BORTEZOMIB HOSPIRA 3.5mg pulver zur herstellung einer injektionslösung merkblatt medikamente

L01XG01 Bortezomib • ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | ANDERE ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | Proteasom-Inhibitoren

Bortezomibum ist ein Medikament, das zur Behandlung von multiplem Myelom und Mantelzelllymphom eingesetzt wird. Es ist ein Proteasom-Inhibitor, der in essentielle zelluläre Prozesse von Krebszellen eingreift und zu deren Absterben führt.

Das Medikament wird subkutan oder intravenös verabreicht, in der Regel in Behandlungszyklen, wie vom Arzt verordnet. Die Dosierung und Dauer der Behandlung werden basierend auf dem Zustand des Patienten und dem Ansprechen auf die Therapie angepasst.

Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, periphere Neuropathie und eine Verringerung der Blutzellzahlen. In seltenen Fällen können schwerwiegendere Nebenwirkungen wie Herzinsuffizienz oder Lungentoxizität auftreten.

Bortezomibum wird nicht für schwangere oder stillende Frauen empfohlen, da es die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen kann. Patienten sollten ihren Arzt über alle eingenommenen Medikamente informieren, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Allgemeine Daten zu BORTEZOMIB HOSPIRA 3.5mg

Substanz: Bortezomib

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-04-2022

Handelsgesetzbuch: W64875001

Konzentration: 3.5mg

Pharmazeutisches Formblatt: pulver zur herstellung einer injektionslösung

Quantität: 1

Produktart: generic

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: PFIZER SERVICE COMPANY BVBA - BELGIA

Zulassungsinhaber: PFIZER EUROPE MA EEIG - BELGIA

Zulassungsnummer: 1114/2016/01

Haltbarkeit: 3 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für Bortezomib

Verfügbare Konzentrationen für Bortezomib

1mg, 2.5mg, 2.5mg/ml, 25mg/ml, 3.5mg

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels BORTEZOMIB HOSPIRA 3.5mg pulver zur herstellung einer injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Bortezomib Hospira 1 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Bortezomib Hospira 2,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Bortezomib Hospira 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Bortezomib Hospira 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Bortezomib Hospira 1 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche mit Pulver enthält 1 mg Bortezomib (als ein Mannitol-Boronsäureester).

Bortezomib Hospira 2,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche mit Pulver enthält 2,5 mg Bortezomib (als ein Mannitol-Boronsäureester).

Bortezomib Hospira 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche mit Pulver enthält 3 mg Bortezomib (als ein Mannitol-Boronsäureester).

Bortezomib Hospira 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche mit Pulver enthält 3,5 mg Bortezomib (als ein Mannitol-Boronsäureester).

Nach Zubereitung enthält 1 ml der subkutanen Injektionslösung 2,5 mg Bortezomib.

Nach Zubereitung enthält 1 ml der intravenösen Injektionslösung 1 mg Bortezomib.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung.

Weiße bis weißgraue Masse oder Pulver.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Bortezomib Hospira als Monotherapie oder in Kombination mit pegyliertem, liposomalen

Doxorubicin oder Dexamethason ist indiziert für die Behandlung erwachsener Patienten mitprogressivem, multiplen Myelom, die mindestens 1 vorangehende Therapie durchlaufen haben und diesich bereits einer hämatopoetischen Stammzelltransplantation unterzogen haben oder für diese nichtgeeignet sind.

Bortezomib Hospira ist in Kombination mit Melphalan und Prednison für die Behandlung erwachsener

Patienten mit bisher unbehandeltem multiplen Myelom indiziert, die für eine

Hochdosis-Chemotherapie mit hämatopoetischer Stammzelltransplantation nicht geeignet sind.

Bortezomib Hospira ist in Kombination mit Dexamethason oder mit Dexamethason und Thalidomidfür die Induktionsbehandlung erwachsener Patienten mit bisher unbehandeltem multiplen Myelomindiziert, die für eine Hochdosis-Chemotherapie mit hämatopoetischer Stammzelltransplantationgeeignet sind.

Bortezomib Hospira ist in Kombination mit Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und

Prednison für die Behandlung erwachsener Patienten mit bisher unbehandeltem Mantelzell-Lymphomindiziert, die für eine hämatopoetische Stammzelltransplantation nicht geeignet sind.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Bortezomib Hospira darf nur unter Aufsicht eines Arztes, der Erfahrungen in der

Behandlung von Krebspatienten hat, initiiert werden. Jedoch kann Bortezomib Hospira vonmedizinischem Fachpersonal angewendet werden, das Erfahrungen in der Anwendung von

Chemotherapeutika hat. Bortezomib Hospira muss von medizinischem Fachpersonal zubereitetwerden (siehe Abschnitt 6.6).

Dosierung bei Behandlung des progressiven multiplen Myeloms (Patienten, die mindestens einevorangehende Therapie durchlaufen haben)

Monotherapie

Bortezomib Hospira wird durch intravenöse oder subkutane Injektion in der empfohlenen Dosis von1,3 mg/m2 Körperoberfläche zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von zwei Wochen an den

Tagen 1, 4, 8 und 11 in einem Behandlungszyklus von 21 Tagen angewendet. Dieser Zeitraum von3 Wochen wird als ein Behandlungszyklus angesehen. Es wird empfohlen, Patienten 2 Zyklen lang mit

Bortezomib Hospira zu behandeln, nachdem ein vollständiges Ansprechen bestätigt wurde. Darüberhinaus wird empfohlen, Patienten, die auf das Arzneimittel ansprechen, aber die keine vollständige

Krankheitsremission zeigen, insgesamt 8 Behandlungszyklen lang mit Bortezomib Hospira zubehandeln. Zwischen den aufeinanderfolgenden Bortezomib Hospira-Dosen sollen mindestens72 Stunden vergehen.

Dosisanpassungen während der Behandlung und nach erneutem Beginn einer Behandlung bei

Monotherapie

Die Bortezomib Hospira-Behandlung muss bei Auftreten jeglicher nicht-hämatologischer Toxizitätendes Schweregrades 3 oder jeglicher hämatologischer Toxizitäten des Schweregrades 4 mit Ausnahmeeiner Neuropathie (wie weiter unten besprochen) ausgesetzt werden (siehe auch Abschnitt 4.4). Nach

Abklingen der Toxizitätssymptome kann die Bortezomib Hospira-Behandlung mit einer um 25%reduzierten Dosis erneut aufgenommen werden (1,3 mg/m2 herabgesetzt auf 1,0 mg/m2; 1,0 mg/m2herabgesetzt auf 0,7 mg/m2). Wenn die Toxizitätsreaktion nicht abklingt oder auch bei der niedrigsten

Dosierung erneut auftritt, muss ein Abbruch der Bortezomib Hospira-Behandlung in Betracht gezogenwerden, außer der Nutzen der Behandlung übersteigt eindeutig das Risiko.

Neuropathischer Schmerz und/oder periphere Neuropathien

Patienten, bei denen im Zusammenhang mit der Bortezomib-Behandlung neuropathische Schmerzenund/oder periphere Neuropathien auftreten, müssen entsprechend den Angaben in Tabelle 1 behandeltwerden (siehe Abschnitt 4.4). Patienten mit vorbestehender, schwerer Neuropathie dürfen nur nachvorheriger sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung mit Bortezomib Hospira behandelt werden.

Tabelle 1: Empfohlene* Dosisanpassungen bei Bortezomib-assoziierter Neuropathie

Schweregrad der Neuropathie Dosierungsanpassung

Schweregrad 1 (asymptomatisch; Verlust von Keine

Sehnenreflexen oder Parästhesie) ohne

Schmerzen oder Funktionsverlust

Schweregrad 1 mit Schmerzen oder Dosissenkung von Bortezomib Hospira auf

Schweregrad 2 (mäßige Symptome; 1,0 mg/m2eingeschränkte instrumentelle oder

Alltagsaktivitäten (ADL)**) Änderung des Bortezomib

Hospira-Behandlungsschemas auf 1,3 mg/m2einmal wöchentlich

Schweregrad 2 mit Schmerzen oder Absetzen der Bortezomib Hospira-Behandlung

Schweregrad 3 (schwere Symptome; bis die Toxizitätssymptome abgeklungen sind.eingeschränkte Selbstversorgung ADL***) Nach Abklingen der Toxizität erneuter Beginnder Bortezomib Hospira-Behandlung und

Verringerung der Dosis auf 0,7 mg/m2 einmalwöchentlich.

Schweregrad 4 (lebensbedrohliche Folgen; Abbruch der Bortezomib Hospira-Behandlungdringende Maßnahmen angezeigt) und/oderschwere autonome Neuropathie

* Basierend auf Dosisanpassungen in Studien der Phase II und III zum multiplen Myelom und Post-Marketing-

Erfahrungen. Die Einteilung der Schweregrade basiert auf den NCI Common Toxicity Criteria CTCAE V.4.0.

** Instrumentelle ADL: bezieht sich auf die Zubereitung von Speisen, den Einkauf von Lebensmitteln oder

Kleidung, das Benutzen des Telefons, den Umgang mit Geld, usw.;

*** Selbstversorgung ADL: bezieht sich auf das Baden, das An- und Entkleiden, die selbständige

Nahrungsaufnahme, die Toilettenbenutzung, die Einnahme von Arzneimitteln und nicht bettlägerig zu sein.

Kombinationstherapie mit pegyliertem, liposomalen Doxorubicin

Bortezomib Hospira wird durch intravenöse oder subkutane Injektion in der empfohlenen Dosis von1,3 mg/m2 Körperoberfläche zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von zwei Wochen an den

Tagen 1, 4, 8 und 11 in einem Behandlungszyklus von 21 Tagen angewendet. Dieser Zeitraum von3 Wochen wird als ein Behandlungszyklus angesehen. Zwischen den aufeinanderfolgenden

Bortezomib Hospira-Dosen sollen mindestens 72 Stunden vergehen.

Pegyliertes, liposomales Doxorubicin wird nach der Injektion von Bortezomib Hospira durch eineeinstündige intravenöse Infusion in der empfohlenen Dosis von 30 mg/m2 an Tag 4 des Bortezomib

Hospira-Behandlungszyklus angewendet.

Solange die Patienten nicht progredient sind und die Behandlung vertragen, können bis zu8 Behandlungszyklen in dieser Kombination angewendet werden. Patienten, die ein vollständiges

Ansprechen erreichen, können mit der Behandlung für mindestens 2 Behandlungszyklen nach demersten Nachweis des vollständigen Ansprechens weiter behandelt werden, auch wenn dies eine

Behandlung von mehr als 8 Behandlungszyklen erfordert. Patienten, deren Paraprotein-Spiegel nach8 Behandlungszyklen weiter abfällt, können ebenfalls weiter behandelt werden, solange die

Behandlung vertragen wird und sie weiterhin auf die Behandlung ansprechen.

Für zusätzliche Informationen zu pegyliertem, liposomalen Doxorubicin ist die entsprechende

Fachinformation zu beachten.

Kombination mit Dexamethason

Bortezomib Hospira wird durch intravenöse oder subkutane Injektion in der empfohlenen Dosis von1,3 mg/m2 Körperoberfläche zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von zwei Wochen an den

Tagen 1, 4, 8 und 11 in einem Behandlungszyklus von 21 Tagen angewendet. Dieser Zeitraum von3 Wochen wird als ein Behandlungszyklus angesehen. Zwischen den aufeinanderfolgenden

Bortezomib Hospira-Dosen sollen mindestens 72 Stunden vergehen.

Dexamethason 20 mg wird an den Tagen 1, 2, 4, 5, 8, 9, 11 und 12 des Bortezomib

Hospira-Behandlungszyklus oral eingenommen.

Patienten, die nach 4 Behandlungszyklen in dieser Kombinationstherapie ein Ansprechen oder eine

Stabilisierung der Erkrankung erreichen, können die gleiche Kombination für maximal 4 weitere

Behandlungszyklen erhalten.

Für zusätzliche Informationen zu Dexamethason ist die entsprechende Fachinformation zu beachten.

Dosisanpassungen bei Kombinationstherapie bei Patienten mit progressivem multiplen Myelom

Für eine Dosisanpassung von Bortezomib Hospira bei Kombinationstherapie sind die Vorgaben zur

Dosisanpassung bei Monotherapie wie oben zu beachten.

Dosierung bei Patienten mit bisher unbehandeltem multiplen Myelom, die für eine hämatopoetische

Stammzelltransplantation nicht geeignet sind

Kombinationstherapie mit Melphalan und Prednison

Bortezomib Hospira wird durch intravenöse oder subkutane Injektion in Kombination mit oralem

Melphalan und oralem Prednison angewendet, wie in Tabelle 2 dargestellt wird. Ein

Behandlungszyklus entspricht einer 6-wöchigen Dauer. In den Zyklen 1 - 4 wird Bortezomib Hospirazweimal wöchentlich angewendet an den Tagen 1, 4, 8, 11, 22, 25, 29 und 32. In den Zyklen 5 - 9 wird

Bortezomib Hospira einmal wöchentlich angewendet an den Tagen 1, 8, 22 und 29. Zwischen denaufeinanderfolgenden Bortezomib Hospira-Dosen sollen mindestens 72 Stunden vergehen.

Melphalan und Prednison sollten an den Tagen 1, 2, 3 und 4 der ersten Woche eines jeden Bortezomib

Hospira-Behandlungszyklus oral gegeben werden.

Neun Behandlungszyklen dieser Kombinationstherapie werden angewendet.

Tabelle 2: Empfohlene Dosierung für Bortezomib Hospira in Kombination mit Melphalan und

Prednison

Bortezomib Hospira zweimal wöchentlich (Zyklen 1-4)

Woche 1 2 3 4 5 6

B (1,3 mg/m2) Tag -- -- Tag Tag Tag (Ruhe- Tag Tag Tag Tag (Ruhe-1 4 8 11 phase) 22 25 29 32 phase)

M (9 mg/m2) Tag Tag Tag Tag -- -- (Ruhe- -- -- -- -- (Ruhe-

P (60 mg/m2) 1 2 3 4 phase) phase)

Bortezomib Hospira einmal wöchentlich (Zyklen 5-9)

Woche 1 2 3 4 5 6

B (1,3 mg/m2) Tag -- -- -- Tag 8 (Ruhe- Tag 22 Tag (Ruhe-1 phase) 29 phase)

M (9 mg/m2) Tag Tag Tag Tag -- (Ruhe- -- -- (Ruhe-

P (60 mg/m2) 1 2 3 4 phase) phase)

B = Bortezomib; M = Melphalan, P = Prednison

Dosisanpassungen während der Behandlung und nach erneutem Beginn einer Behandlung bei

Kombinationstherapie mit Melphalan und Prednison

Vor Beginn eines neuen Therapiezyklus:

- Die Zahl der Thrombozyten soll ≥ 70 x 109/l und die Gesamt-Neutrophilenzahl (ANC) soll ≥ 1,0x 109/l betragen

- Nicht-hämatologische Toxizitäten sollen bis auf Schweregrad 1 oder den Ausgangswertzurückgegangen sein

Tabelle 3: Dosisanpassungen während aufeinanderfolgender Zyklen der Bortezomib Hospira-

Therapie in Kombination mit Melphalan und Prednison

Toxizität Dosisanpassung oder Verzögerung

Hämatologische Toxizität während eines Zyklus

- Wenn im vorausgegangenen Zyklus eine Eine Verringerung der Melphalan-Dosis umanhaltende Neutropenie oder 25% im nächsten Zyklus in Betracht ziehen

Thrombozytopenie vom Schweregrad 4,oder eine Thrombozytopenie mit Blutungbeobachtet wurde

- Wenn an einem Tag mit Bortezomib Die Bortezomib Hospira-Behandlung soll

Hospira-Dosis (außer Tag 1), die ausgesetztwerden

Thrombozytenzahl ≤ 30 x109/l oder der

ANC ≤ 0,75 x 109/l ist

- Wenn mehrere Bortezomib Hospira-Dosen Die Bortezomib Hospira-Dosis soll um einin einem Zyklus ausgesetzt werden Dosierungsniveau reduziert werden (von(≥ 3 Dosen bei zweimal wöchentlicher 1,3 mg/m2 auf 1 mg/m2 oder von 1 mg/m2 auf

Anwendung oder ≥ 2 Dosen bei einmal 0,7 mg/m2)wöchentlicher Anwendung)

Nicht-hämatologische Toxizitäten mit einem Die Bortezomib Hospira-Therapie soll

Schweregrad ≥ 3 ausgesetzt werden, bis die Symptome der

Toxizität auf Schweregrad 1 oder den

Ausgangswert zurückgegangen sind. Danachkann die Behandlung mit Bortezomib Hospiramit einer um ein Niveau niedrigeren Dosis (von1,3 mg/m2 auf 1 mg/m2 oder von 1 mg/m2 auf0,7 mg/m2) wieder aufgenommen werden. Beimit Bortezomib Hospira in Verbindunggebrachtem neuropathischen Schmerz und/oderperipherer Neuropathie soll Bortezomib Hospiraausgesetzt und/oder angepasst werden wie in

Tabelle 1 beschrieben.

Für zusätzliche Informationen zu Melphalan und Prednison sind die entsprechenden

Fachinformationen zu beachten.

Dosierung bei Patienten mit bisher unbehandeltem multiplen Myelom, die für eine hämatopoetische

Stammzelltransplantation geeignet sind (Induktionstherapie)

Kombinationstherapie mit Dexamethason

Bortezomib Hospira wird durch intravenöse oder subkutane Injektion in der empfohlenen Dosis von1,3 mg/m2 Körperoberfläche zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von zwei Wochen an den

Tagen 1, 4, 8 und 11 in einem Behandlungszyklus von 21 Tagen angewendet. Dieser Zeitraum von3 Wochen wird als ein Behandlungszyklus angesehen. Zwischen den aufeinanderfolgenden

Bortezomib Hospira-Dosen sollen mindestens 72 Stunden vergehen.

Dexamethason 40 mg wird an den Tagen 1, 2, 3, 4, 8, 9, 10 und 11 des Bortezomib

Hospira-Behandlungszyklus oral eingenommen.

Vier Behandlungszyklen dieser Kombinationstherapie werden angewendet.

Kombinationstherapie mit Dexamethason und Thalidomid

Bortezomib Hospira wird durch intravenöse oder subkutane Injektion in der empfohlenen Dosis von1,3 mg/m2 Körperoberfläche zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von zwei Wochen an den

Tagen 1, 4, 8 und 11 in einem Behandlungszyklus von 28 Tagen angewendet. Dieser Zeitraum von4 Wochen wird als ein Behandlungszyklus angesehen. Zwischen den aufeinanderfolgenden

Bortezomib Hospira-Dosen sollen mindestens 72 Stunden vergehen.

Dexamethason 40 mg wird an den Tagen 1, 2, 3, 4, 8, 9, 10 und 11 des Bortezomib

Hospira-Behandlungszyklus oral eingenommen.

Thalidomid 50 mg täglich wird an den Tagen 1 - 14 oral eingenommen und bei Verträglichkeit wirddie Dosis an den Tagen 15 - 28 auf 100 mg erhöht und kann danach auf 200 mg täglich ab dem2. Behandlungszyklus weiter erhöht werden (siehe Tabelle 4).

