Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP)-
Antagonisten, ATC-Code: N02CD03.
WirkmechanismusFremanezumab ist ein von einem murinen Vorgängermolekül abgeleiteter humanisierter monoklonaler
IgG2Δa/Kappa-Antikörper. Fremanezumab bindet selektiv den Calcitonin Gene-Related Peptide(CGRP)-Liganden und hindert beide CGRP-Isoformen (α- und β-CGRP) an der Bindung an den
CGRP-Rezeptor. Wenngleich der genaue Wirkmechanismus, mit dem Fremanezumab Migräneanfälleverhindert, unbekannt ist, geht man davon aus, dass die Prophylaxe der Migräne durch die bewirkte
Modulierung des Trigeminussystems entsteht. Der CGRP-Spiegel steigt während eines Migräneanfallsnachweislich signifikant an und kehrt mit nachlassendem Kopfschmerz auf Normalwerte zurück.
Fremanezumab ist hochspezifisch für CGRP und bindet nicht an die eng verwandten Mitglieder der
Familie (z. B. Amylin, Calcitonin, Intermedin und Adrenomedullin).
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit von Fremanezumab wurde in zwei randomisierten, 12-wöchigen, doppeltverblindeten, placebokontrollierten Phase-III-Studien an erwachsenen Patienten mit episodischer(Studie 1) und chronischer Migräne (Studie 2) untersucht. Die rekrutierten Patienten wiesen einemindestens 12-monatige Vorgeschichte von Migräne (mit und ohne Aura) gemäß den
Diagnosekriterien der internationalen Kopfschmerzklassifikation (International Classification of
Headache Disorders, ICHD-III) auf. Ältere Patienten (> 70 Jahre), Patienten, die an mehr als 4 Tagenpro Monat Opioide oder Barbiturate anwendeten, sowie Patienten mit Myokardinfarkt,zerebrovaskulärem Insult oder thromboembolischen Ereignissen in der Vorgeschichte warenausgeschlossen.
Studie zu episodischer Migräne (Studie 1)
Die Wirksamkeit von Fremanezumab bei episodischer Migräne wurde in einer randomisierten,multizentrischen, 12-wöchigen, placebokontrollierten, Doppelblindstudie (Studie 1) beurteilt. In die
Studie wurden Erwachsene mit episodischer Migräne (weniger als 15 Kopfschmerztage pro Monat) inder Vorgeschichte aufgenommen. Insgesamt wurden 875 Patienten (742 Frauen, 133 Männer) in einenvon drei Armen randomisiert: 675 mg Fremanezumab alle drei Monate (vierteljährlich, n=291),
Fremanezumab 225 mg einmal monatlich (monatlich, n=290) oder monatliche Verabreichung von
Placebo (n=294) über eine Subkutaninjektion. Die demografischen Daten und Ausgangsmerkmale inden Studienarmen waren ausgewogen und vergleichbar. Die Patienten wiesen ein medianes Alter von42 Jahren (Spanne: 18 bis 70 Jahre) auf, 85 % waren weiblich, 80 % heller Hautfarbe. Die mittlere
Migränehäufigkeit bei Baseline betrug ca. 9 Migränetage pro Monat. Den Patienten war die
Anwendung von Akut-Kopfschmerzmitteln während der Studie gestattet. Einer Untergruppe von
Patienten (21 %) war zudem die Anwendung eines verbreiteten prophylaktischen Begleitmedikaments(Betablocker, Kalziumantagonisten/Benzocyclohepten, Antidepressiva, Antikonvulsiva) erlaubt.
Insgesamt hatten 19 % der Patienten in der Vergangenheit Topiramat eingenommen. Insgesamt791 Patienten schlossen den 12-wöchigen doppelt verblindeten Behandlungszeitraum ab.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen
Anzahl von Migränetagen während des 12-wöchigen Behandlungszeitraums. Wichtigste sekundäre
Endpunkte waren das Erreichen einer Reduktion der monatlichen Migränetage gegenüber Baseline ummindestens 50 % (Responderrate von 50 %), die mittlere Veränderung des patientenberichteten
MIDAS-Scores gegenüber Baseline sowie die Veränderung der durchschnittlichen monatlichen
Anzahl von Tagen mit Anwendung eines Akut-Kopfschmerzmedikaments gegenüber Baseline.
