Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels EXJADE 360mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
EXJADE 90 mg Granulat im Beutel
EXJADE 180 mg Granulat im Beutel
EXJADE 360 mg Granulat im Beutel
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
EXJADE 90 mg Granulat
Jeder Beutel enthält 90 mg Deferasirox.
EXJADE 180 mg Granulat
Jeder Beutel enthält 180 mg Deferasirox.
EXJADE 360 mg Granulat
Jeder Beutel enthält 360 mg Deferasirox.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Granulat im Beutel (Granulat)
Weißes bis fast weißes Granulat
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
EXJADE ist angezeigt zur Behandlung der chronischen Eisenüberladung auf Grund häufiger
Transfusionen (≥ 7 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat) bei Patienten mit Beta-Thalassämia majorim Alter von 6 Jahren und älter.
EXJADE ist auch angezeigt zur Behandlung der chronischen, transfusionsbedingten Eisenüberladung,wenn eine Deferoxamin-Therapie bei folgenden Patientengruppen kontraindiziert oder unangemessenist:
- bei Kindern im Alter zwischen 2 und 5 Jahren mit Beta-Thalassämia major mit Eisenüberladungauf Grund häufiger Transfusionen (≥ 7 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat),
- bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 Jahren oder älter mit Beta-
Thalassämia major mit Eisenüberladung auf Grund seltener Transfusionen (< 7 ml/kg/Monat
Erythrozytenkonzentrat),
- bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 Jahren und älter mit anderen
Anämien.
EXJADE ist auch angezeigt zur Behandlung der chronischen Eisenüberladung, wenn eine
Deferoxamin-Therapie bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen im
Alter von 10 Jahren und älter, die eine Chelat-Therapie benötigen, kontraindiziert oder unangemessenist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit EXJADE sollte von Ärzten eingeleitet und fortgeführt werden, die Erfahrung mitder Behandlung der chronischen Eisenüberladung haben.
DosierungTransfusionsbedingte Eisenüberladung
Es wird empfohlen, dass die Behandlung nach der Transfusion von etwa 20 Einheiten
Erythrozytenkonzentrat (EK) (ca. 100 ml/kg) oder bei klinischem Hinweis auf eine chronische
Eisenüberladung (z. B. Serumferritin > 1.000 µg/l) begonnen wird. Die Dosierung (in mg/kg) musserrechnet und auf die nächste verfügbare Beutelgröße gerundet werden.
Die Ziele der Eisenchelat-Therapie bestehen in der Entfernung der Eisenmenge, die transfundiert wird,und, wenn erforderlich, in der Reduzierung der vorhandenen Eisenüberladung.
Bei allen Patienten sollte eine Chelat-Therapie mit Vorsicht durchgeführt werden, um das Risiko einer
Überchelierung zu minimieren (siehe Abschnitt 4.4).
Aufgrund unterschiedlicher pharmakokinetischer Profile ist eine um 30% niedrigere Dosis von
EXJADE Granulat im Vergleich zur empfohlenen Dosis von EXJADE Tabletten zur Herstellung einer
Suspension zum Einnehmen erforderlich (siehe Abschnitt 5.1).
Tabelle 1 Empfohlene Dosierungen bei transfusionsbedingter Eisenüberladung
Granulat Transfusionen Serumferritin
Initialdosis 14 mg/kg/Tag Nach 20 Einheiten EK oder >1.000 µg/l(ca. 100 ml/kg)
Alternative 21 mg/kg/Tag >14 ml/kg/Monat von EK
Initialdosen (ca. >4 Einheiten/Monatbei Erwachsenen)7 mg/kg/Tag <7 ml/kg/Monat von EK(ca. <2 Einheiten/Monatbei Erwachsenen)
Für Patienten, Ein Drittel derdie gut auf die Deferoxamin-Dosis
Behandlung mit
Deferoxamineingestellt sind
Überwachung Monatlich
Zielbereich 500-1.000 µg/l
Anpassungs- Dosissteigerung >2.500 µg/lschritte 3,5 - 7 mg/kg/Tag(alle Bis zu 28 mg/kg/Tag3-6 Monate) Dosisreduktion3,5 - 7 mg/kg/Tag ≤2.500 µg/l
Bei Patienten, die mit
Dosen >21 mg/kg/Tagbehandelt wurden
- Sobald Zielbereich 500-1.000 µg/lerreicht ist
Maximaldosis 28 mg/kg/Tag
Unterbrechung <500 µg/lerwägen
Initialdosis
Die empfohlene initiale Tagesdosis von EXJADE Granulat beträgt 14 mg/kg Körpergewicht.
Eine initiale Tagesdosis von 21 mg/kg von EXJADE Granulat kann bei Patienten in Erwägunggezogen werden, bei denen eine Reduktion erhöhter Eisenspiegel im Körper erforderlich ist und dieaußerdem mehr als 14 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat (etwa > 4 Einheiten/Monat für einen
Erwachsenen) erhalten.
Eine initiale Tagesdosis von 7 mg/kg von EXJADE Granulat kann bei Patienten in Erwägung gezogenwerden, bei denen keine Reduktion der Eisenspiegel im Körper erforderlich ist und die außerdemweniger als 7 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat (etwa < 2 Einheiten/Monat für einen
Erwachsenen) erhalten. Das Ansprechen des Patienten muss überwacht werden und eine
Dosiserhöhung sollte in Erwägung gezogen werden, wenn keine ausreichende Wirkung erreicht wird(siehe Abschnitt 5.1).
Für Patienten, die bereits gut auf die Behandlung mit Deferoxamin eingestellt sind, sollte eine
Anfangsdosis von EXJADE Granulat in Erwägung gezogen werden, die numerisch einem Drittel der
Dosis von Deferoxamin entspricht (z. B. könnte ein Patient, der 40 mg/kg/Tag Deferoxamin an5 Tagen in der Woche [oder eine äquivalente Dosis] erhält, auf eine tägliche Anfangsdosis von14 mg/kg/Tag EXJADE Granulat umgestellt werden). Wenn daraus eine tägliche Dosis unter14 mg/kg Körpergewicht resultiert, muss das Ansprechen des Patienten überwacht werden und eine
Dosiserhöhung sollte in Erwägung gezogen werden, falls keine ausreichende Wirkung erreicht wird(siehe Abschnitt 5.1).
DosisanpassungEs wird empfohlen, das Serumferritin einmal monatlich zu bestimmen und die Dosis von EXJADE
Granulat, sofern erforderlich, alle 3 bis 6 Monate entsprechend dem Trend des Serumferritinsanzupassen. Dosisanpassungen können in Schritten von 3,5 bis 7 mg/kg vorgenommen werden undsind an dem individuellen Ansprechen des Patienten und dem therapeutischen Ziel (Aufrechterhaltungoder Reduktion des Eisenspiegels) auszurichten. Bei Patienten, die mit einer Dosierung von 21 mg/kgeinen nicht ausreichenden Therapieerfolg zeigen (z. B. Serumferritinspiegel dauerhaft über 2.500 µg/lund ohne abnehmenden Trend im zeitlichen Verlauf), können Dosierungen von bis zu 28 mg/kg in
Erwägung gezogen werden. Die Verfügbarkeit von Langzeitdaten zur Wirksamkeit und Sicherheit ausklinischen Studien, die mit EXJADE Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen in
Dosierungen über 30 mg/kg durchgeführt wurden, ist derzeit begrenzt (264 Patienten wurden nach
Dosissteigerung durchschnittlich ein Jahr beobachtet). Falls nur ein unzureichendes Ansprechen der
Hämosiderose mit Dosierungen bis 21 mg/kg (diese Dosierung des Granulats entspricht einer
Dosierung von 30 mg/kg der Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) erzieltwerden kann, führt eine weitere Dosissteigerung (bis zu einem Maximum von 28 mg/kg)möglicherweise nicht zu einem ausreichenden Ansprechen und alternative Behandlungsmethodensollten in Betracht gezogen werden. Falls nur ein unzureichendes Ansprechen mit Dosierungen über21 mg/kg erreicht wird, sollte die Behandlung mit diesen Dosierungen nicht weitergeführt werdenund, wann immer möglich, sollten alternative Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden.
Dosierungen über 28 mg/kg werden nicht empfohlen, weil mit Dosierungen über diesem Bereich nurbegrenzte Erfahrungen vorliegen (siehe Abschnitt 5.1).
