Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels EFIENT 10mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Efient 10 mg Filmtabletten
Efient 5 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Efient 10 mg:
Jede Tablette enthält 10 mg Prasugrel (als Hydrochlorid).
Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 2,1 mg Laktose-Monohydrat.
Efient 5 mg:
Jede Tablette enthält 5 mg Prasugrel (als Hydrochlorid).
Sonstige(r) Bestandteil(e) mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 2,7 mg Laktose-Monohydrat.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Efient 10 mg:
Beige und sechseckige Tabletten mit der Prägung “10 MG” auf der einen Seite und “4759” auf deranderen Seite.
Efient 5 mg:
Gelbe und sechseckige Tabletten mit der Prägung “5 MG” auf der einen Seite und “4760” auf deranderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Efient ist in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS) angezeigt zur Prävention atherothrombotischer
Ereignisse bei erwachsenen Patienten mit akutem Koronarsyndrom (d. h. instabiler Angina pectoris,
Nicht-ST- (Strecken-)Hebungsinfarkt [UA/NSTEMI] oder ST- (Strecken-)Hebungsinfarkt [STEMI])mit primärer oder verzögerter perkutaner Koronarintervention (PCI).
Weitere Informationen siehe Abschnitt 5.1.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungErwachseneEfient sollte mit einer einzelnen 60 mg Aufsättigungsdosis begonnen und dann mit einer
Erhaltungsdosis von einmal täglich 10 mg fortgesetzt werden. Bei UA/NSTEMI Patienten, bei denendie Koronarangiographie innerhalb von 48 Stunden nach Krankenhausaufnahme durchgeführt wird,sollte die Aufsättigungsdosis erst zum Zeitpunkt der PCI verabreicht werden (siehe Abschnitte 4.4, pct. 4.8und 5.1). Patienten, die Efient einnehmen, müssen außerdem täglich ASS (75 mg bis 325 mg)einnehmen.
Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS), bei denen eine PCI durchgeführt wurde, kann dasvorzeitige Absetzen der antithrombotischen Arzneimittel, einschließlich Efient, zu einem erhöhten
Risiko von Thrombosen, Myokardinfarkt oder Tod aufgrund der beim Patienten zugrunde liegenden
Erkrankung führen. Es wird eine Therapiedauer von bis zu 12 Monaten empfohlen, es sei denn, das
Absetzen von Efient ist klinisch indiziert (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
Patienten ≥ 75 Jahre
Im Allgemeinen wird die Efient-Behandlung von Patienten, die 75 Jahre und älter sind, nichtempfohlen. Wenn nach einer sorgfältigen individuellen Nutzen-Risiko-Abschätzung durch denverschreibenden Arzt (siehe Abschnitt 4.4) die Behandlung eines Patienten in der Altersgruppe≥ 75 Jahre für notwendig erachtet wird, sollte nach einer 60 mg Aufsättigungsdosis eine reduzierte
Erhaltungsdosis von 5 mg verschrieben werden. Patienten, die 75 Jahre und älter sind, haben einegrößere Empfindlichkeit gegenüber Blutungen und eine höhere Exposition mit dem aktiven
Metaboliten von Prasugrel (siehe Abschnitte 4.4, pct. 4.8, 5.1 und 5.2).
Patienten mit einem Gewicht < 60 kg
Efient sollte mit einer einzelnen 60 mg Aufsättigungsdosis begonnen und dann mit einer
Erhaltungsdosis von 5 mg einmal täglich fortgesetzt werden. Eine Erhaltungsdosis von 10 mg wirdnicht empfohlen. Dies ist bedingt durch eine erhöhte Exposition mit dem aktiven Metaboliten von
Prasugrel und einem erhöhten Risiko für Blutungen bei Patienten mit einem Gewicht < 60 kg, dieeinmal täglich 10 mg erhielten, verglichen mit Patienten ≥ 60 kg (siehe Abschnitte 4.4, pct. 4.8 und 5.2).
NierenfunktionsstörungEs ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung, einschließlich
Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD) (siehe Abschnitt 5.2). Es gibt eingeschränktetherapeutische Erfahrungen bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.4).
LeberfunktionsstörungEs ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung(Child Pugh Class A und B) (siehe Abschnitt 5.2). Es gibt eingeschränkte therapeutische Erfahrungenbei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.4). Efient istkontraindiziert bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child Pugh Class C).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Efient bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen.
Bei Kindern mit Sichelzellanämie stehen begrenzte Daten zur Verfügung (siehe Abschnitt 5.1).
Art der AnwendungZum Einnehmen. Efient kann zum Essen oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
Die Einnahme einer 60 mg Prasugrel Aufsättigungsdosis im nüchternen Zustand bietet die schnellste
Möglichkeit des Einsetzens der Wirkung (siehe Abschnitt 5.2). Die Tablette nicht zerkleinern oderteilen.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Aktive pathologische Blutung.
Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA) in der Anamnese.
Schwere Leberfunktionsstörung (Child Pugh Class C).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Blutungsrisiko
In der klinischen Phase 3 Studie (TRITON) waren die Hauptausschlusskriterien: erhöhtes
Blutungsrisiko, Anämie, Thrombozytopenie, pathologischer intrakranieller Befund in der Anamnese.
Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen eine PCI durchgeführt wurde und die mit Efient und
ASS behandelt wurden, zeigten ein erhöhtes Risiko für Major- und Minor-Blutungen der TIMI
Klassifikation. Daher sollte die Einnahme von Efient bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko nur in
Erwägung gezogen werden, wenn der Nutzen im Hinblick auf die Prävention von ischämischen
Ereignissen das Risiko für schwerwiegende Blutungen überwiegen kann. Diese Einschränkungengelten besonders für Patienten:
* ≥ 75 Jahre (siehe unten).
* mit einer Blutungsneigung (z. B. durch ein kürzlich erlittenes Trauma, kürzlich vorgenommene
Operation, kürzlich aufgetretene oder wieder auftretende gastrointestinale Blutung oder ein akutes
Magengeschwür).
* mit einem Körpergewicht < 60 kg (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8). Bei diesen Patienten wird die10 mg Erhaltungsdosis nicht empfohlen. Es sollte eine 5 mg Erhaltungsdosis eingenommenwerden.
* die gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die das Risiko für Blutungen erhöhen können,einschließlich oraler Antikoagulantien, Clopidogrel, nicht-steroidaler Antiphlogistika (NSAIDs)und Fibrinolytika.
Für Patienten mit aktiven Blutungen, bei denen eine Umkehrung der pharmakologischen Wirkung von
Efient erforderlich ist, kann eine Thrombozyten-Transfusion angebracht sein.
Die Anwendung von Efient bei Patienten ≥ 75 Jahre wird im Allgemeinen nicht empfohlen und solltenur mit Vorsicht nach einer sorgfältigen, individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung durch denverschreibenden Arzt erfolgen, wenn der Nutzen im Hinblick auf die Prävention von ischämischen
Ereignissen das Risiko für schwerwiegende Blutungen überwiegen kann. In der klinischen Phase 3
Studie hatten diese Patienten im Vergleich zu Patienten < 75 Jahre ein höheres Risiko für Blutungen,einschließlich letaler Blutungen. Bei Verschreibung sollte eine herabgesetzte Erhaltungsdosis von5 mg verwendet werden, die 10 mg Erhaltungsdosis wird nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und4.8).
Die therapeutische Erfahrung mit Prasugrel bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung (einschließlich
ESRD) und bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist begrenzt. Diese Patientenkönnen ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Daher sollte die Prasugrel Anwendung bei diesen Patientennur mit Vorsicht erfolgen.