Sowohl das monatliche als auch das vierteljährliche Dosierungsschema von Fremanezumab zeigtenfür die wichtigsten Endpunkte eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserunggegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 2). Dieser Effekt trat bereits im ersten
Monat auf und wurde über den gesamten Behandlungszeitraum aufrechterhalten (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1: Mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen Anzahl von
Migränetagen gegenüber Baseline für Studie 1
Mittelwert bei Baseline (durchschnittliche monatliche Anzahl von Migränetagen): Placebo: 9,1, AJOVYvierteljährlich: 9,2, AJOVY monatlich: 8,9.
Tabelle 2: Wichtigste Wirksamkeitsergebnisse in Studie 1 zu episodischer Migräne
Wirksamkeitsendpunkt Placebo Fremanezumab Fremanezumab(n=290) 675 mg 225 mg monatlichvierteljährlich (n=287)(n=288)
MMD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -2,2 (-2,68, -1,71) -3,4 (-3,94, -2,96) -3,7 (-4,15, -3,18)
BU (95%-KI)b - -1,2 (-1,74, -0,69) -1,4 (-1,96, -0,90)
Baseline (SD) 9,1 (2,65) 9,2 (2,62) 8,9 (2,63)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,0001
MHD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -1,5 (-1,88, -1,06) -3,0 (-3,39, -2,55) -2,9 (-3,34, -2,51)
BU (95%-KI)b - -1,5 (-1,95, -1,02) -1,5 (-1,92, -0,99)
Baseline (SD) 6,9 (3,13) 7,2 (3,14) 6,8 (2,90)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,000150 % Responder-Rate
MMD
Prozentsatz [%] 27,9% 44,4% 47,7%p-Wert (vs. Placebo) - p<0,0001 p<0,000175 % Responder-Rate
MMD
Prozentsatz [%] 9,7% 18,4% 18,5%p-Wert (vs. Placebo) - p=0,0025 p=0,0023
MIDAS gesamt
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -17,5 (-20,62, - -23,0 (-26,10, -19,82) -24,6 (-27,68, -21,45)
Baseline (SD) 14,47) 41,7 (33,09) 38 (33,30)37,3 (27,75)p-Wert (vs. Placebo)a - p=0,0023 p<0,0001
MAHMD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -1,6 (-2,04, -1,20) -2,9 (-3,34, -2,48) -3,0 (-3,41, -2,56)
BU (95%-KI)b - -1,3 (-1,73, -0,78) -1,3 (-1,81, -0,86)
Baseline (SD) 7,7 (3,60) 7,7 (3,70) 7,7 (3,37)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,0001
KI = Konfidenzintervall; MAHMD = monthly acute headache medicinal products days (Tage mit Akut-
Kopfschmerzmedikation pro Monat); MHD = monthly headache days of at least moderate severity (Tage mitmindestens mäßigem Kopfschmerz pro Monat); MIDAS = Migraine Disability Assessment; MMD = monatliche
Migränetage; SD = Standardabweichung; BU = Behandlungsunterschieda Für alle Endpunkte basieren die mittlere Veränderung und die KIs auf dem ANCOVA-Modell, welches
Behandlung, Geschlecht, Region und Anwendung von prophylaktischer Medikation bei Baseline (ja/nein) alsfeste Effekte (fixed effects) sowie den entsprechenden Baseline-Wert und die Jahre seit dem Auftreten der
Migräne als Kovariaten einbezieht.b Der Behandlungsunterschied basiert auf der MMRM-Analyse mit Behandlung, Geschlecht, Region und
Anwendung von prophylaktischer Medikation bei Baseline (ja/nein), Monat und Behandlungsmonat als feste
Effekte (fixed effects) sowie dem entsprechenden Baseline-Wert und den Jahren seit Auftreten der Migräne als
Kovariaten.
Bei Patienten unter einem begleitenden Medikament zur Migräneprophylaxe betrug der beobachtete
Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion der monatlichen Migränetage (MMD) zwischen
Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und Placebo -1,8 Tage (95%-KI: -2,95, -0,55) und zwischen
Fremanezumab 225 mg monatlich und Placebo -2,0 Tage (95%-KI: -3,21, -0,86).
Bei Patienten, die zuvor Topiramat eingenommen hatten, betrug der beobachtete
Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion der monatlichen Migränetage (MMD) zwischen
Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und Placebo -2,3 Tage (95%-KI: -3,64, -1,00) undzwischen Fremanezumab 225 mg monatlich und Placebo -2,4 Tage (95%-KI: -3,61, -1,13).