Bei Patienten, die mit höheren Dosierungen als 21 mg/kg behandelt werden, sollte eine Dosisreduktionin Schritten von 3,5 bis 7 mg/kg in Betracht gezogen werden, sobald ein Therapieerfolg erzielt wurde(z. B. Serumferritin dauerhaft ≤ 2.500 µg/l mit abnehmendem Trend im zeitlichen Verlauf). Bei
Patienten, deren Serumferritinspiegel den gewünschten Wert erreicht hat (üblicherweise zwischen 500und 1.000 µg/l), sollten Dosisreduzierungen in Schritten von 3,5 bis 7 mg/kg erwogen werden, um den
Serumferritinspiegel innerhalb des Zielbereichs aufrecht zu erhalten und um das Risiko einer
Überchelierung zu minimieren. Wenn das Serumferritin dauerhaft unter 500 µg/l fällt, sollte eine
Unterbrechung der Behandlung in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Nicht-transfusionsabhängige Thalassämie-Syndrome
Eine Chelat-Therapie sollte nur dann eingeleitet werden, wenn Anzeichen einer Eisenüberladungvorliegen (Lebereisenkonzentration [LIC] ≥ 5 mg Fe/g Trockengewicht [TG] oder dauerhafte
Serumferritin-Werte > 800 µg/l). LIC ist die bevorzugte Methode, um die Eisenüberladung zubestimmen, und sollte soweit verfügbar verwendet werden. Bei allen Patienten sollte eine Chelat-
Therapie mit Vorsicht durchgeführt werden, um das Risiko einer Überchelierung zu minimieren (siehe
Abschnitt 4.4).
Aufgrund unterschiedlicher pharmakokinetischer Profile ist eine um 30% niedrigere Dosis von
EXJADE Granulat im Vergleich zur empfohlenen Dosis von EXJADE Tabletten zur Herstellung einer
Suspension zum Einnehmen erforderlich (siehe Abschnitt 5.1).
Tabelle 2 Empfohlene Dosierungen bei nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen
Granulat Lebereisen- Serum-konzentration ferritin(LIC)*
Initialdosis 7 mg/kg/Tag ≥5 mg Fe/g TG oder >800 µg/l
Überwachung Monatlich
Anpassungs- Dosissteigerung ≥7 mg Fe/g TG oder >2.000 µg/lschritte 3,5 - 7 mg/kg/Tag(alle 3-6 Monate) Dosisreduktion <7 mg Fe/g TG oder ≤2.000 µg/l3,5 - 7 mg/kg/Tag
Maximaldosis 14 mg/kg/Tag
Bei Erwachsenen7 mg/kg/Tag
Bei Kindern und
Jugendlichen7 mg/kg/Tag nicht untersucht und ≤2.000 µg/l
Sowohl bei Erwachsenenals auch bei Kindern und
Jugendlichen
Unterbrechung <3 mg Fe/g TG oder <300 µg/l
Wiederholung Nicht empfohlender Behandlung
* LIC (liver-iron-concentration) ist die bevorzugte Methode, um die Eisenüberladung zu bestimmen.
Initialdosis
Die empfohlene initiale Tagesdosis von EXJADE Granulat bei Patienten mitnicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen beträgt 7 mg/kg Körpergewicht.
DosisanpassungEs wird empfohlen, das Serumferritin monatlich zu bestimmen, um das Ansprechen des Patienten aufdie Therapie festzustellen und das Risiko einer Überchelierung zu minimieren (siehe Abschnitt 4.4).
Nach jeweils 3 bis 6 Monaten Behandlungsdauer sollte beim Patienten eine schrittweise
Dosiserhöhung um 3,5 bis 7 mg/kg in Betracht gezogen werden, wenn die Lebereisenkonzentration≥ 7 mg Fe/g TG oder wenn das Serumferritin dauerhaft > 2.000 µg/l ist und kein Abwärtstrend zusehen ist und der Patient das Arzneimittel gut verträgt. Dosierungen von EXJADE Granulat über14 mg/kg werden nicht empfohlen, weil mit Dosierungen über diesem Bereich bei Patienten mitnicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen keine Erfahrungen vorliegen.
Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen, bei denen keine
Lebereisenbestimmung durchgeführt wurde und die ein Serumferritin ≤ 2.000 µg/l haben, sollte die
Dosierung von EXJADE Granulat 7 mg/kg nicht überschreiten.
Bei Patienten, deren Dosis auf mehr als 7 mg/kg erhöht wurde, wird bei einer Lebereisenkonzentration< 7 mg Fe/g TG oder einem Serumferritin von ≤ 2.000 µg/l eine Dosisreduktion auf 7 mg/kg oderweniger empfohlen.
Abbruch der Behandlung
Sobald ein zufriedenstellender Körpereisenspiegel erreicht wurde (Lebereisenkonzentration < 3 mg
Fe/g TG oder Serumferritin < 300 µg/l), sollte die Behandlung abgebrochen werden. Es gibt keine
Daten über eine wiederholte Behandlung von Patienten, bei denen die Eisenspiegel wieder anstiegen,nachdem zufriedenstellende Körpereisenspiegel erreicht wurden. Deshalb kann eine erneute
Behandlung nicht empfohlen werden.
Besondere PatientenpopulationenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Die Dosierungsempfehlungen für ältere Patienten entsprechen den oben beschriebenen. In klinischen
Studien erlitten ältere Patienten häufiger Nebenwirkungen als jüngere Patienten (insbesondere
Diarrhö) und sollten hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen, die eventuell eine
Dosisanpassung erforderlich machen, engmaschig kontrolliert werden.
Kinder und JugendlicheTransfusionsbedingte Eisenüberladung:
Die Dosierungsempfehlungen für pädiatrische Patienten im Alter von 2 bis 17 Jahren mittransfusionsbedingter Eisenüberladung entsprechen denen für Erwachsene (siehe Abschnitt 4.2). Eswird empfohlen, das Serumferritin monatlich zu bestimmen, um das Ansprechen des Patienten auf die
Therapie festzustellen und das Risiko einer Überchelierung zu minimieren (siehe Abschnitt 4.4).
Änderungen des Körpergewichts der pädiatrischen Patienten im Laufe der Zeit müssen bei der
Dosisberechnung in Betracht gezogen werden.
Bei Kindern mit transfusionsbedingter Eisenüberladung im Alter zwischen 2 und 5 Jahren ist die
Bioverfügbarkeit geringer als bei Erwachsenen (siehe Abschnitt 5.2). Bei dieser Altersgruppe könnendaher höhere Dosen als bei Erwachsenen erforderlich sein. Trotzdem sollte die Initialdosis die gleichesein wie bei Erwachsenen, gefolgt von individueller Dosisanpassung.
Nicht-transfusionsbedingte Thalassämie-Syndrome:
Bei pädiatrischen Patienten mit nicht-transfusionsbedingten Thalassämie-Syndromen sollte die
Dosierung von EXJADE Granulat 7 mg/kg nicht überschreiten. Bei diesen Patienten ist eineengmaschige Überwachung von LIC und Serumferritin erforderlich, um eine Überchelierung zuvermeiden (siehe Abschnitt 4.4). Zusätzlich zu den monatlichen Serumferritin-Bestimmungen sollte
LIC alle drei Monate bei diesen Patienten überwacht werden, wenn der Serumferritinspiegel≤ 800 µg/l ist.
Kinder von der Geburt bis zu einem Alter von 23 Monaten:
Die Sicherheit und Wirksamkeit von EXJADE bei Kindern von der Geburt bis zu einem Alter von23 Monaten ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Patienten mit NierenfunktionsstörungenEXJADE wurde bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen nicht untersucht und ist bei Patienten miteiner Kreatinin-Clearance < 60 ml/min kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
Patienten mit LeberfunktionsstörungenEXJADE wird bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) nichtempfohlen. Bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B) sollte die
Dosis deutlich reduziert werden, gefolgt von einer schrittweisen Erhöhung bis zu einer Grenze von50% der empfohlenen Behandlungsdosis für Patienten mit normaler Leberfunktion (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.2), und EXJADE muss bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden.
Die Leberfunktion sollte bei allen Patienten vor Behandlungsbeginn, während des ersten Monats alle2 Wochen und danach monatlich bestimmt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Das Granulat sollte auf weiche Speisen gestreut, z. B. Joghurt oder Apfelmus (pürierte Äpfel),gegeben werden. Die Dosis sollte sofort und komplett eingenommen und nicht für eine spätere
Verwendung aufbewahrt werden.
Die weichen Speisen, die das Granulat enthalten, sollten zusammen mit einer leichten Mahlzeit oderunabhängig von einer Mahlzeit einmal täglich, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit,eingenommen werden (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Kombination mit anderen Eisenchelat-Therapien, da die Sicherheit solcher Kombinationen nichtbelegt ist (siehe Abschnitt 4.5).
Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 60 ml/min.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Nierenfunktion
Deferasirox wurde nur bei Patienten untersucht, deren Ausgangswert des Serumkreatininspiegelsinnerhalb des altersentsprechenden Normalbereichs lag.
Während der klinischen Studien traten bei etwa 36% der Patienten Erhöhungen des Serumkreatininsvon > 33% bei ≥ 2 aufeinander folgenden Bestimmungen auf. Sie lagen manchmal über dem oberen
Normalwert. Diese Erhöhungen waren dosisabhängig. Bei etwa zwei Drittel der Patienten mit einem
Anstieg des Serumkreatinins fiel der Spiegel ohne Dosisanpassung wieder unter den Wert von 33%.
