Packungsbeilage GALLIAPHARM 1.85 GBq Radionuklidgenerator
Produktcode: W71594001 Menge: 1
Angewendet bei: diagnostische Bildgebung
Art der Anwendung: intravenös
Substanz: Germanium(68Ge)-chlorid / Gallium(68Ga)-chlorid (Kontrastmittel)
ATC: V09X (Varia | Radiodiagnostika | Andere Radiodiagnostika)
Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Germanium-(68Ge)-chlorid - Gallium-(68Ga)-chlorid bezeichnet einen radioaktiven Generator, der in der Nuklearmedizin zur Gewinnung einer Gallium-Lösung verwendet wird. Diese Lösung wird normalerweise nicht direkt injiziert, sondern in zugelassenen Einrichtungen zur Markierung diagnostischer Arzneimittel für PET-Untersuchungen genutzt.
Der Zweck besteht darin, Bildgebungsmittel herzustellen, mit denen Ärztinnen und Ärzte je nach markiertem Präparat bestimmte Tumoren, Entzündungen oder biologische Vorgänge sichtbar machen können. Gallium (68Ga) hat eine kurze Halbwertszeit, sodass die Radioaktivität rasch abnimmt. Der Nutzen hängt vom fertigen Radiopharmakon und von der medizinischen Fragestellung ab.
Falls eine Untersuchung geplant ist, erhalten Sie das zubereitete Radiopharmakon vor der PET-Aufnahme intravenös. Das nuklearmedizinische Team prüft Identität, Indikation, Aktivitätsmenge und Qualität des Präparats. Informieren Sie die Ärztin oder den Arzt, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder stillen, da jede Strahlenexposition begründet sein muss.
Nebenwirkungen hängen überwiegend vom endgültig markierten Arzneimittel ab, nicht vom Generator selbst. Selten können Schmerzen an der Einstichstelle, allergische Reaktionen oder vorübergehendes Unwohlsein auftreten. Nach der Untersuchung wird oft empfohlen, ausreichend zu trinken und häufig Wasser zu lassen. Befolgen Sie Hinweise zum Kontakt mit Schwangeren oder Kleinkindern nach der Bildgebung.
Allgemeine Daten zu GALLIAPHARM 1.85 GBq
- Substanz: Germanium(68Ge)-chlorid / Gallium(68Ga)-chlorid
- Produktcode: W71594001
- Konzentration: 1.85GBq
- Darreichungsform: Radionuklidgenerator
- Menge: 1
- Produktart: Generikum
- Abgabebedingungen: S - Arzneimittel, die mit einer eingeschränkten ärztlichen Verschreibung abgegeben werden und bestimmten spezialisierten Anwendungsbereichen vorbehalten sind.
Verfügbare Konzentrationen für Germanium(68Ge)-chlorid / Gallium(68Ga)-chlorid
- 0.74-1.85GBq
- 1.85GBq
Packungsbeilage GALLIAPHARM 1.85 GBq
Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels GALLIAPHARM 1.85 GBq Radionuklidgenerator
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
GalliaPharm 1,11 GBq Radionuklidgenerator
GalliaPharm 1,48 GBq Radionuklidgenerator
GalliaPharm 1,85 GBq Radionuklidgenerator
GalliaPharm 2,22 GBq Radionuklidgenerator
GalliaPharm 2,59 GBq Radionuklidgenerator
GalliaPharm 2,96 GBq Radionuklidgenerator
GalliaPharm 3,33 GBq Radionuklidgenerator
GalliaPharm 3,70 GBq Radionuklidgenerator
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Der Radionuklidgenerator enthält Tetrachlor(68Ge)german mit (68Ge)Germanium als Mutternuklid, dasin das Tochternuklid (68Ga)Gallium in der Form (68Ga)Galliumchlorid zerfällt. Das für die Produktiondes (68Ge/68Ga)-Generators verwendete (68Ge)Germanium ist trägerfrei. Die Summe der durch(68Ge)Germanium und gammastrahlende Verunreinigungen im Eluat verursachten Radioaktivitätbeträgt nicht mehr als 0,001 %.
Der GalliaPharm 1,11-3,70 GBq Radionuklidgenerator ist ein System zur Elution von steriler(68Ga)Galliumchloridlösung für die radioaktive Markierung nach Ph. Eur. 2464. Diese Lösung wirdvon einer Säule eluiert, auf der das Mutternuklid (68Ge)Germanium, der Vorläufer von (68Ga)Gallium,fixiert wurde. Das System ist abgeschirmt. Physikalische Eigenschaften sowohl des Mutter- als auchdes Tochternuklids sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1: Physikalische Eigenschaften von (68Ge)Germanium und (68Ga)Gallium68Ge 68Ga
Halbwertszeit 270,95 Tage 67,71 Minuten
Art des Teilchenzerfalls Elektroneneinfang Positronenemission
Röntgenstrahlung 9,225 keV (13,1 %) 8,616 keV (1,37 %)9,252 keV (25,7 %) 8,639 keV (2,69 %)10,26 keV (1,64 %) 9,57 keV (0,55 %)10,264 keV (3,2 %)10,366 keV (0,03 %)
Gammastrahlung 511 keV (178,28 %)578,55 keV (0,03 %)805,83 keV (0,09 %)1 077,34 keV (3,22 %)1 260,97 keV (0,09 %)1 883,16 keV (0,14 %)
Beta+-Strahlung Energie max. Energie352,60 keV 821,71 keV (1,20 %)836,00 keV 1 899,01 keV(87,94 %)
Daten übernommen aus NuDat (www.nndc.bnl.gov)5 ml des Eluats aus dem Radionuklidgenerator mit der größten Stärke (3,70 GBq) enthalten maximal3,70 GBq 68Ga und 0,000037 GBq (37 kBq) 68Ge (Durchbruch im Eluat beträgt 0,001 %). Dasentspricht 2,4 ng Gallium und 0,14 ng Germanium.
Die Menge an (68Ga)Galliumchloridlösung zur radioaktiven Markierung nach Ph. Eur., die aus dem
Radionuklidgenerator eluiert werden kann, hängt von der Menge an vorhandenem
Tetrachlor(68Ge)german zum Zeitpunkt der Elution, dem Volumen des verwendeten Eluenten(üblicherweise 5 ml) und dem seit der vorherigen Elution vergangenen Zeitraum ab. Befinden sich
Mutter- und Tochternuklid im Gleichgewicht, können mehr als 60 % der vorhandenen (68Ga)Gallium-
Aktivität eluiert werden.
Tabelle 2 fasst die Aktivität am Radionuklidgenerator, die durch Elution zu Beginn und am Ende der
Haltbarkeitsdauer erhaltenen Mindestaktivitäten sowie die möglichen Maximalaktivitäten von 68Gaund 68Ge im Eluat zusammen.
Tabelle 2: Aktivität am Radionuklidgenerator und durch Elution erhaltene Aktivität
Stärke, Aktivität im Aktivität im Eluierte Maximal Maximal Eluierte
GBq Radionuklid- Radionuklid- Aktivität zu mögliche mögliche Aktivität amgenerator zu generator Beginn der Menge an Menge an Ende der
Beginn der am Ende der Haltbarkeits- 68Ga in 68Ge in Haltbarkeits-
Haltbarkeits- Haltbarkeits- dauer**, 5 ml 5 ml Eluat, dauer**, GBqdauer*, GBq dauer*, GBq GBq Eluat, kBq/ng
GBq/ng1,11 1,11 0,27 min. 0,67 1,11/0,73 11,1/0,04 min. 0,161,48 1,48 0,36 min. 0,89 1,48/0,98 14,8/0,06 min. 0,221,85 1,85 0,46 min. 1,11 1,85/1,22 18,5/0,07 min. 0,272,22 2,22 0,55 min. 1,33 2,22/1,47 22,2/0,08 min. 0,332,59 2,59 0,64 min. 1,55 2,59/1,71 25,9/0,10 min. 0,382,96 2,96 0,73 min. 1,78 2,96/1,96 29,6/0,11 min. 0,443,33 3,33 0,82 min. 2,00 3,33/2,20 33,3/0,13 min. 0,493,70 3,70 0,91 min. 2,22 3,70/2,45 37,0/0,14 min. 0,55min. = mindestens
* Die tatsächliche Aktivität im Radionuklidgenerator kann um ± 10 % von der nominalen Stärkeabweichen.
