Angewendet bei: Eisenüberladung
Substanz: Deferasirox (Chelatbildner)
ATC: V03AC03 (VARIA | ALLE ÜBRIGEN THERAPEUTISCHEN MITTEL | Eisen-Chelatbildner)
Deferasirox ist ein Eisenchelator, der zur Behandlung der chronischen Eisenüberladung bei Patienten mit häufigen Bluttransfusionen, wie z. B. bei majorer Thalassämie, eingesetzt wird. Es wirkt, indem es überschüssiges Eisen bindet und dessen Ausscheidung über den Stuhl erleichtert.
Das Medikament wird oral eingenommen, in der Regel einmal täglich, wobei die Dosis basierend auf den Eisenwerten im Körper und dem Gewicht des Patienten angepasst wird. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen und erhöhte Leberenzyme.
Deferasirox ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz, Leberversagen oder Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff. Seine Anwendung erfordert auch eine regelmäßige Überwachung der Nieren- und Leberfunktion.
Dieses Medikament ist eine wirksame Option zur Behandlung der Eisenüberladung und hilft, Komplikationen im Zusammenhang mit dieser Erkrankung zu verhindern.
G10 (C1) - Leukämien, Lymphome und Knochenmarkaplasie, Tumoren
Preis
Zuzahlung
Patient
1392.70 RON
1269.48 RON
123.22 RON
GX (C1) - GENERIC (wird in der Kompensationsliste C1 für eine andere Diagnose verwendet)
Preis
Zuzahlung
Patient
1392.70 RON
1269.48 RON
123.22 RON
NGP 6.1 (C2) - Hämophilie und Thalassämie
Preis
Zuzahlung
Patient
1392.70 RON
1269.48 RON
123.22 RON
Deferasirox Accord 90 mg Filmtabletten
Deferasirox Accord 180 mg Filmtabletten
Deferasirox Accord 360 mg Filmtabletten
Deferasirox Accord 90 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 90 mg Deferasirox.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 90-mg-Tablette enthält ferner 27 mg Lactose-Monohydrat und 2,95 mg Rizinusöl.
Deferasirox Accord 180 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 180 mg Deferasirox.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 180-mg-Tablette enthält ferner 54 mg Lactose-Monohydrat und 5,9 mg Rizinusöl.
Deferasirox Accord 360 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 360 mg Deferasirox.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede 360-mg-Tablette enthält ferner 108 mg Lactose-Monohydrat und 11,8 mg Rizinusöl.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Filmtablette (Tablette)
Deferasirox Accord 90 mg Filmtabletten
Gelbe, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit abgerundeten Kanten und Prägung 'D“ auf einer Seite und'90“ auf der anderen Seite. Ungefähre Maße der Tablette 11,0 mm x 4,20 mm.
Deferasirox Accord 180 mg Filmtabletten
Gelbe, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit abgerundeten Kanten und Prägung 'D“ auf einer Seite und'180“ auf der anderen Seite. Ungefähre Maße der Tablette 14,0 mm x 5,50 mm.
Deferasirox Accord 360 mg Filmtabletten
Gelbe, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit abgerundeten Kanten und Prägung 'D“ auf einer Seite und'360“ auf der anderen Seite. Ungefähre Maße der Tablette 17,0 mm x 6,80 mm.
Deferasirox Accord ist angezeigt zur Behandlung der chronischen Eisenüberladung auf Grundhäufiger Transfusionen (≥ 7 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat) bei Patienten mit Beta-Thalassämiamajor im Alter von 6 Jahren und älter.
Deferasirox Accord ist auch angezeigt zur Behandlung der chronischen, transfusionsbedingten
Eisenüberladung, wenn eine Deferoxamin-Therapie bei folgenden Patientengruppen kontraindiziertoder unangemessen ist:
- bei Kindern im Alter zwischen 2 und 5 Jahren mit Beta-Thalassämia major mit Eisenüberladungauf Grund häufiger Transfusionen (≥ 7 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat),
- bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 Jahren oder älter mit Beta-
Thalassämia major mit Eisenüberladung auf Grund seltener Transfusionen (< 7 ml/kg/Monat
Erythrozytenkonzentrat),
- bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 Jahren und älter mit anderen
Anämien.
Deferasirox Accord ist auch angezeigt zur Behandlung der chronischen Eisenüberladung, wenn eine
Deferoxamin-Therapie bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen im
Alter von 10 Jahren und älter, die eine Chelat-Therapie benötigen, kontraindiziert oder unangemessenist.
Die Behandlung mit Deferasirox Accord sollte von Ärzten eingeleitet und fortgeführt werden, die
Erfahrung mit der Behandlung der chronischen Eisenüberladung haben.
Deferasirox Accord ist nur als Filmtabletten erhältlich.
Alle in dieser Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels enthaltenen Verweise auf die
Darreichungsform Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen beziehen sich auf das
Referenzarzneimittel des Urhebers in dieser Darreichungsform.
DosierungTransfusionsbedingte Eisenüberladung
Es wird empfohlen, dass die Behandlung nach der Transfusion von etwa 20 Einheiten
Erythrozytenkonzentrat (EK) (ca. 100 ml/kg) oder bei klinischem Hinweis auf eine chronische
Eisenüberladung (z. B. Serumferritin > 1.000 µg/l) begonnen wird. Die Dosierung (in mg/kg) musserrechnet und auf die nächste verfügbare Tablettenstärke gerundet werden.
Die Ziele der Eisenchelat-Therapie bestehen in der Entfernung der Eisenmenge, die transfundiert wird,und, wenn erforderlich, in der Reduzierung der vorhandenen Eisenüberladung.
Bei allen Patienten sollte eine Chelat-Therapie mit Vorsicht durchgeführt werden, um das Risiko einer
Überchelierung zu minimieren (siehe Abschnitt 4.4).
Deferasirox Filmtabletten zeigen eine höhere Bioverfügbarkeit im Vergleich zur Darreichungsform
Deferasirox Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (siehe Abschnitt 5.2). Beieiner Umstellung von Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen auf Filmtablettensollte die Dosis der Filmtabletten um 30 % geringer sein als die Dosis der Tabletten zur Herstellungeiner Suspension zum Einnehmen, gerundet auf die nächste ganze Zahl an Tabletten.
Tabelle 1 Empfohlene Dosierungen bei transfusionsbedingter Eisenüberladung
Filmtabletten Transfusionen Serumferritin
Initialdosis: 14 mg/kg/Tag Nach 20 Einheiten oder >1.000 µg/l(ca. 100 ml/kg) von
EK
Alternative 21 mg/kg/Tag >14 ml/kg/Monat
Initaldosen von EK (ca.
>4 Einheiten/Monatfür einen
Erwachsenen)7 mg/kg/Tag <7 ml/kg/Monatvon EK (ca.<2 Einheiten/Monatfür einen
Erwachsenen)
Für Patienten, die Ein Drittel der Deferoxamin-gut auf die Dosis
Behandlung mit
Deferoxamineingestellt sind
Überwachung Monatlich
Zielbereich 500-1.000 µg/l
Anpassungsschritte Dosissteigerung >2.500 µg/l(alle 3-6 Monate) 3,5-7 mg/kg/Tag
Bis zu 28 mg/kg/Tag
Dosisreduktion ≤2.500 µg/l3,5-7 mg/kg/Tag
Bei Patienten, die mit Dosen>21 mg/kg/Tag behandeltwurden
- Sobald Zielbereich erreicht ist 500-1.000 µg/l
Maximaldosis 28 mg/kg/Tag
Unterbrechung <500 µg/lerwägen
Initialdosis
Die empfohlene initiale Tagesdosis von Deferasirox Filmtabletten beträgt 14 mg/kg Körpergewicht.
Eine initiale Tagesdosis von 21 mg/kg von Deferasirox Filmtabletten kann bei Patienten in Erwägunggezogen werden, bei denen eine Reduktion erhöhter Eisenspiegel im Körper erforderlich ist und dieaußerdem mehr als 14 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat (etwa > 4 Einheiten/Monat für einen
Erwachsenen) erhalten.
Eine initiale Tagesdosis von 7 mg/kg von Deferasirox Filmtabletten kann bei Patienten in Erwägunggezogen werden, bei denen keine Reduktion der Eisenspiegel im Körper erforderlich ist und dieaußerdem weniger als 7 ml/kg/Monat Erythrozytenkonzentrat (etwa < 2 Einheiten/Monat für einen
Erwachsenen) erhalten. Das Ansprechen des Patienten muss überwacht werden und eine
Dosiserhöhung sollte in Erwägung gezogen werden, wenn keine ausreichende Wirkung erreicht wird(siehe Abschnitt 5.1).
Für Patienten, die bereits gut auf die Behandlung mit Deferoxamin eingestellt sind, sollte eine
Anfangsdosis von Deferasirox Filmtabletten in Erwägung gezogen werden, die numerisch einem
Drittel der Dosis von Deferoxamin entspricht (z. B. könnte ein Patient, der 40 mg/kg/Tag
Deferoxamin an 5 Tagen in der Woche [oder eine äquivalente Dosis] erhält, auf eine tägliche
Anfangsdosis von 14 mg/kg/Tag Deferasirox Filmtabletten umgestellt werden). Wenn daraus einetägliche Dosis unter 14 mg/kg Körpergewicht resultiert, muss das Ansprechen des Patientenüberwacht werden und eine Dosiserhöhung sollte in Erwägung gezogen werden, falls keineausreichende Wirkung erreicht wird (siehe Abschnitt 5.1).
