ELLAONE 30mg tablets merkblatt medikamente

G03AD02 Ulipristalacetat • UROGENITALSYSTEM UND SEXUALHORMONE | HORMONELLE KONTRAZEPTIVA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG | Notfallkontrazeptiva

Ulipristalacetat ist ein Medikament, das hauptsächlich zur Behandlung von Uterusmyomen und als Notfallverhütungsmittel eingesetzt wird. Es ist ein selektiver Progesteronrezeptor-Modulator (SPRM), der durch Hemmung der Aktivität von Progesteron wirkt, einem Hormon, das für das Wachstum von Myomen und den Eisprung essentiell ist.

Bei der Behandlung von Uterusmyomen wird Ulipristal oral verabreicht, in der Regel in Kuren von mehreren Monaten, um die Größe der Myome und die damit verbundenen Symptome wie starke Blutungen und Beckenschmerzen zu reduzieren. Als Notfallverhütungsmittel wird es verwendet, um eine Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu verhindern, wenn es innerhalb von 120 Stunden eingenommen wird.

Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchbeschwerden und Veränderungen im Menstruationszyklus. In seltenen Fällen können allergische Reaktionen oder eine Beeinträchtigung der Leberfunktion auftreten.

Ulipristalacetat ist ein wirksames und vielseitiges Medikament, das sowohl bei der Behandlung von Uterusmyomen als auch als Methode der Notfallverhütung eingesetzt wird.

Allgemeine Daten zu ELLAONE 30mg

Substanz: Ulipristalacetat

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-02-2018

Handelsgesetzbuch: W64040001

Konzentration: 30mg

Pharmazeutisches Formblatt: tablets

Quantität: 1

Produktart: original

Rezeptbeschränkungen: OTC - Over the Counter = nicht verschreibungspflichtige Medikamente.

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: CENEXI - FRANTA

Zulassungsinhaber: LABORATOIRE HRA PHARMA - FRANTA

Zulassungsnummer: 522/2009/03

Haltbarkeit: 3 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für Ulipristalacetat

Verfügbare Konzentrationen für Ulipristalacetat

30mg, 5mg

Andere ähnliche Substanzen wie Ulipristalacetat

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ELLAONE 30mg tablets

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

ellaOne 30 mg Filmtablette

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Tablette enthält 30 mg Ulipristalacetat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Jede Tablette enthält 237 mg Lactose (als Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 0.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Goldfarbene Filmtablette in Form eines Schutzschildes (Durchmesser ungefähr 10,8 mm) mitbeidseitiger Prägung 'ella“.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Notfallverhütung innerhalb von 120 Stunden (5 Tagen) nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehrbzw. Versagen der Empfängnisverhütung.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Zur Behandlung wird eine Tablette schnellstmöglich und nicht später als 120 Stunden (5 Tage) nacheinem ungeschützten Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Empfängnisverhütung eingenommen.

Die Tablette kann zu jedem Zeitpunkt des Menstruationszyklus eingenommen werden.

Wenn innerhalb von 3 Stunden nach der Einnahme von der Tablette Erbrechen auftritt, sollte eineweitere Tablette eingenommen werden.

Bei Verzögerungen der Menstruationsblutung oder bei auftretenden Schwangerschaftssymptomensollte vor der Anwendung der Tablette eine bereits bestehende Schwangerschaft ausgeschlossen sein.

Besondere Patientengruppen
Eingeschränkte Nierenfunktion

Es ist keine Dosisanpassung notwendig.

Eingeschränkte Leberfunktion

Da hierzu keine gezielten Studien vorliegen, können keine alternativen Dosisempfehlungen für

Ulipristalacetat gegeben werden.

Schwere Leberfunktionsstörungen

Da hierzu keine gezielten Studien vorliegen, kann die Anwendung von Ulipristalacetat bei schweren

Leberfunktionsstörungen nicht empfohlen werden.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Gebrauch von Ulipristalacetat bei Kindern im präpubertären Alter für die

Indikation der Notfallverhütung.

