Zusammenfassung des SicherheitsprofilsTyp-2-Diabetes mellitusIn den klinischen Typ-2-Diabetes-Studien sind mehr als 15 000 Patienten mit Dapagliflozin behandeltworden.
Die primäre Bewertung von Sicherheit und Verträglichkeit erfolgte im Rahmen einer vorabspezifizierten, gepoolten Analyse von 13 Placebo-kontrollierten Kurzzeitstudien (bis zu 24 Wochen),in denen 2360 Personen mit Dapagliflozin 10 mg und 2295 mit Placebo behandelt wurden.
In der kardiovaskulären Outcome-Studie mit Dapagliflozin bei Typ-2-Diabetes mellitus(DECLARE-Studie, siehe Abschnitt 5.1) erhielten 8574 Patienten Dapagliflozin 10 mg und 8569erhielten Placebo über eine mediane Expositionszeit von 48 Monaten. Insgesamt betrug die
Expositionszeit mit Dapagliflozin 30 623 Patientenjahre.
Die über die klinischen Studien hinweg am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren
Genitalinfektionen.
HerzinsuffizienzIn der kardiovaskulären Dapagliflozin Outcome-Studie bei Patienten mit Herzinsuffizienz mitreduzierter Ejektionsfraktion (DAPA-HF-Studie) wurden 2368 Patienten mit Dapagliflozin 10 mg und2368 Patienten mit Placebo über eine mediane Expositionszeit von 18 Monaten behandelt. Die
Patientenpopulation schloss Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und ohne Diabetes ein sowie
Patienten mit einer eGFR ≥ 30 ml/min/1,73 m2. In der kardiovaskulären Dapagliflozin
Outcome-Studie bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion > 40 %(DELIVER) wurden 3126 Patienten mit Dapagliflozin 10 mg und 3127 Patienten mit Placebo übereine mediane Expositionszeit von 27 Monaten behandelt. Die Patientenpopulation schloss Patientenmit Typ-2-Diabetes mellitus und ohne Diabetes ein sowie Patienten mit einereGFR ≥ 25 ml/min/1,73 m2.
Insgesamt stimmte das Sicherheitsprofil von Dapagliflozin bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit dembekannten Sicherheitsprofil von Dapagliflozin überein.
Chronische NiereninsuffizienzIn der renalen Dapagliflozin Outcome-Studie bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz(DAPA-CKD) wurden 2149 Patienten mit Dapagliflozin 10 mg und 2149 Patienten mit Placebo übereine mediane Expositionszeit von 27 Monaten behandelt. Die Patientenpopulation schloss Patientenmit Typ-2-Diabetes mellitus und ohne Diabetes, mit einer eGFR ≥ 25 bis ≤ 75 ml/min/1,73 m2 und
Albuminurie (Urin-Albumin-Kreatinin-Verhältnis [UACR] ≥ 200 und ≤ 5000 mg/g) ein. Die
Behandlung wurde fortgesetzt, wenn die eGFR auf Werte unter 25 ml/min/1,73 m2 fiel.
Insgesamt stimmte das Sicherheitsprofil von Dapagliflozin bei Patienten mit chronischer
Niereninsuffizienz mit dem bekannten Sicherheitsprofil von Dapagliflozin überein.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen wurden in den Placebo-kontrollierten klinischen Studien und auf
Basis der Erfahrungen nach Markteinführung identifiziert. Keine von ihnen wurde als dosisabhängigbefunden. Die unten aufgeführten Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Systemorganklassen(system organ class, SOC) klassifiziert. Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende Kategorienzugrunde gelegt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100),selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlageder verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1. Nebenwirkungen aus Placebo-kontrollierten klinischen Studiena und nach
Markteinführung
Systemorgan- Sehr Häufig* Gelegent- Selten Sehr seltenklasse häufig lich**
Infektionen und Vulvovagi- Pilzinfektio- Nekroti-parasitäre nitis, nen** sierende
Erkrankungen Balanitis und Fasziitisverwandte des
Infektionen Perineumsdes Genital- (Fournier-bereichs*,b,c Gangrän)b,i
Harnwegs-infektio-nen*,b,d
Stoffwechsel- Hypo- Volumen- Diabetischeund glykämie mangelb,e Ketoazido-
Ernährungs- (bei An- Durst** se (bei Typ-störungen wendung 2-Diabetesmit SU mellitus)b,i,koder
Insulin)b
Erkrankungen Schwindeldes Nerven-systems
Erkrankungen Ver-des Gastro- stopfung**intestinaltrakts Mund-trockenheit**
Erkrankungen Hautaus- Angioödemder Haut und schlagjdes Unterhaut-zellgewebes
Skelettmusku- Rücken-latur-, Binde- schmerzen*gewebs- und
Knochener-krankungen
Erkrankungen Dysurie Nykturie** Tubulo-der Nieren und Polyurie*,f interstitielle
Harnwege Nephritis
Erkrankungen Vulvovagi-der naler
Geschlechts- Pruritus**organe und der Pruritus
Brustdrüse genitalis**
Untersuchun- Erhöhter Erhöhtesgen Hämatokritg Kreatinin im
Verminderte Blut zurenale Behand-
Kreatinin- lungs-
Clearance zu beginn**,b
Behand- Erhöhterlungsbeginnb Harnstoff im
Dyslipid- Blut**ämieh Gewichts-reduktion**aDie Tabelle zeigt Daten bis zu 24 Wochen (Kurzzeittherapie), ungeachtet einer glykämischen Rescue-Therapie.bSiehe entsprechenden Unterabschnitt für weitere Informationen.cVulvovaginitis, Balanitis und verwandte Infektionen des Genitalbereichs schließen z. B. folgende vordefinierte
Standardbegriffe ein: vulvovaginale mykotische Infektion, Vaginalinfektion, Balanitis, Pilzinfektion im
Genitalbereich, vulvovaginale Candidose, Vulvovaginitis, Balanitis Candida, genitale Candidose, Infektion im
Genitalbereich, Infektion im Genitalbereich beim Mann, Penisinfektion, Vulvitis, bakterielle Vaginitis,
Vulvaabszess.dHarnwegsinfektionen schließen die folgenden Standardbegriffe ein, aufgeführt in der Reihenfolge derberichteten Häufigkeit: Harnwegsinfektionen, Cystitis, Harnwegsinfektionen mit Escherichia, Infektionen des
Urogenitaltrakts, Pyelonephritis, Trigonitis, Urethritis, Niereninfektionen und Prostatitis.eVolumenmangel schließt z. B. die folgenden vordefinierten Standardbegriffe ein: Dehydratisierung,
Hypovolämie, Hypotonie.fPolyurie schließt die folgenden Standardbegriffe ein: Pollakisurie, Polyurie, erhöhte Urinausscheidung.gMittlere Veränderungen des Hämatokriten gegenüber dem Ausgangswert betrugen 2,30 % für
Dapagliflozin 10 mg versus -0,33 % für Placebo. Hämatokritwerte > 55 % wurden bei 1,3 % der mit
Dapagliflozin 10 mg behandelten Personen berichtet gegenüber 0,4 % der Personen, die Placebo erhielten.hDie mittlere prozentuale Veränderung gegenüber dem Ausgangswert betrug für Dapagliflozin 10 mg bzw.
Placebo: Gesamtcholesterin 2,5 % versus 0,0 %; HDL-Cholesterin 6,0 % versus 2,7 %; LDL-Cholesterin 2,9 %versus -1,0 %; Triglyzeride -2,7 % versus -0,7 %.iSiehe Abschnitt 4.4.jNebenwirkung wurde im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung identifiziert. Hautausschlag schließtdie folgenden Standardbegriffe ein, aufgeführt in der Reihenfolge der Häufigkeit in klinischen Studien:
Hautausschlag, generalisierter Hautausschlag, juckender Hautausschlag, makulärer Hautausschlag,makulopapulöser Hautausschlag, pustulöser Hautausschlag, vesikulärer Hautausschlag und erythematöser
Hautausschlag. In aktiv- und Placebo-kontrollierten klinischen Studien (Dapagliflozin, N = 5936, alle
Kontrollen, N = 3403) war die Häufigkeit von Hautausschlag bei Dapagliflozin (1,4 %) und allen Kontrollen(1,4 %) ähnlich.kBerichtet in der kardiovaskulären Outcome-Studie mit Typ-2-Diabetes-Patienten (DECLARE). Die Häufigkeitbasiert auf der jährlichen Rate.
*Berichtet bei ≥ 2 % der Personen und ≥ 1 % häufiger und bei mindestens 3 weiteren der mit Dapagliflozin10 mg behandelten Personen im Vergleich zu Placebo.
**Berichtet vom Prüfer als möglicherweise zusammenhängend, wahrscheinlich zusammenhängend oder mit der
Studienmedikation zusammenhängend und berichtet bei ≥ 0,2 % der Personen und ≥ 0,1 % häufiger und beimindestens 3 weiteren mit Dapagliflozin 10 mg behandelten Personen im Vergleich zu Placebo.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenVulvovaginitis, Balanitis und verwandte Infektionen des GenitalbereichsIm Sicherheitspool der 13 Studien wurden Vulvovaginitis, Balanitis und verwandte Infektionen des
Genitalbereichs bei 5,5 % bzw. 0,6 % der Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mg bzw. Placeboerhielten. Die meisten Infektionen waren leicht bis moderat und führten selten zum Abbruch der
Behandlung mit Dapagliflozin, und die Personen sprachen auf eine Erstbehandlung mit einer
Standardtherapie an. Diese Infektionen waren bei Frauen häufiger (8,4 % und 1,2 % für Dapagliflozinbzw. Placebo) und bei Personen mit einer entsprechenden Vorgeschichte war eine wiederkehrende
Infektion wahrscheinlicher.
In der DECLARE-Studie war die Anzahl an Patienten mit schwerwiegenden unerwünschten
Ereignissen in Bezug auf Genitalinfektionen gering und ausgewogen: 2 Patienten in je der
Dapagliflozin- und Placebogruppe.
In der DAPA-HF-Studie berichtete kein Patient über schwerwiegende unerwünschte Ereignisse von
Genitalinfektionen in der Dapagliflozin-Gruppe und ein Patient in der Placebo-Gruppe. In der
Dapagliflozin-Gruppe gab es 7 (0,3 %) Patienten mit unerwünschten Ereignissen, die aufgrund von
Genitalinfektionen zu Abbrüchen führten, und keinen Patienten in der Placebo-Gruppe. In der
DELIVER-Studie berichtete ein (< 0,1 %) Patient in jeder Behandlungsgruppe über einschwerwiegendes unerwünschtes Ereignis von Genitalinfektionen. In der Dapagliflozin-Gruppe gab es3 (0,1 %) Patienten mit unerwünschten Ereignissen, die aufgrund von Genitalinfektionen zu
Abbrüchen führten, und keinen Patienten in der Placebo-Gruppe.
In der DAPA-CKD-Studie traten bei 3 (0,1 %) Patienten in der Dapagliflozin-Gruppe schwerwiegendeunerwünschte Ereignisse von Genitalinfektionen auf und bei keinem in der Placebo-Gruppe.
In der Dapagliflozin-Gruppe traten bei 3 (0,1 %) Patienten unerwünschte Ereignisse auf, die zum
Abbruch aufgrund von Genitalinfektionen führten, und bei keinem in der Placebo-Gruppe.
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse von Genitalinfektionen oder unerwünschte Ereignisse, dieaufgrund von Genitalinfektionen zum Abbruch führten, wurden bei keinem Patienten ohne Diabetesberichtet.
Es wurden Fälle von Phimose/erworbener Phimose berichtet, die gleichzeitig mit Genitalinfektionenauftraten, und in einigen Fällen war eine Beschneidung erforderlich.
