Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels EMBLAVEO 1.5g / 0.5g pulver zur herstellung einer konzentrat-infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Emblaveo 1,5 g/0,5 g Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Durchstechflasche enthält 1,5 g Aztreonam und 0,5 g Avibactam (als Avibactam-Natrium).
Nach der Rekonstitution enthält 1 ml Lösung 131,2 mg Aztreonam und 43,7 mg Avibactam (siehe
Abschnitt 6.6).
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:Emblaveo enthält ca. 44,6 mg Natrium pro Durchstechflasche.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (Pulver zur Herstellung eines
Konzentrats).
Weißer bis schwach gelber lyophilisierter Kuchen.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Emblaveo ist bei erwachsenen Patienten zur Behandlung der folgenden Infektionen indiziert (siehe
Abschnitte 4.4 und 5.1):
- Komplizierte intraabdominelle Infektionen (cIAI)
- Nosokomiale Pneumonien (HAP), einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonien (VAP)
- Komplizierte Harnwegsinfektionen (cUTI), einschließlich Pyelonephritis
Emblaveo ist auch für die Behandlung von Infektionen aufgrund aerober Gram-negativer Erreger beierwachsenen Patienten mit begrenzten Behandlungsoptionen indiziert (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und5.1).
Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind zuberücksichtigen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Es wird empfohlen, Emblaveo für die Behandlung von Infektionen aufgrund aerober Gram-negativer
Erreger bei erwachsenen Patienten mit begrenzten Behandlungsoptionen nur nach Rücksprache miteinem Arzt mit entsprechender Erfahrung in der Behandlung von Infektionskrankheiten anzuwenden.
DosierungDosierung bei Erwachsenen mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance (CrCl) > 50 ml/min
Tabelle 1 zeigt die empfohlene intravenöse Dosis bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance(CrCl) >50 ml/min. Auf eine einmalige Aufsättigungsdosis folgen Erhaltungsdosen, die mit demnächsten Dosierungsintervall beginnen.
Tabelle 1. Empfohlene intravenöse Dosis nach Art der Infektion bei erwachsenen Patientenmit CrCla > 50 ml/min
Art der Infektion Dosis Aztreonam/ Infusions Dosierungs Dauer der
Avibactam dauer intervall Behandlung
Aufsättigu ErhaltungngcIAIb 2 g/0,67 g 1,5 g/0,5 g 3 Stunden Alle 5 - 10 Tage6 Stunden
HAP, einschließlich 2 g/0,67 g 1,5 g/0,5 g 3 Stunden Alle 7 - 14 Tage
VAP 6 StundencUTI, einschließlich 2 g/0,67 g 1,5 g/0,5 g 3 Stunden Alle 5 - 10 Tage
Pyelonephritis 6 Stunden
Infektionen aufgrund 2 g/0,67 g 1,5 g/0,5 g 3 Stunden Alle Die Daueraerober Gram-negativer 6 Stunden hängt vom
Erreger bei Patienten Infektionsortmit begrenzten ab und kann
Behandlungsoptionen bis zu 14 Tagefortgesetztwerdena Mittels Cockcroft-Gault-Formel berechnet.
B Anzuwenden in Kombination mit Metronidazol, wenn erwiesen ist oder vermutet wird, dassanaerobe Erreger am Infektionsprozess beteiligt sind.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenBei älteren Patienten ist keine altersabhängige Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (geschätzte CrCl > 50 bis ≤ 80 ml/min) ist keine
Dosisanpassung erforderlich.
Tabelle 2 zeigt die empfohlenen Dosisanpassungen für Patienten mit einer geschätzten Kreatinin-
Clearance ≤ 50 ml/min. Auf eine einmalige Aufsättigungsdosis folgen Erhaltungsdosen, die mit demnächsten Dosierungsintervall beginnen.
Tabelle 2. Empfohlene Dosis für Patienten mit einer geschätzten CrCl ≤ 50 ml/min
Geschätzte CrCl Dosis Aztreonam/ Avibactamb Infusionsdauer Dosierungsintervall(ml/min)a Aufsättigung Erhaltung> 30 bis ≤ 50 2 g/0,67 g 0,75 g/0,25 g 3 Stunden Alle 6 Stunden> 15 bis ≤ 30 1,35 g/0,45 g 0,675 g/0,225 g 3 Stunden Alle 8 Stunden≤ 15 ml/min, unter 1 g/0,33 g 0,675 g/0,225 g 3 Stunden Alle 12 Stundenintermittierender
Hämodialysec,da Mittels Cockcroft-Gault-Formel berechnet.b Die Dosierungsempfehlungen basieren auf pharmakokinetischer Modellierung und
Simulation.c Sowohl Aztreonam als auch Avibactam werden durch Hämodialyse entfernt. An
Hämodialyse-Tagen sollte Emblaveo nach Beendigung der Hämodialyse verabreicht werden.d Aztreonam/ Avibactam sollte nicht bei Patienten mit einer CrCl ≤ 15 ml/min angewendetwerden, es sei denn, es wird eine Hämodialyse oder eine andere Form der
Nierenersatztherapie eingeleitet.
