Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels BESREMI 250mcg / 0.5ml injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Besremi 250 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Besremi 500 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Besremi 250 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Jeder Fertigpen mit 0,5 ml Lösung enthält 250 Mikrogramm Ropeginterferon alfa-2b, auf Proteinbasisberechnet, entsprechend 500 Mikrogramm/ml.
Besremi 500 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Jeder Fertigpen mit 0,5 ml Lösung enthält 500 Mikrogramm Ropeginterferon alfa-2b, auf Proteinbasisberechnet, entsprechend 1.000 Mikrogramm/ml.
Die Stärke gibt die Menge der Interferon-alpha-2b-Komponente von Ropeginterferon alfa-2b an, ohnedie Pegylierung zu berücksichtigen.
Ropeginterferon alfa-2b ist ein kovalentes Konjugat des Proteins Interferon alpha-2b, das mittelsrekombinanter DNA-Technologie in Escherichia coli hergestellt wird. Ein Teil des Konjugats ist
Methoxypolyethylenglycol (mPEG).
Die Wirksamkeit dieses Arzneimittels ist nicht mit der anderer pegylierter oder nicht pegylierter
Proteine derselben therapeutischen Klasse vergleichbar (siehe Abschnitt 5.1).
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJeder Fertigpen enthält 10 mg Benzylalkohol pro ml.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung im Fertigpen (Injektion).
Klare, farblose bis hellgelbe Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Besremi ist als Monotherapie indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einer
Polycythaemia vera ohne symptomatische Splenomegalie.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte unter Aufsicht eines in der Behandlung der Polycythaemia vera erfahrenen
Arztes eingeleitet werden.
DosierungTitrationsphase
Die Dosis wird individuell gesteigert, wobei die empfohlene Anfangsdosis 100 Mikrogramm (bzw.50 Mikrogramm bei Patienten unter einer anderen zytoreduktiven Therapie) beträgt. Die Dosis sollteschrittweise alle zwei Wochen um 50 Mikrogramm erhöht werden (parallel sollte, soweit möglich, dieschrittweise Reduktion der anderen zytoreduktiven Therapie erfolgen), bis eine Stabilisierung derhämatologischen Parameter erzielt wird (Hämatokrit < 45 %, Thrombozyten < 400 x 109/l und
Leukozyten < 10 x 109/l). Die maximale empfohlene Einzeldosis beträgt 500 Mikrogramm alle zwei
Wochen. Eine Phlebotomie kann als Notfallmaßnahme zur Normalisierung der erhöhten Blutviskositäterforderlich werden
Erhaltungsphase
Die Dosis, mit der eine Stabilisierung der hämatologischen Parameter erzielt wurde, sollte fürmindestens 1,5 Jahre mit einem Anwendungsintervall von 2 Wochen beibehalten werden. Danachkann die Dosis angepasst und/oder das Intervall auf bis zu vier Wochen verlängert werden, je nachdemwas für den Patienten angemessen ist.
Sollten während der Therapie unerwünschte Ereignisse auftreten, sollte die Dosis reduziert oder die
Behandlung vorübergehend eingestellt werden, bis die unerwünschten Ereignisse abklingen. Die
Behandlung sollte dann mit einer Dosis fortgeführt werden, die niedriger ist als diejenige Dosis, die zuden unerwünschten Ereignissen führte.
Wenn ein Anstieg der hämatologischen Parameter (Hämatokrit, Thrombozyten, Leukozyten)festgestellt wird, muss die Dosis und/oder das Intervall individuell angepasst werden.
Besondere PatientengruppenLeberfunktionsstörungBei Patienten mit kompensierter Leberzirrhose (d.h. Child-Pugh A) hat sich ein anderes Arzneimittelmit pegyliertem Interferon alfa (pegyliertes Interferon alfa-2a) als sicher erwiesen. Eine
Dosisanpassung von Ropeginterferon alfa-2b ist bei erwachsenen Patienten mit leichter
Leberfunktionsstörung nicht erforderlich.
Die Anwendung von Interferon alfa wurde bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose (d. h.
Child-Pugh B oder C) nicht untersucht und ist bei diesen Patienten kontraindiziert (siehe Abschnitt4.3).
Bei mit Ropeginterferon alfa-2b behandelten Patienten wurden erhöhte Leberenzymspiegelbeobachtet. Ist der Anstieg der Leberenzymspiegel progredient und anhaltend, muss die Dosisreduziert werden. Ist der Anstieg der Leberenzymspiegel trotz Dosisreduktion progredient und klinischsignifikant ist oder zeigen sich Hinweise auf eine Leberdekompensation, muss die Therapieabgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.4).
NiereninsuffizienzDas pharmakokinetische Profil anderer Arzneimittel mit Interferon-alfa (pegyliertes Interferon alfa-2aund pegyliertes Interferon alfa-2b) wurde bei Patienten mit Niereninsuffizienz untersucht (siehe
Abschnitt 5.2).
Eine Dosisanpassung von Ropeginterferon alfa-2b ist bei erwachsenen Patienten mit leichter (GFR60-89 ml/min) bis moderater (GFR 30-59 ml/min) Niereninsuffizienz nicht erforderlich.
Bei Patienten mit schwerer (GFR 15-29 ml/min) Niereninsuffizienz wird eine reduzierte Anfangsdosisvon 50 Mikrogramm empfohlen. Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (GFR < 15 ml/min)ist Ropeginterferon alfa-2b kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Ältere PatientenAnpassungen der empfohlenen Ropeginterferon alfa-2 Dosis sind bei Beginn einer Therapie älterer
Patienten nicht erforderlich(siehe Abschnitt 5.2).
Adipöse oder untergewichtige Patienten
Das pharmakokinetische Profil von Ropeginterferon alfa-2b wurde bei adipösen und untergewichtigen
Patienten nicht bestimmt. Eine Empfehlung zur Dosisanpassung von Ropeginterferon alfa-2b kann fürdiese Patienten somit nicht gegeben werden.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Besremi bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen. Esliegen keine Daten vor (siehe Abschnitt 4.4).
Art der AnwendungSubkutane Anwendung. Das Arzneimittel ist für die Langzeitbehandlung vorgesehen und kann voneinem Arzt, medizinischem Fachpersonal, einem Familienmitglied oder dem Patienten selbstverabreicht werden, wenn diese in der Anwendung von subkutanen Injektionen mit dem Fertigpengeschult wurden. Die Gebrauchsanweisungen in der Packungsbeilage müssen befolgt werden.
Als Injektionsstelle wird die Bauchhaut um den Bauchnabel herum (aber mit einem Abstand vonmindestens 5 cm vom Nabel) oder der Oberschenkel empfohlen. Es sollte nicht in einem Bereichinjiziert werden, in welchen die Haut gereizt, gerötet, eingeblutet, infiziert oder vernarbt ist. Der Penkann so eingestellt werden, dass Dosen in Intervallen von 50 Mikrogramm im Bereich von 50 bis 250
Mikrogramm oder 50 bis 500 Mikrogramm verabreicht werden.
