Angewendet bei: Brustkrebs
Art der Anwendung: Injektion
Substanz: Fulvestrant (Antineoplastikum)
ATC: L02BA03 (Antineoplastische und Immunmodulierende Mittel | Hormonantagonisten und Verwandte Mittel | Antiestrogene)
Dieses Arzneimittel kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
Bei Lebererkrankungen kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.
Mit besonderer Vorsicht handhaben.
Während der Behandlung ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich.
Dieses Arzneimittel während der Stillzeit nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel während der Schwangerschaft nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel kann die Leber beeinträchtigen.
Dieses Arzneimittel kann wichtige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.
Dieses Arzneimittel kann die Anzahl der Blutzellen verringern.
Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.
Während der Behandlung können regelmäßige Laboruntersuchungen erforderlich sein.
Beenden Sie die Einnahme und suchen Sie sofort medizinische Hilfe, wenn ein schwerer Hautausschlag auftritt.
Fulvestrant ist ein Medikament, das zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen eingesetzt wird, insbesondere wenn die Erkrankung hormonempfindlich ist. Es wirkt, indem es die Östrogenrezeptoren auf den Krebszellen blockiert und so deren Wachstum und Vermehrung verhindert.
Fulvestrant wird als intramuskuläre Injektion verabreicht, in der Regel einmal im Monat unter ärztlicher Aufsicht. Dosierung und Behandlungsplan werden vom Arzt je nach Stadium der Erkrankung und Ansprechen auf die Therapie festgelegt. Es ist wichtig, die Behandlung regelmäßig fortzusetzen, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Zu den Nebenwirkungen können Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Übelkeit, Knochen- oder Gelenkschmerzen und Hitzewallungen gehören. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen oder Veränderungen der Leberfunktion auftreten. Ungewöhnliche Symptome sollten umgehend dem Arzt gemeldet werden.
Fulvestrant ist eine wirksame Option zur Kontrolle von fortgeschrittenem Brustkrebs, erfordert jedoch eine sorgfältige ärztliche Überwachung. Befolgen Sie die Anweisungen des Arztes und setzen Sie die Behandlung nicht ohne dessen Zustimmung ab, um Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie zu gewährleisten.
Faslodex 250 mg Injektionslösung
Eine Fertigspritze enthält 250 mg Fulvestrant in 5 ml Lösung.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung (pro 5 ml)500 mg Ethanol (96 Prozent)500 mg Benzylalkohol750 mg Benzylbenzoat
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Injektionslösung
Klare, farblose bis gelbe, viskose Lösung
Faslodex ist angezeigt:
- als Monotherapie zur Behandlung von Östrogenrezeptor-positivem, lokal fortgeschrittenemoder metastasiertem Mammakarzinom bei postmenopausalen Frauen:
- die keine vorhergehende endokrine Therapie erhalten haben, oder
- mit Rezidiv während oder nach adjuvanter Antiöstrogen-Therapie oder bei Progressionder Erkrankung unter Antiöstrogen-Therapie.
- in Kombination mit Palbociclib zur Behandlung des Hormonrezeptor-(HR)-positiven, humanen
Wachstumsfaktor-Rezeptor-2-(HER2)-negativen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten
Mammakarzinoms bei Frauen, die eine vorhergehende endokrine Therapie erhalten haben (siehe
Abschnitt 5.1).
Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sollte die Kombinationstherapie mit Palbociclib mit einem
Luteinisierungshormon-Releasinghormon-(LHRH)-Agonisten kombiniert werden.
Erwachsene Frauen (einschließlich älterer Frauen)
Die empfohlene Dosis beträgt 500 mg in Abständen von einem Monat, wobei zwei Wochen nach der
Anfangsdosis eine zusätzliche 500-mg-Dosis gegeben wird.
Wenn Faslodex in Kombination mit Palbociclib angewendet wird, sollte die Zusammenfassung der
Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) von Palbociclib beachtet werden.
Vor Behandlungsbeginn mit der Kombination von Faslodex und Palbociclib und während der Dauerder Behandlung sollten prä-/perimenopausale Frauen gemäß der lokalen klinischen Praxis mit LHRH-
Agonisten behandelt werden.
Besondere PatientengruppenBei Patientinnen mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-
Clearance ≥ 30 ml/min) wird keine Dosisanpassung empfohlen. Die Sicherheit und Wirksamkeit bei
Patientinnen mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) sindnicht untersucht worden, daher ist Faslodex bei diesen Patientinnen mit Vorsicht anzuwenden (siehe
Abschnitt 4.4).
LeberinsuffizienzEine Dosisanpassung wird bei Patientinnen mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der
Leberfunktion nicht empfohlen. Trotzdem sollte bei diesen Patientinnen Faslodex mit Vorsichtangewendet werden, da die Exposition von Fulvestrant erhöht sein kann. Es liegen keine Daten von
Patientinnen mit schweren Leberfunktionsstörungen vor (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Faslodex bei Kindern von Geburt bis zum Alter von 18 Jahren istnicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten sind in den Abschnitten 5.1 und 5.2 beschrieben; eine
Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungFaslodex sollte langsam in Form von zwei unmittelbar aufeinander folgenden 5-ml-Injektionenintramuskulär ins Gesäß appliziert werden (1-2 Minuten/Injektion), eine in jede Gesäßhälfte(Glutealbereich).
Wenn Faslodex dorsogluteal injiziert wird, ist aufgrund der Nähe zum tiefer liegenden Ischiasnerv
Vorsicht geboten.
Detaillierte Hinweise zur Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).
Schwere Einschränkung der Leberfunktion (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Faslodex sollte bei Patientinnen mit leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion mit
Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2, pct. 4.3 und 5.2).
Faslodex sollte bei Patientinnen mit schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearancevon weniger als 30 ml/min) mit Vorsicht angewendet werden.
Aufgrund der intramuskulären Applikation sollte Faslodex bei Patientinnen mit Blutungsneigung,
Thrombozytopenie oder bei Patientinnen, die Antikoagulanzien erhalten, nur mit Vorsicht angewendetwerden.
Thromboembolische Ereignisse werden bei Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs häufigbeobachtet und wurden auch in klinischen Studien mit Faslodex beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Diessollte berücksichtigt werden, wenn Faslodex für Risikopatientinnen verschrieben wird.
Injektionsstellenbedingte Ereignisse, einschließlich Ischialgie, Neuralgie, neuropathischer Schmerzund periphere Neuropathie, sind im Zusammenhang mit einer Faslodex-Injektion berichtet worden.
Aufgrund der Nähe zum tiefer liegenden Ischiasnerv ist bei dorsoglutealer Injektion von Faslodex
Vorsicht geboten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).
Es liegen keine Daten zur Langzeitwirkung von Fulvestrant auf die Knochen vor. Aufgrund des
Wirkungsmechanismus von Fulvestrant besteht ein potenzielles Osteoporoserisiko.
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Faslodex (entweder als Monotherapie oder in Kombination mit
Palbociclib) wurde bei Patientinnen mit kritischer viszeraler Erkrankung nicht untersucht.
Wenn Faslodex in Kombination mit Palbociclib angewendet wird, sollte auch die Fachinformation von
Palbociclib berücksichtigt werden.
Beeinträchtigung von Östradiol-Antikörper-Assays
Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit von Fulvestrant und Östradiol kann Fulvestrant Antikörper-basierte Östradiol-Assays stören und zu falsch erhöhten Östradiolwerten führen.
EthanolFaslodex enthält 10 Vol.-% Ethanol (Alkohol) als sonstigen Bestandteil, d. h. bis zu 500 mg pro
Injektion, entsprechend 10 ml Bier oder 4 ml Wein. Dies könnte für Patientinnen, die unter
Alkoholismus leiden, ein gesundheitliches Risiko darstellen und ist bei Hochrisikopatientinnen, wie
Patientinnen mit einer Lebererkrankung oder Epilepsie, zu berücksichtigen.
BenzylalkoholFaslodex enthält Benzylalkohol. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen.
Kinder und JugendlicheFaslodex wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen, da Sicherheit und
Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe nicht erwiesen sind (siehe Abschnitt 5.1).
Eine klinische Studie zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Midazolam (Substrat von CYP3A4)zeigte, dass Fulvestrant CYP3A4 nicht inhibiert. Klinische Interaktionsstudien mit Rifampicin(Induktor von CYP3A4) und Ketoconazol (Inhibitor von CYP3A4) zeigten keine klinisch relevanten
Veränderungen in der Clearance von Fulvestrant. Daher ist eine Dosierungsanpassung für
Patientinnen, die gleichzeitig Fulvestrant und CYP3A4-Inhibitoren oder -Induktoren erhalten, nichterforderlich.
