Fachinformation DATROWAY 100mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Produktcode:
W72143001
Menge:
1
Angewendet bei:
inoperabler oder metastasierter HR-positiver, HER2-negativer Brustkrebs nach endokriner Therapie und mindestens einer Ch
Art der Anwendung:
Infusion
Substanz:
Datopotamab deruxtecan (TROP2-gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat mit einem Topoisomerase-I-Inhibitor)
ATC
L01FX35 — Antineoplastische und Immunmodulierende Mittel | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Andere monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate
Datopotamab deruxtecan verbindet einen Antikörper gegen TROP2 mit einem zellabtötenden Wirkstoff, der in Tumorzellen gelangt. Es behandelt Erwachsene mit inoperablem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-negativem Brustkrebs nach Hormon- und Chemotherapie. In den USA bestehen auch Indikationen für ausgewählte Patienten mit triple-negativem Brustkrebs oder EGFR-mutiertem Lungenkrebs.

Die Gabe erfolgt meist alle 3 Wochen als intravenöse Infusion in einem Krebszentrum. Die Dosis richtet sich nach Gewicht und Verträglichkeit. Das Team empfiehlt Mittel gegen Übelkeit, eine kortisonhaltige Mundspülung und befeuchtende Augentropfen ohne Konservierungsstoffe. Halten Sie Augenuntersuchungen ein und tragen Sie Kontaktlinsen nur mit fachärztlicher Zustimmung.

Nebenwirkungen sind schmerzhafte Mundgeschwüre, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Haarausfall, Verstopfung und trockene Augen. Hornhautentzündungen, veränderte Blutwerte und Infusionsreaktionen sind möglich. Eine nicht infektiöse Lungenentzündung durch das Arzneimittel kann schwerwiegend oder tödlich verlaufen.

Melden Sie neuen Husten, Atemnot, Fieber, Augenschmerzen, Sehveränderungen oder Mundwunden, die Essen verhindern, sofort. Der Arzt kann die Gabe verschieben, die Dosis senken oder die Therapie beenden. Schwangerschaft und Stillen sind zu vermeiden; verhüten Sie auch nach der letzten Dosis für die empfohlene Zeit. Das Mittel ist nicht mit Trastuzumab deruxtecan austauschbar.

Allgemeine Daten zu DATROWAY 100mg

Substanz:
Datopotamab deruxtecan
Datum der letzten Medikamentenliste:
01-09-2026
Produktcode:
W72143001
Wirkstärke:
100mg
Darreichungsform:
Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Menge:
1
Produktart:
Originalpräparat
Abgabebedingungen:
P-RF — Arzneimittel, die mit einer ärztlichen Verschreibung abgegeben werden, die in der Apotheke einbehalten wird und nicht erneuert werden kann.

Zulassung

Hersteller:
DAIICHI SANKYO EUROPE GMBH - GERMANIA
Zulassungsinhaber:
DAIICHI SANKYO EUROPE GMBH - GERMANIA
Zulassungsnummer:
1915/2025/01
Haltbarkeit:
4 Jahre-flac ungeöffnet

Offizielle Dokumente

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Quelleninstitution
EMA
Dokumentsprache
Deutsch
Quelldatensatz: Erstveröffentlichung
13/05/2025
Quelldatensatz: letzte Aktualisierung
09/02/2026

Hinweise:

Warnhinweis zur Fruchtbarkeit

Dieses Arzneimittel kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit

Dieses Arzneimittel kann die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.

Anaphylaxie

Risiko einer schweren allergischen Reaktion. Suchen Sie bei schweren Symptomen sofort medizinische Hilfe.

Allgemeiner Warnhinweis

Lesen Sie vor der Anwendung die Packungsbeilage.

Zytotoxisch / besondere Handhabung

Mit besonderer Vorsicht handhaben.

Verhütung erforderlich

Während der Behandlung ist eine zuverlässige Verhütung erforderlich.

Während der Stillzeit kontraindiziert

Dieses Arzneimittel während der Stillzeit nicht anwenden.

Zusätzliche Überwachung

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung.

Warnhinweis während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft nur auf ärztliche Empfehlung anwenden.

Warnhinweis bei Kindern

Bei Kindern nur gemäß Packungsbeilage oder ärztlicher Empfehlung anwenden.

Teratogenes / fetales Risiko

Dieses Arzneimittel kann die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen.

Sehstörungen

Dieses Arzneimittel kann Sehstörungen verursachen.

Fachinformation: DATROWAY 100mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Inhalt der Fachinformation: DATROWAY 100mg

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Datroway 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Durchstechflasche mit Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält100 mg Datopotamab deruxtecan. Nach der Rekonstitution enthält eine Durchstechflasche mit 5 ml

Lösung 20 mg/ml Datopotamab deruxtecan (siehe Abschnitt 6.6).

Datopotamab deruxtecan ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (AWK), das einen humanisiertenmonoklonalen Anti-TROP2-IgG1-Antikörper (mAb) enthält, welcher in Säugetierzellen (Ovarialzellendes chinesischen Hamsters) gebildet wird und über einen Tetrapeptid-basierten, abspaltbaren Linkerkovalent an DXd, ein Exatecan-Derivat und Topoisomerase-I-Inhibitor, gebunden ist. An jedes

Antikörpermolekül sind ungefähr 4 Deruxtecan-Moleküle gebunden.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält 1,50 mg Polysorbat 80 (E 433) pro Durchstechflasche mit 100 mg.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Weißes bis gelblich weißes lyophilisiertes Pulver, das wie eine geformte Masse ('cake“) aussieht.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Brustkrebs

Datroway wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mitinoperablem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Brustkrebs, diebereits eine endokrine Therapie und mindestens eine Chemotherapielinie im fortgeschrittenen Stadiumerhalten haben (siehe Abschnitt 5.1).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Datroway muss von einem Arzt verordnet und unter der Aufsicht eines Arztes angewendet werden,der Erfahrung mit der Anwendung von Krebsmedikamenten hat.

Auswahl der Patienten

Patienten zur Behandlung eines inoperablen oder metastasierten HR-positiven HER2 negativen

Brustkrebs müssen basierend auf einem dokumentierten HER2-negativen Ergebnis ausgewähltwerden, das - falls verfügbar - mit einem IVD-Medizinprodukt mit CE-Kennzeichnung oder durcheinen alternativen validierten Test ermittelt wurde.

Dosierung

Die empfohlene Dosis Datroway beträgt 6 mg/kg (bis maximal 540 mg bei Patienten ≥ 90 kg)

Körpergewicht und wird als intravenöse Infusion einmal alle 3 Wochen (21-tägiger Zyklus) bis zum

Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität angewendet.

Prämedikation und prophylaktische Arzneimittel

Vor jeder Infusion von Datroway muss eine Prämedikation zur Vorbeugung von Reaktionen im

Zusammenhang mit einer Infusion in Betracht gezogen werden, die aus einem Antihistaminikum und

Paracetamol (mit oder ohne Glucocorticoide) besteht (siehe Abschnitt 4.8).

Es wird außerdem empfohlen, dass die Patienten vor der Infusion von Datroway und an dendarauffolgenden Tagen je nach Bedarf prophylaktische Antiemetika (Dexamethason mit 5-HT3-

Antagonisten sowie andere Arzneimittel wie NK1-Rezeptor-Antagonisten) erhalten.

Zur prophylaktischen Behandlung von Keratitis und Stomatitis, siehe Abschnitt 4.4.

