Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels BALVERSA 5mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Balversa 3 mg Filmtabletten
Balversa 4 mg Filmtabletten
Balversa 5 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Balversa 3 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 3 mg Erdafitinib.
Balversa 4 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 4 mg Erdafitinib.
Balversa 5 mg Filmtabletten
Jede Filmtablette enthält 5 mg Erdafitinib.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette).
3 mg Tabletten
Gelbe, runde, bikonvexe Filmtablette mit einem Durchmesser von 7,6 mm und der Prägung '3“ aufder einen Seite und 'EF“ auf der anderen Seite.
4 mg Tabletten
Orangefarbene, runde, bikonvexe Filmtablette mit einem Durchmesser von 8,1 mm und der Prägung'4“ auf der einen Seite und 'EF“ auf der anderen Seite.
5 mg Tabletten
Braune, runde, bikonvexe Filmtablette mit einem Durchmesser von 8,6 mm und der Prägung '5“ aufder einen Seite und 'EF“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Balversa als Monotherapie ist indiziert zur Behandlung erwachsener Patienten mit nicht resezierbaremoder metastasiertem Urothelkarzinom (urothelial carcinoma, UC) und bestimmten genetischen
Veränderungen des Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor-3 (fibroblast growth factor receptor 3,
FGFR3), die zuvor mindestens eine Therapielinie mit einem PD-1- oder PD-L1-Inhibitor im nichtresezierbarem oder metastasierten Stadium erhalten haben (siehe Abschnitt 5.1).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit Balversa soll von einem in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arzteingeleitet und überwacht werden.
Vor der Einnahme von Balversa muss das Vorliegen einer oder mehrerer bestimmter genetischer
FGFR3-Veränderungen (siehe Abschnitt 5.1) durch ein CE-gekennzeichnetes In-vitro-Diagnostikum(IVD) mit entsprechender Zweckbestimmung nachgewiesen worden sein. Ist kein CE-gekennzeichnetes IVD verfügbar, soll ein alternativer validierter Test verwendet werden.
DosierungDie empfohlene Anfangsdosis von Balversa beträgt 8 mg oral einmal täglich.
Diese Dosis sollte beibehalten und der Serumphosphatspiegel 14 bis 21 Tage nach Behandlungsbeginnbestimmt werden. Die Dosis ist auf 9 mg einmal täglich zu erhöhen, wenn der Serumphosphatspiegel< 9,0 mg/dl (< 2,91 mmol/l) beträgt und keine arzneimittelbedingte Toxizität vorliegt. Steigt der
Phosphatspiegel auf 9,0 mg/dl oder höher, sind die entsprechenden Dosisanpassungen in Tabelle 2 zubeachten. Nach Tag 21 soll der Serumphosphatspiegel nicht mehr als Entscheidungshilfe für eine
Auftitration herangezogen werden.
Wenn nach der Einnahme von Balversa zu irgendeinem Zeitpunkt Erbrechen auftritt, sollte die nächste
Dosis am nächsten Tag eingenommen werden.
Dauer der BehandlungDie Behandlung sollte bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einerinakzeptablen Toxizität fortgesetzt werden.
Versäumte DosisWenn die Einnahme einer Dosis Balversa versäumt wird, kann diese so bald wie möglich nachgeholtwerden. Am nächsten Tag soll wieder die normale Tagesdosis Balversa eingenommen werden. Esdürfen keine zusätzlichen Tabletten eingenommen werden, um die versäumte Einnahmeauszugleichen.
Dosisreduktion und Behandlung von Nebenwirkungen
Für das empfohlene Dosisreduktionsschema siehe Tabellen 1 bis 5.
Tabelle 1: Empfohlenes Dosisreduktionsschema von Balversa1. Dosis- 2. Dosis- 3. Dosis- 4. Dosis- 5. Dosis-
Dosis reduktion reduktion reduktion reduktion reduktion9 mg 8 mg 6 mg 5 mg 4 mg Stopp(z. B. drei (z. B. zwei (zwei (eine Tablette (eine Tablette
Tabletten zu Tabletten zu Tabletten zu zu 5 mg) zu 4 mg)je 3 mg) je 4 mg) je 3 mg)8 mg 6 mg 5 mg 4 mg Stopp(z. B. zwei (zwei (eine Tablette (eine Tablette
Tabletten zu Tabletten zu zu 5 mg) zu 4 mg)je 4 mg) je 3 mg)
Management von Hyperphosphatämie
Hyperphosphatämie ist eine zu erwartende, vorübergehende pharmakodynamische Wirkung von
FGFR-Inhibitoren (siehe Abschnitte 4.4, pct. 4.8 und 5.1). Die Phosphatkonzentration sollte vor der
Einnahme der ersten Dosis bestimmt und dann monatlich überwacht werden. Bei erhöhten
Phosphatkonzentrationen bei Patienten, die mit Balversa behandelt werden, sollten die Empfehlungenzur Dosisanpassung in Tabelle 2 beachtet werden. Bei anhaltend erhöhten Phosphatkonzentrationen istggf. die zusätzliche Anwendung eines kalziumfreien Phosphatbinders (z. B. Sevelamercarbonat) zuerwägen (siehe Tabelle 2).
Tabelle 2: Empfohlene Dosisanpassungen basierend auf Serumphosphatkonzentrationenwährend der Behandlung mit Balversa nach der Auftitrierung
Serumphosphat- Therapiemanagementkonzentration
Bei Phosphatkonzentrationen ≥ 5,5 mg/dl (1,75 mmol/l) ist die Phosphataufnahme auf 600-800 mg/Tag zu beschränken.< 6,99 mg/dl Balversa in der aktuellen Dosierung fortsetzen.(< 2,24 mmol/l)7,00-8,99 mg/dl Die Behandlung mit Balversa fortsetzen.(2,25-2,90 mmol/l)
Mit der Einnahme von Phosphatbindern zusammen mit einer
Mahlzeit beginnen, bis der Phosphatspiegel < 7,00 mg/dl beträgt.
Eine Dosisreduktion sollte bei einem anhaltenden
Serumphosphatspiegel von ≥ 7,00 mg/dl über einen Zeitraum von2 Monaten oder beim Auftreten zusätzlicher unerwünschter
Ereignisse oder zusätzlicher Elektrolytdysbalancen im
Zusammenhang mit einer anhaltenden Hyperphosphatämieerfolgen.
9,00-10,00 mg/dl Die Behandlung mit Balversa sollte so lange pausieren, bis der(2,91-3,20 mmol/l) Serumphosphatspiegel wieder auf < 7,00 mg/dl gesunken ist(wöchentliche Kontrolluntersuchungen empfohlen).
Mit der Einnahme von Phosphatbindern zusammen mit einer
Mahlzeit beginnen, bis der Serumphosphatspiegel wieder< 7,00 mg/dl beträgt.
Die Behandlung in der gleichen Dosierung wiederaufnehmen (siehe
Tabelle 1).
Eine Dosisreduktion sollte bei einem anhaltenden
Serumphosphatspiegel von ≥ 9,00 mg/dl über einen Zeitraum von1 Monat oder beim Auftreten zusätzlicher unerwünschter
Ereignisse oder zusätzlicher Elektrolytdysbalancen im
Zusammenhang mit einer anhaltenden Hyperphosphatämieerfolgen.
> 10,00 mg/dl Die Behandlung mit Balversa sollte so lange pausieren, bis der(> 3,20 mmol/l) Serumphosphatspiegel wieder auf < 7,00 mg/dl gesunken ist(wöchentliche Kontrolluntersuchungen empfohlen).
Die Behandlung eine Dosisstufe niedriger wiederaufnehmen (siehe
Tabelle 1).
Wenn der Serumphosphatspiegel für mehr als 2 Wochen≥ 10,00 mg/dl beträgt, sollte Balversa dauerhaft abgesetzt werden.
Medizinische Behandlung der Symptome nach klinischer
Notwendigkeit (siehe Abschnitt 4.4).
Signifikante Veränderung der Balversa sollte dauerhaft abgesetzt werden.
Nierenfunktion gegenüberdem Ausgangswert oder Medizinische Behandlung nach klinischer Notwendigkeit.
Hypokalzämie vom Grad 3aufgrund von
Hyperphosphatämie.
Behandlung von Augenerkrankungen
Die Behandlung mit Balversa sollte aufgrund der durch Erdafitinib bedingten Toxizität wie in
Tabelle 3 beschrieben abgesetzt oder geändert werden.
Tabelle 3: Empfehlungen für die Behandlung von Augenerkrankungen während der
Behandlung mit Balversa
Schweregrad- Therapiemanagement
Einstufung
Grad 1 Überweisung zur augenärztlichen Untersuchung. Wenn eine
Asymptomatisch oder augenärztliche Untersuchung nicht innerhalb von 7 Tagen durchgeführtleichte Symptome; nur werden kann, Balversa so lange pausieren, bis eine augenärztlicheklinische oder Untersuchung durchgeführt werden kann.diagnostische Wenn bei der augenärztlichen Untersuchung keine Anzeichen einer
Beobachtungen oder Augentoxizität festgestellt werden, die Behandlung mit Balversa in derauffälliger Amsler- gleichen Dosierung fortsetzen.
Gitter-Test. Wird bei der augenärztlichen Untersuchung eine Keratitis oder eine
Netzhautanomalie (z. B. CSRa) diagnostiziert, Balversa bis zum
Abklingen pausieren. Ist diese gemäß augenärztlicher Untersuchungnach 4 Wochen abgeklungen, die Behandlung mit der nächstniedrigeren
Dosis fortsetzen.