Studie zu chronischer Migräne (Studie 2)
Die Beurteilung von Fremanezumab bei chronischer Migräne erfolgte in einer randomisierten,multizentrischen, 12-wöchigen, placebokontrollierten, Doppelblindstudie (Studie 2). Die
Studienpopulation umfasste Erwachsene mit chronischer Migräne (mindestens 15 Kopfschmerztagepro Monat) in der Vorgeschichte. Insgesamt wurden 1.130 Patienten (991 Frauen, 139 Männer) ineinen von drei Armen randomisiert: 675 mg Fremanezumab als Anfangsdosis, gefolgt von 225 mg
Fremanezumab einmal monatlich (monatlich, n=379), 675 mg Fremanezumab alle drei Monate(vierteljährlich, n=376) oder monatliche Verabreichung von Placebo (n=375) als Subkutaninjektion.
Die demografischen Daten und Ausgangsmerkmale in den Studienarmen waren ausgewogen undvergleichbar. Die Patienten wiesen ein medianes Alter von 41 Jahren (Spanne: 18 bis 70 Jahre) auf,88 % waren weiblich, 79 % heller Hautfarbe. Die mittlere Kopfschmerzhäufigkeit bei Baseline betrugca. 21 Kopfschmerztage pro Monat (von denen 13 Kopfschmerztage von mindestens mäßigem
Schweregrad waren). Den Patienten war die Anwendung von Akut-Kopfschmerzmitteln während der
Studie gestattet. Einer Untergruppe von Patienten (21 %) war zudem die Anwendung einesverbreiteten prophylaktischen Begleitmedikaments (Betablocker,
Kalziumantagonisten/Benzocyclohepten, Antidepressiva, Antikonvulsiva) erlaubt. Insgesamt waren30 % der Patienten zuvor mit Topiramat behandelt worden, 15 % mit Onabotulinumtoxin A.
Insgesamt schlossen 1.034 Patienten den 12-wöchigen doppelt verblindeten Behandlungszeitraum ab.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen
Kopfschmerztage mit mindestens mäßigem Schweregrad gegenüber Baseline während des 12-wöchigen Behandlungszeitraums. Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren das Erreichen einer
Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage mit mindestens mäßigem Schweregrad gegenüber
Baseline um mindestens 50 % (Responderrate von 50 %), die mittlere Veränderung despatientenberichteten HIT-6-Scores gegenüber Baseline sowie die Veränderung der durchschnittlichenmonatlichen Anzahl von Tagen mit Anwendung eines Akut-Kopfschmerzmedikaments gegenüber
Baseline. Sowohl das monatliche als auch das vierteljährliche Dosierungsschema von Fremanezumabzeigten bei den wichtigsten Endpunkten eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame
Verbesserung gegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo (siehe Tabelle 3). Dieser Effekt trat bereitsim ersten Monat auf und wurde über den gesamten Behandlungszeitraum aufrechterhalten (siehe
Abbildung 2).
Abbildung 2: Mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen Anzahl von
Kopfschmerztagen mit mindestens mäßigem Schweregrad gegenüber Baseline für Studie 2
Mittel bei Baseline (durchschnittliche monatliche Anzahl von Kopfschmerztagen mit mindestens mäßigem
Schweregrad): Placebo: 13,3, AJOVY vierteljährlich: 13,2, AJOVY monatlich: 12,8.
