Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels AKYNZEO 300mg / 0.5mg kapseln
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Akynzeo 300 mg/0,5 mg Hartkapseln
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Hartkapsel enthält 300 mg Netupitant sowie Palonosetronhydrochlorid entsprechend 0,5 mg
Palonosetron.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Hartkapsel enthält 7 mg Sorbitol (Ph.Eur.) (E 420) und 20 mg Saccharose.
Es kann ferner Spuren von (3-sn-Phosphatidyl)cholin aus Soja enthalten.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Hartkapsel.
Opake Gelatinekapsel der Größe '0“ (Länge 21,7 mm) bestehend aus einem weißen Unterteil undeinem karamellfarbenen Oberteil, mit dem Aufdruck 'HE1“ auf dem Unterteil. Die Hartkapsel ist mitdrei Tabletten und einer Weichkapsel gefüllt.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Akynzeo wird angewendet bei Erwachsenen zur:
- Prävention von akuter und verzögert auftretender Übelkeit und Erbrechen bei stark emetogener
Chemotherapie auf Cisplatin-Basis aufgrund einer Krebserkrankung.
- Prävention von akuter und verzögert auftretender Übelkeit und Erbrechen bei mäßig emetogener
Chemotherapie aufgrund einer Krebserkrankung.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungEine 300 mg/0,5 mg-Kapsel ist etwa eine Stunde vor Beginn jedes Chemotherapiezykluseinzunehmen.
Die empfohlene orale Dexamethason-Dosis ist bei gleichzeitiger Anwendung mit
Netupitant/Palonosetron-Kapseln um etwa 50 % zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.5 und
Behandlungsschema der klinischen Studien in Abschnitt 5.1).
Spezielle PatientengruppenÄltere PatientenBei älteren Patienten ist keine Dosierungsanpassung erforderlich. Wegen der langen Halbwertszeit der
Wirkstoffe und der bei Patienten über 75 Jahren begrenzten Erfahrungen ist bei Anwendung dieses
Arzneimittels in dieser Patientengruppe Vorsicht geboten.
Einschränkung der NierenfunktionBei Patienten mit leichter bis starker Einschränkung der Nierenfunktion wird eine
Dosierungsanpassung nicht als erforderlich erachtet. Die renale Ausscheidung ist bei Netupitantvernachlässigbar. Eine leichte bis mäßige Einschränkung der Nierenfunktion hat keinennennenswerten Einfluss auf die pharmakokinetischen Parameter von Palonosetron. Bei starkeingeschränkter Nierenfunktion erhöhte sich die systemische Gesamtexposition gegenüber intravenösangewendetem Palonosetron im Vergleich zu nierengesunden Probanden um etwa 28 %. Beihämodialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz wurde die Pharmakokinetik von
Palonosetron oder Netupitant nicht untersucht, und es liegen keine Daten zur Wirksamkeit oder
Sicherheit der Netupitant/Palonosetron-Kapseln bei diesen Patienten vor. Daher sollte die Anwendungbei diesen Patienten vermieden werden.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit leicht oder mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Score 5-8) ist keine
Dosierungsanpassung erforderlich. Begrenzte Daten liegen bei Patienten mit stark eingeschränkter
Leberfunktion (Child-Pugh-Score ≥ 9) vor. Da die Anwendung bei Patienten mit stark eingeschränkter
Leberfunktion mit einer erhöhten Exposition gegenüber Netupitant verbunden sein kann, sollte dieses
Arzneimittel bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit der Akynzeo-Kapseln bei Kindern und Jugendlichen ist nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungZum Einnehmen.
Die Hartkapsel ist im Ganzen zu schlucken und darf nicht geöffnet werden, da sie 4 einzelnepharmazeutische Komponenten enthält, die gleichzeitig verabreicht werden müssen.
Sie kann zu einer Mahlzeit oder unabhängig davon eingenommen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
ObstipationDa Palonosetron die Dickdarmpassage verlängern kann, sollten Patienten mit anamnestisch bekannter
Obstipation oder Anzeichen eines subakuten Ileus nach der Gabe überwacht werden (siehe
Abschnitt 4.8).
Serotonin-Syndrom
Unter der Anwendung von 5-HT3-Antagonisten allein oder in Kombination mit anderen serotonergen
Arzneimitteln (darunter selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) und Serotonin-
Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI)) liegen Meldungen über ein Serotonin-Syndrom vor.
Es empfiehlt sich eine entsprechende Beobachtung der Patienten auf Serotonin-Syndrom-ähnliche
Symptome (siehe Abschnitt 4.8).
Verlängerung des QT-IntervallsEine Studie mit EKG-Befundung wurde an gesunden erwachsenen männlichen und weiblichenfreiwilligen Probanden durchgeführt, die oral angewendetes Netupitant in einer Dosierung von200 oder 600 mg in Kombination mit oral angewendetem Palonosetron in einer Dosierung von0,5 bzw. 1,5 mg erhielten. Die Studie zeigte keine klinisch bedeutsamen Wirkungen auf EKG-
Parameter: der größte Punktschätzer des Placebo- und Baseline-korrigierten QTc-Intervallsbetrug 7,0 ms (einseitige obere 95 %-Konfidenzgrenze 8,8 ms) und wurde 16 Stunden nach Gabesupratherapeutischer Dosen (600 mg Netupitant und 1,5 mg Palonosetron) beobachtet. Die obere95 %-Konfidenzgrenze der Punktschätzer des Placebo- und Baseline-korrigierten QTc-Intervalls lagüber einen Zeitraum von 2 Tagen nach Gabe der Prüfsubstanz zu allen Zeitpunkten durchweginnerhalb von 10 ms.
Da die Netupitant /Palonosetron-Kapseln jedoch einen 5-HT3-Rezeptorantagonisten enthalten, ist
Vorsicht geboten bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, welche das QT-Intervallverlängern, bzw. bei Patienten, bei denen das QT-Intervall verlängert ist oder die zur Entwicklungeiner Verlängerung des QT-Intervalls neigen. Hiermit ist unter anderem zu rechnen bei Patienten miteigen- oder familienanamnestisch bekannter Verlängerung des QT-Intervalls, Elektrolytstörungen,dekompensierter (kongestiver) Herzinsuffizienz, Bradyarrhythmien, Überleitungsstörungen sowie bei
Patienten, die Antiarrhythmika oder andere Arzneimittel einnehmen, welche zu einer Verlängerungdes QT-Intervalls oder zu Elektrolytstörungen führen. Eine Hypokaliämie und Hypomagnesiämiesollten vor der Anwendung korrigiert werden.
Vorsicht ist geboten bei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion, da bei diesen Patienten nurbegrenzte Daten vorliegen.