Vier Behandlungszyklen dieser Kombinationstherapie werden angewendet. Es wird empfohlen, dass

Patienten, die mindestens teilweise ansprechen, 2 weitere Zyklen erhalten.

Tabelle 4: Dosierung der Bortezomib Hospira-Kombinationstherapie bei Patienten mit bisherunbehandeltem multiplen Myelom, die für eine hämatopoetische Stammzelltransplantationgeeignet sind

B+ Dx Zyklen 1 bis 4

Woche 1 2 3

B (1,3 mg/m2) Tag 1, 4 Tag 8, 11 Behandlungspause

Dx 40 mg Tag 1, 2, 3, 4 Tag 8, 9, 10, 11 -

B+ Dx+T Zyklus 1

Woche 1 2 3 4

B (1,3 mg/m2) Tag 1, 4 Tag 8, 11 Behandlungs- Behandlungs-pause pause

T 50 mga täglich täglich - -

T 100 mg - - täglich täglich

Dx 40 mg Tag 1, 2, 3, 4 Tag 8, 9, 10, 11 - -

Zyklus 2 bis 4b

B (1,3 mg/m2) Tag 1, 4 Tag 8, 11 Behandlungs- Behandlungs-pause pause

T 200 mga täglich täglich täglich täglich

Dx 40 mg Tag 1, 2, 3, 4 Tag 8, 9, 10, 11 - -

B = Bortezomib; Dx = Dexamethason; T = Thalidomida Die Thalidomid-Dosis wird nur bei Verträglichkeit von 50 mg ab Woche 3 des Zyklus 1 auf 100 mgund bei Verträglichkeit von 100 mg ab Zyklus 2 auf 200 mg erhöht.

b Patienten, die nach 4 Zyklen mindestens ein teilweises Ansprechen erreichen, können bis zu 6 Zyklenerhalten

Dosisanpassung bei Patienten, die für eine Transplantation geeignet sind

Für eine Bortezomib Hospira-Dosisanpassung die Vorgaben zur Dosisanpassung bei Monotherpiebeachten.

Wenn Bortezomib Hospira in Kombination mit anderen chemotherapeutischen Arzneimitteln gegebenwird, sollen zudem im Falle von Toxizitäten geeignete Dosisreduktionen für diese Produkte, gemäßden Empfehlungen in den Fachinformationen, in Betracht gezogen werden.

Dosierung bei Patienten mit bisher unbehandeltem Mantelzell-Lymphom (MCL)

Kombinationstherapie mit Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison (BR-CAP)

Bortezomib Hospira wird durch intravenöse oder subkutane Injektion in der empfohlenen Dosis von1,3 mg/m2 Körperoberfläche zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von 2 Wochen an den

Tagen 1, 4, 8 und 11 angewendet. Daran schließt sich an den Tagen 12 - 21 eine 10-tägige

Behandlungspause an. Dieser Zeitraum von 3 Wochen wird als ein Behandlungszyklus angesehen.

Sechs Bortezomib Hospira-Behandlungszyklen werden empfohlen. Sofern das erste Ansprechen erstim 6. Behandlungszyklus beobachtet wird, können zwei weitere Bortezomib

Hospira-Behandlungszyklen gegeben werden. Zwischen den aufeinanderfolgenden Bortezomib

Hospira-Dosen sollen mindestens 72 Stunden vergehen.

Die folgenden Arzneimittel werden jeweils an Tag 1 eines jeden 3-wöchigen Bortezomib

Hospira-Behandlungszyklus als intravenöse Infusionen angewendet: Rituximab 375 mg/m2,

Cyclophosphamid 750 mg/m2 und Doxorubicin 50 mg/m2.

Prednison 100 mg/m2 wird oral an den Tagen 1, 2, 3, 4 und 5 eines jeden Bortezomib

Hospira-Behandlungszyklus eingenommen.

Dosisanpassungen während der Behandlung bei Patienten mit bisher unbehandeltem Mantelzell-

Lymphom

Vor Beginn eines jeden Therapiezyklus:

- Die Zahl der Thrombozyten soll ≥ 100.000/μl und die Gesamt-Neutrophilenzahl (ANC) soll≥ 1.500/μl betragen

- Die Zahl der Thrombozyten soll ≥ 75.000/μl bei Patienten mit einer Knochenmarkinfiltrationund/oder einem gesteigerten Thrombozyten-Abbau durch eine MCL bedingte Splenomegaliebetragen

- Hämoglobin ≥ 8 g/dl

- Nicht-hämatologische Toxizitäten sollen bis auf Schweregrad 1 oder den Ausgangswert

Die Bortezomib Hospira-Behandlung muss bei Auftreten jeglicher Bortezomib-bedingternicht-hämatologischer Toxizitäten ≥ Grad 3 (mit Ausnahme einer Neuropathie) oder jeglicherhämatologischer Toxizitäten ≥ Grad 3 ausgesetzt werden (siehe auch Abschnitt 4.4). Für

Dosisanpassungen, siehe Tabelle 5 unten.

Bei hämatologischer Toxizität können Granulozyten-Kolonie stimulierende Faktoren gemäß demlokalen Standard angewendet werden. Im Falle wiederholter Verzögerungen bei der Anwendung der

Zyklen soll eine prophylaktische Anwendung von Granulozyten-Kolonie stimulierenden Faktoren in

Betracht gezogen werden. Falls klinisch angemessen, soll zur Behandlung einer Thrombozytopenieeine Thrombozytentransfusion in Betracht gezogen werden.

Tabelle 5: Dosisanpassungen während der Behandlung von Patienten mit bisher unbehandeltem

Mantelzell Lymphom zurückgegangen sein.

Toxizität Dosisanpassung oder Verzögerung

Hämatologische Toxizität

- Neutropenie ≥ Grad 3 mit Fieber, Die Bortezomib Hospira-Behandlung soll für bis

Neutropenie Grad 4, die mehr als 7 Tage zu 2 Wochen ausgesetzt werden, bis der Patientanhält, eine Thrombozytenzahl < 10.000/μl eine ANC ≥ 750/μl und eine Thrombozytenzahl≥ 25.000/μl hat.

- Falls nach Aussetzen von Bortezomib

Hospira die Toxizität nicht auf die obenangegebenen Werte zurückgeht, muss

Bortezomib Hospira abgesetzt werden.

- Wenn die Toxizität zurückgeht, d.h. der

Patient eine ANC ≥ 750/μl und eine

Thrombozytenzahl ≥ 25.000/μl hat, kann die

Behandlung mit Bortezomib Hospira miteiner um ein Niveau niedrigeren Dosis (von

Toxizität Dosisanpassung oder Verzögerung1,3 mg/m2 auf 1 mg/m2 oder von 1 mg/m2auf 0,7 mg/m2) wieder aufgenommenwerden.

- Thrombozytenzahl < 25.000/μl oder die Die Bortezomib Hospira-Behandlung soll

ANC < 750/μl an einem Bortezomib ausgesetzt werden

Hospira-Behandlungstag (außer Tag 1 einesjeden Zyklus)

Nicht-hämatologische Toxizitäten mit einem Die Bortezomib Hospira-Behandlung soll

Schweregrad ≥ 3, die mit Bortezomib Hospira in ausgesetzt werden, bis die Symptome der

Verbindung gebracht werden Toxizität auf Schweregrad 2 oder besserzurückgegangen sind. Danach kann die

Behandlung mit Bortezomib Hospira mit einerum ein Niveau niedrigeren Dosis (von1,3 mg/m2 auf 1 mg/m2 oder von 1 mg/m2 auf0,7 mg/m2) wieder aufgenommen werden. Bei

Bortezomib Hospira-assoziiertemneuropathischen Schmerz und/oder peripherer

Neuropathie soll Bortezomib Hospira, wieinTabelle 1 beschrieben, ausgesetzt und/oderangepasst werden.

Wenn Bortezomib Hospira in Kombination mit anderen chemotherapeutischen Arzneimitteln gegebenwird, sollen zudem im Falle von Toxizitäten geeignete Dosisreduktionen für diese Produkte, gemäßden Empfehlungen in den Fachinformationen, in Betracht gezogen werden.

Spezielle Patientengruppen

Ältere

Es liegen keine Nachweise vor, die darauf hindeuten, dass eine Dosisanpassung bei Patienten über65 Jahren mit multiplem Myelom oder Mantelzell-Lymphom erforderlich ist.

Es gibt keine Studien zur Anwendung von Bortezomib bei älteren Patienten mit bisher unbehandeltemmultiplen Myelom, die für eine Hochdosis-Chemotherapie mit hämatopoetischer

Stammzelltransplantation geeignet sind. Daher können bei dieser Patientengruppe keine

Dosierungsempfehlungen gegeben werden.

In einer Studie mit Patienten mit bisher unbehandeltem Mantelzell-Lymphom waren 42,9% der

Patienten, die Bortezomib erhielten, 65 - 74 Jahre alt und 10,4% ≥ 75 Jahre. Von Patienten ≥ 75 Jahrenwurden beide Regime, BR-CAP sowie R-CHOP, weniger gut vertragen (siehe Abschnitt 4.8).

Leberfunktionsstörung

Patienten mit einer leichten Leberfunktionsstörung benötigen keine Dosisanpassung und sollen mit derempfohlenen Dosis behandelt werden. Patienten mit einer mäßigen oder schweren

Leberfunktionsstörung sollen die Behandlung mit Bortezomib Hospira mit einer reduzierten Dosis von0,7 mg/m2 pro Injektion während des ersten Behandlungszyklus beginnen. Abhängig von der

Verträglichkeit kann eine anschließende Dosissteigerung auf 1,0 mg/m2 oder eine weitere

Dosisreduktion auf 0,5 mg/m2 in Betracht gezogen werden (siehe Tabelle 6 und Abschnitte 4.4 und5.2).

Tabelle 6: Empfohlene Anpassung der Anfangsdosis von Bortezomib Hospira bei Patienten mit

Leberfunktionsstörung

Grad der Bilirubin-Wert SGOT (AST) Modifizierung der Anfangsdosis

Leberfunktions- Wertestörung*≤ 1,0 x ULN > ULN Keine

Leicht > 1,0 x - 1,5 x Jeder Keine

ULN

Mäßig > 1,5 x - 3 x ULN Jeder Reduktion von Bortezomib Hospira auf

Schwer > 3 x ULN Jeder 0,7 mg/m2 im ersten

Behandlungszyklus. Abhängig von der

Verträglichkeit ist eine Dosissteigerungauf 1,0 mg/m2 oder eine weitere

Dosisreduktion auf 0,5 mg/m2 in dennachfolgenden Zyklen in Betracht zuziehen.

Abkürzungen: SGOT = Serum-Glutamat-Oxalacetat-Transaminase;

AST = Aspartat-Aminotransferase; ULN = Obergrenze des Normbereiches (upper limit of the normal range).

* Basierend auf der Klassifizierung der NCI Organ Dysfunction Working Group für die Kategorisierungvon Leberfunktionsstörungen (leicht, mäßig, schwer).

Nierenfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik von Bortezomib wird bei Patienten mit leichter bis mäßiger

Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance [CrCl] > 20 ml/min/1,73 m2) nicht beeinflusst; dahersind Dosisanpassungen bei diesen Patienten nicht notwendig. Es ist nicht bekannt, ob die

Pharmakokinetik von Bortezomib bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen (CrCl < 20ml/min/1,73 m2) ohne Dialysetherapie beeinflusst wird. Da die Dialyse die

Bortezomib-Konzentrationen verringern kann, ist Bortezomib Hospira nach dem Dialysevorganganzuwenden (siehe Abschnitt 5.2).

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bortezomib bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen (siehe

Abschnitte 5.1 und 5.2). Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.1 beschrieben; eine

Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Art der Anwendung

Bortezomib Hospira ist sowohl zur intravenösen als auch subkutanen Anwendung bestimmt.

Bortezomib Hospira darf nicht über andere Applikationswege angewendet werden. Intrathekale

Anwendungen hatten letale Ausgänge zur Folge.

Intravenöse Injektion

Die mit Bortezomib Hospira zubereitete Lösung soll als intravenöse Bolusinjektion über 3 bis5 Sekunden über einen peripheren oder zentralen intravenösen Katheter gegeben werden, gefolgt voneiner Spülung mit 9 mg/ml (0,9%) Natriumchloridlösung für Injektionszwecke. Zwischen denaufeinanderfolgenden Bortezomib Hospira-Dosen sollen mindestens 72 Stunden vergehen.

Subkutane Injektion

Die mit Bortezomib Hospira zubereitete Lösung soll subkutan in den Oberschenkel (rechter oderlinker) oder in die Bauchdecke (rechts oder links) gegeben werden. Die Lösung soll subkutan in einem

Winkel von 45 - 90° injiziert werden.

Die Injektionsstellen sollen bei aufeinanderfolgenden Injektionen gewechselt werden.

Sollten nach subkutaner Injektion von Bortezomib Hospira lokale Reaktionen an der Injektionsstelleauftreten, kann entweder eine niedriger konzentrierte Bortezomib Hospira-Lösung (Bortezomib

Hospira zubereitet zu 1 mg/ml statt 2,5 mg/ml) subkutan gegeben werden oder es wird ein Wechsel zueiner intravenösen Injektion empfohlen.

Wenn Bortezomib Hospira in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegeben wird, sind dieentsprechenden Fachinformationen hinsichtlich der Hinweise zur Art der Anwendung zu beachten.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitte 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen Bor oder einen der in Abschnitt 6.1 genanntensonstigen Bestandteile.

Akute diffus infiltrative pulmonale und perikardiale Erkrankung.

Wenn Bortezomib Hospira in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegeben wird, sind dieentsprechenden Fachinformationen hinsichtlich zusätzlicher Kontraindikationen zu beachten.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Wenn Bortezomib Hospira in Kombination mit anderen Arzneimitteln gegeben wird, müssen die

Fachinformationen dieser anderen Arzneimittel vor Beginn der Behandlung mit Bortezomib Hospirabeachtet werden. Wenn Thalidomid angewendet wird, muss besonders darauf geachtet werden, einen

Schwangerschaftstest und erforderliche Verhütungsmaßnahmen durchzuführen (siehe Abschnitt 4.6).

Intrathekale Anwendung

Nach unbeabsichtigter intrathekaler Anwendung von Bortezomib traten Fälle mit letalem Ausgangauf. Bortezomib Hospira ist zur intravenösen oder subkutanen Anwendung bestimmt. Bortezomib

Hospira darf nicht intrathekal angewendet werden.

Gastrointestinale Toxizität

Gastrointestinale Toxizität, einschließlich Übelkeit, Diarrhö, Erbrechen und Obstipation tritt sehrhäufig während der Bortezomib-Behandlung auf. Fälle von Ileus wurden gelegentlich berichtet (siehe

Abschnitt 4.8). Daher sollen Patienten, bei denen eine Obstipation auftritt, sorgfältig überwachtwerden.

Hämatologische Toxizität

Im Zusammenhang mit der Bortezomib-Behandlung treten sehr häufig hämatologische Toxizitäten auf(Thrombozytopenie, Neutropenie und Anämie). In Studien mit Patienten mit rezidiviertem multiplen

Myelom, die mit Bortezomib behandelt wurden, und mit Patienten mit bisher unbehandeltem MCL,die mit Bortezomib in Kombination mit Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison(BR-CAP) behandelt wurden, war eine der häufigsten hämatologischen Toxizitäten einevorübergehende Thrombozytopenie. Die Thrombozytenzahl war an Tag 11 eines jeden

Bortezomib-Behandlungszyklus am niedrigsten und stieg in der Regel bis zum nächsten

Behandlungszyklus wieder auf den Ausgangswert an. Es gab keinen Hinweis auf eine kumulative

Thrombozytopenie. Der niedrigste gemessene Thrombozytenwert betrug in den Monotherapiestudienbei multiplem Myelom im Durchschnitt annähernd 40% des Ausgangswertes und in der MCL-Studie50%. Bei Patienten mit fortgeschrittenem Myelom korrelierte der Schweregrad der Thrombozytopeniemit der Thrombozytenzahl vor der Behandlung: für Ausgangs-Thrombozytenwerte < 75.000/μl, 90%von 21 Patienten hatten einen Thrombozytenwert von ≤ 25.000/μl während der Studie, einschließlich14% < 10.000/μl; im Gegensatz, mit einem Thrombozytenausgangswert von > 75.000/μl hatten nur14% von 309 Patienten einen Wert von < 25.000/μl während der Studie.

Bei Patienten mit MCL (Studie LYM-3002) war die Inzidenz einer Thrombozytopenie Grad ≥ 3 in der

Bortezomib-Behandlungsgruppe (BR-CAP) höher (56,7% versus 5,8%) als in der Behandlungsgruppeohne Bortezomib (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison [R-CHOP]).

Die beiden Behandlungsgruppen waren vergleichbar hinsichtlich der Gesamtinzidenz der

Blutungsereignisse aller Schweregrade (6,3% in the BR-CAP-Gruppe und 5,0% in der

R-CHOP-Gruppe) sowie der Blutungsereignisse Grad ≥ 3 (BR-CAP: 4 Patienten [1,7%]; R-CHOP:3 Patienten [1,2%]). In der BR-CAP-Gruppe erhielten 22,5% der Patienten

Thrombozytentransfusionen im Vergleich zu 2,9% der Patienten in der R-CHOP-Gruppe.

In Verbindung mit der Bortezomib-Behandlung wurde über gastrointestinale und intrazerebrale

Blutungen berichtet. Daher soll die Thrombozytenzahl vor jeder Gabe von Bortezomib Hospirakontrolliert werden. Die Bortezomib Hospira-Behandlung sollte ausgesetzt werden, wenn die

Thrombozytenzahl < 25.000/μl oder im Fall der Kombination mit Melphalan und Prednison≤ 30.000/μl ist (siehe Abschnitt 4.2). Der Behandlungsnutzen sollte sorgfältig gegen die Risikenabgewogen werden, besonders in Fällen moderater bis schwerer Thrombozytopenie und

Blutungsrisiken.

Während der gesamten Behandlung mit Bortezomib Hospira soll das Differentialblutbild engmaschigkontrolliert werden. Falls klinisch angemessen, soll eine Thrombozytentransfusion in Betrachtgezogen werden (siehe Abschnitt 4.2).

Bei Patienten mit MCL wurde eine vorübergehende Neutropenie beobachtet, die zwischen den

Behandlungszyklen reversibel war und keine Anzeichen einer kumulativen Neutropenie zeigte. Die

Neutrophilenzahl war an Tag 11 eines jeden Bortezomib-Behandlungszyklus am niedrigsten und stiegin der Regel bis zum nächsten Behandlungszyklus wieder auf den Ausgangswert an. In der Studie

LYM-3002 erhielten 78% der Patienten im BR-CAP-Arm und 61% der Patienten im R-CHOP-Arm

Granulozyten-Kolonie stimulierende Faktoren. Da Patienten mit Neutropenie ein erhöhtes

Infektionsrisiko haben, sollen sie auf Anzeichen und Symptome einer Infektion überwacht undgegebenenfalls unverzüglich behandelt werden. Bei hämatologischer Toxizität können

Granulozyten-Kolonie stimulierende Faktoren gemäß dem lokalen Standard angewendet werden. Im

Falle wiederholter Verzögerungen bei der Anwendung der Zyklen soll eine prophylaktische

Anwendung von Granulozyten-Kolonie stimulierenden Faktoren in Betracht gezogen werden (siehe

Abschnitt 4.2).

