Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels FLEBOGAMMA DIF 100mg / ml infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Flebogamma DIF 100 mg/ml Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Normales Immunglobulin vom Menschen (IVIg)
Ein ml enthält:
Normales Immunglobulin vom Menschen……………..100 mg(Reinheit von mindestens 97% IgG)
Jede Flasche mit 50 ml enthält: 5 g normales Immunglobulin vom Menschen
Jede Flasche mit 100 ml enthält: 10 g normales Immunglobulin vom Menschen
Jede Flasche mit 200 ml enthält: 20 g normales Immunglobulin vom Menschen
Verteilung der IgG-Subklassen (ungefähre Werte):
IgG1 66,6%
IgG2 27,9%
IgG3 3,0%
IgG4 2,5%
Der Mindestspiegel an Anti-Masern-IgG beträgt 9 IU/ml.
Der maximale IgA-Gehalt beträgt 100 Mikrogramm/ml.
Hergestellt aus menschlichem Spenderplasma.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Ein ml enthält 50 mg D-Sorbitol.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Infusionslösung.
Die Lösung ist klar oder leicht opaleszent und farblos oder hellgelb.
Flebogamma DIF ist isotonisch mit einer Osmolalität von 240 bis 370 mOsm/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Substitutionstherapie bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen (2-18 Jahre) bei:
- Primären Immunmangelkrankheiten (PID) mit eingeschränkter Antikörperproduktion
- Sekundären Immundefekten (SID) bei Patienten mit schweren oder rezidivierenden Infektionen,ineffektiver antimikrobieller Behandlung und entweder nachgewiesenem Versagenspezifischer Antikörper (PSAF, proven specific antibody failure)* oder einem Serum-IgG-
Spiegel <4 g/l
*PSAF = Nichterreichen eines mindestens 2-fachen Anstiegs des IgG-Antikörpertiters gegen
Pneumokokken-Polysaccharid- und Polypeptid Antigen-Impfstoffe.
Prä-/postexpositionelle Masernprophylaxe bei suszeptiblen Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen(2-18 Jahre), bei denen eine aktive Immunisierung kontraindiziert oder nicht ratsam ist.
Die offiziellen Empfehlungen zur Anwendung von intravenösem humanem Immunglobulin in derprä-/postexpositionellen Masernprophylaxe und in der aktiven Immunisierung sind ebenfalls zubeachten.
Immunmodulation bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen (2-18 Jahre) bei:
- Primärer Immunthrombozytopenie (ITP) bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko oder vor
Operationen zur Korrektur der Thrombozytenzahl
- Guillain-Barré-Syndrom
- Kawasaki-Syndrom (in Verbindung mit Acetylsalicylsäure; siehe Abschnitt 4.2)
- Chronischer inflammatorischer demyelinisierender Polyradikuloneuropathie (CIDP)
- Multifokaler motorischer Neuropathie (MMN)
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die intravenöse Immunglobulin (IVIg)-Therapie sollte von einem Arzt eingeleitet und überwachtwerden, der über Erfahrung in der Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems verfügt.
DosierungDosierung und Dosierungsschema sind abhängig von der Indikation.
Bei jedem Patienten kann in Abhängigkeit von der klinischen Reaktion eine individuelle
Dosisanpassung notwendig sein. Bei untergewichtigen oder übergewichtigen Patienten muss die aufdem Körpergewicht basierende Dosis möglicherweise angepasst werden.
Folgende Dosierungsangaben können als Empfehlung gelten.
Substitutionstherapie bei primären Immunmangelkrankheiten
Bei der Dosierung sollte ein IgG-Talspiegel (gemessen vor der nächsten Infusion) von mindestens6 g/l oder innerhalb des altersangepassten normalen Referenzbereichs der Population angestrebtwerden. Nach Behandlungsbeginn werden 3-6 Monate benötigt, um ein Gleichgewicht (Steady-State-
IgG-Spiegel) einzustellen. Die empfohlene einmal zu verabreichende Initialdosis liegt bei0,4-0,8 g/kg, gefolgt von mindestens 0,2 g/kg verabreicht alle 3-4 Wochen.
Um einen IgG-Talspiegel von 6 g/l aufrechtzuerhalten, ist eine Erhaltungsdosis von0,2-0,8 g/kg/Monat erforderlich. Das Dosierungsintervall kann nach Erreichen eines Steady-State3-4 Wochen betragen.
IgG-Talspiegel sollten bestimmt und im Zusammenhang mit der Infektionshäufigkeit bewertetwerden. Zur Reduktion der Häufigkeit von bakteriellen Infektionen kann es notwendig sein, die
Dosierung zu erhöhen und höhere Talspiegel anzustreben.
Substitutionstherapie bei sekundären Immundefekten (gemäß Definition in Abschnitt 4.1)
Die empfohlene Dosis liegt bei 0,2-0,4 g/kg alle 3 -4 Wochen.
IgG-Talspiegel sollten bestimmt und im Zusammenhang mit der Infektionshäufigkeit bewertetwerden. Die Dosis ist nach Bedarf anzupassen, um einen optimalen Schutz gegen Infektionen zuerreichen. Bei Patienten mit persistierender Infektion kann eine Erhöhung erforderlich sein. Eine
Dosisreduktion kann in Betracht gezogen werden, wenn der Patient infektionsfrei bleibt.
Prä-/postexpositionelle Masernprophylaxe
Postexpositionelle Prophylaxe
Wenn ein suszeptibler Patient Masern ausgesetzt war, sollte mit einer Dosis von 0,4 g/kg, die so baldwie möglich und innerhalb von 6 Tagen nach der Exposition gegeben wird, ein Masern-
Antikörperspiegel im Serum von > 240 mIU/ml für mindestens 2 Wochen erzielt werden. Die
Serumspiegel sollten nach 2 Wochen überprüft und dokumentiert werden. Zur Aufrechterhaltung eines
Serumspiegels von 240 mIU/ml kann möglicherweise die einmalige Gabe einer weiteren Dosis von0,4 g/kg nach 2 Wochen erforderlich sein.