4.3 Kontraindikationen
* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile
* Vorbestehende Schilddrüsenerkrankung, sofern sie nicht mit konventioneller Behandlungkontrolliert werden kann
* Bestehende oder in der Vorgeschichte aufgetretene schwere psychiatrische Störungen,insbesondere schwere Depression, Suizidgedanken oder Suizidversuch
* Schwere vorbestehende kardiovaskuläre Erkrankung, (d.h. unkontrollierte Hypertonie,kongestive Herzinsuffizienz (≥ NYHA-Klasse 2), schwerwiegende kardiale Arrhythmie,signifikante Koronararterienstenose, instabile Angina pectoris) oder Schlaganfall bzw.
Myokardinfarkt in der jüngsten Vergangenheit
* Vorgeschichte oder Bestehen einer Autoimmunerkrankung
* Immunsupprimierte Transplantatempfänger
* Kombination mit Telbivudin (siehe Abschnitt 4.5)
* Dekompensierte Leberzirrhose (Child-Pugh B oder C)
* Terminale Niereninsuffizienz (GFR < 15 ml/min)
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Dosistitrationsphase
Bei Einhaltung der empfohlenen Dosierung von Ropeginterferon alfa-2b in der Titrationsphase (siehe
Abschnitt 4.2) ist die Dauer bis zum Erreichen der individuellen Optimaldosis länger als bei
Hydroxycarbamid. In einer klinischen Studie zur Polycythaemia vera war das Ende der individuelle
Titrationsphase mit Ropeginterferon alfa-2b nach einer etwa 3,7-monatigen Behandlung erreicht, mit
Hydroxycarbamid dagegen bereits nach einer etwa 2,6-monatigen Behandlung. Bei Patienten, derenerhöhte Blutzellzahl zur Vermeidung von Thrombosen oder Blutungen rasch gesenkt werden muss,sind daher möglicherweise andere Arzneimittel (z. B. Hydroxycarbamid) vorzuziehen.
Während der Titrationsphase ist die Wirksamkeit in Bezug auf die durch die Grunderkrankungverursachten kardiovaskulären und thromboembolischen Risiken möglicherweise noch nichtvollständig vorhanden. Die Patienten müssen, insbesondere in der Titrationsphase, engmaschigüberwacht werden. Auch nach Erreichen der individuellen Optimaldosis sollten regelmäßige
Kontrollen des Blutbildes, einschließlich der Bestimmung von Hämatokrit, Leukozyten- und
Thrombozytenzahl, durchgeführt werden. Eine Phlebotomie kann als Notfallmaßnahme zur
Normalisierung der erhöhten Blutviskosität erforderlich werden.
Endokrines System
Vor Beginn einer Therapie mit Ropeginterferon alfa-2b muss jede Form einer vorbestehenden
Schilddrüsenerkrankung mit konventioneller Therapie behandelt und kontrolliert werden (siehe
Abschnitt 4.3). Patienten, die im Laufe der Therapie mit Ropeginterferon alfa-2b Symptomeentwickeln, die auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung hinweisen, sollten ihren TSH-Spiegel(Thyroidea-stimulierendes Hormon) bestimmen lassen. Wenn die TSH-Konzentrationen auf Werteinnerhalb des Normalbereiches gebracht werden können, kann die Therapie fortgesetzt werden.
In Zusammenhang mit anderen Arzneimitteln, die Interferon alfa enthalten, wurde die Entwicklungeines Diabetes mellitus festgestellt (siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit einem bestehenden Diabetesmellitus, die medikamentös nicht optimal eingestellt sind, sollten keine Therapie mit Ropeginterferonalfa-2b beginnen. Patienten, die diese Erkrankung im Laufe der Therapie entwickeln undmedikamentös nicht eingestellt werden können, sollten die Therapie mit Ropeginterferon alfa-2babbrechen.
Zentrales Nervensystem (ZNS)
Bei einigen Patienten wurden im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms während der
Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2b Wirkungen am ZNS, insbesondere Depressionen, festgestellt(siehe Abschnitt 4.8). Mit anderen Arzneimitteln, die Interferon-alfa enthalten, sind ebenfalls ZNS-
Wirkungen beobachtet worden, wie beispielsweise Suizidgedanken, versuchter Suizid, Aggression,bipolare Störung, Manie und Verwirrtheit. Patienten sollten engmaschig auf jegliche Symptomepsychiatrischer Störungen hin überwacht werden. Im Falle des Auftretens solcher Symptome sollte derbehandelnde Arzt eine geeignete Behandlung in Erwägung ziehen. Sollten die psychiatrischen
Symptome sich verschlimmern, wird empfohlen die Therapie mit Ropeginterferon alfa-2babzubrechen. Ropeginterferon alfa-2b darf bei bestehenden oder in der Vorgeschichte aufgetretenenschweren psychiatrischen Störungen, insbesondere schwerer Depression, Suizidgedanken oder
Suizidversuch nicht verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).
Kardiovaskuläres System
Kardiale Ereignisse, einschließlich Kardiomyopathie, Myokardinfarkt, Vorhofflimmern undischämische Herzkrankheit, wurden mit der Behandlung mit Interferon alfa in Verbindung gebracht(siehe Abschnitt 4.8). Patienten mit bestehenden oder in der Vorgeschichte aufgetretenenkardiovaskulären Erkrankungen sollten während der Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2bengmaschig überwacht werden. Dieses Arzneimittel ist kontraindiziert bei Patienten mit schwererkardiovaskulärer Vorerkrankung sowie bei Patienten, die kürzlich einen Schlaganfall oder
Myokardinfarkt erlitten haben (siehe Abschnitt 4.3).
Respiratorisches SystemAtemwegserkrankungen wie Lungeninfiltration, Pneumonitis, Pneumonie oder pulmonal-arterielle
Hypertonie wurden in seltenen Fällen bei Patienten unter Therapie mit Interferon alfa festgestellt(siehe Abschnitt 4.8). Patienten, bei denen respiratorische Symptome auftreten, sollten engmaschigüberwacht werden und die Therapie mit Ropeginterferon alfa-2b muss, falls erforderlich, abgebrochenwerden.
Visuelles System
Schwere Augenerkrankungen, wie Retinopathie, retinale Blutung, retinale Exsudate, Retinaablösungund arterieller oder venöser retinaler Gefäßverschluss, die zur Erblindung führen können, wurden inseltenen Fällen bei Patienten unter Therapie mit Interferon alfa beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Beiden Patienten sollten vor und während der Therapie mit Ropeginterferon alfa-2b
Augenuntersuchungen durchführt werden, insbesondere bei Patienten mit Retinopathie-assoziierter
Erkrankung, wie Diabetes mellitus oder Hypertonie. Bei jedem Patienten, der über eine
Verschlechterung oder einen Verlust seines Sehvermögens oder über sonstige Augensymptomeberichtet, sollte unverzüglich eine Augenuntersuchung durchgeführt werden. Bei Auftreten neuer oder
Verschlechterung bestehender Augenerkrankungen sollte ein Abbruch der Therapie mit
Ropeginterferon alfa-2b in Erwägung gezogen werden.
Akute Hypersensitivität
Bei anderen Arzneimitteln, die Interferon alfa enthalten, wurden in seltenen Fällen schwerwiegendeakute Hypersensitivitätsreaktionen (z. B. Urtikaria, Angioödem, Bronchokonstriktion, Anaphylaxie)festgestellt. In diesem Fall muss die Therapie mit Ropeginterferon alfa-2b abgesetzt und unverzüglicheine entsprechende medizinische Therapie eingeleitet werden. Bei vorübergehendem Hautausschlag isteine Unterbrechung der Behandlung nicht erforderlich.