DosisanpassungEs wird empfohlen, das Serumferritin einmal monatlich zu bestimmen und die Dosis der Deferasirox
Filmtabletten, sofern erforderlich, alle 3 bis 6 Monate entsprechend dem Trend des Serumferritinsanzupassen. Dosisanpassungen können in Schritten von 3,5 bis 7 mg/kg vorgenommen werden undsind an dem individuellen Ansprechen des Patienten und dem therapeutischen Ziel (Aufrechterhaltungoder Reduktion des Eisenspiegels) auszurichten. Bei Patienten, die mit einer Dosierung von 21 mg/kgeinen nicht ausreichenden Therapieerfolg zeigen (z. B. Serumferritinspiegel dauerhaft über 2.500 µg/lund ohne abnehmenden Trend im zeitlichen Verlauf), können Dosierungen von bis zu 28 mg/kg in
Erwägung gezogen werden. Die Verfügbarkeit von Langzeitdaten zur Wirksamkeit und Sicherheit ausklinischen Studien, die mit Deferasirox Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen in
Dosierungen über 30 mg/kg durchgeführt wurden, ist derzeit begrenzt (264 Patienten wurden nach
Dosissteigerung durchschnittlich ein Jahr beobachtet). Falls nur ein unzureichendes Ansprechen der
Hämosiderose mit Dosierungen bis 21 mg/kg erzielt werden kann, führt eine weitere Dosissteigerung(bis zu einem Maximum von 28 mg/kg) möglicherweise nicht zu einem ausreichenden Ansprechenund alternative Behandlungsmethoden sollten in Betracht gezogen werden. Falls nur einunzureichendes Ansprechen mit Dosierungen über 21 mg/kg erreicht wird, sollte die Behandlung mitdiesen Dosierungen nicht weitergeführt werden und, wann immer möglich, sollten alternative
Behandlungsmethoden in Betracht gezogen werden. Dosierungen über 28 mg/kg werden nichtempfohlen, weil mit Dosierungen über diesem Bereich nur begrenzte Erfahrungen vorliegen (siehe
Abschnitt 5.1).
Bei Patienten, die mit höheren Dosierungen als 21 mg/kg behandelt werden, sollte eine Dosisreduktionin Schritten von 3,5 bis 7 mg/kg in Betracht gezogen werden, sobald ein Therapieerfolg erzielt wurde(z. B. Serumferritin dauerhaft unter ≤ 2.500 µg/l mit abnehmendem Trend im zeitlichen Verlauf). Bei
Patienten, deren Serumferritinspiegel den gewünschten Wert erreicht hat (üblicherweise zwischen 500und 1.000 µg/l), sollten Dosisreduzierungen in Schritten von 3,5 bis 7 mg/kg erwogen werden, um den
Serumferritinspiegel innerhalb des Zielbereichs aufrecht zu erhalten und um das Risiko einer
Überchelierung zu minimieren. Wenn das Serumferritin dauerhaft unter 500 µg/l fällt, sollte eine
Unterbrechung der Behandlung in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.4).
Nicht-transfusionsabhängige Thalassämie-Syndrome
Eine Chelat-Therapie sollte nur dann eingeleitet werden, wenn Anzeichen einer Eisenüberladungvorliegen (Lebereisenkonzentration [LIC] ≥ 5 mg Fe/g Trockengewicht [TG] oder dauerhafte
Serumferritin-Werte > 800 µg/l). LIC ist die bevorzugte Methode, um die Eisenüberladung zubestimmen, und sollte soweit verfügbar verwendet werden. Bei allen Patienten sollte eine Chelat-
Therapie mit Vorsicht durchgeführt werden, um das Risiko einer Überchelierung zu minimieren (siehe
Abschnitt 4.4).
Deferasirox Filmtabletten zeigen eine höhere Bioverfügbarkeit im Vergleich zur Darreichungsform
Deferasirox Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (siehe Abschnitt 5.2). Beieiner Umstellung von Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen auf Filmtablettensollte die Dosis der Filmtabletten um 30 % geringer sein als die Dosis der Tabletten zur Herstellungeiner Suspension zum Einnehmen, gerundet auf die nächste ganze Zahl an Tabletten.
Tabelle 2 Empfohlene Dosierungen bei nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen
Filmtabletten Lebereisenkonzentration Serumferritin(LIC)*
Initialdosis: 7 mg/kg/Tag ≥5 mg Fe/g Trockengewicht oder >800 µg/l
Überwachung Monatlich
Anpassungsschritte Dosissteigerung(alle 3-6 Monate) ≥7 mg Fe/g Trockengewicht oder >2.000 µg/l3,5-7 mg/kg/Tag
Dosisreduktion<7 mg Fe/g Trockengewicht oder ≤2.000 µg/l3,5-7 mg/kg/Tag
Maximaldosis 14 mg/kg/Tag
Bei Erwachsenen7 mg/kg/Tag
Bei Kindern und
Jugendlichen7 mg/kg/Tag
Sowohl bei
Erwachsenen als Nicht untersucht und ≤2.000 µg/lauch bei Kindernund Jugendlichen
Unterbrechung <3 mg Fe/goder <300 µg/l
Trockengewicht
Wiederholung der Nicht empfohlen
Behandlung* LIC (liver-iron-concentration) ist die bevorzugte Methode, um die Eisenüberladung zu bestimmen.
Initialdosis
Die empfohlene initiale Tagesdosis von Deferasirox Filmtabletten bei Patienten mitnicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen beträgt 7 mg/kg Körpergewicht.
DosisanpassungEs wird empfohlen, das Serumferritin monatlich zu bestimmen, um das Ansprechen des Patienten aufdie Therapie festzustellen und das Risiko einer Überchelierung zu minimieren (siehe Abschnitt 4.4).
Nach jeweils 3 bis 6 Monaten Behandlungsdauer sollte beim Patienten eine schrittweise
Dosiserhöhung um 3,5 bis 7 mg/kg in Betracht gezogen werden, wenn die Lebereisenkonzentration≥ 7 mg Fe/g TG oder wenn das Serumferritin dauerhaft > 2.000 µg/l ist und kein Abwärtstrend zusehen ist und der Patient das Arzneimittel gut verträgt. Dosierungen von Deferasirox Filmtablettenüber 14 mg/kg werden nicht empfohlen, weil mit Dosierungen über diesem Bereich bei Patienten mitnicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen keine Erfahrungen vorliegen.
Bei Patienten, bei denen keine Lebereisenbestimmung durchgeführt wurde und die ein Serumferritin≤ 2.000 µg/l haben, sollte die Dosierung von Deferasirox Filmtabletten 7 mg/kg nicht überschreiten.
Bei Patienten, deren Dosis auf mehr als 7 mg/kg erhöht wurde, wird bei einer Lebereisenkonzentration< 7 mg Fe/g TG oder einem Serumferritin von ≤ 2.000 µg/l eine Dosisreduktion auf 7 mg/kg oderweniger empfohlen.
Abbruch der Behandlung
Sobald ein zufriedenstellender Körpereisenspiegel erreicht wurde (Lebereisenkonzentration < 3 mg
Fe/g TG oder Serumferritin < 300 µg/l), sollte die Behandlung abgebrochen werden. Es gibt keine
Daten über eine wiederholte Behandlung von Patienten, bei denen die Eisenspiegel wieder anstiegen,nachdem zufriedenstellende Körpereisenspiegel erreicht wurden. Deshalb kann eine erneute
Behandlung nicht empfohlen werden.
Besondere PatientenpopulationenDie Dosierungsempfehlungen für ältere Patienten entsprechen den oben beschriebenen. In klinischen
Studien erlitten ältere Patienten häufiger Nebenwirkungen als jüngere Patienten (insbesondere
Diarrhö) und sollten hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen, die eventuell eine
Dosisanpassung erforderlich machen, engmaschig kontrolliert werden.
NierenfunktionsstörungDeferasirox wurde bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen nicht untersucht und ist bei Patientenmit einer Kreatininclearance <60 ml/min kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).
LeberfunktionsstörungDeferasirox wird bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) nichtempfohlen. Bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B) sollte die
Dosis deutlich reduziert werden, gefolgt von einer schrittweisen Erhöhung bis zu einer Grenze von50 % der empfohlenen Behandlungsdosis für Patienten mit normaler Leberfunktion (siehe Abschnitte4.4 und 5.2), und Deferasirox muss bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Die
Leberfunktion sollte bei allen Patienten vor Behandlungsbeginn, während des ersten Monats alle 2
Wochen und danach monatlich bestimmt werden (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheTransfusionsbedingte Eisenüberladung:
Die Dosierungsempfehlungen für pädiatrische Patienten im Alter von 2 bis 17 Jahren mittransfusionsbedingter Eisenüberladung entsprechen denen für Erwachsene (siehe Abschnitt 4.2). Eswird empfohlen, das Serumferritin monatlich zu bestimmen, um das Ansprechen des Patienten auf die
Therapie festzustellen und das Risiko einer Überchelierung zu minimieren (siehe Abschnitt 4.4).
Änderungen des Körpergewichts der pädiatrischen Patienten im Laufe der Zeit müssen bei der
Dosisberechnung in Betracht gezogen werden.
Bei Kindern mit transfusionsbedingter Eisenüberladung im Alter zwischen 2 und 5 Jahren ist die
Bioverfügbarkeit geringer als bei Erwachsenen (siehe Abschnitt 5.2). Bei dieser Altersgruppe könnendaher höhere Dosen als bei Erwachsenen erforderlich sein. Trotzdem sollte die Initialdosis die gleichesein wie bei Erwachsenen, gefolgt von individueller Dosisanpassung.