Patienten müssen darüber informiert werden, dass es länger dauern kann bis Blutungen aufhören,wenn sie Prasugrel (in Kombination mit ASS) einnehmen und, dass sie jede außergewöhnliche
Blutung (Lokalisation oder Dauer) ihrem Arzt mitteilen sollen.
Blutungsrisiko im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Verabreichung der Aufsättigungsdosis bei
NSTEMI Patienten
In einer klinischen Studie mit NSTEMI Patienten (ACCOAST Studie), wurden die Patienten für eine
Koronarangiographie innerhalb von 2-48 Stunden nach Randomisierung vorgesehen. Eine Prasugrel
Aufsättigungsdosis, die durchschnittlich 4 Stunden vor der Koronarangiographie verabreicht wurde,führte zu einem erhöhten Risiko für schwere und leichte peri-prozedurale Blutungen im Vergleich miteiner Aufsättigungsdosis, die zum Zeitpunkt der PCI gegeben wurde.
Daher sollte bei UA/NSTEMI Patienten, bei denen die Koronarangiographie innerhalb von 48 Stundennach Krankenhausaufnahme durchgeführt wird, die Aufsättigungsdosis erst zum Zeitpunkt der PCIverabreicht werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.8 und 5.1).
Operation
Patienten müssen angewiesen werden, dass sie ihren Arzt bzw. Zahnarzt informieren, dass sie
Prasugrel einnehmen, bevor irgendeine Operation geplant wird und bevor irgendein weiteres
Arzneimittel eingenommen wird. Wenn bei einem Patienten eine Operation geplant und keineantithrombotische Wirkung gewünscht wird, sollte Efient spätestens 7 Tage vor der Operationabgesetzt werden. Blutungen können mit erhöhter Häufigkeit (3-fach) und Schwere auftreten, wennkoronare Bypass-Operationen (CABG) bei Patienten innerhalb von 7 Tagen nach Beendigung der
Prasugrel-Einnahme vorgenommen werden (siehe Abschnitt 4.8). Nutzen und Risiken von Prasugrelmüssen bei Patienten mit ungeklärter Koronaranatomie und eventuell dringend notwendiger CABGsorgfältig in Betracht gezogen werden.
Allergische Reaktionen einschließlich Angioödemen
Bei mit Prasugrel behandelten Patienten wurde über allergische Reaktionen berichtet. Einige dieser
Patienten zeigten in der Anamnese eine allergische Reaktion auf Clopidogrel. Patienten mit einerbekannten Hypersensitivität gegen Thienopyridine sind auf Anzeichen einer allergischen Reaktion hinzu beobachten (siehe Abschnitt 4.8).
Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
TTP wurde bei der Anwendung von Prasugrel berichtet. TTP ist eine schwerwiegende Erkrankungund erfordert eine sofortige Behandlung.
Laktose und Natrium
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-mangel oder
Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Morphin und andere Opioide
Bei Patienten, die neben Prasugrel auch Morphin eingenommen haben, wurde eine verringerte
Wirksamkeit von Prasugrel festgestellt (siehe Abschnitt 4.5).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Warfarin:Die gleichzeitige Einnahme von Efient und anderen Cumarinderivaten außer Warfarin wurde nichtuntersucht. Wegen des erhöhten Risikos von Blutungen sollte die gleichzeitige Verabreichung von
Warfarin (oder anderen Cumarinderivaten) und Prasugrel nur mit Vorsicht erfolgen (siehe
Abschnitt 4.4).
Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs):Die gleichzeitige Langzeit-Einnahme von NSAIDs wurde nicht untersucht. Aufgrund des erhöhten
Blutungsrisikos sollte die gleichzeitige Langzeit-Einnahme NSAIDs (einschließlich COX-2
Inhibitoren) und Efient nur mit Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).
Efient kann zusammen mit Arzneimitteln (einschließlich Statinen) eingenommen werden, die über
Cytochrom P450 Enzyme metabolisiert werden oder die Cytochrom P450 Enzyme induzieren oderinhibieren. Efient kann auch zusammen eingenommen werden mit: ASS, Heparin, Digoxin und
Arzneimitteln, die den pH-Wert des Magens erhöhen, einschließlich Protonenpumpenhemmern und
H2-Blockern. Obwohl dies nicht in spezifischen Interaktionsstudien untersucht wurde, gibt es aus derklinischen Phase 3 Studie, in der Efient zusammen mit niedrigmolekularen Heparinen, Bivalirudin und
GP IIb/IIIa-Inhibitoren (keine Information verfügbar bezüglich der Art der angewendeten
GP IIb/IIIa-Inhibitoren) eingesetzt wurde, keinen Beleg für klinisch signifikante nachteilige
Wechselwirkungen.Wirkungen anderer Arzneimittel auf Efient
Acetylsalicylsäure:
Efient muss zusammen mit Acetylsalicylsäure (ASS) eingenommen werden. Obwohl einepharmakodynamische Wechselwirkung mit ASS zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen kann,wurde die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Prasugrel in der Kombinationsbehandlung mit ASSgezeigt.
Heparin:
Eine einzelne intravenöse Bolusgabe von unfraktioniertem Heparin (100 U/kg) veränderte die
Prasugrel-vermittelte Thrombozytenaggregationshemmung nicht signifikant. Ebenso veränderte
Prasugrel auch nicht signifikant die Wirkung von Heparin bezüglich der Koagulationsmessungen.
Daher können beide Arzneimittel gleichzeitig verabreicht werden. Ein erhöhtes Blutungsrisiko ist beigleichzeitiger Anwendung von Heparin und Efient möglich.
Statine:
Atorvastatin (80 mg täglich) veränderte die Pharmakokinetik von Prasugrel und seine
Thrombozytenaggregationshemmung nicht. Daher wird angenommen, dass Statine, die Substrate für
CYP3A sind, keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Prasugrel haben oder auf seine
Thrombozytenaggregationshemmung.
Arzneimittel, die den pH-Wert des Magens erhöhen:
Eine gleichzeitige tägliche Einnahme von Ranitidin (ein H2-Blocker) oder Lansoprazol (ein
Protonenpumpeninhibitor) veränderte die AUC und Tmax des aktiven Metaboliten von Prasugrel nicht,aber verminderte die Cmax um 14 % bzw. 29 %. In der klinischen Phase 3 Studie wurde diegleichzeitige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren oder H2-Blockern bei der Einnahme von
Prasugrel nicht berücksichtigt. Die Verabreichung der 60 mg Prasugrel Aufsättigungsdosis ohnegleichzeitige Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren kann den schnellsten Wirkeintrittermöglichen.
CYP3A - Inhibitoren:
Ketoconazol (400 mg täglich), ein selektiver und potenter Inhibitor von CYP3A4 und CYP3A5,beeinflusst nicht die Prasugrel-vermittelte Thrombozytenaggregationshemmung oder die AUC und
Tmax des aktiven Metaboliten von Prasugrel aber verminderte die Cmax um 34 % bis 46 %. Daher wirdangenommen, dass CYP3A Inhibitoren, wie z. B. Azol-Antimykotika, HIV Protease-Inhibitoren,
Clarithromycin, Telithromycin, Verapamil, Diltiazem, Indinavir, Ciprofloxacin und Grapefruitsaftkeinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik des aktiven Metaboliten haben.
Cytochrom P450 Induktoren:
Rifampicin (600 mg täglich), ein potenter Induktor von CYP3A und CYP2B6 und ein Induktor von
CYP2C9, CYP2C19 und CYP2C8, veränderte die Pharmakokinetik von Prasugrel nicht signifikant.
