ALTUVOCT 500UI pulver + lösungsmittel zur herstellung einer injektionslösung merkblatt medikamente

B02BD02 ephanesoctocog alfa • BLUT UND BLUTBILDENDE ORGANE | VITAMIN K UND ANDERE HÄMOSTATIKA | Blutgerinnungsfaktoren

Efanesoctocogum alfa ist ein Medikament zur Behandlung von Hämophilie A, einer Blutungsstörung, die durch einen Faktor-VIII-Mangel verursacht wird. Es ist ein rekombinantes Faktor-VIII-Protein mit verlängerter Wirkungsdauer, das hilft, Blutungsepisoden zu verhindern und zu kontrollieren.

Das Medikament wird intravenös, in der Regel gemäß einem vom Arzt festgelegten spezifischen Schema, verabreicht. Es ist wirksam bei der Reduzierung der Häufigkeit von Blutungsepisoden und der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit Hämophilie A.

Nebenwirkungen können Kopfschmerzen, Übelkeit, Reaktionen an der Injektionsstelle und in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen umfassen. Eine regelmäßige Überwachung ist entscheidend, um die Wirksamkeit der Behandlung zu bewerten.

Konsultieren Sie Ihren Arzt, um die Vorteile und Risiken der Behandlung mit Efanesoctocogum alfa zu besprechen. Befolgen Sie die Anwendungshinweise, um die Wirksamkeit der Therapie sicherzustellen.

Allgemeine Daten zu ALTUVOCT 500UI

Substanz: ephanesoctocog alfa

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-09-2024

Handelsgesetzbuch: W70516001

Konzentration: 500UI

Pharmazeutisches Formblatt: pulver + lösungsmittel zur herstellung einer injektionslösung

Quantität: 1

Produktart: original

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: SWEDISH ORPHAN BIOVITRUM AB (PUBL) - SUEDIA

Zulassungsinhaber: SWEDISH ORPHAN BIOVITRUM AB (PUBL) - SUEDIA

Zulassungsnummer: 1824/2024/02

Haltbarkeit: 4 Jahre-ungeöffnete Flasche

Verfügbare Konzentrationen für ephanesoctocog alfa

1000UI, 2000UI, 250UI, 3000UI, 4000UI, 500UI, 750UI

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ALTUVOCT 500UI pulver + lösungsmittel zur herstellung einer injektionslösung

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

ALTUVOCT 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

ALTUVOCT 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

ALTUVOCT 750 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

ALTUVOCT 1 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

ALTUVOCT 2 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

ALTUVOCT 3 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

ALTUVOCT 4 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

ALTUVOCT 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche enthält nominal 250 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der

Rekonstitution ca. 83 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.

ALTUVOCT 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche enthält nominal 500 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der

Rekonstitution ca. 167 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.

ALTUVOCT 750 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche enthält nominal 750 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der

Rekonstitution ca. 250 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.

ALTUVOCT 1 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche enthält nominal 1 000 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der

Rekonstitution ca. 333 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.

ALTUVOCT 2 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche enthält nominal 2 000 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der

Rekonstitution ca. 667 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.

ALTUVOCT 3 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche enthält nominal 3 000 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der

Rekonstitution ca. 1 000 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.

ALTUVOCT 4 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Jede Durchstechflasche enthält nominal 4 000 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der

Rekonstitution ca. 1 333 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.

Die Aktivität wird unter Verwendung eines auf der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)basierenden Einstufen-Gerinnungstests mit Actin FSL als Reagenz bestimmt.

Efanesoctocog alfa [humaner Gerinnungsfaktor VIII (rDNA)] ist ein Protein aus 2 829 Aminosäuren.

Efanesoctocog alfa wird mittels rekombinanter DNA-Technologie in einer humanen embryonalen

Nierenzelllinie (HEK-Zelllinie) hergestellt. Während des Herstellungsprozesses werden keine

Rohmaterialien menschlichen oder tierischen Ursprungs verwendet.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.

Pulver: lyophilisiertes, weißes bis cremefarbenes Pulver bzw. lyophilisierter, weißer bis cremefarbener

Kuchen.

Lösungsmittel: klare, farblose LösungpH: 6,5 bis 7,2

Osmolalität: 586 bis 688 mOsm/kg

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A (angeborener

Faktor-VIII-Mangel).

ALTUVOCT kann bei allen Altersgruppen angewendet werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung sollte unter der Aufsicht eines Arztes mit Erfahrung in der Behandlung der

Hämophilie durchgeführt werden.

Nach einer entsprechenden Schulung zur korrekten Injektionstechnik (siehe Abschnitt 6.6 und

Packungsbeilage) kann ALTUVOCT vom Patienten selbst oder von der Betreuungsperson des

Patienten injiziert werden, wenn der Arzt dies für angemessen hält.

Überwachung der Behandlung

Patienten können individuell unterschiedlich auf Faktor VIII reagieren und zeigen Unterschiede in

Halbwertszeiten und Inkrementeller Recovery. Die auf dem Körpergewicht basierende Dosis kann beiunter- oder übergewichtigen Patienten eine Anpassung erfordern. Eine Überwachung des Faktor-VIII-

Spiegels zum Zwecke der Dosisanpassung ist bei der Routineprophylaxe üblicherweise nichterforderlich. Bei größeren chirurgischen Eingriffen oder lebensbedrohlichen Blutungen ist die

Bestimmung des Faktor-VIII-Spiegels zur Festlegung der Dosis und der Injektionshäufigkeiterforderlich.

Wenn zur Bestimmung der Faktor-VIII-Aktivität in den Blutproben der Patienten ein

Einstufen-Gerinnungstest auf Basis der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) in vitroverwendet wird, können die Ergebnisse für die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma sowohl von der Artdes verwendeten aPTT-Reagenzes als auch vom verwendeten Referenzstandard erheblich beeinflusstwerden. Auch kann es zu erheblichen Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen des Einstufen-

Gerinnungstests auf Basis der aPTT und des chromogenen Tests nach Ph. Eur. kommen. Dies istinsbesondere dann von Bedeutung, wenn das Labor und/oder die im Test verwendeten Reagenziengewechselt werden.

Es wird empfohlen, einen validierten Einstufen-Gerinnungstest zur Bestimmung der Faktor-VIII-

Aktivität von ALTUVOCT im Plasma zu verwenden. Während der klinischen Entwicklung wurde ein

Einstufen-Gerinnungstest mit Actin FSL genutzt.

Nach den Ergebnissen einer vergleichenden Analyse klinischer Studienproben, sollten die mit einemchromogenen Test erzielten Ergebnisse durch 2,5 geteilt werden, um die Faktor-VIII-Aktivität des

Patienten zu ermitteln (siehe Abschnitt 4.4). Darüber hinaus ergab eine Feldstudie, in der verschiedeneaPTT-Reagenzien verglichen wurden, dass die Faktor-VIII-Aktivität bei Verwendung von Actin FSanstelle von Actin FSL im Einstufen-Gerinnungstest etwa 2,5-fach höher ist und bei Verwendung von

SynthASil 30 % niedriger ausfällt.

