Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Mittel für das Zentralnervensystem; Mittel zur Behandlungvon Suchterkrankungen; Mittel zur Behandlung der Nikotinabhängigkeit; ATC-Code: N07BA03
WirkmechanismusVareniclin bindet mit einer hohen Affinität und Selektivität an die neuronalen α4β2-nikotinergen
Acetylcholinrezeptoren, wo es als partieller Agonist wirkt - d. h. als Substanz, die sowohlagonistische (mit geringerer intrinsischer Wirkung als Nikotin) als auch in Gegenwart von Nikotinantagonistische Wirkungen zeigt.
Elektrophysiologische In-vitro-Studien und neurochemische In-vivo-Studien haben gezeigt, dass
Vareniclin an neuronale α4β2-nikotinerge Acetylcholinrezeptoren bindet und die rezeptorvermittelte
Aktivität stimuliert, jedoch auf einem wesentlich niedrigeren Niveau als Nikotin. Nikotin konkurriertmit Vareniclin um die gleiche humane α4β2-nAChR-Bindungsstelle. Allerdings besitzt Vareniclineine höhere Affinität. Daher kann Vareniclin die Fähigkeit von Nikotin, die α4β2-Rezeptoren voll zuaktivieren und damit das mesolimbische Dopaminsystem zu stimulieren, wirksam blockieren, also denneuronalen Mechanismus, der dem beim Rauchen verspürten Verstärkungs- und Belohnungseffektzugrunde liegt. Vareniclin ist hochselektiv und bindet stärker an den α4β2-Rezeptorsubtyp(Ki = 0,15 nM) als an andere Nikotinrezeptoren (α3β4 Ki = 84 nM, α7 Ki = 620 nM,α1βγδ Ki = 3 400 nM) bzw. an nicht nikotinerge Rezeptoren und Transporter (Ki > 1 M, außer an5-HT3-Rezeptoren: Ki = 350 nM).
Pharmakodynamische WirkungenDie Wirksamkeit von CHAMPIX bei der Raucherentwöhnung beruht auf der Wirkung von Vareniclinals partieller Agonist am α4β2-Nikotinrezeptor, wo die Bindung einen ausreichenden Effekt hat, umdie Symptome des Rauchverlangens und des Entzugs zu lindern (agonistische Wirkung), währendgleichzeitig eine Reduktion des Belohnungs- und Verstärkungseffekts beim Rauchen bewirkt wird,und zwar durch eine Blockade der Bindung von Nikotin an α4β2-Rezeptoren (antagonistische
Wirkung).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Erfolgsaussichten von Therapien zur Raucherentwöhnung sind besser bei Patienten, die motiviertsind, das Rauchen aufzugeben, und die zusätzlich Beratung und Unterstützung erhalten.
Die Wirksamkeit von CHAMPIX bei der Raucherentwöhnung wurde in 3 klinischen Studien mitchronischen Zigarettenrauchern (≥ 10 Zigaretten am Tag) nachgewiesen.
Zweitausendsechshundertneunzehn (2.619) Patienten erhielten zweimal täglich 1 mg CHAMPIX(titriert in der 1. Woche), 669 Patienten erhielten zweimal täglich 150 mg Bupropion (auch titriert),und 684 Patienten erhielten Placebo.
Klinische Vergleichsstudien2 identische klinische Doppelblindstudien wurden prospektiv zum Vergleich der Wirksamkeit von
CHAMPIX (zweimal täglich 1 mg), retardiertem Bupropion (zweimal täglich 150 mg) und Placebobei der Raucherentwöhnung durchgeführt. In diesen Studien mit einer Gesamtdauer von 52 Wochenwurden die Patienten 12 Wochen lang behandelt, gefolgt von einer behandlungsfreien Phase über40 Wochen.
Der primäre Endpunkt beider Studien war die durch Messung von Kohlenmonoxid (CO) bestätigtekontinuierliche Abstinenz vom Rauchen (Continous Quit Rate) über 4 Wochen (4W-CQR) von
Woche 9 bis Woche 12. Der primäre Endpunkt zeigte für CHAMPIX eine statistische Überlegenheitgegenüber Bupropion bzw. Placebo.
Nach der behandlungsfreien Phase von 40 Wochen war ein bedeutender sekundärer Endpunkt inbeiden Studien die Rate der kontinuierlichen Abstinenz (CA) in Woche 52. Die CA wurde definiertals Prozentsatz aller Teilnehmer, die von Woche 9 bis Woche 52 nicht rauchten (kein einziger Zug aneiner Zigarette) und bei denen die gemessene CO-Exhalation nicht größer als 10 ppm war.
Die 4W-CQR-Werte (Woche 9 bis 12) und die CA (Wochen 9 bis 52) aus den Studien 1 und 2 sindaus folgender Tabelle ersichtlich:
Studie 1 (n = 1.022) Studie 2 (n = 1.023)
CA CA4W-CQR 4W-CQR
Woche 9 bis 52 Woche 9 bis 52
CHAMPIX 44,4 % 22,1 % 44,0 % 23,0 %
Bupropion 29,5 % 16,4 % 30,0 % 15,0 %
Placebo 17,7 % 8,4 % 17,7 % 10,3 %
Odds Ratio 3,91 3,13 3,85 2,66
CHAMPIX vs. Placebo p < 0,0001 p < 0,0001 p < 0,0001 p < 0,0001
Odds Ratio 1,96 1,45 1,89 1,72
CHAMPIX vs. Bupropion p < 0,0001 p = 0,0640 p < 0,0001 p = 0,0062
Patientenangaben zu Rauchverlangen, Entzugssymptomen und Verstärkungseffekten des Rauchens
Während der aktiven Behandlungsphase zeigten in beiden Studien (1 und 2) die mit CHAMPIXbehandelten randomisierten Patienten im Vergleich zu jenen mit Placebo eine signifikante Reduktiondes Verlangens zu rauchen und der Entzugssymptome. Im Vergleich zu Placebo verringerte
CHAMPIX auch signifikant die Verstärkungseffekte des Rauchens, also die Effekte, die Patienten,die während der Behandlung rauchen, zu einer Beibehaltung ihrer Rauchgewohnheiten motivierenkönnen. Die Wirkung von Vareniclin auf das Rauchverlangen, die Entzugssymptome und
Verstärkungseffekte des Rauchens wurden in der behandlungsfreien Langzeit-
Nachbeobachtungsphase nicht untersucht.
