AMGEVITA/0.8ml 40mg / 0.8ml injektionslösung in einer fertigspritze merkblatt medikamente

L04AB04 Adalimumab • ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | IMMUNSUPPRESSIVA | Tumornekrosefaktor alpha(TNF-alpha)-Inhibitoren

Adalimumab ist ein biologisches Medikament, das zur Behandlung von autoimmunen entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa eingesetzt wird. Es wirkt durch die Hemmung des Tumornekrosefaktors Alpha (TNF-α), eines Proteins, das an Entzündungen beteiligt ist.

Es wird als subkutane Injektionen verabreicht, in der Regel alle zwei Wochen, abhängig von der medizinischen Indikation. Adalimumab hilft, Entzündungen zu reduzieren, Symptome zu lindern und Gelenkschäden vorzubeugen.

Nebenwirkungen können Reaktionen an der Injektionsstelle, Atemwegsinfektionen, Kopfschmerzen oder Übelkeit umfassen. In seltenen Fällen kann es das Risiko schwerer Infektionen oder bestimmter Krebsarten erhöhen.

Patienten sollten regelmäßig von ihrem Arzt überwacht werden und alle Anzeichen von Infektionen oder anderen Gesundheitsproblemen melden. Es ist kontraindiziert bei aktiven schweren Infektionen.

Allgemeine Daten zu AMGEVITA/0.8ml 40mg / 0.8ml

Substanz: Adalimumab

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2025

Handelsgesetzbuch: W65083001

Konzentration: 40mg / 0.8ml

Pharmazeutisches Formblatt: injektionslösung in einer fertigspritze

Quantität: 2

Produktart: generic

Preis: 2064.13 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: AMGEN EUROPE B.V. - OLANDA

Zulassungsinhaber: AMGEN EUROPE B.V. - OLANDA

Zulassungsnummer: 1164/2017/03

Haltbarkeit: 2ani

Verfügbare Konzentrationen für Adalimumab

20mg, 20mg/0.2ml, 20mg/0.4ml, 40mg, 40mg/0.4ml, 40mg/0.8ml, 80mg, 80mg/0.8ml

Andere ähnliche Substanzen wie Adalimumab

Vergütungslisten für AMGEVITA/0.8ml 40mg / 0.8ml AMGEN

G18 (C1) - Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthropathie, schwere chronische Psoriasis und juvenile Arthritis

Preis

Zuzahlung

Patient

2064.13 RON

1396.27 RON

667.86 RON

G31A (C1) - Chronisch entzündliche Darmerkrankung

Preis

Zuzahlung

Patient

2064.13 RON

1396.27 RON

667.86 RON

G31B (C1) - Rheumatoide Arthritis

Preis

Zuzahlung

Patient

2064.13 RON

1396.27 RON

667.86 RON

G31C (C1) - Psoriasis-Arthropathie

Preis

Zuzahlung

Patient

2064.13 RON

1396.27 RON

667.86 RON

G31D (C1) - Spondylitis ankylosans

Preis

Zuzahlung

Patient

2064.13 RON

1396.27 RON

667.86 RON

G31E (C1) - Juvenile Arthritis

Preis

Zuzahlung

Patient

2064.13 RON

1396.27 RON

667.86 RON

G31F (C1) - Schwere chronische Psoriasis (Plaques)

Preis

Zuzahlung

Patient

2064.13 RON

1396.27 RON

667.86 RON

GX (C1) - GENERIC (wird in der Kompensationsliste C1 für eine andere Diagnose verwendet)

Preis

Zuzahlung

Patient

2064.13 RON

1396.27 RON

667.86 RON

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels AMGEVITA/0.8ml 40mg / 0.8ml injektionslösung in einer fertigspritze

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

AMGEVITA 20 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

AMGEVITA 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

AMGEVITA 40 mg Injektionslösung im Fertigpen

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

AMGEVITA 20 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Jede Einzeldosis-Fertigspritze enthält 20 mg Adalimumab in 0,4 ml Lösung (50 mg/ml).

AMGEVITA 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Jede Einzeldosis-Fertigspritze enthält 40 mg Adalimumab in 0,8 ml Lösung (50 mg/ml).

AMGEVITA 40 mg Injektionslösung im Fertigpen

Jeder Einzeldosis-Fertigpen enthält 40 mg Adalimumab in 0,8 ml Lösung (50 mg/ml).

Adalimumab ist ein rekombinanter humaner monoklonaler Antikörper, der in Ovarialzellen des

Chinesischen Hamsters produziert wird.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung (Injektion)

Injektionslösung (Injektion) im Fertigpen (SureClick)

Klare und farblose bis leicht gelbliche Lösung.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Rheumatoide Arthritis

AMGEVITA wird in Kombination mit Methotrexat angewendet zur

* Behandlung der mäßigen bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten,die nur unzureichend auf krankheitsmodifizierende Antirheumatika (disease-modifying anti-rheumatic drugs, DMARDs), einschließlich Methotrexat, angesprochen haben.

* Behandlung der schweren, aktiven und progressiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, diezuvor nicht mit Methotrexat behandelt worden sind.

AMGEVITA kann im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat, oder wenn die weitere

Behandlung mit Methotrexat nicht sinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden.

AMGEVITA reduziert in Kombination mit Methotrexat das Fortschreiten der radiologischnachweisbaren strukturellen Gelenkschädigungen und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit.

Juvenile idiopathische Arthritis
Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis

AMGEVITA wird in Kombination mit Methotrexat angewendet zur Behandlung der aktivenpolyartikulären juvenilen idiopathischen Arthritis bei Patienten ab dem Alter von 2 Jahren, die nurunzureichend auf ein oder mehrere DMARDs angesprochen haben. AMGEVITA kann im Falle einer

Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat oder, wenn die weitere Behandlung mit Methotrexat nichtsinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden (zur Wirksamkeit bei der Monotherapie siehe

Abschnitt 5.1). Bei Patienten, die jünger als 2 Jahre sind, wurde Adalimumab nicht untersucht.

Enthesitis-assoziierte Arthritis

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der aktiven Enthesitis-assoziierten Arthritis bei

Patienten, die 6 Jahre und älter sind und die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapieangesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben (siehe

Abschnitt 5.1).

Axiale Spondyloarthritis
Ankylosierende Spondylitis (AS)

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der schweren aktiven ankylosierenden Spondylitis bei

Erwachsenen, die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen haben.

Axiale Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der schweren axialen Spondyloarthritis ohne

Röntgennachweis einer AS, aber mit objektiven Anzeichen der Entzündung durch erhöhtes CRPund/oder MRT, bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf nicht steroidale Antirheumatika (NSAR)angesprochen haben oder bei denen eine Unverträglichkeit gegenüber diesen vorliegt.

Psoriasis-Arthritis

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der aktiven und progressiven Psoriasis-Arthritis(Arthritis psoriatica) bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf eine vorherige DMARD-Therapieangesprochen haben. AMGEVITA reduziert das Fortschreiten der radiologisch nachweisbarenstrukturellen Schädigungen der peripheren Gelenke bei Patienten mit polyartikulären symmetrischen

Subtypen der Erkrankung (siehe Abschnitt 5.1) und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit.

Psoriasis

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der mittelschweren bis schweren chronischen

Plaque-Psoriasis bei erwachsenen Patienten, die Kandidaten für eine systemische Therapie sind.

Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der schweren chronischen Plaque-Psoriasis bei Kindernund Jugendlichen ab dem Alter von 4 Jahren, die nur unzureichend auf eine topische Therapie und

Phototherapien angesprochen haben oder für die diese Therapien nicht geeignet sind.

Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Hidradenitissuppurativa (HS) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab einem Alter von 12 Jahren, die unzureichendauf eine konventionelle systemische HS-Therapie ansprechen (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).

Morbus Crohn

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung des mittelschweren bis schweren, aktiven Morbus

Crohn bei erwachsenen Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einem

Kortikosteroid und/oder einem Immunsuppressivum nicht ausreichend angesprochen haben oder dieeine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder bei denen eine solche Therapiekontraindiziert ist.

Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung des mittelschweren bis schweren, aktiven Morbus

Crohn bei Kindern und Jugendlichen (ab dem Alter von 6 Jahren), die nur unzureichend auf einekonventionelle Therapie, einschließlich primärer Ernährungstherapie und einem Kortikosteroidund/oder einem Immunsuppressivum, angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenübereiner solchen Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist.

Colitis ulcerosa

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitisulcerosa bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie, einschließlich

Kortikosteroiden und 6-Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA), unzureichend angesprochenhaben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie haben oder bei denen einesolche Therapie kontraindiziert ist.

Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitisulcerosa bei Kindern und Jugendlichen (ab dem Alter von 6 Jahren), die nur unzureichend auf einekonventionelle Therapie, einschließlich Kortikosteroiden und/oder 6-Mercaptopurin (6-MP) oder

Azathioprin (AZA), angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen

Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist.

Uveitis

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der nicht infektiösen Uveitis intermedia, Uveitisposterior und Panuveitis bei erwachsenen Patienten, die nur unzureichend auf Kortikosteroideangesprochen haben, eine Kortikosteroid sparende Behandlung benötigen oder für die eine Behandlungmit Kortikosteroiden nicht geeignet ist.

Uveitis bei Kindern und Jugendlichen

AMGEVITA wird angewendet zur Behandlung der chronischen nicht infektiösen Uveitis anterior bei

Kindern und Jugendlichen ab dem Alter von 2 Jahren, die unzureichend auf eine konventionelle

Therapie angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegenüber einer solchen Therapie habenoder für die eine konventionelle Therapie nicht geeignet ist.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit AMGEVITA sollte von einem Facharzt mit Erfahrung in der Diagnose und

Behandlung von Krankheitszuständen, für die AMGEVITA indiziert ist, eingeleitet und überwachtwerden. Augenärzten wird angeraten, vor der Einleitung einer AMGEVITA-Therapie einenentsprechenden Spezialisten zurate zu ziehen (siehe Abschnitt 4.4). Patienten, die mit AMGEVITAbehandelt werden, sollte der spezielle Patientenpass ausgehändigt werden.

Nach einer entsprechenden Einweisung in die Injektionstechnik können Patienten AMGEVITA selbstinjizieren, falls ihr Arzt dies für angemessen hält und medizinische Nachuntersuchungen nach Bedarferfolgen.

Während der Behandlung mit AMGEVITA sollten andere Begleittherapien (z. B. Kortikosteroideund/oder Immunsuppressiva) optimiert werden.

Dosierung
Rheumatoide Arthritis

Bei erwachsenen Patienten mit rheumatoider Arthritis beträgt die empfohlene Dosis von AMGEVITA40 mg Adalimumab, die jede zweite Woche als Einzeldosis subkutan injiziert wird. Die Anwendungvon Methotrexat sollte während der Behandlung mit AMGEVITA fortgesetzt werden.

Die Gabe von Kortikosteroiden, Salizylaten, nicht steroidalen Antiphlogistika oder Analgetika kannwährend der Behandlung mit AMGEVITA fortgesetzt werden. Bezüglich der Kombination mit anderenkrankheitsmodifizierenden Antirheumatika als Methotrexat siehe Abschnitte 4.4 und 5.1.

Einige der Patienten, die mit einer Monotherapie behandelt werden und nur unzureichend auf

AMGEVITA 40 mg jede zweite Woche ansprechen, könnten von einer Erhöhung der Dosis auf 40 mg

Adalimumab jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche profitieren.

Die verfügbaren Adalimumab-Daten weisen darauf hin, dass ein klinisches Ansprechen üblicherweiseinnerhalb von 12 Behandlungswochen erreicht wird. Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem

Patienten, der innerhalb dieser Zeitspanne nicht anspricht, nochmals überdacht werden.

Dosisunterbrechung

Eine Dosisunterbrechung kann erforderlich sein, z. B. vor einer Operation oder beim Auftreten einerschweren Infektion.

Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass nach einer Unterbrechung von 70 Tagen oder länger, die

Wiederaufnahme der Adalimumab-Therapie zu der gleichen Größenordnung des klinischen

Ansprechens und einem ähnlichen Sicherheitsprofil wie vor der Dosisunterbrechung führte.

Ankylosierende Spondylitis, axiale Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS und Psoriasis-

Arthritis

Bei Patienten mit ankylosierender Spondylitis, axialer Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer

AS oder bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis beträgt die empfohlene Dosis von AMGEVITA 40 mg

Adalimumab, die jede zweite Woche als Einzeldosis subkutan injiziert wird.

Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass ein klinisches Ansprechen üblicherweise innerhalb von12 Behandlungswochen erreicht wird. Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem Patienten, derinnerhalb dieser Zeitspanne nicht anspricht, nochmals überdacht werden.

Psoriasis

Die empfohlene Dosierung von AMGEVITA für erwachsene Patienten mit Psoriasis beträgt 80 mg

Adalimumab, subkutan als Induktionsdosis verabreicht, gefolgt von 40 mg Adalimumab subkutan jedezweite Woche, beginnend eine Woche nach der Induktionsdosis.

Bei Patienten, die 16 Wochen lang nicht auf die Therapie angesprochen haben, sollte eine

Weiterbehandlung sorgfältig geprüft werden.

Nach 16 Wochen kann bei Patienten, die unzureichend auf AMGEVITA 40 mg jede zweite Wocheansprechen, eine Erhöhung der Dosis auf 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche von Nutzensein. Bei Patienten, die auch nach Erhöhung der Dosis unzureichend ansprechen, sollten Nutzen und

Risiko einer fortgesetzten Behandlung mit 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche sorgfältigabgewogen werden (siehe Abschnitt 5.1). Bei Erreichen eines ausreichenden Ansprechens mit 40 mgjede Woche oder 80 mg jede zweite Woche kann die Dosis anschließend auf 40 mg jede zweite Wochereduziert werden.

Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

Die empfohlene Dosis von AMGEVITA für erwachsene Patienten mit Hidradenitis suppurativa (HS)beträgt anfänglich 160 mg an Tag 1 (verabreicht als vier Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tagesoder als zwei Injektionen von 40 mg pro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen), gefolgt von 80 mgzwei Wochen später an Tag 15 (verabreicht als zwei Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tages).

Zwei Wochen später (Tag 29) wird die Behandlung mit einer Dosis von 40 mg jede Woche oder 80 mgjede zweite Woche (verabreicht als zwei Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tages) fortgesetzt. Fallsnotwendig, kann eine Antibiotikatherapie während der Behandlung mit AMGEVITA weitergeführtwerden. Es wird empfohlen, dass die Patienten während der Behandlung mit AMGEVITA täglich einetopische antiseptische Waschlösung an ihren HS-Läsionen anwenden.

Eine Fortsetzung der Therapie länger als 12 Wochen sollte sorgfältig abgewogen werden bei Patienten,die innerhalb dieser Zeitspanne keine Verbesserung zeigen.

Sollte eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich sein, kann wieder mit einer Behandlung mit

AMGEVITA 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche begonnen werden (siehe

Abschnitt 5.1).

Nutzen und Risiko einer Langzeitbehandlung sollten regelmäßig beurteilt werden (siehe Abschnitt 5.1).

Morbus Crohn

Die empfohlene Induktionsdosis für AMGEVITA beträgt bei Erwachsenen mit mittelschwerem bisschwerem, aktivem Morbus Crohn 80 mg in Woche 0, gefolgt von 40 mg in Woche 2. Ist einschnelleres Ansprechen auf die Therapie erforderlich, kann die Dosis auf 160 mg in Woche 0(verabreicht als vier Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tages oder als zwei Injektionen von 40 mgpro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen) gefolgt von 80 mg in Woche 2 (verabreicht als zwei

Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tages) erhöht werden, allerdings sollte beachtet werden, dassdies das Risiko für unerwünschte Ereignisse während der Therapieeinleitung erhöht.

Nach der Induktionsbehandlung beträgt die empfohlene Dosis 40 mg als subkutane Injektion jedezweite Woche. Wenn AMGEVITA abgesetzt wurde, kann AMGEVITA erneut verabreicht werden,wenn die Anzeichen und Symptome der Erkrankung wieder auftreten. Zu einer erneuten Verabreichungnach mehr als 8 Wochen seit der letzten Dosis liegen nur wenige Erfahrungen vor.

Während der Erhaltungstherapie können Kortikosteroide gemäß den klinischen Empfehlungenausgeschlichen werden.

Einige Patienten, bei deren Behandlung mit AMGEVITA 40 mg jede zweite Woche ein Wirkverlustauftritt, können von einer Erhöhung der Dosis auf 40 mg AMGEVITA jede Woche oder 80 mg jedezweite Woche profitieren.

Einige Patienten, die bis Woche 4 noch nicht auf die Therapie angesprochen haben, können von einer

Weiterführung der Erhaltungstherapie bis Woche 12 profitieren. Eine weitere Behandlung von

Patienten, die in diesem Zeitraum nicht auf die Therapie angesprochen haben, sollte sorgfältigabgewogen werden.

Colitis ulcerosa

Die empfohlene Induktionsdosis für AMGEVITA beträgt bei erwachsenen Patienten mit mittelschwererbis schwerer Colitis ulcerosa 160 mg in Woche 0 (verabreicht als vier Injektionen von 40 mg innerhalbeines Tages oder als zwei Injektionen von 40 mg pro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen) und80 mg in Woche 2 (verabreicht als zwei Injektionen von 40 mg innerhalb eines Tages). Nach der

Induktionsbehandlung beträgt die empfohlene Dosis 40 mg als subkutane Injektion jede zweite Woche.

Während der Erhaltungstherapie können Kortikosteroide gemäß den klinischen Empfehlungenausgeschlichen werden.

Einige Patienten, bei deren Behandlung mit AMGEVITA 40 mg jede zweite Woche ein Wirkverlustauftritt, können von einer Erhöhung der Dosis auf 40 mg AMGEVITA jede Woche oder 80 mg jedezweite Woche profitieren.

Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass ein klinisches Ansprechen gewöhnlich innerhalb von2 bis 8 Behandlungswochen erreicht wird. Bei Patienten, die in dieser Zeit nicht ansprechen, sollte die

Behandlung mit AMGEVITA nicht fortgesetzt werden.

Uveitis

Die empfohlene Dosierung von AMGEVITA für erwachsene Patienten mit Uveitis beträgt 80 mg als

Induktionsdosis, gefolgt von 40 mg alle zwei Wochen, beginnend eine Woche nach der Induktionsdosis.

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen zur Einleitung von Adalimumab als Monotherapie vor. Die

Behandlung mit AMGEVITA kann in Kombination mit Kortikosteroiden und/oder anderen nichtbiologischen Immunsuppressiva eingeleitet werden. Eine begleitende Anwendung von Kortikosteroidenkann gemäß gängiger klinischer Praxis ab zwei Wochen nach der Einleitung der Behandlung mit

AMGEVITA ausgeschlichen werden.

Es wird empfohlen, Nutzen und Risiko einer Langzeitbehandlung jährlich zu beurteilen (siehe

Abschnitt 5.1).

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.

Nieren- und/oder Leberfunktionsstörungen

Adalimumab wurde in dieser Patientengruppe nicht untersucht. Eine Dosisempfehlung kann nichtgegeben werden.

Kinder und Jugendliche
Juvenile idiopathische Arthritis

Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis ab einem Alter von 2 Jahren

Die empfohlene Dosis von AMGEVITA wird für Patienten mit polyartikulärer juveniler idiopathischer

Arthritis ab einem Alter von 2 Jahren anhand des Körpergewichtes bestimmt (Tabelle 1). AMGEVITAwird jede zweite Woche subkutan injiziert.

Tabelle 1: AMGEVITA-Dosis für Patienten mit polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis

Gewicht des Patienten Dosierungsschema10 kg bis < 30 kg 20 mg jede zweite Woche≥ 30 kg 40 mg jede zweite Woche

Die verfügbaren Daten weisen darauf hin, dass ein klinisches Ansprechen üblicherweise innerhalb von12 Behandlungswochen erreicht wird. Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem Patienten, derinnerhalb dieser Zeitspanne nicht anspricht, nochmals sorgfältig überdacht werden.

Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als2 Jahre sind.

Enthesitis-assoziierte Arthritis

Die empfohlene Dosis von AMGEVITA für Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis ab einem

Alter von 6 Jahren wird anhand des Körpergewichtes bestimmt (Tabelle 2). AMGEVITA wird jedezweite Woche subkutan injiziert.

Tabelle 2: AMGEVITA-Dosis für Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis

Gewicht des Patienten Dosierungsschema15 kg bis < 30 kg 20 mg jede zweite Woche≥ 30 kg 40 mg jede zweite Woche

Adalimumab wurde bei Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis, die jünger als 6 Jahre sind, nichtuntersucht.

Psoriasis-Arthritis und axiale Spondyloarthritis, einschließlich ankylosierender Spondylitis

Es gibt in den Indikationen ankylosierende Spondylitis und Psoriasis-Arthritis keinen relevanten Nutzenvon Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen.

Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen

Die empfohlene AMGEVITA-Dosis wird für Patienten mit Plaque-Psoriasis im Alter von 4 bis 17

Jahren anhand des Körpergewichtes bestimmt (Tabelle 3). AMGEVITA wird subkutan injiziert.

Tabelle 3: AMGEVITA-Dosis für Kinder und Jugendliche mit Plaque-Psoriasis

Gewicht des Patienten Dosierungsschema15 kg bis < 30 kg Anfangsdosis von 20 mg, gefolgt von einer Dosis von20 mg jede zweite Woche, beginnend eine Woche nachder Anfangsdosis≥ 30 kg Anfangsdosis von 40 mg, gefolgt von einer Dosis von40 mg jede zweite Woche, beginnend eine Woche nachder Anfangsdosis

Die Fortsetzung der Therapie länger als 16 Wochen sollte bei Patienten, die innerhalb dieser Zeitspannenicht ansprechen, sorgfältig abgewogen werden.

Wenn die Wiederaufnahme der Therapie mit AMGEVITA angezeigt ist, sollte bezüglich Dosis und

Behandlungsdauer die oben beschriebene Anleitung befolgt werden.

Die Sicherheit von Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Plaque-Psoriasis wurde fürdurchschnittlich 13 Monate beurteilt.

Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als4 Jahre sind.

Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) bei Jugendlichen (ab 12 Jahren und mit einem Gewicht vonmindestens 30 kg)

Es gibt keine klinischen Studien mit Adalimumab bei jugendlichen Patienten mit Hidradenitissuppurativa (HS). Die Dosierung von AMGEVITA bei diesen Patienten wurde in pharmakokinetischen

Modellen und Simulationen bestimmt (siehe Abschnitt 5.2).

Die empfohlene Dosis von AMGEVITA beträgt 80 mg in Woche 0, gefolgt von 40 mg jede zweite

Woche ab Woche 1 als subkutane Injektion.

Bei jugendlichen Patienten, die unzureichend auf 40 mg AMGEVITA jede zweite Woche ansprechen,kann eine Erhöhung der Dosis auf 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche erwogen werden.

Falls notwendig, kann eine Antibiotikatherapie während der Behandlung mit AMGEVITAweitergeführt werden. Es wird empfohlen, dass die Patienten während der Behandlung mit AMGEVITAtäglich eine topische antiseptische Waschlösung an ihren HS-Läsionen anwenden.

Eine Fortsetzung der Therapie länger als 12 Wochen sollte sorgfältig abgewogen werden bei Patienten,die innerhalb dieser Zeitspanne keine Verbesserung zeigen.

Sollte eine Unterbrechung der Behandlung erforderlich sein, kann AMGEVITA nach Bedarf erneutgegeben werden.

Nutzen und Risiko einer fortgesetzten Langzeitbehandlung sollten regelmäßig beurteilt werden (siehe

Daten zu Erwachsenen in Abschnitt 5.1).

Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von AMGEVITA bei Kindern, die jünger als12 Jahre sind.

Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen

Die empfohlene Dosis von AMGEVITA für Patienten mit Morbus Crohn im Alter von 6 bis 17 Jahrenwird anhand des Körpergewichts bestimmt (Tabelle 4). AMGEVITA wird subkutan injiziert.

Tabelle 4: AMGEVITA-Dosis für Kinder und Jugendliche mit Morbus Crohn

Gewicht des Anfangsdosis Erhaltungsdosis,

Patienten beginnend in

Woche 4< 40 kg * 40 mg in Woche 0 und 20 mg in Woche 2 20 mg jede zweite

Woche

In Fällen, in denen ein schnelleres Ansprechen auf die Therapieerforderlich ist, kann - unter Berücksichtigung, dass bei einerhöheren Induktionsdosis auch das Risiko für Nebenwirkungenhöher sein kann - folgende Dosis angewandt werden:

* 80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2≥ 40 kg * 80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2 40 mg jede zweite

Woche

In Fällen, in denen ein schnelleres Ansprechen auf die Therapieerforderlich ist, kann - unter Berücksichtigung, dass bei einerhöheren Induktionsdosis auch das Risiko für Nebenwirkungenhöher sein kann - folgende Dosis angewandt werden:

* 160 mg in Woche 0 und 80 mg in Woche 2

Patienten, die unzureichend ansprechen, können unter Umständen von einer Erhöhung der Dosisprofitieren:

* < 40 kg: 20 mg jede Woche

* ≥ 40 kg: 40 mg jede Woche oder 80 mg jede zweite Woche

Die Fortsetzung der Therapie sollte bei einem Patienten, der bis Woche 12 nicht angesprochen hat,nochmals sorgfältig überdacht werden.

Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von Adalimumab bei Kindern, die jünger als6 Jahre sind.

Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen

Die empfohlene Dosis von AMGEVITA für Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren mit Colitis ulcerosawird anhand des Körpergewichts bestimmt (Tabelle 5). AMGEVITA wird subkutan injiziert.

Tabelle 5: AMGEVITA-Dosis für Kinder und Jugendliche mit Colitis ulcerosa

Gewicht Anfangsdosis Erhaltungsdosis,des beginnend in

Patienten Woche 4*< 40 kg * 80 mg in Woche 0 (verabreicht als zwei Injektionen von 40 mg jede40 mg innerhalb eines Tages) und zweite Woche

* 40 mg in Woche 2 (verabreicht als eine Injektion von 40 mg)≥ 40 kg * 160 mg in Woche 0 (verabreicht als vier Injektionen von 80 mg jede40 mg innerhalb eines Tages oder als zwei Injektionen von zweite Woche40 mg pro Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen) und

* 80 mg in Woche 2 (verabreicht als zwei Injektionen von40 mg innerhalb eines Tages)

* Kinder, die 18 Jahre alt werden, während sie mit AMGEVITA behandelt werden, sollten die jeweils verordnete

Erhaltungsdosis beibehalten.

Die Fortsetzung der Therapie länger als 8 Wochen sollte bei Patienten, die innerhalb dieser Zeitspannekeine Anzeichen eines Ansprechens aufweisen, sorgfältig abgewogen werden.

Es gibt in dieser Indikation keinen relevanten Nutzen von AMGEVITA bei Kindern, die jünger als6 Jahre sind.

Uveitis bei Kindern und Jugendlichen

Die empfohlene Dosis von AMGEVITA bei Kindern und Jugendlichen mit Uveitis ab einem Alter von2 Jahren wird anhand des Körpergewichts bestimmt (Tabelle 6). AMGEVITA wird subkutan injiziert.

Es gibt keine Erfahrungen für die Behandlung der Uveitis bei Kindern und Jugendlichen mit

AMGEVITA ohne die gleichzeitige Behandlung mit Methotrexat.

Tabelle 6: AMGEVITA-Dosis für Kinder und Jugendliche mit Uveitis

Gewicht des Patienten Dosierungsschema< 30 kg 20 mg jede zweite Woche in Kombination mit

Methotrexat≥ 30 kg 40 mg jede zweite Woche in Kombination mit

Methotrexat

Wenn mit der AMGEVITA-Therapie begonnen wird, kann eine Woche vor Beginn der

Erhaltungstherapie eine Induktionsdosis von 40 mg bei Patienten < 30 kg bzw. 80 mg bei

Patienten ≥ 30 kg verabreicht werden. Zur Anwendung einer AMGEVITA-Induktionsdosis bei Kindern< 6 Jahren sind keine klinischen Daten vorhanden (siehe Abschnitt 5.2).

Für diese Indikation gibt es bei Kindern, die jünger als 2 Jahre sind, keine relevante Anwendung von

AMGEVITA.

Es wird empfohlen, Nutzen und Risiko einer Langzeitbehandlung jährlich zu beurteilen (siehe

Abschnitt 5.1).

Art der Anwendung

AMGEVITA wird mittels subkutaner Injektion verabreicht. Die vollständige Anweisung für die

Anwendung findet sich in der Packungsbeilage.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen wie Sepsis und opportunistische Infektionen(siehe Abschnitt 4.4).

Mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III/IV) (siehe Abschnitt 4.4).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.

Infektionen

Patienten, die mit TNF-Antagonisten behandelt werden, sind für schwerwiegende Infektionenempfänglicher. Eine beeinträchtigte Lungenfunktion kann das Risiko für die Entwicklung von

Infektionen erhöhen. Patienten müssen daher im Hinblick auf Infektionen, einschließlich Tuberkulose,vor, während und nach der Behandlung mit AMGEVITA engmaschig überwacht werden. Da die

Elimination von Adalimumab bis zu vier Monate dauern kann, sollte die Überwachung über diesen

Zeitraum fortgesetzt werden.

Eine Behandlung mit AMGEVITA sollte bei Patienten mit aktiven Infektionen, einschließlichchronischer oder lokalisierter Infektionen, erst eingeleitet werden, wenn die Infektionen unter Kontrollesind. Bei Patienten, die Tuberkulose ausgesetzt waren und bei Patienten, die in Hochrisikogebiete von

Tuberkulose oder von endemischen Mykosen wie z. B. Histoplasmose, Kokzidioidomykose oder

Blastomykose gereist sind, müssen vor Beginn der Therapie Risiko und Vorteile einer Behandlung mit

AMGEVITA sorgfältig überdacht werden (siehe Andere opportunistische Infektionen).

Patienten, bei denen sich unter Behandlung mit AMGEVITA eine neue Infektion entwickelt, solltenengmaschig beobachtet werden und sich einer vollständigen diagnostischen Beurteilung unterziehen.

Tritt bei einem Patienten eine schwere Infektion oder Sepsis neu auf, sollte AMGEVITA so langeabgesetzt werden und eine geeignete antibakterielle oder antimykotische Therapie eingeleitet werden,bis die Infektion unter Kontrolle ist. Bei Patienten mit anamnestisch bekannten rezidivierenden

Infektionen sowie mit Grunderkrankungen und Begleitmedikationen, die das Entstehen von Infektionenbegünstigen, darunter auch die medikamentöse Behandlung mit Immunsuppressiva, sollte die

Anwendung von AMGEVITA durch den behandelnden Arzt mit Vorsicht abgewogen werden.

Schwere Infektionen

Schwere Infektionen, einschließlich Sepsis, aufgrund von bakteriellen, mykobakteriellen, invasiven

Pilz-, Parasiten-, viralen oder anderen opportunistischen Infektionen, wie z. B. Listeriose, Legionelloseund Pneumocystisinfektion, sind im Zusammenhang mit Adalimumab beschrieben worden.

Andere schwere Infektionen in klinischen Studien schließen Pneumonie, Pyelonephritis, septische

Arthritis und Septikämie ein. Über Hospitalisierung oder Todesfälle in Verbindung mit Infektionenwurde berichtet.

Tuberkulose

Es gab Berichte von Tuberkulose, einschließlich Reaktivierung und Tuberkuloseneuerkrankungen, bei

Patienten, die Adalimumab erhielten. Die Berichte umfassten pulmonale und extrapulmonale (d. h.

disseminierte) Tuberkulosefälle.

Vor Beginn der Behandlung mit AMGEVITA müssen alle Patienten sowohl auf aktive als auch aufinaktive ('latente“) Tuberkuloseinfektionen untersucht werden. Zu dieser Untersuchung sollte eineeingehende medizinische Anamnese des Patienten gehören. Diese sollte eine persönliche

Tuberkulosevorerkrankung, mögliche frühere Kontakte zu Personen mit aktiver Tuberkulose und einefrühere bzw. derzeitige Behandlung mit Immunsuppressiva abklären. Geeignete Screeningtests (d. h.

Tuberkulinhauttest und Röntgen-Thoraxaufnahme) sollten bei allen Patienten durchgeführt werden(nationale Empfehlungen sollten befolgt werden). Es wird empfohlen, die Durchführung und Ergebnissedieser Tests auf dem Patientenpass zu dokumentieren. Verschreibende Ärzte werden an das Risiko derfalsch-negativen Ergebnisse des Tuberkulinhauttests, insbesondere bei schwer erkrankten oderimmunsupprimierten Patienten, erinnert.

Wird eine aktive Tuberkulose diagnostiziert, darf die Behandlung mit AMGEVITA nicht eingeleitetwerden (siehe Abschnitt 4.3).

In allen nachstehend beschriebenen Situationen sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Therapie sehrsorgfältig abgewogen werden.

Bei Verdacht auf latente Tuberkulose sollte ein in der Tuberkulosebehandlung erfahrener Arztaufgesucht werden.

Wird eine latente Tuberkulose diagnostiziert, muss vor der ersten Gabe von AMGEVITA eine geeignete

Tuberkuloseprophylaxe entsprechend den nationalen Empfehlungen begonnen werden.

Eine Tuberkuloseprophylaxe vor Beginn der Behandlung mit AMGEVITA sollte ebenfalls bei Patientenerwogen werden, bei denen trotz negativem Tuberkulosetest mehrere oder signifikante Risikofaktorenfür Tuberkulose gegeben sind, und bei Patienten mit anamnestisch bekannter latenter oder aktiver

Tuberkulose, wenn unklar ist, ob eine adäquate Behandlung durchgeführt wurde.

Trotz Tuberkuloseprophylaxe sind Fälle von Tuberkulosereaktivierung bei Patienten, die mit

Adalimumab behandelt wurden, aufgetreten. Einige Patienten, die zuvor erfolgreich gegen aktive

Tuberkulose behandelt worden waren, entwickelten unter der Behandlung mit Adalimumab erneut eine

Tuberkulose.

Die Patienten sind anzuweisen, ärztlichen Rat einzuholen, falls es während oder nach der Behandlungmit AMGEVITA zu klinischen Anzeichen/Symptomen kommt, die auf eine Tuberkuloseinfektionhinweisen (z. B. anhaltender Husten, Kräfteschwund/Gewichtsverlust, leicht erhöhte Körpertemperatur,

Teilnahmslosigkeit).

Andere opportunistische Infektionen

Opportunistische Infektionen, einschließlich invasiver Pilzinfektionen, wurden bei Patienten beobachtet,die Adalimumab erhielten. Diese Infektionen wurden nicht lückenlos bei Patienten erkannt, die

TNF-Antagonisten anwendeten. Dies führte zu Verzögerungen bei der geeigneten Therapie, manchmalmit tödlichem Ausgang.

Bei Patienten, die Anzeichen oder Symptome wie z. B. Fieber, Unwohlsein, Gewichtsverlust,

Schweißausbrüche, Husten, Atemnot und/oder Lungeninfiltrate oder eine andere schwere systemische

Erkrankung mit oder ohne gleichzeitigem Schock entwickeln, ist eine invasive Pilzinfektion zubefürchten. Die Verabreichung von AMGEVITA muss sofort unterbrochen werden. Bei diesen

Patienten sollten die Diagnose und die Einleitung einer empirischen Antimykotikatherapie mit einem

Arzt abgesprochen werden, der in der Behandlung von Patienten mit invasiven Pilzinfektionen

Erfahrung hat.

Hepatitis-B-Reaktivierung

Die Reaktivierung einer Hepatitis B trat bei Patienten auf, die einen TNF-Antagonisten, einschließlich

Adalimumab, erhielten und chronische Träger dieses Virus waren (d. h. HBsAg-positiv). Einige Fällenahmen einen tödlichen Ausgang. Patienten müssen vor Beginn der Therapie mit AMGEVITA auf eine

HBV-Infektion untersucht werden. Patienten, die positiv auf eine Hepatitis-B-Infektion getestet wurden,sollten Rücksprache mit einem Arzt halten, der Fachkenntnisse zur Behandlung von Hepatitis B hat.

Träger von HBV, die eine Behandlung mit AMGEVITA benötigen, müssen engmaschig auf Anzeichenund Symptome einer aktiven HBV-Infektion sowohl während der gesamten Therapie als auch mehrere

Monate nach Beendigung der Therapie überwacht werden. Es gibt keine ausreichenden Daten zur

Vorbeugung einer HBV-Reaktivierung durch eine antivirale Therapie bei Patienten, die mit

TNF-Antagonisten behandelt werden und Träger von HBV sind. Patienten, bei denen eine

HBV-Reaktivierung auftritt, müssen AMGEVITA absetzen, und eine effektive antivirale Therapie mitgeeigneter unterstützender Behandlung muss eingeleitet werden.

Neurologische Ereignisse

TNF-Antagonisten, einschließlich Adalimumab, wurden in seltenen Fällen mit dem neuen Auftretenoder der Verstärkung der klinischen Symptomatik und/oder dem radiologischen Nachweis vondemyelinisierenden Erkrankungen im zentralen Nervensystem, einschließlich multipler Sklerose und

Optikusneuritis, und demyelinisierenden Erkrankungen im peripheren Nervensystem, einschließlich

Guillain-Barré-Syndrom, in Verbindung gebracht. Die Verordnung von AMGEVITA sollte bei

Patienten mit vorbestehenden oder beginnenden demyelinisierenden Erkrankungen des ZNS oder desperipheren Nervensystems vom verschreibenden Arzt sorgfältig abgewogen werden. Tritt eine dieser

Erkrankungen auf, sollte in Betracht gezogen werden, AMGEVITA abzusetzen. Es besteht einbekannter Zusammenhang zwischen einer Uveitis intermedia und demyelinisierenden Erkrankungen des

ZNS. Patienten mit nicht infektiöser Uveitis intermedia sollten vor der Einleitung einer AMGEVITA-

Therapie und regelmäßig während der Behandlung neurologisch untersucht werden, um vorbestehendeoder beginnende demyelinisierende Erkrankungen des ZNS zu erfassen.

Allergische Reaktionen

In klinischen Studien waren schwerwiegende allergische Reaktionen in Verbindung mit Adalimumabselten. Nicht schwerwiegende allergische Reaktionen im Zusammenhang mit Adalimumab wurden inklinischen Studien gelegentlich beobachtet. Es gibt Berichte zum Auftreten von schwerwiegendenallergischen Reaktionen, einschließlich anaphylaktischer Reaktionen, nach Verabreichung von

Adalimumab. Falls eine anaphylaktische Reaktion oder andere schwerwiegende allergische Reaktionenauftreten, sollte AMGEVITA sofort abgesetzt und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Immunsuppression

In einer Studie mit 64 Patienten mit rheumatoider Arthritis, die mit Adalimumab behandelt wurden,ergab sich kein Beleg für eine Abschwächung der Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten Typ,für eine Abnahme der Immunglobulinkonzentration oder für Veränderungen der Zahl von Effektor-T-,

B-, NK-Zellen, Monozyten/Makrophagen und neutrophilen Granulozyten.

Maligne und lymphoproliferative Erkrankungen

Innerhalb kontrollierter Phasen von klinischen Studien mit TNF-Antagonisten wurden mehr Fälle vonmalignen Erkrankungen, einschließlich Lymphome, bei Patienten unter TNF-Antagonisten im Vergleichzu Kontrollpatienten beobachtet. Allerdings war das Auftreten selten. In der Phase nach

Markteinführung wurden Fälle von Leukämie bei Patienten, die mit einem TNF-Antagonisten behandeltwurden, berichtet. Die Risikoeinschätzung wird dadurch erschwert, dass bei Patienten mit langjährigbestehender rheumatoider Arthritis und hoch aktiver, entzündlicher Erkrankung ein erhöhtes

Grundrisiko für Lymphome und Leukämie besteht. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand kann einmögliches Risiko für die Entwicklung von Lymphomen, Leukämie und anderen malignen

Erkrankungen bei Patienten, die mit TNF-Antagonisten behandelt werden, nicht ausgeschlossen werden.

Bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 22 Jahre), die mit TNF-Antagonisten(einschließlich Adalimumab in der Phase nach der Markteinführung) behandelt wurden(Therapieeinleitung ≤ 18 Jahre), wurden maligne Erkrankungen, von denen einige tödlich waren,berichtet. Annähernd die Hälfte der Fälle waren Lymphome. Die anderen Fälle stellten eine Vielfaltverschiedener maligner Erkrankungen dar und umfassten auch seltene maligne Erkrankungen, dieüblicherweise mit Immunsuppression in Verbindung gebracht werden. Bei Kindern und Jugendlichenkann unter der Behandlung mit TNF-Antagonisten ein Risiko für die Entwicklung maligner

Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden.

Nach Markteinführung wurden bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, seltene Fälle vonhepatosplenalen T-Zell-Lymphomen beobachtet. Diese seltene Form eines T-Zell-Lymphoms hat einensehr aggressiven Krankheitsverlauf und führt in der Regel zum Tode. Einige der hepatosplenalen

T-Zell-Lymphome sind bei jungen Erwachsenen aufgetreten, die Adalimumab in Kombination mit

Azathioprin oder 6-Mercaptopurin zur Behandlung einer chronisch entzündlichen Darmerkrankungerhielten. Ein mögliches Risiko von AMGEVITA in Kombination mit Azathioprin oder6-Mercaptopurin sollte sorgfältig geprüft werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei

Patienten, die mit AMGEVITA behandelt werden, ein Risiko für die Entwicklung eines hepatosplenalen

T-Zell-Lymphoms besteht (siehe Abschnitt 4.8).

Es wurden keine Studien durchgeführt, in die Patienten mit einer malignen Erkrankung in der

Vorgeschichte eingeschlossen wurden oder in denen die Behandlung mit Adalimumab bei Patientenfortgesetzt wurde, nachdem sich eine maligne Erkrankung entwickelte. Daher sollte zusätzliche

Vorsicht bei der Behandlung dieser Patienten mit AMGEVITA angewandt werden (siehe Abschnitt4.8).

Alle Patienten, insbesondere Patienten mit einer intensiven immunsuppressiven Therapie in der

Vorgeschichte oder Psoriasispatienten, die zuvor eine PUVA-Therapie erhalten haben, sollten vor undwährend der Behandlung mit AMGEVITA auf das Vorliegen von nicht melanomartigen Hauttumorenuntersucht werden. Ebenso wurde das Auftreten von Melanomen und Merkelzellkarzinomen bei

Patienten, die mit TNF-Antagonisten, einschließlich Adalimumab, behandelt wurden, berichtet (siehe

Abschnitt 4.8).

In einer exploratorischen klinischen Studie zur Evaluierung der Anwendung eines anderen

TNF-Antagonisten, Infliximab, bei Patienten mit mäßiger bis schwerer chronischer obstruktiver

Lungenerkrankung (COPD) wurden bei mit Infliximab behandelten Patienten im Vergleich zu

Kontrollpatienten mehr maligne Erkrankungen, meistens der Lunge oder des Kopfes und Halses,berichtet. Alle Patienten waren in der Vorgeschichte starke Raucher. Daher müssen TNF-Antagonistenbei COPD-Patienten mit Vorsicht angewendet werden, ebenso bei Patienten mit erhöhtem Risiko fürmaligne Erkrankungen als Folge starken Rauchens.

Nach der aktuellen Datenlage ist nicht bekannt, ob eine Adalimumab-Behandlung das Risiko für die

Entwicklung von Dysplasien oder kolorektalen Karzinomen beeinflusst. Alle Patienten mit Colitisulcerosa, die ein erhöhtes Risiko für Dysplasien oder kolorektales Karzinom haben (z. B. Patienten mitlange bestehender Colitis ulcerosa oder primär sklerosierender Cholangitis), oder die eine

Vorgeschichte für Dysplasie oder kolorektales Karzinom hatten, sollten vor der Therapie und währenddes Krankheitsverlaufs in regelmäßigen Intervallen auf Dysplasien untersucht werden. Die

Untersuchung sollte Koloskopie und Biopsien entsprechend der nationalen Empfehlungen umfassen.

Hämatologische Reaktionen

Im Zusammenhang mit TNF-Antagonisten wurde in seltenen Fällen über das Auftreten von

Panzytopenie, einschließlich aplastischer Anämie, berichtet. Unerwünschte Ereignisse des blutbildenden

Systems, einschließlich medizinisch signifikanter Zytopenie (z. B. Thrombozytopenie, Leukopenie),wurden unter Adalimumab berichtet. Alle Patienten sollten darauf hingewiesen werden, dass sie soforteinen Arzt aufsuchen sollten, wenn sie unter der AMGEVITA-Therapie Anzeichen und Symptomeentwickeln, die auf eine Blutdyskrasie hindeuten (z. B. anhaltendes Fieber, Blutergüsse, Blutung,

Blässe). Bei Patienten mit bestätigten signifikanten hämatologischen Abnormalitäten sollte eine

Unterbrechung der AMGEVITA-Therapie in Betracht gezogen werden.

Impfungen

Vergleichbare Antikörperantworten auf einen 23-valenten Standardpneumokokkenimpfstoff und einentrivalenten Influenzaimpfstoff wurden in einer Studie bei 226 Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis,die mit Adalimumab oder Placebo behandelt wurden, beobachtet. Es liegen keine Daten vor über einesekundäre Infektionsübertragung durch Lebendimpfstoffe bei Patienten, die Adalimumab erhielten.

Bei Kindern und Jugendlichen wird empfohlen, nach Möglichkeit vor Therapiebeginn mit AMGEVITAalle Immunisierungen in Übereinstimmung mit den gegenwärtigen Richtlinien auf den aktuellen Standzu bringen.

Patienten können gleichzeitig zur AMGEVITA-Therapie Impfungen erhalten, mit Ausnahme von

Lebendimpfstoffen. Es wird empfohlen, Säuglinge, die in utero AMGEVITA ausgesetzt waren, nichtvor Ablauf von 5 Monaten nach der letzten Gabe von AMGEVITA bei der Mutter während der

Schwangerschaft mit Lebendimpfstoffen (z. B. BCG-Vakzine) zu impfen.

Dekompensierte Herzinsuffizienz

In einer klinischen Studie mit einem anderen TNF-Antagonisten wurden eine Verschlechterung einerdekompensierten Herzinsuffizienz sowie eine Erhöhung der damit einhergehenden Mortalitätbeobachtet. Bei mit Adalimumab behandelten Patienten wurden ebenfalls Fälle einer Verschlechterungeiner dekompensierten Herzinsuffizienz berichtet. AMGEVITA sollte bei Patienten mit leichter

Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse I/II) mit Vorsicht eingesetzt werden. AMGEVITA darf nicht beimäßiger bis schwerer Herzinsuffizienz angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3). Die Behandlung mit

AMGEVITA muss bei Patienten, die neue oder sich verschlechternde Symptome einer dekompensierten

Herzinsuffizienz entwickeln, abgesetzt werden.

Autoimmunprozesse

Die Behandlung mit AMGEVITA kann zur Bildung von Autoantikörpern führen. Der Einfluss einer

Langzeitbehandlung mit AMGEVITA auf die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen ist nichtbekannt. Entwickelt ein Patient nach der Behandlung mit AMGEVITA Symptome, die auf einlupusähnliches Syndrom hindeuten und wird positiv auf Antikörper gegen doppelsträngige DNAgetestet, darf die Behandlung mit AMGEVITA nicht weitergeführt werden (siehe Abschnitt 4.8).

Gleichzeitige Anwendung von biologischen DMARDs oder TNF-Antagonisten

In klinischen Studien wurden bei gleichzeitiger Anwendung von Anakinra und einem anderen

TNF-Antagonisten, Etanercept, schwere Infektionen beobachtet, während die Kombinationstherapie im

Vergleich zur Etanercept-Monotherapie keinen zusätzlichen klinischen Nutzen aufwies. Aufgrund der

Art der unerwünschten Ereignisse, die unter der Kombinationstherapie mit Etanercept und Anakinrabeobachtet wurden, könnten ähnliche Toxizitäten auch aus der Kombination von Anakinra und anderen

TNF-Antagonisten resultieren. Daher wird die Kombination von AMGEVITA und Anakinra nichtempfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Anwendung von AMGEVITA mit anderen biologischen DMARDs (z. B. Anakinraund Abatacept) oder anderen TNF-Antagonisten wird aufgrund des möglichen erhöhten

Infektionsrisikos, einschließlich schwerwiegender Infektionen und anderer möglicherpharmakologischer Interaktionen, nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Operationen

Es liegen begrenzte Erfahrungen hinsichtlich der Sicherheit von Adalimumab im Rahmen vonoperativen Eingriffen vor. Bei der Planung von operativen Eingriffen sollte die lange Halbwertszeit von

Adalimumab berücksichtigt werden. Patienten, die während der Therapie mit AMGEVITA operiertwerden, sollten im Hinblick auf Infektionen engmaschig überwacht und geeignete Maßnahmen ergriffenwerden. Es liegen begrenzte Erfahrungen hinsichtlich der Sicherheit von Adalimumab im Rahmen von

Gelenkersatzoperationen vor.

Dünndarmstenose

Ein unzureichendes Ansprechen auf die Behandlung bei Morbus Crohn kann ein Hinweis für einefibrotische Stenose sein, die gegebenenfalls chirurgisch behandelt werden sollte. Nach den verfügbaren

Daten scheint Adalimumab eine Stenose weder zu verschlimmern noch zu verursachen.

Ältere Patienten

Die Häufigkeit von schweren Infektionen war bei mit Adalimumab behandelten Patienten über 65

Jahren höher (3,7 %) als bei solchen unter 65 Jahren (1,5 %). Einige nahmen einen tödlichen Verlauf.

Bei der Behandlung älterer Patienten sollte auf das Risiko von Infektionen besonders geachtet werden.

Kinder und Jugendliche

Zu Impfungen siehe oben.

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 0,8 ml Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Adalimumab wurde bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, polyartikulärer juveniler idiopathischer

Arthritis und Psoriasis-Arthritis sowohl als Monotherapie als auch in der Kombination mit Methotrexatuntersucht. Die Bildung von Antikörpern war bei gleichzeitiger Anwendung von Adalimumab und

Methotrexat niedriger als unter Monotherapie. Die Anwendung von Adalimumab ohne Methotrexatführte zu einer gesteigerten Bildung von Antikörpern, einer erhöhten Clearance und einer verminderten

Wirksamkeit von Adalimumab (siehe Abschnitt 5.1).

Die Kombination von AMGEVITA und Anakinra wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4'Gleichzeitige Anwendung von biologischen DMARDs oder TNF-Antagonisten“).

