Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ARIXTRA 7.5mg / 0.6ml injektionslösung in einer fertigspritze
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Arixtra 7,5 mg/0,6 ml Injektionslösung, Fertigspritze.
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Fertigspritze enthält 7,5 mg Fondaparinux-Natrium in 0,6 ml Injektionslösung.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol Natrium(23 mg) pro Dosis und ist daher nahezu natrium-frei.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Die Lösung ist eine klare, farblose bis schwach gelbliche Flüssigkeit.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Therapie von Erwachsenen mit tiefen Venenthrombosen (TVT). Therapie von Lungenembolien (LE),außer bei hämodynamisch instabilen Patienten oder Patienten, die einer Thrombolyse oder einerpulmonalen Embolektomie bedürfen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie empfohlene Dosierung von Fondaparinux beträgt einmal täglich 7,5 mg (Patienten mit einem
Körpergewicht 50 kg, 100 kg), appliziert als subkutane Injektion. Für Patienten mit einem
Körpergewicht < 50 kg beträgt die empfohlene Dosierung einmal täglich 5 mg und für Patienten miteinem Körpergewicht > 100 kg einmal täglich 10 mg.
Die Behandlung sollte mindestens 5 Tage durchgeführt und so lange fortgesetzt werden, bis eineausreichende orale Antikoagulation erreicht worden ist (International Normalised Ratio (INR) 2-3).
Eine begleitende orale Antikoagulation sollte so früh wie möglich eingeleitet werden, üblicherweiseinnerhalb von 72 Stunden. Die durchschnittliche Behandlungsdauer in den klinischen Studien betrug7 Tage, und die klinische Erfahrung mit einer Therapie länger als 10 Tage ist limitiert.
Besondere PatientengruppenÄltere Patienten - Eine Dosisanpassung ist nicht notwendig. Bei Patienten 75 Jahre sollte
Fondaparinux mit Vorsicht angewendet werden, da die Nierenfunktion mit steigendem Alter abnimmt(siehe Abschnitt 4.4).
Nierenfunktionsstörung - Bei Patienten mit mittelgradiger Nierenfunktionseinschränkung muss
Fondaparinux mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4).
Es gibt keine Erfahrungen in der Subgruppe der Patienten mit einem Körpergewicht über 100 kg undgleichzeitiger mittelgradiger Nierenfunktionseinschränkung (Kreatinin-Clearance: 30-50 ml/min). Auf
Basis pharmakokinetischer Modelle kann in dieser Subgruppe nach einer initialen Tagesdosis von10 mg eine Reduktion der weiteren Tagesdosen auf 7,5 mg einmal täglich erwogen werden (siehe
Abschnitt 4.4).
Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) darf
Fondaparinux nicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).
Leberfunktionsstörungen - Bei Patienten mit leichter oder mittelgradiger Leberfunktionsstörung sindkeine Dosisanpassungen erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung muss
Fondaparinux mit Vorsicht angewendet werden, da diese Patientengruppe nicht in Studien untersuchtwurde (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Pädiatrische Patienten - Fondaparinux wird nicht empfohlen für die Anwendung bei Kindern unter17 Jahren aufgrund des Fehlens von Daten zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit (siehe Abschnitte5.1 und 5.2).
Art der AnwendungFondaparinux wird durch tiefe subkutane Injektion am liegenden Patienten angewendet. Die
Injektionsstelle sollte wechseln zwischen der linken und rechten anterolateralen oder der linken undrechten posterolateralen Bauchwand. Um eine vollständige Entnahme des Arzneimittels aus der
Fertigspritze zu gewährleisten, sollte die Luftblase in der Spritze vor der Injektion nicht entferntwerden. Die Injektionsnadel wird in ihrer ganzen Länge senkrecht in eine Hautfalte, die zwischen
Daumen und Zeigefinger festgehalten wird, eingeführt. Die Hautfalte sollte während der Injektionfestgehalten und der Stempel vollständig heruntergedrückt werden.
Für zusätzliche Hinweise für die Handhabung und Entsorgung siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile,
- aktive klinisch relevante Blutungen,
- akute bakterielle Endokarditis,
- schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Fondaparinux ist nur zur subkutanen Anwendung vorgesehen. Nicht intramuskulär injizieren.
Es liegen begrenzte Erfahrungen mit Fondaparinux bei der Therapie hämodynamisch instabiler
Patienten vor. Es gibt keine Erfahrungen bei Patienten, die einer Thrombolyse, Embolektomie oderdes Einsatzes eines Vena-cava-Filters bedürfen.
