Angewendet bei: Tuberkulose
Art der Anwendung: oral
Substanz: Delamanid (Antituberkulotikum)
ATC: J04AK06 (ANTIINFEKTIVA ZUR SYSTEMISCHEN ANWENDUNG | MITTEL ZUR BEHANDLUNG DER TUBERKULOSE | Andere Mittel zur Behandlung der Tuberkulose)
Delamanid ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung der multiresistenten pulmonalen Tuberkulose (MDR-TB) eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Synthese von Mykolsäure hemmt, die für die Zellwand von Mycobacterium tuberculosis essentiell ist.
Das Medikament wird oral eingenommen, in der Regel zweimal täglich, in Kombination mit anderen Tuberkulosemedikamenten. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit.
Delamanid ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder schweren Lebererkrankungen. Seine Anwendung erfordert auch eine sorgfältige Überwachung der Leberfunktion und des QT-Intervalls.
Dieses Medikament ist eine wichtige Option zur Behandlung von MDR-TB, da es hilft, die Heilungsraten zu erhöhen und die bakterielle Resistenz zu reduzieren.
Deltyba 50 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 50 mg Delamanid.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 100 mg Lactose (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette)
Runde, gelbe Filmtablette, Durchmesser 11,7 mm, mit der Prägung 'DLM“ und '50“ auf einer Seite.
Deltyba ist zur Anwendung im Rahmen einer geeigneten Kombinationsbehandlung für multiresistente
Lungentuberkulose (MDR-TB) bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern mit einem
Körpergewicht von mindestens 10 kg indiziert, wenn eine andere wirksame Behandlung aufgrund von
Resistenzen oder aus Gründen der Verträglichkeit nicht zusammengestellt werden kann (siehe
Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.1).
Die offiziellen Richtlinien für die angemessene Anwendung von Antibiotika sind zu beachten.
Die Behandlung mit Delamanid sollte nur von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von
Erkrankungen mit multiresistentem Mycobacterium tuberculosis eingeleitet und überwacht werden.
Delamanid muss zur Behandlung von multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) immer im Rahmeneiner geeigneten Kombinationstherapie (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1) angewendet werden. Die
Behandlung mit einer geeigneten Kombinationstherapie sollte nach Abschluss der 24-wöchigen
Behandlung mit Delamanid entsprechend der WHO-Richtlinien fortgesetzt werden.
Es wird empfohlen, Delamanid als direkt überwachte Therapie (DOT) anzuwenden.
DosierungDie für Erwachsene empfohlene Dosis beträgt 100 mg zweimal täglich, 24 Wochen lang.
Kinder und JugendlicheKinder und Jugendliche mit einem Körpergewicht von
- ≥ 30 kg bis < 50 kg: die empfohlene Dosis beträgt 50 mg zweimal täglich über einen Zeitraumvon 24 Wochen.
- ≥ 50 kg: die empfohlene Dosis beträgt 100 mg zweimal täglich über einen Zeitraum von24 Wochen.
Für Patienten mit einem Körpergewicht unter 30 kg lesen Sie bitte die Zusammenfassung der
Merkmale des Arzneimittels für Deltyba 25 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum
Einnehmen.
BehandlungsdauerDie gesamte Behandlungsdauer mit Delamanid beträgt 24 Wochen. Die Datenlage zu einer längeren
Behandlungsdauer ist sehr begrenzt. Wenn die Behandlung mit Delamanid für eine Dauer von mehrals 24 Wochen als notwendig erachtet wird, um eine kurative Behandlung zu erzielen, kann einelängere Therapiedauer erwogen werden.
Ältere Patienten (> 65 Jahre)
Für ältere Patienten liegen keine Daten vor.
Eingeschränkte NierenfunktionEine Dosisanpassung wird bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung nicht fürerforderlich gehalten. Es liegen keine Daten über die Anwendung von Delamanid bei Patienten mitschweren Nierenfunktionsstörungen vor; bei dieser Patientengruppe wird seine Anwendung nichtempfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Eingeschränkte LeberfunktionEine Dosisanpassung wird bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung nicht für erforderlichgehalten. Delamanid wird für Patienten mit mäßigen bis schweren Leberfunktionsstörungen nichtempfohlen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Deltyba bei Kindern mit einem Körpergewicht von weniger als10 kg ist bisher noch nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8, 5.1und 5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Delamanid sollte zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden.
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
- Serum-Albumin < 2,8 g/dl (siehe Abschnitt 4.4 bezüglich der Anwendung bei Patienten mit
Serum-Albumin ≥ 2,8 g/dl).
- Gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die starke Induktoren von CYP3A4 sind (z. B.
Carbamazepin).
Es liegen keine klinischen Daten von Delamanid vor zur Behandlung
- von extrapulmonaler Tuberkulose (z. B. des zentralen Nervensystems, Knochen)
- von Infektionen mit Mykobakterien anderer Arten als aus dem M. tuberculosis-Komplex
- von latenten Infektionen mit M. tuberculosis
Es liegen keine klinischen Daten vor zur Anwendung von Delamanid als Teil einer
Kombinationsbehandlung gegen Wirkstoff-empfindliche M. tuberculosis.
Resistenz gegen DelamanidUm der Entwicklung von Resistenzen gegen Delamanid vorzubeugen, darf Delamanid für die
Behandlung von MDR-TB nur in geeigneten Kombinationstherapien nach WHO-Empfehlungenverwendet werden.
QT-VerlängerungBei mit Delamanid behandelten Patienten wurde eine Verlängerung der QT-Zeit beobachtet. Diese
Verlängerung nimmt in den ersten 6 bis 10 Wochen der Behandlung langsam zu und stabilisiert sichdanach. Die QTc-Verlängerung korreliert sehr eng mit dem Delamanid Hauptmetaboliten DM-6705.