** Im Gleichgewicht
Ausführlichere Erläuterungen und Beispiele für zu verschiedenen Zeitpunkten eluierbare Aktivitätensind in Abschnitt 12 zu finden.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Radionuklidgenerator.
Der Radionuklidgenerator wird in einem ungefärbten Edelstahlgehäuse mit zwei Griffen und einem
Einlass- und Auslassport geliefert.
Der Radionuklidgenerator liefert nach der Elution eine sterile (68Ga)Galliumchloridlösung für dieradioaktive Markierung. Die Lösung ist klar und farblos.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Dieser Radionuklidgenerator ist nicht für die direkte Anwendung am Patienten vorgesehen.
Das sterile Eluat ((68Ga)Galliumchloridlösung) des Radionuklidgenerators GalliaPharm wirdangewendet für die radioaktive In-vitro-Markierung verschiedener Kits für ein radioaktives
Arzneimittel, die für die radioaktive Markierung mit solch einem Eluat entwickelt und zugelassenwurden, um für die Bildgebung mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) verwendet zuwerden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dieses Arzneimittel darf nur in dafür ausgelegten Einrichtungen der Nuklearmedizin angewendetwerden und sollte nur von Fachärzten mit Erfahrung in der radioaktiven In-vitro-Markierunggehandhabt werden.
DosierungDie für die radioaktive Markierung erforderliche Menge an (68Ga)Galliumchloridlösung als Eluat unddie anschließend verabreichte Menge des mit 68Ga markierten radioaktiven Arzneimittels hängen vondem radioaktiv zu markierenden Kit und dessen beabsichtigter Anwendung ab. Weitere Details findensich in der Fachinformation/Packungsbeilage des jeweiligen Kits für ein radioaktives Arzneimittel, dasradioaktiv markiert werden soll.
Kinder und JugendlicheWeitere Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen finden sich in der
Fachinformation/Packungsbeilage des Kits für ein radioaktives Arzneimittel, das mit 68Ga radioaktivmarkiert werden soll.
Art der AnwendungDie (68Ga)Galliumchloridlösung ist nicht für die direkte Anwendung am Patienten, sondern für dieradioaktive In-vitro-Markierung verschiedener Kits für ein radioaktives Arzneimittel vorgesehen. Die
Art der Anwendung des mit 68Ga markierten radioaktiven Arzneimittels ist in der
Fachinformation/Packungsbeilage des jeweiligen Kits für ein radioaktives Arzneimittel beschriebenund zu befolgen.
Hinweise zur extemporalen Zubereitung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 12.
4.3 Kontraindikationen
(68Ga)Galliumchloridlösung darf dem Patienten nicht direkt verabreicht werden.
Die Anwendung von 68Ga-markierten Arzneimitteln ist im Falle der Überempfindlichkeit gegen den
Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile kontraindiziert.
Weitere Informationen zu Gegenanzeigen bestimmter mit 68Ga markierter radioaktiver Arzneimittel,die mit einer (68Ga)Galliumchloridlösung radioaktiv markiert wurden, finden sich in der
Fachinformation/Packungsbeilage des entsprechenden Arzneimittels, das radioaktiv markiert werdensoll.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Die (68Ga)Galliumchloridlösung zur radioaktiven Markierung darf dem Patienten nicht direktverabreicht werden, sondern wird zur radioaktiven In-vitro-Markierung verschiedener Kits für einradioaktives Arzneimittel eingesetzt.
Die unbeabsichtigte direkte Verabreichung der (68Ga)Galliumchloridlösung kann zu einer erhöhten
Strahlenexposition der Patienten führen (siehe Abschnitte 4.9, pct. 5.2 und 11). Die versehentliche Gabevon (68Ga)Galliumchloridlösung zur radioaktiven Markierung, die 0,36%ige (0,1 mol/l) sterile
Salzsäure, reinst, enthält, kann außerdem örtliche Venenreizungen und, im Falle paravenöser
Injektionen, Gewebsnekrosen verursachen. Der Katheter oder der betroffene Bereich sollte mit0,9%iger (9 mg/ml) Natriumchlorid-Injektionslösung gespült werden.
Die sichere Handhabung von GalliaPharm und dessen Eluat gemäß den Anweisungen in diesem
Dokument ist dauerhaft sicherzustellen, um Patienten und medizinisches Fachpersonal vor einerunbeabsichtigten übermäßigen Strahlenexposition zu schützen (siehe Abschnitte 6 und 12).
Der 68Ge-Durchbruch im Eluat kann über 0,001 % steigen, wenn der Radionuklidgenerator mehrere
Tage lang nicht eluiert wird (siehe Abschnitt 12). Alle in Abschnitt 12 aufgeführten Anweisungen sindgenauestens zu befolgen, um das Risiko einer übermäßigen Exposition gegenüber 68Ge zu vermeiden.
Individuelle Nutzen/Risiko-Abwägung
Die Strahlenexposition muss für jeden Patienten durch den voraussichtlichen Nutzen gerechtfertigtsein.
Die verabreichte Radioaktivität muss in jedem Fall so niedrig wie in vernünftigem Maße möglichfestgesetzt werden, um die erforderlichen Informationen zu erhalten.
Allgemeine Warnhinweise
Weitere Informationen zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendungvon 68Ga-markierten radioaktiven Arzneimitteln finden sich in der Fachinformation/Packungsbeilagedes Kits für ein radioaktives Arzneimittel, das radioaktiv markiert werden soll.
Vorsichtsmaßnahmen im Hinblick auf Umweltgefahren siehe Abschnitt 6.6.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen der (68Ga)Galliumchloridlösung zurradioaktiven Markierung mit anderen Arzneimitteln durchgeführt, da sie zur radioaktiven Markierungvon Arzneimitteln in vitro verwendet wird.
Weitere Informationen zu Wechselwirkungen in Zusammenhang mit der Anwendung von 68Ga-markierten radioaktiven Arzneimitteln finden sich in der Fachinformation/Packungsbeilage des Kitsfür ein radioaktives Arzneimittel, das radioaktiv markiert werden soll.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Wird die Gabe eines Radiopharmakons an eine Frau im gebärfähigen Alter beabsichtigt, dann ist eswichtig festzustellen, ob diese Frau schwanger ist oder nicht. Jede Frau, bei der eine Menstruationausgeblieben ist, muss als schwanger gelten, bis das Gegenteil bewiesen ist. Bestehen Zweifel übereine mögliche Schwangerschaft (falls bei der Frau die Menstruation einmal ausgeblieben ist oder fallsdie Menstruationen sehr unregelmäßig sind usw.), müssen der Patientin alternative Methodenangeboten werden, bei denen keine ionisierende Strahlung eingesetzt wird (sofern es diese gibt).
SchwangerschaftRadionuklid-Verfahren, die bei Schwangeren durchgeführt werden, schließen auch eine Strahlendosisfür den Fötus ein. Daher dürfen nur unbedingt erforderliche Untersuchungen während der
Schwangerschaft durchgeführt werden, bei denen der vermutete Nutzen bei Weitem das für Mutterund Fötus bestehende Risiko übersteigt.
StillzeitVor Gabe eines Radiopharmakons an eine stillende Mutter muss erwogen werden, ob es vertretbar ist,die Untersuchung solange aufzuschieben, bis die Mutter abgestillt hat. Wird die Gabe jedoch fürnotwendig erachtet, dann sollte das Stillen unterbrochen und die abgepumpte Milch verworfenwerden.
Weitere Informationen zur Anwendung von 68Ga-markierten Radiopharmaka während der
Schwangerschaft und Stillzeit werden in der Fachinformation/Packungsbeilage des Kits für dasradioaktiv zu markierende Radiopharmakon angegeben.
FertilitätWeitere Informationen zur Fertilität bei Anwendung von 68Ga-markierten Radiopharmaka werden inder Fachinformation/Packungsbeilage des Kits für das radioaktiv zu markierende Radiopharmakonangegeben.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen nach
Anwendung von 68Ga-markierten radioaktiven Arzneimitteln finden sich in der
Fachinformation/Packungsbeilage des Kits für ein radioaktives Arzneimittel, das radioaktiv markiertwerden soll.
