Angewendet bei: chronisch-entzündliche Darmerkrankung
Substanz: Vedolizumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L04AG05 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Monoklonale Antikörper)
Vedolizumab ist ein Medikament, das zur Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bei Patienten eingesetzt wird, die nicht ausreichend auf andere Therapien angesprochen haben. Es handelt sich um einen humanisierten monoklonalen Antikörper, der auf das α4β7-Integrin abzielt, ein Protein, das an der Migration von Lymphozyten in den Magen-Darm-Trakt beteiligt ist. Durch die Blockierung dieses Proteins reduziert Vedolizumab die Darmentzündung, ohne das systemische Immunsystem zu beeinträchtigen.
Das Medikament wird intravenös verabreicht, in der Regel in regelmäßigen Abständen, abhängig vom vom Arzt empfohlenen Behandlungsplan. Die Behandlung erfordert eine regelmäßige Überwachung, um die Wirksamkeit zu beurteilen und mögliche Nebenwirkungen zu erkennen.
Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Infektionen der oberen Atemwege und Müdigkeit. In seltenen Fällen können schwerwiegende Nebenwirkungen wie Überempfindlichkeitsreaktionen oder schwere Infektionen auftreten.
Vedolizumab stellt eine wichtige therapeutische Option für Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa dar und hilft, Symptome zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.
G31A (C1) - Chronisch entzündliche Darmerkrankung
Preis
Zuzahlung
Patient
6478.61 RON
6478.61 RON
0.00 RON
Entyvio 300 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Jede Durchstechflasche enthält 300 mg Vedolizumab.
Nach Rekonstitution enthält 1 ml Infusionslösung 60 mg Vedolizumab.
Vedolizumab ist ein humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper, der durch rekombinante
DNA-Technik in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) produziert wird.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 300 mg Entyvio Durchstechflasche enthält 3,31 mg Polysorbat 80.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Weißer bis cremefarbener lyophilisierter Kuchen oder Pulver.
Entyvio wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwereraktiver Colitis ulcerosa, die entweder auf konventionelle Therapie oder einen der
Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα)-Antagonisten unzureichend angesprochen haben, nicht mehrdarauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit gegen eine entsprechende Behandlung aufweisen.
Morbus CrohnEntyvio wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerem bisschwerem aktiven Morbus Crohn, die entweder auf konventionelle Therapie oder einen der
Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα)-Antagonisten unzureichend angesprochen haben, nicht mehrdarauf ansprechen oder eine Unverträglichkeit gegen eine entsprechende Behandlung aufweisen.
Pouchitis
Entyvio wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwereraktiver chronischer Pouchitis, die sich wegen Colitis ulcerosa einer Proktokolektomie, bei der einileoanaler Pouch angelegt wurde, unterzogen haben, und auf eine Antibiotikabehandlung nurunzureichend oder gar nicht angesprochen haben.
Die Behandlung sollte von einem Facharzt eingeleitet und überwacht werden, der über Erfahrung inder Diagnose und Behandlung von Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder Pouchitis verfügt (siehe
Abschnitt 4.4). Den Patienten sollte die Gebrauchsinformation ausgehändigt werden.
DosierungDie empfohlene Dosierung von intravenösem Vedolizumab beträgt 300 mg und wird als intravenöse
Infusion zur Einleitung der Behandlung in Woche 0, Woche 2 und Woche 6, und danach alle8 Wochen verabreicht.
Die Behandlung von Patienten mit Colitis ulcerosa sollte abgebrochen werden, wenn bis Woche 10keine Hinweise auf einen therapeutischen Nutzen zu beobachten sind (siehe Abschnitt 5.1).
Einige Patienten, bei denen das Ansprechen nachlässt, profitieren möglicherweise von einer Erhöhungder Dosierungsfrequenz auf 300 mg intravenöses Vedolizumab alle 4 Wochen.
Bei Patienten, die auf die Behandlung mit Vedolizumab angesprochen haben, können Corticosteroidenach der üblichen Vorgehensweise reduziert und/oder abgesetzt werden.
Erneute BehandlungWenn die Therapie unterbrochen wurde und es erforderlich ist, die Behandlung mit intravenösem
Vedolizumab neu zu beginnen, kann eine Verabreichung alle 4 Wochen erwogen werden (siehe
Abschnitt 5.1). In klinischen Studien wurden die Behandlungspausen bis zu 1 Jahr ausgedehnt. Bei
Wiederaufnahme der Behandlung mit Vedolizumab wurde die Wirksamkeit ohne erkennbare
Zunahme der Nebenwirkungen oder Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (siehe
Abschnitt 4.8) zurückgewonnen.
Morbus CrohnDie empfohlene Dosierung von intravenösem Vedolizumab beträgt 300 mg und wird als intravenöse
Infusion zur Einleitung der Behandlung in Woche 0, in Woche 2 und Woche 6 und danach alle8 Wochen verabreicht.
Patienten mit Morbus Crohn, die nicht angesprochen haben, profitieren möglicherweise von einer
Dosis intravenösem Vedolizumab in Woche 10 (siehe Abschnitt 4.4). Bei Patienten, die ansprechen,sollte die Therapie ab Woche 14 alle 8 Wochen weitergeführt werden. Bei Patienten mit Morbus
Crohn sollte die Therapie abgebrochen werden, wenn bis Woche 14 keine Hinweise auf einentherapeutischen Nutzen zu beobachten sind (siehe Abschnitt 5.1).
Einige Patienten, bei denen das Ansprechen nachlässt, profitieren möglicherweise von einer Erhöhungder Dosierungsfrequenz auf 300 mg intravenöses Vedolizumab alle 4 Wochen.
Bei Patienten, die auf die Behandlung mit Vedolizumab angesprochen haben, können die
Corticosteroide nach der üblichen Vorgehensweise reduziert und/oder abgesetzt werden.
Erneute BehandlungWenn die Therapie unterbrochen wurde und es erforderlich ist, die Behandlung mit intravenösem
Vedolizumab neu zu beginnen, kann eine Verabreichung alle 4 Wochen erwogen werden (siehe
Abschnitt 5.1). In klinischen Studien wurden die Behandlungspausen bis zu 1 Jahr ausgedehnt. Bei
Wiederaufnahme der Behandlung mit Vedolizumab wurde die Wirksamkeit ohne erkennbare
Zunahme der Nebenwirkungen oder Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusionzurückgewonnen (siehe Abschnitt 4.8).
Pouchitis
Die empfohlene Dosierung von intravenösem Vedolizumab beträgt 300 mg und wird als intravenöse
Infusion zur Einleitung der Behandlung in Woche 0, in Woche 2 und Woche 6 und danach alle8 Wochen verabreicht.
Die Behandlung mit Vedolizumab sollte parallel zu einem Standard-Antibiotikum (z. B. vierwöchige
Gabe von Ciprofloxacin) eingeleitet werden (siehe Abschnitt 5.1).
Ein Absetzen von Vedolizumab sollte erwogen werden, wenn nach 14-wöchiger Behandlung keintherapeutischer Nutzen nachweisbar ist.
Erneute BehandlungEs liegen keine Daten zu einer erneuten Behandlung bei Patienten mit Pouchitis vor.
Besondere PatientengruppenEine Dosisanpassung für ältere Patienten ist nicht erforderlich. Populationspharmakokinetische
Analysen zeigten keinen Einfluss des Alters (siehe Abschnitt 5.2).
Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
Vedolizumab wurde in dieser Patientengruppe nicht untersucht. Dosisempfehlungen können nichtgegeben werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Vedolizumab bei Kindern im Alter von 0 bis 17 Jahren ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungEntyvio 300 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung ist nur zurintravenösen Anwendung bestimmt. Vor der intravenösen Verabreichung muss es rekonstituiert undweiter verdünnt werden.
Entyvio 300 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung wird als intravenöse
Infusion über 30 Minuten verabreicht. Die Patienten sollten während und nach der Infusion überwachtwerden (siehe Abschnitt 4.4).
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Aktive schwere Infektionen wie Tuberkulose (TBC), Sepsis, Cytomegalievirus, Listeriose undopportunistische Infektionen, wie z. B. progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) (siehe
Abschnitt 4.4).
Intravenöses Vedolizumab sollte in einer medizinisch professionellen Umgebung verabreicht werden,um möglicherweise auftretende akute Überempfindlichkeitsreaktionen, inklusive Anaphylaxie,behandeln zu können. Entsprechende Überwachung und medizinische Behandlungsmöglichkeitenmüssen bei einer Behandlung mit intravenösem Vedolizumab für eine sofortige Verwendungverfügbar sein. Alle Patienten müssen während jeder Infusion kontinuierlich überwacht werden. Fürdie ersten 2 Infusionen müssen sie auch für etwa zwei Stunden nach Abschluss der Infusion auf
Anzeichen und Symptome einer akuten Überempfindlichkeitsreaktion überwacht werden. Für allenachfolgenden Infusionen müssen die Patienten für etwa eine Stunde nach Abschluss der Infusionbeobachtet werden.
