Angewendet bei: Blutungen; Gerinnungsstörungen
Art der Anwendung: Injektion
Substanz: Nonacog alfa (Antikoagulans)
ATC: B02BD04 (BLUT UND BLUTBILDENDE ORGANE | VITAMIN K UND ANDERE HÄMOSTATIKA | Blutgerinnungsfaktoren)
Rekombinanter Gerinnungsfaktor IX ist ein Arzneimittel für Menschen mit Hämophilie B, einer angeborenen Blutgerinnungsstörung. Dabei fehlt Faktor IX oder ist zu niedrig, sodass Blutungen länger anhalten. Es dient zur Behandlung akuter Blutungen, zur regelmäßigen Vorbeugung und zum Schutz bei Operationen oder zahnärztlichen Eingriffen.
Der Wirkstoff ersetzt den fehlenden Gerinnungsfaktor IX und hilft, nach einer Verletzung ein stabiles Blutgerinnsel zu bilden. Er heilt die Hämophilie nicht und ist nicht für Hämophilie A bestimmt, bei der Faktor VIII fehlt. Wichtig ist, dass Blutungen in Gelenke, Muskeln oder andere Gewebe seltener werden und Schmerzen sowie Gelenkschäden abnehmen können.
Die Anwendung erfolgt als intravenöse Injektion, nachdem Pulver und Lösungsmittel gemischt wurden. Die Behandlung sollte ein in Hämophilie erfahrener Arzt überwachen; nach Schulung ist eine Gabe zu Hause möglich. Dosis und Häufigkeit richten sich nach Körpergewicht, Schweregrad, Blutungsart, geplanten Eingriffen und Ansprechen. Kontrollen des Faktor-IX-Spiegels können nötig sein.
Mögliche Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder allergische Reaktionen. Sofortige Hilfe ist nötig bei Nesselsucht, Atemnot, Schwellung von Gesicht oder Rachen, Brustenge, Ohnmacht oder Blutungen, die nicht nachlassen. Selten können Hemmkörper gegen Faktor IX oder Blutgerinnsel auftreten; regelmäßige Kontrollen sind daher wichtig.
BeneFIX 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
BeneFIX 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
BeneFIX 1000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
BeneFIX 1500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
BeneFIX 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
BeneFIX 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
BeneFIX 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 250 I.E. Nonacog alfa (rekombinanter
Blutgerinnungsfaktor IX). Nach der Rekonstitution mit den mitgelieferten 5 ml (0,234 %)
Natriumchlorid-Lösung zur Injektion enthält jeder Milliliter der Lösung etwa 50 I.E. Nonacog alfa.
BeneFIX 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 500 I.E. Nonacog alfa (rekombinanter
Blutgerinnungsfaktor IX). Nach der Rekonstitution mit den mitgelieferten 5 ml (0,234 %)
Natriumchlorid-Lösung zur Injektion enthält jeder Milliliter der Lösung etwa 100 I.E. Nonacog alfa.
BeneFIX 1000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 1000 I.E. Nonacog alfa (rekombinanter
Blutgerinnungsfaktor IX). Nach der Rekonstitution mit den mitgelieferten 5 ml (0,234 %)
Natriumchlorid-Lösung zur Injektion enthält jeder Milliliter der Lösung etwa 200 I.E. Nonacog alfa.
BeneFIX 1500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 1500 I.E. Nonacog alfa (rekombinanter
Blutgerinnungsfaktor IX). Nach der Rekonstitution mit den mitgelieferten 5 ml (0,234 %)
Natriumchlorid-Lösung zur Injektion enthält jeder Milliliter der Lösung etwa 300 I.E. Nonacog alfa.
BeneFIX 2000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 2000 I.E. Nonacog alfa (rekombinanter
Blutgerinnungsfaktor IX). Nach der Rekonstitution mit den mitgelieferten 5 ml (0,234 %)
Natriumchlorid-Lösung zur Injektion enthält jeder Milliliter der Lösung etwa 400 I.E. Nonacog alfa.
BeneFIX 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominell 3000 I.E. Nonacog alfa (rekombinanter
Blutgerinnungsfaktor IX). Nach der Rekonstitution mit den mitgelieferten 5 ml (0,234 %)
Natriumchlorid-Lösung zur Injektion enthält jeder Milliliter der Lösung etwa 600 I.E. Nonacog alfa.
Die Aktivität (I.E.) wird anhand eines Ein-Stufen-Tests gemäß Europäischer Pharmakopöe bestimmt.
Die spezifische Aktivität von BeneFIX beträgt mindestens 200 I.E./mg Protein.