Nicht-transfusionsbedingte Thalassämie-Syndrome:
Bei pädiatrischen Patienten mit nicht-transfusionsbedingten Thalassämie-Syndromen sollte die
Dosierung von Deferasirox Filmtabletten 7 mg/kg nicht überschreiten. Bei diesen Patienten ist eineengmaschige Überwachung von LIC und Serumferritin erforderlich, um eine Überchelierung zuvermeiden (siehe Abschnitt 4.4). Zusätzlich zu den monatlichen Serumferritin-Bestimmungen sollte
LIC alle drei Monate bei diesen Patienten überwacht werden, wenn der Serumferritinspiegel ≤ 800 µlist.
Kinder von der Geburt bis zu einem Alter von 23 Monaten:
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Deferasirox bei Kindern von der Geburt bis zu einem Alter von23 Monaten ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Filmtabletten sollen im Ganzen mit etwas Wasser geschluckt werden. Für Patienten, die Tablettennicht im Ganzen schlucken können, können die Filmtabletten zerkleinert und die gesamte Dosis aufweiche Speisen gestreut, z. B. Joghurt oder Apfelmus (pürierte Äpfel), gegeben werden. Die Dosissollte sofort und komplett eingenommen und nicht für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden.
Die Filmtabletten sollten einmal täglich, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit, eingenommenwerden und können auf nüchternen Magen oder mit einer leichten Mahlzeit eingenommen werden(siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Kombination mit anderen Eisenchelat-Therapien, da die Sicherheit solcher Kombinationen nichtbelegt ist (siehe Abschnitt 4.5).
Patienten mit einer Kreatininclearance < 60 ml/min.
Nierenfunktion
Deferasirox wurde nur bei Patienten untersucht, deren Ausgangswert des Serumkreatininspiegelsinnerhalb des altersentsprechenden Normalbereichs lag.
Während der klinischen Studien traten bei etwa 36 % der Patienten Erhöhungen des Serumkreatininsvon > 33 % bei ≥ 2 aufeinander folgenden Bestimmungen auf. Sie lagen manchmal über dem oberen
Normalwert. Diese Erhöhungen waren dosisabhängig. Bei etwa zwei Drittel der Patienten mit einem
Anstieg des Serumkreatinins fiel der Spiegel ohne Dosisanpassung wieder unter den Wert von 33 %.
Beim verbleibenden Drittel sprach der erhöhte Serumkreatininspiegel nicht immer auf eine
Dosisreduktion oder eine Unterbrechung der Behandlung an. In manchen Fällen wurde nach einer
Dosisreduktion nur eine Stabilisierung der Serumkreatininwerte beobachtet. Bei der Anwendung von
Deferasirox nach Markteinführung wurden Fälle von akutem Nierenversagen berichtet (siehe
Abschnitt 4.8). In einigen nach der Markteinführung berichteten Fällen führte die Verschlechterungder Nierenfunktion zu einem Nierenversagen mit der Notwendigkeit einer vorübergehenden oderandauernden Dialyse.
Die Gründe für die Anstiege des Serumkreatinins sind noch nicht geklärt. Besondere Aufmerksamkeitsollte daher auf die Überwachung des Serumkreatininspiegels gelegt werden bei Patienten, diegleichzeitig Arzneimittel erhalten, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können, und bei Patienten,die hohe Dosen von Deferasirox und/oder niedrige Transfusionsraten (< 7 ml/kg/Monat
Erythrozytenkonzentrat oder < 2 Einheiten/Monat für einen Erwachsenen) erhalten. Obwohl inklinischen Studien kein Anstieg der renalen unerwünschten Ereignisse nach einer Steigerung der
Dosierung von Deferasirox Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen über30 mg/kg beobachtet wurde, kann ein erhöhtes Risiko für renale unerwünschte Ereignisse bei
Filmtabletten bei Dosierungen über 21 mg/kg nicht ausgeschlossen werden.
Es wird empfohlen, den Serumkreatininspiegel vor Beginn der Therapie zweifach zu bestimmen. Der
Serumkreatininspiegel, die Kreatininclearance (bestimmt mittels der Cockcroft-Gault- oder der
MDRD-Formel bei Erwachsenen und mittels der Schwartz-Formel bei Kindern) und/oder die Plasma-
Cystatin-C-Spiegel sollten vor Therapiebeginn, während des ersten Monats nach Beginn odernach einer Änderung der Therapie mit Deferasirox (einschließlich Wechsel der
Darreichungsform) wöchentlich und danach monatlich überprüft werden. Patienten mitvorbestehenden Nierenschäden und Patienten, die Arzneimittel erhalten, die die Nierenfunktionbeeinträchtigen, können ein erhöhtes Risiko für Komplikationen haben. Bei Patienten, bei denen
Diarrhö oder Erbrechen auftritt, ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.
Es gab Berichte über das Auftreten von metabolischer Azidose während der Behandlung mit
Deferasirox nach Markteinführung. Die Mehrzahl dieser Patienten hatte eine eingeschränkte
Nierenfunktion, Nierentubulopathie (Fanconi-Syndrom) oder Durchfall, oder Erkrankungen, die miteinem Säure-Base-Ungleichgewicht als Komplikation einhergehen. Das Säure-Base-Gleichgewichtsollte, wenn klinisch angezeigt, bei diesen Patienten überwacht werden. Eine Unterbrechung der
Behandlung mit Deferasirox sollte für Patienten, die eine metabolische Azidose entwickeln, in
Betracht gezogen werden.
Fälle von schweren Formen der Nierentubulopathie (wie etwa das Fanconi-Syndrom) und
Nierenversagen einhergehend mit Bewusstseinsveränderungen im Rahmen einerhyperammonämischen Enzephalopathie wurden bei mit Deferasirox behandelten Patienten -hauptsächlich bei Kindern - nach der Markteinführung berichtet. Es wird empfohlen, bei Patienten,die während der Deferasirox-Behandlung ungeklärte Veränderungen des mentalen Zustandsentwickeln, eine hyperammonämische Enzephalopathie in Betracht zu ziehen und die Ammoniakwertezu bestimmen.
Tabelle 3 Dosisanpassung und Unterbrechung der Therapie aufgrund der Überprüfung der
Nierenfunktion
Serumkreatinin Kreatininclearance
Vor Therapiebeginn Zweimalig (2x) und Einmalig (1x)
Kontraindiziert <60 ml/min
Überprüfung
- Im ersten Monat Wöchentlich und Wöchentlichnach Therapiebeginnoder nach
Dosisanpassung(einschließlich
Wechsel der
Darreichungsform)
- Danach Monatlich und Monatlich
Reduktion der täglichen Dosis um 7 mg/kg/Tag (Darreichungsform Filmtablette),falls folgende Nierenwerte bei zwei aufeinanderfolgenden Visiten beobachtet werden und nichtauf andere Ursachen zurückgeführt werden können
Erwachsene Patienten >33 % über dem und Verminderung<LLN*
Durchschnittswert vor (<90 ml/min)
BehandlungsbeginnPädiatrische Patienten > altersgerechter ULN** und/oder Verminderung <LLN*(<90 ml/min)
Nach Dosisreduktion ist die Behandlung zu unterbrechen, falls
Erwachsene und Wert bleibt >33 % über und/oder Verminderung <LLN*pädiatrische Patienten dem Durchschnittswert vor (<90 ml/min)
Behandlungsbeginn*LLN: unterer Wert des Normbereichs (lower limit of the normal range)
**ULN: oberer Wert des Normbereichs (upper limit of the normal range)
Na ch einer Unterbrechung kann die Behandlung in Abhängigkeit von den individuellen klinischen
Umständen wieder aufgenommen werden.
Eine Dosisreduktion oder eine Unterbrechung der Behandlung kann auch beim Auftreten vonabnormen Werten der tubulären Marker und/oder soweit klinisch angezeigt in Erwägung gezogenwerden:
* Proteinurie (Untersuchungen sollten vor Therapiebeginn und danach monatlich durchgeführtwerden)
* Glukosurie bei nicht-diabetischen Patienten und erniedrigte Serumspiegel von Kalium,
Phosphat, Magnesium oder Harnsäure, Phosphaturie, Aminoazidurie (bei Bedarf überwachen).
* Über eine renale Tubulopathie wurde vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen mit
Beta-Thalassämie berichtet, die mit Deferasirox behandelt wurden.
Patienten sollten an einen Nierenspezialisten überwiesen werden und weitere spezielle
Untersuchungen (wie z. B. Nierenbiopsie) können in Erwägung gezogen werden, falls trotz
Dosisreduktion und Unterbrechung der Behandlung folgende Ereignisse auftreten:
* Serumkreatinin bleibt signifikant erhöht und
* dauerhaft abnorme Werte eines anderen Markers der Nierenfunktion (z. B. Proteinurie, Fanconi-
Syndrom).
LeberfunktionBei Patienten, die mit Deferasirox behandelt wurden, wurden erhöhte Leberwerte beobachtet. Nachder Markteinführung wurden bei Patienten, die mit Deferasirox behandelt wurden, Fälle von
Leberversagen, einige mit tödlichem Ausgang, berichtet. Schwere Formen einhergehend mit
Bewusstseinsveränderungen im Rahmen einer hyperammonämischen Enzephalopathie können bei mit
Deferasirox behandelten Patienten, insbesondere bei Kindern, auftreten. Es wird empfohlen, bei
Patienten, die während der Deferasirox-Behandlung ungeklärte Veränderungen des mentalen Zustandsentwickeln, eine hyperammonämische Enzephalopathie in Betracht zu ziehen und die Ammoniakwertezu bestimmen. Bei Patienten, die unter einem Flüssigkeitsverlust (wie Durchfall oder Erbrechen)leiden, insbesondere bei akut erkrankten Kindern, sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhrgeachtet werden. Die meisten Berichte von Leberversagen betrafen Patienten mit schweren
Begleiterkrankungen, einschließlich vorbestehenden chronischen Lebererkrankungen (einschließlich
Leberzirrhose und Hepatitis C) und Multiorganversagen. Die Rolle von Deferasirox als einmitwirkender oder verstärkender Faktor kann nicht ausgeschlossen werden (siehe Abschnitt 4.8).
