Packungsbeilage DYNASTAT 40mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Angewendet bei: Schmerzen und Entzündungen

Art der Anwendung: Injektion

Substanz: Parecoxib (nichtsteroidales Antirheumatikum)

ATC: M01AH04 (Muskel- und Skelettsystem | Antiphlogistika und Antirheumatika | Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika | Coxibe)

Hinweise:
Schwerwiegende Arzneimittelwechselwirkungen
Schwerwiegende Arzneimittelwechselwirkungen

Dieses Arzneimittel kann wichtige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.

Nephrotoxizität
Nephrotoxizität

Dieses Arzneimittel kann die Nieren beeinträchtigen.

Warnhinweis während der Schwangerschaft
Warnhinweis während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Blutungsrisiko
Blutungsrisiko

Dieses Arzneimittel kann das Blutungsrisiko erhöhen.

Ulkus / Magen-Darm-Blutung
Ulkus / Magen-Darm-Blutung

Dieses Arzneimittel kann das Risiko für Geschwüre oder Magen-Darm-Blutungen erhöhen.

Parecoxib ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID), das zur Behandlung von akuten postoperativen Schmerzen eingesetzt wird. Es ist ein selektiver Cyclooxygenase-2 (COX-2)-Hemmer, der Entzündungen und Schmerzen reduziert, ohne die Magenschleimhaut wesentlich zu beeinträchtigen.

Das Medikament wird intravenös oder intramuskulär gemäß den Anweisungen Ihres Arztes verabreicht. Es ist wichtig, die vorgeschriebene Dosierung einzuhalten und das Medikament nicht langfristig ohne ärztliche Aufsicht zu verwenden.

Nebenwirkungen können Übelkeit, Schwindel, Reaktionen an der Injektionsstelle oder in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen oder eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion umfassen.

Patienten sollten ihren Arzt über alle anderen verwendeten Medikamente oder bestehende Erkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen informieren, um die sichere Anwendung von Parecoxib zu gewährleisten.

Allgemeine Daten zu DYNASTAT 40mg

  • Substanz: Parecoxib
  • Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2026
  • Produktcode: W64924001
  • Konzentration: 40mg
  • Darreichungsform: Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
  • Menge: 10
  • Produktart: Originalpräparat
  • Preis: 359.23 RON
  • Abgabebedingungen: P-RF - Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: PFIZER MANUFACTURING BELGIUM NV - BELGIA
  • Zulassungsinhaber: PFIZER EUROPE MA EEIG - BELGIA
  • Zulassungsnummer: 209/2002/05
  • Haltbarkeit: 3 Jahre

Verfügbare Konzentrationen für Parecoxib

  • 20mg
  • 40mg

Vergütungslisten für DYNASTAT 40mg Pfizer

C3 - Unterliste C - Abschnitt C3 (Kinder, Schwangere und Wöchnerinnen) mit 100% Rabatt auf den Referenzpreis

Preis

Zuzahlung

Patient

359.23 RON

359.23 RON

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Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels DYNASTAT 40mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Dynastat 40 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Durchstechflasche enthält 40 mg Parecoxib (als 42,36 mg Parecoxib-Natrium). Nach dem

Auflösen beträgt die Parecoxib-Konzentration 20 mg/ml. 2 ml des aufgelösten Pulvers enthalten40 mg Parecoxib.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält pro Dosis weniger als 1 mmol Natrium (23 mg).

Nach Auflösen in Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9 %) enthält Dynastat ungefähr 0,44 mmol

Natrium pro Durchstechflasche.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung (Pulver zur Herstellung einer Injektionszubereitung)

Weißes bis fast weißes Pulver

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Kurzzeitbehandlung von postoperativen Schmerzen bei Erwachsenen

Bei der Entscheidung, einen selektiven Cyclooxygenase-2 (COX-2)-Hemmer zu verschreiben, mussdas individuelle Gesamtrisiko des Patienten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4) berücksichtigt werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 40 mg und wird intravenös (i.v.) oder intramuskulär (i.m.) angewendet.

Anschließend können je nach Bedarf alle 6 bis 12 Stunden 20 mg oder 40 mg nachdosiert werden, biszu maximal 80 mg pro Tag.

Da unter selektiven COX-2-Hemmern mit Dosis und Anwendungsdauer das kardiovaskuläre Risikozunehmen kann, sollte über den kürzest möglichen Behandlungszeitraum die niedrigste wirksame

Tagesdosis verwendet werden. Für eine Behandlung mit Dynastat über 3 Tage hinaus liegen begrenzteklinische Erfahrungen vor (siehe Abschnitt 5.1).

Gleichzeitige Anwendung zusammen mit Opioidanalgetika

Opioidanalgetika können gemeinsam mit Parecoxib angewendet werden. Die Dosierung von

Parecoxib erfolgt dabei wie im vorangegangenen Absatz beschrieben. In allen klinischen

Untersuchungen wurde Parecoxib in festen Zeitintervallen appliziert, während die Opioide bei Bedarfverabreicht wurden.

Ältere Patienten

Im Allgemeinen ist eine Dosisanpassung bei älteren Patienten ( 65 Jahre) nicht erforderlich. Beiälteren Patienten, die weniger als 50 kg wiegen, sollte die Behandlung jedoch mit der Hälfte derempfohlenen Dynastat-Dosis begonnen und die maximale Tagesdosis auf 40 mg reduziert werden(siehe Abschnitt 5.2).

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score  10) liegen keine klinischen

Erfahrungen vor, daher ist die Anwendung bei diesen Patienten kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3und 5.2). Bei Patienten mit leichten Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score 5 bis 6) ist im

Allgemeinen keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit mäßigen Leberfunktionsstörungen(Child-Pugh-Score 7 bis 9) sollte die Dynastat-Behandlung mit Vorsicht und mit der Hälfte derempfohlenen Dosis begonnen und die Tageshöchstdosis auf 40 mg reduziert werden.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance  30 ml/min) oder bei

Patienten mit einer Neigung zur Flüssigkeitsretention sollte Parecoxib mit der niedrigstenempfohlenen Dosis (20 mg) begonnen und die Nierenfunktion der Patienten engmaschig überwachtwerden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Aufgrund der Pharmakokinetik ist bei Patienten mit leichter bismäßiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30 bis 80 ml/min) keine Dosisanpassungerforderlich.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Parecoxib bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor. Deshalb wird Parecoxib bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Art der Anwendung

Die intravenöse Bolusinjektion kann schnell und direkt in eine Vene oder in einen vorhandenen

Infusionsschlauch injiziert werden. Die intramuskuläre Gabe soll langsam und tief in den Muskelgespritzt werden. Zu Angaben über die Zubereitung des Arzneimittels vor der Verabreichung siehe

Abschnitt 6.6.

Da es zu einer Ausfällung kommen kann, wenn Dynastat in Lösung mit anderen Arzneimittelngemischt wird, darf es weder während der Zubereitung noch bei der Injektion mit anderen

Arzneimitteln vermischt werden. Bei Patienten, bei denen derselbe Infusionsschlauch auch zur

Injektion eines anderen Arzneimittels verwendet werden soll, muss dieser vor und nach der Dynastat-

Injektion ausreichend mit einer kompatiblen Lösung gespült werden.

Nach Zubereitung mit einem geeigneten Lösungsmittel darf Dynastat nur i.v. oder i.m. oder indemselben Infusionsschlauch verabreicht werden mit:

- Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9 %),

- Glucose-Infusionslösung 50 mg/ml (5 %),

- Natriumchlorid- 4,5 mg/ml (0,45 %) und Glucose-Injektionslösung 50 mg/ml (5 %)oder

- Ringer-Laktat-Injektionslösung.

Die Injektion in einen Infusionsschlauch, der Glucose 50 mg/ml (5 %) in Ringer-Laktat-

Injektionslösung führt, oder in andere Flüssigkeiten zur intravenösen Anwendung, die nicht obenaufgelistet sind, wird nicht empfohlen, da dies eine Ausfällung aus der Lösung verursachen kann.