Die Kombination von AMGEVITA und Abatacept wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.4'Gleichzeitige Anwendung von biologischen DMARDs oder TNF-Antagonisten“).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten zur Vermeidung einer Schwangerschaft geeignete

Empfängnisverhütungsmethoden in Erwägung ziehen und diese für mindestens fünf Monate nach derletzten Gabe von AMGEVITA fortführen.

Schwangerschaft

Die Auswertung einer großen Anzahl (etwa 2 100) prospektiv erfasster Schwangerschaften mit

Exposition gegenüber Adalimumab und mit Lebendgeburten mit bekanntem Ausgang deutete nicht aufeine erhöhte Rate von Missbildungen bei Neugeborenen hin. Bei über 1 500 dieser Schwangerschaftenfand die Exposition während des ersten Trimesters statt.

Folgende Probanden wurden in eine prospektive Kohortenstudie eingeschlossen: 257 Frauen mitrheumatoider Arthritis (RA) oder Morbus Crohn (MC), die mindestens während des ersten Trimestersmit Adalimumab behandelt wurden, sowie 120 Frauen mit RA oder MC, die nicht mit Adalimumabbehandelt wurden. Der primäre Endpunkt war die Prävalenz schwerwiegender Geburtsfehler. Der Anteilan Schwangerschaften mit mindestens einem lebend geborenen Kind, das einen schwerwiegenden

Geburtsfehler hatte, betrug 6/69 (8,7 %) bei mit Adalimumab behandelten Patientinnen mit RA,5/74 (6,8 %) bei unbehandelten Frauen mit RA (nicht bereinigte OR 1,31; 95 % KI 0,38 - 4,52);16/152 (10,5 %) bei mit Adalimumab behandelten Patientinnen mit MC und 3/32 (9,4 %) beiunbehandelten Frauen mit MC (nicht bereinigte OR 1,14; 95 % KI 0,31 - 4,16). Die bereinigte OR (die

Unterschiede bei Baseline miteinbezieht) betrug für RA und MC zusammen insgesamt1,10 (95 % KI 0,45 - 2,73). Es gab keine eindeutigen Unterschiede zwischen den mit Adalimumabbehandelten und den nicht mit Adalimumab behandelten Frauen im Hinblick auf die sekundären

Endpunkte Spontanaborte, geringfügige Geburtsfehler, Frühgeburten, Geburtsgröße undschwerwiegende oder opportunistische Infektionen. Es wurden keine Totgeburten oder maligne

Erkrankungen berichtet. Die Auswertung der Daten kann durch die methodologischen Einschränkungender Registerstudie beeinflusst sein, darunter eine kleine Fallzahl und ein nicht randomisiertes Design.

Eine Studie zur Entwicklungstoxizität an Affen ergab keine Hinweise auf eine maternale Toxizität,

Embryotoxizität oder Teratogenität. Präklinische Daten zur postnatalen Toxizität von Adalimumabliegen nicht vor (siehe Abschnitt 5.3).

Bei Anwendung von Adalimumab während der Schwangerschaft könnten wegen der TNF-α-Hemmungdie normalen Immunreaktionen des Neugeborenen beeinflusst werden. AMGEVITA sollte währendeiner Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist.

Wenn Mütter während der Schwangerschaft mit Adalimumab behandelt wurden, gelangt Adalimumabmöglicherweise über die Plazenta in das Serum von Säuglingen. Infolgedessen haben diese Säuglingeeventuell ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen (z. B. BCG-

Vakzine) an Säuglinge, die in utero Adalimumab ausgesetzt waren, ist für 5 Monate nach der letzten

Gabe von Adalimumab bei der Mutter während der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Stillzeit

Eingeschränkte Informationen aus der veröffentlichten Literatur lassen darauf schließen, dass

Adalimumab in sehr geringer Konzentration (zwischen 0,1 - 1 % des Serumspiegels der Mutter) in die

Muttermilch übergeht. Bei oraler Anwendung durchlaufen Proteine des Typs Immunglobulin G eineintestinale Proteolyse und weisen eine schlechte Bioverfügbarkeit auf. Es werden keine Auswirkungenauf die gestillten Neugeborenen/Säuglinge erwartet. Folglich kann AMGEVITA während der Stillzeitangewendet werden.

Fertilität

Präklinische Daten zu Auswirkungen von Adalimumab auf die Fertilität liegen nicht vor.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

AMGEVITA kann einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienenvon Maschinen haben. Es können nach Verabreichung von AMGEVITA Schwindel und eine

Beeinträchtigung des Sehvermögens auftreten (siehe Abschnitt 4.8).

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Adalimumab wurde bei 9 506 Patienten in kontrollierten Zulassungsstudien und offenen

Erweiterungsstudien über einen Zeitraum von bis zu 60 Monaten oder länger untersucht. Diese Studienumfassten Patienten mit kurz und langjährig bestehender rheumatoider Arthritis, mit juvenileridiopathischer Arthritis (polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis und Enthesitis-assoziierter

Arthritis) sowie Patienten mit axialer Spondyloarthritis (ankylosierender Spondylitis und axialer

Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS), mit Psoriasis-Arthritis, Morbus Crohn, Colitisulcerosa, Psoriasis, Hidradenitis suppurativa und Uveitis. Die pivotalen kontrollierten Studien umfassten6 089 mit Adalimumab behandelte Patienten und 3 801 Patienten, die während der kontrollierten

Studienphase Placebo oder eine aktive Vergleichssubstanz erhielten.

Der Anteil der Patienten, die die Behandlung während der doppelblinden, kontrollierten Phase derpivotalen Studien aufgrund unerwünschter Ereignisse abbrachen, betrug 5,9 % in der

Adalimumab-Gruppe und 5,4 % in der Kontrollgruppe.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen sind Infektionen (wie z. B. Nasopharyngitis, Infektionim oberen Respirationstrakt und Sinusitis), Reaktionen an der Injektionsstelle (Erytheme, Juckreiz,

Hämorrhagien, Schmerzen oder Schwellungen), Kopfschmerzen und muskuloskelettale Schmerzen.

Es wurden für Adalimumab schwerwiegende Nebenwirkungen berichtet. TNF-Antagonisten, wie z. B.

AMGEVITA, beeinflussen das Immunsystem, und ihre Anwendung kann die körpereigene Abwehrgegen Infektionen und Krebs beeinflussen.

Tödlich verlaufende und lebensbedrohende Infektionen (einschließlich Sepsis, opportunistischer

Infektionen und TB), HBV-Reaktivierung und verschiedene maligne Erkrankungen (einschließlich

Leukämie, Lymphome und HSTCL) sind auch unter der Anwendung von Adalimumab berichtetworden.

Schwerwiegende hämatologische, neurologische und Autoimmunreaktionen sind ebenfalls berichtetworden. Diese umfassen seltene Berichte zu Panzytopenie, aplastischer Anämie, zentralen undperipheren Demyelinisierungen und Berichte zu Lupus, lupusähnlichen Zuständen und Stevens-

Johnson-Syndrom.

Kinder und Jugendliche

Im Allgemeinen waren die bei Kindern und Jugendlichen beobachteten unerwünschten Ereignissebezüglich Häufigkeit und Art ähnlich denjenigen, die bei erwachsenen Patienten beobachtet wurden.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Die folgende Auflistung von Nebenwirkungen basiert auf der Erfahrung aus klinischen Studien und aufder Erfahrung nach der Markteinführung und ist in der untenstehenden Tabelle 7 nach

Systemorganklasse und Häufigkeit dargestellt: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100 bis < 1/10);gelegentlich (≥ 1/1 000 bis < 1/100); selten (≥ 1/10 000 bis < 1/1 000) und nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben. Es wurde die größte bei denverschiedenen Indikationen beobachtete Häufigkeit berücksichtigt. Ein Asterisk (*) weist in der Spalte'Systemorganklasse“ darauf hin, ob in anderen Abschnitten (4.3, pct. 4.4 und 4.8) weitere Informationen zufinden sind.

Tabelle 7: Unerwünschte Wirkungen

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Infektionen und Sehr häufig Infektionen des Respirationstraktesparasitäre Erkrankungen* (einschließlich des unteren und oberen

Respirationstraktes, Pneumonie, Sinusitis,

Pharyngitis, Nasopharyngitis und virale

Herpespneumonie)

Häufig systemische Infektionen (einschließlich Sepsis,

Candidiasis und Influenza),intestinale Infektionen (einschließlich viraler

Gastroenteritis),

Haut- und Weichteilinfektionen (einschließlich

Paronychie, Zellgewebsentzündung, Impetigo,nekrotisierender Fasciitis und Herpes zoster),

Ohrinfektionen,

Mundinfektionen (einschließlich Herpes simplex,

Mundherpes und Zahninfektionen),

Genitaltraktinfektionen (einschließlichvulvovaginaler Pilzinfektion),

Harnwegsinfektionen (einschließlich

Pyelonephritis),

Pilzinfektionen,

Gelenkinfektionen

Gelegentlich neurologische Infektionen (einschließlich viraler

Meningitis),opportunistische Infektionen und Tuberkulose(einschließlich Kokzidioidomykose,

Histoplasmose und komplexe Infektion durch

Mycobacterium avium),bakterielle Infektionen,

Augeninfektionen,

Divertikulitis1)

Gutartige, bösartige und Häufig Hautkrebs außer Melanom (einschließlichunspezifische Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom),

Neubildungen gutartiges Neoplasma(einschließlich Zysten Gelegentlich Lymphom**,und Polypen)* solide Organtumoren (einschließlich Brustkrebs,

Lungentumor und Schilddrüsentumor),

Melanom**

Selten Leukämie1)

Nicht bekannt hepatosplenales T-Zell-Lymphom1),

Merkelzellkarzinom (neuroendokrines Karzinomder Haut)1),

Kaposi-Sarkom

Erkrankungen des Blutes Sehr häufig Leukopenie (einschließlich Neutropenie undund des Lymphsystems* Agranulozytose),

Anämie

Häufig Leukozytose,

Thrombozytopenie

Gelegentlich idiopathische thrombozytopenische Purpura

Selten Panzytopenie

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Erkrankungen des Häufig Überempfindlichkeit,

Immunsystems* Allergien (einschließlich durch Jahreszeitenbedingte Allergie)

Gelegentlich Sarkoidose1),

Vaskulitis

Selten Anaphylaxie1)

Stoffwechsel- und Sehr häufig erhöhte Blutfettwerte

Ernährungsstörungen

Häufig Hypokaliämie,erhöhte Harnsäurewerte,abweichende Natriumwerte im Blut,

Hypokalzämie,

Hyperglykämie,

Hypophosphatämie,

Dehydratation

Psychiatrische Häufig Stimmungsschwankungen (einschließlich

Erkrankungen Depression),

Ängstlichkeit,

Schlaflosigkeit

Erkrankungen des Sehr häufig Kopfschmerzen

Nervensystems* Häufig Parästhesie (einschließlich Hypästhesie),

Migräne,

Nervenwurzelkompression

Gelegentlich zerebrovaskuläre Zwischenfälle1),

Tremor,

Neuropathie

Selten multiple Sklerose,demyelinisierende Erkrankungen (z. B.

Optikusneuritis, Guillain-Barré-Syndrom)1)

Augenerkrankungen Häufig eingeschränktes Sehvermögen,

Konjunktivitis,

Blepharitis,

Anschwellen des Auges

Gelegentlich Doppeltsehen

Erkrankungen des Ohres Häufig Schwindelund des Labyrinths Gelegentlich Taubheit,

Tinnitus

Herzerkrankungen* Häufig Tachykardie

Gelegentlich Myokardinfarkt1),

Arrhythmie,dekompensierte Herzinsuffizienz

Selten Herzstillstand

Gefäßerkrankungen Häufig Hypertonie,

Hitzegefühl,

Hämatome

Gelegentlich Aortenaneurysma,arterieller Gefäßverschluss,

Thrombophlebitis

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Erkrankungen der Häufig Asthma,

Atemwege, des Dyspnoe,

Brustraumes und Husten

Mediastinums* Gelegentlich Lungenembolie1),interstitielle Lungenerkrankung,chronisch-obstruktive Lungenerkrankung,

Pneumonitis,

Pleuraerguss1)

Selten Lungenfibrose1)

Erkrankungen des Sehr häufig Abdominalschmerzen,

Gastrointestinaltraktes Übelkeit und Erbrechen

Häufig Blutungen im Gastrointestinaltrakt,

Dyspepsie,gastroösophageale Refluxkrankheit,

Sicca-Syndrom

Gelegentlich Pankreatitis,

Dysphagie,

Gesichtsödeme

Selten Darmwandperforation1)

Leber- und Sehr häufig Erhöhung der Leberenzyme

Gallenerkrankungen*

Gelegentlich Cholecystitis und Cholelithiasis,

Fettleber,erhöhte Bilirubinwerte

Selten Hepatitis,

Reaktivierung einer Hepatitis B1),

Autoimmunhepatitis1)

Nicht bekannt Leberversagen1)

Erkrankungen der Haut Sehr häufig Hautausschlag (einschließlich schuppenderund des Hautausschlag)

Unterhautzellgewebes

Häufig Verschlechterung oder neuer Ausbruch von

Psoriasis (einschließlich palmoplantarerpustulöser Psoriasis)1),

Urtikaria,

Blutergüsse (einschließlich Purpura),

Dermatitis (einschließlich Ekzem),

Onychoclasis (Brechen der Nägel),

Hyperhidrose,

Alopezie1),

Pruritus

Gelegentlich nächtliches Schwitzen,

Narbenbildung

Selten Erythema multiforme1),

Stevens-Johnson-Syndrom1),

Angioödem1),kutane Vaskulitis1),lichenoide Hautreaktion1)

Nicht bekannt Verschlechterung der Symptome einer

Dermatomyositis1)

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Skelettmuskulatur-, Sehr häufig muskuloskelettale Schmerzen

Bindegewebs- und Häufig Muskelkrämpfe (einschließlich Erhöhung der

Knochenerkrankungen Blut-Kreatinphosphokinase)

Gelegentlich Rhabdomyolyse,systemischer Lupus erythematodes

Selten lupusähnliches Syndrom1)

Erkrankungen der Nieren Häufig eingeschränkte Nierenfunktion,und Harnwege Hämaturie

Gelegentlich Nykturie

Erkrankungen der Gelegentlich erektile Dysfunktion

Geschlechtsorgane undder Brustdrüse

Allgemeine Sehr häufig Reaktion an der Injektionsstelle (einschließlich

Erkrankungen und Erytheme an der Injektionsstelle)

Beschwerden am Häufig Brustschmerzen,

Verabreichungsort* Ödeme,

Fieber1)

Gelegentlich Entzündung

Untersuchungen* Häufig Koagulations- und Blutungsstörungen(einschließlich Verlängerung der partiellen

Thromboplastinzeit),positiver Nachweis von Autoantikörpern(einschließlich doppelsträngiger

DNA-Antikörper),erhöhte Blutwerte für Lactatdehydrogenase

Nicht bekannt Gewichtszunahme2)

Verletzung, Vergiftung Häufig beeinträchtigte Wundheilungund durch Eingriffebedingte Komplikationen

* Weitere Information findet sich in den Abschnitten pct. 4.3, pct. 4.4 und 4.8.

** einschließlich offener Fortsetzungsstudien1) einschließlich Daten aus Spontanmeldungen2) Die mittlere Gewichtszunahme ab der Baseline betrug über einen Behandlungszeitraum von 4-6 Monaten bei

Adalimumab 0,3 kg bis 1,0 kg bei allen Indikationen für Erwachsene im Vergleich zu (minus) -0,4 kg bis (plus)0,4 kg bei Placebo. Es wurde in Langzeit-Erweiterungsstudien bei einer mittleren Exposition von etwa 1-2 Jahrenohne Kontrollgruppe auch eine Gewichtszunahme von 5-6 kg beobachtet, insbesondere bei Patienten mit Morbus

Crohn und Colitis ulcerosa. Der Mechanismus hinter dieser Wirkung ist unklar, könnte aber mit derantiinflammatorischen Wirkung von Adalimumab zusammenhängen.

Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

Das Sicherheitsprofil bei Patienten mit HS, die wöchentlich mit Adalimumab behandelt wurden,entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil von Adalimumab.

Uveitis

Das Sicherheitsprofil bei Patienten mit Uveitis, die alle zwei Wochen mit Adalimumab behandeltwurden, entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil von Adalimumab.

Beschreibung von definierten Nebenwirkungen
Reaktionen an der Injektionsstelle

In den pivotalen kontrollierten Studien bei Erwachsenen und Kindern entwickelten 12,9 % der mit

Adalimumab behandelten Patienten Reaktionen an der Injektionsstelle (Erytheme und/oder Juckreiz,

Hämorrhagien, Schmerzen oder Schwellungen) im Vergleich zu 7,2 % der Patienten unter Placebo oderaktiver Vergleichssubstanz. Die Reaktionen an der Injektionsstelle machten im Allgemeinen kein

Absetzen des Arzneimittels erforderlich.

Infektionen

In den pivotalen kontrollierten Studien bei Erwachsenen und Kindern betrug die Infektionsrate bei denmit Adalimumab behandelten Patienten 1,51 pro Patientenjahr und bei den Patienten unter Placebo undaktiver Kontrolle 1,46 pro Patientenjahr. Die Infektionen beinhalteten primär Nasopharyngitis,

Infektionen der oberen Atemwege und Sinusitis. Die meisten Patienten setzten die Behandlung mit

Adalimumab nach Abheilen der Infektion fort.

Die Inzidenz schwerer Infektionen lag in der Adalimumab-Gruppe bei 0,04 pro Patientenjahr und in der

Placebo- und aktiven Kontrollgruppe bei 0,03 pro Patientenjahr.

In kontrollierten und offenen Studien mit Adalimumab bei Erwachsenen und Kindern wurdenschwerwiegende Infektionen (darunter in seltenen Fällen tödlich verlaufende Infektionen),einschließlich Fälle von Tuberkulose (darunter miliare und extrapulmonale Lokalisationen), undinvasive opportunistische Infektionen (z. B. disseminierte oder extrapulmonale Histoplasmose,

Blastomykose, Kokzidioidomykose, Pneumocystis-Infektion, Candidiasis (Soor), Aspergillose und

Listeriose) berichtet. Die meisten Fälle von Tuberkulose traten innerhalb der ersten 8 Monate nach

Beginn der Therapie auf und können die Reaktivierung einer latent bestehenden Erkrankung darstellen.

Maligne und lymphoproliferative Erkrankungen

Während der Studien mit Adalimumab bei Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis(polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis und Enthesitis-assoziierter Arthritis) wurden bei249 Kindern und Jugendlichen mit einer Exposition von 655,6 Patientenjahren keine malignen

Erkrankungen beobachtet. Außerdem wurden bei 192 Kindern und Jugendlichen mit einer Expositionvon 498,1 Patientenjahren während einer klinischen Studie mit Adalimumab bei Kindern und

Jugendlichen mit Morbus Crohn keine malignen Erkrankungen beobachtet. In einer Studie mit

Adalimumab zu chronischer Plaque-Psoriasis an Kindern und Jugendlichen wurden bei 77 Kindern und

Jugendlichen mit einer Exposition von 80,0 Patientenjahren keine malignen Erkrankungen beobachtet.

Während einer Studie mit Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Colitis ulcerosa wurden bei93 Kindern und Jugendlichen mit einer Exposition von 65,3 Patientenjahren keine malignen

Erkrankungen beobachtet. Während einer Studie mit Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit

Uveitis wurden bei 60 Kindern und Jugendlichen mit einer Exposition von 58,4 Patientenjahren keinemalignen Erkrankungen beobachtet.

Während der kontrollierten Phasen der pivotalen klinischen Studien an Erwachsenen mit Adalimumab,die mindestens zwölf Wochen bei Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis,ankylosierender Spondylitis, axialer Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS, Psoriasis-

Arthritis, Psoriasis, Hidradenitis suppurativa, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Uveitis durchgeführtwurden, wurden maligne Erkrankungen, die keine Lymphome oder nicht melanomartige Hauttumorenwaren, beobachtet. Die Rate (95 % Konfidenzintervall) betrug 6,8 (4,4; 10,5) pro 1 000 Patientenjahrebei 5 291 mit Adalimumab behandelten Patienten gegenüber einer Rate von 6,3 (3,4; 11,8) pro 1 000

Patientenjahre bei 3 444 Kontrollpatienten (die mediane Behandlungsdauer betrug 4,0 Monate bei

Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden und 3,8 Monate bei Patienten in der Kontrollgruppe).

Die Rate (95 % Konfidenzintervall) nicht melanomartiger Hauttumoren betrug 8,8 (6,0; 13,0) pro 1 000

Patientenjahre bei den mit Adalimumab behandelten Patienten und 3,2 (1,3; 7,6) pro 1 000

Patientenjahre bei Kontrollpatienten. Bei diesen Hauttumoren traten Plattenepithelkarzinome mit einer

Rate (95 % Konfidenzintervall) von 2,7 (1,4; 5,4) pro 1 000 Patientenjahre bei mit Adalimumabbehandelten Patienten auf und 0,6 (0,1; 4,5) pro 1 000 Patientenjahre bei Kontrollpatienten. Die Rate(95 % Konfidenzintervall) für Lymphome betrug 0,7 (0,2; 2,7) pro 1 000 Patientenjahre bei mit

Adalimumab behandelten Patienten und 0,6 (0,1; 4,5) pro 1 000 Patientenjahre bei Kontrollpatienten.

Fasst man die kontrollierten Phasen dieser Studien und die noch andauernden und abgeschlossenenoffenen Fortsetzungsstudien mit Adalimumab mit einer medianen Therapiedauer von annähernd3,3 Jahren, 6 427 eingeschlossenen Patienten und über 26 439 Patientenjahren zusammen, beträgt diebeobachtete Rate maligner Erkrankungen, die keine Lymphome oder nicht melanomartige Hauttumorenwaren, ungefähr 8,5 pro 1 000 Patientenjahre. Die beobachtete Rate nicht melanomartiger Hauttumorenbeträgt annähernd 9,6 pro 1 000 Patientenjahre, und die beobachtete Rate für Lymphome beträgtannähernd 1,3 pro 1 000 Patientenjahre.

In der Zeit nach Markteinführung seit Januar 2003 bis Dezember 2010, vorwiegend aus Erfahrungen bei

Patienten mit rheumatoider Arthritis, beträgt die Rate spontan gemeldeter maligner Erkrankungenannähernd 2,7 pro 1 000 Patientenjahre mit Behandlung. Für nicht melanomartige Hauttumoren und für

Lymphome wurden Raten von annähernd 0,2 bzw. 0,3 pro 1 000 Patientenjahre mit Behandlung spontangemeldet (siehe Abschnitt 4.4).

Nach Markteinführung wurden bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, seltene Fälle vonhepatosplenalen T-Zell-Lymphomen berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Autoantikörper

In den Studien I - V bei rheumatoider Arthritis wurden zu mehreren Zeitpunkten Serumproben von

Patienten auf Autoantikörper untersucht. Von denjenigen Patienten, die in diesen Studien bei

Behandlungsbeginn negative Titer für antinukleäre Antikörper hatten, wiesen 11,9 % der mit

Adalimumab behandelten Patienten und 8,1 % der Patienten unter Placebo und aktiver Kontrolle in

Woche 24 positive Titer auf. Zwei von 3 441 mit Adalimumab behandelten Patienten in allen Studienbei rheumatoider Arthritis und Psoriasis-Arthritis entwickelten klinische Anzeichen eines erstmaligauftretenden lupusähnlichen Syndroms. Nach Absetzen der Behandlung erholten sich die Patienten.

Lupusnephritis oder zentralnervöse Symptome traten bei keinem der Patienten auf.

Hepatobiliäre Ereignisse

In den kontrollierten klinischen Phase-III-Studien zu Adalimumab bei Patienten mit rheumatoider

Arthritis bzw. Psoriasis-Arthritis ergaben sich in einem Überwachungszeitraum von 4 bis 104 Wochen

Erhöhungen der ALT-Werte um ≥ 3 x ULN (oberer Normbereich) bei 3,7 % der mit Adalimumabbehandelten Patienten und bei 1,6 % der Patienten der Kontrollgruppe.

In den kontrollierten klinischen Phase-III-Studien von Adalimumab ergaben sich bei Patienten mitpolyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis, die zwischen 4 und 17 Jahre alt waren, und bei

Patienten mit Enthesitis-assoziierter Arthritis, die zwischen 6 und 17 Jahre alt waren, Erhöhungen der

ALT-Werte um ≥ 3 x ULN bei 6,1 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 1,3 % der

Patienten der Kontrollgruppe. Die meisten ALT-Erhöhungen traten bei gleichzeitiger Anwendung von

Methotrexat auf. In der Phase-III-Studie von Adalimumab kamen keine ALT-Erhöhungen ≥ 3 x ULNbei Patienten mit polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis vor, die zwischen 2 und < 4 Jahre altwaren.

In den kontrollierten klinischen Phase-III-Studien zu Adalimumab bei Patienten mit Morbus Crohn bzw.

Colitis ulcerosa ergaben sich in einem Überwachungszeitraum von 4 bis 52 Wochen Erhöhungen der

ALT-Werte um ≥ 3 x ULN bei 0,9 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 0,9 % der

Patienten der Kontrollgruppe.

In der klinischen Phase-III-Studie zu Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Morbus Crohnwurden Wirksamkeit und Sicherheit von zwei körpergewichtsadaptierten remissionserhaltenden

Therapien nach erfolgter körpergewichtsadaptierter Induktionstherapie über 52 Behandlungswochenuntersucht. Es ergaben sich Erhöhungen der ALT-Werte ≥ 3 x ULN bei 2,6 % (5 von 192) der

Patienten. 4 der Patienten erhielten zu Therapiebeginn begleitend Immunsuppressiva.

