Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ALTUVOCT 250UI pulver + lösungsmittel zur herstellung einer injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ALTUVOCT 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ALTUVOCT 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ALTUVOCT 750 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ALTUVOCT 1 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ALTUVOCT 2 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ALTUVOCT 3 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ALTUVOCT 4 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
ALTUVOCT 250 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 250 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der
Rekonstitution ca. 83 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.
ALTUVOCT 500 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 500 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der
Rekonstitution ca. 167 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.
ALTUVOCT 750 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 750 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der
Rekonstitution ca. 250 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.
ALTUVOCT 1 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 1 000 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der
Rekonstitution ca. 333 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.
ALTUVOCT 2 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 2 000 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der
Rekonstitution ca. 667 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.
ALTUVOCT 3 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 3 000 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der
Rekonstitution ca. 1 000 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.
ALTUVOCT 4 000 I.E. Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 4 000 I.E. Efanesoctocog alfa. ALTUVOCT enthält nach der
Rekonstitution ca. 1 333 I.E./ml humanen Gerinnungsfaktor VIII, Efanesoctocog alfa.
Die Aktivität wird unter Verwendung eines auf der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)basierenden Einstufen-Gerinnungstests mit Actin FSL als Reagenz bestimmt.
Efanesoctocog alfa [humaner Gerinnungsfaktor VIII (rDNA)] ist ein Protein aus 2 829 Aminosäuren.
Efanesoctocog alfa wird mittels rekombinanter DNA-Technologie in einer humanen embryonalen
Nierenzelllinie (HEK-Zelllinie) hergestellt. Während des Herstellungsprozesses werden keine
Rohmaterialien menschlichen oder tierischen Ursprungs verwendet.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung.
Pulver: lyophilisiertes, weißes bis cremefarbenes Pulver bzw. lyophilisierter, weißer bis cremefarbener
Kuchen.
Lösungsmittel: klare, farblose LösungpH: 6,5 bis 7,2
Osmolalität: 586 bis 688 mOsm/kg
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie A (angeborener
Faktor-VIII-Mangel).
ALTUVOCT kann bei allen Altersgruppen angewendet werden.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte unter der Aufsicht eines Arztes mit Erfahrung in der Behandlung der
Hämophilie durchgeführt werden.
Nach einer entsprechenden Schulung zur korrekten Injektionstechnik (siehe Abschnitt 6.6 und
Packungsbeilage) kann ALTUVOCT vom Patienten selbst oder von der Betreuungsperson des
Patienten injiziert werden, wenn der Arzt dies für angemessen hält.
Überwachung der BehandlungPatienten können individuell unterschiedlich auf Faktor VIII reagieren und zeigen Unterschiede in
Halbwertszeiten und Inkrementeller Recovery. Die auf dem Körpergewicht basierende Dosis kann beiunter- oder übergewichtigen Patienten eine Anpassung erfordern. Eine Überwachung des Faktor-VIII-
Spiegels zum Zwecke der Dosisanpassung ist bei der Routineprophylaxe üblicherweise nichterforderlich. Bei größeren chirurgischen Eingriffen oder lebensbedrohlichen Blutungen ist die
Bestimmung des Faktor-VIII-Spiegels zur Festlegung der Dosis und der Injektionshäufigkeiterforderlich.
Wenn zur Bestimmung der Faktor-VIII-Aktivität in den Blutproben der Patienten ein
Einstufen-Gerinnungstest auf Basis der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) in vitroverwendet wird, können die Ergebnisse für die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma sowohl von der Artdes verwendeten aPTT-Reagenzes als auch vom verwendeten Referenzstandard erheblich beeinflusstwerden. Auch kann es zu erheblichen Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen des Einstufen-
Gerinnungstests auf Basis der aPTT und des chromogenen Tests nach Ph. Eur. kommen. Dies istinsbesondere dann von Bedeutung, wenn das Labor und/oder die im Test verwendeten Reagenziengewechselt werden.
Es wird empfohlen, einen validierten Einstufen-Gerinnungstest zur Bestimmung der Faktor-VIII-
Aktivität von ALTUVOCT im Plasma zu verwenden. Während der klinischen Entwicklung wurde ein
Einstufen-Gerinnungstest mit Actin FSL genutzt.
Nach den Ergebnissen einer vergleichenden Analyse klinischer Studienproben, sollten die mit einemchromogenen Test erzielten Ergebnisse durch 2,5 geteilt werden, um die Faktor-VIII-Aktivität des
Patienten zu ermitteln (siehe Abschnitt 4.4). Darüber hinaus ergab eine Feldstudie, in der verschiedeneaPTT-Reagenzien verglichen wurden, dass die Faktor-VIII-Aktivität bei Verwendung von Actin FSanstelle von Actin FSL im Einstufen-Gerinnungstest etwa 2,5-fach höher ist und bei Verwendung von
SynthASil 30 % niedriger ausfällt.
DosierungDie Dosierung und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des
Faktor-VIII-Mangels, Lokalisation und Ausmaß der Blutung und nach dem klinischen Zustand des
Patienten.
Die Anzahl der verabreichten Faktor-VIII-Einheiten wird in Internationalen Einheiten (I.E.)angegeben, bezogen auf den derzeitigen WHO- Standard für Faktor-VIII-Produkte. Die Faktor-
VIII-Aktivität im Plasma wird entweder als Prozentsatz (bezogen auf normale menschliche
Plasmaspiegel) oder vorzugsweise in Internationalen Einheiten (bezogen auf den Internationalen
Standard für Faktor VIII im Plasma) angegeben.
Eine I.E. der Faktor-VIII-Aktivität entspricht dem Faktor-VIII-Gehalt von 1 ml humanem
Normalplasma.
Für die Dosis von 50 I.E. Faktor VIII pro kg Körpergewicht wird die erwartete In-vivo-
Plasma-Recovery des Faktor-VIII-Spiegels, ausgedrückt in I.E./dl (oder % des Normbereichs), nachfolgender Formel ermittelt:
Geschätzte Zunahme an Faktor VIII (I.E./dl oder % des Normbereichs) = 50 I.E./kg × 2 (I.E./dl pro
I.E./kg)
Bedarfsbehandlung
Die ALTUVOCT-Dosierung für die Bedarfsbehandlung, die Kontrolle von Blutungsepisoden und dasperioperative Management ist in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1: Richtlinie für die Dosierung von ALTUVOCT bei der Behandlung von
Blutungsepisoden und chirurgischen Eingriffen
Schweregrad der Blutung/ Empfohlene Zusätzliche Informationen
Art des chirurgischen Dosis
Eingriffs
BlutungBeginnende Hämarthrosen; Einzeldosis von Bei leichten und mittelschweren
Muskelblutungen oder 50 I.E./kg Blutungsepisoden, die innerhalb von 2 bis
Blutungen im Mundbereich 3 Tagen nach einer prophylaktischen
Anwendung auftreten, kann eine niedrigere
Dosis von 30 I.E./kg verwendet werden.