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung wird eine engmaschige Überwachung der geschätzten
Kreatinin-Clearance empfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um Empfehlungen zur Dosisanpassung für Patienten zugeben, die sich einer anderen Nierenersatztherapie als einer Hämodialyse unterziehen (z. B.kontinuierliche veno-venöse Hämofiltration oder Peritonealdialyse). Patienten, die eine kontinuierliche
Nierenersatztherapie (Continuous Renal Replacement Therapy, CRRT) erhalten, benötigen einehöhere Dosis als Patienten unter Hämodialyse. Bei Patienten, die eine kontinuierliche
Nierenersatztherapie erhalten, sollte die Dosis in Abhängigkeit von der CRRT-Clearance (CLCRRT inml/min) angepasst werden.
LeberfunktionseinschränkungBei Patienten mit Leberfunktionseinschränkung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe
Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Emblaveo bei Kindern und Jugendlichen < 18 Jahren ist bishernoch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungIntravenöse Anwendung.
Emblaveo wird als intravenöse Infusion über 3 Stunden verabreicht.
Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe
Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Schwere Überempfindlichkeit (z. B. anaphylaktische Reaktion, schwere Hautreaktion) gegen jeglicheandere Gruppe von Beta-Lactam-Antibiotika (z. B. Penicilline, Cephalosporine oder Carbapeneme).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ÜberempfindlichkeitsreaktionenVor Therapiebeginn sollte festgestellt werden, ob der Patient Überempfindlichkeitsreaktionen gegen
Aztreonam oder andere Beta-Lactam-Antibiotika in der Anamnese aufweist. Emblaveo istkontraindiziert bei Patienten, bei denen in der Anamnese schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auf
Beta-Lactam-Antibiotika aufgetreten sind (siehe Abschnitt 4.3). Zudem sollte Aztreonam/ Avibactambei Patienten mit Überempfindlichkeitsreaktionen jeglicher Art gegen andere Beta-Lactam-Antibiotikain der Anamnese mit Vorsicht angewendet werden. Im Falle des Auftretens von schweren
Überempfindlichkeitsreaktionen muss die Behandlung mit Emblaveo unverzüglich beendet werdenund es sind geeignete Notfallmaßnahmen einzuleiten.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung wird während der Behandlung mit Emblaveo eineengmaschige Überwachung empfohlen. Aztreonam und Avibactam werden vorwiegend über die
Nieren ausgeschieden, daher sollte die Dosis entsprechend dem Grad der Nierenfunktionsstörungreduziert werden (siehe Abschnitt 4.2). Nach der Anwendung von Aztreonam wurden bei Patientenmit Nierenfunktionsstörung und im Zusammenhang mit einer Beta-Lactam-Überdosierunggelegentlich neurologische Folgeerkrankungen (z. B. Enzephalopathie, Verwirrtheit, Epilepsie,
Bewusstseinsstörung, Bewegungsstörungen) berichtet (siehe Abschnitt 4.9).
Eine gleichzeitige Behandlung mit nephrotoxischen Arzneimitteln (z. B. Aminoglykosiden) kann die
Nierenfunktion nachteilig beeinflussen. Bei Patienten mit einer sich verändernden Nierenfunktionsollte die CrCl überwacht und die Dosis von Emblaveo entsprechend angepasst werden (siehe
Abschnitt 4.2).
LeberfunktionseinschränkungBei der Anwendung von Emblaveo wurden erhöhte Leberenzyme beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).
Bei Patienten mit Leberfunktionseinschränkung wird während der Behandlung mit Emblaveo eineengmaschige Überwachung empfohlen.
Limitationen der klinischen Daten
Die Anwendung von Aztreonam/ Avibactam zur Behandlung von Patienten mit cIAI, HAP,einschließlich VAP, und cUTI, einschließlich Pyelonephritis, basiert auf Erfahrungen mit Aztreonamallein, pharmakokinetisch-pharmakodynamischen Analysen von Aztreonam/ Avibactam und aufbegrenzten Daten aus der randomisierten klinischen Studie an 422 Erwachsenen mit cIAI oder
HAP/VAP.
Die Anwendung von Aztreonam/ Avibactam zur Behandlung von Infektionen aufgrund aerober Gram-negativer Erreger bei Patienten mit begrenzten Behandlungsoptionen basiert auf pharmakokinetisch-pharmakodynamischen Analysen von Aztreonam/ Avibactam und auf begrenzten Daten aus derrandomisierten klinischen Studie an 422 Erwachsenen mit cIAI oder HAP/VAP (darunter 17 Patientenmit Carbapenem-resistenten [Meropenem-resistenten] Erregern, die mit Emblaveo behandelt wurden)sowie auf der randomisierten klinischen Studie an 15 Erwachsenen (darunter 12 Patienten, die mit
Emblaveo behandelt wurden) mit schweren Infektionen aufgrund Metallo-Beta-
Lactamase(MBL)-produzierender Gram-negativer Bakterien (siehe Abschnitt 5.1).
Wirkspektrum von Aztreonam/ Avibactam
Aztreonam hat eine geringe oder keine Wirkung gegen die meisten Acinetobacter spp., Gram-positiven Erreger und Anaerobier (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1). Zusätzliche antibakterielle
Wirkstoffe sollten angewendet werden, wenn erwiesen ist oder vermutet wird, dass diese Erreger am
Infektionsprozess beteiligt sind.
