Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels EBIXA 10mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Ebixa 10 mg Filmtabletten
Ebixa 20 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 10 mg Memantinhydrochlorid, entsprechend 8,31 mg Memantin.
Jede Filmtablette enthält 20 mg Memantinhydrochlorid, entsprechend 16,62 mg Memantin.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablet
Ebixa 10 mg Filmtabletten
Blassgelbe bis gelbe, ovale Filmtabletten mit Bruchkerbe und der Prägung '1 0“ auf einer
Seite und 'M M“ auf der anderen Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Ebixa 20 mg Filmtabletten
Blassrote bis graurote, oval-längliche Filmtablette mit der Prägung '20“ auf einer Seite und'MEM“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Einleitung und Überwachung der Behandlung sollte durch einen Arzt erfolgen, der über
Erfahrungen in der Diagnose und Behandlung der Alzheimer-Demenz verfügt.
DosierungMit der Therapie sollte nur begonnen werden, wenn eine Betreuungsperson zur Verfügungsteht, die die Einnahme des Arzneimittels durch den Patienten regelmäßig überwacht. Die
Diagnose sollte anhand der aktuellen Richtlinien erfolgen. Die Verträglichkeit und Dosierungvon Memantin sollten regelmäßig überprüft werden, vorzugsweise während der ersten 3
Monate nach Beginn der Behandlung. Danach sollten der therapeutische Nutzen von
Memantin und die Verträglichkeit der Behandlung für den Patienten regelmäßig gemäß denaktuellen klinischen Richtlinien überprüft werden. Die Erhaltungstherapie kann so langefortgesetzt werden, wie ein therapeutischer Nutzen für den Patienten existiert und der Patientdie Behandlung mit Memantine verträgt. Die Beendigung der Behandlung mit Memantinsollte in Erwägung gezogen werden, wenn eine therapeutische Wirkung nicht mehr erkennbarist oder der Patient die Behandlung nicht verträgt.
Erwachsene- 2 -
DosistitrationDie tägliche Höchstdosis beträgt 20 mg pro Tag. Um das Risiko von unerwünschten
Arzneimittelwirkungen zu reduzieren, wird die Erhaltungsdosis durch wöchentliche
Steigerung der Dosis um 5 mg während der ersten 3 Behandlungswochen wie folgt erreicht:
1. Woche (1.-7. Tag)
Tägliche Einnahme einer halben 10 mg Filmtablette (5 mg) über 7 Tage.
2. Woche (8.-14. Tag)
Tägliche Einnahme einer 10 mg Filmtablette (10 mg) über 7 Tage.
3. Woche (15.-21. Tag)
Tägliche Einnahme einer ganzen und einer halben 10 mg Filmtablette (15 mg) über 7 Tage.
Ab der 4. Woche
Tägliche Einnahme von zwei 10 mg Filmtabletten (20 mg) oder von einer 20 mg Filmtablette.
ErhaltungsdosisDie empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 20 mg pro Tag.
Ältere PatientenDie auf der Basis klinischer Studien empfohlene Dosis für Patienten über 65 Jahre beträgt20 mg täglich (einmal täglich zwei 10 mg Filmtabletten oder eine 20 mg Filmtablette), wieoben beschrieben.
Patienten mit NierenfunktionsstörungBei Patienten mit leichter Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance50 - 80 ml/min) ist keine Anpassung der Dosis erforderlich. Bei Patienten mit einermittelschweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30 - 49 ml/min) sollte die Dosis10 mg täglich betragen. Bei guter Verträglichkeit über mindestens 7 Tage kann die Dosis auf20 mg pro Tag entsprechend dem Standardtitrationsschema erhöht werden. Bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 5 - 29 ml/min) sollte die Dosis 10 mgpro Tag betragen.
Patienten mit LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichten bis mittelschweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh A und
Child-Pugh B) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Für Patienten mit schweren
Leberfunktionsstörungen sind keine Daten bezüglich der Anwendung von Memantinverfügbar. Die Anwendung von Ebixa wird bei schweren Leberfunktionsstörungen nichtempfohlen.
Kinder und JugendlicheEs liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungEbixa sollte einmal täglich und jeweils zur gleichen Zeit eingenommen werden. Die
Filmtabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genanntensonstigen Bestandteile.
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4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Epilepsie, Krämpfen in der Anamnese oder bei
Patienten mit prädisponierenden Faktoren für Epilepsie.