Dosierung

Die Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des

Faktor-VIII-Mangels, Lokalisation und Ausmaß der Blutung und nach dem klinischen Zustand des

Patienten.

Die Anzahl der verabreichten Faktor-VIII-Einheiten wird in Internationalen Einheiten (I.E.)angegeben, bezogen auf den derzeitigen WHO- Standard für Faktor-VIII-Produkte. Die Faktor-

VIII-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (bezogen auf normale menschliche

Plasmaspiegel) oder vorzugsweise in Internationalen Einheiten (bezogen auf den Internationalen

Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben.

Eine I.E. der Faktor-VIII-Aktivität entspricht dem Faktor-VIII-Gehalt von 1 ml humanem

Normalplasma.

Für die Dosis von 50 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht wird die erwartete In-vivo-

Plasma-Recovery des Faktor-VIII-Spiegels, ausgedrückt in I.E./dl (oder % des Normbereichs), nachfolgender Formel ermittelt:

Geschätzte Zunahme an Faktor VIII (I.E./dl oder % des Normbereichs) = 50 I.E./kg × 2 (I.E./dl pro

I.E./kg)

Bedarfsbehandlung

Die ALTUVOCT-Dosierung für die Bedarfsbehandlung, die Kontrolle von Blutungsepisoden und dasperioperative Management ist in Tabelle 1 aufgeführt.

Tabelle 1: Richtlinie für die Dosierung von ALTUVOCT bei der Behandlung von

Blutungsepisoden und chirurgischen Eingriffen

Schweregrad der Blutung/ Empfohlene Zusätzliche Informationen

Art des chirurgischen Dosis

Eingriffs

Blutung

Beginnende Hämarthrosen; Einzeldosis von Bei leichten und mittelschweren

Muskelblutungen oder 50 I.E./kg Blutungsepisoden, die innerhalb von 2 bis

Blutungen im Mundbereich 3 Tagen nach einer prophylaktischen

Anwendung auftreten, kann eine niedrigere

Dosis von 30 I.E./kg verwendet werden.

Eine zusätzliche Dosis von 30 oder 50 I.E./kgnach 2 bis 3 Tagen kann erwogen werden.

Umfangreichere Hämarthrosen, Einzeldosis von Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg

Muskelblutungen oder 50 I.E./kg alle 2 bis 3 Tage können erwogen werden,

Hämatome bis die Blutung gestillt ist.

Lebensbedrohliche Blutungen Einzeldosis von Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg50 I.E./kg alle 2 bis 3 Tage können verabreicht werden,bis der Patient außer Gefahr ist.

Chirurgischer Eingriff

Kleinere Eingriffe Einzeldosis von Eine zusätzliche Dosis von 30 oder 50 I.E./kgeinschließlich Zahnextraktion 50 I.E./kg nach 2 bis 3 Tagen kann erwogen werden.

Größere Eingriffe Einzeldosis von Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg50 I.E./kg alle 2 bis 3 Tage können bei klinischem

Bedarf bis zur adäquaten Wundheilungverabreicht werden.

Bei der Wiederaufnahme der Prophylaxe (falls zutreffend) nach der Behandlung einer Blutung wirdempfohlen, zwischen der letzten Dosis von 50 I.E./kg zur Behandlung einer Blutung und der

Wiederaufnahme der Prophylaxebehandlung einen Abstand von mindestens 72 Stunden einzuhalten.

Danach kann die Prophylaxe wie gewohnt nach dem regulären Dosierungsschema des Patientenfortgesetzt werden.

Prophylaxe

Die empfohlene Dosierung für die Routineprophylaxe bei Erwachsenen und Kindern beträgt 50 I.E./kg

ALTUVOCT, einmal wöchentlich verabreicht.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Für Patienten ≥ 65 Jahren liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Es gelten die gleichen

Dosierungsempfehlungen wie für Patienten < 65 Jahren.

Kinder und Jugendliche

Es gelten die gleichen Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene.

Art der Anwendung

Intravenöse Anwendung.

Die gesamte ALTUVOCT-Dosis wird patientenindividuell über 1 bis 10 Minuten intravenös injiziert.

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Rückverfolgbarkeit

Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des

Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.

Überempfindlichkeit

Allergische Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich unter ALTUVOCT. Falls Symptome einer

Überempfindlichkeitsreaktion auftreten, sollten Patienten angewiesen werden, die Anwendung des

Arzneimittels sofort zu unterbrechen und ihren Arzt aufzusuchen. Die Patienten sollten über frühe

Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Nesselsucht, generalisierte Urtikaria,

Engegefühl im Brustbereich, Giemen, Hypotonie und Anaphylaxie aufgeklärt werden.

Im Falle eines Schocks muss die Behandlung nach den aktuellen medizinischen Leitlinien zur

Schocktherapie erfolgen.

Inhibitoren

Die Bildung von neutralisierenden Antikörpern (Inhibitoren) gegen Faktor VIII ist eine bekannte

Komplikation bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A. Diese Inhibitoren sindüblicherweise gegen die blutgerinnungsfördernde Aktivität des Faktors VIII gerichtete

Immunglobuline der Klasse G (IgG), die unter Verwendung des modifizierten Bethesda-Assays in

Bethesda-Einheiten (B.E.) pro Milliliter Plasma quantifiziert werden. Das Risiko einer Entwicklungvon Inhibitoren korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung sowie der Exposition gegenüber

Faktor VIII, wobei das Risiko innerhalb der ersten 50 Expositionstage am größten ist, aber währenddes gesamten Lebens fortbesteht, auch wenn es nur selten eintritt.

Die klinische Relevanz der Entwicklung von Inhibitoren hängt vom Titer des Inhibitors ab, wobeiniedrige Titer ein geringeres Risiko für ein unzureichendes klinisches Ansprechen darstellen als hohe

Inhibitor-Titer.

Im Allgemeinen sollten alle Patienten, die mit Gerinnungsfaktor VIII-Produkten behandelt werden,durch geeignete klinische Beobachtungen und Labortests sorgfältig auf die Entwicklung von

Inhibitoren überwacht werden. Wenn die erwarteten Plasmaspiegel hinsichtlich der Faktor-

VIII-Aktivität nicht erreicht werden oder wenn die Blutung mit einer angemessenen Dosis nichtkontrolliert werden kann, ist ein Test auf Faktor-VIII-Inhibitoren durchzuführen. Bei Patienten mithohen Inhibitorkonzentrationen ist die Therapie mit Faktor VIII möglicherweise nicht wirksam und essollten andere therapeutische Optionen in Betracht gezogen werden. Die Behandlung solcher Patientensollte von Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung von Hämophilie und Faktor-VIII-Inhibitorendurchgeführt werden.

