Angewendet bei: Typ-2-Diabetes mellitus
Art der Anwendung: oral
Substanz: Acarbose (Alpha-Glucosidase-Hemmer)
ATC: A10BF01 (ALIMENTÄRES SYSTEM UND STOFFWECHSEL | ANTIDIABETIKA, EXKL. INSULINE | Alpha-Glukosidasehemmer)
Acarbose ist ein Medikament, das zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt wird. Es gehört zur Klasse der Alpha-Glucosidase-Hemmer und wirkt, indem es die Verdauung von Kohlenhydraten im Dünndarm verlangsamt. Dieser Mechanismus hilft, plötzliche Blutzuckerspitzen nach den Mahlzeiten (postprandiale Hyperglykämie) zu reduzieren.
Acarbose wird oral eingenommen, in der Regel in Tablettenform, und zu Beginn einer Mahlzeit verabreicht. Die Dosierung wird vom Arzt basierend auf der Reaktion des Patienten und den Blutzuckerwerten angepasst. Es wird oft in Kombination mit anderen Antidiabetika oder Insulin verwendet, um eine bessere Blutzuckerkontrolle zu erreichen.
Häufige Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Durchfall oder Bauchschmerzen. Diese Symptome treten aufgrund der Fermentation unverdauter Kohlenhydrate im Dickdarm auf und nehmen in der Regel ab, wenn sich der Körper an die Behandlung gewöhnt. Selten können schwerwiegendere Reaktionen wie eine Beeinträchtigung der Leberfunktion auftreten.
Acarbose verursacht keine Hypoglykämie, wenn es allein angewendet wird, kann jedoch das Risiko einer Hypoglykämie erhöhen, wenn es mit anderen Antidiabetika wie Sulfonylharnstoffen oder Insulin kombiniert wird. In solchen Fällen sollte eine Hypoglykämie mit reiner Glukose (z. B. Glukosetabletten) behandelt werden und nicht mit normalem Zucker, da dessen Aufnahme durch Acarbose verzögert wird.
Patienten sollten die Anweisungen ihres Arztes genau befolgen, ihren Blutzucker regelmäßig überwachen und eine ausgewogene Ernährung einhalten, um die Wirksamkeit der Behandlung zu maximieren.