Merkblatt AKEEGA 100mg / 500mg filmtabletten


Angewendet bei: Prostatakrebs

Art der Anwendung: oral

Substanz: Niraparib + Abirateron (PARP-Hemmer + Antiandrogen)

ATC: L01XK52 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | ANDERE ANTINEOPLASTISCHE MITTEL | Inhibitoren der Poly (ADP-Ribose) Polymerase (PARP))

Die Kombination aus Niraparib und Abirateron wird auf ihr Potenzial zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs untersucht. Niraparib, ein PARP-Inhibitor, und Abirateron, ein Inhibitor der Androgensynthese, wirken synergistisch, um das Fortschreiten der Krankheit zu reduzieren. Diese Kombination ist besonders für Patienten mit genetischen Mutationen von Interesse, die die DNA-Reparatur beeinflussen.

Diese Medikamente werden oral verabreicht, wobei die Dosen basierend auf dem Zustand des Patienten und der Verträglichkeit der Behandlung angepasst werden. Nebenwirkungen können Müdigkeit, Übelkeit, Bluthochdruck und Elektrolytstörungen umfassen. Eine sorgfältige Überwachung ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Diese Kombination ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung oder Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile. Darüber hinaus ist die Anwendung während der Schwangerschaft aufgrund von Risiken für den Fötus streng verboten.

Obwohl sich die Kombination aus Niraparib und Abirateron noch in der Forschung befindet, bietet sie Hoffnung für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs, insbesondere für diejenigen mit begrenzten therapeutischen Optionen. Es ist wichtig, dass die Behandlung unter der Aufsicht eines Spezialisten erfolgt.

Allgemeine Daten zu AKEEGA 100mg / 500mg

  • Substanz: Niraparib + Abirateron
  • Datum der letzten Medikamentenliste: 01-05-2026
  • Handelsgesetzbuch: W69824001
  • Konzentration: 100mg / 500mg
  • Pharmazeutisches Formblatt: filmtabletten
  • Quantität: 56
  • Produktart: original
  • Preis: 24690.94 RON
  • Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

  • Zulassungshersteller: JANSSEN CILAG SPA - ITALIA
  • Zulassungsinhaber: JANSSEN-CILAG INTERNATIONAL NV - BELGIA
  • Zulassungsnummer: 1722/2023/02
  • Haltbarkeit: 30 Monate

Verfügbare Konzentrationen für Niraparib + Abirateron

  • 100mg/500mg
  • 50mg/500mg

Vergütungslisten für AKEEGA 100mg / 500mg Cilag

NGP 3 (C2) - NGP onkologie

Preis

Zuzahlung

Patient

24690.94 RON

24690.94 RON

0.00 RON

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels AKEEGA 100mg / 500mg filmtabletten

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Akeega 50 mg/500 mg Filmtabletten

Akeega 100 mg/500 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Akeega 50 mg/500 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält Niraparibtosilat-Monohydrat entsprechend 50 mg Niraparib und 500 mg

Abirateronacetat entsprechend 446 mg Abirateron.

Akeega 100 mg/500 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält Niraparibtosilat-Monohydrat entsprechend 100 mg Niraparib und 500 mg

Abirateronacetat entsprechend 446 mg Abirateron.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede Filmtablette enthält 241 mg Lactose (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette (Tablette).

Akeega 50 mg/500 mg Filmtabletten

Gelborange bis gelbbraune ovale Filmtabletten (22 mm x 11 mm), geprägt mit 'N 50 A“ auf der einen

Seite und ohne Prägung auf der anderen Seite.

Akeega 100 mg/500 mg Filmtabletten

Orangefarbene ovale Filmtabletten (22 mm x 11 mm), geprägt mit 'N 100 A“ auf der einen Seite undohne Prägung auf der anderen Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Akeega wird angewendet mit Prednison oder Prednisolon:

- zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem

Prostatakarzinom (metastatic hormone-sensitive prostate cancer, mHSPC) und BRCA1/2-

Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch) in Kombination mit einer

Androgendeprivationstherapie (ADT).

- zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem

Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) und BRCA1/2-

Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch), bei denen eine Chemotherapie nicht klinischindiziert ist.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Akeega plus Prednison oder Prednisolon soll von Fachärzten mit Erfahrung in dermedizinischen Behandlung des Prostatakarzinoms eingeleitet und überwacht werden.

Vor Beginn der Therapie mit Akeega bei erwachsenen Patienten:

- mit mHSPC muss ein positiver BRCA-Status mit einer validierten Testmethode nachgewiesenwerden (siehe Abschnitt 5.1).

- mit mCRPC muss ein positiver BRCA-Status mit einer validierten Testmethode nachgewiesenwerden (siehe Abschnitt 5.1).

Dosierung

Die empfohlene Anfangsdosis von Akeega beträgt 200 mg/1 000 mg (zwei Tabletten zu je 100 mg

Niraparib/500 mg Abirateronacetat) als tägliche Einmalgabe etwa zur gleichen Tageszeit (siehe 'Artder Anwendung“ unten). Die 50 mg/500 mg Tablette ist für eine Dosisreduzierung verfügbar.

Bei der Behandlung von Patienten, die nicht chirurgisch kastriert sind, soll die medizinische

Kastration mit einem Gonadotropin-Releasing-Hormonanalogon (GnRH-Analogon) fortgeführtwerden.

Dosierung von Prednison oder Prednisolon

Akeega wird beim mHSPC mit 5 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet. Akeega wirdbeim mCRPC mit 10 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet.

Dauer der Behandlung

Die Patienten sind bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten inakzeptabler

Toxizität zu behandeln.

Ausgelassene Dosis

Wird eine Dosis von Akeega, Prednison oder Prednisolon ausgelassen, soll sie so bald wie möglich amgleichen Tag nachgeholt und am folgenden Tag soll wieder zum normalen Behandlungsplanübergegangen werden. Es dürfen keine zusätzlichen Tabletten eingenommen werden, um dieversäumte Einnahme auszugleichen.

Dosisanpassungen bei Nebenwirkungen
Nicht-hämatologische Nebenwirkungen

Bei Patienten, die nicht-hämatologische Nebenwirkungen von Grad ≥ 3 entwickeln, soll die

Behandlung unterbrochen und eine angemessene medizinische Behandlung eingeleitet werden (siehe

Abschnitt 4.4). Die Behandlung mit Akeega soll nicht fortgesetzt werden, bis die Symptome der

Toxizität auf Grad 1 oder auf den Ausgangswert zurückgegangen sind.

Hämatologische Nebenwirkungen

Bei Patienten, die eine ≥ Grad 3 oder eine nicht tolerierbare hämatologische Toxizität entwickeln, solldie Anwendung von Akeega eher unterbrochen als abgesetzt und eine Supportivbehandlung erwogenwerden. Akeega muss dauerhaft abgesetzt werden, wenn die hämatologische Toxizität nicht innerhalbvon 28 Tagen nach der Dosisunterbrechung auf ein akzeptables Niveau zurückgegangen ist.

Die Empfehlungen zur Dosisanpassung bei Thrombozytopenie und Neutropenie sind in Tabelle 1aufgeführt.

Tabelle 1: Empfehlungen zur Dosisanpassung bei Thrombozytopenie und Neutropenie

Grad 1 Keine Anpassung, wöchentliche Überwachung in Betracht ziehen

Grad 2 Mindestens wöchentliche Überwachung und Aussetzen von Akeega bis zum

Rückgang auf Grad 1 oder auf den Ausgangswert in Betracht ziehen.1 Erneute

Einleitung von Akeega mit der Empfehlung zur wöchentlichen Überwachungfür 28 Tage nach erneuter Dosiseinleitung.

Grad ≥ 3 Aussetzen von Akeega und mindestens wöchentliche Überwachung, bis

Thrombozyten und Neutrophile auf Grad 1 oder auf den Ausgangswert zurückgehen.1 Anschließend Akeega erneut einleiten oder, falls erforderlich, zwei

Tabletten niedrigerer Stärke (50 mg/500 mg) anwenden.

Eine wöchentliche Überwachung des Blutbildes wird für 28 Tage nach erneuter

Dosiseinleitung oder nach der Einleitung der Dosis niedrigerer Stärke (zwei50 mg/500 mg Tabletten) empfohlen. Bei Einleitung der Dosis niedrigerer

Stärke, siehe nachfolgenden Abschnitt 'Empfohlene Kontrollen' für weitere

Informationen zur Leberfunktion.

Zweites Aussetzen von Akeega und mindestens wöchentliche Überwachung, bis

Auftreten Thrombozyten und/oder Neutrophile auf Grad 1 zurück gehen. Die weitere≥ Grad 3 Behandlung soll mit zwei Tabletten niedrigerer Stärke (50 mg/500 mg)wieder aufgenommen werden.

Nach Wiederaufnahme der Behandlung mit Akeega in niedrigerer Stärkewird eine wöchentliche Überwachung für 28 Tage empfohlen. Bei Einleitungder Dosis niedrigerer Stärke (zwei 50 mg/500 mg Tabletten), siehenachfolgenden Abschnitt 'Empfohlene Kontrollen' für weitere Informationenzur Leberfunktion.

Wenn der Patient bereits mit Akeega-Tabletten in niedrigerer Stärke(50 mg/500 mg) behandelt wurde, ist ein Absetzen der Behandlung in Betrachtzu ziehen.

Drittes Auftreten Behandlung dauerhaft absetzen.≥ Grad 31 Während der Unterbrechung der Behandlung mit Akeega können Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolonvom Arzt in Betracht gezogen und angewendet werden, um die Tagesdosis von Abirateronacetat aufrechtzuerhalten(siehe Fachinformation von Abirateronacetat).

Die weitere Anwendung von Akeega darf erst dann wieder aufgenommen werden, wenn sich die

Toxizität aufgrund von Thrombozytopenie und Neutropenie auf Grad 1 verbessert hat oder auf den

Ausgangswert zurückgegangen ist. Die Behandlung kann mit einer niedrigeren Stärke von Akeega50 mg/500 mg (2 Tabletten) wieder aufgenommen werden. Die häufigsten Nebenwirkungen sind in

Abschnitt 4.8 zu finden.

Bei einer Anämie von Grad ≥ 3 soll Akeega unterbrochen und eine Supportivbehandlung bis zum

Rückgang auf Grad ≤ 2 durchgeführt werden. Eine Dosisreduzierung (zwei Tabletten zu50 mg/500 mg) soll in Betracht gezogen werden, wenn die Anämie nach klinischer Beurteilungfortbesteht. Die Empfehlungen zur Dosisanpassung bei Anämie sind in Tabelle 2 aufgeführt.

Tabelle 2: Empfehlungen zur Dosisanpassung bei Anämie

Grad 1 Keine Anpassung, wöchentliche Überwachung in Betracht ziehen

Grad 2 Mindestens wöchentliche Überwachung für 28 Tage, wenn der Ausgangswertder Anämie Grad ≤ 1 war.

Grad ≥ 3 Aussetzen von Akeega1 und Supportivbehandlung mit mindestenswöchentlicher Überwachung, bis die Anämie auf Grad ≤ 2 zurückgeht. Eine

Dosisreduzierung (zwei Tabletten niedrigerer Stärke [50 mg/500 mg]) soll in

Betracht gezogen werden, wenn die Anämie nach klinischer Beurteilungfortbesteht. Bei Einleitung der Dosis niedrigerer Stärke, siehe nachfolgenden

Abschnitt 'Empfohlene Kontrollen' für weitere Informationen zur

Leberfunktion.

Zweites Aussetzen von Akeega, Supportivbehandlung und mindestens wöchentliche

Auftreten Überwachung, bis die Anämie auf Grad ≤ 2 zurückgeht. Die weitere≥ Grad 3 Behandlung soll mit zwei Tabletten niedrigerer Stärke (50 mg/500 mg)wieder aufgenommen werden.