Beim verbleibenden Drittel sprach der erhöhte Serumkreatininspiegel nicht immer auf eine
Dosisreduktion oder eine Unterbrechung der Behandlung an. In manchen Fällen wurde nach einer
Dosisreduktion nur eine Stabilisierung der Serumkreatininwerte beobachtet. Bei der Anwendung von
Deferasirox nach Markteinführung wurden Fälle von akutem Nierenversagen berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). In einigen nach der Markteinführung berichteten Fällen führte die Verschlechterungder Nierenfunktion zu einem Nierenversagen mit der Notwendigkeit einer vorübergehenden oderandauernden Dialyse.
Die Gründe für die Anstiege des Serumkreatinins sind noch nicht geklärt. Besondere Aufmerksamkeitsollte daher auf die Überwachung des Serumkreatininspiegels gelegt werden bei Patienten, diegleichzeitig Arzneimittel erhalten, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können, und bei Patienten,die hohe Dosen von Deferasirox und/oder niedrige Transfusionsraten (< 7 ml/kg/Monat
Erythrozytenkonzentrat oder < 2 Einheiten/Monat für einen Erwachsenen) erhalten. Obwohl inklinischen Studien kein Anstieg der renalen unerwünschten Ereignisse nach einer Steigerung der
Dosierung von EXJADE Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen über 30 mg/kgbeobachtet wurde, kann ein erhöhtes Risiko für renale unerwünschte Ereignisse beim Granulat bei
Dosierungen über 21 mg/kg nicht ausgeschlossen werden.
Es wird empfohlen, den Serumkreatininspiegel vor Beginn der Therapie zweifach zu bestimmen. Der
Serumkreatininspiegel, die Kreatinin-Clearance (bestimmt mittels der Cockcroft-Gault- oder der
MDRD-Formel bei Erwachsenen und mittels der Schwartz-Formel bei Kindern) und/oder die Plasma-
Cystatin-C-Spiegel sollten vor Therapiebeginn, während des ersten Monats nach Beginn odernach einer Änderung der Therapie mit EXJADE (einschließlich Wechsel der
Darreichungsform) wöchentlich und danach monatlich überprüft werden. Patienten mitvorbestehenden Nierenschäden und Patienten, die Arzneimittel erhalten, die die Nierenfunktionbeeinträchtigen, können ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben. Bei Patienten, bei denen
Diarrhö oder Erbrechen auftritt, ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Es gab Berichte über das Auftreten von metabolischer Azidose während der Behandlung mit
Deferasirox nach Markteinführung. Die Mehrzahl dieser Patienten hatte eine eingeschränkte
Nierenfunktion, Nierentubulopathie (Fanconi-Syndrom) oder Durchfall, oder Erkrankungen, die miteinem Säure-Base-Ungleichgewicht als Komplikation einhergehen. Das Säure-Base-Gleichgewichtsollte, wenn klinisch angezeigt, bei diesen Patienten überwacht werden. Eine Unterbrechung der
Behandlung mit EXJADE sollte für Patienten, die eine metabolische Azidose entwickeln, in Betrachtgezogen werden.
Fälle von schweren Formen der Nierentubulopathie (wie etwa das Fanconi-Syndrom) und
Nierenversagen einhergehend mit Bewusstseinsveränderungen im Rahmen einerhyperammonämischen Enzephalopathie wurden bei mit Deferasirox behandelten Patienten -hauptsächlich bei Kindern - nach der Markteinführung berichtet. Es wird empfohlen, bei Patienten, diewährend der EXJADE-Behandlung ungeklärte Veränderungen des mentalen Zustands entwickeln,eine hyperammonämische Enzephalopathie in Betracht zu ziehen und die Ammoniakwerte zubestimmen.
Tabelle 3 Dosisanpassung und Unterbrechung der Therapie aufgrund der Überprüfung der
Nierenfunktion
Serumkreatinin Kreatinin-Clearance
Vor Therapiebeginn Zweimalig (2x) und Einmalig (1x)
Kontraindiziert <60 ml/min
Überprüfung
- Im ersten Monat Wöchentlich und Wöchentlichnach Therapiebeginnoder nach
Dosisanpassung(einschließlich
Wechsel der
Darreichungsform)
- Danach Monatlich und Monatlich
Reduktion der täglichen Dosis um 7 mg/kg/Tag (Darreichungsform Granulat),falls folgende Nierenwerte bei zwei aufeinanderfolgenden Visiten beobachtet werden und nichtauf andere Ursachen zurückgeführt werden können
Erwachsene Patienten >33% über dem und Verminderung<LLN*
Durchschnittswert vor (<90 ml/min)
BehandlungsbeginnPädiatrische Patienten > altersgerechter ULN** und/oder Verminderung <LLN*(<90 ml/min)
Nach Dosisreduktion ist die Behandlung zu unterbrechen, falls
Erwachsene und Wert bleibt >33% über und/oder Verminderung <LLN*pädiatrische Patienten dem Durchschnittswert vor (<90 ml/min)
Behandlungsbeginn*LLN: unterer Wert des Normbereichs (lower limit of the normal range)
**ULN: oberer Wert des Normbereichs (upper limit of the normal range)
Nach einer Unterbrechung kann die Behandlung in Abhängigkeit von den individuellen klinischen
Umständen wieder aufgenommen werden.
Eine Dosisreduktion oder eine Unterbrechung der Behandlung kann auch beim Auftreten vonabnormen Werten der tubulären Marker und/oder soweit klinisch angezeigt in Erwägung gezogenwerden:
* Proteinurie (Untersuchungen sollten vor Therapiebeginn und danach monatlich durchgeführtwerden)
* Glukosurie bei nicht-diabetischen Patienten und erniedrigte Serumspiegel von Kalium,
Phosphat, Magnesium oder Harnsäure, Phosphaturie, Aminoazidurie (bei Bedarf überwachen).
Über eine renale Tubulopathie wurde vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen mit Beta-Thalassämieberichtet, die mit EXJADE behandelt wurden.
Patienten sollten an einen Nierenspezialisten überwiesen werden und weitere spezielle
Untersuchungen (wie z. B. Nierenbiopsie) können in Erwägung gezogen werden, falls trotz
Dosisreduktion und Unterbrechung der Behandlung folgende Ereignisse auftreten:
* Serumkreatinin bleibt signifikant erhöht und
* dauerhaft abnorme Werte eines anderen Markers der Nierenfunktion (z. B. Proteinurie, Fanconi-
Syndrom).
LeberfunktionBei Patienten, die mit Deferasirox behandelt wurden, wurden erhöhte Leberwerte beobachtet. Nachder Markteinführung wurden bei Patienten, die mit Deferasirox behandelt wurden, Fälle von
Leberversagen, einige mit tödlichem Ausgang, berichtet. Schwere Formen einhergehend mit
Bewusstseinsveränderungen im Rahmen einer hyperammonämischen Enzephalopathie können bei mit
Deferasirox behandelten Patienten, insbesondere bei Kindern, auftreten. Es wird empfohlen, bei
Patienten, die während der EXJADE-Behandlung ungeklärte Veränderungen des mentalen Zustandsentwickeln, eine hyperammonämische Enzephalopathie in Betracht zu ziehen und die Ammoniakwertezu bestimmen. Bei Patienten, die unter einem Flüssigkeitsverlust (wie Durchfall oder Erbrechen)leiden, insbesondere bei akut erkrankten Kindern, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhrgeachtet werden. Die meisten Berichte von Leberversagen betrafen Patienten mit schweren
Begleiterkrankungen, einschließlich vorbestehender chronischer Lebererkrankungen (inklusive
Leberzirrhose und Hepatitis C) sowie Multiorganversagen. Die Rolle von Deferasirox als einmitwirkender oder verstärkender Faktor kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.8).
Es wird empfohlen, Serumtransaminasen, Bilirubin und alkalische Phosphatase vor
Behandlungsbeginn, alle 2 Wochen innerhalb des ersten Monats und danach monatlich zu überprüfen.
Tritt ein anhaltender und progressiver Anstieg der Serumtransaminasen auf, der sich nicht auf andere
Ursachen zurückführen lässt, sollte die Behandlung mit EXJADE unterbrochen werden. Nachdem die
Ursache der pathologischen Werte der Leberfunktionstests geklärt ist oder nach deren Normalisierung,kann eine vorsichtige Wiederaufnahme der Behandlung mit einer niedrigeren Dosis, gefolgt von einerallmählichen Dosissteigerung, in Erwägung gezogen werden.
EXJADE wird bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen nicht empfohlen (Child-Pugh-
Klasse C) (siehe Abschnitt 5.2).
Tabelle 4 Zusammenfassung des empfohlenen Sicherheits-Monitorings
Untersuchung Häufigkeit
Serumkreatinin Vor Beginn der Therapie zweifach.
Wöchentlich während des ersten
Behandlungsmonats oder nach
Dosisänderung (einschließlich Wechselder Darreichungsform).
Danach monatlich.
Kreatinin-Clearance und/oder Plasma- Vor Beginn der Therapie.
Cystatin-C Wöchentlich während des ersten
Behandlungsmonats oder nach
Dosisänderung (einschließlich Wechselder Darreichungsform).