Eine zusätzliche Dosis von 30 oder 50 I.E./kgnach 2 bis 3 Tagen kann erwogen werden.
Umfangreichere Hämarthrosen, Einzeldosis von Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg
Muskelblutungen oder 50 I.E./kg alle 2 bis 3 Tage können erwogen werden,
Hämatome bis die Blutung gestillt ist.
Lebensbedrohliche Blutungen Einzeldosis von Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg50 I.E./kg alle 2 bis 3 Tage können verabreicht werden,bis der Patient außer Gefahr ist.
Chirurgischer Eingriff
Kleinere Eingriffe Einzeldosis von Eine zusätzliche Dosis von 30 oder 50 I.E./kgeinschließlich Zahnextraktion 50 I.E./kg nach 2 bis 3 Tagen kann erwogen werden.
Größere Eingriffe Einzeldosis von Zusätzliche Dosen von 30 oder 50 I.E./kg50 I.E./kg alle 2 bis 3 Tage können bei klinischem
Bedarf bis zur adäquaten Wundheilungverabreicht werden.
Bei der Wiederaufnahme der Prophylaxe (falls zutreffend) nach der Behandlung einer Blutung wirdempfohlen, zwischen der letzten Dosis von 50 I.E./kg zur Behandlung einer Blutung und der
Wiederaufnahme der Prophylaxebehandlung einen Abstand von mindestens 72 Stunden einzuhalten.
Danach kann die Prophylaxe wie gewohnt nach dem regulären Dosierungsschema des Patientenfortgesetzt werden.
ProphylaxeDie empfohlene Dosierung für die Routineprophylaxe bei Erwachsenen und Kindern beträgt 50 I.E./kg
ALTUVOCT, einmal wöchentlich verabreicht.
Besondere PatientengruppenÄltere PatientenFür Patienten ≥ 65 Jahren liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Es gelten die gleichen
Dosierungsempfehlungen wie für Patienten < 65 Jahren.
Kinder und JugendlicheEs gelten die gleichen Dosierungsempfehlungen wie für Erwachsene.
Art der AnwendungIntravenöse Anwendung.
Die gesamte ALTUVOCT-Dosis wird patientenindividuell über 1 bis 10 Minuten intravenös injiziert.
Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
ÜberempfindlichkeitAllergische Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich unter ALTUVOCT. Falls Symptome einer
Überempfindlichkeitsreaktion auftreten, sollten Patienten angewiesen werden, die Anwendung des
Arzneimittels sofort zu unterbrechen und ihren Arzt aufzusuchen. Die Patienten sollten über frühe
Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Nesselsucht, generalisierte Urtikaria,
Engegefühl im Brustbereich, Giemen, Hypotonie und Anaphylaxie aufgeklärt werden.
Im Falle eines Schocks muss die Behandlung nach den aktuellen medizinischen Leitlinien zur
Schocktherapie erfolgen.
Inhibitoren
Die Bildung von neutralisierenden Antikörpern (Inhibitoren) gegen Faktor VIII ist eine bekannte
Komplikation bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A. Diese Inhibitoren sindüblicherweise gegen die blutgerinnungsfördernde Aktivität des Faktors VIII gerichtete
Immunglobuline der Klasse G (IgG), die unter Verwendung des modifizierten Bethesda-Assays in
Bethesda-Einheiten (B.E.) pro Milliliter Plasma quantifiziert werden. Das Risiko einer Entwicklungvon Inhibitoren korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung sowie der Exposition gegenüber
Faktor VIII, wobei das Risiko innerhalb der ersten 50 Expositionstage am größten ist, aber währenddes gesamten Lebens fortbesteht, auch wenn es nur selten eintritt.
Die klinische Relevanz der Entwicklung von Inhibitoren hängt vom Titer des Inhibitors ab, wobeiniedrige Titer ein geringeres Risiko für ein unzureichendes klinisches Ansprechen darstellen als hohe
Inhibitor-Titer.
Im Allgemeinen sollten alle Patienten, die mit Gerinnungsfaktor VIII-Produkten behandelt werden,durch geeignete klinische Beobachtungen und Labortests sorgfältig auf die Entwicklung von
Inhibitoren überwacht werden. Wenn die erwarteten Plasmaspiegel hinsichtlich der Faktor-
VIII-Aktivität nicht erreicht werden oder wenn die Blutung mit einer angemessenen Dosis nichtkontrolliert werden kann, ist ein Test auf Faktor-VIII-Inhibitoren durchzuführen. Bei Patienten mithohen Inhibitorkonzentrationen ist die Therapie mit Faktor VIII möglicherweise nicht wirksam und essollten andere therapeutische Optionen in Betracht gezogen werden. Die Behandlung solcher Patientensollte von Ärzten mit Erfahrung in der Behandlung von Hämophilie und Faktor-VIII-Inhibitorendurchgeführt werden.
Überwachung der Labortests
Bei Verwendung des chromogenen Tests oder des Einstufen-Gerinnungstests mit Actin-FS-Reagenzist das Ergebnis durch 2,5 zu teilen, um die Faktor-VIII-Aktivität des Patienten zu ermitteln (siehe
Abschnitt 4.2). Dabei ist zu beachten, dass dieser Umrechnungsfaktor nur eine Schätzung darstellt(mittleres Actin-FSL-Verhältnis aus chromogenem Test und Einstufen-Gerinnungstest: 2,53;
SD: 1,54; Q1: 1,98; Q3: 2,96; N = 3 353).
Kardiovaskuläre Ereignisse
Bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren kann eine Substitutionstherapie mit
Faktor VIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.
Katheter-assoziierte Komplikationen
Wenn ein zentraler Venenkatheter (ZVK) erforderlich ist, sollte das Risiko von Katheter-assoziierten
Komplikationen einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und Katheter-assoziierten
Thrombosen berücksichtigt werden.
Kinder und JugendlicheDie aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten sowohl für Erwachsene als auch für
Kinder und Jugendliche.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Wechselwirkungen zwischen Produkten mit humanem Gerinnungsfaktor VIII(rDNA) und anderen Arzneimitteln berichtet.