Patientinnen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung mit Faslodex und noch 2 Jahrenach der letzten Anwendung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftFaslodex ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei Ratten und
Kaninchen wurde gezeigt, dass Fulvestrant nach intramuskulären Einzeldosen die Plazenta passiert.
Tierstudien haben eine Reproduktionstoxizität, einschließlich einer höheren Inzidenz von fetalen
Anomalien und Todesfällen, gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Falls unter der Behandlung mit Faslodexeine Schwangerschaft eintritt, muss die Patientin über die mögliche Gefahr für den Fetus und daspotenzielle Risiko einer Fehlgeburt informiert werden.
StillzeitWährend der Behandlung mit Faslodex muss mit dem Stillen aufgehört werden. Fulvestrant geht beilaktierenden Ratten in die Muttermilch über. Es ist nicht bekannt, ob Fulvestrant beim Menschen indie Muttermilch übergeht. Aufgrund möglicher schwerwiegender Nebenwirkungen durch Fulvestrantbei Säuglingen ist die Anwendung während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
FertilitätBeim Menschen wurden die Auswirkungen von Faslodex auf die Fertilität nicht untersucht.
Faslodex hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Während der Behandlung mit Faslodex wurde jedoch sehrhäufig über Asthenie berichtet. Daher ist bei Patientinnen, bei denen diese Nebenwirkung auftritt,beim Führen von Fahrzeugen und beim Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.
Dieser Abschnitt beinhaltet Informationen, die auf allen Nebenwirkungen aus klinischen Studien,
Studien nach Produkteinführung oder spontanen Fallberichten basieren. In dem gepoolten Datensatzder Fulvestrant-Monotherapie waren die am häufigsten angegebenen Nebenwirkungen Reaktionen ander Injektionsstelle, Asthenie, Übelkeit und erhöhte Leberenzymwerte (ALT, AST, ALP).
In Tabelle 1 wurden die folgenden Häufigkeitskategorien für Nebenwirkungen (adverse drugreactions, ADRs) auf der Basis der Faslodex-500-mg-Behandlungsgruppe in studienübergreifenden
Sicherheitsanalysen bestimmt, die Faslodex 500 mg mit Faslodex 250 mg verglichen [CONFIRM(Studie D6997C00002), FINDER 1 (Studie D6997C00004), FINDER 2 (Studie D6997C00006) und
NEWEST (Studie D6997C00003)] bzw. allein auf Basis der FALCON-Studie (Studie
D699BC00001), die Faslodex 500 mg mit Anastrozol 1 mg verglich. Wenn die Häufigkeiten bei derstudienübergreifenden Sicherheitsanalyse und FALCON unterschiedlich waren, wird jeweils diehöchste Häufigkeit dargestellt. Die Häufigkeitsangaben in Tabelle 1 beruhen auf allen berichteten
Ereignissen, unabhängig von der Bewertung des Kausalzusammenhangs durch den Prüfarzt. Diemediane Behandlungsdauer mit 500 mg Fulvestrant betrug im gesamten gepoolten Datensatz(einschließlich der oben genannten Studien plus FALCON) 6,5 Monate.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie unten aufgelisteten Nebenwirkungen sind entsprechend ihrer Häufigkeit und der
Systemorganklasse (SOC) klassifiziert. Die Häufigkeitsgruppierungen sind gemäß folgender
Konvention definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1000bis < 1/100). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppierung sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad geordnet.
Tabelle 1 Nebenwirkungen, berichtet bei Patientinnen, die mit Faslodex als Monotherapiebehandelt wurden
Nebenwirkungen nach Systemorganklassen und Häufigkeit
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Häufig Infektionen des Harntrakts
Erkrankungen des Blutes und des Häufig Thrombozytopeniee
Lymphsystems
Erkrankungen des Immunsystems Sehr häufig Überempfindlichkeitsreaktionene
Gelegentlich Anaphylaktische Reaktion
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen Häufig Anorexiea
Erkrankungen des Nervensystems Häufig Kopfschmerzen
Gefäßerkrankungen Sehr häufig Hitzewallungene
Häufig Venöse Thromboemboliena
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Sehr häufig Übelkeit
Häufig Erbrechen, Durchfall
Leber- und Gallenerkrankungen Sehr häufig Erhöhte Leberenzymwerte (ALT,
AST, ALP)a
Häufig Erhöhte Bilirubinwertea
Gelegentlich Leberversagenc,f, Hepatitisf, erhöhte
Gamma-GT-Wertef
Erkrankungen der Haut und des Sehr häufig Hautausschlage
Unterhautzellgewebes
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Sehr häufig Gelenk- und muskuloskelettale
Knochenerkrankungen Schmerzend
Häufig Rückenschmerzena
Erkrankungen der Geschlechtsorgane Häufig Vaginale Blutungeneund der Brustdrüse
Gelegentlich Vaginale Candidosef, Leukorrhöf
Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig Astheniea, Reaktionen an der
Beschwerden am Verabreichungsort Injektionsstelleb
Häufig Periphere Neuropathiee, Ischialgiee
Gelegentlich Blutungen an der Injektionsstellef,
Hämatome an der Injektionsstellef,
Neuralgiec,fa Schließt Nebenwirkungen ein, für die infolge der Grunderkrankung das genaue Ausmaß des Beitrags von
Faslodex nicht bewertet werden kann.
b Der Begriff Reaktionen an der Injektionsstelle umfasst nicht die Begriffe Blutungen an der
Injektionsstelle und Hämatome an der Injektionsstelle, Ischialgie, Neuralgie und periphere Neuropathie.
c Das Ereignis wurde nicht im Rahmen der großen klinischen Studien (CONFIRM, FINDER 1, FINDER 2,
NEWEST) beobachtet. Die Häufigkeit wurde berechnet, indem der obere Grenzwert des 95%-
Konfidenzintervalls als Punktschätzwert herangezogen wurde. Dies wird berechnet mit 3/560 (wobei 560die Anzahl an Patientinnen in den großen klinischen Studien darstellt), was der Häufigkeitskategorie'gelegentlich“ entspricht.
d Einschließlich: Arthralgie und weniger häufig muskuloskelettale Schmerzen, Myalgie und Schmerzen inden Extremitäten.
e Die Häufigkeitskategorie unterscheidet sich zwischen dem studienübergreifenden Sicherheitsdatensatzund FALCON.
f Die Nebenwirkung wurde in der FALCON-Studie nicht beobachtet.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenDie unten aufgeführten Beschreibungen basieren auf dem Datensatz der Sicherheitsanalyse von228 Patientinnen, die zumindest eine (1) Fulvestrant-Dosis erhielten, bzw. von 232 Patientinnen, diezumindest eine (1) Anastrozol-Dosis in der Phase-3-FALCON-Studie erhielten.
Gelenk- und muskuloskelettale Schmerzen
In der FALCON-Studie betrug die Anzahl der Patientinnen, die die Nebenwirkung Gelenk- undmuskuloskelettale Schmerzen meldeten, 65 (31,2 %) bzw. 48 (24,1 %) im Fulvestrant- bzw.
Anastrozol-Arm. Von den 65 Patientinnen im Faslodex-Arm meldeten 40 % (26/65) der Patientinnen
Gelenk- und muskuloskelettale Schmerzen innerhalb des ersten Behandlungsmonats und 66,2 %(43/65) der Patientinnen innerhalb der ersten 3 Behandlungsmonate. Bei keiner Patientin waren diese
Nebenwirkungen vom CTCAE-Grad ≥ 3 oder erforderten eine Dosisreduktion, eine
Dosisunterbrechung oder einen Behandlungsabbruch aufgrund dieser Nebenwirkungen.
Kombinationstherapie mit Palbociclib
Das Gesamtsicherheitsprofil von Fulvestrant bei Anwendung in Kombination mit Palbociclib basiertauf Daten von 517 Patientinnen mit HR-positivem, HER2-negativem, fortgeschrittenem odermetastasiertem Brustkrebs der randomisierten PALOMA3-Studie (siehe Abschnitt 5.1). Die häufigsten(≥ 20 %) Nebenwirkungen beliebiger Schweregrade, die bei Patientinnen berichtet wurden, die
Fulvestrant in Kombination mit Palbociclib erhielten, waren Neutropenie, Leukopenie, Infektionen,
Fatigue, Übelkeit, Anämie, Stomatitis, Diarrhö, Thrombozytopenie und Erbrechen. Die häufigsten(≥ 2 %) Nebenwirkungen mit einem Schweregrad ≥ 3 waren Neutropenie, Leukopenie, Infektionen,
Anämie, erhöhter AST-Wert, Thrombozytopenie und Fatigue.