Dosisanpassungen

Dosisanpassungen bei Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion

Wenn der Patient Symptome im Zusammenhang mit einer Infusion zeigt, muss die

Infusionsgeschwindigkeit von Datroway gesenkt oder die Infusion unterbrochen werden. Beilebensbedrohlichen Reaktionen auf die Infusion ist Datroway dauerhaft abzusetzen.

Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen

Gemäß den in Tabelle 1 und 2 aufgeführten Leitlinien kann die Behandlung von Nebenwirkungen eine

Dosisverzögerung, eine Dosisreduktion oder den Abbruch der Behandlung erfordern.

Die Dosis von Datroway darf nach einer Dosisreduktion nicht wieder erhöht werden.

Tabelle 1: Dosisreduktionen bei Nebenwirkungen

Empfohlene Initialdosis 6 mg/kg (bis maximal 540 mg bei Patienten ≥ 90 kg)

Erste Dosisreduktion 4 mg/kg (bis maximal 360 mg bei Patienten ≥ 90 kg)

Zweite Dosisreduktion 3 mg/kg (bis maximal 270 mg bei Patienten ≥ 90 kg)

Tabelle 2: Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen

Nebenwirkung Schweregrad* Dosisanpassung

Interstitielle Lungenerkrankung Asymptomatische Dosis aussetzen bis(interstitial lung disease, ILD/Pneumonitis Schweregrad 0# erreicht ist,

ILD)/Pneumonitis [siehe (Schweregrad 1) dann:

Abschnitte 4.4 und 4.8] * bei Rückbildung innerhalbvon 28 Tagen oder wenigernach dem Datum deserstmaligen Auftretens Dosisbeibehalten

* bei Rückbildung innerhalbvon mehr als 28 Tagen nachdem Datum des erstmaligen

Auftretens Dosis um eine

Nebenwirkung Schweregrad* Dosisanpassung

Stufe reduzieren (siehe

Tabelle 1)

* sobald Verdacht auf eine

ILD/Pneumonitis besteht,

Kortikosteroid-Behandlungin Erwägung ziehen

Symptomatische * dauerhaft absetzen

ILD/Pneumonitis * bei Verdacht auf eine(Schweregrad 2 oder höher) ILD/Pneumonitis umgehendeine Kortikosteroid-

Behandlung einleiten

Keratitis [siehe Abschnitte 4.4 Schweregrad 2 * Dosis aussetzen bisund 4.8] Schweregrad 1 oder niedrigererreicht ist, dann Dosisbeibehalten

Schweregrad 3 * Dosis aussetzen bis

Schweregrad 1 oder niedrigererreicht ist, dann Dosis um1 Stufe reduzieren (siehe

Tabelle 1)

Schweregrad 4 * dauerhaft absetzen

Stomatitis [siehe Abschnitte 4.4 Schweregrad 2 * Dosis aussetzen bisund 4.8] Schweregrad 1 oder niedrigererreicht ist

* Behandlung mit der gleichen

Dosis wie beim ersten

Auftreten fortsetzen

* bei erneutem Auftreten in

Betracht ziehen, die

Behandlung mit reduzierter

Dosisstufe fortsetzen (siehe

Tabelle 1)

Schweregrad 3 * Dosis aussetzen bis

Schweregrad 1 oder niedrigererreicht ist

* Behandlung mit reduzierter

Dosisstufe fortsetzen (siehe

Tabelle 1)

Schweregrad 4 * dauerhaft absetzen

* Gemäß 'National Cancer Institute Common Terminology Criteria for Adverse Events“ (NCI CTCAE),

Version 5.0.# Schweregrad 0 bezieht sich auf das vollständige Abklingen der ILD/Pneumonitis, einschließlich des

Verschwindens radiologischer Befunde im Zusammenhang mit aktiver ILD/Pneumonitis. Eine verbleibende

Narbenbildung oder Fibrose nach Abklingen der ILD/Pneumonitis wird nicht als aktive Erkrankung angesehen.

Verspätet angewendete oder versäumte Dosen

Wenn eine vorgesehene Dosis verspätet angewendet oder versäumt wird, muss sie sobald wie möglichgegeben werden, ohne den nächsten geplanten Behandlungszyklus abzuwarten. Der Behandlungsplanmuss entsprechend angepasst werden, um einen 3-Wochen-Abstand zwischen den Dosenaufrechtzuerhalten.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Bei Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter ist keine Dosisanpassung von Datroway erforderlich.

Für Patienten im Alter von 85 Jahren oder älter liegen zu Datopotamab deruxtecan nur begrenzte

Daten vor.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance [ClCr] ≥ 30und < 90 ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Die empfohlene

Dosierung von Datroway bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion wurde nicht ermittelt(siehe Abschnitt 5.2). Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen müssen sorgfältig überwachtwerden. Bei Patienten, die zu Beginn der Behandlung eine mäßig eingeschränkte Nierenfunktionhatten und die Datopotamab deruxtecan 6 mg/kg erhielten, wurden häufiger schwerwiegende

Nebenwirkungen beobachtet als bei solchen mit normaler Nierenfunktion.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin ≤ oberer Normwert [ upperlimit of normal, ULN] und Aspartat-Transaminase [AST]-Wert > ULN oder Gesamtbilirubin> 1 bis 1,5 × ULN, unabhängig vom AST-Wert) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es liegen nurbegrenzte Daten vor, um eine Empfehlung zur Dosisanpassung bei Patienten mit mäßigeingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1,5 bis 3 × ULN, unabhängig vom AST-Wert)abzugeben. Es liegen keine ausreichenden Daten für Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion(Gesamtbilirubin > 3 × ULN, unabhängig vom AST-Wert) vor. Daher müssen Patienten mit mäßigund stark eingeschränkter Leberfunktion sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor.

Art der Anwendung

Datroway ist zur intravenösen Anwendung bestimmt. Es muss von einem Arzt oder medizinischem

Fachpersonal rekonstituiert und verdünnt und als intravenöse Infusion gegeben werden. Datroway darfnicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion gegeben werden.

Die erste Infusion muss über 90 Minuten verabreicht werden. Die Patienten müssen während der

Infusion und für mindestens 30 Minuten nach der ersten Dosis auf Anzeichen oder Symptome von

Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion überwacht werden.

Anschließende Infusionen sind über 30 Minuten zu verabreichen, wenn die vorherigen Infusionenvertragen wurden. Die Patienten müssen während der Infusion und für mindestens 30 Minuten nachder Infusion beobachtet werden.

Vorsichtsmaßnahmen vor/bei der Handhabung bzw. vor/während der Anwendung des Arzneimittels

Dieses Arzneimittel enthält eine zytotoxische Komponente, die kovalent an den monoklonalen

Antikörper gebunden ist (siehe besondere Handhabungs- und Entsorgungsverfahren in Abschnitt 6.6).

Hinweise zur Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe

Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.

Interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis

Bei Patienten, die mit Datroway behandelt wurden, sind Fälle von interstitieller Lungenerkrankung(ILD), einschließlich Pneumonitis, berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8). Es wurden tödliche

Verläufe beobachtet.

