Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels FIASP 100U / ml injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen
Fiasp 100 Einheiten/ml Penfill Injektionslösung in einer Patrone
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Fiasp 100 Einheiten/ml PumpCart Injektionslösung in einer Patrone
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
1 ml Lösung enthält 100 Einheiten Insulin aspart* (entsprechend 3,5 mg).
Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen
Jeder Fertigpen enthält 300 Einheiten Insulin aspart in 3 ml Lösung.
Fiasp 100 Einheiten/ml Penfill Injektionslösung in einer Patrone
Jede Patrone enthält 300 Einheiten Insulin aspart in 3 ml Lösung.
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Jede Durchstechflasche enthält 1.000 Einheiten Insulin aspart in 10 ml Lösung.
Fiasp 100 Einheiten/ml PumpCart Injektionslösung in einer Patrone
Jede Patrone enthält 160 Einheiten Insulin aspart in 1,6 ml Lösung.
*Insulin aspart wird durch rekombinante DNS-Technologie gentechnisch in Saccharomyces cerevisiaehergestellt.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen
Injektionslösung (FlexTouch).
Fiasp 100 Einheiten/ml Penfill Injektionslösung in einer Patrone
Injektionslösung (Penfill).
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Injektionslösung.
Fiasp 100 Einheiten/ml PumpCart Injektionslösung in einer Patrone
Injektionslösung (PumpCart).
Klare, farblose, wässrige Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung von Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab dem Alter von 1
Jahr.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungFiasp ist ein mahlzeitenbezogenes Insulin zur subkutanen Anwendung bis zu 2 Minuten vor Beginnder Mahlzeit. Es besteht auch die Möglichkeit zur Anwendung bis zu 20 Minuten nach Beginn der
Mahlzeit (siehe Abschnitt 5.1).
Die Dosierung von Fiasp ist individuell und wird gemäß dem Bedarf des Patienten festgelegt. Fiasp,das per subkutaner Injektion verabreicht wird, sollte mit einem intermediär wirkenden oder langwirkenden Insulin kombiniert werden, das mindestens einmal pro Tag verabreicht wird. Bei einem
Basal-Bolus-Behandlungsschema können ungefähr 50 % des Insulinbedarfs durch Fiasp, der Rest voneinem intermediär wirkenden oder lang wirkenden Insulin gedeckt werden.
Der individuelle, tägliche Gesamt-Insulinbedarf von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern kannvariieren und liegt in der Regel zwischen 0,5 und 1 Einheit/kg/Tag.
Eine Überwachung des Blutzuckerspiegels und eine Anpassung der Insulindosis werden empfohlen,um eine optimale Einstellung des Blutzuckers zu erreichen.
Bei erhöhter körperlicher Aktivität, einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten oder
Begleiterkrankungen der Patienten kann eine Anpassung der Dosis notwendig sein. Unter solchen
Bedingungen muss der Blutzuckerspiegel entsprechend überwacht werden.
Die Wirkdauer variiert abhängig von Dosis, Injektionsstelle, Durchblutung, Temperatur und dem
Ausmaß der körperlichen Aktivität.
Patienten unter einer Basal-Bolus-Behandlung, die eine mahlzeitbezogene Dosis vergessen haben,werden angewiesen, ihren Blutzuckerspiegel zu messen, um zu entscheiden, ob eine Insulindosisnotwendig ist. Bei der nächsten Mahlzeit sollen die Patienten zu ihrem gewohnten Dosierungsschemazurückkehren.
Die Wirkstärke von Insulinanaloga, einschließlich Fiasp, wird in Einheiten ausgedrückt. Eine(1) Einheit Fiasp entspricht 1 Internationalen Einheit Humaninsulin oder 1 Einheit anderer schnellwirkender Insulinanaloga.
Der frühe Wirkeintritt muss berücksichtigt werden, wenn Fiasp verschrieben wird (siehe
Abschnitt 5.1).
Beginn einer Insulintherapie
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1
Die empfohlene anfängliche Dosis für Insulin-naive Patienten mit Diabetes Typ 1 liegt bei ungefähr50 % der täglichen Insulingesamtdosis und sollte nach Größe und Zusammensetzung der Mahlzeitenauf die Mahlzeiten verteilt werden. Der Rest der täglichen Insulingesamtdosis sollte als intermediärwirkendes oder lang wirkendes Insulin verabreicht werden. Im Allgemeinen können zur Berechnungder anfänglichen täglichen Insulingesamtdosis für Insulin-naive Patienten mit Typ 1 Diabetes 0,2 bis0,4 Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht angesetzt werden.
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 4 Einheiten zu einer oder mehreren Mahlzeiten. Die Anzahl der
Injektionen und die nachfolgende Titration hängen von dem individuellen Ziel-Blutzuckerwert sowieder Größe und Zusammensetzung der Mahlzeiten ab.
Dosisanpassungen können täglich auf Basis der selbst gemessenen Plasmaglucosewerte(self-measured plasma glucose, SMPG) vom Vortag/von den Vortagen gemäß Tabelle 1 erwogenwerden.
* Die Dosis vor dem Frühstück sollte entsprechend dem SMPG vor dem Mittagessen des Vortagsangepasst werden
* Die Dosis vor dem Mittagessen sollte entsprechend dem SMPG vor dem Abendessen des
Vortags angepasst werden
* Die Dosis vor dem Abendessen sollte entsprechend dem SMPG vor dem Zubettgehen des
Vortags angepasst werden
Tabelle 1 Dosisanpassung
SMPG (self-measured plasma glucose) (siehe oben) Dosisanpassungmmol/l mg/dl Einheit< 4 < 71 -14-6 71-108 Keine Anpassung> 6 > 108 +1
Spezielle PopulationenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Die Sicherheit und Wirksamkeit von Fiasp bei älteren Patienten im Alter von 65 bis 75 Jahren sinderwiesen. Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckers wird empfohlen und die Insulindosis mussindividuell angepasst werden (siehe Abschnitt 5.1 und 5.2). Die therapeutische Erfahrung mit
Patienten ≥ 75 Jahre ist begrenzt.
NierenfunktionsstörungenNierenfunktionsstörungen können den Insulinbedarf des Patienten verringern. Bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörungen muss die Überwachung des Blutzuckers intensiviert und die Dosisindividuell angepasst werden (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungenLeberfunktionsstörungen können den Insulinbedarf des Patienten verringern. Bei Patienten mit
Leberfunktionsstörungen muss die Überwachung des Blutzuckers intensiviert und die Dosisindividuell angepasst werden (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheFiasp kann bei Jugendlichen und Kindern ab dem Alter von 1 Jahr angewendet werden (siehe
Abschnitt 5.1). Es gibt keine klinische Erfahrung in der Anwendung dieses Arzneimittels bei Kindernim Alter von unter 2 Jahren.
Es wird empfohlen, Fiasp vor der Mahlzeit (0-2 Minuten) zu verabreichen, mit der Flexibilität, dasseine Anwendung bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit in Situationen möglich ist, in denen
Ungewissheit über die Einnahme der Mahlzeit besteht.
Umstellung von anderen Insulinarzneimitteln
Während der Umstellung von anderen Bolusinsulinen auf Fiasp und in den ersten nachfolgenden
Wochen wird eine engmaschige Überwachung des Blutzuckers empfohlen. Die Umstellung von einemanderen Bolusinsulin kann in Einheiten eins zu eins vorgenommen werden. Die Umstellung eines
Patienten von einem anderen Insulintyp, -hersteller oder einer anderen Insulinmarke auf Fiasp mussunter strenger medizinischer Überwachung erfolgen und kann eine Veränderung der Dosis erforderlichmachen.
Dosis und Zeitpunkt der Gabe gleichzeitig angewendeter intermediär wirkender oder lang wirkender
Insulinarzneimittel oder einer anderen begleitenden antidiabetischen Behandlung müssen eventuellangepasst werden.