Nach Wiederaufnahme der Behandlung mit Balversa einen Monat langalle 1-2 Wochen und danach, falls klinisch angezeigt, auf ein erneutes
Auftreten überwachen. Wenn es nicht zu einem erneuten Auftretenkommt, eine erneute Erhöhung der Dosis erwägen.
Grad 2 Balversa sofort pausieren und den Patienten zur augenärztlichen
Mittelschwer; Untersuchung überweisen.
Einschränkung der Wenn keine Anzeichen einer Augentoxizität festgestellt werden, diealtersentsprechenden Balversa-Therapie in der nächstniedrigeren Dosisstufeinstrumentellen wiederaufnehmen, sobald diese abgeklungen ist.
Alltagsaktivitäten Nach Abklingen (vollständige Besserung oder Stabilisierung und(activities of daily Symptomfreiheit) innerhalb von 4 Wochen gemäß augenärztlicherliving). Untersuchung Balversa in der nächstniedrigeren Dosisstufewiederaufnehmen.
Nach Wiederaufnahme der Behandlung mit Balversa einen Monat langalle 1-2 Wochen und danach, falls klinisch angezeigt, auf ein erneutes
Auftreten überwachen.
Grad 3 Balversa sofort pausieren und den Patienten zur augenärztlichen
Schwer oder klinisch Untersuchung überweisen.relevant, aber nicht Nach Abklingen (vollständige Besserung oder Stabilisierung undunmittelbar Symptomfreiheit) innerhalb von 4 Wochen Balversa in einer umsehbehindernd; 2 Dosisstufen niedrigeren Dosierung wiederaufnehmen.
Einschränkung der Nach Wiederaufnahme der Behandlung mit Balversa einen Monat lang
Selbstfürsorge- alle 1-2 Wochen und danach, falls klinisch angezeigt, auf ein erneutes
Alltagsaktivitäten. Auftreten überwachen.
Bei einem erneuten Auftreten ist ein dauerhaftes Absetzen von Balversazu erwägen.
Grad 4 Die Behandlung mit Balversa dauerhaft absetzen.
Gefährdung des Überwachen bis zum vollständigen Abklingen oder bis zur
Sehvermögens; Stabilisierung.
Erblindung (20/200 oderschlechter).a CSR: central serous retinopathy, zentrale seröse Retinopathie, siehe Abschnitt 4.4.
Veränderungen von Nägeln, Haut und Schleimhaut
Unter Balversa wurden Veränderungen der Nägel, der Haut und der Schleimhaut beobachtet. Die
Behandlung mit Balversa sollte aufgrund der durch Erdafitinib bedingten Toxizität, wie in Tabelle 4beschrieben, abgesetzt oder geändert werden.
Tabelle 4: Empfohlene Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen an Nägeln, Haut und
Schleimhäuten während der Behandlung mit Balversa
Schweregrad der Balversa
Nebenwirkung Therapiemanagement
Nagelerkrankung
Grad 1 Balversa in der aktuellen Dosierung fortsetzen.
Grad 2 Balversa pausieren, nach 1-2 Wochen eine erneute Beurteilungdurchführen.
Wenn das Ereignis erstmalig auftritt und sich innerhalb von2 Wochen auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswert zurückgebildet hat,mit der gleichen Dosis erneut beginnen.
Bei rezidivierenden Ereignissen oder wenn es länger als 2 Wochendauert, bis sich das Ereignis auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswertzurückgebildet hat, mit der nächstniedrigeren Dosis beginnen.
Grad 3 Balversa pausieren, nach 1-2 Wochen eine erneute Beurteilungdurchführen.
Wenn sich das Ereignis auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswertzurückgebildet hat, mit der nächstniedrigeren Dosis beginnen.
Grad 4 Die Behandlung mit Balversa absetzen.
Trockene Haut und
Hauttoxizität
Grad 1 Balversa in der aktuellen Dosierung fortsetzen.
Grad 2 Balversa in der aktuellen Dosierung fortsetzen.
Grad 3 Balversa (für bis zu 28 Tage) pausieren, den klinischen Zustandwöchentlich neu beurteilen.
Wenn sich das Ereignis auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswertzurückgebildet hat, mit der nächstniedrigeren Dosis beginnen.
Grad 4 Die Behandlung mit Balversa absetzen.
Orale Mukositis
Grad 1 Balversa in der aktuellen Dosierung fortsetzen.
Grad 2 Balversa pausieren, wenn der Patient andere mit Erdafitinib im
Zusammenhang stehende Nebenwirkungen vom Grad 2 hat.
Balversa pausieren, wenn der Patient bereits länger als eine Wocheeine Behandlung seiner Symptome erhält.
Wenn Balversa pausiert wird, sollte der klinische Zustand nach 1-2 Wochen erneut beurteilt werden.
Wenn die Toxizität erstmalig auftritt und sich innerhalb von2 Wochen auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswert zurückbildet, die
Behandlung mit der gleichen Dosis wiederaufnehmen.
Bei wiederkehrenden Ereignissen oder wenn es länger als2 Wochen dauert, bis sich das Ereignis auf ≤ Grad 1 oder den
Ausgangswert zurückgebildet hat, mit der nächstniedrigeren Dosisbeginnen.
Grad 3 Balversa pausieren, nach 1-2 Wochen den klinischen Zustanderneut beurteilen.
Wenn sich das Ereignis auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswertzurückgebildet hat, mit der nächstniedrigeren Dosis beginnen.
Grad 4 Die Behandlung mit Balversa absetzen.
Mundtrockenheit
Grad 1 Balversa in der aktuellen Dosierung fortsetzen.
Schweregrad der Balversa
Nebenwirkung Therapiemanagement
Grad 2 Balversa in der aktuellen Dosierung fortsetzen.
Grad 3 Balversa (für bis zu 28 Tage) pausieren, den klinischen Zustandwöchentlich neu beurteilen.
Wenn sich das Ereignis auf ≤ Grad 1 oder den Ausgangswertzurückgebildet hat, mit der nächstniedrigeren Dosis beginnen.
Tabelle 5: Empfohlene Dosisanpassungen bei weiteren Nebenwirkungen während der
Behandlung mit Balversa
Weitere Nebenwirkungena
Grad 3 Balversa so lange pausieren, bis sich die Toxizität auf Grad 1 oderden Ausgangswert zurückgebildet hat; Balversa kann dann mit dernächstniedrigeren Dosis wiederaufgenommen werden.
Grad 4 Die Behandlung dauerhaft absetzen.a Dosisanpassungen abgestuft gemäß National Cancer Institute Common Terminology Criteria for Adverse Events (NCI
CTCAEv5.0)
Besondere PatientengruppenNierenfunktionsstörungBasierend auf Analysen der Populationspharmakokinetik (PK) ist bei Patienten mit leichter odermäßiger Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2). Es liegenkeine Daten zur Anwendung von Balversa bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung vor. Bei
Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollte eine Behandlungsalternative in Betracht gezogenwerden (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich(siehe Abschnitt 5.2). Es liegen nur begrenzte Daten über die Anwendung von Balversa bei Patientenmit schwerer Leberfunktionsstörung vor. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung sollte eine
Behandlungsalternative in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere PatientenBei älteren Patienten wird keine spezifische Dosisanpassung als erforderlich erachtet (siehe
Abschnitt 5.2).
Für Patienten, die älter als 85 Jahre sind, liegen nur begrenzte Daten vor.
Kinder und JugendlicheEs gibt im Anwendungsgebiet des Urothelkarzinoms keinen relevanten Nutzen von Erdafitinib bei
Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungBalversa ist zum Einnehmen bestimmt. Die Tabletten sollen im Ganzen mit oder ohne eine Mahlzeitjeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit eingenommen werden.
Der Verzehr von Grapefruit oder Bitterorangen (Sevilla-Orangen) soll während der Behandlung mit
Balversa aufgrund der starken CYP3A4-Hemmung vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
AugenerkrankungenVor Beginn der Behandlung mit Balversa sollte eine grundlegende augenärztliche Untersuchungeinschließlich Amsler-Gitter-Test, Fundoskopie, Beurteilung der Sehschärfe und, falls verfügbar,optischer Kohärenztomographie (optical coherence tomography, OCT) durchgeführt werden.
Balversa kann Augenerkrankungen verursachen, einschließlich einer zentralen serösen Retinopathie(central serous retinopathy, CSR) - ein Überbegriff, der die Abhebung des retinalen Pigmentepithels(retinal pigment epithelial detachment, RPED) einschließt -, die zu Gesichtsfeldausfällen führen kann(siehe Abschnitte 4.7 und 4.8). Die Gesamtinzidenz einer zentralen serösen Retinopathie war bei
Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren höher (33,3 %) als bei Patienten < 65 Jahren (28,8 %). Eine RPEDwurde häufiger bei Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren (6,3 %) im Vergleich zu Patienten < 65 Jahren(2,1 %) berichtet. Bei Patienten, die 65 Jahre oder älter sind, sowie bei Patienten mit klinischrelevanten Augenerkrankungen wie Erkrankungen der Netzhaut, so unter anderem zentrale seröse
Retinopathie, Makuladegeneration oder Netzhautdegeneration, diabetische Retinopathie undvorangegangene Netzhautablösung, wird eine engmaschige klinische Überwachung empfohlen (siehe
Abschnitt 4.8).