Studie zur Aufrechterhaltung der Abstinenz
In der dritten Studie wurde der Nutzen einer Therapie mit CHAMPIX über 12 weitere Wochen zur
Aufrechterhaltung der Abstinenz untersucht. In dieser offenen Studie erhielten die Patienten(n = 1.927) zweimal täglich CHAMPIX 1 mg über 12 Wochen. Patienten, die das Rauchen bis
Woche 12 aufgaben, erhielten danach randomisiert entweder CHAMPIX (zweimal täglich 1 mg) oder
Placebo für weitere 12 Wochen bei einer Gesamtbeobachtungsdauer von 52 Wochen.
Der primäre Studienendpunkt war die mittels CO-Messung bestätigte Rate der kontinuierlichen
Abstinenz (CQR) von Woche 13 bis Woche 24 in der doppelblinden Behandlungsphase. Einbedeutender sekundärer Endpunkt war die Rate der kontinuierlichen Abstinenz (CA) von Woche 13bis Woche 52.
Diese Studie zeigte den Nutzen einer weiteren 12-wöchigen Behandlung mit zweimal täglich
CHAMPIX 1 mg zur Aufrechterhaltung der Raucherentwöhnung im Vergleich zu Placebo; die
Überlegenheit gegenüber Placebo hinsichtlich der CA wurde bis Woche 52 aufrechterhalten. Diewichtigsten Ergebnisse sind in folgender Tabelle zusammengefasst:
Rate der kontinuierlichen Abstinenz bei mit CHAMPIX oder Placebo behandelten Probanden
CHAMPIX Placebo Differenz Odds Ration = 602 n = 604 (95%-KI) (95%-KI)
CA* Woche 13 20,8 % 2,4770,6 % 49,8 %bis 24 (15,4 %; 26,2 %) (1,95; 3,15)
CA* Woche 13 6,9 % 1,3544,0 % 37,1 %bis 52 (1,4 %; 12,5 %) (1,07; 1,70)
*CA: Rate der kontinuierlichen Abstinenz
Zur Bestimmung der klinischen Wirksamkeit bei dunkelhäutigen Menschen gibt es derzeit nurbegrenzte klinische Erfahrungen mit der Behandlung von CHAMPIX.
Flexibler Zeitpunkt für den Rauchstopp zwischen Woche 1 und 5
Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von Vareniclin wurden bei Rauchern untersucht, die die
Wahl hatten, zwischen der 1. und 5. Behandlungswoche mit dem Rauchen aufzuhören. In dieser
Studie über 24 Wochen wurden die Patienten für 12 Wochen behandelt, gefolgt von einertherapiefreien Phase von 12 Wochen. Die Rate der 4-wöchigen Abstinenz (Woche 9 bis 12) für
Vareniclin oder Placebo betrug 53,9 % bzw. 19,4 % (Differenz = 34,5 %; 95%-KI: 27,0 % bis42,0 %), und die Rate der kontinuierlichen Abstinenz von Woche 9 bis Woche 24 lag unter Vareniclinbei 35,2 % gegenüber 12,7 % unter Placebo (Differenz = 22,5 %; 95%-KI: 15,8 % bis 29,1 %).
Patienten, die sich nicht auf einen Rauchstopp innerhalb von 1 bis 2 Wochen festlegen wollten oderkonnten, konnte angeboten werden, mit der Therapie zu beginnen und dann für den Rauchstopp ihreneigenen Zeitpunkt innerhalb von 5 Wochen festzulegen.
Studie zur erneuten Behandlung von Probanden mit CHAMPIX
CHAMPIX wurde in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie an 494 Probanden untersucht,die zuvor einen Versuch unternommen hatten, mit CHAMPIX das Rauchen aufzugeben, und entwederkeinen Erfolg hatten, mit dem Rauchen aufzuhören oder nach der Behandlung wieder mit dem
Rauchen begonnen hatten. Teilnehmer, bei denen während der vorangegangenen Behandlung einebesorgniserregende Nebenwirkung aufgetreten war, wurden ausgeschlossen. Die Probanden erhieltenrandomisiert im Verhältnis 1:1 entweder zweimal täglich CHAMPIX 1 mg (n = 249) oder Placebo(n = 245) über 12 Behandlungswochen und wurden über eine behandlungsfreie Phase von bis zu40 Wochen nachbeobachtet. Probanden, die in diese Studie eingeschlossen wurden, hatten in der
Vergangenheit, mindestens 3 Monate vor Aufnahme in die Studie, CHAMPIX für einen
Rauchentwöhnungsversuch eingenommen (für eine Gesamtbehandlungsdauer von mindestens2 Wochen) und hatten mindestens 4 Wochen lang geraucht.
Bei mit CHAMPIX behandelten Probanden fand sich eine höhere Rate der mittels CO-Messungbestätigten Abstinenz in den Wochen 9 bis 12 und in den Wochen 9 bis 52 im Vergleich zuplacebobehandelten Probanden. Die wichtigsten Ergebnisse sind in folgender Tabellezusammengefasst:
Rate der kontinuierlichen Abstinenz bei mit CHAMPIX oder Placebo behandelten Probanden
CHAMPIX Placebo Odds Ratio (95%-KI),n = 249 n = 245 p-Wert
CA* Woche 9 45,0 % 11,8 % 7,08 (4,34; 11,55),bis 12 p < 0,0001
CA* Woche 9 20,1 % 3,3 % 9,00 (3,97; 20,41),bis 52 p < 0,0001
*CA: Rate der kontinuierlichen Abstinenz
Schrittweises Vorgehen bei der Raucherentwöhnung
CHAMPIX wurde in einer 52-wöchigen, placebokontrollierten Doppelblindstudie an 1.510 Probandenuntersucht, die nicht innerhalb von 4 Wochen mit dem Rauchen aufhören konnten oder wollten, abergewillt waren, den Rauchkonsum im Verlauf eines 12-wöchigen Zeitraums graduell zu reduzieren unddann ganz aufzugeben. Die Probanden erhielten randomisiert entweder zweimal täglich CHAMPIX1 mg (n = 760) oder Placebo (n = 750) für die Dauer von 24 Wochen und wurden nach der
Behandlung bis Woche 52 nachbeobachtet. Die Probanden wurden instruiert, die Anzahl dergerauchten Zigaretten bis zum Ende der ersten 4 Behandlungswochen um mindestens 50 % unddanach von Woche 4 bis Woche 8 der Behandlung um weitere 50 % zu verringern, mit dem Ziel dervollständigen Abstinenz nach 12 Wochen. Nach der ersten 12-wöchigen Reduktionsphase wurde die
Therapie für weitere 12 Wochen fortgesetzt. Bei mit CHAMPIX behandelten Probanden fand sichverglichen mit Placebo eine signifikant höhere Rate der kontinuierlichen Abstinenz. Die wichtigsten
Ergebnisse sind in folgender Tabelle zusammengefasst:
Rate der kontinuierlichen Abstinenz bei mit CHAMPIX oder Placebo behandelten Probanden
CHAMPIX Placebo Odds Ratio (95%-KI),n = 760 n = 750 p-Wert
CA* Woche 15 32,1 % 6,9 % 8,74 (6,09; 12,53),bis 24 p < 0,0001
CA* Woche 21 27,0 % 9,9 % 4,02 (2,94; 5,50),bis 52 p < 0,0001
*CA: Rate der kontinuierlichen Abstinenz
Das Sicherheitsprofil von CHAMPIX in dieser Studie stimmte mit dem aus den Studien vor der
Markteinführung überein.