Herpes-zoster-Virusreaktivierung

Bei mit Bortezomib Hospira behandelten Patienten wird eine antivirale Prophylaxe empfohlen.

In der Phase-III-Studie bei Patienten mit nicht vorbehandeltem Multiplem Myelom war die

Gesamtinzidenz einer Herpes-zoster-Reaktivierung höher bei Patienten, die mit

Bortezomib+Melphalan+Prednison behandelt wurden, als bei Patienten, die mit Melphalan+Prednisonbehandelt wurden (14% versus 4%).

Bei Patienten mit MCL (Studie LYM-3002) betrug die Inzidenz einer Herpes-zoster-Infektion im

BR-CAP-Arm 6,7% und im R-CHOP-Arm 1,2% (siehe Abschnitt 4.8).

Hepatitis-B-Virus (HBV)-Reaktivierung und -Infektion

Wenn Rituximab in Kombination mit Bortezomib Hospira angewendet wird, muss bei Patienten mitdem Risiko für eine HBV-Infektion vor Beginn der Behandlung immer ein HBV-Screeningdurchgeführt werden. Hepatitis-B-Träger und Patienten mit Hepatitis B in der Anamnese müssenwährend und nach der Behandlung mit Rituximab in Kombination mit Bortezomib Hospiraengmaschig auf klinische Anzeichen und Laborwerte einer aktiven HBV-Infektion überwacht werden.

Eine antivirale Prophylaxe soll in Betracht gezogen werden. Für zusätzliche Informationen zu

Rituximab ist die entsprechende Fachinformation zu beachten.

Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)

Sehr seltene Fälle mit unbekanntem Zusammenhang einer John Cunningham (JC) Virusinfektion, diezu einer PML und zum Tod führten, wurden bei Patienten berichtet, die mit Bortezomib behandeltwurden. Patienten, bei denen eine PML diagnostiziert wurde, erhielten vorher oder gleichzeitig eineimmunsuppressive Therapie. Die meisten Fälle von PML wurden innerhalb von 12 Monaten nach

Erhalt der ersten Bortezomib-Dosis diagnostiziert. Patienten sollen in regelmäßigen Abständenhinsichtlich jeglicher neuer oder sich verschlechternder neurologischer Symptome oder Anzeichen, dieauf eine PML als Bestandteil der Differentialdiagnose von ZNS-Störungen hinweisen, überwachtwerden. Falls eine PML als Diagnose vermutet wird, sollen Patienten an einen Spezialisten für PMLüberwiesen und entsprechende diagnostische Maßnahmen für PML eingeleitet werden. Falls eine PMLdiagnostiziert wird, ist die Behandlung mit Bortezomib Hospira abzubrechen.

Periphere Neuropathie

Im Zusammenhang mit der Bortezomib-Behandlung tritt sehr häufig eine periphere Neuropathie auf,die vorwiegend sensorisch ist. Jedoch sind auch Fälle von schwerer motorischer Neuropathie mit oderohne sensorischer peripherer Neuropathie berichtet worden. Die Inzidenz einer peripheren

Neuropathie steigt unter der Behandlung frühzeitig an und erreicht im 5. Behandlungszyklus ein

Maximum.

Es wird empfohlen, die Patienten sorgfältig auf Anzeichen einer Neuropathie zu überwachen; dazugehören ein Gefühl von Brennen, Hyperästhesie, Hypoästhesie, Parästhesie, Unwohlsein,neuropathischer Schmerz oder Schwäche.

In der Phase-III-Studie, die die Arten der Anwendung von Bortezomib (intravenös versus subkutan)verglich, betrug die Inzidenz einer peripheren Neuropathie mit einem Schweregrad ≥ 2 in der Gruppemit subkutaner Injektion 24% gegenüber 41% in der Gruppe mit intravenöser Injektion (p = 0,0124).

Eine periphere Neuropathie mit Schweregrad ≥ 3 trat bei 6% der Patienten in der subkutanen

Behandlungsgruppe auf verglichen mit 16% in der intravenösen Behandlungsgruppe (p = 0,0264). Die

Inzidenz einer peripheren Neuropathie aller Schweregrade nach intravenös gegebenem Bortezomibwar in früheren Studien mit intravenös gegebenem Bortezomib geringer als in der Studie MMY-3021.

Patienten mit neu auftretender oder sich verschlechternder peripherer Neuropathie sollen sich einerneurologischen Untersuchung unterziehen, und benötigen möglicherweise eine Anpassung der Dosisoder Änderung des Anwendungsschemas von Bortezomib Hospira (siehe Abschnitt 4.2). Eine

Neuropathie wurde mit allgemeinen unterstützenden Maßnahmen und anderen Therapien behandelt.

Bei Patienten, die Bortezomib Hospira in Kombination mit Arzneimitteln erhalten, diebekanntermaßen mit Neuropathien verbunden sind (z.B. Thalidomid), soll eine frühe und regelmäßige

Überwachung von Symptomen einer behandlungsbedingten Neuropathie mit neurologischer

Untersuchung in Betracht gezogen werden. Eine geeignete Dosisreduktion oder ein Abbruch der

Behandlung soll in Betracht gezogen werden.

Zusätzlich zur peripheren Neuropathie kann zum Teil auch eine autonome Neuropathie zu einigen

Nebenwirkungen beitragen, wie z.B. posturale Hypotonie und schwere Obstipation mit Ileus. Derzeitliegen nur wenige Angaben über eine autonome Neuropathie und ihren Beitrag zu diesen

Nebenwirkungen vor.

Krampfanfälle

Gelegentlich wurde über das Auftreten von Krampfanfällen berichtet, ohne dass eine Anamnese von

Krampfanfällen oder Epilepsie bestand.

Eine besondere Überwachung ist notwendig, wenn Patienten mit einem Risiko für Krampfanfällebehandelt werden.

Hypotonie

Im Zusammenhang mit der Bortezomib-Behandlung tritt häufig eine orthostatische posturale

Hypotonie auf. Die meisten dieser Nebenwirkungen sind leicht bis mittelschwer und können währendder gesamten Behandlungsdauer auftreten. Bei Patienten, bei denen während der Behandlung mit

Bortezomib (intravenös injiziert) eine orthostatische Hypotonie auftrat, war vor der Behandlung mit

Bortezomib keine orthostatische Hypotonie bekannt. In den meisten Fällen musste die orthostatische

Hypotonie der Patienten behandelt werden. Bei einem kleinen Teil der Patienten mit orthostatischer

Hypotonie traten Synkopen auf. Es zeigte sich kein akuter Zusammenhang zwischen der

Bolusinjektion von Bortezomib und dem Auftreten der orthostatischen posturalen Hypotonie. Der

Mechanismus, der Bortezomib Ereignis zugrunde liegt, ist nicht bekannt; eine autonome Neuropathiekönnte jedoch ein Faktor sein, der dazu beiträgt. Eine autonome Neuropathie könnte in

Zusammenhang mit Bortezomib stehen oder Bortezomib könnte zu einer Progression einer

Grunderkrankung wie z.B. der diabetischen Neuropathie oder Neuropathie bei Amyloidose führen.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen sollten eingehalten werden, wenn Patienten mit Synkopen in der

Anamnese mit Arzneimitteln behandelt werden, von denen bekannt ist, dass sie zu Hypotonie führenkönnen, als auch bei Patienten die aufgrund rezidivierender Diarrhö oder Erbrechens dehydriert sind.

Zur Behandlung der orthostatischen posturalen Hypotonie können Dosisanpassungen derblutdrucksenkenden Arzneimittel und Flüssigkeitsersatz vorgenommen oder Mineralokortikoideund/oder Symphatikomimetika gegeben werden. Die Patienten sollen angehalten werden, sich an ihren

Arzt zu wenden, wenn Symptome von Schwindel, Benommenheit oder Ohnmachtsanfälle auftreten.

Posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom (PRES)

Es gab Berichte über PRES bei Patienten, die Bortezomib erhalten haben. PRES ist eine seltene, oftreversible, sich rasch entwickelnde neurologische Erkrankung, die sich durch Krampfanfälle,

Hypertonie, Kopfschmerzen, Lethargie, Konfusion, Erblindung und andere visuelle und neurologische

Störungen zeigen kann. Eine Bildgebung des Gehirns, vorzugsweise Magnetresonanztomographie(MRT), wird zur Bestätigung der Diagnose eingesetzt. Bei Patienten, die PRES entwickeln, soll

Bortezomib Hospira abgesetzt werden.

Herzinsuffizienz

Akutes Auftreten oder die Verschlechterung einer dekompensierten Herzinsuffizienz und/oder eineneu auftretende Abnahme der linksventrikulären Ejektionsfraktion wurde bei Patienten unter der

Behandlung mit Bortezomib beobachtet. Flüssigkeitsretention könnte ein prädisponierender Faktor für

Anzeichen und Symptome einer Herzinsuffizienz sein. Patienten mit Risikofaktoren für eine

Herzerkrankung oder mit einer bereits bestehenden Herzerkrankung sollen engmaschig überwachtwerden.

Elektrokardiogramm-Untersuchungen

Es gab vereinzelt Fälle von QT-Verlängerung in klinischen Studien, deren Kausalität nicht bekannt ist.

Lungenerkrankungen

Bei Patienten, die Bortezomib erhielten, wurde selten über akute infiltrative Lungenerkrankungenunbekannter Ätiologie wie Pneumonitis, interstitielle Pneumonie, Lungeninfiltration und Acute

Respiratory Distress Syndrom (ARDS) berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Einige dieser Ereignisseverliefen letal. Vor Behandlungsbeginn wird ein Röntgenthorax empfohlen, um als Ausgangsbefundfür mögliche pulmonale Veränderungen nach der Behandlung zu dienen.

Im Fall neu auftretender oder sich verschlechternder pulmonaler Symptome (z.B. Husten, Atemnot)muss eine sofortige diagnostische Abklärung sowie eine adäquate Behandlung des Patienten erfolgen.

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis sollte vor einer Fortsetzung der Bortezomib Hospira-Therapieabgewogen werden.

In einer klinischen Studie starben zwei Patienten (von zwei), denen eine Hochdosis Cytarabin (2 g/m2pro Tag) als Dauerinfusion über 24 Stunden mit Daunorubicin und Bortezomib bei einer rezidiviertenakuten myeloischen Leukämie gegeben wurde, frühzeitig nach Behandlungsbeginn an einem ARDSund die Studie wurde beendet. Daher wird dieses spezielle Therapieregime mit gleichzeitiger Gabevon hochdosiertem Cytarabin (2 g/m2 pro Tag) als Dauerinfusion über 24 Stunden nicht empfohlen.

Nierenfunktionsstörung

Nierenkomplikationen treten bei Patienten mit multiplem Myelom häufig auf. Patienten mit

Nierenfunktionsstörung sollen engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Leberfunktionsstörung

Bortezomib wird über die Leberenzyme metabolisiert. Die Exposition von Bortezomib ist bei

Patienten mit mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung erhöht; diese Patienten sollen mit einerreduzierten Bortezomib Hospira-Dosis behandelt und engmaschig auf Toxizitäten überwacht werden(siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Hepatische Ereignisse

Bei Patienten mit schweren Grunderkrankungen, die neben Bortezomib Begleitmedikationen erhielten,wurde in seltenen Fällen über Leberversagen berichtet. Andere Berichte über Leberreaktionen betrafen

Erhöhungen der Leberenzyme, Hyperbilirubinämie und Hepatitis. Derartige Veränderungen könnennach Abbruch der Bortezomib-Gabe reversibel sein (siehe Abschnitt 4.8).

Tumor-Lyse-Syndrom

Da Bortezomib eine zytotoxische Substanz ist und sehr schnell maligne Plasmazellen und MCL-Zellenabtöten kann, können die Komplikationen eines Tumor-Lyse-Syndroms auftreten. Risikopatienten fürein Tumor-Lyse-Syndrom sind diejenigen Patienten, die vor der Behandlung eine hohe

Tumorbelastung hatten. Diese Patienten sollen engmaschig überwacht und angemessene

Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet werden.

Begleitmedikationen

Eine engmaschige Überwachung ist bei Patienten erforderlich, die Bortezomib Hospira in

Kombination mit potenten CYP3A4-Inhibitoren erhalten. Vorsicht ist ebenfalls bei der Kombinationvon Bortezomib Hospira mit CYP3A4- oder CYP2C19-Substraten geboten (siehe Abschnitt 4.5).

Eine normale Leberfunktion soll gesichert sein. Vorsicht ist bei der Gabe von oralen Antidiabetikageboten (siehe Abschnitt 4.5).

Mögliche Immunkomplex-vermittelte Reaktionen

Mögliche Immunkomplex-vermittelte Reaktionen, wie Serumkrankheit oder Serumtypreaktionen,

Polyarthritis mit Ausschlag und proliferative Glomerulonephritis wurden gelegentlich berichtet. Die

Behandlung mit Bortezomib soll abgebrochen werden, wenn schwere Reaktionen auftreten.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

In vitro Untersuchungen deuten darauf hin, dass Bortezomib ein schwacher Inhibitor der Cytochrom

P450 (CYP) Isoenzyme 1A2, 2C9, 2C19, 2D6 und 3A4 ist. Da CYP2D6 nur in begrenztem Maße ander Metabolisierung von Bortezomib beteiligt ist (7%), ist nicht zu erwarten, dass der langsame

CYP2D6 Stoffwechsel-Phänotyp einen Einfluss auf die Gesamtkinetik von Bortezomib hat.

Basierend auf den Daten von 12 Patienten zeigte eine Arzneimittel-Wechselwirkungsstudie, die den

Effekt von Ketoconazol, einem potenten CYP3A4-Inhibitor, auf die Pharmakokinetik von Bortezomib(intravenös injiziert) evaluierte, einen Anstieg der mittleren Bortezomib AUC von 35% (Cl90% [1,032bis 1,772]). Daher ist eine engmaschige Überwachung bei Patienten erforderlich, die Bortezomib in

Kombination mit potenten CYP3A4-Inhibitoren (z.B. Ketoconazol, Ritonavir) erhalten.

Basierend auf den Daten von 17 Patienten ergab sich in einer Arzneimittel-Wechselwirkungsstudie,die den Effekt von Omeprazol, einem potenten CYP2C19-Inhibitor, auf die Pharmakokinetik von

Bortezomib (intravenös injiziert) evaluierte, kein signifikanter Effekt auf die Pharmakokinetik von

Bortezomib.

Basierend auf den Daten von 6 Patienten zeigte eine Arzneimittel-Wechselwirkungsstudie, die den

Effekt von Rifampicin, einem potenten CYP3A4-Induktor, auf die Pharmakokinetik von Bortezomib(intravenös injiziert) evaluierte, eine Reduzierung der mittleren Bortezomib AUC von 45%. Diegleichzeitige Anwendung von Bortezomib mit starken CYP3A4-Induktoren wird daher nichtempfohlen, da die Wirksamkeit beeinträchtigt sein kann. Beispiele starker CYP3A4-Induktoren sind

Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Johanniskraut.

In derselben Arzneimittel-Wechselwirkungsstudie wurde der Effekt von Dexamethason, einemschwächeren CYP3A4-Induktor, auf die Pharmakokinetik von Bortezomib (intravenös injiziert)evaluiert. Basierend auf den Daten von 7 Patienten ergab sich kein signifikanter Effekt auf die

Pharmakokinetik von Bortezomib.

Eine Arzneimittel-Wechselwirkungsstudie, die die Wirkung von Melphalan-Prednison auf die

Pharmakokinetik von Bortezomib (intravenös injiziert) untersuchte, zeigte basierend auf den Datenvon 21 Patienten einen Anstieg der mittleren Bortezomib-AUC um 17%. Dies wird als klinisch nichtrelevant eingestuft.

Während der klinischen Studien wurden für Diabetiker, die orale Antidiabetika erhielten,

Hypoglykämie und Hyperglykämie gelegentlich bzw. häufig beschrieben. Bei Patienten, die orale

Antidiabetika erhalten und die mit Bortezomib Hospira behandelt werden ist möglicherweise eineengmaschige Überprüfung der Blutzuckerwerte und eine Dosisanpassung ihrer Antidiabetikaangezeigt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Kontrazeption bei Männern und Frauen

Männer in zeugungsfähigem und Frauen in gebärfähigem Alter müssen während und 3 Monate nachder Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Schwangerschaft

Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von Bortezomib während der Schwangerschaft vor.

Das teratogene Potential von Bortezomib wurde noch nicht abschließend untersucht.

In Studien an Ratten und Kaninchen zeigte Bortezomib bei den maximalen maternal verträglichen

Dosierungen keine Wirkungen auf die embryonale/fötale Entwicklung. Tierstudien zur Untersuchungder Wirkung von Bortezomib auf die Geburt und die postnatale Entwicklung wurden nichtdurchgeführt (siehe Abschnitt 5.3). Bortezomib Hospira darf während der Schwangerschaft nichtangewendet werden, es sei denn, dass eine Behandlung mit Bortezomib Hospira aufgrund desklinischen Zustandes der Frau erforderlich ist.

Wenn Bortezomib Hospira während der Schwangerschaft gegeben wird oder wenn eine Patientinwährend der Behandlung mit diesem Arzneimittel schwanger wird, soll die Patientin auf potentielle

Risiken für den Fötus hingewiesen werden.

Thalidomid ist ein bekannter human-teratogener Wirkstoff, der schwerwiegende lebensbedrohliche

Geburtsfehler verursacht. Thalidomid ist während der Schwangerschaft kontraindiziert sowie bei

Frauen in gebärfähigem Alter, sofern nicht alle Bedingungen des

Thalidomid-Schwangerschafts-Präventionsprogramms eingehalten werden. Patienten, die Bortezomib

Hospira in Kombination mit Thalidomid erhalten, sollen sich an das

Thalidomid-Schwangerschafts-Präventionsprogramm halten. Für zusätzliche Informationen ist die

Fachinformation von Thalidomid zu beachten.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Bortezomib in die Muttermilch übergeht. Da rein prinzipiell die Möglichkeitbesteht, dass schwerwiegende Nebenwirkungen bei gestillten Kindern auftreten, ist während der

Behandlung mit Bortezomib Hospira abzustillen.