Nekrotisierende Fasziitis des Perineums (Fournier-Gangrän)Nach dem Inverkehrbringen wurden Fälle einer Fournier-Gangrän bei Patienten gemeldet, die
SGLT-2-Hemmer einschließlich Dapagliflozin einnahmen (siehe Abschnitt 4.4).
In der DECLARE-Studie mit 17 160 Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und einer medianen
Expositionszeit von 48 Monaten wurden insgesamt 6 Fälle einer Fournier-Gangrän berichtet, einer inder Dapagliflozin-Behandlungsgruppe und 5 in der Placebogruppe.
HypoglykämieDie Häufigkeit von Hypoglykämien hing von der Art der in der klinischen Diabetes-mellitus-Studieangewendeten Hintergrundtherapie ab.
In Studien mit Dapagliflozin in der Monotherapie, in der Add-on-Therapie mit Metformin oder in der
Add-on-Therapie mit Sitagliptin (mit oder ohne Metformin) war die Häufigkeit von leichten
Hypoglykämie-Ereignissen bei einer Behandlung bis zu 102 Wochen innerhalb der
Behandlungsgruppen, einschließlich der Placebogruppe, ähnlich (< 5 %). In allen Studien tratengelegentlich schwere Hypoglykämie-Ereignisse auf und waren innerhalb der Gruppen, die mit
Dapagliflozin bzw. Placebo behandelt wurden, vergleichbar. Studien zur Add-on-Therapie mit
Sulfonylharnstoff und zur Add-on-Therapie mit Insulin wiesen höhere Hypoglykämieraten auf (siehe
Abschnitt 4.5).
In einer Studie zur Add-on-Therapie mit Glimepirid wurde in Woche 24 und 48 über leichte
Hypoglykämie-Ereignisse häufiger in der mit Dapagliflozin 10 mg plus Glimepirid behandelten
Gruppe berichtet (6,0 % bzw. 7,9 %) als in der mit Placebo plus Glimepirid behandelten Gruppe(2,1 % bzw. 2,1 %).
In einer Studie zur Add-on-Therapie mit Insulin wurde über schwere Hypoglykämie-Ereignisse in
Woche 24 bei 0,5 % bzw. in Woche 104 bei 1,0 % der Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mgplus Insulin erhielten, und bei 0,5 % in der mit Placebo plus Insulin behandelten Gruppe in der 24. und104. Woche. Über leichte Hypoglykämie-Ereignisse wurde in Woche 24 bzw. 104 bei 40,3 % bzw.
53,1 % der Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mg plus Insulin erhielten, und bei 34,0 % bzw.
41,6 % der Personen, die Placebo plus Insulin erhielten.
In einer Studie zur Add-on-Therapie mit Metformin und einem Sulfonylharnstoff wurde bis Woche 24über keine schweren Hypoglykämie-Ereignisse berichtet. Über leichte Hypoglykämie-Ereignissewurde bei 12,8 % der Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mg plus Metformin und einen
Sulfonylharnstoff erhielten, und bei 3,7 % der Personen, die Placebo plus Metformin und einen
Sulfonylharnstoff erhielten.
In der DECLARE-Studie wurde kein erhöhtes Risiko einer schweren Hypoglykämie für die
Behandlung mit Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo beobachtet. Schwere
Hypoglykämie-Ereignisse wurden bei 58 (0,7 %) der mit Dapagliflozin behandelten Patienten und bei83 (1,0 %) der mit Placebo behandelten Patienten berichtet.
In der DAPA-HF-Studie wurden schwere Hypoglykämie-Ereignisse bei 4 (0,2 %) Patienten sowohl inder Dapagliflozin- als auch in der Placebo-Behandlungsgruppe berichtet. In der DELIVER-Studiewurden schwere Hypoglykämie-Ereignisse bei 6 (0,2 %) Patienten in der Dapagliflozin-Gruppe und7 (0,2 %) in der Placebo-Gruppe berichtet. Schwere Hypoglykämie-Ereignisse wurden nur bei
Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus beobachtet.
In der DAPA-CKD-Studie wurden schwere Hypoglykämie-Ereignisse bei 14 (0,7 %) Patienten in der
Dapagliflozin-Gruppe und 28 (1,3 %) Patienten in der Placebo-Gruppe berichtet und wurden nur bei
Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus beobachtet.
VolumenmangelAuf einen Volumenmangel hinweisende Reaktionen (einschließlich Berichte von Dehydratisierung,
Hypovolämie oder Hypotonie) wurden im Sicherheitspool der 13 Studien bei 1,1 % bzw. 0,7 % der
Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mg bzw. Placebo erhielten; schwerwiegende
Nebenwirkungen traten bei < 0,2 % der Personen auf und waren über die Dapagliflozin-10-mg- und
Placebo-Gruppen hinweg ausgewogen (siehe Abschnitt 4.4).
In der DECLARE-Studie war die Anzahl an Patienten mit Ereignissen, die auf einen Volumenmangelhinweisen, zwischen den Behandlungsgruppen ausgeglichen: 213 (2,5 %) und 207 (2,4 %) in der
Dapagliflozin- bzw. Placebogruppe. Schwere unerwünschte Ereignisse wurden bei 81 (0,9 %) bzw. 70(0,8 %) in der Dapagliflozin- bzw. Placebogruppe berichtet. Generell waren die Ereignisse zwischenden Behandlungsgruppen über die Subgruppen Alter, Diuretika-Anwendung, Blutdruck und
Anwendung von ACE-I (angiotensin converting enzyme inhibitors)/ARB (angiotensin II type 1receptor blockers) hinweg ausgeglichen. Bei Patienten mit einer eGFR < 60 ml/min/1,73 m2 beim
Ausgangswert traten in der Dapagliflozin-Gruppe 19 schwere unerwünschte Ereignisse auf, die aufeinen Volumenmangel hinwiesen, und in der Placebogruppe 13 Ereignisse.
In der DAPA-HF-Studie betrug die Anzahl an Patienten mit Ereignissen, die auf einen
Volumenmangel hinweisen, 170 (7,2 %) in der Dapagliflozin-Gruppe und 153 (6,5 %) in der
Placebo-Gruppe. In der Dapagliflozin-Gruppe gab es bei weniger Patienten schwere Ereignisse mit
Symptomen, die auf einen Volumenmangel hinweisen (23 [1,0 %]), im Vergleich zur Placebo-Gruppe(38 [1,6 %]). Die Ergebnisse waren ähnlich, unabhängig von einem vorliegenden Diabetes bei
Studienbeginn und von der eGFR bei Studienbeginn. In der DELIVER-Studie betrug die Anzahl an
Patienten mit schwerwiegenden Ereignissen mit Symptomen, die auf einen Volumenmangelhinweisen, 35 (1,1 %) in der Dapagliflozin-Gruppe und 31 (1,0 %) in der Placebo-Gruppe.
In der DAPA-CKD-Studie betrug die Anzahl an Patienten mit Ereignissen, die auf einen
Volumenmangel hinweisen, 120 (5,6 %) in der Dapagliflozin-Gruppe und 84 (3,9 %) in der
Placebo-Gruppe. Es gab bei 16 (0,7 %) Patienten in der Dapagliflozin-Gruppe und bei 15 (0,7 %)
Patienten in der Placebo-Gruppe schwere Ereignisse mit Symptomen, die auf einen Volumenmangelhinweisen.
Diabetische Ketoazidose bei Typ-2-Diabetes mellitus
In der DECLARE-Studie mit einer medianen Expositionszeit von 48 Monaten wurden
DKA-Ereignisse bei 27 Patienten in der Dapagliflozin-10-mg-Gruppe und bei 12 Patienten in der
Placebogruppe berichtet. Die Fälle traten über den Studienzeitraum gleichmäßig verteilt auf. Von den27 Patienten mit DKA-Ereignis in der Dapagliflozin-Gruppe erhielten 22 zum Zeitpunkt des
Ereignisses gleichzeitig eine Behandlung mit Insulin. Auslösende Faktoren für die DKA waren so, wiefür eine Population mit Typ-2-Diabetes erwartet wird (siehe Abschnitt 4.4).
In der DAPA-HF-Studie wurden DKA-Ereignisse bei 3 Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus in der
Dapagliflozin-Gruppe und bei keinem in der Placebo-Gruppe berichtet. In der DELIVER-Studiewurden DKA-Ereignisse bei 2 Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus in der Dapagliflozin-Gruppe undbei keinem in der Placebo-Gruppe berichtet.
In der DAPA-CKD-Studie wurden DKA-Ereignisse bei keinem Patienten in der Dapagliflozin-Gruppeund bei 2 Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus in der Placebo-Gruppe berichtet.
HarnwegsinfektionenIm Sicherheitspool der 13 Studien wurden Harnwegsinfektionen unter Dapagliflozin 10 mg häufigerals unter Placebo berichtet (4,7 % bzw. 3,5 %; siehe Abschnitt 4.4). Die meisten Infektionen warenleicht bis moderat und führten selten zum Abbruch der Behandlung mit Dapagliflozin, und die
Personen sprachen auf eine Erstbehandlung mit einer Standardtherapie an. Diese Infektionen warenbei Frauen häufiger und bei Personen mit einer entsprechenden Vorgeschichte war einewiederkehrende Infektion wahrscheinlicher.
In der DECLARE-Studie wurden schwerwiegende Ereignisse von Harnwegsinfektionen wenigerhäufig unter Dapagliflozin 10 mg als unter Placebo beobachtet, 79 (0,9 %) bzw. 109 (1,3 %)
Ereignisse.
In der DAPA-HF-Studie betrug die Anzahl an Patienten mit schweren unerwünschten Ereignissen von
Harnwegsinfektionen 14 (0,6 %) in der Dapagliflozin-Gruppe und 17 (0,7 %) in der Placebo-Gruppe.
In jeder der Dapagliflozin- und Placebo-Gruppen gab es 5 (0,2 %) Patienten mit unerwünschten
Ereignissen, die aufgrund von Harnwegsinfektionen zu Abbrüchen führten. In der DELIVER-Studiebetrug die Anzahl an Patienten mit schweren unerwünschten Ereignissen von Harnwegsinfektionen41 (1,3 %) in der Dapagliflozin-Gruppe und 37 (1,2 %) in der Placebo-Gruppe. In der
Dapagliflozin-Gruppe traten bei 13 (0,4 %) Patienten unerwünschte Ereignisse von
Harnwegsinfektionen auf, die zu Abbrüchen führten, und bei 9 (0,3 %) in der Placebo-Gruppe.
In der DAPA-CKD-Studie betrug die Anzahl an Patienten mit schweren unerwünschten Ereignissenvon Harnwegsinfektionen 29 (1,3 %) in der Dapagliflozin-Gruppe und 18 (0,8 %) in der
Placebo-Gruppe. In der Dapagliflozin-Gruppe traten bei 8 (0,4 %) Patienten unerwünschte Ereignissevon Harnwegsinfektionen auf, die zu Abbrüchen führten, und bei 3 (0,1 %) in der Placebo-Gruppe.
Die Anzahl der Patienten ohne Diabetes, die über schwere unerwünschte Ereignisse von
Harnwegsinfektionen oder unerwünschte Ereignisse, die aufgrund von Harnwegsinfektionen zum
Abbruch führten, berichtete, war zwischen den Behandlungsgruppen ähnlich (6 [0,9 %] versus4 [0,6 %] für schwere unerwünschte Ereignisse und 1 [0,1 %] versus 0 für unerwünschte Ereignisse,die zum Abbruch führten, in der Dapagliflozin- bzw. Placebo-Gruppe).