Personen mit kardiovaskulären Erkrankungen
CHAMPIX wurde in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an Patientenuntersucht, die an einer seit mehr als 2 Monaten diagnostizierten stabilen kardiovaskulären
Erkrankung (andere als oder zusätzlich zu Bluthochdruck) litten. Die Patienten erhielten randomisiertentweder zweimal täglich CHAMPIX 1 mg (n = 353) oder Placebo (n = 350) für die Dauer von12 Wochen, gefolgt von einer therapiefreien Phase von 40 Wochen. Die Rate der 4-wöchigen
Abstinenz (4W-CQR) betrug für Vareniclin und Placebo 47,3 % bzw. 14,3 %, und die Rate derkontinuierlichen Abstinenz (CA) von Woche 9 bis 52 betrug 19,8 % (Vareniclin) vs. 7,4 % (Placebo).
Tod und schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse wurden durch ein Komitee beurteilt, das die
Einteilung der Patientenrandomisierung nicht kannte. Die folgenden anerkannten Ereignisse traten miteiner Häufigkeit von ≥ 1 % während der Behandlung (oder in der der Behandlung nachfolgenden30-Tage-Periode) in einer der Behandlungsgruppen auf: nicht tödlicher Myokardinfarkt (1,1 % vs.0,3 % für CHAMPIX vs. Placebo) und Krankenhauseinweisung wegen Angina pectoris (0,6 % vs.1,1 %). Während der therapiefreien Phase bis zur Woche 52 umfassten die anerkannten Ereignisse die
Notwendigkeit für eine Koronarrevaskularisation (2,0 % vs. 0,6 %), Krankenhauseinweisung wegen
Angina pectoris (1,7 % vs. 1,1 %) und die Neudiagnose einer peripheren vaskulären Erkrankung(PVD) oder Aufnahme einer PVD-Behandlung (1,4 % vs. 0,6 %). Einige der Patienten, bei denen eine
Koronarrevaskularisation notwendig war, erhielten die PVD-Behandlung als Teil der Behandlungeines nicht tödlichen Myokardinfarkts und einer Krankenhauseinweisung wegen Angina pectoris.
Während der Studiendauer von 52 Wochen traten kardiovaskuläre Todesfälle bei 0,3 % der Patientenim CHAMPIX-Arm und bei 0,6 % der Patienten im Placebo-Arm auf.
Um die kardiovaskuläre Sicherheit von CHAMPIX systemisch zu bewerten, wurde eine Metaanalysevon 15 klinischen Studien mit einer Behandlungsdauer von ≥ 12 Wochen durchgeführt. Diese Studienschlossen 7.002 Patienten (4.190 CHAMPIX, 2.812 Placebo) ein. Die oben beschriebene Studie an
Patienten, die an einer stabilen kardiovaskulären Erkrankung litten, war in die Metaanalyseeingeschlossen.
Die Analyse zur kardiovaskulären Sicherheit beinhaltete die Häufigkeit und das zeitliche Auftretendes zusammengesetzten Endpunkts 'Major Adverse Cardiovascular Event“ (MACE), der durchkardiovaskulären Tod, nicht tödlichen Myokardinfarkt und nicht tödlichen Schlaganfall definiert war.
Die Ereignisse, die den Endpunkt darstellen, wurden durch ein unabhängiges Komitee beurteilt, dasdie Einteilung der Patientenrandomisierung nicht kannte. Insgesamt kam es während der
Behandlungszeiträume in den Studien, die in die Metaanalyse eingeschlossenen waren, zu einergeringen Anzahl an MACE-Ereignissen (CHAMPIX: 7 [0,17 %]; Placebo: 2 [0,07 %]). Zusätzlichkam es im Zeitraum der Behandlung plus 30 Tage ebenfalls zu einer geringen Anzahl an MACE-
Ereignissen (CHAMPIX: 13 [0,31 %]; Placebo: 6 [0,21 %]).
Die Metaanalyse zeigt, dass die Einnahme von CHAMPIX bei Patienten während der Behandlung zueinem Hazard-Ratio für ein MACE-Ereignis von 2,83 (95%-KI: 0,76 bis 10,55; p = 0,12) führt, undim Zeitraum der Behandlung plus 30 Tage zu einem Hazard-Ratio für ein MACE-Ereignis von 1,95(95%-KI: 0,79 bis 4,82; p = 0,15). Dies entspricht einem geschätzten Anstieg von 6,5 MACE-
Ereignissen bzw. 6,3 MACE-Ereignissen je 1.000 Patientenjahre, entsprechend der Exposition. Das
Hazard-Ratio für ein MACE-Ereignis war bei rauchenden Patienten mit einem zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor höher als bei rauchenden Patienten ohne einen zusätzlichenkardiovaskulären Risikofaktor. Die Raten für die Gesamtmortalität beliebiger Ursache (CHAMPIX: 6[0,14 %]; Placebo: 7 [0,25 %]) und für die kardiovaskuläre Mortalität (CHAMPIX: 2 [0,05 %];
Placebo: 2 [0,07 %]) waren in den CHAMPIX-Studienarmen und den Placebo-Armen der
Metaanalyse ähnlich.
Studie zur Untersuchung der kardiovaskulären Sicherheit an Patienten mit und ohne psychiatrische
Vorerkrankungen
Die kardiovaskuläre (KV) Sicherheit von CHAMPIX wurde in der Studie an Patienten mit und ohnepsychiatrische Vorerkrankungen (Hauptstudie; siehe Abschnitt 5.1 - Neuropsychiatrische Sicherheit)sowie in der behandlungsfreien Verlängerung dieser Studie untersucht, in die 4.595 der 6.293
Patienten aufgenommen wurden, die die Hauptstudie abschlossen (N = 8.058). Diese wurden bis
Woche 52 nachbeobachtet. Von allen in der Hauptstudie behandelten Patienten zeigten 1.749(21,7 %) ein mittleres und 644 (8,0 %) ein hohes KV-Risiko gemäß Framingham-Score.
