Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels AFINITOR 10mg tablette
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Afinitor 2,5 mg Tabletten
Afinitor 5 mg Tabletten
Afinitor 10 mg Tabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Afinitor 2,5 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 2,5 mg Everolimus.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 74 mg Lactose.
Afinitor 5 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 5 mg Everolimus.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 149 mg Lactose.
Afinitor 10 mg Tabletten
Jede Tablette enthält 10 mg Everolimus.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter WirkungJede Tablette enthält 297 mg Lactose.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Tablette.
Afinitor 2,5 mg Tabletten
Weiße bis leicht gelbliche, längliche Tabletten mit einer Länge von ca. 10,1 mm und einer Breite vonca. 4,1 mm, mit abgeschrägten Kanten, ohne Bruchkerbe, mit der Prägung 'LCL“ auf der einen und'NVR“ auf der anderen Seite.
Afinitor 5 mg Tabletten
Weiße bis leicht gelbliche, längliche Tabletten, mit einer Länge von ca. 12,1 mm und einer Breite vonca. 4,9 mm, mit abgeschrägten Kanten, ohne Bruchkerbe, mit der Prägung '5“ auf der einen und'NVR“ auf der anderen Seite.
Afinitor 10 mg Tabletten
Weiße bis leicht gelbliche, längliche Tabletten, mit einer Länge von ca. 15,1 mm und einer Breite vonca. 6,0 mm, mit abgeschrägten Kanten, ohne Bruchkerbe, mit der Prägung 'UHE“ auf der einen und'NVR“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Hormonrezeptor-positives, fortgeschrittenes Mammakarzinom
Afinitor wird in Kombination mit Exemestan zur Therapie des Hormonrezeptor-positiven,
HER2/neu-negativen, fortgeschrittenen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen ohnesymptomatische viszerale Metastasierung angewendet, nachdem es zu einem Rezidiv oder einer
Progression nach einem nicht-steroidalen Aromataseinhibitor gekommen ist.
Neuroendokrine Tumoren pankreatischen Ursprungs
Afinitor ist zur Behandlung von inoperablen oder metastasierten, gut oder mäßig differenziertenneuroendokrinen Tumoren pankreatischen Ursprungs bei Erwachsenen mit progressiver Erkrankungindiziert.
Neuroendokrine Tumoren mit Ursprung im Gastrointestinaltrakt oder in der Lunge
Afinitor ist zur Behandlung von inoperablen oder metastasierten, gut differenzierten (Grad 1 oder
Grad 2) nicht-funktionellen neuroendokrinen Tumoren gastrointestinalen oder pulmonalen Ursprungsbei Erwachsenen mit progressiver Erkrankung indiziert (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).
NierenzellkarzinomAfinitor ist zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom indiziert, beidenen es während oder nach einer gegen VEGF gerichteten Therapie zu einer Krankheitsprogressionkommt.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung mit Afinitor sollte von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der Erfahrungin der Anwendung von Krebstherapien besitzt.
DosierungFür die unterschiedlichen Dosierungsschemata ist Afinitor als 2,5 mg, 5 mg und 10 mg Tablettenverfügbar.
Die empfohlene Dosis beträgt 10 mg Everolimus einmal täglich. Die Behandlung sollte fortgesetztwerden, solange ein klinischer Nutzen beobachtet wird oder bis inakzeptable toxische
Nebenwirkungen auftreten.
Wenn eine Dosis versäumt wurde, soll der Patient die Einnahme nicht nachholen, sondern die nächstevorgeschriebene Dosis wie gewohnt einnehmen.
Dosisanpassung bei NebenwirkungenDie Therapie von schwerwiegenden und/oder inakzeptablen vermuteten Nebenwirkungen kann eine
Reduktion der Dosis und/oder zeitweilige Unterbrechung der Afinitor-Therapie erfordern. Bei
Nebenwirkungen mit Schweregrad 1 ist üblicherweise keine Dosisanpassung erforderlich. Sollte eine
Dosisreduktion notwendig sein, beträgt die empfohlene tägliche Dosis 5 mg und darf nicht niedrigerals 5 mg täglich sein.
Tabelle 1 fasst die Empfehlungen zu Dosisanpassungen bei bestimmten Nebenwirkungen zusammen(siehe auch Abschnitt 4.4).
Tabelle 1 Empfehlungen zu Dosisanpassungen von Afinitor
Nebenwirkung Schweregrad1 Dosisanpassungen von Afinitor
Nicht-infektiöse Grad 2 Eine Behandlungsunterbrechung bis zur Rückbildung der
Pneumonitis Symptome auf ≤ Grad 1 ist zu erwägen.
Erneute Behandlung mit 5 mg täglich.
Falls es innerhalb von 4 Wochen zu keiner Rückbildungkommt, ist die Behandlung abzubrechen.
Grad 3 Behandlungsunterbrechung bis zur Rückbildung der
Symptome auf ≤ Grad 1.
Eine erneute Gabe von 5 mg täglich ist zu erwägen. Wennerneut Toxizität mit Grad 3 auftritt, ist ein Abbruch in
Erwägung zu ziehen.
Grad 4 Absetzen der Behandlung.
Stomatitis Grad 2 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur
Rückbildung auf Grad 1.
Erneute Gabe in gleicher Dosierung.
Wenn erneut eine Stomatitis 2. Grades auftritt, ist die
Behandlung bis zur Rückbildung auf Grad 1 zuunterbrechen. Erneute Behandlung mit 5 mg täglich.
Grad 3 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur
Erholung auf Grad 1.
Erneute Behandlung mit 5 mg täglich.
Grad 4 Absetzen der Behandlung.
Andere Grad 2 Bei tolerierbarer Toxizität ist keine Dosisanpassungnicht-hämatologisc erforderlich.
he Toxizitäten Wenn die Toxizität nicht mehr tolerierbar ist, muss eine(ausgenommen vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur
Stoffwechsel- Rückbildung auf Grad 1 erfolgen. Erneute Gabe inereignisse) gleicher Dosierung.
Wenn die Toxizität erneut in Grad 2 auftritt, ist die
Behandlung bis zur Rückbildung auf Grad 1 zuunterbrechen. Erneute Behandlung mit 5 mg täglich.
Grad 3 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur
Rückbildung auf Grad 1.
Eine erneute Behandlung mit täglich 5 mg ist in Erwägungzu ziehen. Wenn erneut Toxizität mit Grad 3 auftritt, ist ein
Abbruch in Erwägung zu ziehen.
Grad 4 Absetzen der Behandlung.
Stoffwechselereig- Grad 2 Keine Dosisanpassung erforderlich.
nisse (z. B.
Hyperglykämie,
Dyslipidämie)
Grad 3 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung.
Erneute Behandlung mit 5 mg täglich.
Grad 4 Absetzen der Behandlung.
Thrombozytopenie Grad 2 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur(<75, ≥50x109/l) Rückbildung auf Grad 1 (≥75x109/l). Erneute Gabe ingleicher Dosierung.
Grad 3 und 4 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur(<50x109/l) Rückbildung auf Grad 1 (≥75x109/l). Erneute Behandlungmit 5 mg täglich.
Neutropenie Grad 2 Keine Dosisanpassung erforderlich.
(≥1x109/l)
Grad 3 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur(<1, ≥0,5x109/l) Rückbildung auf Grad 2 (≥1x109/l). Erneute Gabe ingleicher Dosierung.
Grad 4 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur(<0,5x109/l) Rückbildung auf Grad 2 (≥1x109/l). Erneute Behandlungmit 5 mg täglich.
Febrile Grad 3 Vorübergehende Unterbrechung der Behandlung bis zur
Neutropenie Rückbildung auf Grad 2 (≥1,25x109/l) und kein Fieber.
Erneute Behandlung mit 5 mg täglich.
Grad 4 Absetzen der Behandlung.1 Schweregrad entsprechend der 'Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE)v3.0” des National Cancer Institutes (NCI).
Besondere PatientengruppenÄltere Patienten (≥65 Jahre)Es ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte NierenfunktionEs ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Eingeschränkte Leberfunktion− Leichte Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh A) - die empfohlene Dosis beträgt 7,5 mgtäglich.
− Mittelschwere Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh B) - die empfohlene Dosis beträgt 5 mgtäglich.
− Schwere Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh C) - Afinitor wird nur empfohlen, wenn dererwünschte Nutzen gegenüber dem Risiko überwiegt. In diesem Fall darf eine Dosis von 2,5 mgtäglich nicht überschritten werden.
Dosisanpassungen sind durchzuführen, wenn sich der Leberstatus (Child-Pugh) des Patienten währendder Behandlung ändert (siehe auch Abschnitte 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Afinitor bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Art der AnwendungAfinitor sollte einmal täglich immer zur gleichen Tageszeit und dann immer entweder während oderaußerhalb der Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2). Die Afinitor-Tabletten solltenim Ganzen mit einem Glas Wasser geschluckt werden. Die Tabletten dürfen nicht zerkaut oderzerstoßen werden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Rapamycin-Derivate oder einen der in Abschnitt 6.1genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Nicht infektiöse Pneumonitis
Bei der nicht infektiösen Pneumonitis handelt es sich um einen Klasseneffekt der
Rapamycin-Derivate, einschließlich Everolimus. Fälle von nicht infektiöser Pneumonitis(einschließlich interstitieller Lungenerkrankung) wurden bei Patienten unter Afinitor häufig berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Einige Krankheitsfälle waren schwerwiegend und verliefen vereinzelt tödlich.
Die Diagnose einer nicht infektiösen Pneumonitis sollte bei Patienten in Betracht gezogen werden, dieunspezifische respiratorische Anzeichen und Symptome wie Hypoxie, Pleuraerguss, Husten oder
Dyspnoe zeigen, und bei welchen infektiöse, neoplastische oder andere nicht medizinische Ursachendurch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen wurden. Opportunistische Infektionen, wie eine
Pneumocystis-jirovecii-(carinii)-Pneumonie (PJP/PCP), sollten in der Differentialdiagnose einer nichtinfektiösen Pneumonitis ausgeschlossen werden (siehe nachfolgend unter 'Infektionen“). Die
Patienten sollten angewiesen werden, alle neu auftretenden oder sich verschlechterndenrespiratorischen Symptome unverzüglich zu melden.
Bei Patienten, die radiologisch sichtbare Veränderungen entwickeln, welche auf eine nicht infektiöse
Pneumonitis hindeuten, jedoch wenige oder keine Symptome zeigen, kann die Behandlung mit
Afinitor ohne Dosisänderung fortgesetzt werden. Wenn mäßige (Grad 2) oder schwere (Grad 3)
Symptome auftreten, kann der Einsatz von Kortikosteroiden angezeigt sein, bis die klinischen
Symptome verschwinden.