BeneFIX enthält den rekombinanten Blutgerinnungsfaktor IX (INN = Nonacog alfa). Nonacog alfa istein gereinigtes einkettiges Protein mit 415 Aminosäuren. Die primäre Aminosäuresequenz istvergleichbar mit der allelischen Form Ala148 des aus Plasma hergestellten Faktors IX. Einigeposttranslationale Modifikationen des rekombinanten Moleküls unterscheiden sich von denen des aus
Plasma hergestellten Moleküls. Der rekombinante Blutgerinnungsfaktor IX ist ein Glykoprotein, dasvon gentechnisch veränderten Säugetierzellen (Ovarial-Zelllinie des chinesischen Hamsters [CHO])sezerniert wird.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
BeneFIX 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 1500 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur
Herstellung einer Injektionslösung
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Weißes/ nahezu weißes Pulver und klares, farbloses Lösungsmittel
Therapie und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie B (angeborener Mangel an
Faktor IX)
BeneFIX kann bei allen Altersgruppen angewendet werden.
Die Therapie sollte unter Aufsicht eines in der Behandlung der Hämophilie erfahrenen Arzteserfolgen.
Überwachung der BehandlungZur Festlegung der benötigten Dosis und Infusionshäufigkeit werden im Verlauf der Behandlunggeeignete Bestimmungen der Faktor-IX-Spiegel empfohlen. Das Ansprechen der jeweiligen Patientenauf Faktor IX kann variieren, was sich an unterschiedlichen Halbwertszeiten und Wiederfindungsratenzeigt. Die Dosierung auf Basis des Körpergewichts muss für unter- oder übergewichtige Patientenunter Umständen angepasst werden. Insbesondere bei größeren chirurgischen Eingriffen ist einegenaue Überwachung der Substitutionstherapie mittels einer Gerinnungsanalyse (Faktor-IX-Aktivitätim Plasma) unerlässlich.
Bei Verwendung eines auf der Thromboplastinzeit (aPTT) basierenden einstufigen In-vitro-
Gerinnungstests zur Bestimmung der Faktor-IX-Aktivität in Blutproben des Patienten können die
Ergebnisse der Faktor-IX-Aktivität sowohl von der Art des verwendeten aPTT-Reagenz als auch vomverwendeten Referenzstandard erheblich beeinflusst werden. Dies ist besonders dann wichtig, wenndas Labor und/ oder die im Test verwendeten Reagenzien gewechselt werden.
DosierungDosis und Dauer der Substitutionstherapie sind vom Schweregrad des Faktor-IX-Mangels, von Ortund Ausmaß der Blutung und vom klinischen Zustand des Patienten abhängig.
Die Zahl der verabreichten Faktor-IX-Einheiten wird in Internationalen Einheiten (I.E.), entsprechenddem aktuellen WHO-Standard für Faktor-IX-Produkte, angegeben. Die Faktor-IX-Aktivität im Plasmawird entweder als Prozentsatz (bezogen auf normales menschliches Plasma) oder in Internationalen
Einheiten (bezogen auf einen internationalen Standard für Faktor IX im Plasma) angegeben.
1 Internationale Einheit (I.E.) Faktor-IX-Aktivität entspricht der Menge an Faktor IX in 1 mlnormalem menschlichen Plasma.
Bedarfsbehandlung
Die Berechnung der benötigten Dosis an BeneFIX kann auf Grundlage der Beobachtung erfolgen,dass 1 Einheit der Faktor-IX-Aktivität pro kg Körpergewicht bei Patienten ≥ 12 Jahre den Spiegel anzirkulierendem Faktor IX durchschnittlich um ca. 0,8 I.E./dl (Streubreite: 0,4 bis 1,4 I.E./dl) erhöht(weitere Informationen siehe Abschnitt 5.2).
Die benötigte Dosis wird unter Verwendung der nachfolgenden Formel bestimmt:
Erforderliche Faktor-IX- = Körpergewicht x erwünschter Faktor-IX- x reziproke
Einheiten (I.E.) (kg) Anstieg (%) oder beobachtete(I.E./dl) Recovery
Beispiel: Für eine Recovery von 0,8 I.E./dl lautet die Formel:
Erforderliche Faktor-IX- = Körpergewicht x erwünschter Faktor-IX- x 1,3 I.E./kg
Einheiten (I.E.) (kg) Anstieg (%) oder(I.E./dl)
Die zu verabreichende Dosis und die Häufigkeit der Anwendung sollten sich stets nach derindividuellen klinischen Wirksamkeit richten.
Im Falle folgender hämorrhagischer Ereignisse darf die Faktor-IX-Aktivität im angegebenen Zeitraumnicht unter den angegebenen Plasmaaktivitätsspiegel (in % des Normalwerts oder in I.E./dl) fallen.
Folgende Tabelle kann als Richtlinie für die Dosierung bei Blutungsepisoden und chirurgischen
Eingriffen verwendet werden:
Grad der Blutung/ Benötigter Faktor-IX-Spiegel Dosierungshäufigkeit
Operationsart (in % oder I.E./dl) (Stunden)/Therapiedauer(Tage)
BlutungFrühe Gelenks-, Muskel- oder 20 bis 40 Alle 24 Stunden wiederholen.orale Blutung Mindestens 1 Tag, bis die
Blutung, angezeigt durch
Schmerzen, gestillt oder eine
Wundheilung erreicht ist.