Primärer KV-Endpunkt war die Dauer bis zu einem schweren kardiovaskulären Ereignis (MACE,
Major Adverse Cardiovascular Events), definiert als kardiovaskulärer Tod, nicht tödlicher
Myokardinfarkt und nicht tödlicher Schlaganfall während der Behandlung. Todesfälle undkardiovaskuläre Ereignisse wurden von einem unabhängigen Komitee beurteilt, das die Behandlunggemäß Patientenrandomisierung nicht kannte.
In der folgenden Tabelle werden MACE-Inzidenz und Hazard-Ratio im Vergleich zu Placebo für alle
Behandlungsgruppen während der Behandlung sowie kumulativ für den Zeitraum der Behandlungplus 30 Tage und bis zum Ende der Studie dargestellt.
CHAMPIX Bupropion NET Placebo
N = 2.016 N = 2.006 N = 2.022 N = 2.014
Während der Behandlung
MACE, n (%) 1 (0,05) 2 (0,10) 1 (0,05) 4 (0,20)
Hazard-Ratio 0,29 (0,05; 1,68) 0,50 (0,10; 2,50) 0,29 (0,05; 1,70)(95%-KI) vs.
Placebo
Während der Behandlung plus 30 Tage
MACE, n (%) 1 (0,05) 2 (0,10) 2 (0,10) 4 (0,20)
Hazard-Ratio 0,29 (0,05; 1,70) 0,51 (0,10; 2,51) 0,50 (0,10; 2,48)(95%-KI) vs.
Placebo
CHAMPIX Bupropion NET Placebo
N = 2.016 N = 2.006 N = 2.022 N = 2.014
Bis zum Ende der Studie
MACE, n (%) 3 (0,15) 9 (0,45) 6 (0,30) 8 (0,40)
Hazard-Ratio 0,39 (0,12; 1,27) 1,09 (0,42; 2,83) 0,75 (0,26; 2,13)(95%-KI) vs.
Placebo
Die Verwendung von CHAMPIX, Bupropion und NET ging bei Rauchern, die bis zu 12 Wochen langbehandelt und bis zu 1 Jahr nachbeobachtet wurden, nicht mit einem erhöhten Risiko für KV-UEgegenüber Placebo einher. Aufgrund der relativ niedrigen Gesamtanzahl von Ereignissen kann ein
Zusammenhang jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Personen mit leichter bis mäßiger chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD)
Die Wirksamkeit und die Verträglichkeit von CHAMPIX (1 mg zweimal täglich) zur
Raucherentwöhnung bei Personen mit leichter bis mäßiger COPD wurden in einer randomisierten,doppelblinden, placebokontrollierten klinischen Studie gezeigt. In dieser Studie über 52 Wochenwurden die Patienten für 12 Wochen behandelt, gefolgt von einer therapiefreien Phase von40 Wochen. Der primäre Studienendpunkt war die mittels CO-Messung bestätigte Rate der4-wöchigen Abstinenz (4W-CQR) von Woche 9 bis Woche 12. Ein bedeutender sekundärer Endpunktwar die Rate der kontinuierlichen Abstinenz (CA) von Woche 9 bis Woche 52. Das Sicherheitsprofilvon Vareniclin, einschließlich seines pulmonalen Sicherheitsprofils, war vergleichbar mit dem,welches auch bei anderen Studien in der Allgemeinbevölkerung beobachtet wurde.
Die Ergebnisse der 4W-CQR von Woche 9 bis Woche 12 und der CA von Woche 9 bis Woche 52sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
4W-CQR CA Woche 9 bis 52
CHAMPIX (n = 248) 42,3 % 18,5 %
Placebo (n = 251) 8,8 % 5,6 %
Odds Ratio 8,40 4,04(CHAMPIX vs. Placebo) p < 0,0001 p < 0,0001
Personen mit Major Depression in der Anamnese
Die Wirksamkeit von Vareniclin wurde in einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit525 Patienten mit einer Vorgeschichte einer Major Depression in den vergangenen 2 Jahren oderunter deren stabiler Behandlung gezeigt. Die Entwöhnungsraten in diesem Personenkreis waren gleichzu denen, die für die allgemeine Bevölkerung berichtet wurden. Die Rate der kontinuierlichen
Abstinenz von Woche 9 bis Woche 12 betrug 35,9 % in der Vareniclinbehandlungsgruppe bzw.15,6 % in der Placebogruppe [OR 3,35 (95%-KI: 2,16 bis 5,21)], von Woche 9 bis Woche 52 betrugendie Werte 20,3 % bzw. 10,4 % [OR 2,36 (95%-KI: 1,40 bis 3,98)].
Die häufigsten Nebenwirkungen (≥ 10 %) in der Vareniclingruppe waren Übelkeit (27,0 % vs. 10,4 %unter Placebo), Kopfschmerzen (16,8 % vs. 11,2 %), abnorme Träume (11,3 % vs. 8,2 %),
Schlaflosigkeit (10,9 % vs. 4,8 %) und Reizbarkeit (10,9 % vs. 8,2 %). Bei den Messungen mit denpsychiatrischen Skalen zeigten sich keine Unterschiede zwischen der Vareniclin- und der
Placebogruppe, und es kam während der Studie in keiner der Behandlungsgruppen zu einer
Gesamtverschlechterung der Depressionen oder anderer psychiatrischer Symptome.
Personen mit stabiler Schizophrenie oder einer schizoaffektiven Störung
Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Vareniclin wurden in einer doppelblinden, 2:1randomisierten (Vareniclin [1 mg zweimal täglich] : Placebo) Studie mit 128 Rauchern, die an einerstabilen Schizophrenie oder einer schizoaffektiven Störung litten und mit antipsychotischen
Medikamenten behandelt wurden, bewertet. Die Probanden wurden über einen Zeitraum von12 Wochen mit Vareniclin oder Placebo behandelt. Daran schloss sich eine behandlungsfreie
Nachbeobachtungsphase von 12 Wochen an.
Die häufigsten Nebenwirkungen in der Vareniclingruppe waren Übelkeit (23,8 % vs. 14,0 % bei
Placebo), Kopfschmerzen (10,7 % vs. 18,6 % bei Placebo) und Erbrechen (10,7 % vs. 9,3 % bei
Placebo). Unter den berichteten neuropsychiatrischen Nebenwirkungen war Schlaflosigkeit dieeinzige, die in beiden Gruppen mit mehr als 5 % berichtet wurde und mit einem höheren Anteil in der
Vareniclingruppe als in der Placebogruppe (9,5 % vs. 4,7 %) auftrat.