Bei Patienten, die Kortikosteroide zur Behandlung einer nicht infektiösen Pneumonitis benötigen,kann eine Prophylaxe gegen eine PJP/PCP in Betracht gezogen werden.
InfektionenEverolimus hat immunsuppressive Eigenschaften und kann bei prädisponierten Patienten bakterielle,
Pilz-, virale oder Protozoen-Infektionen, einschließlich Infektionen mit opportunistischen pathogenen
Keimen, begünstigen (siehe Abschnitt 4.8). Lokale und systemische Infektionen, z. B. Pneumonie,andere bakterielle Infektionen, invasive Pilzinfektionen wie Aspergillose, Candidiasis oder PJP/PCPund virale Infektionen, einschließlich der Reaktivierung des Hepatitis-B-Virus, sind bei Patientenunter Afinitor beschrieben worden. Einige dieser Infektionen waren schwerwiegend (z. B. bis hin zu
Sepsis, respiratorischer oder Leberinsuffizienz) und verliefen vereinzelt tödlich.
Ärzte und Patienten sollten über das erhöhte Infektionsrisiko während einer Therapie mit Afinitorinformiert sein. Vorbestehende Infektionen sollten angemessen behandelt und vollkommen abgeheiltsein, bevor die Behandlung mit Afinitor begonnen wird. Während der Einnahme von Afinitor istaufmerksam auf Anzeichen einer Infektion zu achten. Wenn eine Infektion diagnostiziert wird, istumgehend mit einer entsprechenden Behandlung zu beginnen und eine Unterbrechung oder
Beendigung der Behandlung mit Afinitor zu erwägen.
Wenn eine invasive systemische Pilzinfektion diagnostiziert wird, ist die Afinitor-Behandlung sofortund endgültig abzubrechen und der Patient mit einer entsprechenden antimykotischen Therapie zubehandeln.
Bei Patienten, die Everolimus erhielten, wurden Fälle von PJP/PCP, einige mit tödlichem Ausgang,berichtet. PJP/PCP kann mit der gleichzeitigen Anwendung von Kortikosteroiden oder anderen
Immunsuppressiva verbunden sein. Eine Prophylaxe gegen PJP/PCP sollte in Erwägung gezogenwerden, falls gleichzeitig Kortikosteroide oder andere Immunsuppressiva benötigt werden.
ÜberempfindlichkeitsreaktionenÜberempfindlichkeitsreaktionen, die sich durch Symptome wie Anaphylaxie, Atemnot,
Hitzewallungen, Schmerzen in der Brust oder Angioödeme (z. B. Anschwellen der Atemwege oderder Zunge mit oder ohne Verschlechterung der Atemfunktion) äußern, aber nicht darauf beschränktsind, wurden im Zusammenhang mit Everolimus beobachtet (siehe Abschnitt 4.3).
Gleichzeitige Anwendung von Angiotensin-Conversions-Enzym-(ACE-)Hemmern
Bei Patienten, die gleichzeitig ACE-Hemmer (z. B. Ramipril) einnehmen, kann ein erhöhtes Risiko für
Angioödeme (z. B. Anschwellen der Atemwege oder der Zunge mit oder ohne Verschlechterung der
Atemfunktion) bestehen (siehe Abschnitt 4.5).
Stomatitis
Stomatitis, einschließlich Mundulzerationen und oraler Mukositis, ist die am häufigsten berichtete
Nebenwirkung bei Patienten unter Afinitor (siehe Abschnitt 4.8). Eine Stomatitis tritt meistensinnerhalb der ersten 8 Behandlungswochen auf. Eine einarmige Studie an postmenopausalen Frauenmit Brustkrebs, die mit Afinitor und Exemestan behandelt wurden, deutet darauf hin, dass einealkoholfreie, orale, kortikosteroidhaltige Lösung, gegeben während der ersten 8 Behandlungswochenals Mundspülung, die Häufigkeit und den Schweregrad einer Stomatitis verringern kann (siehe
Abschnitt 5.1). Das Management einer Stomatitis kann daher die prophylaktische und/odertherapeutische Anwendung topischer Arzneimittel, wie alkoholfreier, oraler, kortikosteroidhaltiger
Lösungen als Mundspülung, beinhalten. Produkte, die Alkohol, Wasserstoffperoxid, Jod oder
Thymianverbindungen enthalten, sollten allerdings vermieden werden, da sie den Zustandverschlechtern können. Eine Überwachung hinsichtlich Pilzinfektionen und deren Behandlung wirdvor allem bei Patienten, die mit Steroiden behandelt werden, empfohlen. Antimykotika sollten nureingesetzt werden, wenn eine Pilzinfektion diagnostiziert worden ist (siehe Abschnitt 4.5).
Fälle von Nierenversagen
Bei mit Afinitor behandelten Patienten wurden Fälle von Nierenversagen (einschließlich akutem
Nierenversagen) beobachtet, einige mit letalem Ausgang (siehe Abschnitt 4.8). Die Nierenfunktionsollte überwacht werden, vor allem, wenn die Patienten zusätzliche Risikofaktoren haben, die die
Nierenfunktion weiter verschlechtern könnten.
Labortests und Überwachung
Nierenfunktion
Es wurde über einen meist geringfügigen Anstieg des Serum-Kreatinins und über Proteinurie berichtet(siehe Abschnitt 4.8). Die Überwachung der Nierenfunktion, einschließlich Messungen von
Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN), Protein im Urin oder Serum-Kreatinin, wird vor Behandlungsbeginnmit Afinitor und danach in regelmäßigen Intervallen empfohlen.
Serumglukose
Es wurde über Hyperglykämie berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Eine Überwachung der
Nüchternglukose vor Behandlungsbeginn mit Afinitor und danach in regelmäßigen Intervallen wirdempfohlen. Eine häufigere Kontrolle wird empfohlen, wenn Afinitor gleichzeitig mit anderen
Arzneimitteln gegeben wird, die eine Hyperglykämie verursachen könnten. Wenn möglich, sollte vor
Behandlungsbeginn mit Afinitor eine optimale glykämische Kontrolle erreicht werden.
Serumlipide
Es wurde über Dyslipidämie (einschließlich Hypercholesterinämie und Hypertriglyzeridämie)berichtet. Es wird sowohl die Überwachung von Cholesterin und der Triglyzeride im Blut vor
Behandlungsbeginn mit Afinitor und danach in regelmäßigen Intervallen, als auch die Behandlung miteiner angemessenen medikamentösen Therapie empfohlen.
Hämatologische Parameter
Es kam zu einer Abnahme von Hämoglobin, Lymphozyten, neutrophilen Granulozyten und
Thrombozyten (siehe Abschnitt 4.8). Eine Kontrolle des Differentialblutbildes vor Behandlungsbeginnmit Afinitor und danach in regelmäßigen Intervallen wird empfohlen.
Funktionelle Karzinoide
In einer randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Studie bei Patienten mit funktionellen
Karzinoiden wurde Afinitor plus Depot-Octreotid mit Placebo plus Depot-Octreotid verglichen. Die
Studie erreichte nicht ihren primären Wirksamkeitsendpunkt (progressionsfreies Überleben [PFS]),und die Interimanalyse zum Gesamtüberleben (overall survival, OS) favorisierte numerisch den Armmit Placebo plus Depot-Octreotid. Daher sind die Sicherheit und Wirksamkeit von Afinitor bei
Patienten mit funktionellen Karzinoiden nicht erwiesen.
Prognostische Faktoren bei neuroendokrinen Tumoren mit Ursprung im Gastrointestinaltrakt oder inder Lunge
Bei Patienten mit nicht-funktionellen neuroendokrinen Tumoren gastrointestinalen oder pulmonalen
Ursprungs und guten prognostischen Faktoren zu Behandlungsbeginn wie z. B. Ileum als Ort des
Primärtumors und normalen Chromogranin-A-Werten oder ohne Beteiligung der Knochen, sollte vor
Beginn der Therapie mit Afinitor eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung durchgeführt werden.
Ein eingeschränkter Beweis eines Nutzens hinsichtlich PFS wurde in der Patienten-Subgruppe mit
Primärtumor im Ileum berichtet (siehe Abschnitt 5.1).
WechselwirkungenDie gleichzeitige Gabe von Inhibitoren und Induktoren von CYP3A4 und/oder des
Multidrug-Resistance-Proteins p-Glycoprotein (p-GP) sollte vermieden werden. Wenn diegleichzeitige Gabe eines moderaten CYP3A4- und/oder p-GP-Inhibitors oder -Induktors nichtvermieden werden kann, sollte der klinische Zustand des Patienten engmaschig überwacht werden.
Eine Dosisanpassung von Afinitor auf der Grundlage der vorausberechneten AUC kann erwogenwerden (siehe Abschnitt 4.5).
Die gleichzeitige Behandlung mit starken CYP3A4/p-GP-Inhibitoren führt zu drastisch erhöhten
Plasmakonzentrationen von Everolimus (siehe Abschnitt 4.5). Zurzeit gibt es keine ausreichenden
Daten, die in dieser Situation Dosierungsempfehlungen erlauben würden. Die gleichzeitige
Behandlung mit Afinitor und starken Inhibitoren wird daher nicht empfohlen.
Wegen der Möglichkeit von Wechselwirkungen sollte Afinitor nur mit Vorsicht zusammen mit oralgegebenen CYP3A4-Substraten mit einer engen therapeutischen Breite angewendet werden. Wenn
Afinitor zusammen mit oral verabreichten CYP3A4-Substraten mit einer engen therapeutischen Breite(wie z. B. Pimozid, Terfenadin, Astemizol, Cisaprid, Chinidin oder Ergotalkaloid-Derivaten) gegebenwird, sollte der Patient hinsichtlich der Nebenwirkungen überwacht werden, die in der
Produktinformation der oral gegebenen CYP3A4-Substrate beschrieben sind (siehe Abschnitt 4.5).
Eingeschränkte LeberfunktionDie Exposition gegenüber Everolimus war bei Patienten mit leichten (Child-Pugh A), mittelschweren(Child-Pugh B) und schweren (Child-Pugh C) Leberfunktionsstörungen erhöht (siehe Abschnitt 5.2).
Afinitor wird nur für die Anwendung bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen(Child-Pugh C) empfohlen, wenn der erwünschte Nutzen gegenüber dem Risiko überwiegt (siehe
Abschnitte 4.2 und 5.2).