4.8 Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen nach Anwendung eines 68Ga-markierten radioaktiven Arzneimittelshängen von dem jeweils angewendeten Kit für ein radioaktives Arzneimittel ab. Diese Informationensind in der Fachinformation/Packungsbeilage des Kits für ein radioaktives Arzneimittel, das radioaktivmarkiert werden soll, aufgeführt.
Die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung ist mit der Induktion von Krebserkrankungen undder möglichen Entwicklung von erblichen Defekten verbunden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Wenn eine größere als die empfohlene Aktivität eines 68Ga-markierten radioaktiven Arzneimittels aneinen Patienten verabreicht wird, kann es zu einer übermäßigen Strahlenexposition kommen. Weitere
Informationen finden sich in der Fachinformation/Packungsbeilage des Kits für ein radioaktives
Arzneimittel, das radioaktiv markiert werden soll.
Durch das freie 68Ga ist nach der unbeabsichtigten Anwendung des Eluats keine toxische Wirkung zuerwarten. Das verabreichte freie 68Ga zerfällt innerhalb kurzer Zeit fast vollständig zu stabilem 68Zn(97 % innerhalb von 6 Stunden zerfallen). Während dieses Zeitraums ist 68Ga hauptsächlich im
Blut/Plasma (gebunden an Transferrin) und im Urin konzentriert. Der Patient sollte hydratisiertwerden, um die 68Ga-Exkretion zu steigern. Außerdem werden eine forcierte Diurese sowie dashäufige Entleeren der Blase empfohlen.
Die Strahlendosis für Menschen bei unbeabsichtigter Anwendung des Eluats kann anhand der
Informationen in Abschnitt 11 geschätzt werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Radiodiagnostika, andere Radiodiagnostika, ATC-Code: V09X.
Die pharmakodynamischen Eigenschaften von 68Ga-markierten radioaktiven Arzneimitteln, die durchradioaktive Markierung mit dem Radionuklidgenerator-Eluat vor der Anwendung hergestellt werden,hängen von der Art des Trägermoleküls ab, das markiert werden soll. Weitere Informationen findensich in der Fachinformation/Packungsbeilage des Kits für ein radioaktives Arzneimittel, das radioaktivmarkiert werden soll.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für GalliaPharm 1,11-3,70 GBq Radionuklidgenerator eine
Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen
Altersklassen gewährt, da es sich um eine Substanz zur radioaktiven Markierung handelt. Siehe
Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
(68Ga)Galliumchloridlösung ist nicht für die direkte Anwendung am Patienten, sondern für dieradioaktive In-vitro-Markierung verschiedener Kits für ein radioaktives Arzneimittel vorgesehen.
Daher hängen die pharmakokinetischen Eigenschaften von 68Ga-markierten radioaktiven
Arzneimitteln von der Art der Trägermoleküle ab, die radioaktiv markiert werden sollen.
Die Resorption, Verteilung und Ausscheidung von freiem 68Ga nach direkter Injektion von(68Ga)Galliumchloridlösung wurden bei Ratten untersucht. Die an Ratten durchgeführte Studie zeigte,dass 68Ga nach der direkten intravenösen Gabe von (68Ga)Galliumchlorid mit einer biologischen
Halbwertszeit von 188 h bei männlichen und 254 h bei weiblichen Ratten langsam aus dem Bluteliminiert wird. Der Grund ist, dass sich freies Ga3+ wahrscheinlich in ähnlicher Weise verhält wie
Fe3+. Da jedoch die biologische Halbwertszeit von 68Ga seine physikalische Halbwertszeit(67,71 Minuten) deutlich übersteigt, ist nach 188 h bzw. 254 h ohnehin fast das gesamte 68Ga in dasinaktive 68Zn zerfallen. Bereits nach 6 h sind ungefähr 97 % der anfänglichen 68Ga-Menge durch den
Zerfall in 68Zn verschwunden.
Bei Ratten wurde 68Ga hauptsächlich über den Urin ausgeschieden, mit einer geringen Retention in
Leber und Nieren. Die Organe mit der höchsten 68Ga-Aktivität, abgesehen von Blut, Plasma und Urin,waren Leber, Lunge, Milz und Knochen. Bei weiblichen Ratten war die 68Ga-Aktivität in denweiblichen Genitalorganen, d. h. Uterus und Ovarien, vergleichbar mit der in der Lunge. Die 68Ga-
Aktivität in den Hoden war sehr gering.
Gemäß Extrapolation der Daten von der Ratte würde die geschätzte geschlechtsgemittelte effektive
Dosis aufgrund einer unbeabsichtigten intravenösen Injektion von (68Ga)Galliumchlorid0,0216 mSv/MBq für einen Erwachsenen betragen (weitere Einzelheiten siehe Abschnitt 11).
Die Aktivität aufgrund des 68Ge-Durchbruchs war in der Studie an Ratten äußerst niedrig und hatkeine klinische Bedeutung.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Die toxikologischen Eigenschaften von 68Ga-markierten Radiopharmaka, die durch radioaktive In-vitro-Markierung mit einer (68Ga)Galliumchloridlösung hergestellt werden, hängen von der Art des
Kits für das radioaktiv zu markierende Radiopharmakon ab.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Säulenmatrix
Titandioxid (E171)
Elutionslösung
Sterile Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst
6.2 Inkompatibilitäten
Die radioaktive Markierung von Trägermolekülen mit (68Ga)Galliumchlorid reagiert sehr empfindlichauf die Anwesenheit von Spuren metallischer Verunreinigungen.
Es ist wichtig, alle Glasgeräte, Spritzennadeln usw., die zur Herstellung des radioaktiv markierten
Arzneimittels eingesetzt werden, sorgfältig zu reinigen, damit sie garantiert von solchen Spurenmetallischer Verunreinigungen frei sind. Es sollten nur Spritzennadeln (z. B. nicht-metallische) mitnachgewiesener Resistenz gegenüber verdünnten Säuren verwendet werden, um den Grad der Spurenmetallischer Verunreinigungen zu minimieren.
Empfohlen wird, keine unbeschichteten Stopfen für die Elutions-Durchstechflasche zu verwenden, dasie beträchtliche Mengen an Zink enthalten können, das durch das säurehaltige Eluat extrahiert wird.
6.3 Haltbarkeit
Radionuklidgenerator18 Monate ab Kalibrierungsdatum.
Das Kalibrierungs- und das Verfalldatum sind auf dem Etikett angegeben.
(68Ga)Galliumchloridlösung zur radioaktiven Markierung
Das Eluat nach der Elution sofort verwenden.
Sterile Salzsäure, reinst, als Elutionslösung2 Jahre.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Höhere Temperaturen, die 25 °C deutlich überschreiten, können die 68Ga-Ausbeute im Eluat reversibelauf weniger als 60 % senken. Für eine optimale Elutionsausbeute (> 60 %) sollte der
Radionuklidgenerator daher bei einer Temperatur nicht über 25 °C eingesetzt werden. Wird der
Radionuklidgenerator routinemäßig bei höheren Temperaturen gelagert, ist darauf zu achten, dass ervor der Elution mehrere Stunden bei < 25 °C äquilibriert wird. Dessen ungeachtet sind Elutionen beieiner Temperatur über 25 °C möglich und schädigen den Radionuklidgenerator nicht. Abgesehen voneiner möglicherweise erniedrigten Ausbeute von 68Ga gibt es keine Auswirkungen auf die Qualität des
Eluats.
Die Lagerung von radioaktiven Arzneimitteln muss entsprechend den nationalen Vorschriften fürradioaktives Material erfolgen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Die Glassäule besteht aus einer Röhre aus Borosilikatglas (Typ I) mit Polyetheretherketon(PEEK)-
Endstopfen, die über von Hand festziehbare (Fingertight-)Anschlüsse vom HPLC-Typ an die PEEK-
Einlass- und Auslassleitungen angeschlossen sind. Diese Leitungen werden an zwei Portsangeschlossen, die durch das äußere Gehäuse des Radionuklidgenerators hindurchgehen.
Die Säule befindet sich innerhalb des Abschirmgehäuses aus Blei. Das Abschirmgehäuse ist durcheine Verkleidung aus Edelstahl mit zwei Griffen gesichert.
