Zusammenfassung des SicherheitsprofilsInsgesamt wurden in den Zulassungsstudien über 2 500 Patienten (mehr als 2 600 Patientenjahre) mit
Aimovig behandelt. Davon wurden mehr als 1 300 Patienten mindestens 12 Monate und 218 Patienten5 Jahre behandelt. Das allgemeine Sicherheitsprofil von Aimovig blieb bei Langzeit-Open-Label-
Behandlung von 5 Jahren konsistent.
Als Nebenwirkungen (NW) wurden bei 70 mg bzw. 140 mg Reaktionen an der Injektionsstelle (5,6 %bzw. 4,5 %), Obstipation (1,3 % bzw. 3,2 %), Muskelspasmen (0,1 % bzw. 2,0 %) und Pruritus (0,7 %bzw. 1,8 %) berichtet. Die meisten dieser Nebenwirkungen waren leicht oder mittelschwer. Wenigerals 2 % der Patienten in diesen Studien brachen die Teilnahme aufgrund von Nebenwirkungen ab.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Tabelle 1 werden alle Nebenwirkungen aufgelistet, die bei mit Aimovig behandelten Patientenwährend der 12-wöchigen, placebokontrollierten Zeiträume der Studien und nach Markteinführungauftraten. Innerhalb jeder Systemorganklasse werden die NW nach abnehmender Häufigkeitaufgeführt. Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die unerwünschten Arzneimittelwirkungen nachabnehmendem Schweregrad angegeben. Die den einzelnen Nebenwirkungen zugeordneten
Häufigkeitskategorien sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10);gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100); selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000); sehr selten (< 1/10 000); nichtbekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Tabelle 1 Liste der Nebenwirkungen
MedDRA-Systemorganklasse Nebenwirkung Häufigkeitskategorie
Erkrankungen des Immunsystems Überempfindlichkeits- Häufigreaktionena wie
Anaphylaxie, Angioödem,
Ausschlag,
Schwellung/Ödem und
Urtikaria
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Obstipation Häufig
Läsionen im Nicht bekannt
Mundbereichb
Erkrankungen der Haut und des Pruritusc Häufig
Unterhautgewebes Alopezie Nicht bekannt
Ausschlagd
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Muskelspasmen Häufig
Knochenerkrankungen
Allgemeine Erkrankungen und Reaktionen an der Häufig
Beschwerden am Verabreichungsort Injektionsstelleaa Siehe Abschnitt 'Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen“.b Läsionen im Mundbereich umfasst auch die Preferred Terms (bevorzugte Begriffe gemäß
MedDRA-Terminologie) Stomatitis, Mundulzeration, Blasenbildung der Mundschleimhaut.c Pruritus umfasst auch die Preferred Terms generalisierter Pruritus, Pruritus und juckender
Ausschlag.d Ausschlag umfasst auch die Preferred Terms papulöser Ausschlag, exfoliativer Ausschlag,erythematöser Ausschlag, Urtikaria, Blasen.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenReaktionen an der InjektionsstelleReaktionen an der Injektionsstelle waren während des integrierten 12-wöchigen, placebokontrollierten
Zeitraums der Studien leicht und traten meist nur vorübergehend auf. Es gab einen Fall von
Studienabbruch aufgrund von Hautausschlag an der Injektionsstelle bei einem mit der 70-mg-Dosisbehandelten Patienten. Die häufigsten an der Injektionsstelle auftretenden Reaktionen waren lokale
Schmerzen, Erythem und Pruritus. Schmerzen an der Injektionsstelle ließen normalerweise innerhalbeiner Stunde nach der Verabreichung nach.
Haut- und Überempfindlichkeitsreaktionen
Nicht-schwerwiegende Fälle von Hautausschlag, Pruritus und Schwellung/Ödem wurden während desintegrierten 12-wöchigen, placebokontrollierten Zeitraums der Studien beobachtet. In den meisten
Fällen waren sie leicht und führten nicht zum Abbruch der Behandlung.