LeberfunktionUnter Interferon-alfa-Therapie wurden hepatotoxische Wirkungen mit potenziell signifikanten
Anstiegen der Leberenzymspiegel beschrieben. Leberinsuffizienz bei Patienten mit Hepatitis-C-
Infektion wurde bei anderen Arzneimitteln, die Interferon alfa enthalten, berichtet (siehe Abschnitt4.8).
Bei mit Ropeginterferon alfa-2b behandelten Patienten wurden erhöhte Werte für ALT (≥ 3-facheroberer Normgrenzwert), AST (≥ 3-facher oberer Normgrenzwert), GGT (≥ 3-facher oberer
Normgrenzwert) und Bilirubin (> 2-facher oberer Normgrenzwert) beobachtet. Diese Anstiege warenin den meisten Fällen vorübergehend und traten im ersten Behandlungsjahr auf.
Leberfunktionsstörungen wurden bei Patienten nach einer Langzeittherapie mit Ropeginterferonalfa-2b berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Leberenzyme und Leberfunktion sollten daher bei Patientenunter Langzeittherapie mit Ropeginterferon alfa-2b regelmäßig kontrolliert werden. Die Behandlungmit Ropeginterferon alfa-2b muss abgebrochen werden, wenn trotz Dosisreduktion ein progredienterund klinisch signifikanter Anstieg der Leberenzymspiegel auftritt. Bei Patienten, bei denen währendder Behandlung Zeichen einer Leberdekompensation auftreten, muss Ropeginterferon alfa-2babgesetzt werden. Ropeginterferon alfa-2b ist bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhosekontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
Nierenfunktion
Die Nierenfunktion der Patienten sollte unabhängig von der Anfangsdosis oder dem Ausmaß einerbestehenden Nierenfunktionsstörung medizinisch überwacht werden. Wenn die Nierenfunktionwährend der Behandlung abnimmt, sollte Ropeginterferon alfa-2b abgesetzt werden. Ropeginterferonalfa-2b ist bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (siehe Abschnitt 4.3) kontraindiziert.
Zahn- und Zahnfleischerkrankungen
Zahn- und Zahnfleischerkrankungen, die zum Verlust der Zähne führen können, wurden bei anderen
Arzneimitteln mit Interferon alfa berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Zusätzlich könnte Mundtrockenheitwährend einer Langzeitbehandlung mit Ropeginterferon alfa-2b eine schädigende Wirkung auf Zähneund Mundschleimhaut haben. Patienten sollten ihre Zähne zweimal täglich gründlich putzen undregelmäßig zu zahnärztlichen Untersuchungen gehen.
HauterkrankungenDie Anwendung von Ropeginterferon alfa-2b ist mit dem Auftreten von Hauterkrankungen verbunden(Pruritus, Alopezie, Hautausschlag, Erythem, Psoriasis, Xerodermie, akneiforme Dermatitis,
Hyperkeratose, Hyperhydrose). Falls Hauterkrankungen neu auftreten oder sich verschlimmern, mussein Abbruch der Behandlung in Erwägung gezogen werden.
Sonstige BestandteileBesremi enthält Benzylalkohol.
Große Mengen sollten wegen des Risikos der Akkumulation und Toxizität ('metabolische Azidose“)nur mit Vorsicht und wenn absolut nötig angewendet werden, insbesondere bei Personen miteingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion.
Besremi enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro ml, d.h. es ist nahezu 'natriumfrei'.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wird angenommen, dass Enzyme des Proteinkatabolismus in den Metabolismus von
Ropeginterferon alfa-2b involviert sind. Inwieweit Transportproteine an der Resorption, Verteilungund Elimination von Ropeginterferon alfa-2b beteiligt sind, ist unbekannt. Interferon alfa beeinflussterwiesenermaßen die Aktivität der Cytochrom P450 (CYP) Isoenzyme CYP1A2 und CYP2D6.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit Ropeginterferon alfa-2bdurchgeführt.
Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die Interferon alfa enthalten
Die begleitende Anwendung von pegyliertem Interferon alfa-2a mit Telbivudin bei Patienten mit
Hepatitis B erhöhte das Risiko des Auftretens von peripheren Neuropathien. Eine
Kombinationstherapie mit Telbivudin und Ropeginterferon alfa-2b ist kontraindiziert (siehe Abschnitt4.3).
Die Verabreichung von 180 Mikrogramm von pegyliertem Interferon alfa-2a einmal wöchentlich über4 Wochen an gesunde männliche Probanden zeigte keine Wirkung auf die pharmakokinetischen
Profile von Mephenytoin, Dapson, Debrisoquin und Tolbutamid. Diese Ergebnisse deuten darauf hin,dass pegyliertes Interferon alfa-2a keine Wirkung auf die metabolische In-vivo-Aktivität der
Cytochrom P450 (CYP) Isoenzyme 3A4, 2C9, 2C19 und 2D6 hat. In derselben Studie wurde ein25 %iger Anstieg der AUC von Theophyllin (CYP1A2-Substrat) festgestellt. Dies zeigt, dasspegyliertes Interferon alfa-2a ein Hemmer der CYP1A2-Aktivität ist.
Die begleitende Anwendung von pegyliertem Interferon alfa-2b führte zu keiner signifikanten
Wechselwirkung mit Tolbutamid (CYP2C9-Substrat), Midazolam (CYP3A4-Substrat) oder Dapson(Substrat der N-Acetyltransferase) und erhöhte moderat die Exposition mit Koffein (CYP1A2-
Substrat) und Desipramin (CYP2D6-Substrat).
Daher ist bei begleitender Anwendung von Ropeginterferon alfa-2b zusammen mit CYP1A2-
Substraten Vorsicht geboten, insbesondere mit solchen, die eine enge therapeutische Breite aufweisen,wie Theophyllin oder Methadon. Ebenso ist Vorsicht geboten bei der Kombination von CYP2D6-
Substraten (z. B. Vortioxetin, Risperidon) mit Ropeginterferon alfa-2b. Ropeginterferon alfa-2b kanndie Aktivität von CYP1A2 und CYP2D6 hemmen und daher die Konzentration dieser Arzneimittel im
Blut erhöhen.
Dosisanpassungen für Ropeginterferon alfa-2b sollten bei begleitender Anwendung von Arzneimitteln,die über CYP2C9/19, CYP3A4 oder mittels N-Acetyltransferase metabolisiert werden, nichterforderlich sein.
Vorsicht ist geboten bei der Gabe von Ropeginterferon alfa-2b in Kombination mit anderen potenziellmyelosuppressiven/chemotherapeutischen Wirkstoffen.
Narkotika, Hypnotika oder Sedativa müssen bei begleitender Anwendung von Ropeginterferon alfa-2bmit Vorsicht angewendet werden.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeptiva bei Frauen
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2b einezuverlässige Verhütungsmethode verwenden, sofern mit dem Arzt nicht anderweitig besprochen.