Erhöhtes Kreatinin
Nebenwirkungen im Zusammenhang mit erhöhtem Kreatinin wurden zusammengefasst (z. B.
verminderte renale Kreatinin-Clearance, Nierenfunktionsstörung, erhöhtes Kreatinin im Blut undverminderte glomeruläre Filtrationsrate). In den gepoolten Sicherheitsdaten aus 13 Studien wurdendiese zusammengefassten Nebenwirkungen bei 3,2 % der Personen berichtet, die Dapagliflozin 10 mgerhielten, bzw. bei 1,8 % der Personen, die Placebo erhielten. Bei Patienten mit normaler
Nierenfunktion oder leichter Nierenfunktionsstörung (eGFR-Ausgangswert ≥ 60 ml/min/1,73m2)wurden diese zusammengefassten Nebenwirkungen bei 1,3 % der Personen berichtet, die
Dapagliflozin 10 mg erhielten, bzw. bei 0,8 % der Personen, die Placebo erhielten. Diese
Nebenwirkungen waren häufiger bei Patienten mit einem eGFR-Ausgangswert ≥ 30 und< 60 ml/min/1,73m2 (18,5 % Dapagliflozin 10 mg versus 9,3 % Placebo).
Eine weitere Bewertung von Patienten, die Nebenwirkungen im Zusammenhang mit den Nierenhatten, ergab, dass die meisten Serumkreatinin-Änderungen von ≤ 44 Mikromol/l (≤ 0,5 mg/dl)gegenüber dem Ausgangswert hatten. Die Kreatininerhöhungen waren während der laufenden
Behandlung in der Regel vorübergehend oder reversibel nach Behandlungsabbruch.
In der DECLARE-Studie, einschließlich älterer Patienten und Patienten mit Nierenfunktionsstörung(eGFR weniger als 60 ml/min/1,73 m2), nahm die eGFR in beiden Behandlungsgruppen mit der Zeitab. Zum Zeitpunkt nach 1 Jahr war die mittlere eGFR etwas geringer und zum Zeitpunkt nach 4 Jahrenwar die mittlere eGFR in der Dapagliflozin-Gruppe im Vergleich zur Placebogruppe etwas höher.
In den Studien DAPA-HF und DELIVER nahm die eGFR sowohl in der Dapagliflozin- als auch in der
Placebo-Gruppe mit der Zeit ab. In DAPA-HF betrug die initiale Abnahme der mittlereneGFR -4,3 ml/min/1,73 m2 in der Dapagliflozin-Gruppe und -1,1 ml/min/1,73 m2 in der
Placebo-Gruppe. Zum Zeitpunkt 20 Monate war die Änderung der eGFR gegenüber dem
Ausgangswert in beiden Behandlungsgruppen ähnlich: -5,3 ml/min/1,73 m2 bei Dapagliflozinund -4,5 ml/min/1,73 m2 bei Placebo. In DELIVER betrug die Abnahme der mittleren eGFR nacheinem Monat -3,7 ml/min/1,73 m2 in der Dapagliflozin-Gruppe und -0,4 ml/min/1,73 m2 in der
Placebo-Gruppe. Zum Zeitpunkt 24 Monate war die Änderung der eGFR gegenüber dem
Ausgangswert in beiden Behandlungsgruppen ähnlich: -4,2 ml/min/1,73 m2 in der
Dapagliflozin-Gruppe und -3,2 ml/min/1,73 m2 in der Placebo-Gruppe.
In der DAPA-CKD-Studie nahm die eGFR sowohl in der Dapagliflozin- als auch in der
Placebo-Gruppe mit der Zeit ab. Die initiale (Tag 14) Abnahme der mittleren eGFRbetrug -4,0 ml/min/1,73 m2 in der Dapagliflozin-Gruppe und -0,8 ml/min/1,73 m2 in der
Placebo-Gruppe. Zum Zeitpunkt 28 Monate war die Änderung der eGFR gegenüber dem
Ausgangswert -7,4 ml/min/1,73 m2 in der Dapagliflozin-Gruppe und -8,6 ml/min/1,73 m2 in der
Placebo-Gruppe.
Kinder und JugendlicheDas Sicherheitsprofil von Dapagliflozin, das in einer klinischen Studie bei Kindern im Alter von10 Jahren und älter mit Typ-2-Diabetes mellitus beobachtet wurde (siehe Abschnitt 5.1), war ähnlichwie das in den Studien mit Erwachsenen beobachtete.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika,
Natrium-Glucose-Cotransporter-2-(SGLT-2)-Inhibitoren, ATC-Code: A10BK01
WirkmechanismusDapagliflozin ist ein hochpotenter (Ki: 0,55 nM), selektiver und reversibler Inhibitor des SGLT-2.
Die Inhibition von SGLT-2 durch Dapagliflozin reduziert die Reabsorption von Glucose aus demglomerulären Filtrat im proximalen renalen Tubulus bei einer gleichzeitigen Reduktion der
Natrium-Reabsorption, was zu einer Exkretion von Glucose mit dem Urin und osmotischer Diureseführt. Daher erhöht Dapagliflozin die Abgabe von Natrium in den distalen Tubulus, was dietubuloglomeruläre Rückkopplung erhöht und den intraglomerulären Druck senkt. Kombiniert mitosmotischer Diurese führt dies zu einer Abnahme der Volumenüberladung, niedrigerem Blutdruck undeiner geringeren Vorlast und Nachlast, was günstige Effekte auf das kardiale Remodeling, diediastolische Funktion und den Erhalt der Nierenfunktion haben kann. Die kardialen und renalen
Vorteile von Dapagliflozin hängen nicht allein vom Blutglucose-senkenden Effekt ab und sind nichtauf Patienten mit Diabetes beschränkt, wie in den Studien DAPA-HF, DELIVER und DAPA-CKDgezeigt wurde. Andere Effekte schließen eine Erhöhung des Hämatokriten und eine Abnahme des
Körpergewichts ein.
Dapagliflozin verbessert sowohl die Nüchtern- als auch die postprandialen Plasma-Glucosespiegel,indem es die renale Glucose-Reabsorption senkt und zur Glucose-Ausscheidung mit dem Harn führt.
Diese Glucose-Ausscheidung (glucosurischer Effekt) wird nach der ersten Dosis beobachtet, hält überdas 24-stündige Dosisintervall an und wird für die Dauer der Behandlung aufrechterhalten. Die
Glucosemenge, die durch diesen Mechanismus über die Niere eliminiert wird, hängt von der
Blut-Glucosekonzentration und der GFR ab. Daher zeigt Dapagliflozin bei Personen mit normalem
Blutglucose-Wert eine geringe Neigung, eine Hypoglykämie zu verursachen. Dapagliflozin behindertnicht die normale endogene Glucoseproduktion als Reaktion auf eine Hypoglykämie. Dapagliflozinwirkt unabhängig von der Insulinsekretion und Insulinwirkung. In klinischen Studien mit
Dapagliflozin wurde eine Verbesserung in Bezug auf das homeostasis model assessment für die
Betazell-Funktion (HOMA beta-cell) beobachtet.
SGLT-2 wird selektiv in der Niere exprimiert. Dapagliflozin hemmt andere Glucose-Transporter nicht,die für den Glucose-Transport in periphere Gewebe wichtig sind. Es ist > 1400-mal selektiver für
SGLT-2 als für SGLT-1, den Haupttransporter im Darm, der für die Glucoseresorption verantwortlichist.
Pharmakodynamische WirkungenNach Gabe von Dapagliflozin wurde bei gesunden Probanden und bei Personen mit Typ-2-Diabetesmellitus ein Anstieg der mit dem Urin ausgeschiedenen Glucosemenge beobachtet. Bei Personen mit
Typ-2-Diabetes mellitus, die 10 mg/Tag Dapagliflozin über 12 Wochen erhielten, wurden pro Tag ca.
70 g Glucose in den Urin ausgeschieden (entsprechend 280 kcal/Tag). Ein Beleg für eine anhaltende
Glucose-Exkretion wurde bei Personen mit Typ-2-Diabetes mellitus gesehen, die Dapagliflozin10 mg/Tag bis zu 2 Jahre lang erhielten.
Die Glucose-Ausscheidung mit dem Harn durch Dapagliflozin führt bei Personen mit Typ-2-Diabetesmellitus auch zu einer osmotischen Diurese und einer Erhöhung der Harnmenge. Die Erhöhung der
Harnmenge wurde bei Personen mit Typ-2-Diabetes mellitus, die mit Dapagliflozin 10 mg behandeltwurden, bis Woche 12 aufrechterhalten und belief sich auf ca. 375 ml/Tag. Die Erhöhung der
Harnmenge war mit einem leichten und vorübergehenden Anstieg der Natriumausscheidung mit dem
Urin verbunden, der nicht mit Veränderungen der Serum-Natriumkonzentrationen assoziiert war.
Die Harnsäure-Exkretion mit dem Harn war ebenfalls vorübergehend erhöht (für 3-7 Tage) und wurdevon einer anhaltenden Reduktion der Serum-Harnsäurekonzentration begleitet. Nach 24 Wochenbewegten sich die Reduktionen der Serum-Harnsäurekonzentrationen zwischen -48,3bis -18,3 Mikromol/l (-0,87 bis -0,33 mg/dl).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitTyp-2-Diabetes mellitusDie Verbesserung der glykämischen Kontrolle sowie die Senkung der kardiovaskulären und renalen
Morbidität und Mortalität stellen integrale Bestandteile der Behandlung des Typ-2-Diabetes dar.
Zur Bewertung der glykämischen Wirksamkeit und Sicherheit von Forxiga wurden vierzehndoppelblinde, randomisierte, kontrollierte klinische Studien mit 7056 erwachsenen Personen mit
Typ-2-Diabetes durchgeführt; 4737 Personen wurden in diesen Studien mit Dapagliflozin behandelt.
Zwölf Studien umfassten einen Behandlungszeitraum von 24 Wochen Dauer, 8 mit
Langzeit-Verlängerungen, die von 24 bis 80 Wochen reichten (bis zu einer Gesamtstudiendauer von104 Wochen), eine Studie hatte einen 28-wöchigen Behandlungszeitraum, und eine Studie hatte eine
Dauer von 52 Wochen mit Langzeit-Verlängerungen von 52 und 104 Wochen (Gesamtstudiendauervon 208 Wochen). Die mittlere Dauer der Diabetes-Erkrankung reichte von 1,4 bis 16,9 Jahren.
Fünfzig Prozent (50 %) hatten eine leichte Nierenfunktionsstörung und 11 % hatten eine moderate
Nierenfunktionsstörung. Einundfünfzig Prozent (51 %) der Personen waren männlich, 84 % waren
Weiße, 8 % waren asiatischer Herkunft, 4 % waren Schwarze und 4 % waren anderer ethnischer
Zugehörigkeit. Einundachtzig Prozent (81 %) der Personen hatten einen
Body-Mass-Index (BMI) ≥ 27. Darüber hinaus wurden zwei 12-wöchige, Placebo-kontrollierte
Studien mit Patienten mit unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes und Hypertonie durchgeführt.
Zur Beurteilung der Wirkung auf kardiovaskuläre und renale Ereignisse wurde eine kardiovaskuläre
Outcome-Studie (DECLARE) mit Dapagliflozin 10 mg im Vergleich zu Placebo mit 17 160 Patientenmit Typ-2-Diabetes mellitus mit oder ohne bestehende kardiovaskuläre Erkrankung durchgeführt.
Glykämische KontrolleMonotherapieUm die Sicherheit und Wirksamkeit einer Monotherapie mit Forxiga bei Personen mit unzureichendkontrolliertem Typ-2-Diabetes mellitus zu bewerten, wurde eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte
Studie über die Dauer von 24 Wochen (mit einer zusätzlichen Verlängerungsperiode) durchgeführt.
Die einmal tägliche Behandlung mit Dapagliflozin führte im Vergleich zu Placebo zu statistischsignifikanten (p < 0,0001) Reduktionen des HbA1c-Wertes (Tabelle 2).
In der Verlängerungsperiode wurden die HbA1c-Reduktionen bis Woche 102 aufrechterhalten(-0,61 % und -0,17 % adjustierte mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert für
Dapagliflozin 10 mg bzw. Placebo).
