Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels DARUNAVIR KRKA 400mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Darunavir Krka 400 mg Filmtabletten
Darunavir Krka 800 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Darunavir Krka 400 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 400 mg Darunavir.
Darunavir Krka 800 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 800 mg Darunavir.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
Darunavir Krka 400 mg Filmtabletten
Gelbbraune, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit der einseitigen Prägung S1. Tablettenmaße:17 x 8,5 mm.
Darunavir Krka 800 mg Filmtabletten
Braunrote, ovale, bikonvexe Filmtabletten mit der einseitigen Prägung S3. Tablettenmaße:20 x 10 mm.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Darunavir Krka zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir eingenommen ist indiziert in Kombinationmit anderen antiretroviralen Arzneimitteln zur Therapie bei Patienten mit Infektionen mit demhumanen Immundefizienzvirus (HIV-1).
Darunavir Krka 400 mg und 800 mg Tabletten können zur Erreichung der geeigneten Dosis zur
Therapie der HIV-1-Infektion bei Erwachsenen und bei pädiatrischen Patienten ab 3 Jahre undmindestens 40 kg Körpergewicht angewendet werden, die:
- antiretroviral nicht vorbehandelt (ART-naïv) sind (siehe Abschnitt 4.2).
- ART-vorbehandelt sind und keine Darunavir-Resistenz-assoziierte Mutationen (DRV-RAMs)und < 100 000 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Plasma und eine CD4+-Zellzahlvon ≥ 100 x 106 Zellen/l besitzen. Die Entscheidung für einen Therapiebeginn mit Darunavir beisolchen ART-vorbehandelten Patienten, und zum Einsatz von Darunavir sollte auf Basis der
Daten einer Genotypisierung getroffen werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Therapie sollte von einem Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung von HIV-Infektionenerfahren ist. Nach Beginn der Therapie mit Darunavir sollten die Patienten angewiesen werden, nichtohne Rücksprache mit Ihrem Arzt die Dosierung oder die Darreichungsform zu ändern oder die
Therapie abzubrechen.
Das Interaktionsprofil von Darunavir hängt davon ab, ob Ritonavir als pharmakokinetischer Verstärkerverwendet wird. Daher können für Darunavir unterschiedliche Kontraindikationen und Empfehlungenzur Begleitmedikation vorliegen, je nachdem, ob der Wirkstoff mit Ritonavir geboostert wird (siehe
Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 4.5).
DosierungDarunavir ist stets oral zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir als pharmakokinetischem
Verstärker und in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln anzuwenden. Vor
Aufnahme einer Therapie mit Darunavir ist daher entsprechend die Fachinformation von Ritonavir zubeachten.
Dieses Arzneimittel ist nur als Filmtabletten verfügbar und es ist daher nicht geeignet für Patienten,die keine ganzen Tabletten schlucken können, z. B. junge Kinder. Für die Anwendung bei diesen
Patienten sollte geprüft werden, ob geeignetere Darreichungsformen mit Darunavir zur Verfügungstehen.
Antiretroviral nicht vorbehandelte (ART-naïve) erwachsene Patienten
Die empfohlene Dosierung ist 800 mg einmal täglich mit Ritonavir 100 mg einmal täglich mit dem
Essen.
Darunavir Krka 400 mg und 800 mg Tabletten können angewendet werden, um die Dosis von einmaltäglich 800 mg zu erreichen.
ART-vorbehandelte erwachsene Patienten
Die empfohlene Dosierung ist wie folgt:
- Für ART-vorbehandelte Patienten ohne Virusmutationen, die mit Darunavir-Resistenz-assoziiert sind (DRV-RAMs)* mit < 100 000 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Plasma und einer
CD4+-Zellzahl von ≥ 100 x 106 Zellen/l (siehe Abschnitt 4.1) kann eine Dosierung von 800 mgeinmal täglich mit Ritonavir 100 mg einmal täglich zusammen mit dem Essen angewendetwerden. Darunavir Krka 400 mg und 800 mg Tabletten können angewendet werden, um die
Dosis von einmal täglich 800 mg zu erreichen.
- Für jeden anderen ART-vorbehandelten Patienten oder wenn eine HIV-1-Genotypisierung nichtmöglich ist, beträgt die empfohlene Dosierung 600 mg zweimal täglich mit Ritonavir 100 mgzweimal täglich mit Essen (siehe Fachinformation von Darunavir Krka 600 mg Tabletten).
* DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V und L89V
Antiretroviral nicht vorbehandelte (ART-naïve) pädiatrische Patienten (3 bis 17 Jahre und mindestens40 kg Körpergewicht)
Die empfohlene Dosierung ist 800 mg einmal täglich mit Ritonavir 100 mg einmal täglich mit dem
Essen.
ART-vorbehandelte pädiatrische Patienten (3 bis 17 Jahre und mindestens 40 kg Körpergewicht)
Die empfohlene Dosierung ist wie folgt:
- Für ART-vorbehandelte Patienten ohne DRV-RAMs* und mit < 100 000 HIV-1-RNA-
Kopien/ml im Plasma und einer CD4+-Zellzahl von ≥ 100 x 106 Zellen/l (siehe Abschnitt 4.1)kann eine Dosierung von 800 mg einmal täglich mit Ritonavir 100 mg einmal täglich zusammenmit dem Essen angewendet werden. Darunavir Krka 400 mg und 800 mg Tabletten könnenangewendet werden, um die Dosis von einmal täglich 800 mg zu erreichen.
- Für jeden anderen ART-vorbehandelten Patienten oder wenn eine HIV-1-Genotypisierung nichtmöglich ist, wird die empfohlene Dosierung in der Fachinformation von Darunavir Krka600 mg Tabletten beschrieben.
* DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V und L89V
Hinweis bei ausgelassenen DosenFalls eine einmal täglich eingenommene Dosis Darunavir und/oder Ritonavir vergessen wird, dieses
Versäumnis aber innerhalb von 12 Stunden nach dem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt wird,sollten die Patienten angewiesen werden, die vorgeschriebene Dosis von Darunavir und Ritonavirzusammen mit dem Essen so bald wie möglich einzunehmen. Wenn dies später als 12 Stunden nachdem üblichen Einnahmezeitpunkt bemerkt wird, darf die vergessene Dosis nicht eingenommen werdenund der Patient sollte sein gewohntes Behandlungsschema wieder aufnehmen.
Diese Empfehlung basiert auf der Halbwertszeit von Darunavir bei gleichzeitiger Anwendung von
Ritonavir und dem empfohlenen Dosierungsintervall von ca. 24 Stunden.
Wenn ein Patient innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme des Arzneimittels erbricht, sollte er soschnell wie möglich eine weitere Dosis von Darunavir mit Ritonavir zusammen mit dem Esseneinnehmen. Erbricht ein Patient mehr als 4 Stunden nach der Einnahme des Arzneimittels, braucht erbis zum nächsten regulär geplanten Zeitpunkt keine weitere Dosis von Darunavir mit Ritonavireinzunehmen.
Spezielle PatientengruppenÄltere PatientenEs liegen nur begrenzt Informationen in dieser Patientengruppe vor und daher sollte Darunavir indieser Altersgruppe mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
LeberfunktionsstörungenDarunavir wird über das hepatische System verstoffwechselt. Bei Patienten mit milder (Child-Pugh
Klasse A) oder mäßiger (Child-Pugh Klasse B) Leberfunktionsstörung ist eine Dosisanpassung nichtzu empfehlen, jedoch sollte Darunavir bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden. Zu
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung liegen keine pharmakokinetischen Daten vor. Schwere
Leberfunktionsstörungen könnten zu einer erhöhten Verfügbarkeit von Darunavir führen und dessen
Sicherheitsprofil verschlechtern. Deswegen darf Darunavir bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Klasse C) nicht angewendet werden (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und5.2).
NierenfunktionsstörungenBei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen ist eine Dosisanpassung von Darunavir/Ritonavir nichterforderlich (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDarunavir Krka soll bei Kindern nicht angewendet werden,
- die unter 3 Jahre sind aufgrund von Sicherheitsbedenken (siehe Abschnitte 4.4 und 5.3) oder
- die weniger als 15 kg wiegen, da die Dosis für diese Population nicht an einer ausreichenden
Anzahl Patienten untersucht werden konnte (siehe Abschnitt 5.1).
Zu weiteren Dosierungsempfehlungen für Kinder siehe Fachinformation von Darunavir Krka 600 mg
Tabletten.
Schwangerschaft und postpartale PhaseWährend der Schwangerschaft und postpartalen Phase ist eine Dosisanpassung von
Darunavir/Ritonavir nicht notwendig. Darunavir/Ritonavir soll während der Schwangerschaft nurangewendet werden, wenn der potentielle Nutzen das potentielle Risiko rechtfertigt (siehe
Abschnitte 4.4, pct. 4.6 und 5.2).
Die Behandlung mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg während der Schwangerschaft führt zu einergeringen Darunavir-Exposition (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Deshalb soll während der
Schwangerschaft keine Behandlung mit Darunavir/Cobicistat begonnen werden. Bei Frauen, diewährend der Behandlung mit Darunavir/Cobicistat schwanger werden, soll ein Wechsel zu einemalternativen Behandlungsregime erfolgen (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6). Darunavir/Ritonavir kann als
Alternative erwogen werden.
Art der AnwendungDie Patienten sollten angewiesen werden, Darunavir mit Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavirinnerhalb von 30 Minuten nach Beendigung einer Mahlzeit einzunehmen. Die Art der Nahrungsmittelhat keinen Einfluss auf die systemische Verfügbarkeit von Darunavir (siehe Abschnitte 4.4, 4.5 und5.2).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C).
Die gleichzeitige Anwendung mit folgenden Arzneimitteln aufgrund der erwarteten Verminderung der
Plasmakonzentrationen von Darunavir, Ritonavir und Cobicistat sowie eines möglichen Verlusts der
Wirksamkeit (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Zutreffend für Darunavir, das entweder mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird:
- Das Kombinationspräparat Lopinavir/Ritonavir (siehe Abschnitt 4.5).
- Die starken CYP3A-Induktoren Rifampicin und pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut(Hypericum perforatum) enthalten. Es wird erwartet, dass die gleichzeitige Anwendung die
Plasmakonzentrationen von Darunavir, Ritonavir und Cobicistat vermindert, was zum Verlustder Wirksamkeit und möglicher Resistenzentwicklung führen kann (siehe Abschnitte 4.4 und4.5).
Zutreffend für Darunavir, das mit Cobicistat geboostert, aber nicht mit Ritonavir geboostert wird:
- Darunavir, das mit Cobicistat geboostert wird, ist empfindlicher gegenüber einer CYP3A-
Induktion, als Darunavir, das mit Ritonavir geboostert wird. Die gleichzeitige Anwendung mitstarken CYP3A-Induktoren ist kontraindiziert, da diese die Exposition gegenüber Cobicistat und
Darunavir reduzieren könnten, was zum Verlust der Wirksamkeit führen würde.
Starke CYP3A-Induktoren schließen z. Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin ein(siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).
Darunavir, das entweder mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird, hemmt die Elimination von
Wirkstoffen, deren Clearance in hohem Maße von CYP3A abhängig ist, was zu einer erhöhten
Exposition gegenüber dem gleichzeitig angewendeten Wirkstoff führt. Daher ist die gleichzeitige
Anwendung von Wirkstoffen, bei denen erhöhte Plasmakonzentrationen mit schwerwiegendenund/oder lebensbedrohlichen Ereignissen einhergehen, kontraindiziert (zutreffend für Darunavir, dasentweder mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird). Zu diesen Wirkstoffen zählen z. B.:
- Alfuzosin
- Amiodaron, Bepridil, Dronedaron, Ivabradin, Chinidin, Ranolazin
- Astemizol, Terfenadin
- Colchicin bei Anwendung bei Patienten mit Nieren- und/oder Leberfunktionsstörung (siehe
Abschnitt 4.5)
- Ergotderivate (z. B. Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin, Methylergometrin)
- Elbasvir/Grazoprevir
- Cisaprid
- Dapoxetin
- Domperidon
- Naloxegol
- Lurasidon, Pimozid, Quetiapin, Sertindol (siehe Abschnitt 4.5)
- Triazolam, oral eingenommenes Midazolam (zur Vorsicht bei parenteral verabreichtem
Midazolam siehe Abschnitt 4.5)
- Sildenafil - wenn zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie angewandt, Avanafil
- Simvastatin, Lovastatin und Lomitapid (siehe Abschnitt 4.5)
- Ticagrelor (siehe Abschnitt 4.5).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Eine regelmäßige Überprüfung des virologischen Ansprechens wird empfohlen. Bei Fehlen oder
Verlust des virologischen Ansprechens sollte ein Resistenztest durchgeführt werden.
Darunavir ist stets oral zusammen mit Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavir alspharmakokinetischem Verstärker und in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimittelneinzunehmen (siehe Abschnitt 5.2). Vor Aufnahme einer Therapie mit Darunavir ist daher entwederdie Fachinformation von Cobicistat oder die von Ritonavir zu beachten.
Eine höhere Dosis Ritonavir als die in Abschnitt 4.2 empfohlene zeigte keine signifikanten
Auswirkungen auf die Darunavir-Konzentration. Es wird nicht empfohlen, die Dosis von Cobicistatoder Ritonavir zu verändern.
Darunavir bindet überwiegend an 1-saures Glykoprotein. Diese Proteinbindung istkonzentrationsabhängig, was auf eine Bindungssättigung hinweist. Daher kann nicht ausgeschlossenwerden, dass Arzneimittel, die auch stark an 1-saures Glykoprotein binden, aus ihrer Proteinbindungverdrängt werden (siehe Abschnitt 4.5).
ART-vorbehandelte Patienten - einmal tägliche Dosierung
Bei ART-vorbehandelten Patienten sollte Darunavir Krka in Kombination mit Cobicistat oder niedrigdosiertem Ritonavir einmal täglich nicht angewendet werden, wenn die Patienten HI-Viren mit eineroder mehreren Darunavir-Resistenz-assoziierten Mutationen (DRV-RAMs), ≥ 100 000 HIV-1-RNA-
Kopien/ml oder eine CD4+-Zellzahl von < 100 x 106 Zellen/l haben (siehe Abschnitt 4.2). In dieser
Population wurden Kombinationen mit einem anderen optimierten Basisregime (OBR) als ≥ 2 NRTIsnicht untersucht. Es stehen nur eingeschränkt Daten für Patienten mit anderen HIV-1-Stämmen als Bzur Verfügung (siehe Abschnitt 5.1).
Kinder und JugendlicheDarunavir wird für die Anwendung bei pädiatrischen Patienten unter 3 Jahren oder mit einem
Körpergewicht von weniger als 15 kg nicht empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 5.3).
SchwangerschaftDarunavir/Ritonavir soll während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potentielle
Nutzen das potentielle Risiko rechtfertigt.
Vorsicht ist bei Schwangeren mit Begleitmedikation, die die Darunavirexposition weiter vermindernkönnte, geboten (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Die Behandlung mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg einmal täglich im zweiten und dritten Trimenonhat nachweislich zu niedriger Darunavir-Exposition geführt, mit einer Verringerung der Cmin-Spiegelvon etwa 90% (siehe Abschnitt 5.2). Die Cobicistat-Spiegel sinken und sorgen möglicherweise nichtmehr für ausreichendes Boosting. Die wesentliche Verringerung der Darunavir-Exposition kann zuvirologischem Versagen und zu einem erhöhten Risiko der Übertragung der HIV-Infektion von der
Mutter auf das Kind führen. Deshalb soll während der Schwangerschaft keine Behandlung mit
Darunavir/Cobicistat begonnen werden. Bei Frauen, die während der Behandlung mit
Darunavir/Cobicistat schwanger werden, soll ein Wechsel zu einem alternativen Behandlungsregimeerfolgen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.6). Darunavir in Verbindung mit einer niedrigen Dosis Ritonavirkann als Alternative erwogen werden.
Ältere PatientenDa zur Anwendung von Darunavir bei Patienten ab 65 Jahren nur begrenzte Informationen verfügbarsind, sollte Darunavir bei älteren Patienten mit Vorsicht angewendet werden, zumal bei diesen die
Häufigkeit von Einschränkungen der Leberfunktion sowie von Begleiterkrankungen und anderen
Therapien erhöht ist (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Schwere HautreaktionenWährend des klinischen Entwicklungsprogramms mit Darunavir/Ritonavir (N = 3 063) wurdenschwere Hautreaktionen, die mit Fieber und/oder Erhöhung der Transaminasen einhergehen können,bei 0,4% der Patienten berichtet. DRESS (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen
Symptomen) und ein Stevens-Johnson-Syndrom wurden selten (< 0,1%) beschrieben; Toxischeepidermale Nekrolyse und akute generalisierte exanthematische Pustulose wurden nach
Markteinführung berichtet. Darunavir soll sofort abgesetzt werden, wenn sich Zeichen oder Symptomeeiner schweren Hautreaktion entwickeln. Diese können mit schweren Hautausschlägen oder
Hautausschlag mit Fieber, allgemeinem Unwohlsein, Ermüdung, Muskel- oder Gelenkschmerzen,
Blasen, oralen Läsionen, Konjunktivitis, Hepatitis und/oder Eosinophilie verbunden sein, sind abernicht darauf beschränkt.
Hautausschlag trat bei ART-vorbehandelten Patienten, deren Therapieregime Darunavir/Ritonavir plus
Raltegravir enthielten, häufiger auf als bei Patienten, die Darunavir/Ritonavir ohne Raltegravir oder
Raltegravir ohne Darunavir erhielten (siehe Abschnitt 4.8).
Darunavir enthält einen Sulfonamid-Anteil. Darunavir sollte bei Patienten mit bekannter
Sulfonamidallergie mit Vorsicht angewendet werden.
HepatotoxizitätEs wurde über Arzneimittel-induzierte Hepatitis (z. B. akute Hepatitis, zytolytische Hepatitis) unter
Darunavir berichtet. Während des klinischen Entwicklungsprogramms mit Darunavir/Ritonavir(N=3 063) wurde Hepatitis bei 0,5% der Patienten, die eine antiretrovirale Kombinationstherapie mit
Darunavir/Ritonavir erhielten, berichtet. Patienten mit vorbestehenden Leberfunktionsstörungen,inklusive chronisch aktiver Hepatitis B oder C, haben ein erhöhtes Risiko für Leberfunktionsstörungeneinschließlich schwerer und potenziell tödlicher Nebenwirkungen auf die Leber. Im Fall einergleichzeitigen antiviralen Behandlung der Hepatitis B oder C, beachten Sie bitte die relevanten
Produktinformationen für diese Arzneimittel.
