Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Dermatika, Mittel zur Behandlung der Dermatitis, exkl.
Corticosteroide, ATC-Code: D11AH05.
WirkmechanismusDupilumab ist ein rekombinanter, humaner, monoklonaler IgG4-Antikörper, der die Signalwege von
Interleukin-4 und Interleukin-13 hemmt. Den IL-4-Signalweg hemmt Dupilumab über den
Typ-I-Rezeptor (IL-4Rα/γc) und sowohl den IL-4- als auch den IL-13-Signalweg über den
Typ-II-Rezeptor (IL-4Rα/IL-13Rα). IL-4 und IL-13 sind wichtige Treiber von humanen
Erkrankungen, denen eine Typ-2-Inflammation zugrunde liegt, wie atopische Dermatitis, Asthma,
CRSwNP, Prurigo nodularis, eosinophile Ösophagitis und COPD. Durch Hemmung des IL-4-/IL-13-Signalwegs mit Dupilumab bei diesen Patienten kommt es zu einer Verringerung vieler
Mediatoren der Typ-2-Inflammation.
Pharmakodynamische WirkungenIn klinischen Studien zu atopischer Dermatitis war die Behandlung mit Dupilumab mit einer Senkungder Konzentration von Typ-2-Immunitätsbiomarkern wie TARC/CCL17 (thymus- undaktivierungsreguliertes Chemokin), des Gesamt-IgE im Serum sowie des allergenspezifischen IgE im
Serum gegenüber den Ausgangswerten (Baseline) assoziiert. Eine Abnahme der Laktatdehydrogenase(LDH), ein mit der Krankheitsaktivität und dem Schweregrad der atopischen Dermatitis assoziierter
Biomarker, wurde bei der Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen mit Dupilumab beobachtet.
Bei erwachsenen und jugendlichen Asthmapatienten kam es unter der Behandlung mit Dupilumab im
Vergleich zu Placebo zu einer deutlichen Verringerung von in klinischen Studien untersuchten Typ-2-
Biomarkern wie den FeNO-Werten und den Konzentrationen an Eotaxin-3, Gesamt-IgE,allergenspezifischem IgE, TARC und Periostin im Blutkreislauf. Diese Verringerungen von
Biomarkern der Typ-2-Inflammation waren für die Behandlungsschemata mit 200 mg Q2W und300 mg Q2W vergleichbar. Bei Kindern (6 bis 11 Jahre) mit Asthma kam es unter der Behandlung mit
Dupilumab im Vergleich zu Placebo zu einer deutlichen Verringerung von in klinischen Studienuntersuchten Typ-2-Biomarkern wie den FeNO-Werten und den Konzentrationen an Gesamt-IgE,allergenspezifischem IgE und TARC im Blutkreislauf. Diese Marker waren nach 2-wöchiger
Behandlung fast maximal supprimiert, mit Ausnahme von IgE, das eine langsamere Abnahme zeigte.
Diese Wirkungen hielten über die gesamte Behandlungsdauer an.
Bei Patienten mit COPD kam es unter der Behandlung mit Dupilumab im Vergleich zu Placebo zueiner Reduktion von Typ-2-Biomarkern, einschließlich der Werte von FeNO und Gesamt-IgE. Eine
Reduktion der FeNO-Werte wurde in Woche 4 beobachtet. Diese Wirkungen auf Typ-2-Biomarkerhielten über die gesamte Behandlungsdauer an
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei atopischer Dermatitis
Erwachsene mit atopischer Dermatitis
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab als Monotherapie sowie mit begleitenden TCSwurden in drei randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien (SOLO1, SOLO2 und
CHRONOS) mit 2 119 Patienten ab 18 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer AD beurteilt. Diesewurde definiert als ein Wert ≥ 3 gemäß IGA (Investigator’s Global Assessment), ein Wert ≥ 16 gemäß
EASI (Eczema Area and Severity Index) und einer betroffenen Körperoberfläche (Body Surface Area,
BSA) von mindestens ≥ 10 %. Patienten, die für die drei Studien geeignet waren und in dieseeingeschlossen wurden, hatten zuvor nur unzureichend auf eine topische Medikation angesprochen.
In allen drei Studien erhielten die Patienten Dupilumab als subkutane (s. c.) Injektionen mit1) einer Anfangsdosis von 600 mg Dupilumab (zwei Injektionen zu je 300 mg) an Tag 1, gefolgt von300 mg einmal alle zwei Wochen (Q2W) oder2) einer Anfangsdosis von 600 mg Dupilumab an Tag 1, gefolgt von 300 mg einmal wöchentlich(QW) oder3) ein entsprechendes Placebo.
Um als unerträglich empfundene Symptome der atopischen Dermatitis zu lindern, konnten die
Patienten nach Ermessen des Prüfarztes eine Rescue-Therapie erhalten (u. a. topische Steroide mithöherer Wirksamkeit oder systemische Immunsuppressiva). Patienten, die eine Rescue-Therapieerhielten, wurden als Non-Responder eingestuft.
Endpunkte
In allen drei Studien bestanden die koprimären Endpunkte aus dem Anteil der Patienten mit einem
IGA-Wert von 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“), bei denen sich der Wert aufeiner IGA-Skala von 0 bis 4 um ≥ 2 Punkte verbesserte, sowie dem Anteil der Patienten, deren
EASI-Wert sich um mindestens 75 % (EASI-75) verbesserte. Die wichtigsten sekundären und andereklinisch relevante sekundäre Endpunkte sind in Tabelle 7 dargestellt.
Patientencharakteristika bei Baseline
In den Monotherapie-Studien (SOLO1 und SOLO2) lag das mittlere Alterbehandlungsgruppenübergreifend bei 38,3 Jahren und das mittlere Gewicht bei 76,9 kg. 42,1 % der
Studienteilnehmer waren Frauen, 68,1 % Weiße, 21,8 % Asiaten und 6,8 % Schwarze. In diesen
Studien hatten 51,6 % der Patienten einen Baseline-IGA-Wert von 3 (mittelschwere AD), 48,3 %einen Baseline-IGA-Wert von 4 (schwere AD) und 32,4 % der Patienten hatten in der Vergangenheitsystemische Immunsuppressiva erhalten. Zur Baseline betrug der mittlere EASI-Wert 33,0, derwöchentliche Durchschnittswert gemäß Pruritus NRS (Numerical Rating Scale) 7,4, der mittlere
POEM-Wert 20,5, der mittlere DLQI-Wert 15,0 und der mittlere HADS-Gesamtwert 13,3.
In der Studie mit Dupilumab + TCS (CHRONOS) lag das mittlere Alterbehandlungsgruppenübergreifend bei 37,1 Jahren und das mittlere Gewicht bei 74,5 kg. 39,7 % der
Studienteilnehmer waren Frauen, 66,2 % Weiße, 27,2 % Asiaten und 4,6 % Schwarze. In dieser Studiehatten 53,1 % der Patienten einen Baseline-IGA-Wert von 3, 46,9 % einen Baseline-IGA-Wert von 4und 33,6 % der Patienten hatten in der Vergangenheit systemische Immunsuppressiva erhalten. Zur
Baseline betrug der mittlere EASI-Wert 32,5, der wöchentliche Durchschnittswert gemäß Pruritus
NRS 7,3, der mittlere POEM-Wert 20,1, der mittlere DLQI-Wert 14,5 und der mittlere
HADS-Gesamtwert 12,7.
Klinisches Ansprechen16-wöchige Monotherapie-Studien (SOLO1 und SOLO2) und 52-wöchige Studie mit begleitenden TCS(CHRONOS)
In den Studien SOLO1, SOLO2 und CHRONOS erreichte im Vergleich zu Placebo von der Baselinebis Woche 16 ein signifikant höherer Anteil an Patienten, denen randomisiert Dupilumab zugewiesenworden war, ein IGA-Ansprechen von 0 oder 1, den EASI-75 und/oder eine Verbesserung um≥ 4 Punkte auf der Pruritus NRS (wichtiger sekundärer Endpunkt) (siehe Tabelle 7).
Im Vergleich zu Placebo oder Placebo + TCS erreichte ein signifikant höherer Anteil an Patienten, die
Dupilumab allein oder in Kombination mit TCS erhielten, eine schnelle Verbesserung auf der Pruritus
NRS (definiert als Verbesserung um ≥ 4 Punkte bereits in Woche 2, p < 0,01 bzw. p < 0,05).
In der CHRONOS-Studie wurde ein anhaltender Behandlungseffekt bis Woche 52 beobachtet (siehe
Tabelle 7).
Für alle drei Studien sind die Wirksamkeitsergebnisse für koprimäre, wichtige sekundäre und andereklinisch relevante sekundäre Endpunkte in Tabelle 7 dargestellt.
Tabelle 7: Wirksamkeitsergebnisse der Dupilumab-Monotherapie in Woche 16 (FAS) und mitbegleitenden TCSa in Woche 16 und Woche 52
SOLO1 Woche 16 SOLO2 Woche 16 CHRONOS CHRONOS(FAS)b (FAS)b Woche 16 (FAS)h Woche 52(FAS Woche 52)h
Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab300 mg 300 mg + TCS 300 mg + TCS 300 mg
Q2W Q2W Q2W Q2W+ TCS + TCS
Randomisierte
Patienten 224 224 236 233 315 106 264 89
IGA 0 oder 1c,% Responderd 10,3 % 37,9 %g 8,5 % 36,1 %g 12,4 % 38,7 %g 12,5 % 36,0 %g
EASI-50,% Responderd 24,6 % 68,8 %g 22,0 % 65,2 %g 37,5 % 80,2 %j 29,9 % 78,7 %j
EASI-75,% Responderd 14,7 % 51,3 %g 11,9 % 44,2 %g 23,2 % 68,9 %g 21,6 % 65,2 %g
EASI-90,% Responderd 7,6 % 35,7 %g 7,2 % 30,0 %g 11,1 % 39,6 %j 15,5 % 50,6 %j
SOLO1 Woche 16 SOLO2 Woche 16 CHRONOS CHRONOS(FAS)b (FAS)b Woche 16 (FAS)h Woche 52(FAS Woche 52)h
Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab300 mg 300 mg + TCS 300 mg + TCS 300 mg
Q2W Q2W Q2W Q2W+ TCS + TCS
Pruritus NRS,mittlere LS-
Veränderung in% gegenüberder Baseline -26,1 % -51,0 %g -15,4 % -44,3 %g -30,3 % -56,6 %g -31,7 % -57,0 %i(+/- SE) (3,02) (2,50) (2,98) (2,28) (2,36) (3,95) (3,95) (6,17)
Pruritus NRS(> 4 Punkte
Verbesserung), 12,3 % 40,8 %g 9,5 % 36,0 %g 19,7 % 58,8 %g 12,9 % 51,2 %g% Responderd, e, f (26/212) (87/213) (21/221) (81/225) (59/299) (60/102) (32/249) (44/86)
LS = Least Squares [Methode der kleinsten Quadrate]; SE = Standard Error [Standardfehler]a Alle Patienten erhielten eine Hintergrundbehandlung mit TCS (Topical Corticosteroids) und durften TCI(Topical Calcineurin Inhibitors) anwenden.b Der FAS (Full Analysis Set [Gesamtanalyse-Datensatz]) umfasst alle randomisierten Patienten.c Responder wurde definiert als ein Patient mit IGA 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“)mit einer Verbesserung um ≥ 2 Punkte auf einer von 0 bis 4 reichenden IGA-Skala.d Patienten, die eine Rescue-Therapie erhielten oder bei denen Daten fehlten, wurden als Non-Respondereingestuft.e Anzahl an Patienten mit einer Verbesserung auf der Pruritus NRS um ≥ 4 Punkte gegenüber der Baselinef In Woche 2 zeigten im Vergleich zum Placebo signifikant mehr mit Dupilumab behandelte Patienten eine
Verbesserung auf der Pruritus NRS um ≥ 4 Punkte (p < 0,01).g p-Wert < 0,0001, statistisch signifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples Testenh Der FAS (Full Analysis Set [Gesamtanalyse-Datensatz]) umfasst alle randomisierten Patienten. Der FAS in
Woche 52 umfasst alle Patienten, die mindestens ein Jahr vor dem Zeitpunkt des Datenschnitts der primären
Analyse randomisiert wurden.
i nominaler p-Wert = 0,0005j nominaler p-Wert = 0,0001
In den Studien SOLO1, SOLO2 und CHRONOS wurden bei Patienten, die Dupilumab 300 mg einmalwöchentlich (QW) erhielten, vergleichbare Ergebnisse beobachtet.
Abbildung 1a und Abbildung 1b zeigen die mittlere prozentuale Veränderung der EASI- bzw.
Pruritus-NRS-Werte von der Baseline bis Woche 16 in den Studien SOLO1 und SOLO2.
Abbildung 2a und Abbildung 2b zeigen die mittlere prozentuale Veränderung der EASI- bzw.
Pruritus-NRS-Werte von der Baseline bis Woche 52 in der CHRONOS-Studie.
Abbildung 1: Mittlere prozentuale Veränderung von EASI (Abb. 1a) und Pruritus NRS(Abb. 1b) in den Studien SOLO1a und SOLO2a (FAS)b
Abbildung 1a: SOLO1 und SOLO2 EASI Abbildung 1b: SOLO1 und SOLO2 Pruritus NRS
LS = Least Squares [Methode der kleinsten Quadrate]a In den primären Analysen der Wirksamkeitsendpunkte wurden Patienten, die eine Rescue-Therapie erhieltenoder bei denen Daten fehlten, als Non-Responder eingestuft.b Der FAS (Full Analysis Set [Gesamtanalyse-Datensatz]) umfasst alle randomisierten Patienten.
Abbildung 2: Mittlere prozentuale Veränderung von EASI und Pruritus NRS in der
CHRONOS-Studiea (FAS Woche 52)b
Abbildung 2a: CHRONOS EASI Abbildung 2b: CHRONOS Pruritus NRS
LS = Least Squares [Methode der kleinsten Quadrate]a In den primären Analysen der Wirksamkeitsendpunkte wurden Patienten, die eine Rescue-Therapie erhieltenoder bei denen Daten fehlten, als Non-Responder eingestuft.b Der FAS (Full Analysis Set [Gesamtanalyse-Datensatz]) umfasst alle Patienten, die mindestens ein Jahr vordem Zeitpunkt des Datenschnitts der primären Analyse randomisiert wurden.
In den Studien SOLO1, SOLO2 und CHRONOS stimmten die Behandlungseffekte in den
Untergruppen (Gewicht, Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft sowie Hintergrundbehandlungeinschließlich Immunsuppressiva) mit den Ergebnissen in der jeweiligen Gesamtstudienpopulationüberein.
Klinisches Ansprechen bei Patienten, die unter einer Ciclosporin-Behandlung unzureichend eingestelltwaren, eine Unverträglichkeit gegenüber Ciclosporin aufwiesen oder für die diese Behandlungmedizinisch nicht ratsam war (CAFE-Studie)
Im Rahmen eines 16-wöchigen Behandlungszeitraums wurde in der CAFE-Studie die Wirksamkeitvon Dupilumab gegenüber Placebo mit begleitender TCS-Gabe bewertet. Bei den Studienteilnehmernhandelte es sich um erwachsene Patienten mit AD, die unter oralem Ciclosporin unzureichendeingestellt waren, dieses nicht vertrugen oder für die diese Behandlung medizinisch nicht ratsam oderkontraindiziert war.
Insgesamt wurden 325 Patienten eingeschlossen, von denen 210 bereits in der Vergangenheit
Ciclosporin erhalten hatten, und 115 Patienten, die noch nie Ciclosporin erhalten hatten, da für sie eine
Ciclosporin-Behandlung medizinisch nicht ratsam war. Das mittlere Alter lag bei 38,4 Jahren, 38,8 %der Patienten waren Frauen, der mittlere EASI-Wert betrug bei der Baseline 33,1, die mittlerebetroffene BSA 55,7 %, der wöchentliche Durchschnittswert gemäß Pruritus NRS 6,4 und der mittlere
DLQI-Wert 13,8.
Sowohl der primäre Endpunkt (Anteil an Patienten mit EASI-75-Ansprechen) als auch die sekundären
Endpunkte der 16-wöchigen CAFE-Studie sind in Tabelle 8 zusammenfassend dargestellt.
Tabelle 8: Ergebnisse der primären und sekundären Endpunkte der CAFE-Studie
Placebo + TCS Dupilumab Dupilumab300 mg 300 mg
Q2W + TCS QW + TCS
Randomisierte Patienten 108 107 110
EASI-75, % Responder 29,6 % 62,6 % 59,1 %
EASI, mittlere LS-Veränderungin % gegenüber der Baseline -46,6 -79,8 -78,2(+/- SE) (2,76) (2,59) (2,55)
Pruritus NRS, mittlere
LS-Veränderung in % gegenüber -25,4 % -53,9 % -51,7 %der Baseline (+/- SE) (3,39) (3,14) (3,09)
DLQI, mittlere LS-Veränderung -4,5 -9,5 -8,8gegenüber der Baseline (SE) (0,49) (0,46) (0,45)(sämtliche p-Werte < 0,0001, statistisch signifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples Testen)
In der Patientenuntergruppe der 52-wöchigen CHRONOS-Studie, die der Studienpopulation der
CAFE-Studie ähnelte, erreichten bis Woche 16 69,6 % der mit Dupilumab 300 mg alle 2 Wochen(Q2W) behandelten Patienten ein EASI-75-Ansprechen, während es bei den mit Placebo behandelten
Patienten 18,0 % waren. Bis Woche 52 erreichten 52,4 % der mit Dupilumab 300 mg Q2Wbehandelten Patienten ein EASI-75-Ansprechen gegenüber der Placebo-Gruppe mit 18,6 %. In dieser
Untergruppe lag die prozentuale Veränderung des Pruritus-NRS-Werts von der Baseline bis Woche 16bei -51,4 % unter Dupilumab 300 mg Q2W und bei -30,2 % unter Placebo beziehungsweise bis
Woche 52 bei -54,8 % in der Gruppe mit Dupilumab 300 mg Q2W und bei -30,9 % in der
Placebo-Gruppe.
Aufrechterhaltung und Dauer des Ansprechens (SOLO-CONTINUE-Studie)
Um Aufrechterhaltung und Dauer des Ansprechens zu bewerten, wurden die Studienteilnehmer, die inden Vorläufer-Studien SOLO1 und SOLO2 16 Wochen lang mit Dupilumab behandelt wurden undeinen IGA-Wert von 0 oder 1 oder ein EASI-75-Ansprechen erreichten, in die Studie SOLO
CONTINUE randomisiert. Diese umfasste zusätzliche 36 Wochen Behandlung mit Dupilumab oder
Placebo, womit die Gesamtdauer der Studienbehandlung 52 Wochen betrug. Die Beurteilung der
Endpunkte erfolgte in Woche 51 oder 52.
Die koprimären Endpunkte waren
- der Unterschied zwischen der Baseline (Woche 0) und Woche 36 in prozentualem EASI-Ansprechen(jeweils gemessen in Relation zur Baseline der Vorläufer-Studie) und
- der prozentuale Anteil an Patienten mit einem EASI-75-Ansprechen in Woche 36 bei Patienten, diebereits bei der Baseline (Woche 0) ein EASI-75-Ansprechen hatten.
Bei Patienten, die dasselbe Behandlungsschema beibehielten, das sie in den Studien SOLO1 und
SOLO2 erhielten (300 mg alle 2 Wochen [Q2W] oder 300 mg einmal wöchentlich [QW]), konnte einoptimaler Erhaltungseffekt des klinischen Ansprechens nachgewiesen werden, während die
Wirksamkeit bei anderen Dosierungsschemata dosisabhängig abnahm.
Primäre und sekundäre Endpunkte für die 52-wöchige SOLO-CONTINUE-Studie sind in Tabelle 9zusammengefasst.
Tabelle 9: Ergebnisse der primären und sekundären Endpunkte der SOLO-CONTINUE-Studie
Placebo Dupilumab 300 mg
Q8W Q4W Q2W/QWn = 83 n = 84 n = 86 n = 169
Koprimäre Endpunkte
Mittlere LS-Veränderung (SE) zwischen der 21,7 6,8*** 3,8*** 0,1***
Baseline und Woche 36 in prozentualer EASI- (3,13) (2,43) (2,28) (1,74)
Veränderung gegenüber der Baseline der
Vorläufer-Studie
Prozentualer Anteil an Patienten mit EASI-75- 24/79 45/82* 49/84** 116/162***
Ansprechen in Woche 36 bei Patienten mit (30,4 %) (54,9 %) (58,3 %) (71,6 %)
EASI-75-Ansprechen bei der Baseline(n [%])
Wichtige sekundäre Endpunkte
Prozentualer Anteil an Patienten, deren IGA- 18/63 32/64† 41/66** 89/126***
Wert in Woche 36 um 1 Punkt im Vergleich (28,6) (50,0) (62,1) (70,6)zum Baseline-Wert aufrechterhalten wurde,innerhalb der Patientengruppe mit IGA 0 oder1 bei der Baseline(n [%])
Prozentualer Anteil an Patienten mit IGA 0 9/63 21/64† 29/66** 68/126***oder 1 in Woche 36 innerhalb der (14,3) (32,8) (43,9) (54,0)
Patientengruppe mit IGA 0 oder 1 bei der
Baseline(n [%])
Prozentualer Anteil an Patienten, deren Peak- 56/80 45/81 41/83† 57/168***
Pruritus-NRS-Wert von der Baseline bis (70,0) (55,6) (49,4) (33,9)
Woche 35 um ≥ 3 Punkte anstieg, innerhalbder Patientengruppe mit einem Peak-Pruritus-
NRS-Wert bei der Baseline ≤ 7(n [%])† p-Wert < 0,05; * p-Wert < 0,01; ** p-Wert < 0,001; *** p-Wert ≤ 0,0001 (alle statistisch signifikant gegenüber
Placebo nach Korrektur für multiples Testen)
In der SOLO-CONTINUE-Studie wurde eine Tendenz zu behandlungsbedingten positiven ADA-
Reaktionen mit verlängerten Dosierungsintervallen beobachtet. Behandlungsbedingte ADA-
Reaktionen: QW: 1,2 %; Q2W: 4,3 %; Q4W: 6,0 %; Q8W: 11,7 %. ADA-Reaktionen, die länger als12 Wochen andauerten: QW: 0,0 %; Q2W: 1,4 %; Q4W: 0,0 %; Q8W: 2,6 %.