Mittelschwere Gelenks- oder 30 bis 60 Die Infusion alle 24 Stunden für
Muskelblutung, Hämatome 3 bis 4 Tage oder mehrwiederholen, bis Schmerzen undakute Funktionseinschränkungenaufhören.
Lebensbedrohliche Blutungen 60 bis 100 Die Infusion alle 8 bis24 Stunden wiederholen, bis der
Patient außer Gefahr ist.
Chirurgische EingriffeKleine, 30 bis 60 Alle 24 Stunden, mindestenseinschließlich Zahnextraktion 1 Tag, bis die Wundheilungerreicht ist.
Große 80 bis 100 Die Infusion bis zur adäquaten(prä- und postoperativ) Wundheilung alle 8 bis24 Stunden wiederholen, danachdie Therapie für mindestens7 weitere Tage fortsetzen, umeine Faktor-IX-Aktivität von30 % bis 60 % (I.E./dl)aufrechtzuerhalten.
ProphylaxeBeneFIX kann zur Langzeitprophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie B verabreichtwerden. In einer klinischen Studie wurde zur routinemäßigen Sekundärprophylaxe bei Patienten, diebereits mit Faktor-IX-haltigen Produkten behandelt wurden (previously treated patients; PTPs), einedurchschnittliche Dosis von 40 I.E./kg (Bereich: 13 bis 78 I.E./kg) in 3- bis 4-tägigem Abstandverabreicht.
In einigen Fällen, insbesondere bei jüngeren Patienten, können kürzere Dosierungsintervalle oderhöhere Dosen erforderlich sein.
Kinder und JugendlicheEs gibt für Kinder im Alter unter 6 Jahren in begrenztem Umfang Daten zur Bedarfsbehandlung und
Behandlung bei chirurgischen Eingriffen mit BeneFIX.
Die mittlere Prophylaxedosis ( Standardabweichung) betrug 63,7 ( 19,1) I.E./kg verabreicht in3- bis 7-tägigem Abstand. Bei jüngeren Patienten können kürzere Dosierungsintervalle oder höhere
Dosen erforderlich sein. Der Faktor-IX-Verbrauch zur Routineprophylaxe betrug bei den22 auswertbaren Patienten pro Jahr 4.607 ( 1.849) I.E./kg bzw. monatlich 378 ( 152) I.E./kg.
Entsprechend der klinischen Indikation müssen sowohl die Faktor-IX-Aktivität im Plasma als auch diepharmakokinetischen Parameter, wie z. B. Recovery und Halbwertszeit, gründlich überwacht werden,um die Dosierung je nach Bedarf anzupassen.
Ältere PatientenIn die klinischen Studien mit BeneFIX war keine ausreichende Zahl von Patienten im Alter von65 Jahren oder älter eingeschlossen, um feststellen zu können, ob diese Patienten anders auf die
Behandlung reagieren als jüngere Patienten. Wie bei allen Patienten, die mit BeneFIX behandeltwerden, sollte die Dosis auch bei älteren Patienten individuell angepasst werden.
Art der AnwendungBeneFIX wird nach Auflösen des lyophilisierten Pulvers zur Herstellung einer Injektionslösung miteiner sterilen 0,234%igen Natriumchlorid-Lösung intravenös verabreicht (siehe Abschnitt 6.6).
BeneFIX muss langsam injiziert werden. In den meisten Fällen wurde eine Injektionsrate von bis zu4 ml pro Minute verwendet. Die Injektionsrate sollte so gewählt werden, wie sie für den Patientenangenehm ist.
Bei Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion im Zusammenhang mit der Verabreichung von
BeneFIX sollte die Infusionsgeschwindigkeit herabgesetzt oder die Infusion abgebrochen werden(siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
Agglutination von roten Blutkörperchen im Schlauchsystem oder der Spritze
Es liegen Berichte über Agglutination von roten Blutkörperchen im Schlauchsystem oder der Spritzewährend der Verabreichung von BeneFIX vor. Es wurden keine Nebenwirkungen im Zusammenhangmit diesen Berichten beobachtet. Um die Möglichkeit einer Agglutination zu minimieren ist eswichtig, die Blutmenge, die in das Infusionsbesteck gelangt, zu begrenzen. Es darf kein Blut in die
Spritze gelangen. Wenn eine Agglutination von roten Blutkörperchen im Schlauchsystem oder in der
Spritze bemerkt wird, muss das gesamte Material (Schlauchsystem, Spritze, BeneFIX-Lösung)verworfen und der Verabreichungsvorgang mit einer neuen Packung wiederholt werden.
Kontinuierliche Infusion
Die Anwendung als kontinuierliche Infusion ist nicht zugelassen und wird nicht empfohlen (sieheauch Abschnitte 4.4 und 6.6).
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Bekannte allergische Reaktion gegen Hamsterproteine.