Entsprechende Laboruntersuchungen sollen vor Beginn der Therapie mit Darunavir in Kombinationmit Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavir durchgeführt und die Patienten während der
Behandlung überwacht werden.
Eine besondere Überwachung der Aspartataminotransferase/Alaninaminotransferase (AST/ALT) sollbei Patienten mit zugrunde liegender chronischer Hepatitis, Leberzirrhose oder bei Patienten, die vor
Beginn der Behandlung erhöhte Transaminasen aufweisen, in Betracht gezogen werden, insbesonderein den ersten Monaten der Behandlung mit Darunavir in Kombination mit Cobicistat oder niedrigdosiertem Ritonavir.
Wenn es bei Patienten, die Darunavir in Kombination mit Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavireinnehmen, Hinweise auf neue oder sich verschlechternde Leberfunktionsstörungen gibt einschließlicheiner klinisch signifikanten Erhöhung der Leberenzyme und/oder Symptome wie Ermüdung,
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbsucht, dunkler Urin, Druckempfindlichkeit der Leber, Hepatomegalie),soll umgehend eine Unterbrechung oder ein Abbruch der Behandlung erwogen werden.
Patienten mit BegleiterkrankungenLeberfunktionsstörungZur Sicherheit und Wirksamkeit von Darunavir bei Patienten mit einer zugrunde liegenden schweren
Lebererkrankung liegen keine Daten vor, und deshalb ist Darunavir bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung kontraindiziert.
Aufgrund eines Anstiegs von ungebundenem Darunavir in der Plasmakonzentration, sollte Darunavirbei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionsstörung mit Vorsicht angewendet werden (siehe
Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 5.2).
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung sind keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen oder
Dosisanpassungen für Darunavir/Ritonavir erforderlich. Aufgrund der hohen Plasmaproteinbindungvon Darunavir und Ritonavir ist eine signifikante Entfernung durch Hämodialyse oder
Peritonealdialyse unwahrscheinlich. Daher sind bei diesen Patienten keine speziellen
Vorsichtsmaßnahmen oder Dosisanpassungen erforderlich (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Beidialysepflichtigen Patienten wurde Cobicistat nicht untersucht, daher kann für die Anwendung von
Darunavir/Cobicistat keine Empfehlung gegeben werden (siehe Abschnitt 4.2).
Es konnte gezeigt werden, dass Cobicistat die geschätzte Kreatinin-Clearance durch Hemmung dertubulären Sekretion von Kreatinin senkt. Dies muss berücksichtigt werden, wenn Darunavir mit
Cobicistat bei Patienten anwendet wird, bei denen die geschätzte Kreatinin-Clearance herangezogenwird, um die Dosis von gleichzeitig angewendeten Arzneimitteln anzupassen (siehe Abschnitt 4.2 und
Fachinformationen von Cobicistat).
Es liegen derzeit nur unzureichende Daten darüber vor, ob die gleichzeitige Anwendung von
Tenofovirdisoproxil und Cobicistat im Vergleich zu Therapieregimen, die Tenofovirdisoproxil ohne
Cobicistat enthalten, mit einem erhöhten Risiko für renale Nebenwirkungen einhergeht.
Bluter
Bei Patienten mit Hämophilie A oder B, die mit PIs behandelt wurden, wurde eine Zunahme von
Blutungen, einschließlich spontan aufgetretener Hämatome der Haut und Blutungen in den Gelenken(Hämarthrose), berichtet. Bei einigen Patienten wurde zusätzlich der Faktor VIII verabreicht. In mehrals der Hälfte der berichteten Fälle wurde die Behandlung mit PIs fortgesetzt oder wiederaufgenommen, falls diese abgebrochen worden war. Ein kausaler Zusammenhang wird vermutet; der
Wirkungsmechanismus ist jedoch nicht geklärt. Hämophilie-Patienten sollten daher auf eine mögliche
Zunahme von Blutungen hingewiesen werden.
Gewicht und metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglukosewerte auftreten. Diese Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten
Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen. In einigen Fällen ist ein Einfluss der
Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren
Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt. Für die Überwachung der
Blutlipid- und Blutglukosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapierichtlinien verwiesen. Die
Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen.
OsteonekroseObwohl die Ätiologie als multifaktoriell (einschließlich Corticosteroidtherapie, Alkoholkonsum,schwerer Immunsuppression, höherem Body-Mass-Index) angesehen wird, wurde über Fälle von
Osteonekrose besonders bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder
Langzeitexposition gegenüber einer antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) berichtet.
Patienten sollten angewiesen werden medizinischen Rat zu suchen, wenn sie Gelenkschmerzen,
Gelenksteifigkeit oder Beschwerden bei Bewegungen verspüren.
ImmunrekonstitutionssyndromBei HIV-infizierten Patienten, die zu Beginn der antiretroviralen Kombinationstherapie (CART) aneiner schwerwiegenden Immunschwäche leiden, kann eine entzündliche Reaktion aufasymptomatische oder residuale opportunistische Erreger auftreten und ernsthafte Erkrankungen odereine Verstärkung der Symptome hervorrufen. Typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb derersten Wochen oder Monate nach Beginn einer CART beobachtet. Relevante Beispiele sind
Cytomegalievirus-Retinitis, generalisierte und/oder fokale mykobakterielle Infektionen sowie
Pneumonie verursacht durch Pneumocystis jirovecii (früher bekannt als Pneumocystis carinii).
Etwaige entzündliche Symptome sollten untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Darüberhinaus wurde in klinischen Studien mit einer gleichzeitigen Anwendung von Darunavir und niedrigdosiertem Ritonavir eine Reaktivierung von Herpes simplex und Herpes zoster beobachtet.
Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und
Autoimmunhepatitis) vor, die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten; allerdings ist der
Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der
Behandlung auftreten (siehe Abschnitt 4.8).
Wechselwirkungen mit ArzneimittelnEinige der Interaktionsstudien wurden mit einer niedrigeren Darunavir-Dosis als der empfohlenendurchgeführt. Die Effekte einer gleichzeitigen Anwendung von Arzneimitteln könnten daherunterschätzt werden und eine klinische Überwachung der Sicherheitsparameter indiziert sein. Zurvollständigen Information über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln siehe Abschnitt 4.5.
Pharmakokinetischer Verstärker und Begleitmedikation
Darunavir besitzt unterschiedliche Interaktionsprofile, abhängig davon, ob der Wirkstoff mit Ritonaviroder Cobicistat geboostert wird:
- Darunavir, das mit Cobicistat geboostert wird, ist empfindlicher gegenüber einer CYP3A-
Induktion: daher ist eine gleichzeitige Anwendung von Darunavir/Cobicistat und starken
CYP3A-Induktoren kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3); eine gleichzeitige Anwendung mitschwachen bis mäßigen CYP3A-Induktoren wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5). Einegleichzeitige Anwendung von Darunavir/Ritonavir und Darunavir/Cobicistat mit
Lopinavir/Ritonavir, Rifampicin und pflanzlichen Produkten, die Johanniskraut (Hypericumperforatum) enthalten, ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.5).
- Im Gegensatz zu Ritonavir besitzt Cobicistat keine induzierenden Effekte auf Enzyme oder
Transportproteine (siehe Abschnitt 4.5). Wenn der pharmakokinetische Verstärker von
Ritonavir zu Cobicistat gewechselt wird, ist während der ersten zwei Wochen der Behandlungmit Darunavir/Cobicistat Vorsicht geboten, besonders wenn während der Anwendung mit
Ritonavir als pharmakokinetischen Verstärker Dosierungen von gleichzeitig angewendeten
Arzneimitteln titriert oder eingestellt wurden. In diesen Fällen kann eine Dosisreduktion desgleichzeitig angewendeten Arzneimittels notwendig sein.
Efavirenz in Kombination mit geboostertem Darunavir kann zu einer suboptimalen Darunavir Cminführen. Wenn Efavirenz mit Darunavir kombiniert werden muss, sollte eine Dosierung von
Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich angewendet werden. Siehe Fachinformation von
Darunavir Krka 600 mg Tabletten (siehe Abschnitt 4.5).
Über lebensbedrohliche und tödliche Arzneimittelinteraktionen wurde bei Patienten berichtet, die mit
Colchicin und starken Inhibitoren von CYP3A und P-Glykoprotein (P-gp) behandelt wurden (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.5).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Das Interaktionsprofil von Darunavir kann unterschiedlich sein, abhängig davon, ob Ritonavir oder
Cobicistat als pharmakokinetischer Verstärker angewendet wird. Die Empfehlungen zur gleichzeitigen
Anwendung von Darunavir und anderen Arzneimitteln können daher verschieden sein, abhängigdavon, ob Darunavir mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4);weiterhin ist zu Beginn der Behandlung Vorsicht geboten, wenn der pharmakokinetische Verstärkervon Ritonavir zu Cobicistat gewechselt wird (siehe Abschnitt 4.4).
Arzneimittel, die die Darunavir-Exposition beeinflussen (Ritonavir als pharmakokinetischer
Verstärker)
Darunavir und Ritonavir werden durch CYP3A metabolisiert. Von Arzneimitteln, die die CYP3A-
Aktivität induzieren, ist zu erwarten, dass sie die Clearance von Darunavir und Ritonavir erhöhenkönnten; dies führt zu verminderten Plasmakonzentrationen dieser Wirkstoffe und folglich auch von
Darunavir, was zum Verlust der Wirksamkeit und möglicherweise zur Resistenzentwicklung führt(siehe Abschnitte 4.3 und 4.4). CYP3A-Induktoren, die kontraindiziert sind, schließen Rifampicin,
Johanniskraut und Lopinavir ein.
Die gleichzeitige Anwendung von Darunavir und Ritonavir mit anderen Arzneimitteln, die CYP3Ainhibieren, kann die Clearance von Darunavir und Ritonavir vermindern, was zu erhöhten
Plasmakonzentrationen von Darunavir und Ritonavir führen kann. Eine gleichzeitige Anwendung mitstarken CYP3A-Inhibitoren wird nicht empfohlen und Vorsicht ist geboten; diese Wechselwirkungensind in der nachfolgenden Wechselwirkungstabelle beschrieben (z. B. Indinavir, Azol-Antimykotikawie Clotrimazol).
Arzneimittel, die die Darunavir-Exposition beeinflussen (Cobicistat als pharmakokinetischer
Verstärker)
Darunavir und Cobicistat werden durch CYP3A metabolisiert und daher kann die gleichzeitige
Anwendung mit CYP3A-Induktoren zu einer subtherapeutischen Plasmaexposition von Darunavirführen. Darunavir, das mit Cobicistat geboostert wird, ist empfindlicher gegenüber einer CYP3A-
Induktion als Ritonavir-geboostertes Darunavir: die gleichzeitige Anwendung von
Darunavir/Cobicistat mit Arzneimitteln, die starke CYP3A-Induktoren sind (z. B. Johanniskraut,
Rifampicin, Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin) ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Die gleichzeitige Anwendung von Darunavir/Cobicistat mit schwachen oder mäßigen CYP3A-
Induktoren (z. B. Efavirenz, Etravirin, Nevirapin, Fluticason und Bosentan) wird nicht empfohlen(siehe Wechselwirkungstabelle unten).
Es gelten die gleichen Empfehlungen für die Anwendung von starken CYP3A4-Inhibitoren,unabhängig davon, ob Darunavir mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird (siehe vorherigen
Abschnitt).
Arzneimittel, die durch Ritonavir-geboostertes Darunavir beeinflusst werden könnten
Darunavir und Ritonavir sind Inhibitoren von CYP3A, CYP2D6 und P-gp. Die gleichzeitige
Anwendung von Darunavir/Ritonavir mit Arzneimitteln, die primär über CYP3A und/oder CYP2D6metabolisiert oder durch P-gp transportiert werden, kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser
Arzneimittel führen, wodurch sich deren therapeutische Wirkung sowie Nebenwirkungen verstärkenoder verlängern können.
Die gleichzeitige Anwendung von geboostertem Darunavir mit anderen Arzneimitteln, deren aktive
Metabolite durch CYP3A gebildet werden, kann zu verminderten Plasmakonzentrationen dieseraktiven Metabolite führen, wodurch deren therapeutische Wirkung verloren gehen kann (siehe
Wechselwirkungstabelle unten).
Darunavir zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir darf nicht mit Arzneimitteln kombiniert werden,deren Clearance in hohem Maße von CYP3A abhängig ist und bei denen eine erhöhte systemische
Exposition mit schwerwiegenden und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen einhergeht (engetherapeutische Breite) (siehe Abschnitt 4.3).
Die gesamte pharmakokinetische Wirkungsverstärkung durch Ritonavir belief sich auf eine ca. 14-fache Zunahme der systemischen Darunavir-Exposition bei oraler Gabe einer 600 mg Einzeldosis
Darunavir in Kombination mit 100 mg Ritonavir zweimal täglich. Deshalb darf Darunavir nur in
Kombination mit einem pharmakokinetischen Verstärker angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4 und5.2).
Eine klinische 'Cocktail-Studie', in der eine Kombination von Arzneimitteln, die über die
Cytochrome CYP2C9, CYP2C19 und CYP2D6 metabolisiert werden, eingesetzt wurde, zeigte in
Gegenwart von Darunavir/Ritonavir einen Anstieg der CYP2C9- und CYP2C19-Aktivität und eine
Hemmung der CYP2D6-Aktivität, die dem niedrig dosierten Ritonavir zugeschrieben werden kann.
Die gleichzeitige Anwendung von Darunavir und Ritonavir mit Arzneimitteln, die primär über
CYP2D6 (z. B. Flecainid, Propafenon, Metoprolol) metabolisiert werden, kann zu erhöhten
Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel führen, wodurch ihre therapeutische Wirksamkeit und
Nebenwirkungen verstärkt oder verlängert werden können. Die gleichzeitige Einnahme von Darunavirund Ritonavir mit Arzneimitteln, die primär über CYP2C9 (z. B. Warfarin) und CYP2C19 (z. B.
Methadon) metabolisier t werden, kann bei solchen Arzneimitteln zu einer verminderten systemischen
Verfügbarkeit führen, wodurch ihre therapeutische Wirksamkeit vermindert oder verkürzt werdenkann.
Die Wirkung auf CYP2C8 wurde nur in vitro untersucht, dennoch kann die gleichzeitige Einnahmevon Darunavir und Ritonavir mit Arzneimitteln, die primär über CYP2C8 metabolisiert werden (z. B.
Paclitaxel, Rosiglitazon, Repaglinid), bei solchen Arzneimitteln zu einer verminderten systemischen
Verfügbarkeit führen, was deren therapeutische Wirksamkeit vermindern oder verkürzen kann.
Ritonavir hemmt die Transporter P-Glycoproteine, OATP1B1 und OATP1B3, und eine gleichzeitige
Anwendung mit Substraten dieser Transporter kann zu erhöhten Plasmakonzentrationen dieser
Substanzen führen (z. B. Dabigatranetexilat, Digoxin, Statine und Bosentan; siehe
Wechselwirkungstabelle unten).
Arzneimittel, die durch Cobicistat-geboostertes Darunavir beeinflusst werden könnten
In Bezug auf die Substrate von CYP3A4, CYP2D6, P-Glykoprotein, OATP1B1 und OATP1B3stimmen die Empfehlungen für Darunavir geboostert mit Ritonavir mit den Empfehlungen für
Darunavir geboostert mit Cobicistat überein (siehe Kontraindikationen und oben gegebene
Empfehlungen). Cobicistat 150 mg mit Darunavir 800 mg einmal täglich erhöht diepharmakokinetishen Parameter von Darunavir in einer vergleichbaren Weise wie Ritonavir (siehe
Abschnitt 5.2).
Im Gegensatz zu Ritonavir induziert Cobicistat CYP1A2, CYP2B6, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19oder UGT1A1 nicht. Für weitere Informationen zu Cobicistat, siehe Fachinformation von Cobicistat.
WechselwirkungstabelleStudien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.
Mehrere der Interaktionsstudien (die mit # in der nachfolgenden Tabelle markiert sind) wurden mitniedrigeren Dosen Darunavir als empfohlen oder mit einem anderen Dosierungsregime durchgeführt(siehe Abschnitt 4.2, Dosierung). Die Wirkungen auf gleichzeitig angewendete Arzneimittel könntendaher unterschätzt werden und eine klinische Überwachung der Sicherheit kann angezeigt sein.
Das Interaktionsprofil von Darunavir ist abhängig davon, ob Ritonavir oder Cobicistat alspharmakokinetischer Verstärker angewendet wird. Die Empfehlungen zur gleichzeitigen Anwendungvon Darunavir mit anderen Arzneimitteln können daher verschieden sein, abhängig davon, ob die
Substanz mit Ritonavir oder Cobicistat geboostert wird. Keine der in der Tabelle aufgeführten Studienwurde mit Cobicistat-geboostertem Darunavir durchgeführt. Soweit nicht anders angegeben, gelten diegleichen Empfehlungen. Für weitere Informationen zu Cobicistat, siehe Fachinformation von
Cobicistat.Wechselwirkungen zwischen Darunavir/Ritonavir und antiretroviralen und nicht-antiretroviralen
Arzneimitteln sind in nachfolgender Tabelle gelistet. Die Richtung des Pfeils für jedenpharmakokinetischen Parameter basiert auf dem 90% Konfidenzintervall des geometrischen
Mittelwerts, wobei (↔) innerhalb, (↓) unter oder (↑) über dem 80-125%-Wert bedeutet (nichtuntersucht als ND).
In der nachfolgenden Tabelle ist der pharmakokinetische Verstärker angegeben, wenn die
Empfehlungen unterschiedlich sind. Wenn die Empfehlungen für Darunavir zusammen mit niedrigdosiertem Ritonavir oder Cobicistat identisch sind, wird der Ausdruck 'geboostertes/geboostertem
Darunavir“ verwendet.
Die nachfolgende Liste von Beispielen für Arzneimittelwechselwirkungen ist nicht vollständig,weshalb die Produktinformation jedes Arzneimittels, das gleichzeitig mit Darunavir angewendet wird,konsultiert werden sollte, um Informationen über den Stoffwechselweg, Wechselwirkungen,potentielle Risiken und spezifische Maßnahmen bei gleichzeitiger Anwendung zu erhalten.