Im Lieferumfang des Radionuklidgenerators enthaltenes Zubehör (Mindestmengen):
1. 1 x PP-Behältnis mit dem Eluenten, 250 ml sterile Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst(mit separater Halterung für PP-Flaschen; PP = Polypropylen)2. 1 x Entlüftungsdorn (ABS = Acrylnitril-Butadien-Styrol/PE = Polyethylen)3. 2 x Adapter 1/16' für männliche LUER-Lock-Anschlüsse (PEEK)4. 2 x Schläuche (60 cm) (PEEK)5. 1 x Schlauch (40 cm) (PEEK)6. 1 x Schlauch (20 cm) (PEEK)7. 3 x Fingertight-Anschlüsse 1/16' 10-32 (PEEK)8. 1 x Fingertight-Anschluss 1/16' M6 (PEEK)9. 1 x Hahnbank (TPX = Polymethylpenten/HDPE = Polyethylen hoher Dichte)10. 1 x männlicher LUER-Lock-Anschluss (PP)
Packungsgrößen:Die Radionuklidgeneratoren werden mit den nachfolgenden 68Ge-Aktivitätsmengen zum
Kalibrierungsdatum geliefert: 1,11 GBq, 1,48 GBq, 1,85 GBq, 2,22 GBq, 2,59 GBq, 2,96 GBq,3,33 GBq und 3,70 GBq.
Schnittbild des Radionuklidgenerators
Griff
Edelstahlgehäuse
Einlassport Bleiabschirmung
Auslassport Flüssigkeits-leitungen
Frontplatte mit Einlass-und Auslassport
TiO2-Säule
Vorderansicht des Radionuklidgenerators Griffe
Einlassport
Edelstahlgehäuse
Auslassport
Frontplatte mit
Einlass- und
Auslassport
Größe: 230 mm x 132 mm x 133 mm (H x B x T)
Gewicht: ungefähr 14 kg
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Allgemeine Warnhinweise
Radioaktive Arzneimittel dürfen nur von dazu befugtem Personal in der dazu vorgesehenen klinischen
Einrichtung in Empfang genommen, angewendet und verabreicht werden. Der Wareneingang, die
Lagerung, Anwendung, der Transport und die Beseitigung unterliegen den Bestimmungen und/oderden entsprechenden Genehmigungen der zuständigen amtlichen Behörden.
Radioaktive Arzneimittel müssen in einer Weise hergestellt werden, die sowohl den Anforderungen andie Strahlensicherheit als auch die pharmazeutische Qualität entsprechen. Es müssen geeigneteaseptische Vorkehrungen getroffen werden.
Der Radionuklidgenerator darf keinesfalls zerlegt werden, da dies die Innenkomponenten beschädigenund möglicherweise zu einem Austreten radioaktiven Materials führen kann. Außerdem setzt das
Zerlegen des Edelstahlgehäuses das Personal dem Bleigehäuse aus.
Die Anwendung muss in einer Weise erfolgen, die das Kontaminationsrisiko für das Arzneimittel unddas Strahlenrisiko für das Personal minimiert. Eine geeignete Abschirmung ist zwingend notwendig.
Durch die Verabreichung von radioaktiven Arzneimitteln können andere Personen infolge externer
Strahlung oder Kontamination durch Spritzer von Urin, Erbrochenem usw. gefährdet werden. Deshalbmüssen die einschlägigen nationalen Strahlenschutzbestimmungen eingehalten werden.
Vor der Entsorgung muss die Restaktivität des Radionuklidgenerators geschätzt werden.
Nicht zur radioaktiven Markierung verwendete (68Ga)Galliumchloridlösung oder nicht verwendetesradioaktiv markiertes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
11. DOSIMETRIE
Nach der intravenösen Gabe eines mit 68Ga radioaktiv markierten Arzneimittels hängt die erhaltene
Strahlendosis der verschiedenen Organe vom jeweiligen Kit für ein radioaktives Arzneimittel ab, dasradioaktiv markiert wurde. Informationen zur Strahlendosimetrie der verschiedenen mit 68Gamarkierten radioaktiven Arzneimittel nach deren Gabe finden sich in der Fachinformation desentsprechenden Kits für ein radioaktives Arzneimittel.
Die nachfolgenden Dosimetrietabellen 3 und 4 wurden eingefügt, um die Beurteilung des Beitrags vonfreiem 68Ga zur Strahlendosis nach Gabe des mit 68Ga markierten radioaktiven Arzneimittels oder zur
Strahlendosis nach einer unbeabsichtigten intravenösen Injektion der (68Ga)Galliumchloridlösung zuermöglichen.
Die Dosimetrie wurde anhand einer Verteilungsstudie an Ratten geschätzt. Die Messzeitpunkte waren5 Minuten, 30 Minuten, 60 Minuten, 120 Minuten und 180 Minuten.
Die effektive Strahlendosis von 68Ga bei einem Erwachsenen beträgt 0,0216 mSv/MBq, was bei einerversehentlichen, intravenös injizierten Aktivität von 259 MBq eine ungefähre effektive Strahlendosisvon 5,6 mSv ergibt.
Tabelle 3: Absorbierte Dosis pro Einheit verabreichter Aktivität - unbeabsichtigte Gabe des
Eluats - (68Ga)Galliumchlorid - bei Frauen
Absorbierte Dosis pro verabreichter Einheit an Aktivität (mGy/MBq)
Organ Erwachsene1 15 Jahre2 10 Jahre2 5 Jahre2 1 Jahr2 Neugeborene2(60 kg) (50 kg) (30 kg) (17 kg) (10 kg) (5 kg)
Fett- und sonstiges Gewebe 0,0121 0,0199 0,0327 0,0531 0,1050 0,2680
Nebennieren 0,0398 0,0304 0,0440 0,0618 0,0959 0,1020
Knochenmark 0,0299 0,0202 0,0331 0,0606 0,1540 0,6050
Knochenoberfläche 0,0169 n. b. n. b. n. b. n. b. n. b.
Gehirn 0,0081 0,0048 0,0061 0,0081 0,0126 0,0282
Dickdarmwand 0,0210 0,0224 0,0373 0,0609 0,1170 0,2930
Herzwand 0,0838 0,0263 0,0407 0,0639 0,1150 0,2280
Nieren 0,0424 0,0333 0,0474 0,0712 0,1280 0,3250
Leber 0,0640 0,0598 0,0906 0,1360 0,2630 0,6080
Lunge 0,0552 0,0497 0,0708 0,1090 0,2160 0,5840
Muskeln 0,0131 0,0131 0,0248 0,0698 0,1370 0,1950
Osteogene Zellen 0,05672 0,0558 0,0869 0,1420 0,3310 1,0100
Ovarien 0,0372 0,0332 0,0944 0,1650 0,3720 0,7550
Bauchspeicheldrüse 0,0309 0,0276 0,0533 0,0704 0,1490 0,4730
Speicheldrüsen 0,0194 n. b. n. b. n. b. n. b. n. b.
Haut 0,0115 0,0115 0,0189 0,0311 0,0612 0,1570
Dünndarmwand 0,0256 0,0273 0,0459 0,0749 0,1460 0,3630
Milz 0,0407 0,0263 0,0403 0,0642 0,1180 0,3030
Magenwand 0,0284 0,0188 0,0293 0,0482 0,0939 0,2540
Thymus 0,0129 0,0094 0,0115 0,0157 0,0261 0,0518
Schilddrüse 0,0265 0,0282 0,0434 0,0923 0,1730 0,2490
Harnblasenwand4 0,0174 0,0155 0,0251 0,0419 0,0770 0,2000
Uterus/Zervix 0,0291 0,0325 0,4560 0,6900 1,2500 0,5360
Effektive Dosis (mSv/MBq) 0,02163n. b. = nicht bestimmt, da das Organ/Gewebe in der Software OLINDA/EXM V. 1.0 nicht verfügbarist.1 Berechnungen durchgeführt mithilfe der Software IDAC-Dose 2.1 V. 1.01.2 Berechnungen durchgeführt mithilfe der Software OLINDA V. 1.0.3 Geschlechtsgemittelte Dosis abgeleitet gemäß ICRP-Publikation 103.4 Aufgrund der methodischen Beschränkungen der zugrunde liegenden Verteilungsstudie an Rattenwar es nicht möglich, den Harnblaseninhalt als explizite Quellregion für die Dosimetrie zuberücksichtigen. Da (68Ga)Galliumchlorid den Daten von der Ratte zufolge überwiegend in den Harnausgeschieden wird, ist die angegebene effektive Dosis daher möglicherweise zu niedrig geschätzt.