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
Patienten können eines der abziehbaren Etiketten von der Durchstechflasche zur Dokumentation der
Chargennummer in ihr Tagebuch kleben oder zur Meldung von Nebenwirkungen nutzen.
ÜberempfindlichkeitEs können allergische Überempfindlichkeitsreaktionen mit BeneFIX auftreten. Das Produkt enthält
Spuren von Hamsterproteinen. Es wurden bei Faktor-IX-Produkten, einschließlich BeneFIX,potenziell lebensbedrohliche anaphylaktische/ anaphylaktoide Reaktionen beobachtet. Die Patientensollten angewiesen werden, dass sie bei Anzeichen einer Überempfindlichkeit die Anwendung des
Arzneimittels abbrechen und sich an ihren Arzt wenden. Sie sollten über frühe Anzeichen von
Überempfindlichkeitsreaktionen aufgeklärt werden, darunter Atembeschwerden, Kurzatmigkeit,
Schwellung, Nesselsucht, generalisierte Urtikaria, Juckreiz, Engegefühl im Brustbereich,
Bronchospamus, Laryngospasmus, Stenoseatmung, Blutdruckabfall, verschwommenes Sehen und
Anaphylaxie.In einigen Fällen führten diese Reaktionen zu einer schweren Anaphylaxie. Bei Schock muss die
Behandlung nach den aktuellen medizinischen Leitlinien zur Schocktherapie erfolgen. Im Falle vonschweren allergischen Reaktionen sollten alternative hämostatische Maßnahmen ergriffen werden.
Hemmkörper
Bei Patienten, die bereits mit Faktor-IX-haltigen Produkten behandelt wurden (previously treatedpatients; PTPs), werden gelegentlich Hemmkörper nachgewiesen. Da ein mit BeneFIX behandelter
PTP während der klinischen Studien einen klinisch relevanten Hemmkörper niedrigen Titersentwickelte und da zur Antigenität des rekombinanten Faktor IX noch wenig Erfahrungswertevorliegen, müssen Patienten, die mit BeneFIX behandelt werden, sorgfältig auf die Bildung von
Faktor-IX-Hemmkörpern hin überwacht werden. Für diese Hemmkörper muss unter Verwendunggeeigneter biologischer Testverfahren eine Titration in Bethesda-Einheiten (B.U.) durchgeführtwerden.
In der Literatur wurde über einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines Faktor-IX-
Hemmkörpers und allergischen Reaktionen berichtet. Deshalb sollten Patienten, die eine allergische
Reaktion entwickeln, auf die Anwesenheit eines Hemmkörpers untersucht werden. Weiterhin solltebedacht werden, dass Patienten mit Faktor-IX-Hemmkörpern ein erhöhtes Anaphylaxierisiko beifortgesetzter Faktor-IX-Behandlung aufweisen können. Vorläufige Informationen weisen auf einemögliche Beziehung zwischen dem Vorliegen größerer Deletionsmutationen innerhalb des Faktor-IX-
Gens eines Patienten und einem gesteigerten Risiko einer Hemmkörperbildung und einer akuten
Überempfindlichkeitsreaktion hin. Patienten, bei denen größere Deletionsmutationen innerhalb des
Faktor-IX-Gens bekannt sind, sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome akuter
Überempfindlichkeitsreaktionen hin überwacht werden, insbesondere während der Frühphase dererstmaligen Exposition an das Produkt.
Aufgrund des Risikos von allergischen Reaktionen auf Faktor-IX-Konzentrate sollte die initiale Gabevon Faktor IX nach Ermessen des behandelnden Arztes unter klinischer Beobachtung durchgeführtwerden, sodass gegebenenfalls eine angemessene Therapie von allergischen Reaktionen erfolgen kann.
Thrombotische EreignisseObwohl BeneFIX nur Faktor IX enthält, muss das Risiko einer Thrombosebildung und einer
Verbrauchskoagulopathie (disseminierte intravasale Gerinnung, DIC) berücksichtigt werden. Da bei
Verwendung von Faktor-IX-Komplex-Konzentraten in der Vergangenheit thromboembolische
Komplikationen beobachtet wurden, können Produkte, die Faktor IX enthalten, eine potenzielle
Gefährdung für Patienten darstellen, die Anzeichen einer Fibrinolyse aufweisen oder an
Verbrauchskoagulopathie (DIC) leiden. Wegen des möglichen Risikos thromboembolischer
Komplikationen ist bei Patienten mit Lebererkrankungen, bei frisch operierten Patienten, bei
Neugeborenen und bei Patienten, bei denen das Risiko thrombotischer Ereignisse oder einer
Verbrauchskoagulopathie besteht, eine klinische Beobachtung mit geeigneten biologischen
Testverfahren erforderlich, um Frühzeichen einer thrombotischen Komplikation oder einer
Verbrauchskoagulopathie festzustellen. In den genannten Fällen muss der Nutzen einer Behandlungmit BeneFIX gegen die Risiken dieser Komplikationen abgewogen werden.