Plasmaalbumin und CYP3A4 regulieren die Bildung bzw. den Stoffwechsel von DM-6705 (siehe
Besondere Erwägungen unten).
Allgemeine HinweiseEs wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung und monatlich während des gesamten Verlaufs der
Behandlung mit Delamanid ein EKG (Elektrokardiogramm) durchzuführen. Wenn vor der ersten
Dosis von Delamanid oder während der Delamanid-Behandlung ein QTcF > 500 ms beobachtet wird,sollte die Behandlung mit Delamanid entweder nicht begonnen oder abgebrochen werden. Wenn die
QTc-Dauer bei männlichen/weiblichen Patienten unter der Behandlung mit Delamanid 450/470 msüberschreitet, sollte bei diesen Patienten das EKG häufiger überwacht werden. Es wird auchempfohlen, vor Behandlungsbeginn die Ausgangswerte der Serum-Elektrolyte, z. B. Kalium, zubestimmen und abnormale Werte gegebenenfalls zu korrigieren.
Besondere ErwägungenBei Patienten mit folgenden Risikofaktoren sollte keine Behandlung mit Delamanid eingeleitetwerden, es sei denn der potentielle Nutzen durch Delamanid überwiegt das mögliche Risiko. Beidiesen Patienten sollten über den gesamten Behandlungszeitraum mit Delamanid sehr häufige EKG-
Kontrollen durchgeführt werden.
- Bekannte angeborene Verlängerung des QTc-Intervalls oder jeglicher klinische Umstand, derzu einer Verlängerung des QTc-Intervalls oder zu einem QTc > 500 ms führt.
- Symptomatische Herzrhythmusstörungen oder klinisch relevante Bradykardie in der Anamnese.
- Jegliche Herzerkrankungen, die für Arrhythmien prädisponieren, wie schwere Hypertonie,linksventrikuläre Hypertrophie (einschließlich hypertropher Kardiomyopathie) oderkongestives Herzversagen, die mit einer verminderten linksventrikulären Auswurffraktioneinhergeht.
- Elektrolytstörungen, insbesondere Hypokaliämie, Hypokalzämie oder Hypomagnesiämie.
- Einnahme von Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie das QTc-Intervall verlängern. Zudiesen gehören unter anderem:
- Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron, Disopyramid, Dofetilid, Ibutilid, Procainamid,
Chinidin, Hydrochinidin, Sotalol).
- Neuroleptika (z. B. Phenothiazine, Sertindol, Sultoprid, Chlorpromazin, Haloperidol,
Mesoridazin, Pimozid oder Thioridazin), Antidepressiva.
- Bestimmte Antibiotika, einschließlich:
- Makrolide (z. B. Erythromycin, Clarithromycin)
- Moxifloxacin, Sparfloxacin (siehe Abschnitt 4.4 bezüglich der Verwendung mitanderen Fluorchinolonen)
- Bedaquilin
- Triazol-Antimykotika
- Pentamidin
- Saquinavir
- Bestimmte nicht-sedierende Antihistaminika (z. B. Terfenadin, Astemizol, Mizolastin).
- Bestimmte Antimalariamittel bei denen QT-Verlängerungen auftreten können (z. B.
Halofantrin, Chinin, Chloroquin, Artesunat/Amodiaquin,
Dihydroartemisinin/Piperaquin).
- Cisaprid, Droperidol, Domperidon, Bepridil, Diphemanil, Probucol, Levomethadyl,
Methadon, Vinca-Alkaloide, Arsentrioxid.
HypoalbuminämieIn einer klinischen Studie ging Hypoalbuminämie bei mit Delamanid behandelten Patienten mit einemerhöhten Risiko für eine Verlängerung des QTc-Intervalls einher. Delamanid ist bei Patienten mit
Albuminwerten < 2,8 g/dl kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei Patienten, die eine
Delamanidanwendung bei einem Serumalbumin < 3,4 g/dl beginnen oder bei denen die
Serumalbuminwerte während der Behandlung in diesen Bereich abfallen, müssen während desgesamten Behandlungszeitraums mit Delamanid sehr häufige EKG-Kontrollen durchgeführt werden.
Gleichzeitige Anwendung mit starken CYP3A4-InhibitorenDie gleichzeitige Gabe von Delamanid mit einem starken CYP3A4-Inhibitor (Lopinavir/Ritonavir)ging mit einer 30 % höheren Exposition des Metaboliten DM-6705 einher, der mit einer QTc-
Verlängerung in Zusammenhang gebracht wird. Wenn also die gleichzeitige Anwendung von
Delamanid mit einem starken CYP3A4-Inhibitor für erforderlich erachtet wird, ist es empfehlenswert,während des gesamten Behandlungszeitraums mit Delamanid sehr häufige EKG-Kontrollendurchzuführen.
Die gleichzeitige Anwendung von Delamanid mit ChinolonenAlle QTcF-Verlängerungen über 60 ms gingen mit der gleichzeitigen Anwendung von
Fluorchinolonen einher. Falls die gleichzeitige Gabe als unerlässlich erachtet wird, um eineangemessene Behandlung für MDR-TB zusammenzustellen, ist es empfehlenswert, während desgesamten Behandlungszeitraums mit Delamanid sehr häufige EKG-Kontrollen durchzuführen.