Ergebnisse zur Lebensqualität/patientenberichtete Endpunkte bei atopischer Dermatitis
Im Vergleich zu Placebo wurden in beiden Monotherapie-Studien (SOLO1 und SOLO2) bis Woche 16sowohl in der Gruppe mit Dupilumab 300 mg alle 2 Wochen (Q2W) als auch in der Gruppe mit
Dupilumab 300 mg einmal wöchentlich (QW) signifikante Verbesserungen hinsichtlich der subjektivvon Patienten angegebenen Symptome verzeichnet. Dies galt auch für die Auswirkungen der AD aufdie Schlafqualität, Angst- und Depressionssymptome gemäß HADS-Gesamtbewertung und diegesundheitsbezogene Lebensqualität gemäß den POEM- und DLQI-Gesamtwerten (siehe Tabelle 10).
Ebenso verbesserten in der Studie mit begleitenden TCS (CHRONOS) Dupilumab 300 mg Q2W +
TCS und Dupilumab 300 mg QW + TCS im Vergleich zu Placebo + TCS die subjektiv von Patientenangegebenen Symptome sowie die Auswirkungen der AD auf die Schlafqualität und diegesundheitsbezogene Lebensqualität gemäß POEM- und DLQI-Gesamtbewertung in Woche 52 (siehe
Tabelle 10).
Tabelle 10: Zusätzliche Ergebnisse der sekundären Endpunkte unter Dupilumab als
Monotherapie und mit begleitenden TCS in Woche 16 und Woche 52
SOLO1 SOLO2 CHRONOS CHRONOS
Woche 16 (FAS) Woche 16 (FAS) Woche 16 (FAS) Woche 52(FAS Woche 52)
Plac ebo Dupilumab Plac ebo Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab300 mg Q2W 300 mg Q2W +TCS 300 mg Q2W +TCS 300 mg Q2W+ TCS + TCS
Randomisierte224 224 236 233 315 106 264 89
Patienten
DLQI, mittlere
LS-Veränderung -5,3 -9,3a -3,6 -9,3a -5,8 -10,0f -7,2 -11,4fgegenüber der (0,50) (0,40) (0,50) (0,38) (0,34) (0,50) (0,40) (0,57)
Baseline (SE)
POEM, mittlere
LS-Veränderung -5.1 -11,6a -3,3 -10,2a -5,3 -12,7f -7,0 -14,2fgegenüber der (0,67) (0,49) (0,55) (0,49) (0,41) (0,64) (0,57) (0,78)
Baseline (SE)
HADS, mittlere
LS-Veränderung -3,0 -5,2b -0,8 -5,1a -4,0 -4,9c -3,8 -5,5egegenüber der (0,65) (0,54) (0,44) (0,39) (0,37) (0,58) (0,47) (0,71)
Baseline (SE)
DLQI(≥ 4 Punkte 30,5 % 64,1 %f 27,6 % 73,1 %f 43,0 % 74,3 %f 30,3 % 80,0 %f
Verbesserung), (65/213) (134/209) (62/225) (163/223) (129/300) (231/311) (77/254) (68/85)% Responderd
POEM(≥ 4 Punkte 26,9 % 67,6 %f 24,4 % 71,7 %f 36,9 % 77,4 %f 26,1 % 76,4 %f
Verbesserung), (60/223) (150/222) (57/234) (167/233) (115/312) (246/318) (68/261) (68/89)% Responderd
Patienten, dieeinen HADS-
Angst- und 12,4 % 41,0 %f 6,1 % 39,5 %f 26,4 % 47,4 %g 18,0 % 43,4 %g
HADS-Depres- (12/97) (41/100) (7/115) (51/129) (39/148) (73/154) (24/133) (23/53)sionswert < 8erreichten, %d
LS = Least Squares [Methode der kleinsten Quadrate]; SE = Standard Error [Standardfehler]a p-Wert < 0,0001, b p-Wert < 0,001, c p-Wert < 0,05 (alle statistisch signifikant gegenüber Placebo nach
Korrektur für multiples Testen)d Anzahl an Patienten mit einer Verbesserung von Pruritus DLQI, POEM und HADS gegenüber der Baselinee nominaler p-Wert < 0,05, f nominaler p-Wert < 0,0001, g nominaler p-Wert < 0,001
In den Studien SOLO1, SOLO2 und CHRONOS wurden bei Patienten, die Dupilumab 300 mg einmalwöchentlich (QW) erhielten, vergleichbare Ergebnisse beobachtet.
Jugendliche mit atopischer Dermatitis (12 bis 17 Jahre)
Die Wirksamkeit und Sicherheit einer Monotherapie mit Dupilumab bei Jugendlichen wurden in einermultizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie (AD-1526) an 251jugendlichen Patienten von 12 bis 17 Jahre mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis(AD) beurteilt. Diese wurde definiert als ein Wert ≥ 3 gemäß IGA (Investigator’s Global Assessment)bei der Gesamtbeurteilung der AD-Läsionen auf einer Schweregrad-Skala von 0 bis 4, ein Wert ≥ 16gemäß EASI (Eczema Area and Severity Index) auf einer Skala von 0 bis 72 und einer betroffenen
Körperoberfläche (Body Surface Area, BSA) von mindestens ≥ 10 %. Patienten, die für die Studiegeeignet waren und in diese eingeschlossen wurden, hatten zuvor nur unzureichend auf eine topische
Medikation angesprochen.
Die Patienten erhielten Dupilumab als subkutane (s. c.) Injektion mit1) einer Anfangsdosis von 400 mg Dupilumab (zwei Injektionen zu je 200 mg) an Tag 1, gefolgt von200 mg einmal alle zwei Wochen (Q2W), bei einem Ausgangsgewicht von < 60 kg oder einer
Anfangsdosis von 600 mg Dupilumab (zwei Injektionen zu je 300 mg) an Tag 1, gefolgt von 300 mg
Q2W, bei einem Ausgangsgewicht von ≥ 60 kg oder2) einer Anfangsdosis von 600 mg Dupilumab (zwei Injektionen zu je 300 mg) an Tag 1, gefolgt von300 mg alle 4 Wochen (Q4W), unabhängig vom Ausgangsgewicht oder3) ein entsprechendes Placebo.
Um als unerträglich empfundene Symptome der atopischen Dermatitis zu lindern, konnten die
Patienten nach Ermessen des Prüfarztes eine Rescue-Therapie erhalten. Patienten, die eine Rescue-
Therapie erhielten, wurden als Non-Responder eingestuft.
In dieser Studie betrug das mittlere Alter 14,5 Jahre, das mediane Körpergewicht 59,4 kg, 41,0 % der
Patienten waren weiblich, 62,5 % Weiße, 15,1 % Asiaten und 12,0 % Schwarze. Zu Studienbeginnhatten 46,2 % der Patienten einen Baseline-IGA-Wert von 3 (mittelschwere AD), 53,8 % einen
Baseline-IGA-Wert von 4 (schwere AD), die mittlere BSA-Beteiligung betrug 56,5 % und 42,4 % der
Patienten hatten in der Vergangenheit systemische Immunsuppressiva erhalten. Zu Baseline betrug dermittlere EASI-Wert 35,5, der wöchentliche Durchschnittswert gemäß Pruritus NRS (Numerical Rating
Scale) 7,6, der mittlere POEM-(Patient Oriented Eczema Measure-)Wert 21,0 und der mittlere
CDLQI-(Children Dermatology Life Quality Index-)Wert 13,6. Insgesamt lag bei 92,0 % der Patientenmindestens eine allergische Begleiterkrankung vor; 65,6 % hatten allergische Rhinitis, 53,6 % Asthmaund 60,8 % Nahrungsmittelallergien.
Der koprimäre Endpunkt war der Anteil der Patienten mit IGA 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fasterscheinungsfrei“) mit einer Verbesserung um ≥ 2 Punkte und der Anteil der Patienten mit EASI-75(EASI-Verbesserung um mindestens 75 %) zwischen Baseline und Woche 16.
Klinisches AnsprechenDie Wirksamkeitsergebnisse aus Woche 16 der Studie für atopische Dermatitis bei Jugendlichen sindin Tabelle 11 angegeben.
Tabelle 11: Wirksamkeitsergebnisse der Dupilumab-Therapie aus Woche 16 der Studie füratopische Dermatitis bei Jugendlichen (FAS)
AD-1526 (FAS)a
Placebo Dupilumab200 mg (< 60 kg) und300 mg (≥ 60 kg)
Q2W
Randomisierte Patienten 85a 82a
IGA 0 oder 1b, % Responderc 2,4 % 24,4 %d
EASI-50, % Responderc 12,9 % 61,0 %d
EASI-75, % Responderc 8,2 % 41,5 %d
EASI-90, % Responderc 2,4 % 23,2 %d
AD-1526 (FAS)a
Placebo Dupilumab200 mg (< 60 kg) und300 mg (≥ 60 kg)
Q2W
EASI, mittlere LS-Veränderung in % gegenüber -23,6 % -65,9 %d
Baseline (+/-SE) (5,49) (3,99)
Pruritus NRS, mittlere LS-Veränderung in % -19,0 % -47,9 %dgegenüber Baseline (+/-SE) (4,09) (3,43)
Pruritus NRS (≥ 4 Punkte Verbesserung),% Responderc 4,8 % 36,6 %d
CDLQI, mittlere LS-Veränderung gegenüber -5,1 -8,5d
Baseline (+/-SE) (0,62) (0,50)
CDLQI (≥ 6 Punkte Verbesserung),% Responder 19,7 % 60,6 %e
POEM, mittlere LS-Veränderung gegenüber -3,8 -10,1d
Baseline (+/-SE) (0,96) (0,76)
POEM (≥ 6 Punkte Verbesserung),% Responder 9,5 % 63,4 %ea Der FAS (Full Analysis Set [Gesamtanalyse-Datensatz]) umfasst alle randomisierten Patienten.b Responder wurde definiert als ein Patient mit IGA 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“)mit einer Verbesserung um ≥ 2 Punkte auf einer von 0 bis 4 reichenden IGA-Skala.c Patienten, die eine Rescue-Therapie erhielten oder bei denen Daten fehlten, wurden als Non-Respondereingestuft (58,8 % im Placebo-Arm und 20,7 % im Dupilumab-Arm).d p-Wert < 0,0001 (statistisch signifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples Testen)e nominaler p-Wert < 0,0001
Ein größerer Anteil der in die Placebo-Gruppe randomisierten Patienten benötigte eine Rescue-
Therapie (topische Corticosteroide, systemische Corticosteroide oder systemische nichtsteroidale
Immunsuppressiva) im Vergleich zur Dupilumab-Gruppe (58,8 % bzw. 20,7 %).
Im Vergleich zu Placebo erreichte ein signifikant höherer Anteil der in die Dupilumab-Grupperandomisierten Patienten eine schnelle Verbesserung auf der Pruritus NRS (definiert als Verbesserungum ≥ 4 Punkte bereits in Woche 4; nominaler p-Wert < 0,001); im Laufe des Behandlungszeitraumsstieg der Patientenanteil mit einem Ansprechen gemäß Pruritus NRS weiterhin an.
Im Vergleich zu Placebo wurde in der Dupilumab-Gruppe in Woche 16 eine signifikante Verbesserungder subjektiv von Patienten angegebenen Symptome verzeichnet. Dies galt auch für die Auswirkungender AD auf die Schlafqualität und die gesundheitsbezogene Lebensqualität gemäß den POEM- und
CDLQI-Werten.
Die langfristige Wirksamkeit von Dupilumab bei Jugendlichen mit mittelschwerer bis schwerer AD,die an den vorherigen klinischen Studien mit Dupilumab teilgenommen hatten, wurde in einerunverblindeten Verlängerungsstudie (AD-1434) untersucht. Wirksamkeitsdaten aus dieser Studieweisen darauf hin, dass der in Woche 16 erzielte klinische Nutzen bis einschließlich Woche 52 anhielt.
Kinder (6 bis 11 Jahre)
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab in Kombination mit TCS bei Kindern wurden in einermultizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie (AD-1652) mit367 Patienten im Alter von 6 bis 11 Jahren untersucht. Schwere AD wurde dabei definiert als ein Wertvon 4 gemäß IGA (Skala von 0 bis 4), ein Wert ≥ 21 gemäß EASI (Skala von 0 bis 72) und einerbetroffenen Körperoberfläche (BSA) von mindestens ≥ 15 %. Geeignete Patienten, die in diese Studieeingeschlossen wurden, hatten zuvor auf eine topische Behandlung nicht ausreichend angesprochen.
Die Rekrutierung erfolgte stratifiziert nach Ausgangsgewicht (< 30 kg; ≥ 30 kg).
Patienten in der Behandlungsgruppe Dupilumab Q2W + TCS mit einem Ausgangsgewicht von < 30 kgerhielten eine Anfangsdosis von 200 mg an Tag 1, gefolgt von 100 mg alle zwei Wochen (Q2W) von
Woche 2 bis Woche 14; Patienten mit einem Ausgangsgewicht von ≥ 30 kg erhielten eine
Anfangsdosis von 400 mg an Tag 1, gefolgt von 200 mg alle zwei Wochen (Q2W) von Woche 2 bis
Woche 14. Patienten in der Behandlungsgruppe Dupilumab Q4W + TCS erhielten, unabhängig vom
Gewicht, eine Anfangsdosis von 600 mg an Tag 1, gefolgt von 300 mg alle vier Wochen (Q4W) von
Woche 4 bis Woche 12.
In dieser Studie betrug das mittlere Alter 8,5 Jahre, das mediane Körpergewicht 29,8 kg, 50,1 % der
Patienten waren weiblich, 69,2 % Weiße, 16,9 % Schwarze und 7,6 % Asiaten. Zu Studienbeginnbetrug die mittlere BSA-Beteiligung 57,6 % und 16,9 % hatten in der Vergangenheit systemischenichtsteroidale Immunsuppressiva erhalten. Zu Studienbeginn betrug der mittlere EASI-Wert 37,9, derwöchentliche Durchschnittswert des täglich stärksten Juckreizes 7,8 auf einer Skala von 0 bis 10, dermittlere SCORAD-Wert 73,6, der mittlere POEM-Wert 20,9 und der mittlere CDLQI 15,1. Insgesamtlag bei 91,7 % der Patienten mindestens eine allergische Begleiterkrankung vor; 64,4 % hatten
Nahrungsmittelallergien, 62,7 % andere Allergien, 60,2 % allergische Rhinitis und 46,7 % Asthma.
Der koprimäre Endpunkt war der Anteil der Patienten mit IGA 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fasterscheinungsfrei“) mit einer Verbesserung um ≥ 2 Punkte und der Anteil der Patienten mit EASI-75(EASI-Verbesserung um mindestens 75 %) zwischen Baseline und Woche 16.
Klinisches AnsprechenTabelle 12 zeigt die nach Ausgangsgewicht stratifizierten Ergebnisse für die zugelassenen
Dosierungsschemata.
Tabelle 12: Wirksamkeitsergebnisse der Studie AD-1652 bei Dupilumab-Therapie zusätzlich zu
TCS in Woche 16 (FAS)a
Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo300 mg Q4Wd +TCS 200 mg Q2We + TCS+ TCS + TCS(n = 122) (n = 123) (n = 59) (n = 62)≥ 15 kg ≥ 15 kg ≥ 30 kg ≥ 30 kg
IGA 0 oder 1b, % Responderc 32,8 %f 11,4 % 39,0 %h 9,7 %
EASI-50, % Responderc 91,0 %f 43,1 % 86,4 %g 43,5 %
EASI-75, % Responderc 69,7 %f 26,8 % 74,6 %g 25,8 %
EASI-90, % Responderc 41,8 %f 7,3 % 35,6 %h 8,1 %
EASI, mittlere LS-Veränderung -82,1 %f -48,6 % -80,4 %g -48,3 %in % gegenüber Baseline (+/-SE) (2,37) (2,46) (3,61) (3,63)
Pruritus NRS, mittlere LS--54,6 %f -25,9 % -58,2 %g -25,0 %
Veränderung in % gegenüber(2,89) (2,90) (4,01) (3,95)
Baseline (+/-SE)
Pruritus NRS (≥ 4 Punkte50,8 %f 12,3 % 61,4 %g 12,9 %
Verbesserung), % Responderc
CDLQI, mittlere LS-Veränderung -10,6f -6,4 -9,8g -5,6gegenüber Baseline (+/-SE) (0,47) (0,51) (0,63) (0,66)
CDLQI (≥ 6 Punkte77,3 %g 38,8 % 80,8 %g 35,8 %
Verbesserung), % Responder
POEM, mittlere LS-Veränderung -13,6f -5,3 -13,6g -4,7gegenüber Baseline (+/-SE) (0,65) (0,69) (0,90) (0,91)
POEM (≥ 6 Punkte g g
Verbesserung), % Responder 81,7 % 32,0 % 79,3 % 31,1 %a Der FAS (Full Analysis Set [Gesamtanalyse-Datensatz]) umfasst alle randomisierten Patienten.b Responder wurde definiert als ein Patient mit IGA 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“).
c Patienten, die eine Rescue-Therapie erhielten oder bei denen Daten fehlten, wurden als Non-Respondereingestuft.
d Patienten erhielten an Tag 1 600 mg Dupilumab (siehe Abschnitt 5.2).e Patienten erhielten an Tag 1 400 mg Dupilumab (Ausgangsgewicht ≥ 30 kg).f p-Wert < 0,0001 (statistisch signifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples Testen)g nominaler p-Wert < 0,0001h nominaler p-Wert = 0,0002
Im Vergleich zu Placebo + TCS erreichte ein größerer Anteil an Patienten, die auf Dupilumab + TCSrandomisiert waren, eine Verbesserung des Peak Pruritus NRS (definiert als Verbesserung ≥ 4 Punktein Woche 4).
Im Vergleich zu Placebo wurde in den Dupilumab-Gruppen in Woche 16 eine signifikante
Verbesserung der subjektiv von Patienten angegebenen Symptome verzeichnet. Dies galt auch für die
Auswirkungen der AD auf die Schlafqualität und die gesundheitsbezogene Lebensqualität gemäß den
POEM- und CDLQI-Werten.
Die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab + TCS bei pädiatrischen Patienten mitmittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis, die an den vorherigen klinischen Studien mit
Dupilumab + TCS teilgenommen hatten, wurden in einer unverblindeten Verlängerungsstudie(AD-1434) untersucht. Wirksamkeitsdaten aus dieser Studie weisen darauf hin, dass der in Woche 16erzielte klinische Nutzen bis einschließlich Woche 52 anhielt. Einige Patienten, die mit Dupilumab300 mg Q4W + TCS behandelt wurden, zeigten bei Erhöhung der Dosis auf 200 mg Q2W + TCS einezusätzliche klinische Verbesserung. Das Sicherheitsprofil von Dupilumab bis einschließlich Woche 52war vergleichbar mit dem Sicherheitsprofil, das in Woche 16 in den Studien AD-1526 und AD-1652beobachtet wurde.
Kinder (6 Monate bis 5 Jahre)
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab in Kombination mit TCS bei Kindern wurden in einermultizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie (AD-1539) mit162 Patienten im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer AD (ITT-
Population), definiert als ein Wert von ≥ 3 gemäß IGA (Skala von 0 bis 4), ein Wert ≥ 16 gemäß EASI(Skala von 0 bis 72) und einer betroffenen Körperoberfläche (BSA) von mindestens ≥ 10 %,untersucht. Von diesen 162 Patienten hatten 125 Patienten eine schwere AD, definiert durch einen
Wert von 4 gemäß IGA. Geeignete Patienten, die in diese Studie eingeschlossen wurden, hatten zuvorauf eine topische Behandlung nicht ausreichend angesprochen. Die Rekrutierung erfolgte stratifiziertnach Ausgangsgewicht (≥ 5 kg bis < 15 kg und ≥ 15 kg bis < 30 kg).