Art der AnwendungSubkutane InjektionEs wird empfohlen, Fiasp subkutan mittels Injektion in die Bauchdecke oder den Oberarm zuverabreichen (siehe Abschnitt 5.2). Innerhalb desselben Bereichs sind die Injektionsstellen stetsregelmäßig zu wechseln, um das Risiko einer Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zureduzieren (siehe Abschnitte 4.4. und 4.8).
Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen
Der Fertigpen (FlexTouch) gibt 1-80 Einheiten in Schritten von 1 Einheit ab.
FlexTouch liegt eine Packungsbeilage mit einer detaillierten Bedienungsanleitung bei, die befolgtwerden muss. Für Anweisungen zur Anwendung, siehe 'Bedienungsanleitung“ am Ende der
Packungsbeilage.
Der Fertigpen ist nur für subkutane Injektionen geeignet. Falls die Anwendung einer Spritze oderintravenösen Injektion notwendig ist, sollte eine Durchstechflasche verwendet werden. Falls die
Anwendung einer Infusionspumpe notwendig ist, sollte eine Durchstechflasche oder eine PumpCart
Patrone verwendet werden.
Fiasp 100 Einheiten/ml Penfill Injektionslösung in einer Patrone
Anwendung mit einem wiederverwendbaren Insulinpen
Falls die Anwendung einer Spritze oder intravenösen Injektion notwendig ist, sollte eine
Durchstechflasche verwendet werden. Falls die Anwendung einer Infusionspumpe notwendig ist,sollte eine Durchstechflasche oder eine PumpCart Patrone verwendet werden (siehe Abschnitt 6.6).
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Anwendung mit einer Spritze
Die Durchstechflasche muss mit Insulinspritzen mit der entsprechenden Dosierskala (Einheiten-U100oder 100 Einheiten/ml) verwendet werden.
Kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion (Continuous subcutaneous insulin infusion - CSII)
Fiasp Injektionslösung in einer Durchstechflasche kann für die CSII in Insulininfusionspumpenangewendet werden und deckt sowohl den Bolus-Insulinbedarf (ungefähr 50 %) als auch den Basal-
Insulinbedarf. Es kann gemäß den Anweisungen des Pumpenherstellers verabreicht werden, bevorzugtin die Bauchdecke. Wird Fiasp mit einer Insulininfusionspumpe angewendet, darf es nicht verdünntoder mit anderen Insulinarzneimitteln gemischt werden.
Patienten, die eine CSII anwenden, müssen in den Gebrauch der Pumpe eingewiesen werden und denrichtigen Schlauch und das korrekte Reservoir für die Pumpe benutzen (siehe Abschnitt 6.6). Das
Infusionsset (Schlauch und Kanüle) muss gemäß den Anweisungen in der Bedienungsanleitung des
Infusionssets gewechselt werden.
Patienten, die Fiasp mit Hilfe einer CSII anwenden, müssen für den Fall, dass die Pumpe versagt, auchin der Gabe von Insulin per Injektion geschult sein und eine alternative Insulintherapie bei sich haben.
Fiasp 100 Einheiten/ml PumpCart Injektionslösung in einer Patrone
Anwendung über CSII
Die Patrone (PumpCart) ist nur für die Verwendung mit einem Insulininfusions-Pumpensystem, dasfür die Verwendung mit dieser Patrone geeignet ist, vorgesehen (siehe Abschnitt 6.6).
Fiasp deckt sowohl den Bolus-Insulinbedarf (ungefähr 50 %) als auch den Basal-Insulinbedarf. Eskann gemäß den Anweisungen des Pumpenherstellers verabreicht werden, bevorzugt in den Bauch.
Die Infusionsstelle ist innerhalb des gewählten Bereichs zu wechseln, um das Risiko einer
Lipodystrophie zu reduzieren.
Patienten, die eine CSII anwenden, müssen in den Gebrauch der Pumpe eingewiesen werden und denrichtigen Schlauch für die Pumpe benutzen (siehe Abschnitt 6.6). Das Infusionsset (Schlauch und
Kanüle) muss gemäß den Anweisungen in der Bedienungsanleitung des Infusionssets gewechseltwerden.
Patienten, die Fiasp mit Hilfe einer CSII anwenden, müssen für den Fall, dass die Pumpe versagt, auchin der Gabe von Insulin per Injektion geschult sein und eine alternative Insulintherapie bei sich haben.
Die Patrone (PumpCart) ist nur für CSII in Pumpensystemen geeignet, die für die Insulininfusionvorgesehen sind. Falls die Anwendung einer Spritze oder intravenösen Injektion notwendig ist, sollteeine Durchstechflasche verwendet werden.
Intravenöse Anwendung
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Falls notwendig, kann Fiasp auch intravenös von medizinischem Fachpersonal gegeben werden.
Bei intravenöser Anwendung sollte es in Konzentrationen von 0,5 Einheiten/ml bis 1 Einheit/ml
Insulin aspart in Infusionssystemen, unter Verwendung von Infusionsbeuteln aus Polypropylen,gegeben werden.
Fiasp darf nicht mit anderen Insulinen oder anderen Arzneimitteln gemischt werden außer denen, diein Abschnitt 6.6 genannt werden. Für Anweisungen zur Verdünnung des Arzneimittels vor der
Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Während der Infusion muss der Blutzuckerspiegel überwacht werden. Es muss darauf geachtetwerden, dass das Insulin in den Infusionsbeutel und nicht nur in den Einstich-Port injiziert wird.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
HypoglykämieDas Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante anstrengende körperliche Aktivität kann zu einer
Hypoglykämie führen.
Eine Hypoglykämie kann auftreten, wenn die Insulindosis im Verhältnis zum Insulinbedarf zu hoch ist(siehe Abschnitte 4.8 und 4.9).
Patienten, deren Blutzuckereinstellung sich beispielsweise durch eine intensivierte Insulintherapiedeutlich verbessert hat, können die Warnsymptome einer Hypoglykämie verändert wahrnehmen undsollten dementsprechend beraten werden. Bei Patienten mit schon lange bestehendem Diabetesmellitus verschwinden möglicherweise die üblichen Warnsymptome.
Der Zeitpunkt des Auftretens einer Hypoglykämie entspricht im Allgemeinen dem Zeitprofil der
Wirkung des verabreichten Insulintyps. Infolge des früheren Wirkeintritts von Fiasp kann eine
Hypoglykämie im Vergleich zu anderen Bolusinsulinen möglicherweise früher nach der
Injektion/Infusion auftreten (siehe Abschnitt 5.1).
Da Fiasp bis zu 2 Minuten vor Beginn der Mahlzeit verabreicht werden sollte, mit der Möglichkeit der
Anwendung bis zu 20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit, ist die Zeit bis zum Wirkeintritt bei
Patienten mit Begleiterkrankungen oder anderen Therapien, die eine verzögerte Resorption der
Nahrung erwarten lassen, zu beachten.
Kinder und JugendlicheEine engmaschige Überwachung des Blutzuckerspiegels wird empfohlen, wenn dieses Arzneimittelnach dem Beginn der letzten Mahlzeit des Tages angewendet wird, um eine nächtliche Hypoglykämiezu vermeiden.
Hyperglykämie und diabetische Ketoazidose
Unzureichende Dosierungen oder das Unterbrechen der Therapie kann insbesondere bei Patienten, die
Insulin benötigen, zu Hyperglykämie und möglicherweise zu diabetischer Ketoazidose führen, dietödlich sein kann.
Kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion (CSII)
Bei Fehlfunktionen der Pumpe oder des Infusionssets kann es zu einer schnell einsetzenden
Hyperglykämie und Ketose kommen. Eine schnelle Erkennung und Korrektur der Ursache der
Hyperglykämie oder Ketose ist notwendig. Es kann eine zwischenzeitliche Therapie mit subkutanen
Injektionen notwendig werden.
