder mehr während eines behandlungsbedürftigen
Ereignisses gegeben wurde. Bei einem Patienten wurde, nachdem das thrombotische Ereignisabgeklungen war, die Behandlung mit Hemlibra fortgesetzt, ohne Rezidiv des thrombotischen
Ereignisses (siehe Abschnitt 4.4).
Charakterisierung der Wechselwirkung zwischen Emicizumab und einer Behandlung mit aPCC inzulassungsrelevanten klinischen Studien
Bei Patienten, die eine Prophylaxe mit Hemlibra erhielten, erfolgten insgesamt 82 aPCC-
Behandlungen*; davon acht (10 %), bei denen eine durchschnittliche kumulative Dosisvon > 100 E/kg/24 Stunden aPCC über 24 Stunden oder mehr verabreicht wurde. Zwei dieser acht
Behandlungen waren mit thrombotischen Ereignissen assoziiert und drei von acht Behandlungen mit
TMA (Tabelle 3). Mit den übrigen aPCC-Behandlungen waren keine TMA oder thrombotischen
Ereignisse assoziiert. 68 % der einzelnen aPCC-Behandlungen bestanden in einer
Einzelinfusion < 100 E/kg.
Tabelle 3: Übersicht der aPCC-Behandlungen* in den gepoolten klinischen Studien der
Phase III
Durchschnittliche kumulative Dosis von aPCC über 24 Stunden
Dauer der aPCC- (E/kg/24 Stunden)
Behandlung< 50 50 - 100 > 100< 24 Stunden 9 47 1324 - 48 Stunden 0 3 1b> 48 Stunden 1 1 7a,a,a,b
* Eine einzelne aPCC-Behandlung ist definiert als sämtliche Dosen aPCC, die ein Patient aus einem beliebigen
Grund erhalten hat, bis ein 36-stündiger behandlungsfreier Zeitraum eintrat. Beinhaltet alle aPCC-Behandlungenmit Ausnahme von Behandlungen an den ersten 7 Tagen und solchen, die 30 Tage nach dem Absetzen von
Hemlibra erfolgten.a Thrombotische Mikroangiopathieb Thrombotisches Ereignis
Reaktionen an der InjektionsstelleReaktionen an der Injektionsstelle wurden in den gepoolten klinischen Studien der Phase III sehrhäufig (19,4 %) gemeldet. Alle in den klinischen Studien mit Hemlibra beobachteten Fälle wurden alsnicht schwerwiegend eingestuft, waren von leichter bis mittelschwerer Intensität und 94,9 % gingenohne Behandlung zurück. Die am häufigsten berichteten Symptome waren Erythem an der
Injektionsstelle (10,6 %), Schmerzen an der Injektionsstelle (4,1 %), Juckreiz an der Injektionsstelle(2,9 %) und Schwellung an der Injektionsstelle (2,7 %).
ImmunogenitätIn den gepoolten klinischen Studien der Phase III mit Hemlibra wurde die Entwicklung vonneutralisierenden Anti-Emicizumab-Antikörpern, die mit einer Abnahme der Emicizumab-
Konzentration in Verbindung steht, gelegentlich beobachtet (siehe Abschnitt 5.1). Bei einem
Patienten, der neutralisierende Anti-Emicizumab-Antikörper mit abnehmender Emicizumab-
Konzentration entwickelte, kam es nach 5-wöchiger Behandlung zu einem Wirksamkeitsverlust(manifestiert als Durchbruchblutung) und später zum Abbruch der Behandlung mit Hemlibra (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.1).
Kinder und JugendlicheDie untersuchte pädiatrische Population umfasst insgesamt 137 Patienten, von denen 5 (3,6 %)
Säuglinge und Kleinkinder (im Alter von 1 Monat bis unter 2 Jahren), 71 (51,8 %) Kinder (im Altervon 2 bis unter 12 Jahren) und 61 (44,5 %) Jugendliche (im Alter von 12 bis unter 18 Jahren) waren.
Das Sicherheitsprofil von Hemlibra war bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und
Erwachsenen insgesamt übereinstimmend.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es gibt nur begrenzte Erfahrungen mit einer Überdosierung von Hemlibra.
SymptomeEine versehentliche Überdosis könnte zu Hyperkoagulabilität führen.
BehandlungPatienten, die versehentlich eine Überdosis erhalten haben, sollten unverzüglich ihren Arztkonsultieren und engmaschig beobachtet werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, andere systemische Hämostatika; ATC-Code:
B02BX06
WirkmechanismusEmicizumab ist ein humanisierter, monoklonaler, modifizierter Immunoglobulin-G4(IgG4)-Antikörpermit einer bispezifischen Antikörper-Struktur.
Emicizumab verbindet aktivierten Faktor IX und Faktor X, um die Funktion des fehlenden FVIIIawiederherzustellen, die für eine effektive Hämostase notwendig ist.
Emicizumab hat keine strukturelle Beziehung oder Sequenzhomologie zu FVIII, sodass es die
Entwicklung direkter Hemmkörper gegen FVIII weder auslöst noch verstärkt.
Pharmakodynamische WirkungenEine prophylaktische Therapie mit Hemlibra verkürzt die aPTT und erhöht die gemessene FVIII-
Aktivität (bei Verwendung eines chromogenen Tests mit humanem Gerinnungsfaktor). Diese beidenpharmakodynamischen Marker spiegeln nicht den wahren hämostatischen Effekt von Emicizumabin vivo wider (die aPTT wird übermäßig verkürzt und die gemessene FVIII-Aktivität kann überschätztwerden), vermitteln aber einen relativen Hinweis auf die gerinnungsfördernde Wirkung von
Emicizumab.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Hemlibra bei der Routineprophylaxe wurde an Patienten mit Hämophilie A infünf klinischen Studien beurteilt (drei Studien an erwachsenen und jugendlichen Patienten mit
Hämophilie A mit oder ohne FVIII-Hemmkörper [HAVEN 1, HAVEN 3 und HAVEN 4], einepädiatrische Studie an Patienten mit Hämophilie A mit FVIII-Hemmkörpern [HAVEN 2] und eine
Studie in allen Altersgruppen an Patienten mit leichter oder mittelschwerer Hämophilie A ohne FVIII-
Hemmkörper [HAVEN 6]).
Klinische Studien an erwachsenen und jugendlichen Patienten mit Hämophilie A mit oder ohne FVIII-
Hemmkörper
Patienten (Alter ≥ 12 Jahre und > 40 kg) mit Hämophilie A ohne FVIII-Hemmkörper (Studie
BH30071 - HAVEN 3)
Bei der Studie HAVEN 3 handelte es sich um eine randomisierte, multizentrische, offene klinische
Studie der Phase III, an der 152 männliche Jugendliche und Erwachsene (Alter ≥ 12 Jahre und> 40 kg) mit schwerer Hämophilie A ohne FVIII-Hemmkörper teilnahmen, die zuvor entwederepisodisch ('bei Bedarf“) oder prophylaktisch mit FVIII behandelt worden waren. Die Patientenerhielten über die ersten vier Wochen einmal wöchentlich subkutane Injektionen von 3 mg/kg
Hemlibra, gefolgt von entweder 1,5 mg/kg einmal wöchentlich (Arme A und D) oder 3 mg/kg allezwei Wochen (Arm B) oder keiner Prophylaxe (Arm C). Die Patienten in Arm C konnten nach Ablaufvon mindestens 24 Wochen ohne Prophylaxe auf Hemlibra (3 mg/kg alle zwei Wochen) umgestelltwerden. In den Armen A und B war für Patienten, bei denen zwei oder mehr qualifizierte Blutungenauftraten (d. h. spontane und klinisch bedeutsame Blutungen im Steady State), nach 24 Wochen eine
Dosiserhöhung auf 3 mg/kg wöchentlich zulässig. Bei den Patienten in Arm D war eine
Dosiserhöhung nach der zweiten qualifizierenden Blutung möglich. Zum Zeitpunkt der Primäranalysewar die Erhaltungsdosis bei fünf Patienten erhöht worden.
Neunundachtzig (89) Patienten, die zuvor eine episodische ('bei Bedarf“) FVIII-Behandlung erhaltenhatten, wurden im Verhältnis 2:2:1 randomisiert einer Behandlung mit Hemlibra einmal wöchentlich(Arm A, n = 36), Hemlibra alle zwei Wochen (Arm B, n = 35) oder keiner Prophylaxe (Arm C,n = 18) zugeteilt. Die Stratifizierung erfolgte dabei auf der Grundlage der Blutungsrate in denvorangegangenen 24 Wochen (< 9 oder ≥ 9). Dreiundsechzig (63) zuvor prophylaktisch mit FVIIIbehandelte Patienten wurden in Arm D aufgenommen und erhielten Hemlibra (1,5 mg/kg einmalwöchentlich).
Primäres Ziel der Studie war es, bei Patienten, die zuvor episodisch mit FVIII behandelt wordenwaren, die Wirksamkeit der prophylaktischen Behandlung mit Hemlibra einmal wöchentlich (Arm A)oder alle zwei Wochen (Arm B) im Vergleich zu keiner Prophylaxe (Arm C) zu beurteilen. Zugrundegelegt wurde dafür die Anzahl der Blutungen, bei denen eine Behandlung mit Gerinnungsfaktorenerforderlich war (siehe Tabelle 4). Zu den weiteren Zielen der Studie gehörten die Beurteilung desrandomisierten Vergleichs der Arme A oder B mit Arm C in Bezug auf die Wirksamkeit der
Prophylaxe mit Hemlibra zur Senkung der Anzahl von allen Blutungen, spontanen Blutungen,
Gelenkblutungen und Blutungen in Zielgelenken (siehe Tabelle 4) sowie die Bewertung der
Behandlungspräferenzen der Patienten auf Grundlage einer Präferenzbefragung.