Überwachung der Labortests

Bei Verwendung des chromogenen Tests oder des Einstufen-Gerinnungstests mit Actin-FS-Reagenzist das Ergebnis durch 2,5 zu teilen, um die Faktor-VIII-Aktivität des Patienten zu ermitteln (siehe

Abschnitt 4.2). Dabei ist zu beachten, dass dieser Umrechnungsfaktor nur eine Schätzung darstellt(mittleres Actin-FSL-Verhältnis aus chromogenem Test und Einstufen-Gerinnungstest: 2,53;

SD: 1,54; Q1: 1,98; Q3: 2,96; N = 3 353).

Kardiovaskuläre Ereignisse

Bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren kann eine Substitutionstherapie mit

Faktor VIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.

Katheter-assoziierte Komplikationen

Wenn ein zentraler Venenkatheter (ZVK) erforderlich ist, sollte das Risiko von Katheter-assoziierten

Komplikationen einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und Katheter-assoziierten

Thrombosen berücksichtigt werden.

Kinder und Jugendliche

Die aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten sowohl für Erwachsene als auch für

Kinder und Jugendliche.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Wechselwirkungen zwischen Produkten mit humanem Gerinnungsfaktor VIII(rDNA) und anderen Arzneimitteln berichtet.

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Es wurden keine Reproduktionsstudien am Tier mit Faktor VIII durchgeführt. Wegen des seltenen

Auftretens von Hämophilie A bei Frauen gibt es keine Erfahrungen zur Anwendung von Faktor VIIIwährend der Schwangerschaft und Stillzeit. Daher sollte Faktor VIII in der Schwangerschaft und

Stillzeit nur bei eindeutiger Indikationsstellung angewendet werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

ALTUVOCT hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit unddie Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Selten wurden Überempfindlichkeit oder allergische Reaktionen (z. B. Angioödem, brennendes undstechendes Gefühl an der Injektionsstelle, Schüttelfrost, Hitzegefühl, generalisierte Urtikaria,

Kopfschmerzen, Nesselsucht, Hypotonie, Lethargie, Übelkeit, Unruhe, Tachykardie, Engegefühl im

Brustbereich, Kribbeln, Erbrechen, keuchende Atmung) beobachtetet, die in manchen Fällen zu einerschweren Anaphylaxie (einschließlich Schock) führen können.

Bei Patienten mit Hämophilie A, die mit Faktor VIII, einschließlich ALTUVOCT, behandelt werden,kann es zur Entwicklung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren) kommen (siehe Abschnitt 5.1). Bei

Auftreten solcher Inhibitoren kann sich der Zustand potenziell in einem unzureichenden klinischen

Ansprechen manifestieren. In solchen Fällen wird empfohlen, ein spezialisiertes Hämophilie-Zentrumaufzusuchen.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 2 sind die Nebenwirkungen gemäß der MedDRA-Systemorganklassifikation (SOC und

Preferred Term Level) aufgeführt. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen basiert auf klinischen Studiender Phase III an 277 vorbehandelten Patienten (PTP, previously treated patients) mit schwerer

Hämophilie A, von denen 161 (58,2 %) Erwachsene (18 Jahre und älter), 37 (13,4 %) Jugendliche (12bis < 18 Jahre) und 79 (28,5 %) Kinder unter 12 Jahren waren.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) (zusammengefasst in Tabelle 2) wurden bei 111(40,1 %) der 277 mit Routineprophylaxe oder Bedarfstherapie behandelten Patienten gemeldet.

Die Häufigkeiten wurden entsprechend der nachfolgenden Konvention bewertet: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten(< 1/10 000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradaufgeführt.

Tabelle 2: In klinischen Studien gemeldete Nebenwirkungen von ALTUVOCT

Systemorganklasse gemäß MedDRA Nebenwirkungen Häufigkeitskategorie

Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen1 Sehr häufig

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Erbrechen Häufig

Erkrankungen der Haut und des Ekzem Häufig

Unterhautgewebes Ausschlag2 Häufig

Urtikaria3 Häufig

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Arthralgie Sehr häufig

Knochenerkrankungen Schmerz in einer Extremität Häufig

Rückenschmerzen Häufig

Allgemeine Erkrankungen und Fieber Häufig

Beschwerden am Verabreichungsort Reaktion an der Injektionsstelle4 Gelegentlich1 Kopfschmerzen, einschließlich Migräne.2 Ausschlag, einschließlich makulopapulöser Ausschlag.3 Urtikaria, einschließlich papulöse Urtikaria.4 Reaktion an der Injektionsstelle, einschließlich Hämatom an der Injektionsstelle und Dermatitis ander Injektionsstelle.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine altersspezifischen Unterschiede bei den Nebenwirkungen zwischen pädiatrischen underwachsenen Patienten festgestellt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es wurden keine Symptome einer Überdosierung des humanen Gerinnungsfaktors VIII (rDNA)berichtet.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, Blutgerinnungsfaktor VIII,

ATC-Code: B02BD02.

Wirkmechanismus

Die Behandlung mit Efanesoctocog alfa ist eine Faktor-VIII-Substitutionstherapie. Der aktivierte

Faktor VIII wirkt als Kofaktor für den aktivierten Faktor IX und beschleunigt die Umwandlung von

Faktor X in aktivierten Faktor X. Aktivierter Faktor X sorgt für die Umwandlung von Prothrombin in

Thrombin. Thrombin wandelt dann Fibrinogen in Fibrin um. Ein Gerinnsel wird gebildet.

Hämophilie A ist eine X-chromosomal-gebundene Erbkrankheit der Blutgerinnung, die auf einem

Mangel an funktionalem Faktor VIII:C beruht. Als Folge davon kann es zu Blutungen in Gelenken,

Muskeln oder inneren Organen kommen, die entweder spontan oder infolge von Unfällen oderchirurgischen Eingriffen entstehen können. Durch die Substitutionstherapie wird der Faktor-VIII-

Plasmaspiegel angehoben, wodurch eine vorübergehende Korrektur des Faktormangels sowie eine

Behebung der Blutungsneigungen ermöglicht wird.

Es sollte beachtet werden, dass die annualisierte Blutungsrate (ABR, annualized bleeding rate) nichtvergleichbar ist zwischen verschiedenen Faktorkonzentraten und verschiedenen klinischen Studien.

ALTUVOCT (Efanesoctocog alfa) oder rekombinanter Gerinnungsfaktor-VIII-Fc-Von-Willebrand-

Faktor-XTEN ist ein rekombinantes Fusionsprotein, das vorübergehend den fehlenden

Gerinnungsfaktor VIII ersetzt, der für eine wirksame Blutstillung erforderlich ist.