4.3 Kontraindikationen

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

- schwerwiegende allergische Arzneimittelreaktionen jeder Art in der Anamnese, besonders

Hautreaktionen wie z. B. Stevens-Johnson-Syndrom, Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie undsystemischen Symptomen (DRESS-Syndrom), toxisch-epidermale Nekrolyse, Erythemamultiforme, oder Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.8)

- aktive peptische Ulzera oder gastrointestinale (GI) Blutungen

- Patienten, die nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder nichtsteroidalen Antirheumatika(NSAR) einschließlich COX-2-Hemmern mit Bronchospasmus, akuter Rhinitis,

Nasenschleimhautpolypen, angioneurotischen Ödemen, Urtikaria oder sonstigen allergischen

Erkrankungen reagiert haben.

- 3. Schwangerschaftstrimenon und Stillzeit (siehe Abschnitte 4.6 und 5.3)

- schwere Leberfunktionsstörungen (Serumalbumin < 25 g/l oder Child-Pugh-Score ≥ 10)

- entzündliche Darmerkrankungen

- Herzinsuffizienz (NYHA II bis IV)

- Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (CABG) (siehe

Abschnitte 4.8 und 5.1)

- klinisch gesicherte koronare Herzkrankheit, periphere arterielle Verschlusskrankheit und/ oderzerebrovaskuläre Erkrankungen

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Für Dynastat liegen klinische Erfahrungen nach zahnchirurgischen Operationen, orthopädischen,gynäkologischen Operationen (hauptsächlich Hysterektomie) und nach koronaren Bypass-Operationenvor. Für andere Eingriffe, z. B. gastrointestinale oder urologische Operationen, gibt es begrenzte

Erfahrungen (siehe Abschnitt 5.1).

Andere Anwendungsarten als intravenös oder intramuskulär (z. B. intraartikulär, intrathekal) wurdennicht geprüft und sollten nicht zur Anwendung kommen.

Aufgrund der Möglichkeit von verstärkten Nebenwirkungen bei höheren Dosen von Parecoxib,anderen COX-2-Hemmern oder NSAR sollte bei Patienten, die mit Parecoxib behandelt werden, nacheiner Dosiserhöhung eine entsprechende Kontrolle erfolgen. Falls sich keine verbesserte Wirksamkeitfeststellen lässt, sollten andere therapeutische Möglichkeiten erwogen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Für eine Behandlung mit Dynastat über 3 Tage hinaus liegen begrenzte klinische Erfahrungen vor(siehe Abschnitt 5.1).

Falls es während der Behandlung zu einer Verschlechterung der nachfolgend beschriebenen

Organfunktionen kommt, sollten geeignete Maßnahmen ergriffen und ein Abbruch der Parecoxib-

Therapie erwogen werden.

Kardiovaskuläre Ereignisse

Bei Langzeitanwendung wurden COX-2-Hemmer mit einem erhöhten Risiko kardiovaskulärer undthrombotischer Ereignisse in Verbindung gebracht. Es konnte bisher weder das genaue Risiko einer

Einzeldosis noch die Therapiedauer, die mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, bestimmt werden.

Patienten mit erheblichen Risikofaktoren für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse (z. B.

Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) sollten nur nach sorgfältiger Nutzen-

Risiko-Abwägung mit Parecoxib behandelt werden (siehe Abschnitt 5.1).

Im Falle von klinischen Anzeichen für eine Verschlechterung des spezifischen Krankheitszustands beidiesen Patienten sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und ein Absetzen der Behandlung mit

Parecoxib in Erwägung zu ziehen (siehe Abschnitt 5.1). Abgesehen von koronaren Bypass-

Operationen (CABG) ist Dynastat bei anderen Eingriffen zur kardiovaskulären Revaskularisation nichtuntersucht worden. Studien zu anderen Arten von chirurgischen Eingriffen außer CABG schlossen nur

Patienten mit dem American Society of Anesthesiology (ASA)-Status I bis III ein.

Acetylsalicylsäure und andere NSAR

Selektive COX-2-Hemmer sind aufgrund der fehlenden Wirkung auf die Blutplättchen kein Ersatz für

Acetylsalicylsäure zur Prophylaxe von kardiovaskulären thromboembolischen Erkrankungen. Dahersollte eine gerinnungshemmende Therapie nicht abgesetzt werden (siehe Abschnitt 5.1). Bei einergleichzeitigen Anwendung von Dynastat mit Warfarin und anderen oralen Antikoagulanzien ist

Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5). Die gleichzeitige Anwendung von Parecoxib mit anderen

NSAR als niedrigdosierte Acetylsalicylsäure sollte vermieden werden.

Dynastat kann Fieber und andere Zeichen einer Entzündung maskieren (siehe Abschnitt 5.1). Im

Zusammenhang mit der Anwendung von NSAR und in nichtklinischen Studien mit Dynastat wurde in

Einzelfällen eine Verschlimmerung von Weichteilinfektionen beschrieben (siehe Abschnitt 5.3). Die

Operationswunde bei Patienten, die mit Dynastat behandelt werden, sollte sehr sorgfältig auf

Anzeichen einer Infektion beobachtet werden.

Gastrointestinale Ereignisse

Unter Parecoxib wurden gastrointestinale (GI) Komplikationen (Perforationen, Ulzera und Blutungen[PUBs]) beobachtet, einige von ihnen verliefen tödlich. Daher ist bei der Behandlung von Patientenmit besonders hohem Risiko für die Entwicklung gastrointestinaler Komplikationen unter NSAR

Vorsicht geboten; bei älteren Patienten, bei Patienten mit gastrointestinalen Erkrankungen wie

Ulzeration und gastrointestinale Blutung in der Vorgeschichte oder bei Patienten, die gleichzeitig

Acetylsalicylsäure anwenden. Die NSAR-Klasse wird auch bei der gleichzeitigen Anwendung mit

Glukokortikoiden, selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern, anderen

Thrombozytenfunktionshemmern, anderen NSAR oder bei Patienten, die Alkohol konsumieren, miterhöhten GI-Komplikationen in Verbindung gebracht. Das Risiko gastrointestinaler Nebenwirkungen(Geschwüre und andere Komplikationen) erhöht sich zusätzlich bei gleichzeitiger Anwendung von

Parecoxib und Acetylsalicylsäure (auch bei niedrigen Dosen).

Hautreaktionen

Nach der Marktzulassung wurden bei Patienten, die Parecoxib erhielten, schwerwiegende

Hautreaktionen, einschließlich Erythema multiforme, exfoliativer Dermatitis und Stevens-Johnson-

Syndrom (einige davon mit tödlichem Ausgang), berichtet. Zusätzlich wurden nach der

Marktzulassung bei Patienten, die Valdecoxib (den aktiven Metaboliten von Parecoxib) erhielten,tödlich verlaufende toxisch-epidermale Nekrolysen beobachtet. Dies kann auch für Parecoxib nichtausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.8). Einige NSAR und selektive COX-2-Hemmer wurdenmit einem erhöhten Risiko für ein generalisiertes bullöses fixes Arzneiexanthem (generalized bullousfixed drug eruption [GBFDE]) in Verbindung gebracht. Basierend auf Berichten über andereschwerwiegende Hautreaktionen bei Exposition gegenüber Celecoxib und Valdecoxib kann es beieiner Exposition gegenüber Parecoxib zu einem DRESS-Syndrom kommen. Das höchste Risiko fürderartige Reaktionen scheint zu Beginn der Therapie zu bestehen, da diese Reaktionen in der Mehrzahlder Fälle im 1. Behandlungsmonat auftraten.

Vom Arzt sollten zur Kontrolle auf schwerwiegende Hautreaktionen unter der Therapie geeignete

Maßnahmen, wie z. B. zusätzliche Praxistermine, getroffen werden. Die Patienten müssen angehaltenwerden, jede auftretende Hautveränderung umgehend Ihrem Arzt zu berichten.