Tabelle 2 zeigt die Nebenwirkungen aus der PALOMA3-Studie.
Die mediane Expositionsdauer gegenüber Fulvestrant betrug 11,2 Monate in dem Fulvestrant +
Palbociclib-Arm und 4,8 Monate in dem Fulvestrant + Placebo-Arm. Die mediane Expositionsdauergegenüber Palbociclib betrug in dem Fulvestrant + Palbociclib-Arm 10,8 Monate.
Tabelle 2 Nebenwirkungen, basierend auf der PALOMA3-Studie (N=517)
Faslodex + Palbociclib Faslodex + Placebo
Systemorganklasse (N=345) (N=172)
Häufigkeit Alle Alle
Bevorzugter Begriff (Preferred Term)a Grad ≥ 3 Grad ≥ 3
Schweregrade Schweregraden (%) n (%)n (%) n (%)
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig
Infektionenb 188 (54,5) 19 (5,5) 60 (34,9) 6 (3,5)
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig
Neutropeniec 290 (84,1) 240 (69,6) 6 (3,5) 0
Leukopenied 207 (60,0) 132 (38,3) 9 (5,2) 1 (0,6)
Anämiee 109 (31,6) 15 (4,3) 24 (14,0) 4 (2,3)
Thrombozytopenief 88 (25,5) 10 (2,9) 0 0
Gelegentlich
Febrile Neutropenie 3 (0,9) 3 (0,9) 0 0
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig
Verminderter Appetit 60 (17,4) 4 (1,2) 18 (10,5) 1 (0,6)
Erkrankungen des NervensystemsHäufig
Dysgeusie 27 (7,8) 0 6 (3,5) 0
AugenerkrankungenHäufig
Verstärkte Tränensekretion 25 (7,2) 0 2 (1,2) 0
Verschwommenes Sehen 24 (7,0) 0 3 (1,7) 0
Trockene Augen 15 (4,3) 0 3 (1,7) 0
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsHäufig
Epistaxis 25 (7,2) 0 4 (2,3) 0
Gastrointestinale Erkranungen
Sehr häufig
Übelkeit 124 (35,9) 2 (0,6) 53 (30,8) 1 (0,6)
Stomatitisg 104 (30,1) 3 (0,9) 24 (14,0) 0
Diarrhö 94 (27,2) 0 35 (20,3) 2 (1,2)
Erbrechen 75 (21,7) 2 (0,6) 28 (16,3) 1 (0,6)
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesSehr häufig
Alopezie 67 (19,4) NA 11 (6,4) NA
Hautausschlagh 63 (18,3) 3 (0,9) 10 (5,8) 0
Häufig
Trockene Haut 28 (8,1) 0 3 (1,7) 0
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig
Fatigue 152 (44,1) 9 (2,6) 54 (31,4) 2 (1,2)
Pyrexie 47 (13,6) 1 (0,3) 10 (5,8) 0
Häufig
Asthenie 27 (7,8) 1 (0,3) 13 (7,6) 2 (1,2)
Untersuchungen
Sehr häufig
AST-Wert erhöht 40 (11,6) 11 (3,2) 13 (7,6) 4 (2,3)
Häufig
ALT-Wert erhöht 30 (8,7) 7 (2,0) 10 (5,8) 1 (0,6)
ALT= Alaninaminotransferase; AST= Aspartataminotransferase; N/n= Anzahl Patientinnen; NA= Nichtzutreffend.a Bevorzugte Bezeichnungen (preferred terms, PTs) gemäß MedDRA 17.1.b Infektionen umfassen alle PTs, die Teil der Systemorganklasse der Infektionen und parasitären Erkrankungensind.c Neutropenie umfasst folgende PTs: Neutropenie, Neutrophilenzahl vermindert.d Leukopenie umfasst folgende PTs: Leukopenie, Leukozytenzahl vermindert.e Anämie umfasst folgende PTs: Anämie, Hämoglobin erniedrigt, Hämatokrit vermindert.f Thrombozytopenie umfasst folgende PTs: Thrombozytopenie, Thrombozytenzahl vermindert.g Stomatitis umfasst folgende PTs: Stomatitis aphtosa, Cheilitis, Glossitis, Glossodynie, Mundulzeration,
Schleimhautentzündung, Mundschmerzen, Beschwerden im Oropharynx, Schmerzen im Oropharynx, Stomatitis.h Hautausschlag umfasst folgende PTs: Ausschlag, Ausschlag makulo-papulös, Ausschlag mit Juckreiz,
Ausschlag erythematös, Ausschlag papulös, Dermatitis, Dermatitis acneiform, toxischer Hautausschlag.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenBei Patientinnen, die Fulvestrant in Kombination mit Palbociclib in der PALOMA3-Studie erhielten,wurde Neutropenie unabhängig vom Schweregrad bei 290 (84,1 %) Patientinnen berichtet,
Neutropenie des Grads 3 wurde bei 200 (58,0 %) Patientinnen berichtet und Neutropenie des Grads 4wurde bei 40 (11,6 %) Patientinnen berichtet. Im Fulvestrant + Placebo-Arm (n=172) wurde
Neutropenie unabhängig vom Schweregrad bei 6 (3,5 %) Patientinnen berichtet. Im Fulvestrant +
Placebo-Arm gab es keine Berichte von Neutropenie des Grads 3 und 4.
Bei Patientinnen, die Fulvestrant in Kombination mit Palbociclib erhielten, betrug die mediane Zeit biszum ersten Auftreten von Neutropenie unabhängig vom Schweregrad 15 Tage (Bereich: 13-512 Tage)und die mediane Dauer einer Neutropenie des Grads ≥ 3 betrug 16 Tage. Febrile Neutropenie wurdebei 3 (0,9 %) der Patientinnen berichtet, die Fulvestrant in Kombination mit Palbociclib erhielten.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es gibt einzelne Berichte über Überdosierung mit Faslodex beim Menschen. Falls eine Überdosierungeintritt, wird eine unterstützende symptomatische Behandlung empfohlen. Tierstudien weisen daraufhin, dass sich unter höheren Fulvestrant-Dosen keine anderen Wirkungen zeigen als solche, die direktoder indirekt in Zusammenhang mit der antiöstrogenen Wirkung stehen (siehe Abschnitt 5.3).
Pharmakotherapeutische Gruppe: Endokrine Therapie, Antiöstrogene, ATC-Code: L02BA03
Wirkmechanismus und pharmakodynamische WirkungenFulvestrant ist ein kompetitiver Östrogenrezeptor (ER)-Antagonist mit einer dem Östradiolvergleichbaren Affinität. Fulvestrant blockiert die trophischen Wirkungen der Östrogene, ohne partiellagonistische (östrogenartige) Aktivität. Der Wirkungsmechanismus ist mit einer Reduktion der
Östrogenrezeptorprotein-Spiegel verknüpft.
Klinische Studien mit postmenopausalen Frauen mit primärem Mammakarzinom haben gezeigt, dass
Fulvestrant das ER-Protein in ER-positiven Tumoren im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert. In
Übereinstimmung mit dem Fehlen von intrinsischen Östrogen-agonistischen Wirkungen war die
Expression des Progesteronrezeptors ebenfalls signifikant vermindert. Es wurde auch gezeigt, dass
Fulvestrant 500 mg bei Mammakarzinomen unter postmenopausalen, neoadjuvanten Bedingungen den
Östrogenrezeptor und den Proliferationsmarker Ki67 stärker reduziert als Fulvestrant 250 mg.