Danach monatlich.
Proteinurie Vor Beginn der Therapie.
Danach monatlich
Andere Marker der renalen Bei Bedarf.
Tubulusfunktion (wie z. B. Glukosuriebei nicht-diabetischen Patienten,erniedrigte Serumspiegel von Kalium,
Phosphat, Magnesium oder Harnsäure,
Phosphaturie, Aminoazidurie)
Serumtransaminasen, Bilirubin, Vor Behandlungsbeginn.
alkalische Phosphatase Alle 2 Wochen während des ersten
Behandlungsmonats.
Danach monatlich.
Hörtest und augenärztliche Vor Behandlungsbeginn.
Untersuchung Danach jährlich.
Körpergewicht, Größe und sexuelle Vor Beginn der Therapie.
Entwicklung Jährlich bei pädiatrischen Patienten.
Bei Patienten mit einer geringen Lebenserwartung (z. B. myelodysplastisches Syndrom der Hoch-
Risikogruppe), insbesondere wenn Begleiterkrankungen das Risiko von unerwünschten Ereignissenerhöhen könnten, kann der Nutzen von EXJADE eingeschränkt und geringer sein als die Risiken.
Deshalb wird die Behandlung dieser Patienten mit EXJADE nicht empfohlen.
Wegen des häufigeren Auftretens von Nebenwirkungen (insbesondere Diarrhö) ist bei älteren
Patienten erhöhte Vorsicht geboten.
Daten von Kindern mit nicht-transfusionsabhängiger Thalassämie sind sehr begrenzt (siehe
Abschnitt 5.1). Als Folge davon, sollte eine Therapie mit EXJADE engmaschig überwacht werden,um Nebenwirkungen zu erfassen und die Eisenbeladung in der pädiatrischen Population zubeobachten. Bevor Kinder mit schwerer Eisenüberladung mit nicht-transfusionsabhängiger
Thalassämie mit EXJADE behandelt werden, sollte der Arzt zusätzlich beachten, dass die
Konsequenzen der Langzeitbehandlung in diesen Patienten bisher nicht bekannt sind.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsBei Patienten, einschließlich Kindern und Jugendlichen, die Deferasirox erhielten, wurden
Ulzerationen und Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt berichtet. Bei einigen Patienten wurdenmultiple Ulzera beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Es gab Berichte von Ulzera mit einhergehender
Magen-Darm-Perforation. Es liegen ebenfalls Berichte über gastrointestinale Hämorrhagien mitletalem Ausgang vor, vor allem bei älteren Patienten mit hämatologischen malignen Erkrankungenund/oder niedriger Thrombozytenzahl. Ärzte und Patienten sollten aufmerksam auf Anzeichen und
Symptome von gastrointestinalen Ulzera und Blutungen während einer Behandlung mit EXJADEachten. Im Falle einer gastrointestinalen Ulzeration oder Blutung sollte EXJADE abgesetzt werdenund eine zusätzliche Untersuchung und Behandlung muss umgehend eingeleitet werden. Vorsicht istgeboten bei Patienten, die EXJADE zusammen mit Substanzen, die ein bekanntes ulzerogenes
Potenzial besitzen, einnehmen, wie z. B. NSAIDs, Kortikosteroide oder orale Bisphosphonate, sowiebei Patienten, die Antikoagulantien erhalten, und bei Patienten mit einer Thrombozytenzahl unter50.000/mm³ (50 x 109/l) (siehe Abschnitt 4.5).
Erkrankungen der HautUnter der Behandlung mit EXJADE können Hautausschläge auftreten. Die Ausschläge bilden sich inden meisten Fällen spontan zurück. Wenn eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich ist, kanneine erneute Behandlung nach Rückbildung der Hautausschläge mit einer niedrigeren Dosis, gefolgtvon einer allmählichen Dosissteigerung, in Erwägung gezogen werden. In schweren Fällen kann die
Wiederaufnahme der Behandlung mit einer kurzzeitigen Gabe oraler Steroide kombiniert werden. Eswurden schwere kutane Nebenwirkungen (severe cutaneous adverse reactions, SCARs),einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und
Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (drug reaction witheosinophilia and systemic symptoms, DRESS), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können,berichtet. Falls der Verdacht auf eine SCAR besteht, sollte EXJADE sofort abgesetzt und die
Behandlung nicht wieder aufgenommen werden. Bei der Verschreibung sollten Patienten über
Anzeichen und Symptome schwerer Hautreaktionen informiert werden und sie sollten engmaschigüberwacht werden.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenEs wurden Fälle von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Anaphylaxie und Angioödem)berichtet bei Patienten, die Deferasirox angewendet haben. Dabei traten die Reaktionen in der
Mehrzahl der Fälle innerhalb des ersten Monats der Behandlung auf (siehe Abschnitt 4.8). Wennsolche Reaktionen auftreten, sollte EXJADE abgesetzt und eine angemessene medizinische
Behandlung eingeleitet werden. Die Behandlung mit Deferasirox sollte bei Patienten, bei denen eine
Überempfindlichkeitsreaktion aufgetreten ist, wegen des Risikos eines anaphylaktischen Schocksnicht wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Seh- und Hörvermögen
Hörstörungen (vermindertes Hörvermögen) und Sehstörungen (Linsentrübungen) wurden berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Ein Hörtest und eine augenärztliche Untersuchung (einschließlich Spiegelungdes Augenhintergrunds) werden vor Einleitung der Behandlung und danach in regelmäßigen
Abständen (alle 12 Monate) empfohlen. Beim Auftreten von Störungen während der Behandlung kanneine Dosisreduktion oder eine Unterbrechung der Behandlung erwogen werden.
Erkrankungen des Blutes
Es gibt Berichte nach der Markteinführung über das Auftreten von Leukopenien, Thrombozytopenienoder Panzytopenien (bzw. einer Verschlechterung dieser Zytopenien) und von verschlimmerten
Anämien bei Patienten, die mit Deferasirox behandelt wurden. Die meisten dieser Patienten hattenvorbestehende hämatologische Erkrankungen, die häufig mit einem Knochenmarksversageneinhergehen. Allerdings kann eine mitverursachende oder verstärkende Rolle nicht ausgeschlossenwerden. Bei Patienten, die eine ungeklärte Zytopenie entwickeln, sollte eine Unterbrechung der
Behandlung erwogen werden.
Andere Hinweise
Es wird eine monatliche Bestimmung des Serumferritins empfohlen, um das Ansprechen des Patientenauf die Therapie festzustellen und eine Überchelierung zu verhindern (siehe Abschnitt 4.2). Eine
Dosisreduktion oder eine engmaschige Überwachung der Nieren- und Leberfunktion und der
Serumferritinspiegel in Behandlungsphasen mit hohen Dosen, und wenn der Serumferritinspiegel naheam Zielbereich liegt, wird empfohlen. Wenn das Serumferritin dauerhaft unter 500 µg/l (beitransfusionsbedingter Eisenüberladung) oder unter 300 µg/l (bei nicht-transfusionsabhängigen
Thalassämie-Syndromen) fällt, sollte eine Unterbrechung der Behandlung in Erwägung gezogenwerden.
Die Ergebnisse der Bestimmungen von Serumkreatinin, Serumferritin und Serumtransaminasensollten festgehalten und regelmäßig auf Trends untersucht werden.
In zwei klinischen Studien wurden Wachstum und sexuelle Entwicklung von pädiatrischen Patienten,die bis zu 5 Jahre mit Deferasirox behandelt wurden, nicht beeinflusst (siehe Abschnitt 4.8). Jedochsollten als allgemeine Vorsichtsmaßnahme bei der Behandlung von pädiatrischen Patienten mittransfusionsbedingter Eisenüberladung Körpergewicht, Größe und sexuelle Entwicklung vor Beginnder Therapie und in regelmäßigen Abständen (alle 12 Monate) überprüft werden.
Kardiale Dysfunktion ist eine bekannte Komplikation der schweren Eisenüberladung. Die kardiale
Funktion sollte bei Patienten mit schwerer Eisenüberladung während einer Langzeitbehandlung mit
EXJADE überprüft werden.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Beutel, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Die Sicherheit von Deferasirox in Kombination mit anderen Eisenchelatoren ist nicht belegt. Deshalbdarf es nicht mit anderen Eisenchelat-Therapien kombiniert werden (siehe Abschnitt 4.3).
Wechselwirkungen mit NahrungsmittelnEs gab keine klinisch relevanten Änderungen bei der Pharmakokinetik von Deferasirox, wenn
EXJADE Granulat zusammen mit Nahrung angewendet wurde. Auch wenn eine fettreiche Mahlzeitkeine signifikante Auswirkung (Anstieg der AUC der Resorption um 18 - 19%; keine Änderung bei
Cmax) auf die Pharmakokinetik von Deferasirox hatte, wird empfohlen, Deferasirox Granulatzusammen mit einer leichten Mahlzeit oder unabhängig von einer Mahlzeit einzunehmen (siehe
Abschnitt 5.2).