Tabelle 4: Absorbierte Dosis pro Einheit verabreichter Aktivität - unbeabsichtigte Gabe des
Eluats - (68Ga)Galliumchlorid - bei Männern
Absorbierte Dosis pro verabreichter Einheit an Aktivität (mGy/MBq)
Organ Erwachsene1 15 Jahre2 10 Jahre2 5 Jahre2 1 Jahr2 Neugeborene2(73 kg) (50 kg) (30 kg) (17 kg) (10 kg) (5 kg)
Fett- und sonstiges Gewebe 0,0065 0,0128 0,0210 0,0341 0,0672 0,1720
Nebennieren 0,0189 0,0200 0,0289 0,0405 0,0628 0,0669
Knochenmark 0,0124 0,0149 0,0244 0,0454 0,1120 0,4180
Knochenoberfläche 0,0079 n. b. n. b. n. b. n. b. n. b.
Gehirn 0,0046 0,0034 0,0043 0,0056 0,0088 0,0196
Dickdarmwand 0,0121 0,0162 0,0274 0,0449 0,0865 0,2150
Herzwand 0,0335 0,0195 0,0303 0,0478 0,0858 0,1710
Nieren 0,0221 0,0239 0,0340 0,0510 0,0915 0,2340
Leber 0,0307 0,0388 0,0588 0,0881 0,1700 0,3940
Lunge 0,0262 0,0327 0,0466 0,0718 0,1420 0,3850
Muskeln 0,0072 0,0111 0,0219 0,0658 0,1300 0,1800
Osteogene Zellen 0,03082 0,0402 0,0633 0,1050 0,2440 0,7550
Bauchspeicheldrüse 0,0167 0,0211 0,0412 0,0540 0,1150 0,3720
Speicheldrüsen 0,0132 n. b. n. b. n. b. n. b. n. b.
Haut 0,0073 0,0063 0,0102 0,0166 0,0326 0,0828
Dünndarmwand 0,0126 0,0167 0,0282 0,0460 0,0892 0,2220
Milz 0,0238 0,0259 0,0400 0,0634 0,1170 0,3060
Magenwand 0,0145 0,0116 0,0179 0,0295 0,0573 0,1570
Hoden 0,0098 0,0182 0,1210 0,1410 0,1910 0,2770
Thymus 0,0092 0,0082 0,0093 0,0122 0,0193 0,0384
Schilddrüse 0,0163 0,0248 0,0383 0,0825 0,1550 0,2200
Harnblasenwand4 0,0116 0,0095 0,0151 0,0252 0,0458 0,1190
Dünndarmwand 0,0126 0,0167 0,0282 0,0460 0,0892 0,2220
Effektive Dosis (mSv/MBq) 0,02163n. b. = nicht bestimmt, da das Organ/Gewebe in der Software OLINDA/EXM V. 1.0 nicht verfügbarist.1 Berechnungen durchgeführt mithilfe der Software IDAC-Dose 2.1 V. 1.01.2 Berechnungen durchgeführt mithilfe der Software OLINDA V. 1.0.3 Geschlechtsgemittelte Dosis abgeleitet gemäß ICRP-Publikation 103.4 Aufgrund der methodischen Beschränkungen der zugrunde liegenden Verteilungsstudie an Rattenwar es nicht möglich, den Harnblaseninhalt als explizite Quellregion für die Dosimetrie zuberücksichtigen. Da (68Ga)Galliumchlorid den Daten von der Ratte zufolge überwiegend in den Harnausgeschieden wird, ist die angegebene effektive Dosis daher möglicherweise zu niedrig geschätzt.
Äußerliche Strahlenexposition
Die durchschnittliche Oberflächen- oder Kontaktstrahlung des Radionuklidgenerators beträgt wenigerals 0,14 µSv/h pro MBq 68Ge, es können aber lokale Hot Spots mit höherer Strahlung vorkommen.
Ungeachtet dessen erreicht ein Radionuklidgenerator mit 3,70 GBq eine durchschnittliche
Oberflächengesamtdosisleistung von ca. 518 µSv/h. Allgemein wird empfohlen, dass der
Radionuklidgenerator in einer zusätzlichen Abschirmung gelagert wird, um die Dosis für das
Bedienpersonal zu minimieren.
12. ANWEISUNGEN FÜR DIE ZUBEREITUNG VON RADIOPHARMAZEUTISCHEN ARZNEIMITTELN
Die Elution des Radionuklidgenerators muss in Räumlichkeiten durchgeführt werden, die dennationalen Bestimmungen zur Sicherheit bei der Anwendung radioaktiver Produkte entsprechen.
Die generelle Handhabung, das Anschließen der Schläuche, der Austausch des Behältnisses mit dersterilen Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, die Elution des Generators und weitere Schritte, diemöglicherweise zur Exposition des Generators gegenüber der Umgebung führen, müssen unter
Anwendung aseptischer Arbeitstechniken in einer geeigneten sauberen Umgebung, die den nationalen
Anforderungen entspricht, durchgeführt werden.
VorbereitungAuspacken des Radionuklidgenerators:
1. Überprüfen Sie die Verpackung auf Transportschäden. Falls die Verpackung beschädigt ist,führen Sie im beschädigten Bereich einen Wischtest auf Strahlung durch. Informieren Sie den
Strahlenschutzbeauftragten, wenn bei der Auszählung 40 Teilchen/Sekunde pro 100 cm2überschritten werden.
2. Schneiden Sie das Sicherheitssiegel oben an der Transportverpackung durch. Entfernen Sie die
Schaumträgerelemente aus dem Inneren der Transportverpackung. Trennen Sie vorsichtig die
Schaumträgerelemente.
3. Entnehmen Sie vorsichtig den Radionuklidgenerator.
ACHTUNG: Gefahr des Herunterfallens: Der Radionuklidgenerator wiegt ungefähr 14 kg.
Behandeln Sie ihn vorsichtig, um mögliche Verletzungen zu vermeiden. Wurde der
Radionuklidgenerator fallen gelassen oder reicht der Transportschaden auch in die
Transportverpackung hinein, überprüfen Sie das System auf Undichtigkeiten und führen Sieeinen Wischtest am Radionuklidgenerator durch. Überprüfen Sie auch, ob innere Schädenentstanden sind, und neigen Sie dazu den Radionuklidgenerator langsam um 90°. Achten Siedarauf, ob gebrochene/lockere Teile zu hören sind.
4. Führen Sie einen Wischtest an den Schaumträgerelementen und der Außenseite des
Radionuklidgenerators durch. Informieren Sie den Strahlenschutzbeauftragten, wenn beim
Wischtest 40 Teilchen/Sekunde pro 100 cm2 überschritten werden.
5. Überprüfen Sie den versiegelten Einlass- und Auslassport auf Schäden. Entfernen Sie die Port-
Stopfen erst dann, wenn die Elutionsleitungen vorbereitet und zur Installation bereit sind.
Optimale Aufstellung:
1. Zum Aufstellen des Radionuklidgenerators an seinem endgültigen Platz, d. h. zusammen mitdem Synthesegerät oder zur manuellen Elution, wird empfohlen, die Auslassleitung so kurz wiemöglich zu wählen, da die Länge dieses Schlauchs die Ausbeute in der Auffang-/Reaktions-
Durchstechflasche beeinflussen kann. Aus diesem Grund wird der Radionuklidgenerator mitdrei unterschiedlichen Schlauchlängen ausgeliefert, damit die geeignete Länge ausgewähltwerden kann.
2. Beim Aufstellen des Radionuklidgenerators wird eine zusätzliche lokale Abschirmungempfohlen.
Bitte beachten: Das Bewegen des Radionuklidgenerators nach dem Aufstellen an seinem endgültigen
Standort sollte vermieden werden.