Fertilität

Mit Bortezomib Hospira wurden keine Fertilitätsstudien durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Bortezomib Hospira kann einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen haben. Die Behandlung mit Bortezomib Hospira kann sehr häufig zu

Ermüdung, häufig zu Schwindel, gelegentlich zu Ohnmachtsanfällen und häufig zu orthostatischerposturaler Hypotonie oder verschwommenem Sehen führen. Aus diesem Grunde müssen die Patientenvorsichtig sein, wenn sie ein Fahrzeug führen oder Maschinen bedienen und sie sollen daraufhingewiesen werden, kein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, wenn diese Symptomeauftreten (siehe Abschnitt 4.8).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Schwerwiegende Nebenwirkungen, die gelegentlich während der Behandlung mit Bortezomibberichtet wurden, umfassen Herzversagen, Tumor-Lyse-Syndrom, pulmonale Hypertonie, posterioresreversibles Enzephalopathiesyndrom, akute diffus infiltrative Lungenerkrankungen und seltenautonome Neuropathie.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen während der Behandlung mit Bortezomib sind

Übelkeit, Diarrhö, Obstipation, Erbrechen, Müdigkeit, Fieber, Thrombozytopenie, Anämie,

Neutropenie, periphere Neuropathie (einschließlich sensorischer Neuropathie), Kopfschmerz,

Parästhesie, verminderter Appetit, Dyspnoe, Hautausschlag, Herpes zoster und Myalgie.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Multiples Myelom

Die Nebenwirkungen in Tabelle 7 standen nach Beurteilung der Prüfärzte zumindest in einemmöglichen oder wahrscheinlich kausalen Zusammenhang mit Bortezomib. Diese Nebenwirkungenbasieren auf einem kombinierten Datensatz von 5.476 Patienten, von denen 3.996 Patienten mit

Bortezomib in einer Dosierung von 1,3 mg/m2 behandelt wurden, und sind in Tabelle 7 aufgeführt.

Alles in allem wurde Bortezomib für die Behandlung von 3.974 Patienten mit multiplem Myelomeingesetzt.

Nebenwirkungen sind unten nach Systemorganklassen und Häufigkeiten aufgeführt. Die Häufigkeitenwerden wie folgt definiert: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1.000bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Tabelle 7 wurde unter

Berücksichtigung der 14.1-Version des MedDRA-Verzeichnisses erstellt.

Nebenwirkungen nach Marktzulassung, die nicht in klinischen Studien beobachtet wurden, sindebenfalls eingeschlossen.

Tabelle 7: Nebenwirkungen bei Patienten, mit Multiplem Myelom, die in klinischen Studien mit

Bortezomib behandelt wurden, sowie alle Nebenwirkungen nach Markteinführungunabhängig von der Indikation#.

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Infektionen und Häufig Herpes zoster (einschließlich disseminiertem und

Parasitäre ophthalmischem Befall), Pneumonie*, Herpes simplex*,

Erkrankungen Pilzinfektion*

Gelegentlich Infektion*, bakterielle Infektionen*, virale Infektionen*,

Sepsis (einschließlich septischer Schock)*,

Bronchopneumonie, Herpesvirus-Infektion*, herpetische

Meningoenzephalitis#, Bakteriämie (einschließlich

Staphylokokken), Gerstenkorn, Influenza, Zellulitis, durch

Medizinprodukte hervorgerufene Infektion, Infektion der

Haut*, Infektion der Ohren*, Staphylokokkeninfektion,

Infektion der Zähne*

Selten Meningitis (einschließlich bakterielle),

Epstein-Barr-Virusinfektion, Genitalherpes, Tonsillitis,

Mastoiditis, postvirales Müdigkeitssyndrom

Gutartige, bösartige Selten Maligne Neoplasie, Plasmazell-Leukämie,und unspezifische Nierenzellkarzinom, gutartige Zyste, Mycosis fungoides,

Neubildungen benigne Neoplasie*(einschl. Zysten und

Polypen)

Erkrankungen des Sehr häufig Thrombozytopenie*, Neutropenie*, Anämie*

Blutes und des Häufig Leukopenie*, Lymphopenie*

Lymphsystems Gelegentlich Panzytopenie*, febrile Neutropenie, Koagulopathie*,

Leukozytose*, Lymphadenopathie, hämolytische Anämie#

Selten Disseminierte intravaskuläre Koagulation,

Thrombozytose*, Hyperviskositätssyndrom, Erkrankungder Thrombozyten (NOS), thrombotische

Mikroangiopathie (einschließlich thrombozytopenische

Purpura)#, Erkrankung des Blutes (NOS), hämorrhagische

Diathese, Lymphozyteninfiltration

Gelegentlich Angioödem#, Hypersensibilität*

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Erkrankungen des Selten Anaphylaktischer Schock, Amyloidose,

Immunsystems Typ III-Immunkomplex-vermittelte Reaktion

Endokrine Gelegentlich Cushing-Syndrom*, Hyperthyreose*, inadäquate Sekretion

Erkrankungen des antidiuretischen Hormons

Selten Hypothyreose

Stoffwechsel- und Sehr häufig Verminderter Appetit

Ernährungsstörungen Häufig Dehydratation, Hypokaliämie*, Hyponatriämie*, anomaler

Blutzuckerwert*, Hypokalziämie*, Enzymanomalie*

Gelegentlich Tumor-Lyse-Syndrom, Gedeihstörung*,

Hypomagnesiämie*, Hypophosphatämie*,

Hyperkaliämie*, Hyperkalziämie*, Hypernatriämie*,anomaler Harnsäurewert*, Diabetes mellitus*,

Flüssigkeitsretention

Selten Hypermagnesiämie*, Azidose, Störung des Elektrolyt-

Haushaltes*, Flüssigkeitsüberladung, Hypochlorämie*,

Hypovolämie, Hyperchlorämie*, Hyperphosphatämie*,

Stoffwechselstörung, Vitamin-B-Komplex-Mangel,

Vitamin-B12-Mangel, Gicht, gesteigerter Appetit,

Alkoholintoleranz

Psychiatrische Häufig Erkrankungen und Störungen der Stimmung*,

Erkrankungen Angststörung*, Schlafstörungen und unruhiger Schlaf*

Gelegentlich Psychische Störung*, Halluzinationen*, psychotische

Störung*, Verwirrung*, Unruhe

Selten Selbstmordgedanken*, Anpassungsstörung, Delirium,verminderte Libido

Erkrankungen des Sehr häufig Neuropathien*, periphere sensorische Neuropathie,

Nervensystems Dysästhesie*, Neuralgie*

Häufig Motorische Neuropathie*, Bewusstseinsverlust(einschließlich Synkope), Schwindel*, Störung des

Geschmacksempfindens*, Lethargie, Kopfschmerz*

Gelegentlich Tremor, periphere sensomotorische Neuropathie,

Dyskinesie*, zerebelläre Koordinations- und

Gleichgewichtsstörungen*, Gedächtnisverlust(ausgenommen Demenz)*, Enzephalopathie*, Posterioresreversibles Enzephalopathiesyndrom#, Neurotoxizität,

Anfallsleiden*, post-herpetische Neuralgie,

Sprachstörung*, Syndrom der unruhigen Beine (restlessleg syndrome), Migräne, Ischias, Konzentrationsstörungen,anomale Reflexe*, Geruchsstörung

Selten Zerebrale Blutungen*, intrakranielle Blutung(einschließlich subarachnoidaler)*, Gehirnödem,transitorische ischämische Attacke, Koma, Störung desvegetativen Nervensystems, autonome Neuropathie,

Hirnnervenlähmung*, Paralyse*, Parese*, Benommenheit,

Hirnstammsyndrom, Zerebrovaskuläre Störung,

Schädigung der Nervenwurzeln, psychomotorische

Hyperaktivität, Rückenmarkkompression, kognitive

Störung NOS, motorische Dysfunktion, Störung des

Nervensystems NOS, Radikulitis, vermehrter

Speichelfluss, Hypotonus, Guillain-Barré-Syndrom#,demyelinisierende Polyneuropathie#

Augenerkrankungen Häufig Augenschwellung*, anomales Sehen*, Konjunktivitis*

Gelegentlich Augenblutung*, Augenlidinfektion*, Chalazion#,

Blepharitis#, Augenentzündung*, Diplopie, trockenes

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Auge*, Augenreizung*, Augenschmerz, gesteigerter

Tränenfluss, Augenausfluss

Selten Kornealäsion*, Exophthalmus, Retinitis, Skotom,

Erkrankung der Augen (einschließlich Augenlid) NOS,erworbene Dakryoadenitis, Photophobie, Photopsie,

Optikusneuropathie#, verschiedene Grade von

Sehstörungen (bis hin zu Erblindung)*

Erkrankungen des Häufig Vertigo*

Ohrs und des Gelegentlich Dysakusis (einschließlich Tinnitus)*, beeinträchtigtes

Labyrinths Hörvermögen (bis hin zu und einschließlich Taubheit),

Ohrenbeschwerden*

Selten Ohrenblutung, vestibuläre Neuronitis, Ohrenerkrankung

NOS

Herzerkrankungen Gelegentlich Herztamponade#, Herz-Kreislauf-Stillstand *,

Kammer- und Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz(einschließlich links- und rechtsventrikulär)*,

Arrhythmie*, Tachykardie*, Palpitation, Angina Pectoris,

Perikarditis (einschließlich perikardialer Effusion)*,

Kardiomyopathie*, ventrikuläre Dysfunktion*,

Bradykardie

Selten Vorhofflattern, Myokardinfarkt*, AV-Block*,

Kardiovaskuläre Störung (einschließlich kardiogenem

Schock), Torsade de pointes, instabile Angina,

Erkrankungen der Herzklappen*,

Koronararterieninsuffizienz, Sinusknotenarrest

Gefäßerkrankungen Häufig Hypotonie*, orthostatische Hypotonie, Hypertonie*

Gelegentlich Schlaganfall#, tiefe Venenthrombose*, Haemorrhagie*,

Thrombophlebitis (einschließlich oberflächliche),

Kreislaufkollaps (einschließlich hypovolämischer Schock),

Phlebitis, Gesichtsrötung*, Hämatom (einschließlichperirenal)*, schlechte periphere Durchblutung*, Vaskulitis,

Hyperämie (einschließlich okular)*

Selten Periphere Embolie, Lymphödem, Blässe, Erythromelalgie,

Vasodilatation, venenbedingte Hautverfärbung, venöse

Insuffizienz

Erkrankungen der Häufig Dyspnoe*, Epistaxis, Infektion der oberen und unteren

Atemwege, des Atemwege*, Husten*

Brustraums und Gelegentlich Lungenembolie, Pleuraerguss, Lungenödem (einschließlich

Mediastinums akutes), Blutung der Lungenalveolen#, Bronchospasmus,chronisch obstruktive Lungenerkrankung*, Hypoxämie*,

Kongestion der Atemwege*, Hypoxie, Pleuritis*,

Schluckauf, Rhinorrhoe, Dysphonie, Keuchen

Selten Respiratorisches Versagen, akutes Atemnotsyndrom,

Apnoe, Pneumothorax, Atelektase, pulmonale Hypertonie,

Bluthusten, Hyperventilation, Orthopnoe, Pneumonitis,respiratorische Alkalose, Tachypnoe, Lungenfibrose,

Erkrankung der Bronchien*, Hypokapnie*, interstitielle

Lungenerkrankung, Infiltration der Lunge, Rachenenge,trockene Kehle, erhöhte Sekretion in den oberen

Atemwegen, Rachenreizung, Erkrankungen der oberen

Atemwege mit chronischem Husten

Erkrankungen des Sehr häufig Symptome von Übelkeit und Erbrechen*, Diarrhö*,

Gastrointestinaltrakts Obstipation

Häufig Gastrointestinale Blutung (einschließlich Mukosa)*,

Dyspepsie, Stomatitis*, geblähtes Abdomen,

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkungoropharyngealer Schmerz*, Bauchschmerz (einschließlichgastrointestinaler und Milzschmerzen)*,

Mundschleimhauterkrankung*, Flatulenz

Gelegentlich Pankreatitis (einschließlich chronische)*, Hämatemesis,

Lippenschwellung*, gastrointestinale Obstruktion(einschließlich Ileus)*, abdominales Unwohlsein, orale

Ulzerationen*, Enteritis*, Gastritis*, Zahnfleischbluten,gastroösophageale Refluxkrankheit *, Kolitis(einschließlich Clostridium difficile Kolitis)*, ischämische

Kolitis#, gastrointestinale Entzündung*, Dysphagie,

Reizdarmsyndrom, Erkrankung des Gastrointestinaltrakts

NOS, belegte Zunge, gastrointestinale Motilitätsstörung *,

Speicheldrüsenfunktionsstörung*

Selten Akute Pankreatitis, Peritonitis*, Zungenödem*, Aszites,

Ösophagitis, Lippenentzündung, Stuhlinkontinenz,

Analsphinkteratonie, Fäkalom*, gastrointestinale

Ulzeration und Perforation*, Zahnfleischhypertrophie,

Megakolon, Rektalausfluss, oropharyngeale

Blasenbildung*, Lippenschmerz, Periodontitis, Analfissur,

Veränderung der Stuhlgang-Gewohnheit, Proktalgie,anomaler Stuhl

Leber- und Häufig Anomale Leberenzymwerte*

Gallenerkrankungen Gelegentlich Hepatotoxizität (einschließlich Leberfunktionsstörung),

Hepatitis*, Cholestase

Selten Leberversagen, Hepatomegalie, Budd-Chiari-Syndrom,

Zytomegalovirus-Hepatitis, Leberblutung, Cholelithiasis

Erkrankungen der Häufig Rash*, Pruritus*, Erythem, trockene Haut

Haut und des Gelegentlich Erythema multiforme, Urtikaria, akute febrile neutrophile

Unterhautzellgewebes Dermatose, toxischer Hautauschlag, toxisch epidermale

Nekrolyse#, Stevens-Johnson Syndrom#, Dermatitis*,

Haarwuchsstörung*, Petechien, Ekchymose, Hautläsion,

Purpura, Knoten in der Haut*, Psoriasis, Hyperhidrose,

Nachtschweiß, Dekubitalulkus#, Akne*, Blasenbildung*,

Pigmentierungsstörung*

Selten Hautreaktionen, Jessner's Lymphozyten-Infiltration,palmarplantares Erythrodysästhesie-Syndrom, subkutane

Blutung, Livedo reticularis, Verhärtung der Haut,

Knötchen, Photosensibilisierung, Seborrhoe, kalter

Schweiß, Erkrankung der Haut NOS, Hautrötung,

Hautgeschwür, Nagelveränderungen

Skelettmuskulatur-, Sehr häufig Muskuloskelettaler Schmerz*

Bindegewebs- und Häufig Muskelspasmen*, Schmerzen in den Gliedmaßen,

Knochenerkrankungen Muskelschwäche

Gelegentlich Muskelzucken, Gelenkschwellung, Arthritis*,

Gelenksteife, Myopathien*, Schweregefühl

Selten Rhabdomyolyse, Kiefergelenksyndrom, Fistel,

Gelenkerguss, Kieferschmerz, Knochenerkrankung,

Infektionen und Entzündungen der Skelettmuskulatur unddes Bindegewebes*, Synovialzyste

Erkrankungen der Häufig Nierenfunktionsstörung*

Nieren und Harnwege Gelegentlich Akutes Nierenversagen, chronisches Nierenversagen*,

Harnwegsinfektion*, Anzeichen und Symptome im

Bereich der Harnwege*, Hämaturie*, Harnverhalt,

Miktionsstörung*, Proteinurie, Azotämie, Oligurie*,

Pollakisurie

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Selten Blasenreizung

Erkrankungen der Gelegentlich Scheidenblutung, Genitalschmerz*, erektile Dysfunktion

Geschlechtsorgane Selten Testikuläre Störung*, Prostatitis, Störung der weiblichenund der Brustdrüse Brustdrüse, epididymale Empfindlichkeit, Epididymitis,

Beckenschmerz, Ulzeration der Vulva

Kongenitale, familiäre Selten Aplasie, gastrointestinale Fehlbildung, Ichthyoseund genetische

Erkrankungen

Allgemeine Sehr häufig Pyrexie*, Müdigkeit, Asthenie

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig Ödem (einschließlich peripheres), Schüttelfrost, Schmerz*,

Unwohlsein*

Gelegentlich Allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustands*,

Gesichtsödem*, Reaktionen an der Injektionsstelle*,

Erkrankung der Schleimhäute*, Brustschmerz,

Gangstörung, Kältegefühl, Extravasation*,

Katheter-assoziierte Komplikationen*, Veränderung des

Durstgefühls*, Unwohlsein im Brustbereich, Gefühlwechselnder Körpertemperatur*, Schmerz an der

Injektionsstelle*

Selten Tod (einschließlich plötzlicher), Multiorganversagen,

Blutung an der Injektionsstelle*, Hernie (einschließlich

Hiatus)*, gestörte Wundheilung*, Entzündung, Phlebitis ander Injektionsstelle*, Druckempfindlichkeit, Ulkus,

Erregbarkeit, nicht-kardial bedingter Brustschmerz,

Schmerzen an der Kathetereintrittsstelle,

Fremdkörpergefühl

Untersuchungen Häufig Gewichtsabnahme

Gelegentlich Hyperbilirubinämie *, anomale Proteinanalysen*,

Gewichtszunahme, anomaler Bluttest*, erhöhtes

C-reaktives Protein

Selten Anomale Blutgaswerte*, Elektrokardiogramm-Anomalien(einschließlich QT-Verlängerung)*, anomale internationalenormalisierte Ratio (INR)*, erniedrigter pH-Wert im

Magen, erhöhte Thrombozytenaggregation, erhöhtes

Troponin I, Virusnachweis und -serologie*, anomale

Urinanalyse*

Verletzung, Gelegentlich Stürze, Prellung

Vergiftung und durch Selten Transfusionsreaktion, Frakturen*, Rigor*,

Eingriffe bedingte Gesichtsverletzung, Gelenkverletzung*, Verbrennungen,

Komplikationen Lazeration, anwendungsbedingter Schmerz,

Strahlenschädigung*

Chirurgische und Selten Makrophagenaktivierungmedizinische

Eingriffe

NOS = nicht weiter spezifiziert (not otherwise specified)

* Gruppierung von mehr als einem bevorzugten MedDRA-Term# Nebenwirkung nach Markteinführung unabhängig von der Indikation

Mantelzell-Lymphom (MCL)

Bei 240 Patienten, die mit Bortezomib in einer Dosis von 1,3 mg/m2 in Kombination mit Rituximab,

Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison (BR-CAP) behandelt wurden im Vergleich zu242 Patienten, die Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison [R-CHOP]erhielten, stimmte das Sicherheitsprofil von Bortezomib im Allgemeinen relativ gut mit jenemüberein, das bei Patienten mit multiplem Myelom beobachtet wurde. Die wesentlichen Unterschiedewerden im Folgenden beschrieben. Zusätzliche Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit der

Anwendung der Kombinationstherapie (BR-CAP) festgestellt wurden, waren Hepatitis-B-Infektion (<1%) und Myokardischämie (1,3%). Die in beiden Therapiearmen ähnliche Inzidenz dieser Ereignisseweist darauf hin, dass diese Nebenwirkungen nicht allein auf Bortezomib zurückzuführen sind.

Beachtenswerte Unterschiede in der MCL-Patientenpopulation im Vergleich zu den Patienten in den

Studien mit multiplem Myelom waren eine um ≥ 5% höhere Inzidenz für hämatologische

Nebenwirkungen (Neutropenie, Thrombozytopenie, Leukopenie, Anämie, Lymphopenie), peripheresensorische Neuropathie, Hypertonie, Pyrexie, Pneumonie, Stomatitis und Haarwuchsstörungen.