SchwangerschaftEs liegen keine oder nur begrenzte Daten über die Anwendung von Interferon alfa bei schwangeren
Frauen vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Weil Ropeginterferon alfa-2b die gleiche Wirkung haben könnte, wird Besremi während der
Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Verhütungsmittel anwenden, nichtempfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob ropeginterferon alfa-2b in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für das
Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss eine Entscheidung darüber getroffenwerden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob die Behandlung mit Besremi abgebrochen bzw. aufdiese verzichtet werden soll. Dabei ist sowohl der Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzender Therapie für die Frau zu berücksichtigen.
FertilitätEs liegen keine Daten über die Wirkung von Ropeginterferon alfa-2b auf die Fertilität von Frauen oder
Männern vor.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenBesremi hat geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Patienten, bei denen während der Therapie mit Besremi Schwindel, Somnolenz oder
Halluzinationen (siehe Abschnitt 4.8) auftreten, dürfen nicht Auto fahren und keine Maschinenbedienen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten unerwünschten Wirkungen sind Leukopenie (19,1 %), Thrombozytopenie (18,5 %),
Arthralgie (12,9 %), Fatigue (12,4 %), erhöhte Gamma-Glutamyltransferase (11,2 %), grippeähnliche
Erkrankung (10,7 %), Myalgie (10,7 %), Pyrexie (8,4 %), Pruritus (8,4 %), erhöhte
Alaninaminotransferase (8,4 %), Anämie (7,9 %), Schmerzen in den Extremitäten (6,7 %), Alopezie(6,7 %), Neutropenie (6,7 %), erhöhte Aspartataminotransferase (6,2 %), Kopfschmerzen (6,2 %),
Diarrhö (5,6 %), Schüttelfrost (5,1 %), Schwindel (5,1 %) und Reaktion an der Injektionsstelle(5,1 %).
Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen sind Depression (1,1 %), Vorhofflimmern (1,1 %) undakute Stressstörung (0,6 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenFolgende behandlungsbedingte unerwünschte Wirkungen wurden in klinischen Studien zu
Ropeginterferon alfa-2b mit 178 erwachsenen Patienten mit Polycythaemia vera berichtet.
Unerwünschte Wirkungen werden nach Systemorganklasse und Häufigkeit geordnet aufgeführt: sehrhäufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000,< 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000) oder unbekannte Häufigkeit (auf Grundlage der verfügbaren Datennicht abschätzbar).
Systemorganklasse Häufigkeit Unerwünschte Wirkung
Infektionen und häufig Atemwegsinfektion, Rhinitis, Pilzinfektion der Hautparasitäre gelegentlich Oraler Herpes, Herpes zoster, orale Candidiasis,
Erkrankungen Sinusitis, ösophageale Candidiasis, vulvovaginale
Mykose, Hordeolum, Onychomykose
Erkrankungen des sehr häufig Leukopenie, Thrombozytopenie
Blutes und des häufig Panzytopenie, Neutropenie, Anämie
Lymphsystems
Erkrankungen des gelegentlich Morbus Basedow, Sarkoidose#
Immunsystems sehr selten idiopathische oder thrombotische thrombozytopenische
Purpura#unbekannte Vogt-Koyanagi-Harada-Erkrankung#, akute
Häufigkeit Überempfindlichkeitsreaktionen#**
Endokrine häufig Hypothyreose, Hyperthyreose, Thyroiditis
Erkrankungen gelegentlich Diabetes mellitus#
Stoffwechsel- und häufig Hypertriglyzeridämie, verminderter Appetit
Ernährungsstörungen
Psychiatrische häufig Depression, Aggression#, Insomnie, Angststörung,
Erkrankungen veränderte Stimmung, Stimmungsschwankungen,
Antriebslosigkeitgelegentlich Suizidversuch#, Suizidgedanken#, Zustand der
Verwirrtheit#, akute Belastungsstörung, Halluzinationen,emotionale Belastung, Nervosität, Apathie, Albträume,
Reizbarkeitselten bipolare Störung#, Manie#
Erkrankungen des häufig Kopfschmerzen, Schwindel, Hypästhesie, Somnolenz,
Nervensystems Parästhesiegelegentlich Polyneuropathie, periphere motorische Neuropathie,
Radikulopathie, Migräne, Veränderung des geistigen
Zustands, Tremor, Aura
Augenerkrankungen häufig trockenes Augegelegentlich retinale Blutungen#, retinale Exsudate#, Sehstörungen,reduzierte Sehkraft, verschwommenes Sehen,
Augenbeschwerden, Ekzem am Augenlidselten Retinopathie#, Optikusneuropathie#, arterieller retinaler
Gefäßverschluss #, venöser retinaler Gefäßverschluss#sehr selten Erblindung#unbekannte Retinaablösung#
Häufigkeit
Erkrankungen des gelegentlich Taubheit, Tinnitus, Vertigo
Ohrs und des
Labyrinths
Herzerkrankungen häufig Vorhofflimmerngelegentlich Myokardinfarkt#, atrioventrikulärer Block, intrakardialer
Thrombus, Aortenklappeninsuffizienz, kardiovaskuläre
Störungselten Kardiomyopathie#, Angina pectoris#sehr selten myokardiale Ischämie#
Gefäßerkrankungen häufig Mikroangiopathiegelegentlich Raynaud-Phänomen, Hypertonie, Hämatom,
Wärmegefühl
Erkrankungen der häufig Dyspnoe
Atemwege, des gelegentlich Pneumonitis, Husten, Epistaxis, Reizung im Hals
Brustraums und
Mediastinums sehr selten Lungeninfiltration#unbekannte Lungenfibrose#, Pneumonie#, pulmonal-arterielle
Häufigkeit Hypertonie#*
Erkrankungen des häufig Diarrhö, Übelkeit, Abdominalschmerzen, Obstipation,
Gastrointestinaltrakts abdominale Distension, Mundtrockenheitgelegentlich Gastritis, Erkrankung der Abdominalwand, Flatulenz,häufige Darmentleerungen, Odynophagie,
Zahnfleischblutenunbekannte Zahnerkrankung#, Zahnfleischerkrankung#
Häufigkeit
Leber- und sehr häufig erhöhte Gamma-Glutamyltransferase
Gallenerkrankungen häufig Lebererkrankung, erhöhte Alaninaminotransferase,erhöhte Aspartataminotransferase, alkalische
Phosphatase im Blut erhöhtgelegentlich Hepatotoxizität, toxische Hepatitis, Hepatomegalieselten Leberinsuffizienz#
Erkrankungen der häufig Pruritus, Alopezie, Hautausschlag, Erythem, Psoriasis,
Haut und des Xerodermie, akneiforme Dermatitis, Hyperkeratose,
Unterhautzellgewebes Hyperhidrose, trockene Hautgelegentlich Photosensibilitätsreaktion, Exfoliation der Haut, Nagel-
Dystrophieunbekannte Depigmentierung der Haut#
Häufigkeit
Skelettmuskulatur-, sehr häufig Arthralgie, Myalgie
Bindegewebs- und häufig Sjögren-Syndrom, Arthritis, Schmerzen in Extremitäten,
Knochenerkrankungen Muskel-Skelett-Schmerzen, Knochenschmerzen,
Muskelspasmengelegentlich Muskelschwäche, Nackenschmerzen, Schmerzen in der
Leistengegend
Erkrankungen der gelegentlich hämorrhagische Zystitis, Dysurie, imperativer
Nieren und Harnwege Harndrang, Harnverhalt
Erkrankungen der gelegentlich erektile Dysfunktion, Hämatospermie
Geschlechtsorganeund der Brustdrüse
Allgemeine sehr häufig grippale Erkrankung, Fatigue
Erkrankungen und häufig Pyrexie, Reaktion an der Injektionsstelle, Asthenie,
Beschwerden am Schüttelfrost, Verschlechterung des allgemeinen
Verabreichungsort körperlichen Gesundheitszustands, Erythem an der
Injektionsstellegelegentlich Schmerzen an der Injektionsstelle, Pruritus an der
Injektionsstelle, Wetterfühligkeitunbekannte Hyperpigmentierung der Zunge#
Häufigkeit:
Untersuchungen häufig Schilddrüsen-Antikörper positiv, Thyroidea-stimulierendes Hormon (TSH) im Blut erhöht, erhöhte
Körpertemperatur, antinukleäre Antikörper positiv,
Lactatdehydrogenase im Blut erhöhtgelegentlich Thrombozytenzahl erhöht, Harnsäure im Blut erhöht,positiver Coombs-Test, Gewichtsabnahme#Berichtet als Nebenwirkung während der Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die Interferon alfa enthalten.