Insgesamt zeigte sich in beiden Behandlungsgruppen anhand Messungen mit psychiatrischen Skalenkeine Verschlechterung der Schizophrenie. Insgesamt zeigten sich keine Änderungen in denextrapyramidalen Zeichen.
In der Vareniclingruppe berichteten im Vergleich zur Placebogruppe mehr Probanden über
Suizidgedanken und suizidales Verhalten vor Einschluss in die Studie (anamnestische Vorgeschichte)und nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase (Tag 33 bis 85 nach Einnahme der letzten
Behandlungsdosis). Während der aktiven Behandlungsphase war die Inzidenz von suizidbezogenen
Ereignissen bei den Probanden, die Vareniclin einnahmen, ähnlich zu denen, die Placebo bekamen(11 % vs. 9,3 %). Der Anteil an Probanden mit suizidbezogenen Ereignissen blieb in der aktiven
Behandlungsphase im Vergleich zur behandlungsfreien Nachbeobachtungsphase in der
Vareniclingruppe unverändert; in der Placebogruppe war dieser Anteil in der behandlungsfreien Phaseniedriger. Obwohl keine vollzogenen Suizide auftraten, gab es einen Suizidversuch einer mit
Vareniclin behandelten Person, in deren Krankengeschichte bereits mehrere ähnliche Suizidversuchevorkamen. Die begrenzt verfügbaren Daten dieser Raucherentwöhnungsstudie sind nicht ausreichend,um eine definitive Schlussfolgerung über die Sicherheit bei Personen mit Schizophrenie oder einerschizoaffektiven Störung ziehen zu können.
Studie zur neuropsychiatrischen Sicherheit an Patienten mit und ohne psychiatrische
Vorerkrankungen:
Vareniclin wurde in einer randomisierten, doppelblinden, aktiv- und placebokontrollierten Studie an
Patienten mit und ohne psychiatrische Vorerkrankungen untersucht (psychiatrische Kohorte,
N = 4.074, nicht-psychiatrische Kohorte, N = 3.984). Die Probanden im Alter von 18 bis 75 Jahren,die mindestens 10 Zigaretten/Tag rauchten, wurden im Verhältnis 1:1:1:1 auf die
Behandlungsgruppen Vareniclin 1 mg (zweimal täglich), Bupropion SR 150 mg (zweimal täglich),
Nikotinersatztherapie-Pflaster (NET) 21 mg/Tag mit stufenweiser Dosisanpassung oder Placeboverteilt, über 12 Wochen behandelt und anschließend für weitere 12 Wochen nachuntersucht.
Primärer Sicherheitsendpunkt war eine Kombination folgender neuropsychiatrischer (NPS)unerwünschter Ereignisse (UE): schwere Ausprägung von Angstzuständen, Depression, abnorme
Gefühlslage oder Feindseligkeit und/ oder moderate bis schwere Fälle von Agitiertheit, Aggression,
Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Mordgedanken, Manie, Panikreaktion, Paranoia, Psychose,
Suizidgedanken, Suizidverhalten oder vollendeter Suizid.
Die folgende Tabelle zeigt die Häufigkeiten der kombinierten NPS UE als primären Endpunkt nach
Behandlungsgruppen und die Risikodifferenzen (RDs) (95%-KI) im Vergleich zu Placebo in dernicht-psychiatrischen Kohorte.
Darüber hinaus zeigt die Tabelle die Untergruppe für den Endpunkt kombinierte NPS UE schwerer
Ausprägung:
Nicht-psychiatrische Kohorte
N = 3.984
Vareniclin Bupropion NET Placebo
Anzahl behandelter990 989 1.006 999
Patienten
Nicht-psychiatrische Kohorte
N = 3.984
Vareniclin Bupropion NET Placebo
Primärer Endpunkt komb.13 (1,3) 22 (2,2) 25 (2,5) 24 (2,4)
NPS UEn (%)
RD (95%-KI) vs. Placebo -1,28 -0,08 -0,21(-2,40; -0,15) (-1,37; 1,21) (-1,54; 1,12)
Endpunkt komb. NPS UEschwerer Ausprägung 1 (0,1) 4 (0,4) 3 (0,3) 5 (0,5)n (%)
UE = unerwünschtes Ereignis; NET = Nikotinersatztherapie-Pflaster
Die Häufigkeit der Ereignisse des kombinierten Endpunkts war gering und für jede der aktiven
Behandlungen ähnlich wie oder geringer als bei Placebo. Der Einsatz von Vareniclin, Bupropion und
NET in der nicht-psychiatrischen Kohorte war im Vergleich zu Placebo nicht mit einem signifikanterhöhten Risiko von NPS UE als kombiniertem primären Endpunkt assoziiert (95%-KIs kleiner odergleich Null).
Die Prozentsätze der Probanden mit Suizidgedanken und/ oder suizidalem Verhalten nach der
Columbia-Suicide Severity Rating Scale (C-SSRS) in der Vareniclin- und der Placebogruppewährend der Behandlung und in der behandlungsfreien Nachbeobachtungsphase waren ähnlich,wie die folgende Tabelle zeigt:
Nicht-psychiatrische Kohorte
N = 3.984
Vareniclin Bupropion NET Placebo
N = 990 N = 989 N = 1.006 N = 999n (%) n (%) n (%) n (%)
Während der Behandlung
Bewertete Anzahl 988 983 996 995
Suizidales
Verhalten und/7 (0,7) 4 (0,4) 3 (0,3) 7 (0,7)oder
SuizidgedankenSuizidales0 0 1 (0,1) 1 (0,1)
Verhalten
Suizidgedanken 7 (0,7) 4 (0,4) 3 (0,3) 6 (0,6)
Während der Nachuntersuchung
Bewertete Anzahl 807 816 800 805
Suizidales
Verhalten und/3 (0,4) 2 (0,2) 3 (0,4) 4 (0,5)oder
SuizidgedankenSuizidales0 1 (0,1) 0 0
Verhalten
Suizidgedanken 3 (0,4) 2 (0,2) 3 (0,4) 4 (0,5)
NET = Nikotinersatztherapie-Pflaster
Bei einem mit Placebo behandelten Probanden der nicht-psychiatrischen Kohorte wurde ein Suizidgemeldet.
Die folgende Tabelle zeigt die Häufigkeiten der kombinierten NPS UE als primären Endpunkt nach
Behandlungsgruppen und die RDs (95%-KI) im Vergleich zu Placebo in der psychiatrischen
Kohorte. Die einzelnen Komponenten des Endpunkts werden ebenfalls dargestellt.