Jugendliche:

Ulipristalacetat zur Notfallverhütung ist für alle Frauen im gebärfähigen Alter einschließlich

Jugendlicher geeignet. Es wurden keine Unterschiede bei Sicherheit oder Wirksamkeit im Vergleichzu erwachsenen Frauen im Alter von 18 Jahren oder älter nachgewiesen (siehe Abschnitt 0).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Tablette kann zu einer Mahlzeit oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 0 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

ellaOne ist ausschließlich zur sporadischen Anwendung gedacht und sollte keinesfalls eineregelmäßige Empfängnisverhütung ersetzen. In jedem Fall sollten die betroffenen Frauen über die

Durchführung einer planmäßigen Empfängnisverhütung beraten werden.

Ulipristalacetat ist nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft bestimmt und sollte nicht von

Frauen eingenommen werden, bei denen der Verdacht auf eine Schwangerschaft besteht bzw. beidenen eine Schwangerschaft bekannt ist. Es führt jedoch nicht zum Abbruch einer bestehenden

Schwangerschaft (siehe Abschnitt 0).

Durch Notfallverhütung mit ellaOne wird nicht in jedem Fall eine Schwangerschaft verhindert.

Falls die nächste Menstruationsblutung länger als 7 Tage ausbleibt, die Menstruation ungewöhnlichverläuft, auf eine Schwangerschaft hindeutende Symptome auftreten oder im Zweifelsfall, sollte ein

Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Wie bei jeder Schwangerschaft ist die Möglichkeit einerektopen Schwangerschaft zu berücksichtigen. Es ist wichtig zu wissen, dass eine ektope

Schwangerschaft durch das Auftreten uteriner Blutungen nicht ausgeschlossen ist. Wenden Sie sich an

Ihren Arzt, falls Sie nach der Einnahme von Ulipristalacetat schwanger werden (siehe Abschnitt 0).

Ulipristalacetat hemmt oder verzögert die Ovulation (siehe Abschnitt 5.1). Falls die Ovulation bereitsstattgefunden hat, ist es nicht mehr wirksam. Da der Zeitpunkt der Ovulation nicht vorhergesagtwerden kann, sollte die Einnahme der Tablette so bald wie möglich nach einem ungeschützten

Geschlechtsverkehr erfolgen.

Über die Wirksamkeit von Ulipristalacetat bei Einnahme nach mehr als 120 Stunden (5 Tage) nacheinem ungeschützten Geschlechtsverkehr liegen keine Daten vor.

Begrenzte und nicht eindeutige Daten weisen darauf hin, dass bei einem höheren Körpergewicht oder

Body-Mass-Index (BMI) die Wirksamkeit von ellaOne verringert sein kann (siehe Abschnitt 0). Beiallen Frauen sollte das Notfallverhütungsmittel schnellstmöglich nach einem ungeschützten

Geschlechtsverkehr eingenommen werden, unabhängig vom Körpergewicht der Frau oder ihrem BMI.

Nach der Einnahme der Tablette kann die folgende Menstruationsblutung einige Tage verfrüht oderverspätet auftreten. Bei etwa 7 % der Frauen trat die Menstruation mehr als 7 Tage früher als erwartetauf, bei etwa 18,5 % verzögerte sie sich um mehr als 7 Tage und bei 4 % um mehr als 20 Tage.

Die gleichzeitige Anwendung von Ulipristalacetat und Notfallverhütungsmitteln auf Basis von

Levonorgestrel wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 0).

Empfängnisverhütung nach Einnahme von ellaOne

Ulipristalacetat ist ein Notfallverhütungsmittel zur Senkung des Risikos einer Schwangerschaft nachungeschütztem Geschlechtsverkehr, gewährleistet jedoch keine Empfängnisverhütung bei späterem

Geschlechtsverkehr. Aus diesem Grund sollten Frauen nach der Anwendung von Notfallverhütung biszur nächsten Menstruationsblutung eine zuverlässige Barrieremethode anwenden.