Nach Markteinführung wurden Fälle von Anaphylaxie und Angioödem beobachtet.
ImmunogenitätWährend des doppelblinden Behandlungszeitraums der klinischen Studien lag die Inzidenz der
Bildung von Anti-Erenumab-Antikörpern bei den Studienteilnehmern, die die 70-mg-Dosis Erenumaberhielten, bei 6,3 % (56/884; in vitro wiesen 3 eine neutralisierende Aktivität auf) und bei
Studienteilnehmern, die die 140-mg-Dosis Erenumab erhielten, bei 2,6 % (13/504; in vitro wies keinereine neutralisierende Aktivität auf). In einer Open-Label-Studie mit einer Behandlungsdauer von biszu 256 Wochen lag bei Patienten, die während der gesamten Studie nur 70 mg oder 140 mg Aimovigerhielten, die Inzidenz der Entwicklung von Anti-Erenumab-Antikörpern bei 11,0 % (25/225) (2 vonihnen zeigten in vitro neutralisierende Aktivität). Die Bildung von Anti-Erenumab-Antikörpern hattekeine Auswirkung auf die Wirksamkeit oder Sicherheit von Erenumab.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika, Migränemittel, ATC-Code: N02CD01
WirkmechanismusErenumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der an den Rezeptor des Calcitonin Gene-
Related Peptide (CGRP) bindet. Der CGRP-Rezeptor ist an Stellen lokalisiert, die für die
Pathophysiologie der Migräne relevant sind, wie etwa dem Ganglion trigeminale. Erenumabkonkurriert wirksam und spezifisch mit CGRP um die Bindung am CGRP-Rezeptor und hemmtdessen Funktion am Rezeptor. Erenumab zeigt keine signifikante Aktivität an anderen Rezeptoren der
Calcitonin-Familie.
CGRP ist ein Neuropeptid, das die nozizeptive Signalübertragung reguliert und als Vasodilatatorwirkt. Es wurde mit der Pathophysiologie der Migräne in Zusammenhang gebracht. Es wurde gezeigt,dass der CGRP-Spiegel, im Gegensatz zu anderen Neuropeptiden, während eines Migräneanfallssignifikant ansteigt und sich beim Abklingen der Kopfschmerzen wieder normalisiert. Die intravenöse
Infusion von CGRP löst bei Patienten migräneähnliche Kopfschmerzen aus.
Die Hemmung der Effekte von CGRP könnte theoretisch die kompensatorische Vasodilatation unter
Ischämie-assoziierten Erkrankungen abschwächen. Eine Studie untersuchte die Wirkung einerintravenös gegebenen Einzeldosis von 140 mg Aimovig bei Patienten mit stabiler Angina pectorismittels Belastungsergometrie. Unter Aimovig war die Belastungsdauer vergleichbar mit der unter
Placebo und es kam bei diesen Patienten zu keiner Verschlechterung der myokardialen Ischämie.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitErenumab wurde in zwei Zulassungsstudien, die das Migränespektrum sowohl der chronischen alsauch der episodischen Migräne umfassten, als Migräne-Prophylaxe untersucht. In beiden Studienhatten die Patienten eine Vorgeschichte von mindestens 12 Monaten Migräne (mit oder ohne Aura)gemäß den Diagnosekriterien der Internationalen Kopfschmerzklassifikation (International
Classification of Headache Disorders, ICHD-III). Von der Teilnahme an den Studien ausgeschlossenwaren ältere Patienten (> 65 Jahre), Patienten mit Opioid-Übergebrauch (Studie in chronischer
Migräne), Patienten mit Arzneimittelübergebrauch (Studie in episodischer Migräne) sowie Patientenmit vorbestehendem Myokardinfarkt, Schlaganfall, transitorischen ischämischen Attacken, instabiler
Angina pectoris, koronarer arterieller Bypass-Operation oder anderen durchgeführten
Revaskularisierungsverfahren innerhalb der letzten 12 Monate vor dem Screening. Patienten mitschlecht kontrolliertem Bluthochdruck oder BMI > 40 waren in Studie 1 ausgeschlossen.