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei fortgeschrittenem Mammakarzinom
MonotherapieEs wurde eine klinische Phase-3-Studie mit 736 postmenopausalen Frauen mit fortgeschrittenem
Mammakarzinom durchgeführt, die ein Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach eineradjuvanten Hormontherapie oder in der Folge der Hormontherapie der fortgeschrittenen Erkrankungeine Progression zeigten. Die Studie umfasste 423 Patientinnen, deren Erkrankung während einer
Antiöstrogen-Therapie wieder aufgetreten oder fortgeschritten war (AE Untergruppe) und313 Patientinnen, deren Erkrankung während einer Aromatasehemmer-Therapie wieder aufgetretenoder fortgeschritten war (AI Untergruppe). In dieser Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von
Faslodex 500 mg (n=362) mit Faslodex 250 mg (n=374) verglichen. Das progressionsfreie Überleben(Progression-free survival, PFS) war der primäre Endpunkt; entscheidende sekundäre Endpunkte zur
Wirksamkeit waren objektive Ansprechrate (Objective response rate, ORR), klinische Nutzenrate(Clinical benefit rate, CBR) und Gesamtüberleben (Overall survival, OS). Ergebnisse zur
Wirksamkeit aus der CONFIRM-Studie sind in Tabelle 3 zusammengefasst.
Tabelle 3 Zusammenfassung der Ergebnisse für den primären Wirksamkeitsendpunkt (PFS)und entscheidende sekundäre Wirksamkeitsendpunkte aus der CONFIRM-Studie
Variable Art der Faslodex Faslodex Vergleich zwischen Gruppen
Schätzung; 500 mg 250 mg (Faslodex 500 mg/Faslodex 250 mg)
Vergleich der (N=362) (N=374) Hazard Ratio 95%-CI p-Wert
BehandlungPFS K-M Medianin Monaten;
Hazard Ratio
Alle Patientinnen 6,5 5,5 0,80 0,68; 0,94 0,006
- AE Untergruppe (n=423) 8,6 5,8 0,76 0,62; 0,94 0,013
- AI Untergruppe (n=313)a 5,4 4,1 0,85 0,67; 1,08 0,195
OSb K-M Medianin Monaten;
Hazard Ratio
Alle Patientinnen 26,4 22,3 0,81 0,69; 0,96 0,016c
- AE Untergruppe (n=423) 30,6 23,9 0,79 0,63; 0,99 0,038c
- AI Untergruppe (n=313)a 24,1 20,8 0,86 0,67; 1,11 0,241c
Variable Art der Faslodex Faslodex Vergleich zwischen Gruppen
Schätzung; 500 mg 250 mg (Faslodex 500 mg/Faslodex 250 mg)
Vergleich der (N=362) (N=374) Absoluter 95%-CI
Behandlung Unterschiedin %
ORRd % der
Patientinnen mit
OR;absoluter
Unterschiedin %
Alle Patientinnen 13,8 14,6 -0,8 -5,8; 6,3
- AE Untergruppe (n=296) 18,1 19,1 -1,0 -8,2; 9,3
- AI Untergruppe (n=205)a 7,3 8,3 -1,0 -5,5; 9,8
CBRe % der
Patientinnen mit
CB;absoluter
Unterschiedin %
Alle Patientinnen 45,6 39,6 6,0 -1,1; 13,3
- AE Untergruppe (n=423) 52,4 45,1 7,3 -2,2; 16,6
- AI Untergruppe (n=313)a 36,2 32,3 3,9 -6,1; 15,2a Faslodex ist angezeigt für Patientinnen, deren Erkrankung während einer Antiöstrogen-Therapie wieder aufgetretenoder fortgeschritten war. Die Ergebnisse in der AI Untergruppe sind nicht beweiskräftig.b Die Darstellung des OS bezieht sich auf die finalen Überlebensanalysen bei einer Datenreife von 75 %.c Nominaler p-Wert ohne Multiplizitätsbereinigung zwischen den initialen Gesamtüberlebensanalysen bei einer
Datenreife von 50 % und den aktualisierten Überlebensanalysen bei einer Datenreife von 75 %.d ORR wurde bei den Patientinnen beurteilt, die bezüglich des Ansprechens bei Studienbeginn auswertbar waren (d. h.
die mit einer messbaren Erkrankung bei Studienbeginn: 240 Patientinnen in der Faslodex-500-mg-Gruppe und261 Patientinnen in der Faslodex-250-mg-Gruppe).
e Patientinnen mit bestem objektivem Ansprechen in Form vollständigen Ansprechens, teilweisen Ansprechens oderstabiler Erkrankung 24 Wochen.
PFS: Progression-free survival (progressionsfreies Überleben); ORR: Objective response rate (objektive Ansprechrate); OR:
Objective response (objektives Ansprechen); CBR: Clinical benefit rate (klinische Nutzenrate); CB: Clinical benefit(klinischer Nutzen); OS: Overall survival (Gesamtüberleben); K-M: Kaplan-Meier; CI: Confidence intervall(Konfidenzintervall); AI: Aromatase inhibitor (Aromatasehemmer); AE: Anti-estrogen (Antiöstrogen).
Es wurde eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Phase-3-Studie im Double-Dummy-
Design mit Faslodex 500 mg versus Anastrozol 1 mg mit postmenopausalen Frauen mit ER-positivemund/oder PgR-positivem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs durchgeführt, dievorher keine endokrine Therapie erhalten hatten. Insgesamt wurden 462 Patientinnen 1:1 sequenziellrandomisiert, um entweder Fulvestrant 500 mg oder Anastrozol 1 mg zu erhalten.
Die Randomisierung wurde gemäß Krankheitsstadium (lokal fortgeschritten oder metastasiert),vorangegangener Chemotherapie aufgrund fortgeschrittener Erkrankung und messbarer Erkrankungstratifiziert.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie war das vom Prüfarzt beurteilte progressionsfreie
Überleben (PFS), bewertet anhand von RECIST 1.1 (Response Evaluation Criteria in Solid Tumours).
Zu den entscheidenden sekundären Wirksamkeitsendpunkten gehörten Gesamtüberleben (OS) undobjektive Ansprechrate (ORR).
Das Durchschnittsalter der in diese Studie aufgenommenen Patientinnen betrug 63 Jahre (Bereich 36-90). Die Mehrzahl der Patientinnen (87,0 %) wies zu Studienbeginn eine Metastasierung auf.
Fünfundfünfzig Prozent (55,0 %) der Patientinnen wiesen zu Studienbeginn eine viszerale
Metastasierung auf. Insgesamt 17,1 % der Patientinnen hatten vorher eine Chemotherapie gegen diefortgeschrittene Erkrankung erhalten; 84,2 % der Patientinnen hatten eine messbare Erkrankung.
Über die Mehrzahl der präspezifizierten Patientinnen-Subgruppen wurden konsistente Ergebnissebeobachtet. Für die Subgruppe der Patientinnen mit einer Erkrankung, die sich auf nichtviszerale
Metastasen (n=208) beschränkte, betrug die HR 0,592 (95%-CI: 0,419; 0,837) für den Faslodex-Armim Vergleich zum Anastrozol-Arm. Für die Subgruppe der Patientinnen mit viszeralen Metastasen(n=254) betrug die HR 0,993 (95%-CI: 0,740; 1,331) für den Faslodex-Arm im Vergleich zum
Anastrozol-Arm. Die Wirksamkeitsergebnisse der FALCON-Studie sind in Tabelle 4 und Abbildung 1dargestellt.