Eingeschränkte LeberfunktionDeltyba wird für Patienten mit mäßigen bis schweren Leberfunktionsstörungen nicht empfohlen(siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Eingeschränkte NierenfunktionEs liegen keine Daten zur Anwendung von Delamanid bei Patienten mit schweren
Nierenfunktionsstörungen vor; bei dieser Patientengruppe wird seine Anwendung nicht empfohlen(siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Paradoxe Arzneimittelwirkung
Nach der Marktzulassung wurden unter Deltyba Fälle von paradoxen Arzneimittelwirkungen(klinische oder radiologische Verschlechterung bestehender Läsionen oder Entwicklung neuer
Läsionen bei einem Patienten, der zuvor unter einer geeigneten antimykobakteriellen Behandlung eine
Verbesserung gezeigt hatte) berichtet. Paradoxe Arzneimittelwirkungen treten häufig nurvorübergehend auf und sollten nicht als ausbleibendes Ansprechen auf die Behandlungfehlinterpretiert werden. Bei Verdacht auf eine paradoxe Reaktion wird eine Fortsetzung dergeplanten Kombinationstherapie empfohlen und bei Bedarf sollte eine symptomatische Therapie zur
Unterdrückung der überschießenden Immunreaktion eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.8).
Sonstige BestandteileDeltyba Filmtabletten enthalten Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
Klinische Wechselwirkungsstudien mit Rifampicin an gesunden Probanden zeigen, dass diegleichzeitige Gabe von Delamanid (200 mg täglich) für 15 Tage mit starken Induktoren (Rifampicin300 mg täglich) von Cytochrom P450 (CYP) 3A4 die Exposition gegenüber Delamanid um bis zu45 % reduziert. Mit dem schwachen Induktor Efavirenz (600 mg täglich für 10 Tage) wurde beigleichzeitiger Anwendung mit Delamanid (100 mg zweimal täglich) keine klinisch relevante
Reduktion der Delamanid-Exposition beobachtet.
Anti-HIV-ArzneimittelIn klinischen Wechselwirkungsstudien an gesunden Probanden wurde Delamanid allein (100 mgzweimal täglich) und mit Tenofovirdisoproxil (245 mg täglich) oder Lopinavir/Ritonavir (400/100 mgtäglich) für 14 Tage und mit Efavirenz für 10 Tage (600 mg täglich) angewendet. Die Delamanid-
Exposition blieb unverändert (< 25 % Unterschied) mit den Anti-HIV-Arzneimitteln
Tenofovirdisoproxil und Efavirenz, war aber in Kombination mit Anti-HIV-Arzneimitteln, die
Lopinavir/Ritonavir enthielten, leicht erhöht.
Wirkungen von Delamanid auf andere ArzneimittelIn-vitro-Studien zeigten, dass Delamanid die CYP450-Isozyme nicht hemmt.
In-vitro-Studien zeigten, dass Delamanid und seine Metaboliten in 5- bis 20-fach höheren
Konzentrationen als die Cmax im Steady State nachweislich keine Wirkungen auf die Transporter
MDR1 (p-gp), BCRP, OATP1, OATP3, OCT1, OCT2, OATP1B1, OATP1B3 und BSEP haben. Dajedoch die Konzentration im Darm potentiell viel höhere Werte als diese mehrfach höheren Werte der
Cmax erreichen kann, besteht das Potential, dass Delamanid eine Wirkung auf diese Transporter habenkönnte.
Anti-Tuberkulose-ArzneimittelIn einer klinischen Arzneimittelwechselwirkungsstudie an gesunden Probanden, wurde Delamanidallein (200 mg täglich) und mit Rifampicin/Isoniazid/Pyrazinamid (300/720/1 800 mg täglich) oder
Ethambutol (1 100 mg täglich) für 15 Tage angewendet. Die Exposition der gleichzeitigangewendeten Anti-TB-Arzneimittel (Rifampicin [R]/Isoniazid [H]/Pyrazinamid [Z]) wurde nichtbeeinträchtigt. Die gleichzeitige Anwendung von Delamanid erhöhte die Steady-State-
Plasmakonzentrationen von Ethambutol signifikant um ca. 25 %, die klinische Relevanz istunbekannt.
Anti-HIV-ArzneimittelIn klinischen Arzneimittelwechselwirkungsstudien an gesunden Probanden wurde Delamanid allein(100 mg zweimal täglich) und mit Tenofovirdisoproxil (245 mg täglich) oder Lopinavir/Ritonavir(400/100 mg täglich) für 14 Tage und mit Efavirenz für 10 Tage (600 mg täglich) angewendet.
Delamanid in Kombination mit Anti-HIV-Arzneimitteln, Tenofovirdisoproxil, Lopinavir/Ritonavirund Efavirenz, zeigte keinen Einfluss auf die Exposition gegenüber diesen Arzneimitteln.
Arzneimittel, mit dem Potenzial, QTc zu verlängernVorsicht ist bei der Anwendung von Delamanid bei Patienten geboten, die bereits Arzneimittelerhalten, die mit QT-Verlängerung (siehe Abschnitt 4.4) in Zusammenhang gebracht werden. Diegleichzeitige Gabe von Moxifloxacin und Delamanid bei MDR-TB-Patienten wurde nicht untersucht.
Die Anwendung von Moxifloxacin wird bei Patienten, die mit Delamanid behandelt werden, nichtempfohlen.
Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Delamanid bei
Schwangeren vor. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe
Abschnitt 5.3).
Die Anwendung von Deltyba während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter,die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Delamanid/Metabolite in die Muttermilch übergehen. Die zur Verfügungstehenden pharmakokinetischen/toxikologischen Daten vom Tier zeigten dass Delamanid /
Metabolite in die Milch übergehen (für Details siehe Abschnitt 5.3). Ein Risiko für das Neugeborene /
Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es wird empfohlen, dass Frauen während der Behandlungmit Deltyba nicht stillen.
FertilitätDeltyba hatte bei Tieren keine Auswirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität (siehe
Abschnitt 5.3). Es gibt keine klinischen Daten zu Auswirkungen von Delamanid auf die Fertilitätbeim Menschen.