Chronische Migräne
Studie 1Erenumab wurde als Monotherapie zur Prophylaxe bei chronischer Migräne in einer randomisierten,multizentrischen, 12-wöchigen, placebokontrollierten, doppelblinden Studie bei Patienten untersucht,die an Migräne mit oder ohne Aura litten (≥ 15 Kopfschmerztage/Monat, davon≥ 8 Migränetage/Monat).
667 Patienten wurden im Verhältnis von 3:2:2 randomisiert und erhielten Placebo (n = 286) oder70 mg (n = 191) oder 140 mg (n = 190) Erenumab, stratifiziert nach Vorliegen eines Übergebrauchsvon Akutmedikation (dies war bei 41 % aller Patienten der Fall). Den Patienten war es während der
Studie gestattet, Akutmedikationen gegen ihre Kopfschmerzen zu verwenden.
Die demographischen Eigenschaften und Krankheitscharakteristika bei Studieneinschluss warenzwischen den Studien-Armen ausgewogen und vergleichbar. Das Alter der Patienten lag im Medianbei 43 Jahren, 83 % waren weiblich und 94 % weiß. Die mittlere Migränehäufigkeit bei Baseline lagbei ungefähr 18 Migränetagen pro Monat. Insgesamt 68 % der Studienteilnehmer hatten in der
Vergangenheit bereits eine oder mehrere prophylaktische Pharmakotherapien aufgrund fehlender
Wirksamkeit oder mangelnder Verträglichkeit abgebrochen, und 49 % hatten in der Vergangenheitbereits zwei oder mehr prophylaktische Pharmakotherapien aufgrund fehlender Wirksamkeit odermangelnder Verträglichkeit abgebrochen. Insgesamt beendeten 366 (96 %) Patienten in den
Erenumabgruppen und 265 (93 %) Patienten in der Placebogruppe die Studie (d. h. sie schlossen die
Beurteilung in Woche 12 ab).
Der Rückgang der durchschnittlichen monatlichen Migränetage im Vergleich zu Placebo wurde jeden
Monat bewertet und war ab dem ersten Monat zu erkennen. In einer nachfolgenden wochenweisen
Analyse konnte die Wirkung von Erenumab ab der ersten Woche der Anwendung beobachtet werden.
Abbildung 1 Änderung der monatlichen Migränetage (MMT) gegenüber Baseline in Studie 1über die Zeit (einschließlich primärer Endpunkt in Monat 3)
Change in Monthly Migraine Days: Änderung der monatlichen Migränetage
Tabelle 2 Änderungen von Baseline zu Woche 12 hinsichtlich der Wirksamkeit und des
Behandlungserfolges aus Patientensicht (patientenbezogene Endpunkte [Patient-
Reported Outcomes]) in Studie 1
Aimovig Aimovig Placebo Behandlungs- p-Wert(Erenumab) (Erenumab) (n = 281) unterschied140 mg 70 mg (95%-KI)(n = 187) (n = 188)
Wirksamkeitsendpunkte
MMT
Mittlere Änderung -6,6 -6,6 -4,2 Beide -2,5 Beide(95%-KI) (-7,5; -5,8) (-7,5; -5,8) (-4,9; -3,5) (-3,5; -1,4) < 0,001
Baseline (Standard- 17,8 (4,7) 17,9 (4,4) 18,2 (4,7)abweichung [SD])≥ 50 % MMT Responder
Prozent [%] 41,2 % 39,9 % 23,5 % n/a Beide< 0,001a,d≥ 75 % MMT Responder