Die gleichzeitige Anwendung von N-Methyl-D-Aspartat (NMDA)-Antagonisten, wie
Amantadin, Ketamin oder Dextromethorphan sollte vermieden werden. Diese Verbindungenwirken am gleichen Rezeptorsystem wie Memantin. Daher können unerwünschte(hauptsächlich das zentrale Nervensystem (ZNS) betreffende) Arzneimittelwirkungenhäufiger oder in stärkerer Ausprägung auftreten (siehe auch Abschnitt 4.5).
Einige Faktoren, die zu einem Anstieg des pH-Werts im Urin führen können (siehe Abschnitt5.2 'Elimination“), machen u. U. eine besonders sorgfältige Überwachung des Patientenerforderlich. Zu diesen Faktoren gehören eine grundlegende Umstellung der Ernährung, z. B.von fleischhaltiger auf vegetarische Kost oder die massive Einnahme von Mitteln zur
Neutralisierung der Magensäure. Darüber hinaus kann ein erhöhter pH-Wert auch durch einerenale tubuläre Azidose (RTA) oder schwere Infektionen des Harntrakts mit Proteus-
Bakterien verursacht werden.
In den meisten klinischen Studien waren Patienten mit kürzlich zurückliegendem
Myokardinfarkt, dekompensierter Herzinsuffizienz (NYHA III-IV) oder unkontrolliertem
Bluthochdruck ausgeschlossen. Demzufolge liegen für Patienten mit diesen Beschwerden nurbegrenzte Daten vor, sie müssen daher engmaschig überwacht werden.
Ebixa enthält Natrium
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d. h. es istnahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Aufgrund der pharmakologischen Effekte und des Wirkmechanismus von Memantin könnendie folgenden Wechselwirkungen auftreten:
* Die Wirkungsweise hat zur Folge, dass die Wirkungen von L-Dopa, dopaminergen
Agonisten und Anticholinergika bei gleichzeitiger Behandlung mit NMDA-
Antagonisten, wie Memantin, möglicherweise verstärkt werden. Die Wirkungen von
Barbituraten und Neuroleptika können abgeschwächt werden. Die gleichzeitige
Anwendung von Memantin und den Spasmolytika Dantrolen oder Baclofen kann zueiner Änderung in der Wirkung dieser Arzneimittel führen, wodurch ggf. eine
Anpassung der Dosierung erforderlich wird.
* Die gleichzeitige Anwendung von Memantin und Amantadin sollte vermieden werden,da diese das Risiko einer pharmakotoxischen Psychose birgt. Beide Verbindungen sindchemisch verwandte NMDA-Antagonisten. Dasselbe kann auch auf Ketamin und
Dextromethorphan zutreffen (siehe auch Abschnitt 4.4). Ein veröffentlichter Fallberichtweist auch auf eine mögliche Gefahr bei der Kombination von Memantin und
Phenytoin hin.
* Bei anderen Wirkstoffen, wie Cimetidin, Ranitidin, Procainamid, Chinidin, Chinin und
Nicotin, die das gleiche renale Kationen-Transportsystem wie Amantadin benutzen,besteht ebenfalls die Möglichkeit der Wechselwirkung mit Memantin und dadurch diepotenzielle Gefahr eines erhöhten Plasmaspiegels.
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* Der Serumspiegel von HCT (Hydrochlorothiazid) kann möglicherweise erniedrigt sein,wenn Memantin gleichzeitig mit HCT oder HCT-haltigen Kombinationsarzneimittelnangewendet wird.
* Seit Markteinführung von Ebixa wurden einzelne Fälle von Erhöhungen des normierten
Gerinnungswertes (INR - International Normalized Ratio) bei Patienten, diegleichzeitig mit Warfarin behandelt wurden, berichtet. Obwohl kein kausaler
Zusammenhang hergestellt werden konnte, ist eine engmaschige Überwachung der
Prothrombin-Zeit oder der INR bei Patienten, die gleichzeitig mit oralen
Antikoagulanzien behandelt werden, ratsam.
In pharmakokinetischen Studien zur Einmalgabe bei jungen gesunden Probanden wurdenkeine relevanten Wirkstoff/Wirkstoff-Wechselwirkungen von Memantin mit
Glibenclamid/Metformin oder Donepezil beobachtet.