Wirkstoffe, die die systemische Bioverfügbarkeit von EXJADE verringern können
Der Metabolismus von Deferasirox ist abhängig von UGT-Enzymen. In einer Studie an gesunden
Probanden resultierte die gleichzeitige Gabe von Deferasirox (Einzeldosis von 30 mg/kg als
Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) und dem starken
UGT-Induktor Rifampicin (wiederholte Gabe von 600 mg/Tag) in einem Abfall der Deferasirox-
Verfügbarkeit um 44% (90%-KI: 37% bis 51%). Daher kann die gleichzeitige Anwendung von
EXJADE mit starken UGT-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbitaloder Ritonavir) zu einer Verminderung der Wirksamkeit von EXJADE führen. Das Serumferritin des
Patienten sollte während und nach der Kombination überprüft und die Dosis von EXJADE bei Bedarfangepasst werden.
In einer mechanistischen Studie zur Bestimmung des Anteils der enterohepatischen Wiederaufnahmeverringerte Colestyramin signifikant die Bioverfügbarkeit von Deferasirox (siehe Abschnitt 5.2).
Wechselwirkungen mit Midazolam und anderen Wirkstoffen, die über CYP3A4 metabolisiert werden
In einer Studie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Deferasirox-Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen und Midazolam (ein CYP3A4-Untersuchungssubstrat)zu einer Abnahme der Exposition von Midazolam um 17% (90%-KI: 8% bis 26%). Klinisch kanndieser Effekt möglicherweise stärker ausgeprägt sein. Daher ist wegen einer möglichen Abnahme der
Wirksamkeit Vorsicht geboten, wenn Deferasirox mit Substanzen kombiniert wird, die durch CYP3A4metabolisiert werden (z. B. Ciclosporin, Simvastatin, hormonelle Kontrazeptiva, Bepridil, Ergotamin).
Wechselwirkungen mit Repaglinid und anderen Wirkstoffen, die über CYP2C8 metabolisiert werden
In einer Studie an gesunden Probanden wurden durch die gleichzeitige Gabe von Deferasirox alseinem gemäßigten CYP2C8-Inhibitor (täglich 30 mg/kg als Darreichungsform Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) mit Repaglinid, einem CYP2C8-Substrat, gegeben als
Einzeldosis von 0,5 mg, die AUC von Repaglinid um das 2,3-Fache (90%-KI [2,03-2,63]) bzw. die
Cmax um das 1,6-Fache (90%-KI [1,42-1,84]) erhöht. Da die Wechselwirkung nicht mit höheren
Dosierungen als 0,5 mg für Repaglinid ermittelt wurde, sollte die gleichzeitige Anwendung von
Deferasirox mit Repaglinid vermieden werden. Wenn die Kombination notwendig zu sein scheint,sollten ein sorgfältiges klinisches Monitoring und die Überwachung der Glukosespiegel durchgeführtwerden (siehe Abschnitt 4.4). Eine Wechselwirkung zwischen Deferasirox und anderen CYP2C8-
Substraten wie Paclitaxel kann nicht ausgeschlossen werden.
Wechselwirkungen mit Theophyllin und anderen Wirkstoffen, die über CYP1A2 metabolisiert werden
In einer Studie an gesunden Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Deferasirox als ein
CYP1A2- Inhibitor (wiederholte Gabe von 30 mg/kg/Tag als Darreichungsform Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) und dem CYP1A2-Substrat Theophyllin (Einzeldosisvon 120 mg) zu einem Anstieg der AUC von Theophyllin um 84% (90%-KI: 73% bis 95%). Die Cmaxwar nach einer Einzeldosis nicht beeinträchtigt, allerdings wird erwartet, dass ein Anstieg der Cmax von
Theophyllin bei dauerhafter Gabe eintritt. Daher wird die gleichzeitige Anwendung von Deferasiroxmit Theophyllin nicht empfohlen. Falls Deferasirox und Theophyllin gleichzeitig angewendet werden,sollten die Überwachung der Theophyllin-Konzentration und eine Dosisreduktion von Theophyllin in
Betracht gezogen werden. Eine Wechselwirkung zwischen Deferasirox und anderen CYP1A2-
Substraten kann nicht ausgeschlossen werden. Für Substanzen, die hauptsächlich durch CYP1A2metabolisiert werden und einen engen therapeutischen Index besitzen (z. B. Clozapin, Tizanidin),gelten die gleichen Empfehlungen wie für Theophyllin.
Weitere Informationen
Die gleichzeitige Gabe von Deferasirox und aluminiumhaltigen Antazida wurde nicht systematischuntersucht. Obwohl Deferasirox eine geringere Affinität zu Aluminium hat als zu Eisen, wird nichtempfohlen, Deferasirox-Granulat zusammen mit aluminiumhaltigen Antazida einzunehmen.
Die gleichzeitige Anwendung von Deferasirox und Substanzen mit bekanntem ulzerogenem Potenzial,wie NSAIDs (einschließlich Acetylsalicylsäure in hohen Dosen), Kortikosteroiden oder oralen
Bisphosphonaten, kann das Risiko einer gastrointestinalen Toxizität erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Anwendung von Deferasirox und Antikoagulantien kann auch das gastrointestinale
Blutungsrisiko erhöhen. Es ist eine engmaschige klinische Überwachung erforderlich, wenn
Deferasirox mit diesen Substanzen kombiniert wird.
Die gleichzeitige Gabe von Deferasirox und Busulfan ergab eine erhöhte Busulfan-Exposition (AUC),jedoch ist der Mechanismus dieser Wechselwirkung unklar. Falls möglich, sollte die Pharmakokinetik(AUC, Clearance) einer Busulfan-Testdosis ermittelt werden, um eine Dosisanpassung zuermöglichen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftFür Deferasirox liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. Tierexperimentelle
Studien haben eine Reproduktionstoxizität bei maternaltoxischen Dosen gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Zur Vorsicht wird empfohlen, EXJADE während der Schwangerschaft nicht zu verwenden, es seidenn, dies ist eindeutig erforderlich.
EXJADE kann die Wirksamkeit von hormonalen Kontrazeptiva herabsetzen (siehe Abschnitt 4.5).
Frauen im gebährfähigen Alter, die mit EXJADE behandelt werden, wird empfohlen, zusätzliche oderalternative nicht-hormonale Methoden der Schwangerschaftsverhütung anzuwenden.
StillzeitIn Tierstudien ist Deferasirox rasch und in erheblichem Ausmaß in die Muttermilch übergetreten. Eswurden keine Auswirkungen auf die Nachkommen beobachtet. Es ist nicht bekannt, ob Deferasiroxbeim Menschen in die Muttermilch übertritt. Während der Einnahme von EXJADE wird empfohlen,nicht zu stillen.
FertilitätBeim Menschen sind keine Fertilitätsdaten vorhanden. Bei Tieren wurden keine schädlichen
Auswirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEXJADE hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Patienten mit Schwindel, der gelegentlich als Nebenwirkung auftritt, sollten vorsichtigsein, wenn sie am Verkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsAls häufigste Nebenwirkungen während der Langzeitbehandlung von Erwachsenen und pädiatrischen
Patienten in klinischen Studien, die mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum
Einnehmen durchgeführt wurden, wurden gastrointestinale Beschwerden (hauptsächlich Übelkeit,
Erbrechen, Diarrhö oder Bauchschmerzen) und Hautausschlag beobachtet. Diarrhö wird bei Kindernim Alter von 2 bis 5 Jahren und bei älteren Patienten häufiger berichtet. Diese Reaktionen sinddosisabhängig, meist leicht bis mittelschwer ausgeprägt, im Allgemeinen vorübergehend und bildensich auch unter fortdauernder Behandlung meistens zurück.