HämorrhagienFondaparinux muss mit Vorsicht bei Patienten angewendet werden, die ein erhöhtes Blutungsrisikoaufweisen, wie beispielsweise Patienten mit angeborenen oder erworbenen Gerinnungsstörungen(z. B. Thrombozytenzahl < 50.000/Mikroliter), aktiven Magen-Darm-Geschwüren und kurzzurückliegender intrakranieller Blutung oder kurz zurückliegenden operativen Eingriffen am Gehirn,am Rückenmark oder am Auge sowie bei speziellen Patientengruppen wie im Folgenden aufgeführt.
Wie auch andere Antikoagulanzien muss Fondaparinux mit Vorsicht bei Patienten mit kürzlichzurückliegender Operation (< 3 Tage) angewendet werden und nur, wenn die Hämostase eingesetzthat.
Arzneimittel, die das Blutungsrisiko erhöhen können, dürfen nicht gleichzeitig mit Fondaparinuxangewendet werden. Zu diesen Arzneimitteln gehören Desirudin, Fibrinolytika, GP IIb/IIIa Rezeptor-
Antagonisten, Heparine, Heparinoide oder niedermolekulare Heparine (NMH). Wenn während der
Behandlung einer venösen Thromboembolie (VTE) eine gleichzeitige Gabe von Vitamin-K-
Antagonisten erforderlich ist, müssen die Angaben in Abschnitt 4.5 beachtet werden.
Thrombozytenfunktionshemmer (Acetylsalicylsäure, Clopidogrel, Dipyridamol, Sulfinpyrazon oder
Ticlopidin) und nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) müssen mit Vorsicht angewendetwerden. Wenn eine gleichzeitige Anwendung erforderlich ist, ist eine engmaschige Überwachungerforderlich.
Spinal-/Epiduralanästhesie
Bei Patienten, die Fondaparinux zur Therapie einer venösen Thromboembolie erhalten, sollten, andersals in der Prophylaxe, spinale/epidurale Anästhesieverfahren bei einem möglichen chirurgischen
Eingriff nicht angewendet werden.
Ältere PatientenDie ältere Bevölkerung hat ein erhöhtes Blutungsrisiko. Da in der Regel mit zunehmendem Alter die
Nierenfunktion abnimmt, können ältere Patienten eine reduzierte Elimination und eine verlängerte
Wirkung von Fondaparinux aufweisen (siehe Abschnitt 5.2). Bei Patienten, die die empfohlene Dosis
Fondaparinux zur Behandlung der TVT und LE erhielten, betrug die Inzidenz von Blutungen in den
Altersgruppen: unter 65 Jahre 3,0%, 65 - 75 Jahre 4,5%, über 75 Jahre 6,5%. Die entsprechenden
Inzidenzen bei Patienten, die die empfohlene Enoxaparindosis zur Behandlung der TVT erhielten,betrugen 2,5%, 3,6% und 8,3% und die Inzidenzen der mit der empfohlenen Dosis UFH behandelten
Patienten mit LE lagen bei 5,5%, 6,6% und 7,4%. Fondaparinux darf daher bei älteren Patienten nurmit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.2).
Patienten mit niedrigem Körpergewicht
Bei Patienten mit einem Körpergewicht < 50 kg sind die klinischen Erfahrungen mit Fondaparinuxlimitiert. Deshalb sollte Fondaparinux in der Dosierung 5 mg einmal täglich bei diesen Patienten mit
Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
NierenfunktionsstörungenDas Risiko von Blutungen erhöht sich mit zunehmender Nierenfunktionseinschränkung. Fondaparinuxwird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Bei Patienten, die die empfohlene Dosis
Fondaparinux zur Behandlung der TVT und LE erhielten, betrug die Inzidenz von Blutungen beinormaler Nierenfunktion 3,0% (34/1.132), bei leichter Nierenfunktionseinschränkung 4,4% (32/733),bei mittelgradiger Nierenfunktionseinschränkung 6,6% (21/318) und bei schwerer
Nierenfunktionseinschränkung 14,5% (8/55). Die entsprechenden Inzidenzen bei Patienten, die dieempfohlene Enoxaparindosis zur Behandlung der TVT erhielten, betrugen 2,3% (13/559), 4,6%(17/368), 9,7% (14/145) und 11,1% (2/18) und die Inzidenzen bei Patienten mit LE, die mit derempfohlenen Dosis UFH behandelt wurden, lagen bei 6,9% (36/523), 3,1% (11/352), 11,1% (18/162)und 10,7% (3/28).
Fondaparinux ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung (Kreatinin-
Clearance < 30 ml/min) und darf bei Patienten mit mittelgradiger Nierenfunktionseinschränkung(Kreatinin-Clearance 30 - 50 ml/min) nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Behandlungsdauersollte nicht die in den klinischen Studien untersuchte Zeitdauer überschreiten (im Durchschnitt 7 Tage,siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 5.2).