*Pflichtangabe für alle Arzneimittel, die Interferon enthalten, siehe pulmonal-arterielle Hypertonie unten.
**z.B. Urtikaria, Angioödem, Bronchokonstriktion oder Anaphylaxie.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenHäufigste Nebenwirkungen
Die häufigsten Nebenwirkungen (einschließlich Fallzahl, Inzidenzrate, Schweregrad, Notwendigkeitfür Dosisanpassung und Ausgang), die im Rahmen des klinischen Entwicklungsprogramms zu
Ropeginterferon alfa-2b berichtet wurden, sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1: Die häufigsten Nebenwirkungen während der Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2b.
Klinische Studien zu Ropeginterferon alfa-2b
UAW CTCAE- Dosis Arzneimittel Arzneimittel Abgeklungen> 10 % N (%) IR Schwere- reduziert ausgesetzt abgesetzt
PT grad ≥ 3*
N (%) N (%) N (%) N (%) N (%)(N = 178)
Leukopenie 34 (19,1) 27,2 3 (8,8) 23 (67,6) 7 (20,6) n. b. 33 (97,1)
Thrombo- 33 (18,5) 15,0 4 (12,1)* 13 (39,4) 3 (9,1) 1 (3,0) 31 (94,0)zytopenie
Arthralgie 23 (12,9) 8,5 1 (4,3) 4 (17,4) 4 (17,4) 2 (8,7) 22 (95,7)
Fatigue 22 (12,4) 10,1 n. b. 3 (13,6) 1 (4,5) 1 (4,5) 21 (95,5)
Grippale 19 (10,7) 6,3 n. b. 3 (15,8) 3 (15,8) n. b. 18 (94,7)
Erkrankung
Myalgie 19 (10,7) 6,0 n. b. 6 (31,6) 1 (5,3) n. b. 18 (94,7)
* Nebenwirkungen vom CTCAE-Grad 4 (lebensbedrohlich oder behindernd) oder Grad 5 (Tod) wurden nichtberichtet. Abkürzungen: CTCAE (common terminology criteria for adverse events), Allgemeine
Terminologiekriterien für unerwünschte Ereignisse; n. b., nicht berichtet; UAW, unerwünschte
Arzneimittelwirkung; PT, bevorzugte Bezeichnung (Preferred Term); IR, Inzidenzrate (mittlere Fallzahl pro 100
Patienten pro Jahr; N, Anzahl der Patienten.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsErkrankungen des Gastrointestinaltrakts wurden für andere Arzneimitteln, die Interferon alfaenthalten, berichtet. Sie wurden zudem bei 15,2 % der Patienten unter der Behandlung mit
Ropeginterferon alfa-2b berichtet. Die häufigsten gastrointestinalen Erkrankungen, die in diesen
Studien berichtet wurden, waren Diarrhö (5,1 %; Inzidenzrate: 2,8 [Ereignisse/100 Patienten pro Jahr])und Übelkeit (4,5 %; Inzidenzrate: 1,6 Ereignisse/100 Patienten pro Jahr]).
ZNS
Im klinischen Entwicklungsprogramm von Ropeginterferon alfa-2b traten zwei Fälle schwerer
Depression auf (1,1 %; Inzidenzrate: 0,4 Ereignisse/100 Patienten pro Jahr). Nach dauerhaftem
Absetzen des Arzneimittels sind die Patienten vollständig genesen. Ein Patient, bei dem eineschwerwiegende, akute Belastungsstörung mit moderatem Schweregrad auftrat (0,6 %; Inzidenzrate:0,2 Ereignisse/100 Patienten pro Jahr), ist nacheiner Dosisreduktion von Ropeginterferon alfa-2bvollständig genesen. Es wurden Wirkungen am ZNS, einschließlich Suizidversuch, Suizidgedanken,
Aggression, bipolare Störung, Manie und Verwirrtheit, durch Interferon alfa berichtet (siehe Abschnitt4.4).
Kardiovaskuläres System
Während der Therapie mit Ropeginterferon alfa-2b traten bei zwei Patienten drei Fälle von
Vorhofflimmern mit Schweregrad 1 bis 3 auf (1,1 %; Inzidenzrate: 0,5 Ereignisse/100 Patienten pro
Jahr). Die Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2b wurde fortgesetzt und die Patienten erhielten
Arzneimittel zur Behandlung dieser Ereignisse. Bei zwei Ereignissen kam es zu einer vollständigen
Genesung, ein Ereignis hielt zum Zeitpunkt der Beurteilung noch an.
Respiratorisches SystemEs wurden Fälle von pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) unter Interferon alfa berichtet,insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für PAH (wie portale Hypertonie, HIV-Infektion,
Zirrhose). Ereignisse wurden zu verschiedenen Zeitpunkten berichtet, typischerweise einige Monatenach Beginn der Behandlung mit Interferon alfa.
Visuelles System
Es wurden schwerwiegende Augenerkrankungen , wie Retinopathie, retinale Blutungen, retinale
Exsudate, Retinaablösung und arterieller oder venöser retinaler Gefäßverschluss unter Interferon alfaberichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Im Rahmen des klinischen Studienprogramms wurde ein Fall einer versehentlichen Überdosierung von
Ropeginterferon alfa-2b berichtet. Der Patient erhielt eine Anfangsdosis, die 10-mal höher war als dieempfohlene, und entwickelte grippeähnliche Symptome über drei Tage, die als nicht schwerwiegendeingestuft wurden. Der Patient ist nach Verabreichung von Paracetamol und vorübergehendem
Absetzen der Therapie mit Ropeginterferon alfa-2b vollständig genesen.
Ein Gegenmittel für das Arzneimittel ist nicht verfügbar. Bei Überdosierung wird eine engmaschigemedizinische Überwachung des Patienten sowie, falls erforderlich, eine symptomatische Behandlungempfohlen.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunstimulanzien, Interferone, ATC-Code: L03AB15
Ropeginterferon alfa-2b ist ein rekombinantes Interferon alfa-2b, das mit einem zweiarmigen
Methoxypolyethylenglycol (mPEG) bei einem Substitutiongsgrad von 1 Mol Polymer/Mol Proteinkonjugiert ist. Die durchschnittliche Molekularmasse beträgt ungefähr 60 kDa, wobei der PEG-Anteilungefähr 40 kDa ausmacht.