Darüber hinaus zeigt die Tabelle die Untergruppe für den Endpunkt kombinierte NPS UE schwerer
Ausprägung:
Psychiatrische Kohorte
N = 4.074
Vareniclin Bupropion NET Placebo
Anzahl behandelter1.026 1.017 1.016 1.015
Patienten
Primärer Endpunkt komb. 67 (6,5) 68 (6,7) 53 (5,2) 50 (4,9)
NPS UE, n (%)
RD (95%-KI) vs. Placebo 1,59 1,78 0,37(-0,42; 3,59) (-0,24; 3,81) (-1,53; 2,26)
Komponenten desprimären Endpunkts NPS
UE n (%):
Angstzuständea 5 (0,5) 4 (0,4) 6 (0,6) 2 (0,2)
Depressiona 6 (0,6) 4 (0,4) 7 (0,7) 6 (0,6)
Abnorme Gefühlslagea 0 1 (0,1) 0 0
Feindseligkeita 0 0 0 0
Agitiertheitb 25 (2,4) 29 (2,9) 21 (2,1) 22 (2,2)
Aggressionb 14 (1,4) 9 (0,9) 7 (0,7) 8 (0,8)
Wahnvorstellungenb 1 (0,1) 1 (0,1) 1 (0,1) 0
Halluzinationenb 5 (0,5) 4 (0,4) 2 (0,2) 2 (0,2)
Mordgedankenb 0 0 0 0
Manieb 7 (0,7) 9 (0,9) 3 (0,3) 6 (0,6)
Panikreaktionb 7 (0,7) 16 (1,6) 13 (1,3) 7 (0,7)
Paranoiab 1 (0,1) 0 0 2 (0,2)
Psychoseb 4 (0,4) 2 (0,2) 3 (0,3) 1 (0,1)
Suizidales Verhaltenb 1 (0,1) 1 (0,1) 0 1 (0,1)
Suizidgedankenb 5 (0,5) 2 (0,2) 3 (0,3) 2 (0,2)
Vollendeter Suizidb 0 0 0 0
Endpunkt komb. NPS UEschwerer Ausprägung n 14 (1,4) 14 (1,4) 14 (1,4) 13 (1,3)(%)
UE = unerwünschtes Ereignis; aSchweregrad = UE schwerer Intensität; b Schweregrad = UE mäßig schwerer und schwerer
Intensität; NET = Nikotinersatztherapie-Pflaster
In der psychiatrischen Kohorte wurden in allen Behandlungsgruppen mehr Ereignisse berichtet alsin der nicht-psychiatrischen Kohorte. Die Häufigkeit der Ereignisse des kombinierten Endpunktswar für alle aktiven Behandlungen größer als für Placebo. Der Einsatz von Vareniclin, Bupropionund NET war in der psychiatrischen Kohorte im Vergleich zu Placebo jedoch nicht mit einemsignifikant erhöhten Risiko von NPS UE als kombiniertem primären Endpunkt assoziiert (95%-KIschloss die Null ein).
In der psychiatrischen Kohorte waren die Prozentsätze der Probanden mit Suizidgedanken und/oder suizidalem Verhalten nach der Columbia-Suicide Severity Rating Scale (C-SSRS) in der
Vareniclin- und der Placebogruppe während der Behandlung und in der behandlungsfreien
Nachbeobachtungsphase ähnlich, wie die folgende Tabelle zeigt:
Psychiatrische Kohorte
N = 4.074
Vareniclin Bupropion NET Placebo
N = 1.026 N = 1.017 N = 1.016 N = 1.015n (%) n (%) n (%) n (%)
Während der Behandlung
Bewertete1.017 1.012 1.006 1.006
Anzahl
Suizidales
Verhalten und/27 (2,7) 15 (1,5) 20 (2,0) 25 (2,5)oder
SuizidgedankenSuizidales0 1 (0,1) 0 2 (0,2)
Verhalten
Suizidgedanken 27 (2,7) 15 (1,5) 20 (2,0) 25 (2,5)
Während der Nachuntersuchung
Bewertete833 836 824 791
Anzahl
Suizidales
Verhalten und/14 (1,7) 4 (0,5) 9 (1,1) 11 (1,4)oder
SuizidgedankenSuizidales1 (0,1) 0 1 (0,1) 1 (0,1)
Verhalten
Suizidgedanken 14 (1,7) 4 (0,5) 9 (1,1) 11 (1,4)
NET = Nikotinersatztherapie-Pflaster
In der psychiatrischen Kohorte wurden keine vollzogenen Suizide berichtet.
Die häufigsten unerwünschten Ereignisse der mit Vareniclin behandelten Probanden in dieser Studiestimmen weitgehend mit den Ergebnissen der vor Markteinführung durchgeführten Studien überein.
In beiden Kohorten erwies sich Vareniclin in Bezug auf die CO-bestätigte Rauchabstinenz von
Woche 9 bis Woche 12 und von Woche 9 bis Woche 24 als statistisch überlegen gegenüber den
Probanden, die mit Bupropion, Nikotinpflaster und Placebo behandelt wurden (siehe nachfolgende
Tabelle).