Wenn ein Patient mit PID/SID Masern ausgesetzt war und regelmäßig IVIg-Infusionen erhält, solltedie Anwendung einer zusätzlichen Dosis IVIg so bald wie möglich und innerhalb von 6 Tagen nachder Exposition in Erwägung gezogen werden. Mit einer Dosis von 0,4 g/kg sollte ein Serumspiegelvon > 240 mIU/ml Masern-Antikörper für mindestens 2 Wochen erzielt werden.
Präexpositionelle Prophylaxe
Wenn bei einem Patienten mit PID/SID das Risiko einer künftigen Masernexposition besteht und eralle 3-4 Wochen eine IVIg-Erhaltungsdosis von weniger als 0,53 g/kg erhält, sollte diese Dosiseinmalig auf 0,53 g/kg erhöht werden. Damit sollte ein Serumspiegel von >240 mIU/ml Masern-
Antikörper für mindestens 22 Tage nach der Infusion erzielt werden.
Immunmodulation:
Primäre Immunthrombozytopenie
Es gibt zwei alternative Behandlungsschemata:
▪ 0,8-1 g/kg an Tag 1; diese Dosis kann innerhalb von 3 Tagen einmal wiederholt werden.
▪ 0,4 g/kg täglich für 2 -5 Tage. Die Behandlung kann bei einem Rückfall wiederholt werden.
Guillain-Barré-SyndromJeweils 0,4 g/kg/Tag über 5 Tage (mögliche Wiederholung der Behandlung bei einem Rezidiv).
Kawasaki-Syndrom2,0 g/kg sind als Einzeldosis zu geben. Die Patienten sollten gleichzeitig mit Acetylsalicylsäurebehandelt werden.
Chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)
Initialdosis: 2 g/kg, verteilt auf 2 - 5 aufeinanderfolgende Tage.
Erhaltungsdosis: 1 g/kg, verteilt auf 1 - 2 aufeinanderfolgende Tage alle 3 Wochen.
Der Behandlungserfolg sollte nach jedem Zyklus bewertet werden; falls nach 6 Monaten keine
Behandlungswirkung zu beobachten ist, soll die Behandlung abgesetzt werden.
Wenn die Behandlung wirksam ist, soll die Langzeitbehandlung basierend auf dem Ansprechen des
Patienten und der Ansprechdauer dem Ermessen des Arztes überlassen bleiben. Die Dosierung und die
Behandlungsintervalle sind gegebenenfalls an den individuellen Krankheitsverlauf anzupassen.
Multifokale motorische Neuropathie (MMN)
Initialdosis: 2 g/kg, verteilt auf 2 - 5 aufeinanderfolgende Tage.
Erhaltungsdosis: 1 g/kg alle 2 bis 4 Wochen oder 2 g/kg alle 4 bis 8 Wochen.
Der Behandlungserfolg sollte nach jedem Zyklus bewertet werden; falls nach 6 Monaten keine
Behandlungswirkung zu beobachten ist, soll die Behandlung abgesetzt werden.
Wenn die Behandlung wirksam ist, soll die Langzeitbehandlung basierend auf dem Ansprechen des
Patienten und der Ansprechdauer dem Ermessen des Arztes überlassen bleiben. Die Dosierung und die
Behandlungsintervalle sind gegebenenfalls an den individuellen Krankheitsverlauf anzupassen.
Die Dosierungsempfehlungen sind in folgender Tabelle zusammengefasst:
Indikation Dosis Häufigkeit der Infusionen
Substitutionstherapie:
Primäre Immunmangelkrankheiten Initialdosis:
0,4 - 0,8 g/kg
Erhaltungsdosis:0,2 - 0,8 g/kg Alle 3 - 4 Wochen
Sekundäre Immundefekte (gemäß 0,2 - 0,4 g/kg Alle 3 - 4 Wochen
Definition in Abschnitt 4.1)
Prä-/postexpositionelle Masernprophylaxe:
Postexpositionelle Prophylaxe bei 0,4 g/kg So bald wie möglich und innerhalb vonsuszeptiblen Patienten 6 Tagen, möglicherweise mit einmaliger
Wiederholung nach 2 Wochen zur
Aufrechterhaltung eines Masern-
Antikörper-Serumspiegels > 240 mIU/ml
Postexpositionelle Prophylaxe bei 0,4 g/kg Zusätzlich zur Erhaltungstherapie eine
Patienten mit PID/SID Extradosis innerhalb von 6 Tagen nach der
Exposition
Präexpositionelle Prophylaxe bei 0,53 g/kg Wenn ein Patient eine Erhaltungsdosis von
Patienten mit PID/SID weniger als 0,53 g/kg alle 3-4 Wochenerhält, sollte diese Dosis einmal aufmindestens 0,53 g/kg erhöht werden.