Unsachgemäßer Gebrauch der PumpCart Patrone
Die Patrone (PumpCart) ist nur für die Verwendung mit einem Insulininfusions-Pumpensystemgeeignet, das für die Verwendung mit dieser Patrone vorgesehen ist. Es darf nicht mit anderen
Insulininjektionssystemen, die nicht für die Patrone entwickelt wurden, verwendet werden, da dies zueiner falschen Insulindosierung und folglich zu einer Hyper- oder Hypoglykämie führen kann (siehe
Abschnitt 6.6).
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesPatienten müssen angewiesen werden, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln, um das Risikoeiner Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren. Es besteht das potenzielle Risikoeiner verzögerten Insulinresorption und einer schlechteren Blutzuckerkontrolle nach Insulininjektionenan Stellen mit diesen Reaktionen. Bei einem plötzlichen Wechsel der Injektionsstelle zu einem nichtbetroffenen Bereich wurde darüber berichtet, dass dies zu Hypoglykämie führte. Nach einem Wechselder Injektionsstelle von einem betroffenen zu einem nicht betroffenen Bereich wird eine Überwachungdes Blutzuckers empfohlen und eine Dosisanpassung der Antidiabetika kann in Erwägung gezogenwerden.
Umstellung von einem anderen Insulinarzneimittel
Die Umstellung eines Patienten auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke mussunter strenger medizinischer Überwachung erfolgen. Veränderungen der Stärke, Insulinmarke(Hersteller), des Insulintyps, des Ursprungs (tierisches, humanes Insulin oder Humaninsulinanalogon)und/oder des Herstellungsverfahrens (rekombinante DNS gegenüber Insulin tierischen Ursprungs)können eine Veränderung der Dosis erforderlich machen. Es kann sein, dass Patienten, die von einemanderen Insulintyp auf Fiasp umgestellt werden, eine veränderte Dosis gegenüber ihrem üblichen
Insulinarzneimittel benötigen.
BegleiterkrankungenBegleiterkrankungen, insbesondere Infektionen und fiebrige Zustände, erhöhen in der Regel den
Insulinbedarf des Patienten. Begleiterkrankungen der Nieren, Leber oder Erkrankungen mit Einflussauf Nebennieren, Hirnanhang- oder Schilddrüse können eine Anpassung der Insulindosis erforderlichmachen.
Kombination von Pioglitazon und Insulinarzneimitteln
Es gibt Spontanmeldungen von Herzinsuffizienz, wenn Pioglitazon in Kombination mit Insulin,insbesondere Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung von Herzinsuffizienz, verabreichtwurde. Dies sollte beachtet werden, falls eine Behandlung mit der Kombination von Pioglitazon und
Insulinarzneimitteln erwogen wird. Falls die Kombination angewendet wird, müssen die Patientenhinsichtlich Anzeichen und Symptomen von Herzinsuffizienz, Gewichtszunahme und Ödemenbeobachtet werden. Pioglitazon muss beim Auftreten jeglicher Verschlechterung kardialer Symptomeabgesetzt werden.
Insulin-Ersttherapie und Verbesserung der Blutzuckereinstellung
Eine Intensivierung oder schnelle Verbesserung der Blutzuckereinstellung kann mit einervorübergehenden, reversiblen ophthalmologischen Refraktionsstörung, Verschlechterung derdiabetischen Retinopathie, akuter schmerzhafter peripherer Neuropathie und peripherem Ödemverbunden sein. Eine langfristige Verbesserung der Blutzuckereinstellung mindert jedoch das Risikoder diabetischen Retinopathie und Neuropathie.
Insulin-Antikörper
Die Anwendung von Insulin kann die Bildung von Insulin-Antikörpern verursachen. In seltenen Fällenkann das Vorhandensein solcher Insulin-Antikörper eine Anpassung der Insulindosis erforderlichmachen, um die Entwicklung einer Hyper- oder Hypoglykämie zu korrigieren.
Vermeidung von versehentlichen Verwechslungen/Medikationsfehlern
Die Patienten müssen angewiesen werden, vor jeder Injektion immer das Insulin-Etikett zuüberprüfen, um versehentliche Verwechslungen zwischen diesem Arzneimittel und anderen
Insulinarzneimitteln zu vermeiden.
Die Patienten müssen die Dosiseinheiten vor der Anwendung visuell überprüfen. Voraussetzung füreine Selbstinjektion durch den Patienten ist daher, dass dieser die Dosierskala ablesen kann. Blindeoder sehbehinderte Patienten müssen angewiesen werden, sich immer von einer Person mit gutem
Sehvermögen helfen zu lassen, die in der Gabe von Insulinen geschult ist.
Reisen in andere Zeitzonen
Bevor der Patient in andere Zeitzonen reist, sollte er sich mit seinem Arzt beraten.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Der Glucosestoffwechsel wird von einigen Arzneimitteln beeinflusst.
Die folgenden Substanzen können den Insulinbedarf senken:
Orale Antidiabetika, Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer), Betarezeptorenblocker,
Angiotensin-Converting-Enzym (ACE)-Hemmer, Salicylate, anabole Steroide, Sulfonamide und
GLP-1-Rezeptor-Agonisten.
Die folgenden Substanzen können den Insulinbedarf erhöhen:
Orale Kontrazeptiva, Thiazide, Glucocorticoide, Schilddrüsenhormone, Sympathomimetika,
Wachstumshormone und Danazol.
Betarezeptorenblocker können die Symptome einer Hypoglykämie verschleiern.
Octreotid/Lanreotid kann den Insulinbedarf entweder erhöhen oder senken.
Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin verstärken oder verringern.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftFiasp kann während der Schwangerschaft angewendet werden.
Daten aus zwei randomisierten kontrollierten klinischen Studien mit Insulin aspart (322 +27 exponierte Schwangerschaften) lassen nicht auf Nebenwirkungen von Insulin aspart auf die
Schwangerschaft oder auf die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen im Vergleich mit löslichem
Humaninsulin schließen.
Es wird empfohlen, schwangere Frauen mit Diabetes (Typ 1 Diabetes, Typ 2 Diabetes oder
Schwangerschaftsdiabetes) während der gesamten Schwangerschaft und Frauen mit Diabetes, die eine
Schwangerschaft planen, intensiv zu überwachen und den Blutzuckerspiegel engmaschig zukontrollieren. Im ersten Trimenon fällt gewöhnlich der Insulinbedarf, steigt aber anschließend im
Verlauf des zweiten und dritten Trimenons wieder an. Nach der Entbindung kehrt der Insulinbedarfnormalerweise schnell wieder auf das Niveau vor der Schwangerschaft zurück.
StillzeitWährend der Stillzeit kann Fiasp uneingeschränkt zur Therapie eingesetzt werden. Die
Insulinbehandlung einer stillenden Mutter stellt kein Risiko für das Kind dar. Eventuell muss jedochdie Dosis angepasst werden.
FertilitätTierexperimentelle Studien zur Reproduktion haben keine Unterschiede zwischen Insulin aspart und
Humaninsulin in Bezug auf die Fertilität gezeigt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEine Hypoglykämie kann die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit eines Patienten herabsetzen.
Dies kann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z. B. beim
Fahren eines Autos oder beim Bedienen von Maschinen), ein Risiko darstellen.
Dem Patienten sollte geraten werden, Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Hypoglykämienbeim Führen von Fahrzeugen zu treffen. Dies ist bei Patienten mit häufigen Hypoglykämie-Episodenoder verringerter oder fehlender Wahrnehmung von Hypoglykämie-Warnsymptomen besonderswichtig. In diesen Fällen sollte überlegt werden, ob das Führen eines Fahrzeugs ratsam ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie während der Behandlung am häufigsten gemeldete Nebenwirkung ist Hypoglykämie (siehe
Abschnitt 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“ unten).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie unten dargestellten Nebenwirkungen (Tabelle 2) basieren auf Daten aus 6 abgeschlossenen,therapeutischen, konfirmatorischen Studien bei Erwachsenen. Die Häufigkeiten sind nach derfolgenden Konvention definiert: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich(≥ 1/1.000, < 1/100); selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2 Nebenwirkungen aus klinischen Studien
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekanntgemäß MedDRA
Erkrankungen des Überempfindlichkeit Anaphylaktische
Immunsystems Reaktionen
Stoffwechsel- und Hypoglykämie
Ernährungsstörungen
Erkrankungen der Allergische Lipodystrophie Kutane
Haut und des Hautreaktionen Amyloidose†
Unterhautzellgewebes
Allgemeine Reaktionen an
Erkrankungen und der Injektions-
Beschwerden am /Infusionsstelle
Verabreichungsort† Arzneimittelnebenwirkung aus Meldungen nach Markteinführung.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAllergische ReaktionenDie für Fiasp berichteten allergischen Hautreaktionen (1,8 % gegenüber 1,5 % beim
Vergleichspräparat) sind unter anderem Ekzem, Ausschlag, Ausschlag mit Juckreiz, Urtikaria und
Dermatitis.