Derzeit sind keine klinischen Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit verfügbar, die eine Empfehlungfür Dosisanpassungen beim Auftreten von Nebenwirkungen bei Patienten mit eingeschränkter
Leberfunktion unterstützen.
ImpfungenDer Einsatz von Lebendimpfstoffen sollte während der Behandlung mit Afinitor vermieden werden(siehe Abschnitt 4.5).
LactosePatienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder
Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Komplikationen bei der Wundheilung
Eine verzögerte Wundheilung ist ein Klasseneffekt von Rapamycin-Derivaten, einschließlich
Everolimus. Daher ist perioperativ Vorsicht bei der Anwendung von Afinitor geboten.
Komplikationen bei Strahlentherapie
Schwere und schwerwiegende Reaktionen auf eine Strahlentherapie (wie Strahlenösophagitis,
Strahlenpneumonitis und durch Bestrahlung verursachte Hautverletzungen) einschließlich Todesfällewurden berichtet, wenn Everolimus während oder kurz nach einer Strahlentherapie eingenommenwurde. Vorsicht ist deshalb bei Patienten geboten, die Everolimus in engem zeitlichem
Zusammenhang mit einer Strahlentherapie einnehmen, da es zu einer Verstärkung der
Strahlentherapie-induzierten Toxizität kommen kann.
Außerdem wurde über strahleninduzierte Reaktionen (Radiation-Recall-Syndrom, RRS) bei Patientenunter Everolimus berichtet, die in der Vergangenheit eine Strahlentherapie erhalten hatten. Falls ein
RRS auftritt, sollte eine Unterbrechung oder Beendigung der Therapie mit Everolimus in Betrachtgezogen werden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Everolimus ist ein CYP3A4-Substrat und außerdem ein Substrat und mäßiger Inhibitor des p-GP.
Deshalb kann die Absorption und anschließende Elimination von Everolimus durch Produktebeeinflusst werden, die auf CYP3A4 und/oder p-GP wirken. In vitro wirkt Everolimus alskompetitiver Inhibitor von CYP3A4 und als gemischter Inhibitor von CYP2D6.
In Tabelle 2 sind bekannte und theoretische Wechselwirkungen mit ausgewählten CYP3A4- undp-GP-Inhibitoren und -Induktoren gelistet.
CYP3A4- und p-GP-Inhibitoren, die die Blutkonzentrationen von Everolimus erhöhen
Substanzen, die CYP3A4- oder p-GP-Inhibitoren sind, können durch Reduktion des Metabolismusoder den Efflux von Everolimus aus intestinalen Zellen die Blutkonzentrationen von Everolimuserhöhen.
CYP3A4- und p-GP-Induktoren, die die Blutkonzentrationen von Everolimus vermindern
Substanzen, die CYP3A4- oder p-GP-Induktoren sind, können die Blutkonzentrationen von
Everolimus durch Erhöhung des Metabolismus oder des Effluxes von Everolimus aus intestinalen
Zellen vermindern.
Tabelle 2 Wirkungen von anderen Wirkstoffen auf Everolimus
Wirkstoff nach Wechselwirkung - Änderung Empfehlungen bezüglich
Wechselwirkung der AUC/Cmax von Everolimus gleichzeitiger Gabe
Geometrisches
Durchschnittsverhältnis(beobachteter Bereich)
Starke CYP3A4-/p-GP-Inhibitoren
Ketoconazol AUC ↑15,3-fach Die gleichzeitige Behandlung mit(Bereich 11,2-22,5) Afinitor und starken Inhibitoren
Cmax ↑4,1-fach wird nicht empfohlen.
(Bereich 2,6-7,0)
Itraconazol, Nicht untersucht. Starker Anstieg
Posaconazol, der
Voriconazol Everolimus-Blutkonzentration
Telithromycin, wird erwartet.
Clarithromycin
Nefazodon
Ritonavir, Atazanavir,
Saquinavir, Darunavir,
Indinavir, Nelfinavir
Moderate CYP3A4-/p-GP-Inhibitoren
Erythromycin AUC ↑4,4-fach Vorsicht ist geboten, wenn die(Bereich 2,0-12,6) gleichzeitige Gabe von moderaten
Cmax ↑2,0-fach CYP3A4- oder p-GP-Inhibitoren(Bereich 0,9-3,5) nicht vermieden werden kann.
Imatinib AUC ↑ 3,7-fach Wenn Patienten die gleichzeitige
Cmax ↑ 2,2-fach Gabe eines moderaten CYP3A4-
Verapamil AUC ↑3,5-fach oder p-GP-Inhibitors benötigen,(Bereich 2,2-6,3) kann eine Dosisreduktion auf 5 mg
Cmax ↑2,3-fach oder 2,5 mg täglich erwogen(Bereich 1,3-3,8) werden. Es gibt jedoch keine
Orales Ciclosporin AUC ↑2,7-fach klinischen Daten zu dieser(Bereich 1,5-4,7) Dosisanpassung. Wegen der
Cmax ↑1,8-fach interindividuellen Schwankungen(Bereich 1,3-2,6) sind die empfohlenen
Cannabidiol (p-GP- AUC ↑2,5-fach Dosisanpassungen möglicherweise
Inhibitor) C ↑2,5-fach nicht für alle Patienten optimal.max
Fluconazol Nicht untersucht. Erhöhte Daher wird eine engmaschige
Diltiazem Exposition erwartet. Überwachung der Nebenwirkungen
Dronedaron Nicht untersucht. Erhöhte empfohlen (siehe Abschnitte 4.2
Exposition erwartet. und 4.4). Wenn der moderate
Amprenavir, Nicht untersucht. Erhöhte Inhibitor abgesetzt wird, ist eine
Fosamprenavir Exposition erwartet. Auswaschphase von mindestens 2bis 3 Tagen zu erwägen(durchschnittliche Eliminationszeitfür die am häufigsten verwendetenmoderaten Inhibitoren), bevor
Afinitor wieder in der gleichen
Dosierung gegeben wird wie vorder gleichzeitigen Behandlung.
Grapefruitsaft oder Nicht untersucht. Erhöhte Die Kombination sollte vermiedenandere Lebensmittel, die Exposition erwartet (die werden.
CYP3A4/p-GP Wirkung variiert stark).
beeinflussen
Starke und moderate CYP3A4-Induktoren
Rifampicin AUC ↓63% Die gleichzeitige Gabe von starken(Bereich 0-80%) CYP3A4-Induktoren sollte
Cmax ↓58% vermieden werden. Wenn Patienten(Bereich 10-70%) die gleichzeitige Gabe eines
Dexamethason Nicht untersucht. Verminderte starken CYP3A4-Induktors
Exposition erwartet. benötigen, sollte eine
Carbamazepin, Nicht untersucht. Verminderte Dosiserhöhung von Afinitor von
Phenobarbital, Exposition erwartet. 10 mg/Tag auf bis zu 20 mg/Tag in
Phenytoin Einzelschritten von 5 mg oderweniger, gegeben an den Tagen 4und 8 nach erstmaliger Gabe des
Induktors, erwogen werden. Diese
Dosis von Afinitor ist berechnet im
Hinblick auf die Anpassung der
AUC an den Bereich, der ohne
Induktoren beobachtet wurde. Esgibt jedoch keine klinischen Datenzu dieser Dosisanpassung. Wenndie Behandlung mit dem Induktorabgesetzt wird, ist eine
Auswaschphase von mindestens 3bis 5 Tagen zu erwägen(ausreichende Zeit für einesignifikante De-Induktion der
Enzyme), bevor Afinitor wieder in
Efavirenz, Nevirapin Nicht untersucht. Verminderte der gleichen Dosierung gegeben
Exposition erwartet. wird wie vor der gleichzeitigen
Behandlung.Johanniskraut Nicht untersucht. Stark Arzneimittel, die Johanniskraut(Hypericum perforatum) verminderte Exposition erwartet. enthalten, sollten während der
Behandlung mit Everolimus nichtangewendet werden.
Substanzen, deren Plasmakonzentrationen durch Everolimus verändert werden können
Basierend auf In-vitro-Ergebnissen lassen die systemischen Konzentrationen, die nach täglicher oraler
Gabe von 10 mg beobachtet wurden, die Inhibierung von p-GP, CYP3A4 und CYP2D6unwahrscheinlich erscheinen. Jedoch kann die Inhibierung von CYP3A4 und p-GP im Darm nichtausgeschlossen werden. Eine Studie zu Wechselwirkungen bei Gesunden zeigte, dass die gleichzeitige
Gabe einer oralen Midazolam-Dosis, einem empfindlichen CYP3A-Substrat, mit Everolimus zu einer
Zunahme der Cmax von Midazolam um 25% und der AUC(0-inf) von Midazolam um 30% führte. Diese
Wirkung ist wahrscheinlich auf die Hemmung von intestinalem CYP3A4 durch Everolimuszurückzuführen. Daher könnte Everolimus die Bioverfügbarkeit von gleichzeitig gegebenen oralen
CYP3A4-Substraten beeinflussen. Ein klinisch relevanter Effekt auf die Exposition von systemischgegebenen CYP3A4-Substraten ist jedoch nicht zu erwarten (siehe Abschnitt 4.4).
Die gleichzeitige Gabe von Everolimus und Depot-Octreotid führte zu einem Anstieg der Cmin von
Octreotid mit einem Quotient des geometrischen Mittels (Everolimus/Placebo) von 1,47. Eine klinischrelevante Auswirkung hiervon auf die Wirksamkeit von Everolimus bei Patienten mitfortgeschrittenen neuroendokrinen Tumoren konnte nicht gezeigt werden.
Die gleichzeitige Gabe von Everolimus und Exemestan führte zu einer Erhöhung von Cmin und C2h von
Exemestan um 45% bzw. 64%. Die entsprechenden Östradiolspiegel waren jedoch im Steady-State(4 Wochen) in den beiden Behandlungsarmen nicht unterschiedlich. Eine Zunahme der
Nebenwirkungen von Exemestan wurde bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-positivem,fortgeschrittenem Mammakarzinom unter der Kombinationstherapie nicht beobachtet. Es istunwahrscheinlich, dass der Anstieg der Exemestanspiegel einen Einfluss auf die Wirksamkeit oder
Sicherheit hat.
Gleichzeitige Anwendung von Angiotensin-Conversions-Enzym-(ACE-)Hemmern
Bei Patienten, die gleichzeitig ACE-Hemmer (z. B. Ramipril) einnehmen, kann ein erhöhtes Risiko für
Angioödeme bestehen (siehe Abschnitt 4.4).