Die Wirksamkeit der Prophylaxe mit Hemlibra wurde darüber hinaus mit einer vorangehendenprophylaktischen FVIII-Behandlung (Arm D) bei Patienten verglichen, die vor der Aufnahme an einernicht-interventionellen Studie (NIS) teilgenommen hatten (siehe Tabelle 5). In diesen Vergleichwurden nur Patienten der NIS eingeschlossen, weil Blutungs- und Behandlungsdaten mit der gleichen
Granularität erfasst wurden wie in HAVEN 3. Diese NIS ist eine Beobachtungsstudie, die vorrangigmit dem Ziel durchgeführt wird, ausführliche klinische Daten zu Blutungsepisoden und zur
Anwendung von Hämophilie-Arzneimitteln bei Hämophilie A-Patienten außerhalb interventionellerklinischer Studien zu erfassen.
Patienten (im Alter von mindestens 12 Jahren) mit Hämophilie A und FVIII-Hemmkörpern (Studie
BH29884 - HAVEN 1)
Bei der Studie HAVEN 1 handelte es sich um eine randomisierte, multizentrische, offene klinische
Studie an 109 männlichen Jugendlichen und Erwachsenen (im Alter von mindestens 12 Jahren) mit
Hämophilie A mit FVIII-Hemmkörpern, die zuvor entweder episodisch oder prophylaktisch mit
Bypassing-Präparaten (aPCC und rFVIIa) behandelt wurden. In dieser Studie erhielten die Patienteneinmal wöchentlich eine Prophylaxe mit Hemlibra (Arm A, C und D: 3 mg/kg einmal wöchentlichüber vier Wochen, gefolgt von 1,5 mg/kg einmal wöchentlich) oder keine Prophylaxe (Arm B). Die in
Arm B randomisierten Patienten konnten nach Ablauf von mindestens 24 Wochen ohne Prophylaxeauf eine Prophylaxe mit Hemlibra umgestellt werden. Bei Patienten, bei denen zwei oder mehrqualifizierte Blutungen auftraten (d. h. spontane und überprüfte klinisch signifikante Blutungen im
Steady State), konnte die Dosis nach 24 Wochen unter Prophylaxe mit Hemlibra auf 3 mg/kg einmalwöchentlich erhöht werden. Zum Zeitpunkt der Primäranalyse war die Erhaltungsdosis bei zwei
Patienten auf 3 mg/kg einmal wöchentlich erhöht worden.
Dreiundfünfzig (53) Patienten, die zuvor episodisch ('bei Bedarf“) mit Bypassing-Präparatenbehandelt worden waren, wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten entweder eine
Prophylaxe mit Hemlibra (Arm A) oder keine Prophylaxe (Arm B). Es erfolgte eine Stratifizierunggemäß der Blutungsrate in den vorangegangenen 24 Wochen (< 9 oder ≥ 9).
Neunundvierzig (49) Patienten, die zuvor prophylaktisch mit Bypassing-Präparaten behandelt wordenwaren, wurden in Arm C aufgenommen und erhielten eine Prophylaxe mit Hemlibra. Sieben Patienten,die zuvor episodisch ('bei Bedarf“) mit Bypassing-Präparaten behandelt worden waren und an der
NIS teilgenommen hatten, jedoch nicht vor Schließung von Arm A und B in HAVEN 1 aufgenommenwerden konnten, wurden in Arm D aufgenommen und erhielten eine Prophylaxe mit Hemlibra.
Das primäre Ziel der Studie war, den Behandlungseffekt einer einmal wöchentlich verabreichten
Prophylaxe mit Hemlibra im Vergleich zu keiner Prophylaxe (Arm A vs. Arm B) bei Patienten, diezuvor episodisch ('bei Bedarf“) mit Bypassing-Präparaten behandelt worden waren, bezogen auf die
Anzahl von Blutungen, die mit Gerinnungsfaktoren behandelt werden mussten, über die Zeit(mindestens 24 Wochen oder bis zum Absetzen der Behandlung) zu beurteilen (siehe Tabelle 6).
Weitere sekundäre Studienziele des randomisierten Vergleichs der Arme A und B waren die
Wirksamkeit der wöchentlichen Prophylaxe mit Hemlibra zur Reduzierung der Anzahl aller
Blutungen, der spontanen Blutungen, der Gelenkblutungen und der Blutungen in Zielgelenken (siehe
Tabelle 6) sowie die Beurteilung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Health-Related Quality of
Life [HRQoL]) und ihres Gesundheitszustands (siehe Tabellen 10 und 11). Die Dauer der mittleren
Exposition (+SD) aller Patienten aus der Studie lag bei 21,38 Wochen (12,01). Bei den jeweiligen
Behandlungsarmen lag die mittlere Expositionszeit (+SD) bei 28,86 Wochen (8,37) in Arm A; 8,79(3,62) in Arm B; 21,56 (11,85) in Arm C und 7,08 (3,89) in Arm D. Ein Patient aus Arm A beendeteseine Teilnahme an der Studie vor Beginn der Behandlung mit Hemlibra.
Die Studie untersuchte auch die Wirksamkeit der wöchentlichen Prophylaxe mit Hemlibra im
Vergleich zu zuvor eingesetzten episodischen ('bei Bedarf“) und prophylaktischen Bypassing-
Präparaten (getrennte Vergleiche) bei Patienten, die vor der Aufnahme in diese Studie an einer NISteilgenommen hatten (Arm A bzw. C) (siehe Tabelle 7).
Patienten (im Alter von ≥ 12 Jahren) mit Hämophilie A mit oder ohne FVIII-Hemmkörper (Studie
BO39182 - HAVEN 4)
Hemlibra wurde in einer einarmigen, multizentrischen klinischen Studie der Phase III untersucht, ander 41 männliche Jugendliche und Erwachsene (Alter ≥ 12 Jahre und > 40 kg) teilnahmen, die
Hämophilie A mit FVIII-Hemmkörpern oder schwere Hämophilie A ohne FVIII-Hemmkörper hattenund die zuvor entweder eine episodische ('bei Bedarf“) oder prophylaktische Behandlung mit
Bypassing-Präparaten oder FVIII erhalten hatten. Die Patienten erhielten eine Prophylaxe mit
Hemlibra 3 mg/kg einmal wöchentlich über einen Zeitraum von vier Wochen, gefolgt von 6 mg/kgalle vier Wochen. Primäres Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit der Prophylaxe mit Hemlibra allevier Wochen zur Aufrechterhaltung einer angemessenen Blutungskontrolle auf der Grundlage derbehandelten Blutungen zu beurteilen. Zu den anderen Zielen gehörten die Beurteilung der klinischen
Wirksamkeit der Prophylaxe mit Hemlibra in Bezug auf alle Blutungen, behandelte spontane
Blutungen, behandelte Gelenkblutungen und behandelte Blutungen in Zielgelenken (siehe Tabelle 8).
Zudem wurden mittels einer Präferenzbefragung die Behandlungspräferenzen der Patienten beurteilt.
Patienten (alle Altersgruppen) mit leichter oder mittelschwerer Hämophilie A ohne FVIII-
Hemmkörper (Studie BO41423 - HAVEN 6)
Bei der Studie HAVEN 6 handelte es sich um eine multizentrische, offene, einarmige klinische Studieder Phase III, an der 71 mit Emicizumab behandelte Patienten (alle Altersgruppen) mit leichter (n = 20[28,2 %]) oder mittelschwerer (n = 51 [71,8 %]) Hämophilie A ohne FVIII-Hemmkörper teilnahmen,bei denen nach Bewertung des Prüfarztes eine Prophylaxe angezeigt war. Die meisten Patienten warenmännlich (69 Patienten [97,2 %]) und 2 waren weiblich (2,8 %). Zu Studienbeginn waren 34 Patienten(47,9 %) unter episodischer und 37 Patienten (52,1 %) unter prophylaktischer Behandlung mit FVIII.
Die Patienten erhielten über die ersten vier Wochen einmal wöchentlich subkutane Injektionen von3 mg/kg Hemlibra, gefolgt von der vom Patienten bevorzugten Behandlung mit einem der folgenden
Erhaltungsschemata ab Woche 5: 1,5 mg/kg einmal wöchentlich (n = 24 [33,8 %]), 3 mg/kg alle zwei
Wochen (n = 39 [54,9 %]) oder 6 mg/kg alle vier Wochen (n = 8 [11,3 %]). Für Patienten, bei denenzwei oder mehr qualifizierte Blutungen auftraten (d. h. spontane und klinisch bedeutsame Blutungenim Steady State), war nach 24 Wochen eine Dosiserhöhung auf 3 mg/kg wöchentlich zulässig. Zum
Zeitpunkt der Zwischenanalyse war die Erhaltungsdosis bei keinem Patienten erhöht worden.
Primäres Wirksamkeitsziel der Studie war es, die Wirksamkeit der prophylaktischen Behandlung mit
Hemlibra zu beurteilen. Zugrunde gelegt wurde dafür die Anzahl der Blutungen, bei denen im Laufeder Zeit eine Behandlung mit Gerinnungsfaktoren erforderlich war (d. h. Blutungsrate der behandelten
Blutungen, siehe Tabelle 9). Zu den weiteren Zielen der Studie gehörten die Beurteilung der
Wirksamkeit der Prophylaxe mit Hemlibra bezogen auf die Anzahl aller Blutungen, spontaner
Blutungen, Gelenkblutungen und Blutungen in Zielgelenken im Laufe der Zeit sowie die Beurteilungder vom Patienten berichteten HRQoL anhand des Fragebogens 'Comprehensive Assessment Tool of
Challenges in Haemophilia (CATCH)“ im Laufe der Zeit.