Patienten in der Behandlungsgruppe Dupilumab Q4W + TCS mit einem Ausgangsgewicht von ≥ 5 kgbis < 15 kg erhielten eine Anfangsdosis von 200 mg an Tag 1, gefolgt von 200 mg alle vier Wochenvon Woche 4 bis Woche 12; Patienten mit einem Ausgangsgewicht von ≥ 15 kg bis < 30 kg erhielteneine Anfangsdosis von 300 mg an Tag 1, gefolgt von 300 mg alle vier Wochen von Woche 4 bis
Woche 12. Die Patienten konnten nach Ermessen des Prüfarztes eine Rescue-Therapie erhalten.
Patienten, die eine Rescue-Therapie erhielten, wurden als Non-Responder eingestuft.
In der Studie AD-1539 betrug das mittlere Alter 3,8 Jahre, das mediane Körpergewicht 16,5 kg,38,9 % der Patienten waren weiblich, 68,5 % Weiße, 18,5 % Schwarze und 6,2 % Asiaten. Zu
Studienbeginn betrug die mittlere BSA-Beteiligung 58,4 % und 15,5 % hatten in der Vergangenheitsystemische nichtsteroidale Immunsuppressiva erhalten. Zu Studienbeginn betrug der mittlere
EASI-Wert 34,1 und der wöchentliche Durchschnittswert des täglich stärksten Juckreizes 7,6 auf einer
Skala von 0 bis 10. Insgesamt lag bei 81,4 % der Patienten mindestens eine allergische
Begleiterkrankung vor; 68,3 % hatten Nahrungsmittelallergien, 52,8 % andere Allergien, 44,1 %allergische Rhinitis und 25,5 % Asthma.
Diese Baseline-Charakteristika waren zwischen den Patientengruppen mit mittelschwerer bis schwerer
AD und schwerer AD vergleichbar.
Der koprimäre Endpunkt war der Anteil der Patienten mit IGA 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fasterscheinungsfrei“) mit einer Verbesserung um ≥ 2 Punkte und der Anteil der Patienten mit EASI-75(EASI-Verbesserung um mindestens 75 %) zwischen Baseline und Woche 16. Der primäre Endpunktwar der Anteil der Patienten mit IGA 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“) in
Woche 16.
Klinisches AnsprechenDie Wirksamkeitsergebnisse aus Woche 16 der Studie AD-1539 sind in Tabelle 13 dargestellt.
Tabelle 13: Wirksamkeitsergebnisse der Studie AD-1539 bei Dupilumab-Therapie zusätzlich zu
TCS in Woche 16 (FAS)a
Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo200 mg (5 bis < 15 kg) +TCS 200 mg (5 bis < 15 kg) + TCSoder (ITT- oder (Population300 mg (15 bis < 30 kg) Population) 300 mg (15 bis < 30 kg) mit
Q4Wd + TCS (n = 79) Q4Wd + TCS schwerer(ITT-Population) (Population mit AD)(n = 83)a schwerer AD) (n = 62)(n = 63)
IGA 0 oder 1b,c 27,7 %e 3,9 % 14,3 %f 1,7 %
EASI-50, % Responderc 68,7 %e 20,2 % 60,3 %g 19,2 %
EASI-75c 53,0 %e 10,7 % 46,0 %g 7,2 %
EASI-90c 25,3 %e 2,8 % 15,9 %h 0 %
EASI, mittlere LS--70,0 %e -19,6 % -55,4 %g -10,3 %
Veränderung in % (4,85) (5,13) (5,01) (5,16)gegenüber Baseline (+/-SE)
Schlimmstes Kratzen/
Juckreiz NRS, mittlere LS- -49,4 %e -2,2 % -41,8 %g 0,5 %
Veränderung in % (5,03) (5,22) (5,35) (5,40)gegenüber Baseline (+/-SE)
Schlimmstes Kratzen/
Juckreiz NRS (≥ 4 Punkte 48,1 %e 8,9 % 42,3 %i 8,8 %
Verbesserung)
Schlafqualität des Patienten
NRS, mittlere LS- 2,0e 0,3 1,7g 0,2
Veränderung in % (0,25) (0,26) (0,25) (0,25)gegenüber Baseline (+/-SE)*
Hautschmerz des Patienten
NRS, mittlere LS- -3,9e -0,6 -3,4g -0,3
Veränderung gegenüber (0,30) (0,30) (0,29) (0,29)
Baseline (+/-SE)*
POEM, mittlere LS--12,9e -3,8 -10,6g -2,5
Veränderung gegenüber(0,89) (0,92) (0,93) (0,95)
Baseline (+/-SE)*a Der FAS (Full Analysis Set [Gesamtanalyse-Datensatz]) umfasst alle randomisierten Patienten.b Responder wurde definiert als ein Patient mit IGA 0 oder 1 ('erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“).c Patienten, die eine Rescue-Therapie erhielten (62 % und 19 % im Placebo- bzw. Dupilumab-Arm) oder beidenen Daten fehlten, wurden als Non-Responder eingestuft.d Patienten erhielten an Tag 1 200 mg (5 bis < 15 kg) oder 300 mg (15 bis < 30 kg) Dupilumab.e p-Wert < 0,0001, f nominaler p-Wert < 0,05, g nominaler p-Wert < 0,0001, h nominaler p-Wert < 0,005,i nominaler p-Wert < 0,001
* von Betreuungsperson berichteter Endpunkt
Im Vergleich zu Placebo + TCS erreichte ein signifikant größerer Anteil an Patienten, die auf
Dupilumab + TCS randomisiert waren, eine schnelle Verbesserung (definiert als Verbesserung≥ 4 Punkte bereits in Woche 3, nominaler p-Wert < 0,005) auf der NRS für schlimmstes
Kratzen/Juckreiz (Worst Scratch/Itch Numerical Rating Scale) und der Anteil an Patienten, die eine
Verbesserung auf dieser NRS erreichten, nahm während des Behandlungszeitraums zu.
In dieser Studie verbesserte Dupilumab signifikant die mittels CDLQI (Fragebogen zur Lebensqualität,
Children’s Dermatology Life Quality Index) (bei 85 Patienten im Alter von 4 bis 5 Jahren) und IDQOL(Fragebogen zur Lebensqualität, Infants’ Dermatitis Quality of Life Index) (bei 77 Patienten im Altervon 6 Monaten bis 3 Jahren) erhobene gesundheitsbezogene Lebensqualität. In der ITT-Populationwurden bei CDLQI und IDQOL größere mittlere LS-Veränderungen in Woche 16 gegenüber den
Ausgangswerten in der Gruppe mit Dupilumab + TCS (-10,0 bzw. -10,9) als in der Gruppe mit
Placebo + TCS (-2,5 bzw. -2,0) beobachtet (p-Wert < 0,0001). Vergleichbare Verbesserungen sowohlbei CDLQI als auch bei IDQOL wurden in der Patientengruppe mit schwerer AD beobachtet.
Die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab + TCS bei pädiatrischen Patienten mitmittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis, die an den vorherigen klinischen Studien mit
Dupilumab + TCS teilgenommen hatten, wurden in einer unverblindeten Verlängerungsstudie (AD-1434) untersucht. Wirksamkeitsdaten aus dieser Studie weisen darauf hin, dass der in Woche 16erzielte klinische Nutzen bis einschließlich Woche 52 anhielt. Das Sicherheitsprofil von Dupilumabbis einschließlich Woche 52 war vergleichbar mit dem Sicherheitsprofil, das in Woche 16 in der
Studie AD-1539 beobachtet wurde.
Atopische Hand- und Fußdermatitis (Erwachsene und Jugendliche)
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab wurden in einer 16-wöchigen, multizentrischen,randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Parallelgruppenstudie (AD-1924) mit133 erwachsenen und jugendlichen Patienten, im Alter von 12 bis 17 Jahren, mit mittelschwerer bisschwerer atopischer Hand- und Fußdermatitis, definiert durch einen IGA-Wert (Hand und Fuß) ≥ 3(Skala von 0 bis 4) und einen Wert für Hand und Fuß auf der Peak Pruritus NRS (Numerical Rating
Scale) mit einer maximalen Juckreizintensität ≥ 4 (Skala von 0 bis 10), untersucht. Geeignete
Patienten hatten zuvor auf die Behandlung ihrer Hand- und Fußdermatitis nur unzureichend mittopischer AD-Medikation angesprochen oder diese nicht vertragen.
In der Studie AD-1924 waren 38 % der Patienten männlich, 80 % waren weiß, 72 % der Patientenhatten einen Baseline-IGA-Wert (Hand und Fuß) von 3 (mittelschwere atopische Hand- und
Fußdermatitis) und 28 % der Patienten hatten einen Baseline-IGA-Wert (Hand und Fuß) von 4(schwere atopische Hand- und Fußdermatitis). Der wöchentliche Durchschnittswert für Hand und Fußbetrug bei Baseline 7,1 auf der Peak Pruritus NRS.
Der primäre Endpunkt war der Anteil an Patienten mit einem IGA-Wert für Hand und Fuß von 0(erscheinungsfrei) oder 1 (fast erscheinungsfrei) in Woche 16. Der sekundäre Hauptendpunkt war die
Reduktion des Juckreizes, erhoben anhand der Peak Pruritus NRS für Hand und Fuß (≥ 4 Punkte
Verbesserung). Weitere von Patienten berichtete Endpunkte umfassten die Erhebung des Hand- und
Fuß-Hautschmerzes mittels NRS (0-10), der Schlafqualität mittels NRS (0-10), der Lebensqualitätmittels QoLHEQ (Quality of Life in Hand Eczema Questionnaire, 0-117) sowie der
Arbeitsproduktivität und -beeinträchtigung mittels WPAI (Work Productivity and Activity Impairment
Questionnaire, 0-100 %).
Der Anteil an Patienten mit einem IGA-Wert (Hand und Fuß) von 0 bis 1 in Woche 16 betrug 40,3 %für Dupilumab und 16,7 % für Placebo (Behandlungsunterschied 23,6; 95-%-KI: 8,84, 38,42). Der
Anteil an Patienten mit einer Verbesserung (Reduktion) des wöchentlichen Durchschnittswerts für
Hand und Fuß auf der Peak Pruritus NRS ≥ 4 in Woche 16 betrug 52,2 % für Dupilumab und 13,6 %für Placebo (Behandlungsunterschied 38,6; 95-%-KI: 24,06, 53,15).
Die mittels NRS erhobenen Werte für Hand- und Fuß-Hautschmerz sowie für Schlafqualität ebensowie die mittels QoLHEQ erhobenen Werte für Lebensqualität und mittels WPAI zur allgemeinen
Arbeitsbeeinträchtigung und Beeinträchtigung von Routinetätigkeiten zeigten von Baseline bis
Woche 16 in der Dupilumab-Gruppe größere Verbesserungen im Vergleich zur Placebo-Gruppe(mittlere LS-Veränderung von Dupilumab vs. Placebo: -4,66 vs. -1,93 [p-Wert < 0,0001], 0,88 vs.
0,00 [p-Wert < 0,05], -40,28 vs. -16,18 [p-Wert < 0,0001], -38,57 % vs. -22,83 % [nominaler p-
Wert < 0,001] bzw. -36,39 % vs. -21,26 % [nominaler p-Wert < 0,001]).
Klinische Wirksamkeit und Sicherheit bei Asthma
Das Entwicklungsprogramm zu Asthma beinhaltete drei randomisierte, doppelblinde,placebokontrollierte, multizentrische Parallelgruppenstudien (DRI12544, QUEST und VENTURE)mit 24- bis 52-wöchiger Behandlungsdauer, in die insgesamt 2 888 Patienten (ab 12 Jahren)eingeschlossen wurden. Für die Aufnahme der Patienten war kein Mindestausgangswert für
Eosinophile im Blut oder andere Biomarker der Typ-2-Inflammation (z. B. FeNO oder IgE)erforderlich. In den Behandlungsleitlinien für Asthma ist eine Typ-2-Inflammation definiert als eine
Eosinophilie mit ≥ 150 Zellen/µl und/oder FeNO-Werte ≥ 20 ppb. In den Studien DRI12544 und
QUEST umfassten die präspezifizierten Subgruppenanalysen Eosinophilen-(EOS-)Werte im Blut von≥ 150 und ≥ 300 Zellen/µl sowie FeNO-Werte von ≥ 25 und ≥ 50 ppb.
Bei DRI12544 handelte es sich um eine 24-wöchige Dosisfindungsstudie, in die 776 Patienten (ab18 Jahren) eingeschlossen wurden. Dupilumab im Vergleich zu Placebo wurde bei erwachsenen
Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Asthma, die ein mittel- bis hochdosiertes inhalatives
Corticosteroid und ein langwirksames Beta-2-Sympathomimetikum anwendeten, beurteilt. Derprimäre Endpunkt war die Veränderung des FEV1 (l) (Einsekundenkapazität, engl. Forced Expiratory
Volume in 1 Second) zwischen dem Ausgangswert (Baseline) und Woche 12. Die jährliche Rateschwerer Asthmaexazerbationsereignisse während des 24-wöchigen placebokontrollierten
Behandlungszeitraums wurde ebenfalls bestimmt. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte für die
Gesamtpopulation (nicht durch einen Mindestausgangswert für Eosinophile oder andere Biomarker der
Typ-2-Inflammation eingeschränkt) und Subgruppen, die auf dem Eosinophilen-Ausgangswert im Blutberuhten.
Bei QUEST handelte es sich um eine 52-wöchige konfirmatorische Studie, in die 1 902 Patienten (ab12 Jahren) eingeschlossen wurden. Dupilumab im Vergleich zu Placebo wurde bei 107 jugendlichenund 1 795 erwachsenen Patienten mit persistierendem Asthma, die ein mittel- bis hochdosiertesinhalatives Corticosteroid (ICS) und ein zweites Arzneimittel zur Erhaltungstherapie anwendeten,beurteilt. Patienten, die ein drittes Arzneimittel zur Erhaltungstherapie benötigten, durften an dieser
Studie teilnehmen. Die primären Endpunkte waren die jährliche Rate schwerer
Exazerbationsereignisse während des 52-wöchigen placebokontrollierten Zeitraums und die
Veränderung des FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators zwischen der Baseline und Woche 12in der Gesamtpopulation (nicht durch einen Mindestausgangswert für Eosinophile oder andere
Biomarker der Typ-2-Inflammation eingeschränkt) und in Subgruppen, die auf dem Eosinophilen-
Ausgangswert im Blut sowie FeNO beruhten.
Bei VENTURE handelte es sich um eine 24-wöchige Studie zur Reduktion von oralen
Corticosteroiden (OCS) bei 210 Asthmapatienten ohne Einschränkung in den Ausgangswerten der
Typ-2-Biomarkerspiegel, die täglich orale Corticosteroide zusätzlich zur regelmäßigen Anwendunghochdosierter inhalativer Corticosteroide plus ein weiteres Arzneimittel zur Erhaltungstherapiebenötigten. Während des Screeningzeitraums erfolgte eine Optimierung der OCS-Dosis. Während der
Studie erhielten die Patienten weiter ihre bestehende Asthmamedikation, die OCS-Dosis wurde jedochwährend der OCS-Reduktionsphase (Woche 4-20) alle 4 Wochen verringert, solange die
Asthmakontrolle aufrechterhalten werden konnte. Der primäre Endpunkt war die prozentuale
Verringerung der oralen Corticosteroiddosis, beurteilt in der Gesamtpopulation, beruhend auf einem
Vergleich der oralen Corticosteroiddosis in den Wochen 20 bis 24, bei der die Asthmakontrolleaufrechterhalten wurde, mit der zuvor (bei Studienbeginn) optimierten Dosis oraler Corticosteroide.
Die demografischen Angaben und Baseline-Charakteristika für diese 3 Studien sind in nachfolgender
Tabelle 14 dargestellt.
Tabelle 14: Demografische Angaben und Baseline-Charakteristika in den Asthma-Studien
Parameter DRI12544 QUEST VENTURE(n = 776) (n = 1 902) (n = 210)
Mittleres Alter in Jahren (SD) 48,6 (13,0) 47,9 (15,3) 51,3 (12,6)% Weiblich 63,1 62,9 60,5% Weiß 78,2 82,9 93,8
Dauer des Asthmas (Jahre), Mittelwert± SD 22,03 (15,42) 20,94 (15,36) 19,95 (13,90)
Nie geraucht (%) 77,4 80,7 80,5
Mittlere Anzahl der Exazerbationen imvorherigen Jahr ± SD 2,17 (2,14) 2,09 (2,15) 2,09 (2,16)
Anwendung hochdosierter ICS (%)a 49,5 51,5 88,6
FEV1 (l) vor Verabreichung bei der
Baseline ± SD 1,84 (0,54) 1,78 (0,60) 1,58 (0,57)
Mittlerer Prozentsatz des vorhergesagten
FEV1 bei der Baseline(%) (± SD) 60,77 (10,72) 58,43 (13,52) 52,18 (15,18)% Reversibilität (± SD) 26,85 (15,43) 26,29 (21,73) 19,47 (23,25)
Mittlerer ACQ-5-Score (± SD) 2,74 (0,81) 2,76 (0,77) 2,50 (1,16)
Mittlerer AQLQ-Score (± SD) 4,02 (1,09) 4,29 (1,05) 4,35 (1,17)
Atopische Krankheiten in der Anamnese% insgesamt 72,9 77,7 72,4(AD %, NP %, AR %) (8,0, 10,6, 61,7) (10,3, 12,7, 68,6) (7,6, 21,0, 55,7)
Mittelwert FeNO in ppb (± SD) 39,10 (35,09) 34,97 (32,85) 37,61 (31,38)% Patienten mit FeNO ppb 25 49,9 49,6 54,3≥ 50 21,6 20,5 25,2
Mittelwert Gesamt-IgE, I.E./ml (± SD) 435,05 (753,88) 432,40 (746,66) 430,58 (775,96)
Mittlere Eosinophilenzahl bei der
Baseline (± SD) in Zellen/µl 350 (430) 360 (370) 350 (310)% Patienten mit EOS 150 Zellen/µl 77,8 71,4 71,4 300 Zellen/µl 41,9 43,7 42,4
ICS = inhalatives Corticosteroid; FEV1 = Einsekundenkapazität; ACQ-5 = Fragebogen zur Asthmakontrolle(Asthma Control Questionnaire-5); AQLQ = Fragebogen zur Lebensqualität bei Asthma (Asthma Quality of Life
Questionnaire); AD = atopische Dermatitis; NP = Nasenpolypen; AR = allergische Rhinitis;
FeNO = fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid; EOS = Eosinophilenzahl im Bluta Die Population, die in Studien zur Therapie von Asthma mit Dupilumab behandelt wurde, umfasste Patientenmit mittel- und hochdosierten ICS. Die mittlere ICS-Dosis war definiert als gleichwertig zu 500 µg Fluticasonoder Äquivalent pro Tag.
ExazerbationenIn der Gesamtpopulation der Studien DRI12544 und QUEST kam es bei den Teilnehmern, dieentweder 200 mg oder 300 mg Dupilumab alle zwei Wochen erhielten, zu einem signifikanten
Rückgang der Rate schwerer Asthmaexazerbationen im Vergleich zu Placebo. Es gab stärkere
Verringerungen von Exazerbationen bei Teilnehmern mit höheren Ausgangswerten von Biomarkernder Typ-2-Inflammation, wie Eosinophilenzahl im Blut oder FeNO (Tabelle 15 und Tabelle 16).