Efanesoctocog alfa ist ein Faktor-VIII-Protein, das so konzipiert ist, dass es den endogenen VWF nichtbindet, so dass die durch Faktor-VIII-VWF-Interaktionen bedingte Begrenzung der Halbwertszeitüberwunden werden kann. Die D'D3-Domäne von VWF ist die Region, die mit Faktor VIII interagiert.

Das Anhängen der D'D3-Domäne von VWF an ein rFVIII-Fc-Fusionsprotein bietet Faktor VIII Schutzund Stabilität und verhindert die Interaktion von Faktor VIII mit endogenem VWF, wodurch die durchdie VWF-Clearance bedingte Begrenzung der Halbwertszeit von Faktor VIII überwunden wird.

Die Fc-Region des menschlichen Immunglobulins G1 (IgG1) bindet an den neonatalen Fc-Rezeptor(FcRn). FcRn ist Teil eines natürlichen Mechanismus, der den lysosomalen Abbau von

Immunglobulinen verzögert, indem er sie wieder in den Blutkreislauf zurückführt und so die

Plasmahalbwertszeit des Fusionsproteins verlängert.

Efanesoctocog alfa enthält 2 XTEN-Polypeptide, die seine Pharmakokinetik (PK) weiter verbessern.

Die natürliche Faktor-VIII-B-Domäne (mit Ausnahme von 5 Aminosäuren) wird durch das erste

XTEN-Polypeptid ersetzt, das zwischen den Faktor-VIII-Aminosäureresten N745 und E1649eingefügt ist; das zweite XTEN ist zwischen der D'D3-Domäne und dem Fc eingefügt.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von ALTUVOCT wurden in zwei multizentrischen,prospektiven, offenen klinischen Phase-III-Studien (eine Studie an Erwachsenen und Jugendlichen[XTEND-1] und eine pädiatrische Studie an Kindern < 12 Jahren [XTEND-Kids, siehe Kinder und

Jugendliche]) bei vorbehandelten Patienten (PTP) mit schwerer Hämophilie A (< 1 % endogene

FVIII-Aktivität oder einer dokumentierten genetischen Mutation, die mit schwerer Hämophilie Aeinhergeht) untersucht. Die Langzeitsicherheit und -wirksamkeit von ALTUVOCT wird zudem im

Rahmen einer Langzeitstudie beurteilt.

Alle Studien untersuchten die Wirksamkeit der Routineprophylaxe mit einer wöchentlichen Dosis von50 I.E./kg und ermittelten die hämostatische Wirksamkeit bei der Behandlung von Blutungsepisodenund während des perioperativen Managements bei Patienten, die sich einem größeren oder kleinerenchirurgischen Eingriff unterzogen. Darüber hinaus wurde die Wirksamkeit der ALTUVOCT-

Prophylaxe im Vergleich zur vorherigen Faktor-VIII-Prophylaxe im Rahmen eines intraindividuellen

Vergleichs bei Patienten untersucht, die vor der Aufnahme in die XTEND-1-Studie an einerprospektiven Beobachtungsstudie (OBS16221) teilgenommen hatten.

Klinische Wirksamkeit der Routineprophylaxe bei Erwachsenen/Jugendlichen

An der abgeschlossenen Studie mit Erwachsenen und Jugendlichen (XTEND-1) nahmen insgesamt159 PTP (158 männliche und 1 weibliche Person) mit schwerer Hämophilie A teil. Die Patientenwaren zwischen 12 und 72 Jahre alt, darunter 25 jugendliche Patienten im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Alle 159 aufgenommenen Patienten erhielten mindestens eine Dosis ALTUVOCT und warenhinsichtlich der Wirksamkeit auswertbar. Insgesamt schlossen 149 Patienten (93,7 %) die Studie ab.

Die Wirksamkeit einer Routineprophylaxe mit wöchentlich 50 I.E./kg ALTUVOCT wurde sowohlanhand der mittleren annualisierten Blutungsrate (ABR) (Tabelle 3) als auch durch den Vergleich der

ABR während der Prophylaxe in der Studie mit der ABR während der Faktor-VIII-Prophylaxe vor der

Studie (Tabelle 4) bewertet. Insgesamt 133 Erwachsene und Jugendliche, die vor Beginn der Studieeine Faktor-VIII-Prophylaxe erhalten hatten, wurden der Routineprophylaxe mit ALTUVOCT in einer

Dosis von 50 I.E./kg einmal wöchentlich über 52 Wochen (Arm A) zugewiesen. Weitere 26 Patienten,die vor der Studie eine episodische (bedarfsabhängige) Behandlung mit Faktor VIII erhalten hatten,wurden 26 Wochen lang episodisch (bedarfsabhängig) mit ALTUVOCT in einer Dosis von 50 I.E./kgbehandelt, gefolgt von einer Routineprophylaxe in einer Dosis von 50 I.E./kg einmal wöchentlich über26 Wochen (Arm B). Insgesamt absolvierten 115 Patienten mindestens 50 Expositionstage in Arm Aund 17 Patienten absolvierten mindestens 25 Expositionstage der Routineprophylaxe in Arm B.

Tabelle 3: Zusammenfassung der annualisierten Blutungsrate (ABR) unter ALTUVOCT-

Prophylaxe, ALTUVOCT-Bedarfsbehandlung und nach Umstellung auf

ALTUVOCT-Prophylaxe bei Patienten ≥ 12 Jahren

Arm A Arm B Arm B

Endpunkt1 Prophylaxe2 Nach Bedarf3 Prophylaxe3

N = 133 N = 26 N = 26

Blutungen

Mittlere ABR (95%-KI)4 0,71 (0,52; 0,97) 21,41 (18,81; 24,37) 0,70 (0,33; 1,49)

Mediane ABR (IQR) 0,00 (0,00; 1,04) 21,13 (15,12; 27,13) 0,00 (0,00; 0,00)

Patienten mit keiner Blutung, % 64,7 0 76,9

Spontane Blutungen

Mittlere ABR (95%-KI)4 0,27 (0,18; 0,41) 15,83 (12,27; 20,43) 0,44 (0,16; 1,20)

Mediane ABR (IQR) 0,00 (0,00; 0,00) 16,69 (8,64; 23,76) 0,00 (0,00; 0,00)

Patienten mit keiner Blutung, % 80,5 3,8 84,6

Gelenkblutungen

Mittlere ABR (95%-KI)4 0,51 (0,36; 0,72) 17,48 (14,88; 20,54) 0,62 (0,25; 1,52)

Mediane ABR (IQR) 0,00 (0,00; 1,02) 18,42 (10,80; 23,90) 0,00 (0,00; 0,00)

Patienten mit keiner Blutung, % 72,2 0 80,81 Alle Analysen der Blutungsendpunkte basieren auf behandelten Blutungen.2 Patienten, die der 52-wöchigen Prophylaxe mit ALTUVOCT zugewiesen wurden.3 Patienten, die der 26-wöchigen Behandlung mit ALTUVOCT zugewiesen wurden.4 Basierend auf einem negativen Binomialmodell.