ImpfungenWährend der Behandlung mit Afinitor ist die Immunreaktion auf die Impfung möglicherweisebeeinträchtigt und Impfungen können deshalb weniger wirksam sein. Der Einsatz von
Lebendimpfstoffen sollte während der Behandlung mit Afinitor vermieden werden (siehe
Abschnitt 4.4). Beispiele für Lebendimpfstoffe sind: intranasal angewendete Influenza-, Masern-,
Mumps-, Röteln-, orale Polio-, BCG (Bacillus Calmette-Guérin)-, Gelbfieber-, Varizellen- und
Typhus-TY21a-Vakzine.
StrahlentherapieEine Verstärkung der Toxizität einer Strahlentherapie wurde bei Patienten berichtet, die Everolimuserhalten haben (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen Alter/Kontrazeption bei Männern und FrauenFrauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und bis zu 8 Wochen nach der
Behandlung mit Everolimus eine äußerst zuverlässige Verhütungsmethode (z. B. nicht östrogenhaltigehormonelle Methoden der Geburtenkontrolle [zum Einnehmen, zur Injektion oder Implantation],
Kontrazeptiva auf Progesteron-Basis, Hysterektomie, Tubenligatur, vollständige Abstinenz,
Barriere-Methoden, intrauterine Methoden [IUD] und/oder Sterilisation von Mann oder Frau)anwenden. Männlichen Patienten sollte nicht untersagt werden, Kinder zu zeugen.
SchwangerschaftEs liegen keine ausreichenden Daten für die Verwendung von Everolimus bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität, einschließlich Embryo- und
Fetotoxizität, gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
Die Anwendung von Everolimus während der Schwangerschaft und bei gebärfähigen Frauen, diekeine Verhütungsmethode anwenden, wird nicht empfohlen.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Everolimus beim Menschen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Im
Tierexperiment gingen Everolimus und/oder seine Metaboliten jedoch leicht in die Milch laktierender
Ratten über (siehe Abschnitt 5.3). Deshalb sollten Frauen, die Everolimus einnehmen, während der
Behandlung und 2 Wochen nach Einnahme der letzten Dosis nicht stillen.
FertilitätDas Potenzial von Everolimus, bei männlichen und weiblichen Patienten zu Unfruchtbarkeit zuführen, ist nicht bekannt, allerdings wurde bei weiblichen Patienten Amenorrhö (sekundäre
Amenorrhö und andere Menstruationsunregelmäßigkeiten) und damit verbunden eine Störung des
Gleichgewichts von luteinisierendem Hormon (LH)/follikelstimulierendem Hormon (FSH)beobachtet. Basierend auf präklinischen Ergebnissen könnte es bei der Behandlung mit Everolimus zueiner Einschränkung der männlichen und weiblichen Fertilität kommen (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenAfinitor hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen. Patienten sind darauf hinzuweisen, bei der Teilnahme am Straßenverkehrund bei der Bedienung von Maschinen vorsichtig zu sein, wenn während der Behandlung mit Afinitor
Ermüdung auftritt.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDas Sicherheitsprofil basiert auf zusammengefassten Daten von 2.879 Patienten, die mit Afinitor in elfklinischen Studien, bestehend aus fünf randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten
Phase-III-Studien und sechs offenen Phase-I- und Phase-II-Studien, in den zugelassenen Indikationen,behandelt wurden.
Die häufigsten Nebenwirkungen (Häufigkeit ≥1/10) der zusammengefassten Sicherheitsdaten waren(Reihenfolge nach abnehmender Häufigkeit): Stomatitis, Hautausschlag, Fatigue, Diarrhö,
Infektionen, Übelkeit, verringerter Appetit, Anämie, Dysgeusie, Pneumonitis, periphere Ödeme,
Hyperglykämie, Asthenie, Pruritus, Gewichtsverlust, Hypercholesterinämie, Epistaxis, Husten und
Kopfschmerzen.Die häufigsten Nebenwirkungen Grad 3-4 (Häufigkeit ≥1/100, <1/10) waren Stomatitis, Anämie,
Hyperglykämie, Infektionen, Fatigue, Diarrhö, Pneumonitis, Asthenie, Thrombozytopenie,
Neutropenie, Dyspnoe, Proteinurie, Lymphopenie, Blutungen, Hypophosphatämie, Hautausschlag,
Hypertonie, Pneumonie, Erhöhung der Alaninaminotransferase (ALT), Erhöhung der
Aspartataminotransferase (AST) und Diabetes mellitus. Die Schweregrade entsprechen der
CTCAE-Version 3.0 und 4.03.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenTabelle 3 zeigt die Häufigkeitsangaben von Nebenwirkungen aus der Auswertung derzusammengefassten Sicherheitsdaten. Die Nebenwirkungen sind gemäß MedDRA nach
Systemorganklasse und Häufigkeit gelistet. Bei der Bewertung werden folgende Häufigkeitsangabenzugrunde gelegt: Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100, <1/10); gelegentlich (≥1/1.000, <1/100); selten(≥1/10.000, <1/1.000); sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungennach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 3 In klinischen Studien beobachtete Nebenwirkungen
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr häufig Infektionena, *
Erkrankungen des Blutes und des LymphsystemsSehr häufig Anämie
Häufig Thrombozytopenie, Neutropenie, Leukopenie, Lymphopenie
Gelegentlich Panzytopenie
Selten Isolierte aplastische Anämie
Erkrankungen des ImmunsystemsGelegentlich Hypersensibilität
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenSehr häufig Verringerter Appetit, Hyperglykämie, Hypercholesterinämie
Häufig Hypertriglyzeridämie, Hypophosphatämie, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie,
Hypokaliämie, Dehydratation, Hypokalzämie
Psychiatrische ErkrankungenHäufig Schlaflosigkeit
Erkrankungen des NervensystemsSehr häufig Dysgeusie, Kopfschmerzen
Gelegentlich Ageusie
AugenerkrankungenHäufig Ödeme der Augenlider
Gelegentlich Konjunktivitis
HerzerkrankungenGelegentlich Herzinsuffizienz
GefäßerkrankungenHäufig Blutungenb, Hypertonie, Lymphödemg
Gelegentlich Hitzewallung, Thrombose der tiefen Venen
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr häufig Pneumonitis c, Epistaxis, Husten
Häufig Dyspnoe
Gelegentlich Bluthusten, Lungenembolie
Selten Akutes Atemnotsyndrom
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSehr häufig Stomatitis d, Diarrhö, Übelkeit
Häufig Erbrechen, Mundtrockenheit, Abdominalschmerzen, Mukositis, Schmerzen im
Mund, Dyspepsie, Dysphagie
Leber- und GallenerkrankungenHäufig Erhöhte Aspartataminotransferase, erhöhte Alaninaminotransferase
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesSehr häufig Hautausschlag, Pruritus
Häufig Hauttrockenheit, Nagelveränderungen, leichte Alopezie, Akne, Erythem,
Brüchigwerden der Nägel, Hand-Fuß-Syndrom, Exfoliation, Hautläsionen
Selten Angioödem*
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenHäufig Arthralgie
Erkrankungen der Nieren und HarnwegeHäufig Proteinurie*, erhöhter Kreatininwert im Blut, Nierenversagen*
Gelegentlich Erhöhte Harnfrequenz während des Tages, akutes Nierenversagen*
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der BrustdrüseHäufig Menstruationsstörungene
Gelegentlich Amenorrhöe,*
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr häufig Ermüdung, Asthenie, peripheres Ödem
Häufig Pyrexie
Gelegentlich Nicht kardial bedingte Brustschmerzen, verzögerte Wundheilung
Untersuchungen
Sehr häufig Gewichtsverlust
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen
Nicht bekanntf Strahleninduzierte Reaktionen (Radiation-Recall-Syndrom), Verstärkungstrahleninduzierter Reaktionen
* Siehe auch Unterabschnitt 'Beschreibung von ausgewählten Nebenwirkungen“.a Schließt alle unter die Systemorganklasse “Infektionen und parasitäre Erkrankungen” fallenden
Reaktionen einschließlich (häufig) Pneumonien, Harnwegsinfektionen, (gelegentlich)
Bronchitis, Herpes zoster, Sepsis, Abszess und Einzelfälle von opportunistischen Infektionen[z. B. Aspergillose, Candidiasis, PJP/PCP und Hepatitis B (siehe auch Abschnitt 4.4)] und(selten) virale Myokarditis ein.b Schließt unterschiedliche Blutungsereignisse an verschiedenen Stellen ein, die nicht einzelnaufgeführt sind.c Beinhaltet (sehr häufig) Pneumonitis, (häufig) interstitielle Lungenerkrankung,
Lungeninfiltration und (selten) pulmonal-alveoläre Blutung, Lungentoxizität und Alveolitis.d Beinhaltet (sehr häufig) Stomatitis, (häufig) aphthöse Stomatitis, Mund- und Zungenulzera und(gelegentlich) Glossodynie, Glossitis.e Die Häufigkeit basiert auf der Anzahl von Frauen zwischen 10 und 55 Jahren in denzusammengefassten Daten.f Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung identifiziert wurdeng Diese Nebenwirkung wurde aufgrund von Berichten nach der Markeinführung bekannt. Die
Häufigkeit wurde auf der Grundlage der zusammengefassten Daten aus den onkologischen
Studien bestimmt.
Beschreibung von ausgewählten NebenwirkungenIn klinischen Studien und Spontanberichten nach Markteinführung war Everolimus mit dem Auftretenvon schweren Fällen einer Hepatitis-B-Reaktivierung, auch mit tödlichem Ausgang, verbunden. Das
Wiederauftreten einer Infektion ist ein erwartetes Ereignis während der Immunsuppression.
In klinischen Studien und in der Spontanerfassung nach Markteinführung wurde Everolimus mit dem
Auftreten von Nierenversagen (einschließlich letalem Ausgang) und Proteinurie verbunden. Die
Überwachung der Nierenfunktion wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
In klinischen Studien und in Spontanberichten nach Markteinführung wurde Everolimus mit Fällenvon Amenorrhö (sekundäre Amenorrhö und andere Menstruationsunregelmäßigkeiten) in Verbindunggebracht.
In klinischen Studien und in Spontanberichten nach Markteinführung wurde Everolimus mit Fälleneiner PJP/PCP, einige davon mit tödlichem Ausgang (siehe Abschnitt 4.4), in Verbindung gebracht.