Daher wird angenommen, dass CYP3A Induktoren, wie z. B. Rifampicin, Carbamazepin und andere
Cytochrom P450 Induktoren keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik des aktiven
Metaboliten haben.
Morphin und andere Opioide:
Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die mit Morphin behandelt wurden, wurde eine verzögerteund verringerte Exposition gegenüber oralen P2Y12-Inhibitoren, einschließlich Prasugrel und seinemaktiven Metaboliten, beobachtet. Diese Wechselwirkung kann mit einer vermindertengastrointestinalen Motilität zusammenhängen und gilt auch für andere Opioide. Die klinische
Relevanz ist nicht bekannt, aber Daten zeigen ein Potenzial für eine verminderte Prasugrel-
Wirksamkeit bei Patienten, denen Prasugrel und Morphin gleichzeitig verabreicht wurde. Bei
Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen auf den Einsatz von Morphin nicht verzichtetwerden kann und eine schnelle P2Y12-Hemmung als entscheidend erachtet wird, kann der Einsatzeines parenteralen P2Y12-Inhibitors erwogen werden.
Wirkungen von Efient auf andere Arzneimittel
Digoxin:Prasugrel hat keinen klinisch signifikanten Effekt auf die Pharmakokinetik von Digoxin.
Arzneimittel, die über CYP2C9 metabolisiert werden:
Prasugrel inhibiert CYP2C9 nicht, da es die Pharmakokinetik von S-Warfarin nicht beeinflusst.
Aufgrund der Möglichkeit eines erhöhten Blutungsrisikos sollte eine Kombination von Warfarin und
Efient mit Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittel, die über CYP2B6 metabolisiert werden:
Prasugrel ist ein schwacher CYP2B6 Inhibitor. Bei gesunden Probanden verringerte Prasugrel die
Exposition von Hydroxybupropion, ein CYP2B6 Metabolit des Bupropions um 23 %. Dieser Effekt istaber wahrscheinlich nur von klinischer Bedeutung, wenn Prasugrel zusammen mit Arzneimittelneingenommen wird, die ausschließlich über einen CYP2B6 Metabolismus eliminiert werden und einegeringe therapeutische Breite aufweisen (z. B. Cyclophosphamid, Efavirenz).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Es wurden keine klinischen Studien mit Schwangeren oder stillenden Frauen durchgeführt.
SchwangerschaftTierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf
Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen(siehe Abschnitt 5.3). Da Reproduktionsstudien an Tieren nicht immer auf den Menschen übertragbarsind, sollte Efient während einer Schwangerschaft nur eingesetzt werden, wenn der mögliche Nutzenfür die Mutter das mögliche Risiko für den Fötus rechtfertigt.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Prasugrel bei stillenden Frauen in die Muttermilch übergeht. Tierstudienhaben gezeigt, dass Prasugrel über die Milch der Tiere ausgeschieden wurde. Die Anwendung von
Prasugrel während der Stillzeit wird nicht empfohlen.
FertilitätPrasugrel hatte keinen Einfluss auf die Fertilität von männlichen und weiblichen Ratten nach oralen
Dosen bis hin zu einer Exposition, die der 240-fachen des Menschen in der empfohlenen täglichen
Erhaltungsdosis entsprach (basierend auf mg/m2).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenPrasugrel hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Unbedenklichkeit bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (ACS), bei denen eine PCIdurchgeführt wurde, wurde in einer Clopidogrel kontrollierten Studie (TRITON) gezeigt, in der6741 Patienten mit Prasugrel (60 mg Aufsättigungsdosis und 10 mg einmal täglich als
Erhaltungsdosis) für median 14,5 Monate (5802 Patienten wurden über 6 Monate und 4136 Patientenfür mehr als 1 Jahr) behandelt wurden. Die Studienabbruchrate aufgrund von unerwünschten
Ereignissen lag für Prasugrel bei 7,2 % und für Clopidogrel bei 6,3 %. Von diesen waren Blutungendie häufigste Nebenwirkung bei beiden Arzneimitteln, die zur Beendigung der
Studienmedikationseinnahme führte (2,5 % bei Prasugrel und 1,4 % bei Clopidogrel).
BlutungenNicht durch koronare Bypass-Operation bedingte Blutung
Tabelle 1 zeigt die Häufigkeit der nicht durch CABG (Coronary Artery Bypass Graft) bedingten
Blutungsereignisse von Patienten aus der TRITON-Studie. Die Inzidenz von nicht-CABG bedingten
TIMI-Major-Blutungen, einschließlich lebensbedrohlicher und tödlich verlaufender wie auch
TIMI-Minor-Blutungen, war im Vergleich zu Clopidogrel in der UA/NSTEMI und in der
ACS-Gesamtpopulation bei Patienten, die mit Prasugrel behandelt wurden, statisch signifikant höher.
Es gab keine signifikanten Unterschiede in der STEMI Population. Spontane Blutungen waren amhäufigsten im Gastrointestinaltrakt (1,7 % bei Prasugrel und 1,3 % bei Clopidogrel); provozierte
Blutungen waren am Häufigsten an der arteriellen Punktionsstelle lokalisiert (1,3 % bei Prasugrel und1,2 % bei Clopidogrel).
Tabelle 1: Inzidenz von nicht durch CABG bedingten Blutungsereignissena (% Patienten)
Ereignis ACS gesamt UA/NSTEMI STEMI
Prasugrelb Clopidogrelb Prasugrelb Clopidogrelb Prasugrelb Clopidogrelb+ASS +ASS +ASS +ASS +ASS +ASS(N=6741) (N=6716) (N=5001) (N=4980) (N=1740) (N=1736)
TIMI-Major- 2,2 1,7 2,2 1,6 2,2 2,0
Blutungenc
Lebensbedrohlichd 1,3 0,8 1,3 0,8 1,2 1,0
Tödlich 0,3 0,1 0,3 0,1 0,4 0,1
Symptomatische 0,3 0,3 0,3 0,3 0,2 0,2intrakranielle
Blutung (ICHe)
Einsatz von 0,3 0,1 0,3 0,1 0,3 0,2
Inotropikanotwendig
Operativer Eingriff 0,3 0,3 0,3 0,3 0,1 0,2notwendig
Transfusion 0,7 0,5 0,6 0,3 0,8 0,8notwendig(≥ 4 Einheiten)
TIMI-Minor- 2,4 1,9 2,3 1,6 2,7 2,6
Blutungenfa Zentral zugeordnete Ereignisse definiert durch die Kriterien der ‘Thrombolysis in Myocardial Infarction (TIMI) - Study
Group’.
b Andere Standardtherapien wurden angewendet soweit angemessen.
c Jede intrakranielle Blutung oder jede klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Hämoglobinabfall ≥ 5 g/dl verbunden war.
d Lebensbedrohliche Blutung ist eine Untergruppe der TIMI-Major-Blutungen und schließt die darunter nachfolgendeneingerückten Typen ein. Patienten können in mehr als einer Zeile aufgeführt sein.
e ICH = Intrakranielle Blutung (intracranial haemorrhage)f Klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Abfall von Hämoglobin von ≥ 3 g/dl, aber < 5 g/dl verbunden war.
Patienten ≥ 75 Jahre
Nicht-CABG-bedingte TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen:
Alter Prasugrel 10 mg Clopidogrel 75 mg≥ 75 Jahre (N=1785)* 9,0 % (1,0 % tödlich) 6,9 % (0,1 % tödlich)< 75 Jahre (N=11672)* 3,8 % (0,2 % tödlich) 2,9 % (0,1 % tödlich)< 75 Jahre (N=7180)** 2,0 % (0,1 % tödlich)a 1,3 % (0,1 % tödlich)
Prasugrel 5 mg Clopidogrel 75 mg≥ 75 Jahre (N=2060)** 2,6 % (0,3 % tödlich) 3,0 % (0,5 % tödlich)
*TRITON Studie mit ACS Patienten, bei denen eine PCI durchgeführt wurde.