Symptome eines trockenen Auges traten bei 16,7 % der Patienten während der Behandlung mit
Balversa auf und waren bei 0,3 % der Patienten vom Grad 3 oder 4 (siehe Abschnitt 4.8). Alle
Patienten sollten eine Prophylaxe oder Behandlung gegen Augentrockenheit mit okulären
Demulzenzien (z. B. künstliche Tränenersatzmittel, feuchtigkeitsspendende oder benetzende
Augengele oder -salben) erhalten, und zwar mindestens alle 2 Stunden während der Wachzeiten. Einschwerwiegendes behandlungsbedingtes trockenes Auge sollte augenärztlich abgeklärt werden.
Während der ersten 4 Behandlungsmonate monatlich und danach alle 3 Monate ist eine augenärztliche
Untersuchung einschließlich Amsler-Gitter-Test durchzuführen, sowie jederzeit unverzüglich bei
Visusveränderungen (siehe Abschnitt 4.2). Wenn eine Auffälligkeit festgestellt wird, sind die
Behandlungsempfehlungen in Tabelle 3 zu befolgen. Die augenärztliche Untersuchung sollte eine
Beurteilung der Sehschärfe, eine Spaltlampenuntersuchung, eine Fundoskopie und eine optische
Kohärenztomographie umfassen. Eine engmaschige Überwachung einschließlich klinischerophthalmologischer Untersuchungen sollte bei Patienten durchgeführt werden, die Balversa nacheinem unerwünschten Ereignis am Auge erneut einnehmen.
Bei Auftreten einer CSR soll Balversa pausiert werden. Sofern keine Besserung innerhalb von4 Wochen eintritt oder wenn das Ereignis von Grad 4 ist, soll Balversa endgültig abgesetzt werden.
Bei Nebenwirkungen am Auge sind die Empfehlungen zur Dosisanpassung zu beachten (siehe
Abschnitt 4.2, Behandlung von Augenerkrankungen).
Hyperphosphatämie
Balversa kann eine Hyperphosphatämie verursachen. Eine anhaltende Hyperphosphatämie kann zueiner Weichteilmineralisierung, kutaner Kalzinose, nichturämischer Kalziphylaxie, Hypokalzämie,
Anämie, sekundärem Hyperparathyreoidismus, Muskelkrämpfen, Krampfanfällen, QT-
Intervallverlängerung und Arrhythmien führen. Hyperphosphatämie wurde früh während der
Behandlung mit Balversa berichtet, wobei die meisten Ereignisse innerhalb der ersten 3-4 Monate und
Ereignisse von Grad 3 innerhalb des ersten Monats auftraten.
Während der gesamten Behandlung sind die Patienten auf eine Hyperphosphatämie zu überwachen.
Die Phosphatzufuhr über die Nahrung (600-800 mg täglich) soll eingeschränkt werden und diegleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen, die den Serumphosphatspiegel erhöhen können, soll bei
Serumphosphatspiegeln ≥ 5,5 mg/dl vermieden werden (siehe Abschnitt 4.2). Eine Supplementierungmit Vitamin D bei Patienten, die Erdafitinib erhalten, wird nicht empfohlen, da sie möglicherweise zuerhöhten Serumphosphat- und Kalziumspiegeln beiträgt.
Wenn der Serumphosphatspiegel über 7,0 mg/dl liegt, ist die Anwendung eines oralen
Phosphatbinders zu erwägen, bis der Serumphosphatspiegel auf < 7,0 mg/dl gesunken ist. Je nach
Dauer und Schweregrad der Hyperphosphatämie ist ein Pausieren der Behandlung, eine
Dosisreduktion oder ein dauerhaftes Absetzen von Balversa gemäß Tabelle 2 in Betracht zu ziehen(siehe Abschnitt 4.2).
Anwendung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängernVorsicht ist geboten bei der Anwendung von Balversa zusammen mit Arzneimitteln, diebekanntermaßen das QT-Intervall verlängern, oder mit Arzneimitteln, die Torsades de pointesauslösen können, wie z. B. Antiarrhythmika der Klasse IA (z. B. Chinidin, Disopyramid) oder der
Klasse III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Ibutilid), Makrolid-Antibiotika, SSRI (z. B. Citalopram,
Escitalopram), Methadon, Moxifloxacin und Antipsychotika (z. B. Haloperidol und Thioridazin).
Hypophosphatämie
Während der Behandlung mit Balversa kann eine Hypophosphatanämie auftreten. Der
Serumphosphatspiegel sollte während der Behandlung mit Balversa und in den Behandlungspausenüberwacht werden. Wenn der Serumphosphatspiegel unter den Normwert fällt, sollten einephosphatsenkende Therapie und (falls zutreffend) eine phosphatbeschränkende Diät abgesetzt werden.
Eine schwere Hypophosphatämie kann mit Verwirrtheit, Krampfanfällen, fokalen neurologischen
Befunden, Herzinsuffizienz, respiratorische Insuffizienz, Muskelschwäche, Rhabdomyolyse undhämolytischer Anämie einhergehen. Zu Dosisanpassungen siehe Abschnitt 4.2.
Hypophosphatämiereaktionen von Grad 3-4 traten bei 1,0 % der Patienten auf.
Nagelerkrankungen
Nagelerkrankungen einschließlich Onycholyse, Nagelverfärbung und Paronychie können unter
Behandlung mit Balversa sehr häufig auftreten (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten sollen auf Anzeichen und Symptome von Nageltoxizitäten überwacht werden. Patientensollten über vorbeugende Maßnahmen wie gute Hygienepraktiken und rezeptfreie Nagelverstärkeraufgeklärt und auf Anzeichen einer Infektion überwacht werden. Die Behandlung mit Balversa solltein Abhängigkeit von einer Erdafitinib-bedingten Toxizität, wie in Tabelle 4 beschrieben, abgesetztoder angepasst werden.
HauterkrankungenHauterkrankungen, darunter trockene Haut, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom (PPES),
Alopezie und Pruritus können unter Behandlung mit Balversa sehr häufig auftreten (siehe
Abschnitt 4.8). Patienten sollen überwacht werden und supportive Maßnahmen einhalten, wie z. B.
Vermeidung von unnötiger Sonnenexposition und übermäßiger Anwendung von Seife und Bädern.
Patienten sollten regelmäßig Feuchtigkeitscremes anwenden und parfümierte Produkte meiden. Die
Behandlung mit Balversa sollte in Abhängigkeit von einer Erdafitinib-bedingten Toxizität, wie in
Tabelle 4 beschrieben, abgesetzt oder angepasst werden.
Lichtempfindlichkeitsreaktionen
Wegen des potenziellen Risikos phototoxischer Reaktionen im Zusammenhang mit der Behandlungmit Balversa ist bei Sonnenexposition Vorsicht geboten, indem schützende Kleidung getragenund/oder Sonnenschutzmittel aufgetragen wird.
Schleimhauterkrankungen
Stomatitis und Mundtrockenheit können unter Behandlung mit Balversa sehr häufig auftreten (siehe
Abschnitt 4.8). Patienten sollen angehalten werden, bei einer Verschlimmerung der Symptomeärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Patienten sollen überwacht werden und supportive
Maßnahmen einhalten, z. B. gute Mundhygiene, 3- bis 4-mal täglicher Gebrauch von Natron-
Mundspülungen je nach Bedarf und Vermeiden von scharfen und/oder säurehaltigen Speisen. Die
Behandlung mit Balversa sollte in Abhängigkeit von einer Erdafitinib-bedingten Toxizität, wie in
Tabelle 4 beschrieben, abgesetzt oder angepasst werden.
LaboruntersuchungenBei Patienten, die Balversa erhalten, wurden erhöhte Kreatininwerte, Hyponatriämie,
Transaminasenerhöhungen und Anämie gemeldet (siehe Abschnitt 4.8). Ein großes Blutbild und
Untersuchungen der Serumanalyse sollen während der Behandlung mit Balversa regelmäßigdurchgeführt werden, um diese Veränderungen zu überwachen.
Reproduktions- und EntwicklungstoxizitätBasierend auf dem Wirkmechanismus und den Ergebnissen aus tierexperimentellen
Reproduktionsstudien ist Erdafitinib embryotoxisch und teratogen (siehe Abschnitt 5.3). Schwangere
Frauen sollten auf das potenzielle Risiko für den Fetus hingewiesen werden. Gebärfähige Frauensollten darauf hingewiesen werden, vor und während der Behandlung sowie für 1 Monat nach derletzten Dosis eine hochwirksame Verhütungsmethode anzuwenden (siehe Abschnitt 4.6). Männliche
Patienten sollten angewiesen werden, während der Behandlung und für 1 Monat nach der letzten Dosisvon Balversa eine zuverlässige Verhütungsmethode (z. B. Kondom) anzuwenden und kein Sperma zuspenden oder zu konservieren (siehe Abschnitt 4.6).
Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, vor der Einnahme von Balversa einen
Schwangerschaftstest mit hoher Sensitivität durchzuführen.
Kombination mit starken oder moderaten CYP2C9- oder CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung von Balversa mit moderaten CYP2C9- oder starken CYP3A4-
Inhibitoren erfordert eine Dosisanpassung (siehe Abschnitt 4.5).
Kombination mit starken oder moderaten CYP3A4-Induktoren
Die gleichzeitige Anwendung von Balversa mit starken CYP3A4-Induktoren wird nicht empfohlen.
Die gleichzeitige Anwendung von Balversa mit moderaten CYP3A4-Induktoren erfordert eine
Dosisanpassung (siehe Abschnitt 4.5).