Es gibt keine Erfahrungen in der Subgruppe der Patienten mit einem Körpergewicht über 100 kg undgleichzeitiger mittelgradiger Nierenfunktionseinschränkung (Kreatinin-Clearance 30-50 ml/min). Auf
Basis pharmakokinetischer Modelle kann in dieser Subgruppe nach einer initialen Tagesdosis von10 mg eine Reduktion der weiteren Tagesdosen auf 7,5 mg einmal täglich erwogen werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Schwere Leberfunktionsstörungen
Die Anwendung von Fondaparinux muss mit Vorsicht erfolgen, da es zu einem erhöhten
Blutungsrisiko auf Grund eines Mangels von Gerinnungsfaktoren bei Patienten mit schwerer
Einschränkung der Leberfunktion kommen kann (siehe Abschnitt 4.2).
Patienten mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie
Fondaparinux sollte bei Patienten mit einer HIT in der Vorgeschichte mit Vorsicht angewendetwerden. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Fondaparinux bei Patienten mit HIT Typ II ist formellnicht untersucht worden. Fondaparinux bindet nicht an Plättchenfaktor 4 und zeigt für gewöhnlichkeine Kreuzreaktion mit Seren von Patienten mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT) Typ II.
Allerdings wurden seltene Spontanberichte einer HIT bei Patienten, die mit Fondaparinux behandeltwurden, erhalten.
Latex-Allergie
Der Nadelschutz der Fertigspritze enthält Naturkautschuk, der bei gegenüber Latex empfindlichreagierenden Personen allergische Reaktionen auslösen kann.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Das Blutungsrisiko erhöht sich bei gleichzeitiger Anwendung von Fondaparinux und Arzneimitteln,die zu einer verstärkten Blutungsneigung führen können (siehe Abschnitt 4.4).
In klinischen Studien, die mit Fondaparinux durchgeführt wurden, kam es zu keinenpharmakokinetischen Interaktionen von oralen Antikoagulanzien (Warfarin) mit Fondaparinux. In
Interaktionsstudien kam es bei einer Dosierung von 10 mg zu keiner Beeinflussung der INR-Wertevon Warfarin.
Thrombozytenfunktionshemmer (Acetylsalicylsäure), nicht-steroidale Entzündungshemmer(Piroxicam) und Digoxin beeinflussen die Pharmakokinetik von Fondaparinux nicht. In
Interaktionsstudien mit einer Dosierung von 10 mg wurde unter Acetysalicylsäure oder Piroxicamweder die Blutungszeit beeinflusst, noch kam es zu Änderungen der Pharmakokinetik von Digoxin im
Steady State.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftEs liegen keine klinischen Erfahrungen bei Schwangeren vor. In den durchgeführten Tierstudienwurden die Muttertiere nicht ausreichend exponiert. Daher sind die Ergebnisse hinsichtlich der
Wirkung von Fondaparinux auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt undpostnatale Entwicklung nicht aussagekräftig. Fondaparinux sollte daher während der Schwangerschaftnur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.
StillzeitFondaparinux geht bei Ratten in die Muttermilch über. Es ist nicht bekannt, ob Fondaparinux beim
Menschen in die Muttermilch übergeht. Die Anwendung von Fondaparinux während der Stillzeit wirdnicht empfohlen. Eine Resorption nach oraler Aufnahme von Fondaparinux durch den Säugling istjedoch unwahrscheinlich.
FertilitätEs liegen keine Daten vor zur Auswirkung von Fondaparinux auf die menschliche Fertilität.
Tierstudien zeigen keine Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenEs wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen durchgeführt.
4.8 Nebenwirkungen
Die unter Fondaparinux am häufigsten berichteten schweren unerwünschten Arzneimittelwirkungensind Blutungskomplikationen (an verschiedenen Stellen einschließlich seltene Fälle vonintrakraniellen/intrazerebralen und retroperitonealen Blutungen). Daher sollte Fondaparinux bei
Patienten, die ein erhöhtes Blutungsrisiko haben, mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt4.4).