**TRILOGY-ACS Studie mit Patienten, bei denen keine PCI durchgeführt wurde (siehe 5.1):a10 mg Prasugrel; 5 mg Prasugrel wenn < 60 kg
Patienten < 60 kg
Nicht-CABG-bedingte TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen:
Gewicht Prasugrel 10 mg Clopidogrel 75 mg< 60 kg (N=664)* 10,1 % (0 % tödlich) 6,5 % (0,3 % tödlich)≥ 60 kg (N=12672)* 4,2 % (0,3 % tödlich) 3,3 % (0,1 % tödlich)≥ 60 kg (N=7845)** 2,2 % (0,2 % tödlich)a 1,6 % (0,2 % tödlich)
Prasugrel 5 mg Clopidogrel 75 mg< 60 kg (N=1391)** 1,4 % (0,1 % tödlich) 2,2 % (0,3 % tödlich)
*TRITON Studie mit ACS Patienten, bei denen eine PCI durchgeführt wurde.
**TRILOGY-ACS Studie mit Patienten, bei denen keine PCI durchgeführt wurde (siehe 5.1):a10 mg Prasugrel; 5 mg Prasugrel wenn ≥ 75 Jahre alt
Patienten ≥ 60 kg und Alter < 75 Jahre
Bei Patienten ≥ 60 kg und Alter < 75 Jahre war der Anteil der nicht-CABG-bedingten TIMI-Major-oder TIMI-Minor-Blutungen 3,6 % für Prasugrel und 2,8 % für Clopidogrel. Der Anteil tödlichverlaufender Blutungen war 0,2 % für Prasugrel und 0,1 % für Clopidogrel.
CABG-bedingte Blutung
In der klinischen Phase 3 Studie wurde bei 437 Patienten im Rahmen der Studie eine CABGdurchgeführt. Bei diesen Patienten lag der Anteil der CABG-bedingten TIMI-Major- oder
TIMI-Minor-Blutungen bei 14,1 % in der Prasugrel-Gruppe und bei 4,5 % in der Clopidogrel-Gruppe.
Das höhere Risiko für Blutungsereignisse blieb bei Studienteilnehmern, die mit Prasugrel behandeltwurden, nach der letzten Einnahme der Studienmedikation bis zu 7 Tage bestehen. Bei Patienten, die
Thienopyridine innerhalb der letzten 3 Tage vor der CABG erhielten, lag die Häufigkeit der
TIMI-Major- oder TIMI-Minor-Blutungen bei 26,7 % (12 von 45 Patienten) in der Prasugrel-Gruppe,verglichen mit 5,0 % (3 von 60 Patienten) in der Clopidogrel-Gruppe. Bei Patienten, die ihre letzte
Dosis Thienopyridin innerhalb der letzten 4-7 Tage vor der CABG erhielten, verringerte sich die
Häufigkeit auf 11,3 % (9 von 80 Patienten) in der Prasugrel-Gruppe und 3,4 % (3 von 89 Patienten) inder Clopidogrel-Gruppe. Mehr als 7 Tage nach Therapie-Ende war der beobachtete Anteil der
CABG-bedingten Blutungen zwischen den Behandlungsarmen vergleichbar (siehe Abschnitt 4.4).
Blutungsrisiko im Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Verabreichung der Aufsättigungsdosis bei
NSTEMI Patienten.
In einer klinischen Studie mit NSTEMI Patienten (ACCOAST Studie), wurden die Patienten für eine
Koronarangiographie innerhalb von 2-48 Stunden nach Randomisierung vorgesehen. Die Patientenerhielten eine 30 mg Aufsättigungsdosis, die durchschnittlich 4 Stunden vor der Koronarangiographieverabreicht wurde, gefolgt von einer weiteren 30 mg Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI. Diesführte zu einem erhöhten Risiko für nicht CABG bedingte peri-prozedurale Blutungen und hattekeinen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zu den Patienten, die eine 60 mg Aufsättigungsdosis zum
Zeitpunkt der PCI erhielten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Die nicht CABG bedingten TIMI Blutungsraten der Patienten nach 7 Tagen waren wie folgt:
Ereignis Prasugrel vor der Prasugrel
Koronar- zumangiographiea Zeitpunkt der
PCIa(N=2037) (N=1996)% %b
TIMI- Major-Blutung 1,3 0,5c
Lebensbedrohlich 0,8 0,2
Tödlich 0,1 0,0d
Symptomatische intrakranielle Blutung (ICH) 0,0 0,0
Einsatz von Inotropika notwendig 0,3 0,2
Operativer Eingriff notwendig 0,4 0,1
Transfusion notwendig (≥ 4 Einheiten) 0,3 0,1e
TIMI-Minor-Blutung 1,7 0,6a
Andere Standardtherapien wurden angewendet soweit angemessen. Der klinische Prüfplan sah für alle Patienten einetägliche Verabreichung von Acetylsalicylsäure (ASS) und eine Prasugrel Erhaltungsdosis vor.bJede intrakranielle Blutung oder jede klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Hämoglobinabfall ≥ 5 g/dl verbundenwar.c
Lebensbedrohliche Blutung ist eine Untergruppe der TIMI-Major-Blutungen und schließt die darunter nachfolgendeneingerückten Typen ein. Patienten können in mehr als einer Zeile aufgeführt sein.d
ICH= Intrakranielle Blutung (intracranial haemorrhage)e
Klinisch sichtbare Blutung, die mit einem Abfall von Hämoglobin von ≥ 3 g/dl, aber < 5 g/dl verbunden war.
Tabellarisch aufgelistete Nebenwirkungen
Tabelle 2 fasst die nach Häufigkeit und Systemorganklasse klassifizierten, hämorrhagischen undnicht-hämorrhagischen Nebenwirkungen aus der TRITON Studie bzw. aus Spontanberichtenzusammen. Häufigkeitsangaben sind wie folgt definiert:
Sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000,< 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Datennicht abschätzbar).
Tabelle 2: Hämorrhagische und nicht-hämorrhagische Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt
Erkrankungen des Anämie Thrombozytopenie Thrombotisch-
Blutes und des thrombozytope-
Lymphsystems nische Purpura(TTP) - siehe
Abschnitt 4.4
Erkrankungen des Überempfindlich-
Immunsystems keitsreaktioneinschließlich
AngioödemAugenerkrankungen Augenblutung
Gefäßerkrankungen Hämatom
Erkrankungen der Epistaxis Bluthusten
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Gastrointestinale Retroperitoneale
Gastrointestinaltrakts Blutung Hämorrhagie
Rektale
HämorrhagieBlutstuhl
Zahnfleischbluten
Erkrankungen der Hautausschlag
Haut und des Ekchymose
Unterhautzellgewebes
Erkrankungen der Hämaturie
Nieren und Harnwege
Allgemeine Hämatom an der
Erkrankungen und Punktionsstelle
Beschwerden am Blutung an der
Verabreichungsort Punktionsstelle
Verletzung, Vergiftung Bluterguss nach Blutung nach Subkutanesund durch Eingriffe stumpfer äußerer Eingriff Hämatombedingte Einwirkung
Komplikationen
Bei Patienten mit oder ohne TIA oder Schlaganfall in der Anamnese traten Schlaganfälle in derklinischen Phase 3 Studie wie folgt auf (siehe Abschnitt 4.4):
TIA oder Schlaganfall in Prasugrel Clopidogrelder Anamnese
Ja (N=518) 6,5 % (2,3 % ICH*) 1,2 % (0 % ICH*)
Nein (N=13090) 0,9 % (0,2 % ICH*) 1,0 % (0,3 % ICH*)
* ICH = Intrakranielle Blutung (intracranial haemorrhage)
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Appendix V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Eine Überdosierung von Efient kann zu verlängerter Blutungszeit und nachfolgenden
Blutungskomplikationen führen. Über die Aufhebung des pharmakologischen Effekts von Prasugrelsind keine Daten verfügbar; dennoch können, wenn eine umgehende Korrektur der verlängerten
Blutungszeit notwendig ist, eine Thrombozytentransfusion und/oder die Anwendung anderer
Blutprodukte in Erwägung gezogen werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Thrombozytenaggregationshemmer, exkl. Heparin.