Beim ersten Anzeichen eines Hautausschlags, einer Schleimhautläsion oder irgendwelcher anderer

Überempfindlichkeitssymptome sollte Parecoxib abgesetzt werden. Schwerwiegende Hautreaktionentreten bekanntermaßen unter NSAR einschließlich selektiven COX-2-Hemmern und anderen

Arzneimitteln auf. Jedoch scheint im Vergleich mit anderen selektiven COX-2-Hemmern die

Melderate für schwerwiegende Hautreaktionen mit Valdecoxib (dem aktiven Metaboliten von

Parecoxib) höher zu liegen. Für Patienten mit bekannter Allergie gegen Sulfonamide könnte einerhöhtes Risiko für Hautreaktionen bestehen (siehe Abschnitt 4.3). Auch bei Patienten ohne bekannte

Allergie gegen Sulfonamide könnte ein Risiko für schwerwiegende Hautreaktionen bestehen.

Überempfindlichkeit

Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie und Angioödem) wurden nach der Marktzulassung für

Valdecoxib und Parecoxib berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Einige dieser Reaktionen wurden bei

Patienten mit bekannten allergischen Reaktionen auf Sulfonamide beobachtet (siehe Abschnitt 4.3).

Beim ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion sollte Parecoxib abgesetzt werden.

Über Fälle von schwerer Hypotonie kurz nach der Parecoxib-Applikation wurde nach

Markteinführung von Parecoxib berichtet. Einige dieser Fälle traten ohne weitere Symptome einer

Anaphylaxie auf. Der Arzt sollte auf die Behandlung einer schweren Hypotonie vorbereitet sein.

Flüssigkeitsretention, Ödeme, renale Ereignisse

Wie bei anderen Arzneimitteln, die die Prostaglandinsynthese hemmen, wurden Flüssigkeitsretentionund Ödeme bei einigen Patienten beobachtet, die Parecoxib erhielten. Daher sollte Parecoxib bei

Patienten mit eingeschränkter Herzfunktion, vorbestehendem Ödem oder anderen Zuständen, die füreine Flüssigkeitsretention prädisponieren oder sie verschlimmern können, nur mit Vorsichtangewendet werden. Dies schließt Patienten ein, die eine diuretische Medikation erhalten oder einanderweitiges Risiko für eine Hypovolämie haben. Wenn es klinische Hinweise auf eine

Verschlechterung des Zustands dieser Patienten gibt, sollten entsprechende Maßnahmen einschließlichdes Absetzens von Parecoxib ergriffen werden.

Nach der Marktzulassung wurde bei Patienten, die Parecoxib erhielten, über das Auftreten akuter

Niereninsuffizienz berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Da die Prostaglandinsynthese-Hemmung zu einer

Verschlechterung der Nierenfunktion und zu einer vermehrten Flüssigkeitsretention führen kann, istbei der Anwendung von Dynastat an Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (siehe

Abschnitt 4.2) oder Hypertonie oder bei Patienten mit beeinträchtigter Herz- oder Leberfunktion odermit einer Neigung zur Flüssigkeitsretention Vorsicht geboten.

Bei Patienten mit Dehydratation muss die Behandlung mit Dynastat mit Vorsicht begonnen werden. Indiesem Fall ist es ratsam, die Patienten erst zu rehydrieren und dann mit der Dynastat-Therapie zubeginnen.

Hypertonie

Wie alle NSAR kann Parecoxib zum Auftreten einer neuen oder zur Verschlechterung einerbestehenden Hypertonie führen. Beides kann zu einem erhöhten Auftreten von kardiovaskulären

Ereignissen beitragen. Parecoxib sollten daher bei Patienten mit Hypertonie mit Vorsicht angewendetwerden. Der Blutdruck sollte während des Therapiebeginns und während der gesamten Therapiedauerengmaschig überwacht werden. Falls der Blutdruck signifikant ansteigt, sollte eine

Alternativbehandlung erwogen werden.

Leberfunktionsstörung

Dynastat darf bei Patienten mit mäßigen Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score 7 bis 9) nur mit

Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).

Anwendung mit oralen Antikoagulanzien

Die gleichzeitige Anwendung von NSAR und oralen Antikoagulanzien erhöht das Blutungsrisiko.

Dies betrifft orale Antikoagulanzien einschließlich Warfarin/ Cumarin-Derivate und neuartige orale

Antikoagulanzien (z. B. Apixaban, Dabigatran und Rivaroxaban) (siehe Abschnitt 4.5).

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Die Therapie mit Antikoagulanzien muss insbesondere in den ersten Tagen nach Beginn der Dynastat-

Therapie bei Patienten überwacht werden, die Warfarin oder andere Antikoagulanzien erhalten, da beidiesen Patienten ein erhöhtes Risiko für Blutungskomplikationen besteht. Patienten, die orale

Antikoagulanzien erhalten, sollten daher engmaschig auf ihre Thromboplastinzeit (INR) überwachtwerden, vor allem in den ersten Tagen nach Beginn der Behandlung oder nach einer Änderung der

Dosis von Parecoxib (siehe Abschnitt 4.4).

Dynastat hat keine Wirkung auf die durch Acetylsalicylsäure vermittelte Hemmung der

Thrombozytenaggregation oder die Blutungszeiten. Klinische Studien deuten darauf hin, dass

Dynastat zusammen mit niedrigdosierter Acetylsalicylsäure ( 325 mg) gegeben werden kann. Inklinischen Studien zeigte sich - wie auch bei anderen NSAR - bei gemeinsamer Anwendung mitniedrigdosierter Acetylsalicylsäure ein gegenüber der alleinigen Anwendung von Parecoxib erhöhtes

Risiko für gastrointestinale Ulzerationen und andere gastrointestinale Komplikationen (siehe

Abschnitt 5.1).

Die gleichzeitige Anwendung von Parecoxib mit Heparin hatte keinen Effekt auf die

Pharmakodynamik von Heparin (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) verglichen mit Heparinalleine.

Die Inhibition von Prostaglandinen durch NSAR, einschließlich COX-2-Hemmer, kann die Wirkungvon Angiotensin-Converting-Enzym(ACE)-Hemmern, Angiotensin-II-Antagonisten, Betablockernund Diuretika herabsetzen. Diese Wechselwirkung ist bei Patienten zu beachten, die neben Parecoxibgleichzeitig ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Antagonisten, Betablocker und Diuretika erhalten.

Bei älteren Patienten, volumenreduzierten Patienten (einschließlich solcher unter Diuretikatherapie)oder Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann die gleichzeitige Anwendung von NSAR,einschließlich selektiver COX-2-Hemmer, zusammen mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-

Antagonisten zu einer weiteren Verschlechterung der Nierenfunktion, einschließlich akuten

Nierenversagens, führen. Derartige Auswirkungen sind üblicherweise reversibel.

Aus diesen Gründen sollte die gleichzeitige Anwendung dieser Arzneimittel mit Vorsicht erfolgen. Esist eine angemessene Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen, und die Notwendigkeit einer Überwachungder Nierenfunktion sollte zu Beginn der Begleittherapie und im Anschluss in regelmäßigen Abständenbeurteilt werden.

Es wird angenommen, dass bei gleichzeitiger Anwendung von NSAR und Ciclosporin oder

Tacrolimus die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin oder Tacrolimus verstärkt wird, und zwardurch die Wirkungen der NSAR auf die Prostaglandine der Niere. Die Nierenfunktion muss überwachtwerden, wenn Parecoxib mit einem dieser Arzneimittel zusammen angewendet wird.

Dynastat kann zusammen mit Opioidanalgetika gegeben werden. In klinischen Studien wurde der

Tagesbedarf an bei Bedarf angewendeten Opioiden durch die gleichzeitige Gabe von Parecoxibsignifikant verringert.