Es ist zu erwarten, dass Deltyba einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeitzum Bedienen von Maschinen hat. Patienten sollten angewiesen werden, kein Fahrzeug zu führenoder Maschinen zu bedienen, wenn sie irgendeine Nebenwirkung bemerken, die ihre Fähigkeiten,diese Aktivitäten auszuführen, beeinflussen könnte (z. B. treten Kopfschmerzen sehr häufig und
Tremor häufig auf).
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Delamanid + eineroptimierten Basistherapie (OBR) behandelt wurden (d. h. Inzidenz > 10 %), sind Übelkeit (32,9 %),
Erbrechen (29,9 %), Kopfschmerzen (28,4 %), Erkrankungen und Störungen des Schlafes (28,2 %),
Schwindelgefühl (22,4 %), Gastritis (15,9 %) und verminderter Appetit (13,1 %).
Tabellarische Liste der NebenwirkungenDie Liste der Nebenwirkungen und Häufigkeiten basiert auf den Ergebnissen von 2 doppelblinden,
Placebo-kontrollierten klinischen Studien sowie Spontanmeldungen. Die unerwünschten
Arzneimittelwirkungen werden nach MedDRA Organsystem und der von MedDRA bevorzugten
Terminologie aufgelistet. Innerhalb jeder einzelnen Systemorganklasse werden die Nebenwirkungennach Häufigkeitskategorien von sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000), sehr selten (< 1/10 000) und nicht bekannt (auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar) aufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppewerden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle: Nebenwirkungen von Delamanid
Systemorgankla Häufigkeit Häufigkeit Häufigkeit Häufigkeit nichtsse sehr häufig häufig gelegentlich bekannt
Endokrine - Hypothyreosea - -
Erkrankungen
Stoffwechsel- Appetit - - -und vermindert
Ernährungsstörungen
Psychiatrische Erkrankungen Psychosec - -
Erkrankungen und Störungen Angstddes Schlafesb Depressione
Halluzinationf
Erkrankungen Schwindelgefühl Hypoästhesie Lethargie -des Kopfschmerzeng Tremor
Nervensystems
Herzerkrankunge - Atrioventrikuläre - -n r Block ersten
Grades
Ventrikuläre
Extrasystolen
PalpitationenErkrankungen der - Rachenreizung - -
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen Übelkeit Dyspepsie - -des Erbrechen
Gastrointestinaltr Gastritishakts
Skelettmuskulatu - Muskuläre - -r-, Bindegewebs- Schwächeund Muskelspasmen
Knochenerkrankungen
Allgemeine - Brustkorbschmer - Paradoxe
Erkrankungen z Arzneimittelwirkund Beschwerden ungam
Verabreichungsort
Untersuchungen - Kortisol erhöhti - -
Elektrokardiogramm QTverlängert
Ereignisbegriffe, die für das gleiche medizinische Konzept oder Erkrankung stehen, wurdenzusammengefasst und in Tabelle 'Nebenwirkungen von Delamanid“ als einzelne Nebenwirkungberichtet. Bevorzugte Begriffe, die in den doppelblinden klinischen Studien tatsächlich berichtetwurden und zur jeweiligen Nebenwirkung gehören, sind unten in Klammern aufgeführt:
a. Hypothyreose (Hypothyreose, primäre Hypothyreose)
b. Erkrankungen und Störungen des Schlafes (Einschlafstörung, Schlaflosigkeit, Schlafstörung,
Alptraum)
c. Psychose (akute Psychose, Psychose, reaktive Psychose, substanzbedingte psychotische Störung)
d. Angst (Angst, Angststörung, generalisierte Angststörung)
e. Depression (Anpassungsstörung mit depressiver Verstimmung, depressive Verstimmung,
Depression, endogene Depression, Angst und depressive Störung gemischt, persistierende Depression,schizoaffektive Störung depressiver Typ)
f. Halluzination (Halluzination; Halluzination, akustisch; Halluzination, optisch; Halluzination, taktil;
Halluzination, gemischt; hypnopompe Halluzination; hypnagoge Halluzination)g. Kopfschmerzen (Kopfbeschwerden, Kopfschmerzen, Migräne, Sinuskopfschmerzen,
Spannungskopfschmerz, vaskulärer Kopfschmerz)h. Gastritis (chronische Gastritis, Gastritis, erosive Gastritis)i. Kortisol erhöht (Cushing Syndrom, Hyperadrenokortizismus, Kortisol erhöht)
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenBei Patienten, die in den Phase 2 und 3 Studien eine Tagesgesamtdosis von 200 mg Delamaniderhielten, lag der mittlere placebokorrigierte QTcF-Anstieg gegenüber dem Ausgangswert bei4,7 - 7,6 ms in Monat 1 bzw. 5,3 ms - 12,1 ms in Monat 2. Die Inzidenz für ein QTcF-
Intervall > 500 ms lag bei Patienten, die eine Tagesgesamtdosis von 200 mg Delamanid erhielten, bei0,6 % (1/161) - 2,1 % (7/341) gegenüber 0 % (0/160) - 1,2 % (2/170) bei Patienten, die
Placebo + OBR erhielten, während die Inzidenz einer QTcF-Veränderung um > 60 ms gegenüber dem
Ausgangswert bei Patienten, die eine Tagesgesamtdosis von 200 mg Delamanid erhielten, bei 3,1 %(5/161) - 10,3 % (35/341) lag gegenüber 0 % (0/160) - 7,1 % (12/170) bei Patienten, die Placeboerhielten.
PalpitationenBei Patienten, die in den Phase-2- und Phase-3-Studien Delamanid + OBR erhielten, betrug die
Häufigkeit 7,9 % (Kategorie häufig), im Vergleich zu einer Häufigkeit von 6,7 % bei Patienten, die
Placebo + OBR erhielten.
Kinder und JugendlicheAuf der Grundlage einer Studie (siehe Abschnitt 5.1) mit 37 pädiatrischen Patienten im Alter von 0bis 17 Jahren wird erwartet, dass die Häufigkeit, Art und Schweregrad der Nebenwirkungen bei
Kindern die gleichen sind wie bei Erwachsenen.