Nach Wiederaufnahme der Behandlung mit Akeega in niedrigerer Stärkewird eine wöchentliche Überwachung für 28 Tage empfohlen. Bei Einleitungder Dosis niedrigerer Stärke, siehe nachfolgenden Abschnitt 'Empfohlene

Kontrollen' für weitere Informationen zur Leberfunktion.

Wenn der Patient bereits mit Akeega-Tabletten in niedrigerer Stärke(50 mg/500 mg) behandelt wurde, ist ein Absetzen der Behandlung in Betrachtzu ziehen.

Drittes Auftreten Absetzen der Behandlung mit Akeega nach klinischem Ermessen in Betracht≥ Grad 3 ziehen.1 Während der Unterbrechung der Behandlung mit Akeega können Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolonvom Arzt in Betracht gezogen und angewendet werden, um die Tagesdosis von Abirateronacetat aufrechtzuerhalten(siehe Fachinformation von Abirateronacetat).

Hepatotoxizität

Falls Patienten eine Hepatotoxizität ≥ Grad 3 entwickeln (Anstieg der Alaninaminotransferase [ALT]oder der Aspartataminotransferase [AST] über das Fünffache der oberen Grenze des Normbereichs[upper limit of normal, ULN]), soll die Behandlung mit Akeega unterbrochen und die Leberfunktionengmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Eine erneute Behandlung des Patienten darf erst nach Rückgang der Leberwerte auf die

Ausgangswerte und mit einer reduzierten Dosis von einer Tablette Akeega in regulärer Stärke(entsprechend 100 mg Niraparib/500 mg Abirateronacetat) erfolgen. Bei Patienten, die erneutbehandelt werden, sollen die Serum-Transaminasen über drei Monate mindestens alle zwei Wochenund anschließend monatlich überwacht werden. Tritt die Hepatotoxizität unter reduzierter Dosis von100 mg/500 mg (1 Tablette) täglich erneut auf, muss die Behandlung mit Akeega abgesetzt werden.

Wenn Patienten während der Behandlung mit Akeega eine schwere Hepatotoxizität entwickeln (ALToder AST 20-fach der ULN), muss die Behandlung dauerhaft abgesetzt werden.

Bei Patienten, die gleichzeitig eine Erhöhung der ALT‑Werte auf mehr als 3  ULN und des

Gesamtbilirubins auf mehr als 2  ULN entwickeln, ist Akeega dauerhaft abzusetzen, wenn keinebiliäre Obstruktion oder andere Ursachen für die gleichzeitige Erhöhung vorliegen (siehe

Abschnitt 4.4).

Empfohlene Kontrollen

Ein großes Blutbild soll vor Behandlungsbeginn, im ersten Monat wöchentlich und in den folgendenzwei Monaten alle zwei Wochen durchgeführt werden, gefolgt von monatlichen Kontrollen währenddes ersten Jahres und dann alle zwei Monate während der verbleibenden Dauer der Behandlung, umklinisch signifikante Veränderungen der hämatologischen Parameter zu überwachen (siehe

Abschnitt 4.4).

Serum-Aminotransferase-Spiegel und Gesamtbilirubin sollen vor Beginn der Behandlung, in denersten drei Monaten der Behandlung zweiwöchentlich und dann im ersten Jahr monatlich und danachwährend der Dauer der Behandlung alle zwei Monate bestimmt werden. Wenn nach einer

Dosisunterbrechung mit der niedrigeren Dosis von Akeega (zwei 50 mg/500 mg Tabletten) begonnenwird, soll die Leberfunktion wegen des Risikos einer erhöhten Abirateron-Exposition (siehe

Abschnitt 5.2) sechs Wochen lang alle zwei Wochen überwacht werden, bevor die regelmäßige

Überwachung wieder aufgenommen wird. Der Kalium-Spiegel im Serum soll während des ersten

Jahres monatlich und danach während der Dauer der Behandlung alle zwei Monate überwacht werden(siehe Abschnitt 4.4).

Der Blutdruck soll in den ersten zwei Monaten wöchentlich, im ersten Jahr monatlich und danachwährend der Dauer der Behandlung alle zwei Monate überwacht werden.

Bei Patienten mit vorbestehender Hypokaliämie oder bei Patienten, die während der Behandlung mit

Akeega eine Hypokaliämie entwickeln, ist ein Beibehalten des Kalium-Spiegels der Patienten von≥ 4,0 mmol/l zu beachten.

Besondere Patientengruppen
Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit vorbestehender leichter Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A) ist keine

Dosisanpassung erforderlich. Es liegen keine Daten zur klinischen Sicherheit und Wirksamkeit zu

Mehrfachgaben von Akeega bei Patienten mit mäßiger oder schwerer Leberfunktionsstörung (Child-

Pugh-Klasse B oder C) vor. Angaben zur Dosisanpassung können nicht gemacht werden. Die

Anwendung von Akeega ist bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung sorgfältig zu prüfen,wobei der Nutzen das mögliche Risiko eindeutig überwiegen soll (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Bei

Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ist Akeega kontraindiziert (siehe Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4und 5.2).

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich,wenngleich bei mäßiger Nierenfunktionsstörung aufgrund der potenziell erhöhten Niraparib-

Exposition eine engmaschige Überwachung in Hinblick auf sicherheitsrelevante Ereignisse erfolgensoll. Es liegen keine Daten zur Anwendung von Akeega bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz unter Hämodialyse vor. Akeega darf bei

Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung nur angewendet werden, wenn der Nutzen daspotenzielle Risiko überwiegt. Patienten sollen in Hinblick auf die Nierenfunktion und unerwünschte

Ereignisse sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Akeega bei Kindern und Jugendlichen.

Art der Anwendung

Akeega ist zum Einnehmen.

Die Tabletten müssen einmal täglich als Einzeldosis eingenommen werden. Akeega soll aufnüchternen Magen, mindestens 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit eingenommenwerden (siehe Abschnitt 5.2). Für eine optimale Aufnahme müssen Akeega-Tabletten unzerteilt mit

Wasser geschluckt werden, sie dürfen nicht zerbrochen, zerkleinert oder gekaut werden.

Vorsichtsmaßnahme vor der Handhabung bzw. vor der Anwendung des Arzneimittels

Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten, sollen Handschuhe tragen, wenn sie die

Tabletten anfassen (siehe Abschnitt 6.6).

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten (siehe Abschnitt 4.6).

Schwere Leberfunktionsstörung [Child-Pugh-Klasse C (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.2)].

Akeega plus Prednison oder Prednisolon ist in Kombination mit einer Ra-223-Behandlungkontraindiziert.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hämatologische Nebenwirkungen

Bei mit Akeega behandelten Patienten wurden hämatologische Nebenwirkungen (Thrombozytopenie,

Anämie und Neutropenie) berichtet (siehe Abschnitt 4.2).

Zur Überwachung klinisch relevanter Veränderungen hämatologischer Parameter unter der

Behandlung wird empfohlen, im ersten Monat wöchentlich und in den folgenden zwei Monaten allezwei Wochen ein großes Blutbild durchzuführen, gefolgt von monatlichen Kontrollen während desersten Jahres und dann alle zwei Monate während der verbleibenden Dauer der Behandlung (siehe

Abschnitt 4.2).

Basierend auf individuellen Laborwerten kann eine wöchentliche Überwachung während des zweiten

Monats indiziert sein.

Entwickelt ein Patient schwere, anhaltende, hämatologische Toxizität einschließlich Panzytopenie, dieinnerhalb von 28 Tagen nach einer Therapieunterbrechung nicht abklingen, ist Akeega abzusetzen.

Aufgrund des Risikos einer Thrombozytopenie sollen andere Arzneimittel, die bekanntermaßen die

Thrombozytenzahl verringern, bei Patienten, die Akeega einnehmen, mit Vorsicht angewendet werden(siehe Abschnitt 4.8).

Wenn nach einer Dosisunterbrechung aufgrund von hämatologischen Nebenwirkungen mit derniedrigeren Dosis von Akeega (zwei 50 mg/500 mg Tabletten) begonnen wird, soll die Leberfunktionwegen des Risikos einer erhöhten Abirateron-Exposition (siehe Abschnitt 5.2) sechs Wochen lang allezwei Wochen überwacht werden, bevor die regelmäßige Überwachung wieder aufgenommen wird(siehe Abschnitt 4.2).

Hypertonie

Akeega kann eine Hypertonie hervorrufen. Eine vorbestehende Hypertonie soll vor Beginn der

Behandlung mit Akeega angemessen behandelt werden. Der Blutdruck soll unter der Behandlung mit

Akeega in den ersten beiden Monaten mindestens wöchentlich, danach während des ersten Jahresmonatlich und danach alle zwei Monate kontrolliert werden.

Hypokaliämie, Flüssigkeitsretention und kardiovaskuläre Nebenwirkungen infolge eines

Mineralokortikoid-Überschusses

Akeega kann aufgrund der erhöhten Mineralokortikoid-Spiegel infolge der CYP17-Inhibition (siehe

Abschnitt 5.1) Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention hervorrufen (siehe Abschnitt 4.8). Diegleichzeitige Gabe eines Kortikosteroids supprimiert die Ausschüttung des adrenokortikotropen

Hormons (adrenocorticotropic hormone, ACTH), wodurch die Inzidenz und die Schwere dieser

Nebenwirkungen verringert werden. Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten geboten, deren

Grunderkrankungen durch eine Hypokaliämie (z. B. Patienten unter Herzglykosiden) oder

Flüssigkeitsretention (z. B. Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerer oder instabiler Angina pectoris,kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt oder ventrikulärer Arrhythmie sowie bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung) verschlechtert werden könnten. Eine QT-Verlängerung wurde bei

Patienten beobachtet, die eine Hypokaliämie im Zusammenhang mit einer Akeega‑Behandlungentwickelten. Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention sollen korrigiert und kontrolliert werden.

Vor Beginn der Behandlung von Patienten mit einem erheblichen Risiko für eine kongestive

Herzinsuffizienz (z. B. Herzversagen oder kardiale Ereignisse wie ischämische Herzerkrankung in der

Anamnese) soll eine Herzinsuffizienz behandelt und die Herzfunktion optimiert werden.

Flüssigkeitsretention (Gewichtszunahme, periphere Ödeme) und andere Anzeichen und Symptome füreine kongestive Herzinsuffizienz sollen über drei Monate alle zwei Wochen und anschließend einmalim Monat kontrolliert und Anomalien korrigiert werden. Bei Patienten mit einer kardiovaskulären

Erkrankung in der Anamnese soll Akeega mit Vorsicht angewendet werden.

Das Management kardialer Risikofaktoren (einschließlich Hypertonie, Dyslipidämie und Diabetes)soll bei Patienten, die Akeega erhalten, optimiert werden und diese Patienten sollen auf Anzeichen und

Symptome einer Herzerkrankung überwacht werden.

Abirateronacetat, ein Bestandteil von Akeega, erhöht den Mineralokortikoid-Spiegel und birgt ein

Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Ein Mineralokortikoid-Überschuss kann Hypertonie,

Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention hervorrufen. Eine vorangegangene ADT-Exposition sowiefortgeschrittenes Alter sind zusätzliche Risiken für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität. Bei der

AMPLITUDE-Studie und der MAGNITUDE-Studie wurden Patienten mit klinisch signifikanter

Herzerkrankung, nachgewiesen durch Myokardinfarkt, arteriellen und venösen thrombotischen

Ereignissen in den letzten 6 Monaten, schwerer oder instabiler Angina pectoris oder Herzinsuffizienzder NYHA-Klassen II bis IV oder einer kardialen Ejektionsfraktion von < 50 % ausgeschlossen.

Patienten mit einer Herzinsuffizienz in der Anamnese sollen klinisch optimiert und eine angemessene

Behandlung der Symptome eingeleitet werden. Bei einer klinisch signifikanten Abnahme der

Herzfunktion ist ein Absetzen von Akeega in Betracht zu ziehen.