Kombination mit hormonellen Kontrazeptiva
Die gleichzeitige Anwendung von Balversa kann die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptivaverringern. Patientinnen, die hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten darauf hingewiesen werden,während der Behandlung und bis zu 1 Monat nach der letzten Einnahme von Balversa ein alternatives
Kontrazeptivum, das nicht durch Enzyminduktoren beeinflusst wird (z. B. nicht-hormonelles
Intrauterinpessar), oder eine zusätzliche nicht-hormonelle Verhütungsmethode (z. B. Kondom) zuverwenden (siehe Abschnitte 4.5 und 4.6).
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Filmtablette, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wirkung von anderen Arzneimitteln auf Balversa
Moderate CYP2C9- oder starke CYP3A4-Inhibitoren
Die gleichzeitige Anwendung mit einem moderaten CYP2C9- oder starken CYP3A4-Inhibitor erhöhtdie Erdafitinib-Exposition und kann zu einer erhöhten arzneimittelbedingten Toxizität führen. Diemittlere Ratio (90 %-Konfidenzintervall (KI)) der Cmax und der AUC∞ unter Erdafitinib betrugen121 % (99,9; 147) und 148 % (120; 182) bei gleichzeitiger Anwendung mit Fluconazol, einemmoderaten CYP2C9- und CYP3A4-Inhibitor, im Vergleich zu Erdafitinib allein. Die Cmax von
Erdafitinib betrug 105 % (90 %-KI: 86,7; 127) und die AUC∞ betrug 134 % (90 %-KI: 109; 164) beigleichzeitiger Anwendung mit Itraconazol, einem starken CYP3A4-Inhibitor und P-gp-Inhibitor, im
Vergleich zu Erdafitinib allein. Es sollten alternative Wirkstoffe in Betracht gezogen werden, die keinoder nur ein geringes Enzymhemmungspotenzial aufweisen. Wenn Balversa gleichzeitig mit einemmoderaten CYP2C9- oder starken CYP3A4-Inhibitor (wie Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol,
Voriconazol, Fluconazol, Miconazol, Ceritinib, Clarithromycin, Telithromycin, Elvitegravir,
Ritonavir, Paritaprevir, Saquinavir, Nefazodon, Nelfinavir, Tipranavir, Lopinavir, Amiodaron,
Piperin) angewendet wird, ist die Dosis von Balversa, je nach Verträglichkeit, auf die nächstniedrigere
Dosis zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.2). Wenn der moderate CYP2C9- oder starke CYP3A4-
Inhibitor abgesetzt wird, kann die Balversa-Dosis entsprechend der Verträglichkeit angepasst werden(siehe Abschnitt 4.4).
Der Verzehr von Grapefruit oder Bitterorangen (Sevilla-Orangen) soll während der Behandlung mit
Balversa aufgrund der starken CYP3A4-Hemmung vermieden werden (siehe Abschnitt 4.2).
Starke oder moderate CYP3A4-Induktoren
Die gleichzeitige Anwendung mit Carbamazepin, einem starken CYP3A4- und schwachen CYP2C9-
Induktor, führt zu einer verminderten Erdafitinib-Exposition. Die mittlere Ratio der Cmax und der
AUC∞ unter Erdafitinib betrugen 65,4 % (90 %-KI: 60,8; 70,5) und 37,7 % (90 %-KI: 35,4; 40,2) beigleichzeitiger Anwendung mit Carbamazepin, im Vergleich zu Erdafitinib allein. Die gleichzeitige
Anwendung von Balversa mit starken CYP3A4-Induktoren (wie Apalutamid, Enzalutamid,
Lumacaftor, Ivosidenib, Mitotan, Rifapentin, Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin und
Johanniskraut) ist zu vermeiden. Wenn Balversa gleichzeitig mit einem moderaten CYP3A4-Induktor(wie Dabrafenib, Bosentan, Cenobamat, Elagolix, Efavirenz, Etravirin, Lorlatinib, Mitapivat,
Modafinil, Pexidartinib, Phenobarbital, Primidon, Repotrectinib, Rifabutin, Sotorasib, Telotristatethyl)angewendet wird, soll die Dosis vorsichtig um 1 bis 2 mg erhöht und schrittweise alle zwei bis drei
Wochen auf Grundlage der klinischen Überwachung von Nebenwirkungen angepasst werden, wobei9 mg nicht überschritten werden dürfen. Wenn der moderate CYP3A4-Induktor abgesetzt wird, kanndie Balversa-Dosis entsprechend der Verträglichkeit angepasst werden (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4).
Wirkung von Balversa auf andere Arzneimittel
Wichtige CYP-Isoform-Substrate (einschließlich hormoneller Kontrazeptiva)
Die mittlere Ratio der Cmax und der AUC∞ unter Midazolam (einem empfindlichen CYP3A4-Substrat)betrugen 86,3 % (90 %-KI: 73,5; 101) und 82,1 % (90 %-KI: 70,8; 95,2) bei gleichzeitiger
Anwendung mit Erdafitinib, im Vergleich zu Midazolam allein. Erdafitinib hat keinen klinischbedeutsamen Effekt auf die PK von Midazolam. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die
CYP3A4-Induktion nach Anwendung von Balversa allein oder nach gleichzeitiger Anwendunganderer CYP3A4-Induktoren zusammen mit Balversa die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptivaherabsetzen kann. Patientinnen, die hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten darauf hingewiesenwerden, während der Behandlung und bis zu 1 Monat nach der letzten Einnahme von Balversa einalternatives Kontrazeptivum, das nicht durch Enzyminduktoren beeinflusst wird (z. B. nicht-hormonelles Intrauterinpessar), oder eine zusätzliche nicht-hormonelle Verhütungsmethode (z. B.
Kondom) zu verwenden (siehe Abschnitt 4.4).
P-Glykoprotein (P-gp)-Substrate
Erdafitinib ist ein Inhibitor von P-gp. Die gleichzeitige Anwendung von Balversa mit P-gp-Substratenkann deren systemische Exposition erhöhen. Orale P-gp-Substrate mit engem therapeutischem Index(wie Colchicin, Digoxin, Dabigatran und Apixaban) sollen mindestens 6 Stunden vor oder nach
Erdafitinib angewendet werden, um das Potenzial für Wechselwirkungen zu minimieren.
Substrate für den organischen Kationentransporter 2 (Organic cation transporter 2, OCT2)
Die mittlere Ratio der Cmax und der AUC∞ unter Metformin (einem sensitiven OCT2-Substrat)betrugen 109 % (90 %-KI: 90,3; 131) und 114 % (90 %-KI: 93,2; 139) bei gleichzeitiger Anwendungmit Erdafitinib, im Vergleich zu Metformin allein. Erdafitinib hat keinen klinisch bedeutsamen Effektauf die PK von Metformin.
Arzneimittel, die den Serumphosphatspiegel verändern können
Bei Patienten, die mit Balversa behandelt werden, sollten Arzneimittel, die den Serumphosphatspiegelverändern können, bis zur Bestimmung des Serumphosphatspiegels 14 bis 21 Tage nach
Behandlungsbeginn vermieden werden, da sie die Entscheidung über die Auftitration beeinflussenkönnen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen
Erdafitinib kann aufgrund seines Wirkmechanismus und basierend auf Ergebnissen austierexperimentellen Reproduktionsstudien den Fetus schädigen, wenn es von Schwangereneingenommen wird. Patientinnen im gebärfähigen Alter sollen darauf hingewiesen werden, vor undwährend der Behandlung sowie für 1 Monat nach der letzten Einnahme von Balversa einehochwirksame Verhütungsmethode anzuwenden. Männliche Patienten sollten beraten werden,während der Behandlung und für 1 Monat nach der letzten Einnahme von Balversa eine zuverlässige
Verhütungsmethode (z. B. Kondom) anzuwenden und kein Sperma zu spenden oder zu konservieren.
Die gleichzeitige Anwendung von Balversa kann die Wirksamkeit hormoneller Kontrazeptivaverringern. Patientinnen, die hormonelle Kontrazeptiva anwenden, sollten darauf hingewiesen werden,während der Behandlung und für 1 Monat nach der letzten Einnahme von Balversa ein alternatives
Kontrazeptivum, das nicht durch Enzyminduktoren beeinflusst wird (z. B. nicht-hormonelles
Intrauterinpessar), oder eine zusätzliche nicht-hormonelle Verhütungsmethode (z. B. Kondom) zuverwenden (siehe Abschnitt 4.5).
Schwangerschaftstests
Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn von Balversa einen
Schwangerschaftstest mit hoher Sensitivität durchzuführen.
SchwangerschaftBisher liegen keine Erfahrungen mit der Einnahme von Erdafitinib bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Aufgrunddes Wirkmechanismus von Erdafitinib und basierend auf Ergebnissen aus tierexperimentellen
Reproduktionsstudien darf Balversa während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es seidenn, dass eine Behandlung mit Erdafitinib aufgrund des klinischen Zustandes der Frau erforderlichist.
Wenn Balversa während der Schwangerschaft eingenommen wird oder wenn die Patientin währendder Behandlung mit Balversa schwanger wird, muss die Patientin auf die mögliche Gefahr für den
Fetus hingewiesen und über die klinischen und therapeutischen Möglichkeiten beraten werden.
Patientinnen sollen darauf hingewiesen werden, medizinisches Fachpersonal zu kontaktieren, wenn siewährend der Behandlung mit Balversa schwanger werden oder der Verdacht auf eine Schwangerschaftwährend der Behandlung und bis zu 1 Monat nach Therapieende besteht.