WirkmechanismusInterferon alfa gehört zur Klasse der Typ-1-Interferone, deren zelluläre Wirkungen auf der Bindung aneinen Transmembranrezeptor mit Namen Interferon-alfa-Rezeptor (IFNAR) beruhen. Die Bindung an
IFNAR löst eine nachgeschaltete Signalkaskade durch Aktivierung von Kinasen aus, insbesondere der
Januskinase 1 (JAK1) Tyrosinkinase 2 (TYK2) und der Transkriptionsaktivator (STAT)-Proteine.
Durch nukleäre Translokation der STAT-Proteine werden verschiedene Genexpressionsprogrammekontrolliert und vielfältige zelluläre Wirkungen hervorgerufen. Interferon alfa zeigte eineinhibitorische Wirkung auf die Proliferation von hämatopoetischen Zellen und Fibroblasten-
Vorläuferzellen im Knochenmark und antagonisierte die Wirkung von Wachstumsfaktoren undanderen Zytokinen, die eine Rolle bei der Entwicklung einer Myelofibrose spielen. Diese Effektetragen möglicherweise zur therapeutischen Wirkung von Interferon alfa bei Polycythaemia vera bei.
Weiterhin konnte gezeigt werden, dass Interferon alfa die JAK2V617F-mutierte Allellast bei Patientenmit Polycythaemia vera senken konnte (eine V617F-Punktmutation in der JAK2-Kinase ist ein
Kennzeichen von Polycythaemia vera und ist bei ungefähr 95 % der Patienten vorhanden).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn einer offenen, randomisierten Phase-III-Studie (PROUD-PV) wurde die Wirksamkeit und
Sicherheit von Ropeginterferon alfa-2b im Vergleich mit Hydroxycarbamid bei 254 erwachsenen
Patienten mit Polycythaemia vera untersucht (Randomisierung 1:1). Die Patienten wurden nachvorheriger Verabreichung von Hydroxycarbamid, Alter beim Screening (≤ 60 oder > 60 Jahre) und
Auftreten von thromboembolischen Ereignissen in der Vergangenheit stratifiziert. Die Merkmale der
Studienpopulation sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2. Patientenmerkmale beim Screening in der Studie PROUD-PV.
Ropeginterferon-alfa-2b- Kontroll-
Behandlungsarm Behandlungsarm(n = 127) (n = 127)
AlterJahre* 58,5 ± 10,81 57,9 ± 13,10
GeschlechtWeiblich n (%) 68 (53,5) 67 (52,8)
Männlich n (%) 59 (46,5) 60 (47,2)
Ethnische ZugehörigkeitWeiß n (%) 127 (100,0) 127 (100,0)
Dauer der PV (Monate)* 12,6 ± 24,70 15,7 ± 25,65
JAK2V617F-Allellast (%)* 41,9 ± 23,49 42,8 ± 24,14
Hämatologische Parameter
Hämatokrit (%)* 47,8 ± 5,22 48,6 ± 5,39
Thrombozyten (109/l)* 537,7 ± 273,08 516,8 ± 254,43
Leukozyten (109/l)* 11,5 ± 4,76 11,9 ± 4,88
Bestehende Splenomegalie
Nein n (%) 115 (90,6) 112 (88,2)
Ja n (%) 12 (9,4) 15 (11,8)
*angegeben sind Mittelwert ± SD.
Hydroxycarbamid-naive (n = 160) und Hydroxycarbamid-behandelte (n = 94) Patienten wurdenmittels Randomisierung einer Behandlung mit entweder Ropeginterferon alfa-2b oder
Hydroxycarbamid zugeordnet. Die Dosis wurde je nach Krankheitsansprechen und Verträglichkeitschrittweise erhöht (bei Ropeginterferon alfa-2b von 50 auf 500 Mikrogramm s.c. alle zwei Wochen).
Die mittlere Dosis nach 12-monatiger Behandlung betrug 382 (± 141) Mikrogramm Ropeginterferonalfa-2b.
Das hämatologische Ansprechen (definiert als Hämatokrit < 45 % ohne Phlebotomie [mindestens 3
Monate seit der letzten Phlebotomie], Thrombozyten < 400 x 109/l und Leukozyten < 10 x 109/l)betrugnach 12-monatiger Behandlung im Ropeginterferon-alfa-2b-Arm 43,1 % [53/123 der Patienten].
Um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit von Ropeginterferon alfa-2b zu untersuchen, wurden171 erwachsene Patienten mit Polycythaemia vera, die zuvor die Studie PROUD-PV abgeschlossenhatten, in eine offene Verlängerungsstudie der Phase IIIb (CONTINUATION-PV) aufgenommen , ,.
Bei 95 Patienten wurde die Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2b (von 50 bis 500 Mikrogramm s.c.alle zwei, drei oder vier Wochen) fortgesetzt. Die mittlere Dosis nach 36-monatiger Behandlung (12-monatige Behandlungsdauer in der Studie PROUD-PV und 24-monatige Behandlungsdauer in der
Verlängerungsstudie) betrug 363 (± 149) Mikrogramm Ropeginterferon alfa-2b.
Das Ansprechen auf die Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2b ist in Tabelle 3 und Tabelle 4dargestellt. Nach 36-monatiger Behandlung betrug das vollständige hämatologische Ansprechen70,5 % und 52,6% der Patienten zeigten unter Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2b einvollständiges hämatologisches Ansprechen mit einer Verbesserung der Krankheitslast.. Die Patientenzeigten einen statistisch signifikanten Unterschied hinsichtlich der JAK2V617F-Allellast (19,7 %) undder Änderung der JAK2V617F-Allellast gegenüber der Baseline (-22,9 %).
Tabelle 3. Ansprechen nach 24- und 36-monatiger Behandlung mit Ropeginterferon alfa-2b.
Ropeginterferon-alfa-2b-
Behandlungsarm
Responder % (n/N)
Patienten mit 24-monatiger Ropeginterferon-alfa-2b-Behandlung1
Vollständiges hämatologisches Ansprechena 70,5 (67/95)
Vollständiges hämatologisches Ansprechena und Verbesserung der
Krankheitslastb 49,5 (47/95)
Patienten mit 36-monatiger Ropeginterferon-alfa-2b-Behandlung2
Vollständiges hämatologisches Ansprechena 70,5 (67/95)
Vollständiges hämatologisches Ansprechena und Verbesserung der
Krankheitslastb 52,6 (50/95)a definiert als Hämatokrit < 45 % ohne Phlebotomie (mindestens 3 Monate seit der letzten Phlebotomie),
Thrombozyten < 400 x 109/l und Leukozyten < 10 x 109/l.b definiert als Verbesserung der krankheitsbedingten Zeichen (klinisch signifikante Splenomegalie) undkrankheitsbedingten Symptome (mikrovaskuläre Störungen, Pruritus, Kopfschmerzen).1 12-monatige Behandlungsdauer in der Studie PROUD-PV und 12-monatige Behandlungsdauer in der
Verlängerungsstudie.2 12-monatige Behandlungsdauer in der Studie PROUD-PV und 24-monatige Behandlungsdauer in der
Verlängerungsstudie.