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anwendung von BeneFIX als kontinuierliche Infusion sind nichtbelegt (siehe auch Abschnitte 4.2 und 4.8). Nach Markteinführung gab es Berichte über das Auftretenvon Thrombosen, einschließlich des lebensbedrohlichen Vena-cava-superior-Syndroms (SVC-
Syndrom) bei kritisch kranken Neugeborenen, die eine kontinuierliche Infusion von BeneFIX übereinen zentralvenösen Katheter erhielten (siehe auch Abschnitt 4.8).
Kardiovaskuläre Ereignisse
Bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren kann eine Substitutionstherapie mit
Faktor IX das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.
Nephrotisches Syndrom
Es liegen Berichte über das Auftreten eines nephrotischen Syndroms nach versuchter
Immuntoleranzinduktion bei Hämophilie-B-Patienten mit Faktor-IX-Hemmkörpern und allergischen
Reaktionen in der Anamnese vor. Sicherheit und Wirksamkeit von BeneFIX zur
Immuntoleranzinduktion wurden nicht nachgewiesen.
Besondere Populationen
Zur Behandlung von Patienten, die zuvor noch nicht mit Faktor-IX-Präparaten behandelt wurden(previously untreated patients; PUPs), liegen keine ausreichenden Ergebnisse aus klinischen Studienmit BeneFIX vor.
NatriumgehaltNach der Rekonstitution enthält BeneFIX 0,2 mmol Natrium (4,6 mg) pro Durchstechflasche, d. h. esist nahezu 'natriumfrei“. Abhängig vom Körpergewicht des Patienten und der Dosierung von
BeneFIX können Patienten mehrere Durchstechflaschen erhalten. Dies ist zu berücksichtigen, wennder Patient eine natriumarme Diät einhalten soll.
Es wurden keine Wechselwirkungen von humanen Blutgerinnungsfaktor-IX-(rDNA)-Produkten mitanderen Arzneimitteln berichtet.
Es wurden keine Reproduktionsstudien am Tier mit Faktor-IX-Produkten durchgeführt. Wegen desseltenen Auftretens von Hämophilie B bei Frauen gibt es keine Erfahrung zur Anwendung von
Faktor IX während der Schwangerschaft und Stillzeit. Deshalb sollte Faktor IX in der
Schwangerschaft und Stillzeit nur bei eindeutiger Indikationsstellung angewendet werden.
Die Wirkung von BeneFIX auf die Fruchtbarkeit ist nicht untersucht worden.
BeneFIX hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen.Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen (z. B. Angioödem, Brennen und Stechenan der Infusionsstelle, Schüttelfrost, Hitzegefühl, generalisierte Urtikaria, Kopfschmerz, Nesselsucht,
Hypotonie, Lethargie, Übelkeit, Unruhe, Tachykardie, Engegefühl im Brustbereich, Kribbeln,
Erbrechen und Stenoseatmung) wurden beobachtet und können in manchen Fällen zu einer schweren
Anaphylaxie (einschließlich Schock) führen. In einigen Fällen führten diese Reaktionen zu einerschweren Anaphylaxie und traten in einem engen zeitlichen Zusammenhang mit der Entwicklung von
Faktor-IX-Hemmkörpern auf (siehe auch Abschnitt 4.4). Es liegen Berichte vor über das Auftreteneines nephrotischen Syndroms nach versuchter Immuntoleranzinduktion bei Hämophilie-B-Patientenmit Faktor-IX-Hemmkörpern und allergischen Reaktionen in der Anamnese.
Sehr selten wurde die Entwicklung von Antikörpern gegen Hamsterproteine mit entsprechenden
Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet.
Patienten mit Hämophilie B können neutralisierende Antikörper (Hemmkörper) gegen Faktor IXentwickeln. Bei Auftreten solcher Hemmkörper kann sich dieser Zustand in einem unzureichendenklinischen Ansprechen manifestieren. In solchen Fällen wird die Kontaktaufnahme mit einem auf
Hämophilie spezialisierten Zentrum empfohlen.
Es besteht ein potenzielles Risiko für thromboembolische Ereignisse nach der Verabreichung von
Faktor-IX-Produkten, siehe Abschnitt 4.4.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie nachfolgende Tabelle entspricht der MedDRA-Systemorganklassifizierung (SOC und Preferred-
Term-Level). Die Häufigkeiten wurden gemäß der folgenden Konvention bewertet: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), nicht bekannt (Häufigkeit auf
Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). In der Tabelle sind Nebenwirkungen aufgeführt,die in klinischen Studien mit Patienten berichtet wurden, die bereits mit Faktor-IX-haltigen Produktenbehandelt worden waren, und solche, die bei der Anwendung nach der Markteinführung identifiziertwurden. Die Häufigkeiten basieren auf Nebenwirkungen jeglicher Ursache, die in gepooltenklinischen Studien mit 224 Teilnehmern bei der Behandlung auftraten.