Bei Patienten, die gleichzeitig oral mit Wirkstoffen behandelt werden, die vorwiegend durch CYP3A4metabolisiert werden und eine geringe therapeutische Breite aufweisen, sollte dieses Arzneimittel mit
Vorsicht angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).
Chemotherapeutika, die CYP3A4-Substrate sind
Netupitant ist ein mäßiger CYP3A4-Inhibitor und kann die Exposition gegenüber Chemotherapeutikaerhöhen, die CYP3A4-Substrate sind, wie z. B. Docetaxel (siehe Abschnitt 4.5). Daher sollten die
Patienten daraufhin überwacht werden, ob es unter Chemotherapeutika, die CYP3A4-Substrate sind,wie z. B. Irinotecan, vermehrt zu toxischen Wirkungen kommt. Zudem kann Netupitant auch die
Wirksamkeit von Chemotherapeutika beeinträchtigen, zu deren Aktivierung eine Metabolisierungdurch CYP3A4 erforderlich ist.
Sonstige BestandteileDieses Arzneimittel enthält 7 mg Sorbitol (Ph.Eur.) (E 420) pro Hartkapsel.
Die additive Wirkung gleichzeitig angewendeter Sorbitol (Ph.Eur.) (E 420) (oder Fructose) -haltiger
Arzneimittel und die Einnahme von Sorbitol (Ph.Eur.) (E 420) (oder Fructose) über die Nahrung ist zuberücksichtigen.
Der Gehalt an Sorbitol (Ph.Eur.) (E 420) oral angewendeter Arzneimittel kann die Bioverfügbarkeitvon anderen gleichzeitig oral angewendeten Arzneimitteln beeinflussen.
Dieses Arzneimittel enthält außerdem 20 mg Sucrose (Zucker) pro Hartkapsel. Patienten mit derseltenen heriditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Sucrase-Isomaltase-
Mangel sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Hartkapsel, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.
Es kann ferner Spuren von (3-sn-Phosphatidyl)cholin aus Soja enthalten. Daher sollten Patienten mitbekannter Überempfindlichkeit gegenüber Erdnüssen oder Soja engmaschig auf Anzeichen einerallergischen Reaktion überwacht werden (siehe Abschnitt 4.8).
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Wenn die Netupitant/Palonosetron-Kapseln gleichzeitig mit einem anderen CYP3A4-Inhibitorangewendet werden, könnten erhöhte Netupitant-Plasmakonzentrationen vorliegen. Wenn dieses
Arzneimittel gleichzeitig mit Arzneimitteln angewendet wird, welche die CYP3A4-Aktivitätinduzieren, könnten die Netupitant-Plasmakonzentrationen erniedrigt werden und dies kann zu einerverminderten Wirksamkeit führen. Dieses Arzneimittel kann die Plasmakonzentrationen vongleichzeitig angewendeten Arzneimitteln erhöhen, die über CYP3A4 metabolisiert werden.
Beim Menschen wird Netupitant in erster Linie durch hepatische Metabolisierung eliminiert, welchedurch CYP3A4 vermittelt wird, wobei nur eine marginale renale Ausscheidung erfolgt. In einer
Dosierung von 300 mg ist Netupitant beim Menschen ein Substrat und mäßiger Inhibitor von
CYP3A4. Palonosetron wird sowohl durch renale Ausscheidung als auch über Stoffwechselwege ausdem Körper eliminiert, wobei letztere über mehrere CYP-Enzyme vermittelt werden. Palonosetronwird hauptsächlich durch CYP2D6 metabolisiert, während die Isoenzyme CYP3A4 und CYP1A2 nurgeringfügig an der Metabolisierung beteiligt sind. Basierend auf In-vitro-Studien werden
Cytochrom P450-Isoenzyme von Palonosetron in klinisch relevanten Konzentrationen weder gehemmtnoch induziert.
Wechselwirkung zwischen oral angewendetem Netupitant und oral angewendetem Palonosetron:
Zwischen oral angewendetem Netupitant und oral angewendetem Palonosetron wurden keine klinischrelevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen beobachtet.
Wechselwirkung mit CYP3A4-Substraten:
DexamethasonDie gleichzeitige Gabe einer Einzeldosis von 300 mg Netupitant zusammen mit einem Dexamethason-
Schema (20 mg an Tag 1, anschließend 8 mg zweimal täglich von Tag 2 bis Tag 4) erhöhte die
Exposition gegenüber Dexamethason zeit- und dosisabhängig in signifikantem Umfang. Beigleichzeitiger Gabe von 300 mg Netupitant vergrößerten sich die AUC0-24 (Tag 1), die AUC24-36(Tag 2) sowie die AUC84-108 und die AUC84-∞ (Tag 4) von Dexamethason um den Faktor 2,4. Daspharmakokinetische Profil von Netupitant war bei kombinierter Anwendung mit Dexamethasonunverändert.
Daher sollte die orale Dexamethason-Dosis bei gleichzeitiger Anwendung von
Netupitant/Palonosetron-Kapseln um etwa 50 % reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).
Chemotherapeutika (Docetaxel, Etoposid, Cyclophosphamid)
Bei gleichzeitiger Anwendung der Netupitant/Palonosetron-Kapseln war die Exposition gegenüber
Docetaxel und Etoposid um 37 % bzw. 21 % erhöht. Für Cyclophosphamid wurde nach gleichzeitiger
Gabe von Netupitant keine konsistente Beeinflussung beobachtet.
Orale KontrazeptivaBei Anwendung zusammen mit einer oralen Einmalgabe von 60 μg Ethinylestradiol und 300 μg
Levonorgestrel hatten die Netupitant/Palonosetron-Kapseln keinen nennenswerten Einfluss auf die
AUC von Ethinylestradiol und vergrößerte die AUC von Levonorgestrel um den Faktor 1,4; klinische
Auswirkungen auf die Wirksamkeit der hormonalen Kontrazeption sind unwahrscheinlich. Relevante
Veränderungen der Netupitant- und Palonosetron-Pharmakokinetik wurden nicht beobachtet.
Erythromycin und Midazolam
Die Exposition gegenüber Erythromycin bzw. Midazolam war bei gleichzeitiger Anwendung derjeweiligen Substanz und Netupitant auf das etwa 1,3- bzw. 2,4-Fache erhöht. Diese Wirkungenwurden nicht als klinisch bedeutsam erachtet. Das pharmakokinetische Profil von Netupitant war vonder gleichzeitigen Anwendung von Midazolam bzw. Erythromycin unbeeinflusst. Die möglichen
Auswirkungen erhöhter Plasmakonzentrationen von Midazolam oder anderen über CYP3A4metabolisierten Benzodiazepinen (Alprazolam, Triazolam) sollten berücksichtigt werden, wenn diese
Wirkstoffe und die Netupitant/Palonosetron-Kapseln gleichzeitig angewendet werden.