Das inhibitorische Spektrum von Avibactam beinhaltet viele der Enzyme, die Aztreonam inaktivieren,einschließlich Beta-Lactamasen der Ambler-Klassen A und C. Avibactam inhibiert keine Enzyme der
Klasse B (Metallo-Beta-Lactamasen) und kann nicht viele Enzyme der Klasse D inhibieren.
Aztreonam ist im Allgemeinen stabil gegenüber einer Hydrolyse durch Enzyme der Klasse B (siehe
Abschnitt 5.1).
Clostridioides difficile-assoziierte Diarrhö
Im Zusammenhang mit Aztreonam wurde über Clostridioides (C.) difficile-assoziierte Diarrhö(CDAD) und pseudomembranöse Kolitis berichtet, deren Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlichreichen kann. Diese Diagnose sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen eine Diarrhöwährend oder nach der Anwendung von Emblaveo auftritt (siehe Abschnitt 4.8). Es sollte ein Abbruchder Behandlung mit Emblaveo und die Einleitung einer spezifischen Therapie gegen C. difficile in
Betracht gezogen werden. Peristaltik-hemmende Arzneimittel sollten nicht verabreicht werden.
Nicht-empfindliche Erreger
Die Anwendung von Emblaveo kann ein übermäßiges Wachstum nicht-empfindlicher Erreger zur
Folge haben, was eine Unterbrechung der Behandlung oder andere geeignete Maßnahmen erforderlichmachen kann.
Verlängerung der Prothrombinzeit/erhöhte Wirkung oraler Antikoagulanzien
Bei Patienten, die Aztreonam erhalten, wurde eine Verlängerung der Prothrombinzeit berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). Bei der gleichzeitigen Verschreibung oraler Antikoagulanzien ist eine geeignete
Überwachung durchzuführen und die Dosis bei Bedarf anzupassen, um den gewünschten Grad an
Antikoagulation aufrecht zu erhalten.
Beeinträchtigung serologischer Untersuchungen
Während der Behandlung mit Aztreonam kann es zur Entwicklung eines positiven direkten oderindirekten Coombs-Tests (direkter oder indirekter Antiglobulintest) kommen (siehe Abschnitt 4.8).
NatriumDieses Arzneimittel enthält ca. 44,6 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 2,2 % der vonder WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der
Nahrung von 2 g.
Emblaveo kann mit natriumhaltigen Lösungen verdünnt werden (siehe Abschnitt 6.6). Dies sollte im
Hinblick auf die Gesamt-Natriummenge aus allen Quellen, die dem Patienten verabreicht werden,berücksichtigt werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Aztreonam und Avibactam sind in-vitro Substrate der organischen Anionentransporter OAT1 und
OAT3 was zur aktiven Aufnahme aus dem Blutkompartiment beitragen und damit die Ausscheidungüber die Nieren beeinflussen kann. Probenecid (ein potenter OAT-Inhibitor) inhibiert die Aufnahmevon Avibactam in-vitro um 56 % bis 70 % und hat daher bei gleichzeitiger Gabe das Potenzial, die
Eliminierung von Avibactam zu verändern. Da keine klinische Studie zu Wechselwirkungen von
Aztreonam/ Avibactam und Probenecid durchgeführt wurde, wird die gleichzeitige Anwendungzusammen mit Probenecid nicht empfohlen.
Aztreonam wird nicht über Cytochrom-P450-Enzyme metabolisiert. In-vitro zeigte Avibactaminnerhalb des klinisch relevanten Expositionsbereichs keine signifikante Inhibition von Cytochrom-
P450-Enzymen und keine Cytochrom-P450-Induktion. In-vitro bewirkt Avibactam innerhalb desklinisch relevanten Expositionsbereichs keine Inhibition der wichtigsten renalen oder hepatischen
Transporter; daher wird das Potenzial für Arzneimittelwechselwirkungen durch diese Mechanismenals gering betrachtet.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Aztreonam oder
Avibactam bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien mit Aztreonam ergaben keine Hinweiseauf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität(siehe Abschnitt 5.3). Tierexperimentelle Studien mit Avibactam haben eine Reproduktionstoxizitätgezeigt ohne den Nachweis teratogener Auswirkungen (siehe Abschnitt 5.3).
Aztreonam/ Avibactam sollte während der Schwangerschaft nur bei eindeutiger Indikationangewendet werden und wenn der Nutzen für die Mutter das Risiko für das Kind überwiegt.
StillzeitAztreonam wird in Konzentrationen in die Muttermilch ausgeschieden, die unter 1 % der gleichzeitigbei der Mutter festgestellten Serumspiegel liegen. Es ist nicht bekannt, ob Avibactam in die
Muttermilch übergeht. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden.
Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob aufdie Behandlung mit Aztreonam/ Avibactam verzichtet werden soll/die Behandlung mit Aztreonam/
Avibactam zu unterbrechen ist. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der
Nutzen der Therapie für die Mutter zu berücksichtigen.