Den Patienten ist zu raten, Husten, Dyspnoe, Fieber und/oder neue oder sich verschlechternde

Atemwegssymptome unverzüglich zu melden. Die Patienten sind auf Anzeichen und Symptome von

ILD/Pneumonitis zu überwachen. Anzeichen von ILD/Pneumonitis müssen umgehend untersuchtwerden. Bei Patienten mit Verdacht auf ILD/Pneumonitis ist eine Röntgenuntersuchungdurchzuführen. Die Konsultation eines Pneumologen muss in Betracht gezogen werden. Beiasymptomatischer ILD/Pneumonitis (Schweregrad 1) muss eine Kortikosteroidbehandlung in Betrachtgezogen werden (z. B. ≥ 0,5 mg/kg/Tag Prednisolon oder eine gleichwertige Behandlung). Die

Behandlung mit Datroway muss bis zur Erholung auf Schweregrad 0 verzögert werden und kannanschließend gemäß den Anweisungen in Tabelle 2 wieder aufgenommen werden (siehe

Abschnitt 4.2). Bei symptomatischer ILD/Pneumonitis (Schweregrad 2 oder höher) ist umgehend einesystemische Kortikosteroidbehandlung zu beginnen (z. B. ≥ 1 mg/kg/Tag Prednisolon oder einegleichwertige Behandlung). Diese Behandlung ist für mindestens 14 Tage fortzusetzen. Anschließendist die systemische Kortikosteroidbehandlung über mindestens 4 Wochen allmählich auszuschleichen.

Datroway muss bei Patienten, bei denen eine symptomatische (Schweregrad 2 oder höher)

ILD/Pneumonitis diagnostiziert wird, dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2). Patienten miteiner Vorgeschichte von ILD/Pneumonitis können ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer

ILD/Pneumonitis haben und müssen sorgfältig überwacht werden.

Überempfindlichkeit

Bei Datopotamab deruxtecan wurden schwere anaphylaktische Reaktionen beobachtet. Patientensollten engmaschig auf Überempfindlichkeit/allergische Reaktionen beobachtet werden, die dasgleiche klinische Erscheinungsbild wie eine infusionsbedingte Reaktion aufweisen können.

Arzneimittel zur Behandlung solcher Reaktionen sowie Notfallausrüstung sollten sofort zur Verfügungstehen. Im Falle einer schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktion muss die Behandlung mit

Datopotamab deruxtecan unverzüglich und dauerhaft beendet werden.

Keratitis

Datroway kann unerwünschte Wirkungen auf der Augenoberfläche, einschließlich Keratitis,verursachen. Die Anzeichen und Symptome einer Keratitis können trockenes Auge, verstärkte

Tränensekretion, Photophobie und Sehstörungen umfassen (siehe Abschnitt 4.8).

Die Patienten sind anzuweisen, zur Prophylaxe mehrmals täglich konservierungsmittelfreiebefeuchtende Augentropfen zu verwenden. Den Patienten ist zu raten, keine Kontaktlinsen zu tragen,es sei denn, diese werden ihnen von einem Augenarzt/einer Augenärztin verordnet. Bei neuaufgetretenen oder sich verschlimmernden okulären Anzeichen und Symptomen, die auf eine Keratitishindeuten könnten, sind die Patienten umgehend zu einer entsprechenden augenärztlichen

Untersuchung zu überweisen. Die Keratitis muss überwacht werden, und wenn die Diagnose bestätigtwird, muss die Dosis verzögert, reduziert oder Datroway dauerhaft abgesetzt werden (siehe

Abschnitt 4.2).

Patienten mit einer klinisch signifikanten Hornhauterkrankung wurden von der Studie ausgeschlossen(siehe Abschnitt 5.1). Patienten mit vorbestehender Keratitis sind sorgfältig zu überwachen.

Stomatitis

Bei Patienten, die mit Datroway behandelt wurden, sind Fälle von Stomatitis, einschließlich

Mundgeschwüre und orale Mukositis, berichtet worden (siehe Abschnitt 4.8).

Zusätzlich zu einer guten Mundhygiene wird zu Beginn und während der Behandlung mit Datrowaydie tägliche Anwendung einer steroidhaltigen Mundspülung (z. B. Dexamethason orale Lösung0,1 mg/ml 4-mal täglich oder einer ähnlichen steroidhaltigen Mundspülung) zur Prophylaxe und

Behandlung empfohlen. Wenn es klinisch angezeigt ist, können Antimykotika gemäß den nationalen

Leitlinien in Betracht gezogen werden. Falls keine prophylaktische steroidhaltige Mundspülung zur

Verfügung steht, wird die Verwendung einer milden Mundspülung (z. B. eine alkoholfreie und/oderbikarbonathaltige Mundspülung) gemäß den nationalen Leitlinien empfohlen. Außerdem kann in

Betracht gezogen werden, während der Infusion kleine Eiswürfel oder Eiswasser im Mund zubehalten. Beim Auftreten einer Stomatitis kann die Häufigkeit der Mundspülungen erhöht und/oder eskönnen andere topische Behandlungen angewendet werden. Je nach Schweregrad der Nebenwirkungkann die Dosis verzögert, reduziert oder Datroway dauerhaft abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Embryofetale Toxizität

Ausgehend von Erkenntnissen bei Tieren und aufgrund des Wirkmechanismus kann die

Topoisomerase-I-Inhibitor-Komponente von Datroway zu einer Schädigung des Embryos/Fetusführen, wenn es einer schwangeren Frau gegeben wird.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Beginn der Datroway-Behandlung der

Schwangerschaftsstatus überprüft werden. Die Patientin muss über die potenziellen Risiken für den

Fetus aufgeklärt werden. Frauen im gebärfähigen Alter sind anzuweisen, während der Behandlung undfür mindestens 7 Monate nach der letzten Dosis von Datroway eine zuverlässige

Empfängnisverhütungsmethode anzuwenden. Männliche Patienten mit Partnerinnen im gebärfähigen

Alter sind anzuweisen, während der Behandlung und für mindestens 4 Monate nach der letzten Dosisvon Datroway eine zuverlässige Empfängnisverhütungsmethode anzuwenden (siehe Abschnitt 4.6).

Patienten mit mäßig oder schwer eingeschränkter Leberfunktion

Es liegen nur begrenzte Daten zu Patienten mit mäßig oder stark eingeschränkter Leberfunktion vor.

Da die Metabolisierung in der Leber und die Ausscheidung über die Galle die Haupteliminationswegedes Topoisomerase-I-Inhibitors DXd sind, muss Datroway bei Patienten mit mäßig oder starkeingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält 1,5 mg Polysorbat 80 pro Durchstechflasche. Polysorbate könnenallergische Reaktionen hervorrufen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine klinischen Studien mit Datopotamab deruxtecan zur Erfassung von

Wechselwirkungen durchgeführt. Allerdings wurden klinische Arzneimittel-Wechselwirkungsstudienmit Trastuzumab deruxtecan (T-DXd) durchgeführt, das den gleichen DXd-Payload wie Datrowayenthält. Die Cmax von DXd wurde durch Ritonavir (einen Inhibitor von CYP3A4 und OATP1B1 und1B3) oder Itraconazol (einen Inhibitor von CYP3A4) nicht beeinflusst. Die AUC (area under thecurve) wurde durch beide Inhibitoren um das 1,2-Fache erhöht, was als nicht klinisch relevantangesehen wurde. Daher haben CYP3A4-, OATP1B1- und OATP1B3-Inhibitorenhöchstwahrscheinlich keine klinisch relevante Auswirkung auf die PK von Deruxtecan, das aus

Datopotamab deruxtecan freigesetzt wird.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Frauen und Männern

Bei Frauen im gebärfähigen Alter muss vor Beginn der Datroway-Behandlung der

Schwangerschaftsstatus überprüft werden.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Datroway-Behandlung und für mindestens7 Monate nach der letzten Dosis eine zuverlässige Empfängnisverhütungsmethode anwenden.

Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Datroway-Behandlung und fürmindestens 4 Monate nach der letzten Dosis eine zuverlässige Empfängnisverhütungsmethodeanwenden.

Schwangerschaft

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Datroway bei Schwangeren vor. Ausgehendvon Erkenntnissen bei Tieren und aufgrund des Wirkmechanismus ist allerdings zu erwarten, dass die

Topoisomerase-I-Inhibitor-Komponente DXd auch zu einer Schädigung des Embryos/Fetus führenkann, wenn es schwangeren Frauen gegeben wird (siehe Abschnitt 5.3).

Die Anwendung von Datroway während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter,die nicht verhüten, wird nicht empfohlen. Die Patientinnen müssen über die potenziellen Risiken fürden Fetus aufgeklärt werden, bevor sie schwanger werden, und unverzüglich ihren Arzt kontaktieren,sobald sie schwanger werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Datopotamab deruxtecan in die Muttermilch übergeht. Humanes IgG wird indie Muttermilch ausgeschieden. Aufgrund des Potenzials für schwerwiegende Nebenwirkungen beigestillten Kindern müssen Frauen das Stillen vor Beginn der Behandlung mit Datroway beenden.

Frauen dürfen 1 Monat nach Beendigung der Behandlung mit dem Stillen beginnen.

Fertilität

Es liegen keine Humandaten über die Auswirkungen von Datopotamab deruxtecan auf die Fertilitätvor. Aus Ergebnissen von Toxizitätsstudien an Tieren geht hervor, dass Datroway die männliche undweibliche Fortpflanzungsfunktion und Fertilität beeinträchtigen kann (siehe Abschnitt 5.3).

Männer und Frauen müssen sich vor der Behandlung bezüglich der Fertilitätserhaltung beraten lassen.

Es ist nicht bekannt, ob Datopotamab deruxtecan oder seine Metabolite in der Samenflüssigkeitauftreten. Männliche Patienten dürfen während des gesamten Behandlungszeitraums und fürmindestens 4 Monate nach der letzten Dosis von Datroway kein Sperma spenden oder konservierenlassen. Frauen dürfen während des gesamten Behandlungszeitraums und mindestens 7 Monate nachder letzten Dosis von Datroway keine Eizellen spenden oder für den eigenen Gebrauch entnehmenlassen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Datroway kann die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflussen.

Patienten müssen angewiesen werden, beim Führen von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen

Vorsicht walten zu lassen, wenn sie während der Behandlung mit Datroway an Ermüdung oder

Sehstörungen leiden (siehe Abschnitt 4.8).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Beurteilung des gepoolten Sicherheitsprofils erfolgte in zwei klinischen Studien mit443 Patienten, die Datroway 6 mg/kg Körpergewicht zur Behandlung von Brustkrebs erhielten. Der

Median der Exposition gegenüber Datroway betrug in diesem Datensatz 6,2 Monate (Bereich 0,7 bis28,5 Monate).

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Stomatitis (64,8 %), Übelkeit (57,6 %), Ermüdung/Fatigue(42,7 %), Alopezie (37,2 %), Obstipation (33,0 %), Erbrechen (26,0 %), trockenes Auge (25,5 %),

COVID-19 (17,8 %), Keratitis (17,8 %), Anämie (17,2 %), verminderter Appetit (16,3 %), AST erhöht(16,0 %), Ausschlag (15,3 %), Diarrhö (12,9 %), Neutropenie (12,0 %) und ALT erhöht (10,4 %).

Die häufigsten Nebenwirkungen von Schweregrad 3/4 waren Stomatitis (7,9 %), Ermüdung/Fatigue(4,3 %), Anämie (3,2 %), AST erhöht (2,7 %), Erbrechen (1,6 %), ALT erhöht (1,6 %), Übelkeit(1,4 %), Harnwegsinfektion (1,4 %), COVID-19 (1,1 %), verminderter Appetit (1,1 %), Neutropenie(1,1 %) und Lungenentzündung (1,1 %). Nebenwirkungen von Schweregrad 5 traten bei 0,7 % der

Patienten auf und waren auf ILD/Pneumonitis, Dyspnoe und Sepsis zurückzuführen.

Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren COVID-19 (1,4 %), Harnwegsinfektion(1,1 %), ILD/Pneumonitis (1,1 %) und Sepsis (1,1 %).

Die Häufigkeit eines Behandlungsabbruchs aufgrund von Nebenwirkungen betrug 3,6 %. Diehäufigste Nebenwirkung, die zum Abbruch der Behandlung führte, war ILD/Pneumonitis (2,0 %). Die

Häufigkeit von Dosisreduktionen aufgrund von Nebenwirkungen betrug 21,0 %. Die häufigsten

Nebenwirkungen, die zu Dosisreduktionen führten, waren Stomatitis (12,9 %), Ermüdung/Fatigue(3,2 %), Übelkeit (1,8 %) und Keratitis (1,4 %). Die Häufigkeit von Behandlungsunterbrechungenaufgrund von Nebenwirkungen betrug 19,6 %. Die häufigsten Nebenwirkungen, die zu

Behandlungsunterbrechungen führten, waren Stomatitis (5,2 %), COVID-19 (4,1 %),

Ermüdung/Fatigue (2,3 %), ILD/Pneumonitis (1,6 %), Lungenentzündung (1,6 %), Keratitis (1,4 %)und Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion (1,1 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 3 sind die für Datroway berichteten Nebenwirkungen aufgeführt. Die Nebenwirkungen sindnach Systemorganklasse und Häufigkeitskategorie aufgeführt. Die Häufigkeiten der Nebenwirkungenbasieren auf den Häufigkeiten aller unerwünschten Ereignisse, wobei ein Teil der Ereignisse einer

Nebenwirkung andere Ursachen als Datopotamab deruxtecan haben kann, wie z. B. die Erkrankung,andere Arzneimittel oder in keinem Zusammenhang stehende Ursachen. Der Schweregrad derunerwünschten Arzneimittelwirkungen wurde auf der Grundlage der Common Terminology Criteriafor Adverse Events (CTCAE, Allgemeine Terminologiekriterien von unerwünschten Ereignissen)bewertet, wobei Schweregrad 1 als leicht, Schweregrad 2 als mittelschwer, Schweregrad 3 als schwer,

Schweregrad 4 als lebensbedrohlich und Schweregrad 5 als Tod definiert wurde.

Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100; < 1/10);gelegentlich (≥ 1/1 000; < 1/100); selten (≥ 1/10 000; < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) und nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad aufgeführt.