Tabelle 4 Zusammenfassung der Ergebnisse für den primären Wirksamkeitsendpunkt(PFS) und entscheidende sekundäre Wirksamkeitsendpunkte (Beurteilung durchden Prüfarzt, Intent-To-Treat-Population) - FALCON-Studie
Faslodex Anastrozol500 mg 1 mg(N=230) (N=232)
Progressionsfreies Überleben
Anzahl von PFS-Ereignissen (%) 143 (62,2 %) 166 (71,6 %)
PFS-Hazard Ratio (95%-CI) und HR 0,797 (0,637 - 0,999)p-Wert p = 0.0486
PFS-Median [Monate (95%-CI)] 16,6 (13,8; 21,0) 13,8 (12,0; 16,6)
Anzahl von OS-Ereignissen* 67 (29,1 %) 75 (32,3 %)
OS-Hazard Ratio (95%-CI) und HR 0,875 (0,629 - 1,217)p-Wert p = 0,4277
ORR** 89 (46,1 %) 88 (44,9 %)
ORR-Odds-Ratio (95%-CI) und OR 1,074 (0,716 - 1,614)p-Wert p = 0,7290
Mediane DoR (Monate) 20,0 13,2
CBR 180 (78,3 %) 172 (74,1 %)
CBR-Odds-Ratio (95%-CI) und OR 1,253 (0,815 - 1,932)p-Wert p = 0,3045
*(31 % Datenreife) - keine finale OS-Analyse
**für Patientinnen mit messbarer Erkrankung
Abbildung 1 Kaplan-Meier-Kurve zum progressionsfreien Überleben (Beurteilung durch den
Prüfarzt, Intent-To-Treat-Population) - FALCON-Studie
Zeit seit Randomisierung (Monate)
Behandlung ——— Fulvestrant 500 mg (N=230) - - - - - - Anastrozol 1 mg (N=232)
Anzahl von Patientinnen mit Risiko
FUL500 230 187 171 150 124 110 96 81 63 44 24 11 2 0
ANAS1 232 194 162 139 120 102 84 60 45 31 22 10 0 0
Es wurden zwei klinische Phase-3-Studien mit insgesamt 851 postmenopausalen Frauen mitfortgeschrittenem Mammakarzinom abgeschlossen, die ein Wiederauftreten der Erkrankung währendoder nach einer adjuvanten endokrinen Therapie oder in der Folge einer endokrinen Therapie derfortgeschrittenen Erkrankung eine Progression zeigten. Im Patientinnenkollektiv der Studien hattensiebenundsiebzig Prozent (77 %) Östrogenrezeptor-positiven Brustkrebs. In diesen Studien wurden die
Sicherheit und Wirksamkeit einer monatlichen Anwendung von Faslodex 250 mg mit der täglichen
Einnahme von 1 mg Anastrozol (Aromatasehemmer) verglichen. Insgesamt war Faslodex in einereinmal monatlichen Dosierung von 250 mg im Hinblick auf das progressionsfreie Überleben, dasobjektive Ansprechen und Zeit bis zum Tod mindestens ebenso wirksam wie Anastrozol. Für keinendieser Endpunkte gab es statistisch signifikante Unterschiede zwischen den beiden
Behandlungsgruppen. Das progressionsfreie Überleben war der primäre Endpunkt. Die gemeinsame
Auswertung beider Studien hat gezeigt, dass es bei 83 % der Patientinnen, die Faslodex erhielten, zueiner Progression kam, verglichen mit 85 % der Patientinnen, die Anastrozol erhielten. Diegemeinsame Auswertung beider Studien hat gezeigt, dass die Hazard Ratio von Faslodex 250 mggegenüber Anastrozol für das progressionsfreie Überleben 0,95 (95%-CI 0,82 bis 1,10) war. Dieobjektive Ansprechrate für Faslodex 250 mg betrug 19,2 % im Vergleich zu 16,5 % für Anastrozol.
Die mediane Zeit bis zum Tod betrug 27,4 Monate für die mit Faslodex behandelten Patientinnen und27,6 Monate für Patientinnen, die mit Anastrozol behandelt wurden. Die Hazard Ratio von Faslodex250 mg gegenüber Anastrozol für die Zeit bis zum Tod war 1,01 (95%-CI 0,86 bis 1,19).
Kombinationstherapie mit Palbociclib
Eine internationale, randomisierte, doppelblinde, multizentrische Parallelgruppen-Studie der Phase 3mit Faslodex 500 mg plus Palbociclib 125 mg im Vergleich zu Faslodex 500 mg plus Placebo wurdedurchgeführt bei Frauen mit HR-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem Brustkrebs, dernicht für eine Resektion oder Strahlentherapie mit kurativer Zielsetzung geeignet war, bzw. bei Frauenmit metastasiertem Brustkrebs, unabhängig von ihrem Menopausenstatus, deren Erkrankung nacheiner vorausgehenden endokrinen Therapie im Rahmen des (neo-)adjuvanten oder metastasierten
Settings fortschritt.
Insgesamt 521 prä/peri- und postmenopausale Frauen, bei denen nach oder innerhalb von 12 Monatennach Abschluss der adjuvanten endokrinen Therapie bzw. nach oder innerhalb eines Monats nach
PFS-Wahrscheinlichkeiteiner endokrinen Therapie der fortgeschrittenen Erkrankung eine Progression auftrat, wurden im
Verhältnis 2:1 auf die Behandlungsarme Faslodex plus Palbociclib oder Faslodex plus Placeborandomisiert und nach dokumentiertem Ansprechen auf eine vorausgehende endokrine Therapie,
Menopausenstatus bei Studienaufnahme (prä-/perimenopausal gegenüber postmenopausal) und der
Präsenz von viszeralen Metastasen stratifiziert. Prä-/perimenopausale Frauen erhielten den LHRH-
Agonisten Goserelin. Patientinnen mit fortgeschrittener/metastasierter, symptomatischer, viszeraler
Ausbreitung, die auf kurze Sicht ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Komplikationen aufwiesen(einschließlich Patientinnen mit massiven unkontrollierten Ergüssen [pleural, perikardial, peritoneal],pulmonaler Lymphangitis und über 50 % Leberbeteiligung), waren für den Einschluss in die Studienicht geeignet.
Die Patientinnen erhielten weiterhin die ihnen zugewiesene Behandlung bis zum Auftreten eines derfolgenden Ereignisse: objektiver Krankheitsfortschritt, symptomatische Verschlechterung, nichtakzeptable Nebenwirkungen, Tod oder Widerruf des Einverständnisses, je nachdem, was zuersteintrat. Ein Cross-over zwischen den Behandlungsarmen war nicht zulässig.
Hinsichtlich der demografischen Basisdaten und prognostischen Merkmale gab es zwischen den
Patientinnen des Faslodex-plus-Palbociclib-Arms und des Faslodex-plus-Placebo-Arms eine hohe
Übereinstimmung. Der Altersmedian der Studienteilnehmerinnen betrug 57 Jahre (Bereich 29-88). Inbeiden Behandlungsarmen war die Mehrheit der Patientinnen weißer Hautfarbe, hatte nachweislichauf eine vorhergehende endokrine Therapie angesprochen und war postmenopausal.
Etwa 20 % der Patientinnen waren prä-/perimenopausal. Alle Patientinnen hatten vorher einesystemische Therapie erhalten und die meisten Patientinnen aus beiden Behandlungsarmen hattenvorher eine Chemotherapie zur Behandlung ihrer Primärdiagnose erhalten. Mehr als die Hälfte (62 %)hatten einen ECOG-Performance-Status von 0; 60 % hatten viszerale Metastasen und 60 % hattenmehr als 1 vorhergehende endokrine Therapie zur Behandlung ihrer Primärdiagnose erhalten.
Der primäre Endpunkt der Studie war das durch den Prüfarzt beurteilte PFS, bewertet nach RECIST1.1. Unterstützende PFS-Analysen erfolgten auf Basis einer unabhängigen zentralen radiologischen
Untersuchung. Zu den sekundären Endpunkten gehörten OR, CBR, Gesamtüberleben (overallsurvival, OS), die Sicherheit sowie der Endpunkt Zeit bis zur Verschlechterung (time to deterioration,
TTD) der Schmerzen.
Die Studie erreichte den primären Endpunkt des durch den Prüfarzt bewerteten verlängerten PFS beider Zwischenanalyse, die basierend auf 82 % der geplanten PFS-Ereignisse durchgeführt wurde; die
Ergebnisse überschritten die vordefinierte Haybittle-Peto-Wirksamkeitsgrenze (α=0,00135) undwiesen damit eine statistisch signifikante Verlängerung des PFS und einen klinisch bedeutsamen
Behandlungseffekt nach. Eine Aktualisierung der Wirksamkeitsdaten mit einer höheren Datenreife istin Tabelle 5 dargestellt.
Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 45 Monaten erfolgte die endgültige OS-Analysebasierend auf 310 Ereignissen (60 % der randomisierten Patientinnen). Es wurde eine Differenz desmedianen OS von 6,9 Monaten im Arm mit Palbociclib plus Fulvestrant im Vergleich zum Arm mit
Placebo plus Fulvestrant festgestellt. Das Ergebnis war bei dem vordefinierten Signifikanzniveau von0,0235 (einseitig) nicht statistisch signifikant. Im Arm mit Placebo plus Fulvestrant erhielten 15,5 %der randomisierten Patientinnen nach der Krankheitsprogression eine Therapie mit Palbociclib undanderen CDK-Inhibitoren.
Die Ergebnisse des vom Prüfarzt bewerteten PFS und die endgültigen Daten zum OS aus der
PALOMA3-Studie sind in Tabelle 5 aufgeführt. Die entsprechenden Kaplan-Meier-Kurven sind in
Abbildung 2 bzw. 3 dargestellt.