Bei Fiasp wurden gelegentlich generalisierte Überempfindlichkeitsreaktionen (manifestiert durchgeneralisierten Hautausschlag und Gesichtsödem) berichtet (0,2 % gegenüber 0,3 % beim
Vergleichspräparat).
HypoglykämieHypoglykämie kann auftreten, wenn die Insulindosis im Verhältnis zum Insulinbedarf zu hoch ist.
Schwere Hypoglykämien können zu Bewusstlosigkeit und/oder Krampfanfällen führen und mit einervorübergehenden oder dauerhaften Störung der Gehirnfunktion oder sogar dem Tod enden. Die
Symptome einer Hypoglykämie treten in der Regel plötzlich auf. Diese können sein: kalter Schweiß,kalte blasse Haut, Ermattung, Nervosität oder Zittern, Angstgefühle, ungewöhnliche Müdigkeit oder
Schwäche, Verwirrung, Konzentrationsschwierigkeiten, Benommenheit, Heißhunger, Sehstörungen,
Kopfschmerzen, Übelkeit und Herzklopfen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Eine Hypoglykämie kannnach einer Injektion/Infusion von Fiasp im Vergleich zu anderen mahlzeitenbezogenen Insulinenaufgrund des früheren Wirkeintritts früher auftreten.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesLipodystrophie (einschließlich Lipohypertrophie, Lipoatrophie) und kutane Amyloidose können an der
Injektionsstelle auftreten und die lokale Insulinresorption verzögern. Lipodystrophie an der Injektions-/Infusionsstelle trat bei Patienten, die mit Fiasp behandelt wurden, auf (0,5 % gegenüber 0,2 % beim
Vergleichspräparat). Ein regelmäßiges Wechseln der Injektionsstelle innerhalb des jeweiligen
Injektionsbereichs kann helfen, diese Reaktionen zu reduzieren oder zu verhindern (siehe Abschnitt4.4).
Reaktionen an der Injektions-/Infusionsstelle
Reaktionen an der Injektionsstelle (einschließlich Ausschlag, Rötungen, Entzündungen, Schmerzenund Blutergüsse) traten bei Patienten, die mit Fiasp behandelt wurden, auf (1,3 % gegenüber 1,0 %beim Vergleichspräparat). Bei Patienten, die eine CSII (n = 261) anwendeten: Reaktionen an der
Infusionsstelle (einschließlich Rötungen, Entzündungen, Reizungen, Schmerzen, Blutergüsse und
Juckreiz) wurden bei mit Fiasp behandelten Patienten berichtet (10,0 % gegenüber 8,3 % beim
Vergleichspräparat). Diese Reaktionen sind in der Regel leicht und vorübergehend und verschwindennormalerweise im Laufe der Behandlung.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit wurden in einer therapeutischen konfirmatorischen Studie bei
Kindern mit Typ 1 Diabetes im Alter von 2 bis unter 18 Jahren untersucht. In der Studie wurden519 Patienten mit Fiasp behandelt. Insgesamt weisen Häufigkeit, Art und Schwere der
Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen nicht auf einen Unterschied zu den Erfahrungen bei
Erwachsenen hin. Lipodystrophie (einschließlich Lipohypertrophie, Lipoatrophie) an der
Injektionsstelle wurde in dieser Studie mit pädiatrischen Patienten im Vergleich zu den Studien bei
Erwachsenen häufiger berichtet (siehe oben). Bei Kindern und Jugendlichen wurde Lipodystrophie miteiner Häufigkeit von 2,1 % für Fiasp gegenüber 1,6 % für NovoRapid berichtet.
Andere spezielle Populationen
Basierend auf den Ergebnissen aus klinischen Studien mit Insulin aspart im Allgemeinen weisen
Häufigkeit, Art und Schwere der beobachteten Nebenwirkungen bei älteren Patienten und Patientenmit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen nicht auf einen Unterschied zu den allgemeinen
Erfahrungen in der Gesamtbevölkerung hin. Das Sicherheitsprofil bei sehr alten Patienten (≥ 75 Jahre)oder Patienten mit mittelschweren bis schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist begrenzt.
Fiasp wurde bei älteren Patienten angewendet, um die pharmakokinetischen Eigenschaften zuuntersuchen (siehe Abschnitt 5.2).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Für Insulin kann keine spezifische Überdosierung angegeben werden, eine Hypoglykämie kann sichjedoch stufenweise entwickeln, wenn, verglichen mit dem Bedarf des Patienten, zu hohe Dosengegeben werden:
* Leichte Hypoglykämien können durch orale Gabe von Glucose bzw. anderen zuckerhaltigen
Lebensmitteln behandelt werden. Diabetes-Patienten sollten deshalb immer glucosehaltige
Lebensmittel bei sich haben.
* Schwere Hypoglykämien, bei denen sich der Patient nicht selbst helfen kann, können mit einerintramuskulären oder subkutanen Injektion von Glucagon (0,5 bis 1 mg), die von einergeschulten Person gegeben wird, oder der intravenösen Gabe von Glucose durch einen Arztoder anderes medizinisches Fachpersonal behandelt werden. Spricht der Patient nicht innerhalbvon 10 bis 15 Minuten auf Glucagon an, ist Glucose intravenös zu geben. Sobald der Patientwieder bei Bewusstsein ist, empfiehlt sich die orale Gabe von Kohlenhydraten, um einen
Rückfall zu vermeiden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Insuline und Analoga zur Injektion, schnell wirkend
ATC-Code: A10AB05.
WirkmechanismusFiasp ist eine schnell wirksame Insulin aspart-Formulierung.
Die Primärwirkung von Fiasp ist die Regulierung des Glucosestoffwechsels. Insuline, einschließlich
Insulin aspart, dem Wirkstoff in Fiasp, entfalten ihre spezifische Wirkung durch die Bindung an
Insulinrezeptoren. An Rezeptoren gebundenes Insulin senkt die Konzentration von Glucose im Blut,indem es die Aufnahme der Glucose in Zellen der Skelettmuskulatur und des Fettgewebes verstärktund die Freisetzung von Glucose aus der Leber hemmt. Insulin hemmt die Lipolyse im Fettgewebe,hemmt die Proteolyse und verstärkt die Proteinsynthese.
Pharmakodynamische WirkungenFiasp ist eine Insulin aspart-Formulierung für die Bolusgabe, die zusätzliches Nicotinamid(Vitamin B3) enthält, wodurch im Vergleich mit NovoRapid eine schnellere anfängliche Resorptionvon Insulin erreicht wird.
Der Wirkeintritt war bei Fiasp 5 Minuten früher und die Zeit bis zur maximalen Glucose-Infusionsrate11 Minuten früher als bei NovoRapid. Die maximale blutzuckersenkende Wirkung von Fiasp tratzwischen 1 und 3 Stunden nach der Injektion ein. Die blutzuckersenkende Wirkung in den ersten30 Minuten (AUCGIR, 0-30 Min) war bei Fiasp 51 mg/kg und bei NovoRapid 29 mg/kg (Fiasp/NovoRapid
Verhältnis: 1,74 [1,47; 2,10] 95 % KI). Die gesamte blutzuckersenkende Wirkung und die maximaleblutzuckersenkende Wirkung (GIRmax) waren bei Fiasp und NovoRapid vergleichbar. Die
Gesamtwirkung und auch die maximale blutzuckersenkende Wirkung von Fiasp steigen innerhalb destherapeutischen Dosisbereichs mit höheren Dosen linear an.