FertilitätEs liegen keine Daten über die Auswirkungen von Aztreonam/ Avibactam auf die Fertilität beim
Menschen vor. Tierexperimentelle Studien mit Aztreonam oder Avibactam geben keinen Hinweis aufschädigende Wirkungen in Bezug auf die Fertilität (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs können Nebenwirkungen (z. B. Schwindelgefühl) auftreten, die möglicherweise einen geringen
Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben (siehe
Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen, die bei mit Aztreonam/ Avibactam (ATM-AVI) behandelten
Patienten auftraten, waren Anämie (6,9 %), Diarrhö (6,2 %), erhöhte Alanin-Aminotransferase (ALT)(6,2 %) und erhöhte Aspartat-Aminotransferase (AST) (5,2 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie folgenden Nebenwirkungen wurden unter Monotherapie mit Aztreonam berichtet und/oderwährend der klinischen Studien der Phasen 2 und 3 mit Emblaveo festgestellt (n = 305).
In der folgenden Tabelle sind die Nebenwirkungen nach Systemorganklasse (System Organ Class,
SOC) und der Häufigkeit ihres Auftretens nach folgender Konvention geordnet: sehr häufig (≥ 1/10),häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten(< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie sind die Nebenwirkungen nach Schweregrad absteigendgeordnet.
Tabelle 3. Häufigkeit von Nebenwirkungen nach Systemorganklasse
Systemorganklas Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekanntse ≥ 1/100, < 1/10 ≥ 1/1 000, ≥ 1/10 000, (Häufigkeit< 1/100 < 1/1 000 auf
Grundlagederverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Infektionen und Vulvovaginale Superinfektionparasitäre Candidose
Erkrankungen
Vaginale Infektion
Erkrankungen des Anämie Erhöhte Panzytopenie
Blutes und des Eosinophilenzah
Lymphsystems Thrombozytose l Neutropenie
Thrombozytopenie Leukozytose
Tabelle 3. Häufigkeit von Nebenwirkungen nach Systemorganklasse
Systemorganklas Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekanntse ≥ 1/100, < 1/10 ≥ 1/1 000, ≥ 1/10 000, (Häufigkeit< 1/100 < 1/1 000 auf
Grundlagederverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Verlängerte
Prothrombinzeit
Verlängerteaktivierte partielle
Thromboplastinzeit
Positiver Coombs-
Test
Positiver direkter
Coombs-Test
Positiver indirekter
Coombs-Test
Erkrankungen des Anaphylaktische
Immunsystems Reaktion
Arzneimittelüberempfindlichkeit
Psychiatrische Verwirrtheitszustan Schlaflosigkeit
Erkrankungen d
Erkrankungen des Schwindelgefühl Enzephalopathie Krampfanfall
Nervensystems
Kopfschmerzen Parästhesie
Orale
Hypoästhesie
Dysgeusie
Augenerkrankung Diplopieen
Erkrankungen des Vertigo
Ohrs und des
Labyrinths Tinnitus
Herzerkrankunge Extrasystolenn
Gefäßerkrankung Blutungen
HypotonieFlush
Erkrankungen der Bronchospasmu Dyspnoe
Atemwege, des s
Brustraums und Giemen
Mediastinums
Niesen
Tabelle 3. Häufigkeit von Nebenwirkungen nach Systemorganklasse
Systemorganklas Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekanntse ≥ 1/100, < 1/10 ≥ 1/1 000, ≥ 1/10 000, (Häufigkeit< 1/100 < 1/1 000 auf
Grundlagederverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Nasenverstopfung
Erkrankungen des Diarrhö Clostridium Pseudomembranöse
Gastrointestinaltr difficile-Kolitis Kolitisakts Übelkeit
Gastrointestinal- Mundgeruch
Erbrechen blutung
Abdominalschmerz Mundulzeration
Leber- und Erhöhte Aspartat- Erhöhte Hepatitis
Gallenerkrankung Aminotransferase- Gamma-en Werte Glutamyltransfe Ikterusrase-Werte
Erhöhte Alanin-
Aminotransferase- Erhöhte
Werte alkalische
Phosphatase-
Erhöhte Werte im Blut
Transaminasen-
Werte
Erkrankungen der Ausschlag Angioödem
Haut und des
Unterhautgewebe Toxisches epidermale
Nekrolyse
Dermatitisexfoliativa
Erythemamultiforme
Purpura
Urtikaria
Petechien
PruritusHyperhidrose
Skelettmuskulatur Myalgie
- , Bindegewebs-und
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Erhöhte
Nieren und Kreatinin-Werte
Harnwege im Blut
Tabelle 3. Häufigkeit von Nebenwirkungen nach Systemorganklasse
Systemorganklas Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekanntse ≥ 1/100, < 1/10 ≥ 1/1 000, ≥ 1/10 000, (Häufigkeit< 1/100 < 1/1 000 auf
Grundlagederverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Erkrankungen der Brustspannen
Geschlechtsorgane und der
Brustdrüse
Allgemeine Phlebitis Beschwerden in Unwohlsein
Erkrankungen der Brustund Beschwerden Thrombophlebitisam Asthenie
Verabreichungsor Extravasat an dert Infusionsstelle
Schmerzen an der
Injektionsstelle
Fieber
Kounis-Syndrom
Bei Anwendung mit anderen Beta-Lactam-Antibiotika wurde über ein akutes Koronarsyndromzusammen mit einer allergischen Reaktion (Kounis-Syndrom) berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine Überdosierung kann Enzephalopathie, Verwirrtheit, Epilepsie, Bewusstseinsstörungen und
Bewegungsstörungen verursachen, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (siehe
Abschnitt 4.4).