Tabelle 3: Nebenwirkungen bei Patienten, die mit Datopotamab deruxtecan 6 mg/kg behandeltwurden

Systemorganklasse Häufigkeitskategorie Nebenwirkungen

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Sehr häufig COVID-19a

Häufig Harnwegsinfektion,

Lungenentzündungb, Sepsis

Systemorganklasse Häufigkeitskategorie Nebenwirkungen

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig Anämie, Neutropeniec

Häufig Leukopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt Anaphylaktische Reaktion

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig Verminderter Appetit

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig Dysgeusie

Augenerkrankungen

Sehr häufig Keratitisd, trockenes Auge

Häufig Konjunktivitise, verschwommenes

Sehen, Tränensekretion verstärkt,

Blepharitis, Dysfunktion der

Meibomdrüse, Photophobie

Gelegentlich Sehverschlechterung

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig ILD/Pneumonitisf, Dyspnoe

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig Stomatitisg, Erbrechen, Übelkeit,

Diarrhö, Obstipation

Häufig Mundtrockenheit

Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

Sehr häufig Alopezie, Ausschlagh

Häufig Pruritus, trockene Haut,

Hauthyperpigmentierungi,

Madarosis

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig Ermüdung/Fatiguej

Untersuchungen

Sehr häufig Aspartat-Aminotransferase erhöht,

Alanin-Aminotransferase erhöht

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Häufig Reaktion im Zusammenhang miteiner Infusionka Einschließlich COVID-19, COVID-19-Pneumonie, positiver SARS-CoV-2-Test.b Einschließlich Lungenentzündung, Infektion der unteren Atemwege und Pilzinfektion der unteren Atemwege.c Einschließlich Neutropenie und Neutrophilenzahl erniedrigt.d Einschließlich Keratitis, Keratitis punctata und ulzerativer Keratitis.e Einschließlich Konjunktivitis, Erkrankung der Bindehaut, Bindehauthyperämie und Bindehautreizung.f Einschließlich interstitieller Lungenerkrankung und Pneumonitis.g Einschließlich Stomatitis, aphthöses Ulkus, Glossitis, Mundulzeration, schmerzhaftes Schlucken,

Mundschmerzen, Schmerzen im Oropharynx und Rachenentzündung.h Einschließlich Ausschlag, erythematöser Ausschlag, makulo-papulöser Ausschlag und juckender Ausschlag.i Einschließlich Hauthyperpigmentierung und Hautverfärbung.j Einschließlich Ermüdung/Fatigue und Asthenie.k Als Reaktion im Zusammenhang mit einer Infusion gilt jede Reaktion (Reaktion im Zusammenhang mit einer

Infusion, Pruritus und Ausschlag), die am Tag der Datroway-Infusion auftritt.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Interstitielle Lungenerkrankung/Pneumonitis

ILD/Pneumonitis trat bei 4,7 % der Patientengruppe mit Brustkrebs auf, die mit Datroway 6 mg/kgbehandelt wurde; davon wurden in einer unabhängigen Überprüfung 3,6 % der arzneimittelbedingten

ILD/Pneumonitis zugeordnet. Die meisten Fälle von ILD/Pneumonitis waren Schweregrad 1 (2,9 %).

Ereignisse von Schweregrad 2 traten bei 0,9 % der Patienten auf. Ereignisse von Schweregrad 3 tratenbei 0,9 % der Patienten auf. Bei 0,2 % der Patienten traten arzneimittelbedingte Ereignisse auf, die

Schweregrad 5 zugeordnet wurden. Die mediane Zeit bis zum ersten Auftreten betrug 5,8 Monate(Bereich: 1,1 bis 10,8).

Unerwünschte Wirkungen auf der Augenoberfläche

Unerwünschte Wirkungen auf der Augenoberfläche traten bei 49,0 % der mit Datroway behandelten

Patientengruppe auf; davon entfielen 35,0 % auf Schweregrad 1, 12,2 % auf Schweregrad 2 und 1,8 %auf Schweregrad 3. Keratitis trat bei 17,8 % der mit Datroway behandelten Patientengruppe auf; davonentfielen 13,3 % auf Schweregrad 1, 3,6 % auf Schweregrad 2, und 0,9 % auf Schweregrad 3. Diemediane Zeit bis zum Auftreten betrug 4,1 Monate (Bereich: 0 bis 23,2). Bei 0,5 % der Patienten kames zu einem Abbruch der Behandlung aufgrund von Keratitis.

Stomatitis

Stomatitis trat bei 64,8 % der mit Datroway behandelten Patientengruppe auf; davon entfielen 29,3 %auf Schweregrad 1, 27,5 % auf Schweregrad 2, und 7,9 % auf Schweregrad 3. Die mediane Zeit biszum ersten Auftreten betrug 0,6 Monate (Bereich: 0,03 bis 12,2). Bei 0,5 % der Patienten kam es zueinem Abbruch der Behandlung aufgrund von Stomatitis.

Hämatologische Ereignisse

In der Studie TROPION-Breast01 trat Neutropenie bei 11,7 % der mit Datroway behandelten

Patienten auf (davon entfielen 1,1 % auf Schweregrad ≥ 3). Leukopenie trat bei 3,6 % der mit

Datroway behandelten Patienten auf (kein Fall mit Schweregrad ≥ 3). Koloniestimulierende Faktorenwurden bei 2,7 % der mit Datroway behandelten Patienten eingesetzt.

Ältere Patienten

Unter den 443 Patienten mit Brustkrebs, die mit Datroway 6 mg/kg behandelt wurden, waren 23,3 %65 Jahre oder älter und 4,7 % 75 Jahre oder älter. Es liegen begrenzte Daten zur Ermittlung der

Sicherheit bei Patienten im Alter von 85 Jahren oder älter vor.

Bei den Patienten im Alter von 65 Jahren oder älter wurde ein zahlenmäßig niedrigerer Anteil an

Nebenwirkungen des Grades 3/4 (24,3 % vs. 25,0 %) und ein numerisch höherer Anteil anschwerwiegenden Nebenwirkungen (9,7 % vs. 6,8 %) und Nebenwirkungen, die zum

Behandlungsabbruch führten (3,9 % vs. 3,5 %), beobachtet als bei Patienten unter 65 Jahren.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es gibt derzeit keine spezifische Behandlung für den Fall einer Überdosierung. Eine höhere als dieangegebene Dosierung kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. Die Ärzte müssen allgemeineunterstützende Maßnahmen ergreifen und eine angemessene Behandlung einleiten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper und Antikörper-

Wirkstoff-Konjugate, ATC-Code: L01FX35

Wirkmechanismus

Datopotamab deruxtecan ist ein gegen TROP2 gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. Der

Antikörper ist ein humanisierter Anti-TROP2-IgG1-Antikörper, der an Deruxtecan gebunden ist, dasaus einem abspaltbaren Linker auf Tetrapeptidbasis und dem Topoisomerase-I-Inhibitor (DXd)besteht. Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat ist im Plasma stabil. Der Antikörper bindet an TROP2,das auf der Oberfläche bestimmter Tumorzellen exprimiert wird. Nach der Bindung wird

Datopotamab deruxtecan in die Tumorzellen internalisiert. Die anschließende Freisetzung von DXdführt zu DNA-Schäden und apoptotischem Zelltod durch Hemmung der Topoisomerase I. Wie in vitrogezeigt, kann Datopotamab deruxtecan durch Mechanismen der antikörperabhängigen zellulären

Zytotoxizität (ADCC), der antikörperabhängigen zellulären Phagozytose (ADCP) und der

Zytotoxizität von DXd durch Bystander-Effekt auch eine indirekte Zytotoxizität gegen TROP2-exprimierende Tumorzellen und benachbarte Zellen aufweisen.

Pharmakodynamische Wirkungen
Immunogenität

Wie bei allen therapeutischen Proteinen besteht ein Potenzial für Immunogenität.