Tabelle 3: Wichtigste Wirksamkeitsergebnisse in Studie 2 bei chronischer Migräne
Wirksamkeitsendpunkt Placebo Fremanezumab Fremanezumab(n=371) 675 mg 225 mg monatlichvierteljährlich mit 675 mg als(n=375) Anfangsdosis(n=375)
MHD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -2,5 (-3,06, -1,85) -4,3 (-4,87, -3,66) -4,6 (-5,16, -3,97)
BU (95%-KI)b - -1,8 (-2,45, -1,13) -2,1 (-2,77, -1,46)
Baseline (SD) 13,3 (5,80) 13,2 (5,45) 12,8 (5,79)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,0001
MMD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -3,2 (-3,86, -2,47) -4,9 (-5,59, -4,20) -5,0 (-5,70, -4,33)
BU (95%-KI)b - -1,7 (-2,44, -0,92) -1,9 (-2,61, -1,09)
Baseline (SD) 16,3 (5,13) 16,2 (4,87) 16,0 (5,20)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,000150 % Responder-Rate
MHD
Prozentsatz [%] 18,1% 37,6% 40,8%p-Wert (vs. Placebo) - p<0,0001 p<0,000175 % Responder-Rate
MHD
Prozentsatz [%] 7,0% 14,7% 15,2%p-Wert (vs. Placebo) - p=0,0008 p=0,0003
HIT-6 gesamt
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -4,5 (-5,38, -3,60) -6,4 (-7,31, -5,52) -6,7 (-7,71, -5,97)
Baseline (SD) 64,1 (4,79) 64,3 (4,75) 64,6 (4,43)p-Wert (vs. Placebo)a - p=0,0001 p<0,0001
MAHMD
Mittl. Veränd.a (95%-KI) -1,9 (-2,48, -1,28) -3,7 (-4,25, -3,06) -4,2 (-4,79, -3,61)
BU (95%-KI)b - -1,7 (-2,40, -1,09) -2,3 (-2,95, -1,64)
Baseline (SD) 13,0 (6,89) 13,1 (6,79) 13,1 (7,22)p-Wert (vs. Placebo)a - p<0,0001 p<0,0001
KI = Konfidenzintervall; HIT-6 = Headache Impact Test; MAHMD = monthly acute headache medication days(Tage mit Akut-Kopfschmerzmedikation pro Monat); MHD = monthly headache days of at least moderateseverity (Tage mit mindestens mäßigem Kopfschmerz pro Monat); MMD = monatliche Migränetage; SD =
Standardabweichung; BU = Behandlungsunterschieda Für alle Endpunkte basieren die mittlere Veränderung und die KIs auf dem ANCOVA-Modell, welches
Behandlung, Geschlecht, Region und Anwendung von prophylaktischer Medikation bei Baseline (ja/nein) alsfeste Effekte (fixed effects) sowie den entsprechenden Baseline-Wert und die Jahre seit dem Auftreten der
Migräne als Kovariaten einbezieht.b Der Behandlungsunterschied basiert auf der MMRM-Analyse mit Behandlung, Geschlecht, Region und
Anwendung von prophylaktischer Medikation bei Baseline (ja/nein), Monat und Behandlungsmonat als feste
Effekte (fixed effects) sowie dem entsprechenden Baseline-Wert und den Jahren seit Auftreten der Migräne als
Kovariaten.
Bei Patienten unter genau einem begleitenden Medikament zur Migräneprophylaxe betrug derbeobachtete Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage(MHD) mit mindestens mäßigem Schweregrad zwischen Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und
Placebo -1,3 Tage (95%-KI: -2,66, 0,03) und zwischen Fremanezumab 225 mg monatlich mit 675 mgals Anfangsdosis und Placebo -2,0 Tage (95%-KI: -3,27, -0,67).
Bei Patienten, die zuvor Topiramat angewendet hatten, betrug der beobachtete
Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage (MHD) mitmindestens mäßigem Schweregrad zwischen Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und
Placebo -2,7 Tage (95%-KI: -3,88, -1,51) und zwischen Fremanezumab 225 mg monatlich mit 675 mgals Anfangsdosis und Placebo -2,9 Tage (95%-KI: -4,10, -1,78). Bei Patienten, die zuvor mit
Onabotulinumtoxin A behandelt worden waren, betrug der beobachtete Behandlungsunterschiedhinsichtlich der Reduktion der monatlichen Kopfschmerztage (MHD) mit mindestens mäßigem
Schweregrad zwischen Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und Placebo -1,3 Tage (95%-KI: -3,01,
- 0,37) und zwischen Fremanezumab 225 mg monatlich mit 675 mg als Anfangsdosis und
Placebo -2,0 Tage (95%-KI: -3,84, -0,22).
Ungefähr 52 % der Patienten in der Studie zeigten einen Übergebrauch von Akut-
Kopfschmerzmedikamenten. Der beobachtete Behandlungsunterschied hinsichtlich der Reduktion dermonatlichen Kopfschmerztage (MHD) mit mindestens mäßigem Schweregrad zwischen
Fremanezumab 675 mg vierteljährlich und Placebo betrug bei diesen Patienten -2,2 Tage (95%-
KI: -3,14, -1,22) und zwischen Fremanezumab 225 mg monatlich mit 675 mg als Anfangsdosis und
Placebo -2,7 Tage (95%-KI: -3,71, -1,78).