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach absteigender Schwereangegeben.
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt≥ 1/10 ≥ 1/100, ≥ 1/1.000, (Häufigkeit auf< 1/10 < 1/100 Grundlage derverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Infektionen und Zellulitis an derparasitäre Infusionsstellea
Erkrankungen
Erkrankungen des Faktor-IX-
Blutes und des Hemmungb
Lymphsystems
Erkrankungen des Überempfindlich- Anaphylaktische
Immunsystems keitc Reaktion*
Erkrankungen des Kopfschmerzd Schwindelgefühl; Somnolenz;
Nervensystems Geschmacks- Tremorstörung
Augenerkrankungen Sehstörungene
Herzerkrankungen Tachykardief
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Gelegentlich Nicht bekannt≥ 1/10 ≥ 1/100, ≥ 1/1.000, (Häufigkeit auf< 1/10 < 1/100 Grundlage derverfügbaren
Daten nichtabschätzbar)
Gefäßerkrankungen Phlebitis; Hypotonieh Vena-cava-
Hitzegefühlg superior-
Syndromi,* ;tiefe Venen-thrombose*;
Thrombose*;
Thrombophlebitis*
Erkrankungen der Hustenj
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Erbrechen;
Gastrointestinaltrakts Übelkeit
Erkrankungen der Ausschlagk;
Haut und des Urtikaria
Unterhautzellgewebes
Erkrankungen der Niereninfarktl
Nieren und Harnwege
Allgemeine Fieber Brustkorb- Unzureichendes
Erkrankungen und beschwerdeno; Ansprechen auf die
Beschwerden am Reaktion an der Therapie*
Verabreichungsort Infusionsstellen;
Schmerzen an der
Infusionsstellem
Untersuchungen Unzureichende
Faktor-IX-
Recovery p, *
* Nebenwirkung nach Markteinführung identifizierta einschließlich Zellulitisb transiente Bildung niedrigtitriger Hemmkörperc einschließlich Arzneimittelüberempfindlichkeit, Angioödem, Bronchospasmus, Stenoseatmung, Dyspnoe und
Laryngospasmusd einschließlich Migräne, Sinuskopfschmerze einschließlich szintillierendes Skotom und verschwommenes Sehenf einschließlich erhöhte Herzfrequenz, Sinustachykardieg einschließlich Hitzewallung, Wärmegefühl, warme Hauth einschließlich erniedrigter Blutdrucki Vena-cava-superior-Syndrom (SVC-Syndrom) bei Neugeborenen in kritischem Zustand während der
Verabreichung einer kontinuierlichen Infusion von BeneFIX durch einen Zentralvenenkatheterj einschließlich Husten mit Auswurfk einschließlich makulöser, papulöser oder makulo-papulöser Ausschlagl entwickelt bei einem Hepatitis-C-Antikörper-positivem Patienten 12 Tage nach einer wegen einer Blutunggegebenen BeneFIX-Dosis.m einschließlich Schmerzen an der Injektionsstelle, Beschwerden an der Infusionsstellen einschließlich Juckreiz an der Infusionsstelle, Erythem an der Infusionsstelleo einschließlich Brustkorbschmerz, Brustengep Wurde so gemeldet. Es wurde kein Preferred Term aus der MedDRA-Datenbank 17.1 abgerufen.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÜberempfindlichkeits-/ allergische Reaktionen
Bei Verdacht auf eine Überempfindlichkeitsreaktion im Zusammenhang mit der Verabreichung von
BeneFIX siehe Abschnitte 4.2 und 4.4.
Entwicklung von Hemmkörpern
Bei 1 von 65 mit BeneFIX behandelten Patienten (darunter 9 Patienten, die nur an der Chirurgiestudieteilnahmen), die zuvor Plasmaprodukte erhalten hatten, wurde ein klinisch relevanter niedrigtitriger
Hemmkörper nachgewiesen. Bei diesem Patienten konnte die Behandlung mit BeneFIX fortgesetztwerden, ohne dass ein Anstieg des Hemmkörpertiters gegenüber den anamnestischen Werten oderanaphylaktische Reaktionen festgestellt wurden (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheAllergische Reaktionen könnten bei Kindern häufiger auftreten als bei Erwachsenen.