Prozent [%] 20,9 % 17,0 % 7,8 % n/a n/ab
Monatliche
Migräne-spezifische
Akutmedikationstage 70 mg:
Mittlere Änderung -4,1 -3,5 -1,6 -1,9 (-2,6; -1,1) Beide(95%-KI) (-4,7; -3,6) (-4,0; -2,9) (-2,1; -1,1) 140 mg: < 0,001a
- 2,6 (-3,3; -1,8)
Baseline (Standard- 9,7 (7,0) 8,8 (7,2) 9,5 (7,6)abweichung [SD])
Patientenbezogene Endpunkte
HIT-6 70 mg:
Mittlere Änderungc (95%- -5,6 -5,6 -3,1 -2,5 (-3,7; -1,2) n/ab
KI) (-6,5; -4,6) (-6,5; -4,6) (-3,9; -2,3) 140 mg:
- 2,5 (-3,7; -1,2)
MIDAS gesamt 70 mg:
Mittlere Änderungc -19,8 -19,4 -7,5 -11,9 (-19,3; -4,4) n/ab(95%-KI) (-25,6; -14,0) (-25,2; -13,6) (-12,4; -2,7) 140 mg:
- 12,2 (-19,7; -4,8)
KI = Konfidenzintervall; MMT = monatliche Migränetage; HIT-6 = Headache Impact Test; MIDAS = Migraine
Disability Assessment; n/a = nicht anwendbar.a Bei den sekundären Endpunkten entsprechen alle p-Werte nicht berichtigten p-Werten und sind nach der
Berichtigung für multiple Vergleiche statistisch signifikant.b Für exploratorische Endpunkte sind p-Werte nicht dargestellt.c Bei HIT-6: Änderung und Verringerung im Vergleich zu Baseline wurden in den letzten 4 Wochen der12-wöchigen doppelblinden Behandlungsphase untersucht. Bei MIDAS: Änderung und Verringerung im
Vergleich zu Baseline wurden über 12 Wochen hinweg untersucht. Für die Datenerhebung wurde ein
Erinnerungszeitraum von 3 Monaten zugrunde gelegt.d p-Wert wurde basierend auf dem Odds Ratio (Quotenverhältnis) berechnet.
Bei Patienten, die eine oder mehr prophylaktische Pharmakotherapien abgebrochen hatten, betrug der
Behandlungsunterschied bei der Verringerung der monatlichen Migränetage (MMT) zwischen 140 mg
Erenumab und Placebo -3,3 Tage (95%-KI: -4,6; -2,1) und zwischen 70 mg Erenumab und
Placebo -2,5 Tage (95%-KI: -3,8; -1,2). Bei Patienten, die zwei oder mehr prophylaktische
Pharmakotherapien abgebrochen hatten, betrug der Behandlungsunterschied -4,3 Tage (95%-
KI: -5,8; -2,8) zwischen 140 mg Erenumab und Placebo und -2,7 Tage (95%-KI: -4,2; -1,2) zwischen70 mg Erenumab und Placebo. Darüber hinaus war der Anteil mit Erenumab behandelter Patienten,die eine mindestens 50%ige Reduktion der MMT im Vergleich zu Placebo erreichten, bei Patienten,die eine oder mehr prophylaktische Pharmakotherapien abgebrochen hatten, höher (40,8 % für140 mg, 34,7 % für 70 mg gegenüber 17,3 % für Placebo), mit einer Odds Ratio von 3,3 (95%-KI: 2,0;5,5) für 140 mg und 2,6 (95%-KI: 1,6; 4,5) für 70 mg. Bei Patienten, die zwei oder mehrprophylaktische Pharmakotherapien abgebrochen hatten, lag der Anteil bei 41,3 % für 140 mg und35,6 % für 70 mg gegenüber 14,2 % für Placebo mit einer Odds Ratio von 4,2 (95%-KI: 2,2; 7,9) bzw.
3,5 (95%-KI: 1,8; 6,6).