Wirksamkeitsergebnisse
HAVEN 3Tabelle 4 enthält eine Zusammenfassung der Wirksamkeitsergebnisse der Prophylaxe mit Hemlibra im
Vergleich zu keiner Prophylaxe in Bezug auf die Rate der behandelten Blutungen, aller Blutungen,behandelten spontanen Blutungen, behandelten Gelenkblutungen und der behandelten Blutungen in
Zielgelenken.
Tabelle 4: Studie HAVEN 3: Jährliche Blutungsrate im Arm mit Prophylaxe mit Hemlibra im
Vergleich zum Arm ohne Prophylaxe bei Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren mit
FVIII-Hemmkörpern
Endpunkt Arm B:
Arm C: Arm A:
Hemlibra
Hemlibra
Keine Prophylaxe 3 mg/kg1,5 mg/kg wöchtl.(n = 18) alle 2 Wochen(n = 36)(n = 35)
Behandelte Blutungen
ABR (95-%-KI) 38,2 (22,9; 63,8) 1,5 (0,9; 2,5) 1,3 (0,8; 2,3)% Reduktion (RR), p-Wert96 % (0,04),
N/A < 0,0001 97 % (0,03), < 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen(95-%-KI) 0,0 (0,0; 18,5) 55,6 (38,1; 72,1) 60,0 (42,1; 76,1)
Mediane ABR (IQR) 40,4 (25,3; 56,7) 0 (0; 2,5) 0 (0; 1,9)
Alle Blutungen
ABR (95-%-KI) 47,6 (28,5; 79,6) 2,5 (1,6; 3,9) 2,6 (1,6; 4,3)% Reduktion (RR), p-Wert N/A 95 % (0,05), < 0,0001 94 % (0,06),< 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen(95-%-KI) 0 (0,0; 18,5) 50 (32,9; 67,1) 40 (23,9; 57,9)
Behandelte spontane Blutungen
ABR (95-%-KI) 15,6 (7,6; 31,9) 1,0 (0,5; 1,9) 0,3 (0,1; 0,8)% Reduktion (RR), p-Wert N/A 94 % (0,06), < 0,0001 98 % (0,02),< 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen(95-%-KI) 22,2 (6,4; 47,6) 66,7 (49,0; 81,4) 88,6 (73,3; 96,8)
Behandelte Gelenkblutungen
ABR (95-%-KI) 26,5 (14,67; 47,79) 1,1 (0,59; 1,89) 0,9 (0,44; 1,67)% Reduktion (RR), p-Wert N/A 96 % (0,04), < 0,0001 97 % (0,03),< 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen(95-%-KI) 0 (0; 18,5) 58,3 (40,8; 74,5) 74,3 (56,7; 87,5)
Endpunkt Arm B:
Arm C: Arm A:
Hemlibra
Hemlibra
Keine Prophylaxe 3 mg/kg1,5 mg/kg wöchtl.
(n = 18) alle 2 Wochen(n = 36)(n = 35)
Behandelte Blutungen in Zielgelenken
ABR (95-%-KI) 13,0 (5,2; 32,3) 0,6 (0,3; 1,4) 0,7 (0,3; 1,6)% Reduktion (RR), p-Wert N/A 95 % (0,05), < 0,0001 95 % (0,05),< 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen(95-%-KI) 27,8 (9,7; 53,5) 69,4 (51,9; 83,7) 77,1 (59,9; 89,6)
Inzidenzquotient (Rate Ratio) und Konfidenzintervall (KI) stammen aus dem Negativ-Binomial-Regressions-(NBR)-Modell und der p-Wert aus dem stratifizierten Wald-Test, Vergleich der Blutungsrate zwischenbestimmten Behandlungsarmen.
Arm C: Schließt nur den Zeitraum ohne Prophylaxe ein.
Definition von Blutung angepasst, basierend auf ISTH-Kriterien.
Behandelte Blutungen: Blutungen, die mit FVIII behandelt wurden.
Alle Blutungen: Blutungen, die mit FVIII behandelt wurden oder nicht.
Umfasst bei Patienten mit Dosiserhöhung nur die Daten vor dem Zeitpunkt der Dosiserhöhung.
Patienten, die Emicizumab erhielten, begannen mit einer Initialdosis von 3 mg/kg/Woche über 4 Wochen.
ABR = jährliche Blutungsrate, KI = Konfidenzintervall, RR = Inzidenzquotient (Rate Ratio),
IQR = Interquartilbereich, 25. bis 75. Perzentil.
N/A = nicht zutreffend
Die Analyse der Einzelpatientendaten (intraindividuelle Analyse) in HAVEN 3 ergab, dass die
Prophylaxe mit Hemlibra im Vergleich zu der vor Aufnahme in diese Studie in der NIS erfassten
FVIII-Prophylaxe zu einer statistisch signifikanten (p < 0,0001) Reduktion (68 %) der Blutungsratebehandelter Blutungen führte (siehe Tabelle 5).
Tabelle 5: Studie HAVEN 3: Intraindividueller Vergleich der jährlichen Blutungsrate(behandelte Blutungen) bei Prophylaxe mit Hemlibra gegenüber dervorangegangenen FVIII-Prophylaxe
Endpunkt Arm D NIS: Arm D:
vorangegangene FVIII- Hemlibra 1,5 mg/kg
Prophylaxe wöchentlich(n = 48) (n = 48)
Medianer Wirksamkeitszeitraum(Wochen) 30,1 33,7
Behandelte Blutungen
ABR (95-%-KI) 4,8 (3,2; 7,1) 1,5 (1; 2,3)% Reduktion (RR), p-Wert 68 % (0,32); < 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen(95-%-KI) 39,6 (25,8; 54,7) 54,2 (39,2; 68,6)
Mediane ABR (IQR) 1,8 (0; 7,6) 0 (0; 2,1)
Inzidenzquotient (Rate Ratio) und Konfidenzintervall (KI) stammen aus dem Negativ-Binomial-Regressions(NBR)-Modell und der p-Wert aus dem stratifizierten Wald-Test, Vergleich der ABR zwischen bestimmten
Behandlungsarmen.
Vergleichsdaten für intraindividuelle Analyse stammen aus NIS. Es wurden nur Patienten eingeschlossen, diean der NIS und an der Studie HAVEN 3 teilgenommen hatten.
Umfasst bei Patienten mit Dosiserhöhung nur die Daten vor dem Zeitpunkt der Dosiserhöhung.
Behandelte Blutungen = Blutungen, die mit FVIII behandelt wurden. Definition von Blutung angepasst,basierend auf ISTH-Kriterien. ABR = jährliche Blutungsrate, KI = Konfidenzintervall, RR = Inzidenzquotient(Rate Ratio); IQR = Interquartilbereich, 25. Perzentil bis 75. Perzentil.
Obwohl bei Prophylaxe mit Emicizumab eine höhere Therapietreue als unter vorhergehender FVIII-Prophylaxebeobachtet wurde, konnte bei Patienten mit Dosierungen, die ≥ 80 % oder < 80 % der entsprechenden,zugelassenen Dosierungen für die FVIII-Prophylaxe entsprachen, kein Unterschied in der ABR festgestelltwerden. (Die Daten sind jedoch aufgrund geringer Fallzahlen mit Vorsicht zu interpretieren.)
Aufgrund der kurzen Halbwertszeit von FVIII wird nach dessen Absetzen kein Übertragungseffekt erwartet.
Es mussten nur die ersten fünf Emicizumab-Dosierungen unter Aufsicht angewendet werden, um die Sicherheitund die Beherrschung der Injektionstechnik sicherzustellen. Ähnlich wie bei der FVIII-Prophylaxe wurde fürdie nachfolgenden Emicizumab-Dosierungen die Selbstanwendung zu Hause gestattet.
Alle Patienten wurden von Ärzten mit Erfahrungen in der Hämophilie behandelt, die bestätigten, dass beidenjenigen Patienten, die in den intraindividuellen Vergleich eingeschlossen wurden, eine geeignete FVIII-
Prophylaxe angewendet wurde. Hierdurch wurde eine gleichwertige Standard-Prophylaxe über alle
Studienzentren und Patienten hinweg unterstützt.
HAVEN 1Tabelle 6 enthält die Wirksamkeitsergebnisse der Prophylaxe mit Hemlibra im Vergleich zu keiner
Prophylaxe in Bezug auf die Rate der behandelten Blutungen, aller Blutungen, behandelten spontanen
Blutungen, behandelten Gelenkblutungen und behandelten Blutungen in Zielgelenken.