Obwohl die Anwendung von Ulipristalacetat zur Notfallverhütung keine Kontraindikation zurweiteren Anwendung einer regelmäßigen hormonellen Empfängnisverhütung darstellt, kann ellaOnedie empfängnisverhütende Wirkung beeinträchtigen (siehe Abschnitt 0). Aus diesem Grund können

Frauen nach der Anwendung von ellaOne die Anwendung hormoneller Empfängnisverhütungbeginnen oder fortsetzen, sofern sie dies wünschen, sie sollten jedoch bis zur nächsten

Menstruationsblutung eine zuverlässige Barrieremethode anwenden.

Besondere Patientengruppen

Die gleichzeitige Anwendung von ellaOne und CYP3A4-Induktoren wird auf Grund von

Wechselwirkungen nicht empfohlen (z. B. Barbiturate [einschließlich Primidon und Phenobarbital],

Phenytoin, Phosphenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin, pflanzliche Arzneimittel, die Hypericumperforatum [Johanniskraut] enthalten, Rifampicin, Rifabutin, Griseofulvin, Efavirenz, Nevirapin unddauerhafte Anwendung von Ritonavir).

Die Anwendung bei Frauen mit schwerem Asthma, die durch Einnahme von oralen Glucocorticoidenbehandelt werden, wird nicht empfohlen.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichtanwenden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Mögliche Beeinflussung von Ulipristalacetat durch andere Arzneimittel

Ulipristalacetat wird in vitro durch CYP3A4 metabolisiert.

- CYP3A4-Induktoren

In-vivo-Ergebnisse zeigen, dass die Gabe von Ulipristalacetat mit einem starken CYP3A4-

Induktor wie beispielsweise Rifampicin die Cmax und die AUC von Ulipristalacetat deutlichum 90 % oder mehr senkt und die Halbwertszeit von Ulipristalacetat um das 2,2-facheverkürzt, was einer ca. 10-fachen Verringerung der Ulipristalacetat-Exposition entspricht. Diegleichzeitige Gabe von ellaOne und CYP3A4-Induktoren (z. B. Barbiturate [einschließlich

Primidon und Phenobarbital], Phenytoin, Phosphenytoin, Carbamazepin, Oxcarbazepin,pflanzliche Arzneimittel, die Hypericum perforatum [Johanniskraut] enthalten, Rifampicin,

Rifabutin, Griseofulvin, Efavirenz und Nevirapin) setzt somit die Plasmakonzentrationen von

Ulipristalacetat herab und könnte zu einer verringerten Wirksamkeit von ellaOne führen. Für

Frauen, die innerhalb der letzten 4 Wochen enzyminduzierende Arzneimittel eingenommenhaben, wird ellaOne nicht empfohlen (siehe Abschnitt 0) und die Anwendung einer nicht-hormonalen Notfallverhütung (d. h. eine Kupferspirale) sollte in Erwägung gezogen werden.

- CYP3A4-Inhibitoren

In-vivo-Ergebnisse zeigten auf, dass die Gabe von Ulipristalacetat mit einem wirksamen undeinem moderaten CYP3A4-Hemmer die Cmax und die AUC von Ulipristalacetat um dasmaximal 2- bzw. 5,9-fache erhöhten. Die Wirkungen der CYP3A4-Inhibitoren habenhöchstwahrscheinlich keine klinischen Auswirkungen.

Wird der CYP3A4-Inhibitor Ritonavir über einen längeren Zeitraum angewendet, kann dieserebenfalls eine induzierende Wirkung auf CYP3A4 haben. In diesem Fall könnte Ritonavir die

Plasmakonzentration von Ulipristalacetat verringern. Daher wird die gleichzeitige Anwendungnicht empfohlen (siehe Abschnitt 0). Die Enzyminduktion lässt langsam nach und die

Wirkung auf die Plasmakonzentration von Ulipristalacetat kann noch nach Absetzen des

Enzyminduktoren durch die Patientin in den letzten 4 Wochen auftreten.

Arzneimittel mit Auswirkungen auf den gastrischen pH-Wert

Die Gabe von Ulipristalacetat (10 mg Tablette) zusammen mit dem Protonenpumpenhemmer

Esomeprazol (20 mg täglich für 6 Tage) führte zu einer ungefähr 65 % geringeren durchschnittlichen

Cmax, einer verzögerten Tmax (von einem Mittelwert von 0,75 Stunden auf 1,0 Stunden) und einer um13 % höheren mittleren AUC. Die klinische Relevanz dieser Wechselwirkung für die Gabe von

Einzeldosierungen Ulipristalacetat als Notfallverhütungsmittel ist nicht bekannt.