Tabelle 5 Wirksamkeitsergebnisse - PALOMA3-Studie (Beurteilung durch den Prüfarzt,
Intent-To-Treat-Population)
Aktualisierte Analyse(Stichtag 23. Oktober 2015)
Faslodex plus Palbociclib Faslodex plus Placebo(N=347) (N=174)
Progressionsfreies Überleben
Median [Monate (95%-CI)] 11,2 (9,5; 12,9) 4,6 (3,5; 5,6)
Hazard Ratio (95%-CI) 0,497 (0,398; 0,620), p <0,000001und p-Wert
Sekundäre Endpunkte
OR [% (95%-CI)] 26,2 (21,7; 31,2) 13,8 (9,0; 19,8)
OR (messbare Erkrankung) 33,7 (28,1; 39,7) 17,4 (11,5; 24,8)[% (95%-CI)]
CBR (% [95%-CI]) 68,0 (62,8; 72,9) 39,7 (32,3; 47,3)
Finales Gesamtüberleben (OS)(Stichtag 13. April 2018)
Anzahl der Ereignisse (%) 201 (57,9) 109 (62,6)
Median [Monate (95% CI)] 34,9 (28,8; 40,0) 28,0 (23,6; 34,6)
Hazard Ratio (95% CI) und 0,814 (0,644; 1,029)p-Wert† p=0,0429†*
CBR = Klinische Nutzenrate; CI = Konfidenzintervall; N = Anzahl Patientinnen; OR = Objektive Ansprechrate
Ergebnisse für sekundäre Endpunkte basierend auf bestätigtem und unbestätigtem Ansprechen gemäß RECIST1.1
* Nicht statistisch signifikant† Einseitiger p-Wert nach Log-Rank-Test mit Stratifizierung nach Vorhandensein viszeraler Metastasen und
Sensibilität bezüglich einer vorausgehenden Hormontherapie bei Randomisierung
Abbildung 2 Kaplan-Meier-Kurve zum progressionsfreien Überleben (Beurteilung durch den
Prüfarzt, Intent-To-Treat-Population) - PALOMA3-Studie (Stichtag23. Oktober 2015)100 Palbociclib+Fulvestrant90 Placebo+Fulvestrant0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22
Zeit (Monate)
Anzahl Risikopatienten
PAL+FUL 347 276 245 215 189 168 137 69 38 12 2 1
PCB+FUL 174 112 83 62 51 43 29 15 11 4 1
FUL = Fulvestrant; PAL = Palbociclib; PCB = Placebo.
Wahrscheinlichkeit desprogressionsfreien Überlebens (%)
In allen individuellen, durch die Stratifizierungs-Parameter und Baseline-Patientenmerkmaledefinierten Patienten-Subgruppen wurde im Faslodex-plus-Palbociclib-Arm eine Verringerung des
Risikos für Krankheitsprogression oder Tod beobachtet. Dies zeigte sich bei prä-/perimenopausalen
Frauen (HR von 0,46 [95%-CI: 0,28; 0,75]) und postmenopausalen Frauen (HR von 0,52 [95%-CI:0,40; 0,66]) sowie bei Patientinnen mit viszeralen Metastasen (HR von 0,50 [95%-CI: 0,38; 0,65]) undnichtviszeralen Metastasen (HR von 0,48 [95%-CI: 0,33; 0,71]). Ein Nutzen wurde darüber hinausunabhängig von der vorausgegangenen Therapielinie im metastasierten Setting beobachtet, ganzgleich ob es sich um 0 (HR von 0,59 [95%-CI: 0,37; 0,93]), 1 (HR von 0,46 [95%-CI: 0,32; 0,64]),2 (HR von 0,48 [95%-CI: 0,30; 0,76]) oder ≥ 3 Therapielinien (HR von 0,59 [95%-CI: 0,28; 1,22])handelte.
Abbildung 3. Kaplan-Meier-Plot des Gesamtüberlebens (Intent-To-Treat-Population) -
PALOMA3-Studie (Stichtag 13. April 2018)100 Palbociclib+Fulvestrant
Placebo+Fulvestrant0 6 12 18 24 30 36 42 48 54
Zeit (Monate)
Anzahl Risikopatientinnen
PAL+FUL 347 321 286 247 209 165 148 126 17
PCB+FUL 174 155 135 115 86 68 57 43 7
FUL=Fulvestrant; PAL=Palbociclib; PCB=Placebo.
Zusätzliche Wirksamkeitsmessungen (OR und TTR) zur Bewertung der Patienten-Subgruppen mitund ohne viszerale Erkrankung sind in Tabelle 6 dargestellt.
Tabelle 6 Wirksamkeitsergebnisse bei viszeraler und nichtviszeraler Erkrankung aus der
PALOMA3-Studie (Intent-To-Treat-Population)
Viszerale Erkrankung Nichtviszerale Erkrankung
Faslodex plus Faslodex plus Faslodex plus Faslodex plus
Palbociclib Placebo Palbociclib Placebo(N=206) (N=105) (N=141) (N=69)
OR [% (95%-CI)] 35,0 13,3 13,5 14,5(28,5; 41,9) (7,5; 21,4) (8,3; 20,2) (7,2; 25,0)
TTR*, Median 3,8 5,4 3,7 3,6[Monate (Bereich)] (3,5; 16,7) (3,5; 16,7) (1,9; 13,7) (3,4; 3,7)
* Ansprechraten-Ergebnisse, basierend auf bestätigten und unbestätigten Ansprechreaktionen
N = Anzahl der Patientinnen; CI = Konfidenzintervall; OR = objektives Ansprechen; TTR = Zeit bis zum ersten
Ansprechen des Tumors (time to first tumor response).
Die von den Patientinnen berichteten Symptome wurden mithilfe des Lebensqualitäts-
Kernfragebogens (QLQ)-C30 der European Organization for Research and Treatment of Cancer(EORTC) und des zugehörigen Brustkrebsmoduls (EORTC QLQ-BR23) beurteilt. Insgesamt
Wahrscheinl. des Gesamtüberlebens (%)335 Patientinnen im Faslodex-plus-Palbociclib-Arm und 166 Patientinnen im Faslodex-plus-Placebo-
Arm füllten den Fragebogen bei der Baseline und bei mindestens einem Termin nach Baseline aus.
Die Zeit bis zur Verschlechterung wurde im Vorfeld als Zeit von der Baseline bis zur ersten Erhöhungdes Schmerzsymptom-Scores um ≥ 10 Punkte gegenüber der Baseline definiert. Die Ergänzung von
Palbociclib zu Faslodex führte zu einem Nutzen bei den Schmerzsymptomen durch die signifikante
Verzögerung der Zeit bis zur Verschlechterung der Schmerzsymptome gegenüber Faslodex plus
Placebo (Median-Wert von 8,0 Monaten gegenüber 2,8 Monaten. HR von 0,64 [95%-CI: 0,49; 0,85];p < 0,001).
Wirkungen auf das postmenopausale Endometrium
Präklinische Daten deuten nicht darauf hin, dass Fulvestrant eine stimulierende Wirkung auf daspostmenopausale Endometrium hat (siehe Abschnitt 5.3). Eine Studie über 2 Wochen mitpostmenopausalen gesunden Probandinnen, die mit 20 Mikrogramm Ethinylestradiol pro Tagbehandelt wurden, hat gezeigt, dass eine Vorbehandlung mit Faslodex 250 mg im Vergleich zur
Vorbehandlung mit Placebo zu einer signifikant verminderten Stimulierung des postmenopausalen
Endometriums führte. Das wurde durch Ultraschallmessungen der Dicke des Endometriums ermittelt.
Eine neoadjuvante Behandlung mit einer Dauer von bis zu 16 Wochen führte bei Patientinnen mit
Mammakarzinom, die entweder mit Faslodex 500 mg oder Faslodex 250 mg behandelt wurden, nichtzu klinisch signifikanten Änderungen der Endometriumdicke. Dies weist auf das Fehlen einesagonistischen Effekts hin. Es liegen keine Anzeichen für Nebenwirkungen auf das Endometrium beiden untersuchten Patientinnen mit Mammakarzinom vor. Bezüglich der Morphologie des
Endometriums sind keine Daten verfügbar.
In zwei Kurzzeit-Studien (1 und 12 Wochen) mit prämenopausalen Patientinnen mit gutartigergynäkologischer Erkrankung wurden zwischen Fulvestrant- und Placebo-Gruppen keine signifikanten
Unterschiede in der Dicke des Endometriums (gemessen mit Ultraschall) beobachtet.