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Es wurden keine Reproduktionsstudien am Tier mit Faktor VIII durchgeführt. Wegen des seltenen
Auftretens von Hämophilie A bei Frauen gibt es keine Erfahrungen zur Anwendung von Faktor VIIIwährend der Schwangerschaft und Stillzeit. Daher sollte Faktor VIII in der Schwangerschaft und
Stillzeit nur bei eindeutiger Indikationsstellung angewendet werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenALTUVOCT hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit unddie Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsSelten wurden Überempfindlichkeit oder allergische Reaktionen (z. B. Angioödem, brennendes undstechendes Gefühl an der Injektionsstelle, Schüttelfrost, Hitzegefühl, generalisierte Urtikaria,
Kopfschmerzen, Nesselsucht, Hypotonie, Lethargie, Übelkeit, Unruhe, Tachykardie, Engegefühl im
Brustbereich, Kribbeln, Erbrechen, keuchende Atmung) beobachtetet, die in manchen Fällen zu einerschweren Anaphylaxie (einschließlich Schock) führen können.
Bei Patienten mit Hämophilie A, die mit Faktor VIII, einschließlich ALTUVOCT, behandelt werden,kann es zur Entwicklung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren) kommen (siehe Abschnitt 5.1). Bei
Auftreten solcher Inhibitoren kann sich der Zustand potenziell in einem unzureichenden klinischen
Ansprechen manifestieren. In solchen Fällen wird empfohlen, ein spezialisiertes Hämophilie-Zentrumaufzusuchen.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 2 sind die Nebenwirkungen gemäß der MedDRA-Systemorganklassifikation (SOC und
Preferred Term Level) aufgeführt. Die Häufigkeit der Nebenwirkungen basiert auf klinischen Studiender Phase III an 277 vorbehandelten Patienten (PTP, previously treated patients) mit schwerer
Hämophilie A, von denen 161 (58,2 %) Erwachsene (18 Jahre und älter), 37 (13,4 %) Jugendliche (12bis < 18 Jahre) und 79 (28,5 %) Kinder unter 12 Jahren waren.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) (zusammengefasst in Tabelle 2) wurden bei 111(40,1 %) der 277 mit Routineprophylaxe oder Bedarfstherapie behandelten Patienten gemeldet.
Die Häufigkeiten wurden entsprechend der nachfolgenden Konvention bewertet: sehr häufig (≥ 1/10);häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten(< 1/10 000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregradaufgeführt.
Tabelle 2: In klinischen Studien gemeldete Nebenwirkungen von ALTUVOCT
Systemorganklasse gemäß MedDRA Nebenwirkungen Häufigkeitskategorie
Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerzen1 Sehr häufig
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Erbrechen Häufig
Erkrankungen der Haut und des Ekzem Häufig
Unterhautgewebes Ausschlag2 Häufig
Urtikaria3 Häufig
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Arthralgie Sehr häufig
Knochenerkrankungen Schmerz in einer Extremität Häufig
Rückenschmerzen Häufig
Allgemeine Erkrankungen und Fieber Häufig
Beschwerden am Verabreichungsort Reaktion an der Injektionsstelle4 Gelegentlich1 Kopfschmerzen, einschließlich Migräne.2 Ausschlag, einschließlich makulopapulöser Ausschlag.3 Urtikaria, einschließlich papulöse Urtikaria.4 Reaktion an der Injektionsstelle, einschließlich Hämatom an der Injektionsstelle und Dermatitis ander Injektionsstelle.
Kinder und JugendlicheEs wurden keine altersspezifischen Unterschiede bei den Nebenwirkungen zwischen pädiatrischen underwachsenen Patienten festgestellt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es wurden keine Symptome einer Überdosierung des humanen Gerinnungsfaktors VIII (rDNA)berichtet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, Blutgerinnungsfaktor VIII,
ATC-Code: B02BD02.
WirkmechanismusDie Behandlung mit Efanesoctocog alfa ist eine Faktor-VIII-Substitutionstherapie. Der aktivierte
Faktor VIII wirkt als Kofaktor für den aktivierten Faktor IX und beschleunigt die Umwandlung von
Faktor X in aktivierten Faktor X. Aktivierter Faktor X sorgt für die Umwandlung von Prothrombin in
Thrombin. Thrombin wandelt dann Fibrinogen in Fibrin um. Ein Gerinnsel wird gebildet.
Hämophilie A ist eine X-chromosomal-gebundene Erbkrankheit der Blutgerinnung, die auf einem
Mangel an funktionalem Faktor VIII:C beruht. Als Folge davon kann es zu Blutungen in Gelenken,
Muskeln oder inneren Organen kommen, die entweder spontan oder infolge von Unfällen oderchirurgischen Eingriffen entstehen können. Durch die Substitutionstherapie wird der Faktor-VIII-
Plasmaspiegel angehoben, wodurch eine vorübergehende Korrektur des Faktormangels sowie eine
Behebung der Blutungsneigungen ermöglicht wird.
Es sollte beachtet werden, dass die annualisierte Blutungsrate (ABR, annualized bleeding rate) nichtvergleichbar ist zwischen verschiedenen Faktorkonzentraten und verschiedenen klinischen Studien.
ALTUVOCT (Efanesoctocog alfa) oder rekombinanter Gerinnungsfaktor-VIII-Fc-Von-Willebrand-
Faktor-XTEN ist ein rekombinantes Fusionsprotein, das vorübergehend den fehlenden
Gerinnungsfaktor VIII ersetzt, der für eine wirksame Blutstillung erforderlich ist.
Efanesoctocog alfa ist ein Faktor-VIII-Protein, das so konzipiert ist, dass es den endogenen VWF nichtbindet, so dass die durch Faktor-VIII-VWF-Interaktionen bedingte Begrenzung der Halbwertszeitüberwunden werden kann. Die D'D3-Domäne von VWF ist die Region, die mit Faktor VIII interagiert.
Das Anhängen der D'D3-Domäne von VWF an ein rFVIII-Fc-Fusionsprotein bietet Faktor VIII Schutzund Stabilität und verhindert die Interaktion von Faktor VIII mit endogenem VWF, wodurch die durchdie VWF-Clearance bedingte Begrenzung der Halbwertszeit von Faktor VIII überwunden wird.
Die Fc-Region des menschlichen Immunglobulins G1 (IgG1) bindet an den neonatalen Fc-Rezeptor(FcRn). FcRn ist Teil eines natürlichen Mechanismus, der den lysosomalen Abbau von
Immunglobulinen verzögert, indem er sie wieder in den Blutkreislauf zurückführt und so die
Plasmahalbwertszeit des Fusionsproteins verlängert.
Efanesoctocog alfa enthält 2 XTEN-Polypeptide, die seine Pharmakokinetik (PK) weiter verbessern.