Es gibt keine ausreichenden Daten, um Informationen über das Auftreten von Hemmkörpern bei PUPszur Verfügung stellen zu können (siehe auch Abschnitt 5.1).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Es wurden keine Symptome einer Überdosierung in Zusammenhang mit rekombinanten
Blutgerinnungsfaktor-IX-Produkten berichtet.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagischer Blutgerinnungsfaktor IX, ATC-Code:
B02BD04
WirkmechanismusBeneFIX enthält den rekombinanten Blutgerinnungsfaktor IX (Nonacog alfa). Bei dem rekombinanten
Blutgerinnungsfaktor IX handelt es sich um ein einkettiges Glykoprotein mit einer relativen
Molekülmasse von ca. 55.000 Dalton, das zur Familie der Serinproteasen der Vitamin-K-abhängigen
Blutgerinnungsfaktoren gehört. Der rekombinante Blutgerinnungsfaktor IX ist ein rekombinantestherapeutisches Protein, dessen strukturelle und funktionelle Eigenschaften mit denen des endogenen
Faktor IX vergleichbar sind. Faktor IX wird durch einen Komplex aus Faktor VII und Gewebefaktorauf exogenem Weg (extrinsisches System) sowie durch Faktor XIa auf endogenem Weg (intrinsisches
System) aktiviert. Der aktivierte Faktor IX aktiviert in Verbindung mit dem aktivierten Faktor VIIIden Faktor X. Dies führt zur Umwandlung von Prothrombin in Thrombin, das dann Fibrinogen in
Fibrin umsetzt. Damit wird die Blutgerinnung (Gerinnselbildung) ermöglicht. Die Aktivität des
Faktors IX ist bei Hämophilie B entweder nicht vorhanden oder aber stark vermindert. Eine
Substitutionstherapie kann erforderlich sein.
Pharmakodynamische WirkungenHämophilie B ist eine geschlechtsspezifische hereditäre Blutgerinnungsstörung aufgrund einesverminderten Faktor-IX-Spiegels, die, entweder spontan oder aufgrund eines Unfalls oderchirurgischen Eingriffs, zu einer profusen Blutung in Gelenken, Muskeln oder inneren Organen führt.
Da bei Substitutionstherapie der Faktor-IX-Plasmaspiegel erhöht wird, werden eine vorübergehende
Korrektur des Faktormangels und eine Abnahme der Blutungstendenz möglich.
Kinder und JugendlicheDie Wirksamkeitsanalyse in Studie 3090A1-301-WW basierte auf 22 auswertbaren pädiatrischen
Patienten, die ein Prophylaxeregime erhielten, darunter 4 Patienten, die nach kurzer Zeit der
Bedarfsbehandlung zur Prophylaxebehandlung wechselten. 2 Patienten unterzogen sich operativen
Eingriffen (Beschneidung und Einsatz eines Portkatheters). Die Sicherheitsanalyse von25 auswertbaren Patienten zeigte ein erwartungsgemäßes Sicherheitsprofil. Das einzige dokumentierteschwerwiegende Ereignis, welches mit BeneFIX im Zusammenhang stand, wurde bei dem einzigeneingeschlossenen PUP berichtet, bei dem Überempfindlichkeit und Entwicklung von Hemmkörpernauftrat.
In zwei offenen Studien erwies sich BeneFIX bei einmal wöchentlicher Gabe von 100 I.E./kg alsunbedenklich. Aufgrund der Halbwertszeit des Produkts (siehe Abschnitt 5.2) und der begrenzten
Daten aus pharmakokinetischen Studien bezüglich der einmal wöchentlichen Gabe kann dieses
Dosierungsschema im Allgemeinen jedoch nicht zur Langzeitprophylaxe bei Patienten mit schwerer
Hämophilie B empfohlen werden.
Eine randomisierte Cross-Over-Studie zur Pharmakokinetik an 24 vorbehandelten Patienten(≥ 12 Jahre) und bei einer Dosis von 75 I.E./kg ergab, dass in 0,234 %iger Natriumchloridlösungrekonstituiertes BeneFIX pharmakokinetisch äquivalent ist zu dem zuvor vermarkteten BeneFIX (mitsterilem Wasser rekonstituiert). Außerdem wurden bei 23 dieser Patienten die pharmakokinetischen
Parameter nach wiederholter Gabe von BeneFIX über einen Zeitraum von 6 Monaten weiter erhoben,wobei keine Veränderung gegenüber den Werten der initialen Bestimmung festgestellt wurde. Eine
Zusammenfassung der pharmakokinetischen Daten findet sich in Tabelle 1.
Tabelle 1: Pharmakokinetische Parameterschätzungen für BeneFIX (75 I.E./kg), initial undnach 6 Monaten bei vorbehandelten Patienten mit Hämophilie B
Parameter Initial n = 24 Monat 6 n = 23
Mittelwert ± SA Mittelwert ± SA
Cmax (I.E./dl) 54,5 ± 15,0 57,3 ± 13,2
AUC0-∞ (I.E. × h/dl) 940 ± 237 923 ± 205t1/2 (h) 22,4 ± 5,3 23,8 ± 6,5
CL (ml/h/kg) 8,47 ± 2,12 8,54 ± 2,04
Recovery (I.E./dl pro I.E./kg) 0,73 ± 0,20 0,76 ± 0,18
Abkürzungen: AUC0-∞ = Fläche unter der Plasmaspiegel-Zeit-Kurve vom Zeitpunkt Null bis unendlich;
Cmax = Spitzenkonzentration; t1/2 = Plasma-Eliminationshalbwertszeit; CL = Clearance;
SA = Standardabweichung
Es wurde ein populationskinetisches Modell entwickelt, welches gesammelte Daten von 73 Patientenim Alter von 7 Monaten bis 60 Jahren verwendet. Tabelle 2 zeigt die mittels des finalen 2-
Kompartment-Modells geschätzten Parameter. Bei Säuglingen und Kindern fanden sich eine höhere
Clearance, ein größeres Verteilungsvolumen, eine kürzere Halbwertszeit und eine niedrigere Recoveryals bei Jugendlichen und Erwachsenen. Aufgrund fehlender Messpunkte bei pädiatrischen Patienten< 6 Jahre jenseits von 24 Stunden ist die terminale Phase nicht eindeutig beschrieben.