ABR = annualisierte Blutungsrate; KI = Konfidenzintervall; IQR = Interquartilsabstand, 25. bis75. Perzentil.

Ein intraindividueller Vergleich der ABR während der Prophylaxe in der Studie und vor der Studiezeigte eine statistisch signifikante Reduktion der ABR um 77 % während der Routineprophylaxe mit

ALTUVOCT im Vergleich zur Faktor-VIII-Prophylaxe vor der Studie (siehe Tabelle 4).

Tabelle 4: Intraindividueller Vergleich der annualisierten Blutungsrate (ABR) unter

ALTUVOCT-Prophylaxe im Vergleich zur Faktor-VIII-Prophylaxe vor der Studiebei Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren

Prophylaxe mit ALTUVOCT Standardprophylaxe mitwährend der Studie Faktor VIII vor der50 I.E./kg 1 × wöchentl. Studie2

Endpunkt (N = 78) (N = 78)

Medianer Beobachtungszeitraum 50,09 (49,07; 51,18) 50,15 (43,86; 52,10)(Wochen) (IQR)

Blutungen

Mittlere ABR (95%-KI)1 0,69 (0,43; 1,11) 2,96 (2,00; 4,37)

ABR-Reduktion, % (95%-KI) 77 (58; 87)p-Wert < 0,0001

Patienten mit keiner Blutung, % 64,1 42,3

Mediane ABR (IQR) 0,00 (0,00; 1,04) 1,06 (0,00; 3,74)1 Basierend auf einem negativen Binomialmodell.2 Prospektive Beobachtungsstudie (OBS16221).

ABR = annualisierte Blutungsrate; KI = Konfidenzintervall; IQR = Interquartilsabstand, 25. bis75. Perzentil.

Ein intraindividueller Vergleich (N = 26) der ABR während der ersten 26 Wochen der

ALTUVOCT-Bedarfsbehandlung und der ABR in den folgenden 26 Wochen unter wöchentlicher

ALTUVOCT-Prophylaxe (Arm B) ergab eine klinisch relevante Blutungsreduktion von 97 % für diewöchentliche Prophylaxe und einen Anstieg der Patienten mit keiner Blutung von 0 auf 76,9 %.

Wirksamkeit bei der Kontrolle von Blutungen

In der Studie mit Erwachsenen und Jugendlichen (XTEND-1) wurden insgesamt362 Blutungsepisoden mit ALTUVOCT behandelt, die meisten davon während der

Bedarfsbehandlung in Arm B. Die Mehrzahl der Blutungsepisoden war in Gelenken lokalisiert. Das

Ansprechen auf die erste Injektion wurde von den Patienten nach mindestens 8 Stunden nach der

Behandlung beurteilt. Zur Bewertung des Ansprechens wurde eine 4-Punkte-Skala mitausgezeichnetes, gutes, mäßiges und kein Ansprechen verwendet. Die Wirksamkeit hinsichtlich der

Kontrolle von Blutungsepisoden bei Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren ist in Tabelle 5zusammengefasst. Die Kontrolle der Blutungsepisoden war in allen Behandlungsarmen ähnlich.

Tabelle 5: Zusammenfassung der Wirksamkeit hinsichtlich der Blutungskontrolle bei Patienten≥ 12 Jahren

Anzahl der Blutungsepisoden (N = 362)

Anzahl an Injektionen zur Behandlung 1 Injektion 350 (96,7)von Blutungsepisoden, N (%) 2 Injektionen 11 (3,0)> 2 Injektionen 1 (0,3)

Mediane Gesamtdosis zur Behandlungeiner Blutungsepisode (I.E./kg) (IQR) 50,93 (50,00; 51,85)

Anzahl der auswertbaren Injektionen (N = 332)

Ansprechen auf die Behandlung einer Ausgezeichnet oder gut 315 (94,9)

Blutungsepisode, N (%) Mäßig 14 (4,2)

Kein Ansprechen 3 (0,9)

Perioperatives Management von Blutungen

Die perioperative Hämostase wurde bei 49 größeren chirurgischen Eingriffen an 41 Patienten(32 Erwachsene und 9 Jugendliche und Kinder) in Phase-III-Studien untersucht. Von den 49 größerenchirurgischen Eingriffen erforderten 48 eine einzige präoperative Dosis, um die Hämostase währendder Operation aufrechtzuerhalten; bei einer größeren Operation im Rahmen der Routineprophylaxewurde am Tag der Operation und/oder vor der Operation keine präoperative Aufsättigungsdosisverabreicht. Die mediane Dosis je präoperativer Injektion betrug 50 I.E./kg (Bereich 12,7 - 84,7). Dermittlere (SD) Gesamtverbrauch und die Anzahl der Injektionen während des perioperativen Zeitraums(vom Tag vor der Operation bis zum 14. Tag nach der Operation) betrugen 171,85 (51,97) I.E./kgbzw. 3,9 (1,4).

Die klinische Bewertung des hämostatischen Ansprechens während eines größeren chirurgischen

Eingriffs wurde anhand einer 4-Punkte-Skala mit ausgezeichnet, gut, mäßig oder schlecht/kein

Ansprechen bewertet. Die hämostatische Wirkung von ALTUVOCT wurde bei 48 von 49 Eingriffen(98 %) als 'ausgezeichnet“ oder 'gut“ bewertet. Bei keinem Eingriff wurde das Ergebnis mit'schlecht/kein Ansprechen“ oder 'fehlend“ bewertet.

Zu den bewerteten größeren chirurgischen Eingriffen gehören größere orthopädische Eingriffe wie

Gelenkersatz (Knie-, Hüft- und Ellenbogengelenk), Gelenkrevisionen und Sprunggelenkversteifung.

Weitere größere Eingriffe umfassen Backenzahnextraktionen, Zahnsanierungen und Zahnextraktionen,

Zirkumzisionen, Resektion von Gefäßfehlbildungen, Hernienreparaturen und Rhino-/Mentoplastik. Eswurden zudem 25 kleinere Operationen ausgewertet; die Hämostase wurde in allen verfügbaren Fällenals 'ausgezeichnet“ berichtet.

Immunogenität

Die Immunogenität wurde in klinischen Studien mit ALTUVOCT bei vorbehandelten Erwachsenenund Kindern mit schwerer Hämophilie A untersucht. Eine Entwicklung von Inhibitoren gegen

ALTUVOCT wurde in klinischen Studien nicht festgestellt.

Während der klinischen Studien der Phase III (mediane Behandlungsdauer 96,3 Wochen) entwickelten4/276 (1,4 %) der auswertbaren Patienten vorübergehend behandlungsbedingte Anti-Drug-Antikörper(ADA). Es wurden keine Hinweise auf einen Einfluss von ADA auf die Pharmakokinetik,

Wirksamkeit oder Sicherheit beobachtet.

