Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ELLAONE 30mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ellaOne 30 mg Filmtablette
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Tablette enthält 30 mg Ulipristalacetat.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 237 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 0.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette
Goldfarbene Filmtablette in Form eines Schutzschildes (Durchmesser ungefähr 10,8 mm) mitbeidseitiger Prägung 'ella“.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Notfallverhütung innerhalb von 120 Stunden (5 Tagen) nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehrbzw. Versagen der Empfängnisverhütung.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungZur Behandlung wird eine Tablette schnellstmöglich und nicht später als 120 Stunden (5 Tage) nacheinem ungeschützten Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Empfängnisverhütung eingenommen.
Die Tablette kann zu jedem Zeitpunkt des Menstruationszyklus eingenommen werden.
Wenn innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme von der Tablette Erbrechen auftritt, sollte eineweitere Tablette eingenommen werden.
Bei Verzögerungen der Menstruationsblutung oder bei auftretenden Schwangerschaftssymptomensollte vor der Anwendung der Tablette eine bereits bestehende Schwangerschaft ausgeschlossen sein.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte NierenfunktionEs ist keine Dosisanpassung notwendig.
Eingeschränkte LeberfunktionDa hierzu keine gezielten Studien vorliegen, können keine alternativen Dosisempfehlungen für
Ulipristalacetat gegeben werden.
Schwere Leberfunktionsstörungen
Da hierzu keine gezielten Studien vorliegen, kann die Anwendung von Ulipristalacetat bei schweren
Leberfunktionsstörungen nicht empfohlen werden.
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Gebrauch von Ulipristalacetat bei Kindern im präpubertären Alter für die
Indikation der Notfallverhütung.
Jugendliche:Ulipristalacetat zur Notfallverhütung ist für alle Frauen im gebärfähigen Alter einschließlich
Jugendlicher geeignet. Es wurden keine Unterschiede bei Sicherheit oder Wirksamkeit im Vergleichzu erwachsenen Frauen im Alter von 18 Jahren oder älter nachgewiesen (siehe Abschnitt 0).
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Tablette kann zu einer Mahlzeit oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 0 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ellaOne ist ausschließlich zur sporadischen Anwendung gedacht und sollte keinesfalls eineregelmäßige Empfängnisverhütung ersetzen. In jedem Fall sollten die betroffenen Frauen über die
Durchführung einer planmäßigen Empfängnisverhütung beraten werden.
Ulipristalacetat ist nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft bestimmt und sollte nicht von
Frauen eingenommen werden, bei denen der Verdacht auf eine Schwangerschaft besteht bzw. beidenen eine Schwangerschaft bekannt ist. Es führt jedoch nicht zum Abbruch einer bestehenden
Schwangerschaft (siehe Abschnitt 0).
Durch Notfallverhütung mit ellaOne wird nicht in jedem Fall eine Schwangerschaft verhindert.
Falls die nächste Menstruationsblutung länger als 7 Tage ausbleibt, die Menstruation ungewöhnlichverläuft, auf eine Schwangerschaft hindeutende Symptome auftreten oder im Zweifelsfall, sollte ein
Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Wie bei jeder Schwangerschaft ist die Möglichkeit einerektopen Schwangerschaft zu berücksichtigen. Es ist wichtig zu wissen, dass eine ektope
Schwangerschaft durch das Auftreten uteriner Blutungen nicht ausgeschlossen ist. Wenden Sie sich an
Ihren Arzt, falls Sie nach der Einnahme von Ulipristalacetat schwanger werden (siehe Abschnitt 0).
Ulipristalacetat hemmt oder verzögert die Ovulation (siehe Abschnitt 5.1). Falls die Ovulation bereitsstattgefunden hat, ist es nicht mehr wirksam. Da der Zeitpunkt der Ovulation nicht vorhergesagtwerden kann, sollte die Einnahme der Tablette so bald wie möglich nach einem ungeschützten
Geschlechtsverkehr erfolgen.
Über die Wirksamkeit von Ulipristalacetat bei Einnahme nach mehr als 120 Stunden (5 Tage) nacheinem ungeschützten Geschlechtsverkehr liegen keine Daten vor.