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion und Überempfindlichkeitsreaktionen
In klinischen Studien sowie im Rahmen der Überwachung im Anschluss an das Inverkehrbringenwurden Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion und Überempfindlichkeitsreaktionenberichtet, deren Schweregrad in den meisten Fällen mild bis mittelschwer war (siehe Abschnitt 4.8).
Außerdem wurden Überempfindlichkeitsreaktionen bei Patienten gemeldet, die von der subkutanenauf die intravenöse Formulierung umgestellt worden waren.
Wenn eine schwere IR, anaphylaktische Reaktion oder andere schwere Reaktion auftritt, muss die
Verabreichung von Entyvio sofort beendet und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden (z. B.
Adrenalin und Antihistaminika) (siehe Abschnitt 4.3).
Wenn eine mild bis mittelschwer ausgeprägte IR auftritt, kann die Infusionsrate verlangsamt oderunterbrochen und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. Sobald die mild bismittelschwer ausgeprägte IR nachlässt, kann die Infusion fortgesetzt werden. Bei Patienten mit mildbis mittelschwer ausgeprägter IR auf Vedolizumab in der Anamnese sollten die Ärzte vor der nächsten
Infusion eine Vorbehandlung (z. B. mit Antihistaminika, Hydrocortison und/oder Paracetamol) in
Betracht ziehen, um die Risiken zu minimieren (siehe Abschnitt 4.8).
InfektionenVedolizumab ist ein Integrin-Antagonist mit selektiver Wirkung im Gastrointestinaltrakt, bei demkeine systemische immunsuppressive Aktivität nachgewiesen wurde (siehe Abschnitt 5.1).
Die Ärzte sollten das möglicherweise erhöhte Risiko für opportunistische Infektionen oder
Infektionen, gegen die der Darm als schützende Barriere dient, kennen (siehe Abschnitt 4.8). Bei
Patienten mit aktiven, schweren Infektionen darf die Behandlung mit Vedolizumab nicht eingeleitetwerden, bis die Infektionen unter Kontrolle sind, und die Ärzte sollten in Betracht ziehen, die
Behandlung bei solchen Patienten abzusetzen, bei denen sich während der Langzeitbehandlung mit
Vedolizumab eine schwere Infektion entwickelt. Vorsicht ist geboten, wenn die Anwendung von
Vedolizumab bei Patienten mit einer kontrollierten chronischen schweren Infektion oder einer
Vorgeschichte von wiederkehrenden schweren Infektionen in Betracht gezogen wird. Die Patientensollten vor, während und nach der Behandlung engmaschig auf Infektionen überwacht werden.
Vedolizumab ist bei Patienten mit aktiver Tuberkulose kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Vor
Beginn der Behandlung mit Vedolizumab müssen die Patienten nach den lokalen Richtlinien auf
Tuberkulose untersucht werden. Wird eine latente Tuberkulose diagnostiziert, muss eine geeignete
Behandlung mit Tuberkulostatika unter Einhaltung der lokalen Richtlinien eingeleitet werden, bevoreine Behandlung mit Vedolizumab begonnen wird. Bei Patienten, bei denen unter einer
Vedolizumab-Therapie eine Tuberkulose diagnostiziert wird, muss die Vedolizumab-Therapieunterbrochen werden, bis die Tuberkulose-Infektion abgeklungen ist.
Unter Therapie mit einigen Integrin-Antagonisten und einigen systemischen Immunsuppressiva wurdeeine progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) beobachtet, eine seltene und oft tödlichverlaufende opportunistische Infektion, die durch das John-Cunningham(JC)-Virus verursacht wird.
Durch die Bindung an das α4β7-Integrin auf Lymphozyten, die in die Darmwand eindringen, übt
Vedolizumab eine immunsuppressive Wirkung spezifisch auf den Darm aus. Bei gesunden Probandenwurden zwar keine systemischen immunsuppressiven Wirkungen nachgewiesen, bei Patienten mitchronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind die systemischen Auswirkungen auf das
Immunsystem jedoch nicht bekannt.
Das medizinische Fachpersonal sollte Patienten unter Vedolizumab auf jedes neue Auftreten bzw. jede
Verschlechterung von neurologischen Symptomen überwachen und bei deren Auftreten eine
Überweisung an einen Neurologen in Betracht ziehen. Wenn eine PML vermutet wird, muss die
Behandlung mit Vedolizumab unterbrochen werden, und wenn sich die Diagnose bestätigt, muss die
Behandlung dauerhaft abgesetzt werden.
Malignität
Bei Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn besteht ein erhöhtes Malignitätsrisiko.
Immunmodulatorische Arzneimittel können das Malignitätsrisiko erhöhen.
Vorangegangene und gleichzeitige Behandlung mit Biologika
Für Vedolizumab sind für Patienten, die zuvor mit Natalizumab oder Rituximab behandelt wurden,keine Daten aus klinischen Studien vorhanden. Falls die Anwendung von Vedolizumab in dieser
Patientengruppe in Betracht gezogen wird, sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Patienten, die zuvor Natalizumab erhielten, sollten, wenn es der klinische Zustand des Patientenzulässt, in der Regel mindestens 12 Wochen warten, bevor eine Therapie mit Vedolizumab eingeleitetwird.
Über die gleichzeitige Anwendung von biologischen Immunsuppressiva mit Vedolizumab stehenkeine Daten aus klinischen Studien zur Verfügung. Daher wird die Verwendung von Vedolizumab beidiesen Patienten nicht empfohlen.
Lebendimpfstoffe und orale Impfstoffe
In einer Placebo-kontrollierten Studie an gesunden Probanden reduzierte eine Einzeldosis von 750 mg
Vedolizumab bei Personen, die intramuskulär mit 3 Dosen eines rekombinanten
Hepatitis-B-Oberflächen-Antigens geimpft wurden, nicht die schützende Immunität gegen
Hepatitis-B-Viren. Bei mit Vedolizumab behandelten Patienten wurden nach Einnahme eines oralen
Impfstoffes mit inaktivierten Cholera-Bakterien niedrigere Serokonversionsraten beobachtet. Die
Auswirkungen auf andere orale oder nasale Impfstoffe sind unbekannt. Es wird empfohlen, allen
Patienten vor Beginn der Therapie mit Vedolizumab alle Impfungen nach den aktuellen
Impfempfehlungen zu verabreichen. Patienten, die mit Vedolizumab behandelt werden, könnenweiterhin Impfungen mit inaktivierten oder abgetöteten Impfstoffen erhalten. Es gibt keine Daten über
Sekundärübertragungen von Infektionen durch Lebendimpfstoffe bei Patienten, die Vedolizumaberhalten. Die Verabreichung von Grippe-Impfstoff sollte per Injektion nach der üblichen klinischen
Praxis erfolgen. Andere Lebendvakzine sollten unter der Behandlung mit Vedolizumab nurangewendet werden, wenn der Nutzen eindeutig die Risiken überwiegt.
Die Induktion einer Remission bei Morbus Crohn
Die Induktion der Remission bei Morbus Crohn kann bei einigen Patienten bis zu 14 Wochen dauern.
Die Gründe hierfür sind nicht vollständig bekannt, und hängen möglicherweise mit dem
Wirkmechanismus zusammen. Dies sollte berücksichtigt werden, insbesondere bei Patienten mitschwerer aktiver Erkrankung, die zuvor nicht mit TNFα-Antagonisten behandelt wurden (siehe auch
Abschnitt 5.1).
Die explorativen Subgruppen-Analysen der klinischen Studien weisen für Morbus Crohn darauf hin,dass Vedolizumab bei Patienten ohne gleichzeitige Behandlung mit Corticosteroiden weniger wirksamzur Induktion einer Remission bei Morbus Crohn sein könnte, als bei den Patienten, die gleichzeitig
Corticosteroide einnehmen (unabhängig von gleichzeitig verabreichten Immunmodulatoren, siehe
Abschnitt 5.1).
Gehalt an Polysorbat 80
Dieses Arzneimittel enthält 3,31 mg Polysorbat 80 in jeder Entyvio 300 mg Durchstechflasche.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
Vedolizumab wurde bei erwachsenen Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn untergleichzeitiger Behandlung mit Corticosteroiden, Immunmodulatoren (Azathioprin, 6-Mercaptopurinund Methotrexat) und Aminosalizylaten untersucht. Populationspharmakokinetische Analysen deutendarauf hin, dass die gleichzeitige Verabreichung solcher Mittel keine klinisch relevante Wirkung aufdie Pharmakokinetik von Vedolizumab hatte.
Bei erwachsenen Patienten mit Pouchitis wurde Vedolizumab zusammen mit Antibiotika verabreicht(siehe Abschnitt 5.1). Die Pharmakokinetik von Vedolizumab bei Patienten mit Pouchitis wurde nichtuntersucht (siehe Abschnitt 5.2).
Die Auswirkungen von Vedolizumab auf die Pharmakokinetik von häufig gleichzeitig verabreichten
Arzneimitteln wurden nicht untersucht.