In den kontrollierten klinischen Phase-III-Studien zu Adalimumab bei Patienten mit Plaque-Psoriasisergaben sich in einem Überwachungszeitraum von 12 bis 24 Wochen Erhöhungen der ALT-Werte um≥ 3 x ULN bei 1,8 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 1,8 % der Patienten der

Kontrollgruppe.

In der Phase-III-Studie von Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Plaque-Psoriasis kam es zukeinen ALT-Erhöhungen ≥ 3 x ULN.

In kontrollierten Studien zu Adalimumab (Anfangsdosen von 160 mg in Woche 0 und 80 mg in

Woche 2, gefolgt von 40 mg wöchentlich ab Woche 4) bei Patienten mit Hidradenitis suppurativaergaben sich in einem Überwachungszeitraum von 12 bis 16 Wochen ALT-Erhöhungen um ≥ 3 x ULNbei 0,3 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 0,6 % der Patienten der Kontrollgruppe.

In kontrollierten Studien zu Adalimumab (Anfangsdosen von 80 mg in Woche 0, gefolgt von 40 mg allezwei Wochen ab Woche 1) bei erwachsenen Patienten mit Uveitis ergaben sich in einem

Überwachungszeitraum von bis zu 80 Wochen mit einer Behandlungszeit im Median von 166,5 Tagenbei den mit Adalimumab behandelten Patienten bzw. 105,0 Tagen bei den Patienten der Kontrollgruppe

ALT-Erhöhungen um ≥ 3 x ULN bei 2,4 % der mit Adalimumab behandelten Patienten und bei 2,4 %der Kontrollgruppe.

In der kontrollierten Phase-III-Studie zu Adalimumab bei Kindern und Jugendlichen mit Colitisulcerosa (N = 93) wurden Wirksamkeit und Sicherheit einer Erhaltungsdosis von 0,6 mg/kg (maximal40 mg) jede zweite Woche (n = 31) und einer Erhaltungsdosis von 0,6 mg/kg (maximal 40 mg)wöchentlich (n = 32) nach Verabreichung einer körpergewichtsadaptierten Induktionsdosis von2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2(n = 63) bzw. 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0, Placebo in Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal80 mg) in Woche 2 (n = 30) untersucht. Es ergaben sich Erhöhungen der ALT-Werte um ≥ 3 x ULN bei1,1 % (1 von 93) der Patienten.

In den klinischen Studien aller Indikationen waren Patienten mit erhöhter ALT asymptomatisch, und inden meisten Fällen waren die Erhöhungen vorübergehend und gingen bei fortgesetzter Behandlungzurück. Jedoch gab es nach der Markteinführung auch Berichte über Leberversagen sowie über wenigerschwere Leberfunktionsstörungen, die zu Leberversagen führen können, wie z. B. Hepatitis,einschließlich Autoimmunhepatitis, bei Patienten, die Adalimumab erhielten.

Kombinationstherapie mit Azathioprin/6-Mercaptopurin

In den Studien mit erwachsenen Morbus-Crohn-Patienten war bei Kombination von Adalimumab mit

Azathioprin/6-Mercaptopurin die Inzidenz maligner und schwerwiegender infektiöser Nebenwirkungenim Vergleich zur Adalimumab-Monotherapie höher.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Während der klinischen Studien wurde keine dosisbegrenzende Toxizität beobachtet. Die höchsteuntersuchte Dosierung lag bei intravenösen Mehrfachdosen von 10 mg/kg. Dies ist ungefähr 15-malhöher als die empfohlene Dosis.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Tumornekrosefaktor-alpha(TNF-alpha)-

Inhibitoren. ATC-Code: L04AB04

AMGEVITA ist ein biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, das im Wesentlichen einem bereitszugelassenen Arzneimittel gleicht. Ausführliche Informationen sind auf den Internetseiten der

Europäischen Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.

Wirkmechanismus

Adalimumab bindet spezifisch an TNF und neutralisiert dessen biologische Funktion, indem es die

Interaktion mit den zellständigen p55- und p75-TNF-Rezeptoren blockiert.

Adalimumab beeinflusst weiterhin biologische Reaktionen, die durch TNF ausgelöst oder gesteuertwerden, einschließlich der Veränderungen der Konzentrationen von für die Leukozytenmigrationverantwortlichen Adhäsionsmolekülen (ELAM-1, VCAM-1 und ICAM-1 mit einem IC50 von0,1 - 0,2 nM).

Pharmakodynamische Wirkungen

Nach Behandlung mit Adalimumab wurde bei Patienten mit rheumatoider Arthritis eine im Vergleich zuden Ausgangswerten rasche Konzentrationsabnahme der Akute-Phase-Entzündungsparameter(C-reaktives Protein (CRP) und Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)) und der Serumzytokine (IL-6)beobachtet. Die Serumspiegel von Matrixmetalloproteinasen (MMP-1 und MMP-3), die die für die

Knorpelzerstörung verantwortliche Gewebsumwandlung hervorrufen, waren nach der Verabreichungvon Adalimumab ebenfalls vermindert. Bei mit Adalimumab behandelten Patienten besserte sich im

Allgemeinen die mit einer chronischen Entzündung einhergehende Veränderung der Blutwerte.

Ein schneller Rückgang der CRP-Werte wurde auch bei Patienten mit polyartikulärer juvenileridiopathischer Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Hidradenitis suppurativa nach Behandlungmit Adalimumab beobachtet. Bei Morbus-Crohn-Patienten wurde die Zahl der Zellen, die

Entzündungsmarker im Kolon exprimieren, reduziert (einschließlich einer signifikanten Reduzierungder TNF-alpha-Expression). Endoskopiestudien an intestinaler Mukosa zeigten, dass die Mukosa bei

Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, abheilte.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit
Rheumatoide Arthritis

Im Rahmen aller klinischen Studien bei rheumatoider Arthritis wurde Adalimumab bei mehr als 3 000

Patienten untersucht. Die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumab wurden in fünf randomisierten,doppelblinden und gut kontrollierten Studien untersucht. Einige Patienten wurden über einen Zeitraumvon bis zu 120 Monaten behandelt.

In der RA-Studie I wurden 271 Patienten mit mäßiger bis schwerer, aktiver rheumatoider Arthritisuntersucht. Die Patienten waren ≥ 18 Jahre alt, die Behandlung mit mindestens einemkrankheitsmodifizierenden Antirheumatikum war fehlgeschlagen, Methotrexat in Dosen von 12,5 bis25 mg (10 mg bei Methotrexat-Intoleranz) pro Woche zeigte eine unzureichende Wirkung, und die

Methotrexat-Dosis lag gleichbleibend bei 10 bis 25 mg pro Woche. Während eines Zeitraums von 24

Wochen wurden jede zweite Woche Dosen von 20, 40 oder 80 mg Adalimumab oder Placeboverabreicht.

An der RA-Studie II nahmen 544 Patienten mit mäßiger bis schwerer, aktiver rheumatoider Arthritisteil. Die Patienten waren ≥ 18 Jahre alt, und die Behandlung mit mindestens einemkrankheitsmodifizierenden Antirheumatikum war fehlgeschlagen. Adalimumab wurde über 26 Wochenals subkutane Injektion in Dosen von 20 mg oder 40 mg jede zweite Woche mit Placeboinjektion in dendazwischen liegenden Wochen oder in Dosen von 20 mg oder 40 mg wöchentlich verabreicht; Placebowurde während desselben Zeitraums wöchentlich verabreicht. Andere krankheitsmodifizierende

Antirheumatika waren nicht erlaubt.

Die RA-Studie III wurde bei 619 Patienten mit mäßiger bis schwerer, aktiver rheumatoider Arthritisdurchgeführt, die ≥ 18 Jahre alt waren und die ein unzureichendes Ansprechen auf Methotrexat in

Dosen von 12,5 bis 25 mg pro Woche oder eine Unverträglichkeit gegenüber 10 mg Methotrexat pro

Woche aufwiesen. Es gab in dieser Studie drei Behandlungsgruppen. Die erste Gruppe erhielt übereinen Zeitraum von 52 Wochen wöchentlich eine Placebo-Injektion. Die zweite Gruppe wurde52 Wochen lang mit wöchentlich 20 mg Adalimumab behandelt. Die dritte Gruppe erhielt jede zweite

Woche 40 mg Adalimumab mit Placeboinjektionen in den dazwischen liegenden Wochen. Nach

Abschluss der ersten 52 Wochen wurden 457 Patienten in eine offene Fortsetzungsphase überführt underhielten bis zu 10 Jahre lang jede zweite Woche 40 mg Adalimumab/MTX.

In der RA-Studie IV wurde die Sicherheit bei 636 Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiverrheumatoider Arthritis untersucht. Die Patienten waren ≥ 18 Jahre alt und wiesen keine vorherige

Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika auf oder durften ihre bestehendeantirheumatische Therapie beibehalten, vorausgesetzt, die Therapie war seit mindestens 28 Tagenunverändert. Diese Therapien schließen Methotrexat, Leflunomid, Hydroxychloroquin, Sulfasalazinund/oder Goldsalze ein. Nach Randomisierung erhielten die Patienten über einen Zeitraum von24 Wochen jede zweite Woche 40 mg Adalimumab oder Placebo.

In die RA-Studie V wurden 799 erwachsene Methotrexat-naive Patienten mit mäßiger bis schwereraktiver früher rheumatoider Arthritis (mittlere Erkrankungsdauer weniger als 9 Monate) eingeschlossen.

Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit von Adalimumab 40 mg jede zweite Woche in Kombinationmit Methotrexat, von Adalimumab 40 mg jede zweite Woche als Monotherapie und von Methotrexat als

Monotherapie im Hinblick auf die Verringerung der klinischen Anzeichen und Symptome sowie des

Fortschreitens der Gelenkschädigung bei rheumatoider Arthritis über einen Zeitraum von 104 Wochen.

Nach Abschluss der ersten 104 Wochen wurden 497 Patienten in eine bis zu 10-jährige offene

Fortsetzungsphase überführt, in der sie alle zwei Wochen 40 mg Adalimumab erhielten.

Der primäre Endpunkt der RA-Studien I, II und III und der sekundäre Endpunkt der RA-Studie IV warder prozentuale Anteil derjenigen Patienten, die nach 24 bzw. 26 Wochen die ACR-20-Ansprechratenerreichten. Der primäre Endpunkt in der RA-Studie V war der prozentuale Anteil derjenigen Patienten,die nach 52 Wochen ein ACR-50-Ansprechen erreichten. Ein weiterer primärer Endpunkt in Woche 52in den RA-Studien III und V war die Verzögerung des Fortschreitens der Krankheit (ermittelt durch

Röntgenergebnisse). In der RA-Studie III wurde darüber hinaus die Veränderung der Lebensqualität alsprimärer Endpunkt erfasst.

ACR-Ansprechraten

Der prozentuale Anteil der mit Adalimumab behandelten Patienten, die ACR-20-, ACR-50- oder ACR-70-Ansprechraten erreichten, war in den RA-Studien I, II und III vergleichbar. Die

Behandlungsergebnisse mit 40 mg jede zweite Woche sind in Tabelle 8 zusammengefasst.

Tabelle 8: ACR-Ansprechraten in placebokontrollierten Studien (prozentualer Anteil der

Patienten)

Ansprechen RA-Studie Ia** RA-Studie IIa** RA-Studie IIIa**

Placebo/ Adalimumabb/ Placebo Adalimumabb Placebo/ Adalimumabb/

MTXc MTXc n = 110 n = 113 MTXc MTXcn = 60 n = 63 n = 200 n = 207

ACR-206 Monate 13,3 % 65,1 % 19,1 % 4 6,0 % 29,5 % 63,3 %12 Monate entfällt entfällt entfällt e ntfällt 24,0 % 58,9 %

ACR-506 Monate 6,7 % 52,4 % 8,2 % 2 2,1 % 9,5 % 39,1 %12 Monate entfällt entfällt entfällt e ntfällt 9,5 % 41,5 %

ACR-706 Monate 3,3 % 23,8 % 1,8 % 12,4 % 2,5 % 20,8 %12 Monate entfällt entfällt entfällt entfällt 4,5 % 23,2 %a RA-Studie I nach 24 Wochen, RA-Studie II nach 26 Wochen und RA-Studie III nach 24 und 52 Wochenb 40 mg Adalimumab jede zweite Wochec MTX = Methotrexat

** p < 0,01; Adalimumab gegenüber Placebo

In den RA-Studien I - IV wurde im Vergleich zu Placebo nach 24 bzw. 26 Wochen eine Verbesserungaller individuellen ACR-Ansprechkriterien festgestellt (Anzahl der druckschmerzempfindlichen undgeschwollenen Gelenke, Einstufung der Krankheitsaktivität und des Schmerzes durch Arzt und

Patienten, Ausmaß der körperlichen Funktionseinschränkung (Health Assessment Questionnaire, HAQ)und CRP-Werte (mg/dl)). In der RA-Studie III hielt diese Verbesserung bis zur Woche 52 an.

In der offenen Fortsetzungsphase der RA-Studie III blieb bei den meisten Patienten, die ein ACR-

Ansprechen zeigten, dieses über eine Nachbeobachtung von bis zu 10 Jahren erhalten. Von207 Patienten, die zu Adalimumab 40 mg alle 2 Wochen randomisiert wurden, erhielten 114 Patienteneine Dauertherapie von Adalimumab 40 mg jede zweite Woche über 5 Jahre. Von diesen hatten86 Patienten (75,4 %) ein ACR-20-Ansprechen; 72 Patienten (63,2 %) ein ACR-50-Ansprechen und41 Patienten (36 %) ein ACR-70-Ansprechen. Von 207 Patienten wurden 81 Patienten 10 Jahre lang mit

Adalimumab 40 mg jede zweite Woche weiterbehandelt. Von diesen hatten 64 Patienten (79,0 %) ein

ACR-20-Ansprechen; 56 Patienten (69,1 %) ein ACR-50-Ansprechen und 43 Patienten (53,1 %) ein

ACR-70-Ansprechen.

In der RA-Studie IV war die ACR-20-Ansprechrate bei Patienten, die mit Adalimumab plus

Therapiestandard behandelt wurden, statistisch signifikant besser als bei Patienten, die Placebo plus

Therapiestandard erhielten (p < 0,001).

Im Vergleich zu Placebo erreichten die mit Adalimumab behandelten Patienten in den RA-Studien

I - IV bereits ein bis zwei Wochen nach Behandlungsbeginn statistisch signifikante ACR-20- und ACR-50-Ansprechraten.

In der RA-Studie V führte die Kombinationstherapie mit Adalimumab und Methotrexat bei

Methotrexat-naiven Patienten mit früher rheumatoider Arthritis nach 52 Wochen zu einem schnellerenund signifikant größeren ACR-Ansprechen als unter Methotrexat-Monotherapie und Adalimumab-

Monotherapie. Das Ansprechen wurde bis Woche 104 aufrechterhalten (siehe Tabelle 9).

Tabelle 9: ACR-Ansprechraten in der RA-Studie V (prozentualer Anteil der Patienten)

MTX Adalimumab Adalimumab/

Ansprechen n = 257 n = 274 MTX p-Werta p-Wertb p-Wertcn = 268

ACR-20

Woche 52 62,6 % 54,4 % 72,8 % 0,013 < 0,001 0,043

Woche 104 56,0 % 49,3 % 69,4 % 0,002 < 0,001 0,140

ACR-50

Woche 52 45,9 % 41,2 % 61,6 % < 0,001 < 0,001 0,317

Woche 104 42,8 % 36,9 % 59,0 % < 0,001 < 0,001 0,162

ACR-70

Woche 52 27,2 % 25,9 % 45,5 % < 0,001 < 0,001 0,656

Woche 104 28,4 % 28,1 % 46,6 % < 0,001 < 0,001 0,864a Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Methotrexat-Monotherapie und der

Adalimumab/Methotrexat-Kombinationstherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.b Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Adalimumab-Monotherapie und der

Adalimumab/Methotrexat-Kombinationstherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.c Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Adalimumab-Monotherapie und der Methotrexat-

Monotherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.

In der offenen Fortsetzungsphase der RA-Studie V wurden die ACR-Ansprechraten über einen

Nachbeobachtungszeitraum von bis zu 10 Jahren aufrechterhalten. Von den 542 Patienten, die in die

Adalimumab-40 mg-Gruppe alle zwei Wochen randomisiert worden waren, wendeten 170 Patientendieses Behandlungsschema über einen Zeitraum von 10 Jahren an. Davon erreichten 154 Patienten(90,6 %) ein ACR-20-Ansprechen, 127 Patienten (74,7 %) ein ACR-50-Ansprechen und 102 Patienten(60,0 %) ein ACR-70-Ansprechen.

In Woche 52 erreichten 42,9 % der Patienten, die eine Kombinationstherapie aus Adalimumab und

Methotrexat erhielten, eine klinische Remission (DAS28 [CRP] < 2,6). Im Vergleich dazu erreichten20,6 % der Patienten unter Methotrexat und 23,4 % der Patienten unter Adalimumab-Monotherapie eineklinische Remission. Die Kombinationstherapie aus Adalimumab und Methotrexat war in klinischer undstatistischer Hinsicht beim Erreichen einer geringen Krankheitsaktivität bei Patienten mit kürzlichdiagnostizierter mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis gegenüber einer Monotherapie mitentweder Methotrexat (p < 0,001) oder Adalimumab (p < 0,001) überlegen. Die Ansprechraten in denbeiden Behandlungsarmen unter Monotherapie waren vergleichbar (p = 0,447). Von den 342 Patienten,die ursprünglich in die Gruppe unter Adalimumab-Monotherapie oder unter Kombinationstherapie aus

Adalimumab und Methotrexat randomisiert worden waren und die in die offene Fortsetzungsphaseeingeschlossen wurden, setzten 171 die Adalimumab-Behandlung über einen Zeitraum von 10 Jahrenfort. Von diesen 171 Patienten waren 109 (63,7 %) nach 10-jähriger Therapie in Remission.

Radiologisches Ansprechen

Die in der RA-Studie III mit Adalimumab behandelten Patienten waren im Durchschnitt ca. 11 Jahre anrheumatoider Arthritis erkrankt. Die strukturelle Gelenkschädigung wurde radiologisch erfasst und als

Veränderung des modifizierten Gesamt-Sharp-Scores (TSS) und seiner Komponenten, dem Ausmaß der

Erosionen und der Gelenkspaltverengung (Joint Space Narrowing, JSN) ausgedrückt. Die mit

Adalimumab und Methotrexat behandelten Patienten zeigten nach 6 und 12 Monaten radiologisch einesignifikant geringere Progression als Patienten, die nur Methotrexat erhielten (siehe Tabelle 10).

In der offenen Fortsetzungsphase der RA-Studie III ist die Hemmung des Fortschreitens derstrukturellen Schädigung in einer Untergruppe von Patienten 8 und 10 Jahre lang aufrechterhaltenworden. Nach 8 Jahren wurden 81 von 207 Patienten, die ursprünglich jede zweite Woche mit 40 mg

Adalimumab behandelt wurden, radiologisch beurteilt. Von diesen Patienten zeigten 48 kein

Fortschreiten der strukturellen Schädigung, definiert als mTSS-Änderung im Vergleich zu

Studienbeginn von 0,5 oder weniger. Nach 10 Jahren wurden 79 von 207 Patienten, die ursprünglichjede zweite Woche mit 40 mg Adalimumab behandelt wurden, radiologisch beurteilt. Von diesen

Patienten zeigten 40 kein Fortschreiten der strukturellen Schädigung, definiert als mTSS-Änderung im

Vergleich zu Studienbeginn von 0,5 oder weniger.

Tabelle 10: Mittlere radiologische Veränderungen über 12 Monate in der RA-Studie III

Placebo/MTXa Adalimumab/ Placebo/MTX- p-Wert

MTX Adalimumab/MTX40 mg alle zwei (95 % Konfidenz-

Wochen intervallb)

Gesamt-Sharp-Score 2,7 0,1 2,6 (1,4; 3,8) < 0,001c

Erosion Score 1,6 0,0 1,6 (0,9; 2,2) < 0,001

JSNd Score 1,0 0,1 0,9 (0,3; 1,4) 0,002a Methotrexatb 95 % Konfidenzintervalle für die Unterschiede der Veränderungen der Scores zwischen Methotrexat und

Adalimumabc basierend auf Rangsummentestd JSN (Joint Space Narrowing): Gelenkspaltverengung

In der RA-Studie V wurde die strukturelle Gelenkschädigung radiologisch untersucht und als

Veränderung des modifizierten Gesamt-Sharp-Scores ausgedrückt (siehe Tabelle 11).

Tabelle 11: Mittlere radiologische Veränderungen nach 52 Wochen in der RA-Studie V

MTX Adalimumab Adalimumab/ p-Werta p-Wertb p-Wertcn = 257 n = 274 MTX(95 % (95 % n = 268

Konfidenz- Konfidenz- (95 %intervall) intervall) Konfidenz-intervall)

Gesamt- 5,7 (4,2-7,3) 3,0 (1,7-4,3) 1,3 (0,5-2,1) < 0,001 0,0020 < 0,001

Sharp-

Score

Erosion 3,7 (2,7-4,7) 1,7 (1,0-2,4) 0,8 (0,4-1,2) < 0,001 0,0082 < 0,001

Score

JSN Score 2,0 (1,2-2,8) 1,3 (0,5-2,1) 0,5 (0-1,0) < 0,001 0,0037 0,151a Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Methotrexat-Monotherapie und der

Adalimumab/Methotrexat-Kombinationstherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.b Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Adalimumab-Monotherapie und der

Adalimumab/Methotrexat-Kombinationstherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.c Der p-Wert resultiert aus dem paarweisen Vergleich der Adalimumab-Monotherapie und der Methotrexat-

Monotherapie unter Anwendung des Mann-Whitney-U-Tests.

Der prozentuale Anteil der Patienten ohne radiologische Progression (Veränderung des modifizierten

Gesamt-Sharp-Scores gegenüber dem Ausgangswert ≤ 0,5) war nach 52 bzw. 104 Behandlungswochenunter der Kombinationstherapie mit Adalimumab und Methotrexat (63,8 % bzw. 61,2 %) signifikanthöher als unter der Methotrexat-Monotherapie (37,4 % bzw. 33,5 %; p < 0,001) und der Adalimumab-

Monotherapie (50,7 %; p < 0,002 bzw. 44,5 %; p < 0,001).

In der offenen Fortsetzungsphase der RA-Studie V betrug die mittlere Veränderung gegenüber Baselinenach 10 Jahren beim modifizierten Gesamt-Sharp-Score 10,8 bei Patienten, die ursprünglich in die

Gruppe unter Methotrexat-Monotherapie randomisiert worden waren, 9,2 bei Patienten unter

Adalimumab-Monotherapie und 3,9 bei Patienten unter Kombinationstherapie aus Adalimumab und

Methotrexat. Die entsprechenden Anteile der Patienten ohne röntgenologisch nachweisbare Progressionwaren 31,3 %, 23,7 % und 36,7 %.

Lebensqualität und körperliche Funktionsfähigkeit

In den vier ursprünglichen, gut kontrollierten Studien wurden die gesundheitsbezogene Lebensqualitätund die körperliche Funktionsfähigkeit anhand des Index zur körperlichen Funktionseinschränkung(Health Assessment Questionnaire, HAQ) bewertet. In der RA-Studie III bildete diegesundheitsbezogene Lebensqualität nach 52 Wochen einen vor Studienbeginn festgelegten, primären

Endpunkt. Vom Studienbeginn bis Monat 6 zeigte sich in allen vier Studien und bei allen

Dosen/Behandlungsschemen von Adalimumab eine im Vergleich zu Placebo statistisch signifikantgrößere Verbesserung der körperlichen Funktionseinschränkung (HAQ). In der RA-Studie III wurdenach 52 Wochen dasselbe beobachtet. Die in den vier Studien für alle Dosen/Behandlungsschemen von

Adalimumab gefundenen Ergebnisse des Gesundheitsfragebogens Short Form Health Survey (SF 36)unterstützen diese Befunde. Statistisch signifikante Werte wurden unter Behandlung mit 40 mg jedezweite Woche für die körperliche Funktionsfähigkeit (Physical Component Summary, PCS) sowie fürden Bereich Schmerz und Vitalität (Pain and Vitality Scores) gefunden. Eine statistisch signifikante

Verringerung der Abgeschlagenheit, gemessen anhand des Functional-Assessment-of-Chronic-Illness-

Therapy (FACIT)-Score, wurde in allen drei Studien beobachtet, in denen dieser Punkt bewertet wurde(RA-Studien I, III, IV).

In der RA-Studie III wurde bei den meisten Patienten, bei denen sich die körperliche Funktionsfähigkeitverbesserte und die die Therapie fortsetzten, im Rahmen der offenen Fortsetzungsphase die

Verbesserung über den Behandlungszeitraum von 520 Wochen (120 Monate) aufrechterhalten. Die

Verbesserung der Lebensqualität wurde bis zu 156 Wochen (36 Monate) bestimmt, und die

Verbesserung hielt über diesen Zeitraum an.