Serotonerge Arzneimittel (z. B. SSRI und SNRI)
Nach gleichzeitiger Anwendung von 5-HT3-Antagonisten und anderen serotonergen Arzneimitteln(darunter SSRI wie Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Fluvoxamin, Citalopram oder Escitalopram und
SNRI wie Venlafaxin oder Duloxetin) liegen Meldungen über ein Serotonin-Syndrom vor (siehe
Abschnitt 4.4).
Einfluss anderer Arzneimittel auf die Pharmakokinetik von Akynzeo
Netupitant wird in erster Linie durch CYP3A4 metabolisiert; daher kann die gleichzeitige
Anwendung von Arzneimitteln, welche die CYP3A4-Aktivität hemmen oder induzieren, die
Plasmakonzentrationen von Netupitant beeinflussen. Bei gleichzeitiger Anwendung starker
CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol) ist daher Vorsicht geboten, und die gleichzeitige
Anwendung starker CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin) ist zu vermeiden. Außerdem solltedieses Arzneimittel bei Patienten, die gleichzeitig oral mit Wirkstoffen behandelt werden, dievorwiegend durch CYP3A4 metabolisiert werden und eine geringe therapeutische Breite aufweisen,wie z. B. Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus, Alfentanil, Diergotamin, Ergotamin,
Fentanyl und Chinidin, mit Vorsicht angewendet werden.
Einfluss von Ketoconazol und Rifampicin
Bei Anwendung des CYP3A4-Inhibitors Ketoconazol zusammen mit Netupitant/Palonosetron-
Kapseln nahm die AUC von Netupitant um den Faktor 1,8 und die Cmax um den Faktor 1,3 im
Vergleich zur alleinigen Anwendung von Netupitant/Palonosetron-Kapseln zu. Die gleichzeitige
Anwendung von Ketoconazol hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Palonosetron.
Bei Anwendung des CYP3A4-Induktors Rifampicin zusammen mit Akynzeo nahm die AUC von
Netupitant um den Faktor 5,2 und die Cmax um den Faktor 2,6 ab. Die gleichzeitige Anwendung von
Rifampicin hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von Palonosetron. Bei gleichzeitiger
Anwendung starker CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Ketoconazol) ist daher Vorsicht geboten, und diegleichzeitige Anwendung starker CYP3A4-Induktoren (z. B. Rifampicin) ist zu vermeiden.
Weitere Wechselwirkungen
Es ist unwahrscheinlich, dass die Netupitant/Palonosetron-Kapseln mit Arzneimitteln, die P-gp-
Substrate sind, in Wechselwirkung tritt. Netupitant ist kein Substrat für P-gp. Nach Gabe von
Netupitant an Tag 8 einer 12-tägigen Behandlung mit Digoxin wurden keine Veränderungen der
Digoxin-Pharmakokinetik beobachtet.
Eine Hemmung des Effluxtransporters BCRP und des Glucuronidierungsisoenzyms UGT2B7 durch
Netupitant und dessen Metaboliten ist unwahrscheinlich und ist, wenn es dazu kommen sollte, vongeringer klinischer Relevanz.
In-vitro-Daten zeigen, dass Netupitant UGT2B7 hemmt; das Ausmaß einer solchen Wirkung unterklinischen Bedingungen ist nicht bekannt. Es wird zur Vorsicht geraten, wenn Netupitant zusammenmit einem oralen Substrat dieses Enzyms (z. B. Zidovudin, Valproinsäure, Morphin) angewendet wird.
In-vitro-Daten lassen darauf schließen, dass Netupitant den Effluxtransporter BCRP hemmt. Dieklinische Relevanz dieser Wirkung ist nicht bekannt.
In-vitro-Daten zeigen, dass Netupitant ein P-gp-Inhibitor ist. In einer an gesunden freiwilligen
Probanden durchgeführten Studie hat Netupitant keinen Einfluss auf die Exposition gegenüber dem
P-gp-Substrat Digoxin gezeigt, erhöhte aber dessen Cmax um den Faktor 1,09 [90 %-KI 0,9-1,31]. Eswird nicht ausgeschlossen, dass dieser Effekt bei Krebspatienten ausgeprägter und dann klinischrelevant sein kann, insbesondere bei Vorliegen von Nierenfunktionsstörungen. Daher wird zur
Vorsicht geraten, wenn Netupitant mit Digoxin oder mit anderen P-gp-Substraten wie Dabigatran oder
Colchicin kombiniert wird.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption bei FrauenFrauen im gebärfähigen Alter dürfen unter der Behandlung mit Netupitant/Palonosetron-Kapseln nichtschwanger sein und auch nicht schwanger werden. Bei allen prämenopausalen Frauen ist vor der
Behandlung ein Schwangerschaftstest durchzuführen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen währendund bis zu einem Monat nach der Behandlung mit diesem Arzneimittel eine zuverlässige
Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftNetupitant
Bisher liegen keine Erfahrungen zur Anwendung von Netupitant bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität, unter anderem teratogene Wirkungenam Kaninchen ohne Sicherheitsabstand, gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
Palonosetron
Bisher liegen keine Erfahrungen zur Anwendung von Palonosetron bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Daten ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche
Wirkungen von Palonosetron in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität (siehe Abschnitt 5.3).
Die Netupitant/Palonosetron-Kapseln sind während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe
Abschnitt 4.3).
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Palonosetron oder Netupitant in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko fürdas gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Die Netupitant/Palonosetron-Kapseln sollenwährend der Stillzeit nicht angewendet werden. Das Stillen soll während der Behandlung mit diesem
Arzneimittel und für 1 Monat nach der letzten Dosis unterbrochen werden.
FertilitätNetupitant
In tierexperimentellen Studien wurden keine Auswirkungen auf die Fertilität beobachtet.
Palonosetron
In einer Studie an Ratten wurde eine Degeneration des Epithels der Samenkanälchen beobachtet (siehe
Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenDie Netupitant/Palonosetron-Kapseln haben mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Da es unter der Behandlung zu Benommenheit, Somnolenzoder Ermüdung kommen kann, sollten die Patienten angewiesen werden, keine Fahrzeuge zu führenund keine Maschinen zu bedienen, wenn solche Symptome auftreten.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsUnter den Netupitant/Palonosetron-Kapseln häufig berichtete Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen(3,6 %), Obstipation (3,0 %) und Ermüdung (1,2 %).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Nebenwirkungen sind nachstehend nach MedDRA-Körpersystemorganklasse und Häufigkeitaufgelistet.