Wirkungen anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Parecoxib (oder seines aktiven

Metaboliten Valdecoxib)

Parecoxib wird rasch zum aktiven Metaboliten Valdecoxib hydrolysiert. Beim Menschen zeigten

Studien, dass Valdecoxib hauptsächlich über die Isoenzyme CYP3A4 und 2C9 metabolisiert wird.

Die Valdecoxib-Plasmaexposition (AUC und Cmax) war bei gleichzeitiger Anwendung mit Fluconazol(hauptsächlich ein CYP2C9-Hemmer) erhöht (um 62 % bzw. 19 %). Dies zeigt, dass die Parecoxib-

Dosis bei Patienten, die eine Fluconazol-Therapie erhalten, reduziert werden muss.

Die Valdecoxib-Plasmaexposition (AUC und Cmax) war bei gleichzeitiger Anwendung mit

Ketoconazol (CYP3A4-Hemmer) erhöht (um 38 % bzw. 24 %), jedoch sollte eine Dosisanpassung bei

Patienten, die Ketoconazol erhalten, im Allgemeinen nicht notwendig sein.

Die Wirkung auf die Enzyminduktion wurde nicht untersucht. Bei gleichzeitiger Anwendung mit

Enzyminduktoren wie z. B. Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin oder Dexamethason kann die

Metabolisierung von Valdecoxib erhöht sein.

Wirkung von Parecoxib (oder seines aktiven Metaboliten Valdecoxib) auf die Pharmakokinetikanderer Arzneimittel

Eine Behandlung mit Valdecoxib (40 mg zweimal täglich über 7 Tage) führte bei Dextromethorphan(CYP2D6-Substrat) zu einem 3-fachen Anstieg der Plasmakonzentrationen. Daher ist beigleichzeitiger Anwendung von Dynastat und Arzneimitteln, die hauptsächlich über CYP2D6metabolisiert werden und einen engen therapeutischen Bereich besitzen (z. B. Flecainid, Propafenon,

Metoprolol), Vorsicht geboten.

Die Omeprazol (CYP2C19-Substrat)-Plasmaexposition von 40 mg einmal täglich war nach

Anwendung von Valdecoxib 40 mg zweimal täglich für 7 Tage um 46 % erhöht, während die

Plasmaexposition von Valdecoxib unverändert war. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass

Valdecoxib - obwohl es nicht durch CYP2C19 metabolisiert wird - ein Hemmer dieses Isoenzymssein kann. Daher ist bei der Anwendung von Dynastat zusammen mit Arzneimitteln, diebekannterweise CYP2C19-Substrate sind (z. B. Phenytoin, Diazepam oder Imipramin), Vorsichtgeboten.

Bei zwei pharmakokinetischen Wechselwirkungsstudien an Patienten mit rheumatoider Arthritis, dieeine stabile wöchentliche Methotrexat-Dosis (5 bis 20 mg/Woche als einzelne orale oderintramuskuläre Dosis) erhielten, hatte oral gegebenes Valdecoxib (10 mg zweimal täglich oder 40 mgzweimal täglich) eine geringe bis gar keine Wirkung auf die Steady-State-Plasmakonzentrationen von

Methotrexat. Allerdings wird zu Vorsicht geraten, wenn Methotrexat zusammen mit NSARverabreicht wird, da die Gabe von NSAR zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Methotrexat führenkann. Eine angemessene Überwachung der Methotrexat-bedingten Toxizität sollte bei gleichzeitiger

Anwendung von Parecoxib und Methotrexat in Erwägung gezogen werden.

Eine gleichzeitige Anwendung von Valdecoxib und Lithium führte zu einer signifikanten Abnahmeder Serumclearance (25 %) und der renalen Clearance (30 %) von Lithium mit einer um 34 % höheren

Serumexposition im Vergleich zu Lithium alleine. Die Serumkonzentration von Lithium muss bei

Patienten, die Lithium erhalten, zu Beginn oder bei einer Änderung der Parecoxib-Therapieengmaschig überwacht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Valdecoxib und Glibenclamid (CYP3A4-Substrat) hatte wedereinen Einfluss auf die Pharmakokinetik (Exposition) noch auf die Pharmakodynamik (Blutzucker- und

Insulinspiegel) von Glibenclamid.

Injizierbare Anästhetika

Die gleichzeitige i.v.-Anwendung von 40 mg Parecoxib und Propofol (CYP2C9-Substrat) oder

Midazolam (CYP3A4-Substrat) beeinflusste weder die Pharmakokinetik (Metabolismus und

Exposition) noch die Pharmakodynamik (Wirkungen auf das EEG, psychomotorische Tests und

Aufwachen aus Sedierung) von i.v. appliziertem Propofol oder i.v. appliziertem Midazolam. Darüberhinaus führte die gleichzeitige Gabe von Valdecoxib zu keiner klinisch signifikanten Wirkung auf diehepatische oder intestinale CYP3A4-vermittelte Metabolisierung von oral eingenommenem

Midazolam. Die intravenöse Anwendung von 40 mg Parecoxib zeigte keine signifikante Wirkung aufdie Pharmakokinetik von entweder i.v. appliziertem Fentanyl oder i.v. appliziertem Alfentanil(CYP3A4-Substrate).

Inhalierbare Anästhetika

Es wurden keine spezifischen Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Bei Operationsstudien, in denen

Parecoxib präoperativ angewendet wurde, ergab sich kein Hinweis auf eine pharmakodynamische

Wechselwirkung zwischen verabreichtem Parecoxib und den inhalierbaren Anästhetika Lachgas und

Isofluran (siehe Abschnitt 5.1).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine adäquaten Daten zur Anwendung von Parecoxib bei Schwangeren oder während des

Geburtsvorgangs vor. Die Hemmung der Prostaglandinsynthese kann sich jedoch nachteilig auf die

Schwangerschaft auswirken. Daten aus epidemiologischen Studien deuten auf ein erhöhtes Risiko für

Fehlgeburten nach Anwendung von Prostaglandinsynthesehemmern in der Frühphase der

Schwangerschaft hin. Bei Tieren konnte nachgewiesen werden, dass die Verabreichung von

Prostaglandinsynthesehemmern einschließlich Parecoxib zu erhöhten Verlusten vor und nach der

Einnistung und erhöhter embryofetaler Letalität (siehe Abschnitte 5.1 und 5.3) führt. Ab der20. Schwangerschaftswoche kann die Anwendung von Dynastat ein durch eine fötale

Nierenfunktionsstörung ausgelöstes Oligohydramnion verursachen. Dieses kann kurz nach Beginn der

Behandlung auftreten und ist in der Regel nach Absetzen der Behandlung reversibel. Darüber hinauswurde über eine Verengung des Ductus arteriosus nach einer Behandlung im 2. Trimenon der

Schwangerschaft berichtet, die sich in den meisten Fällen nach Absetzen der Behandlungzurückbildete. Daher sollte Dynastat während des 1. und 2. Trimenons der Schwangerschaft nichtverabreicht werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Wenn Dynastat von Frauen, dieschwanger werden möchten, oder während des 1. und 2. Trimenons der Schwangerschaft angewendetwird, sollte die Dosis so niedrig wie möglich und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich gehaltenwerden. Nach einer mehrtägigen Einnahme von Dynastat ab der 20. Schwangerschaftswoche sollteeine pränatale Überwachung hinsichtlich eines Oligohydramnions und einer Verengung des Ductusarteriosus erwogen werden. Dynastat sollte abgesetzt werden, wenn ein Oligohydramnion oder eine

Verengung des Ductus arteriosus festgestellt wird.