ATC-Code: B01AC22.
Wirkmechanismus/Pharmakodynamische Wirkungen
Prasugrel hemmt die Thrombozytenaktivierung und -aggregation. Es wirkt durch die irreversible
Bindung seines aktiven Metaboliten an einen ADP Rezeptor der Klasse P2Y12 auf Thrombozyten. Da
Thrombozyten bei der Entstehung und/oder Entwicklung von thrombotischen Komplikationen beieiner Atherosklerose beteiligt sind, kann die Hemmung der Thrombozytenfunktion kardiovaskuläre
Ereignisse wie Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall reduzieren.
Nach einer 60 mg Prasugrel Aufsättigungsdosis tritt eine Hemmung der ADP-induzierten
Thrombozytenaggregation mit 5 µM ADP nach 15 Minuten und mit 20 µM ADP nach 30 Minutenein. Die maximale Inhibierung der ADP-induzierten Thrombozytenaggregation durch Prasugrelbeträgt 83 % mit 5 µM ADP und 79 % mit 20 µM ADP, in beiden Fällen bei 89 % der gesunden
Probanden. Patienten mit stabiler Atherosklerose erreichen mindestens 50 %
Thrombozytenaggregationshemmung nach 1 Stunde. Die Prasugrel-bedingte
Thrombozytenaggregationshemmung zeigt nur eine geringe interindividuelle (9 %) undintraindividuelle (12 %) Variabilität sowohl mit 5 µM als auch mit 20 µM ADP. Nach 3- bis 5-tägiger
Einnahme der 10 mg Prasugrel Erhaltungsdosis nach vorangegangener Prasugrel 60 mg
Aufsättigungsdosis erreichte man eine durchschnittliche Thrombozytenaggregationshemmung im’steady-state’ von 74 % bzw. 69 % entsprechend für 5 µM ADP und 20 µM ADP. Mehr als 98 % der
Testpersonen mit Erhaltungsdosierung zeigten eine Thrombozytenaggregationshemmung ≥ 20 %.
Die Thrombozytenaggregation kehrt nach 7 bis 9 Tagen nach Einnahme einer einmaligen Prasugrel60 mg Aufsättigungsdosis stufenweise zum Ausgangswert zurück bzw. in 5 Tagen nach Beendigungder Erhaltungsdosierung, die sich im ‚steady-state’ befunden hat.
Daten bzgl. Präparatewechsel: Nach 10-tägiger einmal täglicher Einnahme von 75 mg Clopidogrelwechselten 40 Probanden auf 10 mg Prasugrel einmal täglich mit oder ohne 60 mg
Aufsättigungsdosis. Mit Prasugrel wurde eine ähnliche oder eine stärkere
Thrombozytenaggregationshemmung beobachtet. Ein direkter Wechsel auf Prasugrel mit 60 mg
Aufsättigungsdosis führte zum schnellsten Einsetzen einer stärkeren
Thrombozytenaggregationshemmung. Nach der Gabe einer 900 mg Clopidogrel Aufsättigungsdosis(zusammen mit ASS) erhielten 56 Patienten mit ACS für 14 Tage entweder einmal täglich 10 mg
Prasugrel oder einmal täglich 150 mg Clopidogrel. Anschließend wechselten sie für weitere 14 Tageentweder auf einmal täglich 150 mg Clopidogrel oder auf einmal täglich 10 mg Prasugrel.
Eine stärkere Thrombozytenaggregationshemmung wurde bei den Patienten beobachtet, die auf 10 mg
Prasugrel gewechselt hatten, im Vergleich zu denen, die mit Clopidogrel 150 mg behandelt wurden.
In einer Studie mit 276 ACS Patienten, die eine PCI erhielten, wechselten diese von eineranfänglichen Aufsättigungsdosis mit 600 mg Clopidogrel oder Placebo, die beim Eintreffen im
Krankenhaus vor der Koronarangiographie verabreicht wurde, auf eine 60 mg Aufsättigungsdosis
Prasugrel, die zum Zeitpunkt der perkutanen Koronarintervention (PCI) verabreicht wurde.
Es zeigte sich eine vergleichbare stärkere Thrombozytenaggregationshemmung über die 72 stündige
Dauer der Studie.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitAkutes Koronarsyndrom (ACS)
In der Phase 3 TRITON-Studie wurde Efient (Prasugrel) mit Clopidogrel, jeweils kombiniert mit ASSund anderer Standardtherapie, verglichen. TRITON war eine multizentrische, internationale,randomisierte, doppelblinde Studie mit parallelen Gruppen mit 13.608 Patienten. Die Patienten hattenein ACS mit Mittel- bis Hochrisiko UA, NSTEMI oder STEMI und wurden mittels PCI behandelt.
Patienten mit UA/NSTEMI wurden innerhalb von 72 Stunden nach Symptombeginn oder Patientenmit STEMI wurden zwischen 12 Stunden und 14 Tagen nach Symptombeginn nach Kenntnis der
Koronaranatomie randomisiert. Patienten mit STEMI innerhalb von 12 Stunden nach Symptombeginnund geplanter primärer PCI konnten ohne Kenntnis der Koronaranatomie randomisiert werden. Alle
Patienten konnten die Aufsättigungsdosis jederzeit zwischen der Randomisierung und 1 Stunde nach
Verlassen des Katheterlabors erhalten.
Die Patienten wurden auf Prasugrel (60 mg Aufsättigungsdosis mit anschließend 10 mg einmaltäglich) oder Clopidogrel (300 mg Aufsättigungsdosis mit anschließend 75 mg einmal täglich)randomisiert und wurden für im Median 14,5 Monate behandelt (maximal 15 Monate mit einerminimalen Nachbeobachtungszeit von 6 Monaten). Die Patienten erhielten außerdem ASS (75 mg bis325 mg einmal täglich). Ein Ausschlusskriterium für die Studienteilnahme war die Anwendung von
Thienopyridinen innerhalb der letzten 5 Tage vor Einschluss in die Studie. Andere Therapien, wiez. B. Heparin und GP IIb/IIIa-Inhibitoren, konnten nach Ermessen des Arztes angewendet werden.
Ca. 40 % der Patienten (je Behandlungsgruppe) erhielten GP IIb/IIIa-Inhibitoren zur Unterstützungder PCI (es ist keine Information über die Art des GP IIb/IIIa-Inhibitors verfügbar). Ca. 98 % der
Patienten (je Behandlungsgruppe) erhielten Antithrombotika (Heparin, niedrigmolekulares Heparin,
Bivalirudin oder andere Arzneimittel) direkt zur Unterstützung der PCI.