Kinder und Jugendliche

Routineprophylaxe

Die Wirksamkeit von wöchentlich 50 I.E./kg ALTUVOCT als Routineprophylaxe bei Kindern< 12 Jahren wurde anhand der mittleren ABR bewertet. Insgesamt wurden 74 Kinder (38 Kinder< 6 Jahre und 36 Kinder 6 bis < 12 Jahre) aufgenommen und erhielten eine Routineprophylaxe mit

ALTUVOCT in einer Dosis von 50 I.E./kg intravenös einmal wöchentlich über 52 Wochen. Bei allen74 Patienten führte die Routineprophylaxe insgesamt zu einer mittleren ABR (95%-KI) von0,9 (0,6; 1,4) und einer medianen (Q1; Q3) ABR von 0 (0; 1,0) für behandelte Blutungen.

Eine Sensitivitätsanalyse (N = 73), unter Ausschluss eines Patienten, der die wöchentliche Prophylaxe-

Behandlung, wie im Prüfplan vorgesehen, über einen längeren Zeitraum nicht erhalten hatte, zeigteeine mittlere ABR (95%-KI) von 0,6 (0,4; 0,9) für behandelte Blutungen (mediane ABR [Q1; Q3] 0[0; 1,0]). Bei 47 Kindern (64,4 %) trat keine behandlungsbedürftige Blutungsepisode auf. Die mittlere

ABR (95%-KI) für behandelte spontane Blutungen betrug 0,2 (0; 0,3) (mediane ABR [Q1; Q3] 0 [0;0]). Bei behandelten Gelenkblutungen betrug die mittlere ABR (95%-KI) 0,3 (0,2; 0,6) und diemediane ABR (Q1; Q3) 0 (0; 0).

Kontrolle von Blutungen

Die Wirksamkeit hinsichtlich der Kontrolle von Blutungen bei Kindern < 12 Jahren wurde in derpädiatrischen Studie bewertet, mit Ausnahme eines Patienten, der die wöchentliche Prophylaxe-

Behandlung, wie im Prüfplan vorgesehen, über einen längeren Zeitraum nicht erhalten hatte.

Insgesamt wurden 43 Blutungsepisoden mit ALTUVOCT behandelt. Bei 95,3 % der

Blutungsepisoden konnte die Blutung mit einer einzigen Injektion von 50 I.E./kg ALTUVOCT gestilltwerden. Die mediane (Q1; Q3) Gesamtdosis zur Behandlung einer Blutungsepisode betrug52,6 I.E./kg (50,0; 55,8).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik (PK) von ALTUVOCT wurde in den Phase-III-Studien XTEND-1 und XTEND-

Kids untersucht, in denen 159 Erwachsene und Jugendliche bzw. 74 Kinder < 12 Jahreneingeschlossen wurden, die wöchentliche intravenöse Injektionen von 50 I.E./kg erhielten. Von den

Kindern < 12 Jahren waren für 37 Patienten PK-Profile von ALTUVOCT als Einzeldosis verfügbar.

Efanesoctocog alfa hat eine ca. 4-fach längere Halbwertszeit im Vergleich zu Faktor-VIII-Präparatenmit Standardhalbwertszeit und eine ca. 2,5 bis 3-fach längere Halbwertszeit im Vergleich zu

Faktor-VIII Präparaten- mit verlängerter Halbwertszeit gezeigt. Die PK-Parameter- nach einer

Einzeldosis ALTUVOCT sind in Tabelle 6 aufgeführt. Die PK-Parameter basierten auf der Faktor-

VIII-Aktivität im Plasma, gemessen mittels aPTT-basiertem Einstufen-Gerinnungstest. Nach einer

Einzeldosis von 50 I.E./kg zeigte ALTUVOCT eine hohe anhaltende Faktor-VIII-Aktivität mitverlängerter Halbwertszeit in allen Alterskohorten. In den pädiatrischen Kohorten zeigte sich ein

Trend zu einer steigenden AUC (area under the curve) und einer abnehmenden Clearance mitzunehmendem Alter. Das PK-Profil im Steady-State (Woche 26) war mit dem nach der ersten Dosiserhaltenen PK-Profil vergleichbar.

Tabelle 6: Pharmakokinetische Parameter nach einer Einzeldosis ALTUVOCT nach Alter(Einstufen-Gerinnungstest mittels Actin FSL)

PK-Parameter Studie an Erwachsenen und

Mittelwert (SD) Pädiatrische Studie Jugendlichen1 bis < 6 Jahre 6 bis < 12 Jahre 12 bis < 18 Jahre Erwachsene

N = 18 N = 18 N = 25 N = 134

AUC0-tau, I.E.*h/dl 6 800 (1 120)b 7 190 (1 450) 8 350 (1 550) 9 850 (2 010)at½z, h 38,0 (3,72) 42,4 (3,70) 44,6 (4,99) 48,2 (9,31)

CL, ml/h/kg 0,742 (0,121) 0,681 (0,139) 0,582 (0,115) 0,493 (0,121)a

Vss, ml/kg 36,6 (5,59) 38,1 (6,80) 34,9 (7,38) 31,0 (7,32)a

MRT, h 49,6 (5,45) 56,3 (5,10) 60,0 (5,54) 63,9 (10,2)a

Cmax, I.E./dl 143 (57,8) 113 (22,7) 118 (24,9) 133 (33,8)

Inkrementelle Recovery, 2,81 (1,1) 2,24 (0,437) 2,34 (0,490) 2,64 (0,665)

I.E./dl pro I.E./kga Die Berechnung basiert auf 128 Profilen.b N = 17

AUC0-tau = Area under the curve entsprechend der Fläche unter der Aktivitäts-Zeit-Kurve während des

Dosierungsintervalls, CL = Clearance, MRT = mittlere Verweildauer, SD = Standardabweichung,t½z = terminale Halbwertszeit, Vss = Verteilungsvolumen im Steady-State, Cmax = maximale Aktivität

In der Studie XTEND-1 hielt ALTUVOCT im Steady-State die Faktor-VIII-Aktivität bei einmalwöchentlicher Prophylaxe bei Erwachsenen im Mittel (SD) 4,1 (0,7) Tage lang auf normalem bisnahezu normalem Niveau (> 40 I.E./dl). Die Faktor-VIII-Aktivität über 10 I.E./dl wurde bei 83,5 %der Erwachsenen und Jugendlichen während der gesamten Studie aufrechterhalten. Bei Kindern< 12 Jahren wurde bei wöchentlich verabreichtem ALTUVOCT im Steady-State eine normale bisnahezu normale (> 40 I.E./dl) Faktor-VIII-Aktivität für 2 bis 3 Tage und eine Faktor-VIII-Aktivitätvon > 10 I.E./dl für etwa 7 Tage aufrechterhalten (siehe Tabelle 7).