Während des 3. Trimenons der Schwangerschaft können alle Prostaglandinsynthesehemmer den Fötusden folgenden Risiken aussetzen:

- kardiopulmonale Toxizität (vorzeitige Verengung/vorzeitiger Verschluss des Ductusarteriosus sowie pulmonale Hypertonie)

- Nierenfunktionsstörung (siehe oben)

Zudem können die Mutter und das Neugeborene am Ende der Schwangerschaft den folgenden Risikenausgesetzt sein:

- mögliche Verlängerung der Blutungszeit und aggregationshemmende Wirkung, die auchbei sehr niedrigen Dosen auftreten kann

- Hemmung der Uteruskontraktionen, die zu verzögerten oder verlängerten Wehen führenkann

Folglich ist Dynastat im 3. Trimenon der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3und 5.3).

Stillzeit

Die Verabreichung einer Einzeldosis Parecoxib an stillende Frauen nach einem Kaiserschnitt führtezum Übergang einer relativ geringen Menge Parecoxib und seines aktiven Metaboliten Valdecoxib indie Muttermilch, woraus sich eine niedrige relative Dosis für den Säugling ergab (etwa 1 % dergewichtsadaptierten mütterlichen Dosis). Dynastat darf nicht bei stillenden Frauen angewendet werden(siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität

Wie auch bei anderen Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie die Cyclooxygenase-/

Prostaglandinsynthese hemmen, wird die Anwendung von Dynastat bei Frauen, die schwanger werdenmöchten, nicht empfohlen (siehe Abschnitte pct. 4.3, 5.1 und 5.3).

Aufgrund des Wirkmechanismus kann die Anwendung von NSAR den Eisprung verzögern oderverhindern, was bei manchen Frauen mit reversibler Infertilität verbunden war. Bei Frauen, die

Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, oder bei denen die Ursachen einer Infertilität untersuchtwerden, sollte ein Absetzen von NSAR einschließlich Dynastat erwogen werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Patienten, die sich unter Behandlung mit Dynastat benommen, schwindelig oder schläfrig fühlen,dürfen weder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen noch Maschinen bedienen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigste Nebenwirkung von Dynastat ist Übelkeit. Die schwersten Reaktionen treten gelegentlichbis selten auf und umfassen kardiovaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkt und ausgeprägte

Hypotonie sowie Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie, Angioödeme undschwerwiegende Hautreaktionen. Nach koronaren Bypass-Operationen haben Patienten, denen

Dynastat verabreicht wird, ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko für z. B. kardiovaskuläre/thromboembolische Ereignisse (einschließlich Myokardinfarkt, Schlaganfall/ TIA, Lungenembolieund tiefe Venenthrombosen, siehe Abschnitte 4.3 und 5.1), tiefe chirurgische Infektionen oder

Komplikationen bei der sternalen Wundheilung.

Nebenwirkungstabelle

Die folgenden Nebenwirkungen wurden in 28 placebokontrollierten klinischen Studien bei Patientenberichtet, die Parecoxib erhielten (n = 5402). Berichte aus den Erfahrungen nach der Markteinführungwerden mit der Häufigkeit 'nicht bekannt“ angegeben, da deren Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar ist. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die

Nebenwirkungen mit der MedDRA-Terminologie und nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Häufigkeit der Nebenwirkungen

Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt( 1/10) ( 1/100 bis ( 1/1.000 bis ( 1/10.000 bis< 1/10) < 1/100) < 1/1.000)

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Pharyngitis, abnormale serösealveoläre Wunddrainage im

Ostitis Sternum,

Wundinfektion

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystemspostoperative Thrombozytopenie

Anämie

Erkrankungen des Immunsystemsanaphylaktoide

Reaktion

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hypokaliämie Anorexie,

Hyperglykämie
Psychiatrische Erkrankungen

Agitation,

Schlaflosigkeit

Erkrankungen des Nervensystems

Hypästhesie, zerebrovaskuläre

Schwindelgefü Störungenhl

Häufigkeit der Nebenwirkungen

Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt( 1/10) ( 1/100 bis ( 1/1.000 bis ( 1/10.000 bis< 1/10) < 1/100) < 1/1.000)

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Ohrenschmerzen

Herzerkrankungen

Myokardinfarkt, Kreislaufkollaps,

Bradykardie dekompensierte

Herzinsuffizienz,

Tachykardie
Gefäßerkrankungen

Hypertonie, Hypertonie

Hypotonie (verschlechtert),orthostatische Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinumsrespiratorisch Lungenembolie Dyspnoee Insuffizienz

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Nausea Bauchschmerzegastroduodenale Ulzera, Pankreatitis,n, Erbrechen, gastroösophageale Ösophagitis,

Obstipation, Refluxkrankheit, Mundödem

Dyspepsie, Mundtrockenheit, (periorale

Flatulenz ungewöhnliche Schwellungen)gastrointestinale

Geräusche

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Pruritus, Ekchymose, Stevens-Johnson-

Hyperhidrose Exanthem, Urtikaria Syndrom, Erythemamultiforme,exfoliative

Dermatitis

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Rückenschm Arthralgieerzen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Oligurie akute Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsortperiphere Asthenie, Schmerzen an Überempfindlichke

Ödeme der Injektionsstelle, itsreaktionen wie

Reaktionen an der anaphylaktische

Injektionsstelle Reaktionen und

Angioödeme

Untersuchungenerhöhtes erhöhte

Kreatinin im Blutkreatinphosphokin

Blut ase-Werte, erhöhte

Blutlaktatdehydrogenase-Werte, SGOTerhöht, SGPT erhöht,erhöhte Blut-

Harnstoff-Stickstoff-

Werte

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Häufigkeit der Nebenwirkungen

Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Nicht bekannt( 1/10) ( 1/100 bis ( 1/1.000 bis ( 1/10.000 bis< 1/10) < 1/100) < 1/1.000)

Komplikationen nacheinem Eingriff (Haut)

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei der Anwendung nach Markteinführung wurde eine toxisch-epidermale Nekrolyse unter

Valdecoxib beobachtet, die auch bei Parecoxib nicht ausgeschlossen werden kann (siehe

Abschnitt 4.4). Weiterhin wurden die folgenden seltenen schweren Nebenwirkungen im

Zusammenhang mit NSAR beobachtet, die auch für Parecoxib nicht ausgeschlossen werden können:

Bronchospasmen und Hepatitis.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem* anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Bei einer Überdosierung von Parecoxib wurden Nebenwirkungen berichtet, die auch bei denempfohlenen Dosierungen von Parecoxib beschrieben wurden.

Patienten sollen im Falle einer akuten Überdosierung symptomatisch und unterstützend behandeltwerden. Es gibt kein spezifisches Antidot. Parecoxib ist ein Prodrug von Valdecoxib. Valdecoxib wirddurch Hämodialyse nicht entfernt. Diurese oder Alkalisierung des Urins sind aufgrund der hohen

Proteinbindung von Valdecoxib nicht geeignet.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiinflammatorische und antirheumatische Arzneimittel, Coxibe

ATC-Code: M01AH04

Parecoxib ist ein Prodrug von Valdecoxib. Valdecoxib ist ein innerhalb des klinischen Dosisbereichsselektiver COX-2-Hemmer. Die Cyclooxygenase ist verantwortlich für die Prostaglandinbildung. Eswurden zwei Isoformen, COX-1 und COX-2, identifiziert. Die COX-2 ist diejenige Isoform des

Enzyms, für die eine Induktion durch proinflammatorische Stimuli gezeigt wurde. Es wurde postuliert,dass sie in erster Linie für die Synthese prostanoider Mediatoren im Rahmen von Schmerzen,

Entzündungen und Fieber verantwortlich ist. Offenbar spielt die COX-2 auch bei der Ovulation, der

Implantation, beim Verschluss des Ductus arteriosus, der Regulierung der Nierenfunktion und

Funktionen des zentralen Nervensystems (Fieberinduktion, Schmerzempfindung und kognitive

Funktionen) eine Rolle. COX-2 könnte auch an der Abheilung von Ulzera beteiligt sein. Beim

Menschen wurde die COX-2 in Geweben um Magenulzera gefunden. Ihre Bedeutung im Rahmen des

Heilungsprozesses von Ulzera beim Menschen ist jedoch noch nicht nachgewiesen.