Fiasp hat einen früheren Wirkeintritt im Vergleich zu NovoRapid (siehe Abschnitt 5.2), was zu eineranschließenden erhöhten frühen blutzuckersenkenden Wirkung führt. Dies muss beachtet werden,wenn Fiasp verschrieben wird.
Die Wirkdauer war bei Fiasp im Vergleich mit NovoRapid kürzer; sie dauerte 3-5 Stunden.
Die intra-individuelle Variabilität (von Tag zu Tag) der blutzuckersenkenden Wirkung war bei Fiaspgering, sowohl für die frühe (AUCGIR, 0-1h, VK ~ 26 %) als auch die gesamte (AUCGIR, 0-12h,
VK ~ 18 %) und die maximale blutzuckersenkende Wirkung (GIRmax, VK ~ 19 %).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitFiasp wurde an 2.068 erwachsenen Patienten mit Typ 1 Diabetes (1.143 Patienten) und Typ 2 Diabetes(925 Patienten) in 3 randomisierten Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit (18-26 Behandlungswochen) untersucht. Darüber hinaus wurde Fiasp an 777 pädiatrischen Patienten mit
Typ 1 Diabetes in einer randomisierten Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit(26 Behandlungswochen) untersucht. In der Studie wurden keine Kinder im Alter von unter 2 Jahrenrandomisiert.
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1
Der Behandlungseffekt von Fiasp wurde hinsichtlich des Erreichens der glykämischen Kontrolle beiprandialer oder postprandialer Verabreichung bewertet. Prandial verabreichtes Fiasp war in der
Senkung des HbA1c gegenüber NovoRapid nicht unterlegen, und die Verbesserung des HbA1c war bei
Fiasp statistisch signifikant besser. Postprandial verabreichtes Fiasp erreichte eine ähnliche HbA1c-
Senkung wie prandial verabreichtes NovoRapid (Tabelle 3).
Tabelle 3 Ergebnisse aus einer klinischen Studie mit 26-wöchiger Basal-Bolus-Behandlung von
Patienten mit Typ 1 Diabetes
Fiasp prandial Fiasp postprandial NovoRapid+ Insulin detemir + Insulin detemir prandial+ Insulin detemirn 381 382 380
HbA1c (%)
Ausgangswert Studienende 7,6 7,3 7,6 7,5 7,6 7,4
Adjustierte Änderung gegenüber -0,32 -0,13 -0,17dem Ausgangswert
Geschätzter -0,15 [-0,23; -0,07]CE 0,04 [-0,04; 0,12]D
Behandlungsunterschied
HbA1c (mmol/mol)
Ausgangswert Studienende 59,7 56,4 59,9 58,6 59,3 57,6
Adjustierte Änderung gegenüber -3,46 -1,37 -1,84dem Ausgangswert
Geschätzter -1,62 [-2,50; -0,73]CE 0,47 [-0,41; 1,36]D
Behandlungsunterschied
Blutzuckeranstieg 2 Stundenpostprandial (mmol/l)A
Ausgangswert Studienende 6,1 5,9 6,1 6,7 6,2 6,6
Adjustierte Änderung gegenüber -0,29 0,67 0,38dem Ausgangswert
Geschätzter -0,67 [-1,29; -0,04]CE 0,30 [-0,34; 0,93]D
Behandlungsunterschied
Blutzuckeranstieg 1 Stundepostprandial (mmol/l)A
Ausgangswert Studienende 5,4 4,7 5,4 6,6 5,7 5,9
Adjustierte Änderung gegenüber -0,84 1,27 0,34dem Ausgangswert
Geschätzter -1,18 [-1,65; -0,71]CE 0,93 [0,46; 1,40]D
Behandlungsunterschied
Körpergewicht (kg)
Ausgangswert Studienende 78,6 79,2 80,5 81,2 80,2 80,7
Adjustierte Änderung gegenüber 0,67 0,70 0,55dem Ausgangswert
Geschätzter 0,12 [-0,30; 0,55]C 0,16 [-0,27; 0,58]D
Behandlungsunterschied
Beobachtete Rate schwerer oder
BG-bestätigter HypoglykämienBpro Patientenjahr der Exposition(Prozentsatz der Patienten)59,0 (92,7) 54,4 (95,0) 58,7 (97,4)
Geschätztes 1,01 [0,88; 1,15]C 0,92 [0,81; 1,06]D
Inzidenzratenverhältnis
Ausgangs- und Studienende-Werte basieren auf dem Mittelwert der letzten verfügbaren,beobachteten Werte. Angabe des 95 %-Konfidenzintervalls in '[ ]“
A Mahlzeitentest
B Schwere Hypoglykämie (Episode, bei der Fremdhilfe erforderlich war) oder durch Blutglucosewert(BG) bestätigte Hypoglykämie, definiert als Episoden mit Plasmaglucose < 3,1 mmol/l ohne
Berücksichtigung von Symptomen
C Der Unterschied bezieht sich auf prandial verabreichtes Fiasp - prandial verbreichtes NovoRapid
D Der Unterschied bezieht sich auf postprandial verabreichtes Fiasp - prandial verabreichtes
NovoRapid
E Statistisch signifikant besser bei prandial verabreichtem Fiasp33,3 % der Patienten, die mit prandial verabreichtem Fiasp behandelt wurden, erreichten einen HbA1c-
Zielwert < 7 %, verglichen mit 23,3 % der Patienten, die mit postprandial verabreichtem Fiasp und28,2 % der Patienten, die mit prandial verabreichtem NovoRapid behandelt wurden. Die geschätzte
Wahrscheinlichkeit, einen HbA1c-Wert < 7 % zu erzielen, war statistisch signifikant größer mitprandial verabreichtem Fiasp als mit prandial verabreichtem NovoRapid (Odds Verhältnis: 1,47[1,02; 2,13] 95 % KI). Zwischen postprandial verabreichtem Fiasp und prandial verabreichtem
NovoRapid ergab sich kein signifikanter Unterschied.
Mit prandial verabreichtem Fiasp wurde nach 1 Stunde und nach 2 Stunden ein signifikant niedrigererpostprandialer Glucoseanstieg erreicht als mit prandial verabreichtem NovoRapid. Postprandialverabreichtes Fiasp führte zu einem höheren postprandialen Glucoseanstieg nach 1 Stunde und einemvergleichbaren postprandialen Glucoseanstieg nach 2 Stunden als bei prandial verabreichtem
NovoRapid (Tabelle 3).
Die mediane Gesamt-Bolusinsulin-Dosis am Studienende war für prandial verabreichtes Fiasp,postprandial verabreichtes Fiasp und prandial verabreichtes NovoRapid ähnlich (Änderung gegenüberdem Ausgangswert am Studienende: prandial verabreichtes Fiasp: 0,33→0,39 Einheiten/kg/Tag;postprandial verabreichtes Fiasp: 0,35→0,39 Einheiten/kg/Tag und prandial verabreichtes NovoRapid:0,36→0,38 Einheiten/kg/Tag). Die Veränderungen in der medianen Gesamt-Basalinsulin-Dosiszwischen Ausgangswert und Studienende waren vergleichbar bei prandial verabreichtem Fiasp(0,41→0,39 Einheiten/kg/Tag), postprandial verabreichtem Fiasp (0,43→0,42 Einheiten/kg/Tag) undprandial verabreichtem NovoRapid (0,43→0,43 Einheiten/kg/Tag).
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2Die Nichtunterlegenheit gegenüber NovoRapid hinsichtlich der Senkung des HbA1c zwischen
Ausgangswert und Studienende wurde bestätigt (Tabelle 4).