Tabelle 1. Wechselwirkungen und Dosierungsempfehlungen bei Anwendung mit anderen
Arzneimitteln
Arzneimittel Wechselwirkung Empfehlungen bezüglich einerentsprechend Änderung des geometrischen gleichzeitigen Verabreichung
Behandlungsgebieten Mittels(%)
HIV-ANTIRETROVIRALE ARZNEIMITTEL
Integrase-Strangtransfer-Inhibitoren
Dolutegravir Dolutegravir AUC ↓ 22% Die gleichzeitige Anwendung von
Dolutegravir C24h ↓ 38% geboostertem Darunavir und
Dolutegravir Cmax ↓ 11% Dolutegravir ist ohne
Darunavir ↔* Dosisanpassungen möglich.
* Bei Kreuzstudien-Vergleichen mithistorischen pharmakokinetischen Daten
Raltegravir Einige klinische Studien deuten Derzeit scheint der Effekt vondarauf hin, dass Raltegravir eine Raltegravir auf die Darunavir-mäßige Verringerung der Plasmakonzentrationen klinisch
Darunavir- nicht relevant zu sein. Die
Plasmakonzentrationen gleichzeitige Anwendung vonhervorrufen kann. geboostertem Darunavir mit
Raltegravir ist ohne
Dosisanpassungen möglich.
Nukleo(s/t)idische Reverse-Transkriptasehemmer (NRTIs)
Didanosin Didanosin AUC ↓ 9% Die gleichzeitige Anwendung von400 mg einmal täglich Didanosin Cmin ND geboostertem Darunavir mit
Didanosin Cmax ↓ 16% Didanosin ist ohne Dosisanpassung
Darunavir AUC ↔ möglich.
Darunavir Cmin ↔ Didanosin ist auf leeren Magen
Darunavir Cmax ↔ einzunehmen, demnach sollte es1 Stunde vor oder 2 Stunden nachder Einnahme von geboostertem
Darunavir mit Essen eingenommenwerden.
Tenofovirdisoproxil Tenofovir AUC ↑ 22% Wird Tenofovirdisoproxil mit245 mg einmal täglich Tenofovir Cmin ↑ 37% geboostertem Darunavir
Tenofovir Cmax ↑ 24% kombiniert, so ist ggf. eine#Darunavir AUC ↑ 21% Überwachung der Nierenfunktion#Darunavir Cmin ↑ 24% angezeigt, insbesondere bei#Darunavir Cmax ↑ 16% Patienten mit zugrunde liegenden(↑ Tenofovir durch den Effekt Nierenerkrankungen oderdes MDR1-Transports in den systemischen Erkrankungen sowie
Nierentubuli) bei Einnahme nephrotoxischer
Substanzen.
Darunavir zusammen mit Cobicistatvermindert die Kreatinin-Clearance.
Siehe Abschnitt 4.4, wenn die
Kreatinin-Clearance zur
Dosiseinstellung von
Tenofovirdisoproxil herangezogenwird.
Emtricitabin/Tenofovir- Tenofoviralafenamid ↔ Die empfohlene Dosisalafenamid Tenofovir ↑ Emtricitabin/Tenofoviralafenamidbeträgt 200/10 mg einmal täglichbei gleichzeitiger Anwendung mitgeboostertem Darunavir.
Abacavir Nicht untersucht. Aufgrund der Die gleichzeitige Anwendung von
Emtricitabin unterschiedlichen geboostertem Darunavir mit diesen
Lamivudin Eliminationswege der anderen NRTIs ist ohne Dosisanpassungen
Stavudin NRTIs (Zidovudin, Emtricitabin, möglich.
Zidovudin Stavudin und Lamivudin),welche primär über die Nieren Darunavir zusammen mit Cobicistatausgeschieden werden, sowie vermindert die Kreatinin-Clearance.von Abacavir, dessen Siehe Abschnitt 4.4, wenn die
Metabolisierung nicht durch Kreatinin-Clearance zur
CYP450 vermittelt wird, sind Dosiseinstellung von Emtricitabinkeine Wechselwirkungen dieser oder Lamivudin herangezogen
Arzneimittel mit geboostertem wird.
Darunavir zu erwarten.
Nicht-Nukleo(s/t)idische Reverse-Transkriptasehemmer (NNRTIs)
Efavirenz Efavirenz AUC ↑ 21% Bei einer Kombination von600 mg einmal täglich Efavirenz Cmin ↑ 17% Efavirenz und Darunavir mit
Efavirenz Cmax ↑ 15% niedrig dosiertem Ritonavir ist ggf.#Darunavir AUC ↓ 13% eine klinische Überwachung im#Darunavir Cmin ↓ 31% Hinblick auf eine mit der erhöhten#Darunavir Cmax ↓ 15% Verfügbarkeit von Efavirenz(↑ Efavirenz durch CYP3A- einhergehende ZNS-Toxizität
Inhibition) angezeigt.(↓ Darunavir durch CYP3A-
Induktion) Efavirenz in Kombination mit
Darunavir/Ritonavir 800/100 mgeinmal täglich kann zu einersuboptimalen Darunavir Cminführen. Wenn Efavirenz mit
Darunavir/Ritonavir kombiniertwerden muss, sollte
Darunavir/Ritonavir 600/100 mgzweimal täglich angewendetwerden (siehe Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Anwendung mit
Darunavir zusammen mit Cobicistatwird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Etravirin Etravirin AUC ↓ 37% Darunavir kann zusammen mit100 mg zweimal täglich Etravirin Cmin ↓ 49% niedrig dosiertem Ritonavir und
Etravirin Cmax ↓ 32% Etravirin 200 mg zweimal täglich
Darunavir AUC ↑ 15% ohne Dosis-Anpassung angewendet
Darunavir Cmin ↔ werden.
Darunavir Cmax ↔
Die gleichzeitige Anwendung mit
Darunavir zusammen mit Cobicistatwird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Nevirapin Nevirapin AUC ↑ 27% Die gleichzeitige Anwendung von200 mg zweimal täglich Nevirapin Cmin ↑ 47% Darunavir und niedrig dosiertem
Nevirapin Cmax ↑ 18% Ritonavir mit Nevirapin ist ohne#Darunavir: Die Konzentrationen Dosisanpassungen möglich.waren konsistent zu historischen
Daten. Die gleichzeitige Anwendung mit(↑ Nevirapin durch CYP3A- Darunavir zusammen mit Cobicistat
Inhibition) wird nicht empfohlen (siehe
Abschnitt 4.4).
Rilpivirin Rilpivirin AUC ↑ 130% Die gleichzeitige Anwendung von150 mg einmal täglich Rilpivirin Cmin ↑ 178% geboostertem Darunavir mit
Rilpivirin Cmax ↑ 79% Rilpivirin ist ohne
Darunavir AUC ↔ Dosisanpassungen möglich.
Darunavir Cmin ↓ 11%
Darunavir Cmax ↔
HIV-Proteaseinhibitoren (PIs) - ohne gleichzeitige Anwendung von niedrig dosiertem Ritonavir†
Atazanavir Atazanavir AUC ↔ Die gleichzeitige Anwendung von300 mg einmal täglich Atazanavir Cmin ↑ 52% Darunavir und niedrig dosiertem
Atazanavir Cmax ↓ 11% Ritonavir mit Atazanavir ist ohne#Darunavir AUC ↔ Dosisanpassungen möglich.#Darunavir Cmin ↔#Darunavir Cmax ↔ Darunavir zusammen mit Cobicistatsoll nicht in Kombination mit einer
Atazanavir: Vergleich von anderen antiretroviralen Substanz
Atazanavir/Ritonavir angewendet werden, die eine300/100 mg einmal täglich mit pharmakokinetische Verstärkung
Atazanavir 300 mg einmal durch die gleichzeitige Anwendungtäglich in Kombination mit mit einem CYP3A4-Inhibitor
Darunavir/Ritonavir 400/100 mg benötigt (siehe Abschnitt 4.5).zweimal täglich.
Darunavir: Vergleich von
Darunavir/Ritonavir 400/100 mgzweimal täglich mit
Darunavir/Ritonavir 400/100 mgzweimal täglich in Kombinationmit Atazanavir 300 mg einmaltäglich.
Indinavir Indinavir AUC ↑ 23% Bei kombinierter Anwendung von800 mg zweimal täglich Indinavir Cmin ↑ 125% Darunavir zusammen mit niedrig
Indinavir Cmax ↔ dosiertem Ritonavir ist bei#Darunavir AUC ↑ 24% Unverträglichkeit gegebenenfalls#Darunavir Cmin ↑ 44% eine Dosisanpassung von Indinavir#Darunavir Cmax ↑ 11% von 800 mg zweimal täglich auf600 mg zweimal täglich
Indinavir: Vergleich von gerechtfertigt.
Indinavir/Ritonavir 800/100 mgzweimal täglich mit Darunavir zusammen mit Cobicistat
Indinavir/Darunavir/Ritonavir soll nicht in Kombination mit einer800/400/100 mg zweimal täglich anderen antiretroviralen Substanz
Darunavir: Vergleich von angewendet werden, die eine
Darunavir/Ritonavir 400/100 mg pharmakokinetische Verstärkungzweimal täglich mit durch die gleichzeitige Anwendung
Darunavir/Ritonavir 400/100 mg mit einem CYP3A4-Inhibitorin Kombination mit Indinavir benötigt (siehe Abschnitt 4.5).800 mg zweimal täglich.
Saquinavir #Darunavir AUC ↓ 26% Eine kombinierte Anwendung von1 000 mg zweimal täglich #Darunavir Cmin ↓ 42% Darunavir zusammen mit niedrig#Darunavir Cmax ↓ 17% dosiertem Ritonavir und Saquinavir
Saquinavir AUC ↓ 6% wird nicht empfohlen.
Saquinavir Cmin ↓ 18%
Saquinavir Cmax ↓ 6% Darunavir zusammen mit Cobicistatsoll nicht in Kombination mit einer
Saquinavir: Vergleich von anderen antiretroviralen Substanz
Saquinavir/Ritonavir angewendet werden, die eine1 000/100 mg zweimal täglich pharmakokinetische Verstärkungmit durch die gleichzeitige Anwendung
Saquinavir/Darunavir/Ritonavir mit einem CYP3A4-Inhibitor1 000/400/100 mg zweimal benötigt (siehe Abschnitt 4.5).täglich.
Darunavir: Vergleich von
Darunavir/Ritonavir 400/100 mgzweimal täglich mit
Darunavir/Ritonavir 400/100 mgin Kombination mit Saquinavir1 000 mg zweimal täglich.
HIV-Proteaseinhibitoren (PIs) - mit gleichzeitiger Anwendung von niedrig dosiertem Ritonavir†
Lopinavir/Ritonavir Lopinavir AUC ↑ 9% Aufgrund der Abnahme der400/100 mg zweimal Lopinavir Cmin ↑ 23% Darunavir-Verfügbarkeit (AUC)täglich Lopinavir Cmax ↓ 2% um 40% wurden entsprechende
Darunavir AUC ↓ 38%‡ Dosierungsempfehlungen für die
Darunavir C ↓ 51%‡min Kombination nicht entwickelt.
Darunavir C ↓ 21%‡max Daher ist die gemeinsame
Lopinavir AUC ↔ Anwendung von geboostertem
Lopinavir/Ritonavir Lopinavir Cmin ↑ 13% Darunavir und dem533/133,3 mg zweimal Lopinavir Cmax ↑ 11% Kombinationspräparattäglich Darunavir AUC ↓ 41% Lopinavir/Ritonavir kontraindiziert
Darunavir Cmin ↓ 55% (siehe Abschnitt 4.3).
Darunavir Cmax ↓ 21%‡ auf Basis nicht Dosis-angepasster Werte
CCR5-ANTAGONISTEN
Maraviroc Maraviroc AUC ↑ 305% Bei gleichzeitiger Anwendung mit150 mg zweimal täglich Maraviroc Cmin ND geboostertem Darunavir sollte die
Maraviroc Cmax ↑ 129% Dosis von Maraviroc 150 mg
Die Darunavir/Ritonavir zweimal täglich betragen.
Konzentrationen warenkonsistent zu historischen Daten.
α1-ADRENOREZEPTOR-ANTAGONIST
Alfuzosin Basierend auf theoretischen Die gleichzeitige Anwendung von
Überlegungen ist zu erwarten, geboostertem Darunavir mitdass Darunavir die Alfuzosin ist kontraindiziert (siehe
Plasmakonzentrationen von Abschnitt 4.3).
Alfuzosin erhöht.(CYP3A-Inhibition)
ANÄSTHETIKUM
Alfentanil Nicht untersucht. Der Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Metabolismus von Alfentanil geboostertem Darunavir kann einewird durch CYP3A vermittelt Verringerung der Alfentanil-Dosisund kann daher durch notwendig sein, und es ist einegeboostertes Darunavir inhibiert Überwachung hinsichtlich derwerden. Risiken für eine verlängerte oderverzögerte Atemdepressionnotwendig.
ANTIANGINALE/ANTIARRHYTHMIKA
Disopyramid Nicht untersucht. Es ist zu Bei gleichzeitiger Anwendung
Flecainid erwarten, dass geboostertes dieser Antiarrhythmika mitsystemisches Lidocain Darunavir die geboostertem Darunavir ist
Mexiletin Plasmakonzentrationen dieser Vorsicht geboten und eine
Propafenon Antiarrhythmika erhöht. Überwachung der therapeutischen(CYP3A- und/oder CYP2D6- Konzentrationen, falls möglich,
Inhibition) wird empfohlen.
Amiodaron
Bepridil Die gleichzeitige Anwendung von
Dronedaron Amiodaron, Bepridil, Dronedaron,
Ivabradin Ivabradin, Chinidin oder Ranolazin
Chinidin mit geboostertem Darunavir ist
Ranolazin kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Digoxin Digoxin AUC ↑ 61% Auf Grund der engen0,4 mg Einzeldosis Digoxin Cmin ND therapeutischen Breite von Digoxin
Digoxin Cmax ↑ 29% wird empfohlen, bei mit(↑ Digoxin durch eine geboostertem Darunavirvermutliche P-gp-Inhibition) behandelten Patienten zunächst diegeringstmögliche Dosis von
Digoxin zu verordnen. Die Dosisvon Digoxin ist sorgfältig zutitrieren, um die gewünschteklinische Wirkung beigleichzeitiger Beurteilung desklinischen Allgemeinzustands des
Patienten zu erzielen.
ANTIBIOTIKA
Clarithromycin Clarithromycin AUC ↑ 57% Im Falle einer Kombination von500 mg zweimal täglich Clarithromycin Cmin ↑ 174% Clarithromycin mit geboostertem
Clarithromycin Cmax ↑ 26% Darunavir ist Vorsicht geboten.#Darunavir AUC ↓ 13%#Darunavir Cmin ↑ 1% Siehe Fachinformation von#Darunavir Cmax ↓ 17% Clarithromycin für14-OH-Clarithromycin Dosierungsempfehlungen bei
Konzentrationen waren in Patienten mit
Kombination mit Darunavir Nierenfunktionsstörung./Ritonavir nicht achweisbar.(↑ Clarithromycin durch
CYP3A-Inhibition und mögliche
P-gp-Inhibition)
ANTIKOAGULANZIEN/THROMBOZYTENAGGREGATIONSHEMMER
Apixaban Nicht untersucht. Die Die gleichzeitige Anwendung von
Rivaroxaban gleichzeitige Anwendung von geboostertem Darunavir mitgeboostertem Darunavir mit direkten oralen Antikoagulanziendiesen Antikoagulanzien kann (DOAK), die durch CYP3A4die Konzentrationen der metabolisiert und durch P-gp
Antikoagulanzien erhöhen. transportiert werden, wird nicht(CYP3A- und/oder P-gp- empfohlen, da dies zu einem
Inhibition) erhöhten Blutungsrisiko führenkann.
Dabigatranetexilat Dabigatranetexilat (150 mg): Darunavir/Ritonavir:
Edoxaban Darunavir/Ritonavir 800/100 mg Wenn ein DOAK, das durch P-gp
Einzeldosis: transportiert aber nicht durch CYP3A4
Dabigatran AUC ↑ 72% metabolisiert wird (einschließlich
Dabigatran Cmax ↑ 64% Dabigatranetexilat und Edoxaban),gleichzeitig mit Darunavir/Ritonavir
Darunavir/Ritonavir 800/100 mg angewendet wird, soll eine klinischeeinmal täglich: Überwachung und/oder eine
Dabigatran AUC ↑ 18% Dosisreduktion des DOAK in Betracht
Dabigatran Cmax ↑ 22% gezogen werden.
Darunavir/Cobicistat 800/150 mg Darunavir/Cobicistat:
Einzeldosis: Wenn ein DOAK, das durch P-gp
Dabigatran AUC ↑ 164% transportiert aber nicht durch CYP3A4
Dabigatran Cmax ↑ 164% metabolisiert wird (einschließlich
Dabigatranetexilat und Edoxaban),
Darunavir/Cobicistat 800/150 mg gleichzeitig mit Darunavir/Cobicistateinmal täglich: angewendet wird, ist eine klinische
Dabigatran AUC ↑ 88% Überwachung und eine Dosisreduktion
Dabigatran Cmax ↑ 99% erforderlich.
Ticagrelor Basierend auf theoretischen Die gleichzeitige Anwendung von
Überlegungen kann die geboostertem Darunavir mitgleichzeitige Anwendung von Ticagrelor ist kontraindiziert (siehegeboostertem Darunavir mit Abschnitt 4.3).
Ticagrelor die Konzentrationenvon Ticagrelor erhöhen(CYP3A- und/oder P-gp-
Inhibition).
Clopidogrel Nicht untersucht. Die Die gleichzeitige Anwendung vongleichzeitige Anwendung von Clopidogrel mit geboostertem
Clopidogrel mit geboostertem Darunavir wird nicht empfohlen. Es
Darunavir kann die wird die Anwendung von anderen
Plasmakonzentration der aktiven Thrombozytenaggrega-
Metabolite von Clopidogrel tionshemmern empfohlen, die nichtvermindern, was zu einer von einer CYP-Inhibition
Abnahme der oder -Induktion betroffen sind (z. B.gerinnungshemmenden Wirkung Prasugrel).von Clopidogrel führen kann.
Warfarin Nicht untersucht. Die Im Falle einer Kombination von
Konzentration von Warfarin Warfarin mit geboostertemkann bei gleichzeitiger Darunavir wird eine Überwachung
Anwendung von geboostertem der INR-Werte (international
Darunavir beeinflusst werden. normalized ratio) empfohlen.