ImpfungenLebendimpfstoffe und insbesondere oral verabreichte Lebendimpfstoffe sollten während einer
Behandlung mit Vedolizumab nur mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Gebärfähige Frauen sollten zur Vermeidung einer Schwangerschaft geeignete
Empfängnisverhütungsmethoden anwenden und diese mindestens 18 Wochen nach der letzten Gabefortführen.
SchwangerschaftBisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Vedolizumab bei Schwangerenvor.
In einer kleinen prospektiven Beobachtungsstudie an 99 Frauen mit Colitis ulcerosa oder Morbus
Crohn, die mit Vedolizumab behandelt wurden, betrug die Rate schwerer Geburtsfehler 7,4 % und5,6 % bei 76 Frauen mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, die mit anderen Biologika behandeltwurden (bereinigtes relatives Risiko (RR) 1,07, 95 % Konfidenzintervall (KI): 0,33, 3,52).
Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Als Vorsichtsmaßnahme soll möglichst eine Anwendung von Vedolizumab während der
Schwangerschaft vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt deutlich das potenzielle Risikofür die Mutter und den Fötus.
StillzeitVedolizumab wurde in der Muttermilch nachgewiesen. Die Wirkung von Vedolizumab auf gestillte
Säuglinge sowie die Auswirkungen auf die Milchproduktion sind nicht bekannt. In einer reinen
Laktationsstudie, in der die Konzentration von Vedolizumab in der Muttermilch von stillenden Frauenmit aktiver Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, die Vedolizumab erhielten, untersucht wurde, betrugdie Konzentration von Vedolizumab in der Muttermilch etwa 0,4 % bis 2,2 % der mütterlichen
Serumkonzentration aus früheren Studien mit Vedolizumab. Die geschätzte durchschnittliche
Tagesdosis von Vedolizumab, die der Säugling aufnahm, betrug 0,02 mg/kg/Tag, was etwa 21 % derkörpergewichtsbereinigten durchschnittlichen Tagesdosis der Mutter entspricht.
Beim Einsatz von Vedolizumab sind sowohl der Nutzen der Therapie für die stillende Mutter als auchdas potenzielle Risiko für das Kind zu berücksichtigen.
FertilitätEs liegen keine Daten zu Wirkungen von Vedolizumab auf die menschliche Fertilität vor. Intierexperimentellen Studien wurden die Auswirkungen auf die männliche und weibliche Fertilität nichtformell untersucht (siehe Abschnitt 5.3).
Vedolizumab hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen, da bei einer kleinen Anzahl der Patienten Schwindelgefühl berichtet wurde.
Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Infektionen (wie Nasopharyngitis, Infektion deroberen Atemwege, Bronchitis, Influenza und Sinusitis), Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber,
Ermüdung/Fatigue, Husten, Arthralgie.
Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (mit Symptomen wie Dyspnoe, Bronchospasmus,
Urtikaria, Hitzegefühl, Ausschlag und erhöhter Blutdruck und Herzfrequenz) wurden ebenfalls bei
Patienten berichtet, die mit Vedolizumab behandelt wurden.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgende Auflistung der Nebenwirkungen basiert auf Erfahrungen aus den klinischen Studien undbisherigen Erfahrungen nach der Markteinführung und wird nach Organsystemen aufgelistet.
Innerhalb der Systemorganklassen sind die Nebenwirkungen nach ihrer Häufigkeit in folgende
Kategorien eingeteilt: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100),sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Tabelle 1. Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Infektionen und parasitäre Sehr häufig Nasopharyngitis
Erkrankungen Häufig Pneumonie,
Clostridium difficile-Infektion,
Bronchitis,
Gastroenteritis,
Infektion der oberen Atemwege,
Grippe,
Sinusitis,
Pharyngitis,
Herpes zoster
Gelegentlich Atemwegsinfektion,vulvovaginale Candidose,orale Candidose
Erkrankungen des Sehr selten anaphylaktische Reaktion,
Immunsystems anaphylaktischer Schock
Erkrankungen des Sehr häufig Kopfschmerzen
Nervensystems Häufig Parästhesie
Augenerkrankungen Gelegentlich verschwommenes Sehen
Gefäßerkrankungen Häufig Hypertonie
Erkrankungen der Atemwege, Häufig Schmerzen im Oropharynx,des Brustraums und Nasenverstopfung,
Mediastinums Husten
Nicht bekannt interstitielle Lungenerkrankung
Erkrankungen des Häufig Analabszess,
Gastrointestinaltrakts Analfissur,
Übelkeit,
Dyspepsie,
Obstipation,
Bauch aufgetrieben,
Flatulenz,
Hämorrhoiden,
Rektalblutung*
Leber- und Gallenerkrankungen Häufig erhöhte Leberenzyme
Sehr selten Hepatitis
Erkrankungen der Haut und des Häufig Ausschlag,
Unterhautgewebes Pruritus,
Ekzem,
Erythem,nächtliche Schweißausbrüche,
Akne
Gelegentlich Follikulitis
Skelettmuskulatur-, Sehr häufig Arthralgie
Bindegewebs- und Häufig Muskelspasmen,
Knochenerkrankungen Rückenschmerzen,muskuläre Schwäche,
Schmerzen in den Extremitäten
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungen
Allgemeine Erkrankungen und Häufig Fieber,
Beschwerden am Ermüdung/Fatigue,
Verabreichungsort Reaktionen im Zusammenhang miteiner Infusion (Asthenie* und
Brustkorbbeschwerden*),
Reaktion an der Infusionsstelle(einschließlich: Schmerzen an der
Infusionsstelle und Irritation an der
Infusionsstelle)
Gelegentlich Schüttelfrost,
Kältegefühl
* Berichtet in der EARNEST-Studie (Pouchitis)
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenIn den kontrollierten Studien GEMINI 1 und 2 (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) kam es bei 4 %der mit intravenösem Vedolizumab behandelten Patienten und bei 3 % der mit Placebo behandelten
Patienten zu Nebenwirkungen, die vom Prüfarzt als Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion(IR) definiert wurden (siehe Abschnitt 4.4). Kein einzelnes unerwünschtes Ereignis, das als IRberichtet wurde, kam mit einer Häufigkeit von über 1 % vor. Die meisten IR waren leicht bismittelschwer ausgeprägt und führten in < 1 % zum Abbruch der Studienbehandlung. Die beobachteten
IR klangen in der Regel ohne oder mit minimaler Intervention nach der Infusion wieder ab. Diemeisten Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion traten innerhalb der ersten 2 Stunden auf.
Bei den Patienten, bei denen Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion auftraten, kam es beiden Patienten, die intravenöses Vedolizumab erhielten, zu mehr Reaktionen im Zusammenhang miteiner Infusion in den ersten zwei Stunden als bei Patienten, die Placebo erhalten hatten. Die meisten
Infusionsreaktionen waren nicht schwerwiegend und traten während der Infusion oder innerhalb derersten Stunde nach Abschluss der Infusion auf.
Bei einem Patienten mit Morbus Crohn wurde während der zweiten Infusion eine schwerwiegendeunerwünschte IR-Nebenwirkung berichtet (die berichteten Symptome waren Dyspnoe,
Bronchospasmus, Urtikaria, Hitzegefühl, Ausschlag und erhöhter Blutdruck und Herzfrequenz), dasmit Absetzen der Infusion und Behandlung mit Antihistaminika und intravenös verabreichtem
Hydrocortison erfolgreich behandelt wurde. Bei Patienten, die in Woche 0 und 2 intravenöses
Vedolizumab, gefolgt von Placebo erhielten, wurde bei Wiederaufnahme der Behandlung mitintravenösem Vedolizumab nach dem Verlust des Ansprechens kein Anstieg der IR-Häufigkeitbeobachtet.
In der kontrollierten Studie EARNEST (Pouchitis) mit intravenösem Vedolizumab wurden bei 3 von51 Patienten (5,9 %) in der Vedolizumab-Gruppe und bei 2 von 51 Patienten (3,9 %) in der
Placebogruppe Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich IR, berichtet. Zu den einzelnenbevorzugten Begriffen (preferred MedDRA terms) gehörten Mundulzeration, Schwellungen, periphere
Ödeme, Brustkorbbeschwerden, Asthenie, akute Nierenschädigung, obstruktive Atemwegserkrankungund Hitzegefühl. Alle Ereignisse wurden als leicht bis mittelschwer eingestuft, keines wurde alsschwerwiegend angesehen und keines führte zum Abbruch der Studie.
InfektionenIn den kontrollierten Studien GEMINI 1 und 2 (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) mit intravenösem
Vedolizumab betrug die Infektionshäufigkeit 0,85 pro Patientenjahr bei den mit Vedolizumabbehandelten Patienten und 0,70 pro Patientenjahr bei den mit Placebo behandelten Patienten. Die
Infektionen umfassten in erster Linie Nasopharyngitis, Infektion der oberen Atemwege, Sinusitis und
Harnwegsinfektionen. Die meisten Patienten setzten die Behandlung mit Vedolizumab nach
Abklingen der Infektion fort.