StillzeitEs liegen keine Daten vor, ob Erdafitinib in die Muttermilch übergeht oder sich auf das gestillte Kindoder die Milchbildung auswirkt.
Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Das Stillen sollte während der
Behandlung und für 1 Monat nach der letzten Einnahme von Balversa unterbrochen werden.
FertilitätEs liegen keine Daten zu den Auswirkungen von Erdafitinib auf die Fertilität beim Menschen vor.
Gezielte tierexperimentelle Fertilitätsstudien zu Erdafitinib wurden nicht durchgeführt (siehe
Abschnitt 5.3). Basierend auf der vorläufigen Beurteilung der Fertilität in allgemeinentierexperimentellen Studien (siehe Abschnitt 5.3) und der Pharmakologie von Erdafitinib kann eine
Beeinträchtigung der männlichen und weiblichen Fertilität nicht ausgeschlossen werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenBalversa hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von
Maschinen. Bei der Behandlung mit FGFR-Inhibitoren sowie mit Balversa wurden
Augenerkrankungen, wie zentrale seröse Retinopathie und Keratitis, festgestellt. Treten bei Patientenbehandlungsbedingte Symptome auf, die das Sehvermögen beeinträchtigen, so wird empfohlen, dasssie bis zum Abklingen der Symptome kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen (siehe
Abschnitt 4.4).
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie häufigsten Nebenwirkungen waren Hyperphosphatämie (78,5 %), Diarrhoe (55,5 %), Stomatitis(52,8 %), Mundtrockenheit (39,9 %), verminderter Appetit (31,7 %), trockene Haut (28,0 %), zentraleseröse Retinopathie (28,0 %), Anämie (28,2 %), Obstipation (27,3 %), Dysgeusie (26,3 %), palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (PPES) (25,5 %), Alopezie (23,2 %), Asthenie (23,0 %), erhöhte
Alaninaminotransferase (21,7 %), Onycholyse (21,7 %), Ermüdung (20,3 %), Übelkeit (18,6 %),erniedrigtes Gewicht (18,4 %), erhöhte Aspartataminotransferase (18,0 %), trockenes Auge (16,7 %),
Nagelverfärbung (15,9 %), Erbrechen (13,8 %), erhöhte Kreatininwerte im Blut (13,8 %),
Hyponatriämie (13,4 %), Paronychie (12,5 %), Nageldystrophie (11,9 %), Onychomadesis (11,5 %),
Epistaxis (10,6 %), Nagelerkrankung (10,2 %) und Abdominalschmerz (10,0 %).
Die häufigsten Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher waren Stomatitis (10,6 %), Hyponatriämie(8,8 %), palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (7,9 %), Onycholyse (4,8 %), Diarrhoe (4,0 %),
Hyperphosphatämie (2,9 %), verminderter Appetit (2,5 %) und Nageldystrophie (2,5 %).
Therapiebedingte unerwünschte Ereignisse (related treatment-emergent adverse events, TEAEs) von
Grad 3 oder 4 (47,6 % vs. 43,5 %) und therapiebedingte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse(14,6 % vs. 10,5 %) wurden bei Patienten ab 65 Jahren häufiger gemeldet als bei Patienten unter65 Jahren.
Nebenwirkungen, die zu einer Dosisreduktion führten, traten bei 59,7 % der Patienten auf. Stomatitis(15,4 %), palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (9,6 %), Onycholyse (7,3 %) und
Hyperphosphatämie (5,2 %) waren die häufigsten Nebenwirkungen, die zu einer Dosisreduktionführten.
Nebenwirkungen, die zu einem Absetzen der Behandlung führten, traten bei 19,4 % der Patienten auf.
Die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die zu einem Absetzen der Behandlung führten, waren
Abhebung des retinalen Pigmentepithels (1,7 %) und Stomatitis (1,5 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDas Sicherheitsprofil basiert auf gepoolten Daten von 479 Patienten mit lokal fortgeschrittenem nichtresezierbarem oder metastasiertem Urothelkarzinom, die in klinischen Studien mit Balversa behandeltwurden. Die Patienten wurden mit Balversa in einer Anfangsdosis von 8/9 mg einmal täglich oralbehandelt. Die mediane Behandlungsdauer betrug 4,8 Monate (Spanne: 0,1 bis 43,4 Monate).
Die in klinischen Studien beobachteten Nebenwirkungen sind in Tabelle 6 geordnet nach ihrer
Häufigkeitskategorie aufgelistet. Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: Sehr häufig(≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000);sehr selten (< 1/10 000).
In jeder Häufigkeitskategorie sind die Nebenwirkungen in abnehmendem Schweregrad dargestellt.
Tabelle 6: In klinischen Studien festgestellte Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Endokrine Erkrankungen Häufig Hyperparathyreoidismus
Stoffwechsel- und Sehr häufig Hyperphosphatämie, Hyponatriämie, Appetit
Ernährungsstörungen vermindert
Häufig Hyperkalzämie, Hypophosphatämie
Erkrankungen des Sehr häufig Dysgeusie
Nervensystems
Augenerkrankungen Sehr häufig Zentrale seröse Retinopathiea, trockenes
Auge
Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung
Häufig Ulzerative Keratitis, Keratitis, Konjunktivitis,
Xerophthalmia, Katarakt, Blepharitis,
Tränensekretion verstärkt
Gefäßerkrankungen Gelegentlich Vaskuläre Kalzifikation
Erkrankungen der Sehr häufig Epistaxis
Atemwege, des Brustraums Häufig Nasenschleimhaut trockenund Mediastinums
Erkrankungen des Sehr häufig Diarrhoe, Stomatitisb, Mundtrockenheit,
Gastrointestinaltrakts Obstipation, Übelkeit, Erbrechen,
Abdominalschmerz
Häufig Dyspepsie
Erkrankungen der Haut und Sehr häufig Paronychie, Onycholyse, Onychomadesis,des Unterhautgewebes Nageldystrophie, Nagelerkrankung,
Nagelverfärbung, palmar-plantares
Erythrodysästhesiesyndrom, Alopezie,trockene Haut
Häufig Onychalgia, Onychoklasie, Nagelfurchung,
Hautfissuren, Pruritus, Exfoliation der Haut,
Xeroderma, Hyperkeratose, Hautläsion,
Ekzem, Ausschlag
Gelegentlich Nagelbettblutung, Nagelbeschwerden,
Hautatrophie, Palmarerythem, Hauttoxizität
Erkrankungen der Nieren Häufig Akute Nierenschädigung,und Harnwege Nierenfunktionsbeeinträchtigung,
NierenversagenLeber- und Häufig hepatische Zytolyse, Leberfunktion anomal,
Gallenerkrankungen Hyperbilirubinämie
Allgemeine Erkrankungen Sehr häufig Asthenie, Ermüdungund Beschwerden am Gelegentlich Trockene Schleimhaut
Verabreichungsort
Erkrankungen des Blutes Sehr häufig Anämieund des Lymphsystems
Untersuchungen Sehr häufig Gewicht erniedrigt, Kreatinin im Blut erhöht,
Alaninaminotransferase erhöht,
Aspartataminotransferase erhöhta Die zentrale seröse Retinopathie umfasst Netzhautablösung, Glaskörperablösung, Ödem der Retina, Retinopathie,
Chorioretinopathie, Abhebung des retinalen Pigmentepithels, Ablösung des makulären retinalen Pigmentepithels,
Makulaablösung, seröse Netzhautablösung, subretinale Flüssigkeit, Netzhautverdickung, Chorioretinitis, seröse
Retinopathie, Makulopathie, chorioidale Effusion, Sehen verschwommen, Sehverschlechterung, Sehschärfevermindert.
b Stomatitis umfasst Mundulzeration.
Beschreibung von ausgewählten NebenwirkungenZentrale seröse Retinopathie (Central serous retinopathy, CSR)
Bei 31,5 % der Patienten wurde CSR als Nebenwirkung berichtet, wobei die mediane Zeit bis zumerstmaligen Auftreten eines Ereignisses jeglichen Grades 51 Tage betrug (siehe Abschnitt 4.4). Die amhäufigsten berichteten Ereignisse waren Sehen verschwommen, Chorioretinopathie, Abhebung desretinalen Pigmentepithels, Sehschärfe vermindert, Sehverschlechterung, Netzhautablösung,
Retinopathie und subretinale Flüssigkeit. Eine CSR von Grad 3 oder 4 wurde bei 2,7 % der Patientenberichtet. Die meisten Ereignisse einer zentralen serösen Retinopathie traten innerhalb der ersten90 Tage der Behandlung auf. Zum Zeitpunkt des Datenschnitts war die CSR bei 43,0 % der Patientenabgeklungen. Bei Patienten mit CSR kam es bei 11,3 % zu Dosisunterbrechungen und bei 14,6 % zu
Dosisreduktionen. 3,3 % der Patienten setzten Balversa aus folgenden Gründen ab: Abhebung desretinalen Pigmentepithels (1,7 %), Chorioretinopathie (0,6 %), Sehschärfe vermindert (0,6 %),
Makulopathie (0,4 %), Sehen verschwommen (0,2 %), Sehverschlechterung (0,2 %),
Netzhautablösung (0,2 %) und subretinale Flüssigkeit (0,2 %).