Tabelle 6: HAVEN 1: Jährliche Blutungsrate im Arm mit Prophylaxe mit Hemlibra im
Vergleich zum Arm ohne Prophylaxe bei Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren mit
FVIII-Hemmkörpern
Endpunkt Arm B: keine Prophylaxe Arm A: Hemlibra1,5 mg/kg wöchentlichn = 18 n = 35
Behandelte Blutungen
ABR (95-%-KI) 23,3 (12,33; 43,89) 2,9 (1,69; 5,02)% Reduktion (RR), p-Wert 87 % (0,13); < 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen 5,6 (0,1; 27,3) 62,9 (44,9; 78,5)(95-%-KI)
Median ABR (IQR) 18,8 (12,97; 35,08) 0 (0; 3,73)
Alle Blutungen
ABR (95-%-KI) 28,3 (16,79; 47,76) 5,5 (3,58; 8,60)% Reduktion (RR), p-Wert 80 % (0,20); < 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen 5,6 (0,1; 27,3) 37,1 (21,5; 55,1)(95-%-KI)
Behandelte spontane Blutungen
ABR (95-%-KI) 16,8 (9,94; 28,30) 1,3 (0,73; 2,19)% Reduktion (RR), p-Wert 92 % (0,08); < 0,0001% Patienten mit 0 Blutungen 11,1 (1,4; 34,7) 68,6 (50,7; 83,1)(95-%-KI)
Behandelte Gelenkblutungen
ABR (95-%-KI) 6,7 (1,99; 22,42) 0,8 (0,26; 2,20)% Reduktion (RR), p-Wert 89 % (0,11); 0,0050% Patienten mit 0 Blutungen 50,0 (26,0; 74,0) 85,7 (69,7; 95,2)(95-%-KI)
Behandelte Blutungen in Zielgelenken
ABR (95-%-KI) 3,0 (0,96; 9,13) 0,1 (0,03; 0,58)% Reduktion (RR), p-Wert 95 % (0,05); 0,0002% Patienten mit 0 Blutungen 50,0 (26,0; 74,0) 94,3 (80,8; 99,3)(95-%-KI)
Inzidenzquotient (Rate Ratio) und Konfidenzintervall (KI) stammt aus dem Negativ-Binomial-
Regressions(NBR)-Modell und p-Wert vom stratifizierten Wald-Test, Vergleich der Blutungsrate zwischenbestimmten Behandlungsarmen.
Arm B: Schließt nur den Zeitraum ohne Prophylaxe ein.
Definition von Blutung angepasst, basierend auf ISTH-Kriterien.
Behandelte Blutungen: Blutungen, die mit Bypassing-Präparaten behandelt wurden.
Alle Blutungen: Blutungen, die mit Bypassing-Präparaten behandelt wurden oder nicht.
Umfasst bei Patienten mit Dosiserhöhung nur die Daten vor dem Zeitpunkt der Dosiserhöhung.
Patienten, die Emicizumab erhielten, begannen mit einer Initialdosis von 3 mg/kg/Woche über 4 Wochen.
ABR = jährliche Blutungsrate, KI = Konfidenzintervall, RR = Inzidenzquotient (Rate Ratio),
IQR = Interquartilbereich, 25. bis 75. Perzentil.
Die Analyse der Einzelpatientendaten (intraindividuelle Analyse) in HAVEN 1 ergab, dass die
Prophylaxe mit Hemlibra im Vergleich zu der vor Aufnahme in diese Studie in der NIS erfassten
Prophylaxe mit Bypassing-Präparaten zu einer statistisch signifikanten (p = 0,0003) und klinischrelevanten Reduktion (79 %) der Blutungsrate behandelter Blutungen führte (siehe Tabelle 7).
Tabelle 7: Studie HAVEN 1: Intraindividueller Vergleich der jährlichen Blutungsrate(behandelte Blutungen) bei Prophylaxe mit Hemlibra gegenüber dervorangegangenen Prophylaxe mit Bypassing-Präparat (NIS-Teilnehmer)
Arm CNIS: vorangegangene Arm C: Hemlibra 1,5 mg/kg
Prophylaxe mit Bypassing- wöchentlich
Endpunkt Präparatn = 24 n = 24
Behandelte Blutungen
ABR (95-%-KI) 15,7 (11,08; 22,29) 3,3 (1,33; 8,08)% Patienten mit 0 Blutungen(95-%-KI) 12,5 (2,7; 32,4) 70,8 (48,9; 87,4)
Mediane ABR (IQR) 12,0 (5,73; 24,22) 0,0 (0,00; 2,23)% Reduktion 79 %(RR), p-Wert (0,21); 0,0003
Inzidenzquotient (Rate Ratio) und Konfidenzintervall (KI) stammt aus dem Negativ-Binomial-Regressions(NBR)-Modell und p-Wert vom stratifizierten Wald-Test, Vergleich von ABR zwischen bestimmten Armen.
Vergleichsdaten für intraindividuelle Analyse stammen aus NIS.
Es wurden nur Patienten eingeschlossen, die an der NIS und an der Studie HAVEN 1 teilgenommen haben.
Umfasst bei Patienten mit Dosiserhöhung nur die Daten vor dem Zeitpunkt der Dosiserhöhung.
Behandelte Blutungen: Blutungen, die mit Bypassing-Präparaten behandelt wurden.
Definition von Blutung angepasst, basierend auf ISTH-Kriterien.
ABR = jährliche Blutungsrate, KI = Konfidenzintervall, RR = Inzidenzquotient (Rate Ratio);
IQR = Interquartilbereich, 25. Perzentil bis 75. Perzentil.
Obwohl bei Prophylaxe mit Emicizumab eine höhere Therapietreue als unter vorhergehender Bypassing-Agent(BPA)-Prophylaxe beobachtet wurde, konnte bei Patienten mit Dosierungen, die ≥ 80 % oder < 80 % derentsprechenden, zugelassenen Dosierungen für die BPA-Prophylaxe entsprachen, kein Unterschied in der ABRfestgestellt werden. (Die Daten sind jedoch aufgrund geringer Fallzahlen mit Vorsicht zu interpretieren.)
Aufgrund der kurzen Halbwertszeit der BPA wird nach deren Absetzen kein Übertragungseffekt erwartet.
Es mussten nur die ersten fünf Emicizumab-Dosierungen unter Aufsicht angewendet werden, um die Sicherheitund die Beherrschung der Injektionstechnik sicherzustellen. Ähnlich wie bei der BPA-Prophylaxe wurde fürdie nachfolgenden Emicizumab-Dosierungen die Selbstanwendung zu Hause gestattet.
HAVEN 4Tabelle 8 enthält die Ergebnisse der primären Wirksamkeitsanalyse der Prophylaxe mit Hemlibra allevier Wochen in Bezug auf die Rate der behandelten Blutungen, aller Blutungen, behandeltenspontanen Blutungen, behandelten Gelenkblutungen und behandelten Blutungen in Zielgelenken. Zur
Beurteilung der Wirksamkeit wurden 41 Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren mit einer medianen
Beobachtungszeit von 25,6 Wochen (Bereich: 24,1 - 29,4) betrachtet.
Tabelle 8: HAVEN 4: Jährliche Blutungsrate der Prophylaxe mit Hemlibra bei Patienten im
Alter von ≥ 12 Jahren mit oder ohne FVIII-Hemmkörper
Hemlibra 6 mg/kg Q4W
Endpunkte aABR (95-%-KI) bMediane ABR (IQR) % 0 Blutungen(95-%-KI)n 41 41 41
Behandelte 2,4 (1,4; 4,3) 0,0 (0,0; 2,1) 56,1 (39,7; 71,5)
BlutungenAlle Blutungen 4,5 (3,1; 6,6) 2,1 (0,0; 5,9) 29,3 (16,1; 45,5)
Behandelte spontane 0,6 (0,3; 1,5) 0,0 (0,0; 0,0) 82,9 (67,9; 92,8)
BlutungenBehandelte 1,7 (0,8; 3,7) 0,0 (0,0; 1,9) 70,7 (54,5; 83,9)
Gelenkblutungen
Behandelte 1,0 (0,3; 3,3) 0,0 (0,0; 0,0) 85,4 (70,8; 94,4)
Blutungen in
Zielgelenkena Berechnet nach dem Negativ-Binomial-Regressions (NBR)-Modellb Berechnete ABR
Definition von Blutung angepasst, basierend auf ISTH-Kriterien.
Behandelte Blutungen: Blutungen, die mit FVIII oder rFVIIa behandelt wurden.
Alle Blutungen: Blutungen, die mit FVIII oder rFVIIa behandelt oder nicht behandelt wurden.
Patienten, die Emicizumab erhielten, begannen mit einer Initialdosis von 3 mg/kg/Woche über 4 Wochen.
ABR = jährliche Blutungsrate, KI = Konfidenzintervall, RR = Inzidenzquotient (Rate Ratio),
IQR = Interquartilbereich, 25. bis 75. Perzentil, Q4W = Prophylaxe einmal alle vier Wochen.
HAVEN 6 (Zwischenanalyse)
Die Wirksamkeit wurde bei 51 Patienten mit mittelschwerer Hämophilie A im Alter von 2 bis 56
Jahren über eine mediane Beobachtungsdauer von 30,4 Wochen (Bereich: 17,4 - 61,7) beurteilt. Die
Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit der Prophylaxe mit Hemlibra in Patienten mit mittelschwerer
Hämophilie A (siehe Abschnitt 4.1) bezogen auf die Rate von behandelten Blutungen, allen
Blutungen, behandelten spontanen Blutungen, behandelten Gelenkblutungen und behandelten
Blutungen in Zielgelenken sind in Tabelle 9 aufgeführt.
Tabelle 9: HAVEN 6: Jährliche Blutungsrate der Prophylaxe mit Hemlibra bei Patienten mitmittelschwerer Hämophilie A ohne FVIII-HemmkörpercHemlibra 1,5 mg/kg QW, 3 mg/kg Q2W oder 6 mg/kg Q4W
Endpunkte aABR (95-%-KI) bMediane ABR % 0 Blutungen(IQR) (95-%-KI)n 51 51 51
Behandelte Blutungen 0,9 [0,43; 1,89] 0,0 [0,00; 0,00] 78,4 [64,7; 88,7]
Alle Blutungen 2,6 [1,81; 3,81] 1,7 [0,00; 3,90] 43,1 [29,3; 57,8]
Behandelte spontane 0,1 [0,03; 0,30] 0,0 [0,00; 0,00] 94,1 [83,8; 98,8]
BlutungenBehandelte 0,3 [0,10; 0,84] 0,0 [0,00; 0,00] 90,2 [78,6; 96,7]
Gelenkblutungen
Behandelte Blutungen 0,1 [0,02; 0,26] 0,0 [0,00; 0,00] 96,1 [86,5; 99,5]in Zielgelenkena Berechnet nach dem Negativ-Binomial-Regressions(NBR)-Modellb Berechnete ABR
Definition von Blutung angepasst, basierend auf ISTH-Kriterien
Behandelte Blutungen: Blutungen, die mit FVIII behandelt wurden.