Begrenzte und nicht eindeutige Daten weisen darauf hin, dass bei einem höheren Körpergewicht oder
Body-Mass-Index (BMI) die Wirksamkeit von ellaOne verringert sein kann (siehe Abschnitt 0). Beiallen Frauen sollte das Notfallverhütungsmittel schnellstmöglich nach einem ungeschützten
Geschlechtsverkehr eingenommen werden, unabhängig vom Körpergewicht der Frau oder ihrem BMI.
Nach der Einnahme der Tablette kann die folgende Menstruationsblutung einige Tage verfrüht oderverspätet auftreten. Bei etwa 7 % der Frauen trat die Menstruation mehr als 7 Tage früher als erwartetauf, bei etwa 18,5 % verzögerte sie sich um mehr als 7 Tage und bei 4 % um mehr als 20 Tage.
Die gleichzeitige Anwendung von Ulipristalacetat und Notfallverhütungsmitteln auf Basis von
Levonorgestrel wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 0).
Empfängnisverhütung nach Einnahme von ellaOne
Ulipristalacetat ist ein Notfallverhütungsmittel zur Senkung des Risikos einer Schwangerschaft nachungeschütztem Geschlechtsverkehr, gewährleistet jedoch keine Empfängnisverhütung bei späterem
Geschlechtsverkehr. Aus diesem Grund sollten Frauen nach der Anwendung von Notfallverhütung biszur nächsten Menstruationsblutung eine zuverlässige Barrieremethode anwenden.
Obwohl die Anwendung von Ulipristalacetat zur Notfallverhütung keine Kontraindikation zurweiteren Anwendung einer regelmäßigen hormonellen Empfängnisverhütung darstellt, kann ellaOnedie empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigen (siehe Abschnitt 0). Aus diesem Grund können
Frauen nach der Anwendung von ellaOne die Anwendung hormoneller Empfängnisverhütungbeginnen oder fortsetzen, sofern sie dies wünschen, sie sollten jedoch bis zur nächsten
Menstruationsblutung eine zuverlässige Barrieremethode anwenden.
Besondere PatientengruppenDie gleichzeitige Anwendung von ellaOne und CYP3A4-Induktoren wird auf Grund von
Wechselwirkungen nicht empfohlen (z. B. Barbiturate [einschließlich Primidon und Phenobarbital],
Phenytoin, Phosphenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, pflanzliche Arzneimittel, die Hypericumperforatum [Johanniskraut] enthalten, Rifampicin, Rifabutin, Griseofulvin, Efavirenz, Nevirapin unddauerhafte Anwendung von Ritonavir).
Die Anwendung bei Frauen mit schwerem Asthma, die durch Einnahme von oralen Glucocorticoidenbehandelt werden, wird nicht empfohlen.
Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichtanwenden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Mögliche Beeinflussung von Ulipristalacetat durch andere Arzneimittel
Ulipristalacetat wird in vitro durch CYP3A4 metabolisiert.
- CYP3A4-Induktoren
In-vivo-Ergebnisse zeigen, dass die Gabe von Ulipristalacetat mit einem starken CYP3A4-
Induktor wie beispielsweise Rifampicin die Cmax und die AUC von Ulipristalacetat deutlichum 90 % oder mehr senkt und die Halbwertszeit von Ulipristalacetat um das 2,2-facheverkürzt, was einer ca. 10-fachen Verringerung der Ulipristalacetat-Exposition entspricht. Diegleichzeitige Gabe von ellaOne und CYP3A4-Induktoren (z. B. Barbiturate [einschließlich
Primidon und Phenobarbital], Phenytoin, Phosphenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin,pflanzliche Arzneimittel, die Hypericum perforatum [Johanniskraut] enthalten, Rifampicin,
Rifabutin, Griseofulvin, Efavirenz und Nevirapin) setzt somit die Plasmakonzentrationen von
Ulipristalacetat herab und könnte zu einer verringerten Wirksamkeit von ellaOne führen. Für
Frauen, die innerhalb der letzten 4 Wochen enzyminduzierende Arzneimittel eingenommenhaben, wird ellaOne nicht empfohlen (siehe Abschnitt 0) und die Anwendung einer nicht-hormonalen Notfallverhütung (d. h. eine Kupferspirale) sollte in Erwägung gezogen werden.