Die Sicherheit von Fondaparinux wurde untersucht bei:
- 3.595 Patienten, die sich einem größeren orthopädischen Eingriff an den unteren Extremitätenunterziehen mussten und bis zu 9 Tage lang behandelt wurden (Arixtra 1,5 mg/0,3 ml und
Arixtra 2,5 mg/0,5 ml)
- 327 Patienten nach Hüftfraktur-Operationen, die nach einer initialen Prophylaxe von 1 Wocheweitere 3 Wochen behandelt wurden (Arixtra 1,5 mg/0,3 ml und Arixtra 2,5 mg/0,5 ml)
- 1.407 Patienten, die sich einem abdominalen Eingriff unterziehen mussten und bis zu 9 Tagelang behandelt wurden (Arixtra 1,5 mg/0,3 ml und Arixtra 2,5 mg/0,5 ml)
- 425 internistischen Patienten mit einem Risiko für thromboembolische Komplikationen, die biszu 14 Tage lang behandelt wurden (Arixtra 1,5 mg/0,3 ml und Arixtra 2,5 mg/0,5 ml)
- 10.057 Patienten, die wegen einer instabilen Angina pectoris (IA) oder eines aktuen
Koronarsyndroms (ACS) in Form eines Myokardinfarkts ohne ST-Strecken-Hebung (NSTEMI)behandelt wurden (Arixtra 2,5 mg/0,5 ml)
- 6.036 Patienten, die wegen eines ACS in Form eines Myokardinfarkts mit Strecken-Hebung(STEMI) behandelt wurden (Arixtra 2,5 mg/0,5 ml)
- 2.517 Patienten, die wegen venöser Thromboembolie behandelt wurden und Fondaparinuxdurchschnittlich 7 Tage lang erhielten (Arixtra 5 mg/0,4 ml, Arixtra 7,5 mg/0,6 ml und Arixtra10 mg/0,8 ml).
Diese Nebenwirkungen sollten vor dem Hintergrund des chirurgischen oder internistischen
Zusammenhangs interpretiert werden. Das Profil unerwünschter Ereignisse, das im ACS-
Studienprogramm berichtet wurde, ist mit den Arzneimittel-bedingten Nebenwirkungen, die für die
VTE-Prophylaxe identifiziert wurden, konsistent.
Die Nebenwirkungen werden im Folgenden nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt. Die
Häufigkeiten sind definiert als: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000,< 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000).
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten
MedDRA (≥ 1/100, < 1/10) (≥ 1/1.000, < 1/100) (≥ 1/10.000, < 1/1.000)
Infektionen und Postoperativeparasitäre Wundinfektionen
Erkrankungen
Erkrankungen des Anämie, postoperative Thrombozytopenie, Retroperitoneale
Blutes und des Blutungen, utero- Thrombozythämie, Blutungen*,
Lymphsystems vaginale Blutungen*, anomale Leberblutungen,
Hämoptyse, Hämaturie, Thrombozyten, intrakranielle/intrazereb
Hämatome, Gerinnungsstörungen rale Blutungen*
Zahnfleischblutungen,
Purpura, Epistaxis,gastrointestinale
Blutungen,
Hämarthrose*, okuläre
Blutungen*,
Blutergüsse*
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten
MedDRA (≥ 1/100, < 1/10) (≥ 1/1.000, < 1/100) (≥ 1/10.000, < 1/1.000)
Erkrankungen des Allergische Reaktion
Immunsystems (einschließlich sehrseltener Berichte über
Angioödeme,anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktion)
Stoffwechsel- und Hypokaliämie,
Ernährungsstörungen Blutharnstoff erhöht(NPN erhöht)1*
Erkrankungen des Kopfschmerz Angst, Verwirrung,
Nervensystems Schwindelgefühl,
Somnolenz, Vertigo
Gefäßerkrankungen Hypotonie
Erkrankungen der Dyspnoe Husten
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Erkrankungen des Übelkeit, Erbrechen Bauchschmerzen,
Gastrointestinaltrakts Dyspepsie, Gastritis,
Verstopfung, Diarrhö
Leber- und Anomale Hyperbilirubinämie
Gallenerkrankungen Leberfunktionstests,erhöhte Leberenzyme
Erkrankungen der Erythematöser
Haut und des Hautausschlag,
Unterhautgewebes Pruritus
Allgemeine Ödeme, periphere Reaktionen an der
Erkrankungen und Ödeme, Schmerzen, Injektionsstelle,
Beschwerden am Fieber, Beinschmerzen,
Verabreichungsort Brustschmerzen, Ermüdung, Erröten,
Wundsekretion Synkope,
Hitzewallungen,
Genitalödeme(1) NPN steht für Non-Protein-Nitrogen wie z. B. Harn, Harnsäure, Aminosäuren etc.
* Bei höheren Dosierungen von 5 mg/0,4 ml, 7,5 mg/0,6 ml und 10 mg/0,8 ml aufgetreteneunerwünschte Arzneimittelwirkungen
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Fondaparinux kann bei höheren Dosierungen als den empfohlenen zu einem erhöhten Blutungsrisikoführen. Es gibt kein bekanntes Antidot zu Fondaparinux.