Es wird empfohlen, Serumtransaminasen, Bilirubin und alkalische Phosphatase vor
Behandlungsbeginn, alle 2 Wochen innerhalb des ersten Monats und danach monatlich zu überprüfen.
Tritt ein anhaltender und progressiver Anstieg der Serumtransaminasen auf, der sich nicht auf andere
Ursachen zurückführen lässt, sollte die Behandlung mit Deferasirox unterbrochen werden. Nachdemdie Ursache der pathologischen Werte der Leberfunktionstests geklärt ist oder nach deren
Normalisierung, kann eine vorsichtige Wiederaufnahme der Behandlung mit einer niedrigeren Dosis,gefolgt von einer allmählichen Dosissteigerung, in Erwägung gezogen werden.
Deferasirox wird bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen nicht empfohlen (Child-Pugh-
Klasse C) (siehe Abschnitt 5.2).
Tabelle 4 Zusammenfassung des empfohlenen Sicherheits-Monitorings
Untersuchung Häufigkeit
Serumkreatinin Vor Beginn der Therapie zweifach.
Wöchentlich während des ersten
Behandlungsmonats oder nach
Dosisänderung (einschließlich Wechselder Darreichungsform).
Danach monatlich.
Kreatininclearance und/oder Plasma- Vor Beginn der Therapie.
Cystatin-C Wöchentlich während des ersten
Behandlungsmonats oder nach
Dosisänderung (einschließlich Wechselder Darreichungsform).
Danach monatlich.
Proteinurie Vor Beginn der Therapie.
Danach monatlich
Andere Marker der renalen Bei Bedarf.
Tubulusfunktion (wie z. B. Glukosuriebei nicht-diabetischen Patienten,erniedrigte Serumspiegel von Kalium,
Phosphat, Magnesium oder Harnsäure,
Phosphaturie, Aminoazidurie)
Serumtransaminasen, Bilirubin, Vor Behandlungsbeginn.
alkalische Phosphatase Alle 2 Wochen während des ersten
Behandlungsmonats.
Danach monatlich.
Hörtest und augenärztliche Vor Behandlungsbeginn.
Untersuchung Danach jährlich.
Körpergewicht, Größe und sexuelle Vor Beginn der Therapie.
Entwicklung Jährlich bei pädiatrischen Patienten.
Bei Patienten mit einer geringen Lebenserwartung (z. B. myelodysplastisches Syndrom der Hoch-
Risikogruppe), insbesondere wenn Begleiterkrankungen das Risiko von unerwünschten Ereignissenerhöhen könnten, kann der Nutzen von Deferasirox eingeschränkt und geringer sein als die Risiken.
Deshalb wird die Behandlung dieser Patienten mit Deferasirox nicht empfohlen.
Wegen des häufigeren Auftretens von Nebenwirkungen (insbesondere Diarrhö) ist bei älteren
Patienten erhöhte Vorsicht geboten.
Daten von Kindern mit nicht-transfusionsabhängiger Thalassämie sind sehr begrenzt (siehe
Abschnitt 5.1). Als Folge davon, sollte eine Therapie mit Deferasirox engmaschig überwacht werden,um Nebenwirkungen zu erfassen und die Eisenbeladung in der pädiatrischen Population zubeobachten. Bevor Kinder mit schwerer Eisenüberladung mit nicht-transfusionsabhängiger
Thalassämie mit Deferasirox behandelt werden, sollte der Arzt zusätzlich beachten, dass die
Konsequenzen der Langzeitbehandlung in diesen Patienten bisher nicht bekannt sind.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsBei Patienten, einschließlich Kindern und Jugendlichen, die Deferasirox erhielten, wurden
Ulzerationen und Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt berichtet. Bei einigen Patienten wurdenmultiple Ulzera beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Es gab Berichte von Ulzera mit einhergehender
Magen-Darm-Perforation. Es liegen ebenfalls Berichte über gastrointestinale Hämorrhagien mitletalem Ausgang vor, vor allem bei älteren Patienten mit hämatologischen malignen Erkrankungenund/oder niedriger Thrombozytenzahl. Ärzte und Patienten sollten aufmerksam auf Anzeichen und
Symptome von gastrointestinalen Ulzera und Blutungen während einer Behandlung mit Deferasiroxachten. Im Falle von gastrointestinalen Ulzera oder Blutungen, sollte Deferasirox abgesetzt werdenund es muss umgehend eine zusätzliche Untersuchung und Behandlung eingeleitet werden. Vorsichtist geboten bei Patienten, die Deferasirox zusammen mit Substanzen, die ein bekanntes ulzerogenes
Potenzial besitzen, einnehmen, wie z. B. NSAIDs, Kortikosteroide oder orale Bisphosphonate, sowiebei Patienten, die Antikoagulantien erhalten, und bei Patienten mit einer Thrombozytenzahl unter50.000/mm³ (50 x 109/l) (siehe Abschnitt 4.5).
Erkrankungen der HautUnter der Behandlung mit Deferasirox können Hautausschläge auftreten. Die Ausschläge bilden sichin den meisten Fällen spontan zurück. Wenn eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich ist, kanneine erneute Behandlung nach Rückbildung der Hautausschläge mit einer niedrigeren Dosis, gefolgtvon einer allmählichen Dosissteigerung, in Erwägung gezogen werden. In schweren Fällen kann die
Wiederaufnahme der Behandlung mit einer kurzzeitigen Gabe oraler Steroide kombiniert werden. Eswurden schwere kutane Nebenwirkungen (severe cutaneous adverse reactions, SCARs),einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und
Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (drug reaction witheosinophilia and systemic symptoms, DRESS), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können,berichtet. Falls der Verdacht auf eine SCAR besteht, sollte Deferasirox sofort abgesetzt und die
Behandlung nicht wieder aufgenommen werden. Bei der Verschreibung sollten Patienten über
Anzeichen und Symptome schwerer Hautreaktionen informiert werden und sie sollten engmaschigüberwacht werden.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenEs wurden Fälle von schweren Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Anaphylaxie und Angioödem)berichtet bei Patienten, die Deferasirox angewendet haben. Dabei traten die Reaktionen in der
Mehrzahl der Fälle innerhalb des ersten Monats der Behandlung auf (siehe Abschnitt 4.8). Wennsolche Reaktionen auftreten, sollte Deferasirox Accord abgesetzt und eine angemessene medizinische
Behandlung eingeleitet werden. Die Behandlung mit Deferasirox sollte bei Patienten, bei denen eine
Überempfindlichkeitsreaktion aufgetreten ist, wegen des Risikos eines anaphylaktischen Schocksnicht wieder aufgenommen werden (siehe Abschnitt 4.3).
Seh- und Hörvermögen
Hörstörungen (vermindertes Hörvermögen) und Sehstörungen (Linsentrübungen) wurden berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Ein Hörtest und eine augenärztliche Untersuchung (einschließlich Spiegelungdes Augenhintergrunds) werden vor Einleitung der Behandlung und danach in regelmäßigen
Abständen (alle 12 Monate) empfohlen. Beim Auftreten von Störungen während der Behandlung kanneine Dosisreduktion oder eine Unterbrechung der Behandlung erwogen werden.
Erkrankungen des Blutes
Es gibt Berichte nach der Markteinführung über das Auftreten von Leukopenien, Thrombozytopenienoder Panzytopenien (bzw. einer Verschlechterung dieser Zytopenien) und von verschlimmerten
Anämien bei Patienten, die mit Deferasirox behandelt wurden. Die meisten dieser Patienten hattenvorbestehende hämatologische Erkrankungen, die häufig mit einem Knochenmarksversageneinhergehen. Allerdings kann eine mitverursachende oder verstärkende Rolle nicht ausgeschlossenwerden. Bei Patienten, die eine ungeklärte Zytopenie entwickeln, sollte eine Unterbrechung der
Behandlung erwogen werden.
Andere Hinweise
Es wird eine monatliche Bestimmung des Serumferritins empfohlen, um das Ansprechen des Patientenauf die Therapie festzustellen und eine Überchelierung zu verhindern (siehe Abschnitt 4.2). Eine
Dosisreduktion oder eine engmaschige Überwachung der Nieren- und Leberfunktion und der
Serumferritinspiegel in Behandlungsphasen mit hohen Dosen, und wenn der Serumferritinspiegel naheam Zielbereich liegt, wird empfohlen. Wenn das Serumferritin dauerhaft unter 500 µg/l (beitransfusionsbedingter Eisenüberladung) oder unter 300 µg/l (bei nicht-transfusionsabhängigen
Thalassämie-Syndromen) fällt, sollte eine Unterbrechung der Behandlung in Erwägung gezogenwerden.
Die Ergebnisse der Bestimmungen von Serumkreatinin, Serumferritin und Serumtransaminasensollten festgehalten und regelmäßig auf Trends untersucht werden.
In zwei klinischen Studien wurden Wachstum und sexuelle Entwicklung von pädiatrischen Patienten,die bis zu 5 Jahre mit Deferasirox behandelt wurden, nicht beeinflusst (siehe Abschnitt 4.8). Jedochsollten als allgemeine Vorsichtsmaßnahme bei der Behandlung von pädiatrischen Patienten mittransfusionsbedingter Eisenüberladung Körpergewicht, Größe und sexuelle Entwicklung vor Beginnder Therapie und in regelmäßigen Abständen (alle 12 Monate) überprüft werden.