Die Häufigkeitsangaben basieren auf folgender Konvention:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)
Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Tabelle 1: Nebenwirkungen
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten
Infektionen und Zystitisparasitäre
Erkrankungen
Erkrankungen des Neutropenie Leukopenie
Blutes und des Leukozytose Lymphozytose
Lymphsystems
Stoffwechsel- und Appetit vermindert Hypokaliämie
Ernährungsstörungen
Psychiatrische Schlaflosigkeit Akute Psychose
Erkrankungen Stimmungsänderung
Schlafstörung
Erkrankungen des Kopf- Benommenheit/ Hypästhesie
Nervensystems schmerzen Schwindelgefühl
Somnolenz
Augenerkrankungen Konjunktivitis
Verschwommenes Sehen
Erkrankungen des Ohrs Vertigo Tinnitusund des Labyrinths
Herzerkrankungen Atrioventrikulärer Arrhythmie
Block ersten Grades
Kardiomyopathie Atrioventrikulärer Block zweiten
Grades
Überleitungsstörung Linksschenkelblock
Tachykardie Rechtsschenkelblock
Mitralklappeninsuffizienz
Myokardischämie
Ventrikuläre Extrasystolen
Gefäßerkrankungen Hypertonie Flush
HypotonieErkrankungen der Schluckauf
Atemwege, des
Brustraums und
Mediastinums
Systemorganklasse Häufig Gelegentlich Selten
Erkrankungen des Obstipation Aufgetriebener Mundtrockenheit
Gastrointestinaltrakts Bauch
Bauchschmerzen Dysphagie
Diarrhoe Aufstoßen
Dyspepsie Hämorrhoiden
Flatulenz Zunge belegt
Übelkeit Erbrechen
Erkrankungen der Haut Alopezie Erythemund des Urtikaria Pruritus
Unterhautzellgewebes Ausschlag
Skelettmuskulatur-, Rückenschmerzen
Bindegewebs- und Schmerzen in den Gliedmaßen
Knochenerkrankungen
Allgemeine Ermüdung Asthenie Wärmegefühl
Erkrankungen und
Beschwerden am Thoraxschmerz nicht kardialen
Verabreichungsort Ursprungs
Anomaler Geschmack des
Arzneimittels
Untersuchungen Lebertransaminasen Bilirubin im Blut erhöhterhöht
Alkalische Kreatinphosphokinase im Blut
Phosphatase im Blut erhöhterhöht
Kreatinin im Blut Kreatinphosphokinase vom Muscle-erhöht Brain-Typ im Blut erhöht
Elektrokardio- Blutharnstoff erhöhtgramm QTverlängert
Elektrokardiogramm ST-
Streckensenkung
Elektrokardiogramm ST-T-Streckeabnormal
Myoglobin im Blut erhöht
Neutrophilenzahl erhöht
Troponin erhöht
Aus nach der Markteinführung erhobenen Daten geht hervor, dass das Nebenwirkungsprofil generelldem Profil ähnelt, das in klinischen Prüfungen beobachtet wurde.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenNetupitant
Netupitant, der neuen Komponente der Fixkombination, sind keine häufig auftretenden
Nebenwirkungen zuzuschreiben.
Palonosetron
Über Fälle von Obstipation mit Stuhlimpaktion, die eine stationäre Behandlung erforderlich machte,wurde im Zusammenhang mit der Gabe von Palonosetron 0,75 mg berichtet.
Darüber hinaus wurde unter oral angewendetem Palonosetron noch über Augenschwellung, Dyspnoeund Myalgie als Nebenwirkungen berichtet, während der Entwicklung dieses Arzneimittels wurdendiese Erscheinungen jedoch nicht beobachtet. Alle diese Nebenwirkungen traten gelegentlich auf.
Aus der Anwendung von intravenös appliziertem Palonosetron nach dem Inverkehrbringen liegen sehrseltene Fälle von Anaphylaxie, anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen und Schock vor.
Anzeichen sind u. a. Nesselsucht, Juckreiz, Angioödem, niedriger Blutdruck, Engegefühl im Rachen,
Engegefühl in der Brust, Dyspnoe und Bewusstlosigkeit.
Ferner liegen Berichte über ein Serotonin-Syndrom vor. Anzeichen sind u. a. Tremor, Agitiertheit,
Schweißausbruch, myoklonische Bewegungen, Hypertonie und Fieber
Kombinationskapsel mit Netupitant und Palonosetronhydrochlorid
Dieses Arzneimittel kann Spuren von (3-sn-Phosphatidyl)cholin aus Soja enthalten. Patienten mitbekannter Überempfindlichkeit gegenüber Erdnuss oder Soja sollten daher engmaschig auf Anzeichenallergischer Reaktionen überwacht werden. Anzeichen sind u. a. Nesselsucht, Hautausschlag, Juckreiz,
Atemnot oder Schluckbeschwerden, Anschwellen von Mund, Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachenund gelegentlich auch ein Blutdruckabfall.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Auf der Grundlage von Erfahrungen bei gesunden Probanden, die oralem Netupitant in einer Dosisvon 600 mg in Kombination mit Palonosetron 1,50 mg ausgesetzt waren, bestehen die möglichenakuten Symptome einer Überdosierung in Kopfschmerz, Schwindelgefühl, Obstipation, Angst,
Herzklopfen, euphorischer Stimmung und Schmerzen in den Beinen. Im Falle einer Überdosierung istdas Arzneimittel abzusetzen, und der Patient ist allgemein unterstützend zu behandeln und zuüberwachen. Wegen der antiemetischen Aktivität von Netupitant und Palonosetron ist unter
Umständen mit Arzneimitteln keine effektive Emesis auslösbar. Es wurden keine Dialyse-Studiendurchgeführt. Aufgrund des großen Verteilungsvolumens von Palonosetron und Netupitant ist eine
Dialyse jedoch vermutlich keine effektive Therapie bei einer Überdosierung.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiemetika und Mittel gegen Übelkeit, Serotonin-5HT3-
Rezeptorantagonisten; ATC-Code: A04AA55
WirkmechanismusNetupitant ist ein selektiver Antagonist an humanen Substanz P/Neurokinin 1 (NK1)-Rezeptoren.
Palonosetron ist ein 5-HT3-Rezeptorantagonist mit hoher Bindungsaffinität zu diesem Rezeptor undgeringer oder fehlender Affinität zu anderen Rezeptoren. Chemotherapeutika rufen durch Stimulationder Freisetzung von Serotonin aus den enterochromaffinen Zellen des Dünndarms Übelkeit und
Erbrechen hervor. Serotonin aktiviert anschließend 5-HT3-Rezeptoren auf vagalen Afferenzen,wodurch der Brechreflex ausgelöst wird.