Infektionen

Sowohl in der AMPLITUDE-Studie als auch in der MAGNITUDE-Studie traten schwere Infektionen,einschließlich COVID-19-Infektionen, mit tödlichem Ausgang bei mit Akeega behandelten Patientenhäufiger auf.

Die Patienten sollen auf Anzeichen und Symptome einer Infektion überwacht werden. Schwere

Infektionen können ohne Neutropenie und/oder Leukopenie auftreten.

Lungenembolie (pulmonary embolism, PE)

Sowohl in der AMPLITUDE-Studie als auch in der MAGNITUDE-Studie wurden Fälle von PE bei

Patienten, die mit Akeega behandelt wurden, häufiger berichtet als in der Kontrollgruppe. Bei

Patienten mit PE oder Venenthrombose in der Vorgeschichte besteht möglicherweise ein erhöhtes

Risiko für ein erneutes Auftreten. Die Patienten sind auf klinische Anzeichen und Symptome einer PEzu überwachen. Wenn klinische Anzeichen einer PE auftreten, sollen die Patienten umgehenduntersucht und anschließend angemessen behandelt werden.

Posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom (PRES)

PRES ist eine seltene, reversible neurologische Erkrankung, die mit sich schnell entwickelnden

Symptomen wie Krampfanfällen, Kopfschmerzen, verändertem Geisteszustand, Sehstörungen oderkortikaler Blindheit mit oder ohne damit verbundener Hypertonie einhergehen kann. Die Diagnoseeines PRES erfordert eine Bestätigung durch Bildgebung des Gehirns, vorzugsweise

Magnetresonanztomographie (MRT).

Es liegen Berichte über PRES bei Patientinnen vor, die 300 mg Niraparib (ein Bestandteil von

Akeega) als Monotherapie bei Eierstockkrebs erhielten. Sowohl in der AMPLITUDE-Studie als auchin der MAGNITUDE-Studie wurden bei Patienten mit Prostatakarzinom, die mit 200 mg Niraparibbehandelt wurden, keine Fälle von PRES berichtet.

Im Falle eines PRES soll die Behandlung mit Akeega dauerhaft abgesetzt und eine geeignete Therapieeingeleitet werden.

Hepatotoxizität und Leberfunktionsstörung

Hepatotoxizität wurde als wesentliches identifiziertes Risiko für Abirateronacetat, ein Bestandteil von

Akeega, erkannt. Der Mechanismus der Hepatotoxizität von Abirateronacetat ist nicht vollständiggeklärt. Patienten mit mäßiger und schwerer Leberfunktionsstörung (NCI-Klassifikation) sowie

Patienten mit Child-Turcotte-Pugh Klasse B und C wurden von den Kombinationsstudien mit Akeegaausgeschlossen.

In allen klinischen Studien mit Akeega wurde das Risiko für eine Hepatotoxizität durch Ausschlussvon Patienten mit einer Hepatitis oder signifikanten Veränderungen der Leberwerte (Gesamtbilirubinim Serum > 1,5  ULN oder direktes Bilirubin > 1  ULN und AST oder ALT > 3  ULN) bei

Baseline vermindert.

In klinischen Studien traten, obschon nicht häufig, deutlich erhöhte Leberwerte auf, die zu einer

Unterbrechung oder dem Absetzen der Behandlung führten (siehe Abschnitt 4.8). Serum-

Aminotransferase-Spiegel und Gesamtbilirubin sollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei

Monaten der Behandlung alle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat im ersten Jahr unddann alle zwei Monate für die Dauer der Behandlung bestimmt werden. Wenn nach einer

Dosisunterbrechung mit der niedrigeren Dosis von Akeega (zwei 50 mg/500 mg Tabletten) begonnenwird, soll die Leberfunktion wegen des Risikos einer erhöhten Abirateron-Exposition (siehe

Abschnitt 5.2) sechs Wochen lang alle zwei Wochen überwacht werden, bevor die regelmäßige

Überwachung wieder aufgenommen wird. Wenn klinische Symptome oder Anzeichen auftreten, dieauf eine Hepatotoxizität hindeuten, sollen Serum-Transaminasen umgehend bestimmt werden. Beim

Auftreten erhöhter Aminotransferase-Spiegel bei mit Akeega behandelten Patienten soll die

Behandlung umgehend unterbrochen werden. Wenn es zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem Anstiegvon ALT oder AST über das 5-Fache des ULN kommt, soll die Behandlung mit Akeega unterbrochenund die Leberfunktion engmaschig überwacht werden. Eine erneute Behandlung des Patienten darferst nach Rückgang der Leberwerte auf die Ausgangswerte und mit einer reduzierten Dosierungerfolgen (siehe Abschnitt 4.2).

Die Behandlung muss bei Patienten mit erhöhten ALT- oder AST-Werten > 20  ULN dauerhaftabgesetzt werden. Die Behandlung muss bei Patienten, die gleichzeitig eine Erhöhung von

ALT > 3  ULN und ein Gesamtbilirubin > 2  ULN entwickeln, dauerhaft abgesetzt werden, wennkeine biliäre Obstruktion oder andere Ursachen für die gleichzeitige Erhöhung vorliegen.

Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere Hepatotoxizitätentwickeln (ALT oder AST 20-fach der ULN), muss die Behandlung mit Akeega dauerhaft abgesetztwerden.

Patienten mit einer aktiven oder symptomatischen viralen Hepatitis wurden von klinischen Studienausgeschlossen. Daher liegen keine Daten vor, die die Anwendung von Akeega in dieser Populationstützen.

Es hat sich gezeigt, dass eine mäßige Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B oder erhöhter

AST-Wert und Gesamtbilirubin-Wert ([total bilirubin, TB] > 1,5  bis 3  ULN) die systemische

Abirateron- und Niraparib-Exposition erhöht (siehe Abschnitt 5.2). Es liegen keine Daten zurklinischen Sicherheit und Wirksamkeit zu Mehrfachgaben von Akeega bei Patienten mit mäßiger oderschwerer Leberfunktionsstörung vor. Die Anwendung von Akeega ist bei Patienten mit mäßiger

Leberfunktionsstörung sorgfältig zu prüfen, wobei der Nutzen das mögliche Risiko eindeutigüberwiegen soll (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Akeega darf bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 5.2).

Hypoglykämie

Es wurden Fälle von Hypoglykämie berichtet, wenn Abirateronacetat (ein Bestandteil von Akeega)plus Prednison oder Prednisolon von Patienten angewendet wurde, die bei einem vorbestehenden

Diabetes Pioglitazon oder Repaglinid (metabolisiert durch CYP2C8) erhielten (siehe Abschnitt 4.5).

Daher soll der Blutzuckerwert bei Patienten mit Diabetes überwacht werden.

Myelodysplastisches Syndrom/akute myeloische Leukämie (MDS/AML)

MDS/AML, darunter tödlich verlaufende Fälle, wurden in Studien zum Ovarialkarzinom bei

Patientinnen berichtet, die 300 mg Niraparib (ein Bestandteil von Akeega) erhielten.

Sowohl in der AMPLITUDE-Studie als auch in der MAGNITUDE-Studie wurden bei Patienten mit

Prostatakarzinom, die mit 200 mg Niraparib und 1 000 mg Abirateronacetat plus Prednison oder

Prednisolon behandelt wurden, MDS/AML, darunter tödlich verlaufende Fälle, berichtet.

Bei Verdacht auf MDS/AML oder bei anhaltenden hämatologischen Toxizitäten, die nicht durch eine

Unterbrechung der Behandlung oder eine Dosisreduzierung zurückgegangen sind, soll der Patient zurweiteren Beurteilung an einen Hämatologen überwiesen werden. Bei Bestätigung von MDS/AML solldie Behandlung mit Akeega dauerhaft abgesetzt und der Patient entsprechend behandelt werden.

Absetzen von Kortikosteroiden und Absicherung von Stresssituationen

Vorsicht ist geboten und eine Überwachung auf eine Insuffizienz der Nebennierenrinde soll erfolgen,wenn Patienten die Behandlung mit Prednison oder Prednisolon absetzen. Wenn die Behandlung mit

Akeega nach Absetzen der Kortikosteroide fortgeführt wird, sollen die Patienten auf Symptome eines

Überschusses an Mineralokortikoiden überwacht werden (siehe Informationen oben).

Bei Patienten unter Prednison oder Prednisolon, die ungewohntem Stress ausgesetzt sind, kann eineerhöhte Dosis von Kortikosteroiden vor, während und nach der Stresssituation indiziert sein.

Knochendichte

Bei Männern mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom kann eine verminderte

Knochendichte auftreten. Die Anwendung von Abirateronacetat (einem Bestandteil von Akeega)zusammen mit einem Glukokortikoid könnte diesen Effekt verstärken.

Erhöhtes Fraktur- und Mortalitätsrisiko in Kombination mit Radium‑223-Dichlorid

Die Behandlung mit Akeega plus Prednison oder Prednisolon in der Kombination mit einer Ra‑223-

Behandlung ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Grund hierfür ist ein erhöhtes Frakturrisiko undein Trend zu einer erhöhten Mortalität bei Patienten mit asymptomatischem oder mildsymptomatischem Prostatakarzinom, wie in klinischen Studien zu Abirateronacetat, einem Bestandteilvon Akeega, beobachtet wurde.

Es wird empfohlen, eine nachfolgende Behandlung mit Ra-223 nicht vor Ablauf von fünf Tagen nachder letzten Einnahme von Akeega in Kombination mit Prednison oder Prednisolon zu beginnen.

Hyperglykämie

Die Anwendung von Glukokortikoiden kann eine Hyperglykämie verstärken. Daher soll der

Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes häufig gemessen werden.

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Es wurden keine Fälle von Myopathie und von Rhabdomyolyse bei mit Akeega behandelten Patientenbeobachtet. In Monotherapie-Studien mit Abirateronacetat (einem Bestandteil von Akeega) traten diemeisten Fälle innerhalb der ersten sechs Monate der Behandlung auf und waren nach Absetzen von

Abirateronacetat reversibel. Vorsicht ist geboten bei Patienten, die gleichzeitig mit Arzneimittelnbehandelt werden, die mit der Entstehung einer Myopathie/Rhabdomyolyse assoziiert sind.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Starke CYP3A4-Induktoren sollen aufgrund des Risikos einer verringerten Exposition von Abirateronwährend der Behandlung vermieden werden, es sei denn, es gibt keine therapeutische Alternative(siehe Abschnitt 4.5).

Lactose und Natrium

Dieses Arzneimittel enthält Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz,völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nichteinnehmen.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Pharmakokinetische Wechselwirkungen

Es wurde keine klinische Studie zur Bewertung von Arzneimittelwechselwirkungen mit Akeegadurchgeführt. Wechselwirkungen, die in Studien mit einzelnen Bestandteilen von Akeega (Nirapariboder Abirateronacetat) identifiziert wurden, bestimmen die Wechselwirkungen, die bei Akeegaauftreten können.

Auswirkungen von anderen Arzneimitteln auf Niraparib oder Abirateronacetat

CYP3A4-Induktoren und -Inhibitoren

Abirateron ist ein CYP3A4-Substrat. In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden, die mit demstarken CYP3A4-Induktor Rifampicin 600 mg täglich über sechs Tage vorbehandelt wurden, gefolgtvon einer Einzeldosis Abirateronacetat 1 000 mg, war die mittlere Plasma AUC∞ von Abirateron um55 % verringert. Starke CYP3A4-Induktoren (z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin,

Rifapentin, Phenobarbital, Johanniskraut [Hypericum perforatum]) sollen während der Behandlungmit Akeega vermieden werden, es sei denn, es gibt keine therapeutische Alternative (siehe

Abschnitt 4.4).

In einer separaten klinischen Studie mit gesunden Probanden hatte die gleichzeitige Anwendung von

Ketokonazol, einem starken CYP3A4-Inhibitor, keinen klinisch relevanten Einfluss auf die

Pharmakokinetik von Abirateron.