ANTIKONVULSIVA
Phenobarbital Nicht untersucht. Es ist zu Darunavir mit gleichzeitiger
Phenytoin erwarten, dass Phenobarbital und Anwendung von niedrig dosiertem
Phenytoin die
Plasmakonzentrationen von Ritonavir sollte nicht mit diesen
Darunavir und seiner Arzneimitteln kombiniert werden.pharmakokinetischen Verstärkersenken. Die Anwendung dieser Arzneimittel(Induktion der CYP450-Enzyme) mit Darunavir/Cobicistat istkontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Carbamazepin Carbamazepin AUC ↑ 45% Für Darunavir/Ritonavir wird keine200 mg zweimal täglich Carbamazepin Cmin ↑ 54% Dosisanpassung empfohlen. Wenn
Carbamazepin Cmax ↑ 43% die Notwendigkeit besteht,
Darunavir AUC ↔ Darunavir/Ritonavir und
Darunavir Cmin ↓ 15% Carbamazepin zu kombinieren,
Darunavir Cmax↔ sollten die Patienten auf potentielle
Carbamazepin-bezogene
Nebenwirkungen hin überwachtwerden. Die Carbamazepin-
Konzentrationen sollten überwachtund die Dosis auf ein adäquates
Ansprechen hin titriert werden.
Basierend auf den
Untersuchungsergebnissen kann eserforderlich sein, die
Carbamazepin-Dosis in
Anwesenheit von
Darunavir/Ritonavir um 25% bis50% zu reduzieren.
Die Anwendung von Carbamazepinund Darunavir zusammen mit
Cobicistat ist kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Clonazepam Nicht untersucht. Die Bei gleichzeitiger Anwendung vongleichzeitige Anwendung von Clonazepam mit geboostertemgeboostertem Darunavir mit Darunavir wird eine klinische
Clonazepam kann die Überwachung empfohlen.
Konzentrationen von
Clonazepam erhöhen. (CYP3A-
Inhibition)
ANTIDEPRESSIVA
Paroxetin Paroxetin AUC ↓ 39% Die empfohlene Vorgehensweise20 mg einmal täglich Paroxetin Cmin ↓ 37% bei gleichzeitiger Anwendung
Paroxetin Cmax ↓ 36% dieser Antidepressiva mit#Darunavir AUC ↔ geboostertem Darunavir ist eine#Darunavir Cmin ↔ Dosistitration des#Darunavir Cmax ↔ Antidepressivums, basierend aufder klinischen Auswertung des
Ansprechens auf das
Antidepressivum. Außerdem solltebei Patienten, die stabil auf einesdieser Antidepressiva eingestelltsind und die eine Behandlung mitgeboostertem Darunavir beginnen,das Ansprechen auf das
Antidepressivum überwacht
Sertralin Sertralin AUC ↓ 49% werden.
50 mg einmal täglich Sertralin Cmin ↓ 49%
Sertralin Cmax ↓ 44%#Darunavir AUC ↔#Darunavir Cmin ↓ 6%#Darunavir Cmax ↔
Im Gegensatz zu den Daten mit
Darunavir/Ritonavir kann
Darunavir/Cobicistat die
Plasmakonzentrationen dieser
Antidepressiva erhöhen.(CYP2D6- und/oder CYP3A-
Inhibition)
Amitriptylin Die gleichzeitige Anwendung
Desipramin von geboostertem Darunavir mit
Imipramin diesen Antidepressiva kann die Bei gleichzeitiger Anwendung
Nortriptylin Plasmakonzentrationen der dieser Antidepressiva mit
Trazodon Antidepressiva erhöhen. geboostertem Darunavir wird eine(CYP2D6- und/oder CYP3A- klinische Überwachung empfohlen,
Inhibition) und es kann eine Dosisanpassungdes Antidepressivums notwendigsein.
ANTIEMETIKA
Domperidon Nicht untersucht. Die gleichzeitige Anwendung von
Domperidon mit geboostertem
Darunavir ist kontraindiziert.
ANTIDIABETIKA
Metformin Nicht untersucht. Basierend auf Es wird eine sorgfältigetheoretischen Überlegungen ist Patientenüberwachung und einezu erwarten, dass Darunavir Dosisanpassung von Metformin beizusammen mit Cobicistat die Patienten, die Darunavir zusammen
Plasmakonzentrationen von mit Cobicistat anwenden,
Metformin erhöht. empfohlen.(MATE1-Inhibition) (nicht zutreffend für Darunavirzusammen mit Ritonavir)
ANTIMYKOTIKA
Voriconazol Nicht untersucht. Ritonavir kann Voriconazol sollte nicht gleichzeitigdie Plasmakonzentration von mit geboostertem Darunavir
Voriconazol vermindern. angewendet werden, es sei denn,(Induktion der CYP450-Enzyme) die
Abschätzung des Nutzen/Risiko-
Bei gleichzeitiger Anwendung Verhältnisses rechtfertigt diemit Darunavir zusammen mit Anwendung von Voriconazol.
Cobicistat können die
Plasmakonzentrationen von
Voriconazol erhöht odervermindert sein.(Inhibition der CYP450-Enzyme)
Fluconazol Nicht untersucht. Geboostertes Vorsicht ist geboten und eine
Isavuconazol Darunavir kann die klinische Überwachung wird
Itraconazol Plasmakonzentrationen dieser empfohlen.
Posaconazol Antimykotika erhöhen und Ist eine gleichzeitige Anwendung
Posaconazol, Isavuconazol, erforderlich, sollte die Tagesdosis
Itraconazol oder Fluconazolkönnen die Konzentrationen von von Itraconazol nicht über 200 mg
Darunavir erhöhen. liegen.(CYP3A- und/oder P-gp-
Inhibition)
Nicht untersucht. Bei
Clotrimazol gleichzeitiger systemischer
Anwendung von Clotrimazol undgeboostertem Darunavir könnensich die Plasmakonzentrationenvon Darunavir und/oder
Clotrimazol erhöhen.
Darunavir AUC24h ↑ 33%(basierend auf dempopulationspharmakokinetischen
Modell)
GICHTTHERAPEUTIKA
Colchicin Nicht untersucht. Bei Bei Patienten mit normaler Nieren-gleichzeitiger Anwendung von oder Leberfunktion wird eine
Colchicin und geboostertem Reduktion der Colchicindosis oder
Darunavir kann die eine Unterbrechung der Behandlung
Exposition von Colchicin mit Colchicin empfohlen, wennansteigen. eine Behandlung mit geboostertem(CYP3A- und/oder P-gp- Darunavir notwendig ist. Für
Inhibition) Patienten mit Nieren- oder
Leberfunktionsstörungen ist
Colchicin zusammen mitgeboostertem Darunavirkontraindiziert (siehe Abschnitte4.3 und 4.4).
ANTIMALARIAMITTEL
Artemether/Lumefantrin Artemether AUC ↓ 16% Geboostertes Darunavir und80/480 mg, 6 Dosen in der Artemether Cmin ↔ Artemether/Lumefantrin können
Stunde 0, 8, 24, 36, 48 und Artemether Cmax ↓ 18% ohne Dosisanpassung gleichzeitig60 Dihydroartemisinin AUC ↓ 18% angewendet werden; allerdings
Dihydroartemisinin Cmin ↔ sollte wegen des Anstiegs der
Dihydroartemisinin Cmax ↓ 18% Exposition von Lumefantrin die
Lumefantrin AUC ↑ 175% Kombination mit Vorsicht
Lumefantrin Cmin ↑ 126% angewendet werden.
Lumefantrin Cmax ↑ 65%
Darunavir AUC ↔
Darunavir Cmin ↓ 13%
Darunavir Cmax ↔
TUBERKULOSTATIKA
Rifampicin Nicht untersucht. Rifapentin und Die gleichzeitige Anwendung von
Rifapentin Rifampicin sind starke CYP3A- Rifapentin und geboostertem
Induktoren und vermindern die Darunavir wird nicht empfohlen.
Konzentrationen anderer
Proteaseinhibitoren erheblich. Die gleichzeitige Anwendung von
Dies kann virologisches Rifampicin und geboostertem
Versagen und Darunavir ist kontraindiziert (siehe
Resistenzentwicklung zur Folge Abschnitt 4.3).haben (CYP450-
Enzyminduktion). Beim
Versuch, der verminderten
Exposition durch eine Erhöhungder Dosierung anderer
Proteaseinhibitoren in
Kombination mit niedrigdosiertem Ritonavir zubegegnen, wurden mit
Rifampicin sehr häufigunerwünschte Wirkungen an der
Leber beobachtet.
Rifabutin Rifabutin AUC** ↑ 55% Eine Reduktion der Rifabutindosis150 mg einmal jeden Rifabutin Cmin** ↑ ND um 75% der normalen Dosis vonzweiten Tag Rifabutin Cmax** ↔ 300 mg/Tag (d.h. Rifabutin 150 mg
Darunavir AUC ↑ 53% einmal jeden zweiten Tag) und ein
Darunavir Cmin ↑ 68% verstärktes Monitoring hinsichtlich
Darunavir Cmax ↑ 39% Rifabutin-bedingter
**Summe der aktiven Fraktionen von Nebenwirkungen ist bei Patienten,
Rifabutin die eine Kombination mit(Ausgangsarzneistoff + 25-O-Desacetyl-
Metabolit) Darunavir zusammen mit Ritonavirerhalten, angezeigt. Im Falle von
Die Interaktionsstudie zeigte eine Sicherheitsbedenken, sollte einevergleichbare systemische weitere Verlängerung des
Rifabutin-Verfügbarkeit bei einer Dosierungsintervalls von Rifabutin
Behandlung mit 300 mg einmal und/oder eine Überwachung dertäglich allein und mit 150 mg Rifabutin-Spiegel in Betrachteinmal jeden zweiten Tag in gezogen werden.
Kombination mit Darunavir Offizielle Empfehlungen bezüglich/Ritonavir (600/100 mg zweimal einer angemessenen Behandlungtäglich), bei einem ca. 10-fachen von Tuberkulose bei HIV
Anstieg der Verfügbarkeit des infizierten Patienten solltenaktiven Metaboliten 25-O- berücksichtigt werden.
Desacetylrifabutin. Weiterhin Basierend auf dem Sicherheitsprofilwar die AUC der Summe der von Darunavir/Ritonaviraktiven Fraktion von Rifabutin rechtfertigt der Anstieg der(Ausgangsarzneistoff + 25-O- Darunavir-Verfügbarkeit in
Desacetyl-Metabolit) um das 1,6- Gegenwart von Rifabutin keinefache erhöht, während die Cmax Dosisanpassung vonvergleichbar blieb. Darunavir/Ritonavir.
Daten zum Vergleich mit einer Diese Dosisreduktion um 75% ist150 mg einmal täglichen auch anwendbar, wenn Patienten
Dosierung fehlen. andere Dosierungen als 300 mg/Tag
Rifabutin erhalten (basierend auf(Rifabutin ist ein Induktor und pharmakokinetischen
Substrat von CYP3A.) Bei Modellierungen).
gleichzeitiger Anwendung von
Darunavir, das gemeinsam mit Die gleichzeitige Anwendung von100 mg Ritonavir angewendet Darunavir zusammen mit Cobicistatwurde, und Rifabutin (150 mg und Rifabutin wird nichteinmal jeden zweiten empfohlen
Tag) wurde ein Anstieg dersystemischen Exposition von
Darunavir beobachtet.
ANTINEOPLASTISCHE ARZNEIMITTEL
Dasatinib Nicht untersucht. Es ist zu Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Nilotinib erwarten, dass geboostertes geboostertem Darunavir könnten
Vinblastin Darunavir die sich die Konzentrationen dieser
Vincristin Plasmakonzentrationen dieser Arzneimittel erhöhen, was zuantineoplastischen Arzneimittel möglicherweise vermehrtenerhöht. Nebenwirkungen im(CYP3A-Inhibition) Zusammenhang mit diesen
Arzneimitteln führt.
Die Kombination von geboostertem
Darunavir mit einem dieserantineoplastischen Arzneimittelsollte mit Vorsicht erfolgen.
Everolimus Eine gleichzeitige Anwendung von
Irinotecan Everolimus oder Irinotecan undgeboostertem Darunavir wird nichtempfohlen.
ANTIPSYCHOTIKA/NEUROLEPTIKA
Quetiapin Nicht untersucht. Es ist zu Die gleichzeitige Anwendung vonerwarten, dass geboostertes geboostertem Darunavir und
Darunavir die Quetiapin ist kontraindiziert, da sie
Plasmakonzentrationen dieses die Quetiapin-bedingte Toxizität
Antipsychotikums erhöht. erhöhen kann. Erhöhte Quetiapin-(CYP3A-Inhibition) Konzentrationen können zum Komaführen (siehe Abschnitt 4.3).
Perphenazin Nicht untersucht. Es ist zu Bei gleichzeitiger Anwendung mit
Risperidon erwarten, dass geboostertes geboostertem Darunavir kann eine
Thioridazin Darunavir die Dosisreduktion dieser Arzneimittel
Plasmakonzentrationen dieser erforderlich sein.
Antipsychotika erhöht.(CYP3A-, CYP2D6- und/oder P-gp-Inhibition)
Lurasidon Die gleichzeitige Anwendung von
Pimozid Lurasidon, Pimozid oder Sertindol
Sertindol und geboostertem Darunavir istkontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
BETABLOCKER
Carvedilol Nicht untersucht. Es ist zu Bei gleichzeitiger Anwendung von
Metoprolol erwarten, dass geboostertes geboostertem Darunavir mit
Timolol Darunavir die Betablockern wird eine klinische
Plasmakonzentrationen dieser Überwachung empfohlen. Eine
Betablocker erhöht. Dosisreduktion des Betablockers(CYP2D6-Inhibition) sollte in Betracht gezogen werden.
CALCIUMKANALBLOCKER
Amlodipin Nicht untersucht. Bei Anwendung Bei gleichzeitiger Anwendung von
Diltiazem von geboostertem Darunavir ist diesen Arzneimitteln und
Felodipin mit einem Anstieg der geboostertem Darunavir wird eine
Nicardipin Plasmakonzentrationen der klinische Überwachung der
Nifedipin Calciumkanalblocker zu rechnen. therapeutischen Wirkungen und
Verapamil (CYP3A- und/oder CYP2D6- Nebenwirkungen empfohlen.
Inhibition)
CORTICOSTEROIDE
In erster Linie durch Fluticason: In einer klinischen Die gleichzeitige Gabe von
CYP3A metabolisierte Studie, in der Ritonavir 100 mg geboostertem Darunavir und
Corticosteroide Kapseln zweimal täglich Corticosteroiden (alle Arten der(einschließlich gleichzeitig mit 50 μg Anwendung), die durch CYP3A
Betamethason, Budesonid, Fluticasonpropionat intranasal metabolisiert werden, kann das
Fluticason, Mometason, viermal täglich über 7 Tage an Risiko systemischer
Prednison, Triamcinolon) gesunden Studienteilnehmern Corticosteroidwirkungen wieangewendet wurde, stiegen die Morbus Cushing und adrenaler
Fluticasonpropionat- Suppression erhöhen.
Plasmaspiegel signifikant an, Die gleichzeitige Verabreichungwährend die endogenen Kortisol- mit CYP3A-metabolisierten
Spiegel um etwa 86% absanken Corticosteroiden wird nicht(90%-Konfidenzintervall 82 bis empfohlen, es sei denn, der89%). potenzielle Nutzen für den
Stärkere Wirkungen sind nach Patienten überwiegt das Risiko; in
Inhalation von Fluticason zu diesem Fall sollten die Patienten imerwarten. Systemische Hinblick auf systemischecorticosteroide Wirkungen Corticosteroidwirkungen überwachteinschließlich Morbus Cushing werden.und Suppression der Alternative Corticosteroide, die
Nebennierenfunktion sind bei weniger stark vom CYP3A-
Patienten berichtet worden, die Metabolismus abhängen, z. B.
Ritonavir zusammen mit Beclomethason sollteninhalativ oder intranasal insbesondere für eine langfristigeangewendetem Fluticason Anwendung in Erwägung gezogenerhalten hatten. Die Wirkungen werden.einer hohen systemischen
Fluticason-Verfügbarkeit auf die
Ritonavir-Plasmaspiegel sindbisher nicht bekannt.
Andere Corticosteroide:
Wechselwirkungen nichtuntersucht. Die
Plasmakonzentration dieser
Arzneimittel kann erhöht werden,wenn sie zusammen mitgeboostertem Darunavirverabreicht werden, was zu einerreduzierten Cortisolkonzentrationim Serum führt.
Dexamethason Nicht untersucht. Dexamethason Systemisches Dexamethason sollte(systemisch) kann die Plasmakonzentrationen bei gleichzeitiger Anwendung mitvon Darunavir verringern. geboostertem Darunavir mit(CYP3A-Induktion) Vorsicht angewendet werden.
ENDOTHELIN-REZEPTOR-ANTAGONISTEN
Bosentan Nicht untersucht. Bei Die Verträglichkeit von Bosentangleichzeitiger Anwendung von sollte bei Patienten überwacht
Bosentan und geboostertem werden, die gleichzeitig Darunavir
Darunavir können die mit niedrig dosiertem Ritonavir
Plasmakonzentrationen von anwenden.
Bosentan erhöht sein.
Es wird erwartet, dass Bosentan Die gleichzeitige Anwendung vondie Plasmakonzentrationen von Bosentan und Darunavir zusammen
Darunavir und/oder seiner mit Cobicistat wird nichtpharmakokinetischen Verstärker empfohlen.vermindert.(CYP3A-Induktion)
DIREKT WIRKENDE HEPATITIS-C-VIRUS (HCV) ANTIVIRALE ARZNEIMITTEL
NS3-4A-Proteaseinhibitoren
Elbasvir/Grazoprevir Geboostertes Darunavir kann die Die gleichzeitige Anwendung von
Exposition von Grazoprevir geboostertem Darunavir miterhöhen. Elbasvir/Grazoprevir ist(CYP3A- und OATP1B- kontraindiziert (siehe
Inhibition) Abschnitt 4.3).
Glecaprevir/Pibrentasvir Basierend auf theoretischen Die gleichzeitige Anwendung von
Überlegungen ist zu erwarten, geboostertem Darunavir mitdass geboostertes Darunavir die Glecaprevir/Pibrentasvir wird nicht
Exposition von Glecaprevir und empfohlen.