Bei Überdosierungen, die von Blutungskomplikationen begleitet sind, muss die Behandlungabgebrochen werden und die Blutungsursache ermittelt werden. Die Einleitung einer geeigneten
Behandlung, wie mechanische Blutstillung, Blutersatz, Frischplasmatransfusionen oder Plasmapheresesollte erwogen werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: antithrombotische Substanz.
ATC Code: B01AX05.
Pharmakodynamische WirkungFondaparinux ist ein synthetisch hergestellter, selektiver Inhibitor des aktivierten Faktors X (Xa). Dieantithrombotische Aktivität von Fondaparinux beruht auf einer Antithrombin III (Antithrombin)-vermittelten selektiven Hemmung des Faktors Xa. Durch die selektive Bindung an Antithrombinverstärkt Fondaparinux (ca. 300fach) die Antithrombin-vermittelte Inhibierung von Faktor Xa. Die
Inhibierung des Faktors Xa bewirkt eine Unterbrechung der Blutgerinnungskaskade und verhindertdadurch sowohl die Thrombinbildung als auch das Thrombuswachstum. Fondaparinux inaktiviertnicht Thrombin (aktivierter Faktor II) und hat keine Wirkungen auf die Thrombozyten.
In Therapiedosierungen hat Fondaparinux weder einen klinisch relevanten Einfluss auf Routine-
Gerinnungstests, wie beispielsweise die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT), die aktivierte
Gerinnungszeit (ACT) oder die Prothrombinzeit (PT)/International Normalised Ratio (INR)-Tests im
Plasma, noch auf die Blutungszeit oder die fibrinolytische Aktivität. Allerdings wurden seltene
Spontanberichte einer aPTT-Verlängerung erhalten. Bei höheren Dosierungen kann eine leichte
Verlängerung der aPTT auftreten. In Interaktionsstudien kam es bei einer Dosierung von 10 mg zukeiner signifikanten Beeinflussung der antikoagulatorischen Aktivität von Warfarin (INR-Werte).
Fondaparinux weist für gewöhnlich keine Kreuzreaktivität mit Seren von Patienten mit Heparin-induzierter Thrombozytopenie (HIT) auf. Allerdings wurden seltene Spontanberichte einer HIT bei
Patienten, die mit Fondaparinux behandelt wurden, erhalten.
Klinische StudienDas klinische Studienprogramm von Fondaparinux zur Therapie venöser Thromboembolien wardarauf angelegt, die Wirksamkeit von Fondaparinux bei der Therapie von tiefen Venenthrombosen(TVT) und Lungenembolien (LE) nachzuweisen. Insgesamt 4.874 Patienten wurden in kontrolliertenklinischen Studien der Phasen II und III untersucht.
Therapie tiefer Venenthrombosen
In einer randomisierten, doppelblinden klinischen Studie bei Patienten mit einer nachgewiesenenakuten symptomatischen TVT wurde Fondaparinux 5 mg (Körpergewicht < 50 kg), 7,5 mg(Körpergewicht 50 kg, 100 kg) oder 10 mg (Körpergewicht > 100 kg) s.c. einmal täglich mit
Enoxaparin-Natrium 1 mg/kg s.c. zwei Mal täglich verglichen. Insgesamt wurden 2.192 Patientenbehandelt; in beiden Gruppen wurden die Patienten für mindestens 5 Tage und bis zu 26 Tagen (im
Mittel 7 Tage) behandelt. Beide Behandlungsgruppen erhielten eine Behandlung mit einem Vitamin-
K-Antagonisten, die üblicherweise innerhalb von 72 Stunden nach der Applikation der ersten
Studienmedikation begonnen und über 90 7 Tage durchgeführt wurde, wobei durch
Dosisanpassungen ein INR-Wert von 2-3 angestrebt wurde. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt wareine Kombination aus einem gesicherten, symptomatischen, nicht-tödlichen Rezidiv einer VTE undtödlichen VTE bis zum Tag 97. Die Therapie mit Fondaparinux erwies sich dabei als nicht unterlegengegenüber Enoxaparin (VTE Raten 3,9% bzw. 4,1%).
Größere Blutungen während der initialen Therapie wurden bei 1,1% der mit Fondaparinuxbehandelten Patienten im Vergleich zu 1,2% der mit Enoxaparin behandelten Patienten beobachtet.