Eine verzögert auftretende Emesis wurde mit der Aktivierung der (im zentralen und peripheren
Nervensystem weit verbreiteten) Tachykinin-Familie-Neurokinin 1 (NK1)-Rezeptoren durch
Substanz P in Zusammenhang gebracht. Wie in Studien in vitro und in vivo gezeigt wurde, hemmt
Netupitant durch Substanz P vermittelte Reaktionen.
Es wurde gezeigt, dass Netupitant die Blut-Hirn-Schranke mit einer striatalen NK1-Rezeptorbelegungvon 92,5 %, 86,5 %, 85,0 %, 78,0 % und 76,0 % zu den Zeitpunkten 6, 24, 48, 72 bzw. 96 Stundennach Gabe von 300 mg Netupitant überwindet.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitIn zwei separaten zulassungsrelevanten Studien wurde gezeigt, dass die orale Gabe von Akynzeo in
Kombination mit Dexamethason die akute und verzögert auftretende Übelkeit und Erbrechen bei starkund mäßig emetogener Chemotherapie aufgrund einer Krebserkrankung verhindert.
Studie bei stark emetogener Chemotherapie (Highly Emetogenic Chemotherapy, HEC)
In einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, kontrollierten klinischen
Parallelgruppenstudie an 694 Patienten wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Einmalgaben vonoral angewendetem Netupitant in Kombination mit oral angewendetem Palonosetron bei
Krebspatienten, die ein Chemotherapieschema unter Einschluss von Cisplatin (mediane Dosis= 75 mg/m2) erhielten, mit einer oralen Einmalgabe von Palonosetron verglichen. Die Beurteilung der
Wirksamkeit von Akynzeo erfolgte bei 135 Patienten, die eine orale Einmalgabe (Netupitant 300 mgund Palonosetron 0,5 mg) erhielten, im Vergleich zu 136 Patienten, die oral angewendetes
Palonosetron 0,5 mg allein erhielten.
Die Behandlungsschemata für den Akynzeo-Arm und den Arm mit Palonosetron 0,5 mg sind in dernachfolgenden Tabelle dargestellt.
Tabelle 2: Orales antiemetisches Behandlungsschema -- HEC-Studie
Behandlungsschema Tag 1 Tage 2 bis 4
Akynzeo Akynzeo (Netupitant 300 mg + Dexamethason 8 mg
Palonosetron 0,5 mg) einmal täglich
Dexamethason 12 mg
Palonosetron Palonosetron 0,5 mg Dexamethason 8 mg
Dexamethason 20 mg zweimal täglich
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Rate mit komplettem Ansprechen (complete response, CR)(definiert als keine Emesis-Episoden, keine Notfallmedikation) innerhalb von 120 Stunden(Gesamtphase) nach Beginn der Gabe der stark emetogenen Chemotherapie.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse aus dieser Studie ist in der nachfolgenden
Tabelle 3 dargestellt.
Tabelle 3: Prozentualer Anteil ansprechender Patienten nach Behandlungsgruppe und Phaseunter einer Chemotherapie auf Cisplatin-Basis
Palonosetron
Akynzeo 0,5 mg
N = 135 N = 136% % p-Wert
Primärer Endpunkt
Komplettes Ansprechen
Gesamtphase§ 89,6 76,5 0,004
Wichtigste sekundäre Endpunkte
Komplettes Ansprechen
Akutphase‡ 98,5 89,7 0,007
Verzögerte Phase† 90,4 80,1 0,018
Keine Emesis
Akutphase 98,5 89,7 0,007
Verzögerte Phase 91,9 80,1 0,006
Gesamtphase 91,1 76,5 0,001
Keine nennenswerte Übelkeit
Akutphase 98,5 93,4 0,050
Verzögerte Phase 90,4 80,9 0,004
Gesamtphase 89,6 79,4 0,021‡Akutphase: 0 bis 24 Stunden nach Cisplatin-Gabe.†Verzögerte Phase: 25 bis 120 Stunden nach Cisplatin-Gabe.§Gesamtphase: 0 bis 120 Stunden nach Cisplatin-Gabe.
Studie bei mäßig emetogener Chemotherapie (MEC)
In einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, verumkontrollierten Parallelgruppenstudiezum Nachweis der Überlegenheit wurden die Wirksamkeit und Sicherheit einer oralen Einmalgabevon Akynzeo mit einer oralen Einmalgabe von Palonosetron 0,5 mg bei Krebspatienten verglichen, beidenen zur Behandlung eines soliden malignen Tumors der erste Zyklus eines Anthracyclin- und
Cyclophosphamid-haltigen Chemotherapieschemas vorgesehen war. Zur Zeit der Studiendurchführunggalten Anthracyclin-/Cyclophosphamid-haltige Chemotherapieschemata als mäßig emetogen. Injüngsten Leitlinien wurden diese zu stark emetogenen Schemata hochgestuft.
Alle Patienten erhielten eine orale Einmalgabe Dexamethason.
Tabelle 4: Orales antiemetisches Behandlungsschema - MEC-Studie
Behandlungs- Tag 1 Tage 2 bis 3schema
Akynzeo Akynzeo (Netupitant 300 mg Keine antiemetische Behandlung
Palonosetron 0,5 mg)
Dexamethason 12 mg
Palonosetron Palonosetron 0,5 mg Keine antiemetische Behandlung
Dexamethason 20 mg
Nach Abschluss von Zyklus 1 hatten die Patienten die Möglichkeit, an einer mehrzyklischen
Verlängerung mit derselben Behandlung teilzunehmen, die ihnen in Zyklus 1 zugewiesen worden war.
Es gab keine vorab festgelegte Obergrenze für die bei einem bestimmten Patienten mögliche Anzahlaufeinander folgender Wiederholungszyklen. Insgesamt 1.450 Patienten (Akynzeo n = 725;
Palonosetron n = 725) erhielten eine Studienmedikation. Von diesen führten 1.438 Patienten (98,8 %)
Zyklus 1 zu Ende, und 1.286 Patienten (88,4 %) setzten die Behandlung im Rahmen dermehrzyklischen Verlängerung fort. Insgesamt 907 Patienten (62,3 %) schlossen die mehrzyklische
Verlängerung mit bis zu maximal acht Behandlungszyklen ab.
Insgesamt 724 Patienten (99,9 %) wurden mit Cyclophosphamid behandelt. Alle Patienten wurdenzusätzlich entweder mit Doxorubicin (68,0 %) oder mit Epirubicin (32,0 %) behandelt.
Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die CR-Rate in der verzögerten Phase, d. h. 25-120 Stunden nach
Beginn der Gabe der Chemotherapie.
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse aus dieser Studie ist in der nachfolgenden Tabelledargestellt.
Tabelle 5: Prozentualer Anteil ansprechender Patienten nach Behandlungsgruppe und Phaseunter einer Anthracyclin- und Cyclophosphamid-haltigen Chemotherapie - Zyklus 1
Akynzeo Palonosetron0,5 mg
N = 724 N = 725% % p-Wert*
Primärer Endpunkt
Komplettes Ansprechen
Verzögerte Phase† 76,9 69,5 0,001
Wichtigste sekundäre Endpunkte
Komplettes Ansprechen
Akutphase‡ 88,4 85,0 0,047
Gesamtphase§ 74,3 66,6 0,001
Keine Emesis
Akutphase 90,9 87,3 0,025
Verzögerte Phase 81,8 75,6 0,004
Gesamtphase 79,8 72,1 < 0,001
Keine nennenswerte Übelkeit
Akutphase 87,3 87,9 n.s.
Verzögerte Phase 76,9 71,3 0,014
Gesamtphase 74,6 69,1 0,020
* p-Wert aus dem Cochran-Mantel-Haenszel-Test, stratifiziert nach Altersklasse und Region.‡Akutphase: 0 bis 24 Stunden nach dem Anthracyclin- und Cyclophosphamid-haltigen Schema†Verzögerte Phase: 25 bis 120 Stunden nach dem Anthracyclin- und Cyclophosphamid-haltigen
Schema§Gesamtphase: 0 bis 120 Stunden nach dem Anthracyclin- und Cyclophosphamid-haltigen Schema
Die Patienten setzten die Behandlung im Rahmen der mehrzyklischen Verlängerung über bis zu7 weitere Chemotherapiezyklen fort. Die antiemetische Aktivität von Akynzeo blieb bei denjenigen
Patienten, die in jedem von mehreren Zyklen weiterbehandelt wurden, in allen Wiederholungszyklenerhalten.
Der Einfluss von Übelkeit und Erbrechen auf den Alltag der Patienten wurde mithilfe des Fragebogens'Functional Living Index-Emesis“ (FLIE) erhoben. Der prozentuale Anteil von Patienten, dieinsgesamt keinen Einfluss auf den Alltag angaben, war in der Akynzeo-Gruppe (78,5 %) um 6,3 %höher (p-Wert = 0,005) als in der Palonosetron-Gruppe (72,1 %).
Mehrzyklische Sicherheitsstudie an Patienten, die entweder eine stark emetogene Chemotherapie odereine mäßig emetogene Chemotherapie erhielten
In einer separaten Studie wurden insgesamt 413 Patienten, die initiale und Wiederholungszyklen einer
Chemotherapie (einschließlich Schemata auf Carboplatin-, Cisplatin-, Oxaliplatin- und Doxorubicin-
Basis) erhielten, randomisiert und erhielten entweder Akynzeo (n = 309) oder Aprepitant und
Palonosetron (n = 104). Die Sicherheit und Wirksamkeit blieben in allen Zyklen erhalten.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Akynzeo eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen zur Prävention von akuterund verzögert auftretender Übelkeit und Erbrechen bei stark emetogener Chemotherapie auf Cisplatin-
Basis und mäßig emetogener Chemotherapie aufgrund einer Krebserkrankung gewährt (siehe
Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNetupitant
Daten zur absoluten Bioverfügbarkeit von Netupitant beim Menschen liegen nicht vor; auf der
Grundlage von Daten aus zwei Studien mit intravenös angewendetem Netupitant wird die
Bioverfügbarkeit beim Menschen auf über 60 % geschätzt.
In Studien mit oraler Einmalgabe war Netupitant zwischen 15 Minuten und 3 Stunden nach der
Einnahme im Plasma messbar. Die Plasmakonzentrationen folgten einer Resorptionskinetik erster
Ordnung und erreichten den Cmax-Wert nach etwa 5 Stunden. Für Dosen zwischen 10 mg und 300 mgfand sich ein überproportionaler Anstieg der Cmax und AUC-Parameter.
Bei 82 gesunden Probanden, die eine orale Einmalgabe Netupitant 300 mg erhielten, betrug diemaximale Netupitant-Plasmakonzentration (Cmax) 486 ± 268 ng/ml (Mittelwert ± SD), die mediane
Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration (Tmax) 5,25 Stunden und die AUC15.032 ± 6.858 h.ng/ml. In einer gepoolten Auswertung zeigten Frauen im Vergleich zu Männern einegrößere Exposition gegenüber Netupitant; es fand sich ein 1,31-facher Anstieg der Cmax, eine 1,02-fache Vergrößerung der AUC und eine 1,36-fache Verlängerung der Halbwertszeit.
Die AUC0-∞ und die Cmax von Netupitant stiegen nach einer fettreichen Mahlzeit um den Faktor 1,1bzw. 1,2 an.
Palonosetron
Nach oraler Gabe wird Palonosetron gut resorbiert, wobei seine absolute Bioverfügbarkeit 97 %erreicht. Nach oraler Einmalgabe einer gepufferten Lösung waren die mittleren maximalen
Palonosetron-Konzentrationen (Cmax) und die Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC0-∞)im Dosisbereich von 3,0 bis 80 μg/kg bei gesunden Probanden dosisproportional.
Bei 36 gesunden männlichen und weiblichen Probanden, die eine orale Einmalgabe von 0,5 mg
Palonosetron erhielten, betrug die maximale Plasmakonzentration (Cmax) 0,81 ± 1,66 ng/ml(Mittelwert ± SD) und die Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration (Tmax) 5,1 ± 1,7 Stunden. Beiweiblichen Probanden (n = 18) war die mittlere AUC um 35 % größer und die mittlere Cmax um 26 %höher als bei männlichen Probanden (n = 18). Bei 12 Krebspatienten, die eine Stunde vor der
Chemotherapie eine orale Einmalgabe von 0,5 mg Palonosetron erhielten, betrug die Cmax0,93 ± 0,34 ng/ml und die Tmax 5,1 ± 5,9 Stunden. Die AUC war bei Krebspatienten um 30 % größerals bei gesunden Probanden. Eine fettreiche Mahlzeit hatte auf die Cmax und AUC von oralangewendetem Palonosetron keinen Einfluss.