Langzeitstudie (Studie 3)
In der Langzeitstudie (Studie 3), in der die Patienten 225 mg Fremanezumab monatlich bzw. 675 mgvierteljährlich erhielten, konnte die Wirksamkeit bei allen Patienten mit episodischer und chronischer
Migräne über bis zu 12 zusätzliche Monate aufrechterhalten werden. Insgesamt 79 % der Patientenschlossen den 12-monatigen Behandlungszeitraum von Studie 3 ab. Über die zwei
Dosierungsschemata gepoolt wurde nach 15 Monaten eine Reduktion der monatlichen Migränetagevon 6,6 gegenüber Baseline in Studie 1 und Studie 2 festgestellt. Insgesamt 61 % der Patienten, die
Studie 3 abschlossen, erreichten im letzten Studienmonat ein 50%-iges Ansprechen. Während des 15-monatigen kombinierten Behandlungszeitraums wurden keine Sicherheitssignale festgestellt.
Intrinsische und extrinsische Faktoren
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Fremanezumab wurden nachgewiesen, unabhängig von Alter,
Geschlecht, Ethnie, Anwendung prophylaktischer Begleitmedikamente (Betablocker,
Kalziumantagonisten/Benzocyclohepten, Antidepressiva, Antikonvulsiva), Anwendung von Topiramatoder Onabotulinumtoxin A gegen Migräne in der Vergangenheit sowie eines Übergebrauchs von
Akut-Kopfschmerzmitteln.
Es liegen nur begrenzt Daten über die Anwendung von Fremanezumab bei Patienten im Alter von≥ 65 Jahren (2 % der Patienten) vor.
Schwer behandelbare Migräne
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Fremanezumab wurde in einer randomisierten Studie (Studie 4)bei insgesamt 838 Patienten mit episodischer und chronischer Migräne mit dokumentiertemunzureichendem Ansprechen auf zwei bis vier Klassen der vorherigen Arzneimittel zur
Migräneprophylaxe beurteilt. Die Studie bestand aus einer 12-wöchigen doppelblinden,placebokontrollierten Behandlungsphase und einer daran anschließenden 12-wöchigen unverblindeten
Phase.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war die mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen
Anzahl von Migränetagen während des 12-wöchigen doppelblinden Behandlungszeitraums.
Wichtigste sekundäre Endpunkte waren das Erreichen einer Reduktion der monatlichen Migränetagegegenüber Baseline um mindestens 50 %, die mittlere Veränderung der durchschnittlichenmonatlichen Kopfschmerztage mit mindestens mäßigem Schweregrad gegenüber Baseline sowie die
Veränderung der durchschnittlichen monatlichen Anzahl von Tagen mit Anwendung eines Akut-
Kopfschmerzmedikaments gegenüber Baseline. Sowohl das monatliche als auch das vierteljährliche
Dosierungsschema von Fremanezumab zeigten bei den wichtigsten Endpunkten eine statistischsignifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung gegenüber Baseline im Vergleich zu Placebo. Die
Ergebnisse der Studie 4 decken sich demnach mit den Hauptergebnissen der vorhergehenden
Wirksamkeitsstudien und zeigen zudem eine Wirksamkeit bei schwer behandelbarer Migräne,einschließlich einer mittleren Reduktion der monatlichen Migränetage (MMD, monthly migraine days)um -3,7 (95%-KI: -4,38; -3,05) bei vierteljährlicher Anwendung von Fremanezumab und -4,1(95%-KI: -4,73; -3,41) bei monatlicher Anwendung von Fremanezumab gegenüber -0,6(95%-KI: -1,25; 0,07) bei mit Placebo behandelten Patienten. Während des 12-wöchigen
Behandlungszeitraums erreichten 34 % der vierteljährlich mit Fremanezumab behandelten Patientenund 34 % der monatlich mit Fremanezumab behandelten Patienten mindestens eine 50%ige Reduktionder MMD, verglichen mit 9 % der mit Placebo behandelten Patienten (p < 0,0001). Dieser Effekt tratbereits im ersten Monat auf und wurde über den gesamten Behandlungszeitraum aufrechterhalten(siehe Abbildung 3). Während des 6-monatigen Behandlungszeitraums wurden keine
Sicherheitssignale festgestellt.
Abbildung 3: Mittlere Veränderung der durchschnittlichen monatlichen Anzahl von
Migränetagen gegenüber Baseline für Studie 4
Mittel bei Baseline (durchschnittliche monatliche Anzahl von Migränetagen): Placebo: 14,4, AJOVYvierteljährlich: 14,1, AJOVY monatlich: 14,1.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für AJOVY eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Migräneprophylaxe gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).