Tabelle 4 Ergebnisse aus einer klinischen Studie mit 26-wöchiger Basal-Bolus-Behandlung von
Patienten mit Typ 2 Diabetes
Fiasp NovoRapid+ Insulin glargin + Insulin glarginn 345 344
HbA1c (%)
Ausgangswert Studienende 8,0 6,6 7,9 6,6
Adjustierte Änderung gegenüber dem -1,38 -1,36
Ausgangswert
Geschätzter Behandlungsunterschied -0,02 [-0,15; 0,10]
HbA1c (mmol/mol)
Ausgangswert Studienende 63,5 49,0 62,7 48,6
Adjustierte Änderung gegenüber dem -15,10 -14,86
Ausgangswert
Geschätzter Behandlungsunterschied -0,24 [-1,60; 1,11]
Blutzuckeranstieg 2 Stundenpostprandial (mmol/l)A
Ausgangswert Studienende 7,6 4,6 7,3 4,9
Adjustierte Änderung gegenüber dem -3,24 -2,87
Ausgangswert
Geschätzter Behandlungsunterschied -0,36 [-0,81; 0,08]
Blutzuckeranstieg 1 Stundepostprandial (mmol/l)A
Ausgangswert Studienende 6,0 4,1 5,9 4,6
Adjustierte Änderung gegenüber dem -2,14 -1,55
Ausgangswert
Geschätzter Behandlungsunterschied -0,59 [-1,09; -0,09]C
Körpergewicht (kg)
Ausgangswert Studienende 89,0 91,6 88,3 90,8
Adjustierte Änderung gegenüber dem 2,68 2,67
Ausgangswert
Geschätzter Behandlungsunterschied 0,00 [-0,60; 0,61]
Beobachtete Rate schwerer oder
BG-bestätigter HypoglykämienBpro Patientenjahr der Exposition 17,9 (76,8) 16,6 (73,3)(Prozentsatz der Patienten)
Geschätztes Inzidenzratenverhältnis 1,09 [0,88; 1,36]
Ausgangs- und Studienende-Werte basieren auf dem Mittelwert der letzten verfügbaren,beobachteten Werte. Angabe des 95 %-Konfidenzintervalls in '[ ]“
A Mahlzeitentest
B Schwere Hypoglykämie (Episode, bei der Fremdhilfe erforderlich war) oder durch Blutglucosewert(BG) bestätigte Hypoglykämie, definiert als Episoden mit Plasmaglucose < 3,1 mmol/l ohne
Berücksichtigung etwaiger Symptome
C Statistisch signifikant besser bei Fiasp
Die postprandiale Anwendung wurde bei Patienten mit Typ 2 Diabetes nicht untersucht.
74,8 % der Patienten, die mit Fiasp behandelt wurden, erreichten einen HbA1c-Zielwert < 7 %,verglichen mit 75,9 % der Patienten, die mit NovoRapid behandelt wurden. Es gab keinen statistischsignifikanten Unterschied zwischen Fiasp und NovoRapid hinsichtlich der geschätzten
Wahrscheinlichkeit, einen HbA1c-Wert < 7 % zu erzielen.
Die mediane Gesamt-Bolusinsulin-Dosis am Studienende war für Fiasp und NovoRapid ähnlich(Änderung gegenüber dem Ausgangswert am Studienende: Fiasp: 0,21→0,49 Einheiten/kg/Tag und
NovoRapid: 0,21→0,51 Einheiten/kg/Tag). Änderungen der medianen Gesamt-Basalinsulin-Dosisvom Ausgangswert bis Studienende waren für Fiasp (0,56→0,53 Einheiten/kg/Tag) und NovoRapid(0,52→0,48 Einheiten/kg/Tag) vergleichbar.
Ältere PatientenIn den drei kontrollierten klinischen Studien waren 192 von 1.219 (16 %) mit Fiasp behandelten
Patienten mit Typ 1 Diabetes oder Typ 2 Diabetes ≥ 65 Jahre alt und 24 von 1.219 (2 %) waren≥ 75 Jahre alt. Es wurden insgesamt keine Unterschiede bei der Sicherheit oder Wirksamkeit zwischenälteren und jüngeren Patienten festgestellt.
Kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion (CSII)
In einer 6-wöchigen, randomisierten (2:1), doppelblinden, aktiv kontrollierten Parallelgruppenstudiewurde die Kompatibilität von Fiasp und NovoRapid für die Verabreichung mit einem CSII-System beierwachsenen Patienten mit Typ 1 Diabetes untersucht. Es gab keine mikroskopisch bestätigten
Episoden von Infusionsset-Verschlüssen in der mit Fiasp (n = 25) oder mit NovoRapid (n = 12)behandelten Gruppe. Zwei Patienten aus der mit Fiasp behandelten Gruppe berichteten von jeweilszwei behandlungsbedingten Reaktionen an der Infusionsstelle.
In einer 2-wöchigen Crossover-Studie zeigte Fiasp eine größere postprandiale blutzuckersenkende
Wirkung jeweils 1 Stunde und 2 Stunden nach einem standardisierten Mahlzeitentest(Behandlungsunterschied: -0,50 mmol/l [-1,07; 0,07]95% KI bzw. -0,99 mmol/l [-1,95; -0,03]95% KI),verglichen mit NovoRapid bei Anwendung per CSII.
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeit und Sicherheit von Fiasp wurden in einer 1:1:1 randomisierten, aktiv kontrolliertenklinischen Studie bei Kindern und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes im Alter von 1 bis 18 Jahren übereinen Zeitraum von 26 Wochen untersucht (n = 777). In dieser Studie wurden die Wirksamkeit und
Sicherheit von prandial (0-2 Minuten vor der Mahlzeit) oder postprandial verabreichtem Fiasp(20 Minuten nach Beginn der Mahlzeit) und prandial verabreichtem NovoRapid, beides in
Kombination mit Insulin degludec angewandt, verglichen.
Patienten im prandialen Fiasp Studienarm umfassten 16 Kinder im Alter von 2-5 Jahren, 100 Kinderim Alter von 6-11 Jahren und 144 Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren. Patienten impostprandialen Fiasp Studienarm umfassten 16 Kinder im Alter von 2-5 Jahren, 100 Kinder im Altervon 6-11 Jahren und 143 Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren.
Prandial verabreichtes Fiasp zeigte eine überlegene glykämische Kontrolle im Vergleich zuprandialem NovoRapid in Bezug auf die HbA1c-Änderung (geschätzter Behandlungsunterschied,
ETD: -0,17 % [-0,30; -0,03]95 % KI). Postprandial verabreichtes Fiasp zeigte eine nicht unterlegeneglykämische Kontrolle im Vergleich zu prandialem NovoRapid (ETD: 0,13 % [-0,01; 0,26]95 % KI).
Prandiales Fiasp zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des mittleren postprandialen
Blutzuckeranstiegs nach 1 Stunde über alle drei Hauptmahlzeiten im Vergleich zu NovoRapid(gemessen durch SMPG). Für postprandiales Fiasp begünstigte dieser Vergleich prandiales
NovoRapid.
Es wurde kein insgesamt erhöhtes Risiko für schwere oder durch den Blutglucosewert bestätigte
Hypoglykämien im Vergleich zu NovoRapid beobachtet.
Die beobachteten Wirkungen und Sicherheitsprofile waren in allen Altersgruppen vergleichbar.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionFiasp ist eine Insulin aspart-Formulierung für die mahlzeitenbezogene Gabe, bei der die Zugabe von
Nicotinamid (Vitamin B3) die anfängliche Resorption von Insulin beschleunigt. Insulin wurdeungefähr 4 Minuten nach Verabreichung im Blutkreislauf nachgewiesen (Abbildung 1). Die Zeit biszum ersten Auftreten im Blut war bei Fiasp zweimal so schnell (entsprechend 5 Minuten früher) unddie Zeit bis zum Erreichen von 50 % der Maximalkonzentration 9 Minuten kürzer als bei NovoRapid,wodurch in den ersten 15 Minuten vier Mal so viel Insulin und in den ersten 30 Minuten doppelt soviel Insulin verfügbar war.