Auswirkungen von Niraparib oder Abirateronacetat auf andere Arzneimittel

CYP2D6-Substrate

Abirateron ist ein Inhibitor von CYP2D6. In einer klinischen Studie, die die Wirkung von

Abirateronacetat plus Prednison (AAP) auf eine Einzeldosis des CYP2D6-Substrats

Dextromethorphan untersuchte, war die systemische Exposition mit Dextromethorphan (AUC) um dasetwa 2,9‑Fache erhöht. Die AUC24 für Dextrorphan, den aktiven Metaboliten von Dextromethorphan,stieg um ca. 33 % an. Bei Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite, die durch CYP2D6metabolisiert werden, soll eine Reduzierung der Dosis in Betracht gezogen werden. Arzneimittel, diedurch CYP2D6 metabolisiert werden, sind beispielsweise Metoprolol, Propranolol, Desipramin,

Venlafaxin, Haloperidol, Risperidon, Propafenon, Flecainid, Codein, Oxycodon und Tramadol.

CYP2C8-Substrate

Abirateron ist ein Inhibitor von CYP2C8. In einer klinischen Studie mit gesunden Probanden war die

AUC von Pioglitazon, einem CYP2C8-Substrat, bei gleichzeitiger Gabe einer 1 000 mg Einzeldosis

Abirateronacetat um 46 % erhöht und die AUCs von M‑III und M‑IV, den aktiven Metaboliten von

Pioglitazon, jeweils um 10 % verringert. Patienten sollen aufgrund der Abirateronacetat-Komponenteauf Anzeichen von Toxizität im Zusammenhang mit einem CYP2C8-Substrat mit engertherapeutischer Breite überwacht werden, wenn dieses gleichzeitig mit Akeega angewendet wird.

Beispiele für Arzneimittel, die durch CYP2C8 metabolisiert werden, sind Pioglitazon und Repaglinid(siehe Abschnitt 4.4).

Pharmakodynamische Wechselwirkungen

Die Kombination von Akeega mit Impfstoffen oder Immunsuppressiva wurde nicht untersucht.

Die Daten zu Niraparib in Kombination mit anderen zytotoxisch wirkenden Arzneimitteln sindbegrenzt. Bei Anwendung von Akeega in Kombination mit Lebendimpfstoffen oder attenuierten

Lebendimpfstoffen, Immunsuppressiva oder mit anderen zytotoxisch wirkenden Arzneimitteln ist

Vorsicht geboten.

Anwendung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern

Da eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist bei gleichzeitiger

Anwendung von Akeega mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern, oder mit

Arzneimitteln, die Torsades de Pointes induzieren können, wie Antiarrhythmika der Klasse IA (z. B.

Chinidin, Disopyramid) oder der Klasse III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), Methadon,

Moxifloxacin, Antipsychotika etc., Vorsicht geboten.

Anwendung mit Spironolacton

Spironolacton bindet an den Androgenrezeptor und kann die Werte des prostataspezifischen Antigens(PSA) erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung mit Akeega wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.1).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter/Verhütung bei Männern und Frauen

Es ist nicht bekannt, ob Bestandteile von Akeega oder deren Metaboliten im Sperma vorhanden sind.

Während der Behandlung und in den vier Monaten nach der letzten Akeega-Dosis:

- Wenn der Patient mit einer schwangeren Frau sexuell aktiv ist, muss ein Kondom verwendetwerden.

- Wenn der Patient mit einer Frau im gebärfähigen Alter sexuell aktiv ist, muss sowohl ein

Kondom als auch eine andere zuverlässige Verhütungsmethode angewendet werden.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Schwangerschaft

Akeega ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt (siehe Abschnitt 4.3).

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Akeega bei Schwangeren vor. Aufgrund des

Wirkmechanismus beider Bestandteile und der Erkenntnisse aus tierexperimentellen Studien mit

Abirateronacetat kann Akeega den Fetus schädigen. Es wurden keine tierexperimentellen Studien zur

Entwicklungs- und Reproduktionstoxizität mit Niraparib durchgeführt (siehe Abschnitt 5.3).

Stillzeit

Akeega ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Daten zur Fertilität bei der Anwendung von Akeega vor. Intierexperimentellen Studien wurde die männliche Fertilität durch Niraparib oder Abirateronacetatvermindert. Diese Effekte waren jedoch nach Absetzen der Behandlung reversibel (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Akeega hat mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen. Bei Patienten, die Akeega einnehmen, können Asthenie, Fatigue, Schwindelgefühl oder

Konzentrationsschwierigkeiten auftreten. Vorsicht ist geboten für Patienten bei der Teilnahme am

Straßenverkehr oder beim Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Das allgemeine Sicherheitsprofil von Akeega basiert auf kombinierten Daten aus zwei klinischen

Phase-III-Studien mit 559 Patienten (AMPLITUDE [n = 347] und MAGNITUDE-Kohorte 1[n = 212]). Die häufigsten Nebenwirkungen aller Schweregrade, die in der Niraparib-plus-

AAP-Gruppe bei > 10 % auftraten, waren Anämie (51,9 %), Hypertonie (40,1 %), Fatigue (39,7 %),

Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems (35,8 %), Obstipation (34,7 %), Übelkeit (28,6 %),

Hypokaliämie (22,0 %), Thrombozytopenie (20,9 %), Neutropenie (19,7 %), Ödem (18,1 %),

Atemwegsinfektionen (17,7 %), Dyspnoe (16,6 %), Erbrechen (15,7 %), verminderter Appetit(15,0 %), Leukopenie (14,5 %), Hitzewallung (14,1 %), Schwindelgefühl (14,0 %), Gewichterniedrigt (14,0 %), Abdominalschmerzen (13,4 %), Hyperglykämie (13,4 %), Schlaflosigkeit(13,1 %), Diarrhö (12,3 %), Lymphopenie (12,2 %), Kopfschmerzen (12,0 %), Kreatinin im Bluterhöht (11,8 %), Harnwegsinfektion (11,8 %) und Husten (10,4 %). Die am häufigsten beobachteten

Nebenwirkungen der Grade 3-4 waren Anämie (29,7 %), Hypertonie (22,7 %), Hypokaliämie (9,3 %),

Neutropenie (8,4 %), Thrombozytopenie (7,5 %) und Lymphopenie (5,2 %).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Im Folgenden werden die in klinischen Studien beobachteten Nebenwirkungen nach ihrer Häufigkeitaufgeführt. Die Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100,< 1/10); gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000) undnicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

In jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen in abnehmendem Schweregrad dargestellt.

Tabelle 3: In klinischen Studien aufgetretene Nebenwirkungen

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Infektionen und Sehr häufig Atemwegsinfektionen1, Harnwegsinfektion2parasitäre Häufig Pneumonie, Gastrointestinalinfektion3, Sepsis4

Erkrankungen Gelegentlich Hautinfektion5, Konjunktivitis

Gutartige, bösartige Gelegentlich myelodysplastisches Syndrom/akute myeloischeund nicht spezifizierte Leukämie

Neubildungen (einschl.

Zysten und Polypen)

Erkrankungen des Sehr häufig Anämie, Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie,

Blutes und des Lymphopenie

Lymphsystems

Nicht Panzytopenie6bekannt

Erkrankungen des Gelegentlich Überempfindlichkeit7

Immunsystems

Endokrine Nicht Nebenniereninsuffizienz8

Erkrankungen bekannt

Stoffwechsel- und Sehr häufig verminderter Appetit, Hypokaliämie, Hyperglykämie

Ernährungsstörungen

Häufig Lipidstoffwechselstörungen9

Psychiatrische Sehr häufig Schlaflosigkeit

Erkrankungen Häufig Depression, Angst, Verwirrtheitszustand

Erkrankungen des Sehr häufig Schwindelgefühl, Kopfschmerzen

Nervensystems Häufig Lethargie, kognitive Störung, Dysgeusie10

Nicht posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrombekannt (PRES)6

Herzerkrankungen Häufig Herzinsuffizienz11, Arrhythmie12, Angina pectoris13,

Tachykardie14, Palpitationen

Gelegentlich Myokardinfarkt15

Gefäßerkrankungen Sehr häufig Hypertonie16, Hitzewallung

Nicht hypertensive Krise6bekannt

Erkrankungen der Sehr häufig Dyspnoe17, Husten

Atemwege, des Häufig Lungenembolie, Epistaxis

Brustraums und Gelegentlich Pneumonitis

Mediastinums Nicht allergische Alveolitis8bekannt

Erkrankungen des Sehr häufig Obstipation, Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerz18,

Gastrointestinaltrakts Diarrhö

Häufig Gastritis, abdominelle Distension, Dyspepsie,

Stomatitis, Mundtrockenheit

Leber- und Häufig Hyperbilirubinämie

Gallenerkrankungen

Gelegentlich Leberversagen, Hepatitis19

Systemorganklasse Häufigkeit Nebenwirkung

Erkrankungen der Häufig Ausschlag20, Pruritus, Lichtempfindlichkeitsreaktion

Haut und des

Unterhautgewebes

Skelettmuskulatur-, Sehr häufig Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems21

Bindegewebs- und Nicht Rhabdomyolyse8, Myopathie8

Knochenerkrankungen bekannt

Erkrankungen der Häufig Hämaturie, akute Nierenschädigung

Nieren und Harnwege

Gelegentlich Urethralblutung

Allgemeine Sehr häufig Fatigue22, Ödem23

Erkrankungen und Häufig Thoraxschmerz nicht kardialen Ursprungs

Beschwerden am Gelegentlich Thoraxschmerz, Schleimhautentzündung

Verabreichungsort

Untersuchungen Sehr häufig Gewicht erniedrigt, Kreatinin im Blut erhöht

Häufig alkalische Phosphatase im Blut erhöht, AST erhöht,

ALT erhöht

Gelegentlich Elektrokardiogramm-QT verlängert, Gamma-

Glutamyltransferase erhöht

Verletzung, Vergiftung Häufig Frakturen24und durch Eingriffebedingte

Komplikationen1 Einschließlich Infektion der oberen Atemwege, Infektion der unteren Atemwege, Laryngitis, Rhinitis, Bronchitis,

Nasopharyngitis, Virusinfektion der Atemwege, Laryngopharyngitis, Virusinfektion der oberen Atemwege2 Einschließlich Zystitis3 Einschließlich Gastroenteritis, virale Gastroenteritis, Ösophagitis durch Pilzbefall, Candidose des Ösophagus und

Candidose des Oropharynx4 Einschließlich Urosepsis5 Einschließlich Streptokokken-Infektion6 Nicht beobachtet mit Akeega. Berichtet unter Niraparib-Monotherapie7 In der AMPLITUDE-Studie wurde Überempfindlichkeit ohne Anaphylaxie beobachtet. Anaphylaktische Reaktionenwurden in den klinischen Studien mit Akeega nicht berichtet, jedoch nach der Markteinführung von Niraparib-

Monotherapie8 Nicht beobachtet mit Akeega. Berichtet aus Erfahrungen nach der Markteinführung von Abirateron-Monotherapie9 Einschließlich Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie, Dyslipidämie10 Einschließlich Geschmacksstörung11 Einschließlich akute Herzinsuffizienz, kongestive Herzinsuffizienz, Cor pulmonale, Funktionsstörung des linken

Ventrikels12 Einschließlich Vorhofflimmern, Extrasystolen, supraventrikuläre Extrasystolen, ventrikuläre Extrasystolen,

Sinusarrhythmie13 Einschließlich koronare Herzkrankheit, akutes Koronarsyndrom14 Einschließlich Sinustachykardie, Vorhoftachykardie15 Einschließlich Myokardiale Ischämie16 Einschließlich systolische Hypertonie17 Einschließlich Belastungsdyspnoe18 Einschließlich Schmerzen im Oberbauch, Schmerzen im Unterbauch19 Einschließlich Leberfunktion anomal, akute Hepatitis, fulminant verlaufende Hepatitis, hepatische Zytolyse,

Lebertoxizität20 Einschließlich Erythem, Dermatitis, makulopapulöser Ausschlag, Ausschlag mit Juckreiz21 Einschließlich Arthralgie, Rückenschmerzen, Myalgie, muskuloskelettale Beschwerden22 Einschließlich Asthenie23 Einschließlich Ödem peripher, Schwellung, Gesichtsödem, periphere Schwellung, Gesichtsschwellung24 Einschließlich Osteoporose, Rippenfraktur, Oberschenkelhalsfraktur, Oberschenkelfraktur, Knöchelfraktur,

Humerusfraktur, Fibulafraktur, Fraktur einer unteren Extremität, Fraktur des Brustbeins, Belastungsfraktur, Fraktur eineroberen Extremität, Acetabulumfraktur, Radiusfraktur, Fraktur eines Brustwirbels, Tibiafraktur

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Die nachstehend beschriebenen Nebenwirkungen basieren auf kombinierten Daten aus zwei klinischen

Phase-III-Studien mit 559 Patienten (AMPLITUDE [n = 347] und MAGNITUDE-Kohorte 1[n = 212]).