In den kontrollierten Studien GEMINI 1 und 2 mit intravenösem Vedolizumab betrug die Häufigkeitvon schwerwiegenden Infektionen 0,07 pro Patientenjahr bei den mit Vedolizumab behandelten
Patienten und 0,06 pro Patientenjahr bei den mit Placebo behandelten Patienten. Im zeitlichen Verlaufgab es keine signifikante Zunahme der Anzahl von schwerwiegenden Infektionen.
In der kontrollierten Studie EARNEST (Pouchitis) mit intravenösem Vedolizumab trat nur bei einemvon 51 Patienten (2,0 %) in der Vedolizumab-Gruppe eine schwere Gastroenteritis-Infektion auf. Der
Patient wurde zur Beobachtung ins Krankenhaus eingewiesen, erholte sich von dem Ereignis unddurchlief die Studie bis zu deren Ende.
In kontrollierten Studien und der offenen Erweiterungsstudie (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) mitintravenösem Vedolizumab bei Erwachsenen wurden schwerwiegende Infektionen wie Tuberkulose,
Sepsis (einige mit tödlichem Ausgang), Salmonellen-Sepsis, Listerien-Meningitis und
Cytomegalievirus-Colitis berichtet.
In klinischen Studien mit intravenösem Vedolizumab (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) war die
Infektionsrate bei den mit Vedolizumab behandelten Patienten mit einem BMI von ≥ 30 kg/m² höherals bei Patienten mit einem BMI von < 30 kg/m².
In klinischen Studien mit intravenösem Vedolizumab (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn) wurde beiden mit Vedolizumab behandelten Patienten, die vorher eine TNFα-Antagonisten-Therapie erhaltenhatten, eine etwas höhere Inzidenz schwerer Infektionen berichtet als bei Patienten, die zuvor keine
TNFα-Antagonisten-Therapie erhalten hatten.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
In klinischen Studien wurden Dosierungen bis zu 10 mg/kg (etwa das 2,5-Fache der empfohlenen
Dosis) intravenös verabreicht. Während der klinischen Studien wurde keine dosislimitierende
Toxizität beobachtet.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, monoklonale Antikörper, ATC-Code:
L04AG05.
WirkmechanismusVedolizumab ist ein immunsuppressives Biologikum, das selektiv im Gastrointestinaltrakt wirkt. Es istein humanisierter monoklonaler Antikörper, der spezifisch an das α4β7-Integrin bindet, welchesbevorzugt auf in die Darmwand eindringenden T-Helfer-Lymphozyten exprimiert wird. Durch die
Bindung an α4β7 auf bestimmten Lymphozyten hemmt Vedolizumab die Adhäsion dieser Zellen andas mukosale Adressin-Zelladhäsionsmolekül-1 (MAdCAM-1), aber nicht an das vaskuläre
Zelladhäsionsmolekül-1 (VCAM-1). MAdCAM-1 wird hauptsächlich von den Darm-Endothelzellenexprimiert und spielt eine entscheidende Rolle bei der Einwanderung von T-Lymphozyten in Gewebeim Magen-Darm-Trakt. Vedolizumab bindet nicht an α4β1- und αEβ7-Integrine und hemmt nicht deren
Funktion.
Das α4β7-Integrin wird auf einer speziellen Untergruppe der Gedächtnis-T-Lymphozyten exprimiert,die vorzugsweise in den Magen-Darm-Trakt (GI) migrieren und eine Entzündung verursachen, diecharakteristisch für Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist, die beide zu den chronisch-entzündlichenimmunologisch-bedingten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes gehören. Vedolizumab reduziertdie Entzündungen im Magen-Darm-Trakt bei Patienten mit Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und
Pouchitis. Die Hemmung der Interaktion von α4β7 mit MAdCAM‑1 durch Vedolizumab verhindert beinicht‑humanen Primaten die Migration von in den Darm einwandernden Gedächtnis-T‑Helfer-
Lymphozyten durch das vaskuläre Endothel in das Parenchymgewebe und induzierte eine reversible3‑fache Zunahme der Anzahl dieser Zellen im peripheren Blut. Der murine Vorläufer von
Vedolizumab linderte die Entzündung des Magen-Darm-Traktes bei Lisztaffen mit Colitis, die als
Modell für Colitis ulcerosa verwendet werden.
Bei gesunden Probanden, Patienten mit Colitis ulcerosa oder Patienten mit Morbus Crohn, nehmenunter Vedolizumab die Neutrophilen, Basophilen, Eosinophilen, B-Helfer- und zytotoxischen
T-Lymphozyten, Gesamt-Gedächtnis-T-Lymphozyten, Monozyten oder natürliche Killerzellen nichtzu, und im peripheren Blut lässt sich keine Leukozytose beobachten.
Vedolizumab beeinflusste die Immunabwehr und Entzündung des zentralen Nervensystems in einem
Modell für Multiple Sklerose, der Experimentellen Autoimmun-Enzephalomyelitis in nicht-humanen
Primaten nicht. Vedolizumab hatte bei Antigenprovokation in der Lederhaut und in Muskeln keinen
Einfluss auf die Immunantwort (siehe Abschnitt 4.4). Im Gegensatz dazu hemmte Vedolizumab beigesunden Probanden die Immunantwort auf eine Antigenprovokation im Magen-Darm-Trakt (siehe
Abschnitt 4.4).
ImmunogenitätWährend der Behandlung mit Vedolizumab können sich Antikörper gegen Vedolizumab bilden, diemeisten davon sind neutralisierende Antikörper. Die Bildung von Anti-Vedolizumab-Antikörpern gehtmit einer erhöhten Clearance von Vedolizumab und geringeren klinischen Remissionsraten einher.
Bei Patienten mit Anti-Vedolizumab-Antikörpern wurde von Reaktionen im Zusammenhang mit einer
Infusion nach Vedolizumab-Infusionen berichtet.
Pharmakodynamische WirkungenIn klinischen Studien mit intravenösem Vedolizumab in Dosierungen zwischen 0,2 und 10 mg/kgwurde > 95 % Sättigung der α4β7-Rezeptoren auf Untergruppen der an der Immunabwehr im Darmbeteiligten zirkulierenden Lymphozyten bei Patienten beobachtet.
Vedolizumab beeinflusste die Einwanderung von CD4+- und CD8+-Lymphozyten in das ZNS nicht:
Bei gesunden Probanden wurde im Liquor keine Veränderung des CD4+/CD8+-Verhältnisses vor undnach der Verabreichung von Vedolizumab beobachtet. Diese Daten sind übereinstimmend mit
Untersuchungen an nicht-humanen Primaten, bei denen keine Auswirkungen auf die Immunabwehrdes ZNS zu erkennen war.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit und Sicherheit von intravenösem Vedolizumab bei der Behandlung von erwachsenen
Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (Mayo-Score 6 bis 12 mitendoskopischem Subscore ≥ 2) wurde in einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten
Studie nachgewiesen, die die Wirksamkeits-Endpunkte in Woche 6 und Woche 52 (GEMINI 1)untersuchte. Bei den an der Studie teilnehmenden Patienten hatte mindestens eine konventionelle
Therapie, einschließlich Corticosteroiden, Immunmodulatoren und/oder der TNFα-Antagonist
Infliximab (einschließlich primärer Non-Responder) versagt. Als Begleitmedikation waren stabile
Dosen oraler Aminosalizylate, Corticosteroide und/oder immunmodulatorischer Arzneimittel erlaubt.
Für die Auswertung der Woche-6-Endpunkte wurden 374 Patienten doppelblind randomisiert (3:2)und erhielten in Woche 0 und Woche 2 Vedolizumab 300 mg oder Placebo. Der primäre Endpunktwar der Anteil der Patienten mit klinischem Ansprechen (definiert als Reduktion des Mayo-Gesamt-
Score um ≥ 3 Punkte und ≥ 30 % vom Ausgangswert mit einer gleichzeitigen Verringerung desrektalen Blutungs-Subscores von ≥ 1 Punkt oder rektaler Blutungs-Gesamt-Score von ≤ 1 Punkt) in
Woche 6. Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse der untersuchten primären und sekundären Endpunkte.
Tabelle 2. Wirksamkeitsergebnisse der Studie GEMINI 1 für Woche 6
Placebo Vedolizumab i.v.
Endpunkt N = 149 N = 225
Klinisches Ansprechen 26 % 47 %*
Klinische Remission§ 5 % 17 %†
Abheilung der Schleimhaut¶ 25 % 41 %‡
*p < 0,0001†p ≤ 0,001‡p < 0,05§klinische Remission: Mayo-Gesamt-Score von ≤ 2 Punkte und kein individueller Subscore > 1 Punkt¶Abheilung der Schleimhaut: Endoskopischer Mayo-Subscore ≤ 1 Punkt
Der positive Effekt von Vedolizumab auf klinisches Ansprechen, Remission und Abheilung der
Schleimhaut wurde sowohl bei Patienten beobachtet, die vorher nicht mit TNFα-Antagonistenbehandelt wurden, als auch bei denen, bei denen eine vorausgegangene Behandlung mit einem
TNFα-Antagonisten fehlgeschlagen war.