Mögliche Beeinflussung anderer Arzneimittel durch Ulipristalacetat

Hormonelle Verhütungsmittel

Da Ulipristalacetat mit hoher Affinität an den Progesteronrezeptor gebunden wird, könnte die

Wirkung gestagenhaltiger Arzneimittel beeinträchtigt werden:

- Die empfängnisverhütende Wirkung von hormonellen Kombinationspräparaten oder reingestagenhaltigen Arzneimitteln kann vermindert sein.

- Die gleichzeitige Anwendung von Ulipristalacetat und Notfallverhütungsmitteln auf Basis von

Levonorgestrel wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 0).

In-vitro-Daten zeigen, dass die hemmende Wirkung von Ulipristalacetat und seinem Metaboliten inklinisch relevanten Konzentrationen auf CYP1A2, 2A6, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 nichterheblich ist. Nach einer Einzeldosis ist eine Induktion von CYP1A2 und CYP3A4 durch

Ulipristalacetat oder seinem aktiven Metaboliten nicht zu erwarten. Deshalb ist es unwahrscheinlich,dass eine Anwendung von Ulipristalacetat sich auf die Clearance von Arzneimitteln, die durch diese

Enzyme metabolisiert werden, auswirkt.

P-Glycoprotein(P-gp)-Substrate

Die In-vitro-Daten deutet darauf hin, dass Ulipristalacetat ein P-gp-Hemmer bei klinisch relevanten

Konzentrationen sein kann. Die In-vivo-Ergebnisse für das P-gp-Substrat Fexofenadin waren nichteindeutig. Die Wirkungen von Ulipristalacetat auf P-gp-Substrate haben höchstwahrscheinlich keineklinischen Auswirkungen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

SchwangerschaftellaOne ist nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft bestimmt und sollte nicht von Fraueneingenommen werden, bei denen der Verdacht auf eine Schwangerschaft besteht bzw. bei denen eine

Schwangerschaft bekannt ist (siehe Abschnitt 4.4).

Ulipristalacetat führt nicht zum Abbruch einer bestehenden Schwangerschaft.

Gelegentlich kann nach der Einnahme von Ulipristalacetat eine Schwangerschaft auftreten. Obwohlkein teratogenes Potenzial festgestellt wurde, sind die tierexperimentellen Daten in Bezug auf die

Reproduktionstoxizität nicht ausreichend (siehe Abschnitt 0). Begrenzte humanmedizinische Datenhinsichtlich der Exposition gegenüber ellaOne während der Schwangerschaft deuten auf keine

Sicherheitsbedenken hin. Dennoch sollte jede Schwangerschaft nach Einnahme von ellaOne anwww.hra-pregnancy-registry.com gemeldet werden. Sinn und Zweck dieser Internet-Datenbank ist die

Sammlung von Sicherheitsinformationen über Frauen, die ellaOne während einer Schwangerschafteingenommen haben oder nach der Einnahme von ellaOne schwanger werden. Sämtliche gesammelten

Patientendaten werden vertraulich behandelt.

Stillzeit

Ulipristalacetat wird über die Muttermilch abgegeben (siehe Abschnitt 0). Die Auswirkungen für

Neugeborene/Säuglinge wurden nicht untersucht. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nichtausgeschlossen werden. Nach der Einnahme von Ulipristalacetat zur Notfallverhütung ist das Stillenfür eine Woche auszusetzen. Während dieser Zeit sollte die Muttermilch abgepumpt und entsorgtwerden, um die Milchbildung anzuregen.