Hämatologische Toxizitäten

Hämatologische Toxizitäten (Anämie, Thrombozytopenie und Neutropenie) einschließlich

Laborbefunden sind die häufigsten Nebenwirkungen, die auf Niraparib (einen Bestandteil von

Akeega) zurückzuführen sind. Diese Toxizitäten traten im Allgemeinen innerhalb der ersten drei

Behandlungsmonate auf; die Häufigkeit nahm im Verlauf ab.

In der MAGNITUDE-Studie und in der AMPLITUDE-Studie waren die folgenden hämatologischen

Parameter Einschlusskriterien: absolute Neutrophilenzahl (absolute neutrophil count, ANC)≥ 1 500 Zellen/μl; Blutplättchen ≥ 100 000 Zellen/μl und Hämoglobin ≥ 9 g/dl. Bei hämatologischen

Nebenwirkungen erfolgten Laborwertkontrollen und Dosismodifizierungen (siehe Abschnitte 4.2 und4.4).

Anämie

Anämie war die häufigste Nebenwirkung (51,9 %) und das am häufigsten beobachtete Ereignis der

Grade 3-4 (29,7 %). Anämie trat früh im Verlauf der Therapie auf (mediane Zeit bis zum Auftretenvon 64,5 Tagen). Bei 26,1 % der Patienten kamen Dosisunterbrechungen und bei 13,6 % der Patienten

Dosisreduktionen vor. Anämie wurde bei 25,9 % der Patienten mit mindestens einer

Erythrozytentransfusion behandelt. Ein Absetzen der Behandlung erfolgte bei 2,5 % der Patienten.

Thrombozytopenie

Bei 20,9 % der behandelten Patienten wurde eine Thrombozytopenie berichtet, wobei bei 7,5 % der

Patienten eine Thrombozytopenie der Grade 3-4 auftrat. Die mediane Zeit von der ersten Dosis biszum ersten Auftreten betrug 56 Tage. Thrombozytopenie wurde mit Dosismodifizierungen(Unterbrechung bei 9,5 % und Reduktion bei 1,6 %) und bei Bedarf mit Thrombozytentransfusionen(2,1 %) behandelt (siehe Abschnitt 4.2). Ein Absetzen der Behandlung erfolgte bei 0,5 % der

Patienten. Bei 2,3 % der Patienten kam es zu Thrombozytopenie und nicht lebensbedrohlichen

Blutungsereignissen.

Neutropenie

Neutropenie wurde bei 19,7 % der Patienten berichtet, wobei bei 8,4 % der Patienten eine Neutropenieder Grade 3-4 auftrat. Die mediane Zeit von der ersten Dosis bis zum ersten Auftreten einer

Neutropenie betrug 58 Tage. Neutropenie führte bei 8,9 % der Patienten zu einer Unterbrechung der

Behandlung und bei 1,3 % zu einer Dosisreduktion. Ein Absetzen der Behandlung erfolgte bei 0,4 %der Patienten. Neutropenie und Infektion wurden bei 2,5 % der Patienten berichtet.

Hypertonie

Hypertonie ist eine Nebenwirkung bei beiden Bestandteilen von Akeega und Patienten mitunkontrollierter Hypertonie (anhaltender systolischer Blutdruck [blood pressure, BP] ≥ 160 mmHgoder diastolischer BP ≥ 100 mmHg) wurden in allen Kombinationsstudien ausgeschlossen.

Hypertonie wurde bei 40,6 % der Patienten berichtet, davon hatten 22,9 % einen Grad ≥ 3. Diemediane Zeit bis zum Auftreten der Hypertonie betrug 70 Tage. Hypertonie wurde mit ergänzenden

Arzneimitteln behandelt.

Bei Patienten soll der Blutdruck vor Beginn der Behandlung mit Akeega kontrolliert werden. Der

Blutdruck soll während der Behandlung überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Kardiale Ereignisse

Die Inzidenz der unter Behandlung auftretenden unerwünschten Ereignisse (Treatment Emergent

Adverse Events, TEAEs) von Herzerkrankungen (aller Schweregrade) war in der Niraparib-plus-AAP-

Gruppe und in der Placebo-plus-AAP-Gruppe vergleichbar, mit Ausnahme der Kategorie Arrhythmie,in der unerwünschte Ereignisse (adverse events, AEs) bei 17,2 % der Patienten in der Niraparib-plus-

AAP-Gruppe und bei 7,9 % der Patienten in der Placebo-plus-AAP-Gruppe beobachtet wurden (siehe

Abschnitt 4.4). Die höhere Häufigkeit von Arrhythmien war größtenteils auf Ereignisse niedrigen

Schweregrades wie Palpitationen, Tachykardien und Vorhofarrhythmien zurückzuführen. Die mediane

Zeit bis zum Auftreten von Arrhythmien betrug 150,5 Tage in der Niraparib-plus-AAP-Gruppe und233,5 Tage in der Placebo-plus-AAP-Gruppe. Arrhythmie-Ereignisse normalisierten sich bei 70,8 %der Patienten in der Niraparib-plus-AAP-Gruppe und bei 72,7 % der Patienten in der Placebo-plus-

AAP-Gruppe.

Die Inzidenz von Herzinsuffizienz (gruppierter Terminus) betrug 4,7 % in der Niraparib-plus-AAP-

Gruppe gegenüber 1,8 % in der Placebo-plus-AAP-Gruppe. Die mediane Zeit bis zum Auftreten von

Herzinsuffizienz betrug 359,5 Tage in der Niraparib-plus-AAP-Gruppe und 165,5 Tage in der

Placebo-plus-AAP-Gruppe. Herzinsuffizienz-Ereignisse normalisierten sich bei 42,3 % der Patientenin der Niraparib-plus-AAP-Gruppe und bei 40 % der Patienten in der Placebo-plus-AAP-Gruppe.

Die Inzidenz einer ischämischen Herzerkrankung (gruppierter Terminus) betrug 5,4 % in der

Niraparib-plus-AAP-Gruppe gegenüber 5,0 % in der Placebo-plus-AAP-Gruppe. Ischämische

Herzerkrankung schloss Angina pectoris, koronare Herzkrankheit oder -stenose, Myokardinfarkt,

Laborwertabweichungen (wie z. B. erhöhte Troponinwerte) und EKG-Veränderungen, die mitischämischer Herzerkrankung vereinbar sind, ein. Die mediane Zeit bis zum Auftreten einerischämischen Herzerkrankung betrug 237,5 Tage in der Niraparib-plus-AAP-Gruppe und 322,5 Tagein der Placebo-plus-AAP-Gruppe. Ereignisse einer ischämischen Herzerkrankung normalisierten sichbei 73,3 % der Patienten in der Niraparib-plus-AAP-Gruppe und bei 67,9 % der Patienten in der

Placebo-plus-AAP-Gruppe.

Hepatotoxizität

Die Gesamtinzidenz der Hepatotoxizität war in den Gruppen Niraparib-plus-AAP (13,6 %) und

Placebo-plus-AAP (17,5 %) ähnlich (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). Bei den meisten dieser Ereignissehandelte es sich um geringgradige Erhöhungen der Aminotransferasen. Ereignisse des Grads 3 tratenbei 2,0 % der Patienten in der Niraparib-plus-AAP-Gruppe auf, und es gab einen (0,2 %) Patienten miteinem Ereignis Grad 4 und einen (0,2 %) Patienten mit einem Ereignis Grad 5. Die Inzidenz vonschwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (serious adverse events, SAE) betrug 0,7 %. Diemediane Zeit bis zum Auftreten von Hepatotoxizität betrug 43 Tage. Die Hepatotoxizität wurde bei2,0 % der Patienten mit einer Dosisunterbrechung und bei 0,7 % der Patienten mit einer

Dosisreduzierung behandelt. Ein Absetzen der Behandlung erfolgte bei 0,5 % der Patienten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es gibt keine spezifische Behandlung im Fall einer Überdosierung von Akeega. Im Falle einer

Überdosierung soll der behandelnde Arzt allgemeine Supportivmaßnahmen einleiten und den

Patienten symptomatisch behandeln, einschließlich der Überwachung hinsichtlich Arrhythmien,

Hypokaliämie und Anzeichen und Symptomen einer Flüssigkeitsretention. Auch die Leberfunktionsoll untersucht werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: antineoplastische Mittel, andere antineoplastische Mittel, ATC-

Code: L01XK52

Wirkmechanismus

Akeega ist eine Kombination aus Niraparib, einem Inhibitor der Poly(ADP-Ribose)-Polymerase(PARP), und Abirateronacetat (ein Prodrug von Abirateron), einem CYP17-Inhibitor, die auf zweionkogene Abhängigkeiten bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom und HRR-

Genmutationen abzielt.

Niraparib

Niraparib ist ein Inhibitor der PARP-Enzyme 1 und 2 (PARP: Poly[ADP-Ribose]Polymerase), die beider DNA‑Reparatur eine Rolle spielen. In‑vitro-Studien haben gezeigt, dass die Zytotoxizität von

Niraparib auf eine Hemmung der enzymatischen Aktivität der PARP und eine vermehrte Bildung von

PARP-DNA-Komplexen zurückzuführen sein könnte, die zu einer DNA-Schädigung, Apoptose und

Zelltod führen.

Abirateronacetat

Abirateronacetat wird in vivo zu Abirateron, einem Androgen-Biosynthese-Inhibitor umgewandelt.

Abirateron inhibiert im Besonderen selektiv das Enzym 17α‑Hydroxylase/C17,20‑lyase (CYP17).

Dieses Enzym wird in Hoden, Nebennieren und Prostata-Tumorgewebe exprimiert und ist für die

Androgen-Biosynthese erforderlich. CYP17 katalysiert die Umwandlung von Pregnenolon bzw.

Progesteron in die Testosteron-Vorstufen DHEA bzw. Androstenedion durch 17α‑Hydroxylierung und

Spaltung der C17,20-Bindung. Die CYP17-Inhibition führt außerdem zu einer erhöhten

Mineralokortikoid-Produktion in den Nebennieren (siehe Abschnitt 4.4).

Androgensensitive Prostatakarzinome sprechen auf eine androgenspiegelsenkende Behandlung an.

Androgendeprivationstherapien, wie eine Behandlung mit luteinisierendes Hormon-Releasing-

Hormon (LHRH)-Analoga oder eine Orchiektomie, senken die Androgenproduktion in den Hoden,wirken sich jedoch nicht auf die Androgenproduktion in den Nebennieren oder im Tumor aus. Eine

Behandlung mit Abirateronacetat senkt den Testosteron-Spiegel im Serum auf nicht nachweisbare

Konzentrationen (bei Verwendung handelsüblicher Tests), wenn es gemeinsam mit LHRH-Analogagegeben wird (oder bei Orchiektomie).