Tabelle 2. Ergebnisse einer Placebo-kontrollierten Studie mit Dapagliflozin als Monotherapie in
Woche 24 (LOCFa)
MonotherapieDapagliflozin Placebo10 mg
Nb 70 75
HbA1c (%)
Mittlerer Ausgangswert 8,01 7,79
Veränderung zum Ausgangswertc -0,89 -0,23
Differenz zu Placeboc -0,66*(95 % KI) (-0,96; -0,36)
Personen (%), die einen HbA1c < 7 %erreichten:
Adjustiert nach Ausgangswert 50,8§ 31,6
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 94,13 88,77
Veränderung zum Ausgangswertc -3,16 -2,19
Differenz zu Placeboc -0,97(95 % KI) (-2,20; 0,25)aLOCF (last observation carried forward): letzter vorliegender Wert für jeden Patienten (bei Patienten mit
Rescue-Therapie vor der Rescue-Therapie)bAlle randomisierten Personen, die während der doppelblinden Kurzzeitphase mindestens eine Dosis derdoppelblinden Studienmedikation einnahmenc Least-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert
*p-Wert < 0,0001 versus Placebo§Als Ergebnis des sequenziellen Testverfahrens für sekundäre Endpunkte nicht bezüglich statistischer
Signifikanz evaluiert
Add-on-Kombinationstherapie
In einer 52-wöchigen, aktiv kontrollierten Nicht-Unterlegenheitsstudie (mit 52- und 104-wöchigen
Verlängerungsperioden) wurde Forxiga bei Personen mit unzureichender glykämischer Kontrolle(HbA1c > 6,5 % und ≤ 10 %) als Add-on-Therapie mit Metformin im Vergleich zu einem
Sulfonylharnstoff (Glipizid) als Add-on-Therapie zu Metformin bewertet. Die Ergebnisse zeigten im
Vergleich zu Glipizid eine ähnliche mittlere Reduktion des HbA1c-Wertes gegenüber dem
Ausgangswert bis Woche 52 und wiesen so eine Nicht-Unterlegenheit nach (Tabelle 3). In Woche 104betrug die adjustierte mittlere Veränderung des HbA1c-Wertes gegenüber dem Ausgangswert -0,32 %für Dapagliflozin und -0,14 % für Glipizid. In Woche 208 betrug die adjustierte mittlere Veränderungdes HbA1c-Wertes gegenüber dem Ausgangswert -0,10 % für Dapagliflozin und 0,20 % für Glipizid.
Innerhalb der 52, 104 und 208 Wochen trat mindestens ein hypoglykämisches Ereignis bei einemsignifikant kleineren Anteil an Personen in der mit Dapagliflozin behandelten Gruppe (3,5 %, 4,3 %bzw. 5,0 %) auf im Vergleich zur Gruppe, die mit Glipizid behandelt wurde (40,8 %, 47,0 % bzw.
50,0 %). Der Anteil der Personen, die in der Studie verblieben, betrug in Woche 104 und in
Woche 208 in der mit Dapagliflozin behandelten Gruppe 56,2 % bzw. 39,7 % und in der mit Glipizidbehandelten Gruppe 50,0 % bzw. 34,6 %.
Tabelle 3. Ergebnisse einer aktiv kontrollierten Studie zum Vergleich von Dapagliflozin und
Glipizid als Add-on-Therapie mit Metformin in Woche 52 (LOCFa)
Dapagliflozin Glipizid
Parameter + Metformin + Metformin
Nb 400 401
HbA1c (%)
Mittlerer Ausgangswert 7,69 7,74
Veränderung zum Ausgangswertc -0,52 -0,52
Differenz zu Glipizid + Metforminc 0,00d(95 % KI) (-0,11; 0,11)
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 88,44 87,60
Veränderung zum Ausgangswertc -3,22 1,44
Differenz zu Glipizid + Metforminc -4,65*(95 % KI) (-5,14; -4,17)aLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden PatientenbRandomisierte und behandelte Personen mit Ausgangswert und mindestens 1 Wirksamkeitsmessung nach
AusgangswertcLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswertdnicht unterlegen gegenüber Glipizid + Metformin
*p-Wert < 0,0001
Dapagliflozin als Add-on mit entweder Metformin, Glimepirid, Metformin und einem
Sulfonylharnstoff, Sitagliptin (mit oder ohne Metformin) oder Insulin führte zu statistischsignifikanten Reduktionen des HbA1c-Wertes in Woche 24 (p < 0,0001; Tabellen 4, 5 und 6)verglichen mit Personen, die Placebo erhielten.
Die in Woche 24 beobachteten Reduktionen des HbA1c-Wertes blieben in den
Add-on-Kombinationsstudien (Glimepirid und Insulin) gemäß den 48-Wochen-Daten (Glimepirid) undden bis zu 104-Wochen-Daten (Insulin) erhalten. In der Add-on-Therapie mit Sitagliptin (mit oderohne Metformin) betrug die adjustierte mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert für
Dapagliflozin 10 mg und Placebo -0,30 % bzw. 0,38 % in Woche 48. Die Reduktionen des
HbA1c-Wertes im Rahmen der Studie zur Add-on-Therapie mit Metformin blieben bis Woche 102erhalten (adjustierte mittlere Veränderung gegenüber dem Ausgangswert von -0,78 % und 0,02 % für10 mg bzw. Placebo). Im Rahmen der Studie mit Insulin (mit oder ohne zusätzlichem oralblutzuckersenkendem Arzneimittel) betrug in Woche 104 die adjustierte mittlere Veränderung des
HbA1c-Wertes gegenüber dem Ausgangswert -0,71 % für Dapagliflozin 10 mg bzw. -0,06 % für
Placebo. Bei Personen, die mit Dapagliflozin 10 mg behandelt wurden, blieb die Insulin-Dosis miteiner mittleren Dosis von 76 IU/Tag in Woche 48 und 104 im Vergleich zum Ausgangswert stabil. Inder Placebo-Gruppe betrug die mittlere Erhöhung gegenüber dem Ausgangswert 10,5 IU/Tag in
Woche 48 bzw. 18,3 IU/Tag in Woche 104 (mittlere Dosis von 84 IU/Tag und 92 IU/Tag). Der Anteilder Personen, die in der Studie verblieben, betrug in Woche 104 in der mit Dapagliflozin 10 mgbehandelten Gruppe 72,4 % und in der mit Placebo behandelten Gruppe 54,8 %.
Tabelle 4. Ergebnisse von 24-wöchigen (LOCFa), Placebo-kontrollierten Studien mit
Dapagliflozin als Add-on-Kombination mit Metformin oder Sitagliptin (mit oder ohne
Metformin)
Add-on-Kombination
Metformin1 DPP-4-Inhibitor (Sitagliptin2)± Metformin1
Dapagliflozin Placebo Dapagliflozin Placebo10 mg 10 mg
Nb 135 137 223 224
HbA1c (%)
Mittlerer
Ausgangswert 7,92 8,11 7,90 7,97
Veränderung zum
Ausgangswertc -0,84 -0,30 -0,45 0,04
Differenz zu
Placeboc -0,54* -0,48*(95 % KI) (-0,74; -0,34) (-0,62; -0,34)
Personen (%),die einen HbA1c< 7 % erreichen:
Adjustiert nach
Ausgangswert 40,6** 25,9
Körpergewicht(kg)
Mittlerer
Ausgangswert 86,28 87,74 91,02 89,23
Veränderungzum Aus-gangswertc -2,86 -0,89 -2,14 -0,26
Differenz zu
Placeboc -1,97* -1,89*(95 % KI) (-2,63; -1,31) (-2,37; -1,40)1Metformin ≥ 1500 mg/Tag;2Sitagliptin 100 mg/TagaLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden Patienten (bei Patienten mit Rescue-Therapie vor der
Rescue-Therapie)bAlle randomisierten Personen, die während der doppelblinden Kurzzeitphase mindestens eine Dosis derdoppelblinden Studienmedikation einnahmencLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert
*p-Wert < 0,0001 versus Placebo + orales blutzuckersenkendes Arzneimittel
**p-Wert < 0,05 versus Placebo + orales blutzuckersenkendes Arzneimittel
Tabelle 5. Ergebnisse von 24-wöchigen Placebo-kontrollierten Studien mit Dapagliflozin in
Add-on-Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (Glimepirid) oder Metformin und einem
Sulfonylharnstoff
Add-on-Kombination
Sulfonylharnstoff Sulfonylharnstoff(Glimepirid1) + Metformin2
Dapagliflozin Placebo Dapagliflozin Placebo10 mg 10 mg
Na 151 145 108 108
HbA1c (%)b
Mittlerer Ausgangswert 8,07 8,15 8,08 8,24
Veränderung zum
Ausgangswertc -0,82 -0,13 -0,86 -0,17
*
Differenz zu Placeboc -0,68* -0,69(95 % KI) (-0,86; -0,51) (-0,89; -0,49)
Personen (%), die einen
HbA1c < 7 % erreichen(LOCF)d
Adjustiert nach
*
Ausgangswert 31,7* 13,0 31,8 11,1
Körpergewicht (kg)(LOCF)d
Mittlerer Ausgangswert 80,56 80,94 88,57 90,07
Veränderung zum
Ausgangswertc -2,26 -0,72 -2,65 -0,58
*
Differenz zu Placeboc -1,54* -2,07(95 % KI) (-2,17; -0,92) (-2,79; -1,35)1Glimepirid 4 mg/Tag;2Metformin (in schnellfreisetzenden oder retardierten Darreichungsformen) ≥ 1500 mg/Tag plus die maximalverträgliche Dosis, die mindestens der halbmaximalen Dosis entsprechen muss, eines Sulfonylharnstoffs übermindestens 8 Wochen vor Einschluss.aRandomisierte und behandelte Patienten mit Ausgangswert und mindestens 1 Wirksamkeitsmessung nach
Ausgangswert.bSpalten 1 und 2, HbA1c mittels LOCF analysiert (siehe Fußnote d); Spalten 3 und 4, HbA1c mittels LRManalysiert (siehe Fußnote e)cLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach AusgangswertdLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden Patienten (bei Patienten mit Rescue-Therapie vor der
Rescue-Therapie)eLRM (longitudinal repeated measures analysis) Longitudinale Analyse wiederholter Messungen
*p-Wert < 0,0001 versus Placebo + orale(s) Blutzucker-senkende(s) Arzneimittel
Tabelle 6. Ergebnisse einer Placebo-kontrollierten Studie mit Dapagliflozin in Kombination mit
Insulin (allein oder mit oralen blutzuckersenkenden Arzneimitteln) in Woche 24 (LOCFa)
Dapagliflozin 10 mg Placebo+ Insulin + Insulin± orale blutzuckersenkende ± orale blutzuckersenkende
Parameter Arzneimittel2 Arzneimittel2
Nb 194 193
HbA1c (%)mittlerer Ausgangswert 8,58 8,46
Veränderung zum
Ausgangswertc -0,90 -0,30
Differenz zu Placeboc -0,60*(95 % KI) (-0,74; -0,45)
Körpergewicht (kg)
Mittlerer Ausgangswert 94,63 94,21
Veränderung zum
Ausgangswertc -1,67 0,02
Differenz zu Placeboc -1,68*(95 % KI) (-2,19; -1,18)
Mittlere tägliche
Insulin-Dosis (IU)1
Mittlerer Ausgangswert 77,96 73,96
Veränderung zum
Ausgangswertc -1,16 5,08
Differenz zu Placeboc -6,23*(95 % KI) (-8,84; -3,63)
Personen mit einermittleren täglichen
Insulin-Dosisreduktionvon mind. 10 % (%) 19,7** 11,0aLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden Patienten (vor oder am Tag der ersten Insulin-Auftitration, fallserforderlich)bAlle randomisierten Personen, die während der doppelblinden Kurzzeitphase mindestens eine Dosis derdoppelblinden Studienmedikation einnahmencLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert und Vorhandensein eines oralen blutzuckersenkenden
Arzneimittels
*p-Wert < 0,0001 versus Placebo + Insulin ± orales blutzuckersenkendes Arzneimittel
**p-Wert < 0,05 versus Placebo + Insulin ± orales blutzuckersenkendes Arzneimittel1Auftitration des Insulin-Regimes (einschließlich kurz wirksamen, intermediären und basalen Insulins) war nurerlaubt, wenn Personen vordefinierte FPG-Kriterien erfüllten.2Fünfzig Prozent der Personen erhielten zum Ausgangszeitpunkt Insulin als Monotherapie; 50 % erhielten 1 oder2 orale blutzuckersenkende Arzneimittel zusätzlich zu Insulin: Von dieser letztgenannten Gruppe erhielten 80 %
Metformin allein, 12 % erhielten eine Therapie mit Metformin plus Sulfonylharnstoff und die Übrigen erhieltenandere orale blutzuckersenkende Arzneimittel.