VerteilungNetupitant
Nach oraler Einmalgabe von 300 mg war die Verteilungskinetik von Netupitant bei Krebspatientencharakterisiert durch ein Zwei-Kompartiment-Modell mit einer geschätzten medianen systemischen
Clearance von 20,5 l/h und einem großen Verteilungsvolumen im zentralen Kompartiment (486 l). Bei
Konzentrationen von 10 bis 1.500 ng/ml beträgt die Plasmaproteinbindung von Netupitant und seinenzwei Hauptmetaboliten M1 und M3 beim Menschen > 99 %. Der dritte Hauptmetabolit M2 liegt zu> 97 % an Plasmaproteine gebunden vor.
Palonosetron
Palonosetron besitzt ein Verteilungsvolumen von etwa 8,3 ± 2,5 l/kg. Palonosetron liegt zu etwa 62 %an Plasmaproteine gebunden vor.
BiotransformationNetupitant
Bei oralen Netupitant-Dosen ab 30 mg wurden im menschlichen Plasma drei Metabolitennachgewiesen (das Desmethyl-Derivat M1, das N-Oxid-Derivat M2 und das OH-Methyl-Derivat M3).
In-vitro-Untersuchungen zur Metabolisierung lassen darauf schließen, dass CYP3A4 und ingeringerem Umfang auch CYP2D6 und CYP2C9 an der Metabolisierung von Netupitant beteiligt sind.
Über 96 h nach oraler Einmalgabe von 300 mg Netupitant lagen die mittleren Plasma-
Netupitant/Plasma-Radioaktivitäts-Quotienten zwischen 0,13 und 0,49. Die Quotienten warenzeitabhängig, wobei die Werte ab 24 h nach der Einnahme graduell abnahmen, was auf eine rasche
Metabolisierung von Netupitant hinweist. Die mittlere Cmax von M1, M2 und M3 betrug etwa 11 %,47 % bzw. 16 % der Cmax der Muttersubstanz; M2 wies im Vergleich zur Muttersubstanz die kleinste
AUC auf (14 %), während die AUC von M1 und M3 etwa 29 % bzw. 33 % der AUC der
Muttersubstanz betrug. Die Metaboliten M1, M2 und M3 erwiesen sich in einempharmakodynamischen Tiermodell alle als pharmakologisch aktiv, wobei M3 der wirkstärkste und M2der Metabolit mit der geringsten Aktivität war.
Palonosetron
Palonosetron wird über verschiedene Wege eliminiert, wobei etwa 50 % zu zwei primären Metabolitenmetabolisiert werden: N-Oxid-Palonosetron und 6-S-Hydroxypalonosetron. Diese Metabolitenbesitzen jeweils weniger als 1 % der 5-HT3-Rezeptor-antagonisierenden Aktivität von Palonosetron.
In-vitro-Untersuchungen zur Metabolisierung lassen darauf schließen, dass CYP2D6 und ingeringerem Umfang auch CYP3A4 und CYP1A2 an der Metabolisierung von Palonosetron beteiligtsind. Die klinisch-pharmakokinetischen Parameter differieren jedoch zwischen langsamen (poor) undschnellen (extensive) Metabolisierern von CYP2D6-Substraten nicht signifikant.
EliminationNetupitant
Nach Einmalgabe von Akynzeo erfolgt die Elimination von Netupitant aus dem Körpermultiexponentiell, mit einer scheinbaren mittleren Eliminationshalbwertszeit von 88 Stunden bei
Krebspatienten.
Die renale Clearance ist kein bedeutsamer Eliminationsweg für Netupitant bzw. seine Metaboliten.
Der mittlere Anteil einer oralen Netupitant-Dosis, der unverändert mit dem Urin ausgeschieden wird,beträgt weniger als 1 %; insgesamt wurden 3,95 % der radioaktiven Dosis im Urin und 70,7 % in den
Fäzes wiedergefunden.
Etwa die Hälfte der als [14C]-Netupitant oral applizierten Radioaktivität wurde innerhalb von 120 hnach der Applikation im Urin und in den Fäzes wiedergefunden. Die Hochrechnung ergab, dass die
Elimination über beide Ausscheidungswege bis zum Tag 29-30 nach der Applikation abgeschlossenist.
Palonosetron
Nach oraler Einmalgabe von 0,75 mg [14C]-Palonosetron an sechs gesunde Probanden wurden 85 %bis 93 % der gesamten Radioaktivität mit dem Urin und 5 % bis 8 % mit den Fäzes ausgeschieden. Die
Menge an unverändertem Palonosetron, die mit dem Urin ausgeschieden wurde, betrug etwa 40 % dergegebenen Dosis. Bei gesunden Probanden, denen Palonosetron-Kapseln zu 0,5 mg gegeben wurden,betrug die terminale Eliminationshalbwertszeit (t½) von Palonosetron 37 ± 12 Stunden(Mittelwert ± SD), und bei Krebspatienten lag die t½ bei 48 ± 19 Stunden. Nach intravenöser
Einmalgabe von etwa 0,75 mg Palonosetron betrug die Gesamtkörperclearance von Palonosetron beigesunden Probanden 160 ± 35 ml/h/kg (Mittelwert ± SD) und die renale Clearance66,5 ±18,2 ml/h/kg.
Spezielle PatientengruppenEingeschränkte LeberfunktionNetupitant
Die maximalen Konzentrationen und die Gesamtexposition von Netupitant waren bei Patienten mitleicht (n = 8), mäßig (n = 8) und stark (n = 2) eingeschränkter Leberfunktion im Vergleich zuentsprechenden lebergesunden Probanden erhöht; allerdings bestand sowohl bei den Patienten miteingeschränkter Leberfunktion als auch bei den lebergesunden Probanden eine ausgeprägteindividuelle Variabilität. Die Exposition gegenüber Netupitant (Cmax, AUC0-t und AUC0-∞) war im
Vergleich zu den entsprechenden lebergesunden Probanden bei den Patienten mit leichteingeschränkter Leberfunktion um 11 %, 28 % bzw. 19 % und bei den Patienten mit mäßigeingeschränkter Leberfunktion um 70 %, 88 % bzw. 143 % höher. Somit ist bei Patienten mit leichtbis mäßig eingeschränkter Leberfunktion keine Dosisanpassung erforderlich. Begrenzte Daten liegenbei Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Score ≥ 9) vor.
Palonosetron
Eine Einschränkung der Leberfunktion hat keinen nennenswerten Einfluss auf die
Gesamtkörperclearance von Palonosetron im Vergleich zu gesunden Probanden. Zwar ist die terminale
Eliminationshalbwertszeit von Palonosetron bei den Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktionverlängert und die mittlere systemische Exposition gegenüber Palonosetron erhöht, doch begründetdies keine Dosisreduktion.