Nebenwirkungen, die im BR-CAP-Arm mit einer Inzidenz von ≥ 1% festgestellt wurden sowie solchemit einer ähnlichen oder höheren Inzidenz im BR-CAP-Arm und zumindest einem möglichen oderwahrscheinlichen kausalen Zusammenhang mit den im BR-CAP-Arm angewendeten Arzneistoffen,sind in Tabelle 8 aufgeführt. Ebenfalls aufgeführt sind die im BR-CAP-Arm festgestellten

Nebenwirkungen, die nach Beurteilung der Prüfärzte in einem zumindest möglichen oderwahrscheinlichen kausalen Zusammenhang mit Bortezomib standen, basierend auf den historischen

Daten in den Studien mit multiplem Myelom.

Die Nebenwirkungen sind unten nach Systemorganklassen und Häufigkeitskategorien aufgeführt. Die

Häufigkeiten werden wie folgt definiert: Sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10);gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (< 1/10.000), nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad dargestellt.

Tabelle 8 wurde unter Berücksichtigung der MedDRA-Version 16 erstellt.

Tabelle 8: Nebenwirkungen bei Patienten mit Mantellzell-Lymphom, die in einer klinischen Studie mit

BR-CAP behandelt wurden

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Infektionen und Sehr häufig Pneumonie*

Parasitäre Häufig Sepsis (einschließlich septischer Schock)*, Herpes zoster

Erkrankungen (einschließlich disseminierter und ophthalmischer Befall),

Herpesvirus-Infektion*, bakterielle Infektionen*, Infektion deroberen/unteren Atemwege*, Pilzinfektion*, Herpes simplex*

Gelegentlich Hepatitis-B-Infektion*, Bronchopneumonie

Erkrankungen des Sehr häufig Thrombozytopenie*, febrile Neutropenie, Neutropenie*,

Blutes und des Leukopenie*, Anämie*, Lymphopenie*

Lymphsystems Gelegentlich Panzytopenie*

Erkrankungen des Häufig Hypersensibilität*

Immunsystems Gelegentlich Anaphylaktische Reaktion

Stoffwechsel- und Sehr häufig Verminderter Appetit

Ernährungsstörungen Häufig Hypokaliämie*, anomaler Blutzuckerwert*, Hyponatriämie*,

Diabetes mellitus*, Flüssigkeitsretention

Gelegentlich Tumor-Lyse-Syndrom

Psychiatrische Häufig Schlafstörungen und unruhiger Schlaf*

Erkrankungen

Erkrankungen des Sehr häufig Periphere sensorische Neuropathie, Dysästhesie*, Neuralgie*

Nervensystems Häufig Neuropathien*, motorische Neuropathie*, Bewusstseinsverlust(einschließlich Synkope), Enzephalopathie*, peripheresensomotorische Neuropathie, Schwindel*, Störung des

Geschmacksempfindens*, autonome Neuropathie

Gelegentlich Ungleichgewicht des autonomen Nervensystems

Augenerkrankungen Häufig Anomales Sehen*

Häufig Dysakusis (einschließlich Tinnitus)*

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Erkrankungen des Gelegentlich Vertigo*, beeinträchtigtes Hörvermögen (bis hin zu und

Ohrs und des einschließlich Taubheit)

Labyrinths

Herzerkrankungen Häufig Kammer- und Vorhofflimmern, Arrhythmie*,

Herzinsuffizienz (einschließlich links- und rechtsventrikulär)*,

Myokardischämie, ventrikuläre Dysfunktion*

Gelegentlich Kardiovaskuläre Störung (einschließlich kardiogener Schock)

Gefäßerkrankungen Häufig Hypertonie*, Hypotonie*, orthostatische Hypotonie

Erkrankungen der Häufig Dyspnoe*, Husten*, Schluckauf

Atemwege, des Gelegentlich Akutes Atemnotsyndrom, Lungenembolie, Pneumonitis,

Brustraums und pulmonale Hypertonie, Lungenödem (einschließlich akutes)

Mediastinums

Erkrankungen des Sehr häufig Symptome von Übelkeit und Erbrechen*, Diarrhö*,

Gastrointestinaltrakts Stomatitis*, Obstipation

Häufig Gastrointestinale Blutung (einschließlich der Mukosa)*,geblähtes Abdomen, Dyspepsie, oropharyngealer Schmerz*,

Gastritis*, orale Ulzeration*, abdominales Unwohlsein,

Dysphagie, gastrointestinale Entzündung*, Bauchschmerz(einschließlich gastrointestinaler und Milzschmerzen)*,

Mundschleimhauterkrankung*

Gelegentlich Kolitis (einschließlich Clostridium difficile Kolitis)*

Leber- und Häufig Hepatotoxizität (einschließlich Leberfunktionsstörung)

Gallenerkrankungen Gelegentlich Leberversagen

Erkrankungen der Sehr häufig Haarwuchsstörungen*

Haut und des Häufig Pruritus*, Dermatitis*, Rash*

Unterhautzellgewebes

Skelettmuskulatur-, Häufig Muskelspasmen*, muskuloskelettaler Schmerz*, Schmerzen

Bindegewebs- und in den Gliedmaßen

Knochenerkrankungen

Erkrankungen der Häufig Harnwegsinfektion*

Nieren und Harnwege

Allgemeine Sehr häufig Pyrexie*, Müdigkeit, Asthenie

Erkrankungen und Häufig Ödem (einschließlich peripheres), Schüttelfrost, Reaktion an

Beschwerden am der Injektionsstelle*, Unwohlsein*

Verabreichungsort

Untersuchungen Häufig Hyperbilirubinämie*, anomale Proteinanalysen*,

Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme

* Gruppierung von mehr als einem bevorzugten MedDRA-Term.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Herpes-zoster-Virusreaktivierung

Multiples Myelom26% der Patienten im B+M+P-Arm erhielten eine antivirale Prophylaxe. Die Inzidenz von Herpeszoster unter Patienten in der B+M+P-Behandlungsgruppe betrug 17% bei den Patienten, die keineantivirale Prophylaxe erhielten, im Vergleich zu 3% bei den Patienten, die eine antivirale Prophylaxeerhielten.

Mantelzell-Lymphom

Bei 137 der 240 Patienten (57%) im BR-CAP-Arm wurde eine antivirale Prophylaxe angewendet. Die

Inzidenz von Herpes zoster bei Patienten im BR-CAP-Arm betrug 10,7% bei den Patienten, die keineantivirale Prophylaxe erhielten, im Vergleich zu 3,6% bei den Patienten, die eine antivirale Prophylaxeerhielten (siehe Abschnitt 4.4).

Hepatitis-B-Virus(HBV)-Reaktivierung und -Infektion

Mantelzell-Lymphom

Eine HBV-Infektion mit letalem Ausgang trat bei 0,8% (n = 2) der Patienten in der

Behandlungsgruppe ohne Bortezomib (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und

Prednison; R-CHOP) und bei 0,4% (n = 1) der Patienten, die Bortezomib in Kombination mit

Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison (BR-CAP) erhielten, auf. Die

Gesamtinzidenz der Hepatitis-B-Infektionen war bei den mit BR-CAP oder mit R-CHOP behandelten

Patienten vergleichbar (0,8% bzw. 1,2%).

Periphere Neuropathien in Kombinationsregimen

Multiples Myelom

Die unten stehende Tabelle zeigt die Inzidenz für periphere Neuropathien in Studien mit

Kombinationsregimen, in denen Bortezomib als Induktionsbehandlung in Kombination mit

Dexamethason (Studie IFM-2005-01) und mit Dexamethason-Thalidomid (Studie MMY-3010)angewendet wurde:

Tabelle 9: Inzidenz peripherer Neuropathien während einer Induktionsbehandlung nach Toxizität und

Behandlungsabbruch aufgrund peripherer Neuropathien

IFM-2005-01 MMY-3010

VDDx BDx TDx BTDx(n = 239) (n = 239) (n = 126) (n = 130)

Inzidenz für PN (%)

Alle Grade PN 3 15 12 45≥ Grad 2 PN 1 10 2 31≥ Grad 3 PN < 1 5 0 5

Abbruch aufgrund PN (%) < 1 2 1 5

VDDx = Vincristin, Doxorubicin, Dexamethason; BDx = Bortezomib, Dexamethason; TDx = Thalidomid,

Dexamethason;

BTDx = Bortezomib, Thalidomid, Dexamethason; PN = periphere Neuropathie

Hinweis: Periphere Neuropathie umfasste die bevorzugten Begriffe: periphere Neuropathie, peripheremotorische Neuropathie, periphere sensorische Neuropathie und Polyneuropathie.

Mantelzell-Lymphom

Die folgende Tabelle zeigt die Inzidenz der peripheren Neuropathie bei Kombinationsregimen in der

Studie LYM-3002, in der Bortezomib zusammen mit Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und

Prednison (BR-CAP) angewendet wurde:

Tabelle 10: Inzidenz der peripheren Neuropathie in der Studie LYM-3002 nach Toxizität und

Behandlungsabbruch aufgrund peripherer Neuropathien

BR-CAP R-CHOP(n = 240) (n = 242)

Inzidenz für PN (%)

Alle Grade PN 30 29≥ Grad 2 PN 18 9≥ Grad 3 PN 8 4

Abbruch aufgrund PN (%) 2 < 1

BR-CAP = Bortezomib, Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und Prednison; R-CHOP = Rituximab,

Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison; PN = periphere Neuropathie

Periphere Neuropathie umfasste die bevorzugten Begriffe: periphere sensorische Neuropathie, periphere

Neuropathie, periphere motorische Neuropathie und periphere sensomotorische Neuropathie

Ältere Patienten mit MCL42,9% der Patienten im BR-CAP-Arm waren 65 - 74 Jahre alt und 10,4% ≥ 75 Jahre. Obwohl von

Patienten ≥ 75 Jahren beide Regime (BR-CAP sowie R-CHOP) weniger gut vertragen wurden, lag der

Anteil der schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse in der BR-CAP-Gruppe bei 68% im Vergleichzu 42% in der R-CHOP-Gruppe.

Unterschiede im Sicherheitsprofil von subkutan versus intravenös gegebenem Bortezomib als

Monotherapie

In der Phase-III-Studie hatten Patienten, die Bortezomib subkutan im Vergleich zur intravenösen

Anwendung erhielten, eine 13% geringere Gesamtinzidenz von behandlungsbezogenen

Nebenwirkungen, deren Toxizität Grad 3 oder höher war, sowie eine 5% geringere Inzidenz,

Bortezomib abzusetzen. Die Gesamtinzidenz von Diarrhö, gastrointestinalen und abdominalen

Schmerzen, asthenischen Zuständen, Infektionen des oberen Respirationstraktes und peripheren

Neuropathien war in der subkutanen Gruppe um 12% - 15% niedriger als in der intravenösen Gruppe.

Zusätzlich war sowohl die Inzidenz peripherer Neuropathien vom Schweregrad 3 oder höher um 10%niedriger als auch die Therapie-Abbruchrate aufgrund peripherer Neuropathien um 8% niedriger in dersubkutanen Gruppe verglichen mit der intravenösen Gruppe.

Sechs Prozent der Patienten hatten lokale Nebenwirkungen an der Applikationsstelle nach subkutaner

Anwendung, meistens in Form einer Rötung. Diese Reaktionen waren im Median innerhalb von6 Tagen rückläufig, eine Dosisanpassung war bei zwei Patienten erforderlich. Zwei (1%) der Patientenhatten schwere Reaktionen; ein Fall von Pruritus und ein Fall von Rötung.

Die Inzidenz letaler Ausgänge während der Behandlung betrug in der subkutanen Behandlungsgruppe5% und in der intravenösen Behandlungsgruppe 7%. Letale Ausgänge infolge'Erkrankungsprogression“ traten in der subkutanen Gruppe bei 18% und in der intravenösen Gruppebei 9% der Patienten auf.

Wiederholungsbehandlung von Patienten mit rezidiviertem multiplen Myelom

In einer Studie, in der 130 Patienten mit rezidiviertem multiplen Myelom eine

Wiederholungsbehandlung mit Bortezomib erhielten, die zuvor mindestens ein teilweises Ansprechenauf ein Bortezomib enthaltendes Regime zeigten, waren die am häufigsten auftretendenunerwünschten Ereignisse aller Schweregrade bei mindestens 25% der Patienten: Thrombozytopenie(55%), Neuropathie (40%), Anämie (37%), Diarrhö (35%) und Obstipation (28%). Periphere

Neuropathien aller Schweregrade und periphere Neuropathien mit Schweregrad ≥ 3 wurden bei 40 %bzw. bei 8,5% der Patienten beobachtet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Bei Patienten mit einer Überdosierung von mehr als dem Doppelten der empfohlenen Dosis wurde dasakute Auftreten einer symptomatischen Hypotonie und Thrombozytopenie mit letalem Ausgang damitin Verbindung gebracht. Für präklinische, pharmakologische Studien über die kardiovaskuläre

Sicherheit (siehe Abschnitt 5.3).

Es gibt kein bekanntes spezifisches Antidot für eine Überdosierung mit Bortezomib. Im Falle einer

Überdosierung sollen die lebenswichtigen Parameter des Patienten überwacht werden und geeignete

Maßnahmen zur Stabilisierung des Blutdrucks (wie Flüssigkeit, blutdrucksteigernde und/oder inotrope

Arzneimittel) und der Körpertemperatur ergriffen werden (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, andere antineoplastische Mittel,

ATC-Code: L01XG01.

Wirkmechanismus

Bortezomib ist ein Proteasom-Inhibitor. Er wurde spezifisch entwickelt um die Chymotrypsin-artige

Aktivität des 26S Proteasoms in Säugetierzellen zu hemmen. Das 26S Proteasom ist ein großer

Proteinkomplex der Ubiquitin-gebundene Proteine abbaut. Der Ubiquitin-Degradationsweg spielt einewichtige Rolle bei der Regulierung der Metabolisierung bestimmter Proteine, und damit für den Erhaltder Homöostase innerhalb der Zellen. Die Hemmung des 26S Proteasoms verhindert die angestrebte

Proteolyse und bewirkt eine Vielzahl von Signalkaskaden innerhalb der Zelle, die letztlich zum

Absterben der Krebszelle führen.

Bortezomib ist hochselektiv für Proteasomen. Bei Konzentrationen von 10 µM hemmt Bortezomibweder eine Vielzahl von Rezeptoren noch Proteasen, die getestet wurden. Es ist mehr als 1.500-fachselektiver für Proteasomen als für das Enzym mit der nächst höheren Affinität. Die Kinetik der

Proteasomen-Hemmung wurde in vitro untersucht, und es konnte gezeigt werden, dass Bortezomib miteiner Halbwertzeit von 20 Minuten vom Proteasom dissoziiert; damit ist nachgewiesen, dass die

Proteasomen-Hemmung durch Bortezomib reversibel ist.

Die durch Bortezomib vermittelte Proteasom-Hemmung wirkt auf vielfältige Weise auf Krebszellen,einschließlich (aber nicht darauf begrenzt) einer Veränderung der Regulatorproteine, die den Verlaufder Zellzyklen und die Aktivierung des Nukleären Faktors kappa B (NF-kB) kontrollieren. Die

Hemmung der Proteasomen führt zu einem Stillstand im Zellzyklus und zu Apoptose. NF-kB ist ein

Transkriptionsfaktor, der für viele Aspekte der Tumorentstehung aktiviert werden muss, einschließlich

Zellwachstum und Überleben, Angiogenese, Zell-Zell-Interaktion und Metastasierung. Beim Myelombeeinflusst Bortezomib die Fähigkeit der Myelomzellen, mit dem Knochenmarkmikromilieu in

Wechselwirkung zu treten.

In Experimenten konnte gezeigt werden, dass Bortezomib auf eine Reihe von Krebszelltypenzytotoxisch wirkt und dass Krebszellen anfälliger für die Apoptose-induzierenden Wirkungen der

Proteasom-Hemmung sind als normale Zellen. Bortezomib führt in vivo zu einer Verminderung des

Tumorwachstums bei vielen präklinischen Tumormodellen, einschließlich des multiplen Myeloms.

Daten aus in-vitro-, ex-vivo-und Tier-Modellen mit Bortezomib deuten darauf hin, dass es die

Differenzierung und Aktivität von Osteoblasten erhöht und die Funktion von Osteoklasten inhibiert.

Diese Effekte wurden bei Patienten mit multiplem Myelom, die unter einer fortgeschrittenenosteolytischen Erkrankung leiden und die mit Bortezomib behandelt wurden, beobachtet.

Klinische Wirksamkeit bei nicht vorbehandeltem multiplem Myelom

Es wurde eine prospektive internationale randomisierte (1:1) offene klinische Phase-III-Studie(MMY-3002 VISTA) bei 682 Patienten durchgeführt, um zu bestimmen, ob Bortezomib (1,3 mg/m2intravenös injiziert) in Kombination mit Melphalan (9 mg/m2) und Prednison (60 mg/m2) im Vergleichzu Melphalan (9 mg/m2) und Prednison (60 mg/m2) bei Patienten mit nicht vorbehandeltem multiplem

Myelom zu einer Verbesserung der Zeitspanne bis zur Progression (time to progression (TTP)) führt.

Die Behandlung wurde für maximal 9 Zyklen (ungefähr 54 Wochen) angewendet und bei

Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität vorzeitig abgebrochen. Das mediane Alter der

Patienten in der Studie war 71 Jahre, 50% waren männlich, 88% waren Kaukasier und der mediane

Karnofsky Index der Patienten war 80. Patienten hatten IgG/IgA/Leichtketten Myelome in 63%, 25%,8% der Fälle, einen medianen Hämoglobin-Wert von 105 g/l und eine mediane Thrombozytenzahl von221,5 x 109/l. Ähnliche Patientenanteile hatten eine Creatinin-Clearance von ≤ 30 ml/min (3% injedem Arm).