In der Studie GEMINI 1 erhielten 2 Kohorten der Patienten Vedolizumab in Woche 0 und Woche 2:
Patienten in Kohorte 1 wurden randomisiert und erhielten doppelblind entweder Vedolizumab 300 mgoder Placebo, die Patienten in Kohorte 2 erhielten eine Open-Label-Behandlung mit Vedolizumab300 mg. Um die Wirksamkeit in Woche 52 zu bewerten, wurden 373 Patienten aus Kohorte 1 und 2,die mit Vedolizumab behandelt wurden, und in Woche 6 ein klinisches Ansprechen erreicht hatten,randomisiert (1:1:1) und erhielten doppelblind ab Woche 6 eine der folgenden Behandlungen:
Vedolizumab 300 mg alle 8 Wochen, Vedolizumab 300 mg alle 4 Wochen oder Placebo alle4 Wochen. Beginnend in Woche 6 mussten alle Patienten, die ein klinisches Ansprechen erreichthatten und Corticosteroide erhielten, ein Corticosteroid-Ausschleichschema beginnen. Der primäre
Endpunkt war der Anteil der Patienten in klinischer Remission in Woche 52. Tabelle 3 zeigt die
Ergebnisse der untersuchten primären und sekundären Endpunkte.
Tabelle 3. Wirksamkeitsergebnisse der Studie GEMINI 1 für Woche 52
Vedolizumabi.v. Vedolizumab i.v.
Placebo alle 8 Wochen alle 4 Wochen
Endpunkt n = 126* n = 122 n = 125
Klinische Remission 16 % 42 %† 45 %†
Anhaltendes klinisches Ansprechen¶ 24 % 57 %† 52 %†
Abheilung der Schleimhaut 20 % 52 %† 56 %†
Anhaltende klinische Remission# 9 % 20 %§ 24 %‡
Corticosteroid-freie klinische 14 % 31 %§ 45 %†
Remission♠
*Die Placebo-Gruppe umfasst jene Teilnehmer, die in Woche 0 und Woche 2 Vedolizumab erhielten undvon Woche 6 bis Woche 52 in die Gruppe randomisiert wurden, die Placebo erhielt.†p < 0,0001‡p < 0,001§p < 0,05¶Anhaltendes klinisches Ansprechen: Klinisches Ansprechen in Woche 6 und 52#Anhaltende klinische Remission: Klinische Remission in Woche 6 und 52♠Corticosteroid-freie klinische Remission: Patienten, die zu Beginn der Studie orale Corticosteroideeingenommen hatten, die Corticosteroide ab Woche 6 abgesetzt hatten und sich in Woche 52 in klinischer
Remission befanden. Die Patientenzahlen waren n = 72 für Placebo, n = 70 für Vedolizumab alle 8 Wochenund n = 73 für Vedolizumab alle 4 Wochen.
Exploratorische Analysen liefern zusätzliche Daten über wichtige untersuchte Teilpopulationen. Beietwa einem Drittel der Patienten war zuvor eine Behandlung mit TNFα-Antagonisten fehlgeschlagen.
Von diesen Patienten erzielten 37 %, die Vedolizumab alle 8 Wochen erhielten, 35 %, die
Vedolizumab alle 4 Wochen erhielten, und 5 %, die Placebo erhielten, in Woche 52 eine klinische
Remission. Verbesserungen bei anhaltendem klinischen Ansprechen (47 %, 43 %, 16 %), Abheilungder Schleimhaut (42 %, 48 %, 8 %), anhaltender klinischer Remission (21 %, 13 %, 3 %) und
Corticosteroid-freier klinischer Remission (23 %, 32 %, 4 %) wurden in der Gruppe festgestellt, beider eine vorausgegangene Behandlung mit TNFα-Antagonisten fehlgeschlagen war und die mit
Vedolizumab alle 8 Wochen, Vedolizumab alle 4 Wochen bzw. Placebo behandelt wurden.
Patienten, bei denen in Woche 6 kein Ansprechen nachweisbar war, blieben in der Studie underhielten Vedolizumab alle 4 Wochen. Bei Verwendung von Mayo-Subscores wurde ein klinisches
Ansprechen in Woche 10 und Woche 14 bei einem höheren Prozentsatz von Vedolizumab-Patientenerreicht (32 % bzw. 39 %), im Vergleich zu Placebo-Patienten (15 % bzw. 21 %).
Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (Health Related Quality Of Life, HRQOL) wurde mit dem
Inflammatory Bowel Disease Questionnaire (IBDQ), einem krankheitsspezifischen Instrument, und
SF-36 und EQ-5D beurteilt, bei denen es sich um allgemeine Messinstrumente handelt. Dieexploratorischen Analysen zeigen klinisch relevante Verbesserungen in den Vedolizumab-Gruppen.
Die Verbesserungen waren im Vergleich zu der Placebo-Gruppe in Woche 6 und Woche 52 für
EQ-5D und EQ-5D-VAS-Werte, alle IBDQ-Subskalen (Darmsymptome, Körperfunktion, emotionale
Funktion und soziale Funktion) und alle Subskalen des SF-36 einschließlich der Physical Component
Summary (PCS) und Mental Component Summary (MCS) signifikant größer.
Studienerweiterung
Patienten, die alle 8 Wochen behandelt wurden und die nicht mehr auf Vedolizumab ansprachen,konnten in eine offene Erweiterungsstudie wechseln und erhielten alle 4 Wochen Vedolizumab. Beidiesen Patienten wurde eine klinische Remission bei 25 % der Patienten in Woche 28 und in
Woche 52 erreicht.
Patienten, die nach der Behandlung mit Vedolizumab ein klinisches Ansprechen in Woche 0 und 2erreichten und dann in die Placebo-Gruppe randomisiert (in Woche 6 bis Woche 52) wurden und dienicht mehr auf Vedolizumab ansprachen, konnten in eine offene Erweiterungsstudie wechseln underhielten alle 4 Wochen Vedolizumab. Bei diesen Patienten wurde eine klinische Remission bei 45 %der Patienten bis Woche 28 und 36 % der Patienten bis Woche 52 erreicht.
In dieser offenen Erweiterungsstudie wurde der Nutzen der Vedolizumab-Behandlung, der mit
Mayo-Subscores, Erreichen einer klinischen Remission, und dem klinischen Ansprechen beurteiltwurde, für bis zu 196 Wochen nachgewiesen.
Morbus CrohnDie Wirksamkeit und Sicherheit von intravenösem Vedolizumab für die Behandlung von erwachsenen
Patienten mit mittelschwerem bis schwerem aktivem Morbus Crohn (Crohn Disease Activity Index[CDAI] Punktzahl von 220 bis 450) wurde in 2 Studien (GEMINI 2 und 3) untersucht. Bei den an der
Studie teilnehmenden Patienten hatte mindestens eine konventionelle Therapie, einschließlich
Corticosteroiden, Immunmodulatoren und/oder des TNFα-Antagonisten (einschließlich primärer
Non-Responder) versagt. Als Begleitmedikation waren stabile orale Dosen von Corticosteroiden,
Immunmodulatoren und Antibiotika erlaubt.
Die Studie GEMINI 2 war eine randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie, deren
Wirksamkeits-Endpunkte in Woche 6 und Woche 52 untersucht wurden. Die Patienten (n = 368)wurden randomisiert (3:2) und erhielten doppelblind 2 Dosen Vedolizumab 300 mg oder Placebo in
Woche 0 und Woche 2. Die beiden primären Endpunkte waren der Anteil der Patienten in klinischer
Remission (definiert als CDAI-Score ≤ 150 Punkte) in Woche 6 und der Anteil der Patienten mitverbessertem klinischen Ansprechen (definiert als Abnahme des CDAI-Scores um ≥ 100 Punkte vom
Ausgangswert) in Woche 6 (siehe Tabelle 4).
Die Studie GEMINI 2 umfasste 2 Kohorten von Patienten, die in Woche 0 und 2 Vedolizumaberhielten: Die Patienten in Kohorte 1 wurden randomisiert und erhielten doppelblind entweder
Vedolizumab 300 mg oder Placebo, die Patienten in Kohorte 2 erhielten eine Open-Label-Behandlungmit Vedolizumab 300 mg. Um die Wirksamkeit in Woche 52 zu bewerten, wurden 461 Patienten aus
Kohorte 1 und 2, die mit Vedolizumab behandelt wurden und in Woche 6 ein klinisches Ansprechen(definiert als Abnahme des CDAI-Scores um ≥ 70 Punkte vom Ausgangswert) erreicht hatten,randomisiert (1:1:1) und erhielten doppelblind ab Woche 6 eine der folgenden Behandlungen:
Vedolizumab 300 mg alle 8 Wochen, Vedolizumab 300 mg alle 4 Wochen oder Placebo alle4 Wochen. Bei Patienten, bei denen in Woche 6 ein klinisches Ansprechen nachweisbar war, wurdeein Corticosteroid-Ausschleichschema begonnen. Der primäre Endpunkt war der Anteil der Patientenin klinischer Remission in Woche 52 (siehe Tabelle 5).