Sonstige Augenerkrankungen
Augenerkrankungen (mit Ausnahme der zentralen serösen Retinopathie) wurden bei 36,3 % der
Patienten berichtet. Die am häufigsten berichteten Ereignisse waren trockenes Auge (16,7 %),
Konjunktivitis (9,8 %) und Tränensekretion verstärkt (9,2 %). Bei 4,8 % der Patienten mit Ereignissenkam es zu Dosisreduktionen und bei 6,7 % zu Dosisunterbrechungen. 1,3 % der Patienten brachen die
Behandlung mit Erdafitinib aufgrund von Augenerkrankungen ab. Die mediane Zeit bis zum ersten
Auftreten von Augenerkrankungen betrug 53 Tage (siehe Abschnitt 4.4).
Nagelerkrankungen
Nagelerkrankungen wurden bei 62,6 % der Patienten berichtet. Die am häufigsten berichteten
Ereignisse umfassten Onycholyse (21,7 %), Nagelverfärbung (15,9 %), Paronychie (12,5 %),
Nageldystrophie (11,9 %) und Onychomadesis (11,5 %). Die Häufigkeit von Nagelerkrankungennahm nach dem ersten Monat der Exposition zu. Die mediane Zeit bis zum Auftreten einer
Nagelerkrankung jeglichen Schweregrads betrug 63 Tage.
Erkrankungen der HautErkrankungen der Haut wurden bei 54,5 % der Patienten berichtet. Die am häufigsten berichteten
Ereignisse waren trockene Haut (28 %) und palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom (25,5 %).
Die mediane Zeit bis zum Auftreten einer Erkrankung der Haut jeglichen Schweregrads betrug47 Tage.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsErkrankungen des Gastrointestinaltrakts wurden bei 83,9 % der Patienten berichtet. Die am häufigstenberichteten Ereignisse waren Diarrhoe (55,5 %), Stomatitis (52,8 %) und Mundtrockenheit (39,9 %).
Die mediane Zeit bis zum Auftreten einer Erkrankung des Gastrointestinaltrakts jeglichen
Schweregrads betrug 15 Tage.
Hyperphosphatämie und Weichteilmineralisierung
Erdafitinib kann eine Hyperphosphatämie verursachen. Ein erhöhter Phosphatspiegel ist einerwartbarer und vorübergehender pharmakodynamischer Effekt (siehe Abschnitt 5.1).
Hyperphosphatämie wurde als unerwünschtes Ereignis bei 78,5 % der mit Balversa behandelten
Patienten berichtet. Eine Hyperphosphatämie wurde früh während der Behandlung mit Erdafitinibberichtet, wobei Ereignisse vom Grad 1-2 im Allgemeinen innerhalb der ersten 3 oder 4 Monate und
Ereignisse von Grad 3 innerhalb des ersten Monats auftraten. Die mediane Zeit bis zum Auftreteneiner Hyperphosphatämie jeglichen Schweregrads betrug 16 Tage. Eine vaskuläre Kalzifikation wurdebei 0,2 % der mit Balversa behandelten Patienten beobachtet (siehe Abschnitt 4.2). Hyperkalzämieund Hyperparathyreoidismus wurden bei 6,1 % und 2,9 % der mit Balversa behandelten Patientenbeobachtet (siehe Tabelle 2 in Abschnitt 4.2).
Hypophosphatämie
Erdafitinib kann eine Hypophosphatämie verursachen. Eine Hypophosphatämie trat bei 5,6 % der
Patienten auf. Bei 1,0 % der Patienten traten Hypophosphatämiereaktionen von Grade 3-4 auf. Diemediane Zeit bis zum Auftreten von Grad 3-Ereignissen betrug 140 Tage. Keines der Ereignisse warschwerwiegend, führte zum Absetzen der Behandlung oder zu einer Dosisreduktion. Eine
Dosisunterbrechung erfolgte bei 0,2 % der Patienten.
Abnorme Laborbefunde
Abnorme Laborbefunde (mit Ausnahme von Hyperphosphatämie, die gesondert beschrieben ist) tratenbei 53,4 % der Patienten auf. Die am häufigsten gemeldeten Laboranomalien waren Anämie (28,2 %(135 Patienten); mediane Zeit bis zum Auftreten 44 Tage, 38,5 % (52/135) abgeklungen),
Alaninaminotransferase erhöht (21,7 % (104 Patienten); mediane Zeit bis zum Auftreten 41 Tage,75 % (78/104) abgeklungen), Aspartataminotransferase erhöht (18 % (86 Patienten); mediane Zeit biszum Auftreten 37 Tage, 73,3 % (63/86) abgeklungen), Kreatinin im Blut erhöht (14,2 %(68 Patienten); mediane Zeit bis zum Auftreten 57 Tage, 44,1 % (30/68) abgeklungen) und
Hyponatriämie (13,4 % (64 Patienten); mediane Zeit bis zum Auftreten 55 Tage, 51,6 % (33/64)abgeklungen).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es ist kein spezifisches Gegenmittel für eine Balversa-Überdosierung bekannt. Im Fall einer
Überdosierung ist die Einnahme von Balversa zu pausieren und es sind allgemeine unterstützende
Maßnahmen zu ergreifen, bis die klinische Toxizität vermindert oder abgeklungen ist.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Proteinkinase-Inhibitoren. ATC-Code:
L01EN01
WirkmechanismusErdafitinib ist ein pan-Fibroblasten-Wachstumsfaktor-Rezeptor (FGFR)-Tyrosinkinase-Inhibitor.
Pharmakodynamische WirkungenSerumphosphat
Erdafitinib erhöht den Serumphosphatspiegel, ein sekundärer Effekt der FGFR-Inhibition (siehe
Abschnitte 4.2 und 4.8).
Klinische WirksamkeitDie Wirksamkeit von Balversa wurde in der Studienkohorte 1 der Studie BLC3001 untersucht, einerrandomisierten, offenen, multizentrischen Phase-III-Studie zur Bewertung des Gesamtüberlebens(overall survival, OS) von Erdafitinib im Vergleich zur Chemotherapie (Docetaxel oder Vinflunin) bei
Patienten mit fortgeschrittenem (nicht resezierbarem oder metastasiertem) Urothelkarzinom mitbestimmten Veränderungen im FGFR-Gen und einem Fortschreiten der Erkrankung nach einer oderzwei vorangegangenen Behandlungen (Therapielinien) in der lokal fortgeschrittenen nichtresezierbaren oder metastasierten Behandlungssituation, von denen mindestens eine einen Inhibitordes Programmed-Death-Rezeptor 1 (PD-1) oder des Programmed-Death-Ligand 1 (PD-L1) umfasst(Anti-PD-(L)1).
Patienten, die eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie oder Immuntherapie erhalten hattenund bei denen innerhalb von 12 Monaten nach der letzten Dosis eine Krankheitsprogressionfestgestellt wurde, galten als Patienten, die im metastasierten Stadium eine systemische Therapieerhalten hatten. Patienten mit nicht kontrollierter kardiovaskulärer Erkrankung innerhalb dervorangegangenen 3 Monate oder mit QTc-Verlängerung vom Grad 2 oder höher (≥ 481 ms) und mit
Wundheilungsstörung sowie Patienten mit zentraler seröser Retinopathie oder Abhebung des retinalen
Pigmentepithels jeglichen Grades wurden von der Studie ausgeschlossen.
Die wesentlichen Ergebnisse zur Wirksamkeit basieren auf 266 Patienten, die zuvor eine Anti-PD-(L)1-Behandlung erhalten hatten und zu Erdafitinib (8 mg mit individueller Auftitration auf 9 mg,sofern der Serumphosphatspiegel < 9,0 mg/dl war und keine arzneimittelbedingte Toxizität auftrat)oder zu einer Chemotherapie (Docetaxel 75 mg/m2 oder Vinflunin 320 mg/m2 einmal alle 3 Wochen)randomisiert worden waren.
Die für die Studie in Frage kommenden Patienten mussten mindestens eine der folgenden
FGFR-Fusionen aufweisen: FGFR2-BICC1, FGFR2-CASP7, FGFR3-TACC3, FGFR3-BAIAP2L1oder eine der folgenden FGFR3-Genmutationen: R248C, S249C, G370C, Y373C. Die molekulare
Eignung wurde anhand der zentralen (74,6 %) oder lokalen (25,4 %) FGFR-Ergebnisse bestimmt. Die
Tumorproben wurden im Zentrallabor mit dem Qiagen Therascreen FGFR RGQ RT-PCR Kit aufgenetische Veränderungen des FGFR untersucht. Lokale historische Tests an Tumor- oder Blutprobenbasierten auf lokalen Next Generation Sequencing (NGS)-Tests. Bei der begrenzten Anzahl von
Patienten, die mit lokalen Tests erfasst wurden und von denen Tumorproben für Bestätigungstests zur
Verfügung standen, wurde eine Übereinstimmung von 75,6 % beobachtet, wenn sie mit dem zentralen
Test getestet wurden.
In der Studienkohorte wiesen 99,2 % der Patienten genetische FGFR-Veränderungen auf (2 Patientenhatten keine FGFR-Veränderungen, 80,8 % der Patienten hatten FGFR3-Mutationen, 16,5 % der
Patienten hatten FGFR3-Fusionen und 1,9 % der Patienten hatten sowohl FGFR3-Mutationen als auch
- Fusionen). In dieser Studienkohorte wurden keine Patienten mit FGFR2-Veränderungeneingeschlossen. Ein Tumor mit bestimmten genetischen Veränderungen des FGFR3 ist ein Tumor mitmindestens einer der folgenden FGFR-Fusionen: FGFR3-TACC3, FGFR3-BAIAP2L1 oder eine derfolgenden FGFR3-Genmutationen: R248C, S249C, G370C, Y373C. Alle Patienten in der
Studienkohorte mit FGFR-Veränderungen wiesen mindestens eine FGFR3-Veränderung auf. Die
FGFR3-S249C-Mutation war die häufigste Veränderung (46,6 %), gefolgt von der FGFR3-Y373C-
Mutation (16,9 %) und FGFR3-TACC3-Fusion (9,8 %).