Nach Markteinführung wurde vorwiegend in der pädiatrischen Population über Fälle von
Halluzination berichtet. Die Inzidenz von Halluzination in klinischen Studien lag bei Kindern (5,4 %)und Erwachsenen (1 %) bei häufig.
Nach Markteinführung wurde vorwiegend in der pädiatrischen Population über Fälle von Alpträumenberichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
In klinischen Studien wurden keine Fälle von Delamanid-Überdosierung beobachtet. Allerdingszeigten weitere klinische Daten, dass bei Patienten, die zweimal täglich 200 mg, d. h. 400 mg
Delamanid täglich erhielten, das Sicherheitsprofil mit jenem von Patienten, die die empfohlene Dosisvon 100 mg zweimal täglich erhielten, vergleichbar ist. Jedoch wurden einige Nebenwirkungenhäufiger beobachtet, und die Häufigkeit von QT-Verlängerungen nahm dosisabhängig zu. Die
Behandlung einer Überdosierung sollte sofortige Maßnahmen zur Entfernung von Delamanid aus dem
Magen-Darm-Trakt und bei Bedarf unterstützende Maßnahmen umfassen. Häufige EKG-Kontrollensollten durchgeführt werden.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel gegen Mykobakterien, Mittel zur Behandlung der
Tuberkulose, ATC-Code: J04AK06.
WirkmechanismusDie pharmakologische Wirkung von Delamanid umfasst die Hemmung der Synthese dermykobakteriellen Zellwandkomponenten Methoxy- und Keto-Mykolsäure. Die identifizierten
Delamanid-Metaboliten besitzen keine anti-mykobakterielle Aktivität.
Aktivität gegen bestimmte PathogeneDelamanid besitzt keine In-vitro-Aktivität gegen andere Bakterienspezies als Mykobakterien.
ResistenzMutationen in einem der fünf Gene, die Coenzym F420 kodieren, werden als Mechanismus für die
Resistenz von Mykobakterien gegen Delamanid vermutet. Die In-vitro-Häufigkeit spontaner
Resistenzen gegen Delamanid war vergleichbar mit denen für Isoniazid und höher als die für
Rifampicin. Während der Behandlung traten Resistenzen gegen Delamanid auf (siehe Abschnitt 4.4).
Delamanid besitzt keine Kreuzresistenz mit einem der derzeit verwendeten Anti-Tuberkulose-
Arzneimittel mit Ausnahme von Pretomanid. In-vitro-Studien haben eine Kreuzresistenz mit
Pretomanid gezeigt. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Delamanid und Pretomanidüber denselben Stoffwechselweg aktiviert werden.
Grenzwerte der Empfindlichkeitstestung
Die Interpretationskriterien für die Empfindlichkeitstestung anhand der Bestimmung der MHK(minimalen Hemmkonzentration) wurden vom European Committee on Antimicrobial Susceptibility
Testing (EUCAST) für Delamanid festgelegt und sind hier aufgeführt:https://www.ema.europa.eu/documents/other/minimum-inhibitory-concentration-mic-breakpoints_en.xlsx
Daten aus klinischen StudienDelamanid wurde in zwei doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studien hinsichtlich der Behandlungvon MDR-TB evaluiert. Die Analysen der SCC wurden mit einer modifizierten Intent-to-Treat-
Population durchgeführt, in der Patienten eingeschlossen waren, die zu Studienbeginn positive
Kulturen hatten und deren Isolate sowohl gegen Isoniazid als auch Rifampicin resistent waren, d. h.bei denen eine MDR-TB vorlag.
In der ersten Studie (Studie 204) erreichten 64/141 (45,4 %) der Patienten, die nach Randomisierung100 mg Delamanid BID + OBR erhielten und 37/125 (29,6 %) der Patienten, die nach
Randomisierung Placebo (PLC) + OBR erhielten, die Zwei-Monats-Sputumkonversionsrate (SCC)(d. h. von Keimwachstum von Mycobacterium tuberculosis zu keinem Keimwachstum in den ersten2 Monaten und Beibehaltung für einen weiteren Monat) (p = 0,0083). Außerdem wurde festgestellt,dass die SCC bei der Behandlungsgruppe, die nach Randomisierung 100 mg BID erhielt, schnellereintrat als bei der Behandlungsgruppe, die nach Randomisierung Placebo + OBR erhielt (p = 0,0056).
In der zweiten Studie (Studie 213) wurde Delamanid 100 mg BID oral als Zusatztherapie zu einer
OBR für 2 Monate angewendet, gefolgt von 200 mg einmal täglich für 4 Monate. Die mediane Zeitbis zur SCC lag in der Delamanid + OBR-Gruppe bei 51 Tagen im Vergleich zu 57 Tagen in der PLC+ OBR-Gruppe (p = 0,0562 unter Verwendung der stratifizierten, modifizierten Peto-Peto
Modifikation des Wilcoxon-Rangsummentests nach Gehan). Das Verhältnis von Patienten, die nachder 6-monatigen Behandlungsphase eine SCC erreichten (Sputumkonversionsrate), lag in der
Delamanid + OBR-Behandlungsgruppe bei 87,6 % (198/226) im Vergleich zu 86,1 % (87/101) in der
Placebo + OBR-Behandlungsgruppe (p = 0,7131).
Alle bis zum Zeitpunkt der SCC fehlenden Kulturen wurden in der primären Analyse als positive
Kulturen gewertet. Es wurden zwei Sensitivitäts-Analysen durchgeführt - eine 'Last observationcarried forward“ (LOCF) Analyse und eine Analyse unter Verwendung der 'Bookending“ Methodik(dazu war erforderlich, dass die vorherigen und folgenden Kulturen beide negative Kulturen waren,um ein negatives Ergebnis zu unterstellen, andernfalls wurde ein positives Ergebnis unterstellt). Beidezeigten in der Delamanid + OBR-Gruppe eine um 13 Tage kürzere mediane Zeit bis zur SCC(p = 0,0281 für LOCF und p = 0,0052 für 'Bookending“).