In Kombination mit Metformin bei nicht vorbehandelten PatientenInsgesamt nahmen 1236 nicht vorbehandelte Patienten mit unzureichend kontrolliertem Typ-2-
Diabetes (HbA1c ≥ 7.5 % und ≤ 12 %) an zwei aktiv kontrollierten Studien mit einer Dauer von24 Wochen teil, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Dapagliflozin (5 mg oder 10 mg) in
Kombination mit Metformin bei nicht vorbehandelten Patienten im Vergleich zur Behandlung mit den
Einzelsubstanzen zu untersuchen.
Die Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg in Kombination mit Metformin (bis zu 2000 mg pro Tag)führte zu signifikanten Verbesserungen des HbA1c-Wertes im Vergleich zur Behandlung mit den
Einzelsubstanzen (Tabelle 7) und führte zu größeren Reduktionen der Nüchtern-Plasma-Glucose(fasting plasma glucose, FPG) (im Vergleich zu den Einzelsubstanzen) sowie des Körpergewichtes(im Vergleich zu Metformin).
Tabelle 7. Ergebnisse einer aktiv kontrollierten Studie mit Dapagliflozin in
Kombinationsbehandlung mit Metformin bei nicht vorbehandelten Patienten in Woche 24(LOCFa)
Dapagliflozin Dapagliflozin Metformin10 mg + 10 mg
Parameter Metformin
Nb 211b 219b 208b
HbA1c (%)
Ausgangswert (Mittel) 9,10 9,03 9,03
Veränderung zum
Ausgangswertc -1,98 -1,45 -1,44
Differenz zu Dapagliflozinc -0,53*(95 % KI) (-0,74; -0,32)
Differenz zu Metforminc -0,54* -0,01(95 % KI) (-0,75; -0,33) (-0,22; 0,20)aLOCF: letzter vorliegender Wert für jeden Patienten (bei Patienten mit Rescue-Behandlung vor der Rescue-
Behandlung).bAlle randomisierten Patienten, die zumindest eine Dosis der doppelt verblindeten Studienmedikation währendder kurzzeitigen Doppelblindperiode einnahmen.cLeast-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.
*p-Wert <0,0001.
Kombinationsbehandlung mit Depot-Exenatid
Die Kombination von Dapagliflozin und Depot-Exenatid (einem GLP-1-Rezeptoragonisten) wurde ineiner 28-wöchigen, doppelblinden, aktiv-kontrollierten Studie mit Dapagliflozin allein und
Depot-Exenatid allein bei Personen verglichen, deren glykämische Kontrolle mit Metformin alleinunzureichend war (HbA1c ≥ 8 % und ≤ 12 %). Alle Behandlungsgruppen zeigten eine Reduktion des
HbA1c gegenüber dem Ausgangswert. Bezüglich der HbA1c-Senkung gegenüber dem Ausgangswertzeigte sich die Dapagliflozin-10-mg-und-Depot-Exenatid-Gruppe überlegen gegenüber Dapagliflozinallein und Depot-Exenatid allein (Tabelle 8).
Tabelle 8. Ergebnisse einer 28-wöchigen Studie mit Dapagliflozin und Depot-Exenatid im
Vergleich zu Dapagliflozin allein und Depot-Exenatid allein, in Kombination mit Metformin(Intent-to-treat-Patienten)
Dapagliflozin 10 mg Dapagliflozin 10 mg Depot-Exenatid
QD QD 2 mg QW+ + +
Depot-Exenatid 2 mg Placebo QW Placebo QD
Parameter QW
N 228 230 227
HbA1c (%)mittlerer Ausgangswert 9,29 9,25 9,26
Veränderung zum
Ausgangswerta -1,98 -1,39 -1,60mittlere Differenz der
Änderung zum Ausgangswertzwischen Kombination undeinzelnem Arzneimittel (95 % -0,59* -0,38**
KI) (-0,84; -0,34) (-0,63; -0,13)
Personen (%), die einen44,7 19,1 26,9
HbA1c < 7 % erreichen
Körpergewicht (kg)mittlerer Ausgangswert 92,13 90,87 89,12
Veränderung zum
Ausgangswerta -3,55 -2,22 -1,56mittlere Differenz der
Änderung zum Ausgangswertzwischen Kombination undeinzelnem Arzneimittel (95 % -1,33* -2,00*
KI) (-2,12; -0,55) (-2,79; -1,20)
QD=einmal täglich, QW=einmal wöchentlich, N=Anzahl an Patienten, KI=Konfidenzintervall.aAdjustierte Least-Squares-Mittelwerte (LS Mean) und Behandlungsgruppendifferenz(en) der Änderung der
Ausgangswerte in Woche 28 werden dargestellt anhand eines gemischten Modells mit wiederholten
Messungen (MMRM) einschließlich Behandlung, Region, HbA1c-Ausgangswert Stratum (< 9,0 % oder≥ 9,0 %), Woche sowie Behandlung durch wöchentliche Einwirkung als feststehende Faktoren und dem
Ausgangswert als Kovariate.
*p < 0,001, **p < 0,01.
p-Werte sind alle adjustierte p-Werte für Multiplizität.
Analysen schließen Messungen nach Rescue-Therapie und nach vorzeitigem Absetzen der Studienmedikationaus.
Nüchtern-Plasma-Glucose (fasting plasma glucose, FPG)
Die Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg als Monotherapie oder als Add-on-Therapie mit entweder
Metformin, Glimepirid, Metformin und einem Sulfonylharnstoff, Sitagliptin (mit oder ohne
Metformin) oder Insulin führte zu statistisch signifikanten Reduktionen der FPG (-1,90bis -1,20 mmol/l [-34,2 bis -21,7 mg/dl]) verglichen mit Placebo (-0,33 bis 0,21 mmol/l [-6,0 bis3,8 mg/dl]). Dieser Effekt wurde in Woche 1 der Behandlung beobachtet und hielt in Studien, die bis
Woche 104 fortgeführt wurden, an.
Die Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin 10 mg und Depot-Exenatid ergab in Woche 28signifikant größere Reduktionen der FPG: -3,66 mmol/l (-65,8 mg/dl) im Vergleich zu -2,73 mmol/l(-49,2 mg/dl) für Dapagliflozin allein (p < 0,001) und -2,54 mmol/l (-45,8 mg/dl) für Exenatid allein(p < 0,001).
In einer eigenen Studie mit Diabetes-Patienten mit einer eGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2 zeigtedie Behandlung mit Dapagliflozin eine Reduktion der FPG in Woche 24: -1,19 mmol/l (21,46 mg/dl)im Vergleich zu -0,27 mmol/l (-4,87 mg/dl) für Placebo (p=0,001).
Postprandiale Glucose
Die Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg als Add-on-Therapie mit Glimepirid führte bis Woche 24 zustatistisch signifikanten Reduktionen der postprandialen Glucose nach 2 Stunden, die bis zu Woche 48anhielten.
Die Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg als Add-on-Therapie mit Sitagliptin (mit oder ohne
Metformin) führte bis Woche 24 zu Reduktionen der postprandialen Glucose nach 2 Stunden, die biszu Woche 48 anhielten.
Die Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin 10 mg und Depot-Exenatid ergab in Woche 28signifikant größere Reduktionen der postprandialen Glucose nach 2 Stunden im Vergleich zumjeweiligen einzelnen Arzneimittel.
KörpergewichtDapagliflozin 10 mg als Add-on-Therapie mit Metformin, Glimepirid, Metformin und einem
Sulfonylharnstoff, Sitagliptin (mit oder ohne Metformin) oder Insulin führte nach 24 Wochen zu einerstatistisch signifikanten Abnahme an Körpergewicht (p < 0,0001, Tabelle 4 und 5). Dieser Effektwurde in Studien über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten. In Woche 48 betrug die Differenz für
Dapagliflozin als Add-on-Therapie mit Sitagliptin (mit oder ohne Metformin) im Vergleich zu
Placebo -2,22 kg. In Woche 102 betrug die Differenz für Dapagliflozin als Add-on-Therapie mit
Metformin im Vergleich zu Placebo -2,14 kg bzw. als Add-on-Therapie mit Insulin im Vergleich zu
Placebo -2,88 kg.
Dapagliflozin als Add-on-Therapie mit Metformin führte im Vergleich zu Glipizid nach 52 Wochen ineiner aktiv kontrollierten Nicht-Unterlegenheitsstudie zu einer statistisch signifikanten Abnahme an
Körpergewicht von -4,65 kg (p < 0,0001, Tabelle 3), was über den Zeitraum von 104 und 208 Wochen(-5,06 kg bzw. -4,38 kg) aufrechterhalten wurde.
Die Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin 10 mg und Depot-Exenatid ergab signifikant größere
Gewichtsreduktionen im Vergleich zum jeweiligen einzelnen Arzneimittel (Tabelle 8).
Eine 24-wöchige Studie zur Ermittlung der Körperzusammensetzung mittels
Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) mit 182 Diabetes-Patienten ergab für Dapagliflozin 10 mg plus
Metformin verglichen mit Placebo plus Metformin eher eine Abnahme des Körpergewichts und der
Körperfettmasse, wie mittels DXA gemessen, als einen Verlust an fettarmem Gewebe oder
Flüssigkeit. In einer bildgebenden Magnetresonanz-Substudie ergab die Behandlung mit Forxiga plus
Metformin eine numerische Abnahme an viszeralem, adipösem Gewebe im Vergleich zu einer
Behandlung mit Placebo plus Metformin.
BlutdruckIn einer vorab spezifizierten, gepoolten Analyse von 13 Placebo-kontrollierten Studien, führte die
Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg in Woche 24 zu einer Veränderung des systolischen Blutdrucksgegenüber dem Ausgangswert um -3,7 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um -1,8 mmHgversus -0,5 mmHg beim systolischen und -0,5 mmHg beim diastolischen Blutdruck in der
Placebo-Gruppe. Ähnliche Senkungen wurden bis zu Woche 104 beobachtet.
Die Kombinationsbehandlung mit Dapagliflozin 10 mg und Depot-Exenatid ergab in Woche 28 einesignifikant größere Reduktion des systolischen Blutdrucks (-4,3 mmHg) im Vergleich zu
Dapagliflozin allein (-1,8 mmHg, p < 0,05) und Depot-Exenatid allein (-1,2 mmHg, p < 0,01).
In zwei 12-wöchigen, Placebo-kontrollierten Studien wurden insgesamt 1062 Patienten mitunzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes und Hypertonie (trotz vorbestehender, stabiler
Behandlung mit einem ACE-Hemmer oder einem Angiotensinrezeptor-Blocker (ARB) in der einen
Studie und einem ACE-Hemmer oder ARB plus eine zusätzliche antihypertensive Behandlung in deranderen Studie) mit Dapagliflozin 10 mg oder Placebo behandelt. In beiden Studien verbesserte
Dapagliflozin 10 mg plus die übliche antidiabetische Behandlung in Woche 12 den HbA1c-Wert undsenkte den Placebo-korrigierten systolischen Blutdruck durchschnittlich um 3,1 bzw. 4,3 mmHg.
