Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels CEPROTIN 500UI pulver + lösungsmittel zur herstellung einer injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
CEPROTIN 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Protein C aus humanem Plasma, gereinigt durch monoklonale Mausantikörper. CEPROTIN 500 I.E.*ist ein Pulver, das pro Behältnis nominal 500 I.E. humanes Protein C enthält. Nach Auflösen in 5 mlsterilisiertem Wasser für Injektionszwecke enthält das Produkt ungefähr 100 I.E./ml humanes
Protein C.
Die Wirksamkeit (I.E.) wird unter Anwendung eines chromogenen Substrats in Gegenüberstellungmit dem Internationalen Standard der World Health Organisation (WHO) ermittelt.
*1 Internationale Einheit (I.E.) Protein C entspricht der amidolytisch gemessenen Aktivität von
Protein C in 1 ml Normalplasma.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:Dieses Arzneimittel enthält 22,5 mg Natrium pro Durchstechflasche.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Humanes Protein C, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.
Lyophilisiertes weißes oder cremefarbenes Pulver oder kompakte Trockensubstanz. Der pH-Wert derrekonstituierten Lösung liegt zwischen 6,7 und 7,3. Die Osmolalität beträgtmindestens 240 mosmol/kg.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
CEPROTIN ist zur Prophylaxe und Behandlung von Purpura fulminans, Cumarin-induzierter
Hautnekrose und venösen thrombotischen Ereignissen bei Patienten mit schwerem kongenitalem
Protein C-Mangel indiziert.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit CEPROTIN sollte nur unter Aufsicht eines in der Substitutionstherapie mit
Blutgerinnungsfaktoren/-inhibitoren erfahrenen Arztes unter Überwachung der Protein C-Aktivitäterfolgen.
DosierungDie Dosierung sollte anhand der Laborergebnisse für jeden Einzelpatienten bestimmt werden.
Behandlung akuter Episoden und Kurzzeitprophylaxe (einschließlich invasiver Verfahren)
Anfänglich sollte eine Protein C-Aktivität von 100 % (1 I.E./ml) erreicht und für die Dauer der
Behandlung bei über 25 % beibehalten werden.
Zur Bestimmung der Recovery und der Halbwertszeit wird eine Initialdosis von 60-80 I.E./kgangeraten. Vor und während der Behandlung mit CEPROTIN wird die Bestimmung des
Protein C-Plasmaspiegels des Patienten mittels Messung der Protein C-Aktivität unter
Verwendung chromogener Substrate empfohlen.
Die Dosierung hängt von den Ergebnissen der Laborbestimmung der Protein C-Aktivität ab. Im
Falle eines akuten thrombotischen Ereignisses sollte die Protein C-Aktivität bis zur Stabilisierungdes Patienten alle 6 Stunden, danach 2x täglich, und stets unmittelbar vor der nächsten Injektionbestimmt werden. Es ist zu beachten, dass die Halbwertszeit von Protein C in bestimmten klinischen
Situationen, wie z. B. bei akuter Thrombose mit Purpura fulminans und Hautnekrose, stark verkürztsein kann.
Bei einem zufriedenstellenden Ansprechen auf die CEPROTIN-Injektion (Bestimmung mittelschromogenem Testsystem) kann die Dosierung allmählich auf eine Verabreichung alle 12 Stundenverringert werden, unter Sicherstellung einer Protein C-Aktivität mit Minimalspiegeln über 25 %(> 0,25 I.E./ml).
Patienten, die in der Akutphase ihrer Erkrankung behandelt werden, können einen viel geringeren
Anstieg der Protein C-Aktivität aufweisen. Die große Bandbreite an individuellen Reaktionen zeigt,dass der Effekt von CEPROTIN auf die Blutgerinnungsparameter regelmäßig überprüft werden sollte.
Bei Patienten, die Protein C prophylaktisch erhalten, können bei erhöhtem Thromboserisiko (wie z. B.bei Infektionen, Verletzungen oder chirurgischen Eingriffen) höhere Minimalspiegel im Blutangezeigt sein.
Langzeitprophylaxe
Für die Langzeitprophylaxe sollte eine Dosis von 45 bis 60 I.E./kg alle 12 Stunden verabreichtwerden. Die Protein C-Aktivität sollte gemessen werden, um Minimalspiegel von 25 % oder höhersicherzustellen. Dosis oder Häufigkeit der Infusionen sollten entsprechend angepasst werden.
In Ausnahmefällen konnten bei Patienten ohne intravenösen Zugang mit einer subkutanen Infusionvon 250 - 350 I.E./kg therapeutische Protein C-Plasmaspiegel erreicht werden.