Immunmodulation:
Primäre Immunthrombozytopenie 0,8 - 1 g/kg Am ersten Tag, ggf. innerhalb von3 Tagen einmal wiederholenoder0,4 g/kg/Tag Für 2 - 5 Tage
Guillain-Barré-Syndrom 0,4 g/kg/Tag Für 5 Tage
Kawasaki-Syndrom 2 g/kg Als Einzeldosis zusammen mit
Acetylsalicylsäure
Chronische inflammatorische Initialdosis:
demyelinisierende 2 g/kg In aufgeteilten Dosen über 2 - 5 Tage
Polyradikuloneuropathie (CIDP)
Erhaltungsdosis:1 g/kg Alle 3 Wochen in aufgeteilten Dosen über1 - 2 Tage
Multifokale motorische Neuropathie Initialdosis:
(MMN) 2 g/kg In aufgeteilten Dosen über2 - 5 aufeinanderfolgende Tage
Erhaltungsdosis:1 g/kg Alle 2 - 4 Wochenoder2 g/kg Alle 4 - 8 Wochen in aufgeteilten Dosenüber 2 - 5 Tage
Kinder und JugendlicheFlebogamma DIF 100 mg/ml ist bei Kindern im Alter von 0 bis 2 Jahren kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen (2-18 Jahre) ist nicht unterschiedlich zu der bei
Erwachsenen, da die Dosierung für jede Indikation nach dem Körpergewicht erfolgt und demklinischen Befund der oben genannten Erkrankungen angepasst werden muss.
LeberfunktionsbeeinträchtigungEs liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass eine Dosisanpassung erforderlich ist.
NierenfunktionsbeeinträchtigungEs ist keine Dosisanpassung erforderlich, es sei denn, sie ist aus klinischen Gründen berechtigt; siehe
Abschnitt 4.4.
Ältere PatientenEs ist keine Dosisanpassung erforderlich, es sei denn, sie ist aus klinischen Gründen berechtigt; siehe
Abschnitt 4.4.
Art der AnwendungZur intravenösen Anwendung.
Während der ersten 30 Minuten sollte Flebogamma DIF 100 mg/ml mit einer anfänglichen
Infusionsgeschwindigkeit von 0,01 ml/kg/min intravenös infundiert werden. Siehe Abschnitt 4.4. Bei
Nebenwirkungen ist entweder die Infusionsgeschwindigkeit zu senken oder die Infusion abzubrechen.
Wird diese gut vertragen, Steigerung auf 0,02 ml/kg/min für die zweiten 30 Minuten. Wird diesewiederum toleriert, Steigerung auf 0,04 ml/kg/min für die dritten 30 Minuten. Verträgt der Patient die
Infusion gut, so können in 30-Minuten-Intervallen weitere Steigerungen um 0,02 ml/kg/min erfolgen,bis ein Maximum von 0,08 ml/kg/min erreicht wird.
Es wurde berichtet, dass die Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen auf IVIg mit der
Infusionsgeschwindigkeit zunimmt. Die Infusionsgeschwindigkeit während der ersten Infusionensollte langsam sein. Treten keine unerwünschten Wirkungen auf, so kann die
Infusionsgeschwindigkeit für nachfolgende Infusionen allmählich auf die maximale Rate erhöhtwerden. Bei Patienten, bei denen unerwünschte Wirkungen aufgetreten sind, ist es ratsam, die
Infusionsgeschwindigkeit in nachfolgenden Infusionen zu verringern und auf eine maximale
Infusionsgeschwindigkeit von 0,04 ml/kg/min zu beschränken oder IVIg in einer Konzentration von5% zu verabreichen (siehe Abschnitt 4.4).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff (Immunglobulin vom Menschen) oder einen der sonstigen
Bestandteile (siehe Abschnitte 4.4 und 6.1).
Hereditäre Fruktoseintoleranz (siehe Abschnitt 4.4)
Da bei Säuglingen und kleinen Kindern (0-2 Jahre) eine hereditäre Fruktoseintoleranz (HFI)möglicherweise noch nicht diagnostiziert wurde und tödlich verlaufen kann, darf ihnen dieses
Arzneimittel nicht verabreicht werden.
Patienten mit selektivem IgA-Mangel, die Antikörper gegen IgA entwickelt haben, da die Anwendungeines IgA-haltigen Arzneimittels zu Anaphylaxie führen kann.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Sorbitol
Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht erhalten, essei denn, es ist zwingend erforderlich.
Bei Babies und Kleinkindern (unter 2 Jahren) wurde eine hereditäre Fructoseintoleranz (HFI)möglicherweise noch nicht diagnostiziert. Intravenös angewendete Arzneimittel (die
Sorbitol/Fructose enthalten) können lebensbedrohlich sein und sind bei dieser Personengruppekontraindiziert, es sei denn, es besteht eine zwingende klinische Notwendigkeit und es sind keine
Alternativen verfügbar.
Vor Anwendung dieses Arzneimittels ist bei jedem Patienten eine detaillierte Anamnese im
Hinblick auf Symptome einer HFI zu erheben.
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Mögliche Komplikationen können oft vermieden werden, wenn sichergestellt wird, dass die Patienten:
- nicht empfindlich auf normales Immunglobulin vom Menschen reagieren, indem das Produktam Anfang langsam infundiert wird (mit einer anfänglichen Infusionsgeschwindigkeit von0,01 ml/kg/min)
- für die Infusionsdauer sorgfältig auf etwaige Symptome überwacht werden. Insbesondere
Patienten, die das erste Mal normales Immunglobulin vom Menschen erhalten, Patienten, dievon einem anderen IVIg umgestellt wurden, oder solche, die eine längere Behandlungspauseseit der letzten Infusion hatten, sollten in einer Behandlungseinrichtung mit kontrollierter
Umgebung für die Dauer der Erstinfusion und während der ersten Stunde nach der ersten
Infusion überwacht werden, um mögliche unerwünschte Wirkungen zu erkennen undsicherzustellen, dass bei Auftreten von Problemen sofort eine Notfallbehandlung eingeleitetwerden kann. Alle anderen Patienten sollten nach der Verabreichung mindestens 20 Minutenunter Beobachtung bleiben.
Bei allen Patienten erfordert die Verabreichung von IVIg:
- adäquate Flüssigkeitszufuhr vor Beginn der IVIg-Infusion
- Überwachung der Harnproduktion
- Überwachung des Serumkreatininspiegels
- Vermeidung einer Begleittherapie mit Schleifendiuretika (siehe Abschnitt 4.5)
Bei Nebenwirkungen ist entweder die Infusionsgeschwindigkeit zu senken oder die Infusionabzubrechen.