- CYP3A4-Inhibitoren
In-vivo-Ergebnisse zeigten auf, dass die Gabe von Ulipristalacetat mit einem wirksamen undeinem moderaten CYP3A4-Hemmer die Cmax und die AUC von Ulipristalacetat um dasmaximal 2- bzw. 5,9-fache erhöhten. Die Wirkungen der CYP3A4-Inhibitoren habenhöchstwahrscheinlich keine klinischen Auswirkungen.
Wird der CYP3A4-Inhibitor Ritonavir über einen längeren Zeitraum angewendet, kann dieserebenfalls eine induzierende Wirkung auf CYP3A4 haben. In diesem Fall könnte Ritonavir die
Plasmakonzentration von Ulipristalacetat verringern. Daher wird die gleichzeitige Anwendungnicht empfohlen (siehe Abschnitt 0). Die Enzyminduktion lässt langsam nach und die
Wirkung auf die Plasmakonzentration von Ulipristalacetat kann noch nach Absetzen des
Enzyminduktoren durch die Patientin in den letzten 4 Wochen auftreten.
Arzneimittel mit Auswirkungen auf den gastrischen pH-Wert
Die Gabe von Ulipristalacetat (10 mg Tablette) zusammen mit dem Protonenpumpenhemmer
Esomeprazol (20 mg täglich für 6 Tage) führte zu einer ungefähr 65 % geringeren durchschnittlichen
Cmax, einer verzögerten Tmax (von einem Mittelwert von 0,75 Stunden auf 1,0 Stunden) und einer um13 % höheren mittleren AUC. Die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung für die Gabe von
Einzeldosierungen Ulipristalacetat als Notfallverhütungsmittel ist nicht bekannt.
Mögliche Beeinflussung anderer Arzneimittel durch Ulipristalacetat
Hormonelle VerhütungsmittelDa Ulipristalacetat mit hoher Affinität an den Progesteronrezeptor gebunden wird, könnte die
Wirkung gestagenhaltiger Arzneimittel beeinträchtigt werden:
- Die empfängnisverhütende Wirkung von hormonellen Kombinationspräparaten oder reingestagenhaltigen Arzneimitteln kann vermindert sein.
- Die gleichzeitige Anwendung von Ulipristalacetat und Notfallverhütungsmitteln auf Basis von
Levonorgestrel wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 0).
In-vitro-Daten zeigen, dass die hemmende Wirkung von Ulipristalacetat und seinem Metaboliten inklinisch relevanten Konzentrationen auf CYP1A2, 2A6, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 nichterheblich ist. Nach einer Einzeldosis ist eine Induktion von CYP1A2 und CYP3A4 durch
Ulipristalacetat oder seinem aktiven Metaboliten nicht zu erwarten. Deshalb ist es unwahrscheinlich,dass eine Anwendung von Ulipristalacetat sich auf die Clearance von Arzneimitteln, die durch diese
Enzyme metabolisiert werden, auswirkt.
P-Glycoprotein(P-gp)-Substrate
Die In-vitro-Daten deutet darauf hin, dass Ulipristalacetat ein P-gp-Hemmer bei klinisch relevanten
Konzentrationen sein kann. Die In-vivo-Ergebnisse für das P-gp-Substrat Fexofenadin waren nichteindeutig. Die Wirkungen von Ulipristalacetat auf P-gp-Substrate haben höchstwahrscheinlich keineklinischen Auswirkungen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftellaOne ist nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft bestimmt und sollte nicht von Fraueneingenommen werden, bei denen der Verdacht auf eine Schwangerschaft besteht bzw. bei denen eine
Schwangerschaft bekannt ist (siehe Abschnitt 4.4).
Ulipristalacetat führt nicht zum Abbruch einer bestehenden Schwangerschaft.
Gelegentlich kann nach der Einnahme von Ulipristalacetat eine Schwangerschaft auftreten. Obwohlkein teratogenes Potenzial festgestellt wurde, sind die tierexperimentellen Daten in Bezug auf die
Reproduktionstoxizität nicht ausreichend (siehe Abschnitt 0). Begrenzte humanmedizinische Datenhinsichtlich der Exposition gegenüber ellaOne während der Schwangerschaft deuten auf keine
Sicherheitsbedenken hin. Dennoch sollte jede Schwangerschaft nach Einnahme von ellaOne anwww.hra-pregnancy-registry.com gemeldet werden. Sinn und Zweck dieser Internet-Datenbank ist die
Sammlung von Sicherheitsinformationen über Frauen, die ellaOne während einer Schwangerschafteingenommen haben oder nach der Einnahme von ellaOne schwanger werden. Sämtliche gesammelten
Patientendaten werden vertraulich behandelt.