KombinationstherapieBei einer Umstellung auf eine Dauerprophylaxe mit oralen Antikoagulantien darf die Protein C-
Substitution erst dann abgesetzt werden, wenn eine stabile Antikoagulation erreicht wurde(siehe Abschnitt 4.5). Zudem ist es am Beginn einer oralen Antikoagulationstherapie ratsamer, miteiner niedrigen Dosis zu beginnen und diese langsam zu steigern, als eine standardisierte
Anfangsdosis zu verwenden.
Zu Beginn einer Kombinationstherapie mit Antikoagulantien (insbesondere Vitamin-K-Antagonisten)und Protein C sollte vor Beginn der Antikoagulationstherapie eine stabile Protein C-Aktivität über0,25 I.E./ml (chromogenes Testsystem) erreicht sein. Eine sorgfältige Überwachung des INR-Werts(international normalized ratio) wird empfohlen. Bei der Kombination von Protein C-Konzentrat und
- Antikoagulantien sollte der Minimalspiegel von Protein C bei 10 % oder mehr liegen.
Besondere PatientengruppenKinder und JugendlicheAuch wenn nur begrenzt klinische Daten zu Kindern vorliegen (insgesamt 83 Patienten aus
Fallberichten und einer Studie), werden die für Erwachsene geltenden Dosierungsrichtlinien auch für
Neugeborene und pädiatrische Patienten als gültig erachtet (siehe Abschnitt 5.1).
Aktivierte Protein C (APC)-Resistenz
Zu Patienten mit kombiniertem schwerem kongenitalem Protein C-Mangel und APC-Resistenzliegen nur eingeschränkte klinische Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von CEPROTIN vor.
Nieren- und/oder Leberfunktionsstörung
Die Sicherheit und Wirksamkeit von CEPROTIN bei Patienten mit Nieren- und/oder
Leberfunktionsstörung ist nicht erwiesen. Patienten mit solchen Erkrankungen sollten engmaschigüberwacht werden.
Art der AnwendungCEPROTIN wird nach Auflösen des Pulvers zur Herstellung einer Injektion in sterilisiertem Wasserfür Injektionszwecke als intravenöse Injektion verabreicht.
CEPROTIN sollte mit einer maximalen Injektionsgeschwindigkeit von 2 ml pro Minute verabreichtwerden. Ausgenommen sind Kinder mit einem Körpergewicht von < 10 kg; hier sollte eine
Injektionsgeschwindigkeit von 0,2 ml/kg/min nicht überschritten werden.
Wie bei jedem anderen intravenösen proteinhaltigen Produkt sind allergische
Überempfindlichkeitsreaktionen möglich. Für den Fall, dass akute und lebensbedrohlicheallergische Symptome auftreten, sollte die Verabreichung unbedingt in Einrichtungen erfolgen,in denen die für lebenserhaltende Maßnahmen erforderliche Ausrüstung zur Verfügung steht.
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile oder gegen Maus-Protein oder Heparin, außer zur Behandlung von lebensbedrohlichenthrombotischen Komplikationen.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
ÜberempfindlichkeitDa das Risiko einer allergischen Überempfindlichkeitsreaktion nicht ausgeschlossen werden kann,sollten die Patienten auf deren erste Anzeichen wie Ausschlag, generalisierte Urtikaria, Engegefühlin der Brust, Atemnot, Hypotension und Anaphylaxie hingewiesen werden. Wenn diese Symptomeauftreten, müssen die Patienten unbedingt den Arzt informieren. Unverzügliche Beendigung der
Injektion ist angezeigt.
Bei Auftreten von Schocksymptomen sollte die Behandlung nach den Regeln der modernen
Schocktherapie erfolgen.
Inhibitoren
Bei Patienten mit schwerem kongenitalem Protein C-Mangel kann es bei der Anwendung des
Präparats zur Bildung von Antikörpern gegen Protein C kommen.
Übertragbare Erreger
Standardmaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen, die durch aus menschlichem Blut oder
Plasma hergestellten Arzneimitteln übertragen werden können, schließen die Auswahl der Spender,die Testung der Einzelspenden und der Plasmapools auf spezifische Infektionsmarker und die
Durchführung effektiver Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Abtrennung von Viren mit ein.
Trotzdem sind bei der Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten
Arzneimitteln Infektionskrankheiten durch Übertragung von Erregern - auch bislang unbekannter
Natur - nicht völlig auszuschließen.