Eine Delamanid-Resistenz (definiert als MIC ≥ 0,2 µg/ml) wurde zu Beginn von Studie 204 bei 2 von316 Patienten und zu Beginn von Studie 213 bei 2 von 511 Patienten festgestellt (4 von 827 Patienten[0,48 %]). Eine Delamanid-Resistenz trat bei 4 von 341 Patienten (1,2 %) auf, die in Studie 213
Delamanid nach Randomisierung über einen Zeitraum von 6 Monaten erhielten. Diese vier Patientenerhielten zusätzlich zu Delamanid nur zwei weitere Arzneimittel.
end-TB-Studie (Evaluating Newly approved Drugs for multidrug resistant TB)
Die end-TB-Studie (Evaluating Newly approved Drugs for multidrug resistant TB, end-TB) war eineunabhängige, vom Prüfarzt initiierte, multinationale, offene, randomisierte, kontrollierte
Nichtunterlegenheitsstudie der Phase III in Patienten ab einem Alter von 15 Jahren mit pulmonaler
TB verursacht durch Mycobacterium tuberculosis, das resistent gegen Rifampicin und empfindlichgegenüber Fluorchinolonen war. Dabei wurden fünf 9-monatige orale Behandlungsschemata mit derzu jenem Zeitpunkt empfohlenen WHO-Standardversorgung (Standard of Care, SoC) verglichen(hauptsächlich individualisierte Behandlungsschemata mit einer Behandlungsdauer von≥ 18 Monaten). Drei der 9-monatigen Behandlungsschemata enthielten Delamanid: BDLLfxZ(Bedaquilin, Delamanid, Linezolid, Levofloxacin und Pyrazinamid), DCLLfxZ (Delamanid,
Clofazimin, Linezolid, Levofloxacin und Pyrazinamid) und DCMZ (Delamanid, Clofazimin,
Moxifloxacin und Pyrazinamid). Delamanid wurde in einer Dosis von 100 mg zweimal täglich (BID)verabreicht.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil der Teilnehmer mit einem günstigen Ergebnis in
Woche 73, definiert als das Fehlen eines ungünstigen Ergebnisses und entweder zweiaufeinanderfolgenden negativen Kulturen (darunter eine zwischen Woche 65 und 73) oder einemgünstigen bakteriologischen, radiologischen und klinischen Verlauf. Ungünstige Ergebnisseumfassten Tod (jeglicher Ursache), den Ersatz oder die Zugabe eines Arzneimittels im Rahmen derexperimentellen Behandlungsschemata oder von zwei Medikamenten beim Standardtherapieschemaoder die Initiierung einer neuen Behandlung der Rifampicin-resistenten Tuberkulose. Die maximale
Dauer der Nachbeobachtung betrug 104 Wochen.
Die modifizierte Intention-to-Treat (mITT)-Population umfasste alle Teilnehmer, die randomisiertwurden und mindestens eine Dosis der Studienbehandlung erhalten hatten und für die vor der
Randomisierung eine positive Mycobacterium tuberculosis-Kultur vorlag.
Die mITT-Population umfasste 37,8 % Frauen. Das mediane Alter lag bei 32 Jahren und25 Teilnehmer (3,6 %) waren jünger als 18 Jahre; 14,0 % hatten eine HIV-Infektion und 57,1 % der
Teilnehmer zeigten Kavitäten auf dem Röntgenthorax.
Das Ergebnis der primären Wirksamkeitsanalyse ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
Tabelle 2. Primäre Wirksamkeitsanalyse für endTB (mITT)
BDLLfxZ DCLLfxZ DCMZ Standardtherapie(N = 122) (N = 118) (N = 107) (N = 119)
Teilnehmer mit 104 (85,2) 93 (78,8) 89 (83,2) 96 (80,7)günstigem
Ergebnis - n (%)
Unterschied zur 4,6 -1,9 2,5
Standardtherapie (-4,9 bis 14,1) (-12,1 bis 8,4) (-7,5 bis 12,5)(95-%-KI)
Basierend auf einem hierarchischem Testverfahren im Rahmen der mITT-Analyse wurde für vierexperimentelle Behandlungsschemata keine Unterlegenheit gegenüber der Standardtherapiefestgestellt. Die Nichtunterlegenheit gegenüber der Standardtherapie wurde für zwei der drei
Behandlungsschemata, die Delamanid enthielten (BDLLfxZ und DCMZ), gezeigt. Die Daten aus
Woche 104 bestätigten diese Ergebnisse.
Die WHO-Analyse zu den Daten aus Woche 104 ergab, dass sowohl das DCMZ- als auch das
DCLLfxZ-Behandlungsschema mit einer höheren Versagensrate (ausbleibende Kulturkonversionbzw. Kulturreversion) oder Rezidivrate sowie einem höheren Niveau an verstärkter Resistenz(“amplified resistance”) verbunden war als die SoC-Gruppe und nicht gegenüber der SoC-
Behandlung bevorzugt wird. Die Versagens- oder Rezidivraten lagen für die SoC bei 2,5 %, für
BDLLfxZ bei 1,6 %, für DCLLfxZ bei 11,0 % und für DCMZ bei 11,2 %. Die Amplifikation der
Arzneimittelresistenz wurde für SoC und BDLLfxZ bei 0,0 %, für DCLLfxZ bei 4,0 % und für
DCMZ bei 6,7 % ermittelt.