Montage des Radionuklidgenerators:
Im Lieferumfang des Radionuklidgenerators enthaltenes Zubehör (Mindestmengen):
1. 1 x PP-Behältnis mit dem Eluenten, 250 ml sterile Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst(mit separater Halterung für PP-Flaschen; PP = Polypropylen)2. 1 x Entlüftungsdorn (ABS = Acrylnitril-Butadien-Styrol/PE = Polyethylen)3. 2 x Adapter 1/16' für männliche LUER-Lock-Anschlüsse (PEEK)4. 2 x Schläuche (60 cm) (PEEK)5. 1 x Schlauch (40 cm) (PEEK)6. 1 x Schlauch (20 cm) (PEEK)7. 3 x Fingertight-Anschlüsse 1/16' 10-32 (PEEK)8. 1 x Fingertight-Anschluss 1/16' M6 (PEEK)9. 1 x Hahnbank (TPX = Polymethylpenten/HDPE = Polyethylen hoher Dichte)10. 1 x männlicher LUER-Lock-Anschluss (PP)
Montieren Sie den Radionuklidgenerator in einer geeigneten sauberen Umgebung. Während dergesamten Montage muss aseptisch gearbeitet werden. Tragen Sie Handschuhe bei der Vorbereitungund dem Anschließen der Schläuche an den Radionuklidgenerator und an das Eluent-Behältnis. Diesist von entscheidender Bedeutung für den Erhalt der Sterilität.
Abbildung des montierten Elutionszubehörs vor Anschluss an den Radionuklidgenerator (Dieangegebenen Kennziffern des Zubehörs entsprechen denen in der obigen Liste. Sie werdendementsprechend auch in den nachfolgenden Abbildungen und Montageanweisungen verwendet.):
1. Montage der Einlassleitung:
Bitte beachten: Der Einlassport hat ein
Sondergewinde, um falsches Anschließen zuvermeiden. Nur der spezielle Fingertight-Anschluss1/16' M6 passt an diesen Port. Bringen Sie den
Entlüftungsdorn (2) mithilfe des männlichen
LUER-Lock-Anschlusses (10) an einem Ende der
Hahnbank (9) an, um die Einlassleitung zumontieren [I]. Am anderen Ende der Hahnbank (9)schließen Sie den 1/16'-Adapter für männliche
LUER-Lock-Anschlüsse (3) an [II]. Verbinden Sieeinen der 60 cm PEEK-Schläuche (4) mit einem1/16' 10-32 Fingertight-Anschluss (7) [III].
Stecken Sie den 1/16' M6 Fingertight-
Spezialanschluss (8) auf das andere Ende der
Leitung, aber schließen Sie sie noch nicht an [IV].
2. Montage der Auslassleitung:
Wählen Sie für die Auslassleitung die geeignete
Schlauchlänge (20 cm, 40 cm oder 60 cm)entsprechend den lokalen Gegebenheiten aus.
Wählen Sie die kürzestmögliche Schlauchlänge.
Verbinden Sie den gewählten PEEK-Schlauch (4, 5oder 6) mithilfe eines 1/16' 10-32 Fingertight-
Anschlusses (7) mit dem zweiten 1/16'-Adapter fürmännliche LUER-Lock-Anschlüsse (3) [V].
Stecken Sie den dritten 1/16' 10-32 Fingertight-
Anschluss (7) auf das andere Ende der vorbereiteten
Auslassleitung, aber schließen Sie sie noch nicht an[VI].3. Verbinden des Salzsäurebehältnisses mit der
Einlassleitung:
Hängen Sie das PP-Behältnis mit 250 ml steriler
Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, in die Nähe des
Einlassports über den Radionuklidgenerator.
Die Ventile der Hahnbank weisen ein T-
Durchflussmuster mit drei inneren Öffnungen auf -jeweils in eine Richtung der äußeren Stifte. Drehen
Sie die Ventile an der Hahnbank in dieentsprechende Richtung (3-6-9-Uhr-Position ┳),sodass keine Flüssigkeit durch den Entlüftungsdorneintreten kann [VII]. Entfernen Sie die Abdeckungdes Entlüftungsdorns und drücken Sie den
Entlüftungsdorn in den Anschluss des PP-
Behältnisses [VIII].
Nun muss die Luft aus der Hahnbank und der daranangeschlossenen Einlassleitung entfernt werden.
Beachten Sie, dass dabei Salzsäure durchgeleitetwird, die aus der Leitung und den Seitenportsaustreten kann. Machen Sie sich bereit, etwaige
Tropfen unverzüglich zu entfernen.
Beginnen Sie zum Entlüften damit, beide Ventileder Hahnbank wie in der Abbildung [IX] gezeigt zudrehen (die Stifte der beiden Ventile sollten sich inder 6-9-12-Uhr-Position ┫ befinden). Dadurchwird die Einlassleitung mit Flüssigkeit gefüllt und
Luft entfernt. Drehen Sie dann das obere Ventil indie 9-12-3-Uhr-Position ┻ und entfernen Sie die
Abdeckung auf dem oberen Seitenport, um die Luftzu entfernen [X]. Verschließen Sie anschließendden oberen Seitenport wieder mit der Abdeckung.
Drehen Sie nun das obere Ventil in die 6-9-12-Uhr-
Position ┫ zurück. Drehen Sie das untere Ventil indie 9-12-3-Uhr-Position ┻ und entfernen Sie die
Abdeckung auf dem unteren Seitenport, um die Luftzu entfernen [XI]. Verschließen Sie anschließendden unteren Seitenport wieder mit der Abdeckung.
Bringen Sie abschließend das obere Ventil in die 3-6-9-Uhr-Position ┳, um die Flüssigkeitsabgabe ausdem Salzsäurebehältnis zu beenden [XII].
4. Verbinden der Einlassleitung mit dem
Anschluss des Radionuklidgenerators:
Entfernen Sie den Stopfen vom Einlassport des
Radionuklidgenerators [XIII]. Um die vorbereiteteund gefüllte Einlassleitung mit dem 1/16' M6
Fingertight-Anschluss anzuschließen, drücken Siedie Leitung in den Einlassport [XIV] und schrauben
Sie den Fingertight-Anschluss ein [XV]. Vermeiden
Sie es, die Leitung stark zu verbiegen oderabzuklemmen.5. Verbinden der Auslassleitung mit dem
Anschluss des Radionuklidgenerators:
Entfernen Sie den Stopfen vom Auslassport des
Radionuklidgenerators [XVI]. Um die vorbereitete
Auslassleitung mit dem 1/16' 10-32 Fingertight-
Anschluss anzuschließen, drücken Sie die Leitung inden Auslassport [XVII] und schrauben Sie den
Fingertight-Anschluss ein [XVIII]. Vermeiden Siees, die Leitung stark zu verbiegen oderabzuklemmen.
Der Radionuklidgenerator ist nun für die erste Elution bereit:
Bitte beachten: Der Radionuklidgenerator ist so konstruiert, dass er sich nicht von selbst entleert,wenn keine Leitungen am Einlass- und Auslassport angeschlossen sind; es wird aber davonabgeraten, die Ports geöffnet zu lassen.
Wenn das Behältnis mit der sterilen Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, angeschlossen ist und der
Flüssigkeitsweg geöffnet ist, wird der Radionuklidgenerator durch die Schwerkraft entleert. Daherist es notwendig, die Ein- und Auslassleitungen sowie die Positionen der Absperrhähne unter
Kontrolle zu halten.
Erste manuelle Elution:
1. Bereiten Sie weitere erforderliche Materialien vor:
− Persönliche Schutzausrüstung: Eine Elution sollte immer mit einem Augen- und Handschutzsowie geeigneter Laborbekleidung durchgeführt werden.
− Sterile Spritze mit einem Volumen von 10 ml (vermeiden Sie Spritzen mit Gummikolben,verwenden Sie vorzugsweise zweiteilige Spritzen).
− Abgeschirmte Durchstechflasche oder Gefäß zum Auffangen mit einem Volumen vonmindestens 10 ml. Verwenden Sie keine unbeschichteten Stopfen, da sie beträchtliche
Mengen an Zink enthalten können, das durch das säurehaltige Eluat extrahiert wird.