Diese Maßnahmen werden für umhüllte Viren wie z. B. HIV, HBV und HCV sowie für das nicht-umhüllte Virus HAV für wirksam erachtet.
Diese Maßnahmen können bei manchen nicht-umhüllten Viren, wie z. B. Parvovirus B19,eingeschränkt wirksam sein. Parvovirus B19-Infektionen können bei Schwangeren (foetale Infektion)und Personen mit Immundefekten oder gesteigerter Erythropoese (z. B. haemolytische Anämie) zuschweren Erkrankungen führen.
Wird ein aus menschlichem Plasma hergestelltes Protein C regelmäßig/wiederholt verabreicht, müssengeeignete Impfungen (Hepatitis A und B) in Betracht gezogen werden.
Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT)
CEPROTIN kann Spuren von Heparin enthalten. Dadurch kann es zu Heparin-induziertenallergischen Reaktionen kommen, die mit einem raschen Absinken der Thrombozytenzahleinhergehen (HIT). Bei Patienten mit HIT können Symptome wie arterielle und venöse Thrombose,disseminierte intravasale Gerinnung (DIC), Purpura, Petechien und gastrointestinale Blutungen(Melena) auftreten. Bei Verdacht auf HIT muss die Thrombozytenzahl unverzüglich bestimmt, undfalls erforderlich, die Therapie mit CEPROTIN abgebrochen werden. Die Diagnose einer HIT wirdzudem dadurch erschwert, dass die Symptome bereits bei Patienten in der akuten Phase einesschweren kongenitalen Protein C-Mangels vorhanden sein können. Patienten mit HIT sollten in
Zukunft heparinhaltige Arzneimittel vermeiden.
Begleitende Antikoagulantientherapie
Bei der klinischen Anwendung von CEPROTIN haben sich verschiedene Blutungsepisoden gezeigt,für die eine begleitende Antikoagulantientherapie (z. B. Heparin) verantwortlich gemacht werdenkann. Es kann aber nicht ganz ausgeschlossen werden, dass auch die Verabreichung von CEPROTINan diesen Blutungsepisoden mitwirkt.
NatriumDieses Arzneimittel enthält 22,5 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 1,1 % der von der
WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme von 2 g mit der
Nahrung.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Zurzeit sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bekannt.
Wechselwirkungen mit Vitamin K-Antagonisten
Bei Patienten, bei denen die Therapie mit oralen Antikoagulantien der Gruppe der Vitamin K-
Antagonisten (z. B. Warfarin) begonnen wurde, kann eine vorübergehende Hyperkoagulabilitätauftreten, bevor der gewünschte antikoagulatorische Effekt auftritt. Dieser vorübergehende Effekterklärt sich dadurch, dass Protein C, selbst ein Vitamin K-abhängiges Plasmaprotein, eine kürzere
Halbwertszeit als die meisten Vitamin K-abhängigen Proteine (z. B. II, IX und X) hat. Demzufolgewird am Beginn der Behandlung die Aktivität von Protein C schneller herabgesetzt als die dergerinnungsfördernden Faktoren. Daher muss die Protein C-Substitution bei einer Umstellung auf eine
Therapie mit oralen Antikoagulantien bis zum Erreichen einer stabilen Antikoagulation fortgesetztwerden. Obwohl bei jedem Patienten am Beginn einer oralen Antikoagulationstherapieeine Warfarin-induzierte Hautnekrose auftreten kann, besteht für Personen mit angeborenem
Protein C-Mangel hierfür ein besonderes Risiko. (Siehe Abschnitt 4.2.)
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Obwohl die Anwendung von CEPROTIN bei schwangeren Frauen mit Protein C-Mangel kein
Sicherheitsrisiko erkennen ließ, liegen für die Anwendung während der Schwangerschaft keine
Sicherheitsdaten aus kontrollierten klinischen Studien vor. Des Weiteren gibt es keine Daten zum
Übertritt von Protein C in die Muttermilch. Deshalb sollte der Nutzen während der Schwangerschaftund Stillzeit sorgfältig gegen das mögliche Risiko für Mutter und Kind abgewogen werden unddas Produkt nur bei Vorliegen einer eindeutigen Indikation verabreicht werden.
Informationen zur Parvovirus B19-Infektion, siehe Abschnitt 4.4.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenCEPROTIN hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsWie bei jedem intravenös verabreichten Produkt können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.