Alle Blutungen: Blutungen, die mit FVIII behandelt oder nicht behandelt wurden.
Patienten, die Emicizumab erhielten, begannen mit einer Initialdosis von 3 mg/kg/Woche über 4 Wochen.
ABR = jährliche Blutungsrate, KI = Konfidenzintervall, IQR = Interquartilbereich, 25. bis 75. Perzentil,
QW = Prophylaxe einmal wöchentlich, Q2W = Prophylaxe einmal alle zwei Wochen, Q4W = Prophylaxeeinmal alle vier Wochenc 1,5 mg/kg QW (n = 16); 3 mg/kg Q2W (n = 30); 6 mg/kg Q4W (n = 5)
Instrumente zur Messung gesundheitsbezogener Zielgrößen
In den HAVEN-Studien wurden HRQoL und Gesundheitszustand anhand von Fragebögen zur
Beurteilung der klinischen Zielgrößen bewertet. In HAVEN 1 und 2 wurde der Fragebogen'Haemophilia-specific Quality of Life“ (Haem-A-QoL) für Erwachsene (im Alter von mindestens18 Jahren) bzw. die Version für Jugendliche (Haemo-QoL-SF, für Jugendliche im Alter von8 - 17 Jahren) verwendet, wobei der Wert für die körperliche Gesundheit (d. h. schmerzhafte
Schwellungen, Gelenkschmerzen, Schmerzen bei Bewegungen, Schwierigkeit, weit zu laufen undmehr benötigte Zeit, um sich fertig zu machen) und der Gesamtwert (Summe aller Werte) wichtige, im
Prüfplan definierte Endpunkte waren. In HAVEN 2 wurde zusätzlich der Fragebogen 'Adapted
InhibQoL with Aspects of Caregiver Burden“ verwendet, um die von den Betreuungspersonenberichtete HRQoL bei Kindern < 12 Jahren zu erfassen. In HAVEN 6 wurde die HRQoL beierwachsenen und pädiatrischen Patienten sowie bei Betreuungspersonen von pädiatrischen Patientenanhand des Fragebogens 'Comprehensive Assessment Tool of Challenges in Haemophilia(CATCH)“ beurteilt. Es wurden die Domänen zur Risikowahrnehmung und zu den Auswirkungen der
Hämophilie auf Alltagsaktivitäten, soziale Aktivitäten, Freizeitaktivitäten und Arbeit/Schule sowie die
Sorgen und die Belastung durch die Behandlung untersucht. Zum Messen von Veränderungen im
Gesundheitszustand wurden der Index Utility Score (IUS) und die visuelle Analogskala (VAS) ausdem Fragebogen 'EuroQoL Five-Dimension Five-Levels“ (EQ-5D-5L) herangezogen.
Gesundheitsbezogene Zielgrößen in HAVEN 1In dieser Studie waren die Gesamtwerte bei Studienbeginn (Mittelwert = 41,14 sowie 44,58) undkörperliche Gesundheit-Subskala-Werte (Mittelwert = 52,41 sowie 57,19) unter Prophylaxe mit
Hemlibra ähnlich wie ohne Prophylaxe. Tabelle 10 enthält eine Zusammenfassung des Vergleichszwischen dem Arm mit Prophylaxe mit Hemlibra (Arm A) und dem Arm ohne Prophylaxe (Arm B)bezogen auf den Haem-A-QoL-Gesamtwert und die Körperliche Gesundheit-Subskala nach24 Behandlungswochen, adjustiert um die Werte bei Studienbeginn. Die wöchentliche Prophylaxe mit
Hemlibra zeigte bei der Beurteilung in Woche 25 im Vergleich zu keiner Prophylaxe eine statistischsignifikante und klinisch relevante Verbesserung im vorab festgelegten Endpunkt für den
Haem-A-QoL-Wert der körperlichen Gesundheit.
Tabelle 10: Studie HAVEN 1: Änderung des Haem-A-QoL-Wertes für die körperliche
Gesundheit und des Gesamtwertes durch die Prophylaxe mit Hemlibra im Vergleichzu keiner Prophylaxe bei Patienten im Alter von ≥ 18 Jahren mit FVIII-
Hemmkörpern
Haem-A-QoL-Werte in Woche 25 Arm B: keine Prophylaxe Arm A: Hemlibra(n = 14) 1,5 mg/kg wöchentlich(n = 25)
Wert für die körperliche Gesundheit (Bereich 0 bis 100)
Adjustierter Mittelwert 54,17 32,61
Differenz der adjustierten Mittelwerte 21,55 (7,89; 35,22)(95-%-KI)p-Wert 0,0029
Gesamtwert (Bereich 0 bis 100)
Adjustierter Mittelwert 43,21 29,2
Differenz der adjustierten Mittelwerte 14,01 (5,56; 22,45)(95-%-KI)
Arm B: Schließt nur den Zeitraum ohne Prophylaxe ein.
Umfasst bei Patienten mit Dosiserhöhung nur die Daten vor dem Zeitpunkt der Dosiserhöhung.
Patienten, die Emicizumab erhielten, begannen mit einer Initialdosis von 3 mg/kg/Woche über 4 Wochen.
Haem-A-QoL-Skalen-Bereich von 0 bis 100; niedrigere Werte bedeuten eine bessere HRQoL.
Klinisch relevanter Unterschied: Gesamtwert: 7 Punkte, physische Gesundheit: 10 Punkte.
Die Analysen basieren auf Daten von Personen, die sowohl bei Studienbeginn als auch in Woche 25 den
Fragebogen beantwortet haben.
Zielgrößen in Bezug auf den Gesundheitszustand in HAVEN 1Tabelle 11 enthält eine Zusammenfassung des Vergleichs zwischen dem Arm mit Prophylaxe mit
Hemlibra (Arm A) und dem Arm ohne Prophylaxe (Arm B) bezogen auf den EQ-5D-5L-IUS und die
VAS nach 24 Behandlungswochen, adjustiert um die Werte bei Studienbeginn.
Tabelle 11: Studie HAVEN 1: EQ-5D-5L-Werte bei Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren in
Woche 25
EQ-5D-5L-Werte nach 24 Wochen Arm B: keine Prophylaxe Arm A: Hemlibra(n = 16) 1,5 mg/kg wöchentlich(n = 29)
Visuelle Analogskala
Adjustierter Mittelwert 74,36 84,08
Differenz der adjustierten Mittelwerte -9,72 (-17,62; -1,82)(95-%-KI)
Index-Wert
Adjustierter Mittelwert 0,65 0,81
Differenz der adjustierten Mittelwerte -0,16 (-0,25; -0,07)(95-%-KI)
Arm B: Schließt nur den Zeitraum ohne Prophylaxe ein.
Umfasst bei Patienten mit Dosiserhöhung nur die Daten vor dem Zeitpunkt der Dosiserhöhung.
Patienten, die Emicizumab erhielten, begannen mit einer Initialdosis von 3 mg/kg/Woche über 4 Wochen.
Höhere Werte stehen für eine bessere Lebensqualität.
Klinisch relevanter Unterschied: VAS: 7 Punkte, Index-Wert: 0,07 Punkte.
Die Analysen basieren auf Daten von Personen, die sowohl bei Studienbeginn als auch in Woche 25 den
Fragebogen beantwortet haben.
Gesundheitsbezogene Zielgrößen in HAVEN 6
In HAVEN 6 wurde die HRQoL bei Patienten aller Altersgruppen mit mittelschwerer Hämophilie A in
Woche 25 anhand des Fragebogens CATCH beurteilt. Der CATCH-Fragebogen (Version 1.0) ist einvalidiertes Instrument zur Beurteilung der Auswirkungen der Hämophilie und deren Behandlung. Der
Fragebogen liegt in verschiedenen Versionen für erwachsene Patienten, pädiatrische Patienten sowie
Betreuungspersonen von pädiatrischen Patienten vor. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität bliebunter der Prophylaxe mit Hemlibra im Allgemeinen stabil und zeigte in der Domäne zur Belastung der
Behandlung des CATCH-Fragebogens eine in allen Befragungsgruppen beobachtete Verbesserung.
Kinder und JugendlicheKinder und Jugendliche (Patienten unter 12 Jahren oder zwischen 12 und 17 Jahren mit einem
Körpergewicht < 40 kg) mit Hämophilie A und FVIII-Hemmkörpern (Studie BH29992 - HAVEN 2)
Die wöchentliche Prophylaxe mit Hemlibra wurde in einer einarmigen, multizentrischen, offenenklinischen Studie bei Kindern und Jugendlichen (Alter < 12 Jahre oder 12 bis 17 Jahre mit einem
Gewicht < 40 kg) mit Hämophilie A mit FVIII-Hemmkörpern geprüft. Die Patienten erhielten eine
Prophylaxe mit Hemlibra von 3 mg/kg einmal wöchentlich über 4 Wochen, gefolgt von 1,5 mg/kgeinmal wöchentlich.
Die Studie untersuchte die Pharmakokinetik (PK), Sicherheit und Wirksamkeit, einschließlich der
Wirksamkeit der wöchentlichen Prophylaxe mit Hemlibra im Vergleich zu einer vorherigen
Behandlung mit episodischen und prophylaktischen Bypassing-Präparaten bei Patienten, die vor der
Aufnahme in diese Studie an der NIS teilgenommen hatten (intraindividueller Vergleich).