Die natürliche Faktor-VIII-B-Domäne (mit Ausnahme von 5 Aminosäuren) wird durch das erste
XTEN-Polypeptid ersetzt, das zwischen den Faktor-VIII-Aminosäureresten N745 und E1649eingefügt ist; das zweite XTEN ist zwischen der D'D3-Domäne und dem Fc eingefügt.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von ALTUVOCT wurden in zwei multizentrischen,prospektiven, offenen klinischen Phase-III-Studien (eine Studie an Erwachsenen und Jugendlichen[XTEND-1] und eine pädiatrische Studie an Kindern < 12 Jahren [XTEND-Kids, siehe Kinder und
Jugendliche]) bei vorbehandelten Patienten (PTP) mit schwerer Hämophilie A (< 1 % endogene
FVIII-Aktivität oder einer dokumentierten genetischen Mutation, die mit schwerer Hämophilie Aeinhergeht) untersucht. Die Langzeitsicherheit und -wirksamkeit von ALTUVOCT wird zudem im
Rahmen einer Langzeitstudie beurteilt.
Alle Studien untersuchten die Wirksamkeit der Routineprophylaxe mit einer wöchentlichen Dosis von50 I.E./kg und ermittelten die hämostatische Wirksamkeit bei der Behandlung von Blutungsepisodenund während des perioperativen Managements bei Patienten, die sich einem größeren oder kleinerenchirurgischen Eingriff unterzogen. Darüber hinaus wurde die Wirksamkeit der ALTUVOCT-
Prophylaxe im Vergleich zur vorherigen Faktor-VIII-Prophylaxe im Rahmen eines intraindividuellen
Vergleichs bei Patienten untersucht, die vor der Aufnahme in die XTEND-1-Studie an einerprospektiven Beobachtungsstudie (OBS16221) teilgenommen hatten.
Klinische Wirksamkeit der Routineprophylaxe bei Erwachsenen/Jugendlichen
An der abgeschlossenen Studie mit Erwachsenen und Jugendlichen (XTEND-1) nahmen insgesamt159 PTP (158 männliche und 1 weibliche Person) mit schwerer Hämophilie A teil. Die Patientenwaren zwischen 12 und 72 Jahre alt, darunter 25 jugendliche Patienten im Alter von 12 bis 17 Jahren.
Alle 159 aufgenommenen Patienten erhielten mindestens eine Dosis ALTUVOCT und warenhinsichtlich der Wirksamkeit auswertbar. Insgesamt schlossen 149 Patienten (93,7 %) die Studie ab.
Die Wirksamkeit einer Routineprophylaxe mit wöchentlich 50 I.E./kg ALTUVOCT wurde sowohlanhand der mittleren annualisierten Blutungsrate (ABR) (Tabelle 3) als auch durch den Vergleich der
ABR während der Prophylaxe in der Studie mit der ABR während der Faktor-VIII-Prophylaxe vor der
Studie (Tabelle 4) bewertet. Insgesamt 133 Erwachsene und Jugendliche, die vor Beginn der Studieeine Faktor-VIII-Prophylaxe erhalten hatten, wurden der Routineprophylaxe mit ALTUVOCT in einer
Dosis von 50 I.E./kg einmal wöchentlich über 52 Wochen (Arm A) zugewiesen. Weitere 26 Patienten,die vor der Studie eine episodische (bedarfsabhängige) Behandlung mit Faktor VIII erhalten hatten,wurden 26 Wochen lang episodisch (bedarfsabhängig) mit ALTUVOCT in einer Dosis von 50 I.E./kgbehandelt, gefolgt von einer Routineprophylaxe in einer Dosis von 50 I.E./kg einmal wöchentlich über26 Wochen (Arm B). Insgesamt absolvierten 115 Patienten mindestens 50 Expositionstage in Arm Aund 17 Patienten absolvierten mindestens 25 Expositionstage der Routineprophylaxe in Arm B.
Tabelle 3: Zusammenfassung der annualisierten Blutungsrate (ABR) unter ALTUVOCT-
Prophylaxe, ALTUVOCT-Bedarfsbehandlung und nach Umstellung auf
ALTUVOCT-Prophylaxe bei Patienten ≥ 12 Jahren
Arm A Arm B Arm B
Endpunkt1 Prophylaxe2 Nach Bedarf3 Prophylaxe3
N = 133 N = 26 N = 26
BlutungenMittlere ABR (95%-KI)4 0,71 (0,52; 0,97) 21,41 (18,81; 24,37) 0,70 (0,33; 1,49)
Mediane ABR (IQR) 0,00 (0,00; 1,04) 21,13 (15,12; 27,13) 0,00 (0,00; 0,00)
Patienten mit keiner Blutung, % 64,7 0 76,9
Spontane Blutungen
Mittlere ABR (95%-KI)4 0,27 (0,18; 0,41) 15,83 (12,27; 20,43) 0,44 (0,16; 1,20)
Mediane ABR (IQR) 0,00 (0,00; 0,00) 16,69 (8,64; 23,76) 0,00 (0,00; 0,00)
Patienten mit keiner Blutung, % 80,5 3,8 84,6
Gelenkblutungen
Mittlere ABR (95%-KI)4 0,51 (0,36; 0,72) 17,48 (14,88; 20,54) 0,62 (0,25; 1,52)
Mediane ABR (IQR) 0,00 (0,00; 1,02) 18,42 (10,80; 23,90) 0,00 (0,00; 0,00)
Patienten mit keiner Blutung, % 72,2 0 80,81 Alle Analysen der Blutungsendpunkte basieren auf behandelten Blutungen.2 Patienten, die der 52-wöchigen Prophylaxe mit ALTUVOCT zugewiesen wurden.3 Patienten, die der 26-wöchigen Behandlung mit ALTUVOCT zugewiesen wurden.4 Basierend auf einem negativen Binomialmodell.
ABR = annualisierte Blutungsrate; KI = Konfidenzintervall; IQR = Interquartilsabstand, 25. bis75. Perzentil.
Ein intraindividueller Vergleich der ABR während der Prophylaxe in der Studie und vor der Studiezeigte eine statistisch signifikante Reduktion der ABR um 77 % während der Routineprophylaxe mit
ALTUVOCT im Vergleich zur Faktor-VIII-Prophylaxe vor der Studie (siehe Tabelle 4).