Tabelle 15: Rate schwerer Exazerbationen in den Studien DRI12544 und QUEST (Eosinophilen-
Ausgangswert im Blut ≥ 150 und ≥ 300 Zellen/µl)
Behandlung EOS-Ausgangswert im Blut≥ 150 Zellen/µl ≥ 300 Zellen/µl
Exazerbationen pro Jahr Prozentuale Exazerbationen pro Jahr Prozentuale
Reduktion Reduktionn Rate Raten- n Rate Raten-(95-%-KI) verhältnis (95-%-KI) verhältnis(95-%-KI) (95-%-KI)
Alle schweren Exazerbationen
DRI12544-Studie
Dupilumab 120 0,29 0,28a 72 % 65 0,30 0,29c 71 %200 mg Q2W (0,16, 0,53) (0,14, 0,55) (0,13, 0,68) (0,11, 0,76)
Dupilumab 129 0,28 0,27b 73 % 64 0,20 0,19d 81 %300 mg Q2W (0,16, 0,50) (0,14, 0,52) (0,08, 0,52) (0,07, 0,56)
Placebo 127 1,05 68 1,04(0,69, 1,60) (0,57, 1,90)
QUEST-Studie
Dupilumab 437 0,45 0,44f 56 % 264 0,37 0,34f 66 %200 mg Q2W (0,37, 0,54) (0,34, 0,58) (0,29, 0,48) (0,24, 0,48)
Placebo 232 1,01 148 1,08(0,81, 1,25) (0,85, 1,38)
Dupilumab 452 0,43 0,40e 60 % 277 0,40 0,33e 67 %300 mg Q2W (0,36, 0,53) (0,31, 0,53) (0,32, 0,51) (0,23, 0,45)
Placebo 237 1,08 142 1,24(0,88, 1,33) (0,97, 1,57)a p-Wert = 0,0003, b p-Wert = 0,0001, c p-Wert = 0,0116, d p-Wert = 0,0024, e p-Wert < 0,0001 (alle statistischsignifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples Testen); f nominaler p-Wert < 0,0001
Tabelle 16: Rate schwerer Exazerbationen in der QUEST-Studie anhand von Subgruppen, diedurch den FeNO-Ausgangswert definiert sind
Behandlung Exazerbationen pro Jahr Prozentualen Rate Ratenverhältnis Reduktion(95-%-KI) (95-%-KI)
FeNO ≥ 25 ppb
Dupilumab 200 mg Q2W 299 0,35 (0,27, 0,45) 0,35 (0,25, 0,50)a 65 %
Placebo 162 1,00 (0,78, 1,30)
Dupilumab 300 mg Q2W 310 0,43 (0,35, 0,54) 0,39 (0,28, 0,54)a 61 %
Placebo 172 1,12 (0,88, 1,43)
FeNO ≥ 50 ppb
Dupilumab 200 mg Q2W 119 0,33 (0,22, 0,48) 0,31 (0,18, 0,52)a 69 %
Placebo 71 1,057 (0,72, 1,55)
Dupilumab 300 mg Q2W 124 0,39 (0,27, 0,558) 0,31 (0,19, 0,49)a 69 %
Placebo 75 1,27 (0,90, 1,80)a nominaler p-Wert < 0,0001
In der gepoolten Analyse von DRI12544 und QUEST war die Rate schwerer Exazerbationen, die zu
Krankenhauseinweisungen und/oder Besuchen in der Notaufnahme führten, unter der Behandlung mit
Dupilumab 200 mg oder 300 mg alle zwei Wochen um 25,5 % bzw. 46,9 % vermindert.
LungenfunktionKlinisch signifikante Zunahmen des FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators wurden in
Woche 12 der Studien DRI12544 und QUEST beobachtet. Es gab größere Verbesserungen des FEV1bei Teilnehmern mit höheren Ausgangswerten von Biomarkern der Typ-2-Inflammation, wie
Eosinophilenzahl im Blut oder FeNO (Tabelle 17 und Tabelle 18).
Signifikante Verbesserungen des FEV1 wurden bereits in Woche 2 nach der ersten Gabe von
Dupilumab für beide Dosisstärken (200 mg und 300 mg) beobachtet und hielten bis Woche 24(DRI12544) bzw. Woche 52 (QUEST) an (siehe Abbildung 3).
Abbildung 3: Mittlere Veränderung des FEV1 (l) vor Anwendung eines Bronchodilatatorsgegenüber der Baseline im Zeitverlauf (Eosinophilen-Ausgangswert ≥ 150 und ≥ 300 Zellen/µlund FeNO ≥ 25 ppb) in der QUEST-Studie
QUEST: Eosinophilenzahl im Blut QUEST: Eosinophilenzahl im Blut QUEST: FeNO≥ 150 Zellen/µl ≥ 300 Zellen/µl ≥ 25 ppb
Tabelle 17: Mittlere Veränderung des FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators gegenüberder Baseline in Woche 12 in den Studien DRI12544 und QUEST (Eosinophilen-Ausgangswert im
Blut ≥ 150 und ≥ 300 Zellen/µl)
Behandlung EOS-Ausgangswert im Blut≥ 150 Zellen/µl ≥ 300 Zellen/µln Mittlere LS- Mittlerer LS- n Mittlere LS- Mittlerer LS-
Veränderung Unterschied vs. Veränderung Unterschied vs.gegenüber der Placebo gegenüber der Placebo
Baseline (95-%-KI) Baseline (95-%-KI)l (%) l (%)
DRI12544-Studie
Dupilumab 120 0,32 (18,25) 0,23a 65 0,43 (25,9) 0,26c200 mg Q2W (0,13, 0,33) (0,11, 0,40)
Dupilumab 129 0,26 (17,1) 0,18b 64 0,39 (25,8) 0,21d300 mg Q2W (0,08, 0,27) (0,06, 0,36)
Placebo 127 0,09 (4,36) 68 0,18 (10,2)
QUEST-Studie
Dupilumab 437 0,36 (23,6) 0,17f 264 0,43 (29,0) 0,21f200 mg Q2W (0,11, 0,23) (0,13, 0,29)
Placebo 232 0,18 (12,4) 148 0,21 (15,6)
Dupilumab 452 0,37 (25,3) 0,15e 277 0,47 (32,5) 0,24e300 mg Q2W (0,09, 0,21) (0,16, 0,32)
Placebo 237 0,22 (14,2) 142 0,22 (14,4)a p-Wert < 0,0001, b p-Wert = 0,0004, c p-Wert = 0,0008, d p-Wert = 0,0063, e p-Wert < 0,0001 (alle statistischsignifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples Testen); f nominaler p-Wert < 0,0001
Tabelle 18: Mittlere Veränderung des FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators gegenüberder Baseline in Woche 12 und Woche 52 der QUEST-Studie nach Subgruppen anhand des
FeNO-Ausgangswerts
Behandlung In Woche 12 In Woche 52n Mittlere LS- Mittlerer LS- Mittlere LS- Mittlerer LS-
Veränderung Unterschied vs. Veränderung Unterschied vs.gegenüber der Placebo gegenüber der Placebo
Baseline (95-%-KI) Baseline (95-%-KI)l (%) l (%)
FeNO ≥ 25 ppb
Dupilumab 288 0,44 (29,0 %) 0,23 (0,15, 0,31)a 0,49 (31,6 %) 0,30 (0,22, 0,39)a200 mg Q2W
Placebo 157 0,21 (14,1 %) 0,18 (13,2 %)
Dupilumab 295 0,45 (29,8 %) 0,24 (0,16, 0,31)a 0,45 (30,5 %) 0,23 (0,15, 0,31)a300 mg Q2W
Placebo 167 0,21 (13,7 %) 0,22 (13,6 %)
FeNO ≥ 50 ppb
Dupilumab 114 0,53 (33,5 %) 0,30 (0,17, 0,44)a 0,59 (36,4 %) 0,38 (0,24, 0,53)a200 mg Q2W
Placebo 69 0,23 (14,9 %) 0,21 (14,6 %)
Dupilumab 113 0,59 (37,6 %) 0,39 (0,26, 0,52)a 0,55 (35,8 %) 0,30 (0,16, 0,44)a300 mg Q2W
Placebo 73 0,19 (13,0 %) 0,25 (13,6 %)a nominaler p-Wert < 0,0001
Ergebnisse zur Lebensqualität/patientenberichtete Endpunkte bei Asthma
Präspezifizierte sekundäre Endpunkte bezüglich Responderraten zu ACQ-5 (Fragebogen zur
Asthmakontrolle, Asthma Control Questionnaire-5) und AQLQ(S) (Fragebogen zur Lebensqualität bei
Asthma, Asthma Quality of Life Questionnaire (standardised)) wurden nach 24 Wochen (DRI12544und VENTURE) bzw. nach 52 Wochen (QUEST, Tabelle 19) analysiert. Die Responderrate wardefiniert als eine Verbesserung des Wertes um mindestens 0,5 Punkte (Skalenbereich 0-6 für ACQ-5und 1-7 für AQLQ(S)). Verbesserungen bezüglich ACQ-5 und AQLQ(S) wurden bereits in Woche 2beobachtet und hielten über 24 Wochen (DRI12544-Studie) bzw. 52 Wochen (QUEST-Studie) an.
Ähnliche Ergebnisse wurden in der VENTURE-Studie festgestellt.
Tabelle 19: ACQ-5- und AQLQ(S)-Responderraten in Woche 52 der QUEST-Studie
P RO* Behandlung EOS EOS FeNO≥ 150 Zellen/µl ≥ 300 Zellen/µl ≥ 25 ppbn Responder- n Responder- n Responder-rate (%) rate (%) rate (%)
ACQ-5 Dupilumab 395 72,9 239 74,5 262 74,4200 mg Q2W
Placebo 201 64,2 124 66,9 141 65,2
Dupilumab 408 70,1 248 71,0 277 75,8300 mg Q2W
Placebo 217 64,5 129 64,3 159 64,2
AQLQ(S) Dupilumab 395 66,6 239 71,1 262 67,6200 mg Q2W
Placebo 201 53,2 124 54,8 141 54,6
Dupilumab 408 62,0 248 64,5 277 65,3300 mg Q2W
Placebo 217 53,9 129 55,0 159 58,5
* patientenberichtete Endpunkte (Patient Reported Outcome)
Studie zur Reduktion oraler Corticosteroide (VENTURE)
In der VENTURE-Studie wurde die Wirkung von Dupilumab in Bezug auf die Reduktion der
Anwendung oraler Corticosteroide für die Erhaltungstherapie untersucht. Die Baseline-Charakteristikawerden in Tabelle 14 dargestellt. Alle Patienten wurden mindestens 6 Monate vor Studienbeginn mitoralen Corticosteroiden behandelt. Bei der Baseline lag die im Mittel angewendete Dosis oraler
Corticosteroide bei 11,75 mg in der Placebo-Gruppe und 10,75 mg in der Gruppe, die Dupilumaberhielt.
In dieser 24-wöchigen Studie traten bei Patienten, die mit Dupilumab behandelt wurden, 59 % weniger
Asthmaexazerbationen (definiert als vorübergehende Erhöhung der Dosis oraler Corticosteroide übermindestens 3 Tage) auf als bei Patienten, die Placebo erhielten (annualisierte Rate 0,65 und 1,60 fürdie Dupilumab- bzw. Placebo-Gruppe; Ratenverhältnis 0,41 [95-%-KI: 0,26, 0,63]), und die
Verbesserung des FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators zwischen der Baseline und Woche 24war bei Patienten, die Dupilumab erhielten, größer als unter Placebo (mittlerer LS-Unterschied für
Dupilumab versus Placebo von 0,22 l [95-%-KI: 0,09 bis 0,34 l]). Auswirkungen auf die
Lungenfunktion, die Anwendung oraler Steroide und die Verringerung von Exazerbationen fielen,unabhängig von den Ausgangswerten von Biomarkern der Typ-2-Inflammation (z. B. Eosinophile im
Blut, FeNO), ähnlich aus. Die Fragebögen ACQ-5 und AQLQ(S) wurden in der VENTURE-Studieebenfalls beurteilt und ergaben ähnliche Verbesserungen, wie sie in der QUEST-Studie festgestelltwurden.
Die Ergebnisse der VENTURE-Studie anhand von Baseline-Biomarkern werden in Tabelle 20dargestellt.
Tabelle 20: Wirkung von Dupilumab auf die Reduktion der OCS-Dosis, VENTURE(Eosinophilen-Ausgangswert im Blut ≥ 150 Zellen/µl und ≥ 300 Zellen/µl sowie FeNO ≥ 25 ppb)
EOS-Ausgangswert im EOS-Ausgangswert im FeNO ≥ 25 ppb
Blut Blut ≥ 300 Zellen/µl≥ 150 Zellen/µl
Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo300 mg Q2W n = 69 300 mg Q2W n = 41 300 mg Q2W n = 57n = 81 n = 48 n = 57
Primärer Endpunkt (Woche 24)
Prozentuale Reduktion der OCS gegenüber dem Ausgangswert
Mittlere prozentuale 75,91 46,51 79,54 42,71 77,46 42,93
Gesamtreduktion gegenüberdem Ausgangswert (%)
Unterschied (% [95-%-KI]) 29,39b 36,83b 34,53b(Dupilumab vs. Placebo) (15,67, 43,12) (18,94, 54,71) (19,08, 49,97)
Mediane prozentuale 100 50 100 50 100 50
Reduktion der täglichen OCS-
Dosis gegenüber dem
Ausgangswert
Prozentuale Reduktiongegenüber dem Ausgangswert100 % 54,3 33,3 60,4 31,7 52,6 28,1≥ 90 % 58,0 34,8 66,7 34,1 54,4 29,8≥ 75 % 72,8 44,9 77,1 41,5 73,7 36,8≥ 50 % 82,7 55,1 85,4 53,7 86,0 50,9> 0 % 87,7 66,7 85,4 63,4 89,5 66,7
Keine Reduktion oder jegliche 12,3 33,3 14,6 36,6 10,5 33,3
Erhöhung der OCS-Dosis oder
Studienabbruch
EOS-Ausgangswert im EOS-Ausgangswert im FeNO ≥ 25 ppb
Blut Blut ≥ 300 Zellen/µl≥ 150 Zellen/µl
Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo Dupilumab Placebo300 mg Q2W n = 69 300 mg Q2W n = 41 300 mg Q2W n = 57n = 81 n = 48 n = 57
Sekundärer Endpunkt (Woche 24)a
Anteil der Patienten, die eine 77 44 84 40 79 34
Reduktion der OCS-Dosis auf< 5 mg/Tag erreichen
Odds Ratio (95-%-KI) 4,29c 8,04d 7,21b(2,04, 9,04) (2,71, 23,82) (2,69, 19,28)a Modellschätzungen mittels logistischer Regressionb nominaler p-Wert < 0,0001c nominaler p-Wert = 0,0001d nominaler p-Wert = 0,0002
Langzeit-Verlängerungsstudie (TRAVERSE)
Die Langzeitsicherheit von Dupilumab wurde in einer unverblindeten Verlängerungsstudie(TRAVERSE) untersucht, in die 2 193 Erwachsene und 89 Jugendliche mit mittelschwerem bisschwerem Asthma, einschließlich 185 Erwachsene mit OCS-abhängigem Asthma, die anvorangegangenen klinischen Studien mit Dupilumab (DRI12544, QUEST und VENTURE)teilgenommen hatten, eingeschlossen wurden (siehe Abschnitt 4.8). Die erhobenen sekundären
Wirksamkeitsendpunkte waren mit den Ergebnissen der pivotalen Studien vergleichbar und wurden biszu 96 Wochen aufrechterhalten. Bei Erwachsenen mit OCS-abhängigem Asthma zeigten sich bis zu96 Wochen eine anhaltende Verringerung der Exazerbationen und Verbesserung der Lungenfunktion,trotz Reduzierung oder Absetzen der oralen Corticosteroiddosis.
Kinderstudie (6 bis 11 Jahre, VOYAGE)
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab bei Kindern wurde in einer 52-wöchigen,multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie (VOYAGE) mit408 Patienten im Alter von 6 bis 11 Jahren mit mittelschwerem bis schwerem Asthma untersucht, dieein mittel- oder hochdosiertes inhalatives Corticosteroid (ICS) und ein weiteres Arzneimittel zur
Erhaltungstherapie oder hochdosiertes ICS allein erhielten. Die Patienten erhielten randomisiert
Dupilumab (n = 273) oder ein entsprechendes Placebo (n = 135) alle 2 Wochen auf Grundlage ihres
Körpergewichts von ≤ 30 kg bzw. > 30 kg. Die Wirksamkeit wurde in Populationen mit Typ-2-
Inflammation anhand der Eosinophilenzahl im Blut ≥ 150 Zellen/µl oder FeNO ≥ 20 ppb beurteilt.
Der primäre Endpunkt war die jährliche Rate schwerer Exazerbationsereignisse während des52-wöchigen placebokontrollierten Zeitraums, der sekundäre Hauptendpunkt war die prozentuale
Veränderung des vorhergesagten FEV1 in Woche 12 vor Anwendung eines Bronchodilatators im
Vergleich zur Baseline. Zusätzliche sekundäre Endpunkte waren die mittleren Veränderungengegenüber Baseline und Responderraten zu ACQ-7-IA (Asthma Control Questionnaire-7-Interviewer
Administered) und PAQLQ(S)-IA (Paediatric Asthma Quality of Life Questionnaire with Standardised
Activities-Interviewer Administered).
Die demografischen Angaben und Baseline-Charakteristika für VOYAGE sind in der nachfolgenden
Tabelle 21 dargestellt.
Tabelle 21: Demografische Angaben und Baseline-Charakteristika in der VOYAGE-Studie
Parameter EOS EOS≥ 150 Zellen/µl ≥ 300 Zellen/µloder FeNO (n = 259)≥ 20 ppb(n = 350)
Mittleres Alter (Jahre) (SD) 8,9 (1,6) 9,0 (1,6)% Weiblich 34,3 32,8% Weiß 88,6 87,3
Mittleres Körpergewicht (kg) 36,09 35,94
Mittlere Anzahl der Exazerbationen imvorherigen Jahr (± SD) 2,47 (2,30) 2,64 (2,58)
ICS-Dosis (%)
Mittel 55,7 54,4
Hoch 43,4 44,4
FEV1 (l) vor Verabreichung bei der Baseline(± SD) 1,49 (0,41) 1,47 (0,42)
Mittlerer Prozentsatz des vorhergesagten
FEV1 (%) (± SD) 77,89 (14,40) 76,85 (14,78)
Mittlere % Reversibilität (± SD) 27,79 (19,34) 22,59 (20,78)
Mittlerer ACQ-7-IA-Score (± SD) 2,14 (0,72) 2,16 (0,75)
Mittlerer PAQLQ(S)-IA-Score (± SD) 4,94 (1,10) 4,93 (1,12)
Atopische Krankheiten in der Anamnese% insgesamt 94 96,5(AD %, AR %) (38,9, 82,6) (44,4, 85,7)
Median Gesamt-IgE, I.E./ml (± SD) 905,52 (1 140,41) 1 077,00 (1 230,83)
Mittelwert FeNO in ppb (± SD) 30,71 (24,42) 33,50 (25,11)% Patienten mit FeNO ≥ 20 ppb 58 64,1
Mittlere Eosinophilenzahl bei der Baseline 570 (380) 710 (360)(± SD) in Zellen/µl% Patienten mit EOS≥ 150 Zellen/µl 94,6 0≥ 300 Zellen/µl 74 100
ICS = inhalatives Corticosteroid; FEV1 = Einsekundenkapazität; ACQ-7-IA = Fragebogen zur Asthmakontrolleim Interview (Asthma Control Questionnaire-7-Interviewer Administered); PAQLQ(S)-IA = Fragebogen zur
Lebensqualität im Interview für Kinder mit Asthma bei Standardaktivitäten (Paediatric Asthma Quality of Life
Questionnaire with Standardised Activities-Interviewer Administered); AD = atopische Dermatitis;
AR = allergische Rhinitis; EOS = Eosinophilenzahl im Blut; FeNO = fraktioniertes exhaliertes
Stickstoffmonoxid
In der Population mit Typ-2-Inflammation und in der Population mit einer Eosinophilenzahl im Blut≥ 300 Zellen/µl bei der Baseline oder mit FeNO ≥ 20 ppb bei der Baseline führte Dupilumab zu einersignifikanten Verringerung der jährlichen Rate schwerer Asthmaexazerbationsereignisse während des52-wöchigen Behandlungszeitraums im Vergleich zu Placebo. Klinisch signifikante prozentuale
Verbesserungen des vorhergesagten FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators wurden in
Woche 12 beobachtet. Verbesserungen wurden ebenfalls für ACQ-7-IA und PAQLQ(S)-IA in
Woche 24 beobachtet, die bis Woche 52 anhielten. Höhere Responderraten wurden für ACQ-7-IA und
PAQLQ(S)-IA in Woche 24 im Vergleich zu Placebo beobachtet. Die Wirksamkeitsergebnisse der
VOYAGE-Studie sind in Tabelle 21 dargestellt.
In der Population mit Typ-2-Inflammation lag die mittlere LS-Veränderung gegenüber Baseline beidem FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators in Woche 12 bei 0,22 l in der Dupilumab-Gruppeund 0,12 l in der Placebo-Gruppe, mit einem mittleren LS-Unterschied gegenüber Placebo von 0,10 l(95-%-KI: 0,04, 0,16). Der Behandlungseffekt hielt während des 52-wöchigen Behandlungszeitraumsan, mit einem mittleren LS-Unterschied gegenüber Placebo von 0,17 l (95-%-KI: 0,09, 0,24) in
Woche 52.
In der Population mit einer Eosinophilenzahl im Blut ≥ 300 Zellen/µl bei der Baseline lag die mittlere
LS-Veränderung gegenüber Baseline bei dem FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators in
Woche 12 bei 0,22 l in der Dupilumab-Gruppe und 0,12 l in der Placebo-Gruppe, mit einem mittleren
LS-Unterschied gegenüber Placebo von 0,10 l (95-%-KI: 0,03, 0,17). Der Behandlungseffekt hieltwährend des 52-wöchigen Behandlungszeitraums an, mit einem mittleren LS-Unterschied gegenüber
Placebo von 0,17 l (95-%-KI: 0,09, 0,26) in Woche 52.
Bei beiden Populationen kam es zu einer schnellen Verbesserung bei den FEF 25-75 %- und
FEV1/FVC-Werten (Veränderung setzte bereits in Woche 2 ein), die während des 52-wöchigen
Behandlungszeitraums anhielt (siehe Tabelle 22).