Primärer Studienendpunkt war die Zeit bis zum ersten Auftreten eines kardiovaskulären (CV) Todes,nicht tödlichen Myokardinfarkts (MI) oder nicht tödlichen Schlaganfalls. Die Analyse deskombinierten Endpunkts in der ACS Gesamtpopulation (gemischte UA/NSTEMI und STEMI
Kohorten) war abhängig von dem Nachweis der statistischen Überlegenheit von Prasugrel versus
Clopidogrel in der UA/NSTEMI Kohorte (p < 0,05 %).
ACS Gesamtpopulation
Efient zeigte eine überlegene Wirksamkeit im Vergleich zu Clopidogrel bei der Reduktion derprimären, kombinierten Endpunkte wie auch bei den zuvor festgelegten sekundären Endpunkten,einschließlich Stentthrombosen (siehe Tabelle 3). Der Nutzen von Prasugrel wurde innerhalb derersten 3 Tage sichtbar und blieb bis zum Ende der Studie bestehen. Die überlegene Wirksamkeitwurde begleitet von einem Anstieg schwerwiegender Blutungsereignisse (siehe Abschnitte 4.4 und4.8). Die Patientenpopulation bestand aus 92 % Kaukasiern, 26 % Frauen und 39 % ≥ 65 Jahre alt.
Der mit Prasugrel verbundene Nutzen war unabhängig von der Anwendung anderer kardiovaskulärerakut oder Langzeit-Therapien, einschließlich Heparin/niedrigmolekulares Heparin, Bivalirudin,
GP IIb/IIIa-Inhibitoren intravenös, Lipidsenkern, Betablockern und ACE-Hemmern. Die Wirksamkeitvon Prasugrel war unabhängig von der ASS Dosierung (75 mg bis 325 mg einmal täglich).
Die Anwendung oraler Antikoagulantien, nicht-studienbedingte Thrombozytenfunktionshemmer unddie Langzeit-Einnahme von NSAID waren in der TRITON-Studie nicht erlaubt. Prasugrel zeigte inder ACS Gesamtpopulation im Vergleich zu Clopidogrel eine geringere Inzidenz eines CV Todes,nicht tödlichen MI oder nicht tödlichen Schlaganfalls, unabhängig der grundlegenden Eigenschaftenwie Alter, Geschlecht, Körpergewicht, geographischer Herkunft, Verwendung von
GP IIb/IIIa-Inhibitoren und Stent-Typ. Der Nutzen war in erster Linie durch eine signifikante
Herabsetzung der nicht tödlichen MI gegeben (siehe Tabelle 3). Patienten mit Diabetes zeigten einesignifikante Reduktion der primären als auch aller sekundären, kombinierten Endpunkte.
Der beobachtete Nutzen von Prasugrel bei Patienten ≥ 75 Jahre war geringer als bei Patienten< 75 Jahre. Patienten, die 75 Jahre und älter waren, hatten ein erhöhtes Blutungsrisiko, einschließlichder Fälle mit tödlichem Ausgang (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 4.8). Patienten ≥ 75 Jahre, bei denender Nutzen einer Prasugrel-Behandlung besser belegt werden konnte, waren solche mit Diabetes,
STEMI, einem erhöhten Risiko einer Stentthrombose oder mit wiederkehrenden Ereignissen.
Patienten, die in ihrer Anamnese mehr als 3 Monate vor der Prasugrel Behandlung eine TIA odereinen ischämischen Schlaganfall hatten, zeigten keine Reduktion im primären, kombinierten
Endpunkt.
Tabelle 3: Patienten mit klinischen Endpunkt-Ereignissen aus der TRITON - Primäranalyse
Prasugrel Clopidogrel Hazard Ratio (HR) p-+ASS +ASS (95 % CI) Wert
Klinische Endpunkt-Ereignisse(N=6813) (N=6795)
ACS gesamt % %
Primäre kombinierte Endpunkte 9,4 11,5 0,812 (0,732; 0,902) <0,001
Kardiovaskulärer (CV) Tod, nicht tödlicher MIoder nicht tödlicher Schlaganfall
Primäre einzelne Endpunkte
CV Tod 2,0 2,2 0,886 (0,701; 1,118) 0,307
Nicht tödlicher MI 7,0 9,1 0,757 (0,672; 0,853) <0,001
Nicht tödlicher Schlaganfall 0,9 0,9 1,016 (0,712; 1,451) 0,930
UA/NSTEMI (N=5044) (N=5030)
Primäre kombinierte Endpunkte % %
CV Tod, nicht tödlicher MI oder nicht tödlicher 9,3 11,2 0,820 (0,726; 0,927) 0,002
Schlaganfall
CV Tod 1,8 1,8 0,979 (0,732; 1,309) 0,885
Nicht tödlicher MI 7,1 9,2 0,761 (0,663; 0,873) <0,001
Nicht tödlicher Schlaganfall 0,8 0,8 0,979 (0,633; 1,513) 0,922
STEMI (N=1769) (N=1765)
Primäre kombinierte Endpunkte % %
CV Tod, nicht tödlicher MI oder nicht tödlicher 9,8 12,2 0,793 (0,649; 0,968) 0,019
Schlaganfall
CV Tod 2,4 3,3 0,738 (0,497; 1,094) 0,129
Nicht tödlicher MI 6,7 8,8 0,746 (0,588; 0,948) 0,016
Nicht tödlicher Schlaganfall 1,2 1,1 1,097 (0,590; 2,040) 0,770
In der ACS-Gesamtpopulation ergab die Analyse für jeden der einzelnen sekundären Endpunkte einensignifikanten Nutzen (p < 0,001) für Prasugrel versus Clopidogrel. Dies beinhaltet definitive oderwahrscheinliche Stentthrombosen bis zum Studienende (0,9 % vs. 1,8 %; HR 0,498; CI 0,364; 0,683);
CV Tod, nicht tödlicher MI oder notfallmäßige Zielgefäß-Revaskularisation bis zu 30 Tage (5,9 % vs.
7,4 %; HR 0,784; CI 0,688; 0,894); Todesfälle jeglicher Ursache, nicht tödlicher MI oder nichttödlicher Schlaganfall bis zum Studienende (10,2 % vs. 12,1 %; HR 0,831; CI 0,751; 0,919); CV Tod,nicht tödlicher MI, nicht tödlicher Schlaganfall oder Rehospitalisierung durch kardiale ischämische
Ereignisse bis zum Studienende (11,7 % vs. 13,8 %; HR 0,838; CI 0,762; 0,921). Die Analyse der
Todesfälle jeglicher Ursache zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen Prasugrel und
Clopidogrel in der ACS-Gesamtpopulation (2,76% vs. 2,90%), in der UA/NSTEMI Population (2,58%vs. 2,41%), und in der STEMI Population (3,28% vs. 4,31%).
Prasugrel war bis zum Ende der 15-monatigen Nachbeobachtungsphase mit einer 50 % Reduktion der
Stentthrombosen verbunden. Die Reduktion der Stentthrombosen mit Efient wurde sowohl früh alsauch nach 30 Tagen für unbeschichtete wie auch arzneimittelbeschichtete Stents beobachtet.
In einer Analyse von Patienten, die ein ischämisches Ereignis überlebt hatten, war Prasugrelverbunden mit einer Reduktion der Inzidenz von nachfolgenden primären Endpunktereignissen (7,8 %für Prasugrel vs. 11,9 % für Clopidogrel).