Tabelle 4. JAK2V617F-Allellast und Änderungen gegenüber der Baseline in der
Verlängerungsstudie CONTINUATION-PV.
Ropeginterferon-alfa-2b-
Behandlungsarm1(n = 94)
Mittelwert % (± SD)
JAK2V617F-Allellast 19,7 (± 21,29)
JAK2V617F-Änderungen gegenüber der Baseline -22,9 (± 24,79)1 Patienten mit 36-monatiger Behandlungsdauer mit Ropeginterferon alfa-2b (12-monatige Behandlungsdauer inder Studie PROUD-PV und 24-monatige Behandlungsdauer in der Verlängerungsstudie).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Ropeginterferon alfa-2b (Besremi) eine Freistellung vonder Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien zur Behandlung von Polycythaemia vera inallen pädiatrischen Altersklassen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei
Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionDie Resorption von Ropeginterferon alfa-2b verläuft bei Patienten prolongiert und die
Höchstkonzentrationen im Serum werden nach 3 bis 6 Tagen erreicht.
Die absolute Bioverfügbarkeit von subkutan verabreichtem Ropeginterferon alfa-2b wurde beim
Menschen nicht untersucht. Daher kann keine valide Angabe zur absoluten Bioverfügbarkeit gemachtwerden. Auf Grundlage von Daten an Affen beträgt sie ungefähr 80 % und ist damit ähnlich wie diefür pegyliertes Interferon alfa-2a.
VerteilungRopeginterferon alfa-2b findet sich hauptsächlich im Blutstrom und in der extrazellulären Flüssigkeit.
Dies ist erkennbar am Verteilungsvolumen im Steady-State (Vd) von 6,6 bis 17 Litern bei Patientennach subkutanter Verabreichung (Dosisbereich 50-450 Mikrogramm). Die mittlere Cmax betrug bei
Patienten nach subkutaner Mehrfachgabe 2,4 ng/ml (bei einer Dosis von 50-80 Mikrogramm) bis49 ng/ml (bei einer Dosis von 450 Mikrogramm) und die AUC0-t lag zwischen 28,5 ng.h/ml (bei einer
Dosis von 50-80 Mikrogramm) und 552,6 ng.h/ml (bei einer Dosis von 450 Mikrogramm). Beigesunden Probanden wurde eine interindividuelle Variabilität von AUC und Cmax von 25-35 %beobachtet.
Studien zum Massengleichgewicht und zur Gewebeverteilung sowie Untersuchungen mittels
Ganzkörper-Autoradioluminographie an der Ratte zeigten, dass ein ähnliches Arzneimittel mit
Interferon alfa (pegyliertes Interferon alfa-2a), neben der hohen Konzentration im Blut, in Leber,
Nieren und Knochenmark verteilt wurde.
BiotransformationDer Metabolismus von Ropeginterferon alfa-2b ist nicht vollständig beschrieben. Die Bindung von
Interferon alfa-2b an eine verzweigte Polyethylenglycol-Komponente mit hohem Molekulargewicht(40 kDa) wird als Hauptursache für die Unterschiede bei der Elimination im Vergleich mitunpegylierten Interferonen erachtet. Studien an der Ratte mit einem ähnlichen Arzneimittel, das
Interferon alfa enthält (pegyliertes Interferon alfa-2a), zeigten eine primäre Elimination über den
Leberstoffwechsel. Der gleiche Eliminationsweg wird für Ropeginterferon alfa-2b vermutet.
Studien zur Erfassung der pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit pegyliertem Interferon alfa-2abeim Menschen zeigten einen moderaten inhibitorischen Effekt auf Substrate, die über CYP1A2 und
CYP2D6 metabolisiert werden (siehe Abschnitt 4.5).
EliminationDie Elimination von Ropeginterferon alfa-2b ist nicht vollständig beschrieben. Studien mit einemähnlichen Arzneimittel, das Interferon alfa enthält (pegyliertes Interferon alfa-2a), haben gezeigt, dassdie Niere ein wichtiges Organ zur Exkretion von radioaktiv markierten Stoffwechselprodukten ist(Studie an der Ratte) und dass die systemische Clearance von pegyliertem Interferon alfa-2a beim
Menschen ungefähr 100 Mal niedriger ist als die von unpegyliertem Interferon alfa-2a.
Nach subkutaner Mehrfachgabe (Dosisbereich 50-450 Mikrogramm) beträgt die terminale
Halbwertszeit von Ropeginterferon alfa-2b in Patienten ungefähr 6 bis 10 Tage, und die Clearance von
Ropeginterferon alfa-2b beträgt 0,023 bis 0,061 l/h.
Die Beteiligung von Transportproteinen an der Resorption, Verteilung und Elimination von
Ropeginterferon alfa-2b ist unbekannt.
Linearität/Nicht-LinearitätIn einer pharmakokinetischen Studie mit gesunden Probanden stieg die Cmax von Ropeginterferon alfa-2b proportional mit der Dosis an. Der festgestellte Anstieg der Exposition war überproportional. Dieinterindividuelle Variabilität von Ropeginterferon alfa-2b betrug 35 % (Cmax) und 25 % (AUC).
LeberfunktionsstörungBei zirrhotischen (Child-Pugh A) und nicht-zirrhotischen Patienten wurde für ein anderes
Arzneimittel, das Interferon alfa enthält (pegyliertes Interferon alfa-2a), eine ähnliche Exposition undein ähnliches pharmakokinetisches Profil berichtet. Die Pharmakokinetik wurde bei Patienten mithöherem Schweregrad der Leberfunktionsstörung nicht untersucht.
NiereninsuffizienzDas pharmakokinetische Profil bei Patienten mit moderater oder schwerer Niereninsuffizienz und bei
Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (ESRD) wurde nur für andere Arzneimittel, die pegyliertes
Interferon alfa enthalten, untersucht.
Die Plasmaspiegel bei Patienten mit moderater oder schwerer Niereninsuffizienz, die einmal pro
Woche 180 Mikrogramm pegyliertes Interferon alfa-2a erhielten, war vergleichbar bzw. 60 % höherals bei Patienten mit normaler Nierenfunktion.
Bei 13 Patienten mit hämodialysepflichtiger ESRD führte die Verabreichung von 135 Mikrogrammpegyliertem Interferon alfa-2a einmal wöchentlich zu einer Arzneimittelexposition, die um 34 %niedriger war als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion.
Patienten mit Niereninsuffizienz, die eine Einzeldosis von pegyliertem Interferon alfa-2b von1,0 Mikrogramm/kg erhalten hatten, zeigten ein erhöhtes Verhältnis von Cmax, AUC und der
Halbwertszeit zum Ausmaß der Niereninsuffizienz. Nach Mehrfachgabe von pegyliertem Interferonalfa-2b (wöchentlich 1,0 Mikrogramm/kg s.c. über vier Wochen) war die Clearance von pegyliertem
Interferon alfa-2b bei Patienten mit moderater oder schwerer Niereninsuffizienz um durchschnittlich17 % bzw. 44 % niedriger als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion. Daten nach Einfachgabezeigten, dass die Clearance bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ohne Hämodialysevergleichbar war mit der von Patienten unter Hämodialyse.