Patienten sollen über frühe Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion, die Angioödem, Brennenund Stechen an der Injektionsstelle, Schüttelfrost, Rötung, Ausschlag, Pruritus, generalisierte
Urtikaria, Kopfschmerzen, Nesselsucht, Blutdruckabfall, Lethargie, Übelkeit, Unruhe, Tachykardie,
Engegefühl in der Brust, Kribbeln, Erbrechen und Atemnot mit einschließen können, informiertwerden. Die Patienten sollten angewiesen werden bei Auftreten dieser Symptome unverzüglich den
Arzt zu kontaktieren (siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Aufstellung der NebenwirkungenWährend klinischer Studien mit CEPROTIN wurden bei 1 der 67 eingeschlossenen Patienteninsgesamt 3 nicht-schwerwiegende Nebenwirkungen (UAW) gemeldet (Ausschlag und Pruritus (unter'Überempfindlichkeit“ gruppiert) sowie Schwindelgefühl). Insgesamt wurden 6375 Dosen
CEPROTIN verabreicht.
In diesem Abschnitt wurden die folgenden Kategorien für die Häufigkeit verwendet: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100 bis < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100), selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar).
Die im Zusammenhang stehenden Nebenwirkungen verteilen sich wie folgt:
Systemorganklasse Nebenwirkung Bevorzugter Häufigkeitskategorie
Begriff nach Infusionen
Erkrankungen des Immunsystems Überempfindlichkeit Ausschlag Selten
Pruritus Selten
Erkrankungen des Nervensystems Schwindelgefühl Schwindelgefühl Selten
Überwachung nach Markteinführung
Die folgenden Nebenwirkungen wurden im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung des
Arzneimittels berichtet; die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen ist nicht bekannt:
Psychiatrische Erkrankungen: Ruhelosigkeit
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: übermäßige Schweißproduktion(Hyperhidrose)
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Reaktion an der
Injektionsstelle
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Bisher wurde kein Fall von Überdosierung nach der Gabe von Protein C-Konzentraten gemeldet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Gruppe Antithrombotika; ATC Code: B01AD12
WirkmechanismusProtein C ist ein Vitamin K-abhängiges gerinnungshemmendes Glykoprotein, das in der
Leber synthetisiert wird. Es wird durch den Thrombin/Thrombomodulin-Komplex an der
Endotheloberfläche in APC umgewandelt. APC ist eine Serinprotease mit starkemgerinnungshemmendem Effekt, insbesondere in Anwesenheit seines Cofaktors Protein S. Die Wirkungvon APC beruht auf der Inaktivierung der aktivierten Faktoren V und VIII, wodurch die Bildung von
Thrombin vermindert wird. APC wurden auch profibrinolytische Eigenschaften nachgewiesen.
Die intravenöse Verabreichung von CEPROTIN gewährleistet den unmittelbaren jedochtemporären Anstieg von Protein C-Plasmaspiegeln. Die Substitution von Protein C bei Patientenmit Protein C-Mangel ermöglicht die Kontrolle oder - bei prophylaktischer Anwendung - die
Vorbeugung von thrombotischen Komplikationen.
Klinische WirksamkeitEs wurde eine prospektive, multizentrische, offene, nicht-randomisierte, dreiteilige, klinische Phase-2/3-Studie bei Patienten mit schwerem kongenitalem Protein C-Mangel zur Bewertung der
Wirksamkeit und Sicherheit von Protein C-Konzentrat durchgeführt (Pivotstudie 400101). An dieser
Studie nahmen 18 Personen mit schwerem kongenitalem Protein C-Mangel teil, definiert als Protein
C-Aktivitätswert <20%, mit einem Durchschnittsalter von 5,8 Jahren (Bereich 0 bis 26 Jahre). In der
Gruppe der Langzeitprophylaxe lag das mittlere Alter bei 2,8 Jahren (Spanne 0 bis 22 Jahre).
Insgesamt 24 Episoden von Purpura fulminans (PF), Cumarin-induzierter Hautnekrose (CISN) undanderen vaskulären thromboembolischen Ereignissen wurden bei 11 Patienten mit CEPROTINbehandelt. Es wurden sieben Behandlungsverläufe der Kurzzeitprophylaxe vor einer Operation oderdem Beginn einer Antikoagulationstherapie und 8 Behandlungsverläufe der Langzeitprophylaxeanalysiert. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass CEPROTIN bei der Behandlung akuterthrombotischer Episoden wirksam ist, und sprechen für den Einsatz von CEPROTIN sowohl zur
Kurzzeit- als auch zur Langzeitprophylaxe von Thrombosen.