Der Unterschied in der thrombozytenhemmenden Aktivität zwischen einigen COX-1-hemmenden

NSAR und selektiven COX-2-Hemmern könnte bei Patienten mit einem Risiko fürthromboembolische Reaktionen von klinischer Signifikanz sein. COX-2-Hemmer reduzieren die

Bildung von systemischem (und damit möglicherweise auch endothelialem) Prostacyclin, ohne das

Thromboxan der Plättchen zu beeinflussen. Die klinische Relevanz dieser Beobachtungen ist bishernoch nicht geklärt.

Parecoxib wurde bisher bei einer Reihe größerer und kleinerer Operationen angewendet. Die

Wirksamkeit von Dynastat wurde in Schmerzstudien bei Dental-, gynäkologischen (Hysterektomie),orthopädischen (Knie- und Hüftersatz) und koronaren Bypass-Operationen nachgewiesen. Der erstewahrnehmbare analgetische Effekt trat nach 7 bis 13 Minuten ein, mit einer klinisch bedeutsamen

Analgesie nach 23 bis 39 Minuten und einem Wirkungsoptimum innerhalb von 2 Stunden nach Gabevon Einzeldosen von 40 mg i.v. oder i.m. Das Ausmaß des analgetischen Effektes einer 40-mg-Dosiswar vergleichbar mit der Gabe von 60 mg Ketorolac i.m. oder 30 mg Ketorolac i.v. Nach Gabe einer

Einmaldosis war die Dauer der Analgesie abhängig von der Dosis und dem klinischen Schmerzmodellund hielt zwischen 6 und über 12 Stunden an.

Anwendung von Parecoxib über 3 Tage hinaus

Die meisten Studien waren für eine Gabe von Parecoxib über einen Zeitraum von bis zu 3 Tagenkonzipiert. Die Daten aus 3 randomisierten, placebokontrollierten Studien, bei denen laut Prüfplaneine Behandlung mit Parecoxib über 3 Tage hinaus zulässig war, wurden zusammengefasst undanalysiert. In der zusammengefassten (gepoolten) Analyse von 676 Patienten erhielten 318 Placebound 358 Parecoxib. Von den mit Parecoxib behandelten Patienten erhielten 317 Patienten Parecoxibbis zu 4 Tage lang, 32 Patienten bis zu 5 Tage lang und nur 8 Patienten wurden bis zu 6 Tage lang und1 Patient 7 oder mehr Tage behandelt. Von den mit Placebo behandelten Patienten erhielten270 Patienten Placebo bis zu 4 Tage lang, 43 Patienten bis zu 5 Tage lang und nur 3 Patienten wurdenbis zu 6 Tage lang und 2 Patienten 7 oder mehr Tage behandelt. Die demografischen Daten beider

Gruppen waren vergleichbar. Die mittlere (Standardabweichung) Dauer der Behandlung betrug4,1 (0,4) Tage bei Parecoxib und 4,2 (0,5) Tage bei Placebo; der Bereich betrug 4 bis 7 Tage bei

Parecoxib und 4 bis 9 Tage bei Placebo. Die Inzidenz von unerwünschten Ereignissen bei Patienten,die 4 bis 7 Tage lang (mediane Dauer 4 Tage) Parecoxib erhielten, war nach Behandlungstag 3 geringund mit Placebo vergleichbar.

Opioideinsparende Wirkungen

In einer placebokontrollierten Studie bei orthopädischen und allgemeinchirurgischen Eingriffen (n =1050) erhielten die Patienten initial Dynastat in einer parenteralen Dosis von 40 mg i.v. gefolgt von20 mg zweimal täglich über mindestens 72 Stunden, und zwar zusätzlich zu einer Standardtherapie,die auch Opioide zur patientenkontrollierten Analgesie umfasste. An den Tagen 2 und 3 verringertesich der Opioidverbrauch unter der Therapie mit Dynastat um 7,2 mg und 2,8 mg (37 % und 28 %).

Dieser verminderte Opioidverbrauch ging mit einem signifikanten Rückgang der von Patientenberichteten opioidbedingten Begleitsymptome einher. Es zeigte sich eine zusätzliche

Schmerzlinderung im Vergleich zur Monotherapie mit Opioiden. Weitere Studien bei anderenchirurgischen Eingriffen erbrachten ähnliche Ergebnisse. Es gibt keine Hinweise darauf, dass es beigleichzeitiger Gabe zusammen mit Opioiden zu einer geringeren Gesamtnebenwirkungsrate von

Parecoxib im Vergleich mit Placebo kommt.

Gastrointestinale Studien

In Kurzzeitstudien (7 Tage) war die Inzidenz von endoskopisch feststellbaren gastroduodenalen Ulzerabzw. Erosionen bei jungen und älteren ( 65 Jahre) Probanden, die Dynastat (5 bis 21 %) erhaltenhatten, - obwohl höher als bei Placebo (5 bis 12 %) - statistisch signifikant niedriger als die Inzidenz,die unter NSAR (66 bis 90 %) beobachtet wurde.

Postoperative CABG-Studien zur Verträglichkeit

Zusätzlich zur routinemäßigen Erfassung von unerwünschten Ereignissen wurden im Voraus definierte

Ereigniskategorien, die von einem unabhängigen Expertengremium bewertet wurden, in zweiplacebokontrollierten Studien zur Verträglichkeit untersucht. Dabei erhielten die Patienten Parecoxibüber mindestens 3 Tage und wurden danach für 10 bis 14 Tage auf orales Valdecoxib umgestellt.

Während der Behandlung erhielten alle Patienten eine analgetische Standardtherapie.

Bei beiden CABG-Studien erhielten die Patienten vor der Randomisierung und während der gesamten

Studiendauer niedrigdosierte Acetylsalicylsäure.

Die erste CABG-Studie war eine 14-tägige placebokontrollierte Doppelblindstudie. Die Patientenwurden mindestens 3 Tage lang mit zweimal täglich 40 mg Parecoxib i.v. gefolgt von zweimal täglich40 mg Valdecoxib (Parecoxib/Valdecoxib-Gruppe: n = 311) oder mit Placebo/Placebo (n = 151)behandelt. Es wurden 9 im Voraus definierte Nebenwirkungskategorien untersucht (kardiovaskuläre/thromboembolische Ereignisse; Perikarditis; erstmaliges Auftreten oder Exazerbation einer

Herzinsuffizienz; Nierenfunktionsstörung/ Nierenversagen; Ulkuskomplikationen im oberen

Gastrointestinaltrakt; größere Blutungen außerhalb des GI-Trakts; Infektionen; nichtinfektiöse

Lungenbeschwerden und Tod). Im Vergleich zur Placebo-Gruppe ergab sich in der

Parecoxib/Valdecoxib-Gruppe sowohl für die Phase der i.v.-Gabe (0,0 % vs. 2,2 %) wie auch über diegesamte Studiendauer (1,3 % vs. 4,8 %) eine signifikant (p < 0,05) höhere Inzidenz ankardiovaskulären/ thromboembolischen Ereignissen (Myokardinfarkt, Ischämie, zerebrovaskuläre

Ereignisse, tiefe Venenthrombosen und Lungenembolie). Postoperative Wundheilungsstörungen(zumeist sternale Wundheilung) wurden unter der Parecoxib/Valdecoxib-Behandlung häufigerbeobachtet.