Pharmakodynamische Wirkungen

Abirateronacetat

Abirateron senkt den Testosteron-Spiegel im Serum und andere Androgene auf Konzentrationen, diegeringer sind als die, die durch die alleinige Gabe von LHRH-Analoga oder eine Orchiektomieerreicht werden. Dies resultiert aus der selektiven Inhibition des für die Androgen-Biosyntheseerforderlichen Enzyms CYP17.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit von Akeega wurde in zwei randomisierten, placebokontrollierten, multizentrischen,klinischen Phase-III-Studien nachgewiesen: bei Patienten mit mHSPC in der AMPLITUDE-Studie(67652000PCR3002) und bei Patienten mit mCRPC in der MAGNITUDE-Studie(64091742PCR3001).

Behandlung von mHSPC-Patienten mit BRCA1/2-Mutationen

AMPLITUDE ist eine in mehreren Ländern durchgeführte, randomisierte, doppelblinde,placebokontrollierte Phase-III-Studie, in der die Behandlung mit der Kombination aus Niraparib(200 mg) und Abirateronacetat (1 000 mg) plus Prednison (5 mg) täglich im Vergleich zur

AAP‑Standardbehandlung bei 696 Patienten mit mHSPC und bestimmten HRR-Genmutationenuntersucht wurde. Die Patienten wurden randomisiert (1:1) und erhielten entweder Niraparib plus

AAP (N = 348) oder Placebo plus AAP (N = 348) täglich oral. Die Randomisierung war stratifiziertnach HRR-Genveränderung (BRCA2 versus CDK12 versus alle anderen pathogenen Veränderungen),vorheriger Docetaxel-Behandlung bei mHSPC (ja oder nein) und Tumorvolumen beim Screening(hoch versus niedrig). Die Behandlung wurde bis zur Krankheitsprogression, zum Auftreten voninakzeptabler Toxizität oder zum Tod fortgesetzt.

Die Patienten mit mHSPC und bestimmten HRR-Genmutationen konnten zuvor ≤ 6 Zyklen Docetaxel,≤ 45 Tage AAP, ≤ 6 Monate ADT und bis zu 2 Wochen Ketoconazol erhalten haben. Sie konntenaußerdem 1 Strahlentherapiezyklus und 1 chirurgischen Eingriff zur symptomatischen Kontrolle des

Prostatakarzinoms erhalten haben. Patienten mit kleinzelligem oder neuroendokrinem

Prostatakarzinom wurden von der Studie ausgeschlossen. Plasma-, Blut- und/oder

Tumorgewebeproben aller Patienten wurden mit validierten Next Generation Sequencing-Testsuntersucht, um den HRR-Genmutationsstatus in der Keimbahn und/oder somatisch zu bestimmen.

Insgesamt wurden 696 Patienten mit mindestens einer der folgenden Mutationen eingeschlossen (348erhielten Akeega): BRCA1, BRCA2, BRIP1, CDK12, CHEK2, FANCA, PALB2, RAD51B,

RAD54L. An der Studie nahmen 387 Patienten mit einer BRCA1/2-Mutation teil (191 erhielten

Akeega). Es wurden weitere 309 Patienten mit einer Mutation in anderen Genen als in BRCA1/2(BRIP1, CDK12, CHEK2, FANCA, PALB2, RAD51B, RAD54L) in die Studie aufgenommen (157erhielten Akeega). Der Eastern Cooperative Oncology Group Performance Status (ECOG PS)-Scorebetrug bei der Aufnahme in die Studie bei 68,0 % der Patienten 0, bei 31,0 % 1 und bei 1,0 % 2. Diemeisten Patienten erhielten eine Androgendeprivationstherapie mit einem GnRH-Analogon (95,3 %),und bei 6,5 % der Patienten wurde eine chirurgische Kastration mit bilateraler Orchiektomiedurchgeführt. Alle Patienten, bei denen zuvor keine Orchiektomie durchgeführt wurde, setzten die

ADT mit einem GnRH-Analogon fort.

Der primäre Endpunkt, das radiographisch progressionsfreie Überleben (radiographic progressionfree survival, rPFS), war definiert als Zeitintervall von der Randomisierung bis zur ersten vom

Prüfarzt festgestellten radiologischen Progression oder Tod jeglicher Ursache, je nachdem, welches

Ereignis zuerst eintrat. Eine radiologische Progression war als erstes Auftreten einer Progression im

Knochenszintigramm (gemäß den Kriterien der Prostate Cancer Working Group 3) oder von

Weichgewebeläsionen im CT oder MRT (gemäß RECIST 1.1-Kriterien) definiert. Die Zeit bis zursymptomatischen Progression (time to symptomatic progression, TSP) war definiert als Zeit von der

Randomisierung bis zum Auftreten einer symptomatischen Progression, was die Anwendung einerexternen Strahlentherapie bei Skelett- oder Beckensymptomen, krebsbedingte Komplikationen, die

Einleitung einer neuen systemischen Krebstherapie und andere krebsbezogene Behandlungeneinschloss. Die Endpunkte wurden formal in der Reihenfolge rPFS, TSP und Gesamtüberleben(overall survival, OS) geprüft und auf Mehrfachtestung kontrolliert.

Die demografischen Daten und Baseline-Merkmale der Patienten waren in beiden

Behandlungsgruppen der AMPLITUDE-Studie vergleichbar. Das mediane Alter zur Baseline betrug67 Jahre (Bereich 41-92 Jahre), 20,9 % der Patienten waren 75 Jahre oder älter. In der

Studienpopulation waren 69,5 % kaukasischer Abstammung, 23,8 % asiatischer Abstammung und3,6 % schwarz oder afroamerikanischer Abstammung. 12 % der Patienten gaben an, hispanischer oderlateinamerikanischer Abstammung zu sein. Zum Zeitpunkt der Diagnose lag der mediane PSA-Wertbei 107,00 µg/l (Bereich 0,1-15 900,0 µg/l), die meisten Patienten (82,2 %) hatten einen Gleason-

Score ≥ 8. Bei der Aufnahme in die Studie wiesen 98,2 % der Patienten Knochenmetastasen auf,40,8 % hatten ausschließlich Knochenmetastasen (ohne weitere Metastasierung), 16,5 % hattenviszerale Metastasen (Metastasen in Organen, u.a. Leber, Lunge oder Nebenniere) und 49,6 % hatten

Lymphknotenmetastasen. Die Mehrheit der Patienten hatten ein hohes Tumorvolumen (79,1 %),20,9 % hatten ein niedriges Tumorvolumen. Bei 16,0 % der Patienten wurde eine vorherige

Docetaxel-Behandlung durchgeführt. Knochenschonende Medikamente (Bisphosphonate oder

Denosumab) wurden bei 24,1 % der Patienten in der Niraparib-plus-AAP-Gruppe und bei 23,0 % der

Patienten in der Placebo-plus-AAP-Gruppe eingesetzt.

In der BRCA-Population wurde eine statistisch signifikante Verbesserung in Bezug auf das vom

Prüfarzt beurteilte rPFS bei Patienten beobachtet, die mit Niraparib plus AAP behandelt wurden, im

Vergleich zu Patienten, die mit Placebo plus AAP behandelt wurden. Die wichtigsten Ergebnisse zur

Wirksamkeit in der BRCA-Population sind in Tabelle 4 dargestellt. Die Kaplan-Meier-Kurven für dasvom Prüfarzt beurteilte rPFS und OS in der BRCA-Population sind in Abbildung 1 und 2 dargestellt.

Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse aus der BRCA-Population in der AMPLITUDE-Studie

Akeega + P1 Placebo + AAP1

Endpunkte (N = 191) (N = 196)

Radiographisch progressionsfreies Überleben2

Ereignisse 57 (29,8 %) 93 (47,4 %)

Mediane (95 % KI) Zeit bis zum Ereignis (Monate) NE (41,20; NE) 25,99 (22,11; 41,17)

Hazard Ratio (95 % KI) 0,515 (0,370; 0,717)p-Wert < 0,0001

Zeit bis zur symptomatischen Progression3

Ereignisse 31 (16,2 %) 66 (33,7 %)

Mediane (95 % KI) Zeit bis zum Ereignis (Monate) NE (NE, NE) NE (39,72; NE)

Hazard Ratio (95 % KI) 0,444 (0,290; 0,681)p-Wert 0,0001

Gesamtüberleben4

Ereignisse 65 (34,0 %) 80 (40,8 %)

Mediane (95 % KI) Zeit bis zum Ereignis (Monate) 52,01 (44,98; NE) 47,61 (39,36; NE)

Hazard Ratio (95 % KI) 0,799 (0,576; 1,109)1 P = Prednison oder Prednisolon2 Primäre Analyse mit klinischem Datenschnitt zum 07. Januar 2025 mit 30,7 Monaten mediane Nachbeobachtungszeit3 Erste Zwischenanalyse mit klinischem Datenschnitt zum 07. Januar 2025 mit 30,7 Monaten mediane

Nachbeobachtungszeit4 Zweite Zwischenanalyse mit klinischem Datenschnitt zum 03. Oktober 2025 mit 40,4 Monaten mediane

Nachbeobachtungszeit

NE = nicht auswertbar (Not estimable)

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Diagramm des radiographisch progressionsfreien Überlebensdurch Prüfarztbeurteilung in der BRCA-Population (AMPLITUDE, primäre

Analyse)

Abbildung 2: Kaplan-Meier-Diagramm des Gesamtüberlebens in der BRCA-Population(AMPLITUDE, zweite Zwischenanalyse)

Erstlinienbehandlung von mCRPC-Patienten mit BRCA1/2-Mutationen

MAGNITUDE war eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische Phase-III-

Studie, in der die Behandlung mit der Kombination aus Niraparib (200 mg) und Abirateronacetat(1 000 mg) plus Prednison (10 mg) täglich im Vergleich zur AAP‑Standardbehandlung untersuchtwurde. Die Wirksamkeitsdaten basieren auf Kohorte 1, die aus 423 Patienten mit mCRPC undbestimmten HRR-Genmutationen bestand, die randomisiert (1:1) entweder Niraparib plus AAP(N = 212) oder Placebo plus AAP (N = 211) täglich oral erhielten. Die Behandlung wurde bis zur

Krankheitsprogression, zum Auftreten von inakzeptabler Toxizität oder zum Tod fortgesetzt.

In Frage kamen Patienten mit mCRPC, die zuvor keine systemische Therapie im mCRPC erhaltenhatten, mit Ausnahme einer kurzzeitigen vorherigen Anwendung von AAP (bis zu 4 Monate) undeiner laufenden ADT. Plasma-, Blut- und/oder Tumorgewebeproben aller Patienten wurden mitvalidierten Next Generation Sequencing-Tests untersucht, um den HRR-Genmutationsstatus (in der

Keimbahn und/oder somatisch) zu bestimmen. An der Studie nahmen 225 Patienten mit einer

BRCA1/2-Mutation teil (113 erhielten Akeega). Es wurden weitere 198 Patienten mit einer Mutationin anderen Genen als in BRCA1/2 (ATM, CHEK2, CDK12, PALB2, FANCA, BRIP1, HDAC2) in die

Studie aufgenommen (99 erhielten Akeega).

Der primäre Endpunkt war das radiographisch progressionsfreie Überleben (radiographic progressionfree survival, rPFS), das durch eine verblindete, unabhängige zentrale radiologische Überprüfung(blinded independent central radiology review, BICR) auf der Grundlage der Kriterien der Response

Evaluation Criteria In Solid Tumours (RECIST) 1.1 (Weichteil- und Gewebeläsionen) und der

Prostate Cancer Working Group-3 (PCWG‑3) (Knochenläsionen) bestimmt wurde. Die Zeit bis zursymptomatischen Progression (time to symptomatic progression, TSP), die Zeit bis zum Beginn einerzytotoxischen Chemotherapie (time to cytotoxic chemotherapy, TCC) und das Gesamtüberleben(overall survival, OS) wurden als sekundäre Wirksamkeitsendpunkte einbezogen.