Falls notwendig, können Aztreonam und Avibactam teilweise durch Hämodialyse entfernt werden.
Während einer 4-stündigen Hämodialyse-Sitzung wird die Aztreonam-Dosis zu 38 % und die
Avibactam-Dosis zu 55 % entfernt.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, andere Beta-Lactam-
Antibiotika, Monobactame ATC-Code: J01DF51
WirkmechanismusAztreonam inhibiert die bakterielle Peptidoglycan-Zellwandsynthese nach der Bindung an
Penicillin-bindende Proteine (PBPs), was zur bakteriellen Zelllyse und zum Tod führt. Aztreonam istim Allgemeinen stabil gegenüber der Hydrolyse durch Enzyme der Klasse B (Metallo-Beta-
Lactamasen).
Avibactam ist ein Nicht-Beta-Lactam/ Beta-Lactamase-Inhibitor, der durch die Bildung eineskovalenten Addukts mit dem Enzym wirkt, das hydrolysestabil ist. Avibactam inhibiert sowohl ß-
Lactamasen der Ambler-Klassen A und C und einige Enzyme der Klasse D, einschließlich der
Extended-Spectrum-ß-Lactamasen (ESBLs), Klebsiella pneumoniae-Carbapenemase (KPC) und
OXA-48-Carbapenemasen, als auch AmpC-Enzyme. Avibactam inhibiert keine Enzyme der Klasse Bund kann nicht viele Enzyme der Klasse D inhibieren.
ResistenzZu den bakteriellen Resistenzmechanismen, die Aztreonam/ Avibactam potenziell beeinträchtigenkönnten, zählen Beta-Lactamase-Enzyme, die refraktär gegenüber der Inhibition durch Avibactamsind und Aztreonam hydrolysieren können, mutante oder erworbene PBPs, eine herabgesetzte
Permeabilität der äußeren Membran gegenüber beiden Wirkstoffen sowie ein aktiver Efflux beider
Wirkstoffe.
Antibakterielle Wirkung in Kombination mit anderen antibakteriellen Wirkstoffen
In in-vitro-Arzneimittel-Kombinationsstudien wurde weder eine Synergie noch ein Antagonismuszwischen Aztreonam/ Avibactam und Amikacin, Ciprofloxacin, Colistin, Daptomycin, Gentamicin,
Levofloxacin, Linezolid, Metronidazol, Tigecyclin, Tobramycin und Vancomycin gezeigt.
Grenzwerte zur Empfindlichkeitstestung
Die MHK (minimalen Hemmkonzentration)- Werte als Interpretationskriterien für die
Empfindlichkeitstestung wurden vom Europäischen Ausschuss für die Untersuchung auf
Antibiotikaempfindlichkeit (EUCAST) für Aztreonam/ Avibactam festgelegt und sind hier aufgeführt:https://www.ema.europa.eu/documents/other/minimum-inhibitory-concentration-mic-breakpoints_en.xlsx
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeEs wurde gezeigt, dass die antimikrobielle Wirkung von Aztreonam gegenüber spezifischen Erregernam besten mit dem prozentualen Zeitraum der freien Arzneimittelkonzentration korreliert, die über derminimalen Hemmkonzentration (MHK) von Aztreonam/ Avibactam liegt, bezogen auf das
Dosierungsintervall (%fT > MHK von Aztreonam/ Avibactam). Für Avibactam ist derpharmakokinetische/pharmakodynamische (PK-PD)-Index der prozentuale Zeitraum der freien
Arzneimittelkonzentration, die die Grenzwertkonzentration überschreitet, bezogen auf das
Dosierungsintervall (%fT > CT).
Antibakterielle Wirkung gegen spezifische Pathogene
In-Vitro-Studien lassen darauf schließen, dass die folgenden Erreger bei fehlenden erworbenen
Resistenzmechanismen empfindlich gegenüber Aztreonam/ Avibactam sein könnten:
Aerobe Gram-negative Erreger
- Citrobacter freundii-Komplex
- Citrobacter koseri
- Escherichia coli
- Enterobacter cloacae-Komplex
- Klebsiella aerogenes
- Klebsiella pneumoniae
- Klebsiella oxytoca
- Morganella morganii
- Proteus mirabilis
- Proteus vulgaris
- Providencia rettgeri
- Providencia stuartii
- Raoultella ornithinolytica
- Serratia spp.
- Pseudomonas aeruginosa
- Serratia marcescens
- Stenotrophomonas maltophilia
In-vitro-Studien zeigen, dass die folgenden Spezies nicht empfindlich gegenüber Aztreonam/
Avibactam sind:
- Acinetobacter spp.
- Aerobe Gram-positive Erreger
- Anaerobier
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Emblaveo eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Behandlung von Infektionen aufgrund aerober Gram-negativer Bakterien bei Patienten mit begrenzten
Behandlungsoptionen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Allgemeine Einleitung
Nach mehrfachen 3-stündigen Infusionen von 1,5 g Aztreonam/0,5 g Avibactam alle 6 Stunden bei
Phase 3-Patienten mit normaler Nierenfunktion (n = 127) betrugen der geometrische Mittelwert(CK%) der maximalen Plasmakonzentration (Cmax,ss) von Aztreonam und Avibactam im Steady Stateund die Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve über 24 Stunden (AUC24,ss) 54,2 mg/l (40,8) und11,0 mg/l (44,9) bzw. 833 mg*h/l (45,8) und 161 mg*h/l (47,5). Die pharmakokinetischen Parametervon Aztreonam und Avibactam nach kombinierter Anwendung einer Einzeldosis sowie nach mehreren
Dosen Aztreonam/ Avibactam waren ähnlich denen, die bei alleiniger Verabreichung von Aztreonamund Avibactam festgestellt wurden.