In einer klinischen Studie mit jungen gesunden Probanden wurden keine relevanten Effektevon Memantin auf die Pharmakokinetik von Galantamin beobachtet.
Memantin inhibierte CYP 1A2, 2A6, 2C9, 2D6, 2E1, 3A, Flavin-haltige Monooxygenase,
Epoxydhydrolase oder Sulfatierungen in vitro nicht.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftBisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Memantinbei Schwangeren vor. Tierstudien zeigten ein Potenzial zur Verminderung des intrauterinen
Wachstums bei Exposition, die identisch oder leicht höher war als die beim Menschen (siehe
Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Memantin darfnicht während der Schwangerschaft angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutigerforderlich.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Memantin in die Muttermilch übergeht. Angesichts des lipophilen
Charakters der Substanz ist jedoch von dieser Annahme auszugehen. Frauen, die Memantineinnehmen, dürfen nicht stillen.
FertilitätEs wurden keine Nebenwirkungen von Memantin in Bezug auf die männliche oder weibliche
Fertilität festgestellt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEine moderate bis schwere Alzheimer-Demenz führt normalerweise zu einer Einschränkungder Verkehrstüchtigkeit und beeinträchtigt die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Darüberhinaus hat Ebixa geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen, sodass ambulante Patienten zu besonderer Vorsicht anzuhaltensind.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn klinischen Studien bei leichter bis schwerer Demenz, in denen 1.784 Patienten Ebixa und1.595 Patienten Placebo erhielten, unterschied sich die Gesamthäufigkeit unerwünschter
Arzneimittelwirkungen unter Ebixa nicht von derjenigen in der Placebogruppe. Dieunerwünschten Arzneimittelwirkungen waren im Allgemeinen leicht bis mittelschwer. Die
- 5 -am häufigsten aufgetretenen unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit einer höheren
Inzidenz in der Ebixa-Gruppe als in der Placebogruppe waren Schwindel (6,3 % vgl. mit5,6 %), Kopfschmerzen (5,2 % vgl. mit 3,9 %), Verstopfung (4,6 % vgl. mit 2,6 %),
Schläfrigkeit (3,4 % vgl. mit 2,2 %) und erhöhter Blutdruck (4,1 % vgl. mit 2,8 %).
Tabellarische Zusammenstellung der Nebenwirkungen
Die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen, die in der Tabelle unten aufgelistetsind, sind aus klinischen Studien mit Ebixa und seit der Markteinführung mitgeteilt worden.
Die unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind gemäß der folgenden Konvention nach
Systemorganklassen geordnet: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1.000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder
Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
SYSTEMORGANKLASSE HÄUFIGKEIT NEBENWIRKUNG
Infektionen und parasitäre Gelegentlich Pilzinfektionen
Erkrankungen
Erkrankungen des Häufig Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen
Immunsystems
Psychiatrische Häufig Schläfrigkeit
Erkrankungen Gelegentlich Verwirrtheit
Gelegentlich Halluzinationen1
Nicht bekannt Psychotische Reaktionen2
Erkrankungen des Häufig Schwindel
Nervensystems Häufig Gleichgewichtsstörungen
Gelegentlich Anomaler Gang
Sehr selten Krampfanfälle
Herzerkrankungen Gelegentlich Herzinsuffizienz
Gefäßerkrankungen Häufig Erhöhter Blutdruck
Gelegentlich Venenthrombose/Thromboembolie
Erkrankungen der Häufig Dyspnoe
Atemwege, des Brustraumsund Mediastinums
Erkrankungen des Häufig Verstopfung
Gastrointestinaltrakts Gelegentlich Erbrechen
Nicht bekannt Pankreatitis2
Leber- und Häufig Erhöhte Leberfunktionswerte
Gallenerkrankungen Nicht bekannt Hepatitis
Allgemeine Erkrankungen Häufig Kopfschmerzenund Beschwerden am Gelegentlich Müdigkeit
Verabreichungsort1Halluzinationen sind hauptsächlich bei Patienten mit schwerer Alzheimer-Demenzbeobachtet worden.2 Einzelfallberichte seit Markteinführung
Alzheimer-Demenz wird mit Depression, Suizidgedanken und Suizid in Verbindung gebracht.
Seit Markteinführung wurden solche Arzneimittelwirkungen bei Patienten berichtet, die mit
Ebixa behandelt wurden.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer
Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-
Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden
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Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystemanzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es liegen nur begrenzte Erfahrungen zu Überdosierung aus klinischen Studien sowie nach
Markteinführung vor.