StillzeitUlipristalacetat wird über die Muttermilch abgegeben (siehe Abschnitt 0). Die Auswirkungen für
Neugeborene/Säuglinge wurden nicht untersucht. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nichtausgeschlossen werden. Nach der Einnahme von Ulipristalacetat zur Notfallverhütung ist das Stillenfür eine Woche auszusetzen. Während dieser Zeit sollte die Muttermilch abgepumpt und entsorgtwerden, um die Milchbildung anzuregen.
FertilitätEin schnelles Wiedereinstellen der Fertilität nach der Behandlung mit Ulipristalacetat zur
Notfallverhütung ist wahrscheinlich. Aus diesem Grund ist es ratsam, während folgendem
Geschlechtsverkehr bis zur nächsten Menstruationsblutung eine zuverlässige Barrieremethodeanzuwenden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenellaOne hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen: nach Einnahme von ellaOne treten häufig leichtes bis mäßig starkes
Schwindelgefühl, gelegentlich Somnolenz und Verschwommensehen auf; in seltenen Fällen wurden
Aufmerksamkeitsstörungen beobachtet. Die Patientin sollte darauf hingewiesen werden, dass sie kein
Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen darf, wenn sie diese Symptome an sich bemerkt(siehe Abschnitt 0).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie am häufigsten genannten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauch- und
Unterleibsschmerzen (Dysmenorrhö).
Die Sicherheit der Anwendung von Ulipristalacetat wurde in klinischen Entwicklungsstudien aninsgesamt 4.718 Frauen untersucht.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn der nachfolgenden Tabelle sind die Nebenwirkungen zusammengestellt, die in dem Phase-III-
Programm mit 2.637 Frauen beobachtet wurden.
Die im Folgenden aufgeführten Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Systemorganklassengegliedert: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten(≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10,000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).
MedDRA Nebenwirkungen (Häufigkeit)
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten
Infektionen und Influenzaparasitäre
Erkrankungen
Erkrankungen des Überempfindlich-
Immunsystems keitsreaktionen,einschließlich
Ausschlag,
Urtikaria,
Angioödem**
Stoffwechsel- und Appetitstörungen
Ernährungsstörungen
Psychiatrische Stimmungs-schwankungen Emotionale Desorientierung
Erkrankungen Störungen
Angst
Schlaflosigkeit
Hyperaktivitätsstörung
Veränderungen der
Libido
Erkrankungen des Kopfschmerzen Somnolenz Tremor
Nervensystems Schwindelgefühl Migräne Aufmerksamkeits-störung
Dysgeusie
Synkope
Augenerkrankungen Sehstörungen Abnormes Gefühl inden Augenokulare Hyperämie
Photophobie
Erkrankungen des Ohrs Schwindelund des Labyrinths
Erkrankungen der Trockener Rachen
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Übelkeit* Diarrhö
Gastrointestinaltrakts Bauchschmerzen* Mundtrockenheit
Unwohlsein in der Bauchgegend Verdauungsstörunge
Erbrechen* n
Meteorismus
Erkankungen der Haut Akneund des Dermatose
Unterhautzellgewebes Pruritus
Skelettmuskulatur-, Myalgie
Bindegewebs- und Rückenschmerzen
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Dysmenorrhö Menorrhagie Genitalpruritus
Geschlechtsorgane und Unterleibsschmerzen Vaginalausfluss Dyspareunieder Brustdrüse Spannungen in der Brust Menstruations- Rupturiertebeschwerden Ovarialzyste
Metrorrhagie Vulvovaginale
Vaginitis Schmerzen
Hitzewallungen Hypomenorrhö*
Prämenstruelles
Syndrom
Allgemeine Müdigkeit Schüttelfrost Durst
Erkrankungen und Krankheitsgefühl
Beschwerden am Pyrexie
Verabreichungsort
*Das Symptom könnte ebenso auf eine nicht diagnostizierte Schwangerschaft (oder damit zusammenhängende
Komplikationen zurückzuführen sein)
**Nebenwirkung aus Spontanmeldungen
Jugendliche: Das in Studien und nach der Marktzulassung beobachtete Sicherheitsprofil bei Frauen im
Alter von unter 18 Jahren ist mit dem Sicherheitsprofil bei Erwachsenen während der Phase-III-
Studien vergleichbar (siehe Abschnitt 4.2).