In der All-HRR-Population zeigten die primären Wirksamkeitsergebnisse mit einer medianen

Nachbeobachtungszeit von 18,6 Monaten eine statistisch signifikante Verbesserung des BICR-bewerteten rPFS mit einer HR = 0,729 (KI 95 %: 0,556; 0,956; p=0,0217).

In Tabelle 5 sind die demografischen Daten und die Baseline-Merkmale der in die Kohorte 1 der

MAGNITUDE-Studie aufgenommenen BRCA-Patienten zusammengefasst. Der mediane PSA-Wertbei der Diagnose betrug 41,07 μg/l (Bereich 01-12080). Alle Patienten hatten bei Studieneintritt einen

Eastern Cooperative Oncology Group Performance Status (ECOG PS)-Score von 0 oder 1. Alle

Patienten, bei denen zuvor keine Orchiektomie durchgeführt wurde, setzten die

Androgendeprivationstherapie mit einem GnRH-Analogon fort.

Tabelle 5: Zusammenfassung der demografischen Daten und Baseline-Merkmale in der

MAGNITUDE-Studie, Kohorte 1 (BRCA)

Akeega + P1 Placebo + AAP1 Insgesamt

N = 113 N = 112 N = 225n (%) n (%) n (%)

Alter (Jahre)< 65 39 (34,5) 37 (33,0) 76 (33,8)≥ 65-74 44 (38,9) 52 (46,4) 96 (42,7)≥ 75 30 (26,5) 23 (20,5) 53 (23,6)

Median 67,0 68,0 68,0

Bereich 45‒100 43‒88 43‒100

Ethnische Abstammung

Kaukasisch 78 (69,0) 84 (75,0) 162 (72,0)

Asiatisch 18 (15,9) 20 (17,9) 38 (16,9)

Schwarz 3 (2,7) 0 3 (1,3)

Nicht bekannt 14 (12,4) 8 (7,1) 22 (9,8)

Stratifizierungsfaktoren

Vorherige Taxan-basierte26 (23,0) 29 (25,9) 55 (24,4)

Chemotherapie

Vorherige Androgenrezeptor-6 (5,3) 5 (4,5) 11 (4,9)gerichtete Therapie

Vorangegangene AAP-Anwendung 30 (26,5) 29 (25,9) 59 (26,2)

Baseline-Krankheitsmerkmale

Gleason-Score ≥ 8 83 (74,1) 72 (64,3) 155 (69,2)

Knochenbeteiligung 99 (87,6) 93 (83,0) 192 (85,3)

Viszerale Erkrankung (Leber, Lunge,26 (23,0) 22 (19,6) 48 (21,3)

Nebenniere, Sonstiges)

Metastasenstadium bei Erstdiagnose70 (61,9) 50 (44,6) 120 (53,3)(M1)

Mediane Zeit von der Erstdiagnose bis2,00 2,31 2,26zur Randomisierung (Jahre)

Mediane Zeit vom mCRPC bis zur0,27 0,28 0,27ersten Dosis (Jahre)

BPI-SF-Schmerz-Score bei Baseline(letzter Score vor der ersten Dosis)57 (50,4) 57 (50,9) 114 (50,7)51 (45,1) 40 (35,7) 91 (40,4)1 bis 35 (4,4) 15 (13,4) 20 (8,9)> 3

ECOG Performance Status Score0 69 (61,1) 80 (71,4) 149 (66,2)1 44 (38,9) 32 (28,6) 76 (33,8)1 P = Prednison oder Prednisolon

Eine statistisch signifikante Verbesserung des rPFS gemäß BICR wurde in der primären Analyse für

BRCA-Patienten, die mit Niraparib plus AAP behandelt wurden, im Vergleich zu BRCA-Patienten,die mit Placebo plus AAP behandelt wurden, beobachtet. Die wichtigsten Ergebnisse zur Wirksamkeitin der BRCA-Population sind in Tabelle 6 dargestellt. Die Kaplan-Meier-Kurven für die BICR-bewertete rPFS in der BRCA-Population sind in Abbildung 3 dargestellt.

Tabelle 6: Wirksamkeitsergebnisse aus der BRCA-Population in der MAGNITUDE-Studie

Akeega + P1 Placebo + AAP1

Endpunkte (N = 113) (N = 112)

Radiographisch progressionsfreies Überleben2

Ereignis einer Krankheitsprogression oder Tod 45 (39,8 %) 64 (57,1 %)(%)

Median, Monate (95 % KI) 16,6 (13,9; NE) 10,9 (8,3; 13,8)

Hazard Ratio (95 % KI) 0,533 (0,361; 0,789)p-Wert 0,0014

Gesamtüberleben3

Hazard Ratio (95 % KI) 0,788 (0,554; 1,120)1 P = Prednison oder Prednisolon2 Primäre Analyse/Interimsanalyse (Datenschnitt 08. Oktober 2021) mit 18,6 Monaten mediane Nachbeobachtungszeit3 Abschlussanalyse (Datenschnitt 15. Mai 2023) mit 35,9 Monaten mediane Nachbeobachtungszeit

NE nicht abschätzbar (Not estimable)

Abbildung 3: Kaplan-Meier-Kurve des radiographisch progressionsfreien Überlebens in der

BRCA-Population gemäß BICR (MAGNITUDE, primäre Analyse)

Abbildung 4: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (MAGNITUDE-Kohorte 1, BRCA,

Abschlussanalyse)

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Akeega eine Freistellung von der Verpflichtung zur

Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei bösartigen Neubildungender Prostata gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und

Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die gleichzeitige Anwendung von Niraparib und Abirateron hat keinen Einfluss auf die Exposition dereinzelnen Wirkstoffe. Die AUC und Cmax sind für Niraparib und Abirateron vergleichbar, wenn dieseals Akeega in der regulären Stärke (100 mg/500 mg) oder als Kombination der einzelnen

Komponenten gegeben werden als auch im Vergleich zur jeweiligen Monotherapie.

Resorption

Akeega

Bei Patienten mit mCRPC wurde die maximale Plasmakonzentration nach Anwendung mehrerer

Dosen von Akeega-Tabletten unter nüchternen und modifizierten nüchternen Bedingungen für

Niraparib im Median innerhalb von 3 Stunden und für Abirateron im Median innerhalb von1,5 Stunden erreicht.

In einer Studie zur relativen Bioverfügbarkeit waren die maximale (Cmax) und die Gesamtexposition(AUC0-72h) von Abirateron bei mCRPC-Patienten (n = 67), die mit der niedrigeren Stärke von Akeega

Filmtabletten (2 x 50 mg/500 mg) behandelt wurden, um 33 % bzw. 22 % höher als bei Patienten(n = 67), die die jeweiligen Einzelwirkstoffe (100 mg Niraparib-Kapsel und 4 x 250 mg

Abirateronacetat-Tabletten) erhielten (siehe Abschnitt 4.2). Die Variabilität (% CV) der Expositionenzwischen den Probanden betrug 80,4 % bzw. 72,9 %. Die Niraparib-Exposition war zwischen Akeega

Filmtabletten mit niedrigerer Stärke und den Einzelwirkstoffen vergleichbar.

Niraparib

Die absolute Bioverfügbarkeit von Niraparib beträgt etwa 73 %. Niraparib ist ein Substrat des

P-Glykoproteins (P-gp) und des Breast Cancer Resistance Proteins (BCRP). Aufgrund seiner hohen

Permeabilität und Bioverfügbarkeit ist das Risiko für klinisch relevante Wechselwirkungen mit

Arzneimitteln, die diese Transporter hemmen, jedoch unwahrscheinlich.

Abirateronacetat

Abirateronacetat wird in vivo schnell in Abirateron umgewandelt (siehe Abschnitt 5.1).

Die Gabe von Abirateronacetat mit Nahrungsmitteln führt im Vergleich zur Gabe im nüchternen

Zustand, abhängig vom Fettgehalt der Mahlzeit, zu einem bis zu 10-fachen (AUC) und bis zu17-fachen (Cmax) Anstieg der mittleren systemischen Abirateron-Exposition. Angesichts der normalen

Variation bei Inhalt und Zusammensetzung von Mahlzeiten führt die Einnahme von Abirateronacetatzusammen mit Mahlzeiten potenziell zu einer sehr variablen Exposition. Daher darf Abirateronacetatnicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden.

Verteilung

Basierend auf einer pharmakokinetischen Populationsanalyse betrug das scheinbare

Verteilungsvolumen von Niraparib und Abirateron 1 117 l bzw. 25 774 l, was auf eine starke

Verteilung im peripheren Gewebe hindeutet.

Niraparib

Niraparib wies im menschlichen Plasma eine mäßige Proteinbindung auf (83,0 %), vor allem an

Serumalbumin.

Abirateronacetat

Die Plasmaproteinbindung von 14C‑Abirateron im menschlichen Plasma beträgt 99,8 %.

Biotransformation

Niraparib

Niraparib wird primär durch Carboxylesterasen (CEs) metabolisiert, dabei wird ein inaktiver

Hauptmetabolit (M1) gebildet. In einer Studie zur Massenbilanz waren M1 und M10 (die in Folgegebildeten M1-Glucuronide) die wesentlichen zirkulierenden Metaboliten. Das Potenzial zur

Hemmung von CYP3A4 auf intestinaler Ebene wurde bei relevanten Niraparib-Konzentrationen nichtnachgewiesen. In hohen Konzentrationen induziert Niraparib CYP1A2 in vitro schwach.

Abirateronacetat

Nach oraler Gabe von 14C-Abirateronacetat als Kapseln wird Abirateronacetat von CEs zu Abirateronhydrolysiert und dann durch Sulfatierung, Hydroxylierung und Oxidation primär in der Lebermetabolisiert. Abirateron ist ein Substrat von CYP3A4 und Sulfotransferase 2A1 (SULT2A1). Der

Großteil der zirkulierenden Radioaktivität (etwa 92 %) liegt in Form von Metaboliten von Abirateronvor. Von 15 nachweisbaren Metaboliten machen die beiden Hauptmetabolite Abirateron-Sulfat und

N-Oxid-Abirateron-Sulfat jeweils 43 % der gesamten Radioaktivität aus. Abirateron ist ein Inhibitorder Arzneimittel metabolisierenden Leberenzyme CYP2D6 und CYP2C8 (siehe Abschnitt 4.5).

Elimination

Akeega

Die mittlere t½ von Niraparib und Abirateron in kombinierter Anwendung betrug etwa 62 Stundenbzw. 20 Stunden, und die scheinbare CL/F (orale Clearance) von Niraparib und Abirateron betrug16,7 l/h bzw. 1 673 l/h, basierend auf der populationspharmakokinetischen Analyse bei Patienten mitmCRPC.

Niraparib

Niraparib wird vor allem hepatobiliär und renal ausgeschieden. Nach Gabe einer oralen Einzeldosisvon 300 mg 14C‑markiertem Niraparib waren über 21 Tage durchschnittlich 86,2 % (Bereich 71 % bis91 %) der Dosis in Urin und Fäzes nachweisbar. Dabei waren im Urin 47,5 % (Bereich 33,4 % bis60,2 %) und in den Fäzes 38,8 % (Bereich 28,3 % bis 47,0 %) der Dosis nachweisbar. In gepoolten

Proben, die über sechs Tage gesammelt wurden, fanden sich 40,0 % der Dosis im Urin, vor allem in

Form von Metaboliten, und 31,6 % der Dosis in den Fäzes, vor allem in Form von unverändertem

Niraparib. Der Metabolit M1 ist ein Substrat von MATE-1 und -2 (Multidrug And Toxin Extrusion).