Tabelle 4: Intraindividueller Vergleich der annualisierten Blutungsrate (ABR) unter
ALTUVOCT-Prophylaxe im Vergleich zur Faktor-VIII-Prophylaxe vor der Studiebei Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren
Prophylaxe mit ALTUVOCT Standardprophylaxe mitwährend der Studie Faktor VIII vor der50 I.E./kg 1 × wöchentl. Studie2
Endpunkt (N = 78) (N = 78)
Medianer Beobachtungszeitraum 50,09 (49,07; 51,18) 50,15 (43,86; 52,10)(Wochen) (IQR)
BlutungenMittlere ABR (95%-KI)1 0,69 (0,43; 1,11) 2,96 (2,00; 4,37)
ABR-Reduktion, % (95%-KI) 77 (58; 87)p-Wert < 0,0001
Patienten mit keiner Blutung, % 64,1 42,3
Mediane ABR (IQR) 0,00 (0,00; 1,04) 1,06 (0,00; 3,74)1 Basierend auf einem negativen Binomialmodell.2 Prospektive Beobachtungsstudie (OBS16221).
ABR = annualisierte Blutungsrate; KI = Konfidenzintervall; IQR = Interquartilsabstand, 25. bis75. Perzentil.
Ein intraindividueller Vergleich (N = 26) der ABR während der ersten 26 Wochen der
ALTUVOCT-Bedarfsbehandlung und der ABR in den folgenden 26 Wochen unter wöchentlicher
ALTUVOCT-Prophylaxe (Arm B) ergab eine klinisch relevante Blutungsreduktion von 97 % für diewöchentliche Prophylaxe und einen Anstieg der Patienten mit keiner Blutung von 0 auf 76,9 %.
Wirksamkeit bei der Kontrolle von Blutungen
In der Studie mit Erwachsenen und Jugendlichen (XTEND-1) wurden insgesamt362 Blutungsepisoden mit ALTUVOCT behandelt, die meisten davon während der
Bedarfsbehandlung in Arm B. Die Mehrzahl der Blutungsepisoden war in Gelenken lokalisiert. Das
Ansprechen auf die erste Injektion wurde von den Patienten nach mindestens 8 Stunden nach der
Behandlung beurteilt. Zur Bewertung des Ansprechens wurde eine 4-Punkte-Skala mitausgezeichnetes, gutes, mäßiges und kein Ansprechen verwendet. Die Wirksamkeit hinsichtlich der
Kontrolle von Blutungsepisoden bei Patienten im Alter von ≥ 12 Jahren ist in Tabelle 5zusammengefasst. Die Kontrolle der Blutungsepisoden war in allen Behandlungsarmen ähnlich.
Tabelle 5: Zusammenfassung der Wirksamkeit hinsichtlich der Blutungskontrolle bei Patienten≥ 12 Jahren
Anzahl der Blutungsepisoden (N = 362)
Anzahl an Injektionen zur Behandlung 1 Injektion 350 (96,7)von Blutungsepisoden, N (%) 2 Injektionen 11 (3,0)> 2 Injektionen 1 (0,3)
Mediane Gesamtdosis zur Behandlungeiner Blutungsepisode (I.E./kg) (IQR) 50,93 (50,00; 51,85)
Anzahl der auswertbaren Injektionen (N = 332)
Ansprechen auf die Behandlung einer Ausgezeichnet oder gut 315 (94,9)
Blutungsepisode, N (%) Mäßig 14 (4,2)
Kein Ansprechen 3 (0,9)
Perioperatives Management von Blutungen
Die perioperative Hämostase wurde bei 49 größeren chirurgischen Eingriffen an 41 Patienten(32 Erwachsene und 9 Jugendliche und Kinder) in Phase-III-Studien untersucht. Von den 49 größerenchirurgischen Eingriffen erforderten 48 eine einzige präoperative Dosis, um die Hämostase währendder Operation aufrechtzuerhalten; bei einer größeren Operation im Rahmen der Routineprophylaxewurde am Tag der Operation und/oder vor der Operation keine präoperative Aufsättigungsdosisverabreicht. Die mediane Dosis je präoperativer Injektion betrug 50 I.E./kg (Bereich 12,7 - 84,7). Dermittlere (SD) Gesamtverbrauch und die Anzahl der Injektionen während des perioperativen Zeitraums(vom Tag vor der Operation bis zum 14. Tag nach der Operation) betrugen 171,85 (51,97) I.E./kgbzw. 3,9 (1,4).
Die klinische Bewertung des hämostatischen Ansprechens während eines größeren chirurgischen
Eingriffs wurde anhand einer 4-Punkte-Skala mit ausgezeichnet, gut, mäßig oder schlecht/kein
Ansprechen bewertet. Die hämostatische Wirkung von ALTUVOCT wurde bei 48 von 49 Eingriffen(98 %) als 'ausgezeichnet“ oder 'gut“ bewertet. Bei keinem Eingriff wurde das Ergebnis mit'schlecht/kein Ansprechen“ oder 'fehlend“ bewertet.
Zu den bewerteten größeren chirurgischen Eingriffen gehören größere orthopädische Eingriffe wie
Gelenkersatz (Knie-, Hüft- und Ellenbogengelenk), Gelenkrevisionen und Sprunggelenkversteifung.
Weitere größere Eingriffe umfassen Backenzahnextraktionen, Zahnsanierungen und Zahnextraktionen,
Zirkumzisionen, Resektion von Gefäßfehlbildungen, Hernienreparaturen und Rhino-/Mentoplastik. Eswurden zudem 25 kleinere Operationen ausgewertet; die Hämostase wurde in allen verfügbaren Fällenals 'ausgezeichnet“ berichtet.
ImmunogenitätDie Immunogenität wurde in klinischen Studien mit ALTUVOCT bei vorbehandelten Erwachsenenund Kindern mit schwerer Hämophilie A untersucht. Eine Entwicklung von Inhibitoren gegen
ALTUVOCT wurde in klinischen Studien nicht festgestellt.
Während der klinischen Studien der Phase III (mediane Behandlungsdauer 96,3 Wochen) entwickelten4/276 (1,4 %) der auswertbaren Patienten vorübergehend behandlungsbedingte Anti-Drug-Antikörper(ADA). Es wurden keine Hinweise auf einen Einfluss von ADA auf die Pharmakokinetik,
Wirksamkeit oder Sicherheit beobachtet.
Kinder und JugendlicheRoutineprophylaxe
Die Wirksamkeit von wöchentlich 50 I.E./kg ALTUVOCT als Routineprophylaxe bei Kindern< 12 Jahren wurde anhand der mittleren ABR bewertet. Insgesamt wurden 74 Kinder (38 Kinder< 6 Jahre und 36 Kinder 6 bis < 12 Jahre) aufgenommen und erhielten eine Routineprophylaxe mit
ALTUVOCT in einer Dosis von 50 I.E./kg intravenös einmal wöchentlich über 52 Wochen. Bei allen74 Patienten führte die Routineprophylaxe insgesamt zu einer mittleren ABR (95%-KI) von0,9 (0,6; 1,4) und einer medianen (Q1; Q3) ABR von 0 (0; 1,0) für behandelte Blutungen.