Erfahrungen nach der Marktzulassung: die nach der Marktzulassung spontan gemeldeten
Nebenwirkungen sind in ihrer Art und Häufigkeit mit dem während der Phase-III-Studienbeschriebenen Sicherheitsprofil vergleichbar.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenBei der Mehrzahl der Frauen (74,6 %) setzte in den Phase-III-Studien die nachfolgende
Menstruationsblutung in einem Zeitraum von ±7 Tagen um den erwarteten Zeitpunkt ein. Bei 6,8 %kam die Menstruation mehr als 7 Tage früher, bei 18,5 % mehr als 7 Tage später als erwartet und lagbei 4 % der Frauen bei einer Verzögerung von über 20 Tagen.
Ein kleiner Teil der Frauen (8,7 %) beobachtete Zwischenblutungen mit einer durchschnittlichen
Dauer von 2,4 Tagen. In der Mehrzahl der Fälle (88,2 %) wurden diese als Schmierblutungenbeschrieben. Nur 0,4 % der Frauen, die ellaOne im Rahmen der Phase-III-Studien erhielten, gabeneine starke Zwischenblutung an.
82 Frauen wurden mehrfach in die Phase-III-Studien aufgenommen und erhielten dementsprechendmehr als eine Dosis ellaOne (73 Frauen nahmen zweimal, 9 Frauen dreimal teil). Diese Patientinnenunterschieden sich bezüglich der Arzneimittelsicherheit (d. h. Häufigkeit und Schweregrad der
Nebenwirkungen, Änderungen von Dauer und Stärke der Menstruationsblutung, Häufigkeit von
Zwischenblutungen) nicht vom Gesamtkollektiv.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Zur Überdosierung von Ulipristalacetat liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Frauen wurden ohne
Sicherheitsbedenken Einzeldosen von bis zu 200 mg gegeben. Solche hohen Dosen waren gutverträglich. Sie führten jedoch bei diesen Frauen zu einem verkürzten Menstruationszyklus (dieuterine Blutung trat 2-3 Tage früher als erwartet ein). Bei einigen Frauen kam es zu einer längeren
Blutungsdauer, wobei die Blutung nicht sehr stark war (Schmierblutung). Es gibt keine Gegenmittelund die weitere Behandlung sollte symptomatisch erfolgen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Sexualhormone und Modulatoren des Genitalsystems,
Notfallverhütungsmittel. ATC-Code: G03AD02.
Ulipristalacetat ist ein oral wirksamer synthetischer selektiver Progesteronrezeptor-Modulator, dessen
Wirkung auf einer hochaffinen Bindung an dem menschlichen Progesteronrezeptor beruht. Als
Mechanismus bei der Anwendung zur Notfallverhütung wird die Hemmung oder Verzögerung der
Ovulation durch Unterdrückung des Anstiegs des luteinisierenden Hormons (LH) angesehen.
Pharmakodynamische Daten zeigen, dass Ulipristalacetat selbst bei umgehend vor der Ovulationeingenommenen Dosen (nach bereits erfolgtem LH-Anstieg) Follikeldurchbrüche in 78,6 % der Fälleum mindestens 5 Tage verzögern kann (p<0,005 vs. Levonorgestrel und vs. Placebo) (siehe Tabelle).