2. Schließen Sie die Spritze am oberen
Seitenport der Hahnbank an und füllen Sie siemit 10 ml steriler Salzsäure 0,36 %(0,1 mol/l), reinst, aus dem PP-Behältnis,indem Sie das Ventil in die gezeigte Positiondrehen und dann den Spritzenkolben in dieangezeigte Richtung bewegen. Achten Siejedoch darauf, dass keine Luft in die Spritzegelangt [XIX].
3. Schließen Sie das abgeschirmte Auffanggefäß mit der passenden Steckverbindung an die
Auslassleitung an. Das Gefäß muss ein ausreichendes Fassungsvermögen haben, um das
Eluatvolumen aufzunehmen. Verwenden Sie für den Anschluss keine Spritzennadeln aus
Metall.
4. Drehen Sie beide Ventile der Hahnbank in
Richtung des Einlassports des
Radionuklidgenerators. Injizieren Sie die10 ml sterile Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l),reinst, mit einer Fließgeschwindigkeit vonnicht mehr als 2 ml/Minute in das System[XX]. Eine schnellere
Elutionsgeschwindigkeit kann die
Haltbarkeitsdauer des Radionuklidgenerators reduzieren. Der Radionuklidgenerator wird mit5 ml vollständig eluiert, für die erste Elution wird jedoch empfohlen, 10 ml zu verwenden.
Drücken Sie die Lösung nicht gewaltsam in den Radionuklidgenerator, wenn ein starker
Widerstand auftritt. Wird zur Elution eine Schlauchpumpe verwendet, dann muss sie auf eine
Fließgeschwindigkeit von nicht mehr als 2 ml/Minute eingestellt werden. Der Anwender sollteaußerdem überprüfen, ob der Eluent ohne ungewöhnlichen Widerstand fließen kann. Brechen Siedie Elution ab, wenn ein starker Widerstand bemerkt wird.
ACHTUNG:
Achten Sie darauf, den Eluenten durch den Einlassport einzufüllen; eluieren Sie den
Radionuklidgenerator nicht in die entgegengesetzte Richtung.
Die Elutionsleistung (68Ga-Ausbeute) kann reduziert sein, wenn Luft in die
Radionuklidgeneratorsäule eingedrungen ist.
5. Zur Bestimmung der Ausbeute sammeln Sie das Eluat in einem abgeschirmten
Auffangbehältnis und messen Sie die Lösung mit einem kalibrierten Dosiskalibrator. Wurdenweniger als 5 ml Eluat aufgefangen, entsprechen die Messwerte eventuell nicht der möglichen
Gesamtausbeute des Radionuklidgenerators. Rechnen Sie die gemessene Aktivität zum
Zeitpunkt des Beginns der Elution zurück. Es wird empfohlen, den Elutionspeak durch
Auffangen kleiner Fraktionen von 0,5 ml zu bestimmen, damit der Radionuklidgenerator anseinem endgültigen Standort eine optimale Ausbeute erreicht.
6. Das erste Eluat sollte aufgrund des möglichen 68Ge-Durchbruchs in diesem Eluat verworfenwerden.
Es wird empfohlen, das Eluat nach den ersten Elutionen auf einen 68Ge-Durchbruch zu untersuchen.
Vergleichen Sie dazu die Aktivitätswerte von 68Ga und 68Ge. Weitere Informationen finden Sie in der
Monographie 2464, Ph. Eur.
Routinemäßige Elution:
ACHTUNG:
Im Laufe der Zeit können sich freie 68Ge-Ionen auf der Säule ansammeln. Wurde der
Radionuklidgenerator über einen Zeitraum von 96 Stunden oder mehr nicht benutzt, sollte die Säulemindestens 7 Stunden vor der Elution zur radioaktiven Markierung einmal voreluiert werden. Wennbei dem radioaktiven Markierungsverfahren nicht die maximal erreichbare Eluataktivität erforderlichist, kann die Zeit zwischen der Vorelution und der Elution für die radioaktive Markierung verkürztwerden (siehe auch Tabelle 6 und das Berechnungsbeispiel darunter). Die Vorelution sollte mit 10 mlsteriler Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, durchgeführt werden.
1. Wiederholen Sie die Schritte der ersten Elution, verwenden Sie jedoch für die routinemäßige
Elution nur 5 ml Eluent. Der Radionuklidgenerator ist so konstruiert, dass die gesamte 68Ga-
Aktivität in einem Volumen von 5 ml eluiert wird.
2. Das Eluat ist eine klare, sterile und farblose (68Ga)Galliumchloridlösung mit einem pH-Wertzwischen 0,5 und 2,0 sowie einer radiochemischen Reinheit von mehr als 95 %. Überprüfen Siedie Klarheit des Eluats vor Anwendung und verwerfen Sie das Eluat, falls es nicht klar seinsollte.
3. Es wird empfohlen, das Eluat während der routinemäßigen Elutionen auf einen 68Ge-
Durchbruch zu untersuchen. Vergleichen Sie dazu die Aktivitätswerte von 68Ga und 68Ge.
Weitere Informationen finden Sie in der Monographie 2464, Ph. Eur.
ACHTUNG:
Wird zu irgendeinem Zeitpunkt ein Flüssigkeitsaustritt beobachtet, stoppen Sie die Elution sofort undversuchen Sie die austretende Flüssigkeit aufzufangen.
Der Radionuklidgenerator wird mit 250 ml steriler Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, geliefert.
Diese Menge reicht üblicherweise für mindestens 40 Elutionen. Der Radionuklidgenerator sollte nurmit steriler, vom pharmazeutischen Unternehmer bereitgestellter Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst,eluiert werden. Zusätzliche Behältnisse können als Verbrauchsmaterial vom pharmazeutischen
Unternehmer bezogen werden.
Austausch des Behältnisses mit steriler Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst:
ACHTUNG:
Eine aseptische Arbeitsweise ist zum Erhalt der Sterilität unabdingbar und ist während des Austauschserforderlich.
1. Ist die sterile Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, fast aufgebraucht, kann das leere Behältnisdurch ein neues Behältnis mit steriler Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, ersetzt werden.
ACHTUNG:
In den Radionuklidgenerator darf keine Lufteintreten. Schließen Sie vor Entfernen des leeren
Behältnisses alle Ventile an der Hahnbank undverschließen Sie die Seitenports, sodass keine Luftin die Hahnbank und den Entlüftungsdorneintreten kann [XXI]. Das Behältnis vom
Entlüftungsdorn abnehmen [XXII]. Es wirdempfohlen, den Entlüftungsdorn durch den neuensterilen Entlüftungsdorn zu ersetzen, der jedemneuen Behältnis steriler Salzsäure 0,36 %(0,1 mol/l), reinst, beiliegt.
2. Hängen Sie das neue Behältnis mit 250 ml steriler Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, in die
Nähe des Einlassports über den Radionuklidgenerator.
3. Drücken Sie den angeschlossenen Entlüftungsdorn in den Stopfen des Behältnisses; achten Siesorgfältig auf Luftblasen und lassen Sie mithilfe der Ventile langsam alle Luft aus der
Hahnbank. Es ist nicht notwendig, die angeschlossene Einlassleitung vom Radionuklidgeneratoroder von der Hahnbank abzunehmen. Das Eindringen von Luft in den Radionuklidgeneratorsollte vermieden werden.
4. Sobald die Hahnbank gefüllt ist, schließen Sie die Ventile und stoppen Sie damit den Zufluss.
Der Radionuklidgenerator ist nun für die nächste Elution bereit.
Ausbeute bei der Elution des Radionuklidgenerators:
Die auf dem Etikett genannte Aktivität des Radionuklidgenerators wird angegeben als 68Ge, das zum
Kalibrierungsdatum (12:00 MEZ) zur Verfügung stand. Die verfügbare 68Ga-Aktivität hängt von der68Ge-Aktivität zum Zeitpunkt der Elution und dem seit der vorherigen Elution verstrichenen Zeitraumab.
Ein Radionuklidgenerator im vollständigen Gleichgewicht ergibt bei Verwendung eines
Elutionsvolumens von 5 ml steriler Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, eine Ausbeute von mehr als60 % 68Ga.