Fertilität

Ein schnelles Wiedereinstellen der Fertilität nach der Behandlung mit Ulipristalacetat zur

Notfallverhütung ist wahrscheinlich. Aus diesem Grund ist es ratsam, während folgendem

Geschlechtsverkehr bis zur nächsten Menstruationsblutung eine zuverlässige Barrieremethodeanzuwenden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

MaschinenellaOne hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen: nach Einnahme von ellaOne treten häufig leichtes bis mäßig starkes

Schwindelgefühl, gelegentlich Somnolenz und Verschwommensehen auf; in seltenen Fällen wurden

Aufmerksamkeitsstörungen beobachtet. Die Patientin sollte darauf hingewiesen werden, dass sie kein

Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen darf, wenn sie diese Symptome an sich bemerkt(siehe Abschnitt 0).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die am häufigsten genannten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauch- und

Unterleibsschmerzen (Dysmenorrhö).

Die Sicherheit der Anwendung von Ulipristalacetat wurde in klinischen Entwicklungsstudien aninsgesamt 4.718 Frauen untersucht.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In der nachfolgenden Tabelle sind die Nebenwirkungen zusammengestellt, die in dem Phase-III-

Programm mit 2.637 Frauen beobachtet wurden.

Die im Folgenden aufgeführten Nebenwirkungen sind nach Häufigkeit und Systemorganklassengegliedert: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten(≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10,000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar).

MedDRA Nebenwirkungen (Häufigkeit)

Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten

Infektionen und Influenzaparasitäre

Erkrankungen

Erkrankungen des Überempfindlich-

Immunsystems keitsreaktionen,einschließlich

Ausschlag,

Urtikaria,

Angioödem**

Stoffwechsel- und Appetitstörungen

Ernährungsstörungen

Psychiatrische Stimmungs-schwankungen Emotionale Desorientierung

Erkrankungen Störungen

Angst

Schlaflosigkeit

Hyperaktivitätsstörung

Veränderungen der

Libido

Erkrankungen des Kopfschmerzen Somnolenz Tremor

Nervensystems Schwindelgefühl Migräne Aufmerksamkeits-störung

Dysgeusie

Synkope

Augenerkrankungen Sehstörungen Abnormes Gefühl inden Augenokulare Hyperämie

Photophobie

Erkrankungen des Ohrs Schwindelund des Labyrinths

Erkrankungen der Trockener Rachen

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Erkrankungen des Übelkeit* Diarrhö

Gastrointestinaltrakts Bauchschmerzen* Mundtrockenheit

Unwohlsein in der Bauchgegend Verdauungsstörunge

Erbrechen* n

Meteorismus

Erkankungen der Haut Akneund des Dermatose

Unterhautzellgewebes Pruritus

Skelettmuskulatur-, Myalgie

Bindegewebs- und Rückenschmerzen

Knochenerkrankungen

Erkrankungen der Dysmenorrhö Menorrhagie Genitalpruritus

Geschlechtsorgane und Unterleibsschmerzen Vaginalausfluss Dyspareunieder Brustdrüse Spannungen in der Brust Menstruations- Rupturiertebeschwerden Ovarialzyste

Metrorrhagie Vulvovaginale

Vaginitis Schmerzen

Hitzewallungen Hypomenorrhö*

Prämenstruelles

Syndrom

Allgemeine Müdigkeit Schüttelfrost Durst

Erkrankungen und Krankheitsgefühl

Beschwerden am Pyrexie

Verabreichungsort

*Das Symptom könnte ebenso auf eine nicht diagnostizierte Schwangerschaft (oder damit zusammenhängende

Komplikationen zurückzuführen sein)

**Nebenwirkung aus Spontanmeldungen

Jugendliche: Das in Studien und nach der Marktzulassung beobachtete Sicherheitsprofil bei Frauen im

Alter von unter 18 Jahren ist mit dem Sicherheitsprofil bei Erwachsenen während der Phase-III-

Studien vergleichbar (siehe Abschnitt 4.2).