Zum Zeitpunkt der vorher festgelegten Zwischenanalyse wurde der primäre Endpunkt, TTP, erreicht,und den Patienten im M+P-Arm wurde eine B+M+P-Behandlung angeboten. Der Medianwert des

Follow-up betrug 16,3 Monate. Die finale Aktualisierung der Daten zur Überlebensdauer wurde miteiner mittleren Follow-up-Dauer von 60,1 Monaten durchgeführt. Ein statistisch signifikanter

Überlebensvorteil (HR = 0,695; p = 0,00043) zugunsten der B+M+P Behandlungsgruppe wurde trotznachfolgender Therapien, einschließlich auf Bortezomib basierender Therapieregime, beobachtet. Diemediane Überlebensdauer in der B+M+P-Behandlungsgruppe betrug 56,4 Monate verglichen mit43,1 Monaten in der M+P-Behandlungsgruppe. Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 11dargestellt:

Tabelle 11: Ergebnisse zur Wirksamkeit in der VISTA-Studie gemäß der finalen Aktualisierung der

Daten zur Überlebensdauer

Wirksamkeitsendpunkt B+M+P M+Pn = 344 n = 338

Zeitspanne bis zur Krankheitsprogression

Ereignisse n (%) 101 (29) 152 (45)

Mediana (95% CI) 20,7 Mo (17,6, 24,7) 15,0 Mo (14,1, 17,9)

Hazard ratiob 0,54(95% CI) (0,42, 0,70)p-Wertc 0,000002

Progressionsfreies Überleben

Ereignisse n (%) 135 (39) 190 (56)

Mediana (95% CI) 18,3 Mo 14,0 Mo(16,6, 21,7) (11,1, 15,0)

Hazard ratiob 0,61(95% CI) (0,49, 0,76)p-Wert c 0,00001

Gesamt-Überleben*

Ereignisse (Todesfälle) n (%) 176 (51,2) 211(62,4)

Mediana 56,4 Mo 43,1 Mo(95% CI) (52,8, 60,9) (35,3, 48,3)

Hazard ratiob 0,695(95% CI) (0,567, 0,852)p-Wertc 0.00043

Wirksamkeitsendpunkt B+M+P M+Pn = 344 n = 338

Response-Rate

Populatione n = 668 n = 337 n = 331

CRf n (%) 102 (30) 12 (4)

PRf n (%) 136 (40) 103 (31)nCR n (%) 5 (1) 0

CR+PRf n (%) 238 (71) 115 (35)p-Wertd < 10-10

Abnahme des M-Proteins im Serum

Populationg n = 667 n = 336 n = 331> = 90% n (%) 151 (45) 34 (10)

Zeit bis zum ersten Ansprechen in CR + PR

Median 1,4 Mo 4,2 Momedianea Ansprech-Dauer

CRf 24,0 Mo 12,8 Mo

CR+PRf 19,9 Mo 13,1 Mo

Zeit bis zur nächsten Therapie

Ereignisse n (%) 224 (65,1) 260 (76,9)

Mediana 27,0 Mo 19,2 Mo(95% CI) (24,7, 31,1) (17,0, 21,0)

Hazard ratiob 0,557(95% CI) (0,462, 0,671)p-Wertc < 0,000001a Kaplan-Meier Schätzung.b Die Hazard-Ratio-Schätzung basiert auf einem Cox-proportionalem Hazard-Modell, das für folgende

Stratifizierungsfaktoren angepasst wurde: 2-Microglobulin, Albumin und Bereich. Eine Hazard-Ratiovon unter 1 weist auf einen Vorteil von VMP hin.

c Nominaler p-Wert basierend auf dem stratifizierten Log Rank Test, der für folgende

Stratifizierungsfaktoren angepasst wurde: 2-Microglobulin, Albumin und Bereich.

d p-Wert für die Response Rate (CR + PR) aus dem Cochran-Mantel-Haenszel Chi-Quadrat-Test angepasstentsprechend der Stratifizierungsfaktorene Die Population mit Ansprechen umfasst Patienten, die zu Studienbeginn messbare Krankheitszeichenaufwiesenf CR = vollständiges Ansprechen (Complete Response); PR = teilweises Ansprechen (Partial Response).

EBMT-Kriterieng Alle randomisierten Patienten mit sekretorischer Erkrankung

* Aktualisierung der Überlebensdauer basierend auf einer mittleren Follow-up-Dauer von 60,1 Monaten

Mo: Monate

CI = Konfidenzintervall (Confidence Interval)

Für eine Stammzelltransplantation geeignete Patienten

Zwei randomisierte, offene, multizentrische Phase-III-Studien (IFM-2005-01, MMY-3010) wurdendurchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Bortezomib in zwei- und dreifach-Kombinationmit anderen chemotherapeutischen Wirkstoffen in der Induktionsbehandlung vor

Stammzelltransplantation bei Patienten mit bislang unbehandeltem multiplen Myelom nachzuweisen.

In der Studie IFM-2005-01 wurde Bortezomib in Kombination mit Dexamethason [BDx, n = 240]verglichen mit Vincristin, Doxorubicin und Dexamethason [VDDx, n = 242]. Patienten in der

BDx-Gruppe erhielten 4 Zyklen mit je 21 Tagen, jeder bestehend aus Bortezomib (1,3 mg/m²angewendet intravenös zweimal wöchentlich an den Tagen 1, 4, 8 und 11) und oralem Dexamethason(40 mg/Tag an den Tagen 1 bis 4 und den Tagen 9 bis 12 in den Zyklen 1 und 2 und an den Tagen 1bis 4 in den Zyklen 3 und 4).

198 (82%) Patienten und 208 (87%) Patienten in der VDDx- bzw. der BDx-Gruppe erhielten autologe

Stammzelltransplantate; die meisten der Patienten unterzogen sich einer Einzeltransplantation.

Patientendemographie und Krankheitsmerkmale der Behandlungsgruppen zu Studienbeginn warenvergleichbar. Das mediane Alter der Patienten in der Studie war 57 Jahre, 55% waren Männer und48% der Patienten wiesen zytogenetisch eine Hochrisikokonstellation auf. Die mediane Therapiedauerbetrug in der VDDx-Gruppe 13 Wochen und in der BDx-Gruppe 11 Wochen. Die mediane erhaltene

Anzahl an Zyklen war 4 in beiden Gruppen.

Der primäre Endpunkt der Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit war die Ansprechrate (CR + nCR)nach Induktion. Es wurde eine statistisch signifikante Differenz bei CR + nCR zugunsten der Gruppebeobachtet, die Bortezomib in Kombination mit Dexamethason erhielt. Sekundäre Endpunkte zur

Wirksamkeit beinhalteten die Ansprechraten nach Transplantation (CR + nCR, CR + nCR + VGPR +

PR), progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben (Overall Survival (OS)). Die wichtigsten

Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 12 dargestellt.

Tabelle 12: Ergebnisse zur Wirksamkeit der Studie IFM-2005-01

Endpunkte BDx VDDx OR; 95% CI; p-Wertan = 240 (ITT- n = 242 (ITT-

IFM-2005-01

Patientengruppe) Patientengruppe)

RR (nach Induktion)

*CR+nCR 14,6 (10,4, 19,7) 6,2 (3,5, 10,0) 2,58 (1,37, 4,85); 0,003

CR+nCR+VGPR+PR 77,1 (71,2, 82,2) 60,7 (54,3, 66,9) 2,18 (1,46, 3,24); < 0,001% (95% CI)

RR (nach

Transplantation)b

CR+nCR 37,5 (31,4, 44,0) 23,1 (18,0, 29,0) 1,98 (1,33, 2,95); 0,001

CR+nCR+VGPR+PR 79,6 (73,9, 84,5) 74,4 (68,4, 79,8) 1,34 (0,87, 2,05); 0,179% (95% CI)

CI = Konfidenzintervall (Confidence Interval); CR = vollständiges Ansprechen (complete response);nCR = nahezu vollständiges Ansprechen (near complete response); ITT = Intent-to-Treat; RR = Ansprechrate(Response Rate);

B = Bortezomib; BDx = Bortezomib, Dexamethason; VDDx = Vincristin, Doxorubicin, Dexamethason;

VGPR = sehr gutes teilweises Ansprechen (very good partial response); PR = teilweises Ansprechen (partialresponse); OR = Odds-Ratio

* Primärer Endpunkta OR für Ansprechraten basiert auf einer Mantel-Haenszel-Schätzung der allgemeinen Odds-Ratiostratifizierter Tabellen; p-Wert mittels Cochran-Mantel-Haenszel-Test.b Bezieht sich auf die Ansprechrate nach einer zweiten Transplantation bei Patienten, die eine zweite

Transplantation erhalten haben (42/240 [18%] in der BDx-Gruppe und 52/242 [21%] in der

VDDx-Gruppe).

Anmerkung: Eine OR > 1 weist auf einen Vorteil zugunsten einer B-haltigen Induktionstherapie hin.

In der Studie MMY-3010 wurde eine Induktionsbehandlung mit Bortezomib in Kombination mit

Thalidomid und Dexamethason [BTDx, n = 130] verglichen mit Thalidomid-Dexamethason [TDx,n = 127]. Patienten in der BTDx-Gruppe erhielten sechs 4-wöchige Zyklen, jeder bestehend aus

Bortezomib (1,3 mg/m2 angewendet zweimal wöchentlich an den Tagen 1, 4, 8, und 11, gefolgt voneiner 17-tägigen Pause von Tag 12 bis Tag 28), Dexamethason (40 mg oral eingenommen an den

Tagen 1 bis 4 und den Tagen 8 bis 11), und Thalidomid (50 mg täglich oral eingenommen an den

Tagen 1 - 14, erhöht auf 100 mg an den Tagen 15 - 28 und danach auf 200 mg täglich).

105 (81%) Patienten und 78 (61%) Patienten in der BTDx- bzw. der TDx-Gruppe erhielten eineinziges autologes Stammzelltransplantat. Patientendemographie und Krankheitsmerkmale der

Behandlungsgruppen zu Studienbeginn waren vergleichbar. Das mediane Alter der Patienten der

BTDx-bzw. der TDx-Gruppe betrug 57 versus 56 Jahre, 99% versus 98% der Patienten waren

Kaukasier, und 58% versus 54% waren männlich. In der BTDx-Gruppe wurden 12% der Patientenzytogenetisch als Hoch-Risiko klassifiziert im Vergleich zu 16% der Patienten in der TDx-Gruppe.

Die mediane Behandlungsdauer betrug 24 Wochen und die mediane Anzahl der erhaltenen

Behandlungszyklen lag bei 6 und war in den Behandlungsgruppen konsistent.

Die primären Endpunkte der Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit waren die Ansprechraten nach

Induktion und nach Transplantation (CR+nCR). Eine statistisch signifikante Differenz in CR+nCRwurde zugunsten der Gruppe beobachtet, die Bortezomib in Kombination mit Dexamethason und

Thalidomid erhielt. Sekundäre Endpunkte zur Wirksamkeit beinhalteten progressionsfreies Überlebenund OS. Die wichtigsten Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 13 dargestellt.

Tabelle 13: Ergebnisse zur Wirksamkeit der Studie MMY-3010

Endpunkte BTDx TDx OR; 95% CI; p-Werta

MMY-3010 n = 130 n = 127(ITT-Patientengruppe) (ITT-Patientengruppe)

*RR (nach Induktion)

CR+nCR 49,2 (40,4, 58,1) 17,3 (11,2, 25,0) 4,63 (2,61, 8,22); < 0,001a

CR+nCR+PR % 84,6 (77,2, 90,3) 61,4 (52,4, 69,9) 3,46 (1,90, 6,27); < 0,001a(95% CI)

*RR (nach Transplantation)

CR+nCR 55,4 (46,4, 64,1) 34,6 (26,4, 43,6) 2,34 (1,42, 3,87); 0,001a

CR+nCR+PR % 77,7 (69,6, 84,5) 56,7 (47,6, 65,5) 2,66 (1,55, 4,57); < 0,001a(95% CI)

CI = Konfidenzintervall (Confidence Interval); CR = vollständiges Ansprechen (complete response);nCR = nahezu vollständiges Ansprechen (near complete response); ITT = Intent-to-Treat; RR = Ansprechrate(Response Rate);

B = Bortezomib; BTDx = Bortezomib, Thalidomid, Dexamethason; TDx = Thalidomid, Dexamethason;

PR = teilweises Ansprechen (partial response);

OR = Odds-Ratio

* Primärer Endpunkta OR für Ansprechraten basiert auf einer Mantel-Haenszel-Schätzung der allgemeinen Odds-Ratiostratifizierter Tabellen; p-Wert mittels Cochran-Mantel-Haenszel-Test.

Anmerkung: Eine OR > 1 weist auf einen Vorteil zugunsten einer B-haltigen Induktionstherapie hin.

Klinische Wirksamkeit bei rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bortezomib (intravenös injiziert) wurde in 2 Studien bei derempfohlenen Dosierung von 1,3 mg/m2 untersucht: Eine randomisierte Vergleichsstudie der Phase III(APEX) versus Dexamethason (Dex) umfasste 669 Patienten mit rezidiviertem oderbehandlungsresistentem multiplem Myelom, die 1 - 3 vorherige Behandlungen durchlaufen hatten.

Eine einarmige Studie der Phase II umfasste 202 Patienten mit rezidiviertem oderbehandlungsresistentem multiplem Myelom, die zuvor mindestens zwei Behandlungen durchlaufenhatten und bei denen während der zuletzt durchgeführten Behandlung eine Krankheitsprogressionbeobachtet wurde.

In der Phase-III-Studie führte die Behandlung mit Bortezomib zu einer signifikanten Verlängerung der

TTP, einer signifikanten Verlängerung der Überlebensdauer und einer signifikanten Steigerung der

Response-Rate im Vergleich zur Behandlung mit Dexamethason (siehe Tabelle 14); dies galt für alle

Patienten, auch für Patienten mit einer vorherigen Behandlung. Auf Grund einer planmäßigen

Zwischenauswertung wurde der Dexamethason-Behandlungsarm auf Empfehlung des

Datenüberwachungsausschusses beendet; allen zur Behandlung mit Dexamethason randomisierten

Patienten wurde ab diesem Zeitpunkt Bortezomib, unabhängig von ihrem jeweiligen Krankheitsstatus,angeboten. Durch diesen frühzeitigen Wechsel beträgt die Nachbeobachtungsdauer für überlebende

Patienten im Median 8,3 Monate. Patienten, die bei ihrer letzten vorherigen Behandlungbehandlungsrefraktär oder auch nicht behandlungsrefraktär waren, wiesen im Bortezomib-Arm einesignifikant längere OS sowie eine signifikant höhere Response-Rate auf.

Von den 669 in die Studie aufgenommenen Patienten waren 245 (37%) 65 Jahre oder älter.

Unabhängig vom Alter der Patienten waren bei der Behandlung mit Bortezomib sowohl die Parameterals auch die Zeit bis zur Krankheitsprogression (TTP) signifikant besser. Ungeachtet derβ2-Mikroglobulin-Ausgangswerte waren sämtliche Wirksamkeits-Parameter (TTP und OS sowie

Response-Rate) im Bortezomib-Arm signifikant verbessert.

Bei den behandlungsrefraktären Patienten der Phase-II-Studie wurde die Response durch einunabhängiges Gutachter-Komitee (Independent Review Committee (IRC)) bestimmt und als

Response-Kriterien wurden die Kriterien der Europäischen Knochenmark-Transplantationsgruppe(European Bone Marrow Transplant Group) verwendet. Die mediane Überlebensdauer alleraufgenommenen Patienten betrug 17 Monate (Bereich < 1 bis 36+ Monate). Diese Überlebensdauerwar höher als die 6 bis 9 Monate mediane Überlebensdauer, die von beratenden klinischen Prüfärztenfür ein vergleichbares Patientenkollektiv erwartet wurde. Nach den Ergebnissen der

Multivarianzanalyse war die Response-Rate unabhängig vom Myelomtyp, dem Leistungsstatus, dem

Chromosom-13-Deletionsstatus, oder der Anzahl oder Art vorangehender Behandlungen. Patienten,die 2 bis 3 vorherige therapeutische Behandlungen erhalten hatten, zeigten eine Response-Rate von32% (10/32) und Patienten, die mehr als 7 vorherige therapeutische Behandlungen erhalten hatten,zeigten eine Response-Rate von 31% (21/67).

Tabelle 14: Zusammenfassung der Krankheitsverläufe in Studien der Phasen III (APEX) und II

Phase III Phase III Phase III Phase II1 vorherige > 1 vorherige ≥ 2

Alle Patienten

Behandlung Behandlung vorherige

Behand-lung

Ereignisse mit B Dex B Dex B Dex Bzeitlichem n = 333a n = 336 a n = 132 a n = 119 a n = 200 a n = 217 a n = 202 a

Zusammenhang

TTP, Tage 189b 106b 212d 169d 148b 87b 210[95% CI] [148, 211] [86, 128] [188, 267] [105, 191] [129, 192] [84, 107] [154, 281]

Einjährige 80d 66d 89d 72d 73 62

Überlebensdauer, [74,85] [59,72] [82,95] [62,83] [64,82] [53,71] 60% [95% CI]

Bestes B Dex B Dex B Dex B

Ansprechen (%) n = 315c n = 312c n = 128 n = 110 n = 187 n = 202 n = 193

CR 20 (6)b 2 (< 1)b 8 (6) 2 (2) 12 (6) 0 (0) (4)**

CR+nCR 41 (13)b 5 (2)b 16 (13) 4 (4) 25 (13) 1 (< 1) (10)**

CR+nCR+PR 121 (38)b 56 (18)b 57 (45)d 29 (26)d 64 (34)b 27 (13)b (27)**

CR+nCR+PR+MR 146 (46) 108 (35) 66 (52) 45 (41) 80 (43) 63 (31) (35)**

Mediane

Zeitdauer

Tage (Monate) 242 (8.0) 169 (5.6) 246 (8.1) 189 (6.2) 238 (7.8) 126 (4.1) 385*

Zeit bis zum

Ansprechen

CR+PR (Tage) 43 43 44 46 41 27 38*a Intent-to-Treat-(ITT)-Patientengruppeb p-Wert aus dem stratifizierten Log Rank Test; Auswertung nach Art der Behandlungsgruppe schließt

Stratifizierung nach Behandlungsgeschichte aus; p < 0,0001c Response-Patientengruppe schließt Patienten ein, die eine messbare Krankheit zum Ausgangszeitpunkthatten und die mindestens 1 Gabe der Studienmedikation erhielten.d p-Wert aus dem Cochran-Mantel-Haenszel-Chi2-Test, den Stratifizierungsfaktoren angepasst;

Auswertung nach Art der Behandlungsgruppe schließt Stratifizierung nach Behandlungsgeschichte aus.

* CR+PR+MR **CR = CR, (IF-); nCR = CR (IF+)

NZ = nicht zutreffend; NB = nicht bewertet

TTP = Zeitspanne bis zur Progression (Time to Progression)

CI = Konfidenzintervall (Confidence Interval)

B = Bortezomib; Dex = Dexamethason

CR = Vollständiges Ansprechen (Complete Response); nCR = nahezu vollständiges Ansprechen (near Completeresponse)

PR = Teilweises Ansprechen (Partial Response); MR = Minimales Ansprechen (Minimal response)

In der Phase-II-Studie konnten Patienten, die keine optimale Response auf eine

Bortezomib-Monotherapie erzielten, eine hochdosierte Dexamethason-Behandlung zusammen mit

Bortezomib erhalten. Das Protokoll erlaubte, dass Patienten Dexamethason erhalten, wenn einsuboptimales Ansprechen auf Bortezomib allein vorlag. Insgesamt wurden 74 auswertbare Patientenmit Dexamethason in Kombination mit Bortezomib behandelt. Achtzehn Prozent der Patienten zeigtenunter der Kombinationstherapie einen Erfolg oder eine verbesserte Response [MR (11%) oder PR(7%)].

Klinische Wirksamkeit bei subkutaner Anwendung von Bortezomib bei Patienten mit rezidiviertemoder refraktärem multiplem Myelom

In einer offenen, randomisierten Phase-III-Studie - ausgerichtet auf nicht-Unterlegenheit - wurde die

Wirksamkeit und Sicherheit bei subkutaner und intravenöser Anwendung von Bortezomib verglichen.