In klinischen Studien und Spontanberichten nach Markteinführung wurden Angioödeme mit und ohnegleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers berichtet (siehe Abschnitt 4.4).
Ältere PatientenIn den zusammengefassten Sicherheitsdaten waren 37% der mit Afinitor behandelten Patienten≥65 Jahre alt. Die Anzahl an Patienten mit Nebenwirkungen, die zu einem Absetzen des Arzneimittelsführten, war bei Patienten ab 65 Jahren erhöht (20% vs. 13%). Die häufigsten Nebenwirkungen, die zueinem Absetzen führten, waren Pneumonitis (einschließlich interstitielle Lungenkrankheit), Stomatitis,
Fatigue und Dyspnoe.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die Erfahrung mit Überdosierung beim Menschen ist sehr begrenzt. Die akute Verträglichkeit war bei
Gabe von Einzeldosen bis zu 70 mg akzeptabel. In allen Fällen von Überdosierung sollten allgemeinunterstützende Maßnahmen eingeleitet werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, Proteinkinase-Inhibitoren, ATC-Code:
L01EG02
WirkmechanismusEverolimus ist ein selektiver mTOR-(mammalian Target of Rapamycin)Inhibitor. mTOR besitzt eine
Schlüsselfunktion als Serin-Threoninkinase, deren Aktivität bekannterweise bei etlichen humanen
Tumoren hochreguliert ist. Everolimus bindet an das intrazelluläre Protein FKBP-12. Dabei wird ein
Komplex gebildet, der die Aktivität des mTOR-Komplex-1 (mTORC1) inhibiert. Die Inhibierung desmTORC1-Signalweges interferiert mit der Translation und Synthese von Proteinen, die an der
Regulation des Zellzyklus, der Angiogenese und der Glykolyse beteiligt sind, durch Reduktion der
Aktivität der S6-ribosomalen Proteinkinase (S6K1) und des eukaryotischen
Elongationsfaktor-4E-Bindungsproteins (4EBP-1). Man nimmt an, dass S6K1 die
Aktivierungsfunktion der Domäne 1 des Östrogenrezeptors phosphoryliert, der für dieligandenunabhängige Rezeptoraktivierung verantwortlich ist. Everolimus reduziert den Spiegel desvaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF), der die Prozesse der Tumorangiogenese fördert.
Everolimus ist ein starker Wachstums- und Proliferationsinhibitor von Tumorzellen, Endothelzellen,
Fibroblasten und blutgefäßassoziierten glatten Muskelzellen. Es wurde gezeigt, dass es in vitro und invivo die Glykolyse in soliden Tumoren vermindert.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitHormonrezeptor-positives fortgeschrittenes Mammakarzinom
An der BOLERO-2-Studie (Studie CRAD001Y2301), einer randomisierten, multizentrischen,doppelblinden Phase-III-Studie mit Afinitor + Exemestan versus Placebo + Exemestan, nahmenpostmenopausale Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem, HER2/neu-negativem, fortgeschrittenem
Mammakarzinom teil, die nach einer Therapie mit Letrozol oder Anastrozol ein Rezidiv bekamen oderbei denen eine Progression der Erkrankung auftrat. Die Randomisierung war stratifiziert nachdokumentiertem Ansprechen auf eine vorangegangene Hormontherapie und nach Vorhandensein vonviszeralen Metastasen. Das Ansprechen auf eine frühere Hormontherapie war definiert entweder als(1) dokumentierter klinischer Nutzen mindestens einer früheren Hormontherapie im fortgeschrittenen
Stadium (komplettes Ansprechen [CR], partielles Ansprechen [PR], stabile Erkrankung über≥24 Wochen) oder (2) adjuvante Hormontherapie vor Auftreten eines Rezidivs über mindestens24 Monate.
Der primäre Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben (PFS), welches anhand der
RECIST (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors)-Kriterien durch den Prüfarzt beurteilt wurde(lokale radiologische Untersuchung). Unterstützende PFS-Auswertungen wurden durch eineunabhängige, zentrale radiologische Beurteilung durchgeführt.
Sekundäre Endpunkte umfassten das Gesamtüberleben (OS), die objektive Ansprechrate, die Rate desklinischen Nutzens, Sicherheit, Veränderung der Lebensqualität (QoL) und die Zeitdauer bis zu einer
Verschlechterung im ECOG PS (Eastern Cooperative Oncology Group performance status).
Insgesamt wurden 724 Patientinnen im Verhältnis 2:1 auf Everolimus (10 mg täglich) + Exemestan(25 mg täglich) (n = 485) oder auf Placebo + Exemestan (25 mg täglich) (n = 239) randomisiert. Zum
Zeitpunkt der finalen Auswertung zum Gesamtüberleben betrug die mediane Behandlungsdauer mit
Everolimus 24,0 Wochen (1,0-199,1 Wochen). Die mediane Behandlungsdauer mit Exemestan war inder Everolimus + Exemestan-Gruppe mit 29,5 Wochen (1,0-199,1) im Vergleich zu 14,1 Wochen(1,0-156,0) länger als in der Placebo- + Exemestan-Gruppe.
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit für den primären Endpunkt wurden anhand der abschließenden
PFS-Auswertung ermittelt (siehe Tabelle 4 und Abbildung 1). Patientinnen im
Placebo-plus-Exemestan-Arm wurden zum Zeitpunkt der Krankheitsprogression nicht auf Everolimusumgestellt.
Tabelle 4 Wirksamkeitsergebnisse aus BOLERO-2
Analyse Afinitora Placeboa Hazard Ratio p-Wertn = 485 n = 239
Progressionsfreies Überleben im Median (Monate) (95%-KI)
Radiologische Beurteilung 7,8 3,2 0,45 <0,0001durch den Prüfarzt (6,9 bis 8,5) (2,8 bis 4,1) (0,38 bis 0,54)
Unabhängige radiologische 11,0 4,1 0,38 <0,0001
Beurteilung (9,7 bis 15,0) (2,9 bis 5,6) (0,31 bis 0,48)
Gesamtüberleben im Median (Monate) (95%-KI)
Gesamtüberleben im Median 31,0 26,6 0,89 0,1426(28,0 bis 34,6) (22,6 bis 33,1) (0,73 bis 1,10)
Bestes Gesamtansprechen (%) (95%-KI)
Objektive Ansprechrateb 12,6% 1,7%n/ad <0,0001e(9,8 bis 15,9) (0,5 bis 4,2)
Rate des klinischen 51,3% 26,4%c n/ad <0,0001e
Ansprechens (46,8 bis 55,9) (20,9 bis 32,4)a Plus Exemestanb Objektive Ansprechrate = Anteil der Patientinnen mit komplettem oder teilweisem Ansprechenc Rate des klinischen Ansprechens = Anteil an Patientinnen mit komplettem oder teilweisem
Ansprechen oder mit stabiler Erkrankung über ≥24 Wochend Nicht zutreffende Der p-Wert wurde über einen exakten Cochran-Mantel-Haenszel-Test unter Anwendung einerstratifizierten Version des Cochran-Armitage-Permutations-Tests ermittelt.
Abbildung 1 BOLERO-2 - Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens(radiologische Untersuchung durch den Prüfarzt)
Hazard Ratio = 0,4595%-KI [0,38; 0,54]
Logrank-p-Wert: <0,000180 Kaplan-Meier-Mediane
Everolimus 10 mg + Exemestan: 7,82 Monate
Placebo + Exemestan: 3,19 Monate
Zensierungszeitpunkte60 Everolimus 10 mg + Exemestan (n/N = 310/485)
Placebo + Exemestan (n/N = 200/239)0 6 12 18 24 30 36 42 48 54 60 66 72 78 84 90 96 102 108 114 120
Patienten mit Risiko Zeit (Wochen)
Zeit (Wochen) 0 6 12 18 24 30 36 42 48 54 60 66 72 78 84 90 96 102 108 114 120
Everolimus 485 436 366 304 257 221 185 158 124 91 66 50 35 24 22 13 10 8 2 1 0
Placebo 239 190 132 96 67 50 39 30 21 15 10 8 5 3 1 1 1 0 0 0 0
Der geschätzte Behandlungseffekt auf das PFS wurde durch geplante Subgruppen-Analysen des
Prüfarzt-beurteilten PFS unterstützt. Bei allen analysierten Subgruppen (Alter, Wirksamkeit einerfrüheren Hormontherapie, Anzahl der betroffenen Organe, Status der Knochenmetastasen zu
Behandlungsbeginn und Vorhandensein von viszeralen Metastasen, wichtigste demographische undprognostische Subgruppen) wurde ein positiver Behandlungseffekt unter Everolimus + Exemestanbeobachtet. Die geschätzte Hazard Ratio (HR) lag im Vergleich zu Placebo + Exemestan bei 0,25 bis0,60.
In beiden Behandlungsgruppen wurde kein Unterschied der Zeit bis zu einer Verschlechterung von≥5% in den globalen und funktionalen Skalen des QLQ-C30 beobachtet.
In der BOLERO-6-Studie (Studie CRAD001Y2201), einer dreiarmigen, randomisierten, offenen
Phase-II-Studie mit Everolimus in Kombination mit Exemestan versus Everolimus allein versus
Capecitabin, wurden postmenopausale Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem, HER2/neu-negativem,lokal fortgeschrittenem, wiederkehrendem oder metastasierendem Mammakarzinom behandelt, dienach vorheriger Gabe von Letrozol oder Anastrozol ein Rezidiv bekamen oder bei denen eine
Progression der Erkrankung auftrat.
Primärer Endpunkt der Studie war die Schätzung der HR des PFS für Everolimus + Exemestan versus
Everolimus allein. Der wichtigste sekundäre Endpunkt war die Schätzung der HR des PFS für
Everolimus + Exemestan versus Capecitabin.
Weitere sekundäre Endpunkte waren unter anderem die Beurteilung des OS, der objektiven
Ansprechrate, der Rate des klinischen Nutzens, die Sicherheit, die Zeitdauer bis zu einer
Verschlechterung im ECOG-Performance-Status, die Zeitdauer bis zu einer Verschlechterung der QoLund die Behandlungszufriedenheit (TSQM). Formale statistische Vergleiche waren nicht vorgesehen.