Therapie der Lungenembolie
Eine randomisierte, offene klinische Studie wurde bei Patienten mit einer nachgewiesenen akuten
Lungenembolie durchgeführt. Die Diagnose wurde durch objektive Verfahren (Lungenscan,
Pulmonalisangiographie oder Spiral-CT) bestätigt. Patienten, die einer Thrombolyse, einer
Embolektomie, eines Vena-cava-Filters bedurften, wurden ausgeschlossen. Randomisierte Patientendurften mit unfraktioniertem Heparin (UFH) während der Screening-Phase vorbehandelt sein, jedochwurden Patienten, die mehr als 24 Stunden in therapeutischer Dosierung antikoaguliert wurden odereinen unkontrollierten Bluthochdruck hatten, ausgeschlossen. Fondaparinux 5 mg (Körpergewicht< 50 kg), 7,5 mg (Körpergewicht 50 kg, 100 kg) oder 10 mg (Körpergewicht > 100 kg) s.c. einmaltäglich wurde mit unfraktioniertem Heparin (i.v.-Bolus von 5.000 I.E. gefolgt von einerkontinuierlichen i.v.-Infusion mit dem Ziel einer 1,5 - 2fachen aPTT-Verlängerung) verglichen.
Insgesamt wurden 2.184 Patienten behandelt; in beiden Gruppen wurden die Patienten für mindestens5 Tage und bis zu 22 Tagen (im Mittel 7 Tage) behandelt. Beide Behandlungsgruppen erhielten eine
Behandlung mit einem Vitamin-K-Antagonisten, die üblicherweise innerhalb von 72 Stunden nach der
Applikation der ersten Studienmedikation begonnen und über 90 7 Tage durchgeführt wurde, wobeidurch Dosisanpassungen ein INR-Wert von 2-3 angestrebt wurde. Der primäre Wirksamkeitsendpunktwar eine Kombination aus einem gesicherten, symptomatischen, nicht-tödlichen Rezidiv einer VTEund tödlichen VTE bis zum Tag 97. Die Therapie mit Fondaparinux erwies sich dabei als nichtunterlegen gegenüber unfraktioniertem Heparin (VTE Raten 3,8% bzw. 5,0%).
Größere Blutungen während der initialen Therapie wurden bei 1,3% der mit Fondaparinuxbehandelten Patienten im Vergleich zu 1,1% der mit unfraktioniertem Heparin behandelten Patientenbeobachtet.
Eine Pilotstudie zur Dosisfindung und Pharmakokinetik mit Fondaparinux bei Kindern mittiefer Venenthrombose
In einer offenen Studie wurde 24 pädiatrischen Patienten (n=10, Alter 1 bis ≤ 5 Jahre,
Körpergewichtsbereich 8 - 20 kg; n=7, Alter 6 bis ≤ 12 Jahre, Körpergewichtsbereich 17 - 47 kg undn=7, Alter 13 bis ≤ 18 Jahre, Körpergewichtsbereich 47 - 130 kg) mit einer beim Eintritt in die Studiediagnostizierten venösen Thrombose Fondaparinux verabreicht. Die Mehrzahl der Patienten warspanischer Herkunft (67 %), und 58 % waren männlich. Fondaparinux wurde initial einmal täglich ineiner Dosierung von 0,1 mg/kg Körpergewicht subkutan injiziert, und die Dosis wurde adjustiert, umnach 4 Stunden eine Spitzenkonzentration von Fondaparinux-Natrium von 0,5 bis 1 mg/l zu erreichen.
Die mittlere Behandlungsdauer in dieser Studie betrug 3,5 Tage. Die Mehrzahl der Patienten (88 %)erreichte die Zielkonzentration 4 Stunden nach der ersten Gabe von Fondaparinux. Bei zwei Patientenwurde über Blutungen während der Studie berichtet. Ein Patient erlitt eine hypertensive
Enzephalopathie, die von einer intrakraniellen Blutung am Tag 5 der Therapie begleitet war und zueinem Absetzen von Fondaparinux führte. Über eine kleinere gastrointestinale Blutung bei einemweiteren Patienten am Tag 5 der Therapie, die zu einem zeitweiligen Absetzen von Fondaparinuxführte, wurde ebenfalls berichtet. Aus dieser unkontrollierten Studie können keine Schlüsse auf dieklinische Wirksamkeit gezogen werden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik von Fondaparinux wurde durch die Fondaparinux Plasmaspiegel, anhand der
Anti-Xa-Aktivität, ermittelt. Nur Fondaparinux kann zur Kalibrierung des Anti-Xa-Assays verwendetwerden (die internationalen Standards der Heparine und niedermolekularen Heparine sind hierfür nichtgeeignet). Deshalb werden Fondaparinux-Konzentrationen in Milligramm (mg) ausgedrückt.
ResorptionNach subkutaner Anwendung wird Fondaparinux vollständig und schnell resorbiert (absolute
Bioverfügbarkeit 100%). Nach einer einmaligen subkutanen Injektion von Fondaparinux 2,5 mg wirdbei jungen, gesunden Probanden eine Peak-Plasmakonzentration (mittlere Cmax = 0,34 mg/l) 2 Stundennach der Anwendung erreicht. Die halbmaximale Plasmakonzentration wird nach 25 Minuten erreicht.