SymptomeRelativ hohe Überdosierungen (200 mg/Tag bzw. 105 mg/Tag, jeweils über 3 Tage) gingenentweder lediglich mit Symptomen wie Müdigkeit, Schwächegefühl und/oder Diarrhö oderohne Symptome einher. In Überdosierungsfällen mit weniger als 140 mg oder mitunbekannter Dosis zeigten die Patienten Symptome zentralnervösen Ursprungs (Verwirrtheit,
Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel, Agitiertheit, Aggression, Halluzinationen und
Gangstörungen) und/oder gastrointestinalen Ursprungs (Erbrechen und Diarrhö).
Im extremsten Fall einer Überdosierung überlebte der Patient die orale Einnahme voninsgesamt 2000 mg Memantin mit Wirkungen auf das zentrale Nervensystem (Koma über 10
Tage sowie später Diplopie und Agitiertheit). Der Patient erhielt eine symptomatische
Behandlung sowie Plasmapherese und erholte sich ohne Ausbildung dauerhafter
Folgeerscheinungen.
In einem weiteren Fall massiver Überdosierung überlebte und erholte sich der Patientebenfalls. Dieser Patient hatte 400 mg Memantin oral erhalten und entwickelte zentralnervöse
Symptome wie Ruhelosigkeit, Psychose, visuelle Halluzinationen, erniedrigte
Krampfschwelle, Schläfrigkeit, Stupor und Bewusstlosigkeit.
BehandlungIm Falle einer Überdosierung sollte die Behandlung symptomatisch erfolgen. Ein spezifisches
Antidot gegen eine Intoxikation bzw. Überdosierung ist nicht verfügbar. Klinische
Standardverfahren zur Entfernung des Wirkstoffes, z. B. Magenspülung, Aktivkohle (zur
Unterbrechung der möglichen enterohepatischen Rezirkulation), Ansäuerung des Urins undforcierte Diurese sollten, wenn angemessen, zur Anwendung kommen.
Im Fall von Anzeichen oder Symptomen einer allgemeinen Überstimulation des zentralen
Nervensystems (ZNS) sollte eine sorgfältige symptomatische klinische Behandlung in
Erwägung gezogen werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Psychoanaleptika. Andere Antidementiva, ATC-Code:
N06DX01.
Es gilt zunehmend als erwiesen, dass eine Fehlfunktion der glutamatergen Neurotransmission,insbesondere an den NMDA-Rezeptoren, sowohl zur Ausprägung der Symptome wie auchzum Fortschreiten der Erkrankung bei der neurodegenerativen Demenz beiträgt.
Memantin ist ein spannungsabhängiger, nichtkompetitiver NMDA-Rezeptorantagonistmittlerer Affinität. Memantin reguliert die Wirkung pathologisch erhöhter toxischer
Konzentrationen von Glutamat, die zu neuronalen Funktionsstörungen führen können.
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Klinische StudienIn die pivotale Monotherapiestudie an Patienten, die an einer moderaten bis schweren
Alzheimer-Demenz litten (Gesamtscore des Mini-Mental-Status-Tests (MMSE) bei
Studienbeginn 3-14), wurden insgesamt 252 ambulante Patienten aufgenommen. In der Studiewurden vorteilhafte Wirkungen der Memantin-Behandlung im Vergleich zu Placebo zum
Untersuchungszeitpunkt nach 6 Monaten gezeigt (Analyse der beobachteten Fälle (Observed
Cases) hinsichtlich des klinischen Gesamteindrucks (Clinician’s Interview Based Impressionof Change - CIBIC-plus): p=0,025; der Alltagskompetenz (Alzheimer’s Disease Cooperative
Study - Activities of Daily Living - ADCS-ADLsev): p=0,003; der Kognition (Severe
Impairment Battery - SIB): p=0,002).