Die Studie GEMINI 3 war eine zweite randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie, diedie Wirksamkeit in Woche 6 und Woche 10 in der Subgruppe von Patienten untersuchte, bei denenmindestens eine konventionelle Therapie und eine Therapie mit TNFα-Antagonisten versagt hatte(einschließlich primärer Non-Responder) sowie in der Gesamtpopulation, die auch Patienten umfasste,bei denen mindestens eine konventionelle Therapie versagt hatte und die keine Behandlung mit
TNFα-Antagonisten erhalten hatten. Die Patienten (n = 416), bei denen es sich zu ca. 75 % um
Patienten handelte, bei denen eine Behandlung mit TNFα-Antagonisten fehlgeschlagen war, wurdenrandomisiert (1:1) und erhielten in den Wochen 0, 2 und 6 doppelblind entweder Vedolizumab 300 mgoder Placebo. Der primäre Endpunkt war der Anteil der Patienten in klinischer Remission in Woche 6in der Subgruppe, bei denen die Behandlung mit TNFα-Antagonisten versagt hatte. Wie in Tabelle 4angegeben, zeigen explorative Analysen, dass, obwohl der primäre Endpunkt nicht erreicht wurde,klinisch bedeutsame Ergebnisse beobachtet wurden.
Tabelle 4. Wirksamkeitsergebnisse der Studien GEMINI 2 und 3 für Woche 6 und Woche 10
Studie
Endpunkt Placebo Vedolizumab i.v.
GEMINI-2-Studie
Klinische Remission, Woche 6
Gesamt 7 % (n = 148) 15 %* (n = 220)
Versagen von TNFα-Antagonist(en) 4 % (n = 70) 11 % (n = 105)
TNFα-Antagonist(en) naïv 9 % (n = 76) 17 % (n = 109)
Verbessertes klinisches Ansprechen, Woche 6
Gesamt 26 % (n = 148) 31 %† (n = 220)
Versagen von TNFα-Antagonist(en) 23 % (n = 70) 24 % (n = 105)
TNFα-Antagonist(en) naïv 30 % (n = 76) 42 % (n = 109)
Veränderung der Serum-CRP vom Ausgangswertbis Woche 6, Median (µg/ml)
Gesamt‡ -0,5 (n = 147) -0,9 (n = 220)
GEMINI-3-Studie
Klinische Remission, Woche 6
Gesamt‡ 12 % (n = 207) 19 % (n = 209)
Versagen von TNFα-Antagonist(en)¶ 12 % (n = 157) 15 %KI§ (n = 158)
TNFα-Antagonist(en) naïv 12 % (n = 50) 31 % (n = 51)
Klinische Remission, Woche 10
Gesamt 13 % (n = 207) 29 % (n = 209)
Versagen von TNFα-Antagonist(en)¶,‡ 12 % (n = 157) 27 % (n = 158)
TNFα-Antagonist(en) naïv 16 % (n = 50) 35 % (n = 51)
Anhaltende klinische Remission#¶
Gesamt 8 % (n = 207) 15 % (n = 209)
Versagen von TNFα-Antagonist(en)¶,‡ 8 % (n = 157) 12 % (n = 158)
TNFα-Antagonist(en) naïv 8 % (n = 50) 26 % (n = 51)
Verbessertes klinisches Ansprechen, Woche 6
Gesamt^ 23 % (n = 207) 39 % (n = 209)
Versagen von TNFα-Antagonist(en)‡ 22 % (n = 157) 39 % (n = 158)
TNFα-Antagonist(en) naïv^ 24 % (n = 50) 39 % (n = 51)
*p < 0,05†statistisch nicht signifikant‡sekundärer Endpunkt, wird mit vorgegebenen statistischen Testverfahren exploratorisch untersucht§statistisch nicht signifikant, die anderen Endpunkte wurden deshalb nicht statistisch getestet¶n = 157 für Placebo und n = 158 für Vedolizumab#anhaltende klinische Remission: klinische Remission in Woche 6 und 10^exploratorischer Endpunkt
Tabelle 5. Wirksamkeitsergebnisse der Studie GEMINI 2 für Woche 52
Vedolizumab i.v. Vedolizumab i.v.
Placebo alle 8 Wochen alle 4 Wochenn = 153* n = 154 n = 154
Klinische Remission 22 % 39 %† 36 %‡
Verbessertes klinisches Ansprechen 30 % 44 %‡ 45 %‡
Corticosteroid-freie klinische
Remission§ 16 % 32 %‡ 29 %‡
Anhaltende klinische Remission¶ 14 % 21 % 16 %
*Die Placebo-Gruppe umfasst jene Teilnehmer, die in Woche 0 und Woche 2 Vedolizumab erhielten und von
Woche 6 bis Woche 52 in die Gruppe randomisiert wurden, die Placebo erhielt.†p < 0,001‡p < 0,05§Corticosteroid-freie klinische Remission: Patienten, die zu Beginn der Studie orale Corticosteroideeingenommen hatten, die Corticosteroide ab Woche 6 abgesetzt hatten und sich in Woche 52 in klinischer
Remission befanden.
Die Patientenzahlen waren n = 82 für Placebo, n = 82 für Vedolizumab alle 8 Wochen und n = 80 für
Vedolizumab alle 4 Wochen¶Anhaltende klinische Remission: Klinische Remission bei ≥ 80 % der Studientermine einschließlich demletzten Termin (Woche 52)
Bei den explorativen Analysen wurden die Auswirkungen einer gleichzeitigen Verabreichung von
Corticosteroiden und Immunmodulatoren zusammen mit Vedolizumab auf die Induktion der
Remission untersucht. Bei Morbus Crohn schien die Kombinationsbehandlung, insbesondere diegleichzeitige Verabreichung von Corticosteroiden, die Remission wirksamer zu induzieren als
Vedolizumab allein oder in Kombination mit Immunmodulatoren, was in einem kleineren Unterschiedzu Placebo in der Remissionsrate resultierte. Die klinische Remissionsrate in Woche 6 betrug in
GEMINI 2 10 % (Unterschied zu Placebo 2 %, 95-%-KI: -6, 10) bei Verabreichung ohne
Corticosteroide, im Vergleich zu 20 % (Unterschied zu Placebo 14 %, 95-%-KI: -1, 29) beigleichzeitiger Verabreichung mit Corticosteroiden. In GEMINI 3 betrugen die klinischen
Remissionsraten 18 % in Woche 6 (Unterschied zu Placebo 3 %, 95-%-KI: -7, 13) bzw. 22 % in
Woche 10 (Unterschied zu Placebo 8 %, 95-%-KI: -3, 19) bei Verabreichung ohne Corticosteroide, im
Vergleich zu 20 % (Unterschied zu Placebo 11 %, 95-%-KI: 2, 20) bzw. 35 % (Unterschied zu
Placebo 23 %, 95-%-KI: 12, 33) bei gleichzeitiger Verabreichung mit Corticosteroiden. Diese
Wirkungen wurden unabhängig davon beobachtet, ob gleichzeitig Immunmodulatoren verabreichtwurden oder nicht.
Exploratorische Analysen liefern zusätzliche Daten über wichtige untersuchte Teilpopulationen. In
GEMINI 2 hatte etwa die Hälfte der Patienten zuvor eine Behandlung mit TNFα-Antagonistenerhalten, die fehlgeschlagen war. Von diesen Patienten erzielten 28 %, die Vedolizumab alle8 Wochen erhielten, 27 %, die Vedolizumab alle 4 Wochen erhielten, und 13 %, die Placebo erhielten,in Woche 52 eine klinische Remission. Ein verbessertes klinisches Ansprechen wurde bei 29 %, 38 %bzw. 21 % erreicht und eine Corticosteroid-freie klinische Remission wurde bei 24 %, 16 % bzw. 0 %,erreicht.
Patienten, bei denen in der Studie GEMINI 2 in Woche 6 kein Ansprechen nachweisbar war, bliebenin der Studie und erhielten Vedolizumab alle 4 Wochen. In Woche 10 und Woche 14 wurde einverbessertes klinisches Ansprechen bei einem höheren Anteil der Patienten, die Vedolizumab erhielten(16 % und 22 %), beobachtet, im Vergleich zu den Patienten, die Placebo erhielten (7 % und 12 %).
An diesen Zeitpunkten fanden sich keine klinisch relevanten Unterschiede bezüglich der klinischen
Remission zwischen den Behandlungsgruppen. Analysen der klinischen Remission in Woche 52 bei
Patienten, die in Woche 6 Non-Responder waren, aber in Woche 10 oder Woche 14 ein Ansprechenzeigten, lassen darauf schließen, dass Non-Responder-Patienten mit Morbus Crohn möglicherweisevon einer Dosis Vedolizumab in Woche 10 profitieren.