Die wichtigsten Wirksamkeitsergebnisse werden in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
Nicht-psychiatrische Kohorte Psychiatrische Kohorte
CA 9 bis 12 n/N (%)
Vareniclin 382/1.005 (38,0%) 301/1.032 (29,2%)
Bupropion 261/1.001 (26,1%) 199/1.033 (19,3%)
NET 267/1.013 (26,4%) 209/1.025 (20,4%)
Placebo 138/1.009 (13,7%) 117/1.026 (11,4%)
Behandlungsvergleich: Odds Ratio (95%-KI), p-Wert
Vareniclin vs. Placebo 4,00 (3,20; 5,00), p < 0,0001 3,24 (2,56; 4,11), p < 0,0001
Bupropion vs. Placebo 2,26 (1,80; 2,85), p < 0,0001 1,87 (1,46; 2,39), p < 0,0001
NET vs. Placebo 2,30 (1,83; 2,90), p < 0,0001 2,00 (1,56; 2,55), p < 0,0001
Nicht-psychiatrische Kohorte Psychiatrische Kohorte
Vareniclin vs. Bupropion 1,77 (1,46; 2,14), p < 0,0001 1,74 (1,41; 2,14), p < 0,0001
Vareniclin vs. NET 1,74 (1,43; 2,10), p < 0,0001 1,62 (1,32; 1,99), p < 0,0001
CA 9 bis 24 n/N (%)
Vareniclin 256/1.005 (25,5%) 189/1.032 (18,3%)
Bupropion 188/1.001 (18,8%) 142/1.033 (13,7%)
NET 187/1.013 (18,5%) 133/1.025 (13,0%)
Placebo 106/1.009 (10,5%) 85/1.026 (8,3%)
Behandlungsvergleich: Odds Ratio (95%-KI), p-Wert
Vareniclin vs. Placebo 2,99 (2,33; 3,83), p < 0,0001 2,50 (1,90; 3,29), p < 0,0001
Bupropion vs. Placebo 2,00 (1,54; 2,59), p < 0,0001 1,77 (1,33; 2,36), p < 0,0001
NET vs. Placebo 1,96 (1,51; 2,54), p < 0,0001 1,65 (1,24: 2,20), p = 0,0007
Vareniclin vs. Bupropion 1,49 (1,20; 1,85), p = 0,0003 1,41 (1,11; 1,79), p = 0,0047
Vareniclin vs. NET 1,52 (1,23; 1,89), p = 0,0001 1,51 (1,19; 1,93), p = 0,0008
CA = Rate der kontinuierlichen Abstinenz; KI = Konfidenzintervall; NET = Nikotinersatztherapie-Pflaster
Neuropsychiatrische Sicherheit, Metaanalysen und Beobachtungsstudien:
Analysen von Daten aus klinischen Studien erbrachten keine Hinweise drauf, dass unter Vareniclinein höheres Risiko für schwere neuropsychiatrische Ereignisse vorliegt als unter Placebo. Zudemhaben unabhängige Beobachtungsstudien kein erhöhtes Risiko für schwere neuropsychiatrische
Ereignisse bei Patienten, die mit Vareniclin behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die eine
Nikotinersatztherapie (NET) oder Bupropion erhielten, aufgezeigt.
Therapieabbruch
Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen betrug 11,4 % für Vareniclin im Vergleich zu 9,7 %unter Placebo. In dieser Gruppe wurden bei den mit Vareniclin behandelten Patienten für diehäufigsten Nebenwirkungen folgende Abbruchraten verzeichnet: Übelkeit (2,7 % vs. 0,6 % unter
Placebo), Kopfschmerzen (0,6 % vs. 1,0 % unter Placebo), Schlaflosigkeit (1,3 % vs. 1,2 % unter
Placebo) sowie abnorme Träume (0,2 % vs. 0,2 % unter Placebo).
Analysen von klinischen Studien:
Eine Metanalyse von 5 randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien, die1.907 Patienten umfassten (1.130 Vareniclin, 777 Placebo), wurde durchgeführt, um Suizidgedankenund suizidales Verhalten gemäß der Columbia-Suicide Severity Rating Scale (C-SSRS) zu beurteilen.
Diese Metanalyse umfasste eine Studie (N = 127) an Patienten mit Schizophrenie oderschizoaffektiver Störung in der Anamnese sowie eine weitere Studie (N = 525) an Patienten mit
Depression in der Anamnese. Die Ergebnisse zeigten keine Erhöhung der Inzidenz von
Suizidgedanken und/ oder suizidalem Verhalten bei Patienten, die mit Vareniclin behandelt wurden,im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo behandelt wurden, was aus der unten stehenden Tabelleersichtlich wird. Von den 55 Patienten, die Suizidgedanken oder suizidales Verhalten berichteten,stammten 48 (24 Vareniclin, 24 Placebo) aus den zwei Studien, in die Patienten mit Schizophrenie/schizoaffektiver Störung oder Depression in der Anamnese eingeschlossen wurden. In den anderendrei Studien berichteten nur wenige Patienten davon (4 Vareniclin, 3 Placebo).
Anzahl von Patienten und der Risk Ratio für Suizidgedanken und/ oder suizidales Verhaltengemäß C-SSRS aus einer Metanalyse von 5 klinischen Studien, in denen Vareniclin mit Placeboverglichen wurde:
Vareniclin Placebo(N = 1.130) (N = 777)
Patienten mit Suizidgedanken und/ oder suizidalem Verhalten*28 (2,5) 27 (3,5)[n (%)]**
Patientenjahre der Exposition 325 217
Risk Ratio # (RR; 95%-KI) 0,79 (0,46; 1,36)
* Davon berichtete jeweils ein Patient in jedem Behandlungsarm von suizidalem Verhalten
** Patienten mit Ereignissen, die bis zu 30 Tage nach der Behandlung auftraten; % sind nicht nach Studie gewichtet# RR der Inzidenzraten pro 100 Patientenjahre
Eine Metaanalyse von 18 doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten klinischen Studienwurde durchgeführt, um die neuropsychiatrische Sicherheit von Vareniclin zu beurteilen. Diese
Studien umfassen 5 Studien, die oben beschrieben sind und bei denen C-SSRS verwendet wurde, undinsgesamt 8.521 Patienten (5.072 Vareniclin, 3.449 Placebo), wobei einige von ihnen anpsychiatrischen Erkrankungen litten. Die Ergebnisse zeigten eine ähnliche Inzidenz der kombiniertenneuropsychiatrischen unerwünschten Wirkungen, ausgenommen Schlafstörungen, bei Patienten, diemit Vareniclin behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die ein Placebo erhielten, wobei der
Risk Ratio bei 1,01 (95%-KI: 0,89 bis 1,15) lag. Gepoolte Daten aus diesen 18 Studien zeigten eineähnliche Inzidenzrate für einzelne Kategorien der psychiatrischen Ereignisse bei Patienten, die mit
Vareniclin behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die mit Placebo behandelt wurden. Dieunten stehende Tabelle beschreibt die am häufigsten (≥ 1 %) berichteten Kategorien unerwünschter
Ereignisse, die mit der psychiatrischen Sicherheit im Zusammenhang stehen, ausgenommen
Schlafstörungen.
Psychiatrische unerwünschte Wirkungen, die bei ≥ 1 % der Patienten basierend auf gepoolten
Daten aus 18 klinischen Studien auftraten:
Vareniclin Placebo(N = 5.072) (N = 3.449)
Angststörungen und -symptome 253 (5,0) 206 (6,0)
Depressive Gemütsstörungen und -erkrankungen 179 (3,5) 108 (3,1)
NEC* Gemütsstörungen und -erkrankungen 116 (2,3) 53 (1,5)
* NEC = Nicht anderweitig klassifizierte
Zählungen (prozentuale Anteile) entsprachen der Anzahl der Patienten, die das Ereignis berichtet haben
Beobachtungsstudien
Vier Beobachtungsstudien mit jeweils 10.000 bis 30.000 Anwendern von Vareniclin in denangepassten Analysen verglichen das Risiko schwerer neuropsychiatrischer Ereignisse, einschließlichneuropsychiatrischer Hospitalisierungen und fataler sowie nicht-fataler Selbstverletzungen, bei
Patienten, die mit Vareniclin behandelt wurden, gegenüber Patienten, denen NET oder Bupropionverschrieben worden waren. Alle Studien waren retrospektive Kohortenstudien und schlossen sowohl
Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen in der Anamnese sowie solche ohne ein. Alle Studienverwendeten statistische Methoden, um Störfaktoren, einschließlich der Verschreibung von
Vareniclin an gesündere Patienten, zu kontrollieren, wobei die Möglichkeit der residualen
Konfundierung besteht.