Tabelle 22: Rate schwerer Exazerbationen, mittlere Veränderung des FEV1 gegenüber Baselineund Responderraten von ACQ-7-IA und PAQLQ(S)-IA in der VOYAGE-Studie
EOS ≥ 150 Zellen/µl EOS FeNO
Behandlungoder FeNO ≥ 20 ppb ≥ 300 Zellen/µl ≥ 20 ppb
Jährliche Rate schwerer Exazerbationen innerhalb von 52 Wochenn Rate Ratenverhältnis n Rate Ratenverhältnis n Rate Ratenverhältnis(95-%-KI) (95-%-KI) (95-%-KI) (95-%-KI) (95-%-KI) (95-%-KI)
Dupilumab 236 0,305 0,407b 175 0,235 0,353b 141 0,271 0,384c100 mg Q2W (0,223, 0,416) (0,274, 0,605) (0,160, 0,345) (0,222, 0,562) (0,170, 0,432) (0,227, 0,649)(< 30 kg)/200 mg Q2W(≥ 30 kg)
Placebo 114 0,748 84 0,665 62 0,705(0,542, 1,034) (0,467, 0,949) (0,421, 1,180)
Mittlere prozentuale Veränderung des vorhergesagten FEV1 in Woche 12 gegenüber der Baselinen Mittlere LS- Mittlerer LS- n Mittlere LS- Mittlerer LS- n Mittlere LS- Mittlerer LS-
Veränderung Unterschied vs. Veränderung Unterschied vs. Veränderung Unterschied vs.gegenüber der Placebo gegenüber der Placebo gegenüber der Placebo
Baseline (95-%-KI) Baseline (95-%-KI) Baseline (95-%-KI)
Dupilumab 229 10,53 5,21c 168 10,15 5,32d 141 11,36 6,74d100 mg Q2W (2,14, 8,27) (1,76, 8,88) (2,54, 10,93)(< 30 kg)/200 mg Q2W(≥ 30 kg)
Placebo 110 5,32 80 4,83 62 4,62
EOS ≥ 150 Zellen/µl EOS FeNO
Behandlungoder FeNO ≥ 20 ppb ≥ 300 Zellen/µl ≥ 20 ppb
Mittlere prozentuale Veränderung des vorhergesagten FEF 25-75 % in Woche 12 gegenüber der Baselinen Mittlere LS- Mittlerer LS- n Mittlere LS- Mittlerer LS- n Mittlere LS- Mittlerer LS-
Veränderung Unterschied vs. Veränderung Unterschied vs. Veränderung Unterschied vs.gegenüber der Placebo gegenüber der Placebo gegenüber der Placebo
Baseline (95-%-KI) Baseline (95-%-KI) Baseline (95-%-KI)
Dupilumab 229 16,70 11,93e 168 16,91 13,92e 141 17,96 13,97e100 mg Q2W (7,44, 16,43) (8,89, 18,95) (8,30, 19,65)(< 30 kg)/200 mg Q2W(≥ 30 kg)
Placebo 110 4,76 80 2,99 62 3,98
Mittlere prozentuale Veränderung des FEV1/FVC-Werts in Woche 12 gegenüber der Baselinen Mittlere LS- Mittlerer LS- n Mittlere LS- Mittlerer LS- n Mittlere LS- Mittlerer LS-
Veränderung Unterschied vs. Veränderung Unterschied vs. Veränderung Unterschied vs.gegenüber der Placebo gegenüber der Placebo gegenüber der Placebo
Baseline (95-%-KI) Baseline (95-%-KI) Baseline (95-%-KI)
Dupilumab 229 5,67 3,73e 168 6,10 4,63e 141 6,84 4,95e100 mg Q2W (2,25, 5,21) (2,97, 6,29) (3,08, 6,81)(< 30 kg)/200 mg Q2W(≥ 30 kg)
Placebo 110 1,94 80 1,47 62 1,89
ACQ-7-IA in Woche 24an Responderrate OR vs. Placebo n Responderrate OR vs. Placebo n Responderrate OR vs. Placebo% (95-%-KI) % (95-%-KI) % (95-%-KI)
Dupilumab 236 79,2 1,82g 175 80,6 2,79f 141 80,9 2,60g100 mg Q2W (1,02, 3,24) (1,43, 5,44) (1,21, 5,59)(< 30 kg)/200 mg Q2W(≥ 30 kg)
Placebo 114 69,3 84 64,3 62 66,1
PAQLQ(S)-IA in Woche 24an Responderrate OR vs. Placebo n Responderrate OR vs. Placebo n Responderrate OR vs. Placebo% (95-%-KI) % (95-%-KI) % (95-%-KI)
Dupilumab 211 73,0 1,57 158 72,8 1,84 131 75,6 2,09100 mg Q2W (0,87, 2,84) (0,92, 3,65) (0,95, 4,61)(< 30 kg)/200 mg Q2W(≥ 30 kg)
Placebo 107 65,4 81 63,0 61 67,2a Die Responderrate war definiert als eine Verbesserung des Wertes um mindestens 0,5 (Skalenbereich: 0-6 beim
ACQ-7-IA und 1-7 beim PAQLQ(S)).b p-Wert < 0,0001, c p-Wert < 0,001, d p-Wert < 0,01 (alle statistisch signifikant gegenüber Placebo nach
Korrektur für multiples Testen)e nominaler p-Wert < 0,0001, f nominaler p-Wert < 0,01, g nominaler p-Wert < 0,05
In der VOYAGE-Studie wurden signifikante prozentuale Verbesserungen des vorhergesagten FEV1bereits in Woche 2 beobachtet und hielten bis Woche 52 an.
Prozentuale Verbesserungen des vorhergesagten FEV1 im Zeitverlauf in der VOYAGE-Studie sind in
Abbildung 4 dargestellt.
Abbildung 4: Mittlere prozentuale Veränderung des vorhergesagten FEV1 (l) vor Anwendungeines Bronchodilatators gegenüber der Baseline im Zeitverlauf in der VOYAGE-Studie(Ausgangswert Eosinophilenzahl im Blut ≥ 150 Zellen/µl oder FeNO ≥ 20 ppb, Eosinophilen-
Ausgangswert ≥ 300 Zellen/µl und FeNO-Ausgangswert ≥ 20 ppb)
Ausgangswert Eosinophilenzahl Ausgangswert Eosinophilenzahl FeNO-Ausgangswert ≥ 20 ppbim Blut ≥ 150 Zellen/µl oder im Blut ≥ 300 Zellen/µl
FeNO ≥ 20 ppb
In der VOYAGE-Studie wurde in der Population mit Typ-2-Inflammation die mittlere jährliche
Gesamtzahl der systemischen Corticosteroidbehandlungen aufgrund von Asthma im Vergleich zu
Placebo um 59,3 % verringert (0,350 [95-%-KI: 0,256, 0,477] vs. 0,860 [95-%-KI: 0,616, 1,200]). Inder Population mit einer Eosinophilenzahl im Blut ≥ 300 Zellen/µl bei der Baseline wurde die mittlerejährliche Gesamtzahl der systemischen Corticosteroidbehandlungen aufgrund von Asthma im
Vergleich zu Placebo um 66,0 % verringert (0,274 [95-%-KI: 0,188, 0,399] vs. 0,806 [95-%-KI: 0,563,1,154]).
Dupilumab verbesserte den Gesamtgesundheitsstatus, gemessen anhand der EQ-VAS (European
Quality of Life 5-Dimension Youth Visual Analog Scale), in Woche 52 sowohl in der Population mit
Typ-2-Inflammation als auch der Population mit einer Eosinophilenzahl im Blut ≥ 300 Zellen/µl beider Baseline. Der mittlere LS-Unterschied gegenüber Placebo betrug 4,73 (95-%-KI: 1,18, 8,28) bzw.3,38 (95-%-KI: -0,66, 7,43).
Dupilumab verringerte den Einfluss der Asthmaerkrankung von Kindern auf die Lebensqualität der
Betreuungspersonen, gemessen anhand des PACQLQ-(Paediatric Asthma Caregiver’s Quality of Life
Questionnaire-)Fragebogens, in Woche 52 sowohl in der Population mit Typ-2-Inflammation als auchin der Population mit einer Eosinophilenzahl im Blut ≥ 300 Zellen/µl bei der Baseline. Der mittlere
LS-Unterschied gegenüber Placebo betrug 0,47 (95-%-KI: 0,22, 0,72) bzw. 0,50 (95-%-KI: 0,21,0,79).
Langzeit-Verlängerungsstudie (EXCURSION)
Die als sekundärer Endpunkt erhobene Wirksamkeit von Dupilumab wurde bei 365 Kindern (6 bis11 Jahre) mit Asthma in einer Langzeit-Verlängerungsstudie (EXCURSION) untersucht. Es gab einenanhaltenden Rückgang der Rate an Exazerbationen, die zu Krankenhauseinweisungen und/oder
Besuchen in der Notaufnahme führten, sowie eine geringere Exposition gegenüber systemischenoralen Corticosteroiden. Anhaltende Verbesserungen der Lungenfunktion wurden für mehrere
Parameter beobachtet, einschließlich prozentualer Veränderung des vorhergesagten FEV1,prozentualer Veränderung des vorhergesagten FVC, des FEV1/FVC-Werts und prozentualer
Veränderung des vorhergesagten FEF 25-75 %. Des Weiteren erreichten und/oder bewahrten 75 % der
Patienten bis zum Studienende von EXCURSION eine normale Lungenfunktion mit einem
Prozentsatz des vorhergesagten FEV1 vor Anwendung eines Bronchodilatators > 80 %. Die
Wirksamkeit wurde über eine kumulierte Behandlungsdauer von bis zu 104 Wochen (VOYAGE und
EXCURSION) aufrechterhalten.
Klinische Wirksamkeit bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP)
Das Entwicklungsprogramm zur chronischen Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) beinhaltetezwei randomisierte, doppelblinde, multizentrische, placebokontrollierte Parallelgruppenstudien(SINUS-24 und SINUS-52) mit 724 Patienten ab 18 Jahren, eingestellt auf intranasale Corticosteroide(INCS) als Hintergrundbehandlung. Diese Studien schlossen Patienten ein, die trotz vorherigemchirurgischem Eingriff an den Nasennebenhöhlen oder Behandlung mit systemischen Corticosteroidenin den vergangenen 2 Jahren unter einer schweren CRSwNP litten bzw. die für eine Therapie mitsystemischen Corticosteroiden in den vergangenen 2 Jahren nicht in Frage kamen. Es lag im Ermessendes Prüfarztes, Notfallmedikation mit systemischen Corticosteroiden oder einen chirurgischen Eingriffwährend der Studien zu veranlassen. Alle Patienten zeigten eine Verschattung der Nasennebenhöhlenim Lund-MacKay-Gesamt-CT-Score (LMK), und 73 % bis 90 % der Patienten wiesen eine
Verschattung aller Nasennebenhöhlen auf. Patienten wurden stratifiziert anhand ihrer vorherigenchirurgischen Eingriffe und ihres komorbiden Asthmas/Analgetika-Intoleranz-Syndroms (nonsteroidalanti-inflammatory drug exacerbated respiratory disease, NSAID-ERD).
Die koprimären Wirksamkeitsendpunkte waren die Veränderung des bilateralen endoskopischen
Nasenpolypenscores (NPS), bewertet von zentral verblindeten Prüfern, zwischen dem Ausgangswertund dem Wert in Woche 24 sowie die Veränderung des über 28 Tage gemittelten Scores der nasalen
Kongestion/Obstruktion (NC), ermittelt durch Patienten anhand von Tagebüchern, zwischen dem
Ausgangswert und dem Wert in Woche 24. Bei dem NPS wurden Polypen auf jeder Seite der Nase aufeiner kategorialen Skala beurteilt (0 = keine Polypen; 1 = kleine Polypen im mittleren Nasengang, dienicht weiter als bis zur unteren Grenze der mittleren Nasenmuschel reichen; 2 = Polypen, die weiterals bis zur unteren Grenze der mittleren Nasenmuschel reichen; 3 = große Polypen, die bis zur unteren
Grenze der unteren Nasenmuschel reichen oder Polypen medial der mittleren Nasenmuschel;4 = große Polypen, die die untere Nasenhöhle komplett blockieren). Der Gesamtscore war die Summeder rechten und linken Scores. Die nasale Kongestion wurde von den Teilnehmern täglich anhandeiner kategorialen Schweregrad-Skala von 0 bis 3 beurteilt (0 = keine Symptome; 1 = leichte
Symptome; 2 = mittelschwere Symptome; 3 = schwere Symptome).
Die demografischen Angaben und Baseline-Charakteristika für diese 2 Studien sind in nachfolgender
Tabelle 23 dargestellt.
Tabelle 23: Demografische Angaben und Baseline-Charakteristika in den CRSwNP-Studien
Parameter SINUS-24 SINUS-52(n = 276) (n = 448)
Mittleres Alter in Jahren (SD) 50,49 (13,39) 51,95 (12,45)% Männlich 57,2 62,3
Mittlere Dauer der CRSwNP (Jahre) (SD) 11,11 (9,16) 10,94 (9,63)
Patienten mit ≥ 1 vorherigen chirurgischen Eingriff (%) 71,7 58,3
Patienten mit Anwendung systemischer Corticosteroide in denvergangenen 2 Jahren (%) 64,9 80,1
Mittlerer bilateraler endoskopischer NPSa (SD), Bereich: 0-8 5,75 (1,28) 6,10 (1,21)
Mittlerer nasaler Kongestion (NC)-Scorea (SD), Bereich: 0-3 2,35 (0,57) 2,43 (0,59)
Mittlerer Lund-MacKay-Gesamt-CT-Scorea (SD), Bereich:0-24 19,03 (4,44) 17,96 (3,76)
Mittlerer Riechtest UPSIT-Scorea (SD), Bereich: 0-40 14,56 (8,48) 13,61 (8,02)
Mittlerer Verlust des Geruchssinn-Scorea (AM), (SD),
Bereich: 0-3 2,71 (0,54) 2,75 (0,52)
Mittlerer SNOT-22-Gesamtscorea (SD), Bereich: 0-110 49,40 (20,20) 51,86 (20,90)
Mittelwert Rhinosinusitis-Schweregrad-Skalaa (VAS), (SD)0-10 cm 7,68 (2,05) 8,00 (2,08)
Mittlere Eosinophilenzahl im Blut (Zellen/µl) (SD) 437 (333) 431 (353)
Mittleres Gesamt-IgE, I.E./ml (SD) 211,97 (275,73) 239,84 (341,53)
Atopische Krankheiten in der Anamnese (mit Typ-2-
Inflammation)% insgesamt 75,4 % 82,4 %
Asthma (%) 58,3 59,6
Mittleres FEV1 (l) (SD) 2,69 (0,96) 2,57 (0,83)
Mittlerer Prozentsatz des vorhergesagten FEV1 (%) (SD) 85,30 (20,23) 83,39 (17,72)
Mittlerer ACQ-6-Scorea (SD) 1,62 (1,14) 1,58 (1,09)
NSAID-ERD (%) 30,4 26,8a Höhere Scores weisen auf eine stärkere Ausprägung der Erkrankung hin, außer bei UPSIT, bei dem höhere
Scores auf eine geringere Ausprägung der Erkrankung hinweisen; SD = Standardabweichung; AM = morgens;
NPS = Nasenpolypenscore; UPSIT = Riechtest (University of Pennsylvania smell identification test);
SNOT-22 = Sino-Nasal-Outcome-Test mit 22 Fragen (22-item Sino-Nasal Outcome Test); VAS = visuelle
Analogskala (visual analogue scale); FEV1 = Einsekundenkapazität; ACQ-6 = Fragebogen zur Asthmakontrolle(Asthma Control Questionnaire-6); NSAID-ERD = Aspirin/Analgetika-Intoleranz-Syndrom (nonsteroidal anti-inflammatory drug exacerbated respiratory disease).
Klinisches Ansprechen (SINUS-24 und SINUS-52)
Die Ergebnisse der primären und sekundären Endpunkte der CRSwNP-Studien werden in Tabelle 24dargestellt.
Tabelle 24: Ergebnisse der primären und sekundären Endpunkte in den CRSwNP-Studien
SINUS-24 SINUS-52
Placebo Dupilumab Mittlerer LS- Placebo Dupilumab Mittlerer LS-(n = 133) 300 mg Q2W Unterschied vs. (n = 153) 300 mg Q2W Unterschied vs.(n = 143) Placebo (n = 295) Placebo(95-%-KI) (95-%-KI)
Primäre Endpunkte in Woche 24
Scores Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere
Baseline LS- Baseline LS- Baseline LS- Baseline LS-
Verän- Verän- Verän- Verän-derung derung derung derung
NPS 5,86 0,17 5,64 -1,89 -2,06 5,96 0,10 6,18 -1,71 -1,80(-2,43; -1,69) (-2,10; -1,51)
NC 2,45 -0,45 2,26 -1,34 -0,89 2,38 -0,38 2,46 -1,25 -0,87(-1,07; -0,71) (-1,03; -0,71)
Sekundäre Hauptendpunkte in Woche 24
Scores Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere
Baseline LS- Baseline LS- Baseline LS- Baseline LS-
Verän- Verände Verände Verändederung rung rung rung
LMK- 19,55 -0,74 18,55 -8,18 -7,44 17,65 -0,09 18,12 -5,21 -5,13
Score (-8,35; -6,53) (-5,80; -4,46)
Gesamts 7,28 -1,17 6,82 -3,77 -2,61 7,08 -1,00 7,30 -3,45 -2,44ymptom (-3,04; -2,17) (-2,87; -2,02)
- Score(TSS)
UPSIT 14,44 0,70 14,68 11,26 10,56 13,78 -0,81 13,53 9,71 10,52(8,79; 12,34) (8,98; 12,07)
Verlust 2,73 -0,29 2,70 -1,41 -1,12 2,72 -0,23 2,77 -1,21 -0,98des (-1,31; -0,93) (-1,15; -0,81)
Geruchssinns
SNOT-2 50,87 -9,31 48,0 -30,43 -21,12 53,48 -10,40 51,02 -27,77 -17,362 (-25,17; -17,06) (-20,87; -13,85)
VAS 7,96 -1,34 7,42 -4,54 -3,20 7,98 -1,39 8,01 -4,32 -2,93(-3,79; -2,60) (-3,45; -2,40)
Eine Verringerung des Scores bedeutet eine Verbesserung, außer bei UPSIT, bei dem ein Anstieg eine
Verbesserung bedeutet.
Der Gesamtsymptom-Score (TSS) ist ein zusammengesetzter Schweregrad-Score, bestehend aus der Summe dertäglichen Symptome von NC, Verlust des Geruchssinns und anteriorer/posteriorer Rhinorrhö.
NC = nasale Kongestion; NPS = Nasenpolypenscore; LMK = Lund-MacKay-Gesamt-CT-Score;
UPSIT = Riechtest (University of Pennsylvania smell identification test); SNOT-22 = Sino-Nasal-Outcome-Testmit 22 Fragen (22-item Sino-Nasal Outcome Test); TSS = Gesamtsymptom-Score (total symptom score);
VAS = visuelle Analogskala für Rhinosinusitis (visual analogue scale)(alle p-Werte < 0,0001 [alle statistisch signifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples Testen],nominal für VAS)
Die Ergebnisse der SINUS-52-Studie in Woche 52 werden in Tabelle 25 dargestellt.
Tabelle 25: Ergebnisse zur Wirksamkeit in Woche 52 der SINUS-52-Studie
Placebo Dupilumab Mittlerer LS- Dupilumab Mittlerer LS-(n = 153) 300 mg Q2W Unterschied 300 mg Q2W-Q4W Unterschied(n = 150) vs. Placebo (n = 145) vs. Placebo
Mittlere Mittlere Mittlere Mittlere (95-%-KI) Mittlere Mittlere (95-%-KI)
Baseline LS- Baseline LS- Baseline LS-
Verände- Verände- Verände-rung rung rung
NPS 5,96 0,15 6,07 -2,24 -2,40a 6,29 -2,06 -2,21b(-2,77; -2,02) (-2,59; -1,83)
NC 2,38 -0,37 2,48 -1,35 -0,98a 2,44 -1,48 -1,10b(-1,17; -0,79) (-1,29; -0,91)
LMK-Score 17,65 0,11 18,42 -6,83 -6,94b 17,81 -5,60 -5,71b(-7,87; -6,01) (-6,64; -4,77)
Gesamtsympto 7,08 -0,94 7,31 -3,79 -2,85b 7,28 -4,16 -3,22bm-Score (TSS) (-3,35; -2,35) (-3,73; -2,72)
UPSIT 13,78 -0,77 13,46 9,53 10,30b 13,60 9,99 10,76b(8,50; 12,10) (8,95; 12,57)
Verlust des 2,72 -0,19 2,81 -1,29 -1,10b 2,73 -1,49 -1,30b
Geruchssinns (-1,31; -0,89) (-1,51; -1,09)
SNOT-22 53,48 -8,88 50,16 -29,84 -20,96a 51,89 -30,52 -21,65b(-25,03; -16,89) (-25,71; -17,58)
VAS 7,98 -0,93 8,24 -4,74 -3,81b 7,78 -4,39 -3,46b(-4,46; -3,17) (-4,10; -2,81)
Eine Verringerung des Scores bedeutet eine Verbesserung, außer bei UPSIT, bei dem ein Anstieg eine
Verbesserung bedeutet.