Die demografischen Merkmale waren in der Erdafitinib- und der Chemotherapie-Behandlungsgruppeausgeglichen. Das mediane Alter nach abgeschlossenem Screening betrug 67 Jahre (Spanne: 32 bis86 Jahre). Die meisten Patienten waren 65 Jahre oder älter: 19,9 % 65 bis 69 Jahre; 19,9 % 70 bis74 Jahre; 21,1 % 75 Jahre oder älter. Die meisten Patienten waren männlich (71,4 %), Kaukasier(54,1 %) und stammten aus Europa (60,9 %).
Bei allen Patienten handelte es sich um ein Übergangszellkarzinom, wobei ein geringer Prozentsatz(5,3 %) der Patienten kleinere Komponenten (< 50 % insgesamt) mit abweichender Histologieaufwies. Der Primärtumor befand sich bei 33,5 % der Patienten im oberen Harntrakt und bei 66,5 %im unteren Harntrakt. Die ECOG-Scores der Patienten betrugen zum Ausgangszeitpunkt 0 (42,9 %), 1(47,7 %) oder 2 (9,4 %).
Alle Patienten hatten mindestens eine vorangehende Systemtherapie erhalten, die eine Anti-PD-(L)1-
Therapie beinhaltet haben musste. Die am häufigsten erhaltenen Anti-PD-(L)1-Therapien umfassten
Pembrolizumab (35,3 %), Avelumab (22,2 %) und Atezolizumab (19,5 %). Eine vorherige
Behandlung mit einer Chemotherapie war nicht erforderlich, jedoch hatten die meisten Patienten(89,1 %) mindestens eine vorangegangene Chemotherapie erhalten. Fast alle Patienten hatten eineplatinbasierte Chemotherapie erhalten (89,7 % in der Erdafitinib-Gruppe, 85,4 % in der
Chemotherapie-Gruppe): am häufigsten Cisplatin (55,9 % in der Erdafitinib-Gruppe, 45,4 % in der
Chemotherapie-Gruppe) gefolgt von Carboplatin (27,2 % in der Erdafitinib-Gruppe, 31,5 % in der
Chemotherapie-Gruppe).
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben. Das radiologische Ansprechen wurdevon den Prüfärzten gemäß RECIST (Response Evaluation Criteria in Solid Tumours Version 1.1) biszu einem der folgenden Ereignisse bewertet (je nachdem, was zuerst eintrat): Krankheitsprogression,intolerable Toxizität, Widerruf der Einwilligungserklärung, Entscheidung des Prüfarztes zum Abbruchder Behandlung oder Studienende. Als sekundäre Wirksamkeitsendpunkte wurden dasprogressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS), die objektive Ansprechrate (Objective
Response Rate, ORR) und die Dauer des Ansprechens einbezogen.
Die Behandlung mit Erdafitinib zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung des
Gesamtüberlebens bei den mit Erdafitinib behandelten Patienten, wobei Erdafitinib das
Gesamtüberleben im Vergleich zur Chemotherapie verlängerte (medianes Gesamtüberleben von12,1 gegenüber 7,8 Monaten) (siehe Tabelle 7).
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind in Tabelle 7 zusammengefasst.
Tabelle 7: Übersicht der Ergebnisse zur Wirksamkeit in der Studie BLC3001, Kohorte 1
Erdafitinib Chemotherapie(N = 136) (N = 130)
Gesamtüberleben (OS)
Anzahl der Ereignisse (%) 77 (56,6 %) 78 (60,0 %)
Median, Monate (95 %-KI) 12,06 (10,28; 16,36) 7,79 (6,54; 11,07)
HR (95 %-KI) 0,64 (0,44; 0,93)ap-Wert 0,0050
Progressionsfreies Überleben (PFS)
Anzahl der Ereignisse (%) 101 (74,3 %) 90 (69,2 %)
Median, Monate (95 %-KI) 5,55 (4,40; 5,65) 2,73 (1,81; 3,68)
HR (95 %-KI) 0,58 (0,41; 0,82)ap-Wert 0,0002
Objektive Ansprechrate (ORR),bestätigt
ORR (CR + PR) 48 (35,3 %) 11 (8,5 %)
Dauer des Ansprechens (DoR)durch Prüfarzt bewertet, bestätigt
Median, Monate (95 %-KI) 5,55 (4,17; 8,31) 5,75 (4,86; 7,16)
Alle angegebenen p-Werte sind 2-seitig.
HR = Hazard Ratio, CR = Komplette Remission (Complete Response), PR = Partielles Ansprechen (Partial Response),
DoR = Dauer des Ansprechens (Duration of Response)a Es werden wiederholte Konfidenzintervalle angegeben.
Die Kaplan-Meier-Kurve zum Gesamtüberleben in den beiden Behandlungsarmen ist in Abbildung 1dargestellt.
Abbildung 1. Kaplan-Meier-Kurve zum Gesamtüberleben - unstratifizierte Analyse(Studie BLC3001, Kohorte 1)p-Wert des Log-Rank-Test 0,0050
Monate ab der Randomisierung
Patienten unter Risiko
Erdafitinib
Chemotherapie
Erdafitinib Chemotherapie
Ältere PatientenIn der klinischen Studie mit Balversa waren 60,9 % der Patienten 65 Jahre und älter (39,8 % waren65 - < 75 Jahre alt und 21,1 % der Patienten waren 75 Jahre und älter). Es wurde kein grundsätzlicher
Unterschied in der Wirksamkeit zwischen älteren und jüngeren erwachsenen Patienten festgestellt.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Erdafitinib eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Urothelkarzinom gewährt(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach einmaliger und wiederholter einmal täglicher Einnahme stieg die Exposition gegenüber
Erdafitinib (maximale beobachtete Plasmakonzentration [Cmax] und Fläche unter der
Plasmakonzentrationszeitkurve [AUC]) dosisproportional über den Dosisbereich von 0,5 bis 12 mg an.
Der Steady-State wurde nach 2 Wochen bei einer einmal täglichen Dosierung erreicht und das mittlere
Akkumulationsverhältnis betrug bei Krebspatienten das 4-Fache. Nach Einnahme der empfohlenen
Anfangsdosis von 8 mg einmal täglich betrugen die mittlere (Variationskoeffizient [coefficient ofvariation, CV %]) Erdafitinib-Steady-State-Cmax, die AUCτ und die minimale beobachtete
Plasmakonzentration (Cmin) 1 399 ng/ml (50,8 %), 29 268 ng.h/ml (59,9 %) und 936 ng/ml (64,9 %)bei Krebspatienten. Die täglichen Schwankungen der Erdafitinib-Plasmakonzentrationen warengering, mit einem mittleren (CV %) Verhältnis von Spitzen zu Talkonzentration von 1,47 (23 %) im
Steady-State nach täglicher Einnahme.
OS-Wahrscheinlichkeit (%)
ResorptionNach Einnahme einer Einzeldosis betrug die mediane Zeit bis zum Erreichen der maximalen
Plasmakonzentration (tmax) 2,5 Stunden (Spanne: 2 bis 6 Stunden) bei gesunden Probanden und dieorale Resorption erfolgt nahezu vollständig.
Auswirkung von Nahrungsmitteln
Die Einnahme von Erdafitinib bei gesunden Probanden unter Nüchternbedingungen und zusammenmit einer fettreichen Mahlzeit führte nicht zu klinisch relevanten Veränderungen der Cmax und AUC.
Die mittlere AUC∞ und Cmax nahmen um 6 % und 14 % ab, wenn Erdafitinib zusammen mit einerfettreichen Mahlzeit eingenommen wird. Die mediane Zeit bis zum Erreichen der tmax war zusammenmit einer Mahlzeit um etwa 1,5 Stunden verzögert (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungDas mittlere scheinbare Verteilungsvolumen von Erdafitinib bei Krebspatienten betrug 0,411 l/kg.
Erdafitinib ist bis zu 99,7 % an menschliche Plasmaproteine gebunden, vorzugsweise an saures
Alpha-1-Glykoprotein.
BiotransformationDie Metabolisierung ist der wichtigste Eliminationsweg für Erdafitinib. Erdafitinib wird beim
Menschen hauptsächlich durch CYP2C9 und CYP3A4 zum O-demethylierten Hauptmetabolitenverstoffwechselt. Der Beitrag von CYP2C9 und CYP3A4 zur Gesamtclearance von Erdafitinib wirdauf 39 % und 20 % geschätzt. Unverändertes Erdafitinib war der größte arzneimittelbezogene Anteilim Plasma, es gab keine zirkulierenden Metaboliten.
EliminationDie mittlere scheinbare Gesamtclearance (CL/F) von Erdafitinib betrug bei Krebspatienten 0,362 l/h.
Die mittlere effektive Halbwertszeit von Erdafitinib bei Krebspatienten betrug 58,9 Stunden.