Während des medianen 5,5-monatigen Behandlungszeitraums in klinischen Studien bei NSCLC- und

Brustkrebspatienten, die mit Datroway in einer Dosis von 6 mg/kg behandelt wurden, betrug die

Inzidenz von Anti-Datopotamab-deruxtecan-Antikörpern 16 % (146 von 912) und die Inzidenz vonneutralisierenden Antikörpern gegen Datopotamab deruxtecan 2,5 % (23 von 912). Es gab keineoffensichtlichen Auswirkungen von Antikörpern gegen das Arzneimittel auf die Pharmakokinetik oder

Wirksamkeit von Datopotamab deruxtecan. Es wurden keine klinisch bedeutsamen Auswirkungen aufdie Sicherheit von Datopotamab deruxtecan beobachtet.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

HR+/HER2- Brustkrebs

TROPION-Breast01 (NCT05104866)

Die Wirksamkeit von Datroway wurde in der Studie TROPION-Breast01 untersucht, einermultizentrischen, offenen, randomisierten Studie mit 732 Patienten mit inoperablem odermetastasiertem HR-positivem, HER2-negativem (IHC 0, IHC1+ oder IHC2+/ISH-) Brustkrebs. Die

Patienten mussten unter endokriner Therapie progredient sein und für diese ungeeignet sein. Die

Patienten mussten ein bis zwei Chemotherapielinien im Zusammenhang mit einer inoperablen odermetastasierten Erkrankung erhalten haben. Patienten mit klinisch inaktiven Hirnmetastasen wurden indie Studie aufgenommen. Ausgeschlossen wurden Patienten mit einer Vorgeschichte einer

ILD/Pneumonitis, die eine Behandlung mit Steroiden erforderte, mit einer anhaltenden

ILD/Pneumonitis oder mit einer klinisch signifikanten Herz-, Lungen- oder Hornhauterkrankung zum

Zeitpunkt des Screenings. Ausgeschlossen wurden auch Patienten mit einem Eastern Cooperative

Oncology Group (ECOG) Leistungsstatus > 1.

Insgesamt wurden 732 Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Datroway6 mg/kg (N = 365) per intravenöser Infusion alle 3 Wochen oder eine Chemotherapie nach Wahl des

Arztes (N = 367, Eribulin 59,9 %, Capecitabin 20,7 %, Vinorelbin 10,4 % oder Gemcitabin 9,0 %) biszum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität oder bis zum Fortschreiten der Erkrankung. Die

Randomisierung erfolgte stratifiziert nach vorheriger Chemotherapie (eine oder zwei), vorheriger

Behandlung mit einem CDK4/6-Inhibitor (ja oder nein) und geografischer Region (USA, Kanada,

Europa oder Rest der Welt). Bis zum Fortschreiten der Erkrankung wurde alle 6 Wochen eine

Tumorbildgebung durchgeführt.

Die dualen primären Wirksamkeitsendpunkte waren das progressionsfreie Überleben (progression-free survival, PFS), welches durch eine verblindete unabhängige zentrale Überprüfung (blindedindependent central review, BICR) gemäß den Response Evaluation Criteria in Solid Tumours(RECIST-Kriterien) V1.1 bewertet wurde, und das Gesamtüberleben (overall survival, OS).

Sekundäre Endpunkte waren die bestätigte objektive Ansprechrate (objective response rate, ORR) unddie Dauer des Ansprechens (duration of response, DOR).

Die demografischen Ausgangsdaten und die Krankheitsmerkmale der Patienten waren zwischen den

Behandlungsarmen ausgeglichen. Das mediane Alter lag bei 55 Jahren (Bereich: 28 bis 86); 22,3 %waren ≥ 65 Jahre alt, 98,8 % waren weiblich; 47,8 % waren Weiße, 1,5 % waren Schwarze oder

Afroamerikaner, 40,7 % waren Asiaten und 11,3 % waren hispanischer/lateinamerikanischerethnischer Zugehörigkeit; 57 % hatten einen ECOG-PS von 0 und 42,3 % einen ECOG-PS von 1;97,3 % hatten eine viszerale Erkrankung, 71,9 % hatten Lebermetastasen und 7,9 % hatten stabile

Hirnmetastasen zum Zeitpunkt der Randomisierung.

60,2 % der Patienten hatten zuvor eine endokrine Therapie in der (neo-)adjuvanten Phase erhalten,88,5 % hatten zuvor eine endokrine Therapie in der inoperablen oder metastasierten Phase erhaltenund alle Patienten hatten zuvor eine Chemotherapie in der inoperablen oder metastasierten Phaseerhalten. Insgesamt hatten 80,7 % der Patienten zuvor Taxane und 63,8 % zuvor Anthrazyklineerhalten. 62 % der Patienten hatten eine vorherige Chemotherapie erhalten und 37,7 % der Patientenhatten zwei vorherige Chemotherapien zur Behandlung einer inoperablen oder metastasierten

Erkrankung erhalten. 82,5 % der Patienten waren zuvor mit einem CDK4/6-Inhibitor behandeltworden.

Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 4 und in Abbildung 1 und 2 zusammengefasst.

Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse in TROPION-Breast01

Wirksamkeitsparameter Datroway Chemotherapie(N = 365) (N = 367)

Progressionsfreies Überleben nach BICRa

Anzahl der Ereignisse (%) 212 (58,1) 235 (64,0)

Median, Monate (95%-KI) 6,9 (5,7; 7,4) 4,9 (4,2; 5,5)

Hazard Ratio (95%-KI) 0,63 (0,52; 0,76)p-Wertb <  0,0001

Gesamtüberlebenc, d

Anzahl der Ereignisse (%) 223 (61,1) 213 (58,0)

Median, Monate (95%-KI) 18,6 (17,3; 20,1) 18,3 (17,3; 20,5)

Hazard Ratio (95%-KI) 1,01 (0,83; 1,22)p-Werte 0,9445

Objektive Ansprechrate nach BICRa,fn (%) 133 (36,4) 84 (22,9)95%-KI 31,4; 41,3 18,6; 27,2

Ansprechdauer nach BICRa,f

Median, Monate (95%-KI) 6,7 (5,6; 9,8) 5,7 (4,9; 6,8)a Datenstichtag 17. Juli 2023b Die vordefinierte Grenze für den p-Wert lag bei 0,01.c Datenstichtag 24. Juli 2024d 12,3 % der Patienten im Datopotamab-deruxtecan-Arm und 24,0 % der Patienten im ICC-Arm wurden nach

Absetzen der Behandlung mit Trastuzumab deruxtecan und/oder Sacituzumab govitecan weiterbehandelt.e Die vordefinierte Grenze für den p-Wert lag bei 0,0403.f Die Endpunkte wurden deskriptiv analysiert.

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens (PFS) gemäß BICR in der

Studie TROPION-Breast01 (Datenstichtag 17. Juli 2023)

Zensiert

Datopotamab deruxtecan (N = 365)

ICC (N = 367)

Anzahl Risikopatienten Zeit seit Randomisierung (Monate)

Datopotamab deruxtecan(N = 365)

ICC (N = 367)

Die Verbesserung des PFS nach BICR war in den präspezifizierten Subgruppen der Patientenkonsistent, einschließlich der geografischen Region, der vorherigen Anwendung eines CDK4/6-

Inhibitors und der vorherigen Therapielinie.

Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des finalen Gesamtüberlebens (OS) in der Studie

TROPION-Breast01 (Datenstichtag 24. Juli 2024)

Zensiert

Datopotamab deruxtecan (N = 365)

ICC (N = 367)

Zeit seit Randomisierung (Monate)

Anzahl Risikopatienten

Datopotamabderuxtecan (N = 365)

ICC (N = 367)

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Datroway eine Freistellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Brustkrebs gewährt (siehe

Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik von Datopotamab deruxtecan wurde bei 729 Patienten untersucht.