Wirksamkeitsergebnisse
HAVEN 2 (Zwischenanalyse)
Zum Zeitpunkt der Zwischenanalyse war die Wirksamkeit bei 59 Patienten beurteilt, die jünger als12 Jahre waren und mindestens 12 Wochen lang die wöchentliche Prophylaxe mit Hemlibra erhaltenhatten, einschließlich vier Patienten im Alter < 2 Jahre, 17 Patienten im Alter von 2 bis < 6 Jahren und38 Patienten im Alter von 6 bis < 12 Jahren. Es wurden die jährliche Blutungsrate und der Prozentsatzder Patienten mit null Blutungen berechnet (siehe Tabelle 12). Die mediane Beobachtungszeit betrugfür diese Patienten 29,6 Wochen (Bereich: 18,4 bis 63,0 Wochen).
Tabelle 12: Studie HAVEN 2: Zusammenfassung der Wirksamkeit (Zwischenanalyse)
Endpunkte aABR (95-%-KI) cMediane ABR (IQR) % 0 Blutungen(95-%-KI)bn = 59 bn = 59 bn = 59
Behandelte
Blutungen 0,3 (0,1; 0,5) 0 (0; 0) 86,4 (75; 94)
Alle Blutungen 3,8 (2,2; 6,5) 0 (0; 3,4) 55,9 (42,4; 68,8)
Behandelte
Spontanblutungen 0 (0; 0,2) 0 (0; 0) 98,3 (90,9; 100)
Behandelte
Gelenkblutungen 0,2 (0,1; 0,4) 0 (0; 0) 89,8 (79,2; 96,2)
Behandelte
Blutungen in 0,1 (0; 0,7) 0 (0; 0) 96,6 (88,3; 99,6)
Zielgelenken
ABR = jährliche Blutungsrate; KI = Konfidenzintervall; IQR = Interquartilbereich, 25. Perzentil bis75. Perzentila Berechnet mit dem Negativ-Binomial-Regressions (NPR)-Modellb Wirksamkeitsdaten von behandelten Patienten im Alter von < 12 Jahren, die sich mindestens 12 Wochen inder Studie HAVEN 2 befanden (n = 59), da der Behandlungseffekt in der Studie hauptsächlich auf Basis des
Alters untersucht werden sollte.c Berechnete ABR
Definition von Blutung angepasst, basierend auf ISTH-Kriterien.
Behandelte Blutungen: Blutungen, die mit Bypassing-Präparaten behandelt wurden.
Alle Blutungen: Blutungen, die mit Bypassing-Präparaten behandelt wurden oder nicht.
Patienten, die Emicizumab erhielten, begannen mit einer Initialdosis von 3 mg/kg/Woche über 4 Wochen.
Die intraindividuelle Analyse zeigte, dass die wöchentliche Prophylaxe mit Hemlibra nach mindestens12-wöchiger Anwendung bei 18 pädiatrischen Patienten zu einer klinisch bedeutsamen Reduktion(98 %) der Rate der behandelten Blutungen im Vergleich zur Blutungsrate, die während der NIS vor
Aufnahme in diese Studie ermittelt wurde, führte (Tabelle 13).
Tabelle 13: Studie HAVEN 2: Intraindividueller Vergleich der jährlichen Blutungsrate(behandelte Blutungen) bei Prophylaxe mit Hemlibra gegenüber dervorangegangenen Prophylaxe mit Bypassing-Präparat
Endpunkt Vorherige Bypassing- Prophylaxe mit Hemlibra
Präparat-Behandlung* (n = 18)(n = 18)
Behandelte Blutungen
ABR (95-%-KI) 19,8 (15,3; 25,7) 0,4 (0,15; 0,88)% Reduktion (RR) 98 %(0,02)% Patienten mit 0 Blutungen (95-%-KI) 5,6 (0,1; 27,3) 77,8 (52,4; 93,6)
Median ABR (IQR) 16,2 (11,49; 25,78) 0 (0; 0)
* Vorherige prophylaktische Behandlung bei 15 von 18 Patienten; vorherige episodische ('bei Bedarf“)
Behandlung bei 3 Studienteilnehmern
Inzidenzquotient (Rate Ratio) und Konfidenzintervall (KI) stammen aus dem Negativ-Binomial-Regressions(NBR)-Modell und der p-Wert aus dem stratifizierten Wald-Test, Vergleich der ABR zwischen bestimmten
Armen.
Vergleichsdaten für intraindividuelle Analyse stammen aus NIS.
Es wurden nur Patienten eingeschlossen, die an der NIS und der Studie HAVEN 2 teilgenommen hatten.
Definition von Blutung angepasst, basierend auf ISTH-Kriterien.
Behandelte Blutungen: Blutungen, die mit Bypassing-Präparaten behandelt wurden.
Patienten, die Emicizumab erhielten, begannen mit einer Initialdosis von 3 mg/kg/Woche über 4 Wochen.
ABR = jährliche Blutungsrate; KI = Konfidenzintervall; RR = Inzidenzquotient (Rate Ratio);
IQR = Interquartilbereich, 25. Perzentil bis 75. Perzentil.
Obwohl bei Prophylaxe mit Emicizumab eine höhere Therapietreue als unter vorhergehender Bypassing-Agent(BPA)-Prophylaxe beobachtet wurde, konnte bei Patienten mit Dosierungen, die ≥ 80 % oder < 80 % derentsprechenden, zugelassenen Dosierungen für die BPA-Prophylaxe entsprachen, kein Unterschied in der ABRfestgestellt werden. (Die Daten sind jedoch aufgrund geringer Fallzahlen mit Vorsicht zu interpretieren.)
Aufgrund der kurzen Halbwertszeit der BPA wird nach deren Absetzen kein Übertragungseffekt erwartet.
Es mussten nur die ersten fünf Emicizumab-Dosierungen unter Aufsicht angewendet werden, um die Sicherheitund die Beherrschung der Injektionstechnik sicherzustellen. Ähnlich wie bei der BPA-Prophylaxe wurde fürdie nachfolgenden Emicizumab-Dosierungen die Selbstanwendung zu Hause gestattet.
Ergebnisse zu den gesundheitsbezogenen Zielgrößen bei KindernDie HRQoL wurde in HAVEN 2 für Patienten im Alter von ≥ 8 bis < 12 Jahren anhand des
Fragebogens Haemo-QoL-SF für Kinder beurteilt (siehe Tabelle 14). Bei diesem Fragebogen handeltes sich um ein gültiges und zuverlässiges Instrument zur Messung der HRQoL. Darüber hinaus wurdedie HRQoL für Patienten im Alter von < 12 Jahren in Woche 25 anhand des Fragebogens 'Adapted
InhibQoL with Aspects of Caregiver Burden“ beurteilt, der von Betreuungspersonen ausgefüllt wurde(siehe Tabelle 14). Bei diesem Fragebogen handelt es sich um ein gültiges und zuverlässiges
Instrument zur Messung der HRQoL.
Tabelle 14: HAVEN 2: Veränderung des Werts für die körperliche Gesundheit von
Baseline bis Woche 25 für Patienten (im Alter von < 12 Jahren) nach der
Prophylaxe mit Hemlibra, berichtet von Patienten und Betreuungspersonen
Haemo-QoL-SF
Wert für die körperliche Gesundheit (Bereich 0 bis 100)a
Mittlerer Wert bei Baseline (95-%-KI) (n = 18) 29,5 (16,4 - 42,7)
Mittlere Veränderung von Baseline (95-%-KI) -21,7 (-37,1 - -6,3)(n = 15)
Angepasster InhibQoL mit Aspekten der
Belastung der Betreuungspersonen
Wert für die körperliche Gesundheit (Bereich 0 bis 100)a
Mittlerer Wert bei Baseline (95-%-KI) (n = 54) 37,2 (31,5 - 42,8)
Mittlere Veränderung von Baseline (95-%-KI) -32,4 (-38,6 - -26,2)(n = 43)a Niedrigere Werte (negative Veränderungswerte) weisen auf eine bessere Funktion hin.
Die Analysen basieren auf Daten von Personen, die sowohl bei Studienbeginn als auch in Woche 25 den
Fragebogen beantwortet haben.
Es gibt nur begrenzte Erfahrungen mit dem Einsatz von Bypassing-Präparaten oder FVIII beichirurgischen Eingriffen und invasiven Verfahren. Über den Einsatz von Bypassing-Präparaten oder
FVIII bei chirurgischen Eingriffen und invasiven Verfahren entschied der Prüfarzt.
Beim Auftreten von Durchbruchblutungen sind Patienten, die eine Emicizumab-Prophylaxe erhalten,mithilfe verfügbarer Therapien zu versorgen. Anweisungen für Bypassing-Präparate finden Sie in
Abschnitt 4.4.
ImmunogenitätWie bei allen therapeutischen Proteinen besteht auch bei Patienten, die mit Emicizumab behandeltwerden, die Möglichkeit einer Immunreaktion. In den gepoolten klinischen Studien wurden insgesamt739 Patienten auf Anti-Emicizumab-Antikörper getestet. Bei 36 Patienten (4,9 %) war das Ergebnisdes Tests auf Anti-Emicizumab-Antikörper positiv. Bei 19 Patienten (2,6 %) waren die Anti-
Emicizumab-Antikörper in vitro neutralisierend. Bei 15 dieser 19 Patienten hatten dieneutralisierenden Anti-Emicizumab-Antikörper keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die
Pharmakokinetik oder die Wirksamkeit von Hemlibra, wohingegen bei 4 Patienten (0,5 %) verringerte
Emicizumab-Plasmakonzentrationen beobachtet wurden. Bei einem Patienten (0,1 %) mitneutralisierenden Anti-Emicizumab-Antikörpern und verringerten Emicizumab-
Plasmakonzentrationen kam es nach 5-wöchiger Behandlung zu einem Wirksamkeitsverlust und dem
Abbruch der Behandlung mit Hemlibra. Insgesamt war das Sicherheitsprofil von Hemlibra bei
Patienten mit Anti-Emicizumab-Antikörpern (einschließlich neutralisierenden Antikörpern) und ohnediese Antikörper ähnlich (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Ältere PatientenDie Studien HAVEN 1, HAVEN 3, HAVEN 4 und HAVEN 6 stützen die Anwendung von Hemlibrabei Patienten mit Hämophilie A im Alter ab 65 Jahren. Auf der Grundlage der begrenzten Daten gibtes keinen Hinweis auf eine unterschiedliche Wirksamkeit oder Sicherheit bei Patienten im Alter ab65 Jahren.