Tabelle 7: Pharmakokinetische Parameter von ALTUVOCT im Steady-State nach Alter(Einstufen-Gerinnungstest mittels Actin FSL)

PK-Parameter Studie an Erwachsenen und

Mittelwert (SD) Pädiatrische Studiea Jugendlichena1 bis < 6 Jahre 6 bis < 12 Jahre 12 bis < 18 Jahre Erwachsene

N = 37 N = 36 N = 24 N = 125

Maximum, I.E./dl 136 (48,9) 131 (36,1) 124 (31,2) 150 (35,0)(N = 35) (N = 35) (N = 124)

Inkrementelle Recovery, 2,22 (0,83) 2,10 (0,73) 2,25 (0,61) 2,64 (0,61)

I.E./dl pro I.E./kg (N = 35) (N = 35) (N = 22) (N = 120)

Zeit bis 40 I.E./dl, h 68,0 (10,5)b 80,6 (12,3)b 81,5 (12,1)c 98,1 (20,1)c

Zeit bis 20 I.E./dl, h 109 (14,0)b 127 (14,5)b 130 (15,7)c 150 (27,7)c

Zeit bis 10 I.E./dl, h 150 (18,2)b 173 (17,1)b 179 (20,2)c 201 (35,7)c

Talspiegel, I.E./dl 10,9 (19,7) 16,5 (23,7) 9,23 (4,77) 18,0 (16,6)(N = 36) (N = 22) (N = 123)a Steady-State-Maximum, -Talspiegel und inkrementelle Recovery wurden anhand der verfügbaren

Messungen beim Termin mit PK-Probenahme in Woche 52 bzw. bei Studienende errechnet.b Die Zeit bis zur Faktor-VIII-Aktivität wurde anhand eines populationspharmakokinetischen Modellsfür pädiatrische Patienten vorhergesagt.c Die Zeit bis zur Faktor-VIII-Aktivität wurde anhand eines populationspharmakokinetischen Modellsfür erwachsene Patienten vorhergesagt.

Maximum = 15 Minuten nach der Dosis im Steady-State; Talspiegel = Faktor-VIII-Aktivitätswert vorder Dosis im Steady-State; SD = Standardabweichung

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Basierend auf den Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe an Ratten und Affen (einschließlichsicherheitspharmakologischer Messungen) und einer In-vitro-Hämokompatibilitätsstudie lassen diepräklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Es wurden keine Studienzur Genotoxizität, zum kanzerogenen Potential, zur Reproduktionstoxizität oder zur embryofetalen

Entwicklungstoxizität durchgeführt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Pulver
Saccharose

Calciumchlorid-Dihydrat (E 509)

Histidin

Argininhydrochlorid

Polysorbat 80 (E 433)

Lösungsmittel

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

Es sollte nur der beigefügte Adapter und das beigefügte Infusionsset benutzt werden, da es infolge der

Adsorption von Gerinnungsfaktor VIII an der Innenfläche einiger Injektionsbestecke zu einem

Therapieversagen kommen kann.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflasche4 Jahre

Während der Dauer der Haltbarkeit kann das Arzneimittel einmalig für bis zu 6 Monate bei

Raumtemperatur (bis zu 30 °C) aufbewahrt werden. Das Datum der Entnahme aus dem Kühlschranksollte auf dem Umkarton vermerkt werden. Nach Aufbewahrung bei Raumtemperatur darf das

Arzneimittel nicht wieder im Kühlschrank gelagert werden. Das Arzneimittel nach dem auf der

Durchstechflasche angegebenen Verfalldatum oder sechs Monate nach der Entnahme des Umkartonsaus dem Kühlschrank (je nachdem, welches Datum früher eintritt) nicht mehr verwenden.

Nach Rekonstitution

Das Arzneimittel sollte sofort nach der Rekonstitution verwendet werden. Wenn das Arzneimittelnicht sofort verwendet wird, liegen die Aufbewahrungszeiten während der Anwendung und die

Aufbewahrungsbedingungen vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwenders.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).

Nicht einfrieren.

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Jede Packung ALTUVOCT 250 I.E., 500 I.E., 750 I.E., 1 000 I.E., 2 000 I.E., 3 000 I.E. und 4 000 I.E.

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung enthält:

- eine Durchstechflasche aus Glas (Typ I) mit Pulver und Chlorobutyl-Gummistopfen- einen sterilen Durchstechflaschen-Adapter für die Rekonstitution- eine Fertigspritze aus Glas mit 3 ml Lösungsmittel mit Bromobutyl-Gummi-Kolbenstopfen- eine Kolbenstange- ein steriles Infusionsset

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

ALTUVOCT ist intravenös zu verabreichen, nachdem das Pulver mit dem in der Spritze enthaltenen

Lösungsmittel rekonstituiert wurde. Die Durchstechflasche sollte vorsichtig geschwenkt werden, bissich das Pulver vollständig aufgelöst hat. Nach der Rekonstitution sollte die Lösung klar und farblosbis schwach schillernd sein. Die Lösung darf nicht verwendet werden, wenn sie trübe ist oder

Ablagerungen aufweist.

Es ist stets eine aseptische Technik anzuwenden.

Zusätzliche Informationen zur Rekonstitution

Nach der Auflösung des Pulvers zur Herstellung einer Injektionszubereitung mit dem Lösungsmittelaus der Fertigspritze wird ALTUVOCT mittels intravenöser Injektion verabreicht. Eine Packung

ALTUVOCT enthält:

A. Durchstech- B. 3 ml C. Kolbenstange D. Durchstech- E. Infusionssetflasche mit Lösungsmittel flaschen-

Pulver in einer Adapter

Fertigspritze

Es werden zudem sterile Alkoholtupfer benötigt (F). Diese sind in der ALTUVOCT-Packung nichtenthalten.

Um die Lösung aus mehreren Durchstechflaschen in eine einzelne Spritze aufzuziehen, kann eineseparate große Spritze (G) genutzt werden. Ist eine große Spritze nicht verfügbar, befolgen Sie die

Schritte 6 bis 8, um die Lösung aus den einzelnen Spritzen zu verabreichen.

F Alkoholtupfer G Große Spritze

ALTUVOCT sollte nicht mit anderen Injektions- oder Infusionslösungen gemischt werden.

Waschen Sie sich die Hände, bevor Sie die Packung öffnen.

Rekonstitution1. Vorbereiten der Durchstechflasche

a. Entfernen Sie die Kappe der Durchstechflasche

Stellen Sie die Durchstechflasche mit Pulver (A) auf eine saubere, ebene

Oberfläche und entfernen Sie die Kunststoffkappe.

b. Reinigen Sie die Oberseite der Durchstechflasche

Reinigen Sie die Oberseite der Durchstechflasche mit einem

Alkoholtupfer.

Achten Sie nach der Reinigung darauf, dass die Oberseite der

Durchstechflasche nicht mehr berührt wird bzw. mit anderen

Gegenständen in Berührung kommt.

c. Öffnen Sie die Packung mit dem Durchstechflaschen-Adapter

Ziehen Sie das Schutzpapier von der Verpackung des

Durchstechflaschen-Adapters (D) ab.