Die erforderliche Behandlung ist von der Art und Schwere der Nebenwirkung abhängig.
Infusionsbedingte Reaktion
Mit der Infusionsgeschwindigkeit können verschiedene Nebenwirkungen verbunden sein, wie z. B.
Kopfschmerz, Flush, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Giemen, Tachykardie, Schmerzen im unteren
Rücken, Übelkeit und Hypotonie. Die unter Abschnitt 4.2 empfohlene Infusionsgeschwindigkeit mussgenau eingehalten werden. Die Patienten sind engmaschig zu überwachen und während des gesamten
Infusionszeitraums sorgfältig auf etwaige Symptome zu beobachten.
Nebenwirkungen können häufiger auftreten
- bei Patienten, die das erste Mal mit normalem Immunglobulin vom Menschen behandeltwerden, oder, in seltenen Fällen, wenn das Immunglobulin-Präparat gewechselt wird oder wennein langer Abstand zur vorausgegangenen Infusion besteht
- bei Patienten mit einer aktiven Infektion oder einer zugrunde liegenden chronischen
Entzündung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenÜberempfindlichkeitsreaktionen sind selten.
Anaphylaktische Reaktionen können auftreten bei Patienten:
- mit nicht nachweisbarem IgA, die Anti-IgA-Antikörper aufweisen
- die eine vorausgegangene Behandlung mit normalem Immunglobulin vom Menschen vertragenhaben
Im Falle eines Schocks ist eine medizinische Standardbehandlung für Schockzustände einzuleiten.
Thromboembolie
Es liegen klinische Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Verabreichung von IVIg undthromboembolischen Ereignissen wie Herzinfarkt, apoplektischer Insult (inklusive Schlaganfall),
Lungenembolie und tiefer Venenthrombose vor. Diese sind wahrscheinlich auf einen relativen Anstiegder Blutviskosität während der hohen Zufuhr von Immunglobulinen bei Risikopatientenzurückzuführen. Vorsicht ist geboten bei der Verordnung und Infusion von IVIg bei adipösen
Patienten und Patienten mit bereits vorliegenden Risikofaktoren für thrombotische Ereignisse (wiefortgeschrittenes Alter, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und einer Anamnese mit vaskulärer
Erkrankung oder thrombotischen Ereignissen, bei Patienten mit erworbener oder angeborener
Thrombophilie, bei Patienten mit längeren Phasen von Immobilisierung, bei Patienten mit schwerer
Hypovolämie und bei Patienten mit Krankheiten, welche die Blutviskosität erhöhen).
Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für thromboembolische Ereignisse sollte IVIg mit der niedrigsten
Infusionsgeschwindigkeit und mit der niedrigsten, noch sinnvollen Dosis verabreicht werden.
Akutes NierenversagenFälle von akutem Nierenversagen wurden bei Patienten unter IVIg-Therapie berichtet. In den meisten
Fällen bestanden Risikofaktoren wie z.B. vorbestehende Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus,
Hypovolämie, Übergewicht, nephrotoxische Begleitmedikation oder Alter über 65 Jahre.
Die renalen Parameter sollten vor der Infusion von IVIg sowie in geeigneten Abständen beurteiltwerden, insbesondere bei Patienten, bei denen ein potenziell erhöhtes Risiko für die Entwicklung einesakuten Nierenversagens besteht. Bei Patienten mit einem Risiko für ein akutes Nierenversagen sollten
IVIg-Produkte mit der niedrigstmöglichen Infusionsrate und der niedrigstmöglichen Dosis verabreichtwerden. Bei einer Niereninsuffizienz sollte ein Abbruch der IVIg-Behandlung in Betracht gezogenwerden.
Berichte von eingeschränkter Nierenfunktion und akutem Nierenversagen liegen für viele zugelassene
Immunglobuline vor, die verschiedene Stabilisatoren wie Saccharose, Glukose und Maltose enthalten,wobei diejenigen, die Saccharose als Stabilisator sonstigen Bestandteil enthalten, einenunverhältnismäßig hohen Anteil daran hatten. Daher sollte bei Risikopatienten die Verwendung von
IVIg-Produkten ohne diese sonstigen Bestandteile erwogen werden. Flebogamma DIF enthält keine
Saccharose, Maltose oder Glukose.
Aseptische Meningitis (AMS)
Es wird berichtet, dass in Zusammenhang mit der Behandlung mit IVIg eine AMS aufgetreten ist. Das
Syndrom tritt in der Regel innerhalb weniger Stunden bis 2 Tage nach der IVIg-Behandlung auf.
Liquoruntersuchungen sind häufig positiv mit einer Pleozytose von bis zu mehreren tausend Zellenpro mm3, überwiegend von der granulozytären Reihe, sowie erhöhten Proteinspiegeln von bis zumehreren hundert mg/dl. AMS kann häufiger bei hochdosierter (2 g/kg) IVIg-Behandlung auftreten.
Patienten mit solchen Anzeichen und Symptomen sollten einer gründlichen neurologischen
Untersuchung unterzogen werden, einschließlich Liquoruntersuchungen, um andere Meningitis-
Ursachen auszuschließen.
Ein Abbruch der IVIg-Behandlung hat zu einer Remission der AMS innerhalb von mehreren Tagenohne Folgeschäden geführt.
Hämolytische AnämieIVIg-Produkte können Blutgruppen-Antikörper enthalten, die als Hämolysine wirken können und einein-vivo-Anlagerung von Immunglobulinen an Erythrozyten induzieren, was zu einem positiven
Antiglobulintest (Coombs-Test) und - in seltenen Fällen - zu einer Hämolyse führen kann. Aufgrunddes erhöhten Erythrozytenabbaus kann sich in Folge einer IVIg-Therapie eine hämolytische Anämieentwickeln. Patienten, die mit IVIg behandelt werden, sollten auf klinische Symptome einer Hämolyseüberwacht werden. (siehe Abschnitt 4.8).