Verhinderung der Ovulation1,§
Placebo Levonorgestrel Ulipristalacetatn=50 n=48 n=34
Behandlung vor LH- n=16 n=12 n=8
Anstieg 0,0 % 25,0 % 100 %p<0,005*
Behandlung nach LH- n=10 n=14 n=14
Anstieg, jedoch vor LH- 10,0 % 14,3 % 78,6 %
Spitze NS† p<0,005*
Behandlung nach LH- n=24 n=22 n=12
Spitze 4,2 % 9,1 % 8,3 %
NS† NS*1: Brache et al., Contraception 2013§: definiert als Vorhandensein eines nicht durchgebrochenen dominanten Follikels fünf Tage nach Behandlungin der späten Follikelreifungsphase
*: im Vergleich zu Levonorgestrel
NS: Nicht statistisch bedeutsam†: im Vergleich zum Placebo
Daneben hat Ulipristalacetat auch hohe Affinität zum Glucocorticoidrezeptor; in vitro zeigten sichbeim Tier antiglucocorticoide Wirkungen. Beim Menschen wurden diese Wirkungen allerdings selbstnach wiederholter Anwendung einer Tagesdosis von 10 mg nicht beobachtet. Ulipristalacetat hat nurminimale Affinität zum Androgenrezeptor und keine Affinität zu menschlichen Estrogen- oder
Mineralocorticoidrezeptoren.
Die Ergebnisse zweier unabhängiger, randomisierter kontrollierter Studien (siehe Tabelle) zeigten,dass die Wirksamkeit von Ulipristalacetat der von Levonorgestrel nicht unterlegen ist, wenn die
Frauen zwischen 0 und 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der
Empfängnisverhütung eine Notfallverhütung anwendeten. Als die Daten aus den Studien in einer
Metaanalyse kombiniert wurden, war das Schwangerschaftsrisiko mit Ulipristalacetat signifikantgeringer als mit Levonorgestrel (p=0,046).
Schwangerschaftsrate (%) Odds ratio [95 % KI] des
Randomisierte innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Schwangerschaftsrisikos,kontrollierte Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Ulipristalacetat vs
Studie Empfängnisverhütung2 Levonorgestrel2
Ulipristalacetat Levonorgestrel
HRA2914-507 0,91 1,68 0,50 [0,18-1,24](7/773) (13/773)
HRA2914-513 1,78 2,59 0,68 [0,35-1,31](15/844) (22/852)
Metaanalyse 1,36 2,15 0,58 [0,33-0,99](22/1617) (35/1625)2: Glasier et al., Lancet 2010
Zwei Versuche liefern Wirksamkeitsdaten über ellaOne, das 120 Stunden nach ungeschütztem
Geschlechtsverkehr eingenommen wurde. In einer offenen klinischen Studie, die Frauen einschloss,die zur Notfallverhütung kamen und zwischen 48 und 120 Stunden nach einem ungeschützten
Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Empfängnisverhütung mit Ulipristalacetat behandelt wurden,wurde eine Schwangerschaftsrate von 2,1 % (26/1241) festgestellt. Zudem liefert die zweite, obenbeschriebene komparative Studie Daten über 100 Frauen, die 72 bis 120 Stunden nach ungeschütztem
Geschlechtsverkehr mit Ulipristalacetat behandelt wurden und bei denen keine Schwangerschaftbeobachtet wurde.
Begrenzte und nicht eindeutige Daten aus klinischen Studien deuten auf einen möglichen Trend hin zueiner verringerten empfängnisverhütenden Wirkung von Ulipristalacetat bei einem hohen
Körpergewicht oder BMI (siehe Abschnitt 4.4). Die nachstehend dargestellte Metaanalyse der vierklinischen Studien zu Ulipristalacetat umfasst keine Daten von Frauen, die weiterhin ungeschützten
Geschlechtsverkehr hatten.
BMI (kg/m2) Untergewichtig Normal Übergewichtig Adipös0 - 18,5 18,5-25 25-30 30-
N gesamt 128 1866 699 467
N Schwangerschaften 0 23 9 12
Schwangerschaftsrate 0,00 % 1,23 % 1,29 % 2,57 %
Konfidenzintervall 0,00 - 2,84 0,78 - 1,84 0,59 - 2,43 1,34 - 4,45
Die Anwendungsbeobachtung nach der Marktzulassung zur Auswertung der Wirksamkeit und
Sicherheit von ellaOne bei Jugendlichen im Alter von 17 Jahren oder jünger zeigte keine Unterschiedeim Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil im Vergleich zu erwachsenen Frauen im Alter von 18 Jahrenoder älter.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach oraler Gabe einer Einzeldosis von 30 mg wird Ulipristalacetat rasch resorbiert. Der
Plasmaspitzenspiegel von 176 ± 89 ng/ml wird etwa 1 Stunde (0,5 - 2,0 h) nach der Einnahme erreicht,die Fläche unter der Kurve (AUC0-∞) beträgt 556 ± 260 ng∙h/ml.