Kardiale Dysfunktion ist eine bekannte Komplikation der schweren Eisenüberladung. Die kardiale
Funktion sollte bei Patienten mit schwerer Eisenüberladung während einer Langzeitbehandlung mit
Deferasirox überprüft werden.
Sonstige BestandteileDeferasirox Accord enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.
Deferasirox Accord enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist nahezu'natriumfrei“.
Deferasirox Accord enthält Rizinusöl. Dieses Arzneimittel kann Magenverstimmungen und Durchfallhervorrufen.
Die Sicherheit von Deferasirox in Kombination mit anderen Eisenchelatoren ist nicht belegt. Deshalbdarf es nicht mit anderen Eisenchelat-Therapien kombiniert werden (siehe Abschnitt 4.3).
Wechselwirkungen mit NahrungsmittelnDie Cmax von Deferasirox-Filmtabletten war bei Einnahme mit einer fettreichen Mahlzeit (um 29 %)erhöht. Deferasirox Filmtabletten können entweder auf nüchternen Magen oder mit einer leichten
Mahlzeit eingenommen werden, vorzugsweise immer zur gleichen Tageszeit (siehe Abschnitte 4.2 und5.2).
Wirkstoffe, die die systemische Bioverfügbarkeit von Deferasirox verringern können
Der Metabolismus von Deferasirox ist abhängig von UGT-Enzymen. In einer Studie an gesunden
Probanden resultierte die gleichzeitige Gabe von Deferasirox (Einzeldosis von 30 mg/kg als
Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) und dem starken
UGT-Induktor Rifampicin (wiederholte Gabe von 600 mg/Tag) in einem Abfall der Deferasirox-
Verfügbarkeit um 44 % (90 %-KI: 37 % bis 51 %). Daher kann die gleichzeitige Anwendung von
Deferasirox mit starken UGT-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbitaloder Ritonavir) zu einer Verminderung der Wirksamkeit von Deferasirox führen. Das Serumferritindes Patienten sollte während und nach der Kombination überprüft und die Dosis von Deferasirox bei
Bedarf angepasst werden.
In einer mechanistischen Studie zur Bestimmung des Anteils der enterohepatischen Wiederaufnahmeverringerte Colestyramin signifikant die Bioverfügbarkeit von Deferasirox (siehe Abschnitt 5.2).
Wechselwirkungen mit Midazolam und anderen Wirkstoffen, die über CYP3A4 metabolisiert werden
In einer Studie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Deferasirox-Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen und Midazolam (ein CYP3A4-Untersuchungssubstrat)zu einer Abnahme der Exposition von Midazolam um 17 % (90 %-KI: 8 % bis 26 %). Klinisch kanndieser Effekt möglicherweise stärker ausgeprägt sein. Daher ist wegen einer möglichen Abnahme der
Wirksamkeit Vorsicht geboten, wenn Deferasirox mit Substanzen kombiniert wird, die durch CYP3A4metabolisiert werden (z. B. Ciclosporin, Simvastatin, hormonelle Kontrazeptiva, Bepridil, Ergotamin).
Wechselwirkungen mit Repaglinid und anderen Wirkstoffen, die über CYP2C8 metabolisiert werden
In einer Studie an gesunden Probanden wurden durch die gleichzeitige Gabe von Deferasirox alseinem gemäßigten CYP2C8-Inhibitor (täglich 30 mg/kg als Darreichungsform Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) mit Repaglinid, einem CYP2C8-Substrat, gegeben als
Einzeldosis von 0,5 mg, die AUC von Repaglinid um das 2,3-Fache (90 %-KI [2,03-2,63]) bzw. die
Cmax um das 1,6-Fache (90 %-KI [1,42-1,84]) erhöht. Da die Wechselwirkung nicht mit höheren
Dosen als 0,5 mg für Repaglinid ermittelt wurde, sollte die gleichzeitige Anwendung von Deferasiroxmit Repaglinid vermieden werden. Wenn die Kombination notwendig zu sein scheint, sollten einsorgfältiges klinisches Monitoring und die Überwachung der Glukosespiegel durchgeführt werden(siehe Abschnitt 4.4). Eine Wechselwirkung zwischen Deferasirox und anderen CYP2C8-Substratenwie Paclitaxel kann nicht ausgeschlossen werden.
Wechselwirkungen mit Theophyllin und anderen Wirkstoffen, die über CYP1A2 metabolisiert werden
In einer Studie an gesunden Probanden führte die gleichzeitige Gabe von Deferasirox als ein
CYP1A2- Inhibitor (wiederholte Gabe von 30 mg/kg/Tag als Darreichungsform Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) und dem CYP1A2-Substrat Theophyllin (Einzeldosisvon 120 mg) zu einem Anstieg der AUC von Theophyllin um 84 % (90 %-KI: 73 % bis 95 %). Die
Cmax war nach einer Einzeldosis nicht beeinträchtigt, allerdings wird erwartet, dass ein Anstieg der
Cmax von Theophyllin bei dauerhafter Gabe eintritt. Daher wird die gleichzeitige Anwendung von
Deferasirox mit Theophyllin nicht empfohlen. Falls Deferasirox und Theophyllin gleichzeitigangewendet werden, sollten die Überwachung der Theophyllin-Konzentration und eine
Dosisreduktion von Theophyllin in Betracht gezogen werden. Eine Wechselwirkung zwischen
Deferasirox und anderen CYP1A2-Substraten kann nicht ausgeschlossen werden. Für Substanzen, diehauptsächlich durch CYP1A2 metabolisiert werden und einen engen therapeutischen Index besitzen(z. B. Clozapin, Tizanidin), gelten die gleichen Empfehlungen wie für Theophyllin.
Weitere Informationen
Die gleichzeitige Gabe von Deferasirox und aluminiumhaltigen Antazida wurde nicht systematischuntersucht. Obwohl Deferasirox eine geringere Affinität zu Aluminium hat als zu Eisen, wird nichtempfohlen, Deferasirox-Tabletten zusammen mit aluminiumhaltigen Antazida einzunehmen.
Die gleichzeitige Anwendung von Deferasirox und Substanzen mit bekanntem ulzerogenem Potenzial,wie NSAIDs (einschließlich Acetylsalicylsäure in hohen Dosen), Kortikosteroiden oder oralen
Bisphosphonaten, kann das Risiko einer gastrointestinalen Toxizität erhöhen (siehe Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Anwendung von Deferasirox und Antikoagulantien kann auch das gastrointestinale
Blutungsrisiko erhöhen. Es ist eine engmaschige klinische Überwachung erforderlich, wenn
Deferasirox mit diesen Substanzen kombiniert wird.
Die gleichzeitige Gabe von Deferasirox und Busulfan ergab eine erhöhte Busulfan-Exposition (AUC),jedoch ist der Mechanismus dieser Wechselwirkung unklar. Falls möglich, sollte die Pharmakokinetik(AUC, Clearance) einer Busulfan-Testdosis ermittelt werden, um eine Dosisanpassung zuermöglichen.
Für Deferasirox liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere vor. Tierexperimentelle
Studien haben eine Reproduktionstoxizität bei maternaltoxischen Dosen gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Zur Vorsicht wird empfohlen, Deferasirox Accord während der Schwangerschaft nicht zu verwenden,es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Deferasirox Accord kann die Wirksamkeit von hormonalen Kontrazeptiva herabsetzen (siehe
Abschnitt 4.5). Frauen im gebährfähigen Alter, die mit Deferasirox Accord behandelt werden, wirdempfohlen, zusätzliche oder alternative nicht-hormonale Methoden der Schwangerschaftsverhütunganzuwenden.
StillzeitIn Tierstudien ist Deferasirox rasch und in erheblichem Ausmaß in die Muttermilch übergetreten. Eswurden keine Auswirkungen auf die Nachkommen beobachtet. Es ist nicht bekannt, ob Deferasiroxbeim Menschen in die Muttermilch übertritt.
Während der Einnahme von Deferasirox Accord wird empfohlen, nicht zu stillen.
FertilitätBeim Menschen sind keine Fertilitätsdaten vorhanden. Bei Tieren wurden keine schädlichen
Auswirkungen auf die männliche oder weibliche Fertilität beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).
Deferasirox Accord hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen. Patienten mit Schwindel, der gelegentlich als Nebenwirkung auftritt, solltenvorsichtig sein, wenn sie am Verkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen (siehe Abschnitt 4.8).
Als häufigste Nebenwirkungen während der Langzeitbehandlung von Erwachsenen und pädiatrischen
Patienten in klinischen Studien, die mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum
Einnehmen durchgeführt wurden, wurden gastrointestinale Beschwerden (hauptsächlich Übelkeit,
Erbrechen, Diarrhö oder Bauchschmerzen) und Hautausschlag beobachtet. Diarrhö wird bei Kindernim Alter von 2 bis 5 Jahren und bei älteren Patienten häufiger berichtet. Diese Reaktionen sinddosisabhängig, meist leicht bis mittelschwer ausgeprägt, im Allgemeinen vorübergehend und bildensich auch unter fortdauernder Behandlung meistens zurück.
In den klinischen Studien traten dosisabhängige Erhöhungen des Serumkreatininspiegels bei etwa36 % der Patienten auf, wobei diese meistens innerhalb des Normalwerts lagen. Abnahmen dermittleren Kreatinin-Clearance-Werte wurden bei erwachsenen und pädiatrischen Beta-Thalassämie-
Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung während des ersten Behandlungsjahresbeobachtet. Es gibt jedoch Hinweise, dass es zu keinen weiteren Abnahmen in den darauffolgenden
Behandlungsjahren kommt. Erhöhungen der Lebertransaminasen wurden berichtet. Es wirdempfohlen, das Sicherheits-Monitoring von Nieren- und Leberwerten einzuplanen. Hörstörungen(vermindertes Hörvermögen) und Sehstörungen (Linsentrübungen) treten gelegentlich auf undjährliche Untersuchungen werden ebenfalls empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs), einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxischerepidermaler Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen
Symptomen (DRESS), wurden im Zusammenhang mit der Einnahme von Deferasirox berichtet (siehe
Abschnitt 4.4).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind gemäß den folgenden Kategorien aufgelistet: Sehr häufig (≥1/10); häufig(≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten (≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten(<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben.