Neutropenie/Leukopenie
Nach Behandlung mit IVIgs wurde über eine vorübergehende Abnahme der Neutrophilenzahlund/oder Neutropenie-Episoden, manchmal schwerwiegend, berichtet. Diese treten in der Regelinnerhalb von Stunden oder Tagen nach Gabe von IVIg auf und bilden sich innerhalb von 7 bis14 Tagen spontan zurück.
Transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz (TRALI)
Bei Patienten, die IVIg erhielten, wurde in einigen Fällen über ein akutes nicht-kardiogenes
Lungenödem [transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz (Transfusion Related Acute Lung
Injury; TRALI)] berichtet. TRALI ist durch schwere Hypoxie, Dyspnoe, Tachypnoe, Zyanose, Fieberund Hypotonie gekennzeichnet. TRALI-Symptome entwickeln sich typischerweise während oderinnerhalb von 6 Stunden nach einer Transfusion, häufig innerhalb von 1 - 2 Stunden. Daher müssen
Patienten, die IVIg erhalten, diesbezüglich überwacht werden und die IVIg-Infusion muss beipulmonalen Nebenwirkungen sofort abgebrochen werden. TRALI ist eine potenzielllebensbedrohliche Erkrankung, die eine sofortige Versorgung auf der Intensivstation erfordert.
Wechselwirkungen bei serologischen Untersuchungen
Nach der Anwendung von Immunglobulin kann es durch den vorübergehenden Anstieg vonverschiedenen, passiv übertragenen Antikörpern im Blut des Patienten zu falsch positiven
Testergebnissen bei serologischen Untersuchungen kommen.
Die passive Übertragung von Antikörpern gegen Erythrozytenantigene, z.B. A, B, D, kann einigeserologische Untersuchungen auf Erythrozyten-Antikörper, wie z.B. den direkten Antiglobulintest(DAT, direkter Coombs-Test), beeinträchtigen.
Übertragbare Erreger
Standardmaßnahmen zur Verhinderung der Übertragung von Infektionen durch Arzneimittel ausmenschlichem Blut oder Blutplasma, schließen die Auswahl der Spender und das Screening dereinzelnen Spenden und Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker sowie effektive Schritte zur
Inaktivierung/Entfernung von Viren im Herstellungsverfahren ein. Dennoch kann bei der
Verabreichung von Arzneimitteln aus menschlichem Blut oder Blutplasma die Möglichkeit der
Übertragung von Krankheitserregern nicht völlig ausgeschlossen werden. Dasselbe gilt auch fürbislang unbekannte oder neu auftretende Viren und andere Pathogene.
Die durchgeführten Maßnahmen werden als wirksam gegen umhüllte Viren wie das humane
Immunschwächevirus (HIV), das Hepatitis-B-Virus (HBV) und das Hepatitis-C-Virus (HCV) undgegen nicht-umhüllte Hepatitis-A-Viren und Parvovirus B19 betrachtet.
Die klinische Erfahrung zeigt, dass Hepatitis A oder Parvovirus B19 durch Immunglobuline nichtübertragen wurden. Es wird angenommen, dass der Antikörpergehalt einen wichtigen Beitrag zur
Virussicherheit leistet.
Es wird dringend empfohlen, bei jeder Behandlung eines Patienten mit Flebogamma DIF Name und
Chargennummer des Produktes zu dokumentieren, um einen Zusammenhang zwischen Patient und
Produktcharge herzustellen.
NatriumgehaltArzneimittel enthält weniger als 7,35 mg Natrium pro 100 ml, entsprechend 0,37 % der von der WHOfür einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme von 2 g.
Unbedenklichkeitsprüfung nach der Zulassung
Eine Unbedenklichkeitsprüfung nach der Zulassung wies bei Flebogamma DIF 100 mg/ml im
Vergleich zu Flebogamma DIF 50 mg/ml auf eine höhere Rate von Infusionen mit potentiell in
Zusammenhang stehenden unerwünschten Ereignissen hin (siehe Abschnitt 5.1).
Kinder und JugendlicheBei Verabreichung von Flebogamma DIF an Kinder und Jugendliche empfiehlt es sich, die
Vitalparameter des Patienten zu überwachen.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Virus-Lebendimpfstoffe
Die Verabreichung von Immunglobulin kann die Wirkung von abgeschwächten
Virus-Lebendimpfstoffen wie Masern, Röteln, Mumps und Varizellen über einen Zeitraum vonmindestens 6 Wochen bis zu 3 Monaten beeinträchtigen. Nach Verabreichung dieses Arzneimittelssoll daher ein Zeitraum von 3 Monaten verstreichen, bevor eine Impfung mit Virus-Lebendimpfstoffenerfolgt. Bei Masern kann dieser Zeitraum bis zu 1 Jahr andauern. Deshalb sollte bei Patienten, die eine
Masernimpfung erhalten, der Antikörperstatus überprüft werden.
Schleifendiuretika
Die gleichzeitige Anwendung von Schleifendiuretika ist zu vermeiden.
Kinder und JugendlicheEs ist zu erwarten, dass für Kinder und Jugendliche die gleichen Wechselwirkungen bestehen, wie siefür Erwachsene beschrieben sind.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftÜber die Sicherheit dieses Arzneimittels bei Anwendung während der Schwangerschaft liegen keinekontrollierten klinischen Studien vor. Daher sollte es Schwangeren nur mit Vorsicht gegeben werden.