Die Pharmakokinetik von Emicizumab wurde mittels nicht-kompartimenteller Analyse gesunder
Teilnehmer und mittels einer populationspharmakokinetischen Analyse eines Datenstamms von389 Patienten mit Hämophilie A ermittelt.
ResorptionNach subkutaner Anwendung bei Patienten mit Hämophilie A betrug die Resorptionshalbwertszeit1,6 Tage.
Nach mehreren subkutanen Injektionen von 3 mg/kg einmal wöchentlich über die ersten 4 Wochen bei
Patienten mit Hämophilie A erreichten die mittleren (±SD) Talkonzentrationen von Emicizumab im
Plasma 52,6 ± 13,6 µg/ml in Woche 5.
Die prädiktiven Mittelwerte (±SD) für Ctal und Cmax und die Verhältnisse Ctal/Cmax im Steady State fürdie empfohlenen Erhaltungsdosen von 1,5 mg/kg einmal wöchentlich, 3 mg/kg alle zwei Wochen oder6 mg/kg alle vier Wochen sind in Tabelle 15 zusammengefasst.
Tabelle 15: Mittlere (± SD) Emicizumab-Konzentrationen im Steady State
ErhaltungsdosisParameter 1,5 mg/kg QW 3 mg/kg Q2W 6 mg/kg Q4W
Cmax, ss (µg/ml) 54,9 ± 15,9 58,1 ± 16,5 66,8 ± 17,7
Cmittl., ss (µg/ml) 53,5 ± 15,7 53,5 ± 15,7 53,5 ± 15,7
Ctal, ss (µg/ml) 51,1 ± 15,3 46,7 ± 16,9 38,3 ± 14,3
Cmax/Ctal 1,08 ± 0,03 1,26 ± 0,12 1,85 ± 0,46
Cmittl., ss = mittlere Konzentration im Steady State; Cmax, ss = maximale Plasmakonzentration im Steady State;
Ctal, ss = Talkonzentration im Steady State; QW = einmal wöchentlich; Q2W = alle zwei Wochen; Q4W = allevier Wochen. Die pharmakokinetischen Parameter wurden anhand des PK-Modells der Population bestimmt.
Nach wöchentlicher Dosierung (3 mg/kg/Woche über 4 Wochen gefolgt von 1,5 mg/kg/Woche) bei
Erwachsenen/Jugendlichen (≥ 12 Jahre) und Kindern (< 12 Jahre) wurden ähnliche PK-Profilebeobachtet (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Mittlere (± 95-%-KI) Emicizumab-Konzentration im Plasma als Funktion der
Zeitprofile für Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren (Studien HAVEN 1 und
HAVEN 3) im Vergleich zu Patienten im Alter von < 12 Jahren (Studie
HAVEN 2)
Patienten ≥ 12 Jahre (n = 213)
Patienten < 12 Jahre (n = 60)
Bei gesunden Teilnehmern lag die absolute Bioverfügbarkeit nach subkutaner Verabreichung von1 mg/kg in Abhängigkeit von der Injektionsstelle zwischen 80,4 % und 93,1 %. Nach subkutaner
Verabreichung in Bauch, Oberarme und Oberschenkel wurden ähnliche pharmakokinetische Profilebeobachtet. Emicizumab kann wechselweise in diese Körperstellen injiziert werden (siehe
Abschnitt 4.2).
VerteilungNach einer einzelnen intravenösen Dosis von 0,25 mg/kg Emicizumab bei gesunden Teilnehmernbetrug das Verteilungsvolumen im Steady State 106 ml/kg (d. h. 7,4 l bei einem Erwachsenen miteinem Körpergewicht von 70 kg).
Das scheinbare Verteilungsvolumen (V/F) wurde anhand der Populations-PK-Analyse geschätzt undbeträgt nach mehreren subkutanen Dosen von Emicizumab bei Patienten mit Hämophilie A 10,4 l.
BiotransformationDer Metabolismus von Emicizumab ist nicht untersucht worden. IgG-Antikörper werdenhauptsächlich durch lysosomale Proteolyse katabolisiert und dann vom Körper ausgeschieden oderwiederverwendet.
EliminationNach einer intravenösen Verabreichung von 0,25 mg/kg bei gesunden Teilnehmern lag die Gesamt-
Clearance von Emicizumab bei 3,26 ml/kg/Tag (d. h. 0,228 l/Tag bei einem Erwachsenen mit einem
Körpergewicht von 70 kg) und die mittlere terminale Halbwertszeit betrug 26,7 Tage.
Nach einer einzelnen subkutanen Injektion bei gesunden Teilnehmern lag die
Eliminationshalbwertszeit bei etwa 4 bis 5 Wochen.
Nach mehreren subkutanen Injektionen bei Patienten mit Hämophilie A betrug die scheinbare
Clearance 0,272 l/Tag und die scheinbare Eliminationshalbwertszeit lag bei 26,8 Tagen.
DosislinearitätEmicizumab zeigte nach der ersten Hemlibra Dosis bei Patienten mit Hämophilie A einedosisproportionale Pharmakokinetik über einen Dosisbereich von 0,3 mg/kg bis 6 mg/kg. Die
Exposition (Cavg, ss) nach Anwendung mehrerer Dosen ist bei Gabe von 1,5 mg/kg einmalwöchentlich, 3 mg/kg alle 2 Wochen und 6 mg/kg alle 4 Wochen vergleichbar.
Besondere PatientengruppenDie Auswirkung des Alters auf die Pharmakokinetik von Emicizumab wurde in einerpopulationspharmakokinetischen Analyse untersucht, die 5 Kinder (≥ 1 Monat bis < 2 Jahre),55 Kinder (< 12 Jahre) und 50 Jugendliche (12 bis < 18 Jahre) mit Hämophilie A umfasste.
Das Alter hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Emicizumab bei Kindern und
Jugendlichen.
Ältere PatientenDie Auswirkung des Alters auf die Pharmakokinetik von Emicizumab wurde in einerpopulationspharmakokinetischen Analyse untersucht, die 13 Teilnehmer im Alter von 65 Jahren oderälter umfasste (kein Teilnehmer war älter als 77 Jahre). Die relative Bioverfügbarkeit nahm mitsteigendem Alter ab, aber es wurden keine klinisch relevanten Unterschiede in der Pharmakokinetikvon Emicizumab bei Teilnehmern im Alter von < 65 Jahren und Teilnehmern im Alter von≥ 65 Jahren beobachtet.
BevölkerungsgruppePopulationspharmakokinetische Analysen von Patienten mit Hämophilie A zeigten, dass die
Bevölkerungsgruppe keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Emicizumab hat. Für diesendemografischen Faktor ist keine Dosisanpassung erforderlich.
GeschlechtDaten zu weiblichen Patienten sind zu begrenzt um Rückschlüsse zu ziehen.
NierenfunktionsstörungEs wurden keine gezielten Studien zur Auswirkung von Nierenfunktionsstörungen auf die
Pharmakokinetik von Emicizumab durchgeführt.
Die meisten Patienten mit Hämophilie A in der populationspharmakokinetischen Analyse hatten einenormale Nierenfunktion (n = 332; Kreatinin-Clearance [CLcr] ≥ 90 ml/min) oder eine leichte
Nierenfunktionsstörung (n = 27; CLcr ≥ 60 - 89 ml/min). Leichte Nierenfunktionsstörungen hattenkeine Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Emicizumab. Zur Anwendung von Hemlibra bei
Patienten mit mittelschwerer Nierenfunktionsstörung liegen nur begrenzte Daten (nur 2 Patienten miteiner CLcr von 30 - 59 ml/min) und bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung liegen keine
Daten vor. Die Auswirkungen einer mittelschweren und schweren Nierenfunktionsstörung auf die
Pharmakokinetik von Emicizumab können nicht abschließend beurteilt werden.
Emicizumab ist ein monoklonaler Antikörper und unterliegt überwiegend dem katabolen Stoffwechselund weniger der Ausscheidung über die Niere. Es ist daher nicht zu erwarten, dass bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörung eine Dosisanpassung erforderlich ist.
LeberfunktionsstörungEs wurden keine gezielten Studien zur Auswirkung von Leberfunktionsstörungen auf die
Pharmakokinetik von Emicizumab durchgeführt. Die meisten Patienten mit Hämophilie A in derpopulationspharmakokinetischen Analyse hatten eine normale Leberfunktion (Bilirubin und AST≤ ULN, n = 300) oder eine leichte Leberfunktionsstörung (Bilirubin ≤ ULN und AST > ULN oder
Bilirubin von 1,0 bis 1,5 × ULN und beliebige AST, n = 51). Nur 6 Patienten hatten einemittelschwere Leberfunktionsstörung (1,5 × ULN < Bilirubin ≤ 3 × ULN und beliebige AST). Eineleichte Leberfunktionsstörung hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Emicizumab (siehe
Abschnitt 4.2). Die Sicherheit und Wirksamkeit von Emicizumab wurden nicht spezifisch bei
Patienten mit Leberfunktionsstörung geprüft. Patienten mit leichter und mittelschwerer
Leberfunktionsstörung wurden in die klinischen Studien eingeschlossen. Zur Anwendung von
Hemlibra bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine Daten vor.