Pibrentasvir erhöht.(P-gp-, BCRP- und/oder
OATP1B1/3-Inhibition)
PFLANZLICHE PRODUKTE
Johanniskraut Nicht untersucht. Es wird Geboostertes Darunavir darf nicht(Hypericum perforatum) angenommen, dass Johanniskraut mit Präparaten kombiniert werden,die Plasmakonzentrationen von die Johanniskraut (Hypericum
Darunavir oder seinen perforatum) enthalten (siehepharmakokinetischen Abschnitt 4.3). Wenn ein Patient
Verstärkern vermindert. bereits Johanniskraut anwendet, ist(CYP450-Induktion) das Johanniskraut abzusetzen undwenn möglich die Viruslast zuüberprüfen. Die Darunavir- (undauch Ritonavir-) Verfügbarkeitkann mit dem Absetzen von
Johanniskraut ansteigen. Derinduzierende Effekt kann noch fürmindestens 2 Wochen nach
Therapieende von Johanniskrautanhalten.
HMG-COA-REDUKTASE-HEMMER
Lovastatin Nicht untersucht. Es ist zu Erhöhte Plasmakonzentrationen von
Simvastatin erwarten, dass sich die Lovastatin oder Simvastatin können
Plasmakonzentrationen von zu einer Myopathie, einschließlich
Lovastatin und Simvastatin bei Rhabdomyolyse führen. Diegleichzeitiger Anwendung von gleichzeitige Anwendung vongeboostertem Darunavir deutlich geboostertem Darunavir underhöhen. Lovastatin bzw. Simvastatin ist(CYP3A-Inhibition) daher kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Atorvastatin Atorvastatin AUC ↑ 3-4 fach Soll Atorvastatin gleichzeitig mit10 mg einmal täglich Atorvastatin Cmin ↑ ≈5,5-10 fach geboostertem Darunavir
Atorvastatin Cmax ↑ ≈2 fach angewendet werden, empfiehlt sich#Darunavir/Ritonavir für Atorvastatin eine Anfangsdosisvon 10 mg einmal täglich. In
Atorvastatin AUC ↑ 290% Ω Abhängigkeit vom klinischen
Atorvastatin Cmin ↑ 319% Ω Ansprechen des Patienten kann die
Atorvastatin Cmax ND Ω Atorvastatin-Dosis dann allmählich
Ω mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg erhöht werden.
Pravastatin Pravastatin AUC ↑ 81%¶ Ist eine gleichzeitige Anwendung40 mg Einzeldosis Pravastatin Cmin ND von Pravastatin und geboostertem
Pravastatin Cmax ↑ 63% Darunavir erforderlich, so wird¶ eine bis zu 5-fache Erhöhung wurde bei empfohlen, mit dereiner kleineren Untergruppe der geringstmöglichen Dosis von
Studienteilnehmer beobachtet
Pravastatin zu beginnen und dannbei gleichzeitiger Überwachung der
Sicherheitsparameter bis zurgewünschten klinischen Wirkungaufzutitrieren.
Rosuvastatin Rosuvastatin AUC ↑ 48%║ Ist eine gleichzeitige Anwendung10 mg einmal täglich Rosuvastatin Cmax ↑ 144% von Rosuvastatin und geboostertem║ basierend auf publizierten Daten mit Darunavir erforderlich, so wird
Darunavir/Ritonavirempfohlen, mit der
Rosuvastatin AUC ↑ 93%§ geringstmöglichen Dosis von
Rosuvastatin C § Rosuvastatin zu beginnen und dannmax ↑ 277%
Rosuvastatin C ND§ bei gleichzeitiger Überwachung dermin§ mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg Sicherheitsparameter bis zurgewünschten klinischen Wirkungaufzutitrieren.
ANDERE LIPID-MODIFIZIERENDE ARZNEIMITTEL
Lomitapid Basierend auf theoretischen Die gleichzeitige Anwendung ist
Überlegungen ist zu erwarten, kontraindiziert (siehedass geboostertes Darunavir bei Abschnitt 4.3).gleichzeitiger Anwendung die
Exposition von Lomitapiderhöht.(CYP3A-Inhibition)
H2-REZEPTOR-ANTAGONISTEN
Ranitidin #Darunavir AUC ↔ Geboostertes Darunavir kann150 mg zweimal täglich #Darunavir Cmin ↔ gleichzeitig mit H2-Rezeptor-#Darunavir Cmax ↔ Antagonisten ohne
Dosisanpassungen angewendetwerden.
IMMUNSUPPRESSIVA
Ciclosporin Nicht untersucht. Die Bei einer gleichzeitigen
Sirolimus Verfügbarkeit dieser Anwendung muss der
Tacrolimus Immunsuppressiva erhöht sich Plasmaspiegel des jeweiligenbei gleichzeitiger Anwendung Immunsuppressivums überwachtvon geboostertem Darunavir. werden.(CYP3A-Inhibition)
Everolimus
Die gleichzeitige Anwendung von
Everolimus und geboostertem
Darunavir wird nicht empfohlen.
INHALATIVE BETA-AGONISTEN
Salmeterol Nicht untersucht. Bei Die gleichzeitige Anwendung vongleichzeitiger Anwendung von Salmeterol und geboostertem
Salmeterol und geboostertem Darunavir wird nicht empfohlen.
Darunavir kann die Die Kombination kann zu einem
Plasmakonzentration von erhöhten Risiko für kardiovaskuläre
Salmeterol ansteigen. Nebenwirkungen mit Salmeterol,einschließlich QT-Verlängerung,
Palpitationen und Sinustachykardieführen.
NARKOTIKA/ BEHANDLUNG VON OPIOIDABHÄNGIGKEIT
Methadon R(-) Methadon AUC ↓ 16% Es ist keine Dosisanpassung vonindividuelle R(-) Methadon Cmin ↓ 15% Methadon erforderlich, wenn eine
Dosisanpassung von 55 mg R(-) Methadon Cmax ↓ 24% gemeinsame Gabe mitbis 150 mg einmal täglich geboostertem Darunavir begonnenwird. Dennoch kann bei
Im Gegensatz dazu, kann gemeinsamer Anwendung über
Darunavir/Cobicistat die einen längeren Zeitraum eine
Plasmakonzentrationen von Anpassung der Methadondosis
Methadon erhöhen (siehe notwendig sein. Da bei einigen
Fachinformation von Cobicistat). Patienten eine
Dosisanpassung erforderlich seinkann, wird bei der
Erhaltungstherapie eine klinische
Überwachung empfohlen.
Buprenorphin/Naloxon Buprenorphin AUC ↓ 11% Die klinische Relevanz der8/2 mg-16/4 mg einmal Buprenorphin Cmin ↔ Erhöhung der pharmakokinetischentäglich Buprenorphin Cmax ↓ 8% Parameter bei Norbuprenorphin
Norbuprenorphin AUC ↑ 46% wurde bisher nicht nachgewiesen.
Norbuprenorphin Cmin ↑ 71% Eine Dosisanpassung für
Norbuprenorphin Cmax ↑ 36% Buprenorphin bei gleichzeitiger
Naloxon AUC ↔ Anwendung von geboostertem
Naloxon Cmin ND Darunavir dürfte nicht erforderlich
Naloxon Cmax ↔ sein, es wird jedoch eine sorgfältigeklinische Beobachtung auf Zeicheneiner Opiattoxizität empfohlen.
Fentanyl Basierend auf theoretischen Bei der Anwendung von Darunavir
Oxycodon Überlegungen kann geboostertes und niedrig dosiertem Ritonavir
Tramadol Darunavir die zusammen mit diesen Analgetika
Plasmakonzentrationen dieser wird eine klinische Überwachung
Analgetika erhöhen. empfohlen.(CYP2D6- und/oder CYP3A-
Inhibition)
ESTROGENHALTIGE KONTRAZEPTIVA
Drospirenon Drospirenon AUC ↑ 58%€ Bei gleichzeitiger Anwendung von
Ethinylestradiol Drospirenon Cmin ND€ Darunavir mit einem Drospirenon-(3 mg/0,02 mg einmal Drospirenon Cmax ↑ 15%€ haltigen Produkt wird aufgrund destäglich) Ethinylestradiol AUC 30%€ möglichen Risikos einer
Ethinylestradiol C €min ND Hyperkaliämie eine klinische
Ethinylestradiol C 14%€max Überwachung empfohlen.
€ mit Darunavir/Cobicistat
Ethinylestradiol Ethinylestradiol AUC ↓ 44% β Bei gleichzeitiger Anwendung von
Norethisteron Ethinylestradiol Cmin ↓ 62% β estrogenhaltigen Kontrazeptiva und35 μg/1 mg einmal täglich Ehinylestradiol C βmax ↓ 32% geboostertem Darunavir sind
Norethisteron AUC ↓ 14% β alternative oder zusätzliche
Norethisteron Cmin ↓ 30% β Methoden der
Norethisteron C βmax ↔ Empfängnisverhütung zuβ mit Darunavir/Ritonavir empfehlen. Patienten, die Östrogeneals Hormonersatztherapieanwenden, sollten klinisch auf
Anzeichen eines Estrogenmangelsüberwacht werden.
OPIOIDANTAGONIST
Naloxegol Nicht untersucht. Die gleichzeitige Anwendung von
Naloxegol mit geboostertem
Darunavir ist kontraindiziert.
PHOSPHODIESTERASE, TYP-5- (PDE-5-) HEMMER
Zur Behandlung der In einer Interaktionsstudie#, Die Kombination von Avanafil underektilen Dysfunktion ergaben sich vergleichbare geboostertem Darunavir ist
Avanafil Sildenafil-Verfügbarkeiten bei kontraindiziert (siehe
Sildenafil einer Einzeldosis von 100 mg Abschnitt 4.3). Die gleichzeitige
Tadalafil Sildenafil allein und einer Anwendung anderer PDE-5-
Vardenafil Einzeldosis von 25 mg Sildenafil Hemmer zur Behandlung dermit gleichzeitiger erektilen Dysfunktion und
Anwendung von Darunavir und geboostertem Darunavir sollte mitniedrig dosiertem Ritonavir. Vorsicht erfolgen. Ist einegleichzeitige Anwendung von
Sildenafil, Vardenafil oder
Tadalafil und geboostertem
Darunavir indiziert, so empfiehltsich für
Sildenafil eine Einzeldosis vonhöchstens 25 mg in 48 Stunden, für
Vardenafil eine Einzeldosis vonhöchstens 2,5 mg in 72 Std. und für
Tadalafil eine Einzeldosis vonhöchstens 10 mg in 72 Std.
Zur Behandlung der Nicht untersucht. Bei Eine sichere und wirksame Dosispulmonalen arteriellen gleichzeitiger Anwendung von von Sildenafil zur Behandlung der
Hypertonie Sildenafil oder Tadalafil zur pulmonalen arteriellen Hypertonie
Sildenafil Behandlung der pulmonalen zusammen mit geboostertem
Tadalafil arteriellen Hypertonie und Darunavir wurde nicht ermittelt. Esgeboostertem Darunavir kann die gibt ein erhöhtes Potential für
Plasmakonzentration von sildenafilassoziierte
Sildenafil oder Tadalafil Nebenwirkungen (einschließlichansteigen. Sehstörungen, Hypotonie,(CYP3A-Inhibition) verlängerte Erektion und Synkope).
Daher ist eine gemeinsame
Anwendung von geboostertem
Darunavir und Sildenafil zur
Behandlung der pulmonalenarteriellen Hypertoniekontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
Eine gemeinsame Anwendung von
Tadalafil zur Behandlung derpulmonalen arteriellen Hypertonieund geboostertem Darunavir wirdnicht empfohlen.
PROTONENPUMPEN-INHIBITOREN
Omeprazol #Darunavir AUC ↔ Geboostertes Darunavir kann20 mg einmal täglich #Darunavir Cmin ↔ gleichzeitig mit#Darunavir Cmax ↔ Protonenpumpenhemmern ohne
Dosisanpassungen angewendetwerden.
SEDATIVA/HYPNOTIKA
Buspiron Nicht untersucht. Bei gleichzeitiger Anwendung von
Clorazepat Sedativa/Hypnotika werden geboostertem Darunavir mit diesen
Diazepam weitgehend über CYP3A Sedativa/Hypnotika wird
Estazolam metabolisiert. Die gemeinsame eine klinische Überwachung
Flurazepam Anwendung mit geboostertem empfohlen, und eine
Midazolam (parenteral) Darunavir kann zu einem Dosisreduktion der
Zolpidem beträchtlichen Sedativa/Hypnotika sollte in
Konzentrationsanstieg dieser Betracht gezogen werden.
Arzneimittel führen.
Die gleichzeitige Anwendungvon parenteral verabreichtem Wenn geboostertes Darunavir
Midazolam mit geboostertem zusammen mit parenteral
Darunavir kann zu einem verabreichtem Midazolambeträchtlichen angewendet wird, soll dies in einer
Konzentrationsanstieg dieses intensivmedizinischen oder
Benzodiazepins führen. Daten vergleichbaren Einrichtung, diezur gleichzeitigen Anwendung eine lückenlose klinischevon parenteralem Midazolam Überwachung und adäquateund anderen Proteaseinhibitoren medizinische Betreuung im Falleweisen auf einen möglichen drei- von Atemdepression und/oderbis vierfachen Anstieg der überlanger Sedierung sicherstellt,
Midazolam-Plasmaspiegel hin. erfolgen. Eine Dosisanpassung für
Midazolam muss erwogen werden,insbesondere wenn mehr als eine
Einzeldosis Midazolam verabreichtwird.
Midazolam (oral)
Triazolam Die gleichzeitige Anwendung von
Triazolam oder oraleingenommenem Midazolam undgeboostertem Darunavir istkontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
BEHANDLUNG DER VORZEITIGEN EJAKULATION
Dapoxetin Nicht untersucht. Die gleichzeitige Anwendung von
Dapoxetin mit geboostertem
Darunavir ist kontraindiziert.
UROLOGIKA
Fesoterodin Nicht untersucht. Mit Vorsicht anwenden. Es ist auf
Solifenacin Nebenwirkungen von Fesoterodinoder Solifenacin zu achten; eine
Dosisreduktion von Fesoterodinoder Solifenacin kann notwendigsein.
# Die Studien wurden mit niedrigeren Dosen Darunavir als empfohlen oder mit einem anderen Dosierungsregimedurchgeführt (siehe Abschnitt 4.2, Dosierung).† Die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung von Darunavir mit 100 mg Ritonavir und anderen HIV-PIs (z.B.
(Fos)amprenavir und Tipranavir) sind bei HIV-Patienten nicht erwiesen. Entsprechend den derzeitigen
Therapierichtlinien wird im Allgemeinen eine Zweifach-Therapie mit Proteaseinhibitoren nicht empfohlen.
‡ Die Studie wurde mit Tenofovirdisoproxilfumarat 300 mg einmal täglich durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftWenn über die Anwendung von antiretroviralen Arzneimitteln zur Behandlung einer HIV-Infektionbei Schwangeren und somit die Reduktion des Risikos einer vertikalen HIV-Übertragung auf das
Neugeborene entschieden wird, sollten grundsätzlich die tierexperimentellen Daten sowie dieklinische Erfahrung bei Schwangeren berücksichtigt werden.
Zur Auswirkung von Darunavir auf die Schwangerschaft beim Menschen existieren keine geeigneten,hinreichend kontrollierten Studien. Tierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direktegesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung,
Geburt oder postnatale Entwicklung (siehe Abschnitt 5.3).
Darunavir sollte in Kombination mit niedrig dosiertem Ritonavir bei Schwangeren nur dannangewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko rechtfertigt.
Die Behandlung mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg während der Schwangerschaft führt zu einergeringen Darunavir-Exposition (siehe Abschnitt 5.2), was mit einem erhöhten Risiko des
Therapieversagens und einem erhöhten Risiko der HIV-Übertragung auf das Kind verbunden seinkann. Deshalb soll während der Schwangerschaft keine Behandlung mit Darunavir/Cobicistatbegonnen werden. Bei Frauen, die während der Behandlung mit Darunavir/Cobicistat schwangerwerden, soll ein Wechsel zu einem alternativen Behandlungsregime erfolgen (siehe Abschnitte 4.2und 4.4).
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Darunavir in die Muttermilch übergeht. Studien an Ratten haben gezeigt, dass
Darunavir in die Milch übergeht und bei hohen Dosierungen (1 000 mg/kg/Tag) zu einer Toxizität beiden Nachkommen führte.
Aufgrund von potenziellenNebenwirkungen bei gestillten Kindern, sollten Frauen angewiesen werden,nicht zu stillen, wenn sie Darunavir Krka einnehmen.
Um eine Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, wird empfohlen, dass Frauen mit HIVnicht stillen.
FertilitätHumandaten über den Effekt von Darunavir auf die Fertilität liegen nicht vor. Bei Ratten hatte die
Behandlung mit Darunavir keine Auswirkungen auf das Paarungsverhalten und die Fertilität (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDarunavir in Kombination mit Cobicistat oder Ritonavir hat keinen oder einen zu vernachlässigenden
Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Bei einigen
Patienten wurde jedoch im Rahmen von Behandlungsschemata, die Darunavir zusammen mit
Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavir enthielten, über Benommenheit berichtet; dies sollte in
Bezug auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen berücksichtigtwerden (siehe Abschnitt 4.8).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsWährend des klinischen Entwicklungsprogramms (N = 2 613 vorbehandelte Studienteilnehmer, die die
Therapie mit Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich begonnen haben) trat bei 51,3% der
Studienteilnehmer mindestens eine Nebenwirkung auf. Die mittlere Gesamtbehandlungsdauer der
Studienteilnehmer war 95,3 Wochen. Die am häufigsten in klinischen Studien und als Spontanberichteberichteten Nebenwirkungen sind Diarrhö, Übelkeit, Hautausschlag, Kopfschmerzen und Erbrechen.
Die häufigsten schweren Nebenwirkungen sind akutes Nierenversagen, Myokardinfarkt,
Immunrekonstitutionssyndrom, Thrombozytopenie, Osteonekrose, Diarrhö, Hepatitis und Pyrexie.
In der 96-Wochen-Analyse war das Sicherheitsprofil von Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmaltäglich bei ART-naïven Studienteilnehmern ähnlich dem von Darunavir/Ritonavir 600/100 mgzweimal täglich bei ART-vorbehandelten Studienteilnehmern mit Ausnahme der Übelkeit, diehäufiger bei ART-naïven Studienteilnehmern beobachtet wurde. Dies trat in Form von leichter
Übelkeit auf. In der 192-Wochen-Analyse bei ART-naïven Studienteilnehmern mit einer mittleren
Behandlungsdauer von 162,5 Wochen mit Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich wurdenkeine neuen sicherheitsrelevanten Befunde identifiziert.