Bei der empfohlenen Dosierung von Datroway betrug das geometrische Mittel (Variationskoeffizient[VK]%) der Cmax von Datopotamab deruxtecan und DXd 154 µg/ml (20,3 %) bzw. 2,82 ng/ml(58,1 %), und die AUC (Fläche unter der Plasma-Konzentrations-Zeitkurve) von Datopotamab

Gesamtüberleben (%)

Progressionsfreies Überleben (%)deruxtecan und DXd betrug 671 µg*Tag/ml (31,4 %) bzw. 18,5 ng*Tag/ml (42,6 %) nach der ersten

Dosis in Zyklus 1.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen von Datopotamab deruxtecan im Fließgleichgewicht beträgt 3,52 l. In vitrolag die Proteinbindung von DXd in Humanplasma im Konzentrationsbereich von 10 ng/ml bis100 ng/ml bei 96,8 bis 98,0 %, und das Verhältnis von Blut- zu Plasmakonzentration von DXd betrug0,59-0,62.

Biotransformation

Datopotamab deruxtecan wird in der Tumorzelle durch lysosomale Enzyme gespalten, wodurch DXdfreigesetzt wird. Es ist zu erwarten, dass der humanisierte monoklonale TROP2-IgG1-Antikörper überkatabole Vorgänge auf die gleiche Weise wie endogenes IgG zu kleinen Peptiden und Aminosäurenabgebaut wird. In-vitro-Studien zur Metabolisierung an menschlichen Lebermikrosomen zeigen, dass

DXd in erster Linie durch CYP3A4 über oxidative Vorgänge und in nicht nennenswertem Umfangdurch UGT oder andere CYP-Enzyme metabolisiert wird.

Elimination

Nach intravenöser Anwendung von Datopotamab deruxtecan bei Patienten wurde die Clearance von

Datopotamab deruxtecan auf 0,57 l/Tag geschätzt. Die mediane Eliminationshalbwertszeit (t1/2) von

Datopotamab deruxtecan betrug 4,82 Tage und die scheinbare mediane t1/2 von freigesetztem DXd lagbei etwa 5,50 Tagen. In vitro war DXd ein Substrat von P-gp, OATP1B1, OATP1B3, MATE2-K,

MRP1 und BCRP. Die Ausscheidung von DXd wurde beim Menschen nicht untersucht.

Wechselwirkungen in vitro

Einfluss von Datroway auf die Pharmakokinetik anderer Arzneimittel

In-vitro-Studien weisen darauf hin, dass DXd wesentliche CYP450-Enzyme wie CYP1A2, 2B6, 2C8,2C9, 2C19, 2D6 und 3A nicht hemmt oder induziert. In-vitro-Studien weisen ferner darauf hin, dass

DXd keine Hemmwirkung auf OAT1-, OAT3-, OCT1-, OCT2-, OATP1B1-, OATP1B3-, MATE1-,

MATE2-K-, P-gp-, BCRP- oder BSEP-Transporter ausübt.

Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Datroway

In vitro war DXd ein Substrat von P-gp, OATP1B1, OATP1B3, MATE2-K, MRP1, und BCRP.

Bei Arzneimitteln, die eine Hemmwirkung auf MATE2-K-, MRP1-, P-gp-, OATP1B1- oder BCRP-

Transporter ausüben, werden keine bedeutsamen Arzneimittelwechselwirkungen erwartet (siehe

Abschnitt 4.5).

Linearität/Nicht-Linearität

Bei intravenöser Anwendung stieg die Exposition von Datopotamab deruxtecan und freigesetztem

DXd im Dosisbereich von 4 mg/kg bis 10 mg/kg (etwa das 0,7- bis 1,7-Fache der empfohlenen Dosis)proportional zur verabreichten Dosis an. Bei der Dosis von 6 mg/kg wurde zwischen Zyklus 1 und

Zyklus 3 keine Akkumulation von Datopotamab deruxtecan beobachtet.

Besondere Patientengruppen

Eine populationspharmakokinetische Analyse zeigte, dass Alter (26 bis 86 Jahre), ethnische

Zugehörigkeit, Region und Geschlecht keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Exposition von

Datopotamab deruxtecan oder DXd hatten. Das mittlere Verteilungsvolumen und die Clearance von

Datopotamab deruxtecan und DXd steigen mit zunehmendem Körpergewicht (35,6 kg bis 156 kg).

Dies wird als klinisch relevant angesehen. Siehe Abschnitt 4.2 für Dosisempfehlungen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Es wurde keine spezielle Studie zu eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt. Laut einerpopulationspharmakokinetischen Analyse von Patienten mit leicht bis mäßig (ClCr ≥ 30 und< 90 ml/min) eingeschränkter Nierenfunktion (Schätzung nach Cockcroft-Gault) wurde die

Pharmakokinetik von Datopotamab deruxtecan oder DXd durch eine leichte bis mäßige

Einschränkung der Nierenfunktion im Vergleich zu einer normalen Nierenfunktion (ClCr≥ 90 ml/min) nicht beeinflusst (siehe Abschnitt 4.2).

Eingeschränkte Leberfunktion

Es wurde keine spezielle Studie zu eingeschränkter Leberfunktion durchgeführt. Laut einerpopulationspharmakokinetischen Analyse bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion(Gesamtbilirubin ≤ ULN und AST-Wert > ULN oder Gesamtbilirubin > 1 bis 1,5 × ULN, unabhängigvom AST-Wert) wurde die Pharmakokinetik von Datopotamab deruxtecan oder DXd durch eine leichteingeschränkte Leberfunktion im Vergleich zu einer normalen Leberfunktion nicht beeinflusst. Esliegen nur begrenzte Daten für Patienten mit mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin> 1,5 bis 3 × ULN, unabhängig vom AST-Wert) vor, um Schlussfolgerungen ziehen zu können. Esliegen keine ausreichenden Daten für Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion(Gesamtbilirubin > 3 × ULN, unabhängig vom AST-Wert) vor. Deshalb müssen Patienten mit mäßigund schwer eingeschränkter Leberfunktion sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4).

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Toxizität bei wiederholter Verabreichung

Bei Expositionen gegenüber dem Topoisomerase-I-Inhibitor unterhalb der klinischen

Plasmaexposition wurden bei Tieren nach Verabreichung von Datopotamab deruxtecan Toxizitäten inlymphatischen und hämatopoetischen Organen, Darm, Niere, männlichen und weiblichen

Fortpflanzungsorganen, Lunge, Haut, Augen (Hornhaut), Leber und Schneidezähnen beobachtet. Beidiesen Tieren waren die Expositionen gegenüber dem AWK ähnlich oder lagen über der klinischen

Plasmaexposition.

Genotoxizität

DXd erwies sich sowohl in einem In-vivo-Knochenmark-Mikronukleus-Test bei Ratten als auch ineinem In-vitro-Aberrationstest mit Lungenchromosomen des chinesischen Hamsters als klastogen.

Karzinogenität

Es wurden keine Karzinogenitätsstudien mit Datopotamab deruxtecan durchgeführt.