Bei älteren gesunden Probanden ist die Pharmakokinetik von Fondaparinux nach subkutaner
Anwendung in einem Bereich von 2-8 mg linear. Nach einmaliger täglicher Dosierung werden Steady-
State-Plasma-Spiegel nach 3-4 Tagen mit einer 1,3fachen Erhöhung der Cmax und AUC erreicht.
Mittlere (CV %) pharmakokinetische Steady-State-Parameter von Fondaparinux bei Patienten, die sicheiner Hüftersatzoperation unterziehen und Fondaparinux 2,5 mg einmal täglich erhalten, sind: Cmax(mg/l) - 0,39 (31%), Tmax (h) - 2,8 (18%) und Cmin (mg/l) - 0,14 (56%). Bei Hüftfrakturpatienten inhöherem Alter beträgt die Steady-State-Plasmakonzentration Cmax (mg/l) - 0,50 (32%), Cmin(mg/l) - 0,19 (58%).
Bei der Therapie der TVT und LE mit Fondaparinux 5 mg (Körpergewicht < 50 kg), 7,5 mg(Körpergewicht 50 kg, 100 kg) oder 10 mg (Körpergewicht > 100 kg) einmal täglich inkörpergewichtsadaptierten Dosierungen ist eine ähnliche Wirkstoffkonzentration innerhalb der
Körpergewichtsgruppen gegeben. Mittlere (CV %) pharmakokinetische Steady-State-Parameter von
Fondaparinux bei Patienten mit einer VTE, die die empfohlene Dosierung von Fondaparinux einmaltäglich erhielten, sind: Cmax (mg/l) - 1,41 (23%) Tmax (h) - 2,4 (8%) und Cmin (mg/l) - 0,52 (45%). Dieassoziierten 5. und 95. Perzentilen für Cmax (mg/l) sind 0,97 und 1,92 und für Cmin (mg/l) 0,24 und0,95.
VerteilungDas Verteilungsvolumen von Fondaparinux ist begrenzt (7-11 Liter). In vitro bindet Fondaparinux,abhängig von der Plasmakonzentration der entsprechenden Dosis, mit einer starken spezifischen
Affinität an Antithrombin (98,6%-97,0% in dem Konzentrationsbereich von 0,5-2 mg/l).
Fondaparinux bindet nicht signifikant an andere Plasmaproteine, einschließlich Plättchenfaktor4 (PF 4).
Da Fondaparinux nicht signifikant an andere Plasmaproteine als Antithrombin bindet, sind keine
Wechselwirkungen bezüglich der gegenseitigen Verdrängung aus der Eiweißbindung mit anderen
Arzneistoffen zu erwarten.
BiotransformationObwohl nicht vollständig untersucht, gibt es keine Hinweise darauf, dass Fondaparinux metabolisiertwird oder dass aktive Metabolite gebildet werden.
Fondaparinux beeinflusst in vitro nicht das CYP450-Enzymsystem (CYP1A2, CYP2A6, CYP2C9,
CYP2C19, CYP2D6, CYP2E1 oder CYP3A4). Wechselwirkungen von Fondaparinux in vivo mitanderen Arzneistoffen über eine gemeinsame CYP-Metabolisierung sind demzufolge nicht zuerwarten.
EliminationDie Eliminationshalbwertszeit (t½) beträgt etwa 17 Stunden bei gesunden, jungen Probanden und etwa21 Stunden bei gesunden, älteren Probanden. Fondaparinux wird unverändert über die Nieren(64-77%) ausgeschieden.
Spezielle PatientengruppenPädiatrische Patienten - Es liegen begrenzte Daten für Kinder und Jugendliche vor (siehe Abschnitt5.1).
Ältere Patienten - Die Nierenfunktion kann mit zunehmendem Alter abnehmen. Somit kann die
Ausscheidungsfähigkeit von Fondaparinux bei älteren Patienten reduziert sein. Bei Patienten> 75 Jahre, die nach einem orthopädischen Eingriff einmal täglich Fondaparinux 2,5 mg erhaltenhatten, war die geschätzte Plasmaclearance um den Faktor 1,2-1,4 niedriger als bei Patienten< 65 Jahre. Ähnliche Werte wurden bei Patienten beobachtet, die auf Grund einer TVT und LEbehandelt wurden.