Tabelle 5: Nebenwirkungen
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsNicht bekannt: Panzytopenie1, Thrombozytopenie1, verschlimmerte
Anämie1, Neutropenie1
Erkrankungen des ImmunsystemsNicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlichanaphylaktischer Reaktionen und Angioödem)1
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenNicht bekannt: Metabolische Azidose1
Psychiatrische ErkrankungenGelegentlich: Angstzustände, Schlafstörungen
Erkrankungen des NervensystemsHäufig: Kopfschmerz
Gelegentlich: Schwindel
AugenerkrankungenGelegentlich: Katarakt, Makulopathie
Selten: Entzündung des
Sehnervs
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich: Taubheit
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsGelegentlich: Laryngeale Schmerzen
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsHäufig: Diarrhö, Obstipation, Erbrechen, Übelkeit,
Bauchschmerzen, Blähungen, Dyspepsie
Gelegentlich: Gastrointestinale Blutungen, Magenulkus (einschließlichmultipler Ulzera), Zwölffingerdarmgeschwür, Gastritis
Selten: Ösophagitis
Nicht bekannt: Gastrointestinale Perforation1, akute Pankreatitis1
Leber- und GallenerkrankungenHäufig: Erhöhte Transaminasen
Gelegentlich: Hepatitis, Cholelithiasis
Nicht bekannt: Leberversagen1,2
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesHäufig: Hautausschlag, Juckreiz
Gelegentlich: Pigmentierungsstörungen
Selten: Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen
Symptomen (DRESS)
Nicht bekannt: Stevens-Johnson-Syndrom1, Hypersensitivitätsvaskulitis1,
Urtikaria1, Erythema multiforme1, Alopezie1, toxischeepidermale Nekrolyse (TEN)1
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeSehr häufig: Erhöhtes Serumkreatinin
Häufig: Proteinurie
Gelegentlich: Renal-tubuläre Störung2 (erworbenes Fanconi-Syndrom),
Glukosurie
Nicht bekannt: Akutes Nierenversagen1,2, tubulointerstitielle Nephritis1,
Nephrolithiasis1, renale tubuläre Nekrose1
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortGelegentlich: Fieber, Ödeme, Müdigkeit1 Nebenwirkungen, die bei der Anwendung nach der Markteinführung berichtet wurden. Siestammen aus der Spontanerfassung, bei der es nicht immer möglich ist, verlässliche
Häufigkeiten anzugeben oder einen kausalen Zusammenhang mit der Anwendung des
Arzneimittels herzustellen.
2 Schwere Formen einhergehend mit Bewusstseinsveränderungen im Rahmen einerhyperammonämischen Enzephalopathie wurden berichtet.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenGallensteine und damit verbundene Gallenerkrankungen wurden bei etwa 2 % der Patienten berichtet.
Ein Anstieg der Lebertransaminasen wurde als Nebenwirkung bei 2 % der Patienten berichtet. Eineauf Hepatitis hinweisende Transaminasenerhöhung auf mehr als den 10-fachen oberen Normalwert istgelegentlich (0,3 %) aufgetreten. Bei der Anwendung nach der Markteinführung wurde unter der
Therapie mit Deferasirox von Leberversagen, manchmal mit tödlichem Ausgang, berichtet (siehe
Abschnitt 4.4). Nach Markteinführung gab es Berichte über das Auftreten von metabolischer Azidose.
Die Mehrzahl dieser Patienten hatte eine eingeschränkte Nierenfunktion, Nierentubulopathie(Fanconi-Syndrom) oder Durchfall, oder Erkrankungen, die mit einem Säure-Base-Ungleichgewichtals Komplikation einhergehen (siehe Abschnitt 4.4). Es wurden Fälle von schwerer akuter Pankreatitisohne dokumentierten zugrundeliegenden Zustand der Galle beobachtet. Wie bei anderen Eisenchelat-
Therapien gab es auch unter der Behandlung mit Deferasirox gelegentlich Berichte über einen
Hörverlust im hohen Frequenzbereich und Linsentrübung (frühe Katarakte) (siehe Abschnitt 4.4).
Kreatinin-Clearance bei transfusionsbedingter Eisenüberladung
In einer retrospektiven Meta-Analyse von 2.102 erwachsenen und pädiatrischen Beta-Thalassämie-
Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung, die in zwei randomisierten klinischen Studienund vier offenen Studien mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmenbis zu einer Dauer von fünf Jahren behandelt wurden, wurde während des ersten Behandlungsjahreseine mittlere Abnahme der Kreatinin-Clearance von 13,2 % (95 %-KI: -14,4 % bis -12,1 %; n=935)bei erwachsenen Patienten und 9,9 % (95 %-KI: -11,1 % bis -8,6 %; n=1,142) bei pädiatrischen
Patienten beobachtet. Bei 250 Patienten, die bis zu fünf Jahre lang nachbeobachtet wurden, wurdekeine weitere Abnahme der mittleren Kreatinin-Clearance-Werte beobachtet.
Klinische Studien bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen
In einer einjährigen Studie bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromenund Eisenüberladung (Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen miteiner Dosierung von 10 mg/kg/Tag) waren Diarrhö (9,1 %), Hautausschlag (9,1 %) und Übelkeit(7,3 %) die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse, die in Zusammenhang mit der
Studienmedikation stehen. Abnorme Werte des Serumkreatinins und der Kreatinin-Clearance wurdenbei 5,5 % bzw. 1,8 % der Patienten berichtet. Erhöhungen der Lebertransaminasen um mehr als das2-Fache gegenüber dem Ausgangswert und um das 5-Fache über dem Normalwert wurden bei 1,8 %der Patienten berichtet.
Kinder und JugendlicheIn zwei klinischen Studien wurden Wachstum und sexuelle Entwicklung von pädiatrischen Patienten,die bis zu 5 Jahre mit Deferasirox behandelt wurden, nicht beeinflusst (siehe Abschnitt 4.4).
Diarrhö wird bei pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 5 Jahren häufiger berichtet als bei älteren
Patienten.
Eine renale Tubulopathie wurde hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen mit einer Beta-
Thalassämie berichtet, die mit Deferasirox behandelt wurden. Berichten nach der Markteinführungzufolge trat die Mehrzahl der Fälle von metabolischer Azidose bei Kindern im Zusammenhang miteinem Fanconi-Syndrom auf.
Akute Pankreatitis wurde insbesondere bei Kindern und Jugendlichen berichtet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Frühe Anzeichen einer akuten Überdosierung sind gastrointestinale Symptome wie Bauchschmerzen,
Diarrhö, Übelkeit und Erbrechen. Es wurden Leber- und Nierenfunktionsstörungen berichtet,einschließlich Fälle von erhöhten Leberenzym- und Kreatininwerten, die sich nach
Behandlungsabbruch wieder normalisierten. Eine fälschlicherweise verabreichte Einzeldosis von90 mg/kg führte zum Fanconi-Syndrom, das sich nach der Behandlung auflöste.
Es gibt kein spezifisches Antidot zu Deferasirox. Für die Behandlung einer Überdosierung sind
Standardmaßnahmen und, soweit medizinisch sinnvoll, eine symptomatische Behandlung angezeigt.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Eisen-Chelatbildner, ATC-Code: V03AC03
WirkmechanismusDeferasirox ist ein oral wirksamer Chelator mit hoher Selektivität für dreiwertiges Eisen. Es handeltsich um einen dreiarmigen Liganden, der mit hoher Affinität Eisen im Verhältnis 2:1 bindet.
Deferasirox fördert die Ausscheidung von Eisen, vorwiegend über die Fäzes. Deferasirox hat einegeringe Affinität zu Zink und Kupfer und verursacht keine dauerhaft niedrigen Serumspiegel dieser
Metalle.
Pharmakodynamische WirkungenIn einer Studie zum Metabolismus des Eisengleichgewichts bei erwachsenen Thalassämie-Patientenmit Eisenüberladung bewirkte Deferasirox in täglichen Dosen von 10, 20 und 40 mg/kg (als
Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) eine
Nettoausscheidung von 0,119, 0,329 und 0,445 mg Fe/kg Körpergewicht/Tag.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitKlinische Studien zur Wirksamkeit wurden mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer
Suspension zum Einnehmen durchgeführt.
Deferasirox wurde bei 411 erwachsenen Patienten (Alter ≥ 16 Jahre) und 292 pädiatrischen Patienten(2 bis < 16 Jahre) mit Eisenüberladung auf Grund von Bluttransfusionen untersucht. Von denpädiatrischen Patienten waren 52 zwischen 2 und 5 Jahre alt. Die zu Grunde liegenden Erkrankungen,die Bluttransfusionen erforderlich machten, schlossen Beta-Thalassämie, Sichelzellanämie und andereangeborene oder erworbene Anämien (myelodysplastische Syndrome [MDS], Diamond-Blackfan-
Syndrom, aplastische Anämie und andere sehr seltene Anämien) ein.
Bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Beta-Thalassämie und häufigen Transfusionenführte die tägliche Behandlung mit der Deferasirox-Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer
Suspension zum Einnehmen in der Dosierung 20 und 30 mg/kg während eines Jahres zur Abnahmeder Indikatoren für das Gesamtkörpereisen; die Eisenkonzentration in der Leber nahm durchschnittlichum 0,4 bzw. 8,9 mg Fe/g Leber (Trockengewicht der Biopsie) ab, und das Serumferritin umdurchschnittlich 36 bzw. 926 µg/l. Bei den gleichen Dosierungen betrug der Quotient
Eisenausscheidung : Eisenzufuhr 1,02 (Hinweis auf ausgeglichene Eisenbilanz) bzw. 1,67 (Hinweisauf Eisenelimination). Deferasirox bewirkte bei Patienten mit anderen Anämien und Eisenüberladungein vergleichbares Ansprechen. Tägliche Dosen von 10 mg/kg (Darreichungsform Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) über ein Jahr konnten die Eisenkonzentration in der
Leber und die Serumferritinspiegel aufrecht erhalten und bewirkten eine ausgeglichene Eisenbilanzbei Patienten mit unregelmäßigen oder Austausch-Transfusionen. Monatlich bestimmtes Serumferritinspiegelte Veränderungen der Eisenkonzentration in der Leber wider. Dies deutet darauf hin, dass der
Verlauf des Serumferritins zur Überwachung des Ansprechens auf die Therapie verwendet werdenkann. Begrenzte klinische Daten (29 Patienten mit normaler Herzfunktion zu Behandlungsbeginn) mit
MRT deuten darauf hin, dass die Behandlung mit 10 - 30 mg/kg/Tag Deferasirox (Darreichungsform
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) über ein Jahr auch den Eisenspiegel im
Herz senken kann (MRT T2* stieg durchschnittlich von 18,3 auf 23,0 Millisekunden).
Die primäre Auswertung der pivotalen Vergleichsstudie an 586 Patienten mit Beta-Thalassämie undtransfusionsbedingter Eisenüberladung zeigte bei der Analyse der gesamten Patientenpopulation keine
Nicht-Unterlegenheit von Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen im
Vergleich zu Deferoxamin. In einer nachträglichen Analyse dieser Studie zeigte sich, dass in der
Subgruppe von Patienten mit einer Lebereisenkonzentration ≥ 7 mg Fe/g Trockengewicht, die mit
Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (20 und 30 mg/kg) oder
Deferoxamin (35 bis ≥ 50 mg/kg) behandelt wurden, die Nicht-Unterlegenheitskriterien erreichtwurden. Bei Patienten mit einer Lebereisenkonzentration < 7 mg Fe/g Trockengewicht, die mit
Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (5 und 10 mg/kg) oder
Deferoxamin (20 bis 35 mg/kg) behandelt wurden, wurde die Nicht-Unterlegenheit jedoch nichtbestätigt auf Grund des Ungleichgewichts in der Dosierung der beiden Chelatoren. Dieses
Ungleichgewicht trat auf, weil Patienten unter Deferoxamin auf ihrer Dosierung vor Beginn der Studiebleiben konnten, selbst wenn diese höher war als die im Studienprotokoll festgelegte Dosis. An dieserpivotalen Studie nahmen 56 Patienten unter 6 Jahren teil, von denen 28 Deferasirox-Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen erhielten.
In den präklinischen und klinischen Studien zeigte sich, dass Deferasirox-Tabletten zur Herstellungeiner Suspension zum Einnehmen so effektiv wie Deferoxamin sein können, wenn sie in einem
Dosisverhältnis von 2:1 angewendet werden (d. h. eine Dosis von Deferasirox-Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen entspricht numerisch der Hälfte der Deferoxamin-
Dosis). Bei Deferasirox-Filmtabletten kann ein Dosisverhältnis von 3:1 in Betracht gezogen werden(d. h. eine Dosis von Deferasirox-Filmtabletten entspricht numerisch einem Drittel der Deferoxamin-
Dosis). Diese Dosisempfehlung wurde jedoch nicht prospektiv in den klinischen Studien untersucht.
Weiterhin wurde mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen in der
Dosierung bis zu 20 und 30 mg/kg bei Patienten mit verschiedenen seltenen Anämien oder
Sichelzellenerkrankung und einer Lebereisenkonzentration ≥ 7 mg Fe/g Trockengewicht eine
Reduktion des Lebereisengehalts und des Serumferritins wie bei Patienten mit Beta-Thalassämieerzielt.
Eine placebokontrollierte randomisierte Studie wurde an 225 Patienten mit Niedrig-Risiko-MDS(Low/Int-1-Risiko) und transfusionsbedingter Eisenüberladung durchgeführt. Die Ergebnisse dieser
Studie deuten darauf hin, dass es einen positiven Einfluss von Deferasirox auf das ereignisfreie
Überleben (EFS, ein zusammengesetzter Endpunkt einschließlich nicht tödlicher Herz- oder
Leberereignisse) und den Serumferritinspiegel gibt. Das Sicherheitsprofil entsprach früheren Studienmit erwachsenen MDS-Patienten.
In einer 5-jährigen Beobachtungsstudie, bei der 267 Kinder im Alter von 2 bis < 6 Jahren (bei
Einschluss in die Studie) mit transfusionsbedingter Hämosiderose Deferasirox erhielten, gab es bei
Kindern im Alter von 2 bis < 6 Jahren im Vergleich zur Gesamtpopulation der Erwachsenen und derälteren Kinder und Jugendlichen keine klinisch bedeutsamen Unterschiede beim Sicherheits- und
Verträglichkeitsprofil von Deferasirox. Eingeschlossen sind dabei Erhöhungen des Serumkreatininsvon > 33 %, die zusätzlich bei ≥ 2 aufeinander folgenden Bestimmungen über dem Normalwert lagen,bei 3,1 % der Patienten und die Erhöhung der Alanin-Aminotransferase (ALT) um das 5-Fache überdem Normalwert bei 4,3 % der Patienten. Einzelne Fälle von Erhöhung der ALT und der Aspartat-
Aminotransferase wurden bei 20,0 % bzw. 8,3 % der 145 Patienten berichtet, die die Studieabgeschlossen haben.
In einer Studie, in der die Sicherheit von Deferasirox-Filmtabletten und von Tabletten zur Herstellungeiner Suspension zum Einnehmen untersucht wurde, wurden 173 erwachsene und pädiatrische
Patienten mit transfusionsabhängiger Thalassämie oder myelodysplastischem Syndrom 24 Wochenlang behandelt. Ein vergleichbares Sicherheitsprofil für die Filmtabletten und die Tabletten zur
Herstellung einer Suspension zum Einnehmen wurde beobachtet.
Eine offene, 1:1 randomisierte Studie wurde an 224 pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis< 18 Jahren mit transfusionsbedingter Anämie und Eisenüberladung durchgeführt, um die
Therapietreue, die Wirksamkeit und Sicherheit der Deferasirox-Granulat-Formulierung im Vergleichzur Formulierung der Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen zu untersuchen. Die
Mehrheit der Patienten (142; 63,4%) in der Studie hatte Beta-Thalassämie major, 108 (48,2%)
Patienten waren vorher noch nicht mit einer Eisenchelat-Therapie behandelt worden (medianes Alter2 Jahre, 92,6% im Alter von 2 bis < 10 Jahren) und 116 (51,8%) waren mit einer Eisenchelat-Therapievorbehandelt (medianes Alter 7,5 Jahre, 71,6% im Alter von 2 bis < 10 Jahren), von denen 68,1%vorher Deferasirox erhalten hatten. In der Primäranalyse, die mit Eisenchelat-Therapie-naiven
Patienten nach 24 Wochen Behandlung durchgeführt wurde, war die Therapieeinhaltungsrate 84,26%im Arm mit der Deferasirox-Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen bzw. 86,84%im Deferasirox-Granulat-Arm, ohne statistisch signifikanten Unterschied. Ebenso gab es keinenstatistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen bei den mittleren
Veränderungen der Serumferritin (SF)-Werte (-171,52 μg/l [95%-KI: -517,40 bis 174,36] für die
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen [ST] und 4,84 μg/l [95%-KI: -333,58 bis343,27] für die Granulat-Formulierung, Differenz zwischen den Mittelwerten [Granulat - ST]176,36 μg/l [95%-KI: -129,00 bis 481,72], zweiseitiger p-Wert = 0,25). Das Ergebnis der Studie war,dass Therapietreue und Wirksamkeit zwischen den Armen mit Deferasirox-Granulat und Deferasirox-
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen zu verschiedenen Zeitpunkten (24 und48 Wochen) nicht unterschiedlich waren. Das Sicherheitsprofil der Darreichungsformen Granulat und
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen war insgesamt vergleichbar.
Bei Patienten mit nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen und Eisenüberladung wurdedie Behandlung mit Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen in einerrandomisierten doppelblinden placebokontrollierten Ein-Jahresstudie bewertet. Die Studie verglich die
Wirksamkeit von zwei verschiedenen Dosierungen von Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer
Suspension zum Einnehmen (Startdosis von 5 und 10 mg/kg/Tag, 55 Patienten in jedem Arm) mit dempassenden Placebo (56 Patienten). Die Studie schloss 145 Erwachsene und 21 pädiatrische Patientenein. Der primäre Wirksamkeitsparameter war die Änderung der Lebereisenkonzentration (LIC) von
Behandlungsbeginn nach 12 Monaten Behandlung. Einer der sekundären Wirksamkeitsparameter wardie Änderung des Serumferritins zwischen Behandlungsbeginn und viertem Quartal. Bei einer
Startdosis von 10 mg/kg/Tag führten Deferasirox-Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum
Einnehmen zur Reduktion der Indikatoren für das Gesamtkörpereisen. Durchschnittlich reduzierte sichdie Eisenkonzentration in der Leber um -3,80 mg Fe/g TG bei Patienten, die mit Deferasirox-Tablettenzur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Startdosis 10 mg/kg/Tag) behandelt wurden, underhöhte sich um 0,38 mg Fe/g TG bei Patienten, die mit Placebo (p<0,001) behandelt wurden.