In der zweiten CABG-Studie wurden 4 im Voraus definierte Nebenwirkungskategorien untersucht(kardiovaskuläre/ thromboembolische Ereignisse; Nierenfunktionsstörung/ Nierenversagen;

Ulkuskomplikationen/ Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt; postoperative

Wundheilungsstörungen). Innerhalb von 24 Stunden nach ihrer CABG-Operation wurden die

Patienten in die folgenden Behandlungsgruppen randomisiert: zunächst eine Initialdosis von 40 mg

Parecoxib i.v. gefolgt von 20 mg i.v. alle 12 Stunden über mindestens 3 Tage und anschließend orales

Valdecoxib (20 mg alle 12 Stunden) für den Rest der 10-tägigen Behandlungszeit (n = 544); zunächsti.v. Placebo, dann orales Valdecoxib (n = 544); zunächst i.v. Placebo gefolgt von oralem Placebo(n = 548). Im Vergleich zur Placebo/Placebo-Gruppe (0,5 %) wurden in der Parecoxib/Valdecoxib-

Gruppe (2,0 %) signifikant (p = 0,033) mehr Ereignisse der Kategorie 'kardiovaskulär/thromboembolisch“ beobachtet. Die Behandlung mit Placebo und Valdecoxib war im Vergleich mitder Placebo/Placebo-Behandlung ebenfalls mit einer höheren Inzidenz kardiovaskulärer/thromboembolischer Ereignisse verbunden, der Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant.

Drei der insgesamt sechs kardiovaskulären/ thromboembolischen Ereignisse in der

Placebo/Valdecoxib-Gruppe traten während der Placebo-Behandlung auf. Diese Patienten erhieltenkein Valdecoxib. Die im Voraus definierten Ereignisse, die in allen drei Behandlungsgruppen amhäufigsten auftraten, betrafen die Kategorie 'postoperative Wundheilungsstörungen“ und schlossentiefe Infektionen von Operationswunden und Komplikationen bei der sternalen Wundheilung ein.

Bei keiner der im Voraus definierten anderen Ereigniskategorien (Nierenfunktionsstörung/

Nierenversagen; Ulkuskomplikationen im oberen Gastrointestinaltrakt; postoperative

Wundheilungsstörungen) ergab sich ein signifikanter Unterschied zwischen Verum und Placebo.

Allgemeinchirurgische Eingriffe

In einer großen (n = 1050) Studie bei überwiegend orthopädischen/ allgemeinchirurgischen Eingriffenerhielten die Patienten entweder zunächst eine Initialdosis von 40 mg Parecoxib i.v., dann mindestens3 Tage lang 20 mg Parecoxib i.v. alle 12 Stunden, gefolgt von 20 mg Parecoxib oral alle 12 Stundenfür den Rest der insgesamt 10-tägigen Behandlungszeit (n = 525) oder Placebo i.v. gefolgt von oralem

Placebo (n = 525). Bei diesen postoperativen Patienten ergab sich kein signifikanter Unterschied imallgemeinen Verträglichkeitsprofil (einschließlich der 4 oben in der 2. CABG-Studie im Vorausdefinierten Nebenwirkungskategorien) zwischen der Parecoxib/Valdecoxib- und der Placebo-

Behandlung.

Thrombozytenstudien

In einer Reihe von kleinen Studien mit mehrmaliger Gabe an junge und ältere Probanden hatte die

Gabe von 20 oder 40 mg Dynastat zweimal täglich keine Auswirkungen auf die

Thrombozytenaggregation oder Blutung - verglichen zu Placebo. Bei jungen Probanden hatte die

Gabe von 40 mg Dynastat zweimal täglich keinen klinisch signifikanten Effekt auf die durch

Acetylsalicylsäure vermittelte Hemmung der Thrombozytenfunktion (siehe Abschnitt 4.5).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach i.v.- oder i.m.-Injektion wird Parecoxib durch enzymatische Hydrolyse in der Leber schnell zu

Valdecoxib, der pharmakologisch aktiven Substanz, umgewandelt.

Resorption

Die durch Messung der Gesamtplasmakonzentration (AUC) und der maximalen Plasmakonzentration(Cmax) bestimmte Valdecoxib-Exposition ist nach Gabe von Einzeldosen von Dynastat im klinischen

Dosisbereich in etwa linear. Die AUC und Cmax sind nach zweimal täglicher Gabe von bis zu 50 mgi.v. und bis zu 20 mg i.m. linear. Die Steady-State-Plasmakonzentration von Valdecoxib wurde beizweimal täglicher Gabe innerhalb von 4 Tagen erreicht.

Nach i.v.- oder i.m.-Gabe von Einzeldosen von 20 mg Parecoxib wird Cmax von Valdecoxib nachungefähr 30 Minuten bzw. ungefähr 1 Stunde erreicht. Die Valdecoxib-Exposition war in Hinblick auf

AUC und Cmax nach i.v.- und i.m.-Anwendung vergleichbar. Die Parecoxib-Exposition war in

Hinblick auf AUC nach i.v.- oder i.m.-Anwendung vergleichbar. Die durchschnittliche Cmax von

Parecoxib war nach i.m.-Gabe niedriger im Vergleich zur i.v.-Bolusgabe, was auf eine langsameextravaskuläre Resorption nach i.m.-Gabe zurückzuführen ist. Diese Abnahme wird als nicht klinischrelevant erachtet, da die Cmax von Valdecoxib vergleichbar ist, unabhängig von einer i.v.- oder i.m.-

Gabe von Parecoxib.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen von Valdecoxib nach i.v.-Gabe beträgt ungefähr 55 Liter. Die Plasma-proteinbindung beträgt in dem mit der empfohlenen Maximaldosis von 80 mg/Tag erreichten

Konzentrationsbereich ungefähr 98 %. Valdecoxib, nicht aber Parecoxib, wird extensiv an

Erythrozyten gebunden.

Biotransformation

Parecoxib wird in vivo schnell und nahezu vollständig in Valdecoxib und Propionsäure umgewandelt,mit einer Plasmahalbwertszeit von ungefähr 22 Minuten. Die Elimination von Valdecoxib erfolgt übereinen ausgeprägten Leberstoffwechsel und schließt verschiedene Abbauwege ein, einschließlich überdie Isoenzyme Cytochrom P450 (CYP) 3A4 und CYP2C9 und die CYP-unabhängige

Glukuronidierung (etwa 20 %) der Sulfonamid-Untereinheit. Ein hydrolysierter Metabolit von

Valdecoxib (über den CYP-Abbauweg), der im menschlichen Plasma gefunden wurde, ist ein aktiver

COX-2-Hemmer. Er stellt ungefähr 10 % der Valdecoxib-Konzentration dar; wegen der niedrigen

Konzentration dieses Metaboliten ist nicht zu erwarten, dass dieser Metabolit nach Gabetherapeutischer Dosen von Parecoxib eine klinisch signifikante Wirkung hat.

Elimination

Valdecoxib wird über den Leberstoffwechsel eliminiert, wobei weniger als 5 % des Wirkstoffsunverändert im Urin gefunden werden. Es wird kein unverändertes Parecoxib im Urin und nur Spurenin den Fäzes gefunden. Ungefähr 70 % der Dosis werden in Form von inaktiven Metaboliten im Urinausgeschieden. Die Plasmaclearance (CLp) von Valdecoxib beträgt ca. 6 l/h. Nach i.v.- oderi.m.-Gabe von Parecoxib beträgt die Eliminationshalbwertszeit (t1/2) von Valdecoxib ungefähr8 Stunden.

Ältere Patienten

Dynastat wurde in Rahmen von Pharmakokinetik- und Therapiestudien an 335 älteren Patienten(65 bis 96 Jahre) angewendet. Bei gesunden älteren Freiwilligen war die tatsächliche Clearance von

Valdecoxib nach oraler Anwendung verringert, was, verglichen mit gesunden jungen Freiwilligen, zueiner ungefähr 40 % höheren Plasmaexposition (AUC) von Valdecoxib führte. Bezogen auf das

Körpergewicht war die Steady-State-Plasmakonzentration von Valdecoxib bei älteren Frauen ca. 16 %höher als bei älteren Männern (siehe Abschnitt 4.2).

Nierenfunktionsstörungen

Bei i.v.-Anwendung von 20 mg Dynastat an Patienten mit verschiedenen Graden von

Nierenfunktionsstörung wurde Parecoxib schnell aus dem Plasma entfernt. Da die Exkretion über den

Urin kein entscheidender Eliminationsweg für Valdecoxib ist, wurde keine Veränderung der

Valdecoxib-Clearance beobachtet, nicht einmal bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungenoder bei Patienten, die sich einer Dialyse unterziehen (siehe Abschnitt 4.2).