Für IVIg-Produkte wurde gezeigt, dass sie die Plazenta passieren, insbesondere während des letzten
Drittels der Schwangerschaft. Die klinische Erfahrung mit Immunglobulinen lässt jedoch keineschädlichen Wirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft oder den Fötus und das Neugeboreneerwarten.
StillzeitÜber die Sicherheit dieses Arzneimittels bei Anwendung während der Stillzeit liegen keinekontrollierten klinischen Studien vor. Daher sollte es stillenden Müttern nur mit Vorsicht gegebenwerden. Immunglobuline werden in die Muttermilch ausgeschieden. Es sind keine negativen
Auswirkungen auf gestillte Neugeborene/Kinder zu erwarten.
FertilitätDie klinische Erfahrung mit Immunglobulinen lässt keine schädlichen Wirkungen auf die Fertilitäterwarten.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDie Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann durch mancheunerwünschten Wirkungen von Flebogamma DIF, wie Schwindelgefühl, beeinträchtigt sein. Patienten,bei denen unerwünschte Wirkungen während der Behandlung auftreten, sollten warten bis dieseüberwunden sind, bevor sie selbst fahren oder Maschinen bedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Nebenwirkungen durch normales Immunglobulin vom Menschen (nach abnehmender Häufigkeit)sind (siehe auch Abschnitt 4.4):
* Schüttelfrost, Kopfschmerz, Schwindelgefühl, Fieber, Erbrechen, allergische Reaktionen,
Übelkeit, Gelenkschmerzen, Hypotonie und moderate Schmerzen im unteren Rücken
* Reversible hämolytische Reaktionen, insbesondere bei Patienten mit Blutgruppe A, B und AB,und (selten) hämolytische Anämie, die eine Transfusion erfordert
* (selten) ein plötzlicher Blutdruckabfall und in Einzelfällen ein anaphylaktischer Schock, auchwenn der Patient keine Überempfindlichkeit gegenüber vorheriger Anwendung gezeigt hat
* (selten) vorübergehende Hautreaktionen (einschließlich kutanem Lupus erythematodes -
Häufigkeit unbekannt)
* (sehr selten) thromboembolische Reaktionen wie Myokardinfarkt, Schlaganfall,
Lungenembolie, tiefe Venenthrombosen
* Fälle reversibler aseptischer Meningitis
* Fälle von erhöhtem Serumkreatininspiegel und/oder Auftreten von akuter Niereninsuffizienz
* Fälle transfusionsbedingter akuter Lungeninsuffizienz (TRALI)
Zu Sicherheitsinformationen über übertragbare Erreger siehe Abschnitt 4.4.
Tabellarische Liste der unerwünschten Reaktionen
Ein Anstieg der Häufigkeit unerwünschter Reaktionen in klinischen Studien, die wahrscheinlich mitder erhöhten Infusionsgeschwindigkeit in Zusammenhang stehen, wurde beobachtet (siehe
Abschnitt 4.2).
Die folgende Liste verwendet die MedDRA-Systemorganklassifizierung (SOC und bevorzugter
Begriff).
Die Häufigkeiten wurden gemäß der folgenden Konvention bestimmt:
- Sehr häufig (≥ 1/10)
- Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
- Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)
- Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000)
- Sehr selten (< 1/10 000)
- nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppierung sind die unerwünschten Reaktionen nach abnehmendem
Schweregrad aufgelistet.
Quelle ist die Sicherheitsdatenbank von klinischen Studien und nach der Markteinführungdurchgeführten Sicherheitsstudien an insgesamt 160 mit Flebogamma DIF 100 mg/mlbehandelten Patienten (insgesamt 915 Infusionen)
Häufigkeit
MedDRA- Häufigkeit
Nebenwirkung pro
Systemorganklasse (SOC) pro Patient
Infusion
Aseptische Meningitis Gelegentlich Gelegentlich
Infektionen und parasitäre
Harnwegsinfektion Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen
Grippe Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen des Blutes und Bizytopenie Gelegentlich Gelegentlichdes Lymphsystems Leukopenie Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen des
Überempfindlichkeit Häufig Gelegentlich
Immunsystems
Stoffwechsel- und
Verminderter Appetit Gelegentlich Gelegentlich
Ernährungsstörungen
Schlaflosigkeit Gelegentlich Gelegentlich
Psychiatrische ErkrankungenUnruhe Gelegentlich Gelegentlich
Synkope Gelegentlich Gelegentlich
Radikulopathie Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen des
Kopfschmerz Sehr häufig Sehr häufig
Nervensystems
Tremor Häufig Gelegentlich
Schwindelgefühl Häufig Gelegentlich
Makulopathie Gelegentlich Gelegentlich
Verschwommenes Sehen Gelegentlich Gelegentlich
AugenerkrankungenKonjunktivitis Gelegentlich Gelegentlich
Photophobie Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Ohrs und Vertigo Häufig Gelegentlichdes Labyrinths Ohrschmerzen Gelegentlich Gelegentlich
Zyanose Gelegentlich Gelegentlich
HerzerkrankungenTachykardie Häufig Häufig
Thrombose Gelegentlich Gelegentlich
Lymphödem Gelegentlich Gelegentlich
Gefäßerkrankungen Hypertonie Häufig Gelegentlich
Diastolische Hypertonie Häufig Gelegentlich
Systolische Hypertonie Gelegentlich Gelegentlich
Häufigkeit
MedDRA- Häufigkeit
Nebenwirkung pro
Systemorganklasse (SOC) pro Patient