Im Laufe der Zeit sinkt die Ausbeute mit dem Zerfall des Mutternuklids 68Ge. So nimmtbeispielsweise im Laufe eines Zerfalls über 9 Monate (39 Wochen) das 68Ge um 50 % ab (siehe
Tabelle 5). Zur Berechnung der aktuellen 68Ge-Aktivität multiplizieren Sie die 68Ge-Aktivität zum
Kalibrierungsdatum mit dem jeweiligen Zerfallsfaktor der entsprechenden verstrichenen Zeit in
Wochen.
Tabelle 5: Zerfallstabelle 68Ge
Verstrichene Zeit Zerfallsfaktor Verstrichene Zeit Zerfallsfaktorin Wochen in Wochen1 0,98 40 0,492 0,96 41 0,483 0,95 42 0,474 0,93 43 0,465 0,91 44 0,456 0,90 45 0,457 0,88 46 0,448 0,87 47 0,439 0,85 48 0,4210 0,84 49 0,4211 0,82 50 0,4112 0,81 51 0,4013 0,79 52 0,3914 0,78 53 0,3915 0,76 54 0,3816 0,75 55 0,3717 0,74 56 0,3718 0,72 57 0,3619 0,71 58 0,3520 0,70 59 0,3521 0,69 60 0,3422 0,67 61 0,3423 0,66 62 0,3324 0,65 63 0,3225 0,64 64 0,3226 0,63 65 0,3127 0,62 66 0,3128 0,61 67 0,3029 0,59 68 0,3030 0,58 69 0,2931 0,57 70 0,2932 0,56 71 0,2833 0,55 72 0,2834 0,54 73 0,2735 0,53 74 0,2736 0,52 75 0,2637 0,52 76 0,2638 0,51 77 0,2539 0,50 78 0,25
Nach der Elution wird 68Ga durch den kontinuierlichen Zerfall des Vorläufers 68Ge aufgebaut. Der
Radionuklidgenerator benötigt mindestens 7 Stunden, um nach der Elution eine nahezu vollständige
Ausbeute zu erreichen. In der Praxis ist es jedoch auch möglich, den Radionuklidgenerator früher zueluieren, je nach seiner Stärke und der für die radioaktive Markierung benötigten Aktivität. Tabelle 6zeigt den Aufbaufaktor der 68Ga-Aktivität über einen Zeitraum von bis zu 410 Minuten nach einer
Elution.
Tabelle 6: Aufbaufaktoren für 68Ga
Verstrichene Zeit Aufbaufaktor Verstrichene Zeit Aufbaufaktorin Minuten in Minuten0 0,00 210 0,8810 0,10 220 0,8920 0,19 230 0,9130 0,26 240 0,9140 0,34 250 0,9250 0,40 260 0,9360 0,46 270 0,9470 0,51 280 0,9480 0,56 290 0,9590 0,60 300 0,95100 0,64 310 0,96110 0,68 320 0,96120 0,71 330 0,97130 0,74 340 0,97140 0,76 350 0,97150 0,78 360 0,97160 0,81 370 0,98170 0,82 380 0,98180 0,84 390 0,98190 0,86 400 0,98200 0,87 410 0,98
Berechnungsbeispiele
Ein 1,85-GBq-Radionuklidgenerator ist 12 Wochen alt. Gemäß Tabelle 5 kann die 68Ge-Aktivität aufder Säule wie folgt berechnet werden:
1,85 GBq x 0,81 = 1,50 GBq
Im vollständigen Gleichgewicht beträgt die 68Ga-Aktivität auf der Säule ebenfalls 1,50 GBq.
Der Radionuklidgenerator wird eluiert und die aufgefangene 68Ga-Aktivität beträgt 1,05 GBq, waseiner Ausbeute von 70 % entspricht.
Der gleiche Radionuklidgenerator wird 4 Stunden später eluiert. Die erforderlichen 7 Stunden zum
Erreichen des 68Ge/68Ga-Gleichgewichts sind noch nicht verstrichen. Die in 4 Stunden (240 Minuten)nach der Elution auf der Säule aufgebaute 68Ga-Aktivität kann gemäß Tabelle 6 wie folgt berechnetwerden:
1,50 GBq x 0,91 = 1,37 GBq
Bei einer repräsentativen Ausbeute von 70 % 68Ga wäre die aufgefangene Aktivität:
1,37 GBq x 0,70 = 1,00 GBq
Hinweis:
Die 68Ga-Aktivität im Eluat kann gemessen werden, um die Qualität in Bezug auf Identität und Gehaltzu prüfen. Die Aktivität sollte sofort nach der Elution gemessen werden. Die Messung kann jedochauch bis zum 5-fachen Halbwertszeitraum nach der Elution stattfinden.
Aufgrund der kurzen Halbwertszeit von 68Ga (67,71 Minuten) muss die zwischen der Elution und der
Aktivitätsmessung verstrichene Zeit zur Bestimmung der tatsächlichen Ausbeute zum
Elutionszeitpunkt anhand der Zerfallstabelle von 68Ga (Tabelle 7) um den Zerfall korrigiert werden.
Berechnungsbeispiel
Ein neuer 1,85-GBq-Radionuklidgenerator wird eluiert. Die 10 Minuten nach der Elution gemessene68Ga-Aktivität beträgt 1,17 GBq.
Die Ausbeute zum Zeitpunkt der Elution kann durch Division der gemessenen Aktivität durch denentsprechenden in Tabelle 7 genannten Zerfallsfaktor für die verstrichene Zeit berechnet werden:1,17 GBq/0,90 = 1,30 GBq
Dies entspricht einer 68Ga-Ausbeute von 70 % zum Zeitpunkt der Elution:1,30 GBq/1,85 GBq x 100 % = 70 %
Tabelle 7: Zerfallstabelle 68Ga
Verstrichene Zeit Zerfallsfaktor Verstrichene Zeit Zerfallsfaktorin Minuten in Minuten1 0,99 35 0,702 0,98 36 0,693 0,97 37 0,694 0,96 38 0,685 0,95 39 0,676 0,94 40 0,677 0,93 41 0,668 0,92 42 0,659 0,91 43 0,6510 0,90 44 0,6411 0,89 45 0,6312 0,89 46 0,6313 0,88 47 0,6214 0,87 48 0,6115 0,87 49 0,6116 0,85 50 0,6017 0,84 51 0,6018 0,83 52 0,5919 0,82 53 0,5820 0,82 54 0,5821 0,82 55 0,5722 0,80 56 0,5723 0,79 57 0,5624 0,78 58 0,5525 0,78 59 0,5526 0,77 60 0,5427 0,76 61 0,5428 0,75 62 0,5329 0,74 63 0,5330 0,74 64 0,5231 0,73 65 0,5232 0,72 66 0,5133 0,71 67 0,5134 0,71 68 0,50
QualitätskontrolleFalls möglich, überprüfen Sie vor der radioaktiven Markierung die Klarheit der Lösung, den pH-Wertund die Radioaktivität.
68Ge-Durchbruch
Mit jeder Elution wird eine geringe Menge 68Ge aus der Säule des Radionuklidgenerators gewaschen.
Der 68Ge-Durchbruch wird als Prozentsatz der gesamten von der Säule ausgewaschenen und um den
Zerfall korrigierten 68Ga-Aktivität ausgedrückt und beträgt nicht mehr als 0,001 % der eluierten 68Ga-
Aktivität.Der 68Ge-Durchbruch kann jedoch über 0,001 % steigen, wenn der Radionuklidgenerator seitmehreren Tagen nicht eluiert wurde. Wurde der Radionuklidgenerator seit 96 Stunden oder längernicht verwendet, sollte er daher mit 10 ml steriler Salzsäure 0,36 % (0,1 mol/l), reinst, mindestens7 Stunden vor der beabsichtigten Verwendung voreluiert werden (die Zeit zwischen der Vorelutionund der Elution für die radioaktive Markierung kann verkürzt werden, wenn bei dem vorgesehenenradioaktiven Markierungsverfahren nicht die maximal erreichbare Eluataktivität erforderlich ist).
Wenn diese Anleitung befolgt wird, sollte der 68Ge-Durchbruch in Eluaten für die radioaktive
Markierung konstant weniger als 0,001 % betragen. Zur Überprüfung des 68Ge-Durchbruchs solltendie Aktivitätswerte von 68Ga und 68Ge im Eluat verglichen werden. Weitere Informationen finden Siein der Monographie 2464, Ph. Eur.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.