Bei Einnahme von Ulipristalacetat mit einem fettreichen Frühstück war die durchschnittliche Cmax um45 % vermindert und der Medianwert der Tmax verlängert (von 0,75 auf 3 Stunden), während diemittlere AUC0-∞ um 25 % höher lag als bei der Nüchterneinnahme. Ähnliche Ergebnisse wurden fürden pharmakologisch wirksamen, monodemethylierten Metaboliten gefunden.
VerteilungUlipristalacetat liegt weitgehend (>98 %) gebunden an Plasmaproteine wie Albumin, saures Alpha-l-
Glycoprotein und HDL (High density lipoprotein) vor.
Ulipristalacetat ist eine lipophile Verbindung und in der Muttermilch enthalten. Hierbei besteht einedurchschnittliche, tägliche Exkretion von 13,35 μg [0 - 24 Stunden], 2,16 μg [24 - 48 Stunden],1,06 μg [48 - 72 Stunden], 0,58 μg [72 - 96 Stunden] und 0,31 μg [96 - 120 Stunden].
In-vitro-Daten deuten darauf hin, dass Ulipristalacetat ein Hemmer von BCRP (Breast Cancer
Resistance Protein) -Transportern in der Darmregion sein könnte. Die Wirkungen von Ulipristalacetatauf BCRP haben höchstwahrscheinlich keine klinischen Auswirkungen.
Ulipristalacetat ist kein Substrat für OATP1B1 oder OATP1B3.
Biotransformation/EliminationUlipristalacetat wird intensiv zu monodemethylierten, didemethylierten und hydroxylierten
Metaboliten verstoffwechselt. Der monodemethylierte Metabolit ist pharmakologisch wirksam. In-vitro-Untersuchungen zeigen, dass der Abbau überwiegend über CYP3A4 sowie zu einem geringen
Anteil über CYP1A2 und CYP2A6 verläuft. Die terminale Halbwertszeit von Ulipristalacetat im
Plasma betrug nach einer Einzeldosis von 30 mg 32,4 ± 6,3 Stunden, die mittlere orale Clearance(Cl/F) lag bei 76,8 ± 64,0 l/h.
Besondere PatientengruppenBei Frauen mit renalen oder hepatischen Funktionsstörungen wurden keine Studien zur
Pharmakokinetik von Ulipristalacetat durchgeführt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe und Genotoxizität lassen die nichtklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den
Menschen erkennen. Die meisten in den allgemeinen Toxizitätsstudien festgestellten Wirkungenwaren auf den Wirkungsmechanismus als Modulator an Progesteron- und Glucocorticoidrezeptorenzurückzuführen. Antiprogesteronwirkungen traten bei einer der therapeutischen Anwendungvergleichbaren Exposition auf.
Informationen aus Studien zur Beurteilung der Reproduktionstoxizität liegen nur in begrenztem
Umfang vor, da in diesen Studien keine Bemessung der Exposition vorgenommen wurde.
Ulipristalaceteat wirkt embryoletal bei Ratten, Kaninchen (in wiederholten Dosen über 1 mg/kg) und
Affen. Die Sicherheit in Bezug auf menschliche Embryonen bei den genannten wiederholten Dosen istnicht bekannt. Bei Dosierungen, die ausreichend niedrig für eine Aufrechterhaltung der
Schwangerschaft waren, wurden in den tierexperimentellen Studien keine teratogenen Wirkungenbeobachtet.
Studien zur Kanzerogenität (bei Ratten und Mäusen) zeigten, dass Ulipristalacetat nicht kanzerogenist.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern:Lactose-Monohydrat
Povidon
Croscarmellose-Natrium
Magnesiumstearat
Filmüberzug:Polyvinylalkohol (E1203)
Macrogol (E1521)
Talk (E553b)
Titandioxid (E171)
Polysorbat 80 (E433)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Muscovit (E555)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
PVC-PVDC (mit UV-Filter) -Aluminium-Blisterpackung.
Der Umkarton enthält eine Blisterpackung mit 1 Tablette.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
LABORATOIRE HRA PHARMA200 avenue de Paris92320 CHATILLON
Frankreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Mai 2009
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. März 2014
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.euhttp://www.ema.europa.eu verfügbar.