Eingeschränkte NierenfunktionNetupitant
Spezielle Studien zur Untersuchung von Netupitant bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktionwurden nicht durchgeführt. In der ADME-Studie (Untersuchung der Resorption, Verteilung,
Biotransformation und Elimination) wurden weniger als 5 % von Netupitant und allen seinen
Metaboliten mit dem Urin ausgeschieden, und weniger als 1 % der Netupitant-Dosis wurdeunverändert mit dem Urin eliminiert. Nach Einmalgabe ist daher davon auszugehen, dass eineallfällige Kumulation von Netupitant oder seinen Metaboliten vernachlässigbar ist. Zudem ergab diepopulationspharmakokinetische Studie keine Korrelation zwischen PK-Parametern von Netupitant und
Markern einer Nierenfunktionsstörung.
Palonosetron
Eine leichte bis mäßige Einschränkung der Nierenfunktion hat keinen nennenswerten Einfluss auf diepharmakokinetischen Parameter von Palonosetron. Bei Patienten mit stark eingeschränkter
Nierenfunktion erhöhte sich die systemische Gesamtexposition gegenüber intravenös angewendetem
Palonosetron im Vergleich zu nierengesunden Probanden um etwa 28 %. In einerpopulationspharmakokinetischen Studie wiesen Patienten mit einer verminderten Kreatinin-Clearance(CLCR) auch eine verminderte Palonosetron-Clearance auf; es ist jedoch davon auszugehen, dass diese
Reduktion die Palonosetron-Exposition nicht nennenswert verändert.
Daher kann Akynzeo bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ohne Dosierungsanpassungangewendet werden.
Weder Netupitant noch Palonosetron wurden bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienzuntersucht.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Palonosetron
Präklinische Effekte wurden nur nach Expositionen beobachtet, die ausreichend über der maximalenhumantherapeutischen Exposition lagen. Die Relevanz für den Menschen wird als gering bewertet.
Aus präklinischen Studien ergaben sich Hinweise darauf, dass Palonosetron nur in sehr hohen
Konzentrationen die an der ventrikulären De- und Repolarisation beteiligten Ionenkanäle blockierenund die Aktionspotentialdauer verlängern kann. In einer Toxizitätsstudie an Ratten stand Palonosetronnach einmonatiger wiederholter oraler Verabreichung in Zusammenhang mit einer Degeneration des
Epithels der Samenkanälchen. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekteschädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oderpostnatale Entwicklung schließen. Hinsichtlich des Durchtritts durch die Plazentaschranke liegen nurbegrenzte Daten aus tierexperimentellen Studien vor (siehe Abschnitt 4.6). Palonosetron ist nichtmutagen. Hohe Dosen Palonosetron (jede Dosis führte mindestens zur 15-fachen therapeutischen
Exposition beim Menschen), die täglich über zwei Jahre gegeben wurden, führten vermehrt zu
Lebertumoren, endokrinen Neoplasien (in Schilddrüse, Hypophyse, Pankreas, Nebennierenmark) und
Hauttumoren bei Ratten, jedoch nicht bei Mäusen. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind nichtvollständig bekannt, aber aufgrund der verwendeten hohen Dosierungen und da das Arzneimittel beim
Menschen zur einmaligen Anwendung vorgesehen ist, werden diese Ergebnisse als für den Menschennicht relevant bewertet.
Netupitant und dessen Kombination mit Palonosetron
Präklinische Effekte basierend auf Untersuchungen zur Sicherheitspharmakologie und Toxizität beieinmaliger und wiederholter Gabe wurden nur nach Expositionen beobachtet, die über der maximalenhumantherapeutischen Exposition lagen. Die Relevanz für den Menschen wird als gering bewertet.
Nach wiederholter Gabe von Netupitant wurde bei Ratten und Hunden Phospholipidose (schaumige
Makrophagen) beobachtet. Nach der Erholungsphase waren die Effekte reversibel oder teilweisereversibel. Die Bedeutung dieser Befunde für den Menschen ist nicht bekannt.
Aus präklinischen Studien ergaben sich Hinweise darauf, dass Netupitant und seine Metaboliten sowiedie Kombination mit Palonosetron nur in sehr hohen Konzentrationen die an der ventrikulären De- und
Repolarisation beteiligten Ionenkanäle blockieren und die Aktionspotentialdauer verlängern können.
Tierexperimentelle Reproduktionsstudien mit Netupitant lassen nicht auf direkte oder indirekteschädliche Auswirkungen auf Fertilität, Geburt oder postnatale Entwicklung schließen. Nach täglicher
Gabe von Netupitant in einer Dosierung von 10 mg/kg/Tag und höher während der
Organogenesephase wurden bei Kaninchen vermehrt fetale Stellungsanomalien der Gliedmaßen und
Pfoten, fusionierte Sternebrae und Agenesie des akzessorischen Lungenlappens beobachtet. In einer
Dosisfindungs-Pilotstudie an Kaninchen wurden bei vier Feten aus einem Wurf in der Gruppe, die30 mg/kg/Tag erhielt, Gaumenspalten, Mikrophthalmie und Aphakie beobachtet. Die Relevanz dieser
Befunde für den Menschen ist nicht bekannt. Zum Durchtritt durch die Plazentaschranke und zur
Laktation liegen aus tierexperimentellen Studien mit Netupitant keine Daten vor. Netupitant ist nichtmutagen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Hartkapselinhalt
Netupitant-Tabletten
Mikrokristalline Cellulose (E 460)
Saccharose(mono/di/tri)laurat
Povidon (K-30)
Croscarmellose-Natrium
Siliciumdioxid-Hydrat
Natriumstearylfumarat (Ph.Eur.)
Magnesiumstearat (Ph.Eur.)
Palonosetron-Weichkapsel
Weichkapselinhalt
Glycerolmonocaprylocaprat (Ph.Eur.) (Typ I)
Glycerol
Polyglyceroldioleat
Gereinigtes Wasser
Butylhydroxyanisol (Ph.Eur.) (E 320)
Weichkapselhülle
Gelatine
Glycerol
Sorbitol (Ph.Eur.) (E 420)
Sorbitan
Titandioxid (E 171)
Hartkapselhülle
Gelatine
Titandioxid (E 171)
Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E 172)
Eisen(III)-oxid (E 172)
DruckfarbeVerestertes Schellack
Eisen(II,III)-oxid (E 172)
Propylenglycol (E 1520)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Aluminium/Aluminium-Blisterpackung.
Packungsgröße: eine Hartkapsel oder 4 x 1 Hartkapsel in perforierten Einzeldosis-Blisterpackungen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Helsinn Birex Pharmaceuticals Ltd.
Damastown
Mulhuddart
Dublin 15
Irland.
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/15/1001/001
EU/1/15/1001/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 27. Mai 2015
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 9. Januar 2020
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.