In der RA-Studie V zeigten die Patienten unter der Kombinationstherapie mit Adalimumab und

Methotrexat nach 52 Wochen eine im Vergleich zur Methotrexat- und Adalimumab-Monotherapiestärkere Verbesserung (p < 0,001) des Index zur körperlichen Funktionseinschränkung (HAQ) und derphysischen Komponente des SF 36, die über 104 Wochen anhielt. Bei den 250 Patienten, die die offene

Fortsetzungsphase abschlossen, konnten die Verbesserungen hinsichtlich der körperlichen

Funktionsfähigkeit über den 10-jährigen Behandlungszeitraum aufrechterhalten werden.

Axiale Spondyloarthritis
Ankylosierende Spondylitis (AS)

Adalimumab wurde in zwei randomisierten, doppelblinden placebokontrollierten Studien in einer

Dosierung von 40 mg jede zweite Woche bei 393 Patienten mit aktiver ankylosierender Spondylitis, dieunzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen hatten, über einen Zeitraum von 24

Wochen untersucht (mittlerer Ausgangswert der Krankheitsaktivität [Bath Ankylosing Spondylitis

Disease Activity Index (BASDAI)] war in allen Gruppen 6,3). Als Begleittherapie erhielten 79 (20,1 %)

Patienten krankheitsmodifizierende Antirheumatika und 37 (9,4 %) Patienten Kortikosteroide. Derverblindeten Periode folgte eine offene Fortsetzungsphase, während der die Patienten über bis zu 28zusätzliche Wochen jede zweite Woche Adalimumab 40 mg subkutan erhielten. Patienten (n = 215;54,7 %), die kein ASAS-20-Ansprechen in Woche 12 oder 16 oder 20 erreichten, wurden in einen

Early-Escape-Arm überführt, in dem sie offen Adalimumab 40 mg jede zweite Woche subkutanerhielten. Diese Patienten wurden nachfolgend in den doppelblinden statistischen Analysen als

Non-Responder behandelt.

In der größeren AS-Studie I mit 315 Patienten zeigten die Ergebnisse eine statistisch signifikante

Verbesserung der klinischen Anzeichen und Symptome der ankylosierenden Spondylitis bei mit

Adalimumab behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo. Ein signifikantes Ansprechen wurdezuerst in Woche 2 beobachtet und über 24 Wochen aufrechterhalten (Tabelle 12).

Tabelle 12: Ansprechen bezüglich Wirksamkeit in der placebokontrollierten AS-Studie - Studie I

Verringerung der klinischen Anzeichen und Symptome

Ansprechen Placebo Adalimumab

N = 107 N = 208

ASASa-20

Woche 2 16 % 42 %***

Woche 12 21 % 58 %***

Woche 24 19 % 51 %***

ASAS-50

Woche 2 3 % 16 %***

Woche 12 10 % 38 %***

Woche 24 11 % 35 %***

ASAS-70

Woche 2 0 % 7 %**

Woche 12 5 % 23 %***

Woche 24 8 % 24 %***

BASDAIb-50

Woche 2 4 % 20 %***

Woche 12 16 % 45 %***

Woche 24 15 % 42 %***

***, ** statistisch signifikant mit p < 0,001; < 0,01 für alle Vergleiche von Adalimumab mit Placebo in den

Wochen 2, 12 und 24a Assessments in Ankylosing Spondylitisb Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index

Mit Adalimumab behandelte Patienten zeigten eine signifikant größere Verbesserung in Woche 12, dieüber 24 Wochen aufrechterhalten wurde, sowohl im SF 36 als auch im Fragebogen zur Lebensqualitätbei ankylosierender Spondylitis [Ankylosing Spondylitis Quality of Life Questionnaire (ASQoL)].

Ähnliche Verläufe (nicht alle mit statistischer Signifikanz) wurden in der kleineren randomisierten,doppelblinden placebokontrollierten AS-Studie II mit 82 erwachsenen Patienten mit aktiverankylosierender Spondylitis beobachtet.

Axiale Spondyloarthritis ohne Röntgennachweis einer AS

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in zwei randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studien bei Patienten mit nicht röntgenologischer axialer Spondyloarthritis(nr-axSpA) untersucht. In der nr-axSpA-Studie I wurden Patienten mit aktiver nr-axSpAeingeschlossen. Bei der nr-axSpA-Studie II handelte es sich um eine Studie, in der die Behandlung mit

Adalimumab bei Patienten mit aktiver nr-axSpA abgesetzt wurde, wenn diese während der offenen

Fortsetzungsphase eine Remission erreichten.

nr-axSpA-Studie I

In der randomisierten, 12-wöchigen, doppelblinden placebokontrollierten nr-axSpA-Studie I wurde

Adalimumab in einer Dosierung von 40 mg jede zweite Woche bei 185 Patienten mit aktiver nr-axSpAuntersucht, die auf ≥ 1 nicht steroidales Antirheumatikum (NSAR) unzureichend angesprochen habenoder bei denen eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation gegenüber diesen vorlag. (Mittlerer

Ausgangswert der Krankheitsaktivität [Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI)]war 6,4 bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, und 6,5 bei Placebopatienten.)

Zu Studienbeginn wurden 33 (18 %) Patienten gleichzeitig mit krankheitsmodifizierenden

Antirheumatika behandelt und 146 (79 %) Patienten mit NSARs. Auf die doppelblinde Periode folgteeine offene Fortsetzungsstudie, während der die Patienten jede zweite Woche subkutan Adalimumab40 mg für bis zu weitere 144 Wochen erhielten. Im Vergleich zu Placebo zeigten die Ergebnisse in

Woche 12 bei Patienten, die mit Adalimumab behandelt wurden, eine statistisch signifikante

Verbesserung der Anzeichen und Symptome der aktiven nr-axSpA (Tabelle 13).

Tabelle 13: Ansprechraten bezüglich Wirksamkeit bei placebokontrollierter nr-axSpA-Studie I

Ansprechen in Woche 12 Placebo Adalimumab(doppelblind) N = 94 N = 91

ASASa-40 15 % 36 %***

ASAS-20 31 % 52 %**

ASAS-5/6 6 % 31 %***

ASAS partielle Remission 5 % 16 %*

BASDAIb-50 15 % 35 %**

ASDASc,d,e -0,3 -1,0***

ASDAS Inactive Disease 4 % 24 %***hs-CRPd,f,g -0,3 -4,7***

SPARCCh MRI Sacroiliac Jointsd,i -0,6 -3,2**

SPARCC MRI Spined,j -0,2 -1,8**a Assessment of SpondyloArthritis International Societyb Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Indexc Ankylosing Spondylitis Disease Activity Scored Mittlere Veränderung gegenüber Baselinee n = 91 Placebo und n = 87 Adalimumabf hochsensitives C-reaktives Protein (mg/l)g n = 73 Placebo und n = 70 Adalimumabh Spondyloarthritis Research Consortium of Canadai n = 84 Placebo und Adalimumabj n = 82 Placebo und n = 85 Adalimumab

***, **, * statistisch signifikant mit p < 0,001; < 0,01 bzw. < 0,05 für alle Vergleiche von Adalimumab mit

Placebo

In der offenen Fortsetzungsstudie konnte die Verbesserung der Anzeichen und Symptome unter der

Behandlung mit Adalimumab bis Woche 156 aufrechterhalten werden.

Hemmung der Entzündung

Eine signifikante Verbesserung der Anzeichen der Entzündung beider Iliosakralgelenke und der

Wirbelsäule, gemessen mittels hs-CRP-Wert und MRT, konnte bei den mit Adalimumab behandelten

Patienten bis Woche 156 bzw. 104 aufrechterhalten werden.

Lebensqualität und körperliche Funktionsfähigkeit

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität und körperliche Funktionsfähigkeit wurden unter Anwendungder HAQ-S- und SF-36-Fragebögen geprüft. Im Vergleich zu Placebo zeigte Adalimumab von

Studienbeginn bis Woche 12 eine statistisch signifikant stärkere Verbesserung im HAQ-S-Gesamtscoreund der körperlichen Funktionsfähigkeit (SF-36 Physical Component Score (PCS)). Die Verbesserungder gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der körperlichen Funktionsfähigkeit konnte in deroffenen Fortsetzungsstudie bis Woche 156 aufrechterhalten werden.

nr-axSpA-Studie II673 Patienten mit aktiver nr-axSpA (mittlerer Ausgangswert der Krankheitsaktivität [BASDAI]war 7,0), die auf  2 NSAR unzureichend angesprochen haben oder bei denen eine Unverträglichkeitoder Kontraindikation gegenüber diesen vorlag, wurden in die offene Fortsetzungsphase der nr-axSpA-

Studie II aufgenommen. Die Patienten erhielten jede zweite Woche Adalimumab 40 mg für 28 Wochen.

Alle Patienten hatten Anzeichen einer Entzündung des Iliosakralgelenkes oder der Wirbelsäule, diemittels MRT nachgewiesen wurden, oder erhöhte hs-CRP-Werte. Patienten, die während der offenen

Fortsetzungsphase eine über mindestens 12 Wochen anhaltende Remission erreichten (N = 305)(ASDAS < 1,3 in Woche 16, 20, 24 und 28), wurden daraufhin randomisiert. Sie erhielten in einerdoppelblinden, placebokontrollierten Phase weitere 40 Wochen lang (Gesamtdauer der Studie68 Wochen) entweder weiterhin jede zweite Woche Adalimumab 40 mg (n = 152) oder Placebo(n = 153). Studienteilnehmer, die in der doppelblinden Phase einen Schub bekamen, konnten fürmindestens 12 Wochen eine Rescue-Therapie mit Adalimumab 40 mg jede zweite Woche erhalten.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt der Studie war der Anteil an Patienten ohne Schub bis Woche 68.

Ein Schub war definiert als ASDAS ≥ 2,1 bei zwei aufeinanderfolgenden Visiten im Abstand von vier

Wochen. In der doppelblinden Phase hatte ein höherer Anteil der Patienten unter Adalimumab im

Vergleich zu Patienten unter Placebo keinen Schub (70,4 % gegenüber 47,1 %, p < 0,001)(Abbildung 1).

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurven zur Darstellung der Dauer bis zum Schub in dernr-axSpA-Studie II

ZEIT (WOCHEN)

Behandlung Placebo Adalimumab ∆ zensiert

Hinweis: P = Placebo (Anzahl Risikopatienten (Schub)); A = Adalimumab (Anzahl Risikopatienten(Schub))

Von den 68 Patienten, die nach dem Absetzen einen Krankheitsschub erlitten, schlossen 65 Patientendie 12 Wochen der Rescue-Therapie mit Adalimumab ab. Davon waren nach 12 Wochen erneuter

Behandlung während der offenen Fortsetzungsphase 37 Patienten (56,9 %) wieder in Remission(ASDAS < 1,3).

Während der doppelblinden Phase zeigten in Woche 68 die Patienten unter durchgehender

Adalimumab-Behandlung gegenüber Patienten, die Adalimumab abgesetzt hatten, eine statistischsignifikant größere Verbesserung der Anzeichen und Symptome der aktiven nr-axSpA (Tabelle 14).

WAHRSCHEINLICHKEIT, KEINEN

SCHUB ZU ERLEIDEN

Tabelle 14: Ansprechraten bezüglich Wirksamkeit bei placebokontrollierter Phase der nr-axSpA-

Studie II

Doppelblinde Phase Placebo Adalimumab

Ansprechen in Woche 68 n = 153 n = 152

ASASa,b-20 47,1 % 70,4 %***

ASASa,b-40 45,8 % 65,8 %***

ASASa partielle Remission 26,8 % 42,1 %**

ASDASc Inactive Disease 33,3 % 57,2 %***

Partieller Schubd 64,1 % 40,8 %***a Assessment of SpondyloArthritis International Societyb Als Ausgangswert gilt bei Patienten mit aktiver Erkrankung der Wert bei Beginn der offenen Phase.

c Ankylosing Spondylitis Disease Activity Scored Ein partieller Schub ist definiert als ASDAS von ≥ 1,3 aber < 2,1 bei zwei aufeinanderfolgenden Visiten.

***, ** Statistisch signifikant mit p < 0,001 bzw. < 0,01 für alle Vergleiche von Adalimumab mit Placebo.

Psoriasis-Arthritis

Adalimumab wurde bei Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiver Psoriasis-Arthritis in einer

Dosierung von 40 mg jede zweite Woche in zwei placebokontrollierten Studien, PsA-Studien I und II,untersucht. In der PsA-Studie I wurden 313 erwachsene Patienten mit unzureichendem Ansprechen aufdie Therapie mit nicht steroidalen Antirheumatika über 24 Wochen behandelt. Annähernd 50 % dieser

Patienten erhielten Methotrexat. In der PsA-Studie II wurden 100 Patienten mit unzureichendem

Ansprechen auf krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) über 12 Wochen behandelt.

Nach Beendigung beider Studien traten 383 Patienten in eine offene Fortsetzungsstudie ein, in der40 mg Adalimumab jede zweite Woche verabreicht wurde.

Aufgrund der geringen Anzahl untersuchter Patienten gibt es nur unzureichende Belege zur

Wirksamkeit von Adalimumab bei Patienten mit einer der ankylosierenden Spondylitis ähnlichen

Psoriasis-Arthropathie.

Tabelle 15: ACR-Ansprechraten in placebokontrollierten Psoriasis-Arthritis-Studien(prozentualer Anteil der Patienten)

PsA-Studie I PsA-Studie II

Placebo Adalimumab Placebo Adalimumab

Ansprechen N = 162 N = 151 N = 49 N = 51

ACR-20

Woche 12 14 % 58 %*** 16 % 39 %*

Woche 24 15 % 57 %*** entfällt entfällt

ACR-50

Woche 12 4 % 36 %*** 2 % 25 %***

Woche 24 6 % 39 %*** entfällt entfällt

ACR-70

Woche 12 1 % 20 %*** 0 % 14 %*

Woche 24 1 % 23 %*** entfällt entfällt

*** p < 0,001 für alle Vergleiche von Adalimumab mit Placebo

* p < 0,05 für alle Vergleiche von Adalimumab mit Placebo

In der PsA-Studie I waren die ACR-Ansprechraten in Kombination mit Methotrexat bzw. ohne

Methotrexat-Begleittherapie ähnlich. Die ACR-Ansprechraten wurden in der offenen Fortsetzungsstudiebis zu 136 Wochen aufrechterhalten.

In den Studien zur Psoriasis-Arthritis wurden die radiologischen Veränderungen bewertet. Zu

Studienbeginn und in Woche 24 während der doppelblinden Studienperiode, als die Patienten entweder

Adalimumab oder Placebo erhielten sowie in Woche 48, als alle Patienten offen Adalimumab erhielten,wurden Röntgenaufnahmen der Hände, Handgelenke und Füße angefertigt. Für die Auswertung wurdeein modifizierter Gesamt-Sharp-Score (mTSS) verwendet, der die distalen Interphalangealgelenke miteinschloss (d. h. nicht identisch mit dem TSS, der bei der rheumatoiden Arthritis verwendet wurde).

Die Behandlung mit Adalimumab reduzierte das Fortschreiten der peripheren Gelenkzerstörung im

Vergleich zu Placebo, gemessen anhand der Veränderung des mTSS zum Ausgangswert (Mittelwert ±

Standardabweichung). Diese betrug 0,8 ± 2,5 bei der Placebogruppe (in Woche 24) im Vergleich zu0,0 ± 1,9 (p < 0,001) bei der Adalimumab-Gruppe (in Woche 48).

Von den mit Adalimumab behandelten Patienten ohne radiologische Progression von Studienbeginn anbis in Woche 48 (n = 102) zeigten 84 % nach 144 Behandlungswochen immer noch keineradiologischen Veränderungen. Die mit Adalimumab behandelten Patienten zeigten im Vergleich zur

Placebogruppe eine statistisch signifikante Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit in Woche24, die mittels HAQ und Short Form Health Survey (SF 36) beurteilt wurde. Die verbesserte körperliche

Funktionsfähigkeit hielt während der offenen Fortsetzungsstudie über 136 Wochen an.

Psoriasis

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden bei erwachsenen Patienten mit chronischer

Plaque-Psoriasis (≥ 10 % KOF-Beteiligung und Psoriasis Area and Severity Index [PASI] ≥ 12 oder≥ 10) untersucht, die Kandidaten für eine systemische Therapie oder Phototherapie in randomisierten

Doppelblindstudien waren. Von den in die Psoriasisstudien I und II aufgenommenen Patienten hatten73 % zuvor schon eine systemische Therapie oder Phototherapie erhalten. Die Sicherheit und

Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer randomisierten Doppelblindstudie (Psoriasisstudie III)auch an erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis mitgleichzeitiger Hand- und/oder Fußpsoriasis untersucht, die Kandidaten für eine systemische Therapiewaren.

In der Psoriasisstudie I (REVEAL) wurden 1 212 Patienten innerhalb von drei Behandlungsperiodenuntersucht. In Periode A erhielten die Patienten Placebo oder eine Induktionsdosis von 80 mg

Adalimumab, danach 40 mg jede zweite Woche, zu beginnen eine Woche nach der Induktionsdosis.

Nach 16 Behandlungswochen traten Patienten mit mindestens PASI-75-Ansprechen (Verbesserung des

PASI-Wertes um mindestens 75 % im Vergleich zum Ausgangswert) in Periode B ein und erhielten40 mg Adalimumab unverblindet jede zweite Woche. Patienten, die bis Woche 33 mindestens ein

PASI-75-Ansprechen aufrechterhielten und ursprünglich in Periode A randomisiert der aktiven Therapiezugeteilt worden waren, wurden in Periode C erneut randomisiert und erhielten 40 mg Adalimumab jedezweite Woche oder Placebo für weitere 19 Wochen. Für alle Behandlungsgruppen zusammen betrug derdurchschnittliche Ausgangswert des PASI 18,9, und der Ausgangswert im Physician’s Global

Assessment (PGA) lag im Bereich zwischen 'mittelschwer“ (53 % der Studienteilnehmer), 'schwer“(41 %) und 'sehr schwer“ (6 %).

In der Psoriasisstudie II (CHAMPION) wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumab im

Vergleich zu Methotrexat und Placebo bei 271 Patienten untersucht. Die Patienten erhielten über einen

Zeitraum von 16 Wochen entweder Placebo oder Methotrexat in einer Anfangsdosis von 7,5 mg undnachfolgender Dosiseskalation auf eine Maximaldosis von bis zu 25 mg bis Woche 12, oder eine

Adalimumab-Induktionsdosis von 80 mg, danach 40 mg jede zweite Woche (zu beginnen eine Wochenach der Induktionsdosis). Es liegen keine Daten eines Vergleichs von Adalimumab und Methotrexatüber einen Behandlungszeitraum von mehr als 16 Wochen vor. Patienten, die Methotrexat erhielten undnach 8 und/oder 12 Wochen mindestens ein PASI-50-Ansprechen erreicht hatten, erhielten keineweitere Dosiseskalation. Für alle Behandlungsgruppen zusammen betrug der durchschnittliche

Ausgangswert des PASI 19,7 und der Ausgangswert des PGA lag im Bereich zwischen 'leicht“ (< 1 %),'mittelschwer“ (48 %), 'schwer“ (46 %) und 'sehr schwer“ (6 %).

Patienten, die an allen Phase-II- und Phase-III-Psoriasisstudien teilnahmen, konnten in eine offene

Fortsetzungsstudie aufgenommen werden, in der Adalimumab mindestens weitere 108 Wochenverabreicht wurde.

Ein primärer Endpunkt der Psoriasisstudien I und II war der Anteil der Patienten, die nach 16 Wochenim Vergleich zum Ausgangswert ein PASI-75-Ansprechen erzielten (siehe Tabellen 16 und 17).

Tabelle 16: Psoriasisstudie I (REVEAL) Wirksamkeitsergebnisse nach 16 Wochen

Placebo Adalimumab 40 mg jede zweite Woche

N = 398 N = 814n (%) n (%)≥ PASI-75a 26 (6,5) 578 (70,9)b

PASI-100 3 (0,8) 163 (20,0)b

PGA: erscheinungsfrei/minimal 17 (4,3) 506 (62,2)ba Prozentsatz Patienten mit PASI-75-Ansprechen wurde als prüfzentrumadjustierte Rate berechnetb p < 0,001; Adalimumab versus Placebo

Tabelle 17: Psoriasisstudie II (CHAMPION) Wirksamkeitsergebnisse nach 16 Wochen

Placebo Methotrexat Adalimumab

N = 53 N = 110 40 mg jede zweiten (%) n (%) Woche

N = 108n (%)≥ PASI-75 10 (18,9) 39 (35,5) 86 (79,6) a, b

PASI-100 1 (1,9) 8 (7,3) 18 (16,7) c, d

PGA: erscheinungsfrei/minimal 6 (11,3) 33 (30,0) 79 (73,1) a, ba p < 0,001 Adalimumab versus Placebob p < 0,001 Adalimumab versus Methotrexatc p < 0,01 Adalimumab versus Placebod p < 0,05 Adalimumab versus Methotrexat

In der Psoriasisstudie I erfuhren 28 % der Patienten, die ein PASI-75-Ansprechen gezeigt hatten und in

Woche 33 bei der erneuten Randomisierung der Placebogruppe zugeteilt worden waren, einen 'Verlustdes adäquaten Ansprechens” (PASI-Wert nach Woche 33 bzw. in oder vor Woche 52, der im Vergleichzum Studienbeginn zu einem geringeren Ansprechen als PASI-50 führte bei einer gleichzeitigen

Zunahme des PASI-Wertes um mindestens 6 Punkte im Vergleich zu Woche 33). Im Vergleich dazuerfuhren 5 % der Patienten, die weiterhin Adalimumab erhielten (p < 0,001), einen 'Verlust desadäquaten Ansprechens”. Von den Patienten, welche nach der erneuten Randomisierung auf Placeboeinen Verlust des adäquaten Ansprechens zeigten und anschließend in die offene Fortsetzungsphaseeingeschlossen wurden, erzielten 38 % (25/66) bzw. 55 % (36/66) nach 12 bzw. 24 Wochen aktiver

Therapie wieder ein PASI-75-Ansprechen.

Insgesamt 233 Patienten, die ein PASI-75-Ansprechen in Woche 16 und Woche 33 gezeigt hatten,erhielten in der Psoriasisstudie I für 52 Wochen eine Adalimumab-Dauertherapie und wurden mit

Adalimumab in der offenen Fortsetzungsstudie weiterbehandelt. Das PASI-75-Ansprechen bzw. das

PGA-Ansprechen, definiert als PGA 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, war bei diesen Patienten nachweiteren 108 offenen Behandlungswochen (insgesamt 160 Wochen) 74,7 % bzw. 59,0 %. In einer Non-

Responder-Imputation(NRI)-Analyse, in der alle Patienten als Non-Responder betrachtet wurden, dieaus der Studie aufgrund von Nebenwirkungen oder mangelnder Wirksamkeit ausschieden oder beidenen die Dosis erhöht wurde, betrug bei diesen Patienten das PASI-75-Ansprechen bzw. das PGA-

Ansprechen, definiert als PGA 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, nach weiteren 108 Wochen deroffenen Fortsetzungsbehandlung (insgesamt 160 Wochen) 69,6 % bzw. 55,7 %.

Insgesamt 347 Patienten, die dauerhaft ansprachen, nahmen an einer Analyse einer

Behandlungsunterbrechung und -wiederaufnahme in einer offenen Fortsetzungsstudie teil. Während der

Phase der Behandlungsunterbrechung kehrten die Psoriasissymptome im Verlauf der Zeit mit einerdurchschnittlichen Rückfallzeit von etwa 5 Monaten zurück (Verminderung des PGA auf'mittelschwer“ oder schlechter). Keiner dieser Patienten erfuhr einen Rebound-Effekt während der

Unterbrechungsphase. Insgesamt 76,5 % (218/285) der Patienten, die in die Phase eintraten, in der die

Behandlung wiederaufgenommen wurde, hatten 16 Wochen nach Wiederaufnahme der Behandlung ein

PGA-Ansprechen, definiert als PGA 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, unabhängig davon, ob siewährend des Absetzens einen Rückfall hatten (69,1 % [123/178] bzw. 88,8 % [95/107] für Patienten, diewährend der Phase der Behandlungsunterbrechung einen Rückfall erlitten bzw. keinen Rückfall hatten).

Es wurde ein ähnliches Sicherheitsprofil in der Phase, in der die Behandlung wiederaufgenommenwurde, beobachtet wie vor der Behandlungsunterbrechung.

Signifikante Verbesserungen des DLQI (Dermatology Life Quality Index) gegenüber dem

Ausgangswert im Vergleich zu Placebo (Studien I und II) und Methotrexat (Studie II) wurden in Woche16 festgestellt. In Studie I verbesserten sich die Summenwerte der körperlichen und mentalen SF-36-

Komponenten im Vergleich zu Placebo ebenfalls signifikant.

In einer offenen Fortsetzungsstudie mit Patienten, bei denen wegen eines PASI-Ansprechens von unter50 % die Dosis von 40 mg jede zweite Woche auf 40 mg wöchentlich gesteigert wurde, erzielten 26,4 %(92/349) bzw. 37,8 % (132/349) der Patienten ein PASI-75-Ansprechen in Woche 12 bzw. 24.

Die Psoriasisstudie III (REACH) verglich die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumab versus

Placebo an 72 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis und Hand-und/oder Fußpsoriasis. Die Patienten erhielten 16 Wochen lang nach einer Anfangsdosis von 80 mg

Adalimumab jede zweite Woche 40 mg (beginnend eine Woche nach der Anfangsdosis) oder Placebo.