Zwei dieser Studien fanden keinen Unterschied hinsichtlich des Risikos neuropsychiatrischer
Hospitalisierungen zwischen den Anwendern von Vareniclin und den Anwendern der Nikotinpflaster(Hazard Ratio [HR] 1,14; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,56 bis 2,34 in der ersten Studie und 0,76;
KI: 0,40 bis 1,46 in der zweiten Studie). Die Power, die Unterschiede in diesen zwei Studien zuentdecken, war beschränkt. Die dritte Studie zeigte keinen Unterschied hinsichtlich des Risikos vonpsychiatrischen unerwünschten Wirkungen, die bei einem Aufsuchen einer Notfallstation oder beistationärer Aufnahme festgestellt wurden, zwischen den Anwendern von Vareniclin und Bupropion(HR 0,85; 95%-KI: 0,55 bis 1,30). Nach der Markteinführung wurde berichtet, dass Bupropion mitneuropsychiatrischen unerwünschten Wirkungen assoziiert sein kann.
Die vierte Studie zeigte keine Hinweise auf ein höheres Risiko für fatale und nicht-fatale
Selbstverletzungen (HR 0,88; 95%-KI: 0,52 bis 1,49) bei Patienten, denen Vareniclin verschriebenwurde, im Vergleich zu Patienten, denen NET verschrieben wurde. Entdeckte Suizide waren in den3 Monaten nach der Aufnahme einer medikamentösen Behandlung selten (2 Fälle bei31.260 Anwendern von Vareniclin und 6 Fälle bei 81.545 Anwendern von NET).
Kohortenstudie in der Schwangerschaft
In einer populationsbasierten Kohortenstudie wurden Säuglinge nach Exposition mit CHAMPIX inutero (N = 335) mit Säuglingen von Müttern, die während der Schwangerschaft geraucht hatten(N = 78.412), sowie Säuglingen von während der Schwangerschaft nicht rauchenden Mütternverglichen (N = 806.438). Bei Säuglingen mit CHAMPIX-Exposition in utero wurden im Vergleichzu Säuglingen von Müttern, die während der Schwangerschaft geraucht hatten, niedrigere Raten in
Bezug auf die folgenden Faktoren festgestellt: angeborene Missbildungen (3,6 % gegenüber 4,3 %),
Totgeburt (0,3 % gegenüber 0,5 %), Frühgeburt (7,5 % gegenüber 7,9 %), Kleinwuchs in Bezug aufdas Gestationsalter (12,5 % gegenüber 17,1 %) sowie vorzeitiger Blasensprung (3,6 % gegenüber5,4 %).
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeit und Sicherheit von Vareniclin wurden in einer randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studie an 312 Patienten im Alter von 12 bis 19 Jahren untersucht, die in den30 Tagen vor der Aufnahme in die Studie im Durchschnitt mindestens 5 Zigaretten pro Tag rauchtenund mindestens 4 Punkte im Fagerström-Test für Zigarettenabhängigkeit aufwiesen. Die Patientenwurden nach Alter (12-16 bzw. 17-19 Jahre) und nach Körpergewicht (≤ 55 kg bzw. > 55 kg)stratifiziert. Nach einer zweiwöchigen Titration erhielten auf Vareniclin randomisierte Patienten miteinem Körpergewicht > 55 kg zweimal täglich 1 mg (Gruppe mit hoher Dosis) oder zweimal täglich0,5 mg (Gruppe mit niedriger Dosis). Patienten mit einem Körpergewicht ≤ 55 kg erhielten zweimaltäglich 0,5 mg (Gruppe mit hoher Dosis) oder einmal täglich 0,5 mg (Gruppe mit niedriger Dosis).
Die Behandlung wurde 12 Wochen lang fortgesetzt. Anschließend folgte eine 40-wöchige Phase ohne
Behandlung. Während der gesamten Studie fand eine altersentsprechende Beratung statt.
Die folgende Tabelle zur oben genannten Studie an Kindern und Jugendlichen zeigt den Vergleich der
Rate der kontinuierlichen Abstinenz (continuous abstinence rate, CAR) von Woche 9-12, mit
Bestätigung mittels Cotinin-Test im Urin, für den vollständigen Analysesatz der Studienpopulationinsgesamt und für die Population zwischen 12 und 17 Jahren.
CAR 9-12 (%) Gesamt 12-17-Jährigen/N (%) n/N (%)
Hohe Dosis Vareniclin 22/109 (20,2 %) 15/80 (18,8 %)
Niedrige Dosis Vareniclin 28/103 (27,2 %) 25/78 (32,1 %)
Placebo 18/100 (18,0 %) 13/76 (17,1 %)
Behandlungsvergleich Odds Ratio in CAR 9-12 (95-%-KI) [p-Wert]
Hohe Dosis Vareniclin vs. Placebo 1,18 (0,59; 2,37) [0,6337] 1,13 (0,50; 2,56) [0,7753]
Niedrige Dosis Vareniclin vs. Placebo 1,73 (0,88; 3,39) [0,1114] 2,28 (1,06; 4,89) [0,0347]*
* Dieser p-Wert wird nicht als statistisch signifikant eingestuft. Das im Vorfeld definierte statistische Testverfahren wurdebeendet, nachdem für den Behandlungsvergleich der hohen Dosis Vareniclin vs. Placebo in der Studie insgesamt keinestatistische Signifikanz erreicht wurde.
KI = Konfidenzintervall, N = Anzahl randomisierter Teilnehmer, n = Anzahl Patienten, die bei jedem Termin von
Woche 9-12 (einschließlich) berichteten, seit dem vorhergehenden Studientermin/letzten Kontakt nicht geraucht und keineanderen nikotinhaltigen Präparate verwendet zu haben (gemäß Nicotine Use Inventory), und deren Raucherentwöhnungmittels Cotinin-Test im Urin bestätigt wurde.