Bis zu 16 Tage nach Anwendung einer oralen Einzeldosis von radioaktiv markiertem [14C]-Erdafitinibwurden bei gesunden Probanden 69 % der Dosis in den Fäzes (14-21 % als unverändertes Erdafitinib)und 19 % im Urin (13 % als unverändertes Erdafitinib) wiedergefunden.
Besondere PatientengruppenEs wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Pharmakokinetik von Erdafitinib in Bezugauf Alter (21-92 Jahre), Geschlecht, ethnische Abstammung (weiß, hispanisch oder asiatisch),
Körpergewicht (36-166 kg), leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung und leichter oder mäßiger
Leberfunktionsstörung beobachtet.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Erdafitinib wurde bei pädiatrischen Patienten nicht untersucht.
NierenfunktionsstörungEs wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in der Pharmakokinetik von Erdafitinib bei
Patienten mit normaler Nierenfunktion (absolute glomeruläre Filtrationsrate - Änderung der
Ernährung bei Nierenerkrankungen [absolute glomerular filtration rate modification of diet in renaldisease, absolute GFR-MDRD] ≥ 90 ml/min) und Patienten mit leichter (absolute GFR-MDRD 60 bis89 ml/min) und mäßiger (absolute GFR-MDRD 30 bis 59 ml/min) Nierenfunktionsstörung auf Basiseiner PK-Populationsanalyse festgestellt. Für Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (absolute
GFR-MDRD kleiner als 30 ml/min) oder dialysepflichtiger Nierenfunktionsstörung liegen aufgrundeingeschränkter PK-Daten keine Informationen vor (n = 7; 0,8 %).
LeberfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Erdafitinib wurde bei Teilnehmern mit vorbestehender leichter (n = 8) odermäßiger (n = 8) Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A und B) und bei gesunden
Kontrollteilnehmern mit normaler Leberfunktion (n = 8) untersucht. Die Gesamt-AUC∞ betrug bei
Teilnehmern mit leichter und mäßiger Leberfunktionsstörung 82 % und bei Teilnehmern mit normaler
Leberfunktion 61 %. Die Gesamt-Cmax betrug bei Teilnehmern mit leichter und mäßiger
Leberfunktionsstörung 83 % und bei Teilnehmern mit normaler Leberfunktion 74 %. Die freie AUC∞betrug bei Teilnehmern mit leichter und mäßiger Leberfunktionsstörung 95 % und bei Teilnehmernmit normaler Leberfunktion 88 %. Die freie Cmax betrug bei Teilnehmern mit leichter und mäßiger
Leberfunktionsstörung 96 % und bei Teilnehmern mit normaler Leberfunktion 105 %. Bei Patientenmit leichter (Child-Pugh A) oder mäßiger (Child-Pugh B) Leberfunktionsstörung und Patienten mitnormaler Leberfunktion wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede bei der Pharmakokinetikvon Erdafitinib beobachtet. Die Pharmakokinetik von Erdafitinib bei Patienten mit schwerer
Leberfunktionsstörung ist aufgrund begrenzter Daten nicht bekannt.
Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnWirkung von P-gp-Inhibitoren auf Erdafitinib
Erdafitinib ist ein Substrat für P-gp. Es wird nicht erwartet, dass P-gp-Inhibitoren die PK von
Erdafitinib auf klinisch relevante Weise beeinflussen.
Wirkung von säuresenkenden Wirkstoffen auf Erdafitinib
Erdafitinib ist im pH-Bereich von 1 bis 7,4 ausreichend löslich. Es wird nicht erwartet, dasssäuresenkende Mittel (z. B. Antazida, H2-Antagonisten oder Protonenpumpenhemmer) die
Bioverfügbarkeit von Erdafitinib beeinflussen.
Wirkung von Sevelamer auf Erdafitinib
Bei Patienten, die Sevelamer einnahmen, wurden keine klinisch bedeutsamen Unterschiede bei der
Pharmakokinetik von Erdafitinib beobachtet.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Toxizität bei wiederholter GabeDie wichtigsten toxikologischen Befunde nach wiederholter Gabe von Erdafitinib bei Ratten und
Hunden standen im Zusammenhang mit der pharmakologischen Aktivität von Erdafitinib alsirreversibler FGFR-Inhibitor und beinhalteten erhöhtes anorganisches Phosphor und Calcium im
Plasma, ektope Mineralisierung in verschiedenen Organen und Geweben sowie Knochen-/Knorpelläsionen unter Erdafitinib-Expositionen, die niedriger waren als die Exposition beim
Menschen bei der empfohlenen klinischen Dosis. Nach 3-monatiger Behandlung wurden bei Ratteneine Hornhautatrophie (Ausdünnung des Hornhautepithels) und bei Ratten und Hunden eine
Tränendrüsenatrophie, Veränderungen des Fells und der Krallen sowie Zahnveränderungenbeobachtet. Eine Störung der Phosphathomöostase wurde bei Ratten und Hunden unter Expositionenbeobachtet, die niedriger waren als die Exposition beim Menschen unter allen untersuchten Dosen.
Die Weichteilmineralisierungen (mit Ausnahme der Mineralisierung der Aorta bei Hunden) undchondroide Dysplasie bei Ratten und Hunden sowie Atrophie der Milchdrüsen bei Ratten zeigten sicham Ende einer 4-wöchigen arzneimittelfreien Erholungsphase teilweise bis vollständig reversibel.
Erdafitinib ist ein intrinsischer Blocker des hERG(human ether-à-go-go-related gene)-Kanals miteiner proarrhythmischen Tendenz, die sich in einer verlängerten Repolarisation (korrigiertes QT-
Intervall) nach intravenöser Anwendung beim narkotisierten Hund und Meerschweinchen und nachoraler Anwendung beim wachen Hund äußerte. Das 'No-Effect-Level“ entspricht einem
Sicherheitsabstand von 2,4 relativ zur klinischen maximalen freien Steady-State-Plasmakonzentration(Cmax, u) bei einer einmaligen täglichen Dosis von 9 mg.
Kanzerogenität und MutagenitätEs wurden keine tierexperimentellen Langzeitstudien durchgeführt, um das kanzerogene Potential von
Erdafitinib zu untersuchen. Erdafitinib wurde in den Standardtests der Guten Laborpraxis (GLP) zur
Genotoxizität als nicht genotoxisch eingestuft.
ReproduktionstoxizitätErdafitinib war bei Ratten teratogen und embryotoxisch unter niedrigeren Expositionen als beim
Menschen. Die fetale Toxizität war durch Hand-/Fußdefekte und Fehlbildungen einiger großer
Blutgefäße wie der Aorta gekennzeichnet (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).
FertilitätEs wurden keine gezielten tierexperimentellen Fertilitätsstudien mit Erdafitinib durchgeführt. In der3 -monatigen Studie zur allgemeinen Toxizität zeigte Erdafitinib jedoch bei Ratten Auswirkungen aufdie weiblichen Fortpflanzungsorgane (Nekrose der Corpora lutea) bei einer Exposition, die der AUCbei Patienten unter der empfohlenen Höchstdosis von 9 mg täglich annähernd entsprach.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Balversa 3 mg Filmtabletten
TablettenkernCroscarmellose-Natrium
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E572)
Mannitol (Ph.Eur.) (E421)
Meglumin
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Filmüberzug (Opadry amb II)
Glycerolmonocaprylocaprat (Ph.Eur.) (Typ I)
Poly(vinylalkohol)
Natriumdodecylsulfat
Talkum
Titandioxid (E171)
Eisen(Ⅲ)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Balversa 4 mg Filmtabletten
TablettenkernCroscarmellose-Natrium
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E572)
Mannitol (Ph.Eur.) (E421)
Meglumin
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Filmüberzug (Opadry amb II)
Glycerolmonocaprylocaprat (Ph.Eur.) (Typ I)
Poly(vinylalkohol)
Natriumdodecylsulfat
Talkum
Titandioxid (E171)
Eisen(Ⅲ)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)
Balversa 5 mg Filmtabletten
TablettenkernCroscarmellose-Natrium
Magnesiumstearat (Ph.Eur.) (E572)
Mannitol (Ph.Eur.) (E421)
Meglumin
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Filmüberzug (Opadry amb II)
Glycerolmonocaprylocaprat (Ph.Eur.) (Typ I)
Poly(vinylalkohol)
Natriumdodecylsulfat
Talkum
Titandioxid (E171)
Eisen(Ⅲ)-hydroxid-oxid x H2O (E172)
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(Ⅱ,Ⅲ)-oxid (E172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Flasche
Flasche aus HDPE (High-Density Polyethylen) mit kindersicherem Verschluss aus PP (Polypropylen)und Induktionsversiegelung. Jede Faltschachtel enthält eine Flasche mit 28, 56 oder 84 Filmtabletten.
3 mg Tablette:
- Jede Faltschachtel mit 56 Filmtabletten enthält eine Flasche mit 56 Tabletten.
- Jede Faltschachtel mit 84 Filmtabletten enthält eine Flasche mit 84 Tabletten.
4 mg Tablette:
- Jede Faltschachtel mit 28 Filmtabletten enthält eine Flasche mit 28 Tabletten.
- Jede Faltschachtel mit 56 Filmtabletten enthält eine Flasche mit 56 Tabletten.
5 mg Tablette:
- Jede Faltschachtel mit 28 Filmtabletten enthält eine Flasche mit 28 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Janssen-Cilag International NV
Turnhoutseweg 30
B-2340 Beerse
Belgien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/24/1841/003
EU/1/24/1841/004
EU/1/24/1841/008
EU/1/24/1841/009
EU/1/24/1841/011
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 22. August 2024
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.