In Woche 16 erreichte ein statistisch signifikant größerer Anteil an Patienten, die Adalimumab erhielten,den PGA 'erscheinungsfrei“ oder 'fast erscheinungsfrei“ für die Hände und/oder Füße im Vergleich zu

Patienten, die Placebo erhielten (30,6 % versus 4,3 % [p = 0,014]).

Die Psoriasisstudie IV verglich die Wirksamkeit und Sicherheit von Adalimumab versus Placebo an217 Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Nagel-Psoriasis. Nach einer Anfangsdosis von 80 mg

Adalimumab erhielten die Patienten 26 Wochen lang jede zweite Woche 40 mg Adalimumab(beginnend eine Woche nach der Anfangsdosis) oder Placebo. Im Anschluss erhielten sie über26 weitere Wochen eine offene Adalimumab-Behandlung. Die Nagel-Psoriasis wurde anhand des

Modified Nail Psoriasis Severity Index (mNAPSI), des Physician’s Global Assessment of Fingernail

Psoriasis (PGA-F) und des Nail Psoriasis Severity Index (NAPSI) beurteilt (siehe Tabelle 18).

Adalimumab zeigte einen therapeutischen Nutzen bei Nagel-Psoriasis-Patienten mit unterschiedlichem

Ausmaß der Hautbeteiligung (KOF ≥ 10 % (60 % der Patienten) sowie KOF < 10 % und ≥ 5 % (40 %der Patienten)).

Tabelle 18: Ergebnisse zur Wirksamkeit in der Psoriasisstudie IV nach 16, 26 und 52 Wochen

Endpunkt Woche 16 Woche 26 Woche 52placebokontrolliert placebokontrolliert offen

Placebo Adalimumab Placebo Adalimumab Adalimumabn = 108 40 mg jede n = 108 40 mg jede 40 mg jedezweite Woche zweite Woche zweite Wochen = 109 n = 109 n = 80≥ mNAPSI 75 (%) 2,9 26,0a 3,4 46,6a 65,0

PGA-F 2,9 29,7a 6,9 48,9a 61,3erscheinungsfrei/minimalund Verbesserung um≥ 2 Stufen (%)

Prozentuale Veränderung -7,8 -44,2a -11,5 -56,2a -72,2des NAPSI bei allen

Fingernägeln (%)a p < 0,001, Adalimumab gegenüber Placebo

Die mit Adalimumab behandelten Patienten erreichten in Woche 26 statistisch signifikante

Verbesserungen im DLQI verglichen mit Placebo.

Hidradenitis suppurativa (Acne inversa)

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Studien und in einer offenen Fortsetzungsstudie an erwachsenen Patienten mitmittelschwerer bis schwerer Hidradenitis suppurativa (HS) untersucht. Diese Patienten wiesen eine

Unverträglichkeit, eine Kontraindikation oder ein unzureichendes Ansprechen gegenüber einersystemischen antibiotischen Therapie nach einem mindestens 3-monatigen Behandlungsversuch auf.

Die Patienten in den Studien HS-I und HS-II waren in Hurley-Stadium II oder III der Krankheit mitmindestens 3 Abszessen oder entzündlichen Knoten.

In der Studie HS-I (PIONEER I) wurden 307 Patienten in 2 Behandlungsperioden untersucht. In Periode

A erhielten die Patienten Placebo oder eine Induktionsdosis von 160 mg Adalimumab in Woche 0,danach 80 mg in Woche 2 und ab Woche 4 bis Woche 11 40 mg wöchentlich. Eine gleichzeitige

Behandlung mit Antibiotika war während der Studie nicht erlaubt. Nach einer 12-wöchigen Behandlungwurden die Patienten, die in Periode A Adalimumab erhalten hatten, in Periode B erneut in eine von drei

Behandlungsgruppen randomisiert (Adalimumab 40 mg wöchentlich, Adalimumab 40 mg jede zweite

Woche oder Placebo von Woche 12 bis Woche 35). Patienten, die in Periode A Placebo erhalten hatten,wurden einer Behandlung mit Adalimumab 40 mg wöchentlich in Periode B zugeteilt.

In der Studie HS-II (PIONEER II) wurden 326 Patienten in 2 Behandlungsperioden untersucht. In

Periode A erhielten die Patienten Placebo oder eine Induktionsdosis von 160 mg Adalimumab in Woche0, danach 80 mg in Woche 2 und ab Woche 4 bis Woche 11 40 mg wöchentlich. 19,3 % der Patientenerhielten während der Studie eine fortgesetzte Basistherapie mit oralen Antibiotika. Nach einer 12-wöchigen Behandlung wurden die Patienten, die in Periode A Adalimumab erhalten hatten, in Periode Berneut in eine von drei Behandlungsgruppen randomisiert (Adalimumab 40 mg wöchentlich,

Adalimumab 40 mg jede zweite Woche oder Placebo von Woche 12 bis Woche 35). Patienten, die in

Periode A Placebo erhalten hatten, wurden in Periode B der Placebogruppe zugeteilt.

Patienten, die an Studie HS-I und HS-II teilgenommen hatten, waren für die Aufnahme in eine offene

Fortsetzungsstudie geeignet, in der 40 mg Adalimumab wöchentlich verabreicht wurden. Diedurchschnittliche Exposition lag in allen Adalimumab-Populationen bei 762 Tagen. Während aller drei

Studien wendeten die Patienten täglich eine topische antiseptische Waschlösung an.

Klinisches Ansprechen

Die Verringerung der entzündlichen Läsionen und die Prävention einer Verschlimmerung der Abszesseund dränierenden Fisteln wurden anhand des Hidradenitis Suppurativa Clinical Response beurteilt(HiSCR; eine mindestens 50 %ige Abnahme der Gesamtzahl an Abszessen und entzündlichen Knotenund keine Zunahme der Anzahl an Abszessen sowie der Anzahl an dränierenden Fisteln gegenüber

Baseline). Die Verringerung der HS-bezogenen Hautschmerzen wurde mithilfe einer numerischen

Bewertungsskala bei Patienten beurteilt, die auf einer Skala mit 11 Punkten zu Beginn der Studie einen

Score von 3 oder höher aufwiesen.

Im Vergleich zu Placebo erreichte ein signifikant höherer Anteil der mit Adalimumab behandelten

Patienten ein HiSCR-Ansprechen in Woche 12. In Woche 12 wies ein signifikant höherer Anteil an

Patienten in Studie HS-II eine klinisch relevante Verringerung der HS-bezogenen Hautschmerzen auf(siehe Tabelle 19). Bei den mit Adalimumab behandelten Patienten war das Risiko eines

Krankheitsschubes während der ersten 12 Behandlungswochen signifikant reduziert.

Tabelle 19: Ergebnisse bezüglich Wirksamkeit nach 12 Wochen, Studie HS-I und HS-II

Studie HS-I Studie HS-II40 mg 40 mg

Placebo Adalimumab Placebo Adalimumabwöchentlich wöchentlich

Hidradenitis Suppurativa N = 154 N = 153 N = 163 N = 163

Clinical Response (HiSCR)a 40 (26,0 %) 64 (41,8 %)* 45 (27,6 %) 96 (58,9 %)***≥ 30 %ige Verringerung der N = 109 N = 122 N = 111 N = 105

Hautschmerzenb 27 (24,8 %) 34 (27,9 %) 23 (20,7 %) 48 (45,7 %)***

* p < 0,05, *** p < 0,001, Adalimumab gegen über Placeboa Unter allen randomisierten Patientenb Unter den Patienten mit einer anfänglichen Einstufung der HS-bezogenen Hautschmerzen ≥ 3 auf Basis einernumerischen Bewertungsskala von 0 bis 10; 0 = keine Hautschmerzen, 10 = die schlimmsten vorstellbaren

Hautschmerzen.

Die Behandlung mit Adalimumab 40 mg wöchentlich führte zu einer signifikanten Verringerung des

Risikos einer Verschlimmerung von Abszessen und dränierenden Fisteln. Etwa doppelt so viele

Patienten in der Placebogruppe wiesen im Vergleich zur Adalimumab-Gruppe in den ersten 12 Wochender Studien HS-I und HS-II eine Verschlimmerung der Abszesse (23,0 % gegenüber 11,4 %) unddränierenden Fisteln (30,0 % gegenüber 13,9 %) auf.

In Woche 12 wurden gegenüber den Ausgangswerten im Vergleich zu Placebo größere Verbesserungenhinsichtlich der anhand des Dermatology Life Quality Index (DLQI; Studien HS-I und HS-II)gemessenen hautspezifischen gesundheitsbezogenen Lebensqualität, der anhand des Treatment

Satisfaction Questionnaire - Medication (TSQM; Studie HS-I und HS-II) gemessenen allgemeinen

Zufriedenheit der Patienten mit der medikamentösen Behandlung und der anhand des Physical

Component Summary Score des SF-36-Fragebogens (Studie HS-I) gemessenen körperlichen Gesundheitfestgestellt.

Unter den Patienten, die in Woche 12 mindestens teilweise auf die Behandlung mit Adalimumab 40 mgwöchentlich angesprochen haben, war die HiSCR-Rate in Woche 36 höher bei Patienten, die weiterhinwöchentlich mit Adalimumab behandelt wurden, als bei Patienten, deren Dosisintervall auf jede zweite

Woche reduziert wurde oder bei denen die Behandlung abgesetzt wurde (siehe Tabelle 20).

Tabelle 20: Anteil der Patientena unter wöchentlicher Behandlung mit Adalimumab in Woche 12,die nach Neuzuweisung der Behandlung HiSCRb in Woche 24 und 36 erreichten

Placebo (Behandlungs- Adalimumab 40 mg jede Adalimumab 40 mgabbruch) zweite Woche wöchentlich

N = 73 N = 70 N = 70

Woche 24 24 (32,9 %) 36 (51,4 %) 40 (57,1 %)

Woche 36 22 (30,1 %) 28 (40,0 %) 39 (55,7 %)a Patienten mit einem mindestens teilweisen Ansprechen auf 40 mg Adalimumab wöchentlich nach12 Behandlungswochenb Patienten, die die im Prüfplan festgelegten Kriterien im Hinblick auf einen Verlust des Ansprechens oder keine

Verbesserung erfüllten, mussten aus den Studien ausscheiden und wurden als Non-Responder gewertet.

Unter den Patienten, die in Woche 12 mindestens teilweise auf die Behandlung angesprochen haben unddie weiterhin wöchentlich mit Adalimumab behandelt wurden, betrug die HiSCR-Rate in Woche 4868,3 % und in Woche 96 65,1 %. Bei einer langfristigen Behandlung mit Adalimumab 40 mgwöchentlich über 96 Wochen wurden keine neuen Erkenntnisse zur Sicherheit identifiziert.

Unter den Patienten in den Studien HS-I und HS-II, deren Behandlung mit Adalimumab in Woche 12abgesetzt wurde, war die HiSCR-Rate 12 Wochen nach Wiederaufnahme der Behandlung mit

Adalimumab 40 mg wöchentlich vergleichbar mit der Rate vor dem Absetzen der Behandlung (56,0 %).

Morbus Crohn

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden bei über 1 500 Patienten mit mittelschwerembis schwerem, aktivem Morbus Crohn (Crohn’s Disease Activity Index (CDAI) ≥ 220 und ≤ 450) inrandomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien untersucht. Eine Begleitmedikation ingleichbleibender Dosierung mit Aminosalicylaten, Kortikosteroiden und/oder Immunsuppressiva warerlaubt, und bei 80 % der Patienten wurde mindestens eines dieser Medikamente fortgeführt.

Die Induktion einer klinischen Remission (definiert als CDAI < 150) wurde in zwei Studien, MC-

Studie I (CLASSIC I) und MC-Studie II (GAIN), untersucht. In der MC-Studie I wurden 299 Patienten,die zuvor nicht mit einem TNF-Antagonisten behandelt wurden, in eine von vier Behandlungsgruppenrandomisiert: Placebo in Woche 0 und 2, 160 mg Adalimumab in Woche 0 und 80 mg in Woche 2,80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2 sowie 40 mg in Woche 0 und 20 mg in Woche 2. In der MC-

Studie II wurden 325 Patienten, die nicht mehr ausreichend auf Infliximab ansprachen oder eine

Unverträglichkeit gegenüber Infliximab zeigten, randomisiert und erhielten entweder 160 mg

Adalimumab in Woche 0 und 80 mg in Woche 2 oder Placebo in Woche 0 und 2. Patienten, bei denensich primär keine Wirkung zeigte, wurden aus diesen Studien ausgeschlossen und nicht weiteruntersucht.

Der Erhalt der klinischen Remission wurde in der MC-Studie III (CHARM) untersucht. In der offenen

Induktionsphase der MC-Studie III erhielten 854 Patienten 80 mg in Woche 0 und 40 mg in Woche 2. In

Woche 4 wurden die Patienten randomisiert und erhielten entweder 40 mg alle zwei Wochen, 40 mgjede Woche oder Placebo über den gesamten Studienzeitraum von 56 Wochen. Patienten, die auf die

Therapie ansprachen (Minderung des CDAI ≥ 70), wurden in Woche 4 stratifiziert und unabhängig vondenen, die bis Woche 4 noch keine Wirkung zeigten, analysiert. Ein Ausschleichen der Kortikosteroidewar ab der 8. Woche erlaubt.

Die Induktion der Remissions- und Ansprechraten für die MC-Studie I und die MC-Studie II sind in

Tabelle 21 aufgeführt.

Tabelle 21: Induktion der klinischen Remission und des Ansprechens (Prozent der Patienten)

MC-Studie I: Infliximab-naive MC-Studie II: Infliximab-

Patienten erfahrene Patienten

Placebo Adalimumab Adalimumab Placebo Adalimumab

N = 74 80/40 mg 160/80 mg N = 166 160/80 mg

N = 75 N = 76 N = 159

Woche 4

Klinische Remission 12 % 24 % 36 %* 7 % 21 %*

Klinisches Ansprechen 24 % 37 % 49 %** 25 % 38 %**(CR-100)

Alle p-Werte beziehen sich auf den paarweisen Vergleich der Zahlen für Adalimumab versus Placebo

* p < 0,001

** p < 0,01

Die Remissionsraten in Woche 8 für die Induktionsdosierung mit 160/80 mg und mit 80/40 mg warenvergleichbar, unter der Dosierung mit 160/80 mg wurden häufiger Nebenwirkungen beobachtet.

In Woche 4 zeigten in der MC-Studie III 58 % (499/854) der Patienten ein klinisches Ansprechen undwurden in der primären Analyse erfasst. Von diesen Patienten mit klinischem Ansprechen in Woche 4hatten 48 % bereits zuvor TNF-Antagonisten erhalten. Die Raten der anhaltenden Remission und des

Ansprechens sind in Tabelle 22 aufgeführt. Die Ergebnisse zur klinischen Remission waren weitgehendkonstant, unabhängig davon, ob früher bereits ein TNF-Antagonist verabreicht wurde.

Adalimumab verringerte im Vergleich zu Placebo krankheitsbezogene Klinikaufenthalte und

Operationen in Woche 56 signifikant.

Tabelle 22: Aufrechterhaltung der klinischen Remission und des Ansprechens (Prozent der

Patienten)

Placebo 40 mg Adalimumab 40 mgjede zweite Adalimumab

Woche jede Woche

Woche 26 N = 170 N = 172 N = 157

Klinische Remission 17 % 40 %* 47 %*

Klinisches Ansprechen (CR-100) 27 % 52 %* 52 %*

Patienten in steroidfreier Remission 3 % (2/66) 19 % (11/58)** 15 % (11/74)**für ≥ 90 Tagea

Woche 56 N = 170 N = 172 N = 157

Klinische Remission 12 % 36 %* 41 %*

Klinisches Ansprechen (CR-100) 17 % 41 %* 48 %*

Patienten in steroidfreier Remission 5 % (3/66) 29 % (17/58)* 20 % (15/74)**für ≥ 90 Tagea

* p < 0,001 bezogen auf den paarweisen Vergleich der Zahlen für Adalimumab versus Placebo

** p < 0,02 bezogen auf den paarweisen Vergleich der Zahlen für Adalimumab versus Placeboa Von den Patienten, die Kortikosteroide zu Beginn erhalten haben

Bei den Patienten, die bis Woche 4 nicht angesprochen hatten, zeigte sich bei 43 % der mit Adalimumabbehandelten Patienten in Woche 12 eine Wirkung im Vergleich zu 30 % der Placebopatienten. Diese

Ergebnisse lassen vermuten, dass einige Patienten, die bis Woche 4 noch nicht auf die Therapieangesprochen haben, von einer Weiterführung der Erhaltungstherapie bis Woche 12 profitieren. Eine

Fortsetzung der Therapie über die 12. Woche hinaus zeigte keine signifikant höhere Ansprechrate (siehe

Abschnitt 4.2).

117 von 276 Patienten aus der MC-Studie I und 272 von 777 aus den MC-Studien II und III wurdenmindestens 3 Jahre in einer offenen Studie mit Adalimumab weiterbehandelt. 88 bzw. 189 Patientenblieben weiterhin in klinischer Remission. Ein klinisches Ansprechen (CR-100) wurde bei 102 bzw. 233

Patienten erhalten.

Lebensqualität

In der MC-Studie I und der MC-Studie II zeigte sich eine statistisch signifikante Verbesserung imkrankheitsspezifischen IBDQ (Inflammatory-Bowel-Disease-Questionnaire)-Gesamtscore in Woche 4bei Patienten, die in die Adalimumab-Gruppen 80/40 mg und 160/80 mg randomisiert wurden, im

Vergleich zur Placebogruppe. Dasselbe zeigte sich in der MC-Studie III in Woche 26 und 56 in den

Adalimumab-Behandlungsgruppen im Vergleich zur Placebogruppe.

Colitis ulcerosa

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab-Mehrfachdosen wurden bei erwachsenen Patientenmit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (Mayo-Score 6 bis 12 mit Endoskopie-Subscore2 bis 3) in randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien untersucht.

In der UC-I-Studie wurden 390 Patienten, die gegenüber TNF-Antagonisten naiv waren, randomisiert:

Sie erhielten entweder Placebo in Woche 0 und 2, 160 mg Adalimumab in Woche 0, gefolgt von 80 mgin Woche 2 oder 80 mg Adalimumab in Woche 0, gefolgt von 40 mg in Woche 2. Nach Woche 2erhielten die Patienten in beiden Adalimumab-Armen jede zweite Woche 40 mg. Eine klinische

Remission (definiert als Mayo-Score ≤ 2 mit keinem Subscore > 1) wurde in Woche 8 bewertet.

In der UC-II-Studie erhielten 248 Patienten 160 mg Adalimumab in Woche 0, 80 mg in Woche 2 unddanach jede zweite Woche 40 mg, und 246 Patienten erhielten Placebo. Die klinischen Ergebnissewurden auf Einleitung einer Remission in Woche 8 und Bestehen der Remission in Woche 52 bewertet.

Eine klinische Remission zu einem statistisch signifikanten größeren Prozentsatz gegenüber Placeboerreichten Patienten mit einer Induktionsdosis von 160/80 mg Adalimumab in Woche 8 in der UC-I-

Studie (18 % unter Adalimumab vs. 9 % unter Placebo; p = 0,031) und UC-II-Studie (17 % unter

Adalimumab vs. 9 % unter Placebo; p = 0,019). In der UC-II-Studie waren unter Adalimumab-

Behandlung 21/41 (51 %) Patienten, die in Woche 8 in Remission waren, in Woche 52 in Remission.

Tabelle 23 zeigt die Ergebnisse aus der gesamten Population von UC-II-Studie.

Tabelle 23: Ansprechen, Remission und Mukosaheilung in der UC-II-Studie (prozentualer Anteilder Patienten)

Placebo Adalimumab40 mgjede zweite Woche

Woche 52 N = 246 N = 248

Klinisches Ansprechen 18 % 30 %*

Klinische Remission 9 % 17 %*

Mukosaheilung 15 % 25 %*

Steroidfreie Remission für ≥ 90 Tagea 6 % 13 %*(N = 140) (N = 150)

Woche 8 und 52

Anhaltendes Ansprechen 12 % 24 %**

Anhaltende Remission 4 % 8 %*

Anhaltende Mukosaheilung 11 % 19 %*

Klinische Remission bedeutet Mayo-Score ≤ 2 mit keinem Subscore > 1;

Klinisches Ansprechen bedeutet eine Abnahme im Mayo-Score gegenüber Studienbeginn um ≥ 3 Punkte und≥ 30 % plus eine Abnahme im rektalen Blutungs-Subscore [RBS] ≥ 1 oder einen absoluten RBS von 0 oder 1;

* p < 0,05 für Adalimumab versus Placebo paarweiser Vergleich der Anteile

** p < 0,001 für Adalimumab versus Placebo paarweiser Vergleich der Anteilea Verabreichung von Kortikosteroiden zu Studienbeginn

Von den Patienten mit einem Ansprechen in Woche 8 sprachen in Woche 52 47 % an, waren 29 % in

Remission, hatten 41 % eine Mukosaheilung und waren 20 % in steroidfreier Remission für ≥ 90 Tage.

Bei annähernd 40 % Patienten der UC-II-Studie hatte zuvor die Anti-TNF-Behandlung mit Infliximabversagt. Die Wirksamkeit von Adalimumab war bei diesen Patienten im Vergleich zu Patienten, die

Anti-TNF naiv waren, verringert. Unter den Patienten, bei denen zuvor eine Anti-TNF-Behandlungversagt hatte, wurde bei 3 % der Patienten, die Placebo erhalten hatten, und bei 10 % der Patienten, die

Adalimumab erhalten hatten, in Woche 52 eine Remission erreicht.

Patienten aus den UC-I- und UC-II-Studien hatten die Möglichkeit, an einer offenen Langzeit-

Fortsetzungsstudie (UC-III) teilzunehmen. Nach Behandlung mit Adalimumab über 3 Jahre waren 75 %(301/402) nach Partial-Mayo-Score weiterhin in klinischer Remission.

Hospitalisierungsraten

Innerhalb der 52 Wochen der Studien UC-I und UC-II wurden für den Adalimumab-Behandlungsarmim Vergleich zum Placeboarm niedrigere Raten bezüglich allgemeiner sowie Colitis-ulcerosa-bedingter

Krankenhausaufenthalte beobachtet. Die Zahl an allgemeinen Hospitalisierungen betrug in der

Adalimumab-Behandlungsgruppe 0,18 pro Patientenjahr gegenüber 0,26 pro Patientenjahr in der

Placebogruppe, und die entsprechenden Zahlen für Colitis-ulcerosa-verursachte Hospitalisierungenwaren 0,12 pro Patientenjahr gegenüber 0,22 pro Patientenjahr.

Lebensqualität

In der Studie UC-II resultierte die Behandlung mit Adalimumab in einer Verbesserung des

Inflammatory-Bowel-Disease-Questionnaire (IBDQ)-Score.

Uveitis

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in zwei randomisierten, doppelmaskierten,placebokontrollierten Studien (UV I und II) bei erwachsenen Patienten mit nicht infektiöser Uveitisintermedia, Uveitis posterior und Panuveitis beurteilt, ausgenommen Patienten mit isolierter Uveitisanterior. Die Patienten erhielten Placebo oder eine Induktionsdosis von 80 mg Adalimumab, gefolgt von40 mg alle zwei Wochen, beginnend eine Woche nach der Induktionsdosis. Eine Begleitmedikation ingleichbleibender Dosierung mit einem nicht biologischen Immunsuppressivum war erlaubt.

In der Studie UV I wurden 217 Patienten untersucht, die trotz Behandlung mit Kortikosteroiden(Prednison oral in einer Dosierung von 10 bis 60 mg/Tag) eine aktive Uveitis aufwiesen. Alle Patientenerhielten bei Eintritt in die Studie 2 Wochen lang eine standardisierte Prednison-Dosis von 60 mg/Tag.

Darauf folgte eine verpflichtende Steroidausschleichung, sodass die Kortikosteroide bis Woche 15vollständig abgesetzt waren.

In der Studie UV II wurden 226 Patienten mit inaktiver Uveitis untersucht, die bei Baseline zur

Kontrolle ihrer Erkrankung dauerhaft mit Kortikosteroiden behandelt werden mussten (Prednison oral10 bis 35 mg/Tag). Danach folgte eine verpflichtende Steroidausschleichung, sodass die Kortikosteroidebis Woche 19 vollständig abgesetzt waren.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt beider Studien war die 'Dauer bis zum Behandlungsversagen“. Das

Behandlungsversagen wurde definiert durch eine Verschlechterung in einer der vier Komponenten:

entzündliche Läsionen der Ader- und Netzhaut und/oder entzündliche Gefäßläsionen der Netzhaut, Gradder Vorderkammerzellen, Grad der Glaskörpertrübung und bestkorrigierter Visus (best corrected visualacuity, BCVA).

Die Patienten, die die Studien UV I und UV II abgeschlossen hatten, konnten in eine unkontrollierte

Langzeit-Fortsetzungsstudie mit einer ursprünglich geplanten Dauer von 78 Wochen eingeschlossenwerden. Die Patienten durften die Studienmedikation über die Woche 78 hinaus fortsetzen, bis sie

Zugang zu Adalimumab hatten.

Klinisches Ansprechen

Die Ergebnisse aus beiden Studien zeigten eine statistisch signifikante Reduktion des Risikos eines

Behandlungsversagens bei Patienten unter Behandlung mit Adalimumab gegenüber Patienten, die

Placebo erhielten (siehe Tabelle 24). Beide Studien zeigten im Vergleich zu Placebo eine frühzeitigeinsetzende und anhaltende Auswirkung von Adalimumab auf die Rate an Behandlungsversagen (siehe

Abbildung 2).