In einer eigenen Studie mit Diabetes-Patienten mit einer eGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2 zeigtedie Behandlung mit Dapagliflozin eine Reduktion des im Sitzen gemessenen systolischen Blutdrucksin Woche 24: -4,8 mmHg im Vergleich zu -1,7 mmHg für Placebo (p < 0,05).
Glykämische Kontrolle bei Patienten mit moderater Nierenfunktionsstörung CKD 3A(eGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2)
Die Wirksamkeit von Dapagliflozin wurde in einer eigenen Studie mit Diabetes-Patienten mit einereGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2 bewertet, deren glykämische Kontrolle unter der üblichen
Behandlung unzureichend war. Im Vergleich zu Placebo führte die Behandlung mit Dapagliflozin zu
Reduktionen des HbA1c-Wertes und des Körpergewichts (Tabelle 9).
Tabelle 9. Ergebnisse einer Placebo-kontrollierten Studie mit Dapagliflozin mit
Diabetes-Patienten mit einer eGFR ≥ 45 bis < 60 ml/min/1,73 m2 in Woche 24
Dapagliflozina Placeboa10 mg
Nb 159 161
HbA1c (%)mittlerer Ausgangswert 8,35 8,03
Veränderung zum Ausgangswertb -0,37 -0,03
Differenz gegenüber Placebob -0,34*(95 % KI) (-0,53; -0,15)
Körpergewicht (kg)mittlerer Ausgangswert 92,51 88,30
Prozentuale Veränderung zum
Ausgangswertc -3,42 -2,02
Differenz der prozentualen Veränderunggegenüber Placeboc -1,43*(95 % KI) (-2,15; -0,69)a Metformin oder Metforminhydrochlorid waren Teil der üblichen Behandlung bei 69,4 % bzw. 64,0 % der
Patienten in den Dapagliflozin- bzw. Placebogruppen.b Least-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.c Abgeleitet vom Least-Squares-Mittelwert, adjustiert nach Ausgangswert.
* p < 0,001
Patienten mit einem HbA1c-Ausgangswert ≥ 9 %
In einer vorab spezifizierten Analyse von Personen mit einem HbA1c-Ausgangswert ≥ 9,0 % führtedie Behandlung mit Dapagliflozin 10 mg zu statistisch signifikanten Reduktionen des HbA1c-Wertesin Woche 24 in der Monotherapie (adjustierte mittlere Veränderung zum Ausgangswert: -2,04 % und0,19 % für Dapagliflozin 10 mg bzw. Placebo) und in der Add-on-Behandlung mit Metformin(adjustierte mittlere Veränderung zum Ausgangswert: -1,32 % und -0,53 % für Dapagliflozin bzw.
Placebo).
Kardiovaskuläre und renale Endpunkte
Dapagliflozin Effect on Cardiovascular Events (DECLARE) war eine internationale, multizentrische,randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte klinische Studie, die durchgeführt wurde, um die
Wirkung von Dapagliflozin auf kardiovaskuläre Endpunkte im Vergleich zu Placebo bei Anwendungzusätzlich zur bestehenden Hintergrundtherapie zu bestimmen. Alle Patienten hatten Typ-2-Diabetesmellitus und entweder mindestens zwei zusätzliche kardiovaskuläre Risikofaktoren (Alter ≥ 55 Jahrebei Männern oder ≥ 60 Jahre bei Frauen und einen oder mehrere Faktoren von Dyslipidämie,
Bluthochdruck oder gegenwärtiger Tabakkonsum) oder eine bestehende kardiovaskuläre Erkrankung.
Von den 17 160 randomisierten Patienten hatten 6974 (40,6 %) eine bestehende kardiovaskuläre
Erkrankung und 10 186 (59,4 %) hatten keine bestehende kardiovaskuläre Erkrankung. 8582 Patientenwurden auf Dapagliflozin 10 mg und 8578 auf Placebo randomisiert und über einen Median von4,2 Jahren beobachtet.
Das mittlere Alter der Studienpopulation war 63,9 Jahre, 37,4 % waren weiblich. Insgesamt hatten22,4 % seit ≤ 5 Jahren Diabetes, die mittlere Dauer des Diabetes betrug 11,9 Jahre. Der mittlere
HbA1c-Wert betrug 8,3 % und der mittlere BMI 32,1 kg/m2.
Zu Studienbeginn hatten 10,0 % der Patienten eine Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte. Die mittlereeGFR betrug 85,2 ml/min/1,73 m2, 7,4 % der Patienten hatten eine eGFR < 60 ml/min/1,73 m2, und30,3 % der Patienten hatten eine Mikro- oder Makroalbuminurie (UACR ≥ 30 bis ≤ 300 mg/g bzw.
> 300 mg/g).
Die meisten Patienten (98 %) wendeten zu Studienbeginn ein oder mehrere Arzneimittel zur
Behandlung des Diabetes an, einschließlich Metformin (82 %), Insulin (41 %) und Sulfonylharnstoff(43 %).
Die primären Endpunkte waren die Zeit bis zum ersten Ereignis aus dem kombinierten Endpunkt auskardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt oder ischämischem Schlaganfall (MACE) und die Zeit biszum ersten Ereignis aus der Kombination aus Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oderkardiovaskulärem Tod. Die sekundären Endpunkte waren ein kombinierter renaler Endpunkt und
Gesamtmortalität.
Schwere, unerwünschte kardiovaskuläre EreignisseDapagliflozin 10 mg zeigte Nicht-Unterlegenheit gegenüber Placebo für den kombinierten Endpunktaus kardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt oder ischämischem Schlaganfall (einseitigerp-Wert < 0,001).
Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärer TodDapagliflozin 10 mg zeigte Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Prävention des kombinierten
Endpunkts aus Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärem Tod(Abbildung 1). Der Unterschied in Bezug auf den Behandlungseffekt wurde durch Hospitalisierungaufgrund von Herzinsuffizienz verursacht, wobei es in Bezug auf kardiovaskulären Tod keinen
Unterschied gab (Abbildung 2).
Der Nutzen der Behandlung mit Dapagliflozin gegenüber Placebo wurde bei Patienten mit und ohnebestehende kardiovaskuläre Erkrankung sowie mit und ohne Herzinsuffizienz zu Studienbeginnbeobachtet und war über die Hauptsubgruppen einschließlich Alter, Geschlecht, Nierenfunktion(eGFR) und Region hinweg konsistent.
Abbildung 1: Zeit bis zum ersten Auftreten von Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienzoder kardiovaskulärem Tod
Patienten mit Risiko entspricht der Anzahl an Patienten mit Risiko zu Beginn des Zeitraums.
HR=Hazard Ratio, KI=Konfidenzintervall.
Die Ergebnisse für die primären und sekundären Endpunkte sind in Abbildung 2 dargestellt. Die
Überlegenheit von Dapagliflozin gegenüber Placebo wurde für MACE nicht gezeigt (p=0,172). Derkombinierte renale Endpunkt sowie die Gesamtmortalität wurden daher im Rahmen derkonfirmatorischen Testprozedur nicht getestet.
Abbildung 2: Behandlungseffekte für die primären kombinierten Endpunkte und ihre
Komponenten sowie für die sekundären Endpunkte und Komponenten
Der renale kombinierte Endpunkt ist definiert als: anhaltende, bestätigte ≥ 40%ige Abnahme der eGFR zu einereGFR < 60 ml/min/1,73 m2 und/oder terminale Niereninsuffizienz (Dialyse ≥ 90 Tage oder Nierentransplantation, anhaltendebestätigte eGFR < 15 ml/min/1,73 m2) und/oder renaler oder kardiovaskulärer Tod.
Die p-Werte sind zweiseitig. Die p-Werte für die sekundären Endpunkte und für die einzelnen Komponenten sind nominal.
Die Zeit bis zum ersten Ereignis wurde mit einem Cox proportionalen Hazard Modell analysiert. Die Anzahl der ersten
Ereignisse für die einzelnen Komponenten entspricht der tatsächlichen Anzahl an ersten Ereignissen für jede einzelne
Komponente und summiert nicht die Anzahl an Ereignissen des kombinierten Endpunkts auf.
KI=Konfidenzintervall
NephropathieDapagliflozin reduzierte das Auftreten von Ereignissen im kombinierten Endpunkt aus bestätigter,anhaltender Abnahme der eGFR, terminaler Niereninsuffizienz und renalem oder kardiovaskulärem
Tod. Der Unterschied zwischen den Gruppen wurde durch weniger Ereignisse der renalen
Komponenten verursacht: anhaltende Abnahme der eGFR, Abnahme von terminaler
Niereninsuffizienz und renalem Tod (Abbildung 2).
Die Hazard Ratio (HR) für die Zeit bis zur Nephropathie (anhaltende eGFR-Abnahme, terminale
Niereninsuffizienz und renaler Tod) betrug 0,53 (95 % KI 0,43; 0,66) für Dapagliflozin gegenüber
Placebo.
Darüber hinaus senkte Dapagliflozin das erstmalige Auftreten von anhaltender Albuminurie (HR 0,79[95 % KI 0,72; 0,87]) und führte zu einer größeren Regression von Makroalbuminurie (HR 1,82 [95 %
KI 1,51; 2,20]) im Vergleich zu Placebo.
HerzinsuffizienzDAPA-HF-Studie: Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (LVEF ≤ 40 %)
Dapagliflozin And Prevention of Adverse outcomes in Heart Failure (DAPA-HF) war eineinternationale, multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie an Patientenmit Herzinsuffizienz (New York Heart Association [NYHA] funktionale Klasse II-IV) mit reduzierter
Ejektionsfraktion (linksventrikuläre Ejektionsfraktion [LVEF] ≤ 40 %), um den Effekt von
Dapagliflozin in Ergänzung zu einer Standard-Hintergrundtherapie auf die Häufigkeit vonkardiovaskulärem Tod und Verschlechterung der Herzinsuffizienz gegenüber Placebo zu bestimmen.
Von den 4744 Patienten wurden 2373 auf Dapagliflozin 10 mg und 2371 auf Placebo randomisiert undüber einen medianen Zeitraum von 18 Monaten beobachtet. Das mittlere Alter der Studienpopulationbetrug 66 Jahre, 77 % waren männlich.
Zum Ausgangswert waren 67,5 % der Patienten als NYHA-Klasse II klassifiziert, 31,6 % als Klasse
III und 0,9 % als Klasse IV, die mediane LVEF betrug 32 %. 56 % der Herzinsuffizienzen warenischämisch, 36 % waren nicht ischämisch und bei 8 % war die Ätiologie nicht bekannt. In jeder
Behandlungsgruppe hatten 42 % der Patienten einen Typ-2-Diabetes mellitus in der Vorgeschichteund weitere 3 % der Patienten in jeder Gruppe waren mit einem Typ-2-Diabetes mellitus auf Basiseines HbA1c-Wertes ≥ 6,5 % sowohl bei Studieneinschluss als auch bei Randomisierung klassifiziert.
Die Patienten erhielten eine Standard-Hintergrundtherapie. 94 % der Patienten wurden mit ACE-I,
ARB oder Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI, 11 %) behandelt, 96 % mit
Beta-Blockern, 71 % mit Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten (MRA), 93 % mit Diuretika und26 % hatten ein implantierbares Gerät (mit Defibrillatorfunktion).
Patienten mit einer eGFR ≥ 30 ml/min/1,73 m2 zu Studienbeginn wurden in die Studie eingeschlossen.
Die mittlere eGFR betrug 66 ml/min/1,73 m2, 41 % der Patienten hatten eine eGFR< 60 ml/min/1,73 m2 und 15 % hatten eine eGFR < 45 ml/min/1,73 m2.