Infusion
Hypotonie Häufig Häufig
Hämatom Gelegentlich Gelegentlich
Flush Gelegentlich Gelegentlich
Dyspnoe Gelegentlich Gelegentlich
Epistaxis Gelegentlich Gelegentlich
Erkrankungen der Atemwege,
Sinusschmerzen Gelegentlich Gelegentlichdes Brustraums und
Hustensydnrom der oberen Atemwege Gelegentlich Gelegentlich
Mediastinums
Nasenverstopfung Gelegentlich Gelegentlich
Giemen Häufig Gelegentlich
Diarrhoe Häufig Gelegentlich
Hämatemese Gelegentlich Gelegentlich
Erbrechen Häufig Häufig
Oberbauchschmerzen Häufig Gelegentlich
Erkrankungen des Abdominalschmerz Häufig Gelegentlich
Gastrointestinaltrakts Abdominale Beschwerden Gelegentlich Gelegentlich
Aufgetriebenes Abdomen Gelegentlich Gelegentlich
Übelkeit Sehr häufig Häufig
Flatulenz Häufig Gelegentlich
Mundtrockenheit Gelegentlich Gelegentlich
Ekchymose Gelegentlich Gelegentlich
Purpura Gelegentlich Gelegentlich
Pruritus Häufig Gelegentlich
Ausschlag Häufig Gelegentlich
Erkrankungen der Haut und
Erythem Gelegentlich Gelegentlichdes Unterhautgewebes
Palmares Erythem Gelegentlich Gelegentlich
Akne Gelegentlich Gelegentlich
Hyperhidrose Gelegentlich Gelegentlich
Alopezie Gelegentlich Gelegentlich
Gelenkschmerzen Gelegentlich Gelegentlich
Muskelschmerzen Häufig Häufig
Rückenschmerzen Häufig Häufig
Skelettmuskulatur-, Nackenschmerzen Häufig Gelegentlich
Bindegewebs- und Schmerzen in einer Extremität Häufig Gelegentlich
Knochenerkrankungen Muskuloskelettale Beschwerden Gelegentlich Gelegentlich
Gliederbeschwerden Häufig Gelegentlich
Muskelkrämpfe Häufig Gelegentlich
Muskelverspannung Häufig Gelegentlich
Grippeähnliche Erkrankung Gelegentlich Gelegentlich
Fieber Sehr häufig Häufig
Brustkorbschmerz Häufig Gelegentlich
Brustkorbbeschwerden Häufig Gelegentlich
Peripheres Ödem Häufig Gelegentlich
Frösteln Häufig Häufig
Allgemeine Erkrankungen Schüttelfrost Sehr häufig Häufigund Beschwerden am Unwohlsein Häufig Gelegentlich
Verabreichungsort Kältegefühl Häufig Gelegentlich
Ermüdung Häufig Gelegentlich
Verschlechterung des allgemeinen
Gelegentlich Gelegentlich
Gesundheitszustandes
Schmerzen Häufig Gelegentlich
Nervosität Gelegentlich Gelegentlich
Reaktion an der Infusionsstelle Häufig Gelegentlich
Häufigkeit
MedDRA- Häufigkeit
Nebenwirkung pro
Systemorganklasse (SOC) pro Patient
Infusion
Erythem an der Infusionsstelle Gelegentlich Gelegentlich
Schmerzen an der Infusionsstelle Gelegentlich Gelegentlich
Erniedrigtes Hämoglobin Gelegentlich Gelegentlich
Erhöhte Körpertemperatur Häufig Häufig
Erhöhte Herzfrequenz Häufig Gelegentlich
Erhöhter Blutdruck Häufig Gelegentlich
Untersuchungen Erhöhter systolischer Blutdruck Häufig Gelegentlich
Erniedrigte Herzfrequenz Gelegentlich Gelegentlich
Erniedrigter diastolischer Blutdruck Häufig Gelegentlich
Erniedrigter systolischer Blutdruck Gelegentlich Gelegentlich
Erhöhte Retikulozytenzahl Gelegentlich Gelegentlich
Verletzung, Vergiftung und Kontusion Häufig Gelegentlichdurch Eingriffe bedingte
Komplikationen Infusionsbedingte Reaktion Gelegentlich Gelegentlich
Beschreibung ausgewählter unerwünschter Reaktionen
Die seit Zulassung des Arzneimittels in beiden Konzentrationen nach dem Inverkehrbringen amhäufigsten gemeldeten ADR waren Schmerzen im Brustkorb, Flush, Blutdruckanstieg und -abfall,
Unwohlsein, Dyspnoe, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und
Schüttelfrost.
Kinder und JugendlicheDie Ergebnisse zur Sicherheit der 4 in die PID-Studie eingeschlossenen Kinder und Jugendlichen( 17 Jahre) sowie der 13 in die ITP-Studie eingeschlossenen Kinder (3 bis 16 Jahre) wurdenausgewertet. Es wurde festgestellt, dass der Anteil von Patienten mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost,
Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie, Herzfrequenzanstieg und Rückenschmerzen bei den Kindernhöher als bei den Erwachsenen war. Über Zyanose wurde bei einem Kind, jedoch nicht bei
Erwachsenen berichtet. Die Beurteilung der Vitalparameter bei den Kindern und Jugendlichen inklinischen Studien ergab kein Muster von klinisch relevanten Veränderungen.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Überdosierung kann, insbesondere bei Risikopatienten, einschließlich Kleinkindern, älteren Patientenoder Patienten mit eingeschränkter Herz- oder Nierenfunktion, zu Volumenüberlastung und
Hyperviskosität führen (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheInformation zu Überdosierung bei Kindern wurde mit Flebogamma DIF nicht ermittelt. Wie bei
Erwachsenen und wie bei allen anderen intravenösen Immunglobulinen kann Überdosierung zu
Flüssigkeitsüberlastung und Hyperviskosität führen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsera und Immunglobuline, Immunglobuline, normal human,zur intravasalen Anwendung, ATC-Code: J06BA02.
Normales Immunglobulin vom Menschen enthält hauptsächlich Immunglobulin G (IgG) mit einembreiten Spektrum an Antikörpern gegen infektiöse Erreger.