VerteilungDie humane Proteinbindung von Avibactam und Aztreonam ist unabhängig von der Konzentration undgering (ca. 8 % bzw. 38 %). Die Verteilungsvolumina von Aztreonam und Avibactam im Steady Statewaren ähnlich und betrugen nach Mehrfachdosierung von 1,5 g/0,5 g Aztreonam/ Avibactam als 3-stündige Infusion alle 6 Stunden ca. 20 l bzw. 24 l bei Patienten mit komplizierten intraabdominellen
Infektionen.Aztreonam überwindet die Plazenta und wird in die Muttermilch ausgeschieden.
Der Übertritt von Aztreonam in den Flüssigkeitsfilm des Lungenepithels (epithelial lining fluid, ELF)wurde nicht klinisch untersucht; ein mittleres Verhältnis der Konzentration im Bronchialsekretgegenüber der Konzentration im Serum von 21 % gegenüber 60 % wurde bei intubierten Patienten 2bis 8 Stunden nach einer einzelnen intravenösen Dosis Aztreonam von 2 g berichtet.
Avibactam tritt in Konzentrationen in den humanen bronchialen ELF über, die ca. 30 % derer im
Plasma entsprechen. Die Konzentrations-Zeit-Profile von ELF und Plasma sind ähnlich. Avibactamtritt bei Hautinfektionen an der Infektionsstelle in das subkutane Gewebe über, wobei die
Konzentrationen im Gewebe in etwa den freien Arzneimittelkonzentrationen im Plasma entsprechen.
Aztreonam überwindet die intakte Blut-Hirn-Schranke nur geringfügig, was ohne Vorliegen einer
Entzündung zu geringen Aztreonam-Konzentrationen im Liquor führt. Bei entzündeten Meningen sinddie Konzentrationen im Liquor jedoch erhöht.
BiotransformationAztreonam wird in geringem Maße metabolisiert. Der Hauptmetabolit ist inaktiv und wird durch
Öffnung des Beta-Lactam-Ringes infolge von Hydrolyse gebildet. Wiederfindungsdaten zeigen, dassetwa 10 % der Dosis in Form dieses Metaboliten ausgeschieden werden. Es wurde kein Metabolismusvon Avibactam in humanen Leberpräparationen beobachtet (Mikrosome und Hepatozyten).
Unverändertes Avibactam war die größte arzneimittelbezogene Komponente in humanem Plasma und
Urin nach der Gabe von [14C]-Avibactam.
EliminationDie terminalen Halbwertszeiten (t½) von Aztreonam und Avibactam betragen nach intravenöser
Anwendung jeweils ca. 2 bis 3 Stunden.
Aztreonam wird durch aktive tubuläre Sekretion und glomeruläre Filtration in den Urin ausgeschieden.
Ca. 75 % bis 80 % einer intravenösen oder intramuskulären Dosis finden sich im Urin wieder. Die
Komponenten mit Radioaktivität im Urin waren unverändertes Aztreonam (etwa 65 % innerhalb von8 Stunden wiedergefunden), das inaktive Beta-Lactam-Ring-Hydrolyse-Produkt von Aztreonam (etwa7 %) und unbekannte Metaboliten (etwa 3 %). Etwa 12 % des Aztreonams werden mit den Fäzesausgeschieden.
Avibactam wird unverändert in den Urin ausgeschieden, mit einer renalen Clearance von ca.158 ml/min, was auf eine aktive tubuläre Sekretion zusätzlich zur glomerulären Filtration hindeutet.
Der Prozentsatz von unverändertem, in den Urin ausgeschiedenem Arzneimittel war unabhängig vonder verabreichten Dosis und machte 83,8 % bis 100 % der Avibactam-Dosis im Steady State aus.
Weniger als 0,25 % des Avibactams werden mit den Fäzes ausgeschieden.
Linearität/Nicht-LinearitätDie pharmakokinetischen Eigenschaften von Aztreonam und Avibactam sind innerhalb desuntersuchten Dosisbereichs (1 500 mg bis 2 000 mg Aztreonam; 375 mg bis 600 mg Avibactam)nahezu linear. Nach mehrfachen intravenösen Infusionen von 1 500 mg/500 mg Aztreonam/
Avibactam, angewendet alle 6 Stunden über einen Zeitraum von bis zu 11 Tagen bei gesunden
Erwachsenen mit normaler Nierenfunktion, wurde keine nennenswerte Akkumulation von Aztreonamoder Avibactam beobachtet.