Die pivotale Monotherapiestudie mit Memantin zur Behandlung der leichten bis moderaten
Alzheimer-Demenz (MMSE-Gesamtscores zu Studienbeginn 10 bis 22) umfasste 403
Patienten. Mit Memantin behandelte Patienten zeigten verglichen zu Patienten unter Placeboein statistisch signifikant besseres Ergebnis bei den primären Endpunkten: Bewertung derkognitiven Funktionen (Alzheimer Disease Assessment Scale - ADAScog) (p=0,003) und
CIBIC-plus (p=0,004) in Woche 24 unter Einbeziehung des letzten für jeden Patientenermittelten Wertes in der Endauswertung (Last Observation Carried Forward - LOCF). Ineiner weiteren Monotherapiestudie bei leichter bis moderater Alzheimer-Demenz wurdeninsgesamt 470 Patienten (MMSE-Gesamtscores bei Studienbeginn 11-23) randomisiert. In derprospektiv festgelegten primären Analyse erreichte der Unterschied zwischen Memantin und
Placebo im Hinblick auf den primären Wirksamkeitsendpunkt in Woche 24 keine Signifikanz.
Eine Metaanalyse der Patienten mit moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz (MMSE-
Gesamtscore < 20) aus sechs Phase III, Placebo-kontrollierten, 6-monatigen Studien (inkl.
Monotherapiestudien und Studien mit Patienten, die stabil auf einen
Acetylcholinesterasehemmer eingestellt waren) zeigte statistisch signifikante Wirkungzugunsten der Memantin-Behandlung in den kognitiven, globalen und funktionalen
Bereichen. Bei Patienten, bei denen sich der Krankheitsverlauf in allen drei Bereichenverschlechterte, zeigte sich eine statistisch signifikante Wirkung von Memantin zur
Verhinderung einer Verschlechterung: Unter der Placebo-Behandlung zeigte sich eine
Verschlechterung in allen drei Bereichen bei doppelt so vielen Patienten wie unter Memantin-
Behandlung (21 % vgl. mit 11 %, p<0,0001).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionMemantin besitzt eine absolute Bioverfügbarkeit von ca. 100%. Tmax liegt zwischen 3 und8 Stunden. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Resorption von Memantin durch Nahrungbeeinflusst wird.
VerteilungTägliche Dosen von 20 mg führen zu Memantin-Plasmakonzentrationen im Steady-State im
Bereich von 70 bis 150 ng/ml (0,5 - 1 µmol) mit großen interindividuellen Schwankungen.
Bei Anwendung von Tagesdosen zwischen 5 und 30 mg wurde ein mittlerer Liquor (CSF)-
Serum-Quotient von 0,52 ermittelt. Das Verteilungsvolumen beträgt ca. 10 l/kg. Etwa 45 %des Memantin liegt an Plasmaproteine gebunden vor.
BiotransformationBeim Menschen liegen ca. 80% der Memantin-verwandten Stoffe im Blut als
Ausgangssubstanz vor. Die Hauptmetabolite beim Menschen sind N-3,5-Dimethyl-
Gludantan, ein Isomerengemisch von 4- und 6-Hydroxy-Memantin, sowie 1-Nitroso-3,5-
Dimethyl-Adamantan. Keiner dieser Metabolite zeigt eine Aktivität als NMDA-Antagonist.
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Bei In-vitro-Untersuchungen konnte kein durch Cytochrom P 450 katalysierter Metabolismusfestgestellt werden.
In einer Studie mit oral verabreichtem 14C-Memantin wurden im Mittel 84% der Dosisinnerhalb von 20 Tagen wiedergefunden, wobei über 99% renal ausgeschieden wurden.
EliminationMemantin wird monoexponentiell mit einer terminalen t½ von 60 bis 100 Stunden eliminiert.
Bei Probanden mit normaler Nierenfunktion wurde eine Gesamt-Clearance (Cltot) von170 ml/min/1,73 m2 ermittelt. Ein Teil der renalen Gesamt-Clearance wird dabei durchtubuläre Sekretion erzielt.
In der Niere erfolgt ebenfalls eine tubuläre Rückresorption, die wahrscheinlich durch
Kationen-Transportproteine vermittelt wird. Bei alkalischem Urin kann die renale
Eliminationsrate von Memantin um den Faktor 7 bis 9 reduziert sein (siehe Abschnitt 4.4).
Ein alkalischer pH-Wert des Urins kann durch eine grundlegende Umstellung der Ernährung,z. B. von fleischhaltiger auf vegetarische Kost, oder die massive Einnahme von Mitteln zur
Neutralisierung der Magensäure verursacht werden.
LinearitätStudien an Probanden zeigten eine lineare Pharmakokinetik im Dosisbereich von 10 bis40 mg.