Erfahrungen nach der Marktzulassung: die nach der Marktzulassung spontan gemeldeten

Nebenwirkungen sind in ihrer Art und Häufigkeit mit dem während der Phase-III-Studienbeschriebenen Sicherheitsprofil vergleichbar.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei der Mehrzahl der Frauen (74,6 %) setzte in den Phase-III-Studien die nachfolgende

Menstruationsblutung in einem Zeitraum von ±7 Tagen um den erwarteten Zeitpunkt ein. Bei 6,8 %kam die Menstruation mehr als 7 Tage früher, bei 18,5 % mehr als 7 Tage später als erwartet und lagbei 4 % der Frauen bei einer Verzögerung von über 20 Tagen.

Ein kleiner Teil der Frauen (8,7 %) beobachtete Zwischenblutungen mit einer durchschnittlichen

Dauer von 2,4 Tagen. In der Mehrzahl der Fälle (88,2 %) wurden diese als Schmierblutungenbeschrieben. Nur 0,4 % der Frauen, die ellaOne im Rahmen der Phase-III-Studien erhielten, gabeneine starke Zwischenblutung an.

82 Frauen wurden mehrfach in die Phase-III-Studien aufgenommen und erhielten dementsprechendmehr als eine Dosis ellaOne (73 Frauen nahmen zweimal, 9 Frauen dreimal teil). Diese Patientinnenunterschieden sich bezüglich der Arzneimittelsicherheit (d. h. Häufigkeit und Schweregrad der

Nebenwirkungen, Änderungen von Dauer und Stärke der Menstruationsblutung, Häufigkeit von

Zwischenblutungen) nicht vom Gesamtkollektiv.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Zur Überdosierung von Ulipristalacetat liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Frauen wurden ohne

Sicherheitsbedenken Einzeldosen von bis zu 200 mg gegeben. Solche hohen Dosen waren gutverträglich. Sie führten jedoch bei diesen Frauen zu einem verkürzten Menstruationszyklus (dieuterine Blutung trat 2-3 Tage früher als erwartet ein). Bei einigen Frauen kam es zu einer längeren

Blutungsdauer, wobei die Blutung nicht sehr stark war (Schmierblutung). Es gibt keine Gegenmittelund die weitere Behandlung sollte symptomatisch erfolgen.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Sexualhormone und Modulatoren des Genitalsystems,

Notfallverhütungsmittel. ATC-Code: G03AD02.

Ulipristalacetat ist ein oral wirksamer synthetischer selektiver Progesteronrezeptor-Modulator, dessen

Wirkung auf einer hochaffinen Bindung an dem menschlichen Progesteronrezeptor beruht. Als

Mechanismus bei der Anwendung zur Notfallverhütung wird die Hemmung oder Verzögerung der

Ovulation durch Unterdrückung des Anstiegs des luteinisierenden Hormons (LH) angesehen.

Pharmakodynamische Daten zeigen, dass Ulipristalacetat selbst bei umgehend vor der Ovulationeingenommenen Dosen (nach bereits erfolgtem LH-Anstieg) Follikeldurchbrüche in 78,6 % der Fälleum mindestens 5 Tage verzögern kann (p<0,005 vs. Levonorgestrel und vs. Placebo) (siehe Tabelle).

Verhinderung der Ovulation1,§

Placebo Levonorgestrel Ulipristalacetatn=50 n=48 n=34

Behandlung vor LH- n=16 n=12 n=8

Anstieg 0,0 % 25,0 % 100 %p<0,005*

Behandlung nach LH- n=10 n=14 n=14

Anstieg, jedoch vor LH- 10,0 % 14,3 % 78,6 %

Spitze NS† p<0,005*

Behandlung nach LH- n=24 n=22 n=12

Spitze 4,2 % 9,1 % 8,3 %

NS† NS*1: Brache et al., Contraception 2013§: definiert als Vorhandensein eines nicht durchgebrochenen dominanten Follikels fünf Tage nach Behandlungin der späten Follikelreifungsphase

*: im Vergleich zu Levonorgestrel

NS: Nicht statistisch bedeutsam†: im Vergleich zum Placebo

Daneben hat Ulipristalacetat auch hohe Affinität zum Glucocorticoidrezeptor; in vitro zeigten sichbeim Tier antiglucocorticoide Wirkungen. Beim Menschen wurden diese Wirkungen allerdings selbstnach wiederholter Anwendung einer Tagesdosis von 10 mg nicht beobachtet. Ulipristalacetat hat nurminimale Affinität zum Androgenrezeptor und keine Affinität zu menschlichen Estrogen- oder

Mineralocorticoidrezeptoren.