Leberfunktionsstörungen

Mäßige Leberfunktionsstörungen führen nicht zu einer Reduktion oder Erhöhung der

Umwandlungsrate von Parecoxib zu Valdecoxib. Bei Patienten mit mäßigen Leberfunktionsstörungen(Child-Pugh-Score 7 bis 9) soll die Behandlung mit der Hälfte der empfohlenen Dosis von Dynastatbegonnen werden und die maximale Tagesdosis soll auf 40 mg reduziert werden, da die Valdecoxib-

Expositionen bei diesen Patienten mehr als doppelt so hoch (130 % höher) waren. Patienten mitschweren Leberfunktionsstörungen wurden nicht untersucht; deshalb wird die Anwendung von

Dynastat bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.2und 4.3).

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie oder Toxizität beiwiederholter Gabe mit der 2-fachen maximalen Humanexposition von Parecoxib lassen diepräklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Jedoch entsprach bei den Studien zur chronischen Toxizität an Hunden und Ratten die systemische

Exposition von Valdecoxib (der aktive Metabolit von Parecoxib) in etwa dem 0,8-Fachen dersystemischen Exposition bei älteren Menschen bei der empfohlenen therapeutischen

Tagesmaximaldosis von 80 mg. Höhere Dosen waren mit einer Verschlechterung und verzögerten

Heilung von Hautinfektionen verknüpft, einem Effekt, der wahrscheinlich mit einer COX-2-Inhibitionassoziiert ist.

In Studien zur Reproduktionstoxizität traten Verluste nach Einnistung, Resorptionen und eineverringerte Gewichtszunahme beim Fötus bei Dosen auf, die bei Studien an Kaninchen keinematernale Toxizität zeigten. An Ratten wurde keine Wirkung von Parecoxib auf die männliche oderweibliche Fertilität beobachtet.

Die Wirkungen von Parecoxib in der Spätphase der Trächtigkeit oder in der prä- und postnatalen

Phase wurden nicht untersucht.

Die Einmalgabe von Parecoxib i.v. an laktierenden Ratten ergab in der Milch Konzentrationen an

Parecoxib, Valdecoxib und einem aktiven Metaboliten des Valdecoxib vergleichbar mit denjenigendes mütterlichen Plasmas.

Das kanzerogene Potenzial von Parecoxib wurde nicht untersucht.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Dinatriumhydrogenphosphat

Phosphorsäure und/ oder Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Dynastat und Opioide sollten nicht zusammen in derselben Spritze gegeben werden.

Die Verwendung von Ringer-Laktat-Injektionslösung oder Glucose 50 mg/ml (5 %) in Ringer-Laktat-

Injektionslösung zum Auflösen hat zur Folge, dass Parecoxib aus der Lösung ausfällt, und wird dahernicht empfohlen.

Die Verwendung von sterilem Wasser für Injektionszwecke wird nicht empfohlen, da die daraushergestellte Lösung nicht isoton ist.

Nach Rekonstitution

Dynastat darf nicht in den Infusionsschlauch eines anderen Arzneimittels injiziert werden. Der

Infusionsschlauch muss vor und nach der Dynastat-Injektion genügend lange mit einer kompatiblen

Lösung (siehe Abschnitt 6.6) gespült werden.

Die Injektion des rekonstituierten Arzneimittels in einen Infusionsschlauch, der Glucose 50 mg/ml(5 %) in Ringer-Laktat-Injektionslösung führt, oder in andere Flüssigkeiten zur intravenösen

Anwendung, die nicht unter Abschnitt 6.6 aufgelistet sind, wird nicht empfohlen, da dies eine

Ausfällung aus der Lösung verursachen kann.

6.3 Haltbarkeit

Die Haltbarkeitsdauer des nicht rekonstituierten Arzneimittels beträgt 3 Jahre.

Die chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung, die nicht im Kühlschrankgelagert oder eingefroren werden sollte, wurde für bis zu 24 Stunden bei 25 °C nachgewiesen. Dahersind 24 Stunden für das rekonstituierte Arzneimittel als maximale Haltbarkeitsdauer anzusehen.

Trotzdem sollte die rekonstituierte Lösung aufgrund des Risikos einer mikrobiologischen

Verunreinigung bei Injektionszubereitungen sofort verwendet werden, es sei denn, die Herstellung istunter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen erfolgt. Ist dies nicht der Fall, ist der

Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung vor der Anwendung verantwortlich,die normalerweise nicht länger als 12 Stunden bei 25 °C betragen sollten.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen vor der Zubereitungerforderlich.

Lagerungsbedingungen des rekonstituierten Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflaschen (5 ml) aus farblosem Typ-I-Glas mit einem Stopfen aus Butylkautschuk,verschlossen mit einem violetten Polypropylen-Schnappverschluss auf dem Aluminiumsiegel.

Dynastat ist in Packungen mit 10 Durchstechflaschen erhältlich.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Dynastat muss vor der Anwendung aufgelöst werden. Es ist frei von Konservierungsmitteln. Die

Zubereitung muss unter aseptischen Bedingungen erfolgen.

Lösungsmittel zur Zubereitung

Die zur Zubereitung zulässigen Lösungsmittel für Dynastat sind:

- Natriumchlorid-Injektions-/Infusionslösung 9 mg/ml (0,9 %)

- Glucoseinfusionslösung 50 mg/ml (5 %)

- Natriumchlorid- 4,5 mg/ml (0,45 %) und Glucose-Injektions-/Infusionslösung 50 mg/ml (5 %)

Vorgehensweise bei der Zubereitung

Arbeiten Sie aseptisch, um lyophilisiertes Parecoxib (als Parecoxib) aufzulösen. Entfernen Sie denvioletten Schnappverschluss, um den zentralen Bereich des Gummistopfens der Parecoxib-40-mg-

Durchstechflasche freizulegen. Ziehen Sie mit einer sterilen Nadel und Spritze 2 ml eines zulässigen

Lösungsmittels auf und durchstechen Sie mit der Nadel den zentralen Bereich des Gummistopfens,um das Lösungsmittel in die Parecoxib-40-mg-Durchstechflasche zu überführen. Lösen Sie das

Pulver vollständig unter vorsichtigem Umschütteln auf und überprüfen Sie die so hergestellte

Zubereitung vor deren Anwendung. Der gesamte Inhalt der Durchstechflasche sollte für eineeinmalige Anwendung aufgezogen werden.

Nach der Zubereitung sollte die Flüssigkeit eine klare Lösung sein. Dynastat muss vor der Anwendungvisuell auf Partikel und Farbveränderungen geprüft werden. Die Lösung darf nicht verwendet werden,wenn eine Farbveränderung, Trübung oder Partikel festgestellt werden. Dynastat muss innerhalb von24 Stunden nach der Zubereitung verwendet oder anschließend verworfen werden (siehe

Abschnitt 6.3).

Das zubereitete Produkt ist isoton.

Kompatible Lösungen bei Infusion in einen Infusionsschlauch

Nach Auflösung mit einem geeigneten Lösungsmittel darf Dynastat nur i.v. oder i.m. oder in einen

Infusionsschlauch injiziert werden mit:

- Natriumchlorid-Injektions-/Infusionslösung 9 mg/ml (0,9 %),

- Glucose-Infusionslösung 50 mg/ml (5 %),

- Natriumchlorid- 4,5 mg/ml (0,45 %) und Glucose-Injektions-/Infusionslösung 50 mg/ml (5 %)oder

- Ringer-Laktat-Injektionslösung.

Nur zum einmaligen Gebrauch. Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechendden nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Pfizer Europe MA EEIG

Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel

Belgien

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/02/209/005

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 22. März 2002

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. Januar 2012

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.