BEAT-TB-Studie Südafrika
BEAT-TB war eine unabhängige, vom Prüfarzt initiierte, multizentrische, offene, pragmatische,randomisierte, kontrollierte Nichtunterlegenheitsstudie der Phase III bei Patienten ab einem Alter von6 Jahren mit pulmonaler TB verursacht durch Mycobacterium tuberculosis, das zumindest gegen
Rifampicin resistent war. Die randomisierten Teilnehmer erhielten entweder das sechsmonatige
BDLLfxC-Behandlungsschema (Bedaquilin, Delamanid, Linezolid, Levofloxacin, Clofazimin) oderals Kontrolle das zu jenem Zeitpunkt in Südafrika übliche neunmonatige oder längere
Behandlungsschema. Nach Erhalt des FQ-DST-Ergebnisses wurde entweder Levofloxacin (wenn FQ-resistent) oder Clofazimin (wenn FQ-empfindlich) aus dem Behandlungsschema entfernt (d. h.abgesetzt oder nicht eingeleitet, je nachdem, wann die DST-Ergebnisse zur Verfügung standen). Das
Behandlungsschema konnte für 6 Monate verabreicht oder auf 9 Monate verlängert werden, wennkeine klinische oder bakteriologische Verbesserung eintrat.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war ein Behandlungserfolg am Ende der Behandlung, gefolgt voneinem Behandlungserfolg am Ende der Nachbeobachtung. Ein Behandlungserfolg, gemessen am Endeder Behandlung, war definiert als entweder 'geheilt“, d. h. adäquate Therapietreue (Einnahme von≥ 80 % der Dosen) gemäß Prüfplan ohne Nachweis eines Versagens der Behandlung sowie der
Nachweis der Negativität der letzten beiden Sputumproben am Ende der Behandlung (Abstand von≥ 14 Tagen), oder als 'Behandlung abgeschlossen“, d. h. adäquate Therapietreue (wie oben) ohne
Nachweis eines Versagens der Behandlung, aber ohne Nachweis, dass ≥ 2 aufeinanderfolgende
Kulturen im Abstand von ≥ 14 Tagen negativ waren. Ein Behandlungserfolg zum Ende der
Nachbeobachtung, gemessen 76 Wochen nach Behandlungsbeginn, war definiert als entweder'geheilt“, d. h. negative Kultur am Ende der Nachbeobachtung oder 'Kultur negativ“ zum Zeitpunktder letzten Vorstellung des Patienten (wenn der Patient vor dem Ende der Nachbeobachtung ausselbiger ausgeschieden war und wenn er zum Zeitpunkt des letzten verfügbaren Studienbesuchs einerfolgreiches Behandlungsergebnis hatte).
In dieser Studie waren 42 % der Teilnehmer weiblich. Das mediane Alter lag bei 35,0 Jahren; 30(7 %) Patienten waren < 18 Jahre alt. Die Hälfte der Patienten (51 %) war HIV-positiv.
Das Ergebnis der primären Wirksamkeitsanalyse ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.
Tabelle 3. Primäre Wirksamkeitsanalyse für BEAT-TB (ITT)
BDLLfxC Kontrolle(N = 202) (N = 200)
Behandlungserfolg am Ende 174 (86,1 %) 172 (86,0 %)von Behandlung und
Nachbeobachtung - n (%)
Bereinigte Risikodifferenz (95- -0,2 % (-6,9 %; 6,5 %)%-KI)
In der ITT-Population erwies sich das BDLLfxC-Behandlungsschema gegenüber dem Kontroll-
Schema als nicht unterlegen. Die Versagensraten (ausbleibende Kulturkonversion bzw.
Kulturreversion) oder Rezidivraten betrugen 8,4 % für BDLLfxC und 7,0 % für die Kontrollgruppe.
Die Amplifikation der Arzneimittelresistenz betrug in der BDLLfxC-Gruppe 2,5 % und in der
Kontrollgruppe 3,0 %.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik, Sicherheit und Wirksamkeit von Delamanid in Kombination mit einer
Basistherapie (Background regimen - BR) wurden in der Studie 242-12-232 (10 Tage
Pharmakokinetik), gefolgt von der Studie -233 (Pharmakokinetik, Wirksamkeit und Sicherheit),beides einarmige, offene Studien, die 37 Patienten mit einem medianen Alter von 4,55 Jahren(Bereich von 0,78 bis 17,60 Jahren) einschlossen, von denen 25 (67,6 %) asiatische und 19 (51,4 %)weibliche Patienten waren, untersucht.
Pädiatrische Patienten wurden in vier Gruppen eingeschlossen:
Gruppe 1: 12 bis 17 Jahre (7 Patienten), Gruppe 2: 6 bis 11 Jahre (6 Patienten), Gruppe 3: 3 bis5 Jahre (12 Patienten) und Gruppe 4: 0 bis 2 Jahre (12 Patienten). Das mittlere Körpergewicht der
Patienten zu Beginn der Studie insgesamt betrug 19,5 kg und in den Gruppen 1, 2, 3 und 4 lag dasmittlere Körpergewicht bei 38,4 kg, 25,1 kg, 14,8 kg bzw. 10,3 kg.
Die Patienten hatten eine bestätigte oder wahrscheinliche MDR-TB-Infektion und sollten gemäß der
WHO-Empfehlung eine 26-wöchige Behandlung mit Delamanid + OBR und anschließend nur OBRerhalten. Die Patienten in den Gruppen 1 und 2 erhielten Filmtabletten. Die Delamanid-Dosis in
Gruppe 1 betrug zweimal täglich 100 mg und in Gruppe 2 zweimal täglich 50 mg. Die angewendeten
Dosen waren höher als die derzeit empfohlene gewichtsbezogene Dosierung bei Kindern und
Jugendlichen. Die Patienten in den Gruppen 3 und 4 erhielten Tabletten zur Herstellung einer
Suspension zum Einnehmen. Diese Darreichungsform für Kinder und Jugendliche ist nichtbioäquivalent zu den Filmtabletten. Patienten in Gruppe 3 erhielten zweimal täglich 25 mg und die
Patienten in Gruppe 4 erhielten abhängig vom Körpergewicht Dosen zwischen zweimal täglich 10 mgund einmal täglich 5 mg. Die in Gruppe 4 angewendeten Dosen waren niedriger als die derzeit für
Kinder und Jugendliche empfohlene gewichtsabhängige Dosierung.