Ältere PatientenDie pharmakokinetischen Daten zur Anwendung von Ropeginterferon alfa-2b bei älteren Patientensind limitiert. Aufgrund der Ergebnisse der Studien PROUD-PV und CONTINUATION-PV zur
Exposition, pharmakodynamischen Wirkung und Verträglichkeit wird eine Dosisanpassung für
Ropeginterferon alfa-2b bei älteren Patienten für nicht erforderlich erachtet.
Adipöse oder untergewichtige Patienten
Das pharmakokinetische Profil von Ropeginterferon alfa-2b wurde bei adipösen und untergewichtigen
Patienten nicht bestimmt.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe und Genotoxizität lassen die präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschenerkennen.
Reproduktionsstudien und Entwicklungsstudien wurden mit Ropeginterferon alfa-2b nichtdurchgeführt. Es zeigte sich, dass Interferon alfa bei Primaten eine Aborte induzierende Wirkunghatte, und Ropeginterferon alfa-2b weist voraussichtlich eine ähnliche Wirkung auf. Die Wirkungenauf die Fertilität wurden nicht untersucht.
Es ist nicht bekannt, ob der Wirkstoff des Arzneimittels in die Muttermilch von Tier oder Menschausgeschieden wird (siehe Abschnitt 4.6).
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumchlorid
Natriumacetat
Essigsäure 99%
BenzylalkoholPolysorbat 80
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
Besremi 250 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösung im Fertigpen3 Jahre
Besremi 500 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösung im Fertigpen18 Monate
Nach der ersten AnwendungDer Fertigpen kann bis zu 30 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden (2 °C - 8 °C), wenn die Pen-
Kappe aufgesetzt ist und wenn die Aufbewahrung im Umkarton erfolgt, um den Inhalt vor Licht zuschützen. Der Fertigpen kann innerhalb dieser 30 Tage höchstens zwei Mal verwendet werden. Alle
Arzneimittelreste, die nach der zweiten Anwendung und/oder nach 30 Tagen im Fertigpen verbliebensind, müssen entsorgt werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Umkarton im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die Lagerungsbedingungen nach dem ersten Öffnen des Arzneimittels sind in Abschnitt 6.3beschrieben.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Besremi 250 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösung im Fertigpen
Der Fertigpen besteht aus weißem Polypropylen, mit einem grauen Druckknopf. Die Dosisstärke'250 µg/0,5 ml“ ist auf dem Etikett grau markiert. Der Pen gibt Dosen von 50 μg, 100 μg, 150 μg,200 μg und 250 μg ab.
Besremi 250 Mikrogramm/0.5 ml Injektionslösung im Fertigpen ist in 2 Packungsgrößen erhältlich:
- Packungen mit einem Fertigpen und 2 Injektionsnadeln
Packungen mit 3 Fertigpens und 6 InjektionsnadelnBesremi 500 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösungim Fertigpen
Der Fertigpen besteht aus weißem Polypropylen, mit einem blauen Druckknopf. Die Dosisstärke'500 µg/0,5 ml“ ist auf dem Etikett blau markiert. Der Pen gibt Dosen von 50 μg, 100 μg, 150 μg,200 μg, 250 μg, 300 μg, 350 μg, 400 μg, 450 μg und 500 μg ab.
Jede Packung Besremi 500 Mikrogramm/0.5 ml Inektionslösung im Fertigpen enthält:
- Einen Fertigpen und 2 Injektionsnadeln
Jeder Fertigpen enthält eine Kartusche (farbloses Glas, Typ 1) mit einem grauen Kolben (Bromobutyl-
Gummi) und einer Bördelkappe (Aluminium) mit einem Stopfen (Bromobutyl-Gummi). Die
Kartusche ist in einem Pen-Injektor versiegelt. Eine Kartusche enthält 0,5 ml Lösung.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungVor der Anwendung sollte der Fertigpen über bis zu 15 Minuten auf Raumtemperatur (15 °C - 25 °C)aufgewärmt werden.
Weil Besremi als Lösung vorliegt, ist vor der Anwendung keine Resuspension erforderlich. Die
Lösung vor der Anwendung überprüfen. Sie kann nur verwendet werden, wenn die Lösung klar,farblos bis hellgelb und ohne sichtbare Partikel ist.
Vor jeder Anwendung des Fertigpen muss immer das Etikett überprüft werden, um
Medikamentenfehler in Form einer Verwechslung zwischen Besremi 250 Mikrogramm/0,5 ml
Injektionslösung und Besremi 500 Mikrogramm/0,5 ml Injektionslösung zu verhindern. Der Fertigpenmit 250 Mikrogramm/0,5 ml besitzt einen grauen Druckknopf. Der Fertigpen mit 500
Mikrogramm/0,5 ml besitzt einen blauen Druckknopf.
Vor jeder Injektion muss eine neue, sterile Nadel, wie im Lieferumfang des Fertigpen enthalten,sorgfältig am Fertigpen angebracht werden. Die Nadeln müssen nach der Anwendung unverzüglichentsorgt werden.
Bei Erstanwendung des Fertigpen wird der Pen für die Injektion vorbereitet, indem das Dosierrädchenso lange gedreht wird, bis das Symbol eines 'Tropfens“ im Sichtfenster sichtbar wird. Während Sieden Fertigpen mit der Nadel nach oben halten, klopfen Sie mit den Fingern vorsichtig an den
Fertigpen, damit eventuelle Luftblasen nach oben in Richtung Nadel aufsteigen können. Drücken Sieauf den Druckknopf, bis die '0“-Markierung sichtbar wird. Das kann bis zu sechs Mal wiederholtwerden. Ein sichtbares Tröpfchen Flüssigkeit an der Nadelspitze bedeutet, dass Fertigpen und Nadelrichtig funktionieren.
Die Dosis kann in Schritten von 50 Mikrogramm durch Drehen des Dosierrädchens eingestellt werden.
Wenn eine bestimmte Dosis nicht eingestellt werden kann, könnte sich zu wenig Rest-Arzneimittel im
Pen befinden und es muss ein neuer Pen verwendet werden.
Die Nadel muss in die Haut eingebracht werden. Der Druckknopf muss vollständig heruntergedrücktwerden und für mindestens 10 Sekunden gehalten werden, bevor die Nadel zurückgezogen wird.
Um eine mögliche Krankheitsübertragung oder sonstige Kontamination zu verhindern, darf der
Besremi Fertigpen in jedem Fall nur für einen einzigen Patienten verwendet werden, selbst wenn die
Nadel ausgewechselt wird. Der Fertigpen darf nicht mehr als zwei Mal verwendet werden und muss 30
Tage nach der Erstanwendung entsorgt werden, unabhängig davon, wie viel Rest-Arzneimittel sichnoch im Fertigpen befindet.
Leere Pens dürfen niemals wiederverwendet werden und müssen sachgemäß entsorgt werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zuentsorgen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
AOP Orphan Pharmaceuticals GmbH
Leopold-Ungar-Platz 21190 Wien
Österreich
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/18/1352/001
EU/1/18/1352/002
EU/1/18/1352/003
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG15. Februar 2019
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen über dieses Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.