Der Gesamtsymptom-Score (TSS) ist ein zusammengesetzter Schweregrad-Score, bestehend aus der Summe dertäglichen Symptome von NC, Verlust des Geruchssinns und anteriorer/posteriorer Rhinorrhö.
NC = nasale Kongestion; NPS = Nasenpolypenscore; LMK = Lund-MacKay-Gesamt-CT-Score;
UPSIT = Riechtest (University of Pennsylvania smell identification test); SNOT-22 = Sino-Nasal-Outcome-Testmit 22 Fragen (22-item Sino-Nasal Outcome Test); TSS = Gesamtsymptom-Score (total symptom score);
VAS = visuelle Analogskala für Rhinosinusitis (visual analogue scale).(a p-Werte < 0,0001 [alle statistisch signifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples Testen];b nominaler p-Wert < 0,0001)
Eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Wirksamkeit wurde in der SINUS-24-Studiehinsichtlich der Verbesserung bei dem bilateralen endoskopischen NPS in Woche 24 beobachtet. Im
Zeitraum nach der Behandlung, als Patienten kein Dupilumab erhielten, nahm der Behandlungseffektmit der Zeit ab (siehe Abbildung 5a). Ähnliche Ergebnisse bei dem bilateralen endoskopischen NPSwurden ebenfalls in der SINUS-52-Studie sowohl in Woche 24 als auch in Woche 52 mit einerprogressiven Verbesserung im Laufe der Zeit gesehen (siehe Abbildung 5b).
Abbildung 5: Mittlere LS-Veränderung gegenüber Baseline bei dem bilateralen
Nasenpolypenscore (NPS) in SINUS-24 und SINUS-52 (ITT-Population)
Abbildung 5a: SINUS-24 Abbildung 5b: SINUS-52
In beiden Studien wurden bereits bei der ersten Beurteilung in Woche 4 signifikante Verbesserungenbei der NC und bei dem Schweregrad des täglichen Verlusts des Geruchssinns beobachtet. Der mittlere
LS-Unterschied bei der NC in Woche 4 lag in der Dupilumab-Gruppe im Vergleich zur Placebo-
Gruppe bei -0,41 (95-%-KI: -0,52; -0,30) in SINUS-24 und -0,37 (95-%-KI: -0,46; -0,27) in
SINUS-52. Der mittlere LS-Unterschied bei dem Verlust des Geruchssinns in Woche 4 lag in der
Dupilumab-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe bei -0,34 (95-%-KI: -0,44; -0,25) in SINUS-24und -0,31 (95-%-KI: -0,41; -0,22) in SINUS-52.
Eine Verringerung im Anteil der Patienten mit Anosmie wurde in den SINUS-24- und SINUS-52-
Studien beobachtet. Zu Beginn litten 74 % bis 79 % der Patienten an Anosmie, was sich in Woche 24auf 24 % in der SINUS-24-Studie und 30 % in der SINUS-52-Studie verringerte, während es unter
Placebo keine Veränderung gab. Eine Verbesserung im nasalen maximalen inspiratorischen
Atemstrom (nasal peak inspiratory flow, NPIF) wurde in SINUS-24 und SINUS-52 in Woche 24beobachtet. Der mittlere LS-Unterschied in der Dupilumab-Gruppe betrug 40,4 l/min (95-%-KI: 30,4;50,4), während er in der Placebo-Gruppe 36,6 l/min (95-%-KI: 28,0; 45,3) betrug.
Bei den Patienten mit einem Rhinosinusitis-VAS-Score > 7 zu Studienbeginn erreichte in Woche 24ein größerer Anteil der Patienten in der Dupilumab-Gruppe einen VAS-Score ≤ 7 als in der Placebo-
Gruppe (83,3 % versus 39,4 % in SINUS-24 und 75,0 % versus 39,3 % in SINUS-52).
In der präspezifizierten, für Multiplizität adjustierten gepoolten Analyse der zwei Studien führte die
Behandlung mit Dupilumab im Vergleich zu Placebo zu einer signifikanten Verringerung bei der
Anwendung von systemischen Corticosteroiden und der Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffsan den Nasennebenhöhlen (HR von 0,24; 95-%-KI: 0,17; 0,35) (siehe Abbildung 6). Der Anteil der
Patienten, die systemische Corticosteroide benötigten, wurde um 74 % verringert (HR von 0,26; 95-%-
KI: 0,18; 0,38). Die Gesamtzahl der jährlichen Anwendungen systemischer Corticosteroide wurde um75 % verringert (RR von 0,25; 95-%-KI: 0,17; 0,37). Die mittlere individuelle jährlich verschriebene
Gesamtdosis von systemischen Corticosteroiden (in mg) während des Behandlungszeitraums war71 % geringer in der gepoolten Dupilumab-Gruppe als in der gepoolten Placebo-Gruppe (60,5[531,3] mg versus 209,5 [497,2] mg). Der Anteil der Patienten, die einen chirurgischen Eingriffbenötigten, verringerte sich um 83 % (HR von 0,17; 95-%-KI: 0,07; 0,46).
Abbildung 6: Kaplan-Meier-Kurve der Zeit bis zur ersten Anwendung systemischer
Corticosteroide und/oder eines chirurgischen Eingriffs an den Nasennebenhöhlen während des
Behandlungszeitraums (ITT-Population) [SINUS-24 und SINUS-52 gepoolt]
Die Auswirkungen von Dupilumab auf die primären Endpunkte NPS und nasale Kongestion sowie densekundären Hauptendpunkt Lund-MacKay-Gesamt-CT-Score (LMK) waren vergleichbar bei Patientenmit und ohne vorherigen chirurgischen Eingriff.
Bei Patienten mit komorbidem Asthma wurden in Woche 24, unabhängig vom Eosinophilen-
Ausgangswert im Blut, signifikante Verbesserungen bei dem FEV1 und ACQ-6 beobachtet. Diegepoolte mittlere LS-Veränderung bei dem FEV1 im Vergleich zum Ausgangswert lag in Woche 24für Dupilumab 300 mg alle 2 Wochen (Q2W) bei 0,14 l, während sie bei Placebo bei -0,07 l lag, waseinem Unterschied von 0,21 l entspricht (95-%-KI: 0,13; 0,29). Darüber hinaus wurden im Vergleichzu den Ausgangswerten Verbesserungen bei dem FEV1 ab der ersten Beurteilung nach Studienbeginnin Woche 8 in SINUS-24 und in Woche 4 in SINUS-52 beobachtet. Verbesserungen im ACQ-6 bei
Patienten mit komorbidem Asthma wurden in beiden Studien beobachtet. Ein Ansprechen wardefiniert als eine Verbesserung des Scores um 0,5 oder mehr. Der mittlere LS-Unterschied in
Woche 24 betrug in der Dupilumab-Gruppe im Vergleich zu Placebo -0,76 (95-%-KI: -1,00 bis -0,51)in SINUS-24 und -0,94 (95-%-KI: -1,19; -0,69) in SINUS-52.
Die Responderrate bei ACQ-6 betrug in Woche 24 bei Dupilumab 300 mg alle 2 Wochen (Q2W) inder SINUS-24-Studie 56 %, bei Placebo 28 % (Odds Ratio 3,17; 95-%-KI: 1,65; 6,09). Die
Ansprechrate bei ACQ-6 betrug in Woche 52 bei Dupilumab 300 mg alle 2 Wochen (Q2W) in der
SINUS-52-Studie 46 %, bei Placebo 14 % (Odds Ratio 7,02; 95-%-KI: 3,10; 15,90).
Bei Patienten mit NSAID-ERD stimmten die Auswirkungen von Dupilumab auf die primären
Endpunkte NPS und NC sowie den sekundären Hauptendpunkt Lund-MacKay-Gesamt-CT-Score(LMK) mit denen überein, die in der CRSwNP-Gesamtpopulation beobachtet wurden.
Klinische Wirksamkeit bei Prurigo nodularis (PN)
Das Entwicklungsprogramm zu Prurigo nodularis (PN) beinhaltete zwei 24-wöchige, randomisierte,doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Parallelgruppenstudien (PRIME und PRIME2) mit311 Patienten ab 18 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer PN, definiert als schwerer Pruritus (WI-
NRS ≥ 7 auf einer Skala von 0 bis 10) und mindestens 20 noduläre Läsionen, deren Erkrankung mitverschreibungspflichtigen topischen Therapien nicht ausreichend kontrolliert werden konnte oderwenn derartige Therapien nicht angeraten waren. PRIME und PRIME2 untersuchten neben der
Wirkung von Dupilumab auf die Verbesserung des Juckreizes auch dessen Wirkung auf PN-Läsionen,den Dermatologischer-Lebensqualitäts-Index (Dermatology Life Quality Index, DLQI), die Skala zur
Erfassung von Angst und Depression (Hospital Anxiety and Depression Scale, HADS) sowie auf
Hautschmerzen.
In diesen beiden Studien erhielten Patienten entweder subkutan 600 mg Dupilumab (zwei Injektionenzu je 300 mg) an Tag 1, gefolgt von 300 mg alle 2 Wochen (Q2W) für 24 Wochen oder einentsprechendes Placebo.
In diesen Studien lag das mittlere Alter bei 49,5 Jahren und das mediane Gewicht bei 71,3 kg. 65,3 %der Patienten waren Frauen, 56,6 % Weiße, 6,1 % Schwarze und 34,1 % Asiaten. Zu Studienbeginnlag der mittlere WI-NRS-Wert bei 8,5, 66,3 % hatten 20 bis 100 Knoten (mittelschwer), 33,7 % hattenmehr als 100 Knoten (schwer), 99,7 % waren zuvor topisch behandelt worden, 12,5 % hatten zuvorsystemische Corticosteroide erhalten, 20,6 % hatten zuvor systemische nichtsteroidale
Immunsuppressiva erhalten und 4,5 % hatten zuvor Gabapentinoide erhalten. Zu Studienbeginnnahmen 11 % der Patienten stabile Dosen von Antidepressiva ein und wurden angewiesen, diese
Arzneimittel während der Studie weiter einzunehmen. 43,4 % wiesen in ihrer Anamnese Atopie auf(definiert als atopische Dermatitis in der Anamnese, allergische Rhinitis/Rhinokonjunktivitis, Asthmaoder Nahrungsmittelallergie).
Der WI-NRS-Wert besteht aus einem Einzelwert, bewertet anhand einer Skala von 0 ('kein Jucken“)bis 10 ('schlimmstes vorstellbares Jucken“). Teilnehmer wurden gebeten, die Intensität ihresschlimmsten Pruritus-Ereignisses (Jucken) innerhalb der letzten 24 Stunden anhand dieser Skala zubewerten. Der IGA PN-S ist ein Instrument zur Erfassung der ungefähren Anzahl an Knoten, das eine
Einteilung in fünf Schweregrade von 0 (frei) bis 4 (schwer) vornimmt.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil an Patienten mit Verbesserung (Reduktion) auf der
WI-NRS um ≥ 4. Wichtige sekundäre Endpunkte waren unter anderem der Anteil an Teilnehmern miteinem IGA PN-S von 0 oder 1 (entspricht 0 bis 5 Knoten).
Die Wirksamkeitsergebnisse für PRIME und PRIME2 sind in Tabelle 26 und den Abbildungen 7 und8 dargestellt.
Tabelle 26: Ergebnisse der primären und sekundären Endpunkte in den Studien PRIME und
PRIME2
PRIME PRIME2
Placebo Dupilumab Unterschied Placebo Dupilumab Unterschied(n = 76) 300 mg Q2W (95-%-KI) (n = 82) 300 mg Q2W (95-%-KI)(n = 75) Dupilumab (n = 78) Dupilumabvs. Placebo vs. Placebo
Anteil Patienten mit 42,7 % 42,6 %
Verbesserung (Reduk- 18,4 % 60,0 % (27,76; 57,72) 19,5 % 57,7 % (29,06; 56,08)tion) auf WI-NRS um≥ 4 Punkte gegenüberder Baseline in
Woche 24 (primärer
Endpunkt in PRIME)b
Anteil Patienten mit 29,2 % 16,8 %
Verbesserung (Reduk- 15,8 %a 44,0 %a (14,49; 43,81)a 22,0 % 37,2 % (2,34; 31,16)tion) auf WI-NRS um≥ 4 Punkte gegenüberder Baseline in
Woche 12 (primärer
Endpunkt in PRIME2)b
Anteil Patienten mit 28,3 % 30,8 %
IGA PN-S von 0 oder 1 18,4 % 48,0 % (13,41; 43,16) 15,9 % 44,9 % (16,37; 45,22)in Woche 24b
PRIME PRIME2
Placebo Dupilumab Unterschied Placebo Dupilumab Unterschied(n = 76) 300 mg Q2W (95-%-KI) (n = 82) 300 mg Q2W (95-%-KI)(n = 75) Dupilumab (n = 78) Dupilumabvs. Placebo vs. Placebo
Anteil Patienten mit 29,6 % 25,5 %
Verbesserung (Reduk- 9,2 % 38,7 % (16,42; 42,81) 8,5 % 32,1 % (13,09; 37,86)tion) sowohl auf WI-
NRS um ≥ 4 Punktegegenüber der Baselinein Woche 24 als auchim IGA PN-S von 0oder 1 in Woche 24b
Veränderung in % -22,22 (5,74) -48,89 (5,61) -26,67 -36,18 (6,21) -59,34 (6,39) -23,16gegenüber der Baseline (-38,44; -14,90) (-33,81; -12,51)auf WI-NRS in
Woche 24 (SE)
Veränderung gegenüber -5,77 (1,05) -11,97 (1,02) -6,19 -6,77 (1,18) -13,16 (1,21) -6,39der Baseline im DLQI (-8,34; -4,05) (-8,42; -4,36)in Woche 24 (SE)
Veränderung gegenüber -2,16 (0,44) -4,33 (0,43) -2,17 -2,74 (0,51) -4,35 (0,53) -1,61der Baseline auf (-3,07; -1,28) (-2,49; -0,73)
Hautschmerz-NRS in
Woche 24 (SE)c
Veränderung gegenüber -2,02 (0,94) -4,62 (0,93) -2,60 -2,59 (1,03) -5,55 (1,06) -2,96der Baseline auf HADS (-4,52; -0,67) (-4,73; -1,19)in Woche 24 (SE)ca Nicht für multiples Testen in PRIME korrigiert.b Patienten, die zuvor eine Rescue-Therapie erhalten hatten oder bei denen Daten fehlten, wurden als
Non-Responder eingestuft.c Daten von Patienten, die zuvor eine Rescue-Therapie erhalten hatten oder die Studie aufgrund fehlender
Wirksamkeit abbrachen, wurden vervollständigt, indem der schlechteste Wert als Ersatzwert verwendet wurde(worst observation carried forward); andere fehlende Daten wurden mittels multipler Imputationvervollständigt.
SE = sekundärer Endpunkt
Eine einsetzende Wirkung in Form einer Veränderung gegenüber der Baseline auf der WI-NRS,definiert als erster Zeitpunkt, an dem der Unterschied im wöchentlichen Mittelwert des täglichbestimmten WI-NRS-Werts im Vergleich zu Placebo signifikant wurde und blieb (nominalerp-Wert < 0,05), wurde bereits in Woche 3 in PRIME (Abbildung 7a) und in Woche 4 in PRIME2(Abbildung 7b) beobachtet.
Abbildung 7: Mittlere prozentuale LS-Veränderung gegenüber der Baseline auf der WI-NRS in
PRIME und PRIME2 bis Woche 24
Abb. 7a: PRIME Abb. 7b: PRIME2
Bei einem größeren Anteil der Patienten in der Dupilumab-Gruppe kam es im Vergleich zur Placebo-
Gruppe auf der WI-NRS zu Verbesserungen um ≥ 4 Punkte gegenüber der Baseline in den Wochen 4und 11 in PRIME (Abbildung 8a, nominaler p-Wert < 0,007) bzw. PRIME2 (Abbildung 8b, nominalerp-Wert < 0,013), und dieser Unterschied blieb während des Behandlungszeitraums signifikant.
Abbildung 8: Anteil der Patienten mit Verbesserungen um ≥ 4 auf der WI-NRS im Zeitverlaufin PRIME and PRIME2
Abb. 8a: PRIME Abb. 8b: PRIME2
In PRIME und PRIME2 stimmten die Behandlungseffekte in den Untergruppen (Alter, Geschlecht,mit oder ohne Atopie in der Anamnese sowie Hintergrundbehandlung, einschließlich
Immunsuppressiva) mit den Ergebnissen in der Gesamtstudienpopulation überein.
Nach Beendigung der 24-wöchigen Behandlung gab es innerhalb des 12-wöchigen
Nachbeobachtungszeitraums Hinweise auf ein Wiederauftreten von Anzeichen und Symptomen.
Klinische Wirksamkeit bei eosinophiler Ösophagitis (EoE)
Erwachsene und Jugendliche (12 bis 17 Jahre) mit eosinophiler Ösophagitis
Das Entwicklungsprogramm zu eosinophiler Ösophagitis (EoE) beinhaltete einen dreiteiligen Prüfplanüber bis zu 52 Wochen (TREET), bestehend aus zwei separat randomisierten, doppelblinden,multizentrischen, placebokontrollierten 24-wöchigen Parallelgruppen-Behandlungsstudien (TREET
Teil A und TREET Teil B), gefolgt von einer 28-wöchigen Verlängerungsstudie mit aktiver
Behandlung (TREET Teil C) bei Erwachsenen und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren, wobei
Patienten < 40 kg ausgeschlossen waren. In den TREET Teilen A und B musste bei alleneingeschlossenen Patienten zuvor eine konventionelle medikamentöse Therapie(Protonenpumpenhemmer) versagt haben. 74 % waren vor Studienaufnahme mit einer anderenkonventionellen medikamentösen Therapie (orale topische Corticosteroide) behandelt worden. In
TREET Teil B waren 49 % der mit oralen topischen Corticosteroiden behandelten Patientenunzureichend therapiert, haben diese nicht vertragen oder diese waren kontraindiziert. In beiden Teilenmussten Patienten nach einer mindestens 8-wöchigen Behandlung mit einem hochdosierten
Protonenpumpenhemmer (PPI) entweder vor oder während des Screeningzeitraums mindestens 15intraepitheliale Eosinophile pro hochauflösendem Gesichtsfeld (eos/hpf) und einen Score im
Dysphagie-Symptom-Fragebogen (Dysphagia Symptom Questionnaire, DSQ) von ≥ 10 auf einer Skalavon 0 bis 84 aufweisen. Patienten wurden stratifiziert anhand ihres Alters zum Zeitpunkt des
Screenings (12 bis 17 Jahre oder 18 Jahre und älter) und der Anwendung von PPI zum Zeitpunkt der
Randomisierung. TREET Teil A wurde zuerst durchgeführt. Mit TREET Teil B wurde begonnen,nachdem die Aufnahme in TREET Teil A abgeschlossen war. Patienten, welche den 24-wöchigen,doppelblinden Behandlungszeitraum in Teil A oder B durchlaufen hatten, erhielten die Möglichkeit, aneiner 28-wöchigen Verlängerungsstudie (TREET Teil C) mit aktiver Behandlung teilzunehmen.
In Teil A wurden insgesamt 81 Patienten, 61 Erwachsene und 20 Jugendliche im Alter von 12 bis17 Jahren, randomisiert und erhielten entweder 300 mg Dupilumab wöchentlich (n = 42) oder Placebo(n = 39). In Teil B wurden insgesamt 240 Patienten, 161 Erwachsene und 79 Jugendliche im Alter von12 bis 17 Jahren, randomisiert und erhielten entweder 300 mg Dupilumab wöchentlich (n = 80),300 mg Dupilumab jede zweite Woche (n = 81; das Dosierungsschema mit 300 mg alle zwei Wochenist nicht für EoE zugelassen) oder Placebo (n = 79). In Teil C erhielten alle Patienten, die zuvor an
Teil A teilgenommen hatten, 300 mg Dupilumab (n = 77) wöchentlich. In Teil C erhielten111 Patienten, die zuvor an Teil B teilgenommen hatten, 300 mg Dupilumab wöchentlich. Es lag im
Ermessen des Prüfarztes, Notfallmedikation mit systemischen und/oder oralen topischen
Corticosteroiden oder eine Notfall-Ösophagusdilation während der Studie zu veranlassen.
In Teil A hatten insgesamt 74,1 % der Patienten vor Studieneinschluss zur Behandlung der EoE oraletopische Corticosteroide angewendet und bei 43,2 % war vor Studieneinschluss eine
Ösophagusdilation durchgeführt worden. In Teil B hatten insgesamt 73,3 % der Patienten vor
Studieneinschluss zur Behandlung der EoE orale topische Corticosteroide angewendet und bei 35,4 %war vor Studieneinschluss eine Ösophagusdilation durchgeführt worden.