Anhand der Daten aus den beiden Studien mit Kindern und Jugendlichen wurde eine Populations-PK-
Analyse durchgeführt, um die Dosen bei pädiatrischen Patienten zu ermitteln, die eine vergleichbare
Delamanid-Exposition bewirken würden, wie sie bei erwachsenen Patienten mit MDR-TB beobachtetwurde. Die Daten bei Kindern mit einem Körpergewicht von weniger als 10 kg waren zu begrenzt,um Dosen für diese Patientengruppe zu bestimmen.
Die orale Bioverfügbarkeit von Delamanid nimmt, im Vergleich zur Einnahme auf nüchternen
Magen, um das ca. 2,7-fache zu, wenn es mit einer Standard-Mahlzeit eingenommen wird. Diemaximalen Plasmakonzentrationen werden unabhängig von der Nahrungsaufnahme ungefähr4 Stunden nach der Dosis erreicht.
VerteilungDelamanid bindet stark an alle Plasmaproteine mit einer Gesamtplasmaproteinbindung von ≥ 99,5 %.
Delamanid zeigt ein großes apparentes Verteilungsvolumen (Vz/F von 2 100 l).
BiotransformationDelamanid wird vor allem im Plasma durch Albumin und zu einem geringeren Teil durch CYP3A4metabolisiert. Bisher wurde das metabolische Profil von Delamanid noch nicht komplett aufgeklärt,und es besteht ein Potenzial für Wechselwirkungen mit anderen gleichzeitig angewendeten
Arzneimitteln, wenn signifikante unbekannte Metaboliten entdeckt werden. Die identifizierten
Metaboliten zeigen keine anti-mykobakterielle Aktivität, aber einige tragen zur QTc-Verlängerungbei, vor allem DM-6705. Die Konzentrationen der identifizierten Metaboliten nehmen fortschreitendzu und erreichen nach 6 bis 10 Wochen Steady-State.
EliminationDelamanid wird aus dem Plasma mit einer Eliminations-Halbwertszeit (t1/2) von 30 bis 38 Stundeneliminiert. Delamanid wird nicht im Urin ausgeschieden.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Delamanid-Plasma-Exposition steigt unterproportional bei steigender Dosis.
Besondere BevölkerungsgruppenBei der Behandlung mit den empfohlenen Delamanid-Dosen für Jugendliche und Kinder mit einem
Körpergewicht von mindestens 10 kg (siehe Abschnitt 4.2) wurde eine ähnliche Plasma-Expositionwie bei Erwachsenen erreicht.
Patienten mit eingeschränkter NierenfunktionIm Urin sind weniger als 5 % einer oralen Dosis von Delamanid nachweisbar. Eine leichte
Nierenfunktionsstörung (50 ml/min < CrCLN < 80 ml/min) scheint die Delamanid- Exposition nichtzu beeinflussen. Deshalb ist bei Patienten mit leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung keine
Dosisanpassung erforderlich. Es ist nicht bekannt, ob Delamanid und seine Metaboliten durch
Hämodialyse oder Peritonealdialyse signifikant entfernt werden.
Patienten mit eingeschränkter LeberfunktionEine Dosisanpassung wird bei Patienten mit leichter Leberfunktionsstörung nicht für erforderlichgehalten. Delamanid wird bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung nichtempfohlen.
Ältere Patienten (≥ 65 Jahre)In den klinischen Studien nahmen keine Patienten von ≥ 65 Jahren teil.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential, lassendie präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Delamanid und/oderseine Metaboliten besitzen das Potenzial, die kardiale Repolarisation über die Blockade der hERG-
Kaliumkanäle zu beeinflussen. Beim Hund wurden in Toxizitätsstudien mit wiederholter Applikationim lymphatischen Gewebe verschiedener Organe Schaummakrophagen beobachtet. Dieser Befundwar teilweise reversibel; seine klinische Relevanz ist unbekannt. Beim Kaninchen zeigte sich in
Toxizitätsstudien mit wiederholter Applikation eine hemmende Wirkung von Delamanid und/oderseinen Metaboliten auf die Vitamin-K-abhängige Blutgerinnung. Beim Kaninchen wurde in
Reproduktionsstudien bei Gabe maternaltoxischer Dosen embryofetale Toxizität beobachtet.
Pharmakokinetische Daten bei Tieren zeigten eine Ausscheidung von Delamanid/Metaboliten in die
Muttermilch. In Ratten war die Cmax für Delamanid in der Muttermilch 4-fach höher als im Blut. In
Studien zur juvenilen Toxizität bei Ratten stimmten alle mit der Behandlung von Delamanidzusammenhängenden Befunde mit denen überein, die bei erwachsenen Tieren festgestellt wurden.
Hypromellosephthalat
Povidon
All-rac-α-Tocopherol
Mikrokristalline Cellulose
Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A)
Carmellose-Calcium
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat
Lactose-Monohydrat
FilmüberzugHypromellose
Macrogol 8000
Titandioxid
Talkum
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Nicht zutreffend.
5 Jahre
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Aluminium/Aluminium-Blisterpackung:48 Tabletten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Otsuka Novel Products GmbH
Erika-Mann-Straße 2180636 München
Deutschland
EU/1/13/875/004
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. April 2014
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 25. April 2025
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu/ verfügbar.