Insgesamt wurden 309 Patienten im Verhältnis 1:1:1 auf die Kombination Everolimus (10 mg täglich)+ Exemestan (25 mg täglich) (n = 104), Everolimus allein (10 mg täglich) (n = 103) oder Capecitabin(2 Wochen lang eine Dosis von 1.250 mg/m2 zweimal täglich, gefolgt von einer Woche Pause,3-Wochen-Zyklus) (n = 102) randomisiert. Am Stichtag betrug die mediane Behandlungsdauer27,5 Wochen (Bereich: 2,0-165,7) im Everolimus + Exemestan-Arm, 20 Wochen (1,3-145,0) im
Everolimus-Arm und 26,7 Wochen (1,4-177,1) im Capecitabin-Arm.
Das Ergebnis der abschließenden PFS-Analyse mit 154 beobachteten PFS-Ereignissen, die auf der
Beurteilung durch den lokalen Prüfarzt beruhen, zeigte eine geschätzte HR von 0,74 (90%-KI: 0,57;0,97) zugunsten des Everolimus + Exemestan-Arms im Vergleich zum Everolimus-Arm. Das mediane
PFS lag bei 8,4 Monaten (90%-KI: 6,6; 9,7) bzw. 6,8 Monaten (90%-KI: 5,5; 7,2).
Abbildung 2 BOLERO-6-Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens(radiologische Beurteilung durch den Prüfarzt)
Hazard Ratio = 0,7490%-KI [0,57; 0,97]
Kaplan-Meier-Mediane
Everolimus/Exemestan: 36,57 [28,71; 42,29] Wochen
Everolimus: 29,43 [24,00; 31,29] Wochen
Zensierungszeitpunkte
Everolimus/Exemestan (n/N=80/104)
Everolimus (n/N=74/103)
Patienten mit Risiko Zeit (Wochen)
Zeit (Wochen)
Everolimus/Exemestan
Everolimus
Basierend auf insgesamt 148 beobachteten Ereignissen lag die geschätzte HR beim wichtigstensekundären Endpunkt PFS bei 1,26 (90%-KI: 0,96; 1,66) zugunsten von Capecitabin gegenüber dem
Everolimus + Exemestan-Kombinationsarm.
Die Ergebnisse des sekundären Endpunkts OS waren nicht konsistent mit dem primären Endpunkt
PFS, wobei ein Trend zu beobachten war, der den Arm favorisierte, in dem Everolimus allein gegebenwurde. Die geschätzte HR lag beim Vergleich des OS im Everolimus-Arm im Verhältnis zum
Everolimus + Exemestan-Kombinationsarm bei 1,27 (90%-KI: 0,95; 1,70). Die geschätzte HR beim
Vergleich des OS im Everolimus + Exemestan-Kombinationsarm im Verhältnis zum Capecitabin-Armlag bei 1,33 (90%-KI: 0,99; 1,79).
Wahrscheinlichkeit (%) eines Ereignisses
Fortgeschrittene neuroendokrine Tumoren pankreatischen Ursprungs (pNET)
In RADIANT-3 (CRAD001C2324), einer multizentrischen, randomisierten Doppelblindstudie der
Phase III zu Afinitor plus beste unterstützende Behandlung (“best supportive care“ = BSC) versus
Placebo plus BSC bei Patienten mit fortgeschrittenen pNET, wurde ein statistisch signifikanterklinischer Nutzen von Afinitor gegenüber Placebo in Form einer 2,4-fachen Verlängerung desmedianen progressionsfreien Überlebens (PFS) (11,04 Monate versus 4,6 Monate) nachgewiesen(HR=0,35; 95%-KI: 0,27-0,45; p<0,0001) (siehe Tabelle 5 und Abbildung 3).
RADIANT-3 schloss Patienten mit gut oder mäßig differenzierten fortgeschrittenen pNET ein, beidenen in den vorangegangenen 12 Monaten eine Krankheitsprogression festgestellt wurde. Die
Behandlung mit Somatostatin-Analoga war als Bestandteil des BSC erlaubt.
Primärer Endpunkt der Studie war das PFS gemäß RECIST-Kriterien (Response Evaluation Criteria in
Solid Tumors). Nach dokumentierter radiologischer Progression konnte der Prüfarzt die Verblindungaufheben. Patienten, die der Placebo-Gruppe angehört hatten, konnten anschließend offen Afinitorerhalten.
Sekundäre Endpunkte umfassten Sicherheit, objektive Ansprechrate, Dauer der Remission und
Gesamtüberleben (OS = overall survival).
Insgesamt wurden 410 Patienten im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten entweder Afinitor10 mg/Tag (n=207) oder Placebo (n=203). Die Demographien beider Gruppen waren gut ausgeglichen(medianes Alter 58 Jahre, 55% Männer, 78,5% Kaukasier). In beiden Armen hatten 58% der Patientenzuvor eine systemische Therapie erhalten. Die mediane Dauer der verblindeten Studienbehandlungbetrug 37,8 Wochen (Bereich 1,1 bis 129,9 Wochen) für Patienten unter Everolimus und 16,1 Wochen(Bereich 0,4 bis 147,0 Wochen) für Patienten unter Placebo.
Nach Krankheitsprogression oder Entblindung der Studie wechselten 172 von 203 (84,7%) Patienten,die ursprünglich auf Placebo randomisiert worden waren, zur offenen Behandlung mit Afinitor. Im
Median betrug die Dauer der offenen Behandlung bei allen Patienten 47,7 Wochen; 67,1 Wochen beiden 53 Patienten, die auf Everolimus randomisiert wurden und dann in die offene Phase mit
Everolimus wechselten und 44,1 Wochen bei den 172 Patienten, die auf Placebo randomisiert wurdenund dann in die offene Phase mit Everolimus wechselten.
Tabelle 5 RADIANT-3 - Ergebnisse zur Wirksamkeit
Population Afinitor Placebo Hazard Ratio p-Wertn=207 n=203 (95%-KI)
Medianes progressionsfreies Überleben (Monate) (95%-KI)
Radiologische 11,04 4,60 0,35 <0,0001
Beurteilung durch den (8,41; 13,86) (3,06; 5,39) (0,27; 0,45)
Prüfarzt
Unabhängige 13,67 5,68 0,38 <0,0001radiologische (11,17; 18,79) (5,39; 8,31) (0,28; 0,51)
Beurteilung
Medianes Gesamtüberleben (Monate) (95%-KI)
Medianes 44,02 37,68 0,94 0,300
Gesamtüberleben (35,61; 51,75) (29,14; 45,77) (0,73; 1,20)
Abbildung 3 RADIANT-3 - Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens(radiologische Untersuchung durch den Prüfarzt)
HR = 0,3595%-KI [0,27, 0,45]90 Logrank p-Wert= <0,001
Kaplan-Meier Mediane80 Afinitor : 11,04 Monate
Placebo : 4,60 Monate
Zensierungszeitpunkte
Afinitor (n=207)
Placebo (n=203)0 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30
Zeit (Monate)
Patienten mit Risiko
Afinitor 207 189 153 126 114 80 49 36 28 21 10 6 2 0 0 0
Placebo 203 117 98 59 52 24 16 7 4 3 2 1 1 1 1 0
Fortgeschrittene neuroendokrine Tumoren mit gastrointestinalem oder pulmonalem Ursprung
RADIANT-4 (Studie CRAD001T2302), eine randomisierte, doppelblinde, multizentrische Studie der
Phase III mit Afinitor und bester unterstützender Behandlung (Best Supportive Care, BSC) im
Vergleich zu Placebo und BSC, wurde an Patienten mit fortgeschrittenen, gut differenzierten (Grad 1oder Grad 2), nicht funktionalen neuroendokrinen Tumoren gastrointestinalen oder pulmonalen
Ursprungs durchgeführt, die weder anamnestisch bekannte noch aktive Symptome eines
Karzinoidsyndroms aufwiesen.
Der primäre Endpunkt der Studie war das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival,
PFS), das anhand der 'Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST)“ auf der Grundlageeiner unabhängigen radiologischen Begutachtung beurteilt wurde. Die unterstützende Auswertung des
PFS beruhte auf der Bewertung durch den lokalen Prüfarzt. Sekundäre Endpunkte waren das
Gesamtüberleben (Overall Survival, OS), die Gesamtansprechrate, die Krankheitskontrollrate, die
Sicherheit, Veränderungen der Lebensqualität (FACT-G) und die Zeit bis zur Verschlechterung des
Leistungsstatus nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization -
Performance Status, WHO PS).
Wahrscheinlichkeit (%)
Insgesamt erhielten 302 Patienten nach Randomisierung im Verhältnis 2:1 entweder Everolimus(10 mg täglich) (n = 205) oder Placebo (n = 97). Demographie und Krankheitscharakteristika warenim Allgemeinen vergleichbar (Alter im Median 63 Jahre [Spanne zwischen 22 und 86], 76%
Kaukasier, Vorbehandlung mit Somatostatinanaloga [SSA]). Die mediane Dauer der verblindeten
Behandlung betrug 40,4 Wochen für Patienten, die Afinitor erhielten, und 19,6 Wochen für Patientenunter Placebo. Nach der primären PFS-Analyse wechselten 6 Patienten aus dem Placebo-Arm zu eineroffenen Behandlung mit Everolimus.
Die Ergebnisse zur Wirksamkeit für den primären Endpunkt PFS (unabhängige radiologische
Untersuchung) stammen aus der finalen PFS-Analyse (siehe Tabelle 6 und Abbildung 4). Die
Ergebnisse zur Wirksamkeit hinsichtlich PFS (radiologische Untersuchung durch den Prüfarzt)stammen aus der finalen Analyse zum Gesamtüberleben (OS) (siehe Tabelle 6).
Tabelle 6 RADIANT-4 - Ergebnisse zum progressionsfreien Überleben
Population Afinitor Placebo Hazard Ratio p-Wertan = 205 n = 97 (95%-KI)
Medianes progressionsfreies Überleben (Monate) (95%-KI)
Unabhängige radiologische 11,01 3,91 0,48 <0,001
Beurteilung (9,2; 13,3) (3,6; 7,4) (0,35; 0,67)
Radiologische Beurteilung 14,39 5,45 0,40 <0,001durch den Prüfarzt (11,24; 17,97) (3,71; 7,39) (0,29; 0,55)a Einseitiger p-Wert aus einem stratifizierten Log-Rank-Test
Abbildung 4 RADIANT-4 - Kaplan-Meier-Kurven des progressionsfreien Überlebens(unabhängige radiologische Untersuchung)
HR = 0,4895%-KI [0,35, 0,67]70 Kaplan-Meier Mediane
Everolimus + BSC: 11,01 [9,23, 13,31] Monate
Placebo + BSC: 3,91 [3,58, 7,43] Monate
Log-Rank p-Wert = <0,00120 Zensierungszeitpunkte
Everolimus + BSC (n/N = 113/205)
Placebo + BSC (n/N = 65/97)0 2 4 6 8 10 12 15 18 21 24 27 30
P atienten mit Risiko Zeit (Monate)
Z eit (Monate) 0 2 4 6 8 10 12 15 18 21 24 27 30
Everolimus 205 168 145 124 101 81 65 52 26 10 3 0 0
Placebo 97 65 39 30 24 21 17 15 11 6 5 1 0
Wahrscheinlichkeit (%) des Ereignisses
In unterstützenden Analysen wurden positive Behandlungseffekte in allen Subgruppen beobachtet,außer in der Subgruppe von Patienten mit Primärtumor im Ileum (Ileum: HR=1,22 [95%-KI: 0,56 bis2,65]; Nicht-Ileum: HR=0,34 [95%-KI: 0,22 bis 0,54]; Lunge: HR=0,43 [95%-KI: 0,24 bis 0,79])(siehe Abbildung 5).