In den klinischen Studien traten dosisabhängige Erhöhungen des Serumkreatininspiegels bei etwa 36%der Patienten auf, wobei diese meistens innerhalb des Normalwerts lagen. Abnahmen der mittleren
Kreatinin-Clearance-Werte wurden bei erwachsenen und pädiatrischen Beta-Thalassämie-Patientenmit transfusionsbedingter Eisenüberladung während des ersten Behandlungsjahres beobachtet. Es gibtjedoch Hinweise, dass es zu keinen weiteren Abnahmen in den darauffolgenden Behandlungsjahrenkommt. Erhöhungen der Lebertransaminasen wurden berichtet. Es wird empfohlen, das Sicherheits-
Monitoring von Nieren- und Leberwerten einzuplanen. Hörstörungen (vermindertes Hörvermögen)und Sehstörungen (Linsentrübungen) treten gelegentlich auf und jährliche Untersuchungen werdenebenfalls empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs), einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischerepidermaler Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen
Symptomen (DRESS), wurden im Zusammenhang mit der Einnahme von EXJADE berichtet (siehe
Abschnitt 4.4).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind gemäß den folgenden Kategorien aufgelistet: Sehr häufig (≥1/10); häufig(≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten(<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Tabelle 5
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsPanzytopenie1, Thrombozytopenie1, verschlimmerte Anämie1,
Nicht bekannt:
Neutropenie1
Erkrankungen des ImmunsystemsNicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich anaphylaktischer
Reaktionen und Angioödem)1
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenNicht bekannt: Metabolische Azidose1
Psychiatrische ErkrankungenGelegentlich: Angstzustände, Schlafstörungen
Erkrankungen des NervensystemsHäufig: Kopfschmerz
Gelegentlich: Schwindel
AugenerkrankungenGelegentlich: Katarakt, Makulopathie
Selten: Entzündung des Sehnervs
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich: Taubheit
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsGelegentlich: Laryngeale Schmerzen
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig: Diarrhö, Obstipation, Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen,
Dyspepsie
Gelegentlich: Gastrointestinale Blutungen, Magenulkus (einschließlich multipler
Ulzera), Zwölffingerdarmgeschwür, Gastritis
Selten: Ösophagitis
Nicht bekannt: Gastrointestinale Perforation1, akute Pankreatitis1
Leber- und GallenerkrankungenHäufig: Erhöhte Transaminasen
Gelegentlich: Hepatitis, Cholelithiasis
Nicht bekannt: Leberversagen1, 2
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesHäufig: Hautausschlag, Juckreiz
Gelegentlich: Pigmentierungsstörung
Selten: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen(DRESS)
Nicht bekannt: Stevens-Johnson-Syndrom1, Hypersensitivitätsvaskulitis1, Urtikaria1,
Erythema multiforme1, Alopezie1, toxische epidermale Nekrolyse (TEN)1
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeSehr häufig: Erhöhtes Serumkreatinin
Häufig: Proteinurie
Gelegentlich: Renal-tubuläre Störung2 (erworbenes Fanconi-Syndrom), Glukosurie
Nicht bekannt: Akutes Nierenversagen1, 2, tubulointerstitielle Nephritis1, Nephrolithiasis1,renale tubuläre Nekrose1
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortGelegentlich: Fieber, Ödeme, Müdigkeit1 Nebenwirkungen, die bei der Anwendung nach der Markteinführung berichtet wurden. Siestammen aus der Spontanerfassung, bei der es nicht immer möglich ist, verlässliche
Häufigkeiten anzugeben oder einen kausalen Zusammenhang mit der Anwendung des
Arzneimittels herzustellen.2 Schwere Formen einhergehend mit Bewusstseinsveränderungen im Rahmen einerhyperammonämischen Enzephalopathie wurden berichtet.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenGallensteine und damit verbundene Gallenerkrankungen wurden bei etwa 2% der Patienten berichtet.
Ein Anstieg der Lebertransaminasen wurde als Nebenwirkung bei 2% der Patienten berichtet. Eine auf
Hepatitis hinweisende Transaminasenerhöhung auf mehr als den 10-fachen oberen Normalwert istgelegentlich (0,3%) aufgetreten. Bei der Anwendung nach der Markteinführung wurde unter der
Therapie mit Deferasirox Leberversagen, manchmal mit tödlichem Ausgang, berichtet (siehe
Abschnitt 4.4). Nach Markteinführung gab es Berichte über das Auftreten von metabolischer Azidose.
Die Mehrzahl dieser Patienten hatte eine eingeschränkte Nierenfunktion, Nierentubulopathie(Fanconi-Syndrom) oder Durchfall, oder Erkrankungen, die mit einem Säure-Base-Ungleichgewichtals Komplikation einhergehen (siehe Abschnitt 4.4). Es wurden Fälle von schwerer akuter Pankreatitisohne dokumentierten zugrundeliegenden Zustand der Galle beobachtet. Wie bei anderen Eisenchelat-
Therapien gab es auch unter der Behandlung mit Deferasirox gelegentlich Berichte über einen
Hörverlust im hohen Frequenzbereich und Linsentrübung (frühe Katarakte) (siehe Abschnitt 4.4).
Kreatinin-Clearance bei transfusionsbedingter Eisenüberladung
In einer retrospektiven Meta-Analyse von 2.102 erwachsenen und pädiatrischen Beta-Thalassämie-
Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung, die in zwei randomisierten klinischen Studienund vier offenen Studien mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmenbis zu einer Dauer von fünf Jahren behandelt wurden, wurde während des ersten Behandlungsjahreseine mittlere Abnahme der Kreatinin-Clearance von 13,2% (95%-KI: -14,4% bis -12,1%; n=935) beierwachsenen Patienten und 9,9% (95%-KI: -11,1% bis -8,6%; n=1,142) bei pädiatrischen Patientenbeobachtet. Bei 250 Patienten, die bis zu fünf Jahre lang nachbeobachtet wurden, wurde keine weitere
Abnahme der mittleren Kreatinin-Clearance-Werte beobachtet.
Klinische Studien bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen
In einer einjährigen Studie bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromenund Eisenüberladung (Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen miteiner Dosierung von 10 mg/kg/Tag) waren Diarrhö (9,1%), Hautausschlag (9,1%) und Übelkeit(7,3%) die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse, die in Zusammenhang mit der
Studienmedikation stehen. Abnorme Werte des Serumkreatinins und der Kreatinin-Clearance wurdenbei 5,5% bzw. 1,8% der Patienten berichtet. Erhöhungen der Lebertransaminasen um mehr als das2-Fache gegenüber dem Ausgangswert und um das 5-Fache über dem Normalwert wurden bei 1,8%der Patienten berichtet.
Kinder und JugendlicheIn zwei klinischen Studien wurden Wachstum und sexuelle Entwicklung von pädiatrischen Patienten,die bis zu 5 Jahre mit Deferasirox behandelt wurden, nicht beeinflusst (siehe Abschnitt 4.4).
Diarrhö wird bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 5 Jahren häufiger berichtet als bei älteren
Patienten.
Eine renale Tubulopathie wurde hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen mit einer Beta-
Thalassämie berichtet, die mit Deferasirox behandelt wurden. Berichten nach der Markteinführungzufolge trat die Mehrzahl der Fälle von metabolischer Azidose bei Kindern im Zusammenhang miteinem Fanconi-Syndrom auf.
Akute Pankreatitis wurde insbesondere bei Kindern und Jugendlichen berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Frühe Anzeichen einer akuten Überdosierung sind gastrointestinale Symptome wie Bauchschmerzen,
Diarrhö, Übelkeit und Erbrechen. Es wurden Leber- und Nierenfunktionsstörungen berichtet,einschließlich Fälle von erhöhten Leberenzym- und Kreatininwerten, die sich nach
Behandlungsabbruch wieder normalisierten. Eine fälschlicherweise verabreichte Einzeldosis von90 mg/kg führte zum Fanconi-Syndrom, das sich nach der Behandlung auflöste.
Es gibt kein spezifisches Antidot zu Deferasirox. Für die Behandlung einer Überdosierung sind
Standardmaßnahmen und, soweit medizinisch sinnvoll, eine symptomatische Behandlung angezeigt.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Eisen-Chelatbildner, ATC-Code: V03AC03
WirkmechanismusDeferasirox ist ein oral wirksamer Chelator mit hoher Selektivität für dreiwertiges Eisen. Es handeltsich um einen dreiarmigen Liganden, der mit hoher Affinität Eisen im Verhältnis 2:1 bindet.
Deferasirox fördert die Ausscheidung von Eisen, vorwiegend über die Fäzes. Deferasirox hat einegeringe Affinität zu Zink und Kupfer und verursacht keine dauerhaft niedrigen Serumspiegel dieser
Metalle.
Pharmakodynamische WirkungenIn einer Studie zum Metabolismus des Eisengleichgewichts bei erwachsenen Thalassämie-Patientenmit Eisenüberladung bewirkte Deferasirox in täglichen Dosen von 10, 20 und 40 mg/kg (als
Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) eine
Nettoausscheidung von 0,119, 0,329 und 0,445 mg Fe/kg Körpergewicht/Tag.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitKlinische Studien zur Wirksamkeit wurden mit EXJADE Tabletten zur Herstellung einer Suspensionzum Einnehmen (im Folgenden als 'Deferasirox“ bezeichnet) durchgeführt. Im Vergleich zur
Darreichungsform Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen ist die
Dosis des Deferasirox-Granulats um 34 % geringer als die Dosis der Deferasirox-Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen, gerundet auf die nächste ganze Zahl an Tabletten(siehe Abschnitt 5.2).
Deferasirox wurde bei 411 erwachsenen Patienten (Alter ≥ 16 Jahre) und 292 pädiatrischen Patienten(2 bis < 16 Jahre) mit Eisenüberladung auf Grund von Bluttransfusionen untersucht. Von denpädiatrischen Patienten waren 52 zwischen 2 und 5 Jahre alt. Die zu Grunde liegenden Erkrankungen,die Bluttransfusionen erforderlich machten, schlossen Beta-Thalassämie, Sichelzellanämie und andereangeborene oder erworbene Anämien (myelodysplastische Syndrome [MDS], Diamond-Blackfan-
Syndrom, aplastische Anämie und andere sehr seltene Anämien) ein.
Bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Beta-Thalassämie und häufigen Transfusionenführte die tägliche Behandlung mit der Deferasirox-Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer
Suspension zum Einnehmen in der Dosierung 20 und 30 mg/kg während eines Jahres zur Abnahmeder Indikatoren für das Gesamtkörpereisen; die Eisenkonzentration in der Leber nahm durchschnittlichum 0,4 bzw. 8,9 mg Fe/g Leber (Trockengewicht der Biopsie) ab, und das Serumferritin umdurchschnittlich 36 bzw. 926 µg/l. Bei den gleichen Dosierungen betrug der Quotient
Eisenausscheidung : Eisenzufuhr 1,02 (Hinweis auf ausgeglichene Eisenbilanz) bzw. 1,67 (Hinweisauf Eisenelimination). Deferasirox bewirkte bei Patienten mit anderen Anämien und Eisenüberladungein vergleichbares Ansprechen. Tägliche Dosen von 10 mg/kg (Darreichungsform Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) über ein Jahr konnten die Eisenkonzentration in der
Leber und die Serumferritinspiegel aufrecht erhalten und bewirkten eine ausgeglichene Eisenbilanzbei Patienten mit unregelmäßigen oder Austausch-Transfusionen. Monatlich bestimmtes Serumferritinspiegelte Veränderungen der Eisenkonzentration in der Leber wider. Dies deutet darauf hin, dass der
Verlauf des Serumferritins zur Überwachung des Ansprechens auf die Therapie verwendet werdenkann. Begrenzte klinische Daten (29 Patienten mit normaler Herzfunktion zu Behandlungsbeginn) mit
MRT deuten darauf hin, dass die Behandlung mit 10-30 mg/kg/Tag Deferasirox (Darreichungsform
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) über ein Jahr auch den Eisenspiegel im
Herz senken kann (MRT T2* stieg durchschnittlich von 18,3 auf 23,0 Millisekunden).
Die primäre Auswertung der pivotalen Vergleichsstudie an 586 Patienten mit Beta-Thalassämie undtransfusionsbedingter Eisenüberladung zeigte bei der Analyse der gesamten Patientenpopulation keine
Nicht-Unterlegenheit von Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen im
Vergleich zu Deferoxamin. In einer nachträglichen Analyse dieser Studie zeigte sich, dass in der
Subgruppe von Patienten mit einer Lebereisenkonzentration ≥ 7 mg Fe/g Trockengewicht, die mit
Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (20 und 30 mg/kg) oder
Deferoxamin (35 bis ≥ 50 mg/kg) behandelt wurden, die Nicht-Unterlegenheitskriterien erreichtwurden. Bei Patienten mit einer Lebereisenkonzentration < 7 mg Fe/g Trockengewicht, die mit
Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (5 und 10 mg/kg) oder
Deferoxamin (20 bis 35 mg/kg) behandelt wurden, wurde die Nicht-Unterlegenheit jedoch nichtbestätigt auf Grund des Ungleichgewichts in der Dosierung der beiden Chelatoren. Dieses
Ungleichgewicht trat auf, weil Patienten unter Deferoxamin auf ihrer Dosierung vor Beginn der Studiebleiben konnten, selbst wenn diese höher war als die im Studienprotokoll festgelegte Dosis. An dieserpivotalen Studie nahmen 56 Patienten unter 6 Jahren teil, von denen 28 Deferasirox-Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen erhielten.
In den präklinischen und klinischen Studien zeigte sich, dass Deferasirox-Tabletten zur Herstellungeiner Suspension zum Einnehmen so effektiv wie Deferoxamin sein können, wenn sie in einem
Dosisverhältnis von 2:1 angewendet werden (d. h. eine Dosis von Deferasirox-Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen entspricht numerisch der Hälfte der Deferoxamin-
Dosis). Für das Deferasirox-Granulat kann ein Dosisverhältnis von 3:1 in Betracht gezogen werden(d. h. eine Dosis des Deferasirox-Granulats entspricht numerisch einem Drittel der Deferoxamin-
Dosis). Diese Dosisempfehlung wurde jedoch nicht prospektiv in den klinischen Studien untersucht.
Weiterhin wurde mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen in der
Dosierung bis zu 20 und 30 mg/kg bei Patienten mit verschiedenen seltenen Anämien oder
Sichelzellenerkrankung und einer Lebereisenkonzentration ≥ 7 mg Fe/g Trockengewicht eine
Reduktion des Lebereisengehalts und des Serumferritins wie bei Patienten mit Beta-Thalassämieerzielt.
Eine placebokontrollierte randomisierte Studie wurde an 225 Patienten mit Niedrig-Risiko-MDS(Low/Int-1-Risiko) und transfusionsbedingter Eisenüberladung durchgeführt. Die Ergebnisse dieser
Studie deuten darauf hin, dass es einen positiven Einfluss von Deferasirox auf das ereignisfreie
Überleben (EFS, ein zusammengesetzter Endpunkt einschließlich nicht tödlicher Herz- oder
Leberereignisse) und den Serumferritinspiegel gibt. Das Sicherheitsprofil entsprach früheren Studienmit erwachsenen MDS-Patienten.
In einer 5-jährigen Beobachtungsstudie, bei der 267 Kinder im Alter von 2 bis < 6 Jahren (bei
Einschluss in die Studie) mit transfusionsbedingter Hämosiderose Deferasirox erhielten, gab es bei
Kindern im Alter von 2 bis < 6 Jahren im Vergleich zur Gesamtpopulation der Erwachsenen und derälteren Kinder und Jugendlichen keine klinisch bedeutsamen Unterschiede beim Sicherheits- und
Verträglichkeitsprofil von EXJADE. Eingeschlossen sind dabei Erhöhungen des Serumkreatinins von> 33%, die zusätzlich bei ≥ 2 aufeinander folgenden Bestimmungen über dem Normalwert lagen, bei3,1 % der Patienten und die Erhöhung der Alanin-Aminotransferase (ALT) um das 5-Fache über dem
Normalwert bei 4,3 % der Patienten. Einzelne Fälle von Erhöhung der ALT und der Aspartat-
Aminotransferase wurden bei 20,0 % bzw. 8,3 % der 145 Patienten berichtet, die die Studieabgeschlossen haben.
In einer Studie, in der die Sicherheit von Deferasirox-Filmtabletten und von Tabletten zur Herstellungeiner Suspension zum Einnehmen untersucht wurde, wurden 173 erwachsene und pädiatrische
Patienten mit transfusionsabhängiger Thalassämie oder myelodysplastischem Syndrom 24 Wochenlang behandelt. Ein vergleichbares Sicherheitsprofil für die Filmtabletten und die Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen wurde beobachtet.
Eine offene, 1:1 randomisierte Studie wurde an 224 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis< 18 Jahren mit transfusionsbedingter Anämie und Eisenüberladung durchgeführt, um die
Therapietreue, die Wirksamkeit und Sicherheit der Deferasirox-Granulat-Formulierung im Vergleichzur Formulierung der Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen zu untersuchen. Die
Mehrheit der Patienten (142; 63,4%) in der Studie hatte Beta-Thalassämie major, 108 (48,2%)
Patienten waren vorher noch nicht mit einer Eisenchelat-Therapie behandelt worden (medianes Alter2 Jahre, 92,6% im Alter von 2 bis < 10 Jahren) und 116 (51,8%) waren mit einer Eisenchelat-Therapievorbehandelt (medianes Alter 7,5 Jahre, 71,6% im Alter von 2 bis < 10 Jahren), von denen 68,1%vorher Deferasirox erhalten hatten. In der Primäranalyse, die mit Eisenchelat-Therapie-naiven
Patienten nach 24 Wochen Behandlung durchgeführt wurde, war die Therapieeinhaltungsrate 84,26%im Arm mit der Deferasirox-Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen bzw. 86,84%im Deferasirox-Granulat-Arm, ohne statistisch signifikanten Unterschied. Ebenso gab es keinenstatistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen bei den mittleren
Veränderungen der Serumferritin (SF)-Werte (-171,52 μg/l [95%-KI: -517,40 bis 174,36] für die
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen [ST] und 4,84 μg/l [95%-KI: -333,58 bis343,27] für die Granulat-Formulierung, Differenz zwischen den Mittelwerten [Granulat - ST]176,36 μg/l [95%-KI: -129,00 bis 481,72], zweiseitiger p-Wert = 0,25). Das Ergebnis der Studie war,dass Therapietreue und Wirksamkeit zwischen den Armen mit Deferasirox-Granulat und Deferasirox-
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen zu verschiedenen Zeitpunkten (24 und48 Wochen) nicht unterschiedlich waren. Das Sicherheitsprofil der Darreichungsformen Granulat und
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen war insgesamt vergleichbar.
Bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen und Eisenüberladung wurdedie Behandlung mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen in einerrandomisierten doppelblinden placebokontrollierten Ein-Jahresstudie bewertet. Die Studie verglich die
Wirksamkeit von zwei verschiedenen Dosierungen von Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer
Suspension zum Einnehmen (Startdosis von 5 und 10 mg/kg/Tag, 55 Patienten in jedem Arm) mit dempassenden Placebo (56 Patienten). Die Studie schloss 145 Erwachsene und 21 pädiatrische Patientenein. Der primäre Wirksamkeitsparameter war die Änderung der Lebereisenkonzentration (LIC) von
Behandlungsbeginn nach 12 Monaten Behandlung. Einer der sekundären Wirksamkeitsparameter wardie Änderung des Serumferritins zwischen Behandlungsbeginn und viertem Quartal. Bei einer
Startdosis von 10 mg/kg/Tag führten Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum
Einnehmen zur Reduktion der Indikatoren für das Gesamtkörpereisen. Durchschnittlich reduzierte sichdie Eisenkonzentration in der Leber um -3,80 mg Fe/g TG bei Patienten, die mit Deferasirox-Tablettenzur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Startdosis 10 mg/kg/Tag) behandelt wurden, underhöhte sich um 0,38 mg Fe/g TG bei Patienten, die mit Placebo (p<0,001) behandelt wurden.
Durchschnittlich reduzierte sich Serumferritin um -222,0 µg/l bei Patienten, die mit Deferasirox-
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Startdosis 10 mg/kg/Tag) behandeltwurden, und erhöhte sich um 115 µg/l bei Patienten, die mit Placebo (p<0,001) behandelt wurden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
EXJADE Granulat zeigt eine höhere Bioverfügbarkeit im Vergleich zur Darreichungsform der
EXJADE Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. Nach Anpassung der Stärkewar die Darreichungsform des Granulats (4 x90 mg Stärke) vergleichbar mit EXJADE Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (500 mg Stärke) hinsichtlich der mittleren Fläche unterder Kurve (AUC) der Plasmakonzentration im zeitlichen Verlauf im nüchternen Zustand. Cmax war um34% erhöht (90%-KI: 27,9% bis 40,3%); eine Analyse der klinischen Exposition und Reaktion zeigtekeinen Hinweis auf klinische relevante Effekte eines solchen Anstiegs.
ResorptionDeferasirox (Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) wirdnach oraler Gabe mit einer durchschnittlichen Zeit von etwa 1,5 bis 4 Stunden bis zum Erreichen desmaximalen Plasmaspiegels (tmax) resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit (AUC) von Deferasirox(Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) beträgt etwa 70% im
Vergleich zur intravenösen Gabe. Die absolute Bioverfügbarkeit der Darreichungsform Granulatwurde nicht bestimmt. Die Bioverfügbarkeit von Deferasirox-Granulat war 52% höher als die der
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.
Eine Studie zur Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln, bei der gesunden Probanden das Granulat imnüchternen Zustand mit einer fettarmen (Fettgehalt = durchschnittlich 30% der Kalorien) oderfettreichen (Fettgehalt >50% der Kalorien) Mahlzeit gegeben wurden, zeigte, dass AUC und Cmax nacheiner fettarmen Mahlzeit geringfügig abnahmen (um 10% bzw. 11%). Nach einer fettreichen Mahlzeitwar nur die AUC leicht erhöht (um 18%). Wurde das Granulat mit Apfelmus oder Joghurt gegeben,war eine Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln nicht zu beobachten.
VerteilungDeferasirox wird in hohem Maße (99%) an Plasmaproteine gebunden, fast ausschließlich an
Serumalbumin, und hat ein geringes Verteilungsvolumen von ungefähr 14 l bei Erwachsenen.
BiotransformationDer Hauptstoffwechselweg von Deferasirox besteht in einer Glukuronidierung mit nachfolgenderbiliärer Ausscheidung. Es erfolgt wahrscheinlich eine Dekonjugation von Glukuroniden im Darm mitnachfolgender Reabsorption (entero-hepatischer Kreislauf). In einer klinischen Prüfung mit gesunden
Freiwilligen führte die Einnahme von Colestyramin nach einer Einmaldosis Deferasirox zu einem
Abfall der Bioverfügbarkeit von Deferasirox (AUC) um 45%.
Deferasirox wird hauptsächlich durch UGT1A1 und in geringerem Ausmaß durch UGT1A3glukuronidiert. Der durch CYP450 katalysierte (oxidative) Metabolismus von Deferasirox ist beim
Menschen gering (ca. 8%). In vitro wurde keine Hemmung des Deferasirox-Metabolismus durch
Hydroxyharnstoff beobachtet.
EliminationDeferasirox und seine Metaboliten werden vorwiegend (84% der Dosis) in den Fäzes ausgeschieden.
Die renale Exkretion von Deferasirox und seinen Metaboliten ist minimal (8% der Dosis). Dieterminale Eliminationshalbwertszeit (t1/2) beträgt 8 bis 16 Stunden. Die Transportproteine MRP2 und
MXR (BCRP) sind an der biliären Ausscheidung von Deferasirox beteiligt.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Cmax und AUC0-24h von Deferasirox nehmen im Steady-State annähernd linear zur Dosis zu. Nach
Mehrfachdosierung erhöhte sich die Exposition um den Kumulationsfaktor 1,3 bis 2,3.
Besondere PatientengruppenPädiatrische Patienten
Die Gesamtbioverfügbarkeit war bei Jugendlichen (12 bis ≤ 17 Jahre) und Kindern (2 bis < 12 Jahre)nach einmaliger und mehrfacher Gabe von Deferasirox geringer als bei erwachsenen Patienten. Bei
Kindern unter 6 Jahren war die Exposition ungefähr 50% geringer als bei Erwachsenen. Da individuellnach dem Ansprechen dosiert wird, sind keine klinischen Konsequenzen zu erwarten.
GeschlechtFrauen haben im Vergleich zu Männern eine leicht erniedrigte apparente Clearance (um 17,5%). Daindividuell nach dem Ansprechen dosiert wird, sind keine klinischen Konsequenzen zu erwarten.
Ältere PatientenBei älteren Patienten (ab 65 Jahren) wurde die Pharmakokinetik von Deferasirox nicht untersucht.
Nieren- und Leberfunktionsstörungen
Das pharmakokinetische Verhalten von Deferasirox wurde bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörungen nicht untersucht. Die Pharmakokinetik von Deferasirox wurde durch
Erhöhung der Lebertransaminasen bis zum 5-Fachen des oberen Normwerts nicht beeinflusst.
In einer klinischen Studie, in der Einzeldosen von 20 mg/kg Deferasirox-Tabletten zur Herstellungeiner Suspension zum Einnehmen verwendet wurden, war der durchschnittliche Plasmaspiegel bei
Studienteilnehmern mit leichter (Child-Pugh-Klasse A) bzw. mittelschwerer (Child-Pugh-Klasse B)
Leberfunktionsstörung um 16% bzw. um 76% im Vergleich zu Studienteilnehmern mit normaler
Leberfunktion erhöht. Die durchschnittliche Cmax von Deferasirox war bei Studienteilnehmern mitleichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung um 22% erhöht. Die Bioverfügbarkeit war beieinem Studienteilnehmer mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) um das 2,8-
Fache erhöht (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität oder zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Die wichtigsten Befunde waren Nephrotoxizitätund Trübung der Augenlinse (Katarakt). Bei neugeborenen und jungen Tieren waren die Befundeähnlich. Als hauptsächliche Ursache der Nephrotoxizität wird der Eisenmangel bei Tieren angesehen,die vorher nicht mit Eisen überladen waren.
In-vitro-Untersuchungen zur Genotoxizität waren negativ (Ames-Test, Chromosomen-Aberrations-
Test), während Deferasirox in letalen Dosen in vivo die Bildung von Mikronuklei im Knochenmark,aber nicht in der Leber, von nicht eisenbeladenen Ratten verursachte. In eisenvorbeladenen Rattenwurden derartige Effekte nicht beobachtet. Deferasirox war bei Gabe an Ratten in einer
Zweijahresstudie und an transgene p53+/- heterozygote Mäuse in einer Sechsmonatsstudie nichtkarzinogen.
Die potenzielle Toxizität auf die reproduktive Funktion wurde an Ratten und Kaninchen untersucht.
Deferasirox war nicht teratogen, führte aber in hohen Dosen, die für das nicht eisenüberladene
Muttertier stark toxisch waren, zu einer erhöhten Inzidenz von Skelettveränderungen und Totgeburtenbei Ratten. Auf die Fertilität oder die reproduktive Funktion hatte Deferasirox keine weiteren
Auswirkungen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mikrokristalline Cellulose
Crospovidon
Povidon
Magnesiumstearat
Hochdisperses Siliciumdioxid
Poloxamer
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Beutel aus Polyethylenterephthalat (PET)/Aluminium/Polyethylen (PE)-Folie.
Einzelpackungen mit 30 Beuteln.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novartis Europharm Limited
Vista Building
Elm Park, Merrion Road
Dublin 4
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EXJADE 90 mg Granulat
EU/1/06/356/020
EXJADE 180 mg Granulat
EU/1/06/356/021
EXJADE 360 mg Granulat
EU/1/06/356/022
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. August 2006
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 18. April 2016
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.