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungDie Elimination von Aztreonam und Avibactam ist bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörungherabgesetzt. Im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion (hier definiert als CrCl> 80 ml/min) ist die Avibactam-AUC bei Patienten mit leichter Nierenfunktionsstörung (hier definiertals CrCl 50 bis 79 ml/min), mittlerer Nierenfunktionsstörung (hier definiert als CrCl 30 bis49 ml/min), schwerer Nierenfunktionsstörung (hier definiert als CrCl < 30 ml/min, ohne
Dialysebedarf) bzw. terminaler Niereninsuffizienz im Durchschnitt 2,6-fach, 3,8-fach, 7-fach bzw.19,5-fach erhöht. Bei Patienten mit einer geschätzten CrCl ≤ 50 ml/min ist eine Dosisanpassungerforderlich, siehe Abschnitt 4.2.
LeberfunktionseinschränkungDie Pharmakokinetik von Avibactam bei Patienten mit Leberfunktionseinschränkung jeglichen Gradeswurde nicht untersucht. Da Aztreonam und Avibactam offenbar keinen signifikanten hepatischen
Metabolismus durchlaufen, ist nicht zu erwarten, dass die systemische Clearance beider Wirkstoffedurch eine Leberfunktionseinschränkung signifikant verändert wird.
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)Die mittlere Eliminations-Halbwertszeit sowohl von Aztreonam als auch Avibactam ist bei älteren
Patienten erhöht und die Plasma-Clearance erniedrigt. Diese Daten stimmen mit der altersbedingten
Verringerung der renalen Clearance von Aztreonam und Avibactam überein.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Aztreonam/ Avibactam bei pädiatrischen Patienten wurde nicht untersucht.
Geschlecht, ethnische Herkunft und Körpergewicht
Die Pharmakokinetik von Aztreonam/ Avibactam wird durch Geschlecht oder ethnische Herkunftnicht signifikant beeinflusst. In einer populationspharmakokinetischen Analyse zu Aztreonam/
Avibactam wurden bei erwachsenen Patienten mit einem Body Mass Index (BMI) ≥ 30 kg/m2 im
Vergleich zu erwachsenen Patienten mit einem BMI < 30 kg/m2 keine klinisch relevanten Unterschiedehinsichtlich der Expositionen festgestellt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Aztreonam
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität oder Reproduktionstoxizität lassen die präklinischen Daten zu Aztreonam keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Es wurden keine Studien zum kanzerogenen
Potential von Aztreonam bei intravenöser Verabreichung durchgeführt.
Avibactam
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe oder Genotoxizität lassen die präklinischen Daten zu Avibactam keine besonderen Gefahren fürden Menschen erkennen. Es wurden keine Studien zum kanzerogenen Potential von Avibactamdurchgeführt.
Toxizität bei Kombination von Aztreonam und Avibactam
In einer 28-tägigen Kombinationsstudie zur Toxikologie in Ratten zeigte sich, dass Avibactam das
Sicherheitsprofil von Aztreonam bei kombinierter Gabe nicht veränderte.
ReproduktionstoxizitätTierexperimentelle Studien mit Aztreonam lassen nicht auf direkte oder indirekte schädigende
Wirkungen in Bezug auf Fertilität, Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oderpostnatale Entwicklung schließen.
Die Anwendung von Avibactam in Dosierungen von 300 und 1 000 mg/kg/Tag bei trächtigen
Kaninchen führte zu einem dosisabhängigen niedrigeren fetalen Gewicht und einer verzögerten
Knochenbildung, möglicherweise infolge maternaler Toxizität. Die Expositionshöhen im Plasma beider maternalen und fetalen Dosis ohne beobachtbare schädliche Wirkung (no observed adverse effectlevel, NOAEL) (100 mg/kg/Tag) deuten auf einen mittleren bis geringen Sicherheitsabstand hin.
Bei Ratten wurden keine schädigenden Wirkungen im Hinblick auf die embryonale Entwicklung oder
Fertilität beobachtet. Nach der Verabreichung von Avibactam an Ratten während der Trächtigkeit und
Laktation wurde keine Wirkung auf das Überleben, Wachstum oder die Entwicklung der Jungtierefestgestellt. Bei maternalen Expositionen, die ca. das 2,8-Fache oder mehr der humantherapeutischen
Exposition betrugen, trat bei weniger als 10 % der Rattenjungtiere eine Häufung einer Dilatation des
Nierenbeckens und der Harnleiter auf.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Pulver30 Monate.
Nach RekonstitutionDie rekonstituierte Lösung in der Durchstechflasche sollte innerhalb von 30 Minuten für die
Vorbereitung des Infusionsbeutels oder als Stammlösung für die geeignete ATM-AVI-Dosis für dieintravenöse Infusion verwendet werden.
Nach VerdünnungInfusionsbeutel
Bei Zubereitung der intravenösen Lösung mit Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösung oder
Ringer-Laktat-Lösung wurde die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen
Zubereitung für 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C nachgewiesen, gefolgt von bis zu 12 Stunden bei bis zu30 °C.
Bei Zubereitung der intravenösen Lösung mit Glucose 50 mg/ml (5 %) Injektionslösung wurde diechemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Zubereitung für 24 Stunden bei2 °C - 8 °C nachgewiesen, gefolgt von bis zu 6 Stunden bei bis zu 30 °C.
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden, es sei denn,
Rekonstitution und Verdünnung fanden unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungenstatt. Wenn die gebrauchsfertige Zubereitung nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die
Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung verantwortlich. Diese dürfen die oben angegebenen
Werte nicht überschreiten.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe
Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
30-ml-Durchstechflasche aus Glas (Typ I), verschlossen mit einem Stopfen (Chlorbutylgummi) undeiner Aluminiumversiegelung mit Flip-off-Kappe.