Abbildung 5 RADIANT-4 - Ergebnisse zum progressionsfreien Überleben pro vordefinierter
Patientensubgruppe (unabhängige radiologische Untersuchung)
Gesamt (n=302)<65 Jahre (n=159)
Alter≥65 Jahre (n=143)0 (n=216)
WHO PS1 (n=86)
Ja (n=157)
Vorher SSA
Nein (n=145)
Vorherige Ja (n=77)
Chemotherapie
Nein (n=225)
Lunge (n=90)
Ursprung des
Ileum (n=71)
Primärtumors
Nicht-Ileum* (n=141)
Grad 1 (n=194)
Tumor-Grad
Grad 2 (n=107)
Tumorlast in der ≤10% (n=228)
Leber >10% (n=72)
B aseline CgA >2xULN (n=139)≤2xULN (n=138)>ULN (n=87)
Baseline NSE≤ULN (n=188)
Everolimus + BSC Placebo + BSC
Bevorteilt
*Nicht-Ileum: Magen, Kolon, Rectum, Appendix, Caecum, Duodenum, Jejunum, Karzinom mit unbekanntemprimären Ursprung sowie mit anderem gastrointestinalen Ursprung.
ULN: Oberer Grenzwert ('Upper Limit of Normal“)
CgA: Chromogranin A
NSE: Neuron-spezifische Enolase
Hazard Ratio (95%-KI) aus dem stratifizierten Cox-Model.
Die finale Analyse zum Gesamtüberleben (OS) zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschiedzwischen den Patienten, die Afinitor oder Placebo während des verblindeten Behandlungszeitraumsder Studie erhielten (HR = 0,90 [95%-KI: 0,66 bis 1,22]).
Zwischen den beiden Behandlungsarmen wurde kein Unterschied hinsichtlich der Zeit bis zurdefinitiven Verschlechterung des WHO PS (HR = 1,02; [95%-KI: 0,65; 1,61]) und der Zeit bis zurdefinitiven Verschlechterung der 'Quality of Life“ (FACT-G-Gesamt-Scores HR = 0,74; [95%-KI:
0,50; 1,10]) beobachtet.
Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom
RECORD-1 (Studie CRAD001C2240): In dieser internationalen, multizentrischen, randomisierten,doppelblinden Phase-III-Studie wurden Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom und
Krankheitsprogression während oder nach Behandlung mit einem VEGFR-TKI (vaskulärerendothelialer Wachstumsfaktorrezeptor-Tyrosinkinaseinhibitor) (Sunitinib, Sorafenib oder beide,
Sunitinib und Sorafenib) mit Everolimus 10 mg/Tag oder Placebo behandelt, beides in Verbindung mitbester supportiver Therapie. Als Vorbehandlung waren auch Bevacizumab und Interferon-α erlaubt.
Die Patienten wurden nach Risikoscore des Memorial Sloan-Kettering Cancer Center (MSKCC)(günstiges vs. intermediäres vs. hohes Risiko) und der vorausgegangenen Tumortherapie (1 vs.
2 vorausgegangene VEGFR-TKI-Therapien) stratifiziert.
Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben, dokumentiert gemäß RECIST-Kriterien(Response Evaluation Criteria in Solid Tumours) und bewertet durch verblindete, unabhängige,zentrale Gutachter. Die sekundären Endpunkte beinhalteten Sicherheit, objektive Tumoransprechrate,
Gesamtüberleben, krankheitsbezogene Symptome und Lebensqualität. Nach einer radiologischdokumentierten Progression konnten die Patienten durch den Prüfarzt entblindet werden: Die in den
Placebo-Arm randomisierten Patienten konnten dann unverblindet mit Everolimus 10 mg/Tagbehandelt werden. Nach der zweiten Interimsanalyse empfahl das unabhängige
Datenüberwachungskomitee (Independent Data Monitoring Committee), die Studie vorzeitig zubeenden, da der primäre Endpunkt erreicht worden war.
Insgesamt wurden 416 Patienten im Verhältnis 2:1 in den Afinitor- (n=277) bzw. den Placebo-Arm(n=139) randomisiert. Die demographischen Daten waren gut ausgewogen (gepooltes medianes Alter[61 Jahre; Bereich 27-85 Jahre], 78% männlich, 88% Kaukasier, Anzahl vorausgegangener
VEGFR-TKI-Therapien [1-74%, 2-26%]). Die mediane Dauer der verblindeten Studienbehandlungbetrug 141 Tage (Bereich 19 bis 451 Tage) für Patienten unter Everolimus und 60 Tage (Bereich 21bis 295 Tage) für Patienten unter Placebo.
Afinitor war Placebo hinsichtlich des primären Endpunkts progressionsfreies Überleben überlegen:
Das Progressions- oder Mortalitätsrisiko war statistisch signifikant um 67% vermindert (siehe
Tabelle 7 und Abbildung 6).
Tabelle 7 RECORD-1 - Ergebnisse für das progressionsfreie Überleben
Population n Afinitor Placebo Hazard Ratio p-Wertn=277 n=139 (95%-KI)
Medianes progressionsfreies
Überleben (Monate) (95%-KI)
PrimäranalyseAlle (verblindete, 416 4,9 1,9 0,33 <0,0001aunabhängige, zentrale (4,0-5,5) (1,8-1,9) (0,25-0,43)
Bewertung)
Unterstützende Analysen/Sensitivitätsanalysen
Alle (lokale Bewertung 416 5,5 1,9 0,32 <0,0001adurch Prüfarzt) (4,6-5,8) (1,8-2,2) (0,25-0,41)
Risikoscore nach MSKCC (verblindete, unabhängige, zentrale Bewertung)
Günstiges Risiko 120 5,8 1,9 0,31 <0,0001(4,0-7,4) (1,9-2,8) (0,19-0,50)
Intermediäres Risiko 235 4,5 1,8 0,32 <0,0001(3,8-5,5) (1,8-1,9) (0,22-0,44)
Hohes Risiko 61 3,6 1,8 0,44 0,007(1,9-4,6) (1,8-3,6) (0,22-0,85)a Stratifizierter Log-Rank-Test
Abbildung 6 RECORD-1 - Kaplan-Meier-Kurve des progressionsfreien Überlebens(unabhängige zentrale Bewertung)
Zensierungszeitpunkte
Everolimus (n/N = 155/277)
Placebo (n/N = 111/139)
Hazard Ratio = 0,3395%-KI [0,25, 0,43]
Kaplan-Meier-Mediane
Everolimus: 4,90 Monate
Placebo: 1,87 Monate
Logrank p-Werte = <0,0001
Zeit (Monate)
Anzahl der verbleibenden Risikopatienten
Zeit (Monate)
Afinitor
Placebo
Die PFS-Raten nach sechs Monaten betrugen für Afinitor 36% im Vergleich zu 9% für Placebo.
Ein bestätigtes objektives Tumoransprechen wurde bei 5 Patienten (2%) unter Afinitor und bei keinem
Patienten unter Placebo beobachtet. Der progressionsfreie Überlebensvorteil spiegelt demnach inerster Linie die Population mit stabilisierter Erkrankung wider (entspricht 67% der
Afinitor-Behandlungsgruppe).
Es wurden keine statistisch signifikanten behandlungsabhängigen Unterschiede im Gesamtüberlebenbeobachtet (Hazard Ratio 0,87; Konfidenzintervall 0,65-1,17; p=0,177). Durch den Wechsel vom
Placebo-Arm zur unverblindeten Behandlung mit Afinitor nach Krankheitsprogression wurde die
Feststellung eines behandlungsabhängigen Unterschieds im Gesamtüberleben verhindert.
Weitere Studien
Stomatitis ist die häufigste Nebenwirkung, die bei Patienten unter Afinitor berichtet wird (siehe
Abschnitte 4.4 und 4.8). In einer einarmigen Studie nach Markteinführung an postmenopausalen
Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom (n=92) wurde eine topische Behandlung mit eineralkoholfreien, oralen Lösung mit 0,5 mg Dexamethason pro 5 ml, die als Mundspülung gegebenwurde, durchgeführt. Die Mundspülung wurde ab Behandlungsbeginn mit Afinitor (10 mg/Tag) plus
Exemestan (25 mg/Tag) 4-mal täglich während der ersten 8 Behandlungswochen angewendet, um die
Häufigkeit und den Schweregrad einer Stomatitis zu verringern. Die Inzidenz einer Stomatitis≥ Grad 2 zu Woche 8 betrug 2,4% (n=2/85 auswertbaren Patientinnen) und war niedriger als in der
Vergangenheit berichtet. Die Inzidenz von Stomatitis Grad 1 lag bei 18,8% (n=16/85). Es wurdenkeine Fälle einer Stomatitis des Schweregrades 3 oder 4 berichtet. Das Gesamtsicherheitsprofil indieser Studie stimmte mit dem überein, was für Everolimus bei onkologischen Indikationen und beituberöser Sklerose (TSC, Tuberous Sclerosis Complex) bekannt ist, mit Ausnahme einer leichten
Zunahme der Häufigkeit von oraler Candidose, die bei 2,2% (n=2/92) der Patientinnen berichtetwurde.
Wahrscheinlichkeit (%)
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Afinitor eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei neuroendokrinen
Tumoren pankreatischen Ursprungs, neuroendokrinen Tumoren des Brustraums und beim
Nierenzellkarzinom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindernund Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionBei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren werden Spitzenkonzentrationen (Cmax) von
Everolimus bei täglicher oraler Gabe von 5 und 10 mg Everolimus unter Nüchtern-Bedingungen odernach einem leichten, fettfreien Imbiss nach einer medianen Zeitspanne von einer Stunde erreicht. Die
Cmax ist zwischen 5 und 10 mg dosisproportional. Everolimus ist ein Substrat und mäßiger Inhibitorvon p-GP.