In diese Studie waren 222 Patienten mit einem rezidivierten oder refraktären multiplen Myelomeingeschlossen, die in einer 2:1 Verteilung 1,3 mg/m² Bortezomib entweder per subkutaner oderintravenöser Anwendung für einen Zeitraum von insgesamt 8 Zyklen erhielten. Patienten ohne

Erreichen eines optimalen Ansprechens (weniger als eine komplette Response [CR]) nach alleiniger

Therapie mit Bortezomib nach 4 Zyklen konnten zusätzlich 20 mg Dexamethason täglich am Tag der

Anwendung von Bortezomib und am Tag danach erhalten. Patienten mit einer ≥ Grad 2 peripheren

Neuropathie oder einer Thrombozytopenie von < 50.000/μl als Ausgangssituation wurdenausgeschlossen. Insgesamt waren 218 Patienten für eine Auswertung des Ansprechens geeignet.

Diese Studie zeigte im primären Zielparameter eine Nicht-Unterlegenheit der Ansprechrate (CR+PR)für die subkutane und intravenöse Anwendung. Bei beiden Arten der Anwendung betrug die

Ansprechrate (CR+PR) nach 4 Zyklen Bortezomib als Monotherapie jeweils 42%. Daneben zeigtensich in den sekundären Endpunkten Ansprechen und Zeit-bis-zum-Ereignis assoziierte Wirksamkeitkonsistente Ergebnisse für die subkutane und intravenöse Anwendung (Tabelle 15).

Tabelle 15: Zusammenfassung der Wirksamkeits-Analysen, die die subkutane mit der intravenösen

Anwendung von Bortezomib vergleicht

Bortezomib intravenöser Bortezomib subkutaner

Arm Arm

Auswertbare Patienten n = 73 n = 145

Response Rate nach 4 Zyklen n (%)31 (42) 61 (42)

ORR (CR+PR)p-Werta 0,00201

CR n (%) 6 (8) 9 (6)

PR n (%) 25 (34) 52 (36)nCR n (%) 4 (5) 9 (6)

Response Rate nach 8 Zyklen n (%)

ORR (CR+PR) 38 (52) 76 (52)p-Werta 0,0001

CR n (%) 9 (12) 15 (10)

PR n (%) 29 (40) 61 (42)nCR n (%) 7 (10) 14 (10)

Intent to Treat Populationb n = 74 n = 148

TTP, Monate 9,4 10,4(95% CI) (7,6, 10,6) (8,5, 11,7)

Hazard ratio (95% CI)c 0,839 (0,564, 1,249)p-Wertd 0,38657

Progressionsfreies Überleben, 8,0 10,2

Monate(95% CI) (6,7, 9,8) (8,1, 10,8)

Hazard ratio (95% CI)c 0,824 (0,574, 1,183)p-Wertd 0,2951-Jahr Gesamtüberleben (%)e 76,7 72,6(95% CI) (64,1, 85,4) (63,1, 80,0)a p-Wert bezieht sich auf die Hypothese der Nicht-Unterlegenheit, dass der SC Arm mindestens 60% der

Ansprechrate des intravenösen Arms zeigt.

b 222 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen; 221 Patienten wurden mit Bortezomib behandelt.c Hazards Ratio Schätzung basiert auf einem Cox-Modell, dass für folgende Stratifizierungsfaktorenangepasst wurde: ISS Stadium und Anzahl der Vortherapien.d Log Rank Test, der für folgende Stratifizierungsfaktoren angepasst wurde: ISS Stadium und Anzahl der

Vortherapien.e Die mediane Dauer der Nachbeobachtung betrug 11,8 Monate

Bortezomib-Kombinationstherapie mit pegyliertem, liposomalen Doxorubicin (Studie

DOXIL-MMY-3001)

Eine randomisierte, offene, multizentrische Parallel-Gruppen-Studie wurde mit 646 Patientendurchgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Bortezomib in Kombination mit pegyliertem,liposomalen Doxorubicin mit einer Bortezomib-Monotherapie bei Patienten mit multiplem Myelom,die mindestens eine vorangehende Therapie durchlaufen haben und die während einer

Anthrazyklinbasierten Therapie keinen Progress zeigten, zu vergleichen. Basierend auf den

EBMT-Kriterien (European Group for Blood and Marrow Transplantation) war primärer

Wirksamkeitsendpunkt TTP, während die sekundären Wirksamkeitsendpunkte OS und ORR (CR+PR)waren.

Aufgrund der nachgewiesenen Wirksamkeit bei einer vordefinierten Interimsanalyse (basierend auf249 TTP-Ereignissen) wurde die Studie frühzeitig beendet. Diese Interimsanalyse zeigte eine

TTP-Risikoreduktion von 45% (95% CI; 29 - 57%), p < 0,0001) bei Patienten, die mit der

Kombinationstherapie von Bortezomib und pegyliertem, liposomalen Doxorubicin behandelt wurden.

Die mediane TTP betrug 6,5 Monate bei Patienten mit Bortezomib-Monotherapie verglichen mit9,3 Monaten für die in Kombinationstherapie mit Bortezomib und pegyliertem, liposomalen

Doxorubicin behandelten Patienten. Diese Ergebnisse, obwohl nicht abschließend, repräsentieren dieim Protokoll definierte finale Analyse.

Die finale Analyse des OS, die nach einem medianen Follow-up von 8,6 Jahren durchgeführt wurde,zeigte keinen signifikanten Unterschied im Gesamtüberleben zwischen den beiden Behandlungsarmen.

Das mediane Gesamtüberleben betrug 30,8 Monate (95% CI; 25,2 - 36,5 Monate) bei den Patientenmit Bortezomib als Monotherapie und 33 Monate (95% CI; 28,9 - 37,1 Monate) bei den Patienten, die

Bortezomib plus pegyliertes, liposomales Doxorubicin als Kombinationstherapie erhielten.

Bortezomib-Kombinationstherapie mit Dexamethason

In Abwesenheit eines direkten Vergleichs zwischen Bortezomib und Bortezomib in Kombination mit

Dexamethason bei Patienten mit progressivem, multiplen Myelom, wurde eine statistischematched-pair Analyse durchgeführt, um die Ergebnisse aus dem nicht-randomisierten Studienarm von

Bortezomib in Kombination mit Dexamethason (offene Phase-II-Studie MMY-2045) mit den

Ergebnissen aus den Bortezomib-Monotherapie-Armen aus verschiedenen randomisierten

Phase-III-Studien (M34101-039 [APEX] und DOXIL MMY-3001) in der gleichen Indikation zuvergleichen.

Die matched-pair Analyse ist eine statistische Methode, mit der Patienten in der Behandlungsgruppe(z.B. Bortezomib in Kombination mit Dexamethason) und Patienten in der Vergleichsgruppe (z.B.

Bortezomib) durch individuelle Paarbildung der Studienteilnehmer, in Bezug auf Störfaktoren,vergleichbar gemacht werden. Dies minimiert die Auswirkungen von beobachteten Störfaktoren bei

Abschätzung der Behandlungseffekte mit nicht-randomisierten Daten.

Einhundertsiebenundzwanzig Patienten-Analysenpaare wurden identifiziert. Die Analyse zeigte eineverbesserte ORR (CR+PR) (Odds Ratio 3,769; 95% CI 2,045 - 6,947; p < 0,001), PFS(Hazard Ratio 0,511; 95% CI 0,309 - 0,845; p = 0,008), TTP (Hazard Ratio 0,385; 95% CI0,212 - 0,698; p = 0,001) für Bortezomib in Kombination mit Dexamethason im Vergleich zur

Bortezomib-Monotherapie.

Es liegen nur begrenzte Informationen bezüglich einer Wiederholungsbehandlung mit Bortezomib beirezidiviertem multiplen Myelom vor.

Die offene, einarmige Phase-II-Studie MMY-2036 (RETRIEVE) wurde durchgeführt, um die

Wirksamkeit und Sicherheit einer Wiederholungsbehandlung mit Bortezomib zu bestimmen.

Einhundertdreißig Patienten (≥ 18 Jahre) mit multiplem Myelom, die zuvor mindestens ein teilweises

Ansprechen auf ein Bortezomib enthaltendes Regime erreichten, wurden bei einer Progression erneutbehandelt. Mindestens 6 Monate nach vorheriger Therapie wurde die Behandlung mit Bortezomibbegonnen in der zuletzt vertragenen Dosis von 1,3 mg/m2 (n = 93) oder ≤ 1,0 mg/m2 (n = 37) an den

Tagen 1, 4, 8 und 11 alle 3 Wochen für maximal 8 Zyklen entweder als Monotherapie oder in

Kombination mit Dexamethason gemäß Behandlungsstandard gegeben. Dexamethason wurde in

Kombination mit Bortezomib bei 83 Patienten in Zyklus 1 angewendet und weitere 11 Patientenerhielten Dexamethason während nachfolgender Zyklen der Wiederholungsbehandlung mit

Bortezomib.

Primärer Endpunkt war das bestätigte beste Ansprechen auf die Wiederholungsbehandlung basierendauf den EBMT-Kriterien (European Group for Blood and Marrow Transplantation). Die insgesamtbeste Ansprechrate (CR + PR) auf eine Wiederholungsbehandlung bei 130 Patienten lag bei 38,5%(95% CI: 30,1; 47,4).

Klinische Wirksamkeit bei nicht vorbehandeltem Mantelzell-Lymphom (MCL)

Studie LYM-3002 war eine randomisierte, offene Phase-III-Studie, in der die Wirksamkeit und

Sicherheit der Kombination aus Bortezomib, Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin und

Prednison (BR-CAP; n = 243) mit Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und

Prednison (R-CHOP; n = 244) bei erwachsenen Patienten mit bisher unbehandeltem MCL (Stadium II,

III oder IV) verglichen wurden. Die Patienten im BR-CAP-Behandlungsarm erhielten Bortezomib(1,3 mg/m2 an den Tagen 1, 4, 8, 11, Behandlungspause an den Tagen 12 - 21), Rituximab 375 mg/m2intravenös an Tag 1; Cyclophosphamid 750 mg/m2 intravenös an Tag 1; Doxorubicin 50 mg/m2intravenös an Tag 1 und Prednison 100 mg/m2 oral an den Tagen 1 bis 5 des 21-tägigen

Bortezomib-Behandlungszyklus. Patienten, bei denen das erste Ansprechen erst im6. Behandlungszyklus beobachtet wurde, erhielten zwei weitere Behandlungszyklen.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das progressionsfreie Überleben, das von einer IRC beurteiltwurde. Sekundäre Endpunkte umfassten TTP, Zeit bis zur nächsten Anti-Lymphom- Therapie (Timeto Next Treatment, TNT), Dauer des therapiefreien Intervalls (TFI), Gesamtansprechrate (Overall

Response Rate, ORR), Rate des vollständiges Ansprechens (Complete Response, CR/CRu), OS und

Dauer des Ansprechens.

Die Patientendemographie und Krankheitsmerkmale zu Studienbeginn waren zwischen den beiden

Behandlungsarmen gut ausgewogen: Das mediane Alter der Patienten betrug 66 Jahre, 74% waren

Männer, 66% waren Kaukasier und 32% Asiaten, 69% der Patienten hatten ein für MCL positives

Knochenmarkaspirat und/oder eine positive Knochenmarkbiopsie, 54% der Patienten hatten einen

IPI-Score (International Prognostic Index) von ≥ 3 und 76% eine Erkrankung im Stadium IV. Die

Behandlungsdauer (median = 17 Wochen) und Dauer der Nachbeobachtung (median = 40 Monate)waren in beiden Behandlungsarmen vergleichbar. In beiden Behandlungsarmen erhielten die Patientenim Median 6 Zyklen, wobei 14% der Patienten in der BR-CAP-Gruppe und 17% der Patienten in der

R-CHOP-Gruppe 2 zusätzliche Zyklen erhielten. Die Mehrzahl der Patienten in beiden Gruppenschloss die Behandlung ab, 80% in der BR-CAP-Gruppe und 82% in der R-CHOP-Gruppe. Die

Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 16 aufgeführt:

Tabelle 16: Ergebnisse zur Wirksamkeit in der Studie LYM-3002

Wirksamkeitsendpunkt BR-CAP R-CHOPn: ITT Patienten 243 244

Progressionsfreies Überleben (IRC)a

Ereignisse n (%) 133 (54,7%) 165 (67,6%)

Medianc (95% CI) (Monate) 24,7 (19,8; 31,8) 14,4 (12; 16,9) HRb (95%

CI) = 0,63(0,50; 0,79)p-Wertd < 0,001

Ansprechraten: bezüglich Ansprechen 229 228auswertbare Patienten

Vollständiges Ansprechen 122 (53,3%) 95 (41,7%) ORe (95%gesamt (CR+CRu)f n(%) CI) = 1,688(1,148; 2,481)p-Wertg = 0,007

Ansprechen gesamt 211 (92,1%) 204 (89,5%) ORe (95%(CR+CRu+PR)h n(%) CI) = 1,428(0,749; 2,722)p-Wertg = 0,275a Basierend auf der Beurteilung durch die unabhängige Prüfungskommission (Independent Review

Committee, IRC) (nur radiologische Daten).

b Die Hazard-Ratio-Schätzung basiert auf einem Cox-Modell, das nach IPI-Risiko und Krankheitsstadiumstratifiziert wurde. Eine Hazard Ratio < 1 zeigt einen Vorteil für BR-CAP an.

c Basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.d Basierend auf dem nach IPI-Risiko und Krankheitsstadium stratifizierten Log-Rank-Test.e Es wurde die Mantel-Haenszel-Schätzung der allgemeinen Odds Ratio stratifizierter Tabellen verwendetmit IPI-Risiko und Krankheitsstadium als Stratifizierungsfaktoren. Eine Odds Ratio (OR) > 1 zeigt einen

Vorteil für BR-CAP an.

f Umfasst jedes CR + CRu laut IRC, Knochenmark und LDH.g p-Wert aus dem Cochran-Mantel-Haenszel Chi-Quadrat-Test mit IPI und Krankheitsstadium als

Stratifizierungsfaktoren.h Umfasst jedes radiologische CR + CRu + PR laut IRC, unabhängig vom Nachweis durch Knochenmarkund LDH.

CR = vollständiges Ansprechen (Complete Response); Cru = unbestätigtes vollständiges Ansprechen (Complete

Response unconfirmed); PR = teilweises Ansprechen (Partial Response); CI = Konfidenzintervall; HR = Hazard

Ratio; OR = Odds Ratio; ITT = Intent-to-Treat

Das durch den Prüfarzt beurteilte mediane PFS war 30,7 Monate in der BR-CAP-Gruppe und16,1 Monate in der R-CHOP-Gruppe (Hazard Ratio [HR] = 0,51; p < 0,001). Ein statistischsignifikanter Vorteil (p < 0,001) zugunsten der BR-CAP-Behandlungsgruppe gegenüber der

R-CHOP-Gruppe wurde hinsichtlich TTP (median 30,5 versus 16,1 Monate), TNT (median44,5 versus 24,8 Monate) und TFI (median 40,6 versus 20,5 Monate) festgestellt. Die mediane Dauerdes vollständigen Ansprechens war 42,1 Monate in der BR-CAP-Gruppe im Vergleich zu 18 Monatenin der R-CHOP-Gruppe. Die Dauer des Gesamtansprechens war in der BR-CAP-Gruppe 21,4 Monatelänger (median 36,5 Monate versus 15,1 Monate in der R-CHOP-Gruppe). Die finale Analyse des OS,die nach einem medianen Follow-up von 82 Monaten durchgeführt wurde, zeigte ein medianes OSvon 90,7 Monaten in der VcR-CAP-Gruppe im Vergleich zu 55,7 Monaten in der R-CHOP-Gruppe(HR = 0,66; p = 0,001). Die beobachtete finale mediane Differenz beim OS zwischen den beiden

Behandlungsgruppen betrug 35 Monate.

Patienten mit vorbehandelter Leichtketten (AL) Amyloidose

Um die Sicherheit und Wirksamkeit von Bortezomib bei Patienten mit vorbehandelter Leichtketten(AL) Amyloidose zu untersuchen, wurde eine offene, nicht-randomisierte Phase-I/II-Studiedurchgeführt. Während der Studie traten keine neuen Bedenken hinsichtlich der Sicherheit auf undinsbesondere verschlechterte Bortezomib die Schädigung der Zielorgane (Herz, Nieren und Leber)nicht. In einer explorativen Wirksamkeitsanalyse bei 49 evaluierbaren Patienten, die mit erlaubten

Maximaldosen von 1,6 mg/m2 wöchentlich bzw. mit 1,3 mg/m2 zweimal wöchentlich behandeltwurden, wurde, gemessen am hämatologischen Ansprechen (M-Protein), eine Ansprechrate von67,3% (einschließlich einer 28,6%igen CR-Rate) berichtet. Für diese Dosis-Kohorten betrug diekombinierte 1-Jahresüberlebensrate 88,1%.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Bortezomib eine Freistellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei multiplem Myelom undbei Mantelzell-Lymphom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei

Kindern und Jugendlichen).

Zur Bewertung der Aktivität von Bortezomib zusätzlich zu einer Polychemotherapie als Re-Induktionbei pädiatrischen und jungen erwachsenen Patienten mit malignen Lymphomen (prä-B-Zell akutelymphoblastische Leukämie [ALL], T-Zell ALL und T-Zell lymphoblastisches Lymphom [LL]) wurdevon der Children’s Oncology Group eine einarmige Phase-II-Aktivitäts-, Sicherheits- und

Pharmakokinetikstudie durchgeführt. Die wirksame Re-Induktion wurde mit einem

Polychemotherapieregime in 3 Blöcken angewendet. Bortezomib wurde nur in den Blöcken 1 und 2angewendet, um potentiell überlappende Toxizitäten durch gleichzeitig angewendete Arzneimittel in

Block 3 zu vermeiden.

Das vollständige Ansprechen (CR, Complete Response) wurde am Ende von Block 1 untersucht. Bei

Patienten mit B-Zell ALL mit einem Rezidiv innerhalb von 18 Monaten nach Diagnose (n = 7) war die

CR-Rate 67% (95% CI: 46; 84) und die 4-monatige ereignisfreie Überlebensrate war 44% (95% CI:26; 62). Bei Patienten mit B-ALL mit einem Rezidiv innerhalb von 18-36 Monaten nach Diagnose(n = 33) war die CR-Rate 79% (95% CI: 61; 91) und die 4-monatige ereignisfreie Überlebensrate war73% (95% CI: 54; 85). Die CR-Rate bei Patienten im ersten Rezidiv einer T-Zell ALL (n = 22) war68% (95% CI: 45; 86 ) und die 4-monatige ereignisfreie Überlebensrate war 67% (95% CI: 42; 83).

Die berichteten Daten zur Wirksamkeit werden als nicht eindeutig betrachtet (siehe Abschnitt 4.2).