Fiasp
NovoRapid
Zeit (min)
Abbildung 1 Mittleres Insulinprofil bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 nach subkutaner
Injektion
Die Gesamt-Insulinexposition war bei Fiasp und NovoRapid vergleichbar. Die mittlere Cmax bei einer
Dosis von 0,2 Einheiten/kg Körpergewicht beträgt 298 pmol/l und ist vergleichbar mit der von
NovoRapid.
Die Gesamtexposition und die maximale Insulinkonzentration steigen innerhalb des therapeutischen
Dosisbereichs mit zunehmenden subkutanen Dosen von Fiasp proportional an.
Die absolute Bioverfügbarkeit von Insulin aspart nach subkutaner Verabreichung von Fiasp in
Abdomen, Deltoideus und Oberschenkel liegt bei ungefähr 80 %.
Nach Verabreichung von Fiasp war die Zeit bis zum ersten Auftreten im Blut unabhängig von der
Injektionsstelle. Die Zeit bis zum Erreichen der Maximalkonzentration und der Insulin aspart-
Gesamtexposition waren bei Verabreichung in Bauch, Oberarm und Oberschenkel vergleichbar. Diefrühe Insulinexposition und die Maximalkonzentration waren bei Verabreichung in Bauch und
Oberarm vergleichbar, aber bei Verabreichung in den Oberschenkel geringer.
Kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion (CSII)
Bei Anwendung von CSII war die Zeit bis zum Erreichen der Maximalkonzentration bei Fiasp26 Minuten kürzer als bei NovoRapid, wodurch in den ersten 30 Minuten ungefähr dreimal so viel
Insulin verfügbar war (Abbildung 2).
Insulin aspart-Konzentration (pmol/l)
Fiasp
NovoRapid
Zeit seit Bolusinjektion (min)
Abbildung 2 Mittlere Insulinprofile bei Patienten mit Typ 1 Diabetes bei Anwendung von
CSII (0-5 Stunden), adjustiert um die Basalinsulininfusion
VerteilungInsulin aspart weist eine niedrige Bindungsaffinität an Plasmaproteine (< 10 %) auf, die der vonnormalem Humaninsulin ähnlich ist.
Das Verteilungsvolumen (Vd) nach intravenöser Verabreichung betrug 0,22 l/kg (z. B. 15,4 l bei einem
Patienten mit 70 kg); das entspricht dem Volumen der extrazellulären Flüssigkeit im Körper.
BiotransformationDer Abbau von Insulin aspart erfolgt ähnlich dem von Humaninsulin; alle gebildeten Metaboliten sindinaktiv.
EliminationDie Halbwertszeit von Fiasp nach subkutaner Injektion beträgt 57 Minuten und ist vergleichbar mit
NovoRapid.
Nach intravenöser Verabreichung von Fiasp war die Clearance schnell (1 l/h/kg), und die
Eliminationshalbwertszeit betrug 10 Minuten.
Spezielle PopulationenÄltere MenschenBei älteren Patienten mit Typ 1 Diabetes zeigte Fiasp einen früheren Expositionseintritt und einehöhere frühe Insulinexposition als NovoRapid, die Gesamtexposition und die Maximalkonzentrationwaren jedoch ähnlich.
Die Insulin aspart-Gesamtexposition und die Maximalkonzentration nach Verabreichung von Fiaspwaren bei älteren Patienten um 30 % höher als bei jüngeren erwachsenen Patienten.
Insulin aspart-Konzentration,
Ausgangswert-adjustiert (pmol/l)
GeschlechtDie Wirkung des Geschlechts auf die Pharmakokinetik von Fiasp wurde in einerstudienübergreifenden Analyse der pharmakokinetischen Studien untersucht. Fiasp zeigte beiweiblichen und männlichen Patienten mit Typ 1 Diabetes einen vergleichbar früheren
Expositionseintritt und eine höhere frühe Insulinexposition als bei NovoRapid, während die
Gesamtexposition und die Maximalkonzentration im Vergleich zu NovoRapid ähnlich waren.
Die frühe und maximale Insulinexposition bei Fiasp war bei weiblichen und männlichen Patienten mit
Typ 1 Diabetes vergleichbar. Die Gesamt-Insulinexposition war jedoch bei weiblichen Patienten mit
Typ 1 Diabetes größer als bei männlichen.
Adipositas
Mit steigendem BMI (body mass index) verlangsamte sich die anfängliche Resorptionsrate; die
Gesamtexposition war jedoch in allen BMI-Bereichen ähnlich. Im Vergleich zu NovoRapid war der
Einfluss des BMI auf die Resorption bei Fiasp weniger ausgeprägt, wodurch die anfängliche
Exposition verhältnismäßig höher war.
Ethnische ZugehörigkeitDie Wirkung der ethnischen Zugehörigkeit (Schwarze gegenüber Weißen und Menschenlateinamerikanischer gegenüber nicht-lateinamerikanischer Herkunft) auf die Gesamt-
Insulinexposition bei Fiasp basiert auf Ergebnissen einer populationspharmakokinetischen Analyse bei
Patienten mit Typ 1 Diabetes. Für Fiasp ergaben sich bezüglich der Exposition keine Unterschiedezwischen den untersuchten ethnischen Gruppen.
Eingeschränkte LeberfunktionEine Einzeldosis-Studie zur Pharmakokinetik von Insulin aspart wurde mit NovoRapid bei24 Patienten mit einer normalen bis stark eingeschränkten Leberfunktion durchgeführt. Bei Patientenmit eingeschränkter Leberfunktion war die Resorptionsrate verringert und variierte stärker.
Eingeschränkte NierenfunktionEine Einzeldosis-Studie zur Pharmakokinetik von Insulin aspart wurde mit NovoRapid bei18 Patienten mit einer normalen bis stark eingeschränkten Nierenfunktion durchgeführt. Es wurde keinoffensichtlicher Effekt der Kreatinin-Clearance-Rate auf AUC, Cmax, CL/F und Tmax von Insulin aspartfestgestellt. Es lagen nur limitierte Daten für Patienten mit mittlerer oder stark eingeschränkter
Nierenfunktion vor. Patienten mit Nierenversagen, die eine Dialysebehandlung benötigen, wurdennicht untersucht.
Kinder und JugendlicheBei Kindern (6-11 Jahre) und Jugendlichen (12-18 Jahre) zeigte Fiasp einen früheren
Expositionseintritt und eine höhere frühe Insulinexposition als NovoRapid, die Gesamtexposition und
Maximalkonzentration waren jedoch ähnlich.
Der Wirkeintritt und die frühe Insulinexposition bei Fiasp waren bei Kindern und Jugendlichenähnlich wie bei Erwachsenen. Die Gesamtexposition bei Fiasp war bei Kindern und Jugendlichen bei
Dosen von 0,2 Einheiten/kg Körpergewicht geringer als bei Erwachsenen, die maximale
Konzentration von Insulin aspart im Serum war jedoch in allen Altersgruppen ähnlich.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahrenfür den Menschen erkennen. In-vitro-Studien zur Rezeptorbindungskinetik an Insulin- und
IGF-1-Rezeptoren und zu Auswirkungen auf das Zellwachstum zeigten, dass Insulin aspartdiesbezüglich keine relevanten Unterschiede zu Humaninsulin aufweist. Studien zeigen zudem, dassdie Dissoziation von Insulin aspart vom Insulinrezeptor äquivalent zu der von Humaninsulin ist.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Phenol
Metacresol (Ph.Eur.)
Glycerol
Zinkacetat
Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph. Eur.)