Das Arzneimittel ist in Packungen mit 10 Durchstechflaschen erhältlich.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDas Pulver muss mit sterilem Wasser für Injektionszwecke rekonstituiert werden. Das entstandene
Konzentrat muss daraufhin unmittelbar vor der Anwendung verdünnt werden. Die rekonstituierte
Lösung ist eine klare, farblose bis gelbe Lösung ohne sichtbare Partikel.
Bei der Zubereitung und Anwendung der Lösung sind die Standards für aseptische Techniken zuberücksichtigen. Die Dosen müssen in einem Infusionsbeutel mit geeigneter Größe zubereitet werden.
Parenterale Arzneimittel sind vor der Anwendung visuell auf Partikel zu überprüfen.
Jede Durchstechflasche ist nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen.
Die Gesamtzeit zwischen dem Beginn der Rekonstitution und der Fertigstellung der intravenösen
Infusion sollte 30 Minuten nicht überschreiten.
Emblaveo (Aztreonam/ Avibactam) ist ein Kombinationsarzneimittel. Jede Durchstechflasche enthält1,5 g Aztreonam und 0,5 g Avibactam in einem festen Mischungsverhältnis von 3:1.
Anweisungen für die Zubereitung von Dosen für Erwachsene in einem INFUSIONSBEUTEL:
HINWEIS: Das folgende Verfahren beschreibt die Schritte zur Zubereitung einer Infusionslösung miteiner Endkonzentration von 1,5 - 40 mg/ml Aztreonam und 0,50 - 13,3 mg/ml Avibactam. Alle
Berechnungen sollten vor Beginn dieser Schritte abgeschlossen sein.
1. Bereiten Sie die rekonstituierte Lösung (131,2 mg/ml Aztreonam und 43,7 mg/ml Avibactam)zu:a) Führen Sie die Kanüle durch den Stopfen der Durchstechflasche ein und injizieren Sie 10 mlsteriles Wasser für Injektionszwecke.b) Entfernen Sie die Kanüle und schütteln Sie die Durchstechflasche vorsichtig, um eine klare,farblose bis gelbe Lösung ohne sichtbare Partikel zu erhalten.2. Bereiten Sie die endgültige Infusionslösung zu (die Endkonzentration muss 1,5 - 40 mg/ml
Aztreonam und 0,50 - 13,3 mg/ml Avibactam betragen):
Infusionsbeutel: Verdünnen Sie die rekonstituierte Lösung weiter, indem Sie ein korrektberechnetes Volumen der rekonstituierten Lösung in einen Infusionsbeutel überführen, dereines der folgenden Verdünnungsmittel enthält: Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %)
Injektionslösung , Glucose 50 mg/ml (5 %) Injektionslösung oder Ringer-Laktat-Lösung.
Siehe Tabelle 4 unten.
Tabelle 4. Zubereitung von Emblaveo-Dosen für Erwachsene in einem
INFUSIONSBEUTEL
Gesamtdosis (Aztreonam/ Aus der/den Endgültiges Volumen
Avibactam) Durchstechflasche(n) mit nach Verdünnung imrekonstituierter Lösung Infusionsbeutela,bzu entnehmendes
Volumen2 000 mg/667 mg 15,2 ml 50 ml bis 250 ml1 500 mg/500 mg 11,4 ml 50 ml bis 250 ml1 350 mg/450 mg 10,3 ml 50 ml bis 250 ml750 mg/250 mg 5,7 ml 50 ml bis 250 ml675 mg/225 mg 5,1 ml 50 ml bis 250 ml
Alle anderen Dosen Berechnung des Volumens Das Volumen (ml) variiert(in ml) basierend auf der basierend auf dererforderlichen Dosis: verfügbaren
Infusionsbeutelgröße und
Dosis (mg Aztreonam) ÷ der angestrebten131,2 mg/ml Aztreonam Endkonzentration(muss 1,5 - 40 mg/mloder Aztreonam und0,50 - 13,3 mg/ml
Dosis (mg Avibactam) ÷ Avibactam betragen).43,7 mg/ml Avibactama Auf die Endkonzentration von 1,5 - 40 mg/ml Aztreonam verdünnen (Endkonzentrationfür Avibactam von 0,50 - 13,3 mg/ml), um eine gebrauchsfertige Zubereitung mit einer
Stabilität von bis zu 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C zu erhalten, gefolgt von bis zu 12 Stundenbei bis zu 30 °C in Infusionsbeuteln, die Natriumchlorid 9 mg/ml (0,9 %) Injektionslösungoder Ringer-Laktat-Lösung enthalten.
b Auf die Endkonzentration von 1,5 - 40 mg/ml Aztreonam verdünnen (Endkonzentrationfür Avibactam von 0,50 - 13,3 mg/ml), um eine gebrauchsfertige Zubereitung mit einer
Stabilität von bis zu 24 Stunden bei 2 °C - 8 °C zu erhalten, gefolgt von bis zu 6 Stundenbei bis zu 30 °C in Infusionsbeuteln, die Glucose 50 mg/ml (5 %) Injektionslösungenthalten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 22. April 2024
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.