Es wurden 140 Patienten mit ALL oder LL eingeschlossen und hinsichtlich der Sicherheit untersucht;das mediane Alter war 10 Jahre (Range 1-26 Jahre). Es wurden keine neuen Sicherheitsbedenkenbeobachtet, nachdem Bortezomib zusätzlich zu einer Standardchemotherapie (Backbone) zur Therapieeiner pädiatrischen prä-B Zell ALL angewendet wurde. Die folgenden Nebenwirkungen (Grad ≥ 3)wurden in dem Behandlungsregime zusammen mit Bortezomib mit einer höheren Inzidenz im

Vergleich zu einer historischen Kontrollstudie beobachtet, in der das Backbone-Regime alleineangewendet wurde: in Block 1: periphere sensorische Neuropathie (3% versus 0%); Ileus (2,1% versus0%); Hypoxie (8% versus 2%). Es liegen zu dieser Studie keine Informationen hinsichtlich möglicher

Folgeerkrankungen oder zu Rückbildungsraten peripherer Neuropathien vor. Es wurden auch höhere

Inzidenzen für Infektionen mit Grad ≥ 3 Neutropenie beobachtet (24% versus 19% im Block 1 und22% versus 11% im Block 2), erhöhte ALT (17% versus 8% im Block 2), Hypokaliämie (18% versus6% im Block 1 und 21% versus 12% im Block 2) und Hyponatriämie (12% versus 5% im Block 1 und4% versus 0 im Block 2).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach intravenöser Bolusgabe einer Dosis von 1,0 mg/m² und 1,3 mg/m² bei 11 Patienten mitmultiplem Myelom und einer Kreatinin Clearance von > 50 ml/min betrugen die mittleren maximalen

Erstdosis-Plasmakonzentrationen von Bortezomib 57 bzw. 112 ng/ml. Bei wiederholten Dosierungenreichten die maximal beobachteten Plasmakonzentrationen für die Dosis von 1,0 mg/m² von 67 bis106 ng/ml und für die Dosis von 1,3 mg/m² von 89 bis 120 ng/ml.

Nach intravöser Bolusgabe oder subkutaner Injektion einer Dosis von 1,3 mg/m² bei Patienten mitmultiplem Myelom (n = 14 in der intravenösen bzw. n = 17 in der subkutanen Behandlungsgruppe)war die systemische Gesamtexposition nach wiederholter Dosisgabe für die subkutane und intravenöse

Anwendung equivalent (AUClast). Die Cmax war nach subkutaner Gabe (20,4 ng/ml) geringer als beiintravenöser Gabe (223 ng/ml). Das Verhältnis des geometrischen Mittels der AUClast betrug 0,99 unddas 90%ige Konfidenzintervall lag zwischen 80,18% und 122,80%.

Verteilung

Nach intravenöser Gabe einer Einzel- oder Wiederholungsdosis von 1,0 mg/m² oder 1,3 mg/m² reichtedas mittlere Verteilungsvolumen (Vd) von Bortezomib bei Patienten mit multiplem Myelom von1,659 l bis zu 3,294 l. Das deutet darauf hin, dass sich Bortezomib im peripheren Gewebe breitverteilt. In einem Bortezomib-Konzentrationsbereich von 0,01 bis 1,0 μg/ml betrug die mittlere

Proteinbindung in menschlichem Plasma in vitro 82,9%. Die Fraktion von Bortezomib, die an

Plasmaproteine gebunden wurde, war nicht konzentrationsabhängig.

Biotransformation

In vitro Studien mit humanen Lebermikrosomen und humanen cDNA-exprimierten Cytochrom P450

Isoenzymen zeigen, dass Bortezomib vorwiegend oxidativ über die Cytochrom P450 Enzyme 3A4,2C19 und 1A2 metabolisiert wird. Der Hauptweg der Metabolisierung ist die Deboronierung zu zweideboronierten Metaboliten, die anschließend zu verschiedenen Metaboliten hydroxyliert werden.

Deboronierte Bortezomib-Metabolite sind als 26S Proteasom-Inhibitoren inaktiv.

Elimination

Die mittlere Eliminationshalbwertzeit (t1/2) von Bortezomib nach Mehrfachdosierung reichte von40 - 193 Stunden. Bortezomib wird nach der ersten Dosis im Vergleich zu wiederholten Dosenschneller eliminiert. Nach der ersten Dosis von 1,0 mg/m² bzw. 1,3 mg/m² betrugen die mittlerentotalen Körper-Clearances 102 bzw. 112 l/h und reichten nach wiederholten Dosen von 1,0 mg/m²bzw. 1,3 mg/m² von 15 bis 32 l/h bzw. von 18 bis 32 l/h.

Spezielle Patientengruppen
Leberfunktionsstörung

Der Einfluss einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Bortezomib wurde mit

Bortezomib-Dosen zwischen 0,5 mg/m2 und 1,3 mg/m2 in einer Phase-I-Studie während des ersten

Behandlungszyklus an 61 Patienten mit vorwiegend soliden Tumoren und unterschiedlichen Gradeneiner Leberfunktionsstörung untersucht.

Verglichen mit Patienten mit normaler Leberfunktion veränderte eine leichte Leberfunktionsstörungnicht die Dosis-normalisierte AUC von Bortezomib. Jedoch waren die Dosis-normalisierten mittleren

AUC-Werte bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung um ungefähr 60% erhöht.

Bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung wird eine reduzierte Anfangsdosisempfohlen. Diese Patienten sollen engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2, Tabelle 6).

Nierenfunktionsstörung

Eine Pharmakokinetikstudie wurde mit Patienten mit verschiedenen Graden einer

Nierenfunktionsstörung, die entsprechend ihrer Kreatinin-Clearance-Werte (CrCl) in die folgenden

Gruppen eingestuft wurden, durchgeführt: Normal (CrCl ≥ 60 ml/min/1,73 m2, n = 12), leicht(CrCl = 40 - 59 ml/min/1,73 m2, n = 10), mäßig (CrCl = 20 - 39 ml/min/1,73 m2, n = 9) und schwer(CrCl < 20 ml/min/1,73 m2, n = 3). In die Studie war auch eine Gruppe von Dialysepatienten (n = 8)eingeschlossen, die die Dosis erst nach der Dialyse bekamen. Den Patienten wurden zweimalwöchentlich Bortezomib-Dosen von 0,7 bis 1,3 mg/m2 intravenös gegeben. Die Exposition von

Bortezomib (Dosis-normalisierte AUC und Cmax) war in allen Gruppen vergleichbar (siehe Abschnitt4.2).

Alter

Die Pharmakokinetik von Bortezomib wurde bei 104 pädiatrischen Patienten (2 - 16 Jahre alt) mitakuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) oder akuter myeloischer Leukämie (AML) nach zweimalwöchentlicher Anwendung von 1,3 mg/m2 als intravenöse Bolusinjektion bestimmt. Basierend aufeiner populationspharmakokinetischen Analyse steigt die Clearance von Bortezomib mit zunehmender

Körperoberfläche (KOF). Das geometrische Mittel (% CV) der Clearance war 7,79 (25%) l/h/m2, das

Verteilungsvolumen im Steady-State war 834 (39%) l/m2 und die Eliminationshalbwertszeit war100 (44%) Stunden. Nach Korrektur des KOF-Effektes hatten andere Demographien wie zum Beispiel

Alter, Körpergewicht und Geschlecht keinen klinisch signifikanten Einfluss auf die Clearance von

Bortezomib. Die KOF-normalisierte Clearance von Bortezomib bei pädiatrischen Patienten warähnlich zu der bei Erwachsenen.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

In den in vitro durchgeführten Chromosomenaberrations-Tests unter Verwendung von Chinese

Hamster Ovary (CHO) Zellen wurde bei einer Bortezomib-Dosis von nur 3,125 μg/ml (die niedrigsteuntersuchte Dosis) ein positives Resultat für klastogene Aktivität (strukturelle

Chromosomenaberrationen) gesehen. Bortezomib war im in vitro Mutagenitätstest (Ames-Test) undim in vivo Micronucleus-Test an Mäusen nicht genotoxisch.

Studien zur Entwicklungstoxizität an Ratten und Kaninchen zeigten eine embryo-fötale Letalität beimaternal toxischen Dosen, aber keine direkte embryo-fötale Toxizität unterhalb der Dosen, die für die

Mutter toxisch waren. Fertilitäts-Studien wurden nicht durchgeführt, aber eine Evaluierung vonreproduktivem Gewebe wurde im Rahmen der allgemeinen Toxizitätstests durchgeführt. In der6-monatigen Rattenstudie wurden degenerative Wirkungen sowohl in den Testes als auch in den

Ovarien beobachtet. Es ist daher wahrscheinlich, dass Bortezomib eine potentielle Wirkung auf diemännliche oder die weibliche Fertilität haben könnte. Peri- und postnatale Entwicklungsstudienwurden nicht durchgeführt.

In multizyklischen allgemeinen Toxizitätsstudien, die an Ratten und Affen durchgeführt wurden,gehörten zu den Hauptzielorganen der Gastrointestinaltrakt (dies führte zu Erbrechen und/oder

Diarrhö), sowie die hämatopoetischen und lymphatischen Gewebe (dies führte zu Zytopenien imperipheren Blut, Atrophie des lymphatischen Gewebes und Zellarmut des hämatopoetischen

Knochenmarks). Weiterhin wurden periphere Neuropathien unter Beteiligung der sensorischen

Nervenaxone (in Affen, Mäusen und Hunden beobachtet) sowie leichte Veränderungen der Nierengesehen. Alle diese Zielorgane zeigten nach Beendigung der Behandlung eine partielle bisvollständige Regeneration.

Basierend auf Tiermodellen erscheint die Penetration von Bortezomib durch die Blut-Hirn-Schrankebegrenzt. Die Bedeutung für den Menschen ist unbekannt.

Pharmakologische Studien über die kardiovaskuläre Sicherheit bei Affen und Hunden zeigen, dassintravenöse Dosen, die annähernd 2- bis 3-mal höher als die empfohlene Dosis bezogen auf mg/m2sind, in Zusammenhang mit einem Anstieg der Herzfrequenz, Abnahme der Kontraktilität, Hypotonieund Tod stehen. Bei Hunden sprachen die verminderte kardiale Kontraktilität und die Hypotonie aufdie Akutintervention mit positiv inotropen und blutdrucksteigernden Substanzen an. Außerdem wurdebei Studien an Hunden ein leichter Anstieg im korrigierten QT-Intervall beobachtet.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mannitol (E421)

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche3 Jahre.

Gebrauchsfertige Lösung

Die gebrauchsfertige Lösung muss unverzüglich nach der Zubereitung verwendet werden. Wenn sienicht unverzüglich eingesetzt wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der

Aufbewahrung vor der Anwendung verantwortlich. Die chemische und physikalische Stabilität dergebrauchsfertigen Lösung wurde für 8 Stunden bei 5°C und 25°C in der Originaldurchstechflascheund/oder einer Spritze belegt. Vor der Anwendung darf die gesamte Aufbewahrungsdauer für dasgebrauchsfertige Arzneimittel einen Zeitraum von 8 Stunden nicht überschreiten.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

5 ml Durchstechflasche aus silikonisiertem Glas, Typ I, mit einem Gummistopfen und einer

Aluminiumversiegelung; sie enthält 1 mg Bortezomib.

10 ml Durchstechflasche aus Glas, Typ I, mit einem Gummistopfen und einem

Aluminiumversiegelung; sie enthält 2,5 mg, 3 mg oder 3,5 mg Bortezomib.

Jede Packung enthält 1 Durchstechflasche.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung
Allgemeine Vorsichtsmaßnahmen

Bortezomib ist eine zytotoxische Substanz. Daher sollten die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmenwährend der Handhabung und Zubereitung von Bortezomib Hospira eingehalten werden. Es wirdempfohlen Handschuhe und andere Schutzkleidung zu verwenden, um Hautkontakt zu vermeiden.

Während der gesamten Handhabung von Bortezomib Hospira müssen aseptische Bedingungen strengeingehalten werden, da Bortezomib Hospira keine Konservierungsstoffe enthält.

Nach unbeabsichtigter intrathekaler Anwendung von Bortezomib Hospira traten Fälle mit letalem

Ausgang auf. Bortezomib Hospira ist zur intravenösen oder subkutanen Anwendung bestimmt.

Bortezomib Hospira darf nicht intrathekal angewendet werden.

Anleitung für die Zubereitung

Bortezomib Hospira muss von medizinischem Fachpersonal zubereitet werden.

Intravenöse Injektion

Bortezomib Hospira 1 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede 5 ml Durchstechflasche Bortezomib Hospira 1 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösungmuss mit 1 ml einer 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung für Injektionszwecke unter Verwendung einer

Spritze mit entsprechender Größe vorsichtig zubereitet werden, ohne dabei den Stopfen der

Durchstechflasche zu entfernen. Eine vollständige Auflösung des gefriergetrockneten Pulvers erfolgtin weniger als 2 Minuten.

Nach der Zubereitung enthält jeder ml Lösung 1 mg Bortezomib. Die zubereitete Lösung ist klar undfarblos mit einem endgültigen pH-Wert von 4 bis 7. Die zubereitete Lösung muss vor der Anwendungvisuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüft werden. Bei Vorliegen einer Verfärbung odervon Schwebstoffen muss die zubereitete Lösung verworfen werden.

Bortezomib Hospira 2,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede 10 ml Durchstechflasche Bortezomib Hospira 2,5 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung muss mit 2,5 ml einer 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung für Injektionszwecke unter

Verwendung einer Spritze mit entsprechender Größe vorsichtig zubereitet werden, ohne dabei den

Stopfen der Durchstechflasche zu entfernen. Eine vollständige Auflösung des gefriergetrockneten

Pulvers erfolgt in weniger als 2 Minuten.

Nach der Zubereitung enthält jeder ml Lösung 1 mg Bortezomib. Die zubereitete Lösung ist klar undfarblos mit einem endgültigen pH-Wert von 4 bis 7. Die zubereitete Lösung muss vor der Anwendungvisuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüft werden. Bei Vorliegen einer Verfärbung odervon Schwebstoffen muss die zubereitete Lösung verworfen werden.

Bortezomib Hospira 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede 10 ml Durchstechflasche Bortezomib Hospira 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösungmuss mit 3 ml einer 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung für Injektionszwecke unter Verwendung einer

Spritze mit entsprechender Größe vorsichtig zubereitet werden, ohne dabei den Stopfen der

Durchstechflasche zu entfernen. Eine vollständige Auflösung des gefriergetrockneten Pulvers erfolgtin weniger als 2 Minuten.

Nach der Zubereitung enthält jeder ml Lösung 1 mg Bortezomib. Die zubereitete Lösung ist klar undfarblos mit einem endgültigen pH-Wert von 4 bis 7. Die zubereitete Lösung muss vor der Anwendungvisuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüft werden. Bei Vorliegen einer Verfärbung odervon Schwebstoffen muss die zubereitete Lösung verworfen werden.

Bortezomib Hospira 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede 10 ml Durchstechflasche Bortezomib Hospira 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung muss mit 3,5 ml einer 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung für Injektionszwecke unter

Verwendung einer Spritze mit entsprechender Größe vorsichtig zubereitet werden, ohne dabei den

Stopfen der Durchstechflasche zu entfernen. Eine vollständige Auflösung des gefriergetrockneten

Pulvers erfolgt in weniger als 2 Minuten.

Nach der Zubereitung enthält jeder ml Lösung 1 mg Bortezomib. Die zubereitete Lösung ist klar undfarblos mit einem endgültigen pH-Wert von 4 bis 7. Die zubereitete Lösung muss vor der Anwendungvisuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüft werden. Bei Vorliegen einer Verfärbung odervon Schwebstoffen muss die zubereitete Lösung verworfen werden.

Subkutane Injektion

Bortezomib Hospira 1 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede 5 ml Durchstechflasche Bortezomib Hospira 1 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösungmuss mit 0,4 ml einer 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung für Injektionszwecke unter Verwendung einer

Spritze mit entsprechender Größe vorsichtig zubereitet werden, ohne dabei den Stopfen der

Durchstechflasche zu entfernen. Eine vollständige Auflösung des gefriergetrockneten Pulvers erfolgtin weniger als 2 Minuten.

Nach der Zubereitung enthält jeder ml Lösung 2,5 mg Bortezomib. Die zubereitete Lösung ist klar undfarblos mit einem endgültigen pH-Wert von 4 bis 7. Die zubereitete Lösung muss vor der Anwendungvisuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüft werden. Bei Vorliegen einer Verfärbung odervon Schwebstoffen muss die zubereitete Lösung verworfen werden.

Bortezomib Hospira 2,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede 10 ml Durchstechflasche Bortezomib Hospira 2,5 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung muss mit 1 ml einer 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung für Injektionszwecke unter

Verwendung einer Spritze mit entsprechender Größe vorsichtig zubereitet werden, ohne dabei den

Stopfen der Durchstechflasche zu entfernen. Eine vollständige Auflösung des gefriergetrockneten

Pulvers erfolgt in weniger als 2 Minuten.

Nach der Zubereitung enthält jeder ml Lösung 2,5 mg Bortezomib. Die zubereitete Lösung ist klar undfarblos mit einem endgültigen pH-Wert von 4 bis 7. Die zubereitete Lösung muss vor der Anwendungvisuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüft werden. Bei Vorliegen einer Verfärbung odervon Schwebstoffen muss die zubereitete Lösung verworfen werden.

Bortezomib Hospira 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede 10 ml Durchstechflasche Bortezomib Hospira 3 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösungmuss mit 1,2 ml einer 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung für Injektionszwecke unter Verwendung einer

Spritze mit entsprechender Größe vorsichtig zubereitet werden, ohne dabei den Stopfen der

Durchstechflasche zu entfernen. Eine vollständige Auflösung des gefriergetrockneten Pulvers erfolgtin weniger als 2 Minuten.

Nach der Zubereitung enthält jeder ml Lösung 2,5 mg Bortezomib. Die zubereitete Lösung ist klar undfarblos mit einem endgültigen pH-Wert von 4 bis 7. Die zubereitete Lösung muss vor der Anwendungvisuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüft werden. Bei Vorliegen einer Verfärbung odervon Schwebstoffen muss die zubereitete Lösung verworfen werden.

Bortezomib Hospira 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede 10 ml Durchstechflasche Bortezomib Hospira 3,5 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung muss mit 1,4 ml einer 9 mg/ml (0,9%) Kochsalzlösung für Injektionszwecke unter

Verwendung einer Spritze mit entsprechender Größe vorsichtig zubereitet werden, ohne dabei den

Stopfen der Durchstechflasche zu entfernen. Eine vollständige Auflösung des gefriergetrockneten

Pulvers erfolgt in weniger als 2 Minuten.

Nach der Zubereitung enthält jeder ml Lösung 2,5 mg Bortezomib. Die zubereitete Lösung ist klar undfarblos mit einem endgültigen pH-Wert von 4 bis 7. Die zubereitete Lösung muss vor der Anwendungvisuell auf Schwebstoffe und Verfärbungen überprüft werden. Bei Vorliegen einer Verfärbung odervon Schwebstoffen muss die zubereitete Lösung verworfen werden.

Entsorgung

Bortezomib Hospira ist nur zur einmaligen Anwendung bestimmt. Nicht verwendetes Arzneimitteloder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Pfizer Europe MA EEIG

Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel

Belgien

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/16/1114/001

EU/1/16/1114/002

EU/1/16/1114/003

EU/1/16/1114/004

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 25. Juli 2016

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28. April 2021

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.