Tabelle 24: Dauer bis zum Behandlungsversagen in den Studien UV I und UV II

Auswertung N Versagen Dauer (Median) HRa 95 % p-Wertb

Behandlung N (%) bis zum KI

Versagen für HRa(Monate)

Dauer bis zum Behandlungsversagen in oder nach Woche 6 in der Studie UV I

Primäre Auswertung (ITT)

Placebo 107 84 (78,5) 3,0 -- -- --

Adalimumab 110 60 (54,5) 5,6 0,50 0,36; < 0,0010,70

Auswertung N Versagen Dauer (Median) HRa 95 % p-Wertb

Behandlung N (%) bis zum KI

Versagen für HRa(Monate)

Dauer bis zum Behandlungsversagen in oder nach Woche 2 in der Studie UV II

Primäre Auswertung (ITT)

Placebo 111 61 (55,0) 8,3 -- -- --

Adalimumab 115 45 (39,1) n. b.c 0,57 0,39; 0,0040,84

Hinweis: Ein Behandlungsversagen in oder nach Woche 6 (Studie UV I) bzw. in oder nach Woche 2 (Studie

UV II) wurde als Ereignis gewertet. Ein Ausscheiden aus anderen Gründen als Behandlungsversagen wurde zum

Zeitpunkt des Ausscheidens zensiert.a HR von Adalimumab gegenüber Placebo der Cox-Regressionsanalyse mit Behandlung als Faktor.b 2-seitiger p-Wert vom Log-Rank-Test.c n. b. = nicht bestimmbar. Bei weniger als der Hälfte der Risikopatienten kam es zu einem Ereignis.

Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurven zur Darstellung der Dauer bis zum Behandlungsversagen inoder nach Woche 6 (Studie UV I) bzw. Woche 2 (Studie UV II)

Hinweis: P# = Placebo (Anzahl an Ereignissen/Anzahl Risikopatienten); A# = Adalimumab (Anzahl an

Ereignissen/Anzahl Risikopatienten).

In der Studie UV I wurden für jede Komponente des Behandlungsversagens statistisch signifikante

Unterschiede zugunsten von Adalimumab gegenüber Placebo festgestellt. In der Studie UV II wurdenstatistisch signifikante Unterschiede nur für die Sehschärfe festgestellt, doch die Ergebnisse der anderen

Komponenten fielen numerisch zugunsten von Adalimumab aus.

Von den 424 Studienteilnehmern, die in die unkontrollierte Langzeit-Fortsetzungsstudie von den

Studien UV I und UV II eingeschlossen waren, erwiesen sich 60 Studienteilnehmer als nicht auswertbar(z. B. aufgrund von Abweichungen oder durch Komplikationen nachrangig einer diabetischen

Retinopathie, die auf eine Operation des grauen Stars oder Glaskörperentfernung zurückzuführenwaren). Sie wurden deshalb von der primären Wirksamkeitsanalyse ausgeschlossen. Von den 364verbleibenden Patienten erreichten 269 der auswertbaren Patienten (74 %) 78 Wochen der offenen

Adalimumab-Behandlung. Basierend auf dem betrachteten datenbasierten Ansatz waren 216 (80,3 %)

Patienten in einer Ruhephase (keine aktiven entzündlichen Läsionen, Grad der

Vorderkammerzellen ≤ 0,5+, Grad der Glaskörpertrübung ≤ 0,5+) mit einer einhergehenden

Steroiddosis ≤ 7,5 mg pro Tag, und 178 (66,2 %) waren in einer steroidfreien Ruhephase. In Woche 78wurde bei 88,6 % der Augen der bestkorrigierte Visus (best corrected visual acuity, BCVA) entwederverbessert oder erhalten (< 5 Zeichen der Verschlechterung). Daten über die Woche 78 hinaus waren im

Allgemeinen übereinstimmend mit diesen Ergebnissen, aber die Anzahl von eingeschlossenen

Studienteilnehmern ging nach dieser Zeit zurück. Ursächlich für die vorzeitige Beendigung der Studiewaren in 18 % der Fälle das Auftreten von Nebenwirkungen und in 8 % der Fälle ein unzureichendes

Ansprechen auf die Behandlung mit Adalimumab.

Lebensqualität

In beiden klinischen Studien wurde die Therapiebewertung aus Patientensicht (patient reportedoutcome, PRO) hinsichtlich des Sehvermögens mithilfe des NEI VFQ-25 beurteilt. Bei den meisten

Subscores fielen die Ergebnisse numerisch zugunsten von Adalimumab aus - ein statistischsignifikanter mittlerer Unterschied bestand in der Studie UV I beim allgemeinen Sehvermögen, bei

Augenschmerzen, Nahsicht, mentaler Gesundheit und dem Gesamtscore, in der Studie UV II beimallgemeinen Sehvermögen und der mentalen Gesundheit. Weitere Wirkungen in Bezug auf das

Sehvermögen fielen in der Studie UV I beim Farbsehen und in der Studie UV II beim Farbsehen, demperipheren Sehen und der Nahsicht numerisch nicht zugunsten von Adalimumab aus.

Immunogenität

Während einer Adalimumab-Behandlung können sich Anti-Adalimumab-Antikörper entwickeln. Die

Bildung von Anti-Adalimumab-Antikörpern ist mit einer erhöhten Clearance und einer verminderten

Wirksamkeit von Adalimumab verbunden. Zwischen der Anwesenheit von Anti-Adalimumab-

Antikörpern und dem Auftreten von unerwünschten Ereignissen gibt es keinen offensichtlichen

Zusammenhang.

Kinder und Jugendliche
Juvenile idiopathische Arthritis (JIA)
Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis (pJIA)

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in zwei Studien (pJIA I und II) an Kindernmit aktiver polyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis oder polyartikulärem Verlauf untersucht,die zu Erkrankungsbeginn verschiedene Subtypen der juvenilen idiopathischen Arthritis aufwiesen (amhäufigsten waren Rheumafaktor negative oder positive Polyarthritis und erweiterte Oligoarthritis).

pJIA I

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer multizentrischen, randomisierten,doppelblinden Parallelgruppenstudie an 171 Kindern und Jugendlichen (4 - 17 Jahre alt) mitpolyartikulärer JIA untersucht. In der offenen Einleitungsphase (OL-LI) wurden die Patienten in zwei

Gruppen stratifiziert: mit Methotrexat (MTX) behandelte oder nicht mit MTX behandelte Patienten.

Patienten, die im Nicht-MTX-Arm waren, waren entweder MTX-naiv oder MTX war mindestens zwei

Wochen vor Verabreichung der Studienmedikation abgesetzt worden. Die Patienten erhielten stabile

Dosen eines nicht steroidalen Antirheumatikums (NSAR) und/oder Prednison (≤ 0,2 mg/kg/Tag odermaximal 10 mg/Tag). In der OL-LI-Phase erhielten alle Patienten 16 Wochen lang 24 mg/m2bis zueiner Maximaldosis von 40 mg Adalimumab jede zweite Woche. Die Patientenverteilung nach Alterund minimaler, mittlerer und maximaler Dosis, wie sie während der OL-LI-Phase verabreicht wurde, istin Tabelle 25 dargestellt.

Tabelle 25: Patientenverteilung nach Alter und verabreichter Adalimumab-Dosis während der

OL-LI-Phase

Altersgruppe Patientenanzahl zu Minimale, mittlere und

Studienbeginn n (%) maximale Dosis4 bis 7 Jahre 31 (18,1) 10, 20 und 25 mg8 bis 12 Jahre 71 (41,5) 20, 25 und 40 mg13 bis 17 Jahre 69 (40,4) 25, 40 und 40 mg

Die Patienten, die ein pädiatrisches ACR-30-Ansprechen in Woche 16 zeigten, waren für die

Randomisierung in die doppelblinde (DB-)Studienphase geeignet und erhielten entweder Adalimumab(24 mg/m2bis zu einer maximalen Einzeldosis von 40 mg) oder Placebo jede zweite Woche für weitere32 Wochen oder bis zu einem Wiederaufflammen der Erkrankung. Kriterien für ein Wiederaufflammender Erkrankung waren definiert als eine Verschlechterung von ≥ 30 % im Vergleich zu Studienbeginnbei ≥ 3 von 6 pädiatrischen ACR-Core-Kriterien, ≥ 2 aktive Gelenke und eine Verbesserung von > 30 %in nicht mehr als einem der 6 Kriterien. Nach 32 Wochen oder bei Wiederaufflammen der Erkrankungwaren die Patienten für die Überführung in die offene Fortsetzungsphase (OLE) geeignet.

Tabelle 26: Pädiatrisches ACR-30-Ansprechen in der JIA-Studie

Studienarm MTX Ohne MTX

Phase

OL-LI 16 Wochenpädiatrisches ACR-30- 94,1 % (80/85) 74,4 % (64/86)

Ansprechen (n/n)

Ergebnisse zur Wirksamkeit

Doppelblind Adalimumab/ Adalimumab/ Adalimumab Placebo32 Wochen MTX MTX (n = 30) (n = 28)(n = 38) (n = 37)

Wiederaufflammen der 36,8 % (14/38) 64,9 % (24/37)b 43,3 % (13/30) 71,4 % (20/28)c

Erkrankung nach32 Wochena (n/n)

Mittlere Zeit bis zum > 32 Wochen 20 Wochen > 32 Wochen 14 Wochen

Wiederaufflammen der

Erkrankunga pädiatrisches ACR-30/50/70-Ansprechen in Woche 48 war signifikant größer als bei mit Placebo behandelten

Patientenb p = 0,015c p = 0,031

Unter den Patienten, die in Woche 16 (n = 144) ansprachen, wurde das pädiatrische ACR-30/50/70/90-Ansprechen für bis zu sechs Jahre in der OLE-Phase bei denjenigen aufrechterhalten, die

Adalimumab während der ganzen Studie über erhielten. Insgesamt wurden 19 Patienten (11 zu

Studienbeginn in der Altersgruppe von 4 bis 12 Jahren und 8 zu Studienbeginn in der Altersgruppe von13 bis 17 Jahren) 6 Jahre oder länger behandelt.

Das Gesamtansprechen bei der Kombinationstherapie von Adalimumab und MTX war allgemeinbesser, und weniger Patienten entwickelten Antikörper im Vergleich zur Adalimumab-Monotherapie.

Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse wird der Einsatz von Adalimumab in Kombination mit MTXempfohlen. Bei Patienten, bei denen der MTX-Einsatz nicht geeignet ist, wird eine Monotherapie mit

Adalimumab empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

pJIA II

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer offenen, multizentrischen Studie an32 Kleinkindern/Kindern (im Alter von 2 - < 4 Jahren oder im Alter von 4 Jahren und älter mit einem

Körpergewicht < 15 kg) mit mittelschwerer bis schwerer aktiver polyartikulärer JIA untersucht. Die

Patienten erhielten als Einzeldosis mittels subkutaner Injektion mindestens 24 Wochen lang jede zweite

Woche 24 mg Adalimumab/m2 Körperoberfläche bis zu einer maximalen Dosis von 20 mg. Währendder Studie verwendeten die meisten Patienten eine MTX-Begleittherapie, die Anwendung von

Kortikosteroiden oder NSARs wurde seltener berichtet.

In Woche 12 und Woche 24 betrug unter Auswertung der beobachteten Daten das pädiatrische ACR-30-

Ansprechen 93,5 % bzw. 90,0 %. Die Anteile an Patienten mit pädiatrischem ACR-50/70/90-

Ansprechen betrugen 90,3 %/61,3 %/38,7 % bzw. 83,3 %/73,3 %/36,7 % in Woche 12 und Woche 24.

Von den Patienten, die in Woche 24 ein pädiatrisches ACR-30-Ansprechen zeigten (n = 27 von30 Patienten), wurde das pädiatrische ACR-30-Ansprechen bis zu 60 Wochen in der OLE-Phase bei den

Patienten aufrechterhalten, die Adalimumab über diesen Zeitraum erhielten. Insgesamt wurden20 Patienten 60 Wochen oder länger behandelt.

Enthesitis-assoziierte Arthritis

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer multizentrischen, randomisierten,doppelblinden Studie bei 46 Kindern und Jugendlichen (im Alter von 6 bis 17 Jahren) mitmittelschwerer Enthesitis-assoziierter Arthritis untersucht. Die Patienten wurden randomisiert underhielten 12 Wochen lang entweder 24 mg Adalimumab/m2 Körperoberfläche (KOF) bis zu maximal40 mg Adalimumab oder Placebo jede zweite Woche. Der doppelblinden Phase folgte eine offene

Fortsetzungsphase (OL). Während dieser Zeit erhielten die Patienten subkutan bis zu weiteren192 Wochen jede zweite Woche 24 mg Adalimumab/m2 (KOF) bis zu maximal 40 mg Adalimumab.

Der primäre Endpunkt war die prozentuale Veränderung in der Anzahl der aktiven Gelenke mit Arthritis(Schwellung nicht als Folge von Deformierung oder Gelenke mit Bewegungsverlust plus Schmerzenund/oder Druckschmerzempfindlichkeit) in Woche 12 gegenüber dem Therapiebeginn. Er wurde miteiner durchschnittlichen prozentualen Abnahme von -62,6 % (Median der prozentualen Abnahme

- 88,9 %) bei Patienten in der Adalimumab-Gruppe im Vergleich zu -11,6 % (Median der prozentualen

Abnahme -50 %) bei Patienten in der Placebogruppe erreicht. Die Verbesserung in der Anzahl deraktiven Gelenke mit Arthritis wurde während der OL-Phase bis Woche 156 für 26 von 31 (84 %)

Patienten der Adalimumab-Gruppe, die in der Studie verblieben sind, aufrechterhalten. Obwohlstatistisch nicht signifikant, zeigte die Mehrheit der Patienten eine klinische Verbesserung bei densekundären Endpunkten, wie z. B. Anzahl der Stellen mit Enthesitis, Anzahl schmerzempfindlicher

Gelenke (TJC), Anzahl geschwollener Gelenke (SJC), pädiatrisches ACR-50-Ansprechen undpädiatrisches ACR-70-Ansprechen.

Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen

Die Wirksamkeit von Adalimumab wurde in einer randomisierten, doppelblinden, kontrollierten Studiemit 114 Kindern und Jugendlichen ab 4 Jahren mit schwerer chronischer Plaque-Psoriasis untersucht,deren topische Therapie und Heliotherapie oder Phototherapie unzureichend war (schwere chronische

Plaque-Psoriasis ist definiert durch einen PGA ≥ 4 oder > 20 % KOF-Beteiligung oder > 10 % KOF-

Beteiligung mit sehr dicken Läsionen oder PASI ≥ 20 oder ≥ 10 mit klinisch relevanter Beteiligung von

Gesicht, Genitalbereich oder Händen/Füßen).

Patienten erhielten Adalimumab 0,8 mg/kg jede zweite Woche (bis zu 40 mg), 0,4 mg/kg jede zweite

Woche (bis zu 20 mg) oder Methotrexat 0,1 - 0,4 mg/kg wöchentlich (bis zu 25 mg). In Woche 16hatten mehr Patienten, die in die Adalimumab-Gruppe mit 0,8 mg/kg randomisiert waren, positive

Wirksamkeitsnachweise (z. B. PASI-75) als jene, die in die Gruppe mit 0,4 mg/kg jede zweite Wocheoder in die MTX-Gruppe randomisiert waren.

Tabelle 27: Wirksamkeitsergebnisse bei pädiatrischer Plaque-Psoriasis in Woche 16

MTXa Adalimumab 0,8 mg/kg jeden = 37 zweite Wochen = 38

PASI 75b 12 (32,4 %) 22 (57,9 %)

PGA: erscheinungsfrei/minimalc 15 (40,5 %) 23 (60,5 %)a MTX = Methotrexatb p = 0,027; Adalimumab 0,8 mg/kg versus MTXc p = 0,083; Adalimumab 0,8 mg/kg versus MTX

Bei Patienten, die PASI-75 und einen PGA, definiert als 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, erreichten,wurde die Behandlung bis zu 36 Wochen lang abgesetzt. Diese Patienten wurden dahingehendbeobachtet, ob sie einen Rückfall erlitten (z. B. Verschlechterung des PGA um mindestens zwei Grade).

Die Behandlung der Patienten wurde dann wieder mit 0,8 mg Adalimumab/kg jede zweite Woche fürweitere 16 Wochen aufgenommen. Die Ansprechraten, die während der erneuten Behandlungbeobachtet wurden, waren vergleichbar mit denen in der vorherigen doppelblinden Phase: PASI-75-

Ansprechen von 78,9 % (15 von 19 Patienten) und PGA (definiert als 'erscheinungsfrei“ oder'minimal“) von 52,6 % (10 von 19 Patienten).

In der offenen Fortsetzungsphase der Studie wurden für bis zu weitere 52 Wochen ein PASI-75-

Ansprechen und PGA, definiert als 'erscheinungsfrei“ oder 'minimal“, aufrechterhalten; es gab keineneuen Erkenntnisse zur Sicherheit.

Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) bei Jugendlichen

Es gibt keine klinischen Studien mit Adalimumab bei jugendlichen Patienten mit HS. Es ist zu erwarten,dass Adalimumab bei der Behandlung von jugendlichen Patienten mit HS wirksam ist, da die

Wirksamkeit und die Dosis-Wirkungsbeziehung bei erwachsenen HS-Patienten nachgewiesen wurdeund es wahrscheinlich ist, dass Krankheitsverlauf, Pathophysiologie und Arzneimittelwirkungen beigleicher Exposition im Wesentlichen ähnlich sind wie bei Erwachsenen. Die Sicherheit derempfohlenen Adalimumab-Dosis bei Jugendlichen mit HS basiert auf dem indikationsübergreifenden

Sicherheitsprofil von Adalimumab bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen bei ähnlicher

Dosierung oder häufigerer Gabe (siehe Abschnitt 5.2).

Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen

Adalimumab wurde in einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden klinischen Studieuntersucht, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer Induktions- und Dauertherapie zu evaluieren. Eswurden 192 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und einschließlich 17 Jahren mitmittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn (MC), definiert als pädiatrischer Morbus-Crohn-

Aktivitätsindex(PCDAI)-Score > 30, eingeschlossen. Die Dosis war abhängig vom Körpergewicht(< 40 kg oder ≥ 40 kg). Eingeschlossen wurden Patienten, bei denen eine konventionelle MC-Therapie(einschließlich eines Kortikosteroids und/oder eines Immunsuppressivums) versagt hatte; es wurdenauch Patienten eingeschlossen, die unter Infliximab-Therapie einen Verlust des klinischen Ansprechensoder eine Unverträglichkeit entwickelt hatten.

Alle Patienten erhielten eine offene Induktionstherapie mit einer Dosis auf Basis des Körpergewichts zu

Studienbeginn: 160 mg in Woche 0 und 80 mg in Woche 2 für Patienten ≥ 40 kg bzw. 80 mg und 40 mgfür Patienten < 40 kg.

In Woche 4 wurden die Patienten 1:1 auf Basis des derzeitigen Körpergewichts entweder einem

Behandlungsschema mit niedriger Dosis oder Standarddosis nach dem Zufallsprinzip zugeteilt (siehe

Tabelle 28).

Tabelle 28: Erhaltungsdosis

Patientengewicht Niedrige Dosis Standarddosis< 40 kg 10 mg jede zweite Woche 20 mg jede zweite Woche≥ 40 kg 20 mg jede zweite Woche 40 mg jede zweite Woche

Ergebnisse zur Wirksamkeit

Der primäre Endpunkt der Studie war die klinische Remission in Woche 26, definiert als PCDAI-Score≤ 10.

Die Raten zur klinischen Remission und zum klinischen Ansprechen (definiert als Verringerung im

PCDAI-Score um mindestens 15 Punkte im Vergleich zu Studienbeginn) sind in Tabelle 29 dargestellt.

Die Raten zum Absetzen von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva zeigt Tabelle 30.

Tabelle 29: Morbus-Crohn-Studie bei Kindern und Jugendlichen

Klinische Remission und Ansprechen nach PCDAI

Standarddosis Niedrige Dosis p-Wert*40/20 mg jede zweite 20/10 mg jede zweite

Woche Wochen = 93 n = 95

Woche 26

Klinische Remission 38,7 % 28,4 % 0,075

Klinisches Ansprechen 59,1 % 48,4 % 0,073

Woche 52

Klinische Remission 33,3 % 23,2 % 0,100

Klinisches Ansprechen 41,9 % 28,4 % 0,038

* p-Wert für Vergleich von Standarddosis gegenüber Niedrigdosis

Tabelle 30: Morbus-Crohn-Studie bei Kindern und Jugendlichen

Absetzen von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva und Remission von Fisteln

Standarddosis Niedrige Dosis p-Wert140/20 mg jede 20/10 mg jedezweite Woche zweite Woche

Abgesetzte Kortikosteroide n = 33 n = 38

Woche 26 84,8 % 65,8 % 0,066

Woche 52 69,7 % 60,5 % 0,420

Absetzen von n = 60 n = 57

Immunsuppressiva2

Woche 52 30,0 % 29,8 % 0,983

Fistelremission3 n = 15 n = 21

Woche 26 46,7 % 38,1 % 0,608

Woche 52 40,0 % 23,8 % 0,3031 p-Wert für Vergleich von Standarddosis gegenüber Niedrigdosis2 Behandlung mit Immunsuppressiva konnte nach Ermessen des Prüfers erst zu oder nach Woche 26 beendetwerden, wenn der Patient das Kriterium für ein klinisches Ansprechen erfüllte3 definiert als Verschluss aller zum Zeitpunkt des Studienbeginns drainierender Fisteln, nachgewiesen anmindestens zwei aufeinanderfolgenden Visiten im Studienverlauf

Statistisch signifikante Zunahmen (Verbesserungen) im Vergleich zum Studienbeginn wurden im Body-

Mass-Index und der Körpergröße in Woche 26 und Woche 52 für beide Behandlungsgruppenbeobachtet.

Statistisch und klinisch signifikante Verbesserungen im Vergleich zum Studienbeginn wurden auch inbeiden Behandlungsgruppen für die Parameter zur Lebensqualität (einschließlich IMPACT III)beobachtet.

Einhundert Patienten (n = 100) der Studie zu pädiatrischem Morbus Crohn setzten diese in einer offenen

Fortsetzungsphase zur Langzeitanwendung fort. Nach fünf Jahren unter Adalimumab-Therapie wiesen74 % (37/50) der 50 in der Studie verbliebenen Patienten weiterhin eine klinische Remission und92,0 % (46/50) ein klinisches Ansprechen nach PCDAI auf.

Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer multizentrischen, randomisiertendoppelblinden Studie bei 93 Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 bis 17 Jahren mit mittelschwererbis schwerer Colitis ulcerosa (Mayo-Score 6 bis 12 mit Endoskopie-Subscore 2 bis 3, bestätigt durchzentral ausgewertete endoskopische Aufnahmen) und unzureichendem Ansprechen auf oder

Unverträglichkeit gegenüber konventionellen Therapien untersucht. Bei etwa 16 % der Patienten der

Studie hatte zuvor eine Anti-TNF-Behandlung versagt. Bei Patienten, die bei Aufnahme in die Studie

Kortikosteroide erhielten, war ein Ausschleichen nach Woche 4 erlaubt.

In der Induktionsphase der Studie wurden 77 Patienten im Verhältnis 3:2 randomisiert und erhielteneine doppelblinde Behandlung mit Adalimumab: eine Induktionsdosis von 2,4 mg/kg (maximal 160 mg)in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2 bzw. 2,4 mg/kg (maximal160 mg) in Woche 0, Placebo in Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2. Beide

Behandlungsarme erhielten 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) in Woche 4 und Woche 6. Nach einer

Änderung des Studiendesigns erhielten die verbleibenden 16 Patienten, die in die Induktionsphaseaufgenommen wurden, eine offene Behandlung mit Adalimumab in der Induktionsdosis von 2,4 mg/kg(maximal 160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2.

In Woche 8 wurden 62 Patienten, die nach Partial-Mayo-Score (PMS, definiert als Abnahme um≥ 2 Punkte und ≥ 30 % gegenüber Baseline) ein klinisches Ansprechen aufwiesen, im Verhältnis 1:1randomisiert und erhielten eine doppelblinde Erhaltungstherapie mit Adalimumab in einer Dosis von0,6 mg/kg (maximal 40 mg) wöchentlich oder jede zweite Woche. Vor der Änderung des

Studiendesigns wurden 12 weitere Patienten, die nach PMS ein klinisches Ansprechen aufwiesen,randomisiert und erhielten Placebo, wurden aber nicht in die konfirmatorische Auswertung zur

Wirksamkeit einbezogen.

Ein Krankheitsschub wurde definiert als Zunahme des PMS um mindestens 3 Punkte (bei Patienten miteinem PMS von 0-2 in Woche 8), mindestens 2 Punkte (bei Patienten mit einem PMS von 3-4 in

Woche 8) oder mindestens 1 Punkt (bei Patienten mit einem PMS von 5-6 in Woche 8).

Patienten, die in oder nach Woche 12 die Kriterien für einen Krankheitsschub erfüllten, wurdenrandomisiert und erhielten entweder eine erneute Induktionsdosis von 2,4 mg/kg (maximal 160 mg)oder eine Dosis von 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) und führten anschließend die Behandlung in ihrerjeweiligen Erhaltungsdosis fort.