Durchschnittlich reduzierte sich Serumferritin um -222,0 µg/l bei Patienten, die mit Deferasirox-
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (Startdosis 10 mg/kg/Tag) behandeltwurden, und erhöhte sich um 115 µg/l bei Patienten, die mit Placebo (p<0,001) behandelt wurden.
Deferasirox Filmtabletten zeigen eine höhere Bioverfügbarkeit im Vergleich zur Darreichungsformder Deferasirox Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. Nach Anpassung der
Stärke war die Darreichungsform der Filmtabletten (360 mg Stärke) vergleichbar mit Deferasirox
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen (500 mg Stärke) hinsichtlich der mittleren
Fläche unter der Kurve (AUC) der Plasmakonzentration im zeitlichen Verlauf im nüchternen Zustand.
Cmax war um 30 % erhöht (90 %-KI: 20,3 % bis 40,0 %); eine Analyse der klinischen Exposition und
Reaktion zeigte keinen Hinweis auf klinische relevante Effekte eines solchen Anstiegs.
ResorptionDeferasirox (Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) wirdnach oraler Gabe mit einer durchschnittlichen Zeit von etwa 1,5 bis 4 Stunden bis zum Erreichen desmaximalen Plasmaspiegels (tmax) resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit (AUC) von Deferasirox(Darreichungsform Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen) beträgt etwa 70 % im
Vergleich zur intravenösen Gabe. Die absolute Bioverfügbarkeit der Darreichungsform Filmtablettewurde nicht bestimmt. Die Bioverfügbarkeit von Deferasirox-Filmtabletten war 36 % höher als die der
Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen.
Eine Studie zur Wechselwirkung mit Nahrungsmitteln, bei der gesunden Probanden die Filmtablettenim nüchternen Zustand mit einer fettarmen (Fettgehalt <10 % der Kalorien) oder fettreichen(Fettgehalt >50 % der Kalorien) Mahlzeit gegeben wurden, zeigte, dass AUC und Cmax nach einerfettarmen Mahlzeit geringfügig abnahmen (um 11 % bzw. 16 %). Nach einer fettreichen Mahlzeitwaren AUC und Cmax erhöht (um 18 % bzw. 29 %). Die Cmax-Anstiege infolge der Änderung der
Darreichungsform und aufgrund des Einflusses einer fettreichen Mahlzeit können additiv sein; daherwird empfohlen, die Filmtabletten entweder auf nüchternen Magen oder mit einer leichten Mahlzeiteinzunehmen.
VerteilungDeferasirox wird in hohem Maße (99 %) an Plasmaproteine gebunden, fast ausschließlich an
Serumalbumin, und hat ein geringes Verteilungsvolumen von ungefähr 14 l bei Erwachsenen.
BiotransformationDer Hauptstoffwechselweg von Deferasirox besteht in einer Glukuronidierung mit nachfolgenderbiliärer Ausscheidung. Es erfolgt wahrscheinlich eine Dekonjugation von Glukuroniden im Darm mitnachfolgender Reabsorption (entero-hepatischer Kreislauf). In einer klinischen Prüfung mit gesunden
Freiwilligen führte die Einnahme von Colestyramin nach einer Einmaldosis Deferasirox zu einem
Abfall der Bioverfügbarkeit von Deferasirox (AUC) um 45 %.
Deferasirox wird hauptsächlich durch UGT1A1 und in geringerem Ausmaß durch UGT1A3glukuronidiert. Der durch CYP450 katalysierte (oxidative) Metabolismus von Deferasirox ist beim
Menschen gering (ca. 8 %). In vitro wurde keine Hemmung des Deferasirox-Metabolismus durch
Hydroxyharnstoff beobachtet.
EliminationDeferasirox und seine Metaboliten werden vorwiegend (84 % der Dosis) in den Fäzes ausgeschieden.
Die renale Exkretion von Deferasirox und seinen Metaboliten ist minimal (8 % der Dosis). Dieterminale Eliminationshalbwertszeit (t1/2) beträgt 8 bis 16 Stunden. Die Transportproteine MRP2 und
MXR (BCRP) sind an der biliären Ausscheidung von Deferasirox beteiligt.
Linearität/Nicht-LinearitätDie Cmax und AUC0-24h von Deferasirox nehmen im Steady-State annähernd linear zur Dosis zu. Nach
Mehrfachdosierung erhöhte sich die Exposition um den Kumulationsfaktor 1,3 bis 2,3.
Besondere PatientengruppenBei älteren Patienten (ab 65 Jahren) wurde die Pharmakokinetik von Deferasirox nicht untersucht.
Nieren- und Leberfunktionsstörungen
Das pharmakokinetische Verhalten von Deferasirox wurde bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörungen nicht untersucht. Die Pharmakokinetik von Deferasirox wurde durch
Erhöhung der Lebertransaminasen bis zum 5-Fachen des oberen Normwerts nicht beeinflusst.
In einer klinischen Studie, in der Einzeldosen von 20 mg/kg Deferasirox-Tabletten zur Herstellungeiner Suspension zum Einnehmen verwendet wurden, war der durchschnittliche Plasmaspiegel bei
Studienteilnehmern mit leichter (Child-Pugh-Klasse A) bzw. mittelschwerer (Child-Pugh-Klasse B)
Leberfunktionsstörung um 16 % bzw. um 76 % im Vergleich zu Studienteilnehmern mit normaler
Leberfunktion erhöht. Die durchschnittliche Cmax von Deferasirox war bei Studienteilnehmern mitleichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung um 22 % erhöht. Die Bioverfügbarkeit war beieinem Studienteilnehmer mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) um das 2,8-
Fache erhöht (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
GeschlechtFrauen haben im Vergleich zu Männern eine leicht erniedrigte apparente Clearance (um 17,5 %). Daindividuell nach dem Ansprechen dosiert wird, sind keine klinischen Konsequenzen zu erwarten.
Kinder und JugendlicheDie Gesamtbioverfügbarkeit war bei Jugendlichen (12 bis ≤ 17 Jahre) und Kindern (2 bis < 12 Jahre)nach einmaliger und mehrfacher Gabe von Deferasirox geringer als bei erwachsenen Patienten. Bei
Kindern unter 6 Jahren war die Exposition ungefähr 50 % geringer als bei Erwachsenen. Daindividuell nach dem Ansprechen dosiert wird, sind keine klinischen Konsequenzen zu erwarten.
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Genotoxizität oder zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten keinebesonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Die wichtigsten Befunde waren Nephrotoxizitätund Trübung der Augenlinse (Katarakt). Bei neugeborenen und jungen Tieren waren die Befundeähnlich. Als hauptsächliche Ursache der Nephrotoxizität wird der Eisenmangel bei Tieren angesehen,die vorher nicht mit Eisen überladen waren.
In-vitro-Untersuchungen zur Genotoxizität waren negativ (Ames-Test, Chromosomen-Aberrations-
Test), während Deferasirox in letalen Dosen in vivo die Bildung von Mikronuklei im Knochenmark,aber nicht in der Leber, von nicht eisenbeladenen Ratten verursachte. In eisenvorbeladenen Rattenwurden derartige Effekte nicht beobachtet. Deferasirox war bei Gabe an Ratten in einer
Zweijahresstudie und an transgene p53+/- heterozygote Mäuse in einer Sechsmonatsstudie nichtkarzinogen.
Die potenzielle Toxizität auf die reproduktive Funktion wurde an Ratten und Kaninchen untersucht.
Deferasirox war nicht teratogen, führte aber in hohen Dosen, die für das nicht eisenüberladene
Muttertier stark toxisch waren, zu einer erhöhten Inzidenz von Skelettveränderungen und Totgeburtenbei Ratten. Auf die Fertilität oder die reproduktive Funktion hatte Deferasirox keine weiteren
Auswirkungen.
Mikrokristalline Cellulose
Croscarmellose-Natrium
Hyprolose (5.0-16.0 % m/m Hydroxypropoxy-Gruppen)
Povidon
Poloxamer
Lactose-Monohydrat
Hochdisperses, wasserfreies Siliciumdioxid
Natriumstearylfumarat (ph.Eur.)
Hydriertes Rizinusöl
FilmüberzugHypromellose (E464)
Propylenglycol (E1520)
Talkum (E553b)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Titandioxid (E171)
Nicht zutreffend.
3 Jahre
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
PVC/PE/PVdC-Aluminium-Blisterpackungen.
Deferasirox Accord 90 mg Filmtabletten und Deferasirox Accord 180 mg Filmtabletten
Einzelpackungen mit 28 x 1, 30 x 1, 56 x 1 oder 90 x 1 Filmtabletten.
Deferasirox Accord 360 mg Filmtabletten
Einzelpackungen mit 28 x 1, 30 x 1, 56 x 1, 90 x 1 oder 300 x 1 Filmtabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Keine besonderen Anforderungen.
Accord Healthcare S.L.U.
World Trade Center, Moll de Barcelona s/n,
Edifici Est, 6a Planta,
Barcelona, 08039
Spanien
Deferasirox Accord 90 mg Filmtabletten
EU/1/19/1412/001
EU/1/19/1412/002
EU/1/19/1412/003
EU/1/19/1412/004
Deferasirox Accord 180 mg Filmtabletten
EU/1/19/1412/005
EU/1/19/1412/006
EU/1/19/1412/007
EU/1/19/1412/008
Deferasirox Accord 360 mg Filmtabletten
EU/1/19/1412/009
EU/1/19/1412/010
EU/1/19/1412/011
EU/1/19/1412/012
EU/1/19/1412/013
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 9. Januar 2020
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.