Wirkungen auf die Knochen
Es gibt keine Langzeitdaten zur Wirkung von Fulvestrant auf die Knochen. Eine neoadjuvante
Behandlung mit einer Dauer von bis zu 16 Wochen führte bei Patientinnen mit Mammakarzinom, dieentweder mit Faslodex 500 mg oder Faslodex 250 mg behandelt wurden, zu keinen klinischsignifikanten Änderungen von Markern für Knochenabbau im Serum.
Kinder und JugendlicheFaslodex ist für die Anwendung bei Kindern nicht indiziert. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hatfür Faslodex eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen aus Studien in allenpädiatrischen Altersklassen im Anwendungsgebiet Mammakarzinom gewährt (siehe Abschnitt 4.2bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Bei 30 Mädchen im Alter von 1 bis 8 Jahren mit progressiver vorzeitiger Pubertät im Zusammenhangmit McCune-Albright-Syndrom (MAS) wurden in einer offenen Phase-2-Studie die Sicherheit,
Wirksamkeit und Pharmakokinetik von Fulvestrant untersucht. Die pädiatrischen Patienten erhieltenmonatlich eine intramuskuläre Fulvestrant-Dosis von 4 mg/kg. Diese 12-monatige Studie untersuchteeine Anzahl von MAS-Endpunkten und zeigte eine Reduktion in der Häufigkeit von Vaginalblutungenund eine Reduktion in der Rate fortschreitender Knochenalterung. Die Steady-state-Konzentrationen(trough level) von Fulvestrant bei den Kindern in dieser Studie waren konsistent mit denjenigen bei
Erwachsenen (siehe Abschnitt 5.2). Aus dieser kleinen Studie haben sich keine neuen
Sicherheitsbedenken ergeben, 5-Jahres-Daten sind allerdings noch nicht verfügbar.
Nach Anwendung von Faslodex, das nach intramuskulärer Injektion lang wirksam ist, wird
Fulvestrant langsam resorbiert und maximale Plasmakonzentrationen (Cmax) werden nach ungefähr5 Tagen erreicht. Bei der Anwendung des Faslodex-500-mg-Dosierungsregimes werden innerhalb desersten Monats nach der Anwendung Expositionslevel auf, oder annähernd auf, dem Niveau des Steadystate erreicht (mittlerer [CV]: AUC 475 [33,4 %] ng. Tage/ml, Cmax 25,1 [35,3 %] ng/ml, bzw. Cmin16,3 [25.9 %] ng/ml). Im Steady state bleiben die Plasmakonzentrationen von Fulvestrant in einemrelativ engen Bereich mit einer bis zu ungefähr 3-fachen Differenz zwischen maximalen undminimalen Konzentrationen. Nach intramuskulärer Applikation ist im Dosierungsbereich von 50 bis500 mg die Exposition annähernd zur Dosis proportional.
VerteilungFulvestrant unterliegt einer extensiven und schnellen Verteilung. Das große scheinbare
Verteilungsvolumen im Steady state (Vdss) von ungefähr 3 bis 5 l/kg zeigt, dass überwiegend eineextravasale Verteilung vorliegt. Fulvestrant wird in hohem Maße an Plasmaproteine gebunden (99 %).
Fraktionen von Lipoprotein sehr niedriger Dichte (VLDL), Lipoprotein niedriger Dichte (LDL) und
Lipoprotein hoher Dichte (HDL) sind die hauptsächlichen Bindungspartner. Interaktionsstudien zurkompetitiven Proteinbindung wurden nicht durchgeführt. Die Rolle des Geschlechtshormon-bindenden Globulins (SHBG) wurde nicht untersucht.
BiotransformationDer Metabolismus von Fulvestrant ist nicht vollständig geklärt, beinhaltet aber Kombinationen einer
Anzahl möglicher Biotransformationswege, die denen endogener Steroide entsprechen. Dieidentifizierten Metaboliten (einschließlich 17-Keton-, Sulfon-, 3-Sulfat-, 3- und 17-
Glucuronidmetaboliten) sind in Antiöstrogenmodellen entweder weniger wirksam oder zeigen eineähnliche Aktivität wie Fulvestrant. Studien an menschlichen Leberpräparaten und rekombinantenmenschlichen Enzymen zeigen, dass CYP3A4 das einzige P-450 Isoenzym ist, das an der Oxidationvon Fulvestrant beteiligt ist, jedoch scheinen in vivo nicht durch P-450 vermittelte
Biotransformationswege zu überwiegen. In-vitro-Daten weisen darauf hin, dass Fulvestrant die
CYP450-Isoenzyme nicht inhibiert.
EliminationFulvestrant wird hauptsächlich in metabolisierter Form eliminiert. Die Ausscheidung erfolgthauptsächlich über die Fäzes mit weniger als 1 % Ausscheidung über den Urin. Fulvestrant hat einehohe Clearance, 11 ± 1,7 ml/min/kg, die auf ein hohes hepatisches Extraktionsverhältnis hinweist. Dieterminale Halbwertszeit (t1/2) nach intramuskulärer Applikation wird von der Absorptionsratebestimmt und wurde auf 50 Tage berechnet.
Besondere Patientinnengruppen
In einer pharmakokinetischen Patientinnengruppen-Analyse von Daten aus Phase-3-Studien wurde im
Hinblick auf Alter (Bereich von 33 bis 89 Jahre), Gewicht (40-127 kg) oder Rasse kein Unterschiedim pharmakokinetischen Profil von Fulvestrant festgestellt.
NiereninsuffizienzEine leichte bis mäßige Nierenfunktionsstörung hat die Pharmakokinetik von Fulvestrant in keinemklinisch relevanten Ausmaß beeinflusst.
LeberinsuffizienzDie Pharmakokinetik von Fulvestrant wurde in einer klinischen Einzeldosis-Studie an Frauen mitleichten bis mittelschweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Klassen A und B) untersucht.
Dabei wurde eine hohe Dosis einer Formulierung für eine kürzer wirksame intramuskuläre Injektionangewendet. Bei den Frauen mit Leberfunktionsstörung zeigte sich ein 2,5-facher Anstieg des AUC-
Werts im Vergleich zu den gesunden Studienteilnehmern. Bei Patientinnen, die Faslodex erhalten,wird erwartet, dass eine Erhöhung der Exposition dieser Größenordnung gut vertragen wird. Frauenmit schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Klasse C) wurden nicht ausgewertet.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Fulvestrant wurde in einer klinischen Studie evaluiert, die an 30 Mädchenmit progressiver vorzeitiger Pubertät im Zusammenhang mit McCune-Albright-Syndrom durchgeführtwurde (siehe Abschnitt 5.1). Die pädiatrischen Patienten waren im Alter von 1 bis 8 Jahren underhielten monatlich eine intramuskuläre Fulvestrant-Dosis von 4 mg/kg. Das geometrische Mittel(Standardabweichung) der Steady-state-Konzentration (trough level; Cmin,ss) und AUCss war4,2 (0,9) ng/ml bzw. 3680 (1020) ng*h/ml. Obwohl die erhobenen Daten limitiert waren, scheinen die
Steady-state-Konzentrationen (trough level) von Fulvestrant bei Kindern mit denen bei Erwachsenenkonsistent zu sein.
Die akute Toxizität von Fulvestrant ist gering.
Faslodex und andere Formulierungen von Fulvestrant wurden in Mehrfachdosis-Studien von allen
Tierspezies gut vertragen. Lokale Reaktionen, darunter Myositis und Granuloma an der
Injektionsstelle, wurden auf die Trägersubstanz zurückgeführt, allerdings war bei Kaninchen der
Schweregrad der Myositis unter Fulvestrant, verglichen mit der salinischen Kontrolle, höher. In
Toxizitätsstudien mit intramuskulärer Mehrfachdosierung von Fulvestrant an Ratten und Hunden wardie antiöstrogene Wirkung von Fulvestrant für die meisten der beobachteten Effekte verantwortlich,insbesondere beim weiblichen Fortpflanzungssystem, aber auch bei anderen hormonempfindlichen
Organen beider Geschlechter. Eine Arterienentzündung, die verschiedene Gewebebereiche betraf,wurde bei einigen Hunden nach chronischer Dosierung (12 Monate) beobachtet.