Während der klinischen Phase-III-Studie GS-US-216-130 mit Darunavir/Cobicistat (N = 313 ART-naïve und ART-vorbehandelte Studienteilnehmer) trat bei 66,5% der Studienteilnehmer mindestenseine Nebenwirkung auf. Die mittlere Gesamtbehandlungsdauer der Studienteilnehmer betrug58,4 Wochen. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Diarrhö (28%), Übelkeit (23%)und Hautausschlag (16%). Schwerwiegende Nebenwirkungen sind Diabetes mellitus, (Arzneimittel-)
Überempfindlichkeit, Immunrekonstitutionssyndrom, Hautausschlag und Erbrechen.
Für Informationen zu Cobicistat, siehe Fachinformation von Cobicistat.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen (SOC) und Häufigkeitskategorien aufgelistet.
Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradangegeben. Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis <1/100), selten (≥ 1/10 000 bis <1/1 000) und nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 2. Beobachtete Nebenwirkungen aus klinischen Studien und nach Markteinführung mit
Darunavir/Ritonavir
MedDRA- Nebenwirkung
Systemorganklasse
Häufigkeitskategorie
Infektionen und parasitäre ErkrankungenGelegentlich Herpes simplex
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsGelegentlich Thrombozytopenie, Neutropenie, Anämie, Leukopenie
Selten Eosinophile
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich Immunrekonstitutionssyndrom, (Arzneimittel-) Überempfindlichkeit
Endokrine ErkrankungenGelegentlich Hypothyreose, TSH-Blutspiegel erhöht
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHäufig Diabetes mellitus, Hypertriglyceridämie, Hypercholesterinämie,
Hyperlipidämie
Gelegentlich Gicht, Anorexie, verminderter Appetit, Gewichtsabnahme,
Gewichtszunahme, Hyperglykämie, Insulinresistenz, vermindertes HDL,vermehrter Appetit, Polydipsie, Laktatdehydrogenase im Blut erhöht
Psychiatrische ErkrankungenHäufig Schlaflosigkeit
Gelegentlich Depression, Desorientiertheit, Angstzustände, Schlafstörungen, abnorme
Träume, Alpträume, verminderte Libido
Selten Verwirrtheitszustände, Stimmungsveränderung, Unruhe
Erkrankungen des NervensystemsHäufig Kopfschmerzen, periphere Neuropathie, Schwindel
Gelegentlich Lethargie, Parästhesie, Hypästhesie, Dysgeusie, Aufmerksamkeitsstörung,
Einschränkung der Gedächtnisleistung, Schläfrigkeit
Selten Synkope, Krampfanfall, Ageusie, Störungen des Schlafrhythmus
AugenerkrankungenGelegentlich Konjunktivale Hyperämie, trockenes Auge
Selten Sehstörung
Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
Gelegentlich Drehschwindel
HerzerkrankungenGelegentlich Myokardinfarkt, Angina pectoris, im Elektrokardiogramm verlängertes QT-
Intervall, Tachykardie
Selten akuter Myokardinfarkt, Sinusbradykardie, Palpitationen
GefäßerkrankungenGelegentlich Hypertonie, Erröten
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsGelegentlich Dyspnoe, Husten, Epistaxis, Reizungen im Rachen
Selten Rhinorrhö
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö
Häufig Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, erhöhte Amylase im Blut,
Dyspepsie, aufgeblähter Bauch, Flatulenz
Gelegentlich Pankreatitis, Gastritis, gastroösophageale Refluxkrankheit, aphtöse
Stomatitis, Würgereiz, Mundtrockenheit, abdominelle Beschwerden,
Obstipation, erhöhte Lipase, Aufstoßen, Empfindungsstörung im Mund
Selten Stomatitis, Hämatemesis, Cheilitis, trockene Lippen, belegte Zunge
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Alaninaminotransferase erhöht
Gelegentlich Hepatitis*, zytolytische Hepatitis*, Steatosis hepatis, Hepatomegalie,
Transaminasen erhöht, Aspartataminotransferase erhöht, Bilirubin im Bluterhöht, Alkalische Phosphatase im Blut erhöht, Gammaglutamyltransferaseerhöht
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesHäufig Hautausschlag (inklusive makulärer, makulopapulärer, papulärer,erythematöser und juckender Ausschlag), Pruritus
Gelegentlich Angioödem, generalisierter Hautausschlag, allergische Dermatitis, Urtikaria,
Ekzem, Erythem, Hyperhidrose, Nachtschweiß, Alopezie, Akne, trockene
Haut, Nagelpigmentierung
Selten DRESS*, Stevens-Johnson-Syndrom*, Erythema multiforme, Dermatitis,seborrhoische Dermatitis, Hautläsionen, Xerodermie
Nicht bekannt Toxisch epidermale Nekrolyse*, akute generalisierte exanthematische
Pustulose*
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenGelegentlich Myalgie, Osteonekrose*, Muskelspasmen, Muskelschwäche, Arthralgie,
Extremitätenschmerzen, Osteoporose, erhöhte Kreatinphosphokinase im
Blut
Seltenmuskuloskelettale Steifigkeit, Arthritis, Gelenksteifigkeit
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeGelegentlich akutes Nierenversagen, Nierenversagen, Nephrolithiasis, erhöhtes Kreatininim Blut, Proteinurie, Bilirubinurie, Dysurie, Nykturie, Pollakisurie
Selten verminderte renale Kreatinin-Clearance, Kristall-Nephropathie§
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseGelegentlich erektile Dysfunktion, Gynäkomastie*
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig Asthenie, Ermüdung (Fatigue)
Gelegentlich Pyrexie, Thoraxschmerz, peripheres Ödem, allgemeines Unwohlsein,
Hitzegefühl, Reizbarkeit, Schmerz
Selten Schüttelfrost, anomales Gefühl, Xerosis§ Nebenwirkung, die nach Markteinführung identifiziert wurde. Gemäß der Guideline on Summary of Product
Characteristics (Revision 2, September 2009) wurde die Häufigkeit dieser Nebenwirkung nach Markteinführung mitder 'Dreierregel“ berechnet.
Tabelle 3. Beobachtete Nebenwirkungen aus klinischen Studien mit Darunavir/Cobicistat bei
Erwachsenen
MedDRA- Nebenwirkung
Systemorganklasse
Häufigkeitskategorie
Erkrankungen des ImmunsystemsHäufig (Arzneimittel-) Überempfindlichkeit
Gelegentlich Immunrekonstitutionssyndrom
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHäufig Anorexie, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie,
Hyperlipidämie
Psychiatrische ErkrankungenHäufig anomale Träume
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Kopfschmerzen
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Diarrhö, Übelkeit
Häufig Erbrechen, Bauchschmerzen, aufgeblähter Bauch, Dyspepsie, Flatulenz,
Pankreasenzyme erhöht
Gelegentlich Akute Pankreatitis
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Leberenzyme erhöht
Gelegentlich Hepatitis*, zytolytische Hepatitis*
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr häufig Hautausschlag (inklusive makulärer, makulopapulärer, papulärer,erythematöser, juckender, generalisierter Ausschlag und allergische
Dermatitis)
Häufig Angioödem, Pruritus, Urtikaria
Selten DRESS*, Stevens-Johnson-Syndrom*
Nicht bekannt Toxisch epidermale Nekrolyse*, akute generalisierte exanthematische
Pustulose*
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenHäufig Myalgie
Gelegentlich Osteonekrose*
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeSelten Kristall-Nephropathie*§
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseGelegentlich Gynäkomastie*
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortHäufig Ermüdung (Fatigue)
Gelegentlich Asthenie
Untersuchungen
Häufig Serumkreatinin erhöht
* Diese Nebenwirkungen wurden nicht bei klinischen Studien mit Darunavir/Cobicistat berichtet, aber bei der Behandlungmit Darunavir/Ritonavir beobachtet, so dass sie auch mit Darunavir/Cobicistat erwartet werden können.
§ Nebenwirkung, die nach Markteinführung identifiziert wurde. Gemäß der Guideline on Summary of Product Characteristics(Revision 2, September 2009) wurde die Häufigkeit dieser Nebenwirkung nach Markteinführung mit der 'Dreierregel“berechnet.
Beschreibung von ausgewählten NebenwirkungenHautausschlagIn klinischen Studien war der Hautausschlag meist leicht bis mäßig ausgeprägt, trat oft innerhalb derersten vier Wochen der Behandlung auf und klang bei gleichbleibender Dosierung ab. Im Fall vonschweren Hautreaktionen siehe Warnhinweise in Abschnitt 4.4. In einer einarmigen Studie, die
Darunavir 800 mg einmal täglich in Kombination mit Cobicistat 150 mg einmal täglich und anderenantiretroviralen Arzneimitteln untersucht hat, brachen 2,2% der Patienten die Behandlung wegen
Hautausschlag ab.
Während des klinischen Entwicklungsprogramms von Raltegravir für ART-vorbehandelte Patiententrat - ungeachtet der Kausalität - Hautausschlag unter Therapieregimen mit Darunavir/Ritonavir +
Raltegravir häufiger auf als unter Darunavir/Ritonavir ohne Raltegravir oder Raltegravir ohne
Darunavir/Ritonavir. Hautausschlag, der von den Prüfärzten als arzneimittelbedingt eingestuft wurde,trat jedoch mit ähnlicher Häufigkeit auf. Die Expositions-adjustierten Raten für das Auftreten von
Hautausschlag (jeglicher Kausalität) lagen bei 10,9; 4,2 bzw. 3,8 pro 100 Patientenjahren (PYR), undvon arzneimittelbedingtem Hautausschlag bei 2,4; 1,1 bzw. 2,3 pro 100 PYR. Diese in klinischen
Studien beobachteten Hautausschläge waren vom Schweregrad leicht bis mäßig und führten nicht zum
Therapieabbruch (siehe Abschnitt 4.4).
Metabolische ParameterWährend einer antiretroviralen Therapie können eine Gewichtszunahme und ein Anstieg der Blutlipid-und Blutglukosewerte auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
Muskuloskelettale StörungenBei der Anwendung von Proteasehemmern, insbesondere in Kombination mit NRTIs, wurden erhöhte
CPK-Werte, Myalgie, Myositis und in seltenen Fällen Rhabdomyolyse berichtet.
Über Fälle von Osteonekrose, insbesondere bei Patienten mit den allgemein bekannten Risikofaktoren,fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeit-Exposition gegenüber einer antiretroviralen
Kombinationstherapie (CART) wurde berichtet. Die Häufigkeit ist nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.4).
ImmunrekonstitutionssyndromBei HIV-infizierten Patienten mit schwerwiegender Immunschwäche zu Beginn der antiretroviralen
Kombinationstherapie (CART) kann eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residualeopportunistische Infektionen entstehen. Es liegen auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wiez. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vor; allerdings ist der Zeitpunkt des Auftretens sehrvariabel und diese Ereignisse können viele Monate nach Beginn der Behandlung auftreten (siehe
Abschnitt 4.4).
Blutungen bei Hämophilie-PatientenEs gab Berichte über erhöhte Spontanblutungen bei Hämophilie-Patienten, die antiretrovirale
Proteasehemmer erhielten (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheDie Beurteilung der Sicherheit von Darunavir mit Ritonavir bei pädiatrischen Patienten basiert auf der48-Wochen-Analyse von Sicherheitsdaten dreier Phase-II-Studien. Die folgenden
Patientenpopulationen wurden evaluiert (siehe Abschnitt 5.1):
- 80 ART-vorbehandelte HIV-1-infizierte pädiatrische Patienten zwischen 6 und 17 Jahren undmit einem Körpergewicht von mindestens 20 kg, die Darunavir Tabletten zusammen mit niedrigdosiertem Ritonavir zweimal täglich in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffenerhielten.
- 21 ART-vorbehandelte HIV-1-infizierte pädiatrische Patienten zwischen 3 bis < 6 Jahren undmit einem Körpergewicht von 10 kg bis < 20 kg (16 Teilnehmer von 15 kg bis < 20 kg), die
Darunavir Suspension zum Einnehmen zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir zweimaltäglich in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen erhielten.
- 12 ART-naïve HIV-1-infizierte pädiatrische Patienten zwischen 12 und 17 Jahren undmindestens 40 kg Körpergewicht, die Darunavir Tabletten zusammen mit niedrig dosiertem
Ritonavir einmal täglich in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen erhielten(siehe Abschnitt 5.1).
Allgemein war das Sicherheitsprofil bei diesen pädiatrischen Patienten vergleichbar mit dem der
Erwachsenenpopulation.
Sonstige spezielle PatientengruppenPatienten mit gleichzeitiger Hepatitis-B- und/oder Hepatitis-C-VirusinfektionUnter den 1.968 antiretroviral vorbehandelten Patienten, die Darunavir zusammen mit Ritonavir600/100 mg zweimal täglich erhielten, hatten 236 Patienten eine Koinfektion mit Hepatitis B oder C.
Bei koinfizierten Patienten war die Wahrscheinlichkeit, zu Beginn und während der Behandlungerhöhte Werte der Leber-Transaminasen zu haben bzw. zu bekommen, größer als bei Patienten ohnechronische virale Hepatitis (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas im Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen
4.9 Überdosierung
Zu einer akuten Überdosierung von Darunavir zusammen mit Cobicistat oder niedrig dosiertem
Ritonavir beim Menschen liegen nur begrenzte Erfahrungswerte vor. Einzeldosen von bis zu 3.200 mg
Darunavir als orale Lösung allein und bis zu 1.600 mg Darunavir in Tablettenform kombiniert mit
Ritonavir wurden an gesunden Freiwilligen angewendet, ohne dass unerwünschte Symptomeauftraten.
Für eine Überdosierung mit Darunavir gibt es kein spezifisches Antidot. Die Behandlung einer
Überdosierung mit Darunavir besteht in allgemeinen unterstützenden Maßnahmen, wie z. B.
Überwachung der Vitalzeichen und Beobachtung des klinischen Zustands des Patienten. Aufgrund derhohen Proteinbindung von Darunavir erscheint eine Dialyse in Bezug auf eine signifikante Entfernungdes Wirkstoffs wenig hilfreich.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antivirale Mittel zur systemischen Anwendung, Proteasehemmer,
ATC-Code: J05AE10.
WirkmechanismusDarunavir inhibiert die Dimerisation und die katalytische Aktivität der HIV-1-Protease (KD-Wert von4,5 x 10-12 M). Es hemmt selektiv die Spaltung HIV-kodierter Gag-Pol-Polyproteine in virusinfizierten
Zellen und verhindert dadurch die Bildung reifer infektiöser Viruspartikel.
Antivirale Aktivität in vitroDarunavir zeigt eine Wirkung gegen Laborstämme und klinische Isolate von HIV-1 sowie
Laborstämme von HIV-2 bei akut infizierten T-Zell-Linien, menschlichen mononukleären Zellen ausdem peripheren Blut und menschlichen Monozyten/Makrophagen mit medianen EC50-Werten im
Bereich von 1,2 bis 8,5 nM (0,7 - 5,0 ng/ml). Darunavir zeigt in vitro eine antivirale Wirkung gegenein breites Spektrum von primären Isolaten der HIV-1-Gruppen M (A, B, C, D, E, F, G) und O mit
EC50-Werten im Bereich von < 0,1 bis 4,3 nM.
Diese EC50-Werte liegen weit unter dem Konzentrationsbereich von 87 μM bis > 100 μM für eine 50-prozentige Zelltoxizität.
ResistenzDie in-vitro-Selektion von Darunavir-resistenten Viren vom Wildtyp HIV-1 dauerte sehr lange( 3 Jahre). Die selektierten Viren waren bei Darunavir-Konzentrationen oberhalb von 400 nM nichtwachstumsfähig. Viren, die unter diesen Bedingungen selektiert wurden und eine verminderte
Empfindlichkeit gegen Darunavir aufwiesen (Bereich: 23- bis 50-fach), hatten 2 bis 4 Aminosäure-
Substitutionen im Protease-Gen. Die verminderte Empfindlichkeit der im Selektionsexperimentaufgetretenen Viren gegen Darunavir kann nicht durch das Auftreten dieser Proteasemutationen erklärtwerden.
Die Daten aus klinischen Studien bei ART-vorbehandelten Patienten (TITAN-Studie und gepoolte
Analyse der POWER 1-, 2- und 3- und DUET 1- und 2-Studien) zeigten, dass das virologische
Ansprechen auf in Kombination eingenommenes Darunavir zusammen mit niedrig dosiertem
Ritonavir vermindert war, wenn 3 oder mehr Darunavir-RAMs (V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54Loder M, T74P, L76V, I84V und L89V) bei Studienbeginn vorhanden waren oder sich diese
Mutationen während der Behandlung entwickelten.
Eine Veränderung der Empfindlichkeit gegenüber Darunavir im Vergleich zu Baseline (Anstieg der
EC50, fold change = FC) war mit einem verminderten virologischen Ansprechen assoziiert. Als untererund oberer klinischer Cut-off wurden 10 und 40 identifiziert. Isolate mit einer Baseline-FC ≤ 10 sindempfindlich; Isolate mit FC > 10 bis 40 haben eine verminderte Empfindlichkeit; Isolate mit FC > 40sind resistent (siehe Klinische Ergebnisse).
Virusisolate von Patienten mit virologischem Versagen aufgrund eines Rebounds unter
Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich, die zu Studienbeginn gegen Tipranavir empfindlichwaren, blieben in den allermeisten Fällen auch nach der Behandlung gegenüber Tipranavirempfindlich.
Die niedrigste Resistenzrate der HI-Viren wird bei ART-naïven Patienten beobachtet, die zum ersten
Mal mit Darunavir in Kombination mit anderen ART behandelt werden.
Die folgende Tabelle zeigt die Entstehung von HIV-1-Protease-Mutationen und den Verlust der
Empfindlichkeit gegenüber PIs bei virologischen Versagern am Endpunkt der ARTEMIS-, ODIN- und
TITAN-Studien.