Bei ungefähr 41 % der Studienpatienten lag ein Arzneimittelübergebrauch vor. Bei diesen Patientenbetrug der zwischen 140 mg Erenumab und Placebo sowie der zwischen 70 mg Erenumab und
Placebo beobachtete Behandlungsunterschied bei der Verringerung der MMT -3,1 Tage (95%-
KI: -4,8; -1,4) für beide Dosen und die Verringerung der Migräne-spezifischen Akutmedikationstagebetrug -2,8 Tage (95%-KI: -4,2; -1,4) für 140 mg und -3,3 Tage (95%-KI: -4,7; -1,9) für 70 mg. Der
Anteil der Patienten, der eine Reduktion der MMT von mindestens 50 % erreichte, war in der Gruppeunter Erenumab größer als in der Placebogruppe (34,6 % für 140 mg, 36,4 % für 70 mg gegenüber17,7 % bei Placebo), mit einer Odds Ratio von 2,5 (95%-KI: 1,3; 4,9) bzw. 2,7 (95%-KI: 1,4; 5,2).
In der Open-Label-Extension der Studie 1, in der Patienten 70 mg und/oder 140 mg Erenumaberhielten, wurde die Wirksamkeit bis zu einem Jahr aufrecht erhalten. 74,1 % der Patienten schlossendie 52-Wochen-Extension ab. Über die beiden Dosen gepoolt, wurde nach 52 Wochen eine Reduktionvon -9,3 MMT im Vergleich zum Ausgangswert der Kernstudie beobachtet. 59 % der Patienten, diedie Studie abschlossen, hatten im letzten Monat der Studie eine 50%-Response.
Episodische Migräne
Studie 2Erenumab wurde zur Prophylaxe der episodischen Migräne in einer randomisierten, multizentrischen,24-wöchigen, placebokontrollierten, doppelblinden Studie bei Patienten untersucht, die an Migränemit oder ohne Aura litten (4-14 Migränetage pro Monat).
955 Patienten wurden im Verhältnis von 1:1:1 randomisiert und erhielten 140 mg (n = 319) oder70 mg (n = 317) Erenumab oder Placebo (n = 319). Den Patienten war es während der Studie gestattet,
Akutmedikationen gegen ihre Kopfschmerzen zu verwenden.
Die demographischen Eigenschaften und Krankheitscharakteristika bei Studieneinschluss warenzwischen den Studien-Armen ausgewogen und vergleichbar. Das Alter der Patienten lag im Medianbei 42 Jahren, 85 % waren weiblich und 89 % weiß. Die mittlere Migränehäufigkeit bei Baseline lagbei ungefähr 8 Migränetagen pro Monat. Insgesamt 39 % der Studienteilnehmer hatten in der
Vergangenheit bereits eine oder mehrere prophylaktische Pharmakotherapien aufgrund fehlender
Wirksamkeit oder mangelnder Verträglichkeit abgebrochen. Insgesamt 294 (92 %) Patienten in der140-mg-Gruppe, 287 (91 %) Patienten in der 70-mg-Gruppe und 284 (89 %) Patienten in der
Placebogruppe durchliefen die doppelblinde Phase vollständig.
Mit Erenumab behandelte Patienten zeigten im Vergleich zu mit Placebo behandelten Patienten eineklinisch relevante und statistisch signifikante Verringerung der Häufigkeit der Migränetage in den
Monaten 4 bis 6 im Vergleich zu Baseline (Abbildung 2). Unterschiede im Vergleich zu Placebowaren vom ersten Monat an zu beobachten.