Tabelle 2: Mittelwert Standardabweichung der pharmakokinetischen Parameter basierendauf individuellen Bayes-Schätzungen aus einer Populationskinetik
Altersgruppe Säuglinge Kinder Kinder Jugendliche Erwachsene(Jahre) (< 2) (2 bis < 6) (6 bis < 12) (12 bis < 18) (18 bis 60)
Anzahl7 16 1 19 30
Patienten
Clearance13,1 2,1 13,1 ± 2,9 15,5 9,2 ± 2,3 8,0 ± 0,6(ml/h/kg)
Vss (ml/kg) 252 35 257 ± 25 303 234 ± 49 225 ± 59
Eliminations-halbwertszeit 15,6 1,2 16,7 ± 1,9 16,3 21,5 ± 5,0 23,9 ± 4,5(h)
Recovery(I.E./dl pro 0,61 0,10 0,60 ± 0,08 0,47 0,69 ± 0,16 0,74 ± 0,20
I.E./kg)
Präklinische Daten zeigen auf der Basis konventioneller Genotoxizitätsstudien kein spezifisches
Risiko für den Menschen.
Es wurden keine Studien zur Kanzerogenität, zur Beeinträchtigung der Fertilität oder zur fetalen
Entwicklung durchgeführt.
Glycin
L-Histidin
Polysorbat 80
LösungsmittelNatriumchlorid-Lösung
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden. Es sollte nur das beigepackte Infusionsset verwendet werden.
Behandlungsfehler können als Folge einer Adsorption des humanen Blutgerinnungsfaktor IX an derinneren Oberfläche einiger Infusionsbestecke auftreten.
2 Jahre
Das rekonstituierte Produkt enthält kein Konservierungsmittel und sollte sofort, jedoch nicht später als3 Stunden nach Rekonstitution, angewendet werden. Die chemische und physikalische Stabilität beider Anwendung wurde für 3 Stunden bei Temperaturen bis 25 °C nachgewiesen.
Nicht über 30 °C lagern. Nicht einfrieren.
BeneFIX 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 1500 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur
Herstellung einer Injektionslösung
BeneFIX 250 I.E., 500 I.E., 1000 I.E., 1500 I.E., 2000 I.E., 3000 I.E. Pulver in einer 10-ml-
Durchstechflasche (Typ-I-Glas) mit einem Verschlussstopfen (Chlorbutyl) und einem 'Flip-off“-
Deckel (Aluminium) und 5 ml klares, farbloses Lösungsmittel in einer vorgefüllten Spritze (Typ-I-
Glas) mit einem Verschlussstopfen für den Kolben (Brombutyl), einer Spritzenkappe (Brombutyl) undeinem sterilen Adapter für die Durchstechflasche als Hilfsmittel zur Rekonstitution, einem sterilen
Infusionsset, zwei Alkoholtupfern, einem Heftpflaster und einem Tupfer aus Verbandmull.
Nach dem Auflösen des lyophilisierten Pulvers zur Injektion mit dem mitgelieferten Lösungsmittel(0,234 % w/v Natriumchlorid-Lösung) aus der Fertigspritze wird BeneFIX als intravenöse Infusionverabreicht (für Anleitungen zur Rekonstitution siehe auch Abschnitt 3 der Packungsbeilage).
Nach dem Auflösen enthält BeneFIX Polysorbat 80, das bekanntermaßen die Extraktionsrate von Di-(2-ethylhexyl)phthalat (DEHP) aus Polyvinylchlorid (PVC) erhöht. Dies ist bei der Zubereitung und
Verabreichung von BeneFIX zu beachten. Es ist wichtig, dass die Anwendungsempfehlungen in
Abschnitt 4.2 genau eingehalten werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Da die Anwendung von BeneFIX als kontinuierliche Infusion nicht untersucht wurde, sollte BeneFIXnicht mit anderen Infusionslösungen gemischt oder als Tropfinfusion gegeben werden.
Pfizer Europe MA EEIG
Boulevard de la Plaine 171050 Brüssel
Belgien
EU/1/97/047/004
EU/1/97/047/005
EU/1/97/047/006
EU/1/97/047/009
EU/1/97/047/007
EU/1/97/047/008
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 27. August 1997
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 20. Juli 2012
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.