Patienten mit Nierenfunktionsstörungen - Im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion(Kreatinin-Clearance > 80 ml/min) ist die Plasmaclearance bei Patienten mit leichter
Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 50-80 ml/min), die nach orthopädischem Eingriff einmaltäglich Fondaparinux 2,5 mg erhalten hatten, um den Faktor 1,2 - 1,4 geringer. Bei Patienten mitmittelgradiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30-50 ml/min) ist sie im Durchschnitt2fach geringer. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) ist die
Plasmaclearance etwa 5fach niedriger als bei Patienten mit normaler Nierenfunktion. Dieentsprechenden Eliminationshalbwertszeiten sind 29 Stunden bei Patienten mit mittelgradiger und72 Stunden bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung. Ähnliche Werte wurden bei Patientenbeobachtet, die auf Grund einer TVT und LE behandelt wurden.
Körpergewicht - Die Plasmaclearance von Fondaparinux erhöht sich mit dem Körpergewicht (9%
Steigerung pro 10 kg Körpergewicht).
Geschlecht - Unter Berücksichtigung des Körpergewichtes wurden keine Unterschiede zwischen den
Geschlechtern beobachtet.
Herkunft - Klinische Studien zur Ermittlung pharmakokinetischer Unterschiede in verschiedenen
Bevölkerungsgruppen sind bisher nicht durchgeführt worden. Allerdings zeigen Studien mitasiatischen, gesunden Probanden (Japaner) verglichen mit kaukasischen, gesunden Testpersonen keinverändertes pharmakokinetisches Profil. Ebenso konnten zwischen Patienten mit schwarzer undkaukasischer Herkunft mit größeren orthopädischen Eingriffen keine Unterschiede in der
Plasmaclearance gezeigt werden.
Leberfunktionsstörungen - Nach einer einzelnen subkutanen Dosis von Fondaparinux bei Patienten mitmittelgradiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh Kategorie B) waren die Gesamt-Cmax- und AUC-
Werte (d. h. gebunden und ungebunden) gegenüber Patienten mit normaler Leberfunktion um 22%bzw. 39% reduziert. Die niedrigeren Fondaparinux-Plasmaspiegel wurden einer reduzierten Bindungan ATIII infolge niedrigerer ATIII-Plasmakonzentrationen bei Patienten mit Leberfunktionsstörungzugeschrieben, was gleichzeitig zu einer erhöhten renalen Clearance von Fondaparinux führt. Dahersind bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger Leberfunktionsstörung unveränderte Konzentrationenvon ungebundenem Fondaparinux zu erwarten. Basierend auf den pharmakokinetischen Daten istdeshalb keine Dosisanpassung notwendig.
Die Pharmakokinetik von Fondaparinux wurde bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörungnicht untersucht (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Präklinische Daten, die auf den üblichen Studien zur Sicherheitspharmakologie und Genotoxizitätberuhen, lassen keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Die Untersuchungen der
Toxizität nach wiederholter Gabe und der Reproduktionstoxizität ergaben keine Hinweise aufbesondere Risiken, erbrachten jedoch keine adäquate Dokumentation des Sicherheitsbereichs,aufgrund der limitierten Exposition der untersuchten Spezies.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Natriumchlorid
Wasser für Injektionszwecke
Salzsäure
Natriumhydroxid
6.2 Inkompatibilitäten
Dieses Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden, da keine
Kompatibilitätsstudien durchgeführt worden sind.
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Typ-I-Glaskolben mit einer 27 G x 12,7 mm Injektionsnadel, die von einem Chlorobutyl-Elastomer-
Stopfen verschlossen werden.
Arixtra 7,5 mg/0,6 ml ist in Packungsgrößen zu 2, 7, 10 und 20 Fertigspritzen zugelassen. Es gibt zwei
Ausführungen der Fertigspritzen:
* eine Fertigspritze mit einem purpurroten Stempel und einem automatischen Sicherheitssystem
* eine Fertigspritze mit einem purpurroten Stempel und einem manuellen Sicherheitssystem
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDie subkutane Injektion wird in gleicher Weise durchgeführt wie mit einer herkömmlichen Spritze.
Parenterale Lösungen sollten vor der Anwendung auf Partikel und auf Farbveränderungen visuellgeprüft werden.
Hinweise zur Selbstinjektion sind in der Packungsbeilage aufgeführt.
Die Nadelschutzsysteme der Arixtra Fertigspritzen wurden konzipiert, um Nadelstichverletzungen zuvermeiden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen. Das Arzneimittel ist zur Einmalanwendung bestimmt.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Viatris Healthcare Limited
Damastown Industrial Park,
Mulhuddart
Dublin 15,
DUBLIN
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/02/206/012-014, 019
EU/1/02/206/029
EU/1/02/206/030
EU/1/02/206/034
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 21. März 2002
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. März 2007
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.