Abbildung 2 Änderung der monatlichen Migränetage (MMT) gegenüber Baseline in Studie 2über die Zeit (einschließlich primärer Endpunkt in den Monaten 4, 5 und 6)
Change in Monthly Migraine Days: Änderung der monatlichen Migränetage
Tabelle 3 Änderungen von Baseline zu den Wochen 13-24 hinsichtlich der Wirksamkeit unddes Behandlungserfolges aus Patientensicht (patientenbezogene Endpunkte [Patient-
Reported Outcomes]) in Studie 2
Aimovig Aimovig Placebo Behandlungs- p-Wert(Erenumab) (Erenumab) (n = 316) unterschied140 mg 70 mg (95%-KI)(n = 318) (n = 312)
Wirksamkeitsendpunkte
MMT
Mittlere Änderung -3,7 -3,2 -1,8 70 mg: -1,4 (-1,9; -0,9) Beide(95%-KI) (-4,0; -3,3) (-3,6; -2,9) (-2,2; -1,5) 140 mg: -1,9 (-2,3; -1,4) < 0,001a
Baseline (Standard- 8,3 (2,5) 8,3 (2,5) 8,2 (2,5)abweichung [SD])≥ 50 % MMT
Responder Beide
Prozent [%] 50,0 % 43,3 % 26,6 % n/a < 0,001a,d≥ 75 % MMT
Responder
Prozent [%] 22,0 % 20,8 % 7,9 % n/a n/ab
Monatliche
Migräne-spezifische Akut-medikationstage
Mittlere Änderung -1,6 -1,1 -0,2 70 mg: -0,9 (-1,2; -0,6) Beide(95%-KI) (-1,8; -1,4) (-1,3; -0,9) (-0,4; 0,0) 140 mg: -1,4 (-1,7; -1,1) < 0,001a
Baseline (Standard- 3,4 (3,5) 3,2 (3,4) 3,4 (3,4)abweichung [SD])
Patientenbezogene Endpunkte
HIT-6
Mittlere Änderungc -6,9 -6,7 -4,6 70 mg: -2,1 (-3,0; -1,1) n/ab(95%-KI) (-7,6; -6,3) (-7,4; -6,0) (-5,3; -4,0) 140 mg: -2,3 (-3,2; -1,3)
MIDAS(modifiziert)gesamt n/ab
Mittlere Änderungc -7,5 -6,7 -4,6 70 mg: -2,1 (-3,3; -0,9)(95%-KI) (-8,3; -6,6) (-7,6; -5,9) (-5,5; -3,8) 140 mg: -2,8 (-4,0; -1,7)
KI = Konfidenzintervall; MMT = monatliche Migränetage; HIT-6 = Headache Impact Test; MIDAS = Migraine
Disability Assessment; n/a = nicht anwendbar.a Bei den sekundären Endpunkten entsprechen alle p-Werte nicht berichtigten p-Werten und sind nach der
Berichtigung für multiple Vergleiche statistisch signifikant.b Für exploratorische Endpunkte sind p-Werte nicht dargestellt.c Bei HIT-6: Änderung und Verringerung im Vergleich zu Baseline wurden in den letzten 4 Wochen der12-wöchigen doppelblinden Behandlungsphase untersucht. Bei MIDAS: Änderung und Verringerung im
Vergleich zu Baseline wurden über 24 Wochen hinweg untersucht. Für die Datenerhebung wurde ein
Erinnerungszeitraum von einem Monat zugrunde gelegt.d p-Wert wurde basierend auf dem Odds Ratio (Quotenverhältnis) berechnet.
Bei Patienten, die eine oder mehr prophylaktische Pharmakotherapien abgebrochen hatten, betrug der
Behandlungsunterschied bei der Verringerung der monatlichen Migränetage (MMT) zwischen 140 mg
Erenumab und Placebo -2,5 Tage (95%-KI: -3,4; -1,7) und zwischen 70 mg Erenumab und
Placebo -2,0 Tage (95%-KI: -2,8; -1,2). Darüber hinaus war der Anteil mit Erenumab behandelter
Patienten, die eine mindestens 50%ige Reduktion der MMT im Vergleich zu Placebo erreichten, höher(39,7 % für 140 mg und 38,6 % für 70 mg, mit einer Odds Ratio von 3,1 [95%-KI : 1,7; 5,5] bzw. 2,9[95%-KI: 1,6; 5,3]).