Weitere Erfahrung mit CEPROTIN umfasst Fallberichte und eine klinische Studie voninsgesamt 69 pädiatrischen Patienten mit erworbenem Protein C-Mangel. Es handelt sich dabeium die randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Dosisfindungsstudie in der Indikationerworbener Protein C-Mangel aufgrund einer Meningokokken-Sepsis (IMAG 112). Diese Berichteweisen auf eine gute Verträglichkeit von CEPROTIN bei Kindern und Säuglingen hin.
Die Dosierungen in o.a. Studien mit insgesamt 87 Patienten zeigen, dass die für Erwachsene geltende
Dosierungsrichtlinie auch für Neugeborene und pädiatrische Patienten gültig ist.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
21 asymptomatische Personen mit homozygotem oder doppelt heterozygotem Protein C-Mangelwurden für pharmakokinetische Daten untersucht. Die Plasma-Aktivität von Protein C wurde mittelseines chromogenem Testsystems bestimmt. Die individuelle Halbwertszeit lagzwischen 4,4 und 15,8 Stunden im Kompartment-Model sowie 4,9 und 14,7 Stunden bei der
Nicht-Kompartment-Methode. Die individuelle zunehmende Recovery lagzwischen 0,50 und 1,76 [(I.E./dl)/(I.I./kg)]. Die Patienten unterschieden sich signifikant in Alter,
Körpergewicht und Plasmavolumen.
Bei Patienten mit akuten thrombotischen Erkrankungen kann sowohl der zunehmende Anstieg des
Protein C-Plasmaspiegels als auch die Halbwertszeit erheblich vermindert sein.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Das im CEPROTIN enthaltene Protein C stellt einen normalen Bestandteil des menschlichen Plasmasdar und wirkt wie endogenes Protein C. Tierexperimentelle Studien zum tumorigenen und mutagenen
Potential wurden - insbesondere, da es sich hierbei um heterologe Empfänger handelt - nicht alsnotwendig angesehen.
Toxizitätsstudien nach einmaliger Anwendung zeigten, dass selbst Dosen, die ein mehrfaches derfür die Anwendung am Menschen empfohlenen Dosis pro kg Körpergewicht (10 x) ausmachten,bei Nagetieren keine toxischen Wirkungen zur Folge hatten.
Im Ames-Test hat sich CEPROTIN als nicht mutagen erwiesen.
Toxizitätsstudien nach wiederholter Gabe wurden nicht durchgeführt, da diese aus Erfahrung mitanderen Blutgerinnungspräparaten nur von eingeschränktem Wert sind. Die Unterschiede zwischender Empfängerspezies und menschlichem Protein C würden unverzüglich zu einer Immunantwort mit
Antikörperbildung führen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
PulverHumanalbumin
Trinatriumcitrat-Dihydrat
Natriumchlorid
LösungsmittelSterilisiertes Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
3 Jahre
Die gebrauchsfertige Lösung sollte unverzüglich verwendet werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren. Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zuschützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
500 IE und 1.000 IE: Das CEPROTIN Pulver befindet sich in Durchstechflaschen aus neutralem
Glas entweder der hydrolytischen Klasse I (500 IE) oder der hydrolytischen Klasse II (1.000 IE).
Das Lösungsmittel befindet sich in Durchstechflaschen aus neutralem Glas der hydrolytischen
Klasse I. Beide Behältnisse sind mit Butylgummistopfen verschlossen.
Jede Packung enthält darüber hinaus:
- 1 Transfernadel
- 1 Filternadel
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDas in lyophilisierter Form vorliegende CEPROTIN-Pulver zur Herstellung einer Injektionslösungwird unter Verwendung der sterilen Transfernadel in dem mitgelieferten Lösungsmittel (sterilisiertes
Wasser für Injektionszwecke) gelöst. Die Durchstechflasche wird bis zum vollständigen Auflösen des
Pulvers unter leichtem Drehen geschwenkt. Nach Rekonstitution ist die Lösung farblos bis leicht gelbund klar bis leicht opaleszent und im Wesentlichen frei von sichtbaren Partikeln.
Die Lösung wird durch eine sterile Filternadel in die sterile Einwegspritze aufgezogen. Eine eigene,ungebrauchte Filternadel muss zum Aufziehen einer jeden Durchstechflasche gebrauchsfertigen
CEPROTINs verwendet werden. Falls Schwebeteilchen in der Lösung sichtbar sind, ist diese zuverwerfen.
Die gebrauchsfertige Lösung sollte unverzüglich intravenös injiziert werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Takeda Manufacturing Austria AG
Industriestraße 671221 Wien
Österreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 16. Juli 2001
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. Juli 2006
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.