Obwohl Blutungen mit Prasugrel erhöht waren, zeigte eine Analyse des kombinierten Endpunkts -
Todesfälle jeglicher Ursache, nicht tödlicher Myokardinfarkt, nicht tödlicher Schlaganfall undnicht-CABG-bedingte TIMI-Major-Blutung - einen Vorteil von Efient im Vergleich zu Clopidogrel(Hazard ratio 0,87; 95 % CI: 0,79 bis 0,95; p = 0,004). In der TRITON-Studie waren je1000 Patienten, die mit Efient behandelt wurden, 22 Patienten weniger mit einem Myokardinfarkt und5 mehr mit einer nicht-CABG-bedingten TIMI-Major-Blutung verglichen mit Patienten, die mit
Clopidogrel behandelt wurden.
Die Ergebnisse einer Pharmakodynamik/Pharmakogenetik Studie bei 720 asiatischen ACS PCI
Patienten zeigen, dass mit Prasugrel, im Vergleich zu Clopidogrel, ein höheres Niveau der
Thrombozytenaggregationshemmung erreicht werden konnte.
Prasugrel 60 mg Aufsättigungsdosis und 10 mg Erhaltungsdosis ist ein angemessenes
Dosierungsschema bei Asiaten, die mindestens 60 kg wiegen und die jünger als 75 Jahre alt sind(siehe Abschnitt 4.2).
In einer 30-monatigen Studie (TRILOGY-ACS) bei 9326 Patienten mit UA/NSTEMI wurde das akute
Koronarsyndrom (ACS) medikamentös ohne Revaskularisierung behandelt (nicht zugelassene
Indikation); Prasugrel reduzierte die Häufigkeit des kombinierten Endpunkts (CV Tod, MI oder
Schlaganfall) nicht signifikant im Vergleich zu Clopidogrel. Der Anteil der TIMI-Major-Blutungen(einschließlich der lebensbedrohlichen, tödlichen und intrakraniellen Blutungen (ICH)) war bei
Prasugrel und Clopidogrel behandelten Patienten ähnlich. Patienten ≥ 75 Jahren oder unter 60 kg(N=3022) erhielten randomisiert 5 mg Prasugrel. Wie auch bei den Patienten < 75 Jahren und ≥ 60 kg,die mit 10 mg Prasugrel behandelt wurden, gab es keine Unterschiede zwischen 5 mg Prasugrel und75 mg Clopidogrel in Hinblick auf die CV Ereignisse. Der Anteil der Major-Blutungen war bei den
Patienten, die mit 5 mg Prasugrel behandelt wurden und bei den Patienten, die mit 75 mg Clopidogrelbehandelt wurden, ähnlich. Prasugrel 5 mg zeigte einen stärkeren antithrombotischen Effekt als
Clopidogrel 75 mg. Prasugrel sollte bei Patienten ≥ 75 Jahren und bei Patienten < 60 kg Gewicht mit
Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 4.8).
Die ACCOAST Studie mit 4033 NSTEMI Patienten untersuchte über 30 Tage Patienten mit erhöhten
Troponinwerten, für die eine Koronarangiographie mit anschließender PCI innerhalb von 2-48
Stunden nach der Randomisierung vorgesehen war. Patienten, die eine Aufsättigungsdosis von 30 mg
Prasugrel durchschnittlich 4 Stunden vor der Koronarangiographie gefolgt von einer weiteren 30 mg
Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI erhielten (N=2037), hatten ein erhöhtes Risiko für nicht
CABG bedingte peri-prozedurale Blutungen und hatten keinen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zuden Patienten, die eine 60 mg Aufsättigungsdosis zum Zeitpunkt der PCI erhielten (N=1996).
Insbesondere wurde die Häufigkeit des Auftretens des kombinierten Endpunktes (kardiovaskulärer
Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, dringende Revaskularisation oder Glykoprotein (GP) IIb/IIIa
Inhibitor als Notfallgabe während der ersten 7 Tage nach der Randomisierung) bei Patienten, die
Prasugrel vor der Angiographie erhielten, nicht signifikant reduziert im Vergleich zu Patienten, die diegesamte Dosis zum Zeitpunkt der PCI erhielten. Die Rate wichtiger Sicherheitsendpunkte für alle
TIMI Major Blutungen (CABG und nicht-CABG bedingte Ereignisse) war bei allen behandelten
Patienten während 7 Tagen nach der Randomisierung bei den Patienten signifikant erhöht, die
Prasugrel vor der Angiographie erhielten im Vergleich zu den Patienten, die die gesamte Dosis zum
Zeitpunkt der PCI erhielten. Daher sollte bei UA/NSTEMI Patienten, bei denen die
Koronarangiographie innerhalb von 48 Stunden nach der Krankenhausaufnahme durchgeführt wird,die Aufsättigungsdosis erst zum Zeitpunkt der PCI verabreicht werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und4.8).
Kinder und JugendlicheIn der Studie TADO (klinische Phase 3 Studie) wurde die Anwendung von Prasugrel (n=171)gegenüber Placebo (n=170) zur Reduzierung von vasookklusiven Krisen bei Patienten mit
Sichelzellanämie im Alter von 2 bis 18 Jahren untersucht. Keine der primären und sekundären
Studienpunkte wurden erreicht. Insgesamt wurden, für Prasugrel als Monotherapie, in dieser
Patientengruppe keine neuen sicherheitsrelevanten Ereignisse identifiziert.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Prasugrel ist ein ‚Prodrug’ und wird in vivo schnell in seinen aktiven und seine inaktiven Metabolitemetabolisiert. Die Exposition (AUC) des aktiven Metaboliten hat eine mittlere bis leichteinterindividuelle (27 %) und intraindividuelle (19 %) Variabilität. Die Prasugrel-Pharmakokinetik istbei gesunden Probanden, Patienten mit stabiler Atherosklerose und Patienten mit perkutaner
Koronarintervention ähnlich.
ResorptionDie Resorption und Verstoffwechselung von Prasugrel erfolgt schnell, die maximale
Plasmakonzentration (Cmax) des aktiven Metaboliten wird innerhalb von ca. 30 Minuten erreicht.
Die Exposition (AUC) des aktiven Metaboliten nahm proportional über den therapeutischen
Dosierungsbereich zu. In einer Studie mit gesunden Probanden war die AUC des aktiven Metabolitenvon einem großen, fett-haltigen, kalorienreichen Essen unbeeinflusst, aber die Cmax war um 49 %herabgesetzt und die Zeit des Erreichens von Cmax (Tmax) hatte sich von 0,5 auf 1,5 Stunden verlängert.
In der TRITON-Studie wurde Efient unabhängig vom Essen eingenommen. Daher kann Efientunabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Aber wenn die Prasugrel-Aufsättigungsdosisnüchtern eingenommen wird, kann der schnellste Wirkeintritt erzielt werden (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungAktive Metabolite binden zu 98 % an das humane Serumalbumin (4 %ige, gepufferte Lösung).
BiotransformationPrasugrel wird nach oraler Verabreichung nicht im Plasma nachgewiesen. Es wird schnell im Darm zueinem Thiolacton hydrolysiert und anschließend in einer Ein-Schritt-Metabolisierung über Cytochrom
P450 in seinen aktiven Metaboliten umgewandelt, in erster Linie durch CYP3A4 und CYP2B6 und ineinem geringfügigeren Ausmaß durch CYP2C9 und CYP2C19. Der aktive Metabolit wird weiter zuzwei inaktiven Verbindungen durch S-Methylierung oder Konjugation mit Cystein metabolisiert.
Bei gesunden Probanden, Patienten mit stabiler Atherosklerose und Patienten mit ACS, die Efienterhalten haben, zeigten genetische Variationen von CYP3A5, CYP2B6, CYP2C9 oder CYP2C19keine relevanten Auswirkungen auf die Pharmakokinetik von Prasugrel oder seiner
Thrombozytenaggregationshemmung.