Abirateronacetat

Nach oraler Gabe von 1 000 mg 14C-Abirateronacetat werden etwa 88 % der radioaktiven Dosis in den

Fäzes und etwa 5 % im Urin gefunden. Die Hauptbestandteile in den Fäzes sind unverändertes

Abirateronacetat und Abirateron (etwa 55 % bzw. 22 % der angewendeten Dosis).

Effekte von Niraparib oder Abirateron auf Transporter

Niraparib hemmt P-gp schwach mit einer IC50 = 161 μM. Niraparib ist ein Inhibitor von BCRP,

OCT1 (Organic Cation Transporter 1), MATE-1 und MATE-2 mit IC50-Werten von 5,8 μM,34,4 μM, 0,18 μM bzw. ≤ 0,14 μM. Die Hauptmetabolite von Abirateron, Abirateronsulfat und

N‑Oxid-Abirateronsulfat zeigten eine Hemmung des hepatischen Aufnahmetransporters OATP1B1(Organic Anion Transport Polypeptide 1B1), was infolgedessen zu einem Anstieg der

Plasmaexposition von Arzneimitteln führen kann, die durch OATP1B1 eliminiert werden. Es liegenkeine klinischen Daten vor, die eine OATP1B1-Transporter-basierte Interaktion bestätigen.

Besondere Patientengruppen
Leberfunktionsstörung

Basierend auf der populationspharmakokinetischen Analyse von Daten aus klinischen Studien, indenen Patienten mit Prostatakarzinom Niraparib allein oder Niraparib/AA in Kombination erhielten,hatten leichte Leberfunktionsstörungen (NCI-ODWG-Kriterien, n = 231) keinen Einfluss auf die

Exposition von Niraparib.

In einer klinischen Studie mit Krebspatienten, in der die NCI-ODWG-Kriterien zur Klassifizierungdes Grads der Leberfunktionsstörung verwendet wurden, betrug die AUCinf von Niraparib bei

Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung (n = 8) nach Gabe einer einzelnen Dosis von 300 mg das1,56-Fache (90 % KI: 1,06 bis 2,30) der AUCinf von Niraparib bei Patienten mit normaler

Leberfunktion (n = 9).

Die Pharmakokinetik von Abirateron wurde bei Personen mit vorbestehender leichter (n = 8) odermäßiger (n = 8) Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse A bzw. B) und bei 8 gesunden

Kontrollpersonen untersucht. Die systemische Abirateron-Exposition stieg nach einmaliger oraler

Gabe von 1 000 mg bei Personen mit einer vorbestehenden leichten oder mäßigen

Leberfunktionsstörung um etwa das 1,11-Fache bzw. das 3,6‑Fache an.

In einer anderen Studie wurde die Pharmakokinetik von Abirateron bei Personen mit vorbestehenderschwerer (n = 8) Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) und bei 8 gesunden Kontrollpersonenmit normaler Leberfunktion untersucht. Der AUC-Wert von Abirateron erhöhte sich bei Personen mitschwerer Leberfunktionsstörung im Vergleich zu Personen mit normaler Leberfunktion um das etwa7-Fache und der Anteil des freien Wirkstoffs um das 1,8-Fache. Es liegen keine klinischen

Erfahrungen mit der Anwendung von Akeega bei Patienten mit mäßiger und schwerer

Leberfunktionsstörung vor (siehe Abschnitt 4.2).

Nierenfunktionsstörung

Basierend auf der populationspharmakokinetischen Analyse von Daten aus klinischen Studien, indenen Patienten mit Prostatakarzinom Niraparib allein oder Niraparib/AA in Kombination erhielten,wiesen Patienten mit leichter (Kreatinin-Clearance 60-90 ml/min, n = 337) und mäßiger (Kreatinin-

Clearance 30-60 ml/min, n = 114) Nierenfunktionsstörung im Vergleich zu Patienten mit normaler

Nierenfunktion eine leicht verringerte Niraparib-Clearance auf (bis zu 13 % höhere Exposition beileichter und 13-40 % höhere Exposition bei mäßiger Nierenfunktionsstörung).

Die Pharmakokinetik von Abirateron wurde zwischen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz miteinem stabilen Hämodialyseplan (n = 8) und entsprechenden Kontrollpersonen mit normaler

Nierenfunktion (n = 8) verglichen. Die systemische Abirateron-Exposition nach einer oralen

Einzeldosis von 1 000 mg stieg bei Dialysepatienten mit terminaler Niereninsuffizienz nicht an. Esliegen keine klinischen Erfahrungen mit der Anwendung von Akeega bei Patienten mit schwerer

Nierenfunktionsstörung vor (siehe Abschnitt 4.2).

Gewicht, Alter und ethnische Abstammung

Die populationspharmakokinetische Analyse von Daten aus klinischen Studien, in denen Patienten mit

Prostatakarzinom Niraparib oder Abirateronacetat allein oder in Kombination erhielten, zeigte

Folgendes:

- Das Körpergewicht hatte keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die Exposition gegenüber

Niraparib (Körpergewichtsbereich: 43,3-165 kg) und Abirateron (Körpergewichtsbereich:56,0-135 kg).

- Das Alter hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Niraparib(Altersbereich 45-90 Jahre) und Abirateron (Altersbereich 19-85 Jahre).

- Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um Schlussfolgerungen zu der Auswirkung derethnischen Abstammung auf die Pharmakokinetik von Niraparib und Abirateron zu ziehen.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern und Jugendlichen wurden keine Studien zur Pharmakokinetik von Akeega durchgeführt.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Akeega

Es wurden keine nicht-klinischen Studien mit Akeega durchgeführt. Die nicht-klinischen Daten zur

Toxikologie basieren auf den Ergebnissen von Studien mit Niraparib und Abirateronacetat alleine.

Niraparib

In vitro hemmte Niraparib den Dopamin-Transporter in Konzentrationen, die unterhalb derhumantherapeutischen Exposition liegen. Bei Mäusen erhöhten Einzeldosen von Niraparib dieintrazellulären Konzentrationen von Dopamin und Metaboliten im Kortex. In einer von zwei

Einzeldosisstudien an Mäusen wurde eine verminderte Bewegungsaktivität beobachtet. Die klinische

Relevanz dieses Befunds ist nicht bekannt. In Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe an Rattenund Hunden wurden bei geschätzten ZNS-Expositionen, die ähnlich oder niedriger waren als dieerwartete humantherapeutische Exposition, kein Effekt auf Verhalten und/oder neurologische

Parameter beobachtet.

Eine verminderte Spermatogenese wurde bei Ratten und Hunden bei Expositionen unterhalb derhumantherapeutischen Werte beobachtet und war innerhalb von vier Wochen nach Beendigung der

Gabe weitgehend reversibel.

Niraparib erwies sich in einem bakteriellen Rückmutationstest (Ames-Test) als nicht mutagen, waraber in vitro in einem Säugermodell zur Beurteilung von Chromosomenaberrationen und in vivo im

Mikrokerntest am Knochenmark von Ratten klastogen. Diese Klastogenität steht im Einklang mit dergenomischen Instabilität, die aus dem primären pharmakologischen Wirkmechanismus von Niraparibresultiert, und ist ein Hinweis auf eine potenzielle Genotoxizität beim Menschen.

Studien zur Reproduktionstoxizität und Entwicklungstoxizität von Niraparib wurden nichtdurchgeführt.

Studien zum kanzerogenen Potenzial von Niraparib wurden nicht durchgeführt.

Abirateronacetat

In tierexperimentellen Toxizitätsstudien waren die zirkulierenden Testosteron-Spiegel signifikantreduziert. Infolgedessen wurden eine Reduzierung der Organgewichte, morphologische und/oderhistopathologische Veränderungen an Reproduktionsorganen sowie an Nebennieren, Hypophyse und

Brustdrüsen beobachtet. Alle Veränderungen waren vollständig oder teilweise reversibel. Die

Veränderungen an den Reproduktionsorganen und den Androgen-sensitiven Organen sind konsistentmit der Pharmakologie von Abirateron. Alle mit der Behandlung zusammenhängenden hormonellen

Veränderungen waren reversibel oder zeigten sich nach einem Regenerationszeitraum von 4 Wochenrückläufig.

Abirateronacetat führte zu einer Herabsetzung der Fertilität in Reproduktionsstudien an männlichenund weiblichen Ratten, welche sich vier bis 16 Wochen nach Absetzen von Abirateronacetatvollständig zurückbildete.

In einer Studie an Ratten zur Entwicklungstoxizität beeinflusste Abirateronacetat die Schwangerschaftund führte zu reduziertem Fetalgewicht und Überleben. Es wurden Auswirkungen auf die äußeren

Geschlechtsorgane beobachtet, auch wenn Abirateronacetat nicht teratogen war.

In den Studien zur Reproduktions- und Entwicklungstoxizität an Ratten waren alle Veränderungen in

Bezug zu der pharmakologischen Wirkung von Abirateron.

Abgesehen von den Veränderungen der Reproduktionsorgane, die in allen tierexperimentellen

Toxizitätsstudien beobachtet wurden, lassen die präklinischen Daten, die auf den konventionellen

Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität und zumkarzinogenen Potenzial basieren, keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. In einer6-monatigen Studie an transgenen Mäusen (Tg.rasH2) war Abirateronacetat nicht karzinogen. In einer24-monatigen Karzinogenitätsstudie an Ratten erhöhte Abirateronacetat die Inzidenz für

Interstitialzell-Neoplasien in den Hoden. Dieses Ergebnis wird mit der pharmakologischen Wirkungvon Abirateron in Verbindung gebracht und ist rattenspezifisch. Bei weiblichen Ratten war

Abirateronacetat nicht karzinogen.

Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])

Studien zur Beurteilung der Risiken für die Umwelt haben gezeigt, dass Abirateronacetat ein Risikofür die Umweltkompartimente Oberflächenwasser, Grundwasser und Sedimente darstellen kann (siehe

Abschnitt 6.6).

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Akeega 50 mg/500 mg Filmtabletten

Tablettenkern

Hochdisperses Siliciumdioxid

Crospovidon

Hypromellose 2910 (15 mPa.S)

Lactose-Monohydrat

Magnesiumstearat

Mikrokristalline Cellulose

Natriumdodecylsulfat

Filmüberzug

Eisen(II,III)-oxid (E172)

Eisen(III)-oxid (E172)

Eisen(III)-hydroxid-oxid (E172)

Natriumdodecylsulfat

Glycerinmonocaprylocaprat

Poly(vinylalkohol)

Talkum

Titandioxid (E171)

Akeega 100 mg/500 mg Filmtabletten

Tablettenkern

Hochdisperses Siliciumdioxid

Crospovidon

Hypromellose 2910 (15 mPa.S)

Lactose-Monohydrat

Magnesiumstearat

Mikrokristalline Cellulose

Natriumdodecylsulfat

Filmüberzug

Eisen(III)-oxid (E172)

Eisen(III)-hydroxid-oxid (E172)

Natriumdodecylsulfat

Glycerinmonocaprylocaprat

Poly(vinylalkohol)

Talkum

Titandioxid (E171)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

30 Monate.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Jeder 28-Tage-Karton enthält 56 Filmtabletten in zwei Karton-Walletpackungen mit je28 Filmtabletten in einer PVdC/PE/PVC-Blisterpackung mit einer Durchdrückfolie aus Aluminium.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Aufgrund seines Wirkmechanismus kann dieses Arzneimittel den sich entwickelnden Fetus schädigen.

Daher sollen Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten, Akeega mit

Schutzvorkehrungen, z. B. mit Handschuhen, handhaben (siehe Abschnitt 4.6).

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen. Dieses Arzneimittel kann für die Umwelt ein Risiko darstellen (siehe Abschnitt 5.3).

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Janssen-Cilag International NV

Turnhoutseweg 30

B-2340 Beerse

Belgien

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/23/1722/001

EU/1/23/1722/002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 19. April 2023

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung:

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.