Kardiovaskulärer Tod und Verschlechterung der Herzinsuffizienz
Dapagliflozin war Placebo überlegen bei der Prävention des primären zusammengesetzten Endpunktsaus kardiovaskulärem Tod, Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oder dringendem
Arztbesuch wegen Herzinsuffizienz (HR 0,74 [95 % KI 0,65; 0,85], p < 0,0001). Der Effekt wurdebereits früh beobachtet und blieb über die Dauer der Studie erhalten (Abbildung 3).
Abbildung 3: Zeit bis zum ersten Auftreten des zusammengesetzten Endpunkts auskardiovaskulärem Tod, Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oder dringendem
Arztbesuch wegen Herzinsuffizienz
Placebo
DapagliflozinDapagliflozin vs. Placebo
HR (95 % KI): 0,74 (0,65; 0,85) p-Wert: <0,00010 3 6 9 12 15 18 21 24
Monate seit Randomisierung
Patienten mit Risiko
Dapagliflozin: 2373 2305 2221 2147 2002 1560 1146 612 210
Placebo: 2371 2258 2163 2075 1917 1478 1096 593 210
Ein dringender Besuch wegen Herzinsuffizienz war definiert als eine dringende, ungeplante Untersuchung durch einen Arzt,z. B. in einer Notaufnahme, und das Erfordernis einer Behandlung einer sich verschlechternden Herzinsuffizienz (anders alsnur eine Erhöhung oraler Diuretika). Patienten mit Risiko entspricht der Anzahl an Patienten mit Risiko zu Beginn des
Zeitraums.
Alle drei Komponenten des primären zusammengesetzten Endpunkts trugen einzeln zum
Behandlungseffekt bei (Abbildung 4). Es gab nur wenige dringende Arztbesuche wegen
Herzinsuffizienz.Patienten mit Ereignis (%)
Abbildung 4: Behandlungseffekte bezogen auf den primären zusammengesetzten Endpunkt,seine Komponenten und die Gesamtmortalität
Ein dringender Besuch wegen Herzinsuffizienz war definiert als eine dringende, ungeplante Untersuchung durch einen Arzt,z. B. in einer Notaufnahme, und das Erfordernis einer Behandlung einer sich verschlechternden Herzinsuffizienz (anders alsnur eine Erhöhung oraler Diuretika).
Die Anzahl erster Ereignisse für die Einzelkomponenten entspricht der tatsächlichen Anzahl erster Ereignisse für jede
Komponente und summiert sich nicht auf die Anzahl der Ereignisse des zusammengesetzten Endpunkts auf.
Ereignisraten werden als Anzahl an Patienten mit Ereignis pro 100 Patientenjahre der Nachbeobachtung dargestellt.
Die p-Werte für die Einzelkomponenten und die Gesamtmortalität sind nominal.
Dapagliflozin reduzierte auch die Gesamtzahl an Ereignissen von Hospitalisierung aufgrund von
Herzinsuffizienz (erstes oder wiederkehrendes) und von kardiovaskulärem Tod. Es gab 567 Ereignissein der Dapagliflozin-Gruppe gegenüber 742 Ereignissen in der Placebo-Gruppe (Ratenverhältnis 0,75[95 % KI 0,65; 0,88]; p = 0,0002).
Der Behandlungsvorteil von Dapagliflozin wurde bei Herzinsuffizienz-Patienten sowohl mit
Typ-2-Diabetes mellitus als auch ohne Diabetes beobachtet. Dapagliflozin reduzierte den primärenzusammengesetzten Endpunkt aus Häufigkeit von kardiovaskulärem Tod und Verschlechterung der
Herzinsuffizienz mit einer HR von 0,75 (95 % KI 0,63; 0,90) bei Patienten mit Diabetes und einer HRvon 0,73 (95 % KI 0,60; 0,88) bei Patienten ohne Diabetes.
Der Behandlungsvorteil von Dapagliflozin gegenüber Placebo war bezogen auf den primären
Endpunkt auch über andere Hauptsubgruppen hinweg konsistent, einschließlich gleichzeitiger
Herzinsuffizienz-Behandlung, Nierenfunktion (eGFR), Alter, Geschlecht und Region.
Ergebnisse aus Patientenbefragungen (patient reported outcome) - Herzinsuffizienz-Symptome
Der Behandlungseffekt von Dapagliflozin auf Herzinsuffizienz-Symptome wurde anhand des Total
Symptom Score of the Kansas City Cardiomyopathie Questionnaires (KCCQ-TSS) bewertet, das
Häufigkeit und Schwere von Herzinsuffizienz-Symptomen, einschließlich Fatigue, peripheren
Ödemen, Dyspnoe und Orthopnoe, quantifiziert. Die Werte reichen von 0 bis 100, wobei höhere Werteeinen besseren Gesundheitsstatus darstellen.
Die Behandlung mit Dapagliflozin führte zu einem statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen
Nutzen bei Herzinsuffizienz-Symptomen gegenüber Placebo, wie im KCCQ-TSS anhand der
Veränderung in Monat 8 gegenüber dem Ausgangswert gemessen wurde (Gewinn-Verhältnis 1,18[95 % KI 1,11; 1,26]; p < 0,0001). Sowohl Symptomhäufigkeit als auch Symptombelastung trugen zuden Ergebnissen bei. Ein Vorteil wurde sowohl für die Verbesserung der Herzinsuffizienz-Symptomeals auch für die Vermeidung der Verschlechterung der Herzinsuffizienz-Symptome gesehen.
In einer Responder-Analyse war der Anteil an Patienten mit einer klinisch bedeutsamen Verbesserungbezogen auf den KCCQ-TSS vom Ausgangswert bis zum Zeitpunkt 8 Monate, definiert als 5 Punkteoder mehr, in der Dapagliflozin-Behandlungsgruppe höher im Vergleich zu Placebo. Der Anteil an
Patienten mit einer klinisch bedeutsamen Verschlechterung, definiert als 5 Punkte oder mehr, war inder Dapagliflozin-Behandlungsgruppe kleiner im Vergleich zu Placebo. Der für Dapagliflozinbeobachtete Vorteil blieb auch bei Anwendung konservativerer Grenzwerte für eine größere, klinischbedeutsame Veränderung erhalten (Tabelle 10).
Tabelle 10. Anzahl und Prozent der Patienten mit klinisch bedeutsamer Verbesserung und
Verschlechterung bezogen auf den KCCQ-TSS in Monat 8
Dapagliflozin Placebo
Änderung gegenüber dem10 mg na=2062
Ausgangswert in Monat 8:
na=2086
Verbesserung n (%) n (%) odds ratioc p-Wertfverbessertb verbessertb (95 % KI)≥ 5 Punkte 933 (44,7) 794 (38,5) 1,14 0,0002(1,06; 1,22)≥ 10 Punkte 689 (33,0) 579 (28,1) 1,13 0,0018(1,05; 1,22)≥ 15 Punkte 474 (22,7) 406 (19,7) 1,10 0,0300(1,01; 1,19)
Verschlechterung n (%) n (%) odds ratioe p-Wertfverschlechtertd verschlechtertd (95 % KI)≥ 5 Punkte 537 (25,7) 693 (33,6) 0,84 < 0,0001(0,78; 0,89)≥ 10 Punkte 395 (18,9) 506 (24,5) 0,85 < 0,0001(0,79; 0,92)a Anzahl an Patienten mit einem beobachteten KCCQ-TSS oder die vor Monat 8 verstarben.b Anzahl an Patienten mit einer beobachteten Verbesserung von mindestens 5, 10 oder 15 Punkten gegenüber dem
Ausgangswert. Patienten, die vor dem gegebenen Zeitpunkt verstarben, wurden als nicht verbessert gezählt.c Für eine Verbesserung begünstigt eine odds ratio > 1 Dapagliflozin 10 mg.d Anzahl an Patienten mit einer beobachteten Verschlechterung von mindestens 5 oder 10 Punkten gegenüber dem
Ausgangswert. Patienten, die vor dem gegebenen Zeitpunkt verstarben, wurden als verschlechtert gezählt.e Für eine Verschlechterung begünstigt eine odds ratio < 1 Dapagliflozin 10 mg.f p-Werte sind nominal.
NephropathieEs gab wenige Ereignisse bezogen auf den zusammengesetzten renalen Endpunkt (bestätigteanhaltende ≥ 50 % eGFR-Abnahme, ESKD oder renaler Tod); die Inzidenz betrug 1,2 % in der
Dapagliflozin-Gruppe und 1,6 % in der Placebo-Gruppe.
DELIVER-Studie: Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion > 40 %
Dapagliflozin Evaluation to Improve the LIVEs of Patients with PReserved Ejection Fraction Heart
Failure (DELIVER) war eine internationale, multizentrische, randomisierte, doppelblinde,
Placebo-kontrollierte Studie an Patienten im Alter von ≥ 40 Jahren mit Herzinsuffizienz(NYHA-Klasse II-IV) mit LVEF > 40 % und Anzeichen einer strukturellen Herzerkrankung, um den
Effekt von Dapagliflozin auf die Häufigkeit von kardiovaskulärem Tod und Verschlechterung der
Herzinsuffizienz gegenüber Placebo zu bestimmen.
Von den 6263 Patienten wurden 3131 auf Dapagliflozin 10 mg und 3132 auf Placebo randomisiert undüber einen medianen Zeitraum von 28 Monaten beobachtet. Die Studie umfasste 654 (10 %) Patientenmit subakuter Herzinsuffizienz (definiert als randomisiert während einer Hospitalisierung aufgrundvon Herzinsuffizienz oder innerhalb von 30 Tagen nach der Entlassung). Das mittlere Alter der
Studienpopulation betrug 72 Jahre und 56 % waren männlich.
Zum Ausgangswert waren 75 % der Patienten als NYHA-Klasse II klassifiziert, 24 % als Klasse IIIund 0,3 % als Klasse IV. Die mediane LVEF betrug 54 %, 34 % der Patienten hatten eine LVEF≤ 49 %, 36 % hatten eine LVEF von 50-59 % und 30 % hatten eine LVEF ≥ 60 %. In jeder
Behandlungsgruppe hatten 45 % einen Typ-2-Diabetes mellitus in der Vorgeschichte. Die Therapie zu
Studienbeginn umfasste ACE-I/ARB/ARNI (77 %), Betablocker (83 %), Diuretika (98 %) und MRA(43 %).
Die mittlere eGFR betrug 61 ml/min/1,73 m2, 49 % der Patienten hatten eine eGFR< 60 ml/min/1,73 m2, 23 % hatten eine eGFR < 45 ml/min/1,73 m2 und 3 % hatten eine eGFR< 30 ml/min/1,73 m2.
Dapagliflozin war Placebo überlegen bei der Reduzierung der Häufigkeit des primärenzusammengesetzten Endpunkts aus kardiovaskulärem Tod, Hospitalisierung aufgrund von
Herzinsuffizienz oder dringendem Arztbesuch wegen Herzinsuffizienz (HR 0,82 [95 % KI 0,73; 0,92];p = 0,0008) (Abbildung 5).
Abbildung 5: Zeit bis zum ersten Auftreten der Kombination aus kardiovaskulärem Tod,
Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oder dringendem Arztbesuch wegen
HerzinsuffizienzPlacebo
DapagliflozinDapagliflozin vs. Placebo
HR (95 % KI): 0,82 (0,73; 0,92) p-Wert: 0,0008
Monate seit Randomisierung
Patienten mit Risiko
Dapagliflozin:Placebo:
Ein dringender Besuch wegen Herzinsuffizienz war definiert als eine dringende, ungeplante Untersuchung durch einen Arzt,z. B. in einer Notaufnahme, und das Erfordernis einer Behandlung einer sich verschlechternden Herzinsuffizienz (anders alsnur eine Erhöhung oraler Diuretika). Patienten mit Risiko entspricht der Anzahl an Patienten mit Risiko zu Beginn des
Zeitraums.