EliminationCa. 68 % der Prasugrel-Dosis werden als inaktive Metabolite über den Urin und 27 % über den Faecesausgeschieden. Der aktive Metabolit hat eine Eliminationshalbwertszeit von ca. 7,4 Stunden (Spanne:
2 bis 15 Stunden).
Pharmakokinetik in besonderen Patientengruppen
Ältere PersonenIn einer Studie mit gesunden Probanden im Alter zwischen 20 und 80 Jahren hatte das Alter keinensignifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Prasugrel oder seine
Thrombozytenaggregationshemmung. In der großen klinischen Phase 3 Studie lag im Vergleich mit
Personen < 75 Jahre die durchschnittliche geschätzte Exposition (AUC) des aktiven Metaboliten beisehr alten Patienten (≥ 75 Jahre) 19 % höher. Prasugrel darf bei Patienten ≥ 75 Jahre aufgrund desmöglichen Risikos von Blutungen bei dieser Patientengruppe nur mit Vorsicht eingesetzt werden(siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). In einer Studie bei Patienten mit stabiler Arteriosklerose betrug diemittlere AUC des aktiven Metaboliten bei Patienten ≥ 75 Jahre, die 5 mg Prasugrel erhielten, ungefährdie Hälfte der AUC bei Patienten < 65 Jahren, die 10 mg Prasugrel erhielten; und dieantithrombotische Wirkung von 5 mg war zwar vermindert, aber im Vergleich zu 10 mg nichtunterlegen.
LeberfunktionsstörungEs ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit leichter bis moderater Leberfunktionsstörung(Child Pugh Class A und B). Die Pharmakokinetik von Prasugrel und seine
Thrombozytenaggregationshemmung sind im Vergleich mit gesunden Probanden bei Patienten mitleichter bis moderater Leberfunktionsstörung ähnlich. Die Pharmakokinetik und Pharmakodynamikvon Prasugrel wurde bei Patienten mit schwerer Lebererkrankung nicht untersucht. Prasugrel darf bei
Patienten mit schwerer Lebererkrankung nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
NierenfunktionsstörungEs ist keine Dosisanpassung notwendig bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung, einschließlichterminaler Niereninsuffizienz (ESRD). Die Pharmakokinetik von Prasugrel und seine
Thrombozytenaggregationshemmung sind bei Patienten mit moderater Nierenfunktionsstörung(GFR 30-< 50 ml/min/1,73m2) und gesunden Probanden ähnlich. Im Vergleich zu gesunden
Probanden war die Prasugrel-vermittelte Thrombozytenaggregationshemmung auch bei Patienten mit
ESRD, die eine Hämodialyse benötigen, ähnlich, auch wenn Cmax und AUC des aktiven Metabolitenbei ESRD Patienten um 51 % bzw. 42 % vermindert waren.
KörpergewichtDie durchschnittliche Exposition (AUC) des aktiven Metaboliten von Prasugrel ist ca. 30 bis 40 %höher bei gesunden Probanden und Patienten deren Körpergewicht < 60 kg ist, verglichen mit
Patienten, die ≥ 60 kg wiegen. Prasugrel darf bei Patienten < 60 kg aufgrund des möglichen Risikosvon Blutungen bei dieser Patientengruppe nur mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.4).
In einer Studie bei Patienten mit stabiler Arteriosklerose war die mittlere AUC des aktiven
Metaboliten bei Patienten < 60 kg, die 5 mg Prasugrel erhielten, 38 % geringer, als die AUC bei
Patienten ≥ 60 kg, die 10 mg Prasugrel erhielten; und die antithrombotische Wirkung von 5 mg warvergleichbar mit der von 10 mg.
Ethnische ZugehörigkeitIn klinischen pharmakologischen Studien war unter Berücksichtigung des Körpergewichts die AUCdes aktiven Metaboliten bei chinesischen, japanischen und koreanischen Testpersonen ca. 19 % höherim Vergleich zu Kaukasiern, vornehmlich bedingt durch eine höhere Exposition asiatischer
Testpersonen < 60 kg. Es gibt keinen Unterschied zwischen chinesischen, japanischen undkoreanischen Testpersonen. Die Expositionen bei Testpersonen afrikanischer und spanischer Herkunftsind vergleichbar mit denen der Kaukasier. Nur aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit ist keine
Dosisanpassung notwendig.
GeschlechtBei gesunden Probanden und Patienten ist die Pharmakokinetik von Prasugrel bei Männern und
Frauen ähnlich.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Prasugrel wurden in der pädiatrischen
Bevölkerungsgruppe nicht bewertet (siehe Abschnitt 4.2).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktionstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen die präklinischen
Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
Präklinische Effekte wurden nur nach Expositionen beobachtet, die ausreichend über der maximalenhumantherapeutischen Exposition lagen. Die Relevanz für den Menschen wird als gering bewertet.
Toxizitätsstudien mit Ratten und Kaninchen zur embryofetalen Entwicklung gaben keinen Hinweisauf Missbildungen verursacht durch Prasugrel. Bei sehr hohen Dosen (> 240-fache empfohlenetägliche Erhaltungsdosis für den Menschen - basierend auf mg/m2), die eine Auswirkung auf dasmaternale Körpergewicht und/oder die Nahrungsaufnahme hatten, zeigte sich eine geringfügige
Abnahme des Körpergewichts der Nachkommenschaft (relativ zur Kontrollgruppe). In pre- und post-natalen Studien an Ratten hatte die maternale Behandlung in Dosen bis hin zu einer Exposition, dieder 240-fachen des Menschen in der empfohlenen täglichen Erhaltungsdosis entsprach (basierend aufmg/m2), keine Auswirkung auf die Verhaltens- oder Reproduktionsentwicklung der
Nachkommenschaft.
In einer 2 Jahre dauernden Studie mit Ratten, die Prasugrel in Expositionen, bis zu mehr als dem75-fachen der empfohlenen therapeutischen Exposition beim Menschen erhielten (basierend auf den
Plasmaexpositionen der aktiven, und wesentlichen zirkulierenden Humanmetaboliten), wurden keine
Substanz-bedingten Tumore beobachtet. Bei Mäusen, die über 2 Jahre eine Hochdosis (> 75-fache
Exposition für den Menschen) erhalten hatten, war die Inzidenz für Tumore (hepatozelluläre
Adenome) erhöht, aber es wird angenommen, dass diese sekundär als Folge einer
Leberenzyminduktion durch Prasugrel entstanden sind. Der Zusammenhang der nagerspezifischen
Lebertumore und der arzneimittelinduzierten Enzyminduktion ist in der Literatur umfassendbeschrieben. Daher wird der Anstieg der Lebertumore bei Mäusen unter Prasugrel-Verabreichung fürden Menschen als nicht relevantes Risiko angesehen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkernmikrokristalline Cellulose
Mannitol (E421)
Croscarmellose-Natrium
Hypromellose (E464)
Magnesiumstearat
FilmüberzugLaktose-Monohydrat
Hypromellose (E464)
Titaniumdioxid (E171)
Triacetin (E1518)
Eisen(III)-oxid (E172) {nur für Efient 10 mg}
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Talkum
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
Efient 10 mg:
3 Jahre
Efient 5 mg:
2 Jahre
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Luft und Feuchtigkeit zuschützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackungen aus Aluminiumfolie in Umkartons zu 14, 28, 30, 30 (x1), 56, 84, 90 (x1) und98 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
SUBSTIPHARM24 rue Erlanger75016 Paris
Frankreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Efient 5 mg: EU/1/08/503/001 - 007, 015
Efient 10 mg: EU/1/08/503/008 - 014, 016
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 25. Februar 2009
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 13. November 2013
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.