Argininhydrochlorid
Nicotinamid (Vitamin B3)
Salzsäure (zur Einstellung des pH-Werts)
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten Infusionsflüssigkeiten, nicht mitanderen Arzneimitteln verdünnt und gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
30 Monate.
Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen
Nach dem ersten Öffnen oder bei Verwendung als Ersatz darf das Arzneimittel maximal 4 Wochengelagert werden. Nicht über 30°C lagern. Kann im Kühlschrank gelagert werden (2°C-8°C). Nichteinfrieren. Die Kappe auf dem Pen aufgesetzt lassen, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Fiasp 100 Einheiten/ml Penfill Injektionslösung in einer Patrone
Nach dem ersten Öffnen oder bei Verwendung als Ersatz darf das Arzneimittel maximal 4 Wochengelagert werden. Nicht über 30°C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern. Nicht einfrieren. Falls die
Patrone als Ersatz mitgeführt wird und noch nicht verwendet wurde, sollte diese im Umkartonaufbewahrt werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Nach dem ersten Öffnen darf das Arzneimittel maximal 4 Wochen gelagert werden (einschließlich der
Zeit in einem Pumpenreservoir, siehe Abschnitt 6.6). Nicht über 30°C lagern. Kann im Kühlschrankgelagert werden (2°C-8°C). Nicht einfrieren. Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, umden Inhalt vor Licht zu schützen.
Fiasp 100 Einheiten/ml PumpCart Injektionslösung in einer Patrone
Nach dem ersten Öffnen oder bei Verwendung als Ersatz darf das Arzneimittel maximal 2 Wochennicht über 30°C gelagert werden. Danach kann es bis zu 7 Tage nicht über 37 °C in einem
Insulininfusions-Pumpensystem, das für die Verwendung mit dieser Patrone geeignet ist, verwendetwerden (siehe Abschnitt 6.6). Nicht im Kühlschrank lagern. Nicht einfrieren. Wenn die Patrone als
Ersatz mitgeführt wird und noch nicht verwendet wurde, sollte diese im Umkarton aufbewahrt werden,um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen
Im Kühlschrank lagern (2°C-8°C). Nicht einfrieren. Vom Kühlaggregat fernhalten. Die Kappe aufdem Pen aufgesetzt lassen, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Fiasp 100 Einheiten/ml Penfill Injektionslösung in einer Patrone
Im Kühlschrank lagern (2°C-8°C). Nicht einfrieren. Vom Kühlaggregat fernhalten. Die Patrone im
Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Im Kühlschrank lagern (2°C-8°C). Nicht einfrieren. Vom Kühlaggregat fernhalten. Die
Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Fiasp 100 Einheiten/ml PumpCart Injektionslösung in einer Patrone
Im Kühlschrank lagern (2°C-8°C). Nicht einfrieren. Vom Kühlaggregat fernhalten. Die Patrone im
Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels oder bei Verwendung als Ersatz, siehe
Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen
Patrone (Typ 1 Glas) mit einem Kolben (Halobutylgummi) und einem Stopfen(Halobutylgummi/Polyisopren), enthalten in einem Mehrdosen-Einweg-Fertigpen aus Polypropylen,
Polyoxymethylen, Polycarbonat und Acrylnitril-Butadien-Styrol.
Jeder Fertigpen enthält 3 ml Lösung.
Packungsgrößen mit 1 (mit oder ohne Nadeln) Fertigpen, 5 (ohne Nadeln) Fertigpens und eine
Bündelpackung mit 10 (2 Packungen zu je 5) (ohne Nadeln) Fertigpens.
Fiasp 100 Einheiten/ml Penfill Injektionslösung in einer Patrone
Patrone (Typ 1 Glas) mit einem Kolben (Halobutylgummi) und einem Stopfen(Halobutylgummi/Polyisopren) in einem Umkarton.
Jede Patrone enthält 3 ml Lösung.
Packungsgrößen von 5 und 10 Patronen.
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Durchstechflasche (Typ 1 Glas), verschlossen mit einer Halobutyl/Polyisopren-Gummischeibe undeinem schützenden Schnappdeckel aus Kunststoff, um ein vor Manipulationen sicheres Behältnis ineinem Umkarton zu erhalten.
Jede Durchstechflasche enthält 10 ml Lösung.
Packungsgrößen von 1 Durchstechflasche, 5 Durchstechflaschen und eine Bündelpackung mit5 (5 Packungen zu je 1) Durchstechflaschen.
Fiasp 100 Einheiten/ml PumpCart Injektionslösung in einer Patrone
Patrone (Typ 1 Glas) mit einem Kolben (Halobutylgummi) und einem Gummiverschluss(Halobutylgummi/Polyisopren) in einem Umkarton.
Jede Patrone enthält 1,6 ml Lösung.
Packungsgrößen von 5 Patronen und eine Bündelpackung mit 25 (5 Packungen zu je 5) Patronen.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungFiasp darf nicht verwendet werden, wenn die Lösung nicht klar und farblos aussieht.
Einmal gefrorenes Fiasp darf nicht mehr verwendet werden.
Fiasp 100 Einheiten/ml FlexTouch Injektionslösung im Fertigpen
Der Fertigpen (FlexTouch) ist für die Verwendung mit Injektionsnadeln geeignet, die gemäß dem
ISO-Standard für Pen-Nadeln mit einer Länge zwischen 4 mm und 8 mm und einer Stärke zwischen30G und 32G nur für subkutane Injektionen entwickelt wurden.
Nadeln und Fertigpens dürfen nicht mit Anderen geteilt werden. Die Patrone darf nicht wiederaufgefüllt werden.
Der Patient muss die Nadel nach jeder Injektion entsorgen.
Fiasp 100 Einheiten/ml Penfill Injektionslösung in einer Patrone
Die Patrone (Penfill) ist für die Verwendung mit wiederverwendbaren Insulinpens von Novo Nordiskund Injektionsnadeln geeignet, die gemäß dem ISO-Standard für Pen-Nadeln mit einer Längezwischen 4 mm und 8 mm und einer Stärke zwischen 30G und 32G nur für subkutane Injektionenentwickelt wurden.
Nadeln und Patronen dürfen nicht mit Anderen geteilt werden. Die Patrone darf nicht wiederaufgefüllt werden.
Der Patient muss die Nadel nach jeder Injektion entsorgen.
Fiasp 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche
Nadeln und Spritzen dürfen nicht mit Anderen geteilt werden.
Der Patient muss die Nadel nach jeder Injektion entsorgen.
Anwendung über CSII
Wenn Fiasp aus einer Durchstechflasche entnommen wird, kann es wie in Abschnitt 4.2 und in der
Packungsbeilage beschrieben, für maximal 6 Tage in einer Infusionspumpe (CSII) angewendetwerden. Schläuche, deren Oberflächenmaterialien aus Polyethylen oder Polyolefin hergestellt sind,erwiesen sich im Rahmen einer Evaluierung als kompatibel im Gebrauch mit den Pumpen.
Intravenöse Anwendung
Fiasp ist bei Raumtemperatur in Infusionsflüssigkeiten, wie 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-
Injektionslösung oder 5 % Glucose-Injektionslösung, 24 Stunden lang stabil.
Bei intravenöser Anwendung sollte es in Konzentrationen von 0,5 Einheiten/ml bis 1 Einheit/ml
Insulin aspart in Infusions-Systemen mit Polypropylen-Infusionsbeuteln verwendet werden.
Fiasp 100 Einheiten/ml PumpCart Injektionslösung in einer Patrone
Die Patrone darf nicht mit Anderen geteilt oder wieder aufgefüllt werden.
Die Patrone (PumpCart) darf nur mit den folgenden Insulininfusions-Pumpensystemen verwendetwerden: Accu-Chek Insight und YpsoPump Insulinpumpen. Schläuche, deren Oberflächenmaterialienaus Polyethylen oder Polyolefin hergestellt sind, erwiesen sich im Rahmen einer Evaluierung alskompatibel im Gebrauch mit den Pumpen.
EntsorgungNicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novo Nordisk A/S
Novo Allé
DK-2880 Bagsværd
Dänemark
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/16/1160/001
EU/1/16/1160/002
EU/1/16/1160/003
EU/1/16/1160/004
EU/1/16/1160/005
EU/1/16/1160/006
EU/1/16/1160/007
EU/1/16/1160/008
EU/1/16/1160/009
EU/1/16/1160/010
EU/1/16/1160/011
EU/1/16/1160/012
EU/1/16/1160/013
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 09. Januar 2017
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.