Abbildung 6 zeigt den Beitrag der drei Komponenten des primären zusammengesetzten Endpunktszum Behandlungseffekt.
Patienten mit Ereignis (%)
Abbildung 6: Behandlungseffekte bezogen auf den primären zusammengesetzten Endpunkt undseine Komponenten
Ein dringender Besuch wegen Herzinsuffizienz war definiert als eine dringende, ungeplante Untersuchung durch einen Arzt,z. B. in einer Notaufnahme, und das Erfordernis einer Behandlung einer sich verschlechternden Herzinsuffizienz (anders alsnur eine Erhöhung oraler Diuretika). Die Anzahl erster Ereignisse für die Einzelkomponenten entspricht der tatsächlichen
Anzahl erster Ereignisse für jede Komponente und summiert sich nicht auf die Anzahl der Ereignisse des zusammengesetzten
Endpunkts auf.
Ereignisraten werden als Anzahl an Patienten mit Ereignis pro 100 Patientenjahre der Nachbeobachtung dargestellt.
Der kardiovaskuläre Tod, hier als eine Komponente des primären Endpunkts dargestellt, wurde auch unter formaler Kontrolleauf Fehler 1. Art als sekundärer Endpunkt getestet.
Dapagliflozin war Placebo überlegen bei der Reduzierung der Gesamtzahl an
Herzinsuffizienz-Ereignissen (definiert als erste und sich wiederholende Hospitalisierung aufgrundvon Herzinsuffizienz oder dringende Arztbesuche wegen Herzinsuffizienz) und kardiovaskulärem
Tod; es gab 815 Ereignisse in der Dapagliflozin-Gruppe gegenüber 1057 Ereignissen in der
Placebo-Gruppe (Ratenverhältnis 0,77 [95 % KI 0,67; 0,89]; p = 0,0003).
Der Behandlungsvorteil von Dapagliflozin gegenüber Placebo in Bezug auf den primären Endpunktwurde in allen Patienten-Subgruppen mit LVEF ≤ 49 %, 50-59 % und ≥ 60 % beobachtet. Die
Wirksamkeit war auch über andere Hauptsubgruppen hinweg konsistent, die z. B. nach Alter,
Geschlecht, NYHA-Klasse, NT-proBNP-Wert, subakutem Status und Typ-2-Diabetes-mellitus-Statuskategorisiert wurden.
Ergebnisse aus Patientenbefragungen - Herzinsuffizienz-Symptome
Die Behandlung mit Dapagliflozin führte zu einem statistisch signifikanten Nutzen bei
Herzinsuffizienz-Symptomen gegenüber Placebo, wie im KCCQ-TSS anhand der Veränderung in
Monat 8 gegenüber dem Ausgangswert gemessen wurde (Gewinn-Verhältnis 1,11 [95 % KI 1,03;1,21]; p = 0,0086). Sowohl Symptomhäufigkeit als auch Symptombelastung trugen zu den
Ergebnissen bei.
In Responder-Analysen war der Anteil an Patienten, die eine moderate (≥ 5 Punkte) oder starke(≥ 14 Punkte) Verschlechterung des KCCQ-TSS vom Ausgangswert bis zum Zeitpunkt 8 Monateaufwiesen, in der Dapagliflozin-Behandlungsgruppe kleiner; bei 24,1 % der Patienten unter
Dapagliflozin versus 29,1 % unter Placebo kam es zu einer moderaten Verschlechterung (odds ratio0,78 [95 % KI 0,64; 0,95]) und bei 13,5 % der Patienten unter Dapagliflozin versus 18,4 % unter
Placebo kam es zu einer starken Verschlechterung (odds ratio 0,70 [95 % KI 0,55; 0,88]). Der Anteilan Patienten mit einer kleinen bis moderaten Verbesserung (≥ 13 Punkte) oder einer starken
Verbesserung (≥ 17 Punkte) unterschied sich nicht zwischen den Behandlungsgruppen.
Herzinsuffizienz in den Studien DAPA-HF und DELIVER
In einer gepoolten Analyse von DAPA-HF und DELIVER betrug die HR für Dapagliflozin im
Vergleich zu Placebo für den zusammengesetzten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod,
Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oder dringendem Arztbesuch wegen Herzinsuffizienz0,78 (95 % KI 0,72; 0,85), p < 0,0001. Der Behandlungseffekt war über den gesamten LVEF-Bereichhinweg konsistent, ohne Abschwächung der Wirksamkeit aufgrund der LVEF.
In einer vorab spezifizierten, gepoolten Analyse der Studien DAPA-HF und DELIVER auf
Probandenebene reduzierte Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo das Risiko eines kardiovaskulären
Todes (HR 0,85 [95 % KI 0,75; 0,96], p = 0,0115). Beide Studien trugen zu dem Effekt bei.
Chronische NiereninsuffizienzDie Studie zur Bewertung der Wirkung von Dapagliflozin auf renale Ergebnisse und kardiovaskuläre
Mortalität bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (DAPA-CKD) war eine internationale,multizentrische, randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie bei Patienten mitchronischer Niereninsuffizienz (chronic kidney disease, CKD) mit einer eGFR ≥ 25 bis≤ 75 ml/min/1,73 m2 und Albuminurie (UACR ≥ 200 und ≤ 5000 mg/g), um die Wirkung von
Dapagliflozin auf die Inzidenz des zusammengesetzten Endpunkts aus ≥ 50 % anhaltender Abnahmeder eGFR, terminaler Niereninsuffizienz (end-stage kidney disease, ESKD) (definiert als eGFRanhaltend < 15 ml/min/1,73 m2, chronische Dialysebehandlung oder Erhalt einer
Nierentransplantation), kardiovaskulärem oder renalem Tod bei zusätzlicher Gabe zur Standard-
Hintergrundtherapie im Vergleich zu Placebo zu bestimmen.
Von 4304 Patienten wurden 2152 auf Dapagliflozin 10 mg und 2152 auf Placebo randomisiert undüber einen Median von 28,5 Monaten beobachtet. Die Behandlung wurde fortgesetzt, wenn die eGFRwährend der Studie auf Werte unter 25 ml/min/1,73 m2 fiel, und konnte in den Fällen fortgesetztwerden, in denen eine Dialyse erforderlich war.
Das mittlere Alter der Studienpopulation betrug 61,8 Jahre, 66,9 % waren männlich. Zu Studienbeginnbetrug die mittlere eGFR 43,1 ml/min/1,73 m2 und das mediane UACR betrug 949,3 mg/g, 44,1 % der
Patienten hatten eine eGFR von 30 bis < 45 ml/min/1,73 m2 und 14,5 % eine eGFR< 30 ml/min/1,73 m2. 67,5 % der Patienten hatten Typ-2-Diabetes mellitus. Die Patienten erhielteneine Standardtherapie (standard of care, SOC); 97,0 % der Patienten wurden mit einem Angiotensin-
Converting-Enzym-Inhibitor (ACEi) oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) behandelt.
Die Studie wurde vor der geplanten Analyse aufgrund einer Empfehlung des unabhängigen
Datenüberwachungskomitees aufgrund der Wirksamkeit vorzeitig abgebrochen. Dapagliflozin wardem Placebo überlegen bei der Verhinderung des primären zusammengesetzten Endpunkts aus ≥ 50 %anhaltender Abnahme der eGFR, Erreichen einer terminalen Niereninsuffizienz, kardiovaskuläremoder renalem Tod. Basierend auf dem Kaplan-Meier-Diagramm für die Zeit bis zum ersten Auftretendes primären zusammengesetzten Endpunkts war der Behandlungseffekt ab 4 Monaten offensichtlichund wurde bis zum Ende der Studie beibehalten (Abbildung 7).
Abbildung 7: Zeit bis zum ersten Auftreten des primären zusammengesetzten Endpunkts,≥ 50 % anhaltende Abnahme der eGFR, terminale Niereninsuffizienz, kardiovaskulärer oderrenaler Tod
Patienten mit Risiko entspricht der Anzahl an Patienten mit Risiko zu Beginn des Zeitraums.
Alle vier Komponenten des primären zusammengesetzten Endpunkts trugen einzeln zum
Behandlungseffekt bei. Dapagliflozin reduzierte auch die Inzidenz des zusammengesetzten Endpunktsaus ≥ 50%iger anhaltender Abnahme der eGFR, terminaler Niereninsuffizienz oder renalem Tod sowiedes zusammengesetzten Endpunkts aus kardiovaskulärem Tod und Hospitalisierung aufgrund von
Herzinsuffizienz. Die Behandlung mit Dapagliflozin verbesserte das Gesamtüberleben von Patientenmit chronischer Niereninsuffizienz mit einer signifikanten Reduktion der Gesamtmortalität(Abbildung 8).
Abbildung 8: Behandlungseffekte bezogen auf die primären und sekundärenzusammengesetzten Endpunkte, deren einzelne Komponenten und die Gesamtmortalität
Die Anzahl erster Ereignisse für die Einzelkomponenten entspricht der tatsächlichen Anzahl erster Ereignisse für jede
Komponente und summiert sich nicht auf die Anzahl der Ereignisse des zusammengesetzten Endpunkts auf.
Ereignisraten werden als Anzahl an Patienten mit Ereignis pro 100 Patientenjahre der Nachbeobachtung dargestellt.
Hazard-Ratio-Schätzungen werden nicht für Untergruppen mit insgesamt weniger als 15 Ereignissen dargestellt, beide Armekombiniert.
Der Behandlungsvorteil von Dapagliflozin war bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz mit
Typ-2-Diabetes mellitus und ohne Diabetes konsistent. Dapagliflozin reduzierte den primärenzusammengesetzten Endpunkt aus ≥ 50 % anhaltender Abnahme der eGFR, Erreichung der terminalen
Niereninsuffizienz, kardiovaskulärem oder renalem Tod mit einer HR von 0,64 (95 % KI 0,52; 0,79)bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und 0,50 (95 % KI 0,35; 0,72) bei Patienten ohne Diabetes.
Der Behandlungsvorteil von Dapagliflozin gegenüber Placebo war bezogen auf den primären
Endpunkt auch über andere Hauptsubgruppen hinweg konsistent, einschließlich eGFR, Alter,
Geschlecht und Region.
Kinder und JugendlicheTyp-2-Diabetes mellitusIn einer klinischen Studie mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 24 Jahren mit Typ-2-
Diabetes mellitus wurden 39 Patienten auf Dapagliflozin 10 mg und 33 auf Placebo als
Add-on-Therapie mit Metformin, Insulin oder einer Kombination aus Metformin und Insulinrandomisiert. Bei Randomisierung waren 74 % der Patienten < 18 Jahre alt. Die adjustierte mittlere
Veränderung des HbA1c-Wertes betrug für Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo -0,75 %(95 % KI -1,65; 0,15) vom Ausgangswert bis Woche 24. In der Altersgruppe < 18 Jahre betrug dieadjustierte mittlere Veränderung des HbA1c-Wertes für Dapagliflozin im Vergleich zu
Placebo -0,59 % (95 % KI -1,66; 0,48). In der Altersgruppe ≥ 18 Jahre betrug die mittlere
Veränderung des HbA1c-Wertes gegenüber dem Ausgangswert -1,52 % in der mit Dapagliflozinbehandelten Gruppe (n = 9) und 0,17 % in der mit Placebo behandelten Gruppe (n = 6). Die
Wirksamkeit und Sicherheit waren ähnlich wie bei der mit Dapagliflozin behandelten
Erwachsenenpopulation. Die Sicherheit und Verträglichkeit wurden in einer 28-wöchigen
Verlängerungsstudie zur Sicherheit zusätzlich bestätigt.
Herzinsuffizienz und chronische Niereninsuffizienz
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Dapagliflozin eine Freistellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen für die Vermeidung vonkardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz und zur Behandlung vonchronischer Niereninsuffizienz gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).