Tabelle 4. Die Entstehung von HIV-1-Protease-Mutationen und der Verlust der Empfindlichkeitgegenüber PIs bei virologischen Versagern am Endpunkt der ARTEMIS-, ODIN- und TITAN-
Studien
ARTEMIS ODIN TITAN
Woche 192 Woche 48 Woche 48
Darunavir/Ritonav Darunavir/Ritonav Darunavir/Ritonav Darunavir/Ritonavir ir ir ir800/100 mg 800/100 mg 600/100 mg 600/100 mgeinmal täglich einmal täglich zweimal täglich zweimal täglich
N=343 N=294 N=296 N=298
Absolute 55 (16,0%) 65 (22,1%) 54 (18,2%) 31 (10,4%)
Anzahl dervirologischen
Versagena,n (%)
Rebound 39 (11,4%) 11 (3,7%) 11 (3,7%) 16 (5,4%)
Viruslast nie 16 (4,7%) 54 (18,4%) 43 (14,5%) 15 (5,0%)supprimiert
Anzahl der Studienteilnehmer mit virologischem Versagen und gepaarten Studienbeginn/Endpunkt-
Genotypen, die am Endpunkt Mutationenb entwickeln, n/N
Primäre 0/43 1/60 0/42 6/28(majore) PI-
Mutationen
PI RAMs 4/43 7/60 4/42 10/28
Anzahl der Studienteilnehmer mit virologischem Versagen und gepaarten Studienbeginn/Endpunkt-
Phänotypen, die einen Verlust der Empfindlichkeit gegen PIs am Endpunkt im Vergleich zu
Studienbeginn zeigen, n/N
P Darunavir 0/39 1/58 0/41 3/26
I Amprenav 0/39 1/58 0/40 0/22ir
Atazanavir 0/39 2/56 0/40 0/22
Indinavir 0/39 2/57 0/40 1/24
Lopinavir 0/39 1/58 0/40 0/23
Saquinavir 0/39 0/56 0/40 0/22
Tipranavir 0/39 0/58 0/41 1/25a TLOVR: nicht-virologisches Versagen zensierter Algorithmus basierend auf HIV-1 RNA < 50 Kopien/ml, außer für TITAN(HIV-1 RNA < 400 Kopien/ml)b IAS-USA-Liste
KreuzresistenzDie Darunavir-FC lag unterhalb 10 bei 90% von 3.309 klinischen Isolaten mit Resistenz gegenüber
Amprenavir, Atazanavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir und/oder Tipranavir;dies zeigt, dass Viren mit einer Resistenz gegen die meisten PIs gegenüber Darunavir empfindlichbleiben.
Bei den Fällen von virologischem Versagen in der ARTEMIS-Studie wurden keine Kreuzresistenzenmit anderen PIs beobachtet. Bei den Fällen von virologischem Versagen in der GS-US-216-130-Studiewurden keine Kreuzresistenzen mit anderen HIV-PIs beobachtet.
Klinische ErgebnisseDer Effekt der pharmakokinetischen Verstärkung eines anderen pharmakokinetischen Verstärkers als
Ritonavir auf Darunavir wurde in einer Phase-I-Studie an gesunden Studienteilnehmern untersucht, die800 mg Darunavir mit 100 mg Ritonavir oder einem manderen pharmakokinetischen Verstärkereinmal täglich erhielten. Die pharmakokinetischen Parameter im Steady-State von Darunavir warenfür Ritonavir-geboostertes Darunavir vergleichbar.
Erwachsene PatientenWirksamkeit von Darunavir 800 mg einmal täglich zusammen mit 100 mg Ritonavir einmal täglich bei
ART-naïven Patienten
Der Nachweis der Wirksamkeit von Darunavir/Ritovair 800/100 mg einmal täglich basiert auf den
Analysen der 192-Wochen-Daten der randomisierten, kontrollierten, offenen Phase-III-Studie
ARTEMIS bei antiretroviral nicht vorbehandelten HIV-1-infizierten Patienten, in der
Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich mit Lopinavir/Ritonavir 800/200 mg pro Tag (alszweimal tägliches Regime oder als einmal tägliches Regime gegeben) verglichen wurde. In beiden
Armen wurde zusätzlich eine feste Kombination aus Tenofovirdisoproxilfumarat 300 mg einmaltäglich und Emtricitabin 200 mg einmal täglich angewendet.
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Daten zur Wirksamkeit der 48-Wochen- und 96-Wochen-Analyseder ARTEMIS-Studie:
Tabelle 5. Die Wirksamkeitsdaten der 48-Wochen- und 96-Wochen-Analyse der ARTEMIS-
Studie
ARTEMIS
Woche 48a Woche 96b
Behandlungs- Darunavir/ Lopinavir/ Behandlungs- Darunavir/ Lopinavir/ Behand-erfolg Ritonavir Ritonavir unterschied Ritonavir Ritonavir lungsunter-800/100 mg 800/200 mg (95% Konfi- 800/100 mg 800/200 mg schiedeinmal pro Tag denzintervall einmal täglich pro Tag (95% Kon-täglich N=346 der N=343 N=346 fidenzinter-
N=343 Differenz) vall der
Differenz)
HIV-1- 83,7% 78,3% 5,3% 79,0% 70,8% 8,2%
RNA 50 (287) (271) (-0,5; 11,2)d (271) (245) (1,7; 14,7)d
Kopien/mlc
Alle Patienten
Mit Baseline 85,8% 84,5% 1,3% 80,5% 75,2% 5,3%
HIV- (194/226) (191/226) (-5,2; 7,9)d (182/226) (170/226 (-2,3; 13,0)d
RNA < 100 000
Mit Baseline 79,5% 66,7% 12,8% 76,1% 62,5% 13,6%
HIV- (93/117) (80/120) (1,6; 24,1)d (89/117) (75/120) (1,9; 25,3)d
RNA ≥ 100 000
Mit Baseline 79,4% 70,3% 9,2% 78,7% 64,9% 13,9%
CD4+- (112/141) (104/148) (-0,8; 19,2)d (111/141) (96/148) (35,; 24,2)d
Zellzahl < 200
Mit Baseline 86,6% 84,3% 2,3% 79,2% 75,3% 4,0%
CD4+- (175/202) (167/198) (-4,6; 9,2)d (160/202) (149/198) (-4,3; 12,2)d
Zellzahl ≥ 200
Mittlere CD4+- 137 141 171 188
Zellzahl:
Veränderunggegenüber
Baseline(x106/l)ea Daten basierend auf Analysen in Woche 48b Daten basierend auf Analysen in Woche 96c Bewertungen nach dem TLOVR-Algorithmusd Basierend auf einer normalen Annäherung der Differenz in % der Therapieantworte Non-completer wird als 'Versager“ gewertet: Für Patienten mit vorzeitigem Studienabbruch wird eine Veränderung = 0angesetzt
In der 48-Wochen-Analyse wurde die Nicht-Unterlegenheit der Darunavir/Ritonavir-Behandlungbezüglich des virologischen Ansprechens, definiert als der prozentuale Anteil der Patienten mit einem
HIV-1-RNA-Wert 50 Kopien/ml im Plasma, für beide Populationen, 'Intent-To-Treat'- (ITT) und'On Protocol'-(OP), nachgewiesen (bezogen auf die vordefinierte Nicht-Unterlegenheits-Grenze von12%). Diese Ergebnisse wurden durch die Analyse der Daten aus der 96-Wochen-Behandlung der
ARTEMIS-Studie bestätigt. Diese Ergebnisse wurden in der ARTEMIS-Studie über 192 Wochen der
Behandlung aufrechterhalten.
Wirksamkeit von Darunavir 800 mg einmal täglich zusammen mit 100 mg Ritonavir einmal täglich bei
ART-vorbehandelten Patienten
ODIN ist eine randomisierte, offene Phase-III-Studie, die Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmaltäglich mit Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich bei ART-vorbehandelten HIV-1-infizierten Patienten vergleicht, bei denen in der Genotypisierung zum Zeitpunkt des Screenings keine
Darunavir-RAMs (z.B. V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V, L89V) und
HIV-1 RNA > 1 000 Kopien/ml nachgewiesen wurden.
Die Wirksamkeitsanalyse basiert auf einer Behandlung über 48 Wochen (siehe Tabelle unten). Beide
Arme wendeten eine optimierte Basistherapie (OBR) von ≥ 2 NRTIs an.
Tabelle 6. Die Wirksamkeitsdaten der ODIN-Studie
ODIN
Behandlungserfolg Darunavir/Ritonavir Darunavir/Ritonavir Behandlungsunterschied800/100 mg einmal 600/100 mg zweimal (95% Konfidenzintervalltäglich + OBR täglich + OBR der Differenz)
N=294 N=296
HIV-1 RNA < 50 72,1% (212) 70,9% (210) 1,2% (-6,1; 8,5)b
Kopien/mla
Baseline HIV-1 RNA(Kopien/ml)< 100 000 77,6% (198/255) 73,2% (194/265) 4,4% (-3,0; 11,9)≥ 100 000 35,9% (14/39) 51,6%(16/31) -15,7% (-39,2; 7,7)
Baseline CD4+-
Zellzahl (x 106/l)≥ 100 75,1% (184/245) 72,5% (187/258) 2,6% (-5,1; 10,3)< 100 57,1% (28/49) 60,5% (23/38) -3,4% (-24,5; 17,8)
HIV-1-Stamm
Typ B 70,4% (126/179) 64,3% (128/199) (6,1% (-3,4; 15,6)
Typ AE 90,5% (38/42) 91,2% (31/34) -0,7% (-14,0; 12,6)
Typ C 72,7% (32/44) 78,8% (26/33) -6,1% (-2,6; 13,7)
Anderee 55,2% (16/29) 83,3% (25/30) -28,2% (-51,0; -5,3)
CD4+-Zellzahl: 108 112 -5d (-25; 16)
Mittlere Veränderunggegenüber Baseline(x 106/l)ea Bewertungen nach dem TLOVR-Algorithmusb Basierend auf einer normalen Annäherung der Differenz in % der Therapieantwortc Stamm A1, D, F1, G, K, CRF02_AG, CRF12_BF, und CRF06_CPXd Differenz der Mittelwertee 'Last Observation Carried Forward“-Bewertung
In Woche 48 wurde gezeigt, dass das virologische Ansprechen, definiert als der prozentuale Anteil der
Patienten mit einem HIV-1-RNA-Wert < 50 Kopien/ml im Plasma von Darunavir/Ritonavir800/100 mg einmal täglich verglichen mit Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich sowohlfür die ITT- als auch die OP-Populationen nicht unterlegen war (bezogen auf die vordefinierte Nicht-
Unterlegenheits-Grenze von 12%).
Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich sollte bei ART-vorbehandelten Patienten mit eineroder mehreren Darunavir-Resistenz-assoziierten Mutationen (DRV-RAMs) oder ≥ 100 000 HIV-1-
RNA-Kopien/ml oder einer CD4+-Zellzahl von < 100 x 106 Zellen/l nicht angewendet werden (siehe
Abschnitt 4.2 und 4.4). Es stehen für Patienten mit anderen HIV-1-Stämmen als B nur eingeschränkt
Daten zur Verfügung.
Kinder und JugendlicheART-naïve pädiatrische Patienten von 12 bis < 18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht
DIONE ist eine offene Phase-II-Studie, in der die Pharmakokinetik, Sicherheit, Verträglichkeit und
Wirksamkeit von Darunavir mit niedrig dosiertem Ritonavir bei 12 ART-naïven HIV-1-nfiziertenpädiatrischen Patienten von 12 bis unter 18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht evaluiertwurde. Diese Patienten erhielten Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich in Kombination mitanderen antiretroviralen Wirkstoffen. Das virologische Ansprechen wurde als eine Abnahme der
Plasma HIV-1-RNA-Viruslast von mindestens 1,0 log10 versus Baseline definiert.
Tabelle 7. Die Wirksamkeitsdaten der DIONE-Studie
DIONE
Behandlungserfolg in Woche 48 Darunavir/Ritonavir
N=12
HIV-1-RNA 50 Kopien/mla 83,3% (10)
CD4+ prozentuale Veränderung gegenüber Baselineb 14
CD4+-Zellzahl: mittlere Veränderung gegenüber 221
Baselineb≥ 1,0 log10 Abnahme der Plasma-Viruslast gegenüber 100%
Baselinea Bewertungen nach dem TLOVR-Algorithmusb Non-completer wird als 'Versager“ gewertet: Für Patienten mit vorzeitigem Studienabbruch wird eine Veränderung = 0angesetzt.
Für zusätzliche Ergebnisse aus klinischen Studien bei ART-vorbehandelten erwachsenen undpädiatrischen Patienten siehe die Fachinformation von Darunavir Krka 600 mg Tabletten.
Schwangerschaft und postpartale PhaseIn einer klinischen Studie mit 36 Schwangeren (18 in jedem Arm) wurde während des zweiten unddritten Trimenons sowie in der postpartalen Phase die Einnahme von Darunavir/Ritonavir(600/100 mg zweimal täglich oder 800/100 mg einmal täglich) in Kombination mit einem Basisregimeuntersucht. Das virologische Ansprechen wurde während der Studiendauer in beiden Armen erfasst.
Bei den Kindern der 31 Studienteilnehmerinnen, die bis zur Geburt die antiretrovirale Therapiefortführten, traten keine Mutter-Kind-Transmissionen auf. Es wurden keine neuen klinisch relevanten
Sicherheitsaspekte im Vergleich zum bekannten Sicherheitsprofil von Darunavir/Ritonavir bei HIV-1-infizierten Erwachsenen gefunden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.2).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die pharmakokinetischen Eigenschaften von Darunavir mit gleichzeitiger Einnahme von Cobicistatoder Ritonavir wurden an gesunden erwachsenen Freiwilligen sowie an HIV-infizierten Patientenuntersucht. Die Darunavir-Exposition war bei den HIV-infizierten Patienten höher als bei dengesunden Studienteilnehmern. Die höhere Darunavir-Exposition bei HIV-infizierten Patienten im
Vergleich zu gesunden Studienteilnehmern erklärt sich möglicherweise durch die höheren
Konzentrationen von α1-saurem Glykoprotein (AAG) bei HIV-Infizierten, welche zu einer stärkeren
Anbindung von Darunavir an Plasma-AAG und somit zu höheren Plasmakonzentrationen führen.
Darunavir wird hauptsächlich über CYP3A metabolisiert. Cobicistat und Ritonavir hemmen CYP3A,was zu einem beträchtlichen Anstieg der Darunavir-Plasmakonzentration führt.
Für Informationen zu pharmakokinetischen Eigenschaften von Cobicistat, siehe Fachinformation von
Cobicistat.ResorptionDarunavir wurde bei oraler Anwendung rasch resorbiert. Die maximale Plasmakonzentration von
Darunavir wird in Gegenwart von niedrig dosiertem Ritonavir im Allgemeinen innerhalb von 2,5 -4,0 Stunden erreicht.
Die absolute orale Bioverfügbarkeit bei alleiniger Anwendung einer Einzeldosis von 600 mg
Darunavir betrug ca. 37% und stieg durch die Gabe von 100 mg Ritonavir zweimal täglich auf 82%an. Die allgemeine pharmakokinetische Verstärkungswirkung von Ritonavir zeigte sich in einer ca.14-fachen Zunahme der systemischen Darunavir-Exposition bei oraler Gabe einer 600 mg-Einzeldosis
Darunavir in Kombination 100 mg Ritonavir zweimal täglich (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Einnahme ohne Nahrung liegt die relative Bioverfügbarkeit von Darunavir in Gegenwart von
Cobicistat oder niedrig dosiertem Ritonavir niedriger als bei Einnahme mit Nahrung. Deshalb sollten
Darunavir-Tabletten zusammen mit Cobicistat oder Ritonavir und mit Nahrungsmitteln eingenommenwerden. Die Art der Nahrungsmittel hat keinen Einfluss auf die Darunavir-Verfügbarkeit.
VerteilungDarunavir wird zu ca. 95% an Plasmaprotein gebunden. Darunavir bindet primär an das α1-saure
Glykoprotein im Plasma.
Nach intravenöser Anwendung betrug das Verteilungsvolumen von Darunavir bei alleiniger Gabe 88,1± 59,0 l (Mittelwert ± SD); zusammen mit 100 mg Ritonavir zweimal täglich stieg der Wert auf 131 ±49,9 l (Mittelwert ± SD) an.
BiotransformationIn-vitro-Versuche mit Mikrosomen der menschlichen Leber (human liver microsomes, HLMs) deutenauf eine primär oxidative Metabolisierung von Darunavir hin. Darunavir wird in hohem Maße überdas CYP-System der Leber metabolisiert, und zwar fast ausschließlich durch das Isozym CYP3A4.
Eine an gesunden Freiwilligen durchgeführte Studie mit 14C-Darunavir zeigte, dass die im Plasmavorliegende Radioaktivität nach einer Einzeldosis von 400/100 mg Darunavir auf die aktive
Ausgangssubstanz zurückzuführen war. Beim Menschen wurden mindestens 3 oxidative Metabolitenvon Darunavir identifiziert; diese zeigten allesamt eine Aktivität, die um mindestens das Zehnfachegeringer war als die Aktivität von Darunavir gegen Wildtyp-HIV.
EliminationNach einer Dosis von 400/100 mg 14C-Darunavir waren im Stuhl ca. 79,5% und im Urin ca. 13,9% derangewendeten 14C-Darunavir-Dosis nachweisbar. Unverändertes Darunavir machte ca. 41,2% bzw.7,7% der angewendeten Dosis im Stuhl bzw. im Urin aus. Die terminale Eliminationshalbwertszeitvon Darunavir betrug in Kombination mit Ritonavir ca. 15 Stunden.
Die intravenöse Clearance betrug 32,8 l/h für Darunavir allein (150 mg) und 5,9 l/h in Gegenwart vonniedrig dosiertem Ritonavir.
Besondere PatientengruppenKinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Darunavir in Kombination mit Ritonavir zweimal täglich eingenommen bei74 therapieerfahrenen pädiatrischen Patienten von 6 bis 17 Jahren und mit mindestens 20 kg
Körpergewicht zeigte, dass die angewendeten gewichtsbasierten Dosen von Darunavir/Ritonavir zueiner systemischen Verfügbarkeit von Darunavir führte, die vergleichbar der bei Erwachsenen war, die
Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich erhielten (siehe Abschnitt 4.2).
Die Pharmakokinetik von Darunavir in Kombination mit Ritonavir zweimal täglich eingenommen bei14 therapieerfahrenen pädiatrischen Patienten von 3 bis < 6 Jahren und mit mindestens 15 kg bis< 20 kg Körpergewicht zeigte, dass die verabreichten gewichtsbasierten Dosen zu einer vergleichbarensystemischen Verfügbarkeit von Darunavir wie bei Erwachsenen, die Darunavir/Ritonavir 600/100 mgzweimal täglich erhielten, führte (siehe Abschnitt 4.2).