Im aktiven Re-Randomisierungsteil der Studie 2 wurde die Wirksamkeit bis zu einem Jahr aufrechterhalten. Die Patienten wurden in der aktiven Behandlungsphase (ATP) auf 70 mg oder 140 mg
Erenumab re-randomisiert. 79,8 % schlossen die gesamte Studie nach 52 Wochen ab. Die Reduktionder monatlichen Migränetage von Baseline bis zu Woche 52 betrug -4,22 in der 70-mg-ATP-Gruppeund -4,64 Tage in der 140-mg-ATP-Gruppe. In Woche 52 betrug der Anteil der Patienten, die eine
Reduktion der MMT um ≥ 50 % gegenüber dem Ausgangswert erreichten, 61,0 % in der 70-mg-ATP-
Gruppe und 64,9 % in der 140-mg-ATP-Gruppe.
Langzeit-Follow-up-StudieIm Anschluss an eine placebokontrollierte Studie erhielten 383 Patienten in einer Open-Label-
Behandlungsphase über 5 Jahre zunächst 70 mg Erenumab (mediane Dauer: 2,0 Jahre), von denen250 Patienten ihre Dosis auf 140 mg erhöhten (mediane Dauer: 2,7 Jahre). 214 schlossen die Open-
Label-Behandlungsphase von 5 Jahren ab. Von den 383 Patienten brachen 168 (43,9 %) die
Behandlung ab, wobei die häufigsten Gründe Patientenwunsch (84 Patienten; 21,9 %), unerwünschte
Ereignisse (19 Patienten; 5,0 %), 'lost to follow-up“ (14 Patienten; 3,7 %) und mangelnde
Wirksamkeit (12 Patienten; 3,1 %) waren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Wirksamkeit in der Open-
Label-Behandlungsphase der Studie bis zu 5 Jahre lang aufrechterhalten wurde.
Studie 3: Studie bei Patienten, bei denen zuvor 2 bis 4 migräneprophylaktische Pharmakotherapienversagt haben oder die dafür nicht geeignet waren246 erwachsene Patienten mit episodischer Migräne wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert underhielten entweder Erenumab 140 mg (n = 121) oder Placebo (n = 125) für 12 Wochen. Drei Patienten(Erenumab: 2, Placebo: 1) wurden aus der primären Analyse ausgeschlossen, weil sie keine
Studienbehandlung erhalten hatten. In den letzten 4 Wochen der doppelblinden Behandlung erreichten30,3 % (36/119) der Patienten in der Erenumab-Gruppe eine Reduktion der MMT um mindestens50 % gegenüber dem Ausgangswert, verglichen mit 13,7 % (17/124) in der Placebo-Gruppe(p = 0,002).
Studie 4: Studie zur Bewertung der Verträglichkeit (primärer Endpunkt) und Wirksamkeit im
Vergleich zu Topiramat777 erwachsene Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne wurden im Verhältnis 1:1randomisiert und erhielten 24 Wochen lang entweder Erenumab (70 mg oder 140 mg, n = 389) oder
Topiramat 50 bis 100 mg (n = 388) (doppelblinde Behandlungsphase). Die Daten zur Sicherheit und
Wirksamkeit wurden für Patienten, die Erenumab in den Dosierungen 70 mg und 140 mg erhielten,gepoolt und mit denen von Patienten verglichen, die Topiramat erhielten.
Erenumab zeigte eine bessere Verträglichkeit als Topiramat, gemessen an der Rate der
Behandlungsabbrüche aufgrund unerwünschter Ereignisse (Erenumab: 10,5 %, Topiramat: 38,9 %;p < 0,001; primärer Endpunkt). Darüber hinaus erreichten 55,4 % der Patienten in der Erenumab-
Gruppe in den letzten drei Monaten der Studie eine Reduktion der MMT um mindestens 50 %gegenüber dem Ausgangswert, verglichen mit 31,2 % in der Topiramat-Gruppe (p < 0,001).
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Aimovig eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen bei der
Prophylaxe von Migränekopfschmerzen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).