Die koprimären Wirksamkeitsendpunkte in beiden Studien waren der Anteil der Patienten miterreichter histologischer Remission, definiert als maximaler ösophagealer, intraepithelialer
Eosinophilen-Wert von ≤ 6 eos/hpf in Woche 24, sowie die absolute Veränderung despatientenberichteten DSQ-Scores zwischen Baseline und Woche 24. Sekundäre Endpunkte warenunter anderem die Veränderung gegenüber dem Ausgangswert der folgenden Parameter: prozentuale
Veränderung des maximalen ösophagealen, intraepithelialen Eosinophilen-Werts (eos/hpf), absolute
Veränderung des mittleren Schweregrades (Grade) EoE-typischer histologischer Merkmale gemäß
EoEHSS (Eosinophilic Esophagitis Histology Scoring System), absolute Veränderung des mittleren
Ausmaßes (Stage) gemäß EoEHSS, absolute Veränderung des endoskopischen Referenzwerts bei EoE(Endoscopic Reference Score, EoE-EREFS) sowie Anteil der Patienten, die einen maximalenösophagealen, intraepithelialen Eosinophilen-Wert von < 15 eos/hpf erreichen.
Die demografischen Angaben und Baseline-Charakteristika für TREET Teile A und B sind in
Tabelle 27 dargestellt.
Tabelle 27: Demografische Angaben und Baseline-Charakteristika (TREET Teile A und B)
Parameter TREET Teil A TREET Teil B(n = 81) (n = 240)
Alter (Jahre), Mittelwert (SD) 31,5 (14,3) 28,1 (13,1)% Männlich 60,5 63,8% Weiß 96,3 90,4
Gewicht (kg), Mittelwert (SD) 77,8 (21,0) 76,2 (20,6)
BMI (kg/m2), Mittelwert (SD) 26,1 (6,3) 25,7 (6,2)
Dauer der EoE (Jahre), Mittelwert (SD) 5,01 (4,3) 5,57 (4,8)
Vorherige Einnahme orale topische Corticosteroide (%) 74,1 73,3
Vorherige Ösophagusdilation (%) 43,2 35,4
PPI-Anwendung bei Randomisierung (%) 67,9 72,5
Eliminationsdiät bei Screening (%) 40,7 37,1
DSQ (0-84a), Mittelwert (SD) 33,6 (12,4) 36,7 (11,2)
Maximaler ösophagealer, intraepithelialer EOS-Wert 89,3 (48,3) 87,1 (45,8)aus 3 Bereichen, Mittelwert (SD)
Mittlerer ösophagealer, intraepithelialer EOS-Wert 64,3 (37,6) 60,5 (32,9)aus 3 Bereichen, Mittelwert (SD)
EoEHSS-Schweregrad (Grade Score) [0-3a], Mittelwert 1,3 (0,4) 1,3 (0,4)(SD)
EoEHSS-Ausmaß (Stage Score) [0-3a], Mittelwert (SD) 1,3 (0,4) 1,3 (0,3)
EREFS-Gesamtscore [0-18a], Mittelwert (SD) 6,3 (2,8) 7,2 (3,2)a Höhere Scores weisen auf eine stärkere Ausprägung der Erkrankung hin.
SD = Standardabweichung
Die Ergebnisse von TREET Teile A und B werden in Tabelle 28 dargestellt.
Tabelle 28: Wirksamkeitsergebnisse von Dupilumab in Woche 24 bei Patienten ab 12 Jahren mit
EoE (TREET Teile A und B)
TREET Teil A TREET Teil B
Dupilumab Placebo Unterschied vs. Dupilumab Placebo Unterschied vs.300 mg QW Placebo 300 mg QW Placebo(95-%-KI)d (95-%-KI)dn = 42 n = 39 n = 80 n = 79
Koprimäre Endpunkte
Anteil Patienten mit erreichterhistologischer Remission25 2 55,3 47 5 53,5(maximaler ösophagealer, (59,5) (5,1) (39,58; 71,04) (58,8) (6,3) (41,20; 65,79)intraepithelialer Eosinophilen-
Wert ≤ 6 eos/hpf), n (%)
Absolute Veränderunggegenüber Ausgangswert im -21,92 -9,60 -12,32 -23,78 -13,86 -9,92
DSQ-Score (0-84a), (2,53) (2,79) (-19,11; -5,54) (1,86) (1,91) (-14,81; -5,02)mittlerer LS-Unterschied (SE)
Sekundäre Endpunkte
Prozentuale Veränderung desmaximalen ösophagealen,-71,24 -2,98 -68,26 -80,24 8,38 -88,62intraepithelialen Eosinophilen- (6,95) (7,60) (-86,90; -49,62) (8,34) (10,09) (-112,19; 65,05)
Werts gegenüber Ausgangswert,mittlerer LS-Unterschied (SE)
Absolute Veränderung desmittleren Schweregrades (Grade-0,76 -0,00 -0,76 -0,83 -0,15 -0,682
Score) des EoEHSS (0-3b) (0,06) (0,06) (-0,91; -0,61) (0,04) (0,05) (-0,79; -0,57)gegenüber Ausgangswert,mittlerer LS-Unterschied (SE)
Absolute Veränderung desmittleren Ausmaßes (Stage-0,75 -0,01 -0,74 -0,80 -0,13 -0,672
Score) des EoEHSS (0-3b)(0,06) (0,06) (-0,88; -0,60) (0,04) (0,04) (-0,78; -0,57)gegenüber Ausgangswert,mittlerer LS-Unterschied (SE)
Absolute Veränderung des
EoE-EREFS (0-18c) gegenüber -3,2 -0,3 -2,9 -4,5 -0,6 -3,8
Ausgangswert, (0,41) (0,41) (-3,91; -1,84) (0,36) (0,38) (-4,77; -2,93)mittlerer LS-Unterschied (SE)
Anteil der Patienten, die einenmaximalen ösophagealen,27 3 57 66 6 74,9intraepithelialen Eosinophilen- (64,3) (7,7) (41,69; 73,33) (82,5) (7,6) (64,25; 85,5)
Wert von < 15 eos/hpf erreichen,n (%)
SE = Standard Error [Standardfehler]a Über 2 Wochen erhobene DSQ-Gesamtscores reichen von 0 bis 84; höhere Scores weisen auf erhöhte
Häufigkeit und Schwere von Dysphagie hin.b EoEHSS-Scores reichen von 0 bis 3; höhere Scores weisen auf größere Schwere und größeres Ausmaß vonhistologischen Anomalien hin.c EoE-EREFS-Gesamtscores reichen von 0 bis 18; höhere Scores weisen auf schwerwiegendere endoskopische
Befunde hinsichtlich Entzündungs- und Umbauvorgängen hin.d Mittlerer LS-Unterschied für kontinuierliche Endpunkte und absoluter Unterschied im Ausmaß derkategoriespezifischen Endpunkte
Die Wirksamkeitsergebnisse der koprimären und wichtigsten sekundären Endpunkte in der Subgruppe,die zuvor orale topische Corticosteroide eingenommen hatte, und bei Patienten, bei denen oraletopische Corticosteroide zu einer unzureichenden Kontrolle oder Unverträglichkeit führten oderkontraindiziert waren, waren in der Gesamtpopulation konsistent.
In den Teilen A und B erreichte im Vergleich zu Placebo ein größerer Anteil an Patienten, denenrandomisiert Dupilumab zugewiesen worden war, eine histologische Remission (maximalerösophagealer, intraepithelialer Eosinophilen-Wert von ≤ 6 eos/hpf). Der Anteil an Patienten mithistologischer Remission nach 24-wöchiger Behandlung in Teil A und B blieb in Teil C über52 Wochen erhalten. Ebenso blieben andere histologische und endoskopische Verbesserungen über52 Wochen hinweg erhalten.
Die Behandlung mit Dupilumab führte im Vergleich zu Placebo bereits nach 4 Wochen auch zu einersignifikanten Verbesserung der mittleren LS-Veränderung des DSQ-Scores und blieb bis Woche 24erhalten. Die Wirksamkeit in Teil C war vergleichbar mit den in den Teilen A und B beobachteten
Ergebnissen, mit einer kontinuierlichen Verbesserung im DSQ bis Woche 52 (TREET Teile A und C,
Abbildung 9, und TREET Teile B und C, Abbildung 10).
Abbildung 9: Mittlere LS-Veränderung gegenüber Ausgangswert beim DSQ-Score im
Zeitverlauf bei Patienten ab 12 Jahren mit eosinophiler Ösophagitis (TREET Teile A und C)
Abbildung 10: Mittlere Veränderung gegenüber Ausgangswert beim DSQ-Score im Zeitverlaufbei Patienten ab 12 Jahren mit eosinophiler Ösophagitis (TREET Teile B und C)
In Übereinstimmung mit der Verbesserung des DSQ-Gesamtscores in TREET Teile A und B wurdenim Vergleich zu Placebo in Woche 24 nominal signifikante Verbesserungen bei mit Dysphagie in
Zusammenhang stehendem Schmerz (DSQ-Schmerzscore), bei gesundheitsbezogener Lebensqualität(QoL) (EoE-IQ) sowie der Häufigkeit anderer, nicht mit Dysphagie im Zusammenhang stehenden
Symptome (EoE-SQ) beobachtet.
Kinder von 1 bis 11 Jahren mit eosinophiler Ösophagitis
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab wurden bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 bis11 Jahren mit EoE in einer zweiteiligen Studie über bis zu 52 Wochen (EoE KIDS Teil A und Teil B)untersucht. Bei allen eingeschlossenen Patienten musste zuvor eine konventionelle medikamentöse
Therapie (Protonenpumpenhemmer) versagt haben, 77,5 % waren vor Studienaufnahme mit eineranderen konventionellen medikamentösen Therapie (orale topische Corticosteroide) behandelt wordenund 53,5 % der Patienten waren unzureichend therapiert, haben orale topische Corticosteroide nichtvertragen oder diese waren kontraindiziert. Geeignete Patienten hatten trotz Behandlung mit einem
Protonenpumpeninhibitor vor oder während des Screeningzeitraums mindestens 15 intraepitheliale
Eosinophile pro hochauflösendem Gesichtsfeld (eos/hpf) und eine Vorgeschichte mit EoE-Anzeichenund -Symptomen. KIDS Teil A war eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische,placebokontrollierte 16-wöchige Parallelgruppenstudie. KIDS Teil B war eine aktive
Verlängerungsstudie zur Untersuchung der Dupilumab-Behandlungsschemata über weitere36 Wochen.
In KIDS Teil A wurde Dupilumab bei auf dem Körpergewicht basierenden Dosierungsschemata gegenein entsprechendes Placebo untersucht [≥ 5 bis < 15 kg (100 mg Q2W), ≥ 15 bis < 30 kg (200 mg
Q2W) und ≥ 30 bis < 60 kg (300 mg Q2W)]. Die empfohlene Dosierung für Kinder von 1 bis11 Jahren mit einem Körpergewicht ≥ 40 kg (300 mg QW) wurde, basierend auf einempopulationsbezogenen pharmakokinetischen Modell, entsprechend der Exposition bei Erwachsenenund Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren mit EoE ausgewählt, die 300 mg wöchentlich (QW) erhaltenhatten und bei denen eine histologische und symptomatische Wirksamkeit beobachtet wurde (siehe
Abschnitte 5.1 und 5.2).
Insgesamt wurden 71 Patienten in Teil A eingeschlossen. Das mittlere Alter betrug 7 Jahre (Spannevon 1 bis 11 Jahren), das mediane Gewicht betrug 24,8 kg, 74,6 % der Patienten waren männlich,87,3 % waren weiß, 9,9 % schwarz und 1,4 % asiatisch. Insgesamt 55 Patienten aus Teil A haben an
Teil B teilgenommen.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt in Teil A war der Anteil der Patienten mit erreichter histologischer
Remission, definiert als maximaler ösophagealer, intraepithelialer Eosinophilen-Wert von ≤ 6 eos/hpfin Woche 16. Sekundäre Endpunkte waren unter anderem der Anteil der Patienten, die einenmaximalen ösophagealen, intraepithelialen Eosinophilen-Wert von < 15 eos/hpf erreichten sowie die
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert der folgenden Parameter: maximaler ösophagealer,intraepithelialer Eosinophilen-Wert (eos/hps), absolute Veränderung des mittleren Schweregrades(Grade) EoE-typischer histologischer Merkmale gemäß EoEHSS (Eosinophilic Esophagitis Histology
Scoring System), absolute Veränderung des mittleren Ausmaßes (Stage) gemäß EoEHSS, absolute
Veränderung des endoskopischen Referenzwerts bei EoE (Endoscopic Reference Score, EoE-EREFS).
Die Wirkung auf die Anzeichen von EoE wurde anhand von durch Beobachter berichteten Endpunkten(Observer Reported Outcomes, ObsRO) erhoben; das Pediatric Eosinophilic Esophagitis
Sign/Symptom Questionnaire - Caregiver (PESQ-C) bewertete den Anteil der Tage mit einem odermehreren EoE-Anzeichen und der Pediatric Eosinophilic Esophagitis Symptom Score (PEESS)bewertete die Häufigkeit und Schwere der EoE-Anzeichen.
Die Wirksamkeitsergebnisse für KIDS Teil A sind in Tabelle 29 dargestellt und nachfolgendbeschrieben.
Tabelle 29: Wirksamkeitsergebnisse von Dupilumab in Woche 16 bei Patienten von1 bis 11 Jahren mit EoE (Studie EoE KIDS Teil A)a Unterschied vs.
Dupilumab Placebo
Placebo
N = 37 N = 34(95-%-KI)
Primärer Endpunkt
Anteil Patienten mit erreichter histologischer25 1 64,5
Remission (maximaler ösophagealer, intra-b (67,6) (2,9) (48,19, 80,85)epithelialer Eosinophilen-Wert ≤ 6 eos/hpf), n (%)
Sekundäre Endpunkte
Anteil Patienten mit maximalem ösophagealem,31 1 81intraepithelialem Eosinophilen-Wert < 15 eos/hpf,b (83,8) (2,9) (68,07, 94,10)n (%)
Prozentuale Veränderung des maximalen-86,09 20,98 -107,07ösophagealen, intraepithelialen Eosinophilen-Werts(11,84) (12,23) (-139,25, -74,90)(eos/hpf) gegenüber Baseline, LS-Mittelwert (SE)c
Absolute Veränderung des mittleren Schweregrades-0,879 0,023 -0,902(Grade Score) (0-3d) des Histology Scoring System(0,05) (0,05) (-1,03, -0,77)(EoEHSS) gegenüber Baseline, LS-Mittelwert (SE)
Absolute Veränderung des mittleren Ausmaßesd -0,835 0,048 -0,883(Stage Score) (0-3 ) des EoEHSS gegenüber(0,05) (0,05) (-1,01, -0,76)
Baseline, LS-Mittelwert (SE)
Absolute Veränderung des EoE Endoscopic-3,5 0,3 -3,8
Reference Score (EoE EREFS) (0-18e) gegenüber(0,42) (0,45) (-4,94, -2,63)
Baseline, LS-Mittelwert (SE)
SE = Standard Error [Standardfehler]a Dupixent wurde in nach dem Körpergewicht abgestuften Dosierungen untersucht: ≥ 5 bis < 15 kg (100 mg
Q2W), ≥ 15 bis < 30 kg (200 mg Q2W) und ≥ 30 bis < 60 kg (300 mg Q2W).
b Für die histologische Remission wurde die prozentuale Differenz mittels der Mantel-Haenszel-Methodeberechnet, adjustiert nach der Gewichtsgruppe zu Baseline (≥ 5 bis < 15 kg, ≥ 15 bis < 30 kg und ≥ 30 bis< 60 kg).
c Der Unterschied in der absoluten oder prozentualen Veränderung wurde berechnet anhand eines ANCOVA-
Modells mit der Veränderung gegenüber Baseline als Kovariate und der Behandlung sowie der Strata
Gewichtsgruppe zu Baseline (≥ 5 bis < 15 kg, ≥ 15 bis < 30 kg und ≥ 30 bis < 60 kg) als fixe Faktoren.
d EoEHSS-Scores reichen von 0 bis 3; höhere Scores weisen auf größere Schwere und größeres Ausmaß vonhistologischen Anomalien hin.
e EoE-EREFS-Gesamtscores reichen von 0 bis 18; höhere Scores weisen auf schwerwiegendere endoskopische
Befunde hinsichtlich Entzündungs- und Umbauvorgängen hin.
In der Studie EoE KIDS Teil A erreichte im Vergleich zu Placebo ein größerer Anteil der auf
Dupilumab randomisierten Patienten eine histologische Remission (maximaler ösophagealer,intraepithelialer Eosinophilen-Wert ≤ 6 eos/hpf). Der Anteil an Patienten mit histologischer
Remission, der nach 16 Wochen Behandlung in Teil A beobachtet wurde, blieb in Teil B über52 Wochen erhalten.
Eine numerische Verbesserung des Anteils der Tage mit einem oder mehreren EoE-Anzeichen(PESQ-C) wurde nach 16-wöchiger Behandlung mit Dupilumab in Teil A beobachtet und blieb in
Teil B über 52 Wochen hinweg erhalten.
Eine nominal signifikante Verbesserung der Häufigkeit und Schwere der EoE-Anzeichen (PEESS,
Caregiver Version) wurde nach 16-wöchiger Behandlung in Teil A beobachtet. In Teil B wurde
PEESS (Caregiver Version) nicht gemessen.
Klinische Wirksamkeit bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)
Das Entwicklungsprogramm zu COPD beinhaltete zwei randomisierte, doppelblinde,placebokontrollierte, multizentrische Parallelgruppenstudien (BOREAS und NOTUS) mit 52-wöchiger
Behandlungsdauer, in die insgesamt 1 874 erwachsene Patienten mit COPD eingeschlossen wurden,um Dupilumab als Add-on-Erhaltungstherapie zu untersuchen.
In beide Studien wurden Patienten mit einer Diagnose von COPD mit mittelschwerer bis schwerer
Einschränkung der Lungenfunktion (FEV1/FVC-Quotient nach Gabe eines Bronchodilatators < 0,7und FEV1 nach Gabe eines Bronchodilatators von 30 % bis 70 % des vorhergesagten Wertes),chronischem produktivem Husten über mindestens 3 Monate im vorherigen Jahr und einer minimalen
Eosinophilenzahl im Blut von 300 Zellen/µl bei Screening eingeschlossen. Die Patienten waren nichtausreichend therapiert bei einem Dyspnoe-Score des Medical Research Council (MRC) ≥ 2 (Skala0-4) und mindestens zwei mittelschweren Exazerbationen oder einer schweren Exazerbation imvorherigen Jahr trotz Behandlung mit einer Dreifach-Erhaltungstherapie, bestehend aus einemlangwirksamen Muskarinantagonisten (LAMA), einem langwirksamen Beta-Agonisten (LABA) undeinem inhalativen Corticosteroid (ICS). War ICS nicht angebracht, durften die Patienten eine
Erhaltungstherapie mit einem LAMA und LABA erhalten. Exazerbationen wurden als mittelschwerdefiniert, wenn eine Behandlung mit systemischen Corticosteroiden und/oder Antibiotika erforderlichwar, oder als schwer, wenn sie zu einer Krankenhauseinweisung oder einer Beobachtung für mehr als24 Stunden in einer Notaufnahme oder Notfalleinrichtung führten.
In beiden Studien wurden die Patienten randomisiert und erhielten über 52 Wochen Dupilumab300 mg alle zwei Wochen (Q2W) oder Placebo zusätzlich zu ihrer Hintergrund-Erhaltungstherapie.
In beiden Studien war der primäre Endpunkt die annualisierte Rate von mittelschweren oder schweren
COPD-Exazerbationen während des 52-wöchigen Behandlungszeitraums. Die sekundären Endpunkteumfassten die Veränderung des FEV1 vor Bronchodilatation gegenüber Baseline in der
Gesamtpopulation und in der Untergruppe der Patienten mit FeNO ≥ 20 ppb bei Baseline in Woche 12und Woche 52, die Veränderung gegenüber Baseline im St. George’s Respiratory Questionnaire(SGRQ)-Gesamtscore in Woche 52 und die annualisierte Rate mittelschwerer oder schwerer COPD-
Exazerbationen in der Untergruppe der Patienten mit FeNO ≥ 20 ppb bei Baseline während des 52-wöchigen Behandlungszeitraums.
Die demografischen Angaben und Baseline-Charakteristika von BOREAS und NOTUS sind in
Tabelle 30 dargestellt.