In Studien an Hunden wurden nach oraler und intravenöser Anwendung Auswirkungen auf das Herz-
Kreislauf-System beobachtet (leichte Erhöhung des S-T-Segments im EKG [oral] und Sinusstillstandbei einem Hund [intravenös]). Diese traten bei Expositionen auf, die höher waren als bei Patientinnen(Cmax mehr als das 15-fache), und sind wahrscheinlich in der klinischen Dosierung für die Sicherheitdes Menschen von begrenzter Bedeutung.
Fulvestrant hat kein genschädigendes Potenzial aufgewiesen.
In Dosierungen, die vergleichbar mit der klinischen Dosierung waren, beeinflusste Fulvestrantentsprechend seiner antiöstrogenen Wirkung die Fortpflanzung und die Embryonal-/Fetalentwicklung.
Bei Ratten wurde eine reversible Verringerung von weiblicher Fertilität und Überlebensrate der
Embryonen, Dystokie und vermehrtes Auftreten fetaler Missbildungen, einschließlich Tarsalflexuren,beobachtet. Kaninchen, die Fulvestrant erhielten, konnten die Trächtigkeit nicht aufrechterhalten.
Zunahmen des Plazentagewichts und Verluste der Feten nach der Implantation wurden beobachtet. Bei
Kaninchen war die Inzidenz fetaler Variationen erhöht (rückwärtige Verlagerung des
Beckenhüftgürtels und 27 präsakrale Wirbel).
Eine Kanzerogenitätsstudie über 2 Jahre an Ratten (intramuskuläre Anwendung von Faslodex) zeigteunter der hohen Dosierung von 10 mg/Ratte/15 Tage eine erhöhte Inzidenz von gutartigen
Granulosazelltumoren der Ovarien bei weiblichen und eine erhöhte Inzidenz von Leydig-Zell-
Tumoren im Hoden bei männlichen Ratten. Im Rahmen einer zweijährigen Kanzerogenitätsstudie an
Mäusen (tägliche orale Einnahme) kam es bei Dosen von 150 und 500 mg/kg/Tag zu einem erhöhten
Auftreten von Keimstrang-Stroma-Tumoren des Ovars (sowohl gut- als auch bösartig). Auf dem No-effect-level für diese Befunde betrugen die systemischen Expositionslevel (AUC) bei weiblichen
Ratten ungefähr das 1,5-fache bzw. bei männlichen Ratten das 0,8-fache der erwarteten menschlichen
Expositionslevel und bei männlichen und weiblichen Mäusen ungefähr das 0,8-fache der erwartetenmenschlichen Expositionslevel. Die Induktion solcher Tumoren steht im Einklang mitpharmakologisch bedingten Veränderungen endokriner Feedbackmechanismen der Gonadotropin-
Spiegel, die bei gebärfähigen Tieren durch Antiöstrogene hervorgerufen werden. Deshalb werdendiese Befunde für die Anwendung von Fulvestrant bei postmenopausalen Frauen mitfortgeschrittenem Mammakarzinom nicht als relevant angesehen.
Umweltrisikobewertung (Environmental risk assessment, ERA)
Studien zur Umweltrisikobewertung haben gezeigt, dass Fulvestrant potenziell schädigende
Auswirkungen auf die aquatische Umwelt haben kann (siehe Abschnitt 6.6).
Ethanol (96 Prozent)
BenzylalkoholBenzylbenzoat
Raffiniertes Rizinusöl
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
4 Jahre
Kühl lagern und transportieren (2 ºC - 8 ºC).
Temperaturabweichungen, die außerhalb des Bereiches von 2 °C - 8 °C liegen, sollten begrenztwerden. Dies beinhaltet, dass die Lagerung bei Temperaturen über 30 °C vermieden wird und dass ein
Zeitraum von 28 Tagen nicht überschritten wird, bei dem die durchschnittliche Lagerungstemperaturdes Arzneimittels unter 25 °C (aber über 2 - 8 °C) beträgt. Nach Temperaturabweichungen sollte das
Arzneimittel sofort wieder in die empfohlenen Lagerungsbedingungen gebracht werden (kühl lagernund transportieren bei 2 ºC - 8 ºC). Temperaturabweichungen haben einen kumulativen Effekt auf die
Qualität des Arzneimittels, und der Zeitraum von 28 Tagen darf über die Dauer der Haltbarkeit von
Faslodex, die 4 Jahre beträgt, nicht überschritten werden (siehe Abschnitt 6.3). Eine Exposition bei
Temperaturen unter 2 °C beeinträchtigt das Arzneimittel nicht, vorausgesetzt es wird nicht unter
- 20 °C gelagert.
Die Fertigspritze in der Originalverpackung lagern, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Ein Fertigspritzensatz enthält:
Eine Fertigspritze aus klarem Typ-1-Glas mit einem Stempel aus Polystyrol, ausgestattet mit einem
Originalitätsverschluss, die 5 ml Faslodex Injektionslösung enthält.
Außerdem ist eine Injektionsnadel mit Sicherheitssystem (BD SafetyGlide) zur Verbindung mit dem
Zylinder beigefügt.
Oder
Zwei Fertigspritzen aus klarem Typ-1-Glas mit einem Stempel aus Polystyrol, ausgestattet mit einem
Originalitätsverschluss, die jeweils 5 ml Faslodex Injektionslösung enthalten.
Außerdem sind Injektionsnadeln mit Sicherheitssystem (BD SafetyGlide) zur Verbindung mit jedem
Zylinder beigefügt.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Anwendungshinweise
Die Injektion muss gemäß den lokalen Richtlinien für die Durchführung von intramuskulären
Injektionen von großem Volumen angewendet werden.
HINWEIS: Aufgrund der Nähe zum tiefer liegenden Ischiasnerv ist bei dorsoglutealer Injektion von
Faslodex Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).
Warnhinweis - Die Sicherheitsnadel darf vor der Anwendung nicht autoklaviert werden (BD
SafetyGlide Hypodermische Nadel mit Sicherheitsschutzschild). Die Hände müssen während der
Anwendung und Entsorgung immer hinter der Nadel bleiben.
Bei jeder der beiden Spritzen:
- Den Glaszylinder der Spritze aus der Verpackung nehmen Abbildung 1und sicherstellen, dass dieser nicht beschädigt ist.
- Die äußere Verpackung der Sicherheitsnadel (SafetyGlide)abziehen.
- Parenterale Lösungen müssen vor der Applikation visuellauf Partikel und Farbveränderungen geprüft werden.
- Die Spritze am gerippten Teil (C) aufrecht halten. Mit deranderen Hand die Kappe (A) festhalten und diesevorsichtig vor- und zurückkippen, bis sich die Kappe löstund abgezogen werden kann. Die Kappe nicht drehen(siehe Abbildung 1).
- Die Kappe (A) in gerader Richtung nach oben entfernen. Abbildung 2
Die Spitze der Spritze (B) zum Erhalt der Sterilität nichtberühren (siehe Abbildung 2).
- Die Injektionsnadel mit dem Luer-Anschluss verbinden Abbildung 3und so lange schrauben, bis beide Teile fest miteinanderverbunden sind (siehe Abbildung 3).
- Darauf achten, dass die Nadel mit dem Luer-
Verbindungsstück fest verbunden ist, bevor die senkrechte
Haltung verlassen wird.
- Die Schutzabdeckung gerade von der Spritze abziehen, umeine Beschädigung der Nadelspitze zu vermeiden.
- Die gefüllte Spritze zur Applikationsstelle bringen.
- Die Injektionsnadelhülle entfernen.
- Die überschüssige Luft aus der Spritze entfernen.
- Die Injektion langsam intramuskulär Abbildung 4(1-2 Minuten/Injektion) in das Gesäß (Glutealbereich)verabreichen. Damit das Produkt möglichstanwenderfreundlich ist, liegt die Nadelöffnung oben, wennder Hebelarm ebenfalls oben ist (siehe Abbildung 4).
- Nach der Injektion dem aktivierungsgesteuerten Hebelarm Abbildung 5sofort mit einem Finger einen Stoß geben, um den
Sicherheitsmechanismus zu aktivieren (siehe Abbildung 5).
HINWEIS: Die Spritze beim Aktivieren von sich selbstund von anderen weg halten. Auf den Klick achten undsich visuell davon überzeugen, dass die Nadelspitzevollständig bedeckt ist.
EntsorgungDie Fertigspritzen sind ausschließlich zur einmaligen Anwendung vorgesehen.
Dieses Arzneimittel kann ein Risiko für die aquatische Umwelt darstellen. Nicht verwendetes
Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen (siehe
Abschnitt 5.3).
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.