Die Pharmakokinetik von Darunavir in Kombination mit Ritonavir einmal täglich eingenommen bei12 ART-naïven pädiatrischen Patienten von 12 bis < 18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewichtzeigte, dass Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich zu einer vergleichbaren systemischen
Verfügbarkeit von Darunavir wie bei Erwachsenen, die Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmaltäglich erhielten, führte. Daher kann dieselbe einmal tägliche Dosierung bei therapieerfahrenen
Jugendlichen von 12 bis < 18 Jahren und mindestens 40 kg Körpergewicht, die keine Darunavir-
Resistenz-assoziierten Mutationen (DRV-RAMs)* und < 100 000 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Plasmaund eine CD4+-Zellzahl von ≥ 100 x 106 Zellen/l besitzen, angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).
* DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V und L89V
Die Pharmakokinetik von Darunavir in Kombination mit Ritonavir einmal täglich eingenommen bei10 therapieerfahrenen pädiatrischen Patienten von 3 bis < 6 Jahren und mindestens 14 kg bis zu< 20 kg Körpergewicht zeigte, dass die gewichtsbasierten Dosen zu einer vergleichbaren systemischen
Verfügbarkeit von Darunavir wie bei Erwachsenen, die Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmaltäglich erhielten, führte (siehe Abschnitt 4.2). Zusätzlich wurde durch pharmakokinetische
Modellierung und Simulation der systemischen Verfügbarkeit von Darunavir bei pädiatrischen
Patienten im Alter von 3 bis < 18 Jahren die in den Studien beobachtete systemische Verfügbarkeitvon Darunavir bestätigt. Dies erlaubte die Ermittlung eines gewichtsbasierten einmal täglichen
Dosierungsschemas von Darunavir/Ritonavir für pädiatrische Patienten mit mindestens 15 kg
Körpergewicht, die ART-naïv sind oder für behandlungserfahrene pädiatrische Patienten, die keine
DRV-RAMs* und < 100 000 HIV-1-RNA-Kopien/ml im Plasma und eine CD4+-Zellzahl von≥ 100 x 106 Zellen/l besitzen (siehe Abschnitt 4.2).
* DRV-RAMs: V11I, V32I, L33F, I47V, I50V, I54M, I54L, T74P, L76V, I84V und L89V
Ältere PatientenEine populationsspezifische Analyse der Pharmakokinetik bei HIV-infizierten Patienten ergab keinewesentlichen Unterschiede der Pharmakokinetik von Darunavir in dem Altersbereich (18 bis75 Jahre), der bei HIV-Patienten untersucht wurde (n=12, Alter ≥ 65) (siehe Abschnitt 4.4). Es lagenjedoch nur begrenzte Daten für Patienten über 65 Jahre vor.
GeschlechtDie populationsspezifische Analyse der Pharmakokinetik ergab bei HIV-infizierten Frauen einegeringfügig höhere Darunavir-Exposition (16,8%) als bei Männern. Dieser Unterschied ist nichtklinisch relevant.
NierenfunktionsstörungAus einer Stoffbilanz-Studie mit 14C-Darunavir mit Ritonavir geht hervor, dass ca. 7,7% derangewendeten Darunavir-Dosis unverändert mit dem Urin ausgeschieden werden.
Zur Anwendung von Darunavir bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen liegen keine
Untersuchungen vor; die populationsspezifische Analyse ergab jedoch keine signifikante
Beeinflussung der Pharmakokinetik von Darunavir bei HIV-infizierten Patienten mit mittelschweren
Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance 30 - 60 ml/min, n=20) (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
LeberfunktionsstörungDarunavir wird primär über die Leber metabolisiert und ausgeschieden. Eine Mehrfachdosis-Studiemit Darunavir zusammen mit Ritonavir (600/100 mg) 2x täglich zeigte, dass die totalen
Plasmakonzentrationen von Darunavir bei Studienteilnehmern mit leichter (Child-Pugh-Klasse A,n=8) oder mäßiger (Child-Pugh-Klasse B, n=8) Leberfunktionsstörung vergleichbar zu denengesunder Studienteilnehmer waren.
Die Konzentrationen ungebundenen Darunavirs waren hingegen ungefähr 55% (Child-Pugh-Klasse A)bzw. 100% (Child-Pugh-Klasse B) höher. Die klinische Bedeutung dieses Anstiegs ist unklar, dahersollte Darunavir mit Vorsicht angewendet werden. Die Auswirkungen einer schweren
Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Darunavir wurden nicht untersucht (siehe
Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 4.4).
Schwangerschaft und postpartale PhaseDie Darunavir- und Ritonavir-Gesamtexposition war nach der Einnahme von Darunavir/Ritonavir600/100 mg zweimal täglich und Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich als Bestandteil einesantiretroviralen Regimes im Allgemeinen niedriger während der Schwangerschaft im Vergleich zurpostpartalen Phase. Allerdings waren für das ungebundene (d.h. aktive) Darunavir diepharmakokinetischen Parameter während der Schwangerschaft im Vergleich zur postpartalen Phaseweniger reduziert, da die ungebundene Fraktion des Darunavirs während der Schwangerschaft im
Vergleich zur postpartalen Phase erhöht ist.
Tabelle 8. Ergebnisse zur Pharmakokinetik des Gesamt-Darunavirs nach Einnahme von
Darunavir/Ritonavir 600/100 mg zweimal täglich als Bestandteil eines antiretroviralen Regimeswährend des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft und der postpartalen Phase
Pharmakokinetik des 2. Trimenon der 3. Trimenon der Postpartale Phase
Gesamt-Darunavirs Schwangerschaft Schwangerschaft (6-12 Wochen)(Mittelwert ± SD) (n=12)a (n=12) (n=12)
Cmax, ng/ml 4 668 ± 1 097 5 328 ± 1 631 6 659 ± 2 364
AUC12h, ng.h/ml 39 370 ± 9 597 45 880 ± 17 360 56 890 ± 26 340
Cmin, ng/ml 1 922 ± 825 2 661 ± 1 269 2 851 ± 2 216a n=11 für AUC12h
Tabelle 9. Ergebnisse zur Pharmakokinetik des Gesamt-Darunavirs nach Einnahme von
Darunavir/Ritonavir 800/100 mg einmal täglich als Bestandteil eines antiretroviralen Regimeswährend des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft und der postpartalen Phase
Pharmakokinetik des 2. Trimenon der 3. Trimenon der Postpartale Phase
Gesamt-Darunavirs Schwangerschaft Schwangerschaft (6-12 Wochen)(Mittelwert ± SD) (n=17) (n=15) (n=16)
Cmax, ng/ml 4 964 ± 1 505 5 132 ± 1 198 7 310 ± 1 704
AUC24h, ng.h/ml 62 289 ± 16 234 61 112 ± 13 790 92 116 ± 29 241
Cmin, ng/ml 1 248 ± 542 1 075 ± 594 1 473 ± 1 141
Bei Frauen, die während des zweiten Trimenons der Schwangerschaft Darunavir/Ritonavir600/100 mg zweimal täglich erhielten, waren die mittleren intra-individuellen Werte des Gesamt-
Darunavirs für Cmax, AUC12h bzw. Cmin um 28%, 26% bzw. 26% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase. Während des dritten Trimenons der Schwangerschaft waren die Werte des
Gesamt-Darunavirs für Cmax, AUC12h bzw. Cmin um 18% und 16% niedriger bzw. 2% höher im
Vergleich zur postpartalen Phase.
Bei Frauen, die während des zweiten Trimenons der Schwangerschaft Darunavir/Ritonavir800/100 mg einmal täglich erhielten, waren die mittleren intra-individuellen Werte des Gesamt-
Darunavirs für Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 33%, 31% bzw. 30% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase. Während des dritten Trimenons der Schwangerschaft waren die Werte des
Gesamt-Darunavirs für Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 29%, 32% bzw. 50% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase.
Die Behandlung mit Darunavir/Cobicistat 800/150 mg einmal täglich während der Schwangerschaftführt zu einer geringen Darunavir-Exposition. Bei Frauen, die Darunavir/Cobicistat im zweiten
Trimenon der Schwangerschaft erhielten, waren die mittleren intra-individuellen Werte des Gesamt-
Darunavirs für Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 49%, 56% bzw. 92% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase. Während des dritten Trimenons der Schwangerschaft waren die Werte des
Gesamt-Darunavirs für Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 37%, 50% bzw. 89% niedriger im Vergleich zurpostpartalen Phase. Die ungebundene Fraktion war ebenfalls wesentlich verringert, mit einer etwa90%igen Verringerung der Cmin-Werte. Der Hauptgrund für diese geringe Exposition ist einedeutliche Verringerung der Cobicistat-Exposition als Folge der schwangerschaftsbedingten
Enzyminduktion (siehe unten).
Tabelle 10. Ergebnisse zur Pharmakokinetik des Gesamt-Darunavirs nach Einnahme von
Darunavir/Cobicistat 800/150 mg einmal täglich als Bestandteil eines antiretroviralen Regimeswährend des zweiten und dritten Trimenons der Schwangerschaft und der postpartalen Phase
Pharmakokinetik des 2. Trimenon der 3. Trimenon der Postpartale Phase
Gesamt-Darunavirs Schwangerschaft Schwangerschaft (6-12 Wochen)(Mittelwert ± SD) (n=7) (n=6) (n=6)
Cmax, ng/ml 4 340 ± 1 616 4 910 ± 970 7 918 ± 2 199
AUC24h, ng.h/ml 47 293 ± 19 058 47 991 ± 9 879 99 613 ± 34 862
Cmin, ng/ml 168 ± 149 184 ± 99 1 538 ± 1 344
Die Exposition gegenüber Cobicistat war während der Schwangerschaft geringer, was potenziell zueinem suboptimalen Boosting von Darunavir führte. Während des zweiten Trimenons der
Schwangerschaft waren die Werte von Cobicistat Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 50%, 63% bzw. 83%niedriger im Vergleich zur postpartalen Phase. Während des dritten Trimenons der Schwangerschaftwaren die Werte von Cobicistat Cmax, AUC24h bzw. Cmin um 27%, 49% bzw. 83% niedriger im
Vergleich zur postpartalen Phase.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Tierexperimentelle Studien wurden mit Darunavir an Mäusen, Ratten und Hunden und mit der
Kombination Darunavir/ pharmakokinetischer Verstärker an Ratten und Hunden durchgeführt. Die
Dosierungen in diesen Studien führten zu ähnlichen Expositionen wie die in der humantherapeutischen
Anwendung.Studien nach wiederholter Gabe von Darunavir mit Mäusen, Ratten und Hunden zeigten nur einemoderate Toxizität. Die betroffenen Zielorgane bei Nagern waren das blutbildende System, das
Blutgerinnungssystem, die Leber und die Schilddrüse. Eine variable, aber begrenzte Abnahme der
Erythrozyten-Parameter wurde zusammen mit einem Anstieg der aktivierten partiellen
Thromboplastinzeit beobachtet.
Veränderungen an der Leber (Leberhypertrophie, Vakuolenbildung, erhöhte Leberenzym-Werte) undan der Schilddrüse (Follikelhypertrophie) wurden beobachtet. Bei Ratten führte die Kombination von
Darunavir mit Ritonavir im Vergleich zu alleiniger Anwendung von Darunavir zu einemgeringfügigen Anstieg des Effektes auf die Erythrozyten-Parameter, die Leber und die Schilddrüseund zu einer erhöhten Inzidenz von Inselzellfibrose des Pankreas (nur bei männlichen Ratten). Beim
Hund wurden bei Dosierungen, die der klinischen Exposition bei der empfohlenen Dosierungentsprachen, keine Zielorgane für toxische Wirkungen identifiziert und keine schwerwiegenden
Toxizitäten beobachtet.
Bei einer an Ratten durchgeführten Studie waren die Anzahl der Corpora lutea und Implantationen beimaternaler Toxizität vermindert. Ansonsten ergaben sich keine Auswirkungen auf Paarungsverhaltenund Fertilität bei Darunavir-Dosierungen bis zu 1 000 mg/kg/Tag und Expositionen unterhalb deshumantherapeutischen Bereichs (AUC -0,5-fach) bei der klinisch empfohlenen Dosierung. Bis zu denselben Dosierungen ergab sich weder für Darunavir allein bei Ratten und Kaninchen noch in 206
Kombination mit Ritonavir bei Mäusen eine Teratogenität. Die Expositionen lagen jeweils unterhalbdes humantherapeutischen Bereichs bei der empfohlenen klinischen Dosierung. In einer Untersuchungzur prä- und postnatalen Entwicklung bei Ratten führte Darunavir sowohl mit als auch ohne Ritonavirzu einer vorübergehenden Abnahme des Zuwachses an Körpergewicht bei den Nachkommen vor der
Entwöhnung, und es kam zu einem verspäteten Öffnen der Augen und Ohren. In Kombination mit
Ritonavir verursachte Darunavir eine Abnahme der Zahl an Jungtieren, die den Schreckreflex an
Tag 15 der Laktation zeigten und zu einer verminderten Überlebensrate der Jungtiere während der
Laktation. Dieses sind wahrscheinlich sekundäre Effekte ausgelöst über die Aufnahme der aktiven
Substanz über die Milch und/oder durch maternale Toxizität. Nach der Entwöhnung zeigten sich keinefunktionellen Störungen durch die Behandlung mit Darunavir allein oder in Kombination mit
Ritonavir. Bei juvenilen Ratten, die Darunavir bis zum 23.-26. Lebenstag erhielten, wurde eineerhöhte Mortalität, bei einigen Tieren mit Krampfanfällen, beobachtet. Die Exposition in Plasma,
Leber und Gehirn war, nach vergleichbaren Dosen in mg/kg zwischen dem 5. und 11. Lebenstag,erheblich höher als bei adulten Ratten. Nach 23 Lebenstagen war die Exposition vergleichbar mit derin adulten Ratten. Die erhöhte Exposition beruhte wahrscheinlich, zumindestens teilweise, auf der
Unausgereiftheit der arzneimittelmetabolisierenden Enzyme bei juvenilen Ratten. Es wurde keinebehandlungsbedingte Mortalität bei juvenilen Ratten beobachtet, die Darunavir 1 000 mg/kg(Einzeldosis) am 26. Lebenstag oder 500 mg/kg (Mehrfachdosis) vom 23.-50. Lebenstag erhielten,und das Expositions- und Toxizitätsprofil war vergleichbar mit dem adulter Ratten.
Wegen Unsicherheiten bezüglich des Entwicklungsgrades der Blut-Hirn-Schranke und der
Leberenzyme beim Menschen ist Darunavir mit Ritonavir nicht bei pädiatrischen Patienten unter3 Jahren anzuwenden.
Das kanzerogene Potential von Darunavir wurde durch Verabreichung an Mäusen und Ratten übereine Magensonde über bis zu 104 Wochen untersucht. Mäusen wurden tägliche Dosen von 150, 450und 1 000 mg/kg verabreicht und Ratten wurden Dosen von 50, 150 und 500 mg/kg verabreicht. Eswurden bei Männchen und Weibchen beider Spezies dosisabhängige Steigerungen der Inzidenzhepatozellulärer Adenome und Karzinome beobachtet. Bei männlichen Ratten wurden follikuläre
Zelladenome der Schilddrüse beobachtet. Die Verabreichung von Darunavir führte nicht zu einerstatistisch signifikanten Erhöhung der Inzidenz von jeglichen anderen benignen oder malignen
Neoplasien bei Mäusen oder Ratten. Die beobachteten Leberzell- und Schilddrüsentumoren bei
Nagern werden für den Menschen als bedingt relevant betrachtet. Die wiederholte Verabreichung von
Darunavir an Ratten verursachte eine Induktion mikrosomaler Leberenzyme und eine gesteigerte
Elimination von Schilddrüsenhormonen, was Ratten, nicht jedoch den Menschen für
Schilddrüsenneoplasien prädisponiert. Bei den höchsten der untersuchten Dosierungen lag diesystemische Exposition (basierend auf der AUC) von Darunavir zwischen dem 0,4- und 0,7-fachen(Maus) und dem 0,7- und 1-fachen (Ratte), verglichen mit denen, die bei den empfohlenentherapeutischen Dosen bei Menschen beobachtet wurden.
Nach 2-jähriger Anwendung von Darunavir bei Expositionen, die im Rahmen oder unter der humanen
Exposition lagen, wurden Veränderungen der Nieren bei Mäusen (Nephrose) und Ratten (chronischprogressive Nephropathie) beobachtet.
Darunavir war bei einer Reihe von in vitro und in vivo Prüfungen, einschließlich der bakteriellen
Rückmutation (Ames), der chromosomalen Aberration bei humanen Lymphozyten und bei dem in
Vivo Mikronukleus-Test an Mäusen weder mutagen noch genotoxisch.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Tablettenkern:Mikrokristalline Cellulose
Crospovidon Typ A
HyproloseHochdisperses Siliciumdioxid
Mikrokristallline Cellulose, Siliciumdioxid-beschichtet
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich]
Tablettenüberzug:Poly(vinylalkohol)
Macrogol 3350
Titandioxid (E171)
Talkum
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172) - nur in 400 mg Filmtabletten
Eisen(III)-oxid (E172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre
Haltbarkeit nach Anbruch: 3 Monate.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Die Flasche fest verschlossen halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
Zur Lagerung des Arzneimittels nach Anbruch, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
400 mg Filmtabletten:
Flasche (PP) mit kindersicherem PP Originalitätsverschluss und einem Trocknungsmittel:
- 30 Tabletten: 1 Flasche mit 30 Filmtabletten
- 60 Tabletten: 2 Flaschen mit 30 Filmtabletten
- 90 Tabletten: 3 Flaschen mit 30 Filmtabletten
- 180 Tabletten: 6 Flaschen mit 30 Filmtabletten800 mg Filmtabletten:
Flasche (PP) mit kindersicherem PP Originalitätsverschluss und einem Trocknungsmittel:
- 30 Tabletten: 1 Flasche mit 30 Filmtabletten
- 90 Tabletten: 3 Flaschen mit 30 Filmtabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
KRKA, d.d., Novo mesto, Šmarješka cesta 6, 8501 Novo mesto, Slovenia
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
400 mg Filmtabletten:30 Filmtabletten: EU/1/17/1249/00160 Filmtabletten: EU/1/17/1298/00290 Filmtabletten: EU/1/17/1249/003180 Filmtabletten: EU/1/17/1249/004800 mg Filmtabletten:30 Filmtabletten: EU/1/17/1249/00990 Filmtabletten: EU/1/17/1249/010
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26. Januar 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 09. November 2022
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.