Eine Sensitivitätsanalyse (N = 73), unter Ausschluss eines Patienten, der die wöchentliche Prophylaxe-
Behandlung, wie im Prüfplan vorgesehen, über einen längeren Zeitraum nicht erhalten hatte, zeigteeine mittlere ABR (95%-KI) von 0,6 (0,4; 0,9) für behandelte Blutungen (mediane ABR [Q1; Q3] 0[0; 1,0]). Bei 47 Kindern (64,4 %) trat keine behandlungsbedürftige Blutungsepisode auf. Die mittlere
ABR (95%-KI) für behandelte spontane Blutungen betrug 0,2 (0; 0,3) (mediane ABR [Q1; Q3] 0 [0;0]). Bei behandelten Gelenkblutungen betrug die mittlere ABR (95%-KI) 0,3 (0,2; 0,6) und diemediane ABR (Q1; Q3) 0 (0; 0).
Kontrolle von Blutungen
Die Wirksamkeit hinsichtlich der Kontrolle von Blutungen bei Kindern < 12 Jahren wurde in derpädiatrischen Studie bewertet, mit Ausnahme eines Patienten, der die wöchentliche Prophylaxe-
Behandlung, wie im Prüfplan vorgesehen, über einen längeren Zeitraum nicht erhalten hatte.
Insgesamt wurden 43 Blutungsepisoden mit ALTUVOCT behandelt. Bei 95,3 % der
Blutungsepisoden konnte die Blutung mit einer einzigen Injektion von 50 I.E./kg ALTUVOCT gestilltwerden. Die mediane (Q1; Q3) Gesamtdosis zur Behandlung einer Blutungsepisode betrug52,6 I.E./kg (50,0; 55,8).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik (PK) von ALTUVOCT wurde in den Phase-III-Studien XTEND-1 und XTEND-
Kids untersucht, in denen 159 Erwachsene und Jugendliche bzw. 74 Kinder < 12 Jahreneingeschlossen wurden, die wöchentliche intravenöse Injektionen von 50 I.E./kg erhielten. Von den
Kindern < 12 Jahren waren für 37 Patienten PK-Profile von ALTUVOCT als Einzeldosis verfügbar.
Efanesoctocog alfa hat eine ca. 4-fach längere Halbwertszeit im Vergleich zu Faktor-VIII-Präparatenmit Standardhalbwertszeit und eine ca. 2,5 bis 3-fach längere Halbwertszeit im Vergleich zu
Faktor-VIII Präparaten- mit verlängerter Halbwertszeit gezeigt. Die PK-Parameter- nach einer
Einzeldosis ALTUVOCT sind in Tabelle 6 aufgeführt. Die PK-Parameter basierten auf der Faktor-
VIII-Aktivität im Plasma, gemessen mittels aPTT-basiertem Einstufen-Gerinnungstest. Nach einer
Einzeldosis von 50 I.E./kg zeigte ALTUVOCT eine hohe anhaltende Faktor-VIII-Aktivität mitverlängerter Halbwertszeit in allen Alterskohorten. In den pädiatrischen Kohorten zeigte sich ein
Trend zu einer steigenden AUC (area under the curve) und einer abnehmenden Clearance mitzunehmendem Alter. Das PK-Profil im Steady-State (Woche 26) war mit dem nach der ersten Dosiserhaltenen PK-Profil vergleichbar.
Tabelle 6: Pharmakokinetische Parameter nach einer Einzeldosis ALTUVOCT nach Alter(Einstufen-Gerinnungstest mittels Actin FSL)
PK-Parameter Studie an Erwachsenen und
Mittelwert (SD) Pädiatrische Studie Jugendlichen1 bis < 6 Jahre 6 bis < 12 Jahre 12 bis < 18 Jahre Erwachsene
N = 18 N = 18 N = 25 N = 134
AUC0-tau, I.E.*h/dl 6 800 (1 120)b 7 190 (1 450) 8 350 (1 550) 9 850 (2 010)at½z, h 38,0 (3,72) 42,4 (3,70) 44,6 (4,99) 48,2 (9,31)
CL, ml/h/kg 0,742 (0,121) 0,681 (0,139) 0,582 (0,115) 0,493 (0,121)a
Vss, ml/kg 36,6 (5,59) 38,1 (6,80) 34,9 (7,38) 31,0 (7,32)a
MRT, h 49,6 (5,45) 56,3 (5,10) 60,0 (5,54) 63,9 (10,2)a
Cmax, I.E./dl 143 (57,8) 113 (22,7) 118 (24,9) 133 (33,8)
Inkrementelle Recovery, 2,81 (1,1) 2,24 (0,437) 2,34 (0,490) 2,64 (0,665)
I.E./dl pro I.E./kga Die Berechnung basiert auf 128 Profilen.b N = 17
AUC0-tau = Area under the curve entsprechend der Fläche unter der Aktivitäts-Zeit-Kurve während des
Dosierungsintervalls, CL = Clearance, MRT = mittlere Verweildauer, SD = Standardabweichung,t½z = terminale Halbwertszeit, Vss = Verteilungsvolumen im Steady-State, Cmax = maximale Aktivität
In der Studie XTEND-1 hielt ALTUVOCT im Steady-State die Faktor-VIII-Aktivität bei einmalwöchentlicher Prophylaxe bei Erwachsenen im Mittel (SD) 4,1 (0,7) Tage lang auf normalem bisnahezu normalem Niveau (> 40 I.E./dl). Die Faktor-VIII-Aktivität über 10 I.E./dl wurde bei 83,5 %der Erwachsenen und Jugendlichen während der gesamten Studie aufrechterhalten. Bei Kindern< 12 Jahren wurde bei wöchentlich verabreichtem ALTUVOCT im Steady-State eine normale bisnahezu normale (> 40 I.E./dl) Faktor-VIII-Aktivität für 2 bis 3 Tage und eine Faktor-VIII-Aktivitätvon > 10 I.E./dl für etwa 7 Tage aufrechterhalten (siehe Tabelle 7).