Emicizumab ist ein monoklonaler Antikörper und unterliegt überwiegend dem katabolen Stoffwechselund weniger dem hepatischen Metabolismus. Es ist daher nicht zu erwarten, dass bei Patienten mit
Leberfunktionsstörung eine Dosisanpassung erforderlich ist.
Andere besondere PatientengruppenModellberechnungen zeigen, dass bei Patienten mit Hypoalbuminämie und geringemaltersentsprechendem Körpergewicht eine verringerte Dosierungshäufigkeit zu einer geringeren
Emicizumab-Exposition führt. Simulationen weisen darauf hin, dass diese Patienten immer noch eineklinisch bedeutsame Blutungskontrolle hätten. Es wurden keine Patienten mit solchen Merkmalen inklinische Studien eingeschlossen.
Basierend auf den konventionellen Studien zur akuten Toxizität und zur Toxizität bei wiederholter
Gabe, einschließlich sicherheitspharmakologischer Endpunkte und Endpunkte zur
Reproduktionstoxizität, lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
FertilitätBis zur höchsten getesteten Dosis von 30 mg/kg/Woche (dem 11-Fachen der humanen Exposition inder höchsten Dosis von 3 mg/kg/Woche gemäß AUC) hat Emicizumab keine Veränderungen in den
Fortpflanzungsorganen von männlichen oder weiblichen Cynomolgus-Affen hervorgerufen.
TeratogenitätEs stehen keine Daten über mögliche Nebenwirkungen von Emicizumab auf die embryofetale
Entwicklung zur Verfügung.
Reaktionen an der InjektionsstelleReversible Hämorrhagie, perivaskuläre mononukleäre Zellinfiltration, Degeneration/Nekrose der
Unterhaut sowie Anschwellen des Unterhaut-Endothels wurden bei Tieren nach subkutaner Injektionbeobachtet.
Arginin
Histidin
Asparaginsäure
Poloxamer 188
Wasser für Injektionszwecke
Es wurden keine Inkompatibilitäten zwischen Hemlibra und Spritzen aus Polypropylen oder
Polycarbonat und Edelstahlnadeln beobachtet.
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Hemlibra 30 mg/ml Injektionslösung2 Jahre.
Hemlibra 150 mg/ml Injektionslösung2 Jahre.
Nach der Entnahme aus dem Kühlschrank können Durchstechflaschen ungeöffnet bis zu 7 Tage bei
Raumtemperatur (unter 30 °C) aufbewahrt werden.
Ungeöffnete Durchstechflaschen können nach Aufbewahrung bei Raumtemperatur wieder im
Kühlschrank gelagert werden. Bei Aufbewahrung außerhalb und anschließender Aufbewahrung im
Kühlschrank darf die Gesamtaufbewahrungsdauer außerhalb des Kühlschrankes 7 Tage nichtüberschreiten. Die Durchstechflaschen sollten niemals Temperaturen über 30 °C ausgesetzt werden.
Durchstechflaschen, die mehr als 7 Tage bei Raumtemperatur aufbewahrt wurden oder Temperaturenüber 30 °C ausgesetzt waren, sind zu entsorgen.
Durchstochene Flasche und befüllte SpritzeAus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel, sobald es von der Durchstechflasche in die
Spritze überführt wurde, unverzüglich angewendet werden. Wird es nicht sofort verwendet, liegt die
Verantwortung für die Aufbewahrungszeit und die Lagerungsbedingungen beim Anwender.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
Hemlibra 30 mg/ml Injektionslösung3-ml-Durchstechflasche aus klarem Glas vom Typ I mit einem Butylgummistopfen, der mit einem
Fluorharzüberzug laminiert und mit einem Aluminiumbördelverschluss mit grauer Kunststoffkappeversehen ist. Jede Durchstechflasche enthält 12 mg Emicizumab in 0,4 ml Injektionslösung. Jeder
Umkarton enthält eine Durchstechflasche.
3-ml-Durchstechflasche aus klarem Glas vom Typ I mit einem Butylgummistopfen, der mit einem
Fluorharzüberzug laminiert und mit einem Aluminiumbördelverschluss mit himmelblauer
Kunststoffkappe versehen ist. Jede Durchstechflasche enthält 30 mg Emicizumab in 1 ml
Injektionslösung. Jeder Umkarton enthält eine Durchstechflasche.
Hemlibra 150 mg/ml Injektionslösung3-ml-Durchstechflasche aus klarem Glas vom Typ I mit einem Butylgummistopfen, der mit einem
Fluorharzüberzug laminiert und mit einem Aluminiumbördelverschluss mit violetter Kunststoffkappeversehen ist. Jede Durchstechflasche enthält 60 mg Emicizumab in 0,4 ml Injektionslösung. Jeder
Umkarton enthält eine Durchstechflasche.
3-ml-Durchstechflasche aus klarem Glas vom Typ I mit einem Butylgummistopfen, der mit einem
Fluorharzüberzug laminiert und mit einem Aluminiumbördelverschluss mit türkiser Kunststoffkappeversehen ist. Jede Durchstechflasche enthält 105 mg Emicizumab in 0,7 ml Injektionslösung. Jeder
Umkarton enthält eine Durchstechflasche.
3-ml-Durchstechflasche aus klarem Glas vom Typ I mit einem Butylgummistopfen, der mit einem
Fluorharzüberzug laminiert und mit einem Aluminiumbördelverschluss mit brauner Kunststoffkappeversehen ist. Jede Durchstechflasche enthält 150 mg Emicizumab in 1 ml Injektionslösung. Jeder
Umkarton enthält eine Durchstechflasche.
3-ml-Durchstechflasche aus klarem Glas vom Typ I mit einem Butylgummistopfen, der mit einem
Fluorharzüberzug laminiert und mit einem Aluminiumbördelverschluss mit gelber Kunststoffkappeversehen ist. Jede Durchstechflasche enthält 300 mg Emicizumab in 2 ml Injektionslösung. Jeder
Umkarton enthält eine Durchstechflasche.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Hemlibra ist eine sterile, gebrauchsfertige Lösung ohne Konservierungsstoffe zur subkutanen
Injektion, die nicht verdünnt werden muss.
Vor der Anwendung muss Hemlibra visuell geprüft werden, um sicherzustellen, dass keine Partikeloder Verfärbung vorhanden sind. Hemlibra ist eine farblose bis hellgelbe Lösung. Die Lösung ist zuentsorgen, wenn Partikel sichtbar sind oder das Produkt sich verfärbt hat.
Nicht schütteln.
Die Durchstechflaschen mit Hemlibra Injektionslösung sind nur zur einmaligen Anwendung bestimmt.
Es werden eine Einmal-Spritze, eine Transfernadel mit Filter oder ein Durchstechflaschenadapter mit
Filter und eine Injektionsnadel benötigt, um die Hemlibra Lösung aus der Durchstechflasche zuentnehmen und subkutan zu injizieren.
Beachten Sie bitte die folgenden Empfehlungen:Für die Injektion von bis zu 1 ml Lösung ist eine 1-ml-Einmal-Spritze zu verwenden; für die Injektionvon mehr als 1 ml und bis zu 2 ml ist eine 2- bis 3-ml-Einmal-Spritze zu verwenden.
Wenn mehrere Durchstechflaschen von Hemlibra in einer Spritze kombiniert werden, siehe'Gebrauchsanleitung“. Es dürfen keine unterschiedlichen Konzentrationen von Hemlibra (30 mg/mlund 150 mg/ml) in einer einzelnen Spritze kombiniert werden, um die verschriebene Dosis zuverabreichen.
1-ml-Einmal-SpritzeKriterien: Transparente Spritze aus Polypropylen oder Polycarbonat mit Luer-Lock™-Spitze, Skala in0,01-ml-Schritten.
2- bis 3-ml-Einmal-SpritzeKriterien: Transparente Spritze aus Polypropylen oder Polycarbonat mit Luer-Lock™-Spitze, Skala in0,1-ml-Schritten.
Transfernadel mit FilterKriterien für die Transfernadel mit Filter: Edelstahl mit Luer-Lock™-Anschluss, 18 G, Länge 35 mm(1½“), mit 5 Mikrometer-Filter und vorzugsweise mit halbstumpfer Spitze.
Durchstechflaschenadapter mit Filter
Kriterien für den Durchstechflaschenadapter mit Filter: Polypropylen mit Luer-Lock™-Anschluss, mit5 Mikrometer-Filter, passend für 15 mm Flaschenhalsdurchmesser.
InjektionsnadelKriterien: Edelstahl mit Luer-Lock™-Anschluss, 26 G (zulässiger Bereich: 25 - 27 G), Längevorzugsweise 9 mm (3/8“) oder maximal 13 mm (1/2“), vorzugsweise einschließlich
Nadelschutzsystem.
Weitere Informationen zur Anwendung, siehe Abschnitt 4.2 und Packungsbeilage (Abschnitt 7.
Gebrauchsanleitung).
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Roche Registration GmbH
Emil-Barell-Straße 179639 Grenzach-Wyhlen
Deutschland
EU/1/18/1271/006 (12 mg/0,4 ml)
EU/1/18/1271/001 (30 mg/1 ml)
Hemlibra 150 mg/ml InjektionslösungEU/1/18/1271/002 (60 mg/0,4 ml)
EU/1/18/1271/003 (105 mg/0,7 ml)
EU/1/18/1271/004 (150 mg/1 ml)
EU/1/18/1271/005 (300 mg/2 ml)
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 23. Februar 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. September 2022
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.