Beeinflussung durch Nahrung
Bei gesunden Probanden verminderte eine fettreiche Mahlzeit die systemische Exposition gegenüber
Everolimus 10 mg (ausgedrückt durch den AUC-Wert) um 22% und die maximale
Plasmakonzentration Cmax um 54%. Bei Einnahme einer leichten Mahlzeit waren die AUC um 32%und die Cmax um 42% reduziert. Eine Beeinflussung des Konzentrations-Zeit-Profils der
Postabsorptionsphase durch die Einnahme von Nahrungsmitteln konnte jedoch nicht festgestelltwerden.
VerteilungDas Blut-Plasma-Verhältnis von Everolimus beträgt im Bereich von 5 bis 5.000 ng/mlkonzentrationsabhängig 17% bis 73%. Ungefähr 20% der Gesamtblutkonzentrationen an Everolimusbefinden sich im Plasma von Krebspatienten unter Everolimus 10 mg/Tag. Die Plasmaproteinbindungliegt bei Gesunden und Patienten mit mäßigen Leberschädigungen bei ungefähr 74%. Bei Patientenmit fortgeschrittenen soliden Tumoren betrug das Verteilungsvolumen Vd für das apparente zentrale
Kompartiment 191 l und für das periphere Kompartiment 517 l.
BiotransformationEverolimus ist ein Substrat von CYP3A4 und p-GP. Nach oraler Gabe ist Everolimus die wichtigstezirkulierende Komponente im menschlichen Blut. Im menschlichen Blut wurden sechs
Hauptmetaboliten von Everolimus nachgewiesen, nämlich drei monohydroxylierte Metaboliten, zweihydrolytische, ringgeöffnete Produkte und ein Phosphatidylcholin-Konjugat von Everolimus. Diese
Metaboliten wurden auch bei Tierspezies in Toxizitätsstudien gefunden und zeigten ungefähr 100-malweniger Aktivität als Everolimus selbst. Deshalb wird davon ausgegangen, dass Everolimus den
Hauptteil zur gesamten pharmakologischen Aktivität beiträgt.
EliminationBei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren war die mittlere orale Clearance (CL/F) von
Everolimus nach Gabe von 10 mg täglich 24,5 l/h. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von
Everolimus beträgt etwa 30 Stunden.
Es wurden keine spezifischen Exkretionsstudien bei Krebspatienten durchgeführt, jedoch sind Datenaus Studien mit Transplantationspatienten verfügbar. Nach Gabe einer Einzeldosis von radioaktivmarkiertem Everolimus zusammen mit Ciclosporin wurden 80% der Radioaktivität in den Fäzesgefunden, während 5% mit dem Urin ausgeschieden wurden. Die Muttersubstanz konnte weder im
Urin noch in den Fäzes nachgewiesen werden.
Steady-State-Pharmakokinetik
Nach Gabe von Everolimus an Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren war die
Steady-State-AUC0-τ im Bereich von 5 bis 10 mg/Tag dosisproportional. Der Steady-State wurdeinnerhalb von 2 Wochen erreicht. Die Cmax ist zwischen 5 und 10 mg dosisproportional. tmax wird 1 bis2 Stunden nach Gabe erreicht. Im Steady-State gab es eine signifikante Korrelation zwischen AUC0-τund dem Talspiegel vor der Gabe.
Besondere PatientengruppenEingeschränkte LeberfunktionDie Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik von Everolimus wurden in zwei Studien mit
Einmalgabe von Afinitor-Tabletten an 8 und 34 Probanden mit Leberfunktionsstörungen im Vergleichzu Probanden mit normaler Leberfunktion untersucht.
In der ersten Studie war die durchschnittliche AUC von Everolimus bei 8 Probanden mitmittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) doppelt so hoch wie bei 8 Probanden mitnormaler Leberfunktion.
In der zweiten Studie mit 34 Probanden mit unterschiedlichem Ausmaß an Leberfunktionsstörungenim Vergleich zu Probanden mit normaler Leberfunktion gab es eine 1,6-fach, 3,3-fach bzw. 3,6-facherhöhte Exposition (z. B. AUC0-inf) bei Probanden mit leichter (Child-Pugh A), mittelschwerer(Child-Pugh B) bzw. schwerer (Child-Pugh C) Leberfunktionsstörung.
Die Simulation der Pharmakokinetik nach Mehrfachgabe unterstützt die Dosierungsempfehlung für
Patienten mit Leberfunktionsstörungen in Abhängigkeit ihres Child-Pugh-Status.
Basierend auf den Ergebnissen dieser beiden Studien wird für Patienten mit Leberfunktionsstörungeneine Dosisanpassung empfohlen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
Eingeschränkte NierenfunktionIn einer populationspharmakokinetischen Analyse von 170 Patienten mit fortgeschrittenen soliden
Tumoren wurde kein signifikanter Einfluss der Kreatinin-Clearance (25-178 ml/min) CL/F von
Everolimus gefunden. Die Pharmakokinetik von Everolimus wurde durch Nierenschädigungen nachder Transplantation (Bereich der Kreatinin-Clearance 11-107 ml/min) nicht beeinflusst.
Ältere PatientenIn einer populationspharmakokinetischen Untersuchung an Krebspatienten wurde keine signifikante
Auswirkung des Alters (27-85 Jahre) auf die orale Clearance von Everolimus gefunden.
Ethnische ZugehörigkeitDie orale Clearance (CL/F) ist bei japanischen und kaukasischen Krebspatienten mit ähnlicher
Leberfunktion vergleichbar. Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse ist die
CL/F bei Transplantationspatienten mit schwarzer Hautfarbe im Durchschnitt um 20% höher.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Das präklinische Sicherheitsprofil von Everolimus wurde bei Mäusen, Ratten, Zwergschweinen, Affenund Kaninchen untersucht. Die Hauptzielorgane waren männliche und weibliche
Fortpflanzungssysteme (Degeneration der Tubuli seminiferi, reduzierte Spermienanzahl in den
Nebenhoden und Uterusatrophie) bei mehreren Spezies; Lunge (erhöhte Anzahl von
Alveolarmakrophagen) bei Ratten und Mäusen; Pankreas (Degranulation und Vakuolisierungexokriner Zellen bei Affen bzw. Zwergschweinen sowie Degeneration von Inselzellen bei Affen) und
Augen (Trübungen des vorderen Nahtsterns der Linse) nur bei Ratten. Geringfügige
Nierenveränderungen fanden sich bei Ratten (vermehrte, altersabhängige Lipofuszin-Ablagerungen im
Tubulusepithel, vermehrte Hydronephrose) und bei Mäusen (Verschlechterung von
Hintergrundläsionen). Es gab keine Hinweise auf Nierentoxizität bei Affen und Zwergschweinen.
Everolimus schien Grunderkrankungen (chronische Myokarditis bei Ratten,
Coxsackie-Virus-Infektionen im Plasma und im Herzen bei Affen, Kokzidienbefall im
Gastrointestinaltrakt bei Zwergschweinen, Hautläsionen bei Mäusen und Affen) spontan zuverschlechtern. Diese Erscheinungen wurden im Allgemeinen bei systemischen Expositionen im
Bereich der therapeutischen Exposition oder darüber beobachtet, mit Ausnahme der Befunde bei
Ratten, die aufgrund einer hohen Gewebeverteilung unterhalb der therapeutischen Expositionauftraten.
In einer Studie zur männlichen Fertilität an Ratten zeigte sich ab einer Dosierung von 0,5 mg/kg ein
Effekt auf die Hodenmorphologie. Die Spermienbeweglichkeit, die Spermienzahl und die
Plasma-Testosteronspiegel waren ab 5 mg/kg vermindert und führten zu einer Abnahme dermännlichen Fertilität. Es gab Anzeichen auf eine Reversibilität.
In Tierstudien zur Reproduktion war die weibliche Fertilität nicht beeinflusst. Die orale Gabe von≥0,1 mg/kg Everolimus (ungefähr 4% der AUC0-24h bei Patienten, die 10 mg täglich erhalten) anweibliche Ratten führte jedoch zu einer Zunahme von Präimplantations-Verlusten.
Everolimus konnte die Plazentaschranke überwinden und hatte eine toxische Wirkung auf den Fetus.
Bei Ratten verursachte Everolimus bei systemischer Exposition unterhalb der therapeutischen
Exposition Embryo-/Fetotoxizität, welche sich als Mortalität und vermindertes Gewicht des Fetusmanifestierte. Die Inzidenz von Skelettveränderungen und Missbildungen (z. B. Sternumspalte) warbei Dosen von 0,3 und 0,9 mg/kg erhöht. Bei Kaninchen wurde Embryotoxizität in Form einererhöhten Häufigkeit von Resorptionen im späten Stadium beobachtet.
Genotoxizitätsstudien mit relevanten genotoxischen Endpunkten zeigten keine Hinweise auf eineklastogene oder mutagene Aktivität. Bei einer Gabe von Everolimus an Mäuse und Ratten für eine
Dauer von bis zu zwei Jahren zeigte sich kein onkogenes Potenzial bis zu den höchsten Dosen, diedem 3,9- bzw. 0,2-Fachen der geschätzten klinischen Exposition entsprachen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Butylhydroxytoluol
Magnesiumstearat
Lactose-Monohydrat
Hypromellose
Crospovidon Typ A
Lactose
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Nicht über 25°C lagern.
In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Aluminium/Polyamid/Aluminium/PVC-Blisterpackung mit 10 Tabletten.
Afinitor 2,5 mg Tabletten
Packungen zu 30 oder 90 Tabletten.
Afinitor 5 mg Tabletten
Packungen zu 10, 30 oder 90 Tabletten.
Afinitor 10 mg Tabletten
Packungen zu 10, 30 oder 90 Tabletten.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novartis Europharm Limited
Vista Building
Elm Park, Merrion Road
Dublin 4
Irland
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Afinitor 2,5 mg Tabletten
EU/1/09/538/009
EU/1/09/538/010
Afinitor 5 mg Tabletten
EU/1/09/538/001
EU/1/09/538/003
EU/1/09/538/007
Afinitor 10 mg Tabletten
EU/1/09/538/004
EU/1/09/538/006
EU/1/09/538/008
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 03. August 2009
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 02. April 2019
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.