Tabelle 30: Demografische Angaben und Baseline-Charakteristika (BOREAS und NOTUS)
Parameter BOREAS NOTUS(n = 939) (n = 935)
Mittleres Alter (Jahre) (± SD) 65,1 (8,1) 65,0 (8,3)
Männlich (%) 66,0 67,6
Weiß (%)c 84,1 89,6
Mittlere Raucherhistorie (Packungsjahre) (± SD) 40,48 (23,35) 40,3 (27,2)
Aktive Raucher (%) 30 29,5
Emphysem (%) 32,6 30,4
Mittlere COPD-Dauer (Jahre) (± SD) 8,8 (6,0) 9,3 (6,4)
Mittlere Anzahl mittelschwerera oder schwererb 2,3 (1,0) 2,1 (0,9)
Exazerbationen im vorherigen Jahr (± SD)
Mittlere Anzahl schwerer Exazerbationenb im 0,3 (0,7) 0,3 (0,6)vorherigen Jahr (± SD)
Hintergrund-COPD-Medikation bei 97,6 98,8
Randomisierung: ICS/LAMA/LABA (%)
Mittlerer FEV1/FVC-Quotient nach 0,49 (0,12) 0,50 (0,12)
Bronchodilatation (± SD)
Mittlerer FEV1-Wert (l) vor Bronchodilatation 1,30 (0,46) 1,36 (0,50)(± SD)
Mittlerer FEV1-Wert (l) nach Bronchodilatation 1,40 (0,47) 1,45 (0,49)(± SD)
Mittlerer Prozentsatz des vorhergesagten FEV1 50,6 (13,1) 50,1 (12,6)nach Bronchodilatation (%) (± SD)
Mittlerer Prozentsatz des vorhergesagten FEV1 467 (49,7) 478 (51,3)nach Bronchodilatation < 50 % (%) (± SD)
Mittlerer SGRQ-Gesamtscore (± SD) 48,42 (17,42) 51,5 (17,0)
Mittlerer E-RS-COPD [Gesamtscore] (± SD) 12,9 (7,1) 13,3 (7,0)
Mittlerer BODE-Index-Score (± SD) 4,06 (1,66) 4,0 (1,6)
Mittlerer FeNO-Wert ppb (± SD) 24,3 (22,4) 24,6 (26,0)
Mittlere Eosinophilenzahl im Blut bei Baseline 401 (298) 407 (336)(Zellen/µl) (± SD)
Mediane Eosinophilenzahl im Blut bei Baseline 340 (240-460) 330 (220-460)(Zellen/µl) (Q1-Q3)
ICS = inhalatives Corticosteroid; LAMA = langwirksamer Muskarinantagonist; LABA = langwirksamer Beta-
Agonist; FEV1 = Einsekundenkapazität; FVC = forcierte Vitalkapazität; FeNO = fraktioniertes exhaliertes
Stickstoffmonoxid; BODE = Body Mass Index, Airflow Obstruction, Dyspnea, and Exercise Capacitya Exazerbationen, die mit systemischen Corticosteroiden und/oder Antibiotika behandelt wurdenb Exazerbationen, die zu einer Krankenhauseinweisung oder Beobachtung für mehr als 24 Stunden in einer
Notaufnahme oder Notfalleinrichtung führtenc In der BOREAS-Studie waren 0,5 % der Teilnehmer Schwarze und 14,3 % waren Asiaten. In der NOTUS-
Studie, waren 1,3 % der Teilnehmer Schwarze und 1,1 % waren Asiaten
ExazerbationenIn beiden Studien zeigte Dupilumab im Vergleich zu Placebo bei zusätzlicher Gabe zur Hintergrund-
Erhaltungstherapie eine statistisch signifikante Senkung der annualisierten Rate mittelschwerer undschwerer COPD-Exazerbationen (siehe Tabelle 31).
Tabelle 31: Annualisierte Rate mittelschwerera oder schwererb COPD-Exazerbationen in den
Studien BOREAS und NOTUS
Rate Ratenverhältnis % Senkung der
BehandlungStudie (Exazerbationen/ vs. Placebo Exazerbations-(n)
Jahr) (95-%-KI) rate vs. Placebo
Primärer Endpunkt: Mittelschwerea oder schwereb COPD-Exazerbationen
Dupilumab0,705300 mg Q2W 0,78(0,581; 0,857)c 30 %
BOREAS (n = 468)
Placebo1,10(n = 471)
Dupilumab0,664300 mg Q2W 0,86 34 %(0,535; 0,823)d
NOTUS (n = 470)
Placebo1,30(n = 465)
Gepoolte Komponenten des primären Endpunktese: Schwereb COPD-Exazerbationen
Dupilumab0,674
BOREAS 300 mg Q2W 0,08 33 %(0,438; 1,037)und (n = 938)
NOTUS Placebo0,12(n = 936)a Exazerbationen, die mit systemischen Corticosteroiden und/oder Antibiotika behandelt wurdenb Exazerbationen, die zu einer Krankenhauseinweisung oder Beobachtung für > 24 Stunden in einer
Notaufnahme/Notfalleinrichtung oder zum Tod führtenc p-Wert = 0,0005d p-Wert = 0,0002e Die Analyse der Komponenten des primären Endpunktes war nicht für multiples Testen korrigiert.
In beiden Studien war die über 52 Wochen beobachtete kumulierte mittlere Anzahl mittelschwereroder schwerer Exazerbationen bei mit Dupilumab behandelten Patienten geringer als bei Patientenunter Placebo (siehe Abbildungen 11a und 11b).
Abbildung 11: Kumulierte mittlere Anzahl mittelschwerer oder schwerer Exazerbationen über52 Wochen in den Studien BOREAS und NOTUS
Abbildung 11a: BOREAS Abbildung 11b: NOTUS
Bei Patienten, die Dupilumab erhielten, war im Vergleich zu Placebo der Zeitraum bis zur erstenmittelschweren oder schweren COPD-Exazerbation in den Studien BOREAS (HR: 0,803; 95-%-KI:0,658, 0,980) und NOTUS (HR: 0,71; 95-%-KI: 0,57, 0,889) länger.
In der Subgruppenanalyse von Patienten mit einem höheren FeNO (≥ 20 ppb) bei Baseline reduziertedie Behandlung mit Dupilumab die annualisierte Rate mittelschwerer oder schwerer COPD-
Exazerbationen über 52 Wochen im Vergleich zu Placebo in der BOREAS-Studie (n = 383) statistischsignifikant (RR: 0,625; 95-%-KI: 0,45, 0,869; p = 0,005). In der NOTUS-Studie zeigte die Behandlungmit Dupilumab eine nominal signifikante Reduktion der annualisierten Rate mittelschwerer oderschwerer COPD-Exazerbationen in der Subgruppe der Patienten mit einem höheren FeNO (≥ 20 ppb)bei Baseline (n = 355) im Vergleich zu Placebo (RR: 0,471; 95-%-KI: 0,328, 0,675; p < 0,0001).
In allen vordefinierten Untergruppen, einschließlich Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft,
Raucherstatus, Eosinophilenzahl im Blut, Anzahl der Exazerbationen im vorherigen Jahr (≤ 2, 3 und≥ 4), hochdosiertes ICS bei Baseline und prozentualer Anteil des vorhergesagten FEV1 nach
Bronchodilatation bei Baseline (< 50 %, ≥ 50 %), wurde eine Reduktion der annualisierten Ratemittelschwerer oder schwerer Exazerbationen beobachtet. Bei Patienten mit Emphysem stimmte die
Reduktion der Rate mittelschwerer oder schwerer Exazerbationen mit der Gesamtpopulation überein.
LungenfunktionIn beiden Studien zeigte Dupilumab bei zusätzlicher Gabe zur Hintergrund-Erhaltungstherapie einestatistisch signifikante Verbesserung des FEV1 vor Bronchodilatation in Woche 12 und 52 im
Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 32). Bei mit Dupilumab behandelten Patienten wurden im
Vergleich zu Placebo bereits in Woche 2 (BOREAS) (erste Beurteilung) und Woche 4 (NOTUS)größere Verbesserungen der Lungenfunktion (mittlere LS-Veränderung des FEV1 vor
Bronchodilatation gegenüber Baseline) beobachtet und blieben bis Woche 52 erhalten (siehe
Abbildungen 12a und 12b).
In der BOREAS-Studie wurden bei Behandlung mit Dupilumab im Vergleich zu Placebo schnelle
Verbesserungen des FEV1 nach Bronchodilatation, des FEV1/FVC-Quotienten nach Bronchodilatationund der FVC vor Bronchodilatation bereits in Woche 2 (erste Beurteilung) beobachtet und bis
Woche 52 beibehalten. In der NOTUS-Studie wurden bei Behandlung mit Dupilumab im Vergleich zu
Placebo schnelle Verbesserungen des FEV1 nach Bronchodilatation und des FEV1/FVC-Quotientennach Bronchodilatation bereits in Woche 8 bzw. Woche 2 beobachtet und blieben bis Woche 52erhalten.
Tabelle 32: Mittlere Veränderung der Lungenfunktions-Endpunkte gegenüber Baseline in den
Studien BOREAS und NOTUS
BOREAS NOTUS
Dupilumab Placebo Differenz Dupilumab Placebo Differenz(n = 468) (n = 471) (95-%-KI) (n = 470) (n = 465) (95-%-KI)
Dupilumab Dupilumabvs. Placebo vs. Placebo
Mittlere LS-Veränderung 0,160 0,077 0,083 0,139 0,057 0,082des FEV1 vor (0,018) (0,018) (0,042 bis (0,017) (0,017) (0,040 bis
Bronchodilatation 0,125)a 0,124)fgegenüber Baseline in
Woche 12 (SE)
Mittlere LS-Veränderung 0,153 0,070 0,083 0,115 0,054 0,062des FEV1 vor (0,019) (0,019) (0,038 bis (0,021) (0,020) (0,011 bis
Bronchodilatation 0,128)b 0,113)ggegenüber Baseline in
Woche 52 (SE)k
Mittlere LS-Veränderung 0,156 0,084 0,072 0,136 0,064 0,072des FEV1 nach (0,018) (0,018) (0,030 to (0,020) (0,020) (0,023 bis
Bronchodilatation 0,115)c 0,121)hgegenüber Baseline in
Woche 12 (SE)
BOREAS NOTUS
Dupilumab Placebo Differenz Dupilumab Placebo Differenz(n = 468) (n = 471) (95-%-KI) (n = 470) (n = 465) (95-%-KI)
Dupilumab Dupilumabvs. Placebo vs. Placebo
Mittlere LS-Veränderung 0,037 0,023 0,014 0,030 0,013 0,017des FEV1/FVC-Quotienten (0,004) (0,004) (0,005 bis (0,004) (0,004) (0,006 bisnach Bronchodilatation 0,023)d 0,028)igegenüber Baseline in
Woche 12 (SE)
Mittlere LS-Veränderung 0,098 0,029 0,069 0,083 0,018 0,066des FVC vor (0,022) (0,022) (0,016 bis (0,024) (0,024) (0,005 bis
Bronchodilatation j0,121)e 0,126)gegenüber Baseline in
Woche 12 (SE)
LS = Least Squares [Methode der kleinsten Quadrate], SE = Standard Error [Standardfehler],
FEV1 = Einsekundenkapazität; FVC = forcierte Vitalkapazitäta p-Wert = 0,0001, b p-Wert = 0,0003 (alle statistisch signifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples
Testen)c nominaler p-Wert = 0,0010, d nominaler p-Wert = 0,0016, e nominaler p-Wert = 0,0103f p-Wert = 0,0001, g p-Wert = 0,0182 (alle statistisch signifikant gegenüber Placebo nach Korrektur für multiples
Testen)h nominaler p-Wert = 0,0042, i nominaler p-Wert = 0,0020, j nominaler p-Wert = 0,0327k Darstellung der Wirksamkeitsergebnisse für die mittlere Veränderung des FEV1 vor Bronchodilatation in
Woche 52 gegenüber Baseline für 721 von 935 Patienten, die den 52-wöchigen Behandlungszeitraumabgeschlossen haben oder die Studie zum Zeitpunkt der Datenanalyse abgebrochen hatten.
Abbildung 12: Mittlere Veränderung des FEV1 (l) vor Bronchodilatation gegenüber Baseline inden Studien BOREAS und NOTUS über den Studienzeitrauma
Abbildung 12a: BOREAS Abbildung 12b: NOTUSa Darstellung der Wirksamkeitsergebnisse für die mittlere Veränderung des FEV1 vor Bronchodilatation über den
Studienzeitraum für 721 von 935 Patienten, die den 52-wöchigen Behandlungszeitraum abgeschlossen habenoder die Studie zum Zeitpunkt der Datenanalyse abgebrochen hatten.
In der Subgruppenanalyse der Patienten mit einem höheren FeNO (≥ 20 ppb) bei Baseline verbessertedie Behandlung mit Dupilumab in der BOREAS-Studie (n = 383) den FEV1-Wert vor
Bronchodilatation gegenüber Baseline in Woche 12 statistisch signifikant (mittlere LS-Veränderung:0,232 Dupilumab vs. 0,108 Placebo; mittlere LS-Differenz: 0,124 [95-%-KI: 0,045, 0,203]; p = 0,002)und Woche 52 (mittlere LS-Veränderung: 0,247 Dupilumab vs. 0,120 Placebo; mittlere LS-Differenz:0,127 [95-%-KI: 0,042, 0,212]; p = 0,003) im Vergleich zu Placebo. In der NOTUS-Studie wurde einestatistisch signifikante Verbesserung gegenüber Baseline in der Subgruppe der Patienten mit einemhöheren FeNO (≥ 20 ppb) bei Baseline in Woche 12 beobachtet (n = 355; mittlere LS-Veränderung:0,221 Dupilumab vs. 0,081 Placebo; mittlere LS-Differenz: 0,141 [95-%-KI: 0,058, 0,223]; p = 0,001).
Die Behandlung mit Dupilumab verbesserte in der NOTUS-Studie den FEV1-Wert vor
Bronchodilatation in Woche 52 in der Subgruppe der Patienten mit höherem FeNO (≥ 20 ppb) bei
Baseline im Vergleich zu Placebo (n = 264; mittlere LS-Veränderung: 0,176 Dupilumab vs. 0,095
Placebo; mittlere LS-Differenz: 0,081 [95-%-KI: -0,019, 0,181]), erreichte jedoch keine statistische
Signifikanz.
Verbesserungen der Lungenfunktion, gemessen anhand des FEV1 vor Bronchodilatation, wurden inallen vordefinierten Untergruppen beobachtet, einschließlich Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft,
Raucherstatus, Eosinophilenzahl im Blut, Anzahl der Exazerbationen im vorherigen Jahr (≤ 2, 3 und≥ 4), hochdosiertes ICS bei Baseline und prozentualer Anteil des vorhergesagten FEV1 nach
Bronchodilatation bei Baseline (< 50 %, ≥ 50 %). Bei Patienten mit Emphysem stimmte die
Verbesserung der Lungenfunktion, gemessen anhand des FEV1 vor Bronchodilatation, mit der
Gesamtpopulation überein.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
In der BOREAS-Studie wurde eine statistisch signifikante Verbesserung des SGRQ-Gesamtscores beimit Dupilumab behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo beobachtet (mittlere LS-Veränderung:-9,73 Dupilumab vs. -6,37 Placebo; mittlere LS-Differenz: -3,36 [95-%-KI: -5,46, -1,27]; p = 0,0017).
In der NOTUS-Studie verbesserte Dupilumab den SGRQ-Gesamtscore in Woche 52 im Vergleich zu
Placebo nominal (mittlere LS-Veränderung: -9,82 Dupilumab vs. -6,44 Placebo; mittlere LS-
Differenz: -3,37; 95-%-KI: -5,81, -0,93]; p = 0,007).
Patienten mit FEV1 < 30 % oder > 70 % nach Bronchodilatation
Patienten mit einem FEV1-Wert bei Screening von < 30 % oder > 70 % nach Bronchodilatationwurden aus den Studien BOREAS und NOTUS ausgeschlossen. Es liegen jedoch begrenzte Daten für
Patienten mit einem FEV1-Wert von < 30 % oder > 70 % nach Bronchodilatation bei Baseline vor.
Kinder und JugendlicheAtopische DermatitisDie Sicherheit und Wirksamkeit von Dupilumab wurden bei Patienten ab einem Alter von 6 Monatenmit atopischer Dermatitis nachgewiesen. Die Anwendung von Dupilumab in dieser Altersgruppe stütztsich auf Studie AD-1526, an der 251 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit mittelschwerer bisschwerer atopischer Dermatitis teilnahmen, Studie AD-1652, an der 367 Kinder im Alter von 6 bis11 Jahren mit schwerer atopischer Dermatitis teilnahmen, und Studie AD-1539, an der 162 Kinder im
Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis teilnahmen(davon 125 Kinder mit schwerer atopischer Dermatitis). Daten zur Langzeitbehandlung wurden in
Studie AD-1434 erhoben, in die 823 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahreneingeschlossen wurden, darunter 275 Jugendliche, 368 Kinder von 6 bis 11 Jahre und 180 Kinder von6 Monaten bis 5 Jahre. Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern von 6 Monaten bis 5 Jahre, 6 bis11 Jahre, Jugendlichen (12 bis 17 Jahre) und Erwachsenen mit atopischer Dermatitis waren im
Wesentlichen konsistent (siehe Abschnitt 4.8). Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern mitatopischer Dermatitis unter 6 Monaten sind nicht erwiesen.
Asthma
Insgesamt 107 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit mittelschwerem bis schwerem Asthmawurden in die QUEST-Studie eingeschlossen und erhielten alle zwei Wochen entweder 200 mg(n = 21) oder 300 mg (n = 18) Dupilumab (oder entsprechendes Placebo für entweder 200 mg [n = 34]oder 300 mg [n = 34]). Eine Wirksamkeit hinsichtlich schwerer Asthmaexazerbationen und
Lungenfunktion wurde sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen beobachtet. Für beide
Dosierungen (200 mg und 300 mg alle 2 Wochen) wurden signifikante Verbesserungen des FEV1(mittlere LS-Veränderung gegenüber der Baseline in Woche 12) beobachtet (0,36 l bzw. 0,27 l). Fürdie Dosis von 200 mg alle 2 Wochen war die Reduktion der Rate von schweren Exazerbationen beiden Patienten mit der bei Erwachsenen vergleichbar. Im Allgemeinen war das Sicherheitsprofil bei
Jugendlichen mit dem von Erwachsenen vergleichbar.
Insgesamt 89 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit mittelschwerem bis schwerem Asthmawurden in die unverblindete Langzeitstudie (TRAVERSE) eingeschlossen. Die in dieser Studieerhobenen sekundären Wirksamkeitsendpunkte waren mit den Ergebnissen der pivotalen Studienvergleichbar und wurden bis zu 96 Wochen aufrechterhalten.
Insgesamt 408 Kinder von 6 bis 11 Jahre mit mittelschwerem bis schwerem Asthma wurden in die
VOYAGE-Studie eingeschlossen, in der Dosierungen von 100 mg alle 2 Wochen (Q2W) und 200 mgalle 2 Wochen (Q2W) untersucht wurden. Die Wirksamkeit von Dupilumab 300 mg alle 4 Wochen(Q4W) bei Kindern von 6 bis 11 Jahre wurde anhand der VOYAGE-Daten zur Wirksamkeit von100 mg und 200 mg Q2W sowie der Daten von 200 mg und 300 mg Q2W bei Erwachsenen und
Jugendlichen (QUEST) extrapoliert. Vollendeten Patienten die Behandlungsphase der VOYAGE-
Studie, konnten sie an der unverblindeten Verlängerungsstudie (EXCURSION) teilnehmen. In dieser
Studie erhielten 18 Patienten (≥ 15 kg bis < 30 kg) von 365 Patienten 300 mg Q4W, wobei dasbeobachtete Sicherheitsprofil mit dem der VOYAGE-Studie vergleichbar war. Die Sicherheit und
Wirksamkeit bei Kindern < 6 Jahre mit Asthma wurden nicht untersucht.
Eosinophile Ösophagitis (EoE)Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dupilumab zur Behandlung von
EoE wurden bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 bis 17 Jahren nachgewiesen. Die Anwendungvon Dupilumab in dieser Population stützt sich auf adäquate und gut kontrollierte Studien sowiezusätzliche pharmakokinetische Daten. Insgesamt 72 Jugendliche von 12 bis 17 Jahren erhielten über24 Wochen Dupilumab 300 mg wöchentlich oder Placebo (Studien TREET Teile A und B). Vondiesen Patienten wurden in den Teilen A und B 37 mit Dupilumab behandelt, 34 haben die
Behandlung mit 300 mg wöchentlich für weitere 28 Wochen fortgesetzt (TREET Teil C). Insgesamt71 Kinder im Alter von 1 bis 11 Jahren erhielten über 16 Wochen Dupilumab 100 mg alle 2 Wochen(Q2W), 200 mg Q2W, 300 mg Q2W oder Placebo (Studie EoE KIDS Teil A). Alle in EoE KIDS
Teil A mit Dupilumab behandelten 37 Patienten haben die Behandlung mit dem entsprechenden
Dupilumab-Dosierungsschema für weitere 36 Wochen fortgesetzt (EoE KIDS Teil B). Die
Anwendung von Dupilumab 300 mg wöchentlich bei EoE-Patienten von 1 bis 11 Jahren mit einem
Körpergewicht ≥ 40 kg stützt sich auch auf eine populationsbezogene pharmakokinetische Analyse(siehe Abschnitt 5.1). Das Sicherheitsprofil bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern warvergleichbar (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Dupilumab bei Asthma eine Zurückstellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen
Altersklassen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bez. Informationen zur Anwendung bei Kindern und
Jugendlichen). Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Dupilumab eine Freistellung von der
Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersgruppen bei der
Behandlung von Nasenpolypen, Prurigo nodularis und chronisch obstruktiver Lungenerkrankunggewährt (siehe Abschnitt 4.2 bez. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen). Die
Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem pädiatrischen Prüfkonzept für atopische Dermatitis undeosinophile Ösophagitis wurden erfüllt.