Die Ergebnisse zweier unabhängiger, randomisierter kontrollierter Studien (siehe Tabelle) zeigten,dass die Wirksamkeit von Ulipristalacetat der von Levonorgestrel nicht unterlegen ist, wenn die

Frauen zwischen 0 und 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der

Empfängnisverhütung eine Notfallverhütung anwendeten. Als die Daten aus den Studien in einer

Metaanalyse kombiniert wurden, war das Schwangerschaftsrisiko mit Ulipristalacetat signifikantgeringer als mit Levonorgestrel (p=0,046).

Schwangerschaftsrate (%) Odds ratio [95 % KI] des

Randomisierte innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Schwangerschaftsrisikos,kontrollierte Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Ulipristalacetat vs

Studie Empfängnisverhütung2 Levonorgestrel2

Ulipristalacetat Levonorgestrel

HRA2914-507 0,91 1,68 0,50 [0,18-1,24](7/773) (13/773)

HRA2914-513 1,78 2,59 0,68 [0,35-1,31](15/844) (22/852)

Metaanalyse 1,36 2,15 0,58 [0,33-0,99](22/1617) (35/1625)2: Glasier et al., Lancet 2010

Zwei Versuche liefern Wirksamkeitsdaten über ellaOne, das 120 Stunden nach ungeschütztem

Geschlechtsverkehr eingenommen wurde. In einer offenen klinischen Studie, die Frauen einschloss,die zur Notfallverhütung kamen und zwischen 48 und 120 Stunden nach einem ungeschützten

Geschlechtsverkehr bzw. Versagen der Empfängnisverhütung mit Ulipristalacetat behandelt wurden,wurde eine Schwangerschaftsrate von 2,1 % (26/1241) festgestellt. Zudem liefert die zweite, obenbeschriebene komparative Studie Daten über 100 Frauen, die 72 bis 120 Stunden nach ungeschütztem

Geschlechtsverkehr mit Ulipristalacetat behandelt wurden und bei denen keine Schwangerschaftbeobachtet wurde.

Begrenzte und nicht eindeutige Daten aus klinischen Studien deuten auf einen möglichen Trend hin zueiner verringerten empfängnisverhütenden Wirkung von Ulipristalacetat bei einem hohen

Körpergewicht oder BMI (siehe Abschnitt 4.4). Die nachstehend dargestellte Metaanalyse der vierklinischen Studien zu Ulipristalacetat umfasst keine Daten von Frauen, die weiterhin ungeschützten

Geschlechtsverkehr hatten.

BMI (kg/m2) Untergewichtig Normal Übergewichtig Adipös0 - 18,5 18,5-25 25-30 30-

N gesamt 128 1866 699 467

N Schwangerschaften 0 23 9 12

Schwangerschaftsrate 0,00 % 1,23 % 1,29 % 2,57 %

Konfidenzintervall 0,00 - 2,84 0,78 - 1,84 0,59 - 2,43 1,34 - 4,45

Die Anwendungsbeobachtung nach der Marktzulassung zur Auswertung der Wirksamkeit und

Sicherheit von ellaOne bei Jugendlichen im Alter von 17 Jahren oder jünger zeigte keine Unterschiedeim Sicherheits- und Wirksamkeitsprofil im Vergleich zu erwachsenen Frauen im Alter von 18 Jahrenoder älter.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach oraler Gabe einer Einzeldosis von 30 mg wird Ulipristalacetat rasch resorbiert. Der

Plasmaspitzenspiegel von 176 ± 89 ng/ml wird etwa 1 Stunde (0,5 - 2,0 h) nach der Einnahme erreicht,die Fläche unter der Kurve (AUC0-∞) beträgt 556 ± 260 ng∙h/ml.