Reproduktions- und Entwicklungstoxizität

Es wurden keine gezielten Fertilitätsstudien mit Datopotamab deruxtecan durchgeführt. Aus den

Ergebnissen einer Tier-Toxizitätsstudie an Ratten geht hervor, dass Datopotamab deruxtecan200 mg/kg (etwa das 29-Fache der für den Menschen empfohlenen Dosis von 6 mg/kg basierend aufder AUC) bei Expositionen des Topoisomerase-I-Inhibitors unterhalb der klinischen Plasmaexpositiondie männliche und weibliche Fortpflanzungsfunktion und Fertilität beeinträchtigen kann. Die Toxizitätfür den männlichen Fortpflanzungstrakt umfasste Hoden (Degeneration des Keimepithels und

Atrophie der Samenkanälchen) und Nebenhoden (Einzelzellnekrose des Duktalepithels, Zelltrümmerim Kanal und verringerte Anzahl von Spermien im Kanal), die sich nach 8-wöchiger

Behandlungsunterbrechung nicht zurückbildeten, mit Ausnahme von Einzelzellnekrose des

Duktalepithels. Die Auswirkungen auf die weibliche Fertilität, einschließlich einer Zunahme der

Anzahl atretischer Follikel in den Eierstöcken und einer Einzelzellnekrose des Schleimhautepithels inder Vagina, können reversibel sein.

Es wurden keine Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität mit Datopotamab deruxtecandurchgeführt. Ausgehend von den Ergebnissen allgemeiner Toxizitätsstudien an Tieren waren

Datopotamab deruxtecan und DXd toxisch für Zellen mit schneller Zellteilung (Hoden), und DXd wargenotoxisch, was auf ein Potenzial für Embryotoxizität und Teratogenität schließen lässt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

L-Histidin

L-Histidinhydrochlorid-Monohydrat

Saccharose

Polysorbat 80 (E 433)

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Zur Rekonstitution oder Verdünnung darf keine Natriumchlorid-Infusionslösung verwendet werden,da sie zur Partikelbildung führen kann.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche:

4 Jahre

Rekonstituierte Lösung

Die chemische und physikalische Stabilität nach Öffnung wurde für bis zu 48 Stunden bei 2 °C bis8 °C nachgewiesen. Vom mikrobiologischen Standpunkt aus betrachtet, muss die Lösung sofortverwendet werden. Wird die rekonstituierte Lösung nicht sofort verwendet, unterliegen

Aufbewahrungsdauer und -bedingungen der gebrauchsfertigen Lösung vor der Anwendung der

Verantwortung des Anwenders und betragen normalerweise nicht mehr als 24 Stunden bei 2 ºC bis8 ºC, es sei denn, die Rekonstitution erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen

Bedingungen.

Verdünnte Lösung

Es wird empfohlen, die verdünnte Lösung sofort zu verwenden. Wenn die verdünnte Lösung nichtsofort verwendet wird, kann sie, einschließlich Zubereitung und Infusion, lichtgeschützt bei

Raumtemperatur (≤ 25 °C) für bis zu 4 Stunden oder für bis zu 24 Stunden im Kühlschrank bei 2 ºCbis 8 ºC aufbewahrt werden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Nicht einfrieren.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution und Verdünnung des Arzneimittels, siehe

Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Datroway wird in einer 10-ml-Durchstechflasche aus braunem Borosilikatglas Typ 1 geliefert, die miteinem mit Fluorharz laminierten Butylkautschuk-Stopfen und einer blauen Flip-off-Bördelkappe aus

Polypropylen/Aluminium verschlossen ist.

Jede Schachtel enthält 1 Durchstechflasche.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Datroway enthält eine zytotoxische Komponente und muss unter der Aufsicht eines Arztesangewendet werden, der Erfahrung mit der Anwendung von Zytostatika hat. Es sind geeignete

Verfahren für die Zubereitung, Handhabung und Entsorgung von antineoplastischen undzytotoxischen Arzneimitteln anzuwenden.

Bei den folgenden Rekonstitutions- und Verdünnungsverfahren muss eine geeignete aseptische

Technik angewendet werden.

Rekonstitution

* Unmittelbar vor der Verdünnung rekonstituieren.

* Für eine volle Dosis kann mehr als eine Durchstechflasche erforderlich sein. Berechnen Sie die

Dosis (mg), das erforderliche Gesamtvolumen der rekonstituierten Datroway-Lösung und diebenötigte Anzahl Durchstechflaschen mit Datroway (siehe Abschnitt 4.2).

* Rekonstituieren Sie jede 100-mg-Durchstechflasche mithilfe einer sterilen Spritze, indem Sielangsam 5 ml Wasser für Injektionszwecke in jede Durchstechflasche injizieren, um eine

Endkonzentration von 20 mg/ml zu erhalten.

* Schwenken Sie die Durchstechflasche behutsam, bis sich der Inhalt vollständig aufgelöst hat.

Nicht schütteln.

* Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Für den Fall, dass die

Lösung nicht sofort verwendet wird, wurde die chemische und physikalische Stabilität währenddes Gebrauchs für bis zu 48 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nachgewiesen. Die rekonstituierten

Datroway-Durchstechflaschen lichtgeschützt im Kühlschrank bei 2 ºC bis 8 ºC aufbewahren.

Nicht einfrieren.

* Das rekonstituierte Arzneimittel enthält kein Konservierungsmittel und ist nur für deneinmaligen Gebrauch bestimmt.

Verdünnung

* Die berechnete Menge aus der/den Durchstechflasche(n) in eine sterile Spritze aufziehen. Dierekonstituierte Lösung visuell auf Partikel und Verfärbung überprüfen. Die Lösung muss klarund farblos bis hellgelb sein. Nicht verwenden, wenn sichtbare Partikel vorhanden sind oderwenn die Lösung trüb oder verfärbt ist.

* Das berechnete Volumen des rekonstituierten Datroway in einem Infusionsbeutel verdünnen,der 100 ml 5%ige Glukoselösung enthält. Keine Natriumchloridlösung verwenden (siehe

Abschnitt 6.2). Ein Infusionsbeutel aus Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyolefin (Polypropylen(PP) oder Copolymer aus Ethylen und Propylen) wird empfohlen.

* Den Infusionsbeutel vorsichtig umdrehen, damit sich die Lösung gut mischen kann. Nichtschütteln.

* Den Infusionsbeutel zum Schutz vor Licht abdecken.

* Wenn die Lösung nicht sofort verwendet wird, kann sie lichtgeschützt bei Raumtemperatur(≤ 25 °C) für bis zu 4 Stunden einschließlich Zubereitung und Infusion oder für bis zu24 Stunden im Kühlschrank bei 2 ºC bis 8 ºC aufbewahrt werden. Nicht einfrieren.

* Alle in der Durchstechflasche verbliebenen, nicht verwendeten Reste der Lösung sind zuentsorgen.

Anwendung

* Wenn die zubereitete Infusionslösung gekühlt (2 ºC bis 8 ºC) gelagert wurde, wird empfohlen,die Lösung vor der Anwendung lichtgeschützt stehen zu lassen bis sie Raumtemperatur erreichthat.

* Die Gabe von Datroway als intravenöse Infusion darf nur über eine Infusionsleitung und ein

Schlauchset aus PVC, Polybutadien (PBD) oder Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) erfolgen.

* Datroway ist über ein Infusionsbesteck mit einem 0,2 μm In-Line-Filter aus

Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyethersulfon (PES) oder Nylon 66 zu geben.

* Nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion anwenden (siehe Abschnitt 4.2).

* Den Infusionsbeutel zum Schutz vor Licht abdecken.

* Datroway nicht mit anderen Arzneimitteln mischen oder andere Arzneimittel nicht überdenselben intravenösen Zugang geben.

Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

Daiichi Sankyo Europe GmbH

Zielstattstraße 4881379 München

Deutschland

8. ZULASSUNGSNUMMER(N)

EU/1/25/1915/001

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 04. April 2025

10. STAND DER INFORMATION

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

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