Berühren Sie den Durchstechflaschen-Adapter nicht und nehmen

Sie ihn nicht aus der Packung.

d. Verbinden Sie den Durchstechflaschen-Adapter

Halten Sie die Packung mit dem Durchstechflaschen-Adapter geradeüber die Durchstechflasche.

Drücken Sie den Adapter fest nach unten, bis er einrastet. Der Dorn wirdden Stopfen der Durchstechflasche durchdringen.

2. Vorbereiten der Spritze

a. Verbinden Sie die Kolbenstange

Führen Sie die Kolbenstange (C) in die 3-ml-Spritze (B) ein. Drehen Siedie Kolbenstange im Uhrzeigersinn, bis sie fest im Spritzenkolben sitzt.

b. Entfernen Sie die Spritzenkappe

Brechen Sie den oberen Teil der weißen 3-ml-Spritzenkappe an der

Perforation ab und legen Sie die Kappe beiseite.

Berühren Sie nicht die Innenseite der Kappe oder die

Spritzenspitze.

3. Verbinden der Spritze mit der Durchstechflasche

a. Entfernen Sie die Schutzkappe des Durchstechflaschen-Adapters

Heben Sie die Schutzkappe vom Durchstechflaschen-Adapter ab undentsorgen Sie sie.

b. Verbinden Sie die Spritze mit dem Durchstechflaschen-Adapter

Halten Sie den Durchstechflaschen-Adapter am unteren Ende fest.

Setzen Sie die Spitze der Spritze oben auf den Durchstechflaschen-

Adapter. Drehen Sie die Spritze im Uhrzeigersinn, um sie zu befestigen.

4. Auflösen des Pulvers und Lösungsmittel

a. Geben Sie Lösungsmittel zur Durchstechflasche

Drücken Sie die Kolbenstange langsam nach unten, um das gesamte

Lösungsmittel in die Durchstechflasche zu injizieren.

b. Lösen Sie das Pulver auf

Schwenken Sie die Durchstechflasche mit dem Daumen auf der

Kolbenstange vorsichtig, bis sich das Pulver gelöst hat.

Nicht schütteln.

c. Überprüfen Sie die Lösung

Überprüfen Sie die Lösung vor der Verabreichung. Sie sollte klar und farblos sein.

Sie dürfen die Lösung nicht verwenden, wenn sie trübe ist oder sichtbare Partikelenthält.

5. Bei Anwendung mehrerer Durchstechflaschen

Wenn für Ihre Dosis mehrere Durchstechflaschen benötigt werden, befolgen Sie dienachstehenden Schritte (5a und 5b), anderenfalls fahren Sie mit Schritt 6 fort.

a. Wiederholen Sie die Schritte 1 bis 4

Wiederholen Sie die Schritte 1 bis 4 für alle Durchstechflaschen, bis Sieausreichend Lösung für Ihre Dosis zubereitet haben.

Entfernen Sie die 3-ml-Spritzen von den einzelnen Durchstechflaschen(siehe Schritt 6b) und lassen Sie die Lösung in den Durchstechflaschen.

b. Verwenden Sie die große Spritze (G)

Setzen Sie die große Spritze (G) auf den Durchstechflaschen-Adapterfür jede der einzelnen Durchstechflaschen (siehe Schritt 3b) und führen

Sie Schritt 6 durch, um die Lösungen aus den einzelnen

Durchstechflaschen in die große Spritze aufzunehmen. Sollten Sie nureinen Teil der Lösung einer Durchstechflasche benötigen, orientieren

Sie sich an der Skalierung auf der Spritze, um festzustellen, welche

Menge der Lösung Sie aufziehen.

6. Aufziehen der Lösung in die Spritze

a. Ziehen Sie die Lösung auf

Halten Sie die Spritze mit der Spitze nach oben. Ziehen Sie langsam die

Kolbenstange herunter, bis die gesamte Lösung in die Spritze überführtwurde.

b. Entfernen Sie die Spritze

Entfernen Sie die Spritze von der Durchstechflasche, indem Sie den

Durchstechflaschen-Adapter festhalten. Drehen Sie die Spritze zum

Lösen gegen den Uhrzeigersinn.

Es wird empfohlen, ALTUVOCT sofort nach der Rekonstitution zu verwenden (siehe Abschnitt 6.3).

Verabreichung7. Vorbereiten der Injektion

a. Entfernen Sie die Schlauchkappe

Öffnen Sie die Packung mit dem Infusionsset (E) (bei

Beschädigung nicht verwenden).

Entfernen Sie die Schlauchkappe.

Berühren Sie nicht das offene Ende des Infusionsschlauchs.

b. Verbinden Sie die Spritze

Schließen Sie die zubereitete Spritze durch Drehen im

Uhrzeigersinn an das Ende des Infusionsschlauchs an.

c. Bereiten Sie die Injektionsstelle vor

Verwenden Sie bei Bedarf einen Stauschlauch (Tourniquet).

Reinigen Sie die Injektionsstelle mit einem Alkoholtupfer (F).

d. Entfernen Sie Luft aus der Spritze und dem Schlauch

Entfernen Sie Luft, indem Sie die Spritze mit der Spitze nach obenhalten und vorsichtig auf die Kolbenstange drücken. Drücken Siedie Lösung nicht durch die Nadel.

Das Injizieren von Luft in eine Vene kann gefährlich sein.

8. Injizieren der Lösung

a. Führen Sie die Nadel ein

Nehmen Sie die Schutzkappe von der Nadel ab.

Führen Sie die Nadel in eine Vene ein und entfernen Sie ggf. das Tourniquet.

Sie können ein Pflaster verwenden, um die Kunststoffflügel der Nadel an der

Injektionsstelle zu fixieren, damit sich diese nicht bewegen.

b. Injizieren Sie die Lösung

Die zubereitete Lösung soll patientenindividuell über 1 bis 10 Minuten intravenös injiziertwerden.

9. Sicher entsorgen

a. Entfernen Sie die Nadel

Entfernen Sie die Nadel. Klappen Sie den Nadelschutz über die

Nadel; er sollte einrasten.

b. Sichere Entsorgung

Stellen Sie sicher, dass alle gebrauchten Komponenten des mitgelieferten Sets (mit Ausnahmeder Verpackung) sicher in einem Behälter für medizinische Abfälle entsorgt werden.

Die benutzten Materialien dürfen nicht wiederverwendet werden.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Swedish Orphan Biovitrum AB (publ)

SE-112 76 Stockholm

Schweden

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/24/1824/001

EU/1/24/1824/002

EU/1/24/1824/003

EU/1/24/1824/004

EU/1/24/1824/005

EU/1/24/1824/006

EU/1/24/1824/007

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 17. Juni 2024

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.