Exploratorische Analysen in der Studie GEMINI 2 zeigten klinisch relevante Verbesserungen für diealle 4 Wochen und für die alle 8 Wochen mit Vedolizumab behandelten Patienten und die
Verbesserungen vom Ausgangswert bis Woche 52 waren im Vergleich mit der Placebo-Gruppesignifikant besser bei den EQ-5D und EQ-5D-VAS-Werten, dem IBDQ-Gesamt-Score und den IBDQ-
Subskalen für Darmsymptome und Körperfunktion.
Studienerweiterung
Patienten, die in der Studie GEMINI 2 alle 8 Wochen behandelt wurden und die nicht mehr auf
Vedolizumab ansprachen, konnten in eine offene Erweiterungsstudie wechseln und erhielten alle4 Wochen Vedolizumab. Bei diesen Patienten wurde eine klinische Remission bei 23 % der Patientenin Woche 28 und bei 32 % der Patienten in Woche 52 erreicht.
Patienten, die nach der Behandlung mit Vedolizumab ein klinisches Ansprechen in Woche 0 und 2erreichten und dann in die Placebo-Gruppe randomisiert (Woche 6 bis Woche 52) wurden und dienicht mehr auf Vedolizumab ansprachen, konnten in eine offene Erweiterungsstudie wechseln underhielten alle 4 Wochen Vedolizumab. Bei diesen Patienten wurde eine klinische Remission in 46 %der Patienten bis Woche 28 und 41 % der Patienten bis Woche 52 erreicht.
In dieser offenen Erweiterungsstudie wurden klinische Remission und klinisches Ansprechen bei
Patienten für bis zu 196 Wochen beobachtet.
Pouchitis
Die Wirksamkeit und Sicherheit von intravenösem Vedolizumab zur Behandlung erwachsener
Patienten mit chronischer Pouchitis wurde in einer randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studie (EARNEST) nachgewiesen, bei der die Wirksamkeit in Woche 14 und
Woche 34 ausgewertet wurde. Die in die Studie aufgenommenen Patienten hatten sich mindestens ein
Jahr vor der Randomisierung wegen Colitis ulcerosa einer Proktokolektomie mit ileoanaler
Pouchanastomose (ileal pouch anal anastomosis, IPAA) unterzogen und waren an einer aktivenchronischen Pouchitis erkrankt (definiert als Antibiotika-abhängig (rezidivierend) oder Antibiotika-refraktär), mit einem Ausgangswert des modifizierten Pouchitis Disease Activity Index (mPDAI) von≥ 5 und einem endoskopischen Subscore von ≥ 2. Alle Patienten erhielten vom Beginn der
Behandlung bis Woche 4 eine begleitende Antibiotikabehandlung mit zweimal täglich 500 mg
Ciprofloxacin. Die Patienten erhielten während der Studie je nach Bedarf zusätzliche
Antibiotikagaben, auch bei einem Aufflammen der Pouchitis.
Die Patienten (n = 102) wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder 300 mg
Vedolizumab intravenös oder Placebo intravenös, und zwar zur Einleitung der Behandlung in
Woche 0, in Woche 2 und Woche 6 und danach alle 8 Wochen bis Woche 30. Der primäre Endpunktwar als klinische Remission (ein mPDAI-Score < 5 und eine Verringerung des gesamtenmPDAI-Scores um ≥ 2 Punkte gegenüber dem Ausgangswert) bis Woche 14 definiert. Tabelle 6 zeigtdie Ergebnisse der primären und sekundären Endpunkte bis Woche 14 und Tabelle 7 zeigt die
Ergebnisse der sekundären Endpunkte bis Woche 34.
Tabelle 6. Wirksamkeitsergebnisse der Studie EARNEST für Woche 14
Differenz
Placebo Vedolizumab i.v. Vedolizumab - Placebo (95-%-KI)
Endpunkt n = 51 n = 51 [Prozentpunkte]
Klinische Remission* 9,8 % 31,4 %† 21,6 (4,9; 37,5)
PDAI-Remission‡ 9,8 % 35,3 % 25,5 (8,0; 41,4)
Klinisches Ansprechen§ 33,3 % 62,7 % 29,4 (8,0; 47,6)
*Klinische Remission ist als mPDAI-Score < 5 und eine Verringerung des gesamten mPDAI-Scores um≥ 2 Punkte gegenüber dem Ausgangswert definiert†p < 0,05‡PDAI-Remission ist als PDAI-Score < 7 und eine Verringerung des PDAI-Scores um ≥ 3 Punkte gegenüberdem Ausgangswert definiert§Klinisches Ansprechen ist als eine Verringerung des mPDAI-Scores um ≥ 2 Punkte gegenüber dem
Ausgangswert definiert.
Tabelle 7. Wirksamkeitsergebnisse der Studie EARNEST für Woche 34
Differenz
Placebo Vedolizumab IV Vedolizumab - Placebo (95-%-KI)
Endpunkt n = 51 n = 51 [Prozentpunkte]
Klinische Remission* 17,6 % 35,3 % 17,6 (0,3; 35,1)
PDAI-Remission‡ 17,6 % 37,3 % 19,6 (1,9; 37,0)
Klinisches Ansprechen§ 29,4 % 51 0 % 21,6 (1,9; 39,8)
*Klinische Remission ist als mPDAI-Score < 5 und eine Verringerung des gesamten mPDAI-Scores um≥ 2 Punkte gegenüber dem Ausgangswert definiert‡PDAI-Remission ist als PDAI-Score < 7 und eine Verringerung des PDAI-Scores um ≥ 3 Punkte gegenüberdem Ausgangswert definiert§Klinisches Ansprechen ist als eine Verringerung des mPDAI-Scores um ≥ 2 Punkte gegenüber dem
Ausgangswert definiert.
Etwa zwei Drittel der Patienten hatten zuvor eine Behandlung (der Colitis ulcerosa oder Pouchitis) mit
TNF-α-Antagonisten erhalten (33 in der Vedolizumab-Gruppe und 31 in der Placebogruppe). Vondiesen Patienten hatten 33,3 % in der Vedolizumab-Gruppe eine klinische Remission erreicht im
Vergleich zu 9,7 % in der Placebogruppe.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Vedolizumab eine Zurückstellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen
Altersklassen mit Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und Pouchitis gewährt (siehe Abschnitt 4.2bezüglich Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
Die Einzel- und Mehrfachdosis-Pharmakokinetik von Vedolizumab wurde bei gesunden Probandenund bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa oder Morbus Crohnuntersucht. Die Pharmakokinetik von Vedolizumab ist bei Patienten mit Pouchitis nicht untersuchtworden, ist vermutlich aber ähnlich der von Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitisulcerosa oder Morbus Crohn.
Bei den Patienten, denen in den Wochen 0 und 2 eine Dosis von 300 mg Vedolizumab als 30-minütigeintravenöse Infusion verabreicht wurde, betrug der mittlere Serum-Talspiegel in Woche 6 27,9 µg/ml(SD ± 15,51) bei den Patienten mit Colitis ulcerosa und 26,8 µg/ml (SD ± 17,45) bei den Patienten mit
Morbus Crohn. In Studien mit intravenösem Vedolizumab erhielten die Patienten ab Woche 6 alle8 oder 4 Wochen 300 mg intravenöses Vedolizumab. Bei Patienten mit Colitis ulcerosa betrugen die
Serum-Talspiegel im Steady-State 11,2 µg/ml (SD ± 7,24) bzw. 38,3 µg/ml (SD ± 24,43). Bei
Patienten mit Morbus Crohn betrugen die Serum-Talspiegel im Steady-State 13,0 µg/ml (SD ± 9,08)bzw. 34,8 µg/ml (SD ± 22,55).
VerteilungEine populationspharmakokinetische Analyse zeigt, dass das Verteilungsvolumen von Vedolizumabca. 5 Liter beträgt. Die Plasmaproteinbindung von Vedolizumab wurde nicht untersucht. Vedolizumabist ein therapeutischer monoklonaler Antikörper und es wird nicht erwartet, dass er an Plasmaproteinebindet.
Vedolizumab passiert nach intravenöser Verabreichung nicht die Blut-Hirn-Schranke. Vedolizumab450 mg, intravenös verabreicht, war im Liquor cerebrospinalis von gesunden Probanden nichtnachweisbar.
EliminationPopulationspharmakokinetische Analysen auf der Grundlage intravenöser und subkutaner Datenzeigen, dass die Clearance von Vedolizumab ca. 0,162 l/Tag (über den linearen Eliminationsweg)beträgt und es eine Serum-Halbwertszeit von 26 Tagen besitzt. Die genaue Eliminationsroute von
Vedolizumab ist nicht bekannt. Populationspharmakokinetische Analysen legen nahe, dass niedrige
Albuminwerte, ein höheres Körpergewicht sowie eine vorausgegangene Behandlung mit
Anti-TNF-Arzneimitteln zwar die Vedolizumab-Clearance erhöhen können, das Ausmaß dieser
Wirkungen aber nicht als klinisch relevant angesehen wird.