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeBei einer Tagesdosis von 20 mg Memantin entspricht der CSF-Spiegel dem ki-Wert(ki = Inhibitionskonstante) von Memantin, der beim Menschen in der vorderen Großhirnrinde0,5 µmol beträgt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In Kurzzeitstudien an Ratten induzierte Memantin, wie andere NMDA-Antagonisten auch,
Vakuolenbildungen und Nekrosen des Nervengewebes (Olney-Läsionen), jedoch nur nach
Dosierungen, die zu sehr hohen Spitzenkonzentrationen im Serum führten. Der
Vakuolisierung und Nekrotisierung gingen Ataxie und weitere präklinische Anzeichenvoraus. Diese Wirkungen wurden weder in Langzeitstudien bei Nagern noch bei anderen
Versuchstieren beobachtet. Die klinische Relevanz dieser Befunde ist unbekannt.
In Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe wurden Augenveränderungen inkonsistent (d. h.nicht durchgängig in allen Studien) bei Nagern und Hunden beobachtet, jedoch nicht bei
Affen. Bei speziellen ophthalmoskopischen Untersuchungen in klinischen Studien mit
Memantin wurden keine Augenveränderungen festgestellt.
Bei Nagern wurde eine Störung des Phospholipidhaushalts in Lungenmakrophagen, die auf
Akkumulation von Memantin in Lysosomen zurückzuführen ist, beobachtet. Diese Wirkungist von anderen Wirkstoffen, die kationisch-amphiphile Eigenschaften besitzen, bekannt.
Möglicherweise besteht eine Beziehung zwischen dieser Akkumulation und der beobachteten
Vakuolenbildung in den Lungen. Diese Wirkung wurde nur unter hoher Dosierung bei
Nagern festgestellt. Die klinische Relevanz dieser Befunde ist unbekannt.
Die Prüfung von Memantin in Standard-Tests ergab keine Genotoxizität. In Langzeitstudienan Mäusen und Ratten gab es keine Hinweise auf Kanzerogenität. Memantin hatte bei Rattenund Kaninchen keine teratogene Wirkung, selbst bei für die Muttertiere toxischen Dosen.
Darüber hinaus zeigte Memantin keine negativen Wirkungen auf die Fertilität. Bei Rattenwurde ein vermindertes Wachstum der Föten beobachtet bei Exposition mit identischen oder
- 9 -etwas höheren Spiegeln als denen, die beim Menschen bei therapeutischer Anwendungerreicht werden.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern der 10/20 mg Filmtabletten:
Mikrokristalline Cellulose
Croscarmellose-Natrium
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (Ph. Eur.)
Filmüberzug der 10/20 mg Filmtabletten:
Hypromellose
Macrogol 400
Titandioxid
Zusätzlich bei 10 mg Filmtabletten
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O
Zusätzlich bei 20 mg Filmtabletten
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O und Eisen(III)-oxid
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Blisterpackungen: PVDC/PE/PVC/Al-Blisterpackungen oder PP/Al-Blisterpackungen.
Ebixa 10 mg Filmtabletten:
Packungsgrößen: 14, 28, 30, 42, 50, 56, 70, 84, 98, 100, 112 Filmtabletten.
Bündelpackungen mit 980 (10 Packungen mit 98) oder 1000 (20 Packungen mit50) Filmtabletten.
Perforierte Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen: PVDC/PE/PVC/Al-
Blisterpackungen oder PP/Al-Blisterpackungen.
Packungsgrößen: 49 x 1, 56 x 1, 98 x 1 und 100 x 1 Filmtabletten
Ebixa 20 mg Filmtabletten:
Packungsgrößen: 14, 28, 42, 56, 70, 84, 98, 112 Filmtabletten.
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Bündelpackungen mit 840 (20 x 42) Filmtabletten.
Perforierte Blisterpackungen zur Abgabe von Einzeldosen: PVDC/PE/PVC/Al-
Blisterpackungen oder PP/Al-Blisterpackungen.
Packungsgrößen: 49 x 1, 56 x 1, 98 x 1 und 100 x 1 Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
H. Lundbeck A/S
Ottiliavej 92500 Valby
Dänemark
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/02/219/001-003
EU/1/02/219/007-012
EU/1/02/219/014-021
EU/1/02/219/023-035
EU/1/02/219/037-049
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. Mai 2002
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 15. Mai 2007
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
MM/JJJJ
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.
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