Tabelle 7: Pharmakokinetische Parameter von ALTUVOCT im Steady-State nach Alter(Einstufen-Gerinnungstest mittels Actin FSL)
PK-Parameter Studie an Erwachsenen und
Mittelwert (SD) Pädiatrische Studiea Jugendlichena1 bis < 6 Jahre 6 bis < 12 Jahre 12 bis < 18 Jahre Erwachsene
N = 37 N = 36 N = 24 N = 125
Maximum, I.E./dl 136 (48,9) 131 (36,1) 124 (31,2) 150 (35,0)(N = 35) (N = 35) (N = 124)
Inkrementelle Recovery, 2,22 (0,83) 2,10 (0,73) 2,25 (0,61) 2,64 (0,61)
I.E./dl pro I.E./kg (N = 35) (N = 35) (N = 22) (N = 120)
Zeit bis 40 I.E./dl, h 68,0 (10,5)b 80,6 (12,3)b 81,5 (12,1)c 98,1 (20,1)c
Zeit bis 20 I.E./dl, h 109 (14,0)b 127 (14,5)b 130 (15,7)c 150 (27,7)c
Zeit bis 10 I.E./dl, h 150 (18,2)b 173 (17,1)b 179 (20,2)c 201 (35,7)c
Talspiegel, I.E./dl 10,9 (19,7) 16,5 (23,7) 9,23 (4,77) 18,0 (16,6)(N = 36) (N = 22) (N = 123)a Steady-State-Maximum, -Talspiegel und inkrementelle Recovery wurden anhand der verfügbaren
Messungen beim Termin mit PK-Probenahme in Woche 52 bzw. bei Studienende errechnet.b Die Zeit bis zur Faktor-VIII-Aktivität wurde anhand eines populationspharmakokinetischen Modellsfür pädiatrische Patienten vorhergesagt.c Die Zeit bis zur Faktor-VIII-Aktivität wurde anhand eines populationspharmakokinetischen Modellsfür erwachsene Patienten vorhergesagt.
Maximum = 15 Minuten nach der Dosis im Steady-State; Talspiegel = Faktor-VIII-Aktivitätswert vorder Dosis im Steady-State; SD = Standardabweichung
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe an Ratten und Affen (einschließlichsicherheitspharmakologischer Messungen) und einer In-vitro-Hämokompatibilitätsstudie lassen diepräklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. Es wurden keine Studienzur Genotoxizität, zum kanzerogenen Potential, zur Reproduktionstoxizität oder zur embryofetalen
Entwicklungstoxizität durchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
PulverSaccharoseCalciumchlorid-Dihydrat (E 509)
Histidin
Argininhydrochlorid
Polysorbat 80 (E 433)
LösungsmittelWasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Es sollte nur der beigefügte Adapter und das beigefügte Infusionsset benutzt werden, da es infolge der
Adsorption von Gerinnungsfaktor VIII an der Innenfläche einiger Injektionsbestecke zu einem
Therapieversagen kommen kann.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche4 Jahre
Während der Dauer der Haltbarkeit kann das Arzneimittel einmalig für bis zu 6 Monate bei
Raumtemperatur (bis zu 30 °C) aufbewahrt werden. Das Datum der Entnahme aus dem Kühlschranksollte auf dem Umkarton vermerkt werden. Nach Aufbewahrung bei Raumtemperatur darf das
Arzneimittel nicht wieder im Kühlschrank gelagert werden. Das Arzneimittel nach dem auf der
Durchstechflasche angegebenen Verfalldatum oder sechs Monate nach der Entnahme des Umkartonsaus dem Kühlschrank (je nachdem, welches Datum früher eintritt) nicht mehr verwenden.
Nach RekonstitutionDas Arzneimittel sollte sofort nach der Rekonstitution verwendet werden. Wenn das Arzneimittelnicht sofort verwendet wird, liegen die Aufbewahrungszeiten während der Anwendung und die
Aufbewahrungsbedingungen vor der Anwendung in der Verantwortlichkeit des Anwenders.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Jede Packung ALTUVOCT 250 I.E., 500 I.E., 750 I.E., 1 000 I.E., 2 000 I.E., 3 000 I.E. und 4 000 I.E.
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung enthält:
- eine Durchstechflasche aus Glas (Typ I) mit Pulver und Chlorobutyl-Gummistopfen- einen sterilen Durchstechflaschen-Adapter für die Rekonstitution- eine Fertigspritze aus Glas mit 3 ml Lösungsmittel mit Bromobutyl-Gummi-Kolbenstopfen- eine Kolbenstange- ein steriles Infusionsset
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungALTUVOCT ist intravenös zu verabreichen, nachdem das Pulver mit dem in der Spritze enthaltenen
Lösungsmittel rekonstituiert wurde. Die Durchstechflasche sollte vorsichtig geschwenkt werden, bissich das Pulver vollständig aufgelöst hat. Nach der Rekonstitution sollte die Lösung klar und farblosbis schwach schillernd sein. Die Lösung darf nicht verwendet werden, wenn sie trübe ist oder
Ablagerungen aufweist.
Es ist stets eine aseptische Technik anzuwenden.
Zusätzliche Informationen zur Rekonstitution
Nach der Auflösung des Pulvers zur Herstellung einer Injektionszubereitung mit dem Lösungsmittelaus der Fertigspritze wird ALTUVOCT mittels intravenöser Injektion verabreicht. Eine Packung
ALTUVOCT enthält:
A. Durchstech- B. 3 ml C. Kolbenstange D. Durchstech- E. Infusionssetflasche mit Lösungsmittel flaschen-
Pulver in einer Adapter
Fertigspritze
Es werden zudem sterile Alkoholtupfer benötigt (F). Diese sind in der ALTUVOCT-Packung nichtenthalten.
Um die Lösung aus mehreren Durchstechflaschen in eine einzelne Spritze aufzuziehen, kann eineseparate große Spritze (G) genutzt werden. Ist eine große Spritze nicht verfügbar, befolgen Sie die
Schritte 6 bis 8, um die Lösung aus den einzelnen Spritzen zu verabreichen.
F Alkoholtupfer G Große Spritze
ALTUVOCT sollte nicht mit anderen Injektions- oder Infusionslösungen gemischt werden.
Waschen Sie sich die Hände, bevor Sie die Packung öffnen.
Rekonstitution1. Vorbereiten der Durchstechflasche
a. Entfernen Sie die Kappe der Durchstechflasche
Stellen Sie die Durchstechflasche mit Pulver (A) auf eine saubere, ebene
Oberfläche und entfernen Sie die Kunststoffkappe.
b. Reinigen Sie die Oberseite der Durchstechflasche
Reinigen Sie die Oberseite der Durchstechflasche mit einem
Alkoholtupfer.
Achten Sie nach der Reinigung darauf, dass die Oberseite der
Durchstechflasche nicht mehr berührt wird bzw. mit anderen
Gegenständen in Berührung kommt.
c. Öffnen Sie die Packung mit dem Durchstechflaschen-Adapter
Ziehen Sie das Schutzpapier von der Verpackung des
Durchstechflaschen-Adapters (D) ab.