LinearitätVedolizumab zeigte bei Serum-Konzentrationen von mehr als 1 µg/ml eine lineare Pharmakokinetik.
Besondere PatientengruppenPopulationspharmakokinetische Analysen zeigten bei Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus
Crohn keinen Einfluss des Alters auf die Clearance von Vedolizumab. Es wird nicht davonausgegangen, dass das Alter Auswirkungen auf die Clearance von Vedolizumab bei Patienten mit
Pouchitis hat. Formelle Studien zur Untersuchung der Auswirkungen von Nieren- oder
Leberfunktionsstörungen auf die Pharmakokinetik von Vedolizumab wurden nicht durchgeführt.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität, kanzerogenes Potential, Toxizität gegenüber Reproduktion und Entwicklunglassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Langzeit-Tierstudien mit Vedolizumab zur Bewertung des kanzerogenen Potenzials wurden nichtdurchgeführt, da es keine aussagekräftigen pharmakologischen Modelle für monoklonale Antikörpergibt. In einer pharmakologisch relevanten Art (Cynomolgus-Affen) fanden sich in 13- und26-wöchigen Toxikologie-Studien keine Anzeichen für Zellhyperplasien oder eine systemische
Immunmodulation, die möglicherweise mit der Onkogenese in Verbindung gebracht werden könnte.
Darüber hinaus fanden sich in vitro keine Wirkungen von Vedolizumab auf die Proliferationsrate oder
Zytotoxizität einer menschlichen Tumorzelllinie, die α4β7-Integrin exprimiert.
Spezifische Fertilitätsstudien bei Tieren wurden mit Vedolizumab nicht durchgeführt. Bei
Cynomolgus-Affen ließen sich in einer Toxizitätsstudie bei wiederholter Gabe keine definitiven
Schlussfolgerungen über die männlichen Fortpflanzungsorgane ziehen. Angesichts der Tatsachen, dass
Vedolizumab bei Affen und Menschen nicht an männliches reproduktives Gewebe bindet und dasseine intakte männliche Fruchtbarkeit bei β7 Integrin-Knockout-Mäusen beobachtet wurde, ist jedochnicht zu erwarten, dass Vedolizumab die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigt.
Die Verabreichung von Vedolizumab an trächtige Cynomolgus-Affen während der meisten Zeit der
Trächtigkeit ergab keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung oder eine Wirkung auf die prä- oderpostnatale Entwicklung der Nachkommen bis zum Alter von 6 Monaten. Niedrige Konzentrationen(< 300 µg/l) Vedolizumab wurden 28 Tage postpartum in der Milch von 3 von 11 Cynomolgus-Affennachgewiesen, die alle 2 Wochen 100 mg/kg Vedolizumab erhielten. Bei Tieren, die 10 mg/kgerhielten, wurde Vedolizumab in der Milch nicht nachgewiesen.
L-Histidin
L-Histidin-Monohydrochlorid
L-Arginin-Hydrochlorid
SaccharosePolysorbat 80 (E 433)
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
3 Jahre
Die Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung in der Durchstechflasche wurde über 8 Stunden bei2 °C - 8 °C nachgewiesen.
Die Stabilität der verdünnten Lösung in einer Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zu
Injektionszwecken im Infusionsbeutel wurde über 12 Stunden bei 20 °C - 25 °C bzw. über 24 Stundenbei 2 °C - 8 °C nachgewiesen.
Die kombinierte Stabilität von Vedolizumab in der Durchstechflasche und in einer
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zu Injektionszwecken im Infusionsbeutel beträgt 12 Stundenbei 20 °C - 25 °C oder 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C.
Ein 24-Stunden-Zeitraum kann bis zu 8 Stunden bei 2 °C - 8 °C für die rekonstituierte Lösung in der
Durchstechflasche und bis zu 12 Stunden bei 20 °C - 25 °C für die verdünnte Lösung im
Infusionsbeutel umfassen; der Infusionsbeutel muss allerdings während der verbleibenden Zeit biszum Ablauf der 24 Stunden im Kühlschrank (2 °C - 8 °C) aufbewahrt werden.
Die rekonstituierte Lösung in der Durchstechflasche bzw. die verdünnte Lösung im Infusionsbeutelnicht einfrieren.
Lagerbedingungen
Kühlschrank (2 °C - 8 °C) 20 °C - 25 °C
Rekonstituierte Lösung in der 8 Stunden Nicht aufbewahren1
Durchstechflasche
Verdünnte Lösung in einer 24 Stunden2,3 12 Stunden2
Natriumchloridlösung 9 mg/ml(0,9 %) zu Injektionszwecken1 Bis zu 30 Minuten sind für die Rekonstitution zulässig.2 Bei dieser Zeit wird vorausgesetzt, dass die rekonstituierte Lösung sofort in der Natriumchloridlösung 9 mg/ml(0,9 %) zu Injektionszwecken verdünnt und nur im Infusionsbeutel aufbewahrt wird. Die Zeit, in der dierekonstituierte Lösung in der Durchstechflasche aufbewahrt wurde, sollte von der Zeit abgezogen werden, diedie Lösung im Infusionsbeutel aufbewahrt werden darf.3 Dieser Zeitraum kann bis zu 12 Stunden bei 20 °C - 25 °C umfassen.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den
Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe
Abschnitt 6.3.
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung in Durchstechflaschen (20 ml) aus
Typ-1-Glas mit einem Gummistopfen und Aluminiumbördelkappe, die durch eine Kunststoffkappegeschützt wird.
Jede Packung enthält 1 Durchstechflasche.
Hinweise für die Rekonstitution und Verdünnung1. Bei der Herstellung der Entyvio-Lösung zur intravenösen Infusion auf eine aseptische
Arbeitsweise achten.2. Verschlusskappe der Durchstechflasche entfernen und die obere Fläche mit einem
Alkoholtupfer abwischen. Vedolizumab mit 4,8 ml sterilem Wasser zur Injektion bei
Raumtemperatur (20 °C - 25 °C) unter Verwendung einer Spritze mit einer 21-25 G-Nadelrekonstituieren.
3. Die Nadel durch die Mitte des Stopfens in die Durchstechflasche einführen und den
Flüssigkeitsstrom an die Wand der Durchstechflasche lenken, um eine übermäßige
Schaumbildung zu vermeiden.
4. Die Durchstechflasche für mindestens 15 Sekunden schwenken. Die Durchstechflasche nichtkräftig schütteln oder umdrehen.
5. Die Durchstechflasche bis zu 20 Minuten bei Raumtemperatur (20 °C - 25 °C) zur Auflösung,und damit sich eventuell gebildeter Schaum absetzen kann, stehen lassen. Die
Durchstechflasche kann während dieser Zeit leicht geschwenkt und einer Sichtprüfungunterzogen werden, um zu überprüfen, ob der Inhalt bereits vollkommen gelöst ist. Wenn der
Inhalt nach 20 Minuten noch nicht vollständig aufgelöst ist, kann weitere 10 Minuten gewartetwerden.
6. Die rekonstituierte Lösung vor der Verdünnung visuell auf Partikel und eine Verfärbungprüfen. Die Lösung sollte klar oder leicht schillernd, farblos bis hellgelb und frei vonsichtbaren Partikeln sein. Die rekonstituierte Lösung darf nicht angewendet werden, wenn sieeine untypische Färbung aufweist oder Partikel enthält.
7. Nach dem Auflösen die Durchstechflasche vorsichtig 3 Mal umdrehen.
8. Dann sofort 5 ml (300 mg) des rekonstituierten Entyvio mit einer Spritze mit einer21-25G-Nadel aufziehen.
9. Die 5 ml (300 mg) der rekonstituierten Entyvio-Lösung zu 250 ml steriler
Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zu Injektionszwecken hinzufügen, und den
Infusionsbeutel vorsichtig durchmischen (es ist nicht erforderlich, vor der Zugabe von Entyvio,5 ml Natriumchloridlösung 9 mg/ml (0,9 %) zu Injektionszwecken aus dem Infusionsbeutel zuentnehmen). Zu der vorbereiteten Infusionslösung oder dem intravenösen Infusionsset dürfenkeine anderen Arzneimittel hinzugefügt werden. Die Infusionslösung über einen Zeitraum von30 Minuten verabreichen (siehe Abschnitt 4.2).
Nach der Rekonstitution sollte die Infusionslösung so rasch wie möglich verwendet werden.
Verbliebene Restmengen der Infusionslösung bzw. der rekonstituierten Lösung nicht zur weiteren
Verwendung aufheben.
Jede Durchstechflasche darf nur einmal verwendet werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Takeda Pharma A/S
Delta Park 452665 Vallensbaek Strand
DänemarkmedinfoEMEA@takeda.com
EU/1/14/923/001
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung 22. Mai 2014
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 12. Dezember 2018
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/ verfügbar.