Ergebnisse zur Wirksamkeit

Die koprimären Endpunkte der Studie waren die klinische Remission nach PMS (definiert als PMS ≤ 2und kein einzelner Subscore > 1) in Woche 8 und die klinische Remission nach vollständigem Mayo-

Score (Full-Mayo-Score, FMS, definiert als Mayo-Score von ≤ 2 und kein einzelner Subscore > 1) in

Woche 52 bei Patienten, die in Woche 8 ein klinisches Ansprechen nach PMS erreichten.

Die Raten der klinischen Remission nach PMS in Woche 8 für Patienten in jedem der Behandlungsarmemit doppelblinder Adalimumab-Induktionstherapie sind in Tabelle 31 dargestellt.

Tabelle 31: Klinische Remission nach PMS in Woche 8

Adalimumaba Adalimumabb, c

Maximal 160 mg in Woche 0/ Maximal 160 mg in Woche 0

Placebo in Woche 1 und Woche 1n = 30 n = 47

Klinische Remission 13/30 (43,3 %) 28/47 (59,6 %)a Adalimumab 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0, Placebo in Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal80 mg) in Woche 2b Adalimumab 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in

Woche 2c Ohne Patienten unter offener Adalimumab-Induktionsdosis von 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2

Hinweis 1: Beide Behandlungsarme mit Induktionsphase erhielten 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) in Woche 4und Woche 6.

Hinweis 2: Patienten mit fehlenden Werten in Woche 8 wurden als Patienten gewertet, die den Endpunktnicht erreichten.

In Woche 52 wurden bei den Patienten, die Adalimumab doppelblind in der Erhaltungsdosis vonmaximal 40 mg (0,6 mg/kg) jede zweite Woche bzw. maximal 40 mg (0,6 mg/kg) wöchentlicherhielten, die klinische Remission nach FMS bei Respondern in Woche 8, das klinische Ansprechennach FMS (definiert als Abnahme des Mayo-Score um ≥ 3 Punkte und ≥ 30 % gegenüber Baseline) bei

Respondern in Woche 8, die Mukosaheilung nach FMS (definiert als endoskopischer Mayo-Score von≤ 1) bei Respondern in Woche 8, die klinische Remission nach FMS bei Patienten in Remission in

Woche 8 sowie der Anteil der Studienteilnehmer in kortikosteroidfreier Remission nach FMS bei

Respondern in Woche 8 beurteilt (Tabelle 32).

Tabelle 32: Ergebnisse zur Wirksamkeit in Woche 52

Adalimumaba Adalimumabb

Maximal 40 mg jede zweite Maximal 40 mg wöchentlich

Woche n = 31n = 31

Klinische Remission bei 9/31 (29,0 %) 14/31 (45,2 %)

PMS-Respondern in Woche 8

Klinisches Ansprechen bei 19/31 (61,3 %) 21/31 (67,7 %)

PMS-Respondern in Woche 8

Mukosaheilung bei PMS- 12/31 (38,7 %) 16/31 (51,6 %)

Respondern in Woche 8

Klinische Remission bei 9/21 (42,9 %) 10/22 (45,5 %)

Patienten in PMS-Remissionin Woche 8

Kortikosteroidfreie Remission 4/13 (30,8 %) 5/16 (31,3 %)bei PMS-Respondern in

Woche 8ca Adalimumab 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) jede zweite Wocheb Adalimumab 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) wöchentlichc Bei Patienten, die bei Baseline begleitend Kortikosteroide erhielten

Hinweis: Patienten mit fehlenden Werten in Woche 52 oder die randomisiert einer erneuten

Induktionstherapie oder der Erhaltungstherapie zugeteilt wurden, wurden hinsichtlich der Endpunkte in

Woche 52 als Non-Responder gewertet.

Weitere explorative Wirksamkeitsendpunkte umfassten das klinische Ansprechen nach Paediatric

Ulcerative Colitis Activity Index (PUCAI) (definiert als Abnahme des PUCAI um ≥ 20 Punktegegenüber Baseline) und die klinische Remission nach PUCAI (definiert als PUCAI < 10) in Woche 8und Woche 52 (Tabelle 33).

Tabelle 33: Ergebnisse zu den explorativen Endpunkten nach PUCAI

Woche 8

Adalimumaba Adalimumabb, c

Maximal 160 mg in Woche 0/ Maximal 160 mg in Woche 0

Placebo in Woche 1 und Woche 1n = 30 n = 47

Klinische Remission nach 10/30 (33,3 %) 22/47 (46,8 %)

PUCAI

Klinisches Ansprechen nach 15/30 (50,0 %) 32/47 (68,1 %)

PUCAI

Woche 52

Adalimumabd Adalimumabe

Maximal 40 mg jede zweite Maximal 40 mg wöchentlich

Woche n = 31n = 31

Klinische Remission nach 14/31 (45,2 %) 18/31 (58,1 %)

PUCAI bei PMS-Respondernin Woche 8

Klinisches Ansprechen nach 18/31 (58,1 %) 16/31 (51,6 %)

PUCAI bei PMS-Respondernin Woche 8a Adalimumab 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0, Placebo in Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal80 mg) in Woche 2b Adalimumab 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0 und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in

Woche 2c Ohne Patienten unter offener Adalimumab-Induktionsdosis von 2,4 mg/kg (maximal 160 mg) in Woche 0und Woche 1 und 1,2 mg/kg (maximal 80 mg) in Woche 2d Adalimumab 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) jede zweite Wochee Adalimumab 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) wöchentlich

Hinweis 1: Beide Behandlungsarme mit Induktionsphase erhielten 0,6 mg/kg (maximal 40 mg) in Woche 4und Woche 6.

Hinweis 2: Patienten mit fehlenden Werten in Woche 8 wurden als Patienten gewertet, die die Endpunktenicht erreichten.

Hinweis 3: Patienten mit fehlenden Werten in Woche 52 oder die randomisiert einer erneuten

Induktionstherapie oder der Erhaltungstherapie zugeteilt wurden, wurden hinsichtlich der Endpunkte in

Woche 52 als Non-Responder gewertet.

Von den mit Adalimumab behandelten Patienten, die während der Erhaltungsphase eine erneute

Induktionstherapie erhielten, erreichten 2 von 6 (33 %) in Woche 52 ein klinisches Ansprechen nach

FMS.

Lebensqualität

In den mit Adalimumab behandelten Behandlungsarmen wurden bei den Scores zu IMPACT-III und

WPAI (Work Productivity and Activity Impairment) der betreuenden Personen klinisch bedeutsame

Verbesserungen gegenüber Baseline beobachtet.

Klinisch bedeutsame Zunahmen (Verbesserungen) der Wachstumsgeschwindigkeit (Körperlänge)gegenüber Baseline wurden in den Behandlungsarmen beobachtet, die Adalimumab erhielten, undklinisch bedeutsame Zunahmen (Verbesserungen) des Body-Mass-Index gegenüber Baseline wurden bei

Studienteilnehmern unter der hohen Erhaltungsdosis von maximal 40 mg (0,6 mg/kg) wöchentlichbeobachtet.

Uveitis bei Kindern und Jugendlichen

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Adalimumab wurden in einer randomisierten, doppelmaskierten,kontrollierten Studie mit 90 Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis < 18 Jahren mit aktiver JIA-assoziierter nicht infektiöser Uveitis anterior untersucht, die mindestens 12 Wochen lang nicht auf die

Behandlung mit Methotrexat angesprochen hatten. Die Patienten erhielten alle zwei Wochen entweder

Placebo oder 20 mg Adalimumab (sofern < 30 kg) oder 40 mg Adalimumab (sofern ≥ 30 kg) jeweils in

Kombination mit ihrer Ausgangsdosis Methotrexat.

Der primäre Endpunkt war die 'Dauer bis zum Behandlungsversagen“. Das Behandlungsversagenwurde definiert durch eine Verschlechterung oder eine gleichbleibende Nichtverbesserung der

Augenentzündung, eine teilweise Verbesserung mit Entstehung von anhaltenden

Augenbegleiterkrankungen oder eine Verschlechterung von Augenbegleiterkrankungen, eine nichterlaubte Verwendung von Begleitmedikationen oder eine Unterbrechung der Behandlung für einenlängeren Zeitraum.

Klinisches Ansprechen

Adalimumab verzögerte signifikant die Zeit bis zum Behandlungsversagen im Vergleich zu Placebo(siehe Abbildung 3, p < 0,0001 beim Log-Rank-Test). Die mittlere Zeit bis zum Behandlungsversagenlag bei 24,1 Wochen für Patienten, die mit Placebo behandelt wurden, während die mittlere Zeit für das

Behandlungsversagen für mit Adalimumab behandelte Patienten nicht abschätzbar war, da weniger alsdie Hälfte dieser Patienten ein Behandlungsversagen erfahren haben. Adalimumab vermindertesignifikant das Risiko eines Behandlungsversagens um 75 % im Vergleich zu Placebo, wie die Hazard

Ratio (HR = 0,25 [95 % KI 0,12; 0,49]) zeigt.

Abbildung 3: Kaplan-Meier-Kurven zur Darstellung der Dauer bis zum Behandlungsversagen inder pädiatrischen Uveitis-Studie

DAUER (WOCHEN)

Behandlung Placebo Adalimumab

Hinweis: P = Placebo (Anzahl Risikopatienten); H = Adalimumab (Anzahl Risikopatienten).

WAHRSCHEINLICHKEIT DES BEHANDLUNGSVERSAGENS

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption und Verteilung

Nach subkutaner Gabe einer Einzeldosis von 40 mg waren die Resorption und Verteilung von

Adalimumab langsam. Die maximalen Serumkonzentrationen wurden ungefähr 5 Tage nach

Verabreichung erreicht. Die auf Grundlage von drei mit dem Referenzarzneimittel durchgeführten

Studien geschätzte, durchschnittliche absolute Bioverfügbarkeit von Adalimumab betrug nach Gabeeiner einzelnen subkutanen Dosis von 40 mg 64 %. Nach intravenösen Einzeldosen von 0,25 bis10 mg/kg waren die Konzentrationen proportional zur Dosis. Bei Dosen von 0,5 mg/kg (~ 40 mg) lagdie Clearance zwischen 11 und 15 ml/h, das Verteilungsvolumen (Vss) betrug 5 bis 6 Liter, und diemittlere terminale Halbwertszeit lag bei ungefähr zwei Wochen. Die Adalimumab-Konzentrationen inder Synovialflüssigkeit mehrerer Patienten mit rheumatoider Arthritis lagen zwischen 31 % und 96 %der Serumkonzentrationen.

Nach subkutaner Verabreichung von 40 mg Adalimumab jede zweite Woche an erwachsene Patientenmit rheumatoider Arthritis (RA) betrugen die mittleren Steady-State-Talkonzentrationen ca. 5 µg/ml(ohne gleichzeitige Gabe von Methotrexat) bzw. 8 - 9 µg/ml (in Kombination mit Methotrexat). Im

Steady-State erhöhten sich die Talkonzentrationen der Adalimumab-Serumspiegel nach subkutaner

Verabreichung von 20, 40 und 80 mg entweder jede zweite oder jede Woche ungefähr proportional zur

Dosis.

Nach subkutaner Verabreichung von 24 mg/m2 (maximal 40 mg) jede zweite Woche an Patienten mitpolyartikulärer juveniler idiopathischer Arthritis (JIA), die zwischen 4 und 17 Jahre alt waren, betrugendie mittleren Steady-State-Talkonzentrationen der Adalimumab-Serumspiegel für Adalimumab ohne

Methotrexat-Begleittherapie 5,6 ± 5,6 µg/ml (102 % CV) und 10,9 ± 5,2 µg/ml (47,7 % CV) bei

Kombinationstherapie mit Methotrexat (die Messwerte wurden von Woche 20 bis 48 erhoben).

Bei Patienten mit polyartikulärer JIA, die 2 bis < 4 Jahre alt oder 4 Jahre alt und älter waren und die< 15 kg wogen und eine Dosis von Adalimumab 24 mg/m2 erhielten, betrug die mittlere Steady-State-

Talkonzentration der Adalimumab-Serumspiegel für Adalimumab ohne Methotrexat-Begleittherapie6,0 ± 6,1 µg/ml (101 % CV) und 7,9 ± 5,6 µg/ml (71,2 % CV) bei Kombinationstherapie mit

Methotrexat.

Nach subkutaner Verabreichung von 24 mg/m2 (maximal 40 mg) jede zweite Woche an Patienten mit

Enthesitis-assoziierter Arthritis, die 6 bis 17 Jahre alt waren, betrug die mittlere Steady-State-

Talkonzentration der Adalimumab-Serumspiegel für Adalimumab ohne Methotrexat-Begleittherapie8,8 ± 6,6 µg/ml und 11,8 ± 4,3 µg/ml bei Kombinationstherapie mit Methotrexat (die Messwertewurden in Woche 24 erhoben).

Nach subkutaner Anwendung von 40 mg Adalimumab jede zweite Woche bei erwachsenen Patientenmit nicht röntgenologischer axialer Spondyloarthritis betrug die mittlere (± SD) Steady-State-

Talkonzentration in Woche 68 8,0 ± 4,6 µg/ml.

Bei erwachsenen Psoriasispatienten betrug unter der Monotherapie mit Adalimumab 40 mg jede zweite

Woche die mittlere Steady-State-Talkonzentration 5 µg/ml.

Nachdem Kinder und Jugendliche mit chronischer Plaque-Psoriasis jede zweite Woche 0,8 mg

Adalimumab/kg (maximal 40 mg) subkutan erhielten, betrugen die mittleren (± SD)

Serumtalkonzentrationen von Adalimumab ungefähr 7,4 ± 5,8 μg/ml (79 % CV).

Bei erwachsenen Patienten mit Hidradenitis suppurativa wurden bei einer Dosis von 160 mg

Adalimumab in Woche 0, gefolgt von 80 mg in Woche 2, Serumtalkonzentrationen für Adalimumabvon etwa 7 bis 8 μg/ml in Woche 2 und Woche 4 erreicht. Die mittleren Steady-State-

Talkonzentrationen in Woche 12 bis Woche 36 betrugen unter der Behandlung mit Adalimumab 40 mgwöchentlich etwa 8 bis 10 μg/ml.

Die Adalimumab-Exposition bei jugendlichen HS-Patienten wurde anhand von pharmakokinetischen

Populationsmodellen und von Simulationen auf Basis der indikationsübergreifenden Pharmakokinetikbei anderen Kindern und Jugendlichen (Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen, juvenile idiopathische

Arthritis, Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen sowie Enthesitis-assoziierte Arthritis) bestimmt.

Das empfohlene Dosierungsschema bei Jugendlichen mit HS ist 40 mg jede zweite Woche. Da die

Körpergröße einen möglichen Einfluss auf die Aufnahme von Adalimumab hat, kann für Jugendlichemit einem höheren Körpergewicht und einem nicht ausreichenden Ansprechen auf Adalimumab dieempfohlene Erwachsenendosierung von 40 mg wöchentlich von Nutzen sein.

Bei Patienten mit Morbus Crohn wurde mit der Induktionsdosis von 80 mg Adalimumab in Woche 0,gefolgt von 40 mg Adalimumab in Woche 2, eine Talkonzentration von Adalimumab im Serum von ca.

5,5 µg/ml während der Einleitungstherapie erreicht. Mit einer Induktionsdosis von 160 mg Adalimumabin Woche 0, gefolgt von 80 mg Adalimumab in Woche 2, wurde eine Talkonzentration im Serum vonca. 12 µg/ml während der Induktionsphase erreicht. Die durchschnittliche Steady-State-

Talkonzentration lag bei ca. 7 µg/ml bei Patienten mit Morbus Crohn, die eine Erhaltungsdosis von40 mg Adalimumab alle zwei Wochen erhielten.

Bei Kindern und Jugendlichen mit mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn war die offene

Induktionsdosis von Adalimumab 160/80 mg oder 80/40 mg in Woche 0 bzw. 2, abhängig vom

Körpergewicht mit einem Schnitt bei 40 kg. In Woche 4 wurden die Patienten auf Basis ihres

Körpergewichts 1:1 entweder zur Erhaltungstherapie mit der Standarddosis (40/20 mg jede zweite

Woche) oder mit der niedrigen Dosis (20/10 mg jede zweite Woche) randomisiert. Die mittleren (±SD)

Serumtalkonzentrationen von Adalimumab, die in Woche 4 erreicht wurden, betrugen für Patienten ≥40 kg (160/80 mg) 15,7 ± 6,6 µg/ml und für Patienten < 40 kg (80/40 mg) 10,6 ± 6,1 µg/ml.

Für Patienten, die bei der randomisierten Therapie blieben, betrugen in Woche 52 die mittleren (±SD)

Serumtalkonzentrationen von Adalimumab 9,5 ± 5,6 µg/ml für die Gruppe mit Standarddosis und 3,5 ±2,2 µg/ml für die Gruppe mit der niedrigen Dosis. Die mittleren Talkonzentrationen blieben bei

Patienten, die weiterhin jede zweite Woche eine Adalimumab-Behandlung erhielten, 52 Wochen langerhalten. Für Patienten mit Dosiseskalation (Verabreichung von jeder zweiten Woche auf wöchentlich)betrugen die mittleren (±SD) Serumtalkonzentrationen von Adalimumab in Woche 52 15,3 ±11,4 μg/ml (40/20 mg, wöchentlich) bzw. 6,7 ± 3,5 μg/ml (20/10 mg, wöchentlich).

Bei Patienten mit Colitis ulcerosa wurde mit der Induktionsdosis von 160 mg Adalimumab in Woche 0,gefolgt von 80 mg Adalimumab in Woche 2, eine Talkonzentration von Adalimumab im Serum von ca.

12 µg/ml während der Einleitungstherapie erreicht. Die durchschnittliche Steady-State-Talkonzentrationlag bei ca. 8 µg/ml bei Patienten mit Colitis ulcerosa, die eine Erhaltungsdosis von 40 mg Adalimumaballe zwei Wochen erhielten.

Nach subkutaner Verabreichung einer körpergewichtsbasierten Dosis von 0,6 mg/kg (maximal 40 mg)jede zweite Woche bei Kindern und Jugendlichen mit Colitis ulcerosa betrug die mittlere Steady-State-

Talkonzentration des Adalimumab-Serumspiegels in Woche 52 5,01 ± 3,28 μg/ml. Bei Patienten, die0,6 mg/kg (maximal 40 mg) wöchentlich erhielten, betrug die mittlere (±SD) Steady-State-

Talkonzentration des Adalimumab-Serumspiegels in Woche 52 15,7 ± 5,60 μg/ml.

Bei erwachsenen Patienten mit Uveitis wurde mit einer Induktionsdosis von 80 mg Adalimumab in

Woche 0, gefolgt von 40 mg Adalimumab alle zwei Wochen ab Woche 1, eine mittlere Steady-State-

Konzentration von ca. 8 bis 10 µg/ml erreicht.

Die Adalimumab-Exposition bei pädiatrischen Uveitis-Patienten wurde anhand vonpharmakokinetischen Populationsmodellen und von Simulationen auf Basis derindikationsübergreifenden Pharmakokinetik bei anderen Kindern und Jugendlichen (Psoriasis bei

Kindern und Jugendlichen, juvenile idiopathische Arthritis, Morbus Crohn bei Kindern und

Jugendlichen sowie Enthesitis-assoziierte Arthritis) bestimmt. Es gibt keine klinischen Expositionsdatenfür die Verwendung einer Induktionsdosis bei Kindern < 6 Jahren. Die prognostizierten Expositionenweisen darauf hin, dass in der Abwesenheit von Methotrexat eine Induktionsdosis zu einemanfänglichen Anstieg der systemischen Exposition führen könnte.

Pharmakokinetische und pharmakodynamische Modelle und Simulationen sagten für Patienten, die mit80 mg jede zweite Woche behandelt wurden, eine vergleichbare Adalimumab-Exposition und

Wirksamkeit voraus wie bei Patienten, die mit 40 mg jede Woche behandelt wurden (eingeschlossenwaren erwachsene Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), Hidradenitis suppurativa (HS), Colitisulcerosa (CU), Morbus Crohn (MC) oder Psoriasis (Pso), jugendliche Patienten mit HS sowie Kinderund Jugendliche mit MC und CU ≥ 40 kg).

Dosis-Wirkungsbeziehung bei Kindern und Jugendlichen

Auf Basis klinischer Studiendaten von Patienten mit JIA (pJIA und EAA) wurde eine Dosis-

Wirkungsbeziehung zwischen den Plasmakonzentrationen und dem PedACR-50-Ansprechen bestimmt.

Die Adalimumab-Plasmakonzentration, die offenbar zur mittleren maximalen Wahrscheinlichkeit eines

PedACR-50-Ansprechens (EC50) führt, lag bei 3 µg/ml (95 % KI 1 - 6 µg/ml).

Dosis-Wirkungsbeziehungen zwischen der Adalimumab-Konzentration und der Wirksamkeit bei

Kindern und Jugendlichen mit schwerer chronischer Plaque-Psoriasis wurden für den PASI-75 bzw. die

PGA-Scores 'klares Hautbild“ oder 'nahezu klares Hautbild“ festgelegt. Die Häufigkeiten des PASI-75und der PGA-Scores 'klares Hautbild“ oder 'nahezu klares Hautbild“ nahmen mit zunehmender

Adalimumab-Konzentration zu, beide mit einer offensichtlich vergleichbaren EC50 von etwa 4,5 µg/ml(95 % KI 0,4 - 47,6 beziehungsweise 1,9 - 10,5).

Elimination

Pharmakokinetische Analysen anhand des Datenbestandes von über 1 300 RA-Patienten ergaben eine

Tendenz zu einer höheren scheinbaren Adalimumab-Clearance bei steigendem Körpergewicht. Nach

Korrektur hinsichtlich der Gewichtsunterschiede schien der Einfluss von Geschlecht und Alter auf die

Adalimumab-Clearance gering zu sein. Die Serumkonzentrationen an freiem, nicht an Anti-

Adalimumab-Antikörper (AAA) gebundenem Adalimumab waren niedriger bei Patienten mitmessbaren AAA.

Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion

Adalimumab wurde bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion nicht untersucht.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den Studien zur Einzeldosistoxizität, Toxizität bei wiederholter Gabe und Genotoxizitätlassen die präklinischen Daten keine besondere Gefahren für Menschen erkennen.

Eine Studie zur Toxizität der embryofetalen/perinatalen Entwicklung wurde bei Cynomolgus-Affen mit0, 30 und 100 mg/kg (9 - 17 Affen/Gruppe) durchgeführt. Es gab keine Hinweise auf eine Schädigungder Feten durch Adalimumab. Weder Kanzerogenitätsstudien noch eine Standardstudie zur Fertilität und

Postnataltoxizität wurden mit Adalimumab durchgeführt, da entsprechende Modelle für einen

Antikörper mit begrenzter Kreuzreaktivität mit Nagetier-TNF nicht vorhanden sind und die

Entwicklung neutralisierender Antikörper bei Nagetieren fehlt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Essigsäure 99 %

Saccharose

Polysorbat 80

Natriumhydroxid (zur pH-Wert-Einstellung)

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Nicht einfrieren.

Die Fertigspritze oder den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Die Fertigspritze oder der Fertigpen darf für einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen bei Temperaturen biszu 25 °C gelagert werden. Die Fertigspritze oder der Fertigpen muss vor Licht geschützt aufbewahrtwerden und muss entsorgt werden, wenn sie nicht innerhalb dieser 14 Tage verwendet wurden.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

AMGEVITA 20 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze0,4 ml Lösung in einer Fertigspritze (Glas Typ I) mit einem Kolbenstopfen (Brombutylgummi) undeiner Nadel aus rostfreiem Stahl mit einem Nadelschutz (thermoplastisches Elastomer).

Packungsgröße mit 1 Fertigspritze.

AMGEVITA 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze0,8 ml Lösung in einer Fertigspritze (Glas Typ I) mit einem Kolbenstopfen (Brombutylgummi) undeiner Nadel aus rostfreiem Stahl mit einem Nadelschutz (thermoplastisches Elastomer).

Packungsgrößen mit einer, zwei, vier oder Bündelpackung mit 6 (3 Packungen mit je 2) Fertigspritze(n).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

AMGEVITA 40 mg Injektionslösung im Fertigpen0,8 ml Injektionslösung im Fertigpen, der eine Fertigspritze (Glas Typ I) enthält, zur Anwendung durch

Patienten. Der Pen ist eine wegwerfbare, handgeführte und mechanische Injektionsvorrichtung zum

Einmalgebrauch. Die Nadelschutzkappe des Fertigpens ist aus synthetischem Kautschuk hergestellt.

Packungsgrößen mit einem, zwei, vier oder Bündelpackung mit 6 (3 Packungen mit je 2) Fertigpen(s).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial sind entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Amgen Europe B.V.

Minervum 70614817 ZK Breda

Niederlande

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

AMGEVITA 20 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

EU/1/16/1164/001 - 1er Packung

AMGEVITA 40 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

EU/1/16/1164/002 - 1er Packung

EU/1/16/1164/003 - 2er Packung

EU/1/16/1164/004 - 4er Packung

EU/1/16/1164/005 - 6er (3 x 2) Bündelpackung

AMGEVITA 40 mg Injektionslösung im Fertigpen

EU/1/16/1164/006 - 1er Packung

EU/1/16/1164/007 - 2er Packung

EU/1/16/1164/008 - 4er Packung

EU/1/16/1164/009 - 6er (3 x 2) Bündelpackung

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 22. März 2017

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 09. Dezember 2021

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.