Normales Immunglobulin vom Menschen enthält das IgG-Antikörperspektrum, das in der
Normalbevölkerung vorhanden ist. Es wird in der Regel aus gepooltem Plasma von mindestens1000 Spendern hergestellt. Die Verteilung der IgG-Subklassen entspricht nahezu der des natürlichenmenschlichen Plasmas.
Adäquate Dosen dieses Arzneimittels können abnormal verminderte Immunglobulin-G-Spiegel wiederin den Normbereich anheben.
Der Wirkmechanismus bei anderen Indikationen als der Substitutionstherapie ist nicht vollständiggeklärt, schließt aber immunmodulatorische Effekte mit ein.
Drei klinische Studien wurden mit Flebogamma DIF durchgeführt, eine zur Substitutionstherapie bei
Patienten mit primärer Immunmangelkrankheit (sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern über6 Jahren) und zwei zur Immunmodulation bei Patienten mit immunthrombozytopenischer Purpura(eine bei Erwachsenen und eine weitere sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern zwischen 3 und16 Jahren).
In einer Unbedenklichkeitsprüfung nach der Zulassung, die 66 Patienten einschloss, war unter
Flebogamma DIF 100 mg/ml ein höherer Anteil (18,46 %, n=24/130) von Infusionen mitmöglicherweise damit zusammenhängenden unerwünschten Ereignissen festzustellen, als unter
Flebogamma DIF 50 mg/ml (2,22 %, n = 3/135). Ein mit Flebogamma DIF 100 mg/ml behandelter
Studienteilnehmer zeigte jedoch bei allen Infusionen leichte Kopfschmerzen und ein weiterer Patienterlitt 2 Fieberepisoden bei 2 Infusionen. Es ist daher zu berücksichtigen, dass diese2 Studienteilnehmer zu der höheren Häufigkeit von mit Reaktionen assoziierten Infusionen in dieser
Gruppe beigetragen haben. In beiden Gruppen gab es keine weiteren Teilnehmer, bei denen bei mehrals 1 Infusion unerwünschte Wirkungen aufgetreten sind.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNormales Immunglobulin vom Menschen ist nach intravenöser Applikation sofort und vollständig im
Kreislauf des Empfängers verfügbar.
VerteilungEs verteilt sich relativ rasch zwischen Plasma und extravaskulärer Flüssigkeit; das Gleichgewichtzwischen Intra- und Extravasalraum ist nach etwa 3 - 5 Tagen erreicht.
EliminationFlebogamma DIF 100 mg/ml hat eine Halbwertszeit von etwa 34 - 37 Tagen. Diese Halbwertszeitkann, insbesondere bei primären Immundefekten, von Patient zu Patient variieren.
IgG und IgG-Komplexe werden in den Zellen des retikuloendothelialen Systems abgebaut.
Kinder und JugendlicheBei Kindern und Jugendlichen sind keine Unterschiede in den pharmakokinetischen Eigenschaften zuerwarten.
Prä-/postexpositionelle Masernprophylaxe (siehe Hinweise)
Bei suszeptiblen Patienten wurden keine klinischen Studien zur prä-/postexpositionellen
Masernprophylaxe durchgeführt.
Flebogamma DIF 100 mg/ml erfüllt die Mindestspezifikation für den Masern-Antikörpertiter von0,36 x CBER-Standard (Center for Biologics Evaluation and Research). Die Dosierung stützt sich aufpharmakokinetische Berechnungen, die Körpergewicht, Blutvolumen und die Halbwertszeit der
Immunglobuline berücksichtigen. Diese Berechnungen sagen Folgendes voraus:
▪ Serumtiter nach 13,5 Tagen = 270 mIU/ml (Dosis: 0,4 g/kg), dies bietet eine Sicherheitsmarge,die mehr als doppelt so hoch ist wie der WHO-Schutztiter von 120 mIU/ml▪ Serumtiter nach 22 Tagen (t1/2) = 180 mIU/ml (Dosis: 0,4 g/kg)▪ Serumtiter nach 22 Tagen (t1/2) = 238,5 mIU/ml (Dosis: 0,53 g/kg -präexpositionelle
Prophylaxe).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Studien zur akuten Toxizität wurden an Ratten und Mäusen durchgeführt. Die Sicherheit von
Flebogamma DIF wird durch nicht-klinische Studien gestützt, in denen bei Dosen von bis zu2500 mg/kg keine Mortalität auftrat und keine bestätigten relevanten unerwünschten Auswirkungenauf das Atemweg-, Kreislauf- oder zentral-nervöse System der behandelten Tiere beobachtet wurden.
Studien zur chronischen Toxizität und zur embryo-fetalen Toxizität sind aufgrund der Induktion von
Antikörpern und der Wechselwirkung mit Antikörpern nicht durchführbar. Auswirkungen des
Produkts auf das Immunsystem des Neugeborenen wurden nicht untersucht.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
D-Sorbitol
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln oder mit anderen IVIg-Präparaten gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 30 °C lagern.
Nicht einfrieren.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
50 ml, 100 ml oder 200 ml Durchstechflasche (Typ II Glas) mit Stopfen (Chlorbutylgummi).
Packungsgröße: 1 Durchstechflasche
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDas Arzneimittel vor Gebrauch auf Raumtemperatur (nicht mehr als 30 °C) bringen.
Die Lösung sollte klar oder leicht opaleszent und farblos oder hellgelb sein. Lösungen, die trüb sindoder einen Bodensatz aufweisen, dürfen nicht verwendet werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Instituto Grifols, S.A.
Can Guasc, 2 - Parets del Vallès08150 Barcelona - Spanien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 23. August 2007
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. April 2017
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
MM.JJJJ
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.