Bei Einnahme von Ulipristalacetat mit einem fettreichen Frühstück war die durchschnittliche Cmax um45 % vermindert und der Medianwert der Tmax verlängert (von 0,75 auf 3 Stunden), während diemittlere AUC0-∞ um 25 % höher lag als bei der Nüchterneinnahme. Ähnliche Ergebnisse wurden fürden pharmakologisch wirksamen, monodemethylierten Metaboliten gefunden.

Verteilung

Ulipristalacetat liegt weitgehend (>98 %) gebunden an Plasmaproteine wie Albumin, saures Alpha-l-

Glycoprotein und HDL (High density lipoprotein) vor.

Ulipristalacetat ist eine lipophile Verbindung und in der Muttermilch enthalten. Hierbei besteht einedurchschnittliche, tägliche Exkretion von 13,35 μg [0 - 24 Stunden], 2,16 μg [24 - 48 Stunden],1,06 μg [48 - 72 Stunden], 0,58 μg [72 - 96 Stunden] und 0,31 μg [96 - 120 Stunden].

In-vitro-Daten deuten darauf hin, dass Ulipristalacetat ein Hemmer von BCRP (Breast Cancer

Resistance Protein) -Transportern in der Darmregion sein könnte. Die Wirkungen von Ulipristalacetatauf BCRP haben höchstwahrscheinlich keine klinischen Auswirkungen.

Ulipristalacetat ist kein Substrat für OATP1B1 oder OATP1B3.

Biotransformation/Elimination

Ulipristalacetat wird intensiv zu monodemethylierten, didemethylierten und hydroxylierten

Metaboliten verstoffwechselt. Der monodemethylierte Metabolit ist pharmakologisch wirksam. In-vitro-Untersuchungen zeigen, dass der Abbau überwiegend über CYP3A4 sowie zu einem geringen

Anteil über CYP1A2 und CYP2A6 verläuft. Die terminale Halbwertszeit von Ulipristalacetat im

Plasma betrug nach einer Einzeldosis von 30 mg 32,4 ± 6,3 Stunden, die mittlere orale Clearance(Cl/F) lag bei 76,8 ± 64,0 l/h.

Besondere Patientengruppen

Bei Frauen mit renalen oder hepatischen Funktionsstörungen wurden keine Studien zur

Pharmakokinetik von Ulipristalacetat durchgeführt.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Gabe und Genotoxizität lassen die nichtklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den

Menschen erkennen. Die meisten in den allgemeinen Toxizitätsstudien festgestellten Wirkungenwaren auf den Wirkungsmechanismus als Modulator an Progesteron- und Glucocorticoidrezeptorenzurückzuführen. Antiprogesteronwirkungen traten bei einer der therapeutischen Anwendungvergleichbaren Exposition auf.

Informationen aus Studien zur Beurteilung der Reproduktionstoxizität liegen nur in begrenztem

Umfang vor, da in diesen Studien keine Bemessung der Exposition vorgenommen wurde.

Ulipristalaceteat wirkt embryoletal bei Ratten, Kaninchen (in wiederholten Dosen über 1 mg/kg) und

Affen. Die Sicherheit in Bezug auf menschliche Embryonen bei den genannten wiederholten Dosen istnicht bekannt. Bei Dosierungen, die ausreichend niedrig für eine Aufrechterhaltung der

Schwangerschaft waren, wurden in den tierexperimentellen Studien keine teratogenen Wirkungenbeobachtet.

Studien zur Kanzerogenität (bei Ratten und Mäusen) zeigten, dass Ulipristalacetat nicht kanzerogenist.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Lactose-Monohydrat

Povidon

Croscarmellose-Natrium

Magnesiumstearat

Filmüberzug:

Polyvinylalkohol (E1203)

Macrogol (E1521)

Talk (E553b)

Titandioxid (E171)

Polysorbat 80 (E433)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)

Muscovit (E555)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC-PVDC (mit UV-Filter) -Aluminium-Blisterpackung.

Der Umkarton enthält eine Blisterpackung mit 1 Tablette.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

LABORATOIRE HRA PHARMA200 avenue de Paris92320 CHATILLON

Frankreich

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/09/522/003

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Mai 2009

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. März 2014

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.euhttp://www.ema.europa.eu verfügbar.