Berühren Sie den Durchstechflaschen-Adapter nicht und nehmen
Sie ihn nicht aus der Packung.
d. Verbinden Sie den Durchstechflaschen-Adapter
Halten Sie die Packung mit dem Durchstechflaschen-Adapter geradeüber die Durchstechflasche.
Drücken Sie den Adapter fest nach unten, bis er einrastet. Der Dorn wirdden Stopfen der Durchstechflasche durchdringen.
2. Vorbereiten der Spritze
a. Verbinden Sie die Kolbenstange
Führen Sie die Kolbenstange (C) in die 3-ml-Spritze (B) ein. Drehen Siedie Kolbenstange im Uhrzeigersinn, bis sie fest im Spritzenkolben sitzt.
b. Entfernen Sie die Spritzenkappe
Brechen Sie den oberen Teil der weißen 3-ml-Spritzenkappe an der
Perforation ab und legen Sie die Kappe beiseite.
Berühren Sie nicht die Innenseite der Kappe oder die
Spritzenspitze.
3. Verbinden der Spritze mit der Durchstechflasche
a. Entfernen Sie die Schutzkappe des Durchstechflaschen-Adapters
Heben Sie die Schutzkappe vom Durchstechflaschen-Adapter ab undentsorgen Sie sie.
b. Verbinden Sie die Spritze mit dem Durchstechflaschen-Adapter
Halten Sie den Durchstechflaschen-Adapter am unteren Ende fest.
Setzen Sie die Spitze der Spritze oben auf den Durchstechflaschen-
Adapter. Drehen Sie die Spritze im Uhrzeigersinn, um sie zu befestigen.
4. Auflösen des Pulvers und Lösungsmittel
a. Geben Sie Lösungsmittel zur Durchstechflasche
Drücken Sie die Kolbenstange langsam nach unten, um das gesamte
Lösungsmittel in die Durchstechflasche zu injizieren.
b. Lösen Sie das Pulver auf
Schwenken Sie die Durchstechflasche mit dem Daumen auf der
Kolbenstange vorsichtig, bis sich das Pulver gelöst hat.
Nicht schütteln.
c. Überprüfen Sie die Lösung
Überprüfen Sie die Lösung vor der Verabreichung. Sie sollte klar und farblos sein.
Sie dürfen die Lösung nicht verwenden, wenn sie trübe ist oder sichtbare Partikelenthält.
5. Bei Anwendung mehrerer Durchstechflaschen
Wenn für Ihre Dosis mehrere Durchstechflaschen benötigt werden, befolgen Sie dienachstehenden Schritte (5a und 5b), anderenfalls fahren Sie mit Schritt 6 fort.
a. Wiederholen Sie die Schritte 1 bis 4
Wiederholen Sie die Schritte 1 bis 4 für alle Durchstechflaschen, bis Sieausreichend Lösung für Ihre Dosis zubereitet haben.
Entfernen Sie die 3-ml-Spritzen von den einzelnen Durchstechflaschen(siehe Schritt 6b) und lassen Sie die Lösung in den Durchstechflaschen.
b. Verwenden Sie die große Spritze (G)
Setzen Sie die große Spritze (G) auf den Durchstechflaschen-Adapterfür jede der einzelnen Durchstechflaschen (siehe Schritt 3b) und führen
Sie Schritt 6 durch, um die Lösungen aus den einzelnen
Durchstechflaschen in die große Spritze aufzunehmen. Sollten Sie nureinen Teil der Lösung einer Durchstechflasche benötigen, orientieren
Sie sich an der Skalierung auf der Spritze, um festzustellen, welche
Menge der Lösung Sie aufziehen.
6. Aufziehen der Lösung in die Spritze
a. Ziehen Sie die Lösung auf
Halten Sie die Spritze mit der Spitze nach oben. Ziehen Sie langsam die
Kolbenstange herunter, bis die gesamte Lösung in die Spritze überführtwurde.
b. Entfernen Sie die Spritze
Entfernen Sie die Spritze von der Durchstechflasche, indem Sie den
Durchstechflaschen-Adapter festhalten. Drehen Sie die Spritze zum
Lösen gegen den Uhrzeigersinn.
Es wird empfohlen, ALTUVOCT sofort nach der Rekonstitution zu verwenden (siehe Abschnitt 6.3).
Verabreichung7. Vorbereiten der Injektion
a. Entfernen Sie die Schlauchkappe
Öffnen Sie die Packung mit dem Infusionsset (E) (bei
Beschädigung nicht verwenden).
Entfernen Sie die Schlauchkappe.
Berühren Sie nicht das offene Ende des Infusionsschlauchs.
b. Verbinden Sie die Spritze
Schließen Sie die zubereitete Spritze durch Drehen im
Uhrzeigersinn an das Ende des Infusionsschlauchs an.
c. Bereiten Sie die Injektionsstelle vor
Verwenden Sie bei Bedarf einen Stauschlauch (Tourniquet).
Reinigen Sie die Injektionsstelle mit einem Alkoholtupfer (F).
d. Entfernen Sie Luft aus der Spritze und dem Schlauch
Entfernen Sie Luft, indem Sie die Spritze mit der Spitze nach obenhalten und vorsichtig auf die Kolbenstange drücken. Drücken Siedie Lösung nicht durch die Nadel.
Das Injizieren von Luft in eine Vene kann gefährlich sein.
8. Injizieren der Lösung
a. Führen Sie die Nadel ein
Nehmen Sie die Schutzkappe von der Nadel ab.
Führen Sie die Nadel in eine Vene ein und entfernen Sie ggf. das Tourniquet.
Sie können ein Pflaster verwenden, um die Kunststoffflügel der Nadel an der
Injektionsstelle zu fixieren, damit sich diese nicht bewegen.
b. Injizieren Sie die Lösung
Die zubereitete Lösung soll patientenindividuell über 1 bis 10 Minuten intravenös injiziertwerden.
9. Sicher entsorgen
a. Entfernen Sie die Nadel
Entfernen Sie die Nadel. Klappen Sie den Nadelschutz über die
Nadel; er sollte einrasten.
b. Sichere Entsorgung
Stellen Sie sicher, dass alle gebrauchten Komponenten des mitgelieferten Sets (mit Ausnahmeder Verpackung) sicher in einem Behälter für medizinische Abfälle entsorgt werden.
Die benutzten Materialien dürfen nicht wiederverwendet werden.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Swedish Orphan Biovitrum AB (publ)
SE-112 76 Stockholm
Schweden
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/24/1824/001
EU/1/24/1824/002
EU/1/24/1824/003
EU/1/24/1824/004
EU/1/24/1824/005
EU/1